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Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg

Jahresbericht

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Inhalt

 Rückblick – Einsicht – Vorschau Bericht der Schulleitung Bericht der Schulkommission

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Berichte aus den Fachgruppen  Allgemeinbildender Unterricht ABU Fachfrau/mann Gesundheit FaGe Fachfrau/mann Betreuung FaBe Assistent/in Gesundheit und Soziales AGS Sport Weiterbildung

 Schulentwicklung / QM / SchiLF Die «offene Tür» Gesamtschulanlässe Eine Kinderlieder-CD als Vertiefungsarbeit

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Auslandpraktikum eines Berufslernenden Zahlen zur BFGS Anlässe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schlusswort  Schlusspunkt

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Rückblick – Einsicht – Vorschau

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or 100 Jahren flog man erstmals ohne Zwischenhalt von London nach Paris und Max Frisch kam zur Welt. 50 Jahre sind seit der Gründung von Amnesty International vergangen. Im gleichen Jahr war Juri Gagarin der erste Mensch im Kosmos. Seit 40 Jahren anerkennt endlich auch die Schweiz das Stimmrecht für Frauen. 2011 wird vielen Ereignissen gedacht. Erinnern an wichtige wie auch belanglose Begebenheiten, deren Auswirkungen im Jetzt zum Inhalt kritischer Prüfung werden. Auch die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg, BFGS und die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales Aarau, HFGS stellen sich anlässlich des 5-jährigen Bestehens dem Examen. Am Ergebnis dürfen wir uns freuen. Dieses Jubiläum feierten wir am 15. Februar 2011 im Grossratssaal Aarau. Ein festlicher Anlass als Dankeschön an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an alle, die uns am Aufbau und der Entwicklung der beiden Schulen unterstützt und begleitet haben. Wir freuten uns über die aufmunternden und zukunftsgerichteten Worte von Regierungsrat Alex Hürzeler. Der Publizist Ludwig Hasler fesselte mit seinem Vortrag und für Erheiterung und musikalische Unterhaltung sorgte das Duo Calva. Es tut gut, innezuhalten, zurück zu schauen, das Erreichte zu geniessen und voller Tatendrang in die Zukunft zu blicken. Ich sehe getrost auf ein weiteres, spannendes Jahr mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind vor neue Aufgaben gestellt, ergreifen sie, wachsen und stärken uns an ihnen.

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Am 21. März 2011 ist der Spatenstich für den Neubaus des Campus der Fachhochschule erfolgt. Das gibt uns Mut und Zuversicht. Wir fühlen uns unserem Ziel einen Schritt näher: In frei werdenden Gebäuden der FH ist die BFGS als Kompe­tenzzentrum Berufsbildung Gesundheit und Soziales an einem einzigen Standort vereint. Ich bedanke mich für die grosse Unterstützung in allen Bereichen der BFGS bei: • Regierungsrat Alex Hürzeler • Kathrin Hunziker, Leiterin Abteilung Berufsbildung und Mittelschule • Barbara Fischer, Leiterin Sektion Gesundheit und Soziales • Marc Aurel Hunziker, stv. Leiter Gesundheit und Soziales • Rebekka Hansmann und ihrem Team, Geschäftsstelle OdA GS AG • Den Mitgliedern der Schulkommission • Regula Kiechle, Pflegedienstleiterin PDAG • Manfred Breitschmid, Stiftungsleiter St. Josef-Stiftung Bremgarten • Oliver Felix, Andrea Baumann, IMAG

Brigitte Boss, Schulleiterin


Bericht der Schulleitung

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emessen an der Anzahl Berufslernenden und Mitarbeitenden entwickelt sich die BFGS immer mehr zu einem eigentlichen Kompetenzzentrum Berufsbildung Gesundheit und Soziales. Das Wachstum der BFGS löste erneut die Suche nach zusätzlichen Räumlichkeiten aus. Ab Schuljahr 2011/2012 werden wir im Triangel Brugg – unserem vierten Standort – über weitere neun Schulzimmer verfügen. Das Gebäude der Otto Suhner AG strahlt sehr viel Charme aus und verspricht eine lernfördernde Atmosphäre.

Ende Schuljahr 2010/2011 geht Mirjam Teutschmann in den wohlverdienten Ruhestand. Wir danken ihr für den grossen Einsatz und das Engagement über viele Jahre. Unsere besten Wünsche begleiten sie in den neuen Lebensabschnitt.

Seit den Sportferien 2011 sind auch alle Schulräume in Königsfelden mit zeitgerechter EDV – Installationen ausgerüstet und nun entsprechen alle unserer Schulzimmer dem gleichen Standard.

Wir heissen die 14 neuen Lehrpersonen an der BFGS herzlich willkommen und wünschen ihnen einen guten Start und viel Freude bei den neuen Aufgaben.

Sieben Lehrpersonen haben eine neue Herausforderung angenommen und verlassen die BFGS. Auch ihnen weiterhin alles Gute auf ihrem beruflichen und privaten Lebensweg. Seien ihnen die Erfahrungen an unserer Schule eine wertvolle Begleitung.

Brigitte Boss, Schulleiterin Die ersten Assistentinnen und Assistenten Gesundheit und Soziales AGS haben bereits ein Ausbildungsjahr absolviert. In enger Zusammenarbeit mit der OdA GS Aargau wurde die Ausbildung entwickelt und das Konzept Fachkundige indivi­ duelle Begleitung umgesetzt. Der gute Start der AGS war nur möglich dank der sehr guten Zusammenarbeit zwischen der OdA GS Aargau und der BFGS. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle und bei Frau Rebekka Hansmann, Geschäftsführerin der OdA GS Aargau.


Bericht der Schulkommission

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ie Aufgabe der Schulkommission ist es, Entwicklungen zu erkennen und die Schulleitung zu begleiten und zu beraten. Sie ist daher mit Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen zusammengesetzt, welche vom Regierungsrat gewählt werden. Neu ist auch das Departement DGS in der Schulkommission mit Urs Niffeler vertreten. Diese setzt sich wie folgt zusammen: • Rebekka Hansmann, Arbeitswelt (Präsidentin) • Jeannette Good, Arbeitswelt • Marc Aurel Hunziker, Departement BKS • Norbert Landwehr, Pädagogik, Ausbildungsqualität • Thomas Leitch-Frei, Politik • Urs Niffeler, Departement DGS

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Die Raumfrage wird damit auch künftig Schwerpunktthema der Schulkommission sein. Wir werden uns mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass das von Regierungsrat Alex Hürzeler versprochene moderne Zentrum für die zukunftsgerichteten Grundbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen mittelfristig Realität wird. An dieser Stelle danke ich der Schulleiterin Brigitte Boss mit ihrem Leitungsteam und all ihren Mitarbeitenden herzlich dafür, dass sie trotz den erschwerten und sich stets verändernden Bedingungen immer wieder Ausserordentliches leisten und das Unmögliche möglich machen. Ein grosser Dank gilt auch meinen Kolleginnen und Kollegen der Schulkommission für ihre Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit. Rebekka Hansmann, Schulkommissionpräsidentin

Damit sind alle wichtigen Player der Grundbildung im Gesund­heits- und Sozialbereich vertreten und sind gefordert, gemein­sam Lösungen und Strategien für die bevorstehenden Entwicklungen zu finden. Im Berichtsjahr war die Raumsituation primäres Thema. Zwar ist es dem Kanton gelungen, mit dem Triangel einen 4. Standort für die BFGS zu finden, allerdings ist dies einmal mehr eine Überganslösung. Wo die BFGS ab dem Schuljahr 13/14 beheimatet sein wird, ist zum heutigen Zeitpunkt noch unklar. Verschiedene politische Entscheide mit grossen Auswirkungen auf die Ausbildungszahlen in der Branche und damit auf die BFGS stehen an: Der Regierungsrat entscheidet im Herbst 2011 über die Umsetzung der Ausbildungsverpflichtung im Gesundheitsbereich und der Grosse Rat wird ebenfalls noch in diesem Jahr über die Vorgaben bezüglich Familienergänzender Kinderbetreuung beraten.


Berichte aus den Fachgruppen

Allgemeinbildender Unterricht ABU

Fachfrau/mann Gesundheit FaGe

Seit Jahren wird an der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales nicht nur von Kultur gesprochen, sondern sie wird aktiv gelebt. Im Frühling gab es einen besonderen Höhepunkt mit Besuch von Goethes «Faust» im Theater Rigiblick in Zürich, an dem auch Dank des Impulskredites des Kantons Aargau alle interessierten Berufslernenden teilnehmen konnten.

Im Schuljahr 10/11 fand ein Wechsel in der Fachgruppenleitung statt. Paul Meijer-Musholt und Sibylle Müller-Steiner übernahmen die Fachgruppenleitung.

Ausserdem entstand in Zusammenarbeit mit dem Compendio Verlag ein eigens für die BFGS konzipiertes Lehr- und Arbeits­ buch für den allgemeinbildenden Unterricht, von dem sowohl die Berufslernenden als auch die Lehrpersonen noch lange profitieren können. Es ermöglicht eine effizientere Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts, weil es ganz auf den Lehrplan und unsere didaktischen und methodischen Konzepte zugeschnitten ist. Ein weiterer Fokus lag auf einer professionellen Sprachförderung in teilnehmerorientierten Kleingruppen. Die Kurse «Deutsch Intensiv» und «Deutsch Kompakt» verhalfen vielen Berufslernenden zu einer deutlichen Leistungssteigerung. Grossen Zuspruch fand, wie in den Vorjahren, der allgemeinbildende Unterricht für Erwachsene, der durch einen neuen modulartigen Aufbau, den Interessen dieser Zielgruppe stärker gerecht wird. Christiane Noël

In diesem Schuljahr fanden die letzten Abschlussprüfungen FaGe nach der alten Bildungsverordnung statt und wir sind gespannt, wie das Qualifikationsverfahren nächstes Jahr inhaltlich gestaltet sein wird. Die letzen Lernenden der Ausbildung FaGe verkürzt wurden in diesem Schuljahr verabschiedet. Die Ausbildung wird durch die FaGe Nachholbildung, welche neu modular aufgebaut ist, abgelöst. Die gesammelten Erfahrungen der Umsetzung der neuen Bildungsverordnung flossen dieses Jahr wieder in den Unterricht ein. So wurde in den BK-Teams der Unterricht sorgfältig überarbeitet und weiterentwickelt. Sibylle Müller, Paul Meijer


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Fachfrau/mann Betreuung FaBe

Assistent/in Gesundheit und Soziales AGS

Unser Team entwickelt sich erfreulich und qualifiziert sich laufend höher. Einerseits bieten Teammitglieder interne Weiterbildungen an, andererseits erlangen Kolleginnen und Kollegen Diplomabschlüsse. Zudem wirkten einige Lehrpersonen an der Überarbeitung der Themenhefte des Lehrmittels FaBe nach neuem Bildungsplan mit.

«Lässig ist es!» «Also ich muss viel lernen, aber ich komme sehr gern in die Schule!» «Mir gefällt der Beruf sehr, aber es ist schon anstrengend...» Das ein paar Antworten aus einer Klasse mit AGS-Pionierinnen. Seit einem Jahr sind sie in der zweijährigen beruflichen Grundbildung zur Assistentin/zum Assistenten Gesundheit und Soziales und ihre Motivation scheint nach wie vor ungetrübt.

Wir schätzen den Ausbau der Infrastruktur in den Schulzimmern. PC, Presenter und Beamer erlauben einen zeitgemässen und methodisch vielfältigen Unterricht; das Team bedankt sich herzlich. In diesem Jahr trafen sich die Lehrpersonen erstmals zu vertieftem Austausch mit den ÜK-Dozierenden. Dieser Beitrag zur Lernortkooperation und Lernortkoordination findet Anklang und trägt zur verbesserten Ausbildungsqualität bei. Im 2. Semester dieses Schuljahres beschäftigte uns besonders der neue Bildungsplan. Es galt, den Schullehrplan entsprechend zu überarbeiten und anzupassen. Dank der Mithilfe aller Lehrpersonen und der Administration, sind wir bereit für das kommende Schuljahr. Isabella Trummer, Hans Gysel

Ungefähr ein halbes Jahr hatten wir Zeit, uns auf die neue Ausbildung vorzubereiten. Kaum war der politische Entscheid gefällt, dass der Kanton Aargau mit einem Vorpilotprojekt in die AGS-Ausbildung startet, mussten schon konkrete Umsetzungsschritte überlegt werden: die Entwicklung eines Schullehrplans aufgrund der Bildungsverordnung, dem Bildungsplan, dem Bildungsprogramm und dem Modell-Lehrgang, die didaktische Aufbereitung der typischen Handlungssituationen anhand der KoRe-Methode, die Planung der Umsetzung von FiB (Fachkundige individuelle Begleitung) und nicht zuletzt mussten viele organisatorische Absprachen getroffen werden. Am 13. August 2010 sind vier Klassen mit total 66 Lernenden in die Ausbildung eingestiegen. Für uns Lehrpersonen ist es herausfordernd, spannend, lebendig, ungewohnt, anstrengend, humorvoll... Für viele von uns ist es eine neue Erfahrung, mit vorwiegend eher bildungsungewohnten Lernenden zu arbeiten. Es gilt neue methodisch-didaktische Wege zu gehen, individualisierter Unterricht wird zum Unterrichtsalltag, individuelle Unterstützungsangebote werden stark genutzt. Die Motivation zu Lernen und einen Berufsabschluss zu erzielen, liegt dem Ganzen deutlich zugrunde. Das ist, nebst den neuen und anspruchsvollen Heraus- und Anforderungen das Schöne und Befriedigende daran. Fortsetzung nächste Seite


Was von allen Beteiligten sehr geschätzt wird, ist die fachkundige individuelle Begleitung (FiB). Wir haben uns an der BFGS für ein teilintegriertes FiB-Konzept entschieden: In einer Lektion pro Schultag, wir nennen diese Lektion «Vertiefungslektion», ermöglichen wir den Lernenden eine Verschnaufpause. Die Lehrpersonen stehen den Lernenden zur Verfügung und bieten bei Bedarf Unterstützung beim individuellen Lernen an oder sie führen Einzelgespräche mit den Lernenden. Zusätzlich dazu nimmt die Klassenlehrperson FiB-Aufgaben ausserhalb der Unterrichtszeiten wahr, indem sie z.B. regelmässig Kontakt mit den Berufsbildungsverantwortlichen der Lernenden pflegt. Für die Berufsfachschule ist es eine echte Bereicherung, AGS-Lernende ausbilden zu dürfen. Wir sind gefordert, vermehrt zusammen zu arbeiten – sei das innerhalb der Unterrichtsteams oder in der Zusammenarbeit mit den andern beiden Lernorten. Yvonne Studer

Sport Auch im Schuljahr 10/11 fand der Sportunterricht in der Doppelhalle des Rekrutierungszentrums in Windisch statt. Nach einer Durststrecke von eineinhalb Jahren klappte es schliesslich doch noch mit dem längst überfälligen Sichtschutz für die exponierte Halle 1. Diese Massnahme führte zu einer deutlichen Beruhigung im Sportunterricht. Im kommenden Schuljahr findet der Sportunterricht zumindest an zwei Tagen in der deutlich attraktiveren Mühlematthalle statt. Dies eröffnet dem Sportlehrerteam eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten für einen noch attraktiveren Unterricht. Auf Ende Schuljahr wird Jonas Loretz die BFGS verlassen und sein Amt als Fachgruppenleiter an Tania Romanens übergeben. Jonas Loretz


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Weiterbildung Etwas mehr als 300 Personen nutzten im Schuljahr 10/11 Angebote der Abteilung Weiterbildung. Die berufsorientierten Kurse oder Lehrgänge richteten sich an Berufsfachleute welche ihre Qualifikationen erneuern, vertiefen oder erweitern wollten. Als Anbieter von Weiterbildungskursen ist die Abteilung mit dem Standort Brugg nahe und zentral sowie bezüglich der Kosten preiswert. Dozierende in den Kursen sind üblicherweise erfahrene Lehrpersonen aus dem Lehrkörper der Berufsfachschule. Die Kurse für Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben (40 Lekt­tionen) wurden neu in Kooperation mit der OdA GS Aargau angeboten. Dank der gelungenen Zusammenarbeit werden diese Angebote im kommenden Programmjahr ausgebaut. Eine weitere Kooperation konnte mit dem Institut Dialog Ethik vereinbart werden. Daraus entstand der gut besuchte Vortrag zum Thema «Freiheitsbeschränkende Massnahmen» und der Lehrgang «Ethische Fallbesprechungen leiten». Sehr aktiv wurde das mobile Kurs- und Beratungsangebot genutzt. Damit konnten massgeschneiderte Produkte kreiert und umgesetzt werden.

Durchgeführte Kurse, Vorträge, interne (mobile) Weiterbildungen BBK Kurs für Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben (40L)

Anzahl Besucher

107

BBB Bildung für Berufsbildner/in in Lehrbetrieben (100L)

5

Vortrag Freiheitsbeschränkende Massnahmen

81

Mobiles Kurs- und Beratungsangebot • Vortrag «Grenzen und Konsequenzen»/ Elternaben in einer Kindertagesstätte

36

• Randstundenbetreuung und Mittagstisch/ interne Weiterbildung

12

• Sexualerziehung bei geistig behinderten Menschen/interne Weiterbildung

31

• Behinderte verstehen nach dem Modell von W. Pfeffer/interne Weiterbildung

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Als noch junge Abteilung sind wir bei unseren möglichen Kunden und Institutionen wenig bekannt. Es ist darum wichtig, in Zukunft verstärkter und gezielter auf die Weiterbildungsangebote aufmerksam zu machen. Die Abteilung Weiterbildung der BFGS freut sich auf Kontakte, Anfragen und Anmeldungen. Salome Schneebeli, Urs Franzini


Schulentwicklung / QM / SchiLF Im Schuljahr 10/11 hat die Q-Gruppe eine Selbstevaluation zu den Themen Schulführung und Schulkultur durchgeführt. Die Evaluation zeigte, dass wir bezüglich der Themen auf einem guten Weg sind. Das Datenfeedback erfolgte an einem Organisationsentwicklungstag zum Thema Schulkultur. Dieser Tag wurde von Jean-Jacques Zbinden, Supervisor aus Zürich, moderiert. Die Q-Gruppe hat in diesem Schuljahr auch das Organisationshandbuch neu strukturiert und das Vademecum für den Unterricht angepasst. Nicola Snozzi

Folgende Themen wurden im Schuljahr 2011/2012 als schulinterne Lehrpersonenfortbildung (SchiLf) angeboten: • Neue Bildungsverordnung FaGe: Erfahrungen mit der Umsetzung • Filme vom Internet ins Schulzimmer • Sprachförderung im Fachunterricht • Themenzentriertes Theater TZT • Kooperatives Lernen • Anatomie / Physiologie Vertiefung • Word und Excel • Kommunikation • Psychiatrie Königsfelden • Textilpflege, Reinigung in Kombination mit Ökologie


Die «offene Tür»

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tatt eines Jahresberichtes ein Fall, der sich ähnlich abgespielt hat

«Grüezi, haben Sie mal Zeit für mich?» Gabrielle* eine Lernende im 2. Lehrjahr ist am Telefon. Sie fühlt sich sehr gestresst, weil ihre Noten immer schlechter werden und sie nicht mehr weiss, wo ihr der Kopf steht und in der Klasse sowieso eine schlechte Stimmung sei und im Lehrbetrieb würden sie argen Druck auf sie ausüben und, und, und… Wir können gleich an ihrem nächsten Schultag einen Termin ausmachen. An unserem ersten Treffen höre ich zuerst einfach mal zu, lasse mir berichten, was alles nicht gut läuft, stelle Fragen und versuche somit herauszufinden, wo das eigentliche Problem liegt. Mein Ansatz der Beratung ist ressourcenorientiert, ich frage Gabrielle, was anders wäre, wenn sie morgen aufwachen würde und alle ihre Probleme wären verschwunden: «Wie genau wäre das, was wäre anders?» Mit dieser Frage gelingt es mir, ihre persönlichen Ziele zu ergründen. Ebenfalls versuche ich mit gezielten Fragen zu eruieren, was an ihrer Situation gut ist, wo die persönlichen und sozialen Ressourcen liegen. Auf meine Frage, wie ich ihr in ihrer Situation helfen könnte, sagt sie: «Helfen Sie mir, bessere Noten zu schreiben.»

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Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt im Gespräch nochmals darauf zurückkommen, denn hier geht es meiner Ansicht nach darum, das Gabrielle ihren eigenen Anteil daran erkennt und dadurch in der Lage sein kann, einen Beitrag zur Verbesserung der Stimmung in der Klasse zu leisten. Danach konzentrieren wir uns aufs Lernen und anhand meiner Fragen stellt sich heraus, dass Gabrielle sehr unstrukturiert vorgeht. Ihre Schulunterlagen liegen ungeordnet daheim, sie findet ihre Sachen kaum. Sie kann mir nicht sagen, wie und wann sie am besten lernt. Somit steht für mich fest, dass die Arbeit am Problem von Gabrielle darin bestehen wird, sie darin zu unterstützen, geeignete Lernstrategien zu finden und vor allem eine gezielte Lernplanung vorzunehmen. Gabrielle kommt danach noch insgesamt drei Mal zu mir in die Beratung, zwischen den Terminen liegen jeweils ca. vier Wochen. Wir besprechen jedes Mal ihre Lernplanung und deren Umsetzung, entdecken gemeinsam, was sich bewährt und was weniger. Da Gabrielle jetzt mit einer Kollegin zusammen lernt, gelingt es ihr viel besser, Zusammenhänge sprachlich auszudrücken und ihr Wissen zu behalten. Sie wird zunehmend zuversichtlicher und bekommt durch die besseren Noten positive Anerkennung von ihrer Berufsbildnerin.

Im Verlauf des Gesprächs wird deutlich, dass der Druck, welcher der Lehrbetrieb auf sie ausübt, eigentlich ein sehr wohlwollender ist: die Berufsbildnerin interessiert sich für die schulischen Leistungen von Gabrielle und fragt deshalb regelmässig nach. Verständlich, dass Gabrielle das als Druck empfindet, da sie zurzeit gar nicht gern von ihren Noten berichtet.

An unserem letzten Gespräch erkundige ich mich nach der Stimmung in der Klasse. Gabrielles Antwort: «Da habe ich gar nicht mehr darauf geachtet. Mir geht es gut und deshalb würde ich mir meine Stimmung auch nicht mehr von andern verderben lassen. Aber ich habe allgemein den Eindruck, dass in der Klasse wieder mehr gelacht wird.»

Ein Exkurs in das Thema «Stimmung in der Klasse» zeigt, dass es sich vermutlich um den bekannten «Zweites-Lehrjahr-Blues» handelt – ein Phänomen, das mir oft begegnet: das erste noch aufregende Lehrjahr ist vorbei, das Ende der Lehrzeit aber noch in weiter Ferne, es gibt einen sogenannten «Durchhänger.»

Yvonne Studer

*Der Name ist frei erfunden, die Fallgeschichte lehnt sich an typische Beratungssituationen an.


Gesamtschulanlässe

Schneetage Bereits zum vierten aufeinander folgenden Mal wurden Ende Januar zwei Schneesporttage in Engelberg durchgeführt. Teilgenommen haben alle Klassen der 2. Lehrjahre FaBe und FaGe. Die Lernenden konnten aus einer breiten Palette von Aktivitäten eine Auswahl treffen (Snowboard, Skifahren, Eisstock schiessen, Eislaufen, Wandern etc.). Absoluter Renner in diesem Jahr war Schlitteln am Titlis oder am Brunni. Bei herrlichem Sonnenschein verbrachten alle eine erlebnisreiche Zeit in den Alpen. Helmut Hunziker

Sternwanderung auf die Habsburg Nach der Einweihung des Steigerareals im vergangenen Jahr organisierte die Arbeitsgruppe Gesamtschulanlass dieses Mal eine Sternwanderung. Auf sechs unterschiedlichen Routen fanden am 28. und 30. Juni insgesamt gut 600 Berufslernende und Lehrpersonen den Weg auf die imposante Habsburg. Verköstigt mit feiner Penne All’arabiata waren die Strapazen der dreistündigen Wanderung schnell wieder vergessen und so fand das Schuljahr 2010/2011 im Schatten der Bäume bei herrlichem Sonnenschein einen würdigen Abschluss. Jonas Loretz


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Eine Kinderlieder-CD als Vertiefungsarbeit

Auslandpraktikum eines Berufslernenden

Ab den Sommerferien 2010 arbeiteten alle Lernenden der Abschlussklassen an ihrer VA. VA heisst Vertiefungsarbeit, das bedeutet, dass die Lernenden während längerer Zeitspanne sich mit einem selbstgewähltem Thema vertieft auseinandersetzen. Am Schluss ist eine schriftliche Dokumentation und eine Präsentation der Arbeit fällig. Beide Teile werden bewertet. Die Note der VA wird zu 1/3 der Lehrabschlussprüfung ABU angerechnet.

Das Euregio-Zertifikat bietet Berufslernenden die Möglichkeit in der Oberrheinregion ein Praktikum während der Ausbildung zu absolvieren. Für mich war es eine gute Gelegenheit Arbeit und Freizeit zu verbinden. Ich verbrachte einen Monat in Karlsruhe in einer Institution für Menschen mit Beeinträchtigung. Die Behindertenarbeit dort empfinde ich als fortschrittlicher als bei uns. Die Klienten haben mehr Freiheiten und auf ihre Wünsche kann besser eingegangen werden. Es war für mich eine sehr gute Erfahrung, auch in der Freizeit habe ich gute Kollegen kennengelernt. Ich kann das Angebot Auslandpraktikum für Berufslernende nur weiterempfehlen (www.euregio-zertifikat.de).

Janine Zumsteg, Viola Schmid, Sarah Schuhmacher, drei Berufslernende FaBe Kind der Klasse 3e entschlossen sich, eine Kinder-CD zu produzieren. Ihr Ziel war es, eine VA zu leisten, bei der sie am Schluss ein Produkt in den Händen halten können – und das können sie. Nach einem euphorischen Start merkten die drei rasch, dass sich nicht alle mit allem auseinandersetzen konnten. Sie teilten ihre Arbeit in die Bereiche Sponsoring, Texte und Musik auf. Keine der drei Lernenden hatte in diesen Bereichen Erfahrung. Ein riesiger Berg Arbeit stand vor ihnen. Es zeigte sich bald, dass die zwei zu Verfügung stehenden Wochenlektionen nie und nimmer reichten. Noch nie in der Zeit als Lehrperson habe ich Berufslernende erlebt, welche mit einem solchen Riesenengagement über Wochen auf Freizeit verzichteten und all ihre Kräfte in ihr Projekt investierten. Kurz vor Weihnachten konnten sie nebst einer supertollen schriftlichen Dokumentation ihrer Arbeit auch ihre eigene CD vorlegen. Diese präsentierten sie anlässlich der CD-Taufe am 28. Januar 2010 einem begeisterten Publikum. Ich wünsche den drei Berufslernenden weiterhin so viel Motivation, Engagement, Zielstrebigkeit und Durchhaltewillen in allen Belangen ihres Lebens. Christian Rösti

Silas Roth, Berufslernender FaBe 2d


Zahlen zur BFGS

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Name

Schuljahr

2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11

Klassen

38 43 48 52 61

Lernende

818 865 900 986 1125

Erteilte Lektionen pro Jahr

25 428 28 296 28 314 28 303 37 365

Erteilte Lektionen pro Woche

652 725 726 726 958

Stellen% Lehrpersonen

27.2 30.2 30.2 30.3 40

Lehrpersonen

77 69 63 43/19 40/24

Stellen% Administration

3.5 3.5 3.5 3.5 3.8

Mitarbeitende Administration

6 6 6 6 5

Supporter Didaktisches Netz (ab 1.3.11) Stellen% – – – – 0.7 Schulleitung Stellen%

2 2 2 2 2

Schulleitungsteam

2 2 2 4 4

Anlässe

• Zwei Organisationsentwicklungstage zum Thema Qualität mit allen Mitarbeitenden der BFGS. (Samstage März und November) • Zwei Arbeitstage in den Fachgruppen (erste Sommerferienwoche) • Vier Schulinterne Lehrerfortbildungsveranstaltungen (abends) • Zwei Gesamtschulkonferenzen • Ein Schneetag mit allen Klassen im 2. Lehrjahr • Eine Sternwanderung auf die Habsburg • Ein Apero für die Mitarbeitenden zum Schuljahresbeginn und vor Weihnachten

Vorname Funktion

Aebli Roland Fachlehrer FaBe Bachofer Wey Theres Allgemeinbildender Unterricht Benz Michael Fachlehrer FaGe Bill Sonja Fachlehrerin FaGe Boss Brigitte Schulleiterin Bühler Stefanie Fachlehrerin FaGe/ Allgemeinbildender Unterricht Dellenbach Christian Fachlehrer FaGe Dürrenberger Karin Fachlehrerin FaGe/ FaBe Eisenbart Urs Fachlehrer FaBe Erne Bart Sandra Fachlehrerin FaBe Fehlmann Esther Administration Franzini Urs Fachlehrer FaBe Fürderer Matthias Sport Glenk Johannes Fachlehrer FaBe Gucci Antonio Informatik Gysel Hans Fachlehrer FaBe Häfeli Barbara Hauswirtschaft Hammer Eva Fachlehrerin FaBe Hatz Christina Fachlehrerin FaBe Herzog-Märke Therese Fachlehrerin FaGe Hirschi Ines Fachlehrerin FaBe Hochuli Luzia Fachlehrerin AGS Huber Irène Allgemeinbildender Unterricht Hunziker Helmut Schulleitung/Naturwissenschaften Indergand Peter Fachlehrer FaBe Jaenecke Paulina Allgemeinbildender Unterricht Joho Klara Fachlehrerin FaGe Jordi Fabienne Fachlehrerin FaBe Kälin-Dähler Benno Fachlehrer FaBe Keller Elsbeth Administration Koch-Huber Kathrin Fachlehrerin FaGe Loretz Jonas Sport Lüthi Mülli Käthi Fachlehrerin FaGe Masoch Rutschi Claudia Fachlehrerin FaBe Mayer Martina Fachlehrerin FaGe Meijer Musholt Paul J.F. Fachlehrer FaGe Merki Barbara Fachlehrerin FaBe Meyer-Bütler Margrit Administration Müller Daniel Support Informatik Müller Steiner Sibylle Fachlehrerin FaGe Noël Christiane Allgemeinbildender Unterricht Pirchl Alexander Fachlehrer FaBe Pracht Susanne Fachlehrerin FaGe Probst Stephan Allgemeinbildender Unterricht Rall Sina Naturwissenschaften Ramel Corinne Freifach Englisch Reimann Irene Fachlehrerin FaGe Romanens Tania Sport Rösti Christian Allgemeinbildender Unterricht Roth Christian Administration Sabbatini Marco Allgemeinbildender Unterricht Schneebeli Salome Fachlehrerin FaBe/ AGS Schneider-Kuster Bernadette Fachlehrerin FaBe Schnidrig Beat Fachlehrer FaGe/ FaBe Schnyder-Meier Beatrice Fachlehrerin FaGe Schüller Michael Allgemeinbildender Unterricht Simon Gudrun Allgemeinbildender Unterricht Snozzi Nicola Schulleitung/ Fachlehrerin FaGe Spörri Meyer Ottilia Hauswirtschaft Stauber Jessica Fachlehrerin FaGe Studer Kurth Yvonne Fachlehrerin FaGe Stuppan-Schärer Silvia Hauswirtschaft Teutschmann Mirjam Fachlehrerin FaGe Troiano Daniele Hauswart Trummer Rehmann Isabella Fachlehrerin FaBe/ AGS Vögelin Monika Fachlehrerin FaBe Würmli David Naturwissenschaften Zahno Gallus Schulleitung/Allgemeinbildender Unterricht Zehnder Esther Administration Zobrist Ruth Fachlehrerin FaGe


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Schlusswort Das Wachstum der BFGS freut alle. Zeigt es doch, dass Ausbildungsplätze geschaffen werden und die Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich sich nach wie vor grosser Beliebtheit erfreuen. Die BFGS ist somit eine wichtige Institution in der beruflichen Grundbildung und leistet einen grossen Beitrag in der Gesundheitsversorgung. Nun wird es Zeit, die Raumsituation in den nächsten Monaten zukunftsgerichtet zu klären, damit die BFGS den öffentlichen Auftrag, Jugendlichen und Erwachsenen die bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten, erfüllen kann. Unser Hauptziel für das nächste Jahr ist es, die Standortfrage zu klären und den Mitarbeitenden der BFGS diesbezüglich eine Perspektive zu eröffnen. Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Mit dem Engagement der motivierten und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mit dem Ziel vor Augen, die Konzentration der 4 Standorte in einem Kompetenzzentrum Berufsbildung Gesundheit und Soziales zu vereinen, wollen wir uns weiterentwickeln und unseren Berufslernenden weiterhin eine praxisorientierte und dem Berufsfeld angepasste Ausbildung anbieten. Ich freue mich auf ein weiteres spannendes Jahr mit unseren Mitarbeitenden, auf die gute Zusammenarbeit mit dem Departement Bildung, Kultur und Sport, BKS und der Organisation der Arbeitswelt OdA GS Aargau. Brigitte Boss, Schulleiterin

Schlusspunkt gesetzt von Mirjam Teutschmann Wenn ich unsere Schule, die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales, beschreiben soll, dann fällt mir das Wort Veränderungen ein. In jedem Jahresbericht ist von Veränderungen zu lesen. Auch das vergangene Schuljahr brachte Veränderungen mit sich und für das neue Schuljahr sind weitere Veränderungen in Aussicht. Veränderungen halten bekanntlich jung und beweglich, sie sind gesund. Somit sind wir eine gesunde Schule. Wir sind ein Team von jungen, beweglichen, gesunden Lehrerinnen und Lehrern. So freue ich mich darauf am Ende dieses Schuljahres gesund, jung und beweglich in den Ruhestand zu treten und wünsche der Schule, dass weiterhin eines bleibt, nämlich die Veränderungen.


creaocchio.ch

Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Postfach 432 CH-5201 Brugg bfgs@ag.ch www.bfgs.ch

Jahresbericht 2010/11  

Jahresbericht der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg vom Jahr 2010/11

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