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LehrplanPLUS | Realschule Bayern

Erarbeitet von

Hartmut Umhรถfer Yvonne Kopp

7IIIa Betriebswirtschaftslehre/ Rechnungswesen


www.klv-verlag.de 1. Auflage, 1. Druck 2019 Alle Drucke dieser Auflage sind inhaltlich unverändert und können im Unterricht ­nebeneinander verwendet werden. © by KLV Verlag GmbH Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu §§ 46, 52 a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne eine solche Einwilligung gescannt oder in ein Netzwerk eingestellt oder sonst öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies gilt auch für Intranets von Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen. Illustrationen: Bettina Nutz, Mainz Verlagsredaktion: Elisabeth Berten, Berlin Korrektorat: Martina Dold, Züssow, Marion Drachsel, Berlin ISBN 978-3-95739-111-7 KLV Verlag GmbH  |  Bellamonter Straße 30  |  88463 Eberhardzell Telefon 07358 9610920  |  Fax 07358 9610921  |  E-Mail info@klv-verlag.de


Liebe Schülerinnen und Schüler, Dieses Buch wird euch in dem neuen Unterrichtsfach Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen, kurz: BwR, begleiten. Wir, die Autoren, gehen davon aus, dass ihr bis jetzt noch kein Betriebspraktikum absolviert habt und nur wenige von euch über die Abläufe in Betrieben etwas wissen. Deshalb haben wir für dieses Buch ein Modellunternehmen, die Ludwig Thalberger Schuhe e. K. entwickelt. Das existiert nicht wirklich, könnte aber! Denn alles, was wir zum Unternehmen schreiben, passiert auch in wirklichen Unternehmen. Durch „Mitarbeit“ bei der Ludwig Thalberger Schuhe e. K. könnt ihr erfahren, wie die Prozesse in Unternehmen funktionieren. Dazu sollt ihr die verschiedenen Lernsituationen bearbeiten.

LTS

Jede Lernsituation ist nach einem immer wiederkehrende Muster aufgebaut:

1. Orientierung Ihr macht euch mit der vorliegenden Lernsituation vertraut und ermittelt das gestellte Problem.

2. Information Jetzt besorgt ihr euch die benötigten Arbeitsmaterialien und informiert euch selbstständig zur Lernsituation. Unter dem nebenstehenden Symbol findet ihr dazu grundlegende Informationstexte. In manchen Lernsituationen sind auch zusätzliche Arbeitsmaterialien eingestellt. Im Methodenpool zum Schluss des Buches könnt ihr auch nach passenden Methoden und Techniken suchen, die ihr bei der Informationsbeschaffung nutzen könnt, z. B.: • Referate erstellen • Informationsbeschaffung über das Internet • Informationsbeschaffung durch Betriebserkundungen bzw. Betriebsbesichtigungen • Brainstorming • Brainwriting • Stationenlernen • Pro-und-Kontra-Debatte

Informationen

3. Planung Im nächsten Schritt organisiert ihr eigenständig, wie ihr die Aufgaben bearbeiten wollt. Ihr könnt dazu auch Arbeitsgruppen bilden, die unterschiedliche Themen bearbeiten.

4. Durchführung Nach diesen Schritten der Vorbereitung erstellt ihr das Handlungsprodukt. Dafür kommen infrage: • Vortrag • Referat • Hefteintrag • Antwortschreiben in Form eines Briefes, eines Faxes oder einer E-Mail • Rollenspiel • Plakat oder Folie • PowerPoint-Präsentation 3


5. Bewertung Nach der Bearbeitung der Lernsituation präsentiert ihr euer Handlungsprodukt. Nachdem es gegebenenfalls verbessert wurde, sichert die ­Ergebnisse in euren Unterlagen.

6. Reflexion Am Ende jeder Lernsituation reflektiert ihr sowohl das Arbeitsergebnis als auch den Arbeitsprozess. Auch hier stehen wieder mehrere Methoden und Techniken zur Verfügung, z. B.: • Feedback • Bewertungsbogen „Zielscheibe“ • Bewertungsbogen „Gruppenarbeit“ • Stärken-und-Schwächen-Analyse • Punktabfrage • Beobachtungsbogen zur Selbst- und Fremdeinschätzung

Wir wünschen euch viel Freude bei der „Mitarbeit“ im Unternehmen Ludwig Thalberger Schuhe e. K. und freuen uns, wenn ihr uns über eure Erfahrungen berichtet – natürlich auch das, wir besser machen sollten. Schreibt uns eine E-Mail unter: info@klv-verlag.de Autoren und Verlagsredaktion

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Inhaltsverzeichnis Lernbereich 1: Wirtschaftliches Handeln im privaten Haushalt . . . . . . . . . . . 7 Die Modellfamilie Brandl stellt sich vor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Lernsituation 1: Einnahmen und Ausgaben der Familie Brandl . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Lernsituation 2: Kriterien für Konsumentscheidungen Jugendlicher . . . . . . . . . . . . 15 Lernsituation 3: Einkaufsbelege unter der Lupe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Lernsituation 4: Angebotsvergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Lernbereich 1: Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Lernbereich 2: Wirtschaftliches Handeln im Unternehmen . . . . . . . . . . . . . . . 43 Das Modellunternehmen stellt sich vor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Lernsituation 5: Unternehmen in der Region erkunden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Lernsituation 6: Der betriebliche Produktionsprozess bei der Ludwig Thalberger Schuhe e. K. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Lernsituation 7: Von der Geschäftsidee zur Unternehmensgründung . . . . . . . . . . . 61 Lernsituation 8: Die Standortwahl bei der Ludwig Thalberger Schuhe e. K. . . . . . . 65 Lernsituation 9: Die neue Rechtsform der Ludwig Thalberger Schuhe e. K. . . . . . . 71 Lernbereich 2: Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78

Lernbereich 3: Einführung in die ­Geschäftsbuchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Lernsituation 10: Durchführung einer Inventur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 Lernsituation 11: Buchungen einfacher Geschäftsvorfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 Lernsituation 12: Buchen der Umsatzsteuer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106 Lernbereich 3: Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115

Lernbereich 4: Buchhalterische Erfassung des betrieblichen Produktionsprozesses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Lernsituation 13: Buchung erfolgswirksamer Geschäftsvorfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . 124 Lernsituation 14: Durchführung eines Angebotsvergleichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 Lernsituation 15: Buchhalterische Erfassung des Einkaufs von Werkstoffen . . . . . 143 Lernsituation 16: Erstellung und Buchung einer Ausgangsrechnung . . . . . . . . . . . . 150 Lernbereich 4: Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161

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Methodenpool . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171 Plakatgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172 Brainstorming . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173 Referate anfertigen – aber wie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174 Feedback . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 Bewertungsbogen „Zielscheibe“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176 Pro-Kontra-Liste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 Erstellen eines Fragebogens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178 Arbeiten in Sozialformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180 Mindmaps (Gedächtniskarten) erstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 Präsentieren – aber wie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 „Spickzettel“ anfertigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184 Arbeitsplan/Maßnahmenplan/Zeitplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185 Präsentationsmedien: Beamer, Flipchart und Folie (Overheadfolie) . . . . . . . . . . . . . 186 Gallery Walk oder „Markt der Möglichkeiten“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 Gruppenpuzzle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189 Bildquellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192

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Wirtschaftliches Handeln im privaten Haushalt

Die Schülerinnen und Schüler … • stellen die Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte gegenüber, um sich einen Überblick über deren finanzielle Situation zu verschaffen. Sie bewerten Ausgabewünsche von Familienmitgliedern kritisch, auch im Hinblick auf die Gefahr einer Überschuldung. • hinterfragen eigene Konsumgewohnheiten und leiten Konsequenzen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Einkommen ab. • analysieren und überprüfen Belege eines Familienhaushalts, um die für den Verbraucher wesentlichen Informationen, z. B. im Hinblick auf die Bezahlung, zu entnehmen. • wählen geeignete Zahlungsmöglichkeiten für familientypische Situationen aus, indem sie die jeweiligen Vor- und Nachteile abwägen und sie aus der Sicht des kritischen Verbrauchers bewerten. • wenden die Prozentrechnung insbesondere in ökonomischen Kontexten an und überprüfen die Richtigkeit der Ergebnisse durch Abschätzen.

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Wirtschaftliches Handeln im privaten Haushalt

Die Modellfamilie Brandl stellt sich vor

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Familie Brandl wird dich die nächsten Jahre begleiten. Vater Josef Brandl fand nach seinem Studium als Elektro­ingenieur eine Anstellung bei der Hansen GmbH, einem orts­ansässigen Elektrounternehmen, das sich um die Elektro- und Sicherheitstechnik verschiedener Bauvorhaben kümmert. Helga Brandl ist stundenweise in der Verkaufsabteilung des Unternehmens Ludwig Thalberger Schuhe e. K. tätig. Sohn Daniel ist bereits ausgezogen und studiert derzeit internationale Betriebswirtschaftslehre. In seiner Freizeit bessert er sich sein Taschengeld durch gelegentliche Auftritte als DJ auf. Tochter Elena hat gerade ihren Mittleren Bildungsabschluss erfolgreich geschafft und eine Ausbildung als Floristin begonnen. Tochter Carina besucht die siebte Klasse der Realschule und das Nesthäkchen Erik kommt nächstes Jahr in die Grundschule.

Vater Josef Brandl (45) ist als Elektroingenieur bei einem Unternehmen in Landshut tätig.

Mutter Helga Brandl (44) arbeitet stundenweise im Unternehmen Ludwig Thalberger Schuhe e. K.

Sohn Daniel (18) studiert derzeit internationale Betriebswirtschaftslehre.

Tochter Elena (16) absolviert eine Ausbildung als Floristin.

Tochter Carina (13) besucht die siebte Klasse der Realschule.

Sohn Erik (5) kommt erst nächstes Jahr in die Schule.

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Lernsituation 1: Einnahmen und Ausgaben der Familie Brandl

Lernsituation 1: Einnahmen und Ausgaben der Familie Brandl

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Es ist Familiensonntag bei Familie Brandl. Im Wohnzimmer werden die Ereignisse der letzten Woche besprochen sowie Essenswünsche für die kommende Woche geäußert. Frau Brandl schaut die Anzeigenblätter der Supermärkte durch und schreibt einen Einkaufszettel. Auch die Kinder Carina, Elena und Daniel sowie Vater Josef blättern in der Werbung, als der Vater Josef etwas entdeckt. Josef:

„Schau mal, Helga, hier gibt es eine super Elektrokettensäge, die kostet nur 289 Euro. Dann könnte ich das stumpfe Ding im Keller endlich wegwerfen.“

Helga: „Josef, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Schau mal, jetzt zum Schul­beginn fallen wieder so viele Ausgaben an. Carina braucht noch drei große Ordner. Und die Hausschuhe von Erik im Kindergarten werden auch schon wieder zu klein. Die kosten bestimmt 30 Euro.“ Carina: „Papa, ich brauche auch noch die 15 Euro Kopiergeld für die ­Schule …“ Elena: „Na ja, Carina, das kann auch noch warten. Ich brauche ganz dringend 20 Euro für die Wochenkarte beim Bus.“ Daniel: „Haha, du verdienst doch schon dein eigenes Geld, Schwesterherz ­Elena. Nimm doch erst einmal das. Ich brauche für die Universität noch ein ganz wichtiges Buch, wenn jetzt im Oktober das Semester wieder losgeht!“ Elena: „Ich bekomme erst nächsten Monat meine erste Ausbildungsvergütung. Und wieso ein Buch? Schau doch im Internet dein Zeug nach.“ Josef:

„Was für ein Buch brauchst du denn schon wieder, Daniel? Ist das auch wieder so teuer wie das letzte Buch für 50 Euro?“

Daniel: „Na ja, Papa … es ist echt total wichtig: Wirtschaftsenglisch. Und die Bücher für die Uni sind eben alle so teuer.“ Helga: „Dann wird das nächste Woche aber nichts mit unserem Grillabend, das klingt eher nach Suppe, bei den ganzen Ausgaben. Wir brauchen ja auch mindestens 150 Euro für die Lebensmittel pro Woche.“ Josef:

„Ach komm, Helga, irgendwie wird das schon gehen. Am besten hole ich mal das Haushaltsbuch. Da stehen unsere gesamten Einnahmen drin.“

Helga: „Ja, mach das. In meiner Handtasche ist auch noch ein Kontoauszug, den ich am Freitag geholt habe. Dann rechnen wir das mal durch.”

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Wirtschaftliches Handeln im Unternehmen

Das Modellunternehmen stellt sich vor

LTS

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Steckbrief: Ludwig Thalberger Schuhe e. K. Inhaber

Ludwig Thalberger

Standort

Rudolf-Diesel-Str. 12, 84030 Landshut

Kontakt

Telefon: 0871 4321-0 Fax: 0871 4321-21 Website: www.thalberger-schuhe.de

Bankverbindung

Sparkasse Landshut IBAN DE 10 7435 0000 0000 2244 68 BIC BYLADEM1LAH

Steuer

Steuernummer: 040/442/40756 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.): DE 176324958

Gründung

12. Januar 2015

Unternehmenszweck

Herstellung und Verkauf von Outdoor-Schuhen

Produktionsprogramm

• • • •

Verkaufsgebiet

Süddeutschland

Kundenzielgruppe

hauptsächlich Schuhgeschäfte

Zahl der Mitarbeiter

40 2 Auszubildende

Bergstiefel Trekkingstiefel Wanderschuhe Handelswaren (Schnürsenkel, Pflegemittel)

Das Organigramm des Unternehmens Inhaber und Geschäftsführer Ludwig Thalberger

Leitung Einkauf und Lager Susanne Gerber

Leitung Produktion Peter Sonntag

Team Einkauf Bernd Donath Elena Kobe

Team Produktion 26 Mitarbeiter

Team Lager Nicole Kleinhenz Peter Kleisert Juan Salvado Thomas Tröger

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Leitung Verwaltung/­ Personal/Buchhaltung Michael Marinoff

Auszubildende Jennifer Rodscheik Paul Zeiß

Leitung Verkauf Sebastian Schmitz

Team Verkauf Helga Brandl Philip Eirich Liselotte Stöcker


Lernsituation 5: Unternehmen in der Region erkunden

Lernsituation 5: Unternehmen in der Region erkunden 2

Montag, 3. Stunde, jetzt steht BwR bei Herrn Weiß auf dem Stundenplan. Herr Weiß hat den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Schuljahres mitgeteilt, dass alle Schüler der 7. Klasse am nächsten Girls’ bzw. Boys’Day teilnehmen werden. In der zweiten Pause unterhalten sich Carina und ihr Klassenkamerad Luca:

Mitmachen beim

Wissenschaft

Forschung

28 | 03 | 19 Informatik

Industrie

Technik

Handwerk

senschaft k - Informatik - Wis - Industrie - Techni nte in Handwerk Entdecke deine Tale

- Forschung

© Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

© Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

Mitmachen beim

28 | 03 | 2019

Entdecke deine Talente in Gesundheit - Pflege - Soziales - Erziehung - Bildung - Dienstleistung

girls-day.de | #girlsday

dUrchGeführt vom

Gefördert von

Unterstützt von

AktionspArtner

boys-day.de | #boysday Gefördert vom

durchGeführt vom

Bündnispartner

Bundesverband der Freien Berufe e.V.

Carina: Hallo, Luca. Luca:

Hallo, Carina. Hast du das eigentlich gecheckt, was Herr Weiß mit diesem Girls’ und Boys’Day gemeint hat?

Carina: Ja, eigentlich schon. Irgendwie geht’s wohl darum, dass wir einen ersten Einblick in die Berufswelt bekommen sollen. Und deswegen sollen wir an diesem Tag mal in einen Beruf unserer Wahl hineinschnuppern. Luca:

Okay. Aber ehrlich gesagt, ich habe mir da noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Aber ist ja auch eine Zeit lang hin, bis wir Herrn Weiß Bescheid geben müssen, was wir machen.

Carina: Ja, das stimmt schon. Aber ich fände es gut, wenn wir eine Übersicht hätten, was es für Betriebe eigentlich gibt und was man dort macht. Luca:

Ja, aber allein in unserem Dorf gibt es bestimmt zehn verschiedene Betriebe. Lass uns doch einfach mal nachforschen, ob wir nicht ein System in die Vielzahl der Betriebe reinbringen könnten.

Carina: Genau. Ich habe da gestern einen total interessanten Beitrag im Fernsehen angeschaut: Wie ein T-Shirt entsteht. Mithilfe dieses Beispiels könnten wir ein Plakat anfertigen, auf dem wir einen Vorschlag machen, wie man Betriebe etwas genauer einteilen könnte. 45


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Buchhalterische Erfassung des betrieblichen Produktionsprozesses

Lernsituation 13: Buchung erfolgswirksamer Geschäftsvorfälle Den Buchungssatz hat Jennifer jetzt schon gut begriffen. Fleißig trägt sie die einzelnen Belege zuerst in das Hauptbuch und anschließend in das Grundbuch ein.

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Doch bei nachfolgendem Beleg wird sie stutzig, passt er doch nicht so ganz in ihr bisher gewohntes Ablaufschema: €

Netto

€ +

% MwSt.

Gesamt

Gesamtbetrag € in Worten

420, 00 ct

Quittung

ct

420, 00

Nr.

ct

77

vierhundert und zwanzig

(Im Gesamtbetrag sind

Cent wie oben

% Umsatzsteuer enthalten)

von

Ludwig Thalberger Schuhe e.K.

für

Aushilfslohn Monat Januar 20XX

richtig erhalten zu haben, bestätigt Ort

Landshut

Buchungsvermerke

Datum

01.02.20XX

Stempel/Unterschrift des Empfängers

Michael Marinoff Jennifer: Herr Marinoff, also bisher war ja immer alles klar. Aber bei dieser Quittung weiß ich nicht ganz so recht. Dass die Kasse abnimmt, o. k., ist klar. Aber was mache ich mit dem Aushilfslohn? Der passt eigentlich zu keinem Bestandskonto, das ich kenne. Wenn überhaupt, wirkt sich das allerhöchstens auf den Gewinn aus.

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Herr Marinoff:

Richtig. Und welches Bestandskonto ist dann betroffen?

Jennifer:

Hmmm… das Eigenkapital vielleicht?

Herr Marinoff:

Richtig, und damit hast du das Problem fast schon gelöst.


Lernsituation 13: Buchung erfolgswirksamer Geschäftsvorfälle

Handlungsaufträge 1. Macht euch mit der Situation vertraut, indem ihr euch zunächst orientiert. Betrachtet hierzu die erhaltenen Unterlagen und stellt sicher, dass euch klar ist, was eure Aufgabe ist. ­Informiert euch über das Konto Eigenkapital und seine Unterkonten, die Erfolgskonten. Erkennt den Unterschied der Erfolgskonten zu den Bestandskonten. (Orientierung und Information) 2. Plant euer weiteres Vorgehen, indem ihr euch Gedanken macht, was in dieser konkreten Situation zu tun ist, und notiert diese stichpunktartig. (Planung) 3. Bucht den Beleg auf T-Konten. Entwickelt Buchungsregeln für die Buchung auf die Erfolgskonten. Wendet dabei das Grundprinzip der doppelten Buchführung an und bucht mithilfe von Buchungssätzen. (Durchführung)

4

4. Bewertet euer Ergebnis im Klassenplenum. Nehmt Kritikpunkte auf zur Vollständigkeit und inhaltlichen Richtigkeit, ergänzt eure Ausführungen gegebenenfalls und korrigiert Fehler. (Bewertung) 5. Reflektiert kritisch mögliche Fehlerquellen im Buchungsprozess und überprüft eure Arbeitsweise. Seid bereit, euer Arbeitsergebnis zu verantworten und aus Fehlern zu lernen. Erkennt, dass ihr bei der Kontierung von Buchungsbelegen besonders gewissenhaft arbeiten müsst. Ebenso reflektiert euer Verhalten in der Arbeitsgruppe und überlegt, wie ihr Verhaltensweisen verbessern könnt. (­Reflexion)

Ergänzender Handlungsauftrag für die Lernbereiche 3–6 „LERNKARTEI“ 1. Führt eure Lernkartei fort. 2. Schreibt nun folgende Begriffe auf die Kopfzeile eines DIN-A6-Kärtchens: Eigenkapital und seine Unterkonten, Erfolgskonten, Aufwandskonten, ­Ertragskonten usw. 3. Sortiert die Begriffskärtchen nach den Kriterien weiß ich oder weiß ich nicht. 4. Bildet Kleingruppen und erklärt euch gegenseitig die Weiß-ich-nicht-Kärtchen. Schlagt dabei die ungeklärten Begriffe im Schulbuch nach. 5. Schreibt die Begriffserklärungen auf die Rückseite des entsprechenden Kärtchens und ordnet diese unter der Leitkarte Buchführung alphabetisch in euren Lern­ kartei-Behälter ein.

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Methodenpool

Arbeiten in Sozialformen Unter Sozialform versteht man die Beziehungen zwischen Menschen, die sich räumlich und zeitlich zusammenfinden. Das kann in der Schule oder am Arbeitsplatz sein. Oft kristallisieren sich bei Einzelnen in der Sozialform bestimmte Rollen heraus (z. B. ein „Leitwolf“, ein „Pessimist“, ein „Optimist“, eine „stille Maus“, ein „Denker“, ein „Einzelgänger“). Häufig ist es eine Herausforderung, trotz der verschiedenen Charaktere ein gutes Arbeitsergebnis zu erzielen, also gute Teamarbeit zu leisten. Auch die Kommunikationsstruktur spielt innerhalb der Sozialform eine wichtige Rolle – hier gilt: „Aktives Zuhören, ausreden lassen des Gegenübers und gegenseitiger Respekt“. Werden diese Regeln beherzigt, steht dem erfolgreichen Arbeiten in Sozialformen nichts mehr im Wege! Man unterscheidet vier Sozialformen, je nachdem, wie viele Personen an ein und derselben Aufgabe arbeiten:

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Einzelarbeit Ein Mensch arbeitet alleine. Das Arbeitstempo wird meist vom arbeitenden Menschen selbst bestimmt und steht im Zusammenhang mit den eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen.

Partnerarbeit Zwei Menschen arbeiten zusammen. Das Arbeitstempo wird durch die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten beider bestimmt. Die Partner ergänzen sich von ihrem Wissensstand her oft gegenseitig. Durch den Gedankenaustausch prägen sich die besprochenen Themen meist besser im Gedächtnis ein. Gruppenarbeit Menschen arbeiten in einer Gruppe mit drei bis fünf Personen zusammen und alle sind gleichberechtigt. Die gegenseitige Rücksichtnahme spielt dabei eine wichtige Rolle. Themenbereiche können innerhalb einer Gruppe aufgeteilt und später den Gruppenmitgliedern vorgetragen werden. Wichtig ist immer ein Zeitnehmer, der die vorgegebene Zeit überwacht und einen Zwischenstand über die Restzeit gibt. In der Gruppenarbeitsphase haben die Gruppenmitglieder die Möglichkeit, sich gegenseitig auszutauschen und ihre verschiedenen Wissensstände zu einem Gesamtpaket zu vereinen. Finden Präsentationen nach der Gruppenarbeit statt, ist es wichtig, dass alle Gruppenmitglieder einen Teilbereich präsentieren. Plenum Das Wort Plenum ist abgeleitet vom Lateinischen (plenus, plena, plenum = voll) und bedeutet, dass alle zusammen einen Sachverhalt erschließen, besprechen oder Probleme erörtern bzw. diskutieren und/oder konstruktive Kritik während/nach Präsentationen üben. Im Plenum treffen viele Ideen und Wissensstände aufeinander, von denen jeder Einzelne, der an einer Plenumsrunde teilnimmt, profitieren kann. Auch im Plenum gilt: „Gegenseitiger Respekt, aktives Zuhören, aussprechen lassen des Redners“.

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Mindmaps (Gedächtniskarten) erstellen

Mindmaps (Gedächtniskarten) erstellen Sollen verschiedene Unterpunkte, die zu einem Hauptpunkt gehören, übersichtlich dargestellt werden, bietet sich eine Mindmap an. Oft wird diese auch als Gedächtniskarte oder Landkarte bezeichnet. Sie eignet sich hervorragend, um Themenbereiche zusammenzufassen und später mit der Mindmap diesen Themen­bereich zu lernen. Eine Mindmap ist wie folgt aufgebaut und sollte nach folgenden Grundsätzen erstellt werden: Aufbau

Grundsätze

• Mittig steht das Hauptthema • An den einzelnen Ästen und Unterästen werden die Unterthemen an das Haupt­ thema gehängt • Grafiken unterstützen die jeweiligen Aus­ sagen

• Ausreichend Platz für die Mindmap vorsehen (am besten Querformat) • Nur Stichworte verwenden • Genaue Gliederung vornehmen • Grafiken verwenden

Unterzweig

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Thema

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Tipp: Mit Computerprogrammen können problemlos und einfach Mindmaps erstellt, bearbeitet und formatiert werden. Es gibt spezielle MindManager, die für die Anwendung in Schulen geeignet sind.

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Profile for Bettina Graber

BWR 7 Prfil III  

BWR 7 Prfil III  

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