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F I R M E N N A M E

Tennistraining Die Fachzeitschrift für innovatives Kinder– und Jugendtraining in Schule & Verein

In Kooperation mit den Instituten für Sportwissenschaft der Universitäten Darmstadt und Heidelberg

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/ 2013

SchultennisMeisterschaften Tennisspiele auf dem Sportplatz Darmstädter Tenniswerkstatt Spiel– und Übungssammlung Stationswettbewerb Turnierformen für Großgruppen Teambuilding Athletiktraining

t nk n t u erp Eve w s Sch is al n Ten ISSN 2195-2353

Ergänzungen und bewegte Bilder zu unseren Beiträgen im Internet unter: www.tennistraining-junior.de


EDITORIAL

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Tennis statt Mathematik und Deutsch Fröhlicher Kinderlärm - Erwachsene nennen ihn ohrenbetäubend - schallt aus der Sporthalle. Das eigene Wort ist kaum mehr zu verstehen. Mehr als 300 Grundschüler der ersten bis vierten Jahrgänge sorgen für Stadion-Atmosphäre, anlässlich einer örtlichen SchultennisMeisterschaft; alles wie zu besten Davis-Cup Zeiten, in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. „Das ist viel besser als Mathe und Deutsch“ war von einigen Teilnehmern zu hören. Diese Ausführengen haben genau so bei einem Schultennisevent einer Grundschule in der Nähe von Heidelberg stattgefunden. Zur Siegerehrung kam die mehrfach deutsche Tennismeisterin Stefanie Gehrlein als Überraschungsgast in die Sporthalle. „Eine solche Stimmung habe ich noch nie bei einer Tennisveranstaltung erlebt“, war ihr erster Kommentar, als ihr die ersten Autogramme regelrecht aus der Hand gerissen wurden. Dies ist ein Bespiel von vielen wie es möglich ist, Tennis als eine spannende Sportart in Form eines Events einer großen Anzahl vom Schülern näher zu bringen. Als Auftakt für eine sich anschließende Kooperation Schule-Verein ist ein Schultennis-Event in Form einer Meisterschaft die ideale Plattform, aktiv Mitgliederwerbung bei Kinder und Jugendlichen zu betreiben. Zusätzlich ist dies eine sehr gute Gelegenheit, sich als Verein in der örtlichen Presse als aktiver Sportanbieter der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies ist vor dem Hintergrund immer weiter sinkender Mitgliederzahlen innerhalb der Vereine eine gute Gelegenheit Präsenz zu zeigen und für sich zu werben. Das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich hin zur Inaktivität verschoben. Parallel dazu ist das Freizeitangebot von Vereinen und kommerzieller Sportanbieter stetig angewachsen. Diese drängen nun ebenfalls auf den Markt „Schule“ um Mitglieder für ihre Aktivitäten zu gewinnen. Hier wird sich am Ende derjenige durchsetzen, der das beste und attraktivste Angebot den Schülern vorstellt. Die heutige Bildungspolitik beeinflusst im starken Maße die Planungen im Jugendbereich der Vereine. Die vielfach angestrebte Ganztagesschule und die auf acht Jahre verkürzte Gymnasialzeit haben dabei große Auswirkungen auf die aktive Jugendarbeit der Tennisvereine bis hin zum Wettkampfspielbetrieb der jugendlichen Altersklassen. Falls es bundesweit zu einer Ganztagsbetreuung der Schüler kommen sollte, ist der Jugendsport am Nachmittag in seiner bisherigen Form kaum integrierbar, und es müssen neue Wege gefunden werden. Solche bildungspolitischen Veränderungen dürfen aber nicht als Bedrohung angesehen werden, sondern müssen als neue Chance und Herausforderung für Vereine begriffen werden. Weiterhin ist es sinnvoll über den Tellerrad hinauszuschauen und genau zu verfolgen, welche Aktivitäten andere Sportarten wie Handball oder Fußball vollziehen, um aktiv in den Schulen Fuß zu fassen. Führen sie als Lehrer, Trainer oder Verein eine interessante Form eines Tennisevents für Kinder durch? Wir bieten Ihnen gerne die Gelegenheit, dieses in einer der kommenden Ausgaben der Zeitschrift „Tennistraining-Junior“ den Lesern vorzustellen.

„Tennis - ist die Kunst, auf einen harmlosen Gummiball so loszudreschen, dass entweder der Gegner oder der Ball oder beide für immer vom Platz ver-

Wir wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen Reimar Bezzenberger Willi Brunert Dr. Michael Müller

schwinden.“

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Inhalt

Inhalt Die Schultennismeisterschaft Reimar Bezzenberger, Oliver Engst, Dr. Michael Müller

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Turnierformen für Großgruppen Willi Brunert

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Die Darmstädter Tenniswerkstatt Nils Reinhardt, Dietbert Schöberl

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Tennis ist rot - 3. Spielstunde Reimar Bezzenberger, Dr. Michael Müller

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Kolonnentraining - nein danke Reimar Bezzenberger, Dr. Michael Müller

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Einer für alle - alle für Einen Nils Reinhardt

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Fit in die Sommersaison Martin Seiler

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Kinder wollen Spielen Lars Mosel

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Rolf´s Kolumne Rolf Staguhn

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Impressum Redaktion

Reimar Bezzenberger M.A., Willi Brunert, Dr. Michael Müller

Autoren dieser Ausgabe

Reimar Bezzenberger M.A., Willi Brunert, Oliver Engst, Lars Mosel, Dr. Michael Müller, Nils Reinhardt, Dietbert Schöberl M.A., Martin Seiler, Rolf Staguhn

Verlag

Fachbuchverlag Bezzenberger Dr. Heinrich Winter Str. 17 - 64646 Heppenheim Tel. / Fax: 06252-72861 E-Mail: info@bezzenberger-verlag.de Internet: www.bezzenberger-verlag.de www.tennistraining-junior.de

Erscheinungsweise

Vierteljährlich

Bezugspreis

6,00 € pro Ausgabe

Urheberechtlicher Hinweise Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.

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Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlages.

Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.


SO ARBEITEN SIE MIT IHREM HEFT

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Tennistraining Junior Die Fachzeitschrift „Tennistraining Junior“ behandelt in dieser Ausgabe ausführlich den Themenkomplex „Tennis als Event“. Sie erhalten Anregungen, Tennis als attraktive Sportart im Rahmen eines Schulevents einer großen Anzahl von Schülern näher zu bringen und damit einen Beitrag zur zielführenden Mitgliedergewinnung für Ihren Verein zu leisten.

Hierzu finden Sie Spielformen, die sich für den Stationsbetrieb optimal eignen und wir stellen Ihnen Turnierformen für Großgruppen vor. Die „Darmstädter Tenniswerkstatt“ der Technischen Universität Darmstadt zeigt Ihnen abwechslungsreiche Tennisspiele auf dem Sportplatz für Schulklassen. Weiterhin stellt der aktuelle Deutsche Meister im Drei-

sprung, Martin Seiler, ein Trainingsprogramm zur Verbesserung der körperlichen Fitness für jugendliche Tennisspieler vor. Organisationshilfen für die Praxis finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik „Leserservice“. Folgende, in jedem Beitrag integrierte Legende macht dabei eine schnelle Orientierung im Heft für Sie möglich. Training: Diese Rubrik ist das Herzstück jeder Ausgabe. Sie bietet Trainingspraxis zum Spielen und Üben zu verschiedenen Schwerpunktthemen des Kinder– und Jugendtennis. Betreuung: Antworten auf pädagogische Fragen sowie zum altersgerechten Umgang mit Kindern. Umfeld: Hier lesen Sie alles, was außerhalb des Trainings gefragt ist. Wettspiele: Alles Wissenswerte rund um Turniere und Wettspiele.

Bereich Altersstufen

Training blau

Betreuung rot

Umfeld orange

Wettspiele Anzahl der Spieler: grün Raum:

Passgenaue Praxisbeispiele Die differenzierte Legende zeigt, für welche Altersklassen die Übungsformen maßgeschneidert sind.

Blau: Vorstufe zum Tennis - Kindergartenalter

Orange: Play+Stay Stufe orange - 8 bis 9 Jahren

Rot: Play+Stay Stufe rot unter 8 Jahren

Grün: Play+Stay Stufe grün unter - 9 bis 10 Jahren

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Bereich Altersstufen

Training blau

Betreuung X rot

Umfeld orange

X Wettspiele grün

Die Schultennismeisterschaft Als ideales methodisches Hilfsmittel hat sich die Spielform „Low-TBall“ erwiesen.

Abb. 1: Schultennismeisterschaften als Bereicherung des Schulsportangebotes

„Körperliche Bewegung ist Quatsch. Bist du gesund, so brauchst du sie nicht, bist du krank, sollst du sie vermeiden.“ Henry Ford

Die Durchführung eines Schultennis-Events eignet sich in besonderer Weise als Auftaktveranstaltung für eine Kooperationsmaßnahme Schule-Verein. Mit der Durchführung der Schulmeisterschaften werden mehrere Ziele verfolgt. Durch die se Eventform für Großgruppen werden alle Kinder einer Klasse / Schule mit Tennis in Berührung gebracht und erleben dabei einen spielerischen Einstieg. Planung und Organisation

Sämtliche Druckvorlagen zur Durchführung einer Schultennismeisterschaft finden Sie als Download unter: www.tennistrainingjunior.de Rubrik „Leserservice“ Passwort „service2013-2“

Der erste Schritt besteht darin, der Schulleitung die Idee der Schulmeisterschaft mit den damit verbundenen Zielen vorzustellen. Nach Zustimmung der Schulleitung kann die Planung für die Schulmeisterschaft beginnen. Fehlendes Material (Kleinfeldnetze, Schlä-

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Im Gegensatz zur eigentlichen Spielidee des Tennis wird der Ball beim Low-T-Ball mit einem Tennisschläger nicht über ein Netz, sondern unter einem Brett hindurch geschlagen. Gespielt wird mit dem so genannten „Over-ball“ oder „Punch ´n play ball“ mit einem Durchmesser: von ca. 26cm. Jedes Kind kann sich beim Low-T-Ball sofort als spielfähig erleben und Erfolgserlebnisse sammeln. Diese sofortige Spielfähigkeit ermöglicht es den Kindern ohne langwierige Vorübungen, sich direkt miteinander zu messen und ihre Wettkampferfahrung und -freude ausleben zu können. ger, Bälle,…) können gegebenenfalls bei den Tennis-Landesverbänden oder deren Gliederungen ausgeliehen werden. Informationen zum Low -t-Ball-Anlagen finden Sie im Internet unter über www.low-t-ball.de. U r k u nd en - V o r l a ge n , Turnierabläufe, Spielpläne sowie eine auf Excel basierende Turniersoftware können Sie als

Die Kinder feiern Erfolge, wobei in diesem Zusammenhang nicht nur die errungenen Siege gemeint sind, sondern vielmehr auch die Motivation, sich in einem anfangs unbekannten Spiel sehr schnell als „spielfähig“ zu erleben. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass für die Kinder die errungenen Siege im Vordergrund stehen werden. Da es bei den Schulmeisterschaften kein Unentschieden gibt, wird aus jedem Spiel ein Sieger, aber auch ein Verlierer hervorgehen. Die Schulmeisterschaft kann als ein Event, bei dem FairPlay und das Sozialverhalten geschult werden, das Schulleben dauerhaft bereichern. Welche Aspekte bei der Planung und Organisation zu berücksichtigen sind, werden im Folgenden dargestellt. kostenloses Download über die Homepage w w w. t e nn i st ra i ni ng junior.de beziehen. Die regionale Presse sollte vom Verein oder der Schulleitung im Sinne einer positive gemeinsamen Außendarstellung zum Schultennisevent eingeladen werden. Die ärztliche Versorgung und die Versiche-


TENNIS ALS EVENT Bereich Altersstufen

Training blau

rungsfragen sind über den „Kommunalen Schadensausgleich“ abgesichert, da es sich um eine Schulsportveranstaltung handelt. Vorbereitende Turnierplanung Die Klassen werden bereits im Vorfeld anhand der namentlichen Klassenlisten in Jungen- und Mädchengruppen mit jeweils vier bis sechs Kindern eingeteilt. Beim Spielmodus „jeder

Betreuung X rot

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Umfeld orange

X Wettspiele Anzahl der Spieler: grün Raum:

gegen jeden“ ist bei dieser Einteilung gewährleistet, dass jedes Kind mindestens drei Spiele austrägt. Die Spielpläne für die jeweiligen Gruppenspiele werden mit Hilfe einer vorbereiteten Excel-Tabelle erstellt und ausgedruckt. Als zeitlicher Rahmen für die Durchführung der einzelnen Klassenmeisterschaften werden ca. 45 Minuten (eine Schulstunde) angesetzt. Nach Beendigung der

Abb. 2: Schultennis als sozio-sportives Event

Klassenmeisterschaft geht die Klasse wieder in den regulären Unterricht zurück.

Klassenmeisterschaften Zunächst wird klassenweise in Kleingruppen im Spielmodus „jeder gegen jeden“ um den Titel des Klassenmeisters bzw. der Klassenmeisterin gespielt. Am Endspieltag treten die Klassenmeister einer Jahrgangsstufe (jeweils Klasse a, b, c,…) gegeneinander an, um den Schulmeister zu bestimmen. Jeder Turniertag beginnt um 7:30 Uhr mit dem Aufbau der Spiel-Anlagen. An jede Anlage wird ein kleiner Kasten als Sitzgelegenheit für den Schiedsrichter gestellt sowie ein Ball und zwei kindgerechte Tennisschläger bereitgelegt. Als Aufschlagmarkierungen dienen gut sichtbare, breite Klebebandstreifen, die auf dem Hallenboden befestigt werden. In Sportkleidung versammelt sich die jeweilige Klasse in der Sporthalle. Die Spielregeln werden anhand

Abb. 3: Organisatorischer Ablaufplan einer Schultennismeisterschaft

einer praktischen Demonstration von der Turnierleitung erläutert. Hierbei wird auf den Grundgedanken des Fair-Play hingewiesen, wozu auch die Geste des Handgebens nach Spielende gehört. Im Anschluss daran folgt die Bekanntgabe der

Gruppen. Die Kinder werden aufgerufen und als Gruppe einem Schiedsrichter zugeteilt. Mit ihm begeben sie sich zur Wettkampfstätte. Die Spielpläne werden nach Abschluss der Gruppenspiele von der Turnierleitung ausgewertet.

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Tennistraining Junior 2/2013  

Die Ausgabe 2 / 2013 ist mit dem Themenschwerpunkt „Tennis als Event“ erschienen. Sie finden darin detaillierte Tipps und Ratschläge z...

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