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Enzauen-Projekt

Gew채sserentwicklung der Enz im Naturpark S체deifel


Inhalt Einführung ............................................................................................................................ 3 Gewässerstruktur der Enz ............................................................................................. 4 Fischfauna und Wanderhindernisse ......................................................................... 5 Maßnahmenvorschläge .................................................................................................. 6 Maßnahmenplan .............................................................................................................. 7 Durchgeführte Maßnahmen ........................................................................................ 8 Wiesenwehr Enzen ........................................................................................................ 8 Untere Enzener Mühle ............................................................................................... 9 Obere Enzener Mühle ................................................................................................ 10 Hoher Absturz Mettendorf ......................................................................................11 Kanalkreuzung Mettendorf ..................................................................................... 12 Abstürze am Viehstall Radenbach .................................................................... 13 Holzbrücke am Radenbach ...................................................................................... 14 Entfichtungen .................................................................................................................. 15

Impressum herausgeber Zweckverband Naturpark Südeifel Auf Omesen 2 54666 Irrel Tel. 06525/79206 www.naturpark-suedeifel.de

Bearbeitung Dipl.-Ing. Rita Keuneke Bachstr. 62-64 52066 Aachen www.floecksmuehle.com

© 2012 Zweckverband Naturpark Südeifel · Auf Omesen 2 · 54666 Irrel Bearbeitungsstand: Dezember 2011, 1. Auflage 5.000

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Einführung Die Gewässerentwicklung der Enz war ein Projekt des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Dieser hatte den Naturpark Südeifel mit der Koordination und Abwicklung des Projektes beauftragt. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Programms „AKTION BLAU – Gewässerentwicklung Enz“ des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz und aus Ausgleichszahlungen im Rahmen des Windparkbaus. Partner im Projekt waren die Verbandsgemeinden Neuerburg und Bitburg-Land, das Forstamt Neuerburg und die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Das Projekt ist im Jahr 2011 mit einem Gesamtvolumen von 755.000 € abgeschlossen worden. Der Naturpark Südeifel hat es sich zum Ziel gesetzt, die Flüsse und Bäche im Naturpark naturnäher zu gestalten, damit die Eifeler Bachforelle wieder ihre angestammten Laichplätze erreichen kann. In diesem Zusammenhang ist für die Enz zwischen Neuerburg und Enzen ein Gewässerentwicklungskonzept aufgestellt worden.

Die Gewässerentwicklung hat folgende Ziele: Erhöhung des Wasser- und Stoffrückhalts in Auen und Einzugsgebieten

Erhaltung und Aufwertung der Bach-, Fluss- und Auenlandschaften

zum Hochwasserschutz

zur Erhöhung des Erlebnis- und Erholungswerts

zur Stabilisierung der Niedrigwasserstände

zur Bereicherung des Landschaftsbildes

zur Verminderung der Bodenerosion

Entwicklung typischer Gewässer- und Auenbiotope bei gleichzeitiger Verbesserung der Biotopvernetzung

Verbesserung der Wasserqualität

zur Erhöhung der biologischen Artenvielfalt zur Verbesserung des biologischen Regenerationsvermögens zum Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten

Unter Berücksichtigung dieser grundsätzlichen Entwicklungsziele sind Gewässerstrecken ausgewählt worden, an denen die vorhandenen finanziellen Mittel effizient eingesetzt werden konnten.

Das Gewässerentwicklungskonzept definiert die notwendigen Maßnahmen an den ausgewählten Gewässerabschnitten und ordnet sie unterschiedlichen Umsetzungsprioritäten zu. Diese Broschüre zeigt die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gewässerentwicklungskonzept Enz auf und präsentiert die vorgeschlagenen Maßnahmen. Daran anschließend werden bereits durchgeführte Maßnahmen vorgestellt.

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Gewässerstruktur der Enz Stark veränderte Gewässerabschnitte

Enz in Ortslage Sinspelt

Das Einzugsgebiet der Enz liegt im Naturpark Südeifel im Westen von Rheinland-Pfalz nahe der Grenze zu Luxemburg. Es hat eine Fläche von ca. 150 km². Die Höhenlage reicht von 544 m NN an der Quelle bis 190 m NN an der Mündung der Enz in die Prüm. Das Gewässernetz der Enz und ihrer Nebengewässer verläuft in der Hauptfließrichtung von Nord nach Süd und umfasst eine Länge von fast 100 km. Nur wenige Gewässerabschnitte weisen noch natürliche oder naturnahe Strukturen auf. Im Norden der Enz zeigt das Gebiet in vielerlei Hinsicht ein anderes Bild als im Süden. Das nördliche Gebiet zählt zum Grundgebirge bzw. zum Rheinischen Schiefergebirge, während das südliche Gebiet zum Westdeutschen Schichtstufenland mit Muschelkalk und Buntsandstein zählt. Der Oberlauf der Enz und dessen Nebengewässer werden als „grobmaterialreiche, silikatische Mittelgebirgsbäche“ eingestuft, der Unterlauf als „fein- bis grobmaterialreicher Fluss des silikatischen Mittelgebirges“. Der Norden ist stärker bewaldet, während im Süden eine starke landwirtschaftliche Nutzung vorherrscht.

Bereiche mit gering veränderten Strukturen

Radenbach, Brücke in Fischbach

Die Gewässerstruktur der Enz und ihrer Nebengewässer ist im gesamten Verlauf und besonders in den Siedlungs­ bereichen deutlich beeinträchtigt bis merklich geschädigt. Die schlechte Bewertung in der Strukturgüte ist u.a. auf die Eintiefung der Gewässersohle zurückzuführen. Durch die Eintiefung der Sohle geht der Verbund mit der Aue verloren. Kleinere und mittlere Hochwasser treten nicht mehr über die Ufer. Der Hochwasserabfluss ist beschleunigt und die Schleppspannung erhöht, was wiederum zu einer Verstärkung der Erosion führt.

Enz, südlich von Neuerburg (Biotop)

Grund für die Eintiefung der Sohle ist vor allem die Einengung des Gewässerbetts durch Uferbefestigung und Verbau. Streckenweise sind Laufverkürzungen durch Gewässerbegradigung die Ursache. Enz, südlich von Enzen

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Fischfauna und Wanderhindernisse Der längszonale Charakter eines Fließgewässers spiegelt sich in dessen Fischbesiedlung wider. In Abhängigkeit von Abflussverhältnissen, Gefälle und Gewässerbreiten wurden den Gewässerstrecken der Enz Fließgewässerregionen und Gewässertypen zugeordnet. Jedem Gewässertyp entsprechen bestimmte Fisch-Leitarten und typspezifische Begleitarten, die unter natürlichen Bedingungen relative Häufigkeiten von ≥5% bzw. von 1-5% erreichen sollen.

Wanderhindernisse in der Enz und ihren Nebengewässern

In der oberen Enz sind natürlicherweise Bachforelle, Elritze, Groppe und als Begleitart die Bachschmerle vorhanden. Südlich von Neuerburg gehören auch Döbel und Hasel sowie Gründling und Schneider zu den potenziell natürlichen Fischarten. In der unteren Enz können als potenziell natürliche Begleitarten zusätzlich Aal, Äsche, Barbe, Lachs und Nase vorkommen. Die saprobielle Gewässergüte und der Zustand der Fischfauna der Enz sind mit „gut“ bewertet worden. Trotzdem ist der Eintrag der Nährstoffe Phosphor und Stickstoff zu hoch. Bei den Fischen ist eine Verschiebung der Fischregion von der Äschen- in die Forellenregion zu vermerken, die diadromen Arten Lachs und Aal fehlen.

Durchlass am Lambach

Ein guter ökologischer Zustand mit Wiederansiedlung der potenziell natürlichen Fischfauna ist das Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Voraussetzung dafür ist die Wiederherstellung typgerechter aquatischer Lebensräume in den betreffenden Fließgewässern. Die Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässer spielt dabei eine entscheidende Rolle. An strukturell geschädigten Strecken finden sich oft Sohlenschwellen, Rampen, Gleiten, Abstürze oder unpassierbare Durchlässe, die die Durchgängigkeit für Fische und Makrozoobenthos einschränken oder verhindern.

Enz, südlich von Sinspelt

In der Enz selbst gibt es etwa 20 Wanderhindernisse, die von eingeschränkt passierbar bis unpassierbar eingestuft wurden. Enz am Pegel Sinspelt

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Maßnahmenvorschläge Vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Mittel wurde ein vorrangig zu bearbeitendes Gebiet ausgewählt. In diesem Gebiet ist eine sinnvolle Entwicklung eines Gewässersystems von der Mündung bis in die Oberläufe hinein möglich, um das Gewässerkontinuum zumindest in einem Teil des Einzugsgebietes wiederherzustellen. Als Ergebnis dieser Überlegungen wird zunächst die Entwicklung der Enz unterhalb von Neuerburg bis zur Plangebietsgrenze (Einmündung Silberbach) angestrebt. Als größtes Nebengewässersystem der Enz wird weiterhin die Entwicklung des Radenbachs mit Lambach, Merlbach, Berkother Bach und Burscheiderbach empfohlen.

Die Prioritätensetzung der Entwicklungsziele im vorrangig zu entwickelnden Gebiet erfolgte nach folgenden Grundsätzen: Hohe Priorität

• Schutz und Ergänzung vorhandener guter Strukturen • Herstellung der Durchgängigkeit unpassierbarer Standorte Mittlere Priorität

• Verbesserung gestörter Strukturen in der freien Landschaft • Herstellung der Durchgängigkeit eingeschränkt passierbarer Standorte Geringe Priorität

• Verbesserung gestörter Strukturen in besiedelten Bereichen

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MaĂ&#x;nahmenplan

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Durchgeführte Maßnahmen Wiesenwehr Enzen Gewässerabschnitt Lage

Enz, km 6,9

Einzugsgebiet

130 km²

Mittlerer Abfluss

1,84 m³/s

Gewässertyp (Talform)

Mäandertalgewässer

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 9: silikatischer, feinbis gobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss

Fließgewässerregion

Äschen-/Untere Forellenregion

Sohlbreite

ca. 11 m

Mittleres Sohlgefälle

ca. 7 ‰

Gewässerstrukturgüte Klasse 5, stark verändert

Bauwerk Nutzung

Früher Wiesenbewässerung, heute keine Nutzung

Maßnahme

Rückbau

Bauweise

Drei Blocksteinriegel zur Sohlensicherung

Höhenunterschied 1,00 - 1,20 m Abfluss

Gesamtabfluss

Baujahr

2008

Baukosten

71.000 €

Zur Herstellung der Durch­gängigkeit am Standort ist das vorhandene Wiesenwehr in drei Blocksteinriegel aufgelöst worden.

Das Wiesenwehr diente ursprünglich der Wiesenbewässerung. Es hatte jedoch seit längerem keine Funktion mehr. Etwa 15 m unterhalb des Wehrs befindet sich eine Furt. Ein kompletter Rückbau ist ohne eine erhebliche Laufverlängerung nicht empfehlenswert, da das Wehr eine Eintiefung des Gewässers am Standort verhindert.

Wiesenwehr Enzen vor dem Umbau (2006) nach dem Umbau (2011)

Profil eines Blocksteinriegels

Die Sohlenneigung zwischen den Riegeln und die Riegel selbst sind so ausgebildet, dass die potenziell natürliche Fischfauna das Bauwerk passieren kann. Sie beträgt an der steilsten Stelle ca. 11 ‰.

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Untere Enzener Mühle Gewässerabschnitt

Bauwerk

Lage

Enz, km 7,7

Einzugsgebiet

129 km²

Mittlerer Abfluss

1,83 m³/s

Gewässertyp (Talform)

Mäandertalgewässer

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 9: silikatischer, feinbis gobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss

Fließgewässerregion

Äschen-/Untere Forellenregion

Höhenunterschied

1,20 m

Anzahl der Becken

11

Sohlbreite

ca. 15 m

Abfluss

Mittleres Sohlgefälle

ca. 4 ‰

150 l/s (Sommer), 360 l/s (Winter)

Baujahr

2007

Baukosten

ca. 93.000 €

Gewässerstrukturgüte Klasse 4, deutlich verändert

Das alte Wehr diente der Ausleitung zur ehe­ maligen „Unteren Enzener Mühle“, dessen Nutzung jedoch seit langem aufgegeben ist. Der Mühlkanal ist größtenteils verlandet. Wegen angrenzender Gebäude und einer oberhalb liegenden Brücke war ein Rückbau des Wehrs nicht möglich. Für den Umbau des Wehrs der Unteren Enzener Mühle wurde daher die Anschüttung einer Rampe mit einer rechtsufrigen Fischaufstiegsrinne gewählt. Die Fischaufstiegsrinne konzentriert den Abfluss bei Niedrigwasser, so dass eine ausreichende Wassertiefe gegeben ist. Die Rinne wurde als Raugerinnebeckenpass mit elf Becken und einer Gesamtlänge von ca. 33 m ausgeführt. Die Absturzhöhe zwischen den Becken beträgt nur 12 cm, um auch der schwimmschwachen Groppe den Aufstieg zu ermöglichen.

Nutzung

Wasserkraftanlage außer Betrieb

Maßnahme

Bau einer Fischaufstiegsanalage

Bauweise

Raugerinnebeckenpass mit Rampe

Länge

33 m

Breite des Beckenpasses 2,1 bis 3,0 m

Durch die Anordnung der Fischaufstiegsanlage über die gesamte Gewässerbreite ist eine optimale Auffindbarkeit gewährleistet.

Untere Enzener Mühle vor dem Umbau (2005)

nach dem Umbau (2008)

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Durchgeführte Maßnahmen Obere Enzener Mühle Gewässerabschnitt Lage

Enz, km 8,7

Einzugsgebiet

126 km²

Mittlerer Abfluss

1,78 m³/s

Gewässertyp (Talform)

Mäandertalgewässer

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 9: silikatischer, feinbis gobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss

Fließgewässerregion

Äschen-/Untere Forellenregion

Sohlbreite

ca. 12 m

Mittleres Sohlgefälle

ca. 13 ‰

Gewässerstrukturgüte Klasse 4, deutlich verändert

Bauwerk Nutzung

Früher Wasserkraftanlage, heute keine Nutzung

Maßnahme

Rückbau

Bauweise

Vier Sohlengurte zur Sohlensicherung

Höhenunterschied 2,10 m Abfluss

Gesamtabfluss

Baujahr

2011

Baukosten

82.000 €

Um eine Eintiefung des Gewässers am Standort zu verhindern, wurden vier Sohlengurte in Form von Steinschüttungen eingebaut.

Ehemals diente das Wehr der Wasserführung zur Wasserkraftanlage „Obere Enzener Mühle“. Diese Nutzung existiert nicht mehr. Der Mühlkanal ist nicht mehr funktionstauglich. Daher wurde der Rückbau des Wehrs vorgesehen. Zur Standsicherheit angrenzender Böschungen wurde der Wehrkörper im Bereich der Böschungen beibehalten. Zusätzlich wurde der Uferbereich durch Steinschüttungen und Erlenbepflanzungen gesichert.

Obere Enzener Mühle vor dem Umbau (2005)

nach dem Umbau (2011)

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Hoher Absturz Mettendorf Gewässerabschnitt Lage

Enz, km 11,9

Einzugsgebiet

110 km²

Mittlerer Abfluss

1,56 m³/s

Gewässertyp (Talform)

Mäandertalgewässer

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 9: silikatischer, feinbis gobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss

Fließgewässerregion

Äschen-/Untere Forellenregion

Sohlbreite

ca. 11 m

Mittleres Sohlgefälle

ca. 6 ‰

Gewässerstrukturgüte Klasse 5-6, merklich bis stark geschädigt

Bauwerk Nutzung

Früher Wasserkraftanlage, heute keine Nutzung

Maßnahme

Rückbau

Bauweise

Drei Blocksteinriegel zur Sohlensicherung

Höhenunterschied

0,80 m

Abfluss

Gesamtabfluss

Baujahr

2010

Baukosten

ca. 15.500 €

Grundsätzlich ist der Rückbau von Querbauwerken die beste Möglichkeit zur Entwicklung einer Gewässerstrecke entsprechend des jeweiligen Gewässertyps. An diesem Standort existierte früher eine Wasserkraftanlage. Das Wehr war zu dieser Zeit etwa 1 m höher und diente zum Aufstau des Wassers. Im Zuge des Rückbaus der Wasserkraftanlage wurde das Wehr auf das heutige Niveau abgesenkt. Heute hat es keine Funktion mehr.

Hoher Absturz Mettendorf vor dem Umbau ( 2007)

Da die Sohle der Enz am Standort eingetieft ist, wurde der vorhandene Absturz rückgebaut und durch drei passierbare Blockstein-Riegel ersetzt.

nach dem Rückbau (2011)

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Durchgeführte Maßnahmen Kanalkreuzung Mettendorf Gewässerabschnitt

Bauwerk

Lage

Enz, km 13,8

Nutzung

Kanalkreuzung

Einzugsgebiet

108 km²

Maßnahme

Mittlerer Abfluss

1,55 m³/s

Bau einer Fischaufstiegsanlage

Gewässertyp (Talform)

Mäandertalgewässer

Bauweise

Störsteinrampe mit Niedrigwasserrinne

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 9: silikatischer, feinbis gobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss

Länge

28 m

Breite der Rinne

ca. 2 m

Fließgewässerregion

Äschen-/Untere Forellenregion

Anzahl Becken

4

Sohlbreite

ca. 7 m

Abfluss

Gesamtabfluss

Mittleres Sohlgefälle

ca. 8 ‰

Baujahr

2010

Baukosten

ca. 49.000 €

Gewässerstrukturgüte Klasse 4-5, deutlich beeinträchtigt bis merklich geschädigt

Höhenunterschied 1 m

An dieser Stelle kreuzt ein Abwassersammler die Enz. Er war ursprünglich sohlgleich oder tiefer verlegt worden. Durch die Eintiefung der Enz ragte seine Betonummantelung etwa 0,70 m über die Sohle und bildete ein Wanderhindernis. Nach Abwägung der Möglichkeiten wurde die aus der Sohle ragende Betonummantelung der Kanalkreuzung mit einer Steinschüttung von ca. 0,35 m Dicke überdeckt, so dass das ursprüngliche Niveau der Gewässersohle der Enz in etwa erreicht wurde. Anschließend wurde zum Unterwasser hin eine raue Rampe angeschüttet. Diese erhielt zusätzlich eine leicht gewundene NiedrigwasserRinne in der Flussbettmitte, da die Wassertiefen in der Niedrigwasserperiode auf der Rampe nicht ausreichend für die Fischdurchgängigkeit wären. Zudem wurde die Sohle durch drei Querriegel auf einem höherem Niveau stabilisiert.

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Kanalkreuzung Mettendorf vor dem Umbau (2004)

nach dem Umbau (2011)


Abstürze am Viehstall Radenbach Gewässerabschnitt

Bauwerk

Lage

Radenbach, km 1,3 - 1,6

Nutzung

Keine Nutzung

Einzugsgebiet

29 km²

Maßnahme

Rückbau

Mittlerer Abfluss

0,40 m³/s

Bauweise

Gewässertyp (Talform)

Kerbsohlentalgewässer

Sieben Blocksteinriegel zur Sohlensicherung

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 5: grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach

Höhenunterschied

ca. 2,30 m

Abfluss

Gesamtabfluss

Baujahr

2008

Fließgewässerregion

Obere Forellenregion

Baukosten

ca. 29.600 €

Sohlbreite

ca. 8 m

Mittleres Sohlgefälle

ca. 14 ‰

Gewässerstrukturgüte Klasse 5, merklich geschädigt

Vermutlich wurde der Radenbach im Zuge des Baus der K62 verlegt. Durch die damit einhergehende Laufverkürzung war der Bau von vier Abstürzen erforderlich. Eine erneute Laufverlängerung war wegen des dafür erforderlichen Grunderwerbs nicht möglich. Die Abstürze wurden daher durch sieben passierbare Blocksteinriegel abgelöst. So wird eine Eintiefung des Gewässers am Standort verhindert. Das Fällen von zahlreichen Erlen im Uferbereich soll die dynamische Entwicklung des Baches fördern. Das Gewässer wurde eingezäunt, um Viehtritt und den damit verbundenen Eintrag von Nährstoffen zu verhindern. Gleichzeitig wurden Viehtränken errichtet.

Abstürze am Viehstall vor dem Rückbau (2006)

nach dem Rückbau (2011)

Viehtritt vor Umsetzung der Maßnahme (2007)

Viehtränke (2009)

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Durchgeführte Maßnahmen Holzbrücke am Radenbach Gewässerabschnitt Lage

Radenbach, km 8,0

Einzugsgebiet

9,4 km²

Mittlerer Abfluss

0,15 m³/s

Gewässertyp (Talform)

Kerbsohlentalgewässer

Gewässertyp (biozönotisch)

Typ 5: grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach

Fließgewässerregion

Obere Forellenregion

Sohlbreite

ca. 2-3 m

Mittleres Sohlgefälle

ca. 12 ‰

Gewässerstrukturgüte Klasse 4, deutlich verändert

Bauwerk Nutzung

Überquerung des Gewässers

Maßnahme

Bau einer Brücke

Bauweise

Holzbrücke mit Betonfundamenten

Abfluss

Gesamtabfluss

Baujahr

2007

Baukosten

53.400 €

Das vorhandene Stahlblech-Maulprofil war sanierungsbedürftig. Der Durchlass engte das Gewässer ein, hatte keine Sedimentauflage und eine zu geringe Überdeckung. Im Auslaufbereich hatte sich ein tiefer Kolk gebildet.

Als Ersatz wurde eine Rundholzbrücke gewählt, die als Überquerung eines Fließgewässers eine Innovation in der Südeifel darstellt.

Durchlass vor dem Umbau (2006)

Das Holz wurde vom Forstamt Neuerburg zur Verfügung gestellt. Die Dimensionen wurden für den forstwirtschaftlichen Schwerlastverkehr (40 t) ausgelegt. Die Brücke engt den Fließquerschnitt nicht ein, die Sohle des Gewässers wurde weitergeführt und mit örtlichem Substrat angefüllt. Der Kolk wurde verfüllt.

Rundholzbrücke mit Betonfundamenten nach dem Umbau (2008)

Brücke, Seitenansicht (2011)

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Entfichtungen Gewässerabschnitt

Entfichtungsmaßnahmen

Lage

Grimbach, Wahlbach, Berkother Bach

Fläche

ca. 60.000 m², verteilt auf 17 Parzellen

Fließgewässerregion

Obere Forellenregion

Jahr

2007-2011

Kosten

ca. 70.600 €

Gewässerstrukturgüte Klasse 3-4, mäßig bis deutlich beeinträchtigt

Ein Ziel der Gewässerentwicklung ist die Erhaltung und Aufwertung der Bach-, Fluss- und Auenlandschaften. An den Nebengewässern der Enz befinden sich in einigen Bachauen Nadelwälder. Nadelbäume gehören von Natur aus nicht in die Bachauen und das aus folgenden Gründen: • Uferabbrüche und Erosionsschäden durch flache Tellerwurzeln • Mangelnde Stand- und Sturmfestigkeit auf staunassen Standorten

©GeoBasis-DE/LVermGeoRP2002-10

Nadelwald am Berkother Bach, vor Durchführung der Maßnahme (2009)

• Bodenversauerung durch Nadelstreu und folglich eine Verstärkung der Mobilität von Schadstoffen und Schwermetallen im Boden und deren Auswaschung in die Bäche • Lichtmangel und fehlende Vegetation im Unterwuchs • Keine Bedeutung als Nahrungsquelle und Unterstand für Fische Um hier den Aufwuchs eines naturnahen Bachauenwalds zu ermöglichen, müssen die Flächen aufgekauft und gerodet werden. Im Rahmen der Aktion Blau wurden Flächen mit einer Größe von etwa 50 ha aufgekauft. Die Entfichtung dieser Flächen wurde in das Ökokonto der Verbandsgemeinde Neuerburg eingebucht. Sie dienen als Ausgleichsflächen zur Kompensation von späteren Eingriffen in Boden, Natur und Landschaft. Darüber hinaus hat die Verbandsgemeinde Neuerburg aus Ersatzgeldern für den Betrieb von Windkraftanlagen knapp 10 ha Nadelwald in der Bachaue aufgekauft und gerodet. Entfichtungen am Grimbach (2008)

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Der Naturpark Südeifel hat es sich zum Ziel gesetzt, die Flüsse und Bäche im Naturpark naturnäher zu gestalten, damit die Eifeler Bachforelle wieder ihre angestammten Laichplätze erreichen kann.

In Zusammenarbeit mit

Verbandsgemeinde Neuerburg

Mit freundlicher unterstützung von

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Verbandsgemeinde Bitburg-Land

© Michael Frede

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Gewässerentwicklung der Enz im Naturpark Südeifel

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