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MOUNTAINBIKE-RENNEN

Dabei sein ist alles Paragraphen-Reiter hätten Peter Rabensteiner beinahe das Rennwochenende beim MTB-Enduro-Event am Kronplatz vermiest. Der Puschtra-Biker hatte dennoch seinen Spaß.

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ar es hartnäckiger Sportsgeist oder doch eher Frustbewältigung? Peter Rabensteiner aus Reischach hat allen Widerständen zum Trotz alles aus sich und seinem Bike rausgeholt, hat sich verausgabt und gekämpft, obwohl er wusste, dass es eigentlich umsonst ist. Wahrscheinlich hat er mit seiner trotzigen Reaktion ganz einfach die Enttäuschung aus den Beinen strampeln wollen, nachdem ihm die Rennleitung einen Tag vor dem Start zum für ihn wichtigsten Rennen des Jahres kurzerhand die Teilnahme verweigert hat. Was war das bitte für ein Theater, am letzten Juli-Wochenende, beim Moutainbike-Enduro-Rennen am Kronplatz? Da macht sich Peter voller Vorfreude auf zum angekündigten Up- und Downhill-Speaktakel, nur um dort zu erfahren, dass man ohne gültiges sportärztliches Attest nicht am Wettkampf teilnehmen darf. „Internationale Standards“ schimpft sich das, der globale Radsportverband UCI (Union Cycliste Internationale), Träger des Rennens am Kronplatz, bestand hartnäckig auf die Einhaltung der medizinischen Statuten. Kein Attest – kein

Start, so simpel lautete die Devise. Dass Peter dennoch auf die Rennstrecke durfte, hat er dem Einsatz zweier einflussreicher Kollegen zu verdanken, die nichts unversucht ließen, um Peter eine Teilnahme außerhalb des Klassements zu ermöglichen.

HOCHKLASSIGES HEIMSPIEL Diese kleine Chance hat der 28jährige konsequent genutzt und Vollgas gegeben. „Das freie Fahren auf dem anspruchsvollen und rassigen Parcours hat mir trotz allem viel Spaß gemacht“, so Rabensteiner, der, ganz Vollblutradler, die Posse bei der Startnummernvergabe entspannt und sportlich

nimmt. Immerhin dabei, wenn auch nicht mittendrin, war er beim angekündigten Event der Superlative am Brunecker Hausberg. Zum zweiten Mal nach 2013 ging dort am letzten Juli-Wochenende ein Stop der „European Enduro Series“ über die Bühne. Das international hevorragend besetzte Rennen führte die Rider über fünf Sonderprüfungen steil bergab und anstrengend bergauf rund um den „Giggo“. Ein echtes Eldorado für Enduro-Spezialisten wie Peter, dazu noch in seiner sportlichen Heimat, wo er vor fünf Jahren zum ersten Mal ein Downhill-Bike gefahren und dem Reiz dieses Sports schnurstracks erlegen ist. Seither spielt der Drahtesel in seinem Leben eine zentrale Rolle. „Meine Arbeitszeiten als Bike-Mechaniker sind so eingerichtet, dass ich viermal pro Woche eine Runde drehen kann“, skizziert der in Reischach lebende Freigeist seinen üblichen Freizeitrhythmus, der ihm Entspannung, Naturerlebnis und Fitness in einem gibt. „Beim Radeln bin ich glücklich und mit allen Sinnen dabei“, erzählt Peter, der sämtliche Trails des Brunecker Talkessels, vom Grubbachkamm über die Süd-

flanken der Olanger Dolomiten bis hin zur ausgewachsenen BikerSpielwiese am Kronplatz in und auswendig kennt. Wer selbst schon einmal einen Downhill-Ride am Kronplatz gemacht hat, kann Peter gut verstehen. Ein fantastisches Panorama rundherum, professionell arrangierte Trails allenthalben und funktionierende Infrastrukturen machen das Radeln hier zu einem echten Hochgenuss. Überflüssig zu erwähnen, dass dieser Sport mit seiner Kombination aus Speed, Überwindung und Nervenkitzel für massig Adrenalin sorgt und meist schon die erste Fahrt richtig süchtig macht.

MENS SANA IN CORPORE SANO „Die Bedingungen auf der Strecke waren am Sonntag beim Rennen noch ein Stück reizvoller als sonst“, bemerkt Peter spitzbübisch, „weil der viele Regen für unberechenbares Terrain gesorgt hat. Rutschig ging‘s her, und angenehm schmutzig, ganz genau so, wie es sein soll.“ Regenschlachten dieser Art machen allerdings nur Fahrern Spaß, die auch die nötige Substanz dafür mitbringen, so wie Peter, denn für „Graziella“-Piloten sind

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Puschtra Nr. 16 vom 27. August 2014  

Puschtra Nr. 16 vom 27. August 2014  

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