Page 1

Ausgabe 1-2012

G‘SICHTER &

Thema dieser Ausgabe: Menschen rund um den Ilzer Rosenapfelwanderweg

G‘SCHICHTEN Wenn einer eine Reise tut ...

Titelbild: Tulpenbaum bei Familie Kleinschuster

Luigi Eibel und sein Music-Pub

Gipfeltreffen

Im Reich der 1000 Pflänzchen

bei Ewald Pendl am Ilzberg

Im Gemüsegarten von Wolfgang Hojer

In die Berg bin i gern ...


Inhaltsverzeichnis

Frieda Maier und ihr Apfelschlangel Rezept aus 1896.............................Seite 4

Familie Kundegraber, Geburtsort des Ilzer Weinlers.............................Seite 14

Das Haus mit Geschichte bei Familie Kleinschuster.............................Seite 24

Gartenparadies Wolfgang Hojer .....................Seite 17 Franz Brunner über seine RosenbergAuslese.........................................Seite 28

Luigi Eibel und sein kultiger MusicClub................................................Seite 6

Großfamilie Martin Groß................Seite 17

Andreas Wyss und seine Zotteltiere .......................................................Seite 30

Die Eisner-Brüder - über Karriere, Kunst und Heimat ......................Seite 8

Kleegrabens Nummer 1: Familie Papst.............................................Seite 32 Ewald Pendl und sein Stützpunkt am Ilzberg .........................................Seite 12

Heimat der Hunds-Zahnlilie .......................................................Seite 34 Der Korbflechter Herr Freißmuth .....................................................Seite 23 Das Kellerstöcklviertel .......................................................Seite 35

2

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


„Mensch sein in Ilz” Der Wunsch, ein kleines Magazin für und aus Ilz herauszugeben stand schon einige Zeit auf meiner Ideenliste ganz oben. Durch meine tägliche Arbeit mit Menschen und durch die Aktivitäten im Bürgerforum Ilz durfte ich viele Ilzer und deren Geschichten kennen lernen - die ich immer wieder spannend finde. Auch wenn ich eine „Zuagroaste” bin, lebe ich hier schon mehr als mein halbes Leben lang und immer mehr hat dieser Ort für mich an Bedeutung gewonnen. Ilz ist für mich „Heimat”. Der Ort, an dem ich mich wohl fühle, der Ort, wo ich viele Menschen kennengelernt und lieb gewonnen hab. Im Laufe der Zeit hab ich durch Spaziergänge, durchs Walken und durch Wanderungen den Ort Ilz für mich entdeckt. In einige Gegenden hab ich mich regelrecht verliebt. Die Geschichte von Ilz ließ ich mir erzählen - von Freunden, Bekannten. Und Ilz hat einiges zu erzählen! Aber nicht nur die Vergangenheit interessiert mich, sondern vor allem das JETZT, und so entstand auch die Idee mit diesem Magazin. Es ist der Mensch, der zählt, es sind die Menschen, die es ausmachen, ob man sich in einem Ort wohl fühlt. Die schnelllebige Zeit lässt es nicht mehr zu, dass man sich Zeit nimmt, um sich kennen zu lernen. Meist kennen wir den eigenen Nachbarn gar nicht mehr. So entstand die erste Ausgabe, die Sie jetzt in den Händen halten.

Hier lebe ich, hier liebe ich, hier fühle ich mich wohl… Mein ganzes Leben lang wohne ich nun schon in Ilz und immer noch treffe ich jeden Tag neue Gesichter. Besonders im letzten Jahr durfte ich viele neue Personen kennen lernen. Menschen, die mich beeindruckt haben, die mich mit ihren Geschichten fesselten, mit einem Wort: faszinierten. Da habe ich mich gefragt: all diese Menschen, die mich täglich umgeben, mich freundlich Grüßen – wer sind sie? Jeder von uns hat seine eigene Geschichte zu erzählen und diese Erlebnisse herauszufinden, diese Erinnerungen in Bildern zu fassen, hab ich mir zum Hobby gemacht. Ich möchte, dass jeder von uns diese Bilder und Geschichten miterleben kann, dass jeder die Chance hat, fasziniert zu werden, wie ich es war bzw. immer noch bin und deshalb freue ich mich umso mehr an diesem Magazin zu arbeiten. Ilz – dieser „kleine“ Markt, in dem ich groß geworden bin, den ich meine Heimat nenne –ich liebe ihn. Immer wieder werde ich überrascht, wie viel diese Gegend zu bieten hat, welch schöne Plätze es hier gibt, welch interessante Menschen hier wohnen und ich freue mich darauf, weitere Erzählungen zu hören, weitere Orte zu entdecken und weitere einzigartige Persönlichkeiten kennen zu lernen. Denn nichts ist süßer als die eigene Heimat mit all ihren Fassetten.

Viel Spaß beim „Kennenlernen”! Melanie Mayr Bettina Käfer

Impressum: Verfasserin und Herausgeberin: Bettina Käfer, 8262 Ilz, Neudorf 13 / www.bettina-kaefer.at Grafik, Text, Layout und Druck: Bettina Käfer Fotos: Melanie Mayr Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne Genehmigung der Herausgeberin reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. © 2010 Copyright by Bettina Käfer. Fotos Copyright by Melanie Mayr. Alle Rechte vorbehalten!

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

3


In die Berg bin i gern ... Der Ilzer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

W

ill man die Natur um Ilz in ihrer vollen Schönheit kennenlernen, begibt mansich am besten auf die „Ilzer Berge”. Dafür bietet sich als Wegführer der „Ilzer Rosenapfelwanderweg” an. Der im Rahmen einer VulkanlandInitiative ausgeschilderte Wanderweg führt über einen Rundkurs, ausgehend vom Ilzer Hauptplatz, durch die Katastralgemeinden Kleegraben und Reigersberg und bietet so nicht nur zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr, sondern auch wunderschöne Natur im Frühling eine üppige Apfelblütenpracht, im Herbst, wenn sich die unzähligen Apfelbäume unter der Last der reifen Rosenäpfel biegen, zeigt die Region hier ihre volle Pracht! Nach der ersten Steigung vom Ilzer Hauptplatz ausgehend besuchen wir das Haus der Familie Maier. Hier stand vor hundert Jahren der Ziegelstadl von Hans Hammerschmidt und Anton Berghofer. Franz Maier: "Als wir das Haus umgebaut haben, fanden wir sehr viele solcher Ziegel im Erdkeller mit den Initialen H.H. Diese haben wir, wenn möglich, wieder vermauert."

4

Die Ziegel des alten Ziegelstadls, welche von Hand gebrannt wurden, findet man in ganz Ilz. Oft werden heute noch Ziegelsteine mit den Initialen "H.H." ausgegraben bzw. entdeckt. Hinter dem Haus zieren die Fischteiche das schöne Grundstück. Monatlich kommen hier die Angelbegeisterten zusammen, um miteinander zu fischen. Frau Maier bewirtet die Gäste mit traditioneller Hausmannskost. Im Garten der Maiers stehen natürlich auch Ilzer Weinler (Ilzer Rosenapfelbäume). Die reifen Äpfel werden im Herbst zu Saft, Most und Essig verwertet und zum Kochen verwendet. Am liebsten bäckt Frau Maier ihren Apfelschlangel mit den Rosenäpfel. Aufgrund ihres süß-säuerlichen Geschmacks verleiht der Apfel dem Schlangel eine ganz besonders interessante Note.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

Elfriede Maier


Apfelschlan

gel

14 dag Butt er 5 dag Zucker 25 dag Meh l 1 Ei 1/2 Packerl Backpulver 1 Packerl V anillezucker 1 Suppentell er gehäuft mit geschabte n Äpfeln 2 EL Zuck er Zimt, Salz doppelte Ma sse

Mehl, Butt er, Ei und Z ucker Teig halbiere n und die 1. H zu einem Teig formen, älfte keksdick Das Backble auswalken. ch befetten, m it Hilfe des N den Teig auf udelholzes das Blech geb en. Äpfel, 2 EL Zu darüberstreuen cker, Zimt und eine Prise Salz und zusammen klappen. 2. Teighälfte gleich behand eln. Teigüberschu ss wegschneid en un zum „Verkle ben” der Seite d n verwenden. Im vorgeheiz ten Backroh r bei 180° - 1 bis zur leichte 90° n Bräune ba cken.

Wir fragen die Köchin aus Leidenschaft nach ihrem „Geheimrezept”, da holt sie das Kochbuch ihrer Großmutter von 1896 hervor.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

5


Viele Bilder aus der Vergangenheit und alte Familienporträts zieren den kleinen Veranstaltungsraum. Ein uriger Club inmitten einer entzückenden Landschaft und Luigis Gastfreundschaft laden zum Hierbleiben ein.

Wenn einer eine Reise tut ... Wir ziehen weiter und erklimmen über das steilste Stück des Wanderweges den „Ilzberg”, ein Teil der Katastralgemeinde Kleegraben mit ca. 120 Einwohnern. Der Ilzerberg ist auch der „Geburtsort” des Ilzer Rosenapfels. Wir weichen ein Stück vom Weg ab und gehen rechts in eine Sackgasse Richtung „Hölle”, wie diese Straße hier von den Einwohnern genannt wird. Kurz bevor die Sackgasse zu Ende ist, biegen wir ein. Wir besuchen hier Luigi Eibel auf seinem Anwesen den elterlichen Hof, den er im Jahre 2006 übernommen hat und 2007 zum Musicclub ausgebaut hat. Durch einen Schulkollegen kam Luigi Eibel nach Hamburg zur Seefahrt und war 11 Jahre auf verschiedenen Frachtern als Schiffskoch unterwegs. Durch seine Reisen und infolge von

6

Heimweh fand er seine Liebe zur Bluesmusik. Auch unternahm er Urlaubsreisen in die Sahara, Südamerika, Irland und die Südstaaten der USA, vor allem in die Metropole des Blues und Jazz, New Orleans. Kleine und große Künstler haben hier in „Luigis Musicclub” schon aufgespielt - nicht geringere wie Blues Größe Oliver Mally und andere internationale Musiker beehrten seinen Club. In regelmäßigen Abständen finden hier Musikveranstaltungen zum Thema Blues, Jazz oder Countrymusic statt. Die „Bluesnacht” am 30. Juni wird das Highlight des heurigen Jahres in Luigis Music Club.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!“


Zwei wie Tag... Georg Eisner, der schauspielende Musikant Wir treffen Georg dort an, wo er am liebsten ist: zu Hause am Ilzberg. Der 22jährige studiert Geschichte in Graz, seine Leidenschaft gehört aber der Musik, und natürlich auch dem Theater. Alles angefangen hat es mit der Blockflöte, die er noch mit 11 Jahren gespielt hat, und bei den Vorspielabenden in der Musikschule immer der Älteste war. Gemeinsam mit Bruder Michael nahm er später Gitarrenunterricht. Am Ilzberg sind sie schon früh als Kinderchor aufgetreten und haben „Hey Jude” geträllert. Nach und nach entwickelte sich seine Liebe zur Musik. „Papa” Eisner als Musikfan trug dazu auch seinen Teil bei, indem er Georg mit CDs von Bon Jovi, Nirvana und Cobei besonderen Anlässen eindeckte. Seine erste Band „Grandma Starling” gründete er in seiner Gymnasiumszeit in Gleisdorf - auch heute geben sie noch gemeinsame Gigs. Georg tritt auch als Solo-Künstler auf, aber auch mit der „Mike Hofer Band”, „Los Sharkos” und „Routes”. Mit der Band „Routes” zieht er durch österreichische Gefängnisse und gibt für die Häftlinge Rockmusik von Besten.

8

17 Gefängnisse haben sie heuer bereits besucht - 32 sollen es gesamt werden. Georg spricht von einer einzigartigen Erfahrung auf dieser sonderbaren Tour. Viele Menschen kennen Georg vom Theater Ilz, in dem er schon einige Jahre mitspielt. Kürzlich erst konnten wir das Kindertheaterstück „Kikerikiste” in Ilz bestaunen, mit dem sie jetzt durch die Schulen touren. Auch bei den Aufführungen der Theatergruppe Ottendorf steht Georg auf der Bühne.

„Kikerikiste”, Theateraufführung beim Ilzer Familienwochenende 2012

Zum Abschalten ist er am liebsten daheim, genießt das „Landleben” und zieht durch die Wälder zum Schwammerlsuchen. Auch schreibt er sich gerne alles von der Seele. Wir werden während des Gesprächs von Frau Eisner mit Kaffee und selbstgemachtem Strudel verwöhnt. Sie gesellt sich zu uns und erzählt uns von ihren Söhnen Georg und Michael, die unterschiedlicher nicht sein könnten - alle beide stehen in der Öffentlichkeit - und beide sind sie ein Original auf ihrem Gebiet. Gespannt lauschen wir den Geschichten aus der Kinderzeit der beiden. Wir freuen uns, auch einen kleinen Einblick in die vielseitige Familienwelt der Eisners machen zu dürfen und bedanken uns für den überaus netten Empfang.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


... und Nacht Michael Eisner, der studierende Gemeinderat Als Kind hat er sich fast ausschließlich am Ilzberg herumgetrieben, im Wald, ums Haus und auch schon damals war er gerne in der Nachbarschaft unterwegs.

Der Student Michael ist zwanzig und studiert Rechtswissenschaften an der KarlFranzens-Universität Graz. im 3. Semester. „Es könnte etwas besser laufen, bin aber mit dem Verlauf ganz zufrieden”meint er. Die Entscheidung, Rechtswissenschaften zu studieren, hat er in der 8. Klasse Gymnasium gefällt, als er zum Landesschulsprecher gewählt wurde. In dieser Position musste er sich viel mit dem Schulrecht auseinander setzen und so ist er draufgekommen, dass ihm nicht nur die Gesetzesmaterie sehr interessiert, sondern dass es auch viel Spaß macht anderen Menschen in ihren Problemstellungen durch eine gewisse Rechtskundigkeit weiterhelfen zu können. Michael hat keinen fixen Berufswunsch, auf den er sich festlegen möchte - er könnte sich vorstellen, im Anwalts-Bereich tätig zu sein, würde aber momentan eher in den privatwirtschaftlichen Bereich, in die Rechtsabteilung eines Unternehmens

zum Beispiel, tendieren. „Ich könnte mir aber auch sehr gut vorstellen, nach dem Studium in keinem typischen Juristischen-Beruf tätig zu sein. Der Management-Bereich hält viele Optionen offen und Rechtskundigkeit ist überall gefragt.”

Der Schulsprecher In seiner Gymnasiums-Schulzeit in Gleisdorf wurde Michael Unterstufensprecher, in der 5. Klasse Schulsprecher-Stv., 6. Klasse Schulsprecher, 7. Klasse Schulsprecher-Stv. & Mitglied der Landesschülervertretung, in der 8. Klasse Steirischer Landesschulsprecher und Organisationsreferent der Öst. Bundesschülervertretung. Wir fragen ihn, ob die Schulsprecherkarriere der Startschuss für seine politischen Ambitionen war? „Ich würde nicht sagen, dass ich große „politische Ambitionen“ habe. Aber insofern ja, als dass ich dabei verstärkt bemerkt habe dass es für mich nicht ausreichend ist mir nur Gedanken darüber zu machen was mir nicht passt und was so alles falsch läuft und darüber zu jammern. Wenn mir etwas nicht passt, dann will ich auch versuchen das zu lösen

und zu verbessern – auch wenn ich in den letzten Jahren erleben musste dass das nicht gerade so leicht ist wie es sich anhört.”Im Gymnasium besuchte Michael den EAA-Zweig (Englisch als Arbeitssprache). Anfangs war er ein guter Schüler, besonders in den Sprachen - Mathematik war nie sein Ding. Mit den Schülervertretertätigkeiten ist der Notenschnitt aber stetig bergab gegangen. „Mir war es einfach wichtiger, meine Tätigkeiten gut zu erfüllen und dabei möglichst viel zu lernen als ständig in der Schule zu sitzen und dort vom Lehrstoff berieselt zu werden. In meinem Landesschulsprecher-Jahr war ich dann teilweise nur mehr die halbe Zeit in der Schule, das hat sich dementsprechend auf die Noten ausgewirkt. Die Erfahrungen aus den außerschulischen Tätigkeiten sind mir das aber auf jeden Fall wert. Ein Zeugnis bekommt jeder, Erfahrungen fürs weitere Leben muss sich jeder selber sammeln. Die Lehrer wollten das absolut nicht kapieren, ich merke aber, dass ich alles, was ich in der Arbeit außerhalb der Schule, in der Schülervertretung, gelernt habe, ständig brauche. >

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

9


Von alldem, was im Unterricht an Lehrstoff vermittelt wurde, kann ich, wenn es hoch kommt, vielleicht noch 25% brauchen.” Seit Studiumsbeginn lebt Michael in einer Studenten-Wohngemeinschaft in Graz und fühlt sich sehr wohl. Hier kann er sich selbstbestimmt ausleben und seine Freiheiten genießen. Außerdem genießt er es, mit Mitbewohnern zusammenzukommen, die mit seinem „politischen Background” nichts zu tun haben. „Es ist zwar in Graz nicht so schön wie am Ilzberg, das ist aber auch gut so, weil dort, wo ich mich unter der Woche meistens aufhalte, beim Studium mehr weiter geht und ich mich mehr auf die Arbeit konzentrieren kann. Außerdem fühle ich mich auch im städtischen Bereich sehr wohl.” In der WG lebt Michael mit sieben grundverschiedenen Mitbewohnern zusammen - aus den unterschiedlichsten Ecken Österreichs - der Welt, was es spannend und überaus lustig macht.

Der Gemeinderat Bei der Gemeinderatswahl am 21.März 2010 wurde Michael mit gerade einmal 18 Jahren in den Gemeinderat gewählt und ist seither der jüngste Gemeinderat der Steiermark. Sein Ziel: Verbesserung Wir fragen ihn nach dem Warum? Gemeinderat, Bürgerforum, JVP... Was ist seine Motivation? „Weil ich einerseits keiner sein will, der nur jammert, sondern ich will versuchen, dass was mich stört, selber anpacken und vielleicht auch ändern können – was nicht gerade leicht ist. Jammerer gibt es schon genug, wir brauchen mehr Umsetzer. Ich habe zwar nicht das erklärte Ziel für immer am Ilzberg zu bleiben aber ich möchte immer wieder auf einen schönen, lebenswerten Ilzberg zurückkehren und vielleicht gelingt es mir, dazu einen kleinen Beitrag zu leisten. Ein weiterer Grund ist die Gemeinschaft. Der Zusammenhalt im Bürgerforum ist wahnsinnig gut und es sind hier sehr viele interessante und verschiedene Persönlichkeiten, die man kennen lernt. Am meisten gefällt mir jedoch die Arbeit mit der JVP. Seit der Gründung im November 2010 haben sich mir über 60 junge Ilzer angeschlossen, die alle das gemeinsame Ziel haben, Veranstaltungen und Aktionen für die Ilzer Jugend – und die Junggebliebenen – auf die Beine

10

zu stellen. Dieses gemeinsame Anliegen schweißt zusammen. Eine große Motivation sind auch die Erfahrungen. Man lernt kaum wo so viel dazu wie in Organisationen, in denen man sich engagiert, wo man immer wieder neue Strukturen/Arten/Formen der Zusammenarbeit und vor allem viele verschiedene Menschen kennen lernt.” Es ist nicht gerade einfach, das alles mit seinem Studium zu vereinbaren. Der Verlauf des Studiums leidet schon sehr darunter. Die Prüfungsvorbereitungen sind aufgrund der Zeit-Knappheit immer sehr kurz, aber wahnsinnig intensiv. Michael hält es aber gleich wie in seiner Schulzeit: Er nimmt es in Kauf, etwas länger mit dem Studium zu brauchen, dafür aber nebenbei so viel wie möglich zu erleben und so viele Erfahrungen sammeln wie möglich. Langzeitstudent möchte er jedoch auf keinen Fall werden. „Ich halte nur nichts davon, ständig an den Büchern zu kleben und die Welt und die Menschen rundherum zu vergessen.” Michael ist sehr heimatverbunden, was jedoch für ihn nicht ausschließt,

„Dabei, beim Nichtstun, kommen auch oft die besten Ideen für die nächsten Projekte.”

dass er sich einmal weiter vom Ilzberg entfernen würde. Er könnte sich vorstellen, in die Stadt zu ziehen, aber auch ein internationales Berufsspektrum schließt er nicht aus. Unter der Woche ist er jetzt schon meistens in Graz, und überhaupt viel unterwegs. Gerade das macht es für ihn umso schöner, am Wochenende oder zwischendurch wieder auf den Ilzberg zu kommen. „Auch wenn es mir sicher schwer fällt, brauche ich trotzdem die Abwechslung und will vieles sehen und erleben. Am Ende werde ich aber immer wieder zum Ilzberg zurückkehren!”

Der Ilzbergler „Das Miteinander wird am Ilzberg nicht nur groß geschrieben – das Miteinander wird bei uns gelebt.” Dass dieser Zusammenhalt so gut funktioniert und Alt und Jung so gut miteinander können liegt bestimmt an den Personen. Mit der Heimatverbundenheit haben sie hier alle eine große Gemeinsamkeit. Alt respektiert jung und umgekehrt. Manche bringen sich in die gemeinsamen Aktivitäten mehr ein, andere weniger – aber genau so soll es sein, meint Michael. „Für uns spricht sicher auch die Größe unseres Ilzbergs. Wir sind genau richtig, in größeren Einheiten kann die Gemeinschaft nie so gut funktionieren, weil sich die Leute dann nicht mehr zusammengehörig fühlen und keiner mehr für den anderen Zeit hat.” Auf die Frage, ob Michael denn noch überhaupt Freizeit hätte - neben all seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten und was er in dieser Zeit macht, erzählt er uns, dass er gerne mal faul herumliegt vorm Fernseher oder Laptop.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Gipfeltreffen

Wir kehren zurück auf die gekennzeichnete Wanderroute und folgen dem Weg - vorbei an Apfelplantagen und Weingärten, halten kurz inne am Aussichtsbankerl mit Panoramasicht auf die Riegersburg.

Wirft man den Blick auf die andere Seite, so kann man über den „Nachbarberg” Kleegraben und tief ins Tal nach Ilz, Kalsdorf und Neudorf sehn.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

11


An der höchst gelegenen Stelle des Ilzberg kehren wir wieder ein - in das Haus von Ewald Pendl. Dieser Platz bietet sich als zentraler Treffpunkt der Ilzbergler optimal an. Ein kleiner, älterer, netter Mann empfängt uns herzlich. Im Raum sitzen auch noch andere, die sich nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ein Bier genehmigen oder kurz mal auf ein Tratscherl vorbeischaun. Im Laufe des Besuchs stellen wir fest, dass hier viele Leute ein und ausgehen. Mancher kommt zur Tür herein, mancher keppelt einfach nur durchs offene Fenster. Früher, erklärte uns der Hausbesitzer, kamen die Wanderer bei ihm vorbei, um sich den Wanderstempel abzuholen. Spontan wurde auch mal zusammen musiziert - auch heute war es wieder soweit. Herr Urschler packte zur späten Stunde noch die Ziehharmonika samt Liederbücher aus. Geselligkeit und Beieinandersitzen steht hier ganz groß geschrieben. Das wird uns in den Gesprächen immer wieder bestätigt. Ewald Pendl lebt seit 1952 hier in diesem Haus - seit 1852 gibt es das Gebäude schon. Er erzählt uns, dass er aus bescheidenen Familienverhältnissen kommt, dass aber bereits seine Mutter schon immer eine gute Seele war, und für die Jugend, die nach dem Fortgehn noch Hunger aber kein Geld mehr hatte, immer auftischte, ganz egal um welche Uhrzeit sich die Jungen hierher verirrten. Auch heute noch wissen die Kinder, dass der Ewald immer ein Eis oder Kracherl für sie bereit hat.

Ewald Pendl

„Treffpunkt der Ehrlichkeit” Wo Zusammenhalten und Miteinander groß geschrieben werden Martin Janisch, der sich zu uns gesellt, erzählt von der gelebten und treuen „Berglergemeinschaft”, die sie auf dem Ilzberg aktiv betreiben. Alt und Jung hält zusammen und hilft sich gegenseitig, wo immer gerade „Not am Mann” ist. Zu den Aktivitäten rund ums Jahr zählen das Maibaumaufstellen und das Aufstellen der Störche bei Geburt eines Kindes. Irgendwann in den Folgemonaten (meist nach der Taufe des Kindes) werden diese Störche dann auch wieder abgebaut - und natürlich gibt es hier wieder einen Grund für eine kleine Feier.

Abwechselnd alle 2 Jahre wird auch das „Fruchtamt” bei der GroßKapelle gefeiert. Mit dem „anderen Berg” - also Kleegraben - verbindet sie eine Sparvereinsgemeinschaft. Viele Ideen für Ilzberg hätte Martin Janisch, und wir sind überzeugt davon, dass von diesen Ideen auch einige umgesetzt werden in den nächsten Jahren - durch gemeinsames Anpacken dieser tollen Dorfgemeinschaft dürfte das auch kein Problem sein!

Martin Janisch

12

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Wir lernen noch einen „Fenstergast” kennen. Reiner Seegers spaziert mit seinen Zwillingen im Kinderwagen vorbei und hält kurz mal an, um bei uns rein zu schaun. Der „Piefke kommt”,wurden wir aufgeklärt, was aber keineswegs ein Schimpfwort sein soll für den netten Deutschen aus Westfalen. Seit 2004 lebt er hier am Ilzberg mit seiner Familie und fühlt sich in die Gemeinschaft aufgenommen und integriert. Wie auch allen anderen ist er bei jeder Aktivitäten am Berg dabei. Johann Urschler erzählt uns von seinem Vater, dem ehemaligen Bürgermeister von Kleegraben, der am Ilzberg gewohnt hat. Zugleich war das Wohnhaus auch das Gemeindeamt. Wir erfahren, dass früher die Straßen in Ilzberg unter Bürgermeister Urschler noch händisch gebaut wurden - da packten alle mit an. Leider gibt es wenige Aufzeichnungen über die geschichtliche Entwicklung der Katastralgemeinde Kleegraben. Das Heimatbuch von Karl Mayr aus dem Jahr 1965 sagt uns, dass Kleegraben sich über Lichtenhof, Rosenberg, Sauberg, Sachsenberg, Mitteregg, llzberg und Aschau erstreckte. Reiner Seegers

Wir bedanken uns bei den Menschen in Ilzberg für die liebevolle Aufnahme und die Bereitwilligkeit, uns ihre Geschichten zu erzählen. Selten dürfen wir so viel Gastfreundlichkeit erleben wie an diesem Tag!

v.l. Bettina Käfer, Ewald Pendl, Martin Janisch, Johann Urschler

Auf dem Weg kommen wir auch an der wunderschön gelegenen Groß-Kapelle vorbei.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

13


Der Geburtsort des Ilzer Weinler Ursprung des Ilzer Rosenapfels Den Ilzberg hinunter treffen wir auf Familie Kundegraber. Hier war der „Geburtsort” des Ilzer Weinler (Ilzer Rosenapfel). Frau Kundegraber bedauert es, uns den Ursprungsbaum nicht mehr zeigen zu können, vor zwei Jahren hat der 300 Jahre alte Baum den Sturm nicht mehr überlebt. Seit Jahren hatten sie ihn bereits gestützt, damit er nicht umbricht. Sie erzählt uns, dass er schon lange innen hohl war, trotzdem hat er bis zuletzt viele Äpfel getragen. Jedes Jahr sind die Schulklassen hierher zum Ursprungsbaum gekommen, haben um den Baum getanzt und Rast gemacht. Aus den Erzählungen von Frau Kundegraber erfahren wir, dass ihre Urgroßeltern immer wieder berichteten, dass der Baum selbst aufgegangen sei. Im Obstgarten der Familie Kundegraber gibt es aber noch jede Menge anderer Ilzer Weinler Bäume, auch die köstliche Kronprinz Rudolf Sorte wächst hier. Im Herbst verwerten sie die Äpfel zu Most, verkaufen zahlt sich nicht mehr aus. Die Familie ist eine der letzten Kuhbauern in der Gemeinde Ilz.

14

Auszug aus dem Heimatbuch über den Ilzer Weinler: Beim Hause Franz Lang in Ilzberg (Nr. 38) steht noch der Mutterbaum, von dem aus er sich in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts in die ganze Oststeiermark verbreitete. Der Baum erreicht eine ansehnliche Höhe, hat eine mächtige Krone und gedeicht in allen Lagen sehr gut. Er trägt sehr reich. Der Apfel ist ein mittelgroßer, roter Tafelapfel, der wegen seines Wohlgeschmacks und seiner langen Haltbarkeit besonders gesucht ist.

Frau Kundegraber

Der Bauernhof ist umgrenzt von Obstplantagen, auch die Straße herauf zum Berg ist keine vielbefahrene. „Auf dieser Straße sind früher die Walkersdorfer Schulkinder nach Hause gegangen, und haben beim Vorbeigehn die Äpfel geklaut”, lacht Frau Kundegraber.

Heute findet man in der Marktgemeinde Ilz viele köstlich veredelte Produkte rund um den Ilzer Rosenapfel. Sowohl in den Buschenschenken, Weinbauern und auch viele Privatfamilien pflegen diese alte Traditionsapfelsorten in ihren Obstgärten. Wir finden ein passendes Zitat zum Abschluss:

Esse einen Rosenapfel, küsse Deinen Liebsten und Deine Küsse werden nach Rosen schmecken.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


„Leben und leben lassen�


Im Reich der 1000 Pflänzchen Der Gemüsepflanzen-Raritätenzüchter vom Ilzberg

Die gusseiserne Gießkanne ziert den liebevoll gestalteten Garteneingang

16

Eine von hunderten selbst gezüchteten Paprikapflänzchen

Zwischen 40 und 50 Kräuter wachsen im Garten von Wolfgang Hojer.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Garten-Paradies Paradeis-Garten „Heuer hab ich ca. 80 Sorten verschiedene Tomatenpflänzchen gezüchtet, es gibt aber weltweit ca. 20.000 verschiedene Sorten”, erzählt uns Wolfgang Hojer, stolzer Besitzer und begnadeter Hobbygärtner. So manche gartenbegeisterte Dame würde hier wohl vor Neid erblassen, würde sie die Vielfalt in diesem wunderschönen Garten sehen. Wolfgang Hojer ist bereits in Pension und neben Marathon-Laufen, Radrennen- Fahren, Yoga und Schwimmen findet er Ausgleich im Garten auf seinem entzückenden Anwesen. Betritt man den Hof durch das Holztor, fühlt man sich „angekommen”. Auf den ersten Blick erkennt man die Liebe fürs Detail. Jedes Platzerl ist harmonisch gestaltet, in jeder Ecke finden wir bewundernswerte Kleinigkeiten. Seit Dezember 2000 bewohnt Wolfgang gemeinsam mit seinem Partner dieses Schmuckstück am Ilzberg.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

17


Die meisten seiner Pflanzenraritäten bezieht Wolfgang in der Arche Noah in Graz. Diese Organisation setzt sich für die Erhaltung, Verbreitung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt ein. Am Südhang bestaunen wir die neu angelegten Terrassenbeete. Über 20 Sorten Chili, Paprika, Meterbohnen, Ying Yang Bohnen, Broccoli und vieles mehr sprießt als kleines Pflänzchen gerade aus der Erde. Ein riesiger Nussbaum mit roten Nuss- Früchten spendet Schatten. Neugierige Ziegen und indische Laufenten tummeln sich um den kleinen Tümpel. Im Glashaus wachsen Paprika aus Ibiza und Gurken aus Gran Canaria. „Je ausgefallener umso lieber” lautet das Motto bei den Kaufentscheidungen seiner Kunden, die entweder direkt zu ihm auf den Hof kommen oder die sein Gemüse in Graz am Markt kaufen. Am sonnigsten Platz an der Hütte wächst eine Melothria heran, die sich zu einem riesigen Buschengewächs mit hunderten von Minigürkchen entwickelt. Die Früchte sind klein, gestreift und eiförmig und werden zum Salat verwendet oder eingelegt. (Bild unten)

Mit besonders schönen Eindrücken und großartigen Kostproben aus der Küche von Wolfgang in der Tasche ziehen wir weiter und bedanken uns für diesen einzigartigen Einblick, den wir bei diesem Besuch gewinnen durften.

18

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Der Großbauer vom Ilzberg zu Gast bei Martin Groß und seiner Großfamilie


Für Stadtkinder wäre es ein Erlebnis - für die fünf Kinder von Martin Groß und Manuela Eicher ist es ganz normal - das Leben auf dem Bauernhof. Fröhlich läuft ein Kind der kleinen Katze hinterher, Schafe und Ziegen bestaunen neugierig die Gäste. Wir machen uns auf den Weg und suchen Martin, den Chef des Hauses, und finden ihn in einem seiner Gemüsetunnel. In mühevoller Kleinarbeit bindet er Stock für Stock seiner Tomatenpflanzen an die Schnur. „Mein Job? Der heißt 12/7/52", erzählt er uns. 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr Arbeit. Längere Pausen gibt‘s selten.

Martin ist Landwirt und ernährt die Familie durch den Verkauf seiner naturnahen Produkte wie Gemüse und Obst. Aber auch Hochlandrindfleisch, Schnaps, Säfte, Kernöl, Eier, Brot und Marmeladen stellt die Familie her. Seit fünf Jahren ist er nun selbständig. Die Produkte verkauft Manuela auf dem Bauernmarkt.

20

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Leben auf dem Bauernhof Während wir mit Martin plaudern, lockt der älteste Sohn Jakob (9) die Hochlandrinder an, damit wir sie fotografieren können. Wir treffen auch auf den Rest der Familie: Die Kinder Sophie (7), Rafael (5), Lukas (3) und Jonathan 1 1/2). Ein süßer Rudel der sich auf der Wiese köstlich amüsiert. Wir fragen Martin, ob er eigentlich Spaß hat an seiner mühevollen Arbeit? „Ja, ich weiß wenigstens, wo das herkommt, was ich esse!” Mit einem Teil der Familie verlassen wir den Bauernhof und besuchen noch das „Kinderclubhaus” bei den Nachbarn, das uns Jakob unbedingt zeigen möchte.

>

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

21


Das „Kinderclubhaus” finden wir bei Familie Rosenberger. Hier gibt es noch einiges mehr zu sehen! Nämlich entzückende Rassen von Hühnern. Im Rotlicht ganz leise piepen Küken der Holländischen Haubenhühner, im Gehege treffen wir neben der Haushuhnrasse „Altsteirer” auch noch die lustig ausschauenden Seidenhühner. Kaninchen tummeln sich dazwischen.

Holländische Haubenhühner tragen statt eines Kamms eine Haube aus Federn, wenn sie ausgewachsen sind.

Die Besonderheit an den Seidenhühnern ist ihre Seidenfiedrichkeit. Bei den Federstrahlen fehlen die Häkchen und so sind die Federn stark zerschlissen. Sie sehen so recht plüschig aus.

22

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Korbflechten Bei Herrn Freißmuth wird das Handwerk noch gelebt Am Sachsenberg in Kleegraben besuchen wir Herrn Freißmuth. Seit 27 Jahren geht er seinem Hobby nach: dem Korbflechten. Große und kleine Weidenkörbe, aber auch Besen entstehen in stundenlanger Handarbeit in der Werkstätte von Herrn Freißmuth. Gelernt hat er das Handwerk beim Nachbarn. Die Weiden darf Herr Freißmuth sich rundherum holen, geschnitten werden sie im Herbst. Mit der richtigen Lagerung kann er dann das ganze Jahr über damit arbeiten. Nur bleibstiftdicke Weiden können verwendet werden. Herr Freißmuth erzählt uns, dass sie früher eine Landwirtschaft betrieben haben. Während er bei der Firma Steyer sein tägliches Brot verdiente, erledigte seine Frau die Arbeiten im Haus und Hof. Das Traktorfahren war in der Familie Freißmuth immer „Frauensache”. Noch heute besitzt der agile Herr einen kleinen Weingarten mit ca. 10a, den er noch selbst bewirtschaftet.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

23


Ein Haus mit Geschichte Wo einst der Nachtwächter wohnte ... Elisabeth hat in den Geschichtsaufzeichnungen gekramt und herausgefunden, dass ihr Haus früher die Adresse „Sachsenberg 1" trug - gleich unterhalb führte die alte Straße nach Kleegraben vorbei. 1999 haben Elisabeth und Michael dieses Haus gekauft, 5 Jahre lang renoviert und dann sind sie eingezogen - in dieses um die 350 Jahre alte, wunderschöne Gebäude mit einem riesigen Grundstück. Die 4-köpfige Familie lebt das Konzept der Nachhaltigkeit in allen Bereichen.

Elisabeth Kleinschuster Permakultur-Designerin Waldpädagogin Ausbildung zur Jugendarbeiterin

24

Das Haus wurde innen „ausgehöhlt”, nur die Grundmauern blieben bestehen. Ein freundlicher offener Wohnraum empfängt die Gäste, die Wände sind lehmverputzt, zum Hauptgrundmaterial gehört Holz, das Michael kunstvoll im Haus verarbeitet hat. Für die Dämmung der Wände wurde Stroh verwendet.

Michael Kleinschuster Bautechnischer Zeichner

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Ein schmucker Ofen - ungefähr so alt wie das Haus - im Zentrum des Wohnraums - konnte restauriert werden. Die wunderschönen Tonziegel, die den Ofen verzieren, hat Elisabeth in Handarbeit selbst hergestellt. Das gesamte Haus wird mit diesem Blickfang beheizt. Ein großer, gemütlicher Innenhof ziert dieses tolle Anwesen. Im Hof finden wir die Eingangstür zum Gewölbekeller, der wohl älteste Teil des Hauses. Die Runen an der Eingangstür zeigen uns die Symbole der Freude und der Kraft. Michael erzählt uns, dass es heißt, dass der Nachtwächter von Ilz einst hier gewohnt hätte (Geschichte siehe S. 28).

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

25


Im Garten bestaunen wir nicht nur die vielseitige Pflanzenpracht, auch die Anwendung der Parmakultur wird uns hier anschaulich gemacht. Immer wieder treffen wir auf kleine Plätze auf der großen Wiese, wo die Pflänzchen unter verrotteten Karton und Papier hervorsprießen. ShiitakePilze wachsen an Baumstämmen, die Elisabeth im Garten positioniert hat. Das Gemüse und Obst wird zum Eigengebrauch gezüchtet - 10 Monate im Jahr leben die Kleinschusters vom Eigenanbau. Die erntereifen Früchte und Gemüse werden eingekocht und haltbar gemacht. An der sonnreichen Hausmauer ragen Feigen- und Khakibäume hervor. Kiwisträucher wachsen entlang der Hüttenmauer. Insgesamt zählt die Familie um die 50 verschiedenen Obstsorten, das auf diesem Anwesen Jahr für Jahr gedeiht. Etwas weiter unten auf der Wiese zeigt uns Michael den größten Buchsbaum, den wir je gesehen haben. Dieser dürfte ebenfalls ein paar hundert Jahre alt sein. Uns fällt auf, dass das Haus rundherum umgeben ist von vielen schönen Tondekorationen. Elisabeth hat diese alle selbst angefertigt.

Dieses Prachtexemplar eines Buchsbaumes dürfte wohl um die 350 Jahre alt sein.

Danke für diesen schönen Nachmittag!

26

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


„Heimat ist dort, wo Herz und Seele zu Hause sind�


Das Scheusal von Ilz Um 1880 wurde der Markt Ilz und seine Umgebung zehn Jahre lang in große Aufregung versetzt. Immer wieder passierten Morde, Raubüberfälle und Diebstähle, doch man kam dem Täter nicht auf die Spur. Außerdem wurden öfter Brände gelegt, aber kein Verdächtiger konnte gefasst werden. Die Leute im Ort hatten schreckliche Angst. Niemand hätte gedacht, dass der Mesner, Totengräber und Nachtwächter Franz Rabl dieses Scheusal war. Er hatte ein besonders frommes Benehmen, um den Verdacht nicht auf sich zu lenken. In der Nacht zum 1. Mai 1890 traf Franz Rabl auf seinem Dienstgang als Nachtwächter seinen Bruder Johann, der Brotausträger war, bei der Hammerschmiedmühle. Er sagte zu Johann: „Schau, dort hängt ein Stück Fleisch, an dem nagen viele Fische!“ Als sein Bruder in das Wasser sah, stieß ihn Franz in die Ilz. Er drückte ihn mit einem Eishaken so lange unter Wasser, bis er tot war. Sein Bruder hatte ihm 200 Gulden zum Aufbewahren gegeben, die er aber verbraucht hatte. Bei der Suche am nächsten Tag jammerte er zum Schein und suchte bei der Mühle, wo man dann auch die Leiche fand. Diese Tat wurde ihm zum Verhängnis und er wurde verhaftet. Rabl gestand viele andere Übeltaten. So streute er seiner ersten Frau Arsen auf eine Schüssel Kraut, weil sie eifersüchtig war. Sie starb nach drei Tagen qualvoll. Betrunkene Männer, die in der Nacht heimtorkelten, schlug er nieder und raubte ihnen die Geldtaschen. Mit dem geraubten Geld hatte er aber kein Glück. Er versteckte es auf dem Dachboden, wo es die Mäuse fraßen, oder es verbrannte im Backofen, wo er es trocknen wollte. Zahlreiche Brände wurden von ihm gelegt und er schlug dadurch immer als Erster Alarm. Er freute sich über das Lob, denn seinen ersten Brand hatte er nämlich als Nachtwächter verschlafen und war deshalb beschimpft worden. Er bestahl viele Leute, sogar Leichen. Immer wieder beschuldigte er aber andere, gemeine Straftaten begangen zu haben. Er selbst gab sich außerordentlich fromm und unschuldig. Dem Bezirksrichter in Fürstenfeld gestand er vier Morde, fünf Raubüberfälle, sieben Brandlegungen, zwölf Diebstähle, Veruntreuung und Betrug. Schließlich wurde er in Graz zum Tode durch Erhängen verurteilt. Er war erst 34 Jahre alt.

28

Erlesenes vom Franz Brunner über seine Jeder, der den Rosenapfelwanderweg kennt, weiß natürlich, dass dieser auch beim Weinhof Brunner vorbeiführt, und dass man hier unbedingt einkehren sollte. Nicht nur wegen der guten Jause, sondern auch wegen der erlesenen Weine. Auf dem Rosenberg, dem Weinberg, der direkt am Wanderweg liegt, wachsen die Rieden für Franz Brunners „RosenbergLinie”. Zur Rosenberglinie gehören der Morillon Rosenberg, Grauburgunder Rosenberg, Weißburgunder Rosenberg und Sauvignon blanc Rosenberg. Die Weine sind besonders kräftig und vollmundig - trotzdem aber noch fruchtig. Ein spezielles Mikroklima, die gute Lage, mineralische Töne und der kohlehältige Boden des Weinberges sind wesentlich ausschlaggebend für den einzigartigen Geschmack dieser Weinlinie. Die Sorten Morillon und Weißburgunder Rosenberg standen im Semifinale der Landesweinbewertung. Während wir mit Franz plaudern, wird uns der erste Holunderblütensirup serviert, den er frisch abgefüllt hat, und der neu auf seiner Getränkekarte ist. Frisch, spritzig und wunderbar lecker, stellen wir fest. Franz Brunner erzählt, dass es früher mal über 30.000 ha Weinbaugebiet nördlicher der Raab gegeben hat. Die Weinberge im Ilzer Gebiet teilten sich fünf Herrschaften.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Rosenberg Weine am Rosenberg Die Weinberge rund um das Gebiet Kleegraben gehörten früher der Herrschaft des Schlosses Kalsdorf. Seit 1848 ist das Anwesen der Familie Brunner in ihrem Besitz. Franz ist der erste männliche Nachmkomme, an dem der Besitz direkt weitergegeben wurde. Die Theorie zum Weinanbau hat er in Silberberg erlernt. In der Schule für Facharbeiter für den Bereich Weinbau und Kellerwirtschaft. Auch seine Tochter Katharina hat diese Schule erfolgreich absolviert. Die Praxis zum Weinanbau hat er sich selbst beigebracht - „Learning by Doing” lautet das Motto. Franz meint, dass man nie auslernt, man muss in diesem Beruf flexibel sein, mit dem Trend gehn, Neues ausprobieren. Lernen konnte er auch viel vom Austausch mit Kollegen auf diversen Veranstaltungen und Zusammenkünften. Bestätigung für die gute Qualität und für seine Arbeit erhält Franz durch zahlreiche Auszeichnungen für seine Produkte. Erst vor einigen Tagen wurde sein Welschriesling unter die Top 10 gewählt mit einer Konkurrenz von 300 Mitbewerbern steiermarkweit.

Das Herzstück des Weinhof Brunner ist der Weinkeller. Hier wird Kellermeister Franz zum Perfektionisten. In temperaturgeregelten Edelstahltanks, die für die heutige hohe Qualität aller Weine auf dieser Welt hauptverantwortlich sind, werden vor allem die Weißweine auf höchstem Niveau vinifiziert. Für Gäste aus Nah und Fern ist der Buschenschank Brunner ein Begriff. Die unübertrefflich guten kulinarischen Köstlichkeiten, die süßen Schmankerln und die schmackhaften Fruchtsäfte sind eine Reise wert. Die Jause des Monats überrascht jedes Mal aufs Neue.

Franz Brunner

Der große Spielplatz ist für die Kleinen ein Paradies, der Gastgarten unter den Kirschbäumen eine Wohlfühloase. Peter Simonischek, Schauspieler (der „Jedermann” der Salzburger Festspiele) erklärte den Buschenschank Brunner zu seinem Lieblingsrestaurant in der Steiermark. Auch viele andere namhafte Personen aus dem öffentlichen Leben trifft man immer wieder hier in Kleegraben.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

29


Der Rancher im Cabrio Andreas Wyss über seine Leidenschaft für Hochlandrinder Wir wandern hinunter in die Sackgasse Richtung Lichtenhof. Unten treffen wir auf Andreas Wyss auf der Weide mit seinen Hochlandrindern. „Wie kommt ein junger Mann Anfang 20 auf die Idee, Hochlandrinder zu züchten?”, fragen wir ihn. Andreas erzählt uns, dass es immer schon sein Wunsch war, eines oder zwei dieser Tiere zu halten, auch wegen der vielen verteilten Wiesengrundstücke und der aufwendigen Mäharbeiten der Familie Wyss. Jetzt sind‘s mittlerweile 26 Stück Rinder, die er auf zwei Weiden in Kleegraben und in Reigersberg aufgeteilt hat. Zum Überwintern bringt er die Tiere nach Hause nach Neudorf. Auch hier werden sie über den Winter im Freien gehalten.

30

Ein gutes Bild macht er, wenn man den jungen Mann so sieht im Cabrio mit den weißen Ledersitzen, daneben seine Rinder, ein paar Hühner und ein idyllischer Ort in unendlicher Ruhe.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Auf die Frage, wer ihm den Umgang mit diesen zotteligen Tieren gelehrt hat, erzählt er uns, dass er einen Freund im Nachbarort hat, der selbst Hochlandrinderzüchter ist. Von ihm hat er sich einiges zeigen lassen und hat mitgeholfen, bis er sich schlussendlich selbst dazu entschlossen hat, Hochlandrinder zu züchten. Natürlich gibt es auch ein Lieblingstier, den Maxl, den treffen wir aber auf der anderen Weide in Reigersberg. Hochlandrinder sind ruhige und gutmütige Tiere, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht mit ihrem großwüchsigen Erscheinungsbild und den Riesenhörnern. In der Verpflegung sind sie wartungsarm und sehr genügsam. Gras und Heu reichen als „Grundnahrungsmittel” aus. Jedes Jahr kommt auch Nachwuchs. Die Kühe sind 9 Monate trächtig, bei der Geburt ist Andreas meist nicht dabei, das Kalben verläuft ohne Komplikationen und ohne fremde Hilfe. Bei artgerechter Haltung werden die Tiere bis zu 20 Jahre alt. Nach ca. 30 Monaten ist das Hochlandrind für die Schlachtung geeignet. Das Hochlandrind zeichnet sich durch sein feines und kurzfaseriges Fleisch aus. Es ist zart, enthält wesentlich weniger Fett und Cholesterin als andere Fleischsorten. Es schmeckt aromatisch und ist sehr bekömmlich. Andreas verkauft das Fleisch als Direktvermarkter an seine Stammkunden, die bei jeder Schlachtung informiert werden und wodurch sie die Möglichkeit haben, vorab bereits die Bestellung aufzugeben.

Andreas Wyss

Andreas hat sich das Halten der Hochlandrinder in seiner Urform zum Ziel gemacht. Danke, Andi, für das Interview.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

31


Wo der Kleegraben beginnt Familie Papst und ihre ausgezeichneten Produkte Will man beste Fleischqualität, Gselchtes, Verhackertes, Schmalz oder Selchwürsteln kaufen, weiß man als Ilzer, wohin man sich wenden muss: Entweder man kauft direkt bei Familie Papst in Kleegraben ein oder man besucht sie am Freitagnachmittag auf dem Bauernmarkt in Ilz. Wir besuchen sie heute auch, und möchten die fleißigen Leute kennen lernen, die hinter dieser ausgezeichneten Qualität stecken. Frau Maria Papst, die freundliche Chefin des Hauses, kommt dahergeeilt, als wir aussteigen. Immer ein Lächeln im Gesicht, immer einen Schmäh auf Lager, so kennt man sie. Seit 27 Jahren betreibt sie das Handwerk als Direktvermarkter. Ein kleiner Betrieb damals, der kontinuierlich gewachsen ist. Die ersten Produkte verkaufte sie in der Therme Loipersdorf, später auf dem Bauernmarkt Ilz und Fürstenfeld, wo man nach wie vor samstags bei ihr einkaufen kann.

32

Ihr Sohn Wolfgang und sie führen den Betrieb. Wolfgang ist für die Landwirtschaft und Maria ist für die Produktion zuständig. Wir fragen sie, wie sie denn das alles schaffen kann - die viele Arbeit, das Haus, der Garten, Schweine, Schafe, Hühner - sie lächelt und meint, dass das schon irgendwie geht. Frau Papst führt uns durch die Produktionshallen, wir sind beeindruckt von dieser beträchtlichen Größe. Sie zeigt uns Raum für Raum, wo in vielen Arbeitsschritten die Fleischprodukte veredelt werden.

Maria Papst

Im Verkaufsraum stehen Gläser mit Aufstrichen und Geschenkskörbe aller Art bereit. Viele Kunden haben sich im Lauf der Zeit zu treuen Stammkunden entwickelt.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


Zu einem dieser treuen Kunden gehört auch ein prominenter Sportler. Tobias Angerer, ein Schilangläufer, den sie vor etlichen Jahren in der Therme Loipersdorf beim Verkaufen kennengelernt hat. Seitdem kommt er ab und zu mal zu Besuch, um einzukaufen oder lässt sich die Produkte zusenden. Wann immer die Leute, die zu ihr kommen, meinen, diese idyllische Lage sei ja das Ende der Welt, antwortet sie: „Nicht das Ende sondern der Anfang von Kleegraben. Wir haben ja Hausnummer 1.” Zahlreiche Urkunden und Auszeichnungen zieren die Wände des Verkaufsraum. Stolz ist sie darauf, dass sie mit dem Moastabratl Landessieger wurden. Wir bedanken uns bei Maria Papst für ihre wertvolle Zeit!

Auf dem Weg zu Familie Papst kommen wir an der schönen Egger-Kapelle vorbei - eingebettet in die malerische Landschaft von Äcker und Wiesen.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

33


Heimat der Hunds-Zahnlilie von Lichtenhof

Auf dem Weg über Lichtenhof hält uns Manfred Holper auf, und verrät uns, dass hier unten im Graben eine einzigartige Blume wächst: Die Hunds-Zahnlilie (Erythronium dens-canis). Wir wollen mehr wissen darüber und fragen bei Helmut Haar, Berg- und Naturwacht Ilz, nach: Die Hundszahnlilie steht unter strengem Naturschutz und hier in Reigersberg und Kleegraben ist ihre Verbreitungsgrenze. Finden kann man diese Pflanzen auch im Murtal und Bruck, in Teilen des Burgenlandes und Slowenien. Sie wächst am Waldrand und in lichten Baumbeständen und feuchten Wiesen.

34

Die Blütezeit liegt zwischen Februar und April. Ihre Blüten sind dreizählig, ihre Farbe rosa, violett. Die Blätter sind 6 bis 10 cm lang, sie sind braungrün, dunkelgrün oder graugrün gescheckt. Die Blume erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. Dieses Liliengewächs ähnelt der Waldzyklame, die öfters bei uns vorkommt. Ihren Namen hat die Hunds-Zanlilie von der Form ihrer Knolle.

Bild: Hunds-Zahnlilie / Erythronium dens-canis L. from Carinthia/Austria copyright: Hubert Isopp

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg


G‘miatlich z‘sammsitzen Der Weg führt uns weiter durch ein Stück Wald in Richtung Reigersberg. Wir erreichen die nächste Lichtung hindurch durch die Obstplantagen von Buschenschank Maier. Wir wandernRichtung Kellerstöckelviertel. Auf den Weg dorthin zieren Weingärten links und rechts die Route. Fünf Kellerstöckel gibt‘s hier noch, die aktiv betrieben werden. Wir machen Rast beim Kellerstöckel von Erich Schwab, den wir fragen, ob es hier auch eine Jause gibt. Er sagt uns, dass nur etwas gegen den Durst gibt, dass es aber nicht selten vorkommt - sogar üblich ist, dass die Leute ihre Jause selbst mitbringen und bei ihm auspacken und essen. Dazu serviert er dann seinen Wein. „Früher wurde die Gemeinschaft noch mehr gelebt hier im Kellerstöckelviertel. Die Leute haben sich beim Knaxen das Geld erspielt, zusammengelegt, und damit haben wir dann die Jause und das Trinken bezahlt, das wir gemeinsam konsumiert haben”. Aber auch heute noch verirren sich zahlreiche Gäste bei Schönwetter von Frühling bis Herbst am Wochenende in die urigen Kellerstöckel.

Der Izer Rosenapfelwanderweg - Menschenbilder und Geschichten rund um den Wanderweg

35


G‘SICHTER & G‘SCHICHTEN


G'sichter und G'schichten rund um Ilz  

"Mensch sein in Ilz" Wir wandern rund um den Ilzer Rosenapfelwanderwerg und treffen Menschen, die uns ihre Geschichte erzählen.

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you