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LOKALES

Zurück in der Zukunft ST. LORENZEN - Die Pustertaler Sprinze ist zurück. Die Leidenschaft für die Erhaltung dieser alten, gebietstypischen Rasse bewegt immer mehr Südtiroler dazu, das schöne Rind mit der typischen Scheckung weiterzuzüchten. Die Tierschau am 27. September in der Versteigerungshalle von St. Lorenzen ist voll und ganz diesen Pustertaler Prachtexemplaren gewidmet.

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Forderung nach hohen Milch- und Fleischerträgen war bereits in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ausschlaggebend dafür, dass die Pustertaler Sprinze von anderen Rassen verdrängt wurde. Diese auch heute noch geltenden Leistungsparameter sind jedoch für viele Züchter mittlerweile zweitrangig, für sie zählen Werte wie Charakter oder Anpassungsfähigkeit. Zudem erkennen sie in der Erhaltung seltener Rassen eine Chance.

TREND MIT POSITIVER WIRKUNG Die Zukunft für die Pustertaler Sprinzen dürfte also recht gut aussehen. Das Interesse am Ursprünglichen - und damit auch an den alten Rassen - ist im Steigen. Die Haltung der Pustertaler Sprinze ist besonders für kleine Betriebe interessant, deren Inhaber neben der Landwirtschaft einem weiteren

Beruf nachgehen. Die Mutterkuhhaltung, wofür diese Rasse wie geschaffen ist, erlaubt es nämlich, die Landwirtschaft als Nebenerwerb zu führen. Der Wunsch der Züchter ist, dass die Rassenerhaltung glückt und das jahrhundertealte Erbe der Sprinzen-Zucht weitergegeben werden kann. Wer Informationen zur Pustertaler Sprinze einholen möchte, der ist bei der Tierschau in St. Lorenzen am 27. September bestens beraten: Dort erfährt man ab 09.30 Uhr alles zu „20 Jahren Wiederaufbau der Pustertaler Rinderrasse“, kann Tiere bestaunen, den Jungzüchterwettbewerb verfolgen und der Tiersegnung beiwohnen.

61 ZÜCHTER, RUND 400 TIERE

zungsrind, und seiner Zeichnung, der aufgelösten Scheckung, hat es seinen Namen zu verdanken. Die Vorzüge dieser Rasse liegen auf der Hand: Die Pustertaler Sprinze eignet sich ausgezeichnet für die Mutterkuhhaltung, sie ist umgänglich, anpassungsfähig, eine gute Futterverwerterin und wegen der hervorragenden Marmorierung des Fleisches auch unter Feinschmeckern hoch geschätzt. Als Schwäche jedoch könnte man den wirtschaftlichen Aspekt nennen: In der Milchproduktion kann die Pustertaler Sprinze nicht mit anderen Rassen mithalten. In Südtirol gibt es knapp über 60 Züchter, die es insgesamt auf rund 400 Tiere bringen, welche nun geprüft und im Herdebuch registriert sind. (SH)

Die Pustertaler Sprinze gilt als kräftiges, starkknochiges Rind mit ausgesprochen harten Klauen und hervorragenden Muttereigenschaften. Es ist ein typisches Zweinut-

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ie soll nicht in Vergessenheit geraten, die Pustertaler Sprinze. Und wie es aussieht, wird sie das auch nicht so schnell. Einige Südtiroler Landwirte haben es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Tiere weiterzuzüchten, um die Eigenschaften und Merkmale der Rassen einheitlich erhalten zu können. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Pustertaler Sprinze ist perfekt an die Südtiroler Umgebung angepasst und auch wenn sie vielleicht etwas weniger „ertragreich“ scheinen mag, vom Standpunkt der Nachhaltigkeit her betrachtet, bringt die Zucht dieser Tiere Vorteile. Züchter berichten beispielsweise von weniger Krankheiten und sogar vom kleineren Arbeitsaufwand. Unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit in der Tierzucht sind zahlreiche Nutztierrassen bereits ausgestorben oder in ihrer Existenz bedroht. Die

„Genau mein Schuhhaus!“ F O OT W E A R

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Puschtra Nr. 18 vom 24.09.2014  

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