Page 1

AUSGABE 2/2014

BiK Newsletter F

BiK F Biodiversität und Klima Forschungszentrum

THEMEN

Das Ende eines Mythos Angeblich invasive Art ist einheimisch Seite 1

Altes Klima, Neues Wissen Zum Regen der letzten 24.000 Jahre Seite 2

Allergikern blüht ETwas Beifußambrosie breitet sich aus Seite 2

Auf der Spur der Bären Komplexe Evolutionsgeschichte Seite 3

Fische sind Hart im Nehmen

Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) © M. Pfenninger

Anpassung an Extrem-Lebensraum

forschung: Das Ende eines Invasions-Mythos

Seite 3

Naturschützer warnen seit geraumer Zeit

keiner genetisch charakterisierten Art zu-

Mitflug-Gelegenheiten

davor, dass die sich explosionsartig ver-

zuordnen. Zum Teil stark voneinander ab-

Nashornvögel vernetzen Waldstücke

mehrende

die

weichende Genvarianten deuten vielmehr

Seite 4

Wegschnecke

auf eine hohe Zahl bisher nicht als eigene

verdrängt und erhebliche Fressschäden an

Spezies dokumentierter Arten hin. Das

Ameisen versetzen Bäume

der heimischen Vegetation und in der

Erbgut der Schnecken verriet aber noch

Dienstleister im Bergregenwald

Landwirtschaft anrichtet. Immerhin ist

mehr: Geteilte Mutationen in den Erbin-

Seite 4

Arion lusitanicus mittlerweile die häufigste

formationen unterschiedlicher Individuen

Schneckenart

Einge-

weisen auf Verwandtschaftsverhältnisse

Kleine Welt

schleppt wurde sie, so die Theorie, durch

hin. Ein genetischer Stammbaum, der in

Tür auf zur Mesokosmenhalle

Obst-

Beziehung mit Informationen zur geogra-

Seite 5

braune

einheimische

und

Nacktschnecke

Schwarze

in

Deutschland.

Gemüseimporte

nach

dem

Zweiten Weltkrieg.

phischen

Verbreitung

Doch die Einwanderin hat sich als Einhei-

zeigt, warum Arion lusitanicus in ihrer

Am dritten Pol Neuer Forschungsansatz in Tibet

wurde,

mische entpuppt. Bei einer Bestandsauf-

angeblichen

nahme, bei der es eigentlich um Anpas-

Denn diese Art ist definitiv dort nicht hei-

sung an klimatische Bedingungen ging,

misch, sondern in Zentraleuropa.

konnten Forscher nämlich nicht ein einzi-

Die Forschung beleuchtet, dass man bei

PROJEKTE/ LEHRE/ Rückblick

ges Exemplar der Schnecke in ihrem ver-

schlecht dokumentierten Einwanderun-

Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe /

muteten Herkunftsgebiet finden. Wissen-

gen mit dem Begriff ,invasiv‘ künftig

Projektabschluss MICLE / iDiv & GRADE

schaftler des BiK-F und der Goethe-

vorsichtiger sein sollte, denn diese Ein-

Workshops / MSc Meeresbiologie /

Universität hatten an 60 Orten in Frank-

stufung hat konkrete Auswirkungen auf

Stakeholder-Dialog-Auwälder

reich, Spanien, Großbritannien und den

die Umweltpolitik. Bekämpfungsmaßnah-

Seite 6-7

Beneluxländern

men, wie sie im Rahmen einer derzeit

300

Exemplare

der

Heimat

gesetzt

unauffindbar

ist:

Seite 5

Wegschnecke

Kontrolle, Eindämmung und Bekämpfung

Kooperation /PUBLIKATIONeN/ Veranstaltungen

wurden zahlreiche mit herkömmlichen

invasiver Arten beschlossen werden sol-

Zusammenarbeit mit DWD / ISOE in

Methoden nicht bestimmbare, sogenann-

len, wären nach den neuen Erkenntnissen

hessischer Nachhaltigkeitskonferenz/

te kryptische Arten gefunden. Diese wur-

nicht

Aktueller IPCC-Bericht / MS Wissen-

diskutierten EU-Verordnung zur besseren

Schnecke gesammelt. Statt

der

Spanischen

auf

die

Schnecke

anzwenden.

schaft Exponat / Tag der offenen Tür

den mittels DNA-Taxonomie bestimmt. Viele der untersuchten Exemplare waren

>> Studie in Evolutionary Applications –1–

Seite 8-9

BiK-F-Newsletter 2/2014