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John MacArthur Dienst am Wort und an der Herde Seit über 40 Jahren hat John MacArthur es als Lebensziel verfolgt, das Wort Gottes viele Stunden pro Woche zu studieren und in fortlaufender und auslegender Weise zu verkünden, damit die Gemeinde Jesu wächst und gedeiht. Weil diese schlichte, systematische Verkündigung des reinen Wortes Gottes das Relevanteste ist, was die Gemeinde und die Welt zu allen Zeiten brauchen, sind John MacArthur, seine Gemeinde Grace Community Church und die damit verbundenen Werke Grace to You und The Master’s Seminary zu Segenskanälen geworden, die sich in alle Welt erstrecken. Dieses Buch schildert seine persönliche Entwicklung und seinen Dienst in der Gemeinde, in der theologischen Ausbildung, in US- und weltweiten Radio-, Kassetten- und Predigtdiensten und die Frucht seiner Bücher und Medien. Daraus zeigt sich: Auch sein Leben mit seinen Prioritäten und all den durchstandenen Herausforderungen und Problemen ist eine Predigt für sich.


Iain Murray John MacArthur Dienst am Wort und an der Herde


Iain Murray

John MacArthur Dienst am Wort und an der Herde


Widmung

Den Ältesten, Mitarbeitern und Mitgliedern der Grace Community Church in Dankbarkeit für die ihnen gegebene Gnade, Christen in der ganzen Welt zu dienen.

1. Auflage 2012 © Iain H. Murray 2011 Erschienen bei The Banner of Truth Trust, Edinburgh (GB) © der deutschen Übersetzung Betanien Verlag 2012 Postfach 1457 · 33807 Oerlinghausen www.betanien.de · info@betanien.de Übersetzung: Joachim Schmitsdorf u.a. Redaktion: Hans-Werner Deppe Korrektur: Dirk Noll Cover: Peter Voth, Foto: Luke van Dyke Satz: Betanien Verlag Druck: Scandinavianbook, Arhus (Dänemark) ISBN 978-3-935558-48-8


Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Einleitung: Was ist ein bibeltreuer Leiter? . . . . . . . . . . . . . . .

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1 Jugend in Kalifornien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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2 Die Bibel an erster Stelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 3 Die ersten Jahre an der Grace Community Church . . . . 41 4 Bedrohliche Wendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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5 Die Bibel und das Predigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 6 Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten . . . . . . . . . . . . 79 7 Die 1980er Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 8 Über den Pazifik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 9 Kontroversen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 10 Patricia MacArthur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 11 Korrektur und das Vorbild der Christen in Russland . . . 155 12 Grace to You . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167 13 Wäschekörbe voller Post . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 14 Einwände und Fragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197 15 Die Situation in den USA ändert sich . . . . . . . . . . . . . . . 213 16 Ein Besuch bei der Grace Community Church . . . . . . . 229 17 Der Mensch John MacArthur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245 Anhang Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur . . . . . . . 259 Personen- und Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 269


Vorwort

Die Freundschaft mit John MacArthur war für mich während der letzten zwölf Jahre eine der erfreulichsten Überraschungen meines Lebens. Überraschend war sie deshalb, weil wir zum einen an ganz anderen Enden der Erde wohnen und zum anderen ganz verschiedenen evangelischen Traditionen entstammen. Von daher waren wir nicht gerade von vornherein als Kumpanen und Freunde prädestiniert. Was uns zusammenbrachte, war die gemeinsame Überzeugung von bedeutenden Wahrheiten. Und diese Grundwahrheiten vereinen auf der ganzen Welt auch andere Gläubige, die die Bibel lieben. Eine Biografie über John MacArthur zu schreiben, wäre mir nie in den Sinn gekommen – bis zu einem Ereignis im Jahr 2009. Zuvor hatten mich die Ältesten von John MacArthurs Gemeinde, der Grace Community Church in Sun Valley bei Los Angeles, eingeladen, um an MacArthurs 40. Dienstjubiläum in dieser Gemeinde zu predigen – am 1. Februar 2009. Ich dachte mir, dass es zu diesem Anlass angebracht wäre, ein kurzes Wort zu MacArthurs langjährigem Dienst, dessen wir ja an diesem Festtag gedenken wollten, zu sagen, aber mir war zunächst nicht klar, wie ich das anstellen sollte. Ich ging davon aus, dass am Tag des Herrn die Kanzel dazu da ist, das Wort Gottes zu verkündigen und dass eine solche Würdigung daher ausgeschlossen sei. Stattdessen entschloss ich mich, als kurzen Tribut einen biografischen Abriss zu verfassen. Phil Johnson und Mike Taylor (Redakteure, die für John MacArthurs Mediendienst Grace To You arbeiten und die mir zuvor unbekannt waren) hatten zum Jubiläum ein umfangreiches Buch vorbereitet mit dem Titel Truth Endures: Landmark Sermons by John MacArthur (»Wahrheit bleibt bestehen: richtungsweisende Predigten 7


John MacArthur · Vorwort

von John MacArthur«).1 Dieses Buch befand sich gerade im Druck, als meine Kurzbiografie Ende 2008 bei Grace To You eintraf. Sie haben dann buchstäblich die Druckerpressen angehalten und meine 60-seitige Biografie noch in das Buch aufgenommen. Das fand ich sehr freundlich und fühlte mich dadurch geehrt, doch ich war mir bewusst, dass in meinem Abriss zu viel ungesagt geblieben war. Diese Einsicht hat schließlich zu dem Buch geführt, dass Sie nun in Händen halten. Es enthält den Großteil der ursprünglichen Kurzbiografie, nur wesentlich ergänzt. Ich hoffe, dass ich damit anderen jene Ermutigung weiterreichen kann, die ich selber durch die Beschäftigung mit John MacArthurs Leben und Dienst empfangen habe. Dennoch ist dieses Buch nicht viel mehr als ein Abriss. Ein vollständiges Lebensbild kann erst später und von jemand anderem verfasst werden. So lange jemand noch lebt, ist es noch nicht an der Zeit, eine vollständige Biografie über ihn zu schreiben. Johns Ziel ist es, bis zu seinem Lebensende am Wort Gottes zu dienen, oder – wie er es ausdrückt – »im Sattel zu sterben«. Sein Vater stand noch mit über 90 Jahren aktiv im Dienst. Ob unser Freund nun dieses Alter erreicht oder nicht, so glaubt er jedenfalls, dass das geistliche Wachstum bis ans Lebensende weitergeht: Manchmal machen mich Leute darauf aufmerksam, dass ich auf der einen Predigtkassette etwas sage, was meiner Aussage auf einer späteren Predigtkassette widerspricht. Ich antworte ihnen dann, dass ich noch am Wachsen bin. Ich wusste weder damals alles, noch weiß ich das heute. In anderes Mal sagte er: »Man kann den Dienst von John MacArthur nicht auswerten, bevor alle Ermittlungen abgeschlossen sind.« 1

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Erschienen bei Grace to You, 2009 und Crossway, 2011. Anmerkung des dt. Herausgebers: Nicht auf Deutsch erschienene Buchtitel werden hier in Anführungszeichen ins Deutsche übertragen; wenn das Buch jedoch auch auf Deutsch vorliegt, wird der offi zielle deutsche Titel in Kursivschrift angegeben. Siehe auch die Bibliografie aller Bücher von John MacArthur auf Seite 259, wo vorhandene deutschsprachige Ausgaben angegeben und gekennzeichnet sind.


John MacArthur · Vorwort

Ich habe diese Seiten zwar nicht zusammen mit John geschrieben, doch war die Hilfe etlicher Geschwister aus seiner Gemeinde unverzichtbar. Besonderer Dank gilt Rick Holland, Phil Johnson und Don Green. Phil Johnson hat eine einzigartige Kenntnis des unveröffentlichten Materials, ohne das ich diese Biografie nicht hätte schreiben können. Ich hoffe, dass Phil eines Tages selber über diesen Dienst schreiben wird, an dem er so großen Anteil gehabt hat. Die Mitarbeiter Pat Rotisky und Catherine Curry waren mir sehr behilflich, und unzählige andere aus der Grace Community Church haben mich auf verschiedene Weise ermutigt. Die Tage, die meine Frau und ich in der Grace Church verbracht haben, werden uns stets in wertgeschätzter Erinnerung bleiben. In einer Gemeinde, in der man den Segen Gottes kennt, werden sich die Geschwister stets liebhaben und andere werden herzlich aufgenommen werden. So ist es auch uns in Sun Valley ergangen. Dank schulde ich John MacArthur für die Erlaubnis, ihn so ausführlich zitieren zu dürfen, und auch seiner Frau Patricia MacArthur für ihren wertvollen Beitrag und für das Einverständnis, Familienfotos abbilden zu dürfen. Die Verlagsmitarbeiter von Banner of Truth haben zur Produktion dieses Titels ihre gewohnte Bestleistung beigesteuert, und meine Freunde Ian S. Barter und John R. de Witt haben die Rohfassung des Manuskripts hilfreich kommentiert. Meine Frau Jean hat, wie immer, zu Hause für alles bestens gesorgt, während ich mich ungestört allein diesem Buch widmen konnte. Iain Murray, Edinburgh, im August 2010

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K A PITEL 

Jugend in Kalifornien

John Fullerton MacArthur Jr. wurde am 19. Juni 1939 in Los Angeles geboren. Der Namenszusatz »Junior« hat manchmal zu Verwirrung geführt, denn es gab viele »John MacArthurs« vor ihm. Ein Vorfahre mit diesem Namen war 1815 aus dem schottischen Glasgow nach Kanada ausgewandert. Sowohl der Sohn dieses Einwanderers als auch sein Enkel hießen ebenfalls John, und erst in der vierten Generation wurde 1885 ein Abkömmling geboren, der nicht mehr diesen biblischen Namen (»Johannes«) trug, sondern Harry hieß. Dieser Harry MacArthur war der Großvater von unserem John MacArthur. Er war Leiter der Telegrafie bei der Kanadischen Eisenbahn in Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta und wurde zu dieser Zeit Christ. Seine Frau Olivia Mary Fullerton war die Tochter eines Thomas Fullerton, der von 1893 – 1921 als Prediger der presbyterianischen St.-James-Kirche in Charlottetown auf der Prinz-Edward-Insel an der Ostküste Kanadas diente. Fullerton stammte aus Schottland, wo sein Vater ebenfalls ein presbyterianischer Prediger war. John MacArthurs Großeltern Harry und Olivia waren also beide schottischer Abstammung. Harry und Olivia wurde 1914 ihr einziger Sohn geboren, der wiederum John hieß. Als er noch klein war, zog die Familie nach Los Angeles um. Vielleicht war es der Wunsch zu predigen, der die Eltern nach Kalifornien zog, denn Harry bereitete sich dort am Bibelinstitut von Los Angeles auf den Dienst der Evangeliumsverkündigung vor. Sein darauf folgendes Lebenswerk umfasste ein Pastorat in Los Angeles, Predigtdienste insbesondere für andere Pastoren und die Gründung des Radiosenders Voice of Calvary (»Stimme von Golgatha«) im Jahr 1942. 15


John MacArthur · Kapitel 1

John (genannt »Jack«) MacArthur, der Sohn von Harry, studierte nach seiner Schullaufbahn in Los Angeles Theologie am Eastern Baptist Seminary in Philadelphia in Pennsylvania im Osten der USA. Beeinflusst vom Leben und Vorbild seines Vaters, hatte er schon früh die Ambition, sein Leben der Verkündigung des Wortes Gottes zu widmen. Und tatsächlich tat er das fast jede Woche, seitdem er 19 war. Seine erste Pastorenstelle hatte er in der Manchester Baptist Church in Los Angeles. Am 25. Juni 1937 heiratete er in Los Angeles Irene Adeline Dockendorf. Das Paar hatte sich einige Jahre zuvor kennengelernt, als Irene 14 Jahre alt und frisch bekehrt war. 1939 wurde ihr Sohn John F. MacArthur geboren, der in der Familie fortan »Johnny« genannt wurde. John bekam noch drei jüngere Schwestern: Jeanette, Julie und Jane. Seine ersten Erinnerungen reichen jedoch nicht nach Los Angeles zurück, wo er später noch den Großteil seines Lebens verbringen sollte. Denn kurz nach seiner Geburt ging sein Vater nach Chicago ans Moody Bible Institute, wo er als Mitarbeiter und Evangelist diente. So war Johnnys frühe Kindheit geprägt von vielen Umzügen in andere Städte, darunter Chicago und Philadelphia. Anfang der 1940er Jahre zogen Jack und Irene MacArthur wieder in die Gegend von Los Angeles und waren für kurze Zeit an der Eagle Rock Baptist Church. Als Jack 1943 an die Fountain Avenue Baptist Church in Hollywood berufen wurde, übernahm sein Vater die Arbeit an der Eagle-Rock-Gemeinde. Jacks Dienst in Hollywood führte zu zahlreichen Bekehrungen, darunter der des berühmten »singenden Cowboys« Roy Rogers und seiner Frau Dale Evans, die enge Freunde von Jack wurden. John MacArthur blickt auf seine Kindheit zurück als auf eine Zeit, in der er »geliebt, gelobt, ermutigt und ihm viel zugetraut wurde«. Die Sache mit dem Zutrauen war für seine Eltern anfänglich nicht immer einfach. Als Kind war Johnny fast unheilbar wissbegierig. Einmal trieb ihn seine Neugier in einen Gullyschacht, den er auskundschaften wollte. Es überrascht nicht, dass seine Mutter ihn manchmal mit einem Seil an den Pfosten ihrer Wäscheleine anband. Als er für solche Maßnahmen zu groß wurde, sorgte seine Abenteuerlust noch für so manche Überraschung bei seinen Eltern. 16


Jugend in Kalifornien

Jack und Irene MacArthur in den 1950er Jahren

Mit sieben oder acht Jahren stand er einmal – womöglich als Mutprobe von seinen Schulkameraden angestachelt – auf einer großen Straßenkreuzung in der Nähe seines Elternhauses und dirigierte die Autos, als sei er Verkehrspolizist. Dieses Abenteuer endete abrupt, als ein Auto, das er anhalten wollte, sich als das elterliche Fahrzeug mitsamt seinem Vater herausstellte. Das war aber nicht das einzige Mal, dass er »körperliche Züchtigung« zu spüren bekam. Eine andere Erziehungsmaßnahme, an die er sich noch heute erinnert, betraf sein Ausprobieren von Fluchausdrücken, die er von älteren Jungs aufgeschnappt hatte. Dieses Unterfangen war kurzlebig, denn es führte dazu, dass sein Mund mit Seife ausgewaschen wurde! Später sagte er darüber: »Noch heute schmecke ich die Seife, wenn ich von jemanden Kraftausdrücke höre.« Aber im wichtigsten Bereich des Lebens wurden Johns Eltern vor den Sorgen verschont, die viele christliche Eltern haben. Er erinnert sich an keine Zeit, in der sein Glaube nicht echt gewesen wäre: »Ich wusste immer, dass ich Jesus als meinen Retter brauche.« 17


John MacArthur · Kapitel 1

Seine christliche Erkenntnis wuchs mit der Zeit; es gab keine plötzliche Veränderung und keine geistliche Rebellion. Als er noch jung war, nahm sein Vater ihn oft mit zu seinen Predigtterminen und anderen Verpflichtungen. Ein solcher Anlass war eine Vortragswoche in der Gemeinde eines anderen Pastors. Während Jack MacArthur anderweitig beschäftigt war, spielte der etwa zehnjährige John mit dem Sohn des Pastors und anderen Jungen. Sie verleiteten den jungen Gast zu einem Streich, der für ihn eine ganz neue Erfahrung war und ein gehöriges Stück Vandalismus beinhaltete. Johns Gewissen wurde dadurch so belastet, dass er keinen Frieden hatte, bis er sich mit seinem Vater auf die Eingangsstufen des Gemeindehauses setzte, sich mit aussprach und sagte, dass er Gottes Vergebung braucht. Jack MacArthur nahm sich viel Zeit für seinen Sohn und war sein wichtigster Mentor. Viele Jahre später erinnerte sich John: Es waren die Predigten meines Vater, die den größten Einfluss auf mich hatten. Wenn man als Sohn eines Pastors aufwächst, hört man ein paar tausend Predigten – manche davon mehr als einmal. Ich bin vielleicht ab und zu dabei eingenickt, doch das meiste was ich hörte, blieb sitzen. Ja, an einige seiner Predigten kann ich mich noch heute ganz genau erinnern. Was ich beim Zuhören feststellte – und was mich am tiefsten beeinflusst hat – war, dass sein Leben so glaubwürdig und überzeugend war. Sein Verhalten und seine Einstellung änderten sich nicht je nachdem, wo oder bei wem er war. Er lebte nach demselben Maßstab, den er auch seine Familie und seine Gemeinde anzunehmen drängte. Damit verweigerte er uns jede Ausrede, Kompromisse zu machen. In einem Wort gesagt: Er brachte mir den Wert der Integrität bei. Bis zum Alter von 10 Jahren stand John auch unter dem Einfluss seines Großvaters Harry MacArthur und hörte dessen Predigten. Harry MacArthur starb am 18. Februar 1950 an Krebs. Kurz vor Harrys Tod hatte John ihn mit seinem Vater zusammen besucht, und so behielt er ihn für immer in bewundernder Erinnerung. 18


Jugend in Kalifornien

Eine der letzten Predigten von Harry MacArthur stammt vom Dezember 1949 und hatte unter der Überschrift »Himmlische Aufzeichnungen« Hiob 16,19 zum Thema: »Auch jetzt noch – siehe, im Himmel ist mein Zeuge und mein Fürsprecher in der Höhe.« Anlässlich der Beerdigung wurde der Predigttext abgedruckt und an die Gäste verteilt. Im Vorwort schrieb sein Sohn Jack: »Es predigte ein Mann, der im Sterben begriffen war, ein Mann, der wusste, dass sein Leben zu Ende geschrieben war, im Himmel dokumentiert, und dass er schon bald vor seinem Heiland stehen wird.« In dieser Predigt gab Harry MacArthur sein letztes Zeugnis: Als erstes möchte ich verzeichnet wissen, dass Harry MacArthur, ein Sünder, Jesus Christus als seinen Retter annahm, von neuem geboren wurde und in Christus Jesus zu einem neuen Geschöpf gemacht wurde. Manche glauben, man könne gerettet werden, indem man sich einer Gemeinde anschließe, aber aus dem Wort Gottes wissen wir, dass dem nicht so ist. Ich war schon mindestens zwei Jahre ein angesehenes Gemeindemitglied, bevor ich errettet wurde und auch überhaupt erst an Errettung interessiert war … Den zweiten Eintrag, den ich dokumentiert wissen möchte, ist die Tatsache, dass ich Jesus Christus öffentlich vor den Menschen bekannt habe und immer noch bekenne. Anschließend verdeutlichte Harry MacArthur, dass er bis zum Schluss ein Seelengewinner war. Das Vorwort zur abgedruckten Predigt stellt besonders seine Demut heraus: »Er war ein herausragender Soldat des Kreuzes, aber ihm war das nie bewusst. Er war zuallererst ein Verkündiger des glorreichen Evangeliums Jesu Christi. Er sagte oft, dass andere das Evangelium besser verkündigen können als er, aber sie können niemals ein besseres Evangelium verkündigen.« *** Als Johns Großvater 1950 starb, wechselte Johns Vater Harry zur First Baptist Church in Downey, einem Vorort von Los Angeles. 19


John MacArthur · Kapitel 1

Diese Gemeinde wurde bekannt als die am schnellsten wachsende Gemeinde des Baptistenverbandes. Zusätzlich zu diesem Dienst führte Harry auch die wöchentlichen Radiopredigten seines Vaters, die Sendung Voice of Calvary, weiter und ergänzte sie 1956 noch um eine Fernsehsendung. Was dem damals zehnjährigen John jedoch lebhafter in Erinnerung blieb, war, dass 1950 seine verwitwete Großmutter »Nannie« Fullerton MacArthur zu ihnen zog. Sie blieb 28 Jahre lang. Es war zwar ganz schön beengt zu siebt in dem kleinen Pfarrhaus in Downey, doch John akzeptierte es, sein Zimmer mit der Großmutter zu teilen. In Gesellschaft seiner Mutter, Großmutter und dreier Schwestern spielte der »weibliche Einfluss« keine unbedeutende Rolle bei seiner Erziehung. Er sagte darüber: Mutti hat nie auch nur einen Tag außerhalb unseres Heims gearbeitet. Wir waren ihr Leben. Das Haus war immer sauber und gemütlich, und sie war ständig damit beschäftigt, Kekse oder Brot zu backen oder uns etwas Besonderes zu essen zuzubereiten. Als ich später nicht weit von zu Hause aufs College ging, konnte ich mich darauf verlassen, sie daheim anzutreffen – beim Kochen, Lesen oder Stricken (das Strickzeug lag immer griff bereit). Sie hat unsere Familie enorm geprägt. Zusammen mit meinem Vater hat sie uns vier Kinder in der »Pflege und Ermahnung des Herrn« erzogen.1 Wir alle wuchsen und gediehen auch in der Erkenntnis und Liebe Gottes. Die vielleicht wichtigste Entscheidung meiner Eltern in unserer Erziehung hatte wenig mit uns direkt zu tun. Es hatte nichts damit zu tun, auf welche Schule wir gingen oder wofür und wie wir bestraft wurden. Es ging nicht darum, wann wir zu Bett gehen oder was wir zu Abend essen sollen. Ihre wichtigste Entscheidung war ihre Entschlossenheit, eine gottesfürchtige Ehe zu führen. 1

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Der Ausdruck »Zucht und Ermahnung des Herrn« aus Epheser 6,4 wird in der englischen King-James-Bibel mit »Nuture and Admonition« (»Ernährung/Pflege und Ermahnung«) übersetzt, Anm. d. Übers.


Jugend in Kalifornien

Enge Beziehungen prägten das Familienleben. »Vielleicht klingt es unglaublich«, schrieb John später über seine Eltern, »aber ich habe sie nie auch nur ein unfreundliches Wort zueinander sagen hören oder einen harschen Streit. Ich hatte den Eindruck, dass sie stets über die Fehler des anderen hinwegsahen.«2 John teilte sich zwei Jahre lang sein Schlafzimmer mit der Großmutter, bis die Familie nach Glendale, nördlich von Los Angeles, in ein größeres Haus umzog. (Mit 17 Jahren war John bereits 17 Mal umgezogen.) Der Grund für diesen Umzug war, dass sein Vater im Nachbarort Burbank eine neue Gemeinde gründen wollte, die er im Gedenken an seinen Vater Harry »MacArthur Memorial Church« nannte. Sie musste aber schon bald in »Calvary Bible Church« umbenannt werden, weil manche Leute dachten, Jack MacArthur habe sie nach sich selbst benannt! Glendale und Burbank waren damals rasant wachsende Vorstadtzentren am Ostende des San-Fernando-Tals, einem Gebiet von etwa 600 Quadratkilometern im Los Angeles County, aber etwas abseits des noch dichter bevölkerten Südens des Countys und durch einige Hügelketten davon getrennt. Anfang des 19. Jahrhunderts siedelten dort nur ein paar Tausend Menschen im Grasland und der Steppe des »Valleys«; sie lebten von Viehzucht und Weizenanbau. Die Wasserversorgung über den 1913 errichteten Los-Angeles-Aquädukt ermöglichte den Anbau von Zitrusfrüchten, gefolgt von einem Industrieboom während des 2. Weltkriegs, und ausgedehnte Farmen wichen der Urbanisierung. Aber mit einer Bevölkerung von kaum mehr als 1 Millionen Einwohnern verteilt über das ganze Tal, musste die Familie Ende der 1950er Jahre dort nicht so beengt leben wie zuvor im südlicher gelegenen Downey. 2

Aus dem Manuskript eines Interviews, das Phil Johnson Ende der 1980er Jahre mit John MacArthur führte. Es heißt »What My Parents Did Right« (»Was meine Eltern richtig gemacht haben«) und ist zum Teil in einem Buch erschienen, das Gloria Gaither zusammengestellt hat. Zum selben Thema sagte MacArthur: »Ich denke, das wichtigste Element einer erfüllten Familie ist nicht die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, sondern ihre Liebe zueinander. Das ist das sicherste Erziehungsmittel für Kinder.«

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John MacArthur · Kapitel 1

Als Kind war John öfters krank, häufiger als andere Kinder. Manchmal lag er mit rheumatischem Fieber oder Lungenentzündung im Krankenhaus. Als Jugendlicher wurde er aber robuster und auf der Highschool an der Colter Academy wurde aus ihm ein ausgezeichneter Baseball-, Football- und Basketballspieler sowie Sprinter. Tatsächlich wurde Sport zu seiner Leidenschaft, und er erwog eine verlockende Laufbahn als Profisportler. Doch seine Mutter betete, dass er Prediger werden würde, und von Kindheit an wusste John selbst um die Berufung in diese Richtung. In dieser Erwartung schickten seine Eltern ihn 1957 auf die äußerst konservativ-fundamentalistische Bob Jones University in Greenville, South Carolina. John war nicht besonders begeistert von der Wahl seiner Eltern, auf welche Universität er gehen solle. Zum einen nahm die Bob Jones University nicht an Sportwettkämpfen teil, und zum anderen war John das »fundamentalistische« Milieu, wo »Absonderung bis ins dritte Glied«3 von anderen bekennenden Christen praktiziert wurde, fremd. Später sah er es so, dass ihm die Zeit an der Bob Jones University einen Insider-Einblick in den Fundamentalismus verliehen und diese Erfahrung ihn veranlasst habe, die Schrift noch intensiver zu studieren. Am Ende seines ersten Jahres an der Bob Jones University fuhr John mit fünf anderen Studenten in einem Auto nach Hause. Als sie in Alabama Gas gaben, verlor der Fahrer die Kontrolle über den Wagen und geriet ins Schleudern, eine Tür brach auf, der Wagen überschlug sich und John wurde herauskatapultiert. Er landete in Sitzposition auf dem Asphalt und rutschte darauf etwa hundert Meter weit. Er brach sich zwar nichts, aber die Reibung verursachte Verbrennungen dritten Grades, das Fleisch auf seinem Rücken wurde förmlich abgeschliffen und Asphalt drang in das ein, was davon noch übrig blieb. Eine Hand blieb fürs Leben gezeichnet. »Als ich vom Highway aufstand, ohne mein Bewusstsein verloren zu haben«, 3

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D. h. Absonderung nicht nur direkt von moralisch oder lehrmäßig Abgeirrten, sondern auch von denen, die sich von ihnen nicht absonderten; Anm. d. Übers.


Jugend in Kalifornien

John als Footballspieler des Los Angeles Pacific College gegen die California State University in Long Beach, Herbst 1962. Die Augen sind schwarz gefärbt, um weniger vom Sonnenlicht geblendet zu werden.

sagte er später, »weihte ich mein Leben dem Dienst Christi. Ich sagte ihm, dass ich mich nicht länger dem widersetzen werde, was er von mir will, nämlich sein Wort zu verkündigen.« Es folgten drei schmerzhafte Monate Krankenhaus, die er auf dem Bauch liegend zubringen musste. Hautverpflanzungen und andere Behandlungen machten ihm arg zu schaffen. Das Leben wurde plötzlich sehr ernst: »Mir wurde klar, dass ich meine Zukunft nicht selbst in Händen hatte. Ich hatte etwas überlebt, wobei man normalerweise umkommt; Gott hatte plötzlich meine ungeteilte Aufmerksamkeit.« Das war ein bedeutender Wendepunkt. Von jetzt an wurde der Dienst für Christus zum Polarstern seines Lebens. Es folgte ein weiteres Jahr an der Bob Jones University in South Carolina, und während dieses Studienjahres 1958/59 hielt er seine erste »Predigt«. Der Schauplatz war ein Busbahnhof in Spartanburg bei Greenville, wo er aufgefordert worden war, zu predigen und einen Menschenpulk zusammenzubekommen. Das war eigentlich nicht die ideale Situation für einen Anfänger im Predigen – wie er bald feststellte: 23


John MacArthur · Kapitel 1

Die Predigt war schrecklich. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich kam dort rein, meine Bibel in der Hand, und ging durch diese fast menschenleere Buswartehalle. Als ich mich umsah und schließlich eine bunt gewürfelte Gruppe sah, begann ich mit meiner Evangeliumspredigt. Die Leute blickten mich an, als wollten sie sagen: »Der arme Junge! Er sieht intelligent aus. Zu traurig, dass er irgendeine Behinderung hat.« Und ich dachte nur, das hat doch alles keinen Sinn. So machte ich noch etwa zehn Minuten weiter, dann ging ich die Straße entlang und sah ein paar junge Leute von der Highschool, die zum Tanztraining gingen. Ich setzte mich und sagte den reinund rausgehenden Teenagern das Evangelium. So habe ich mit dem Predigen angefangen. Das ist keiner Erinnerung wert, aber ich war eifrig, das Predigen zu lernen, weil ich dazu bereit sein wollte, wann immer ich dazu berufen wurde. Ich wollte, wenn möglich, zu Rettungseinsätzen und Militärstützpunkten gehen und predigen. Mit der Zeit lernte ich, wie man sich auf eine Zuhörerschaft einstellt. Im Jahr 1959 erfuhr John, dass er seinen Bachelor-Abschluss am Pacific College in Los Angeles machen könnte, und so entschied er sich, dort seine zwei letzten Studienjahre zu verbringen. Zurück in der Heimat stieg er wieder erfolgreich in den Sport ein. Insbesondere war er ein herausragender Footballspieler und wurde in einer US-weiten Auswahlmannschaft als Halfback nominiert. Daraufhin wurde er von mehreren Profiteams umworben, was sein Interesse an einer Karriere als Profi-Footballer beflügelte. Doch hatte er jetzt einen höheren Lebenssinn im Blick, der sich für ihn unerwartet bei einem Football-Festessen mit Preisverleihung bestätigte. Als er diese Gelegenheit nutzte, um seinen Glauben an Jesus Christus zu bezeugen, fragte ihn einer der Zuhörer, ob er wohl ein 17-jähriges Mädchen namens Polly besuchen könne, die kürzlich bei einem Unfall eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte. John besuchte das Mädchen, das für den Rest des Lebens gelähmt sein würde, im Krankenhaus, und ihre ersten Worte zu ihm 24


Jugend in Kalifornien

waren: »Ich würde mich umbringen, wenn ich nur könnte. Mein Leben hat keinen Sinn mehr.« Er erinnert sich: Ich wusste nicht, was ich sonst tun könnte und begann, ihr das Evangelium zu erklären. »Es kommt nicht darauf an, Polly, was mit deinem Körper passiert, sondern mit deiner ewigen Seele. Irgendwo wirst du ewig leben. Gott kann sogar jetzt Freude in dein Herz bringen, wenn die Sache mit deiner Seele geklärt wird. Möchtest du hören, wie?« Ihr Herz war offen und sie hörte zu. Nach mehreren Besuchen mit Gebeten und Gesprächen konnte sie schließlich sagen: »Weißt du, John, irgendwie bin ich froh, dass ich diesen Unfall hatte. Ohne den Unfall wäre ich nie Jesus Christus begegnet.« Diese frühe Erfahrung in seelsorgerlicher Arbeit prägte John zutiefst: »Nach dieser Begegnung mit der Kraft des Evangeliums dachte ich: Das ist alles, was ich für mein Leben will. Nichts anderes kann da an Bedeutsamkeit auch nur annähernd heranreichen.«4

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Durch die enge Pforte, S. 78-79.

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Die Bibel und das Predigen Es besteht leider die Tendenz, den Einfluss neuer christlicher Führungspersonen zu sehr allein von ihrem Hintergrund her zu erklären. Es lässt sich nicht leugnen, dass John MacArthur in einer Gemeinde mit fundamentalistischer Prägung aufgewachsen ist und dass die zwei Männer, die ihn in seiner Jugend am meisten beeinflusst haben – Charles Feinberg und sein eigener Vater Jack – mit dem Fundamentalismus weitgehend sympathisierten. Die geistlichen Maßstäbe seines Vaters sollten ihm auch noch weit über seine Jugendzeit hinaus vor Augen sein und die Jahrhundertwende überdauern. Jack MacArthur predigte gelegentlich in der Grace Church und ein Brief Johns vom 28. Dezember 1981 zeigt, was diese Freundschaft bedeutete: Lieber Papa, Danke für die großartige Predigt. Ich glaube, dieser bewegende Vortrag wird mit Sicherheit einiges an Frucht hervorbringen. Ein Mann hatte einen Freund mitgebracht, der sagte, er sei nun zum ersten Mal davon überzeugt, dass Jesus der Christus ist. Die Kassette wird bestimmt gute Verwendung im Dienst unter Juden finden. Ich danke dem Herrn für dich und Mama – und dafür, wie Gott euch in besonderer Weise gebraucht hat, um mich vorzubereiten und zu segnen. Euer John Auch 1996 predigte Jack MacArthur noch als Gastprediger von der Kanzel seines Sohnes. Im Mai dieses Jahres schrieb John in einem Grace to You-Brief: 67


John MacArthur · Kapitel 5

Vor ein paar Tagen hatte ich die Freude, die Kanzel meiner Heimatgemeinde einem Mann zu überlassen, der mich besser als jeder andere kennt und der den größten Einfluss auf mein Leben und meinen Dienst ausgeübt hat. Der grauhaarige Herr, der am Sonntagabend auf der Kanzel stand, ist mein Vater, und er verkündigte der Gemeinde und einigen Studenten des Master’s Seminary eine kraftvolle, klar verständliche Botschaft. Mein Vater hat mehr als sechzig Jahre lang das Wort Gottes gelehrt und Gottes Herde geweidet. Jack MacArthur ermutigte seinen Sohn auf verschiedene Art und Weise. Über die Studiergewohnheiten seines Vaters schrieb John 1997: Er war – und ist – ein unersättlicher Leser, er studierte ohne Unterbrechung und lernte sein ganzes Leben lang dazu. Er arbeitete unermüdlich daran, seinen Verstand mit wichtigen, anregenden Büchern zu füttern. Auch heute noch schickt er mir nicht selten ein Paket mit Büchern und dem Auftrag, sie zu lesen und ihm zu schreiben, was ich von ihnen halte. Was John in dieser Hinsicht seinem Vater zu verdanken hatte, schreibt er in der Widmung zu seinem Kommentar über den Hebräerbrief von 1983: Mit liebevoller Dankbarkeit meinem Vater Dr. Jack MacArthur gewidmet, der mir seine Liebe zu Büchern vererbte und mich herausforderte, seinem Beispiel zu folgen und Kommentare zu benutzen. *** In evangelikalen Kreisen ist es in Mode gekommen, den »Fundamentalismus« zu kritisieren. Vielleicht ist John MacArthurs früher Kontakt zu diesen Kreisen der Grund, weswegen sein Name überraschenderweise in einigen evangelikalen Nachschlagewerken 68


Die Bibel und das Predigen

weggelassen wurde. Doch der Fundamentalismus kann in Amerika nicht so einfach ignoriert werden. Die Bewegung kam Anfang des 20. Jahrhunderts auf, als der in den größten Denominationen vorherrschende Unglaube bibeltreue Christen zwang, eigene Gruppierungen zu bilden. Die meisten davon setzten sich für grundlegende biblische Wahrheiten wie die Unfehlbarkeit der Bibel, die Gottheit Christi und die Notwendigkeit einer Bekehrung durch Glauben an Jesu stellvertretenden Tod ein. Gresham Machen zufolge gehören zum Fundamentalismus »all jene, die fest überzeugt sind von einem übernatürlichen Christentum im Gegensatz zum heutigen Modernismus, und die für diesen Glauben kämpfen.«1 Und weil der Fundamentalismus danach strebte, sich an der Bibel auszurichten, wurde dort weiterhin das Evangelium gepredigt und an der Dringlichkeit der Evangelisation festgehalten, als diese Dinge aus vielen anderen Gemeinden verschwanden. Dass dieser Fundamentalismus auch eine Kehrseite hatte, werden wir später noch sehen. Im Moment geht es mir um die Überzeugung, die im Fundamentalismus auch dann noch hochgehalten wurde, als sie anderswo ins Schwanken geriet oder verloren ging: Was die Bibel sagt, sagt Gott. MacArthur wuchs mit dieser Überzeugung auf und sie bestimmte sein Leben als Prediger. Eric Alexander schrieb: »Der hohe Stellenwert der Predigt in der Gemeinde ist einfach eine logische Konsequenz aus dem hohen Stellenwert der Bibel in der Gemeinde.«2 Wie sich das in der Praxis auswirkt, kann auf vielerlei Weise gesehen werden. Die Bibel dominierte MacArthurs Prioritäten in seiner Zeiteinteilung. Seine Verantwortung, anderen die biblische Wahrheit vorzustellen, stellte alles andere in den Schatten. Das wirkliche Ziel meines Dienstes war es immer, meine eigene Meinung so weit wie möglich herauszuhalten. Ich will mich kei1

2

J. Gresham Machen, What is Christianity? (Grand Rapids: Eerdmans, 1951), S. 244. Eric J. Alexander, Biblical Preaching: Basics of the Reformed Faith (Phillipsburg, NJ: P&R, 2008), S. 7.

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John MacArthur · Kapitel 5

nesfalls schuldig machen, den Leuten vorzugaukeln, sie würden Gott reden hören, wenn in Wahrheit nur ich rede. Für sein persönliches Leben bedeutete das, dass er die Disziplin bewahrte, alles dem Studium der Bibel unterzuordnen. Vierzig Jahre lang bereitete er fast jede Woche zwei neue Predigten vor und predigte zweimal an 40-45 Sonntagen im Jahr. In den frühen Jahren waren es sogar drei Predigten, denn er sprach auch mittwochsabends bei den Gebetstreffen der Gemeinde. In den 1970er Jahren gab er diese Aufgabe an andere ab, aber er behielt es stets bei, am Sonntagmorgen und Sonntagabend zu predigen. Sein Wochenplan war so angelegt, dass er die beste Zeit von Dienstag bis Freitag für die Predigtvorbereitung reservierte. Anfangs arbeitete er etwa fünfzehn Stunden an jeder Predigt; auch heute noch kann die Vorbereitung acht bis zehn Stunden beanspruchen. Er richtete sich nach dem warnenden Rat seines Vaters, der gesagt hatte: »Tritt nicht ans heilige Pult, wenn du nicht bestens vorbereitet bist.« Eine hohe Meinung von der Bibel wird einen Prediger immer zu den richtigen Prioritäten leiten. Gesunde Gemeinden folgen immer dem Vorbild der Apostel: »Wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben!« (Apg 6,4). Ein weiterer Vertreter dieser Wahrheiten schrieb im 19. Jahrhundert: »Wenn ein Pfarrer seiner Predigt die angemessene Kraft verleihen will, wird er sein ganzes Wissen dem Dienst am Heiligtum unterordnen.«3 In MacArthurs Fall bedeutete das: »Ich lebe nach dem System, das ich ›planmäßige Vernachlässigung‹ genannt habe – ich vernachlässige alles, bis meine Vorbereitung fertig ist.«4 Doch kein treuer Diener Gottes wird die Heilige Schrift einfach nur studieren, um anderen zu predigen:

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Gardiner Spring, The Power of the Pulpit (Edinburgh, Banner of Truth, Reprint von 1986), S. 119. Das soll nicht heißen, dass John MacArthur wie ein Einsiedler lebt. Natürlich hat er auch andere wöchentliche Pflichten und tritt nicht nur sonntags in Erscheinung. Die fähigen Mitarbeiter, die er um sich hat, tragen viel dazu bei, dass er diese Gewohnheit beibehalten kann.


Die Bibel und das Predigen

Selbst wenn ich nie wieder predigen würde, würde ich Gott jeden Tag meines Lebens für die heiligende Gnade danken, die mir durch mein tägliches Bibelstudium zuteil wurde. Pastoren sollten das Wort Gottes nicht studieren, um Predigten zu schreiben, sondern um Gott mehr zu erkennen. Die größte Freude, die das Predigen mit sich bringt, erlebe ich nicht beim letzten Schritt, der Verkündigung, sondern durch die Veränderungen meines eigenen Lebens. Zu dieser Lebensveränderung gehört jedoch weit mehr als nur das persönliche Bibelstudium. Über die schmerzhaften Erfahrungen, die bereits erwähnt wurden, sagte MacArthur: Ich habe es gelernt, Fehler und Kritik als das wirksamste Handeln Gottes in meinem Leben zu begrüßen. Ich kann eine Bibelstelle auslegen, aber ich kann mich nicht selbst verbessern. Ich kann meinen eigenen Stolz nicht besiegen. So gesehen waren die Enttäuschungen und Verleumdungen das Beste, was mir je passiert ist. Zwar wirkt Gott in der Zubereitung eines Predigers viel umfassender als bloß durch das Bibelstudium, doch war MacArthur nach eigener Aussage gerade dort ununterbrochen auf Gott angewiesen. Es ging um mehr als das verstandesmäßige Erfassen des Textes. Predigtvorbereitung ist eng mit Gebet verbunden: Der Prediger muss davon überzeugt sein, dass seine Botschaft aus der Bibel und von Gott kommt. »Ich suche seine Führung, danke ihm für das, was ich entdecke, bitte um Weisheit und Einsicht und darum, dass er es mir schenkt, das Gelernte in meinem Leben anzuwenden.« Das Studierzimmer ist sowohl ein heiliger als auch ein spannender Ort. Während er durch das Matthäusevangelium predigte, sagte MacArthur zu einem Freund: Es gibt Tage, an denen ich kaum ertragen kann, was ich entdecke. Es überwältigt mich schlichtweg. Jeder Absatz ist von diesem unvergleichlichen Jesus Christus durchdrungen, und 71


John MacArthur · Kapitel 5

er ist einfach umwerfend mächtig und herrlich. Es ist eine niederschmetternde Erfahrung, ihm ausgesetzt zu sein und doch gleichzeitig das Erhebendste, zu erkennen, dass er mich bis in alle Ewigkeit angenommen hat! Er ist das überwältigendste Thema des Universums. Die Autorität der Schrift kommt auch in der Art und Weise zum Ausdruck, wie der Prediger vor seinen Zuhörern mit dem Wort Gottes umgeht. Das Wesen der Heiligen Schrift als Offenbarung Gottes muss die Art und Weise bestimmen, wie sie gelehrt wird. Es ist sehr falsch, wenn ein Prediger meint, er müsse die Schrift nicht an die vorderste Front seiner Botschaft stellen, weil seine Zuhörer dann gelangweilt wären und »abschalten«. Genauso falsch ist es zu meinen, das beste Mittel, um die Zuhörer zu fesseln, sei es, die Predigt mit Anekdoten und Witzen aufzupeppen. Wer ohne diese Dinge keine Aufmerksamkeit erlangen kann, so MacArthur, hat keine Ahnung, was es bedeutet, das Schwert des Geistes zu schwingen. Das soll nicht heißen, Geschichten hätten keinen Platz in der Predigt, aber wenn man sie verwendet, sollten sie keine Vorrangstellung haben und nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. »Er verwässert seine Predigt nicht mit Geschichten«, war der wertschätzende Kommentar eines regelmäßigen Hörers von MacArthur. Seit seiner Studentenzeit am Talbot Seminary war er überzeugt, dass die besten Illustrationen für eine Predigt jene aus der Bibel selbst sind. Sich eng an die Schrift zu halten, bedeutet auf die höchste Autorität zu vertrauen. »Geschichten erzielen eine emotionale Wirkung, aber im Vergleich zur Schrift sind sie Treibsand.«5 Seine 5

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»Ich erzähle eine Geschichte, wenn dies angemessen ist, doch das geschieht nur selten.« (Biblisch predigen, S. 413). Auch meidet MacArthur nicht grundsätzlich Humor auf der Kanzel, aber er verwendet seine Gabe auf diesem Gebiet nicht regelmäßig. Predigen ist keine Unterhaltung. »In der Gemeinde von heute besteht viel Grund zum Weinen und nicht zum Lachen. Die Albernheit, Dummheit und der Quatsch, die im Namen des Christentums verbreitet werden, sollten uns selbst zum Wehklagen bringen.« (Commentary on Matthew, S. 158).


Die Bibel und das Predigen

zweite Quelle für illustrierende Geschichten sind Kirchengeschichte und Biografien. Das Entscheidende ist, dass eine Predigt nichts enthalten sollte, was die Anerkennung der Zuhörer schmälern könnte, dass die Worte des Heiligen Geistes eine ganz besondere und einzigartige Lektion sind. »Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes« (1Petr 4,11). Über Theaterstücke und visuelle Darstellungen im Zusammenhang mit der Kanzel sagte MacArthur deshalb: Sie müssen glauben, dass die Kraft des Wortes Gottes viel wirksamer ist als jeder menschliche Theaterauftritt [engl. »drama«] oder kommunikativer Schnickschnack. Nichts ist dramatischer, als dass die Wahrheit durch kraftvolle Predigt plötzlich das Denken eines Gläubigen erfüllt.6 MacArthur ist auch überzeugt, dass die Heilige Schrift am besten und sorgfältigsten gelehrt wird, indem man sie zusammenhängend und fortlaufend predigt und so die Gemeinde durch verschiedene Bibelbücher führt. Wie bereits erwähnt, praktizierte er von Anfang seines Dienstes an die Methode des »schriftauslegenden Predigens« (engl. »expository preaching«); er begann seinen Predigtdienst an der Grace Church mit fortlaufenden Predigtreihen durch den Römerbrief, Epheserbrief und die Petrusbriefe. Manchmal wird gefragt, worauf die im 20. Jahrhundert wieder aufgekommene »Mode« des schriftauslegenden Predigens historisch zurückzuführen ist. Manche nennen Martyn Lloyd-Jones als Wegbereiter. Doch John MacArthur hörte seinen Vater auf diese konservative Weise die Schrift predigen, lange bevor er irgendetwas von Lloyd-Jones las. Ihm zufolge waren die Vorbilder, denen sein Vater folgte, G. Campbell Morgan (1863 – 1945) und W. A. Criswell (1909 – 2002). Es besteht jedoch ein bedeutender Unterschied zwischen der Auslegungspredigt in der Art von G. C. Morgan und der von John MacArthur. Bei MacArthur gründet sich der erbauliche Gedanke – ebenso wie bei Lloyd-Jones – auf dem Aufzeigen klarer 6

Biblisch predigen, S. 416.

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John MacArthur · Kapitel 5

lehrmäßiger Prinzipien. Die Auslegung muss die Zuhörer zu lehrmäßiger Gewissheit führen. MacArthurs Definition einer gesunden Gemeinde ist eine Gemeinde, die gelernt hat, »in grundlegenden Lehrfragen mit einmütiger Stimme zu sprechen«. Eine Predigt ohne Lehre bringt keine starken Gläubigen zustande.7 Zugleich hat MacArthurs Predigtdienst gezeigt, dass die Methode des fortlaufend textauslegenden Predigens durch einen Bibelabschnitt nicht die einzige bibeltreue Predigtweise ist. Bisweilen verdient das, was sich »Auslegungspredigt« nennt, Kritik: »Was die Leute für schriftauslegendes Predigen letztlich unzugänglich macht, ist ein willkürliches Herumkurven durch den Bibelabschnitt.« Ein bloßes Aneinanderreihen von Einzelkommentaren zu einem Abschnitt ist kein Predigen. Wenn eine Predigt wirklich eine Botschaft sein soll, muss sie ein klares Thema haben und einen einheitlichen Gedankengang. MacArthurs Bücher verdeutlichen: Alle seine Predigten basieren zwar auf einem Bibeltext, aber sie sind keineswegs strikt an die Abfolge eines Bibelbuches oder -abschnitts gebunden. Er verwendet eine große Bandbreite von Variationen. *** Als eine weitere Konsequenz daraus, dass ein Prediger ein richtiges Schriftverständnis hat, wird er alle modernen Ansichten verwerfen, die die Botschaft anpassen wollen, um zur »Zielgruppe« zu passen. MacArthur hält die moderne evangelikale Betonung von »Relevanz« für einen schweren Irrtum. Von »Relevanz« ist heute oft die Rede in dem Sinne, dass damit eine Präsentation des christlichen Glaubens gemeint ist, die sich nach den empfundenen Bedürfnissen der heutigen Menschen richtet. Und da sich die heutige Welt so sehr von allem unterscheidet, was früher war, wird alles 7

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Er schreibt, dass kurze Predigten ihren Zweck nicht erfüllen: »Ich bin davon überzeugt, dass für eine schriftgemäße Auslegungspredigt mindestens 40 Minuten nötig sind … Wer nur 25 bis 30 Minuten predigt, vermittelt dabei nur selten eine lehrmäßige Auslegung« (Biblisch predigen, S. 408; Übersetzung dem Original angeglichen).


Die Bibel und das Predigen

Herkömmliche und Traditionelle in der Gemeinde in Frage gestellt und als ein Hindernis für die zeitgemäße Präsentation der christlichen Botschaft betrachtet. Ein Wandel der Präsentationsformen der Botschaft wird gerechtfertigt, weil die neuen Methoden angeblich viel effektiver sind. Folglich meint man, es sei sehr wichtig, die »Generationsunterschiede« zu beachten. Es gibt sogar Gemeinden, die damit werben, »keine Kirche deiner Oma« zu sein.8 MacArthur zitiert einen Vertreter der modernen Gemeindewachstumsbewegung, der gesagt hat: »Wer in dieser Generation erfolgreich in der Verkündigung arbeiten will, muss stets einen ›optimistischen‹ Ton anschlagen.« MacArthur kommentiert dazu: Üblicherweise fängt man heute genau anders herum an als Paulus. Er schreibt von dem »Zorn Gottes … über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen« [Röm 1,18ff ]. Moderne Evangelikale aber beginnen mit: »Gott liebt dich und will dich glücklich machen.« … Zunächst möchte ich sagen, dass ich einer ziemlich großen Gruppe dieser Nachkriegsgeneration diene, und ich kann die unhaltbare Verallgemeinerung des Schreibers nicht akzeptieren, diese Leute würden bei negativen Wahrheiten automatisch »abschalten«. Die wirklich Bekehrten müssen und wollen gewiss das Negative als Ansporn zur Buße annehmen.9 Diese Kritik an der Forderung nach »Relevanz« bedeutet natürlich nicht, dass alles Alte unbedingt bewahrt werden muss. Innerhalb der biblischen Grenzen gibt es immer Spielraum für Änderungen von Stil oder Methode; aber jeglicher Gedanke, der dem Menschen die Kompetenz zuspricht zu entscheiden, was »relevant« ist, verdrängt das Wort Gottes. Gott hat definitiv erklärt, was die wirklich 8

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David F. Wells, The Courage to Be Protestant (Grand Rapids: Eerdmans, 2008), S. 212. Dieses Buch zeigt aufrüttelnd auf, dass der Evangelikalismus auf diesem Gebiet irregeleitet wurde. Meiner Meinung nach ist es eines der wichtigsten Bücher der letzten fünfzig Jahre. Lampen ohne Öl, S. 136-137 (CLV 1997, 2012). Die Seitenangaben beziehen sich bei dieser im weiteren Verlauf häufig zitierten Quelle stets auf die Erstauflage von 1997, nicht auf die Neuauflage von 2012).

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»relevanten« Bedürfnisse des Menschen sind, und das hat sich nicht von Zeit zu Zeit zu ändern: Die Kirchengeschichte ist übersät mit Beispielen von solchen, die dachten, sie könnten die Botschaft zeitgemäß anpassen, aber schlussendlich die Wahrheit verdorben haben … Wenn wir irgendetwas aus der Kirchengeschichte lernen können, dann dies: Andere Zeiten erfordern nicht eine andere Botschaft. Wer etwas anderes verkündigt als das unverfälschte Evangelium, verwirkt die Kraft Gottes in seiner Verkündigung.10 An der Botschaft ist nichts falsch … Wenn die Leute nicht auf die Wahrheit hören, hilft auch keine coole Musik. Wenn sie das Licht nicht sehen, hilft auch keine Power-Point-Präsentation. Wenn sie die Botschaft nicht mögen, helfen weder Theaterstücke noch Videos. Sie sind blind und tot. Unsere Aufgabe ist es, nicht uns selbst zu predigen … wir tragen eine übernatürliche Botschaft vom ewigen Leben, die wir niemals aufgeben werden.11 Hinter dem Ruf nach Relevanz steht eine falsche Einschätzung der menschlichen Natur. Der Mensch ist, so wie er ist, grundsätzlich kein Produkt seiner Zeit, sondern des Sündenfalls. In der Welt gibt es zwar äußerliche Veränderungen, aber die innere Natur des Menschen bleibt gleich. Daher sind die Menschen heute von denselben Sünden beherrscht wie im 19. oder irgendeinem vorherigen Jahrhundert. Was im assyrischen oder babylonischen Reich grundsätzlich galt, gilt auch in den heutigen Nationen. Wie Lloyd-Jones sagte, mögen die Menschen heute mit siebenhundert anstatt mit sieben Stundenkilometern reisen, aber wenn sie am Ziel angekommen sind, tun sie die gleichen Dinge wie eh und je. Was für ein Unterschied besteht denn tatsächlich exakt zwischen dem Stolz, mit dem der moderne Mensch seine Kultur 10 11

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Truth Matters, S. 108. Durch die enge Pforte, S. 57-58.


Die Bibel und das Predigen

und Wissenschaft vorantreibt, und dem Stolz jener Menschen, die in der Morgendämmerung der Weltgeschichte in Babel versuchten, einen Turm bis an den Himmel zu bauen? 12 Wo immer die Heilige Schrift das Predigen bestimmt, bedeutet es, dass man sich auf die Kraft Gottes verlässt, um das Gewissen des sündigen Menschen anzusprechen. Das ist der wirkliche Kontaktpunkt (Röm 2,14-15). Gottgetreues Predigen bedeutet, sich »jedem Gewissen vor Gott zu empfehlen« (nach 2Kor 4,2).

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D. M. Lloyd-Jones, Truth Unchanged, Unchanging (London: Clarke, 1951), S. 111-112.

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K A PITEL 

Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten

Ich habe zuvor eine Kehrseite des Fundamentalismus erwähnt. Diesbezüglich hat sich John MacArthurs Dienst in eine ganz andere Richtung entwickelt. Um diese Entwicklung nachvollziehen zu können, ist ein wenig historischer Hintergrund nötig. Als sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine weitläufige Abkehr vom biblischen Christentum abzeichnete, versammelten sich fundamentalistische Gemeinden und ihre Organisationen und Verleger mit einer gewissen »Festungsmentalität«. Sie distanzierten sich von denen, die außerhalb dieser Gemeinschaft waren. Tatsächlich wurde die Trennlinie nicht in allen Teilen des Fundamentalismus so scharf gezogen. George W. Dollar, Professor für Kirchengeschichte an der Bob Jones University, bezeichnete das Talbot Seminary und die Verantwortlichen dieser Konfession, in der John MacArthur berufen wurde, als »moderate Fundamentalisten«. Seiner Meinung nach fehlte es ihnen an »Kriegspsychologie«. MacArthur wurde während seines zweijährigen Studiums an der Bob Jones University in South Carolina klar, welcher Unterschied zwischen Dollars Meinung und der seines Vaters bestand. Diese Differenz gefiel ihm nicht. Aber zu diesem Zeitpunkt war ihm der Fehler nicht bewusst, der die fundamentalistischen Gemeinden im Allgemeinen geschwächt hatte. Ihr Rückzug aus den historischen protestantischen Konfessionen hatte eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Erbe dieser Konfessionen gefördert. Der Fundamentalismus gestand der Kirchengeschichte vor dem 19. Jahrhundert wenig Stellenwert zu. Anscheinend meinte man, man könne von den Glaubensbekenntnissen und dem 79


John MacArthur · Kapitel 6

literarischen Erbe des älteren Protestantismus nichts lernen. Für die Mehrheit der Fundamentalisten war die bevorzugte Bibelausgabe die Scofield-Bibel von 1909. Nur wenige beargwöhnten, dass deren Anmerkungen eine verhältnismäßig neuartige Theologie, den so genannten Dispensationalismus, vermittelten. Lewis Sperry Chafer (1871 – 1952), ein Freund C. I. Scofields (1843 – 1921), war ein Fahnenträger des Fundamentalismus. Er hatte sich als Prediger und Autor einen Namen gemacht und 1924 das einflussreiche Dallas Theological Seminary gegründet. Als Benjamin B. Warfield vom (damals noch reformiert-bibeltreuen) Princeton Seminary 1919 ein Buch von Chafer rezensierte, kam er zu dem Schluss, es beinhalte – zwei sich widersprechende theologische Systeme … Das eine ist das Produkt der Reformation und kennt als entscheidende Kraft im geistlichen Leben allein die Gnade Gottes; das andere kommt geradewegs aus dem Labor John Wesleys.1 Was Warfield damit meinte – und wie John MacArthur davon überzeugt wurde, dass Warfields Einschätzung stimmt –, ist von großer Bedeutung, um die Entwicklungsrichtung in MacArthurs Dienst zu verstehen. Im Kern ging es um die Frage, ob die Zahl derer, die zum ewigen Leben kommen, letztendlich durch den Ratschluss Gottes oder aber durch den Willen des Menschen festgelegt wird. Wesley (1707 – 1788) war gegen die Lehre der Erwählung und brachte dadurch viele Evangelikale von den Glaubensbekenntnissen der Reformation und der Puritaner ab. Aber wenn der Mensch eine sündige Natur hat, die feindlich gegenüber Gott und geistlichen Dingen ist, wie kann dann eine »Entscheidung« des Menschen, sich vom Tod zum Leben hinzuwenden, die Ursache der Bekehrung sein? Charles G. Finney (1792 – 1875) wich noch viel weiter von der herkömmlichen Lehre ab als Wesley, indem er lehrte, dass der Mensch überhaupt keine sündige Natur besitzt. Finney lehrte, dass der Glaube im Wesentlichen eine menschliche Entscheidung 1

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Princeton Theological Review, April 1919, S. 322.


Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten

sei und dass der Sünder erlöst werde, wenn er auf Gott und das Evangelium zugeht.2 Diese Auffassung wurde von fast allen Fundamentalisten übernommen und durch einen weiteren Fehler aus einem anderen Bereich verschärft. Als Erklärungsmodell unerfüllter Prophetie nahmen die Fundamentalisten den Dispensationalismus an. Dieses theologische System geht davon aus, dass die Bibel scharf zwischen »Gesetz« (Altes Testament) und »Gnade« (Neues Testament) trennt. Demnach lehrte Jesus »das Gesetz«, weil die neue Haushaltung des »Zeitalters der Gemeinde bzw. der Gnade« seinerzeit noch nicht begonnen hatte, aber für uns, die wir jetzt zu einer neuen Haushaltung gehören, habe das Gesetz keine Bedeutung mehr. John Nelson Darby, Scofields prägendster Mentor, lehrte, dass Jesu Reden zu den Juden – wie die Bergpredigt – keine Richtlinien für heutige Prediger seien; Darby behauptete, es sei eine andere Lehre, weil die Juden im »Zeitalter des Königreichs« lebten. Christen sind jetzt im »Zeitalter der Gnade«, welches erst begann, nachdem die Juden das »Königreich« abgelehnt hatten. Im »Zeitalter des Königreiches« wurde das »Gesetz« gepredigt, im Zeitalter der Gemeinde sei es »Gnade«, und diese beiden Dinge, so die Behauptung, seien einander entgegensetzt. Das Gesetz verlangte »Werke«; das Evangelium ist Gnade. So wurde es also üblich, das Gesetz Gottes – die Zehn Gebote – beim Evangelisieren einfach wegzulassen. Das hatte unvorhergesehene, aber weitreichende Konsequenzen. Wenn Sünde »Übertretung des Gesetzes« ist und wenn die wahre Natur der Sünde »durch das Gesetz« deutlich wird (1Joh 3,4; Röm 7,7; Gal 3,24 u. a.), dann wird – wenn das Gesetz ausgeklammert wird – unweigerlich verkannt werden, wie schlimm es ist, ein verlorener Sünder zu sein. Bei einer solchen Unterschlagung wird das Hauptaugenmerk evangelistischer Predigten darin bestehen, die Sünder zu einer »Entscheidung für Christus« aufzufordern, anstatt auf Sünden2

Wenn Salz kraftlos wird, S. 162. Siehe auch dort den Anhang »Charles Finney und der amerikanische evangelikale Pragmatismus«. Diese Lehre ist im Fundamentalismus zweifellos weit verbreitet. George W. Dollar schrieb, dass »die meisten Fundamentalisten jede Aussage der fünf Punkte [des Calvinismus] abgelehnt haben.« (History of Fundamentalism, S. 276).

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erkenntnis und Gottesfurcht zu drängen. Mit anderen Worten: Zur Bekehrung sei nichts weiter nötig als eine menschliche Entscheidung, wobei der Zeitpunkt der Bekehrung vom Menschen bestimmt wird. Sogar Gottes Werk der Wiedergeburt wird zu einer Folge der menschlichen Entscheidung gemacht. Eine weitere Folge dieser Denkweise, die das Werk Gottes vom Willen des Menschen abhängig macht, war, dass eine »Erweckung« geplant und bereits Wochen vor ihrer anberaumten Durchführung angekündigt werden kann. Der Begriff »Erweckung« wurde einfach als eine Reihe evangelistischer Veranstaltungen verstanden, bei denen »Entscheidungen« sicher sein würden, die dann anhand der Menge jener, die beim »Altarruf«3 nach vorn kommen, gezählt werden konnten. Dieses Verständnis von Evangelisation wurde so fest im Fundamentalismus etabliert, dass es für niemanden einfach war, sich davon zu trennen. Bei John MacArthur geschah der erste Schritt zu einem anderen Verständnis in Mississippi, noch bevor er zur Grace Church kam. Oben in Kapitel 2 (S. 36) haben wir gesehen, wie er von der Bekehrung von über 2.300 Menschen berichtete, die er »nach vorn kommen sah, um Christus zu anzunehmen«. Aber während dieser »Mississippi Crusades« wurde ihm klar: Es gab zwar echte Bekehrungen, aber man konnte sie nicht berechnen, indem man die zählte, die öffentlich dem Ruf nach vorne folgten. Die Erfahrung lehrte ihn, dass die große Anzahl sehr wohl durch gute Rhetorik und drängende Appelle begründet sein konnte. Ab dieser Zeit verzichtete er auf den so genannten »Altarruf« als vermeintliches Mittel, um die Anzahl der Bekehrungen anzugeben. Welche Auswirkungen diese verbreitete Praxis auf die Gemeinden hat, wurde ihm jedoch erst allmählich klar. Unter der Überschrift »Eine persönliche Lektion« beschreibt er in seinem Buch Durch die enge Pforte (Hard to Believe, 2003) drei Beispiele von 3

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Der »Altarruf« ist im englischen Sprachgebrauch des Evangelikalismus der Aufruf, am Ende einer Evangelisation nach vorn zu kommen und »Jesus anzunehmen«. Zum Hintergrund siehe den aufschlussreichen Artikel zum Begriff Altarruf im Internetlexikom Wikipedia; Anm. d. Übers.


Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten

Bekannten, die ihr Bekenntnis zum christlichen Glauben wieder aufgegeben haben. Alle drei waren einmal enge Freunde von ihm gewesen. Der erste war – ein Klassenkamerad und Teamkollege auf der Highschool. Er und ich arbeiteten über die Sommerferien im Autohaus seines Vaters. Auch darüber hinaus verbrachten wir viel Zeit zusammen und haben im Zentrum von Los Angeles Traktate verteilt und Zeugnis gegeben. Alle hielten ihn für jemanden, der wirklich für Christus brennt. Der zweite Freund war Co-Kapitän in seiner College-Footballmannschaft. Er gab Bibelunterricht und überlegte, Pastor zu werden. Der Dritte studierte sogar mit John am Talbot Seminary. Doch alle drei gaben den Glauben auf. Einer wurde Krimineller und ein anderer stellte sich einen buddhistischen Altar in sein Haus. Zunächst hatte er keine klare Lehrmeinung darüber, wie ein solcher Abfall vom Glauben zu erklären ist, aber als er in der ersten Zeit seines Predigtdienstes tiefer darüber reflektierte, kam er zu einer festen Überzeugung. Sie wurde unter anderem durch die Erfahrung mit einem Mann ausgelöst, den er als Sitznachbarn auf einer Flugreise kennen lernte. Mac Arthur berichtet darüber: Vor etlichen Jahren, zu Anfang meiner Pastorentätigkeit, machte ich einen Inlandflug. Neben mir saß ein Mann, der bemerkte, dass ich in der Bibel las. Er stellte sich vor und überraschte mich dann mit der Frage: »Entschuldigen Sie, könnten Sie mir sagen, wie ich in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus kommen kann?« Ehrlich gesagt, solche heißen Angebote erhalte ich nicht alle Tage, und so wollte ich es jedenfalls nicht ungenutzt lassen! Ich sagte: »Nun ja, Sie müssen einfach an den Herrn Jesus Christus glauben und Ihn als Erretter annehmen.« Ich erklärte ihm, dass Jesus starb und wieder auferstand und dass wir ewiges Leben haben können. Ich sagte ihm, alles, was er tun müsse, sei, Christus als persönlichen Erretter anzunehmen. »Ja, das möchte ich gern 83


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tun!« sagte er. So leitete ich ihn zu einem Gebet an, und er bat den Herrn, sein Erretter zu werden. Noch im gleichen Monat taufte ich ihn. Mich hat die Sache sehr beschäftigt, auch ging es mir sehr darum, seinen Werdegang als Jünger zu betreuen. Jedoch nach kurzer Zeit brach er den Kontakt zu mir ab. Und neulich erfuhr ich, dass er gänzlich aufgehört hatte, sich für die Dinge Christi zu interessieren.4 Solche Erfahrungen haben sicherlich zu Johns Meinungsänderung beigetragen, doch letztlich war es die Bibel, die ihn davon überzeugte, dass mit der populären Evangelisation etwas grundsätzlich nicht stimmt. Ich habe bereits erwähnt, dass er in seinen Predigten das Matthäusevangelium und besonders die Bergpredigt fortlaufend ausgelegt hat. Während dieser siebeneinhalb Jahre, die er dieses Evangelium studierte und predigte (ab Januar 1978), wurde er letztendlich von der Diskrepanz überzeugt, die zwischen Jesu Präsentation des Evangeliums und der modernen Praxis besteht. Der modernen Auffassung zufolge ist es eine ganz einfache Sache, Christ zu werden. Doch das entsprach nicht dem, was er in den Evangelien las. Jesus sagte Interessierten und Jüngerschafts-Aspiranten nicht, dass sie »einfach nur« an ihn glauben bräuchten, sondern ging einen ganz anderen Weg. John lernte diese Lektion insbesondere, als er die Bergpredigt durcharbeitete, die beharrlichen Nachdruck auf das Gesetz legt. Das erschütterte auch das Selbstvertrauen zahlreicher seiner Zuhörer. Die letzte Bestätigung war für ihn Jesu Umgang mit dem reichen Jüngling in Matthäus 19,16-22. Hier war »ein junger Mann, der ganz klar und ausdrücklich fragt, wie er ewiges Leben bekommen kann«. Die Antwort war, dass er all seinen Besitz aufgeben sollte: Anstatt ihn so zu nehmen, wie er war und ihn zu überreden, eine »Entscheidung zu treffen«, stellte Jesus Forderungen, denen er sich nicht unterwerfen wollte. Man könnte fast sagen, Jesus vergraulte ihn. Was für eine Evangelisation ist das denn? Jesus 4

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Lampen ohne Öl, S. 73.


Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten

würde bei fast allen Evangelisationskursen und Bibelseminaren, die ich kenne, durchfallen. MacArthur wurde klar, dass das häufige Phänomen der Abkehr vom Glauben damit zu tun hat, dass die Leute als Bekehrte behandelt werden, aber niemals wirklich bekehrt worden sind. Der Grund dafür war nicht etwa, dass sie die gehörte Botschaft nicht »glaubten«; das taten sie sehr wohl. Aber dieser »Glaube« änderte nicht ihr Leben, sondern hatte sie einer Täuschung aufsitzen lassen. Die Botschaft selbst hatte sie in die Irre geführt: Ungläubigen wird erzählt, sie sollten Jesus in ihr Herz einladen, ihn als Retter annehmen oder die Fakten des Evangeliums glauben, weiter sei nichts dabei. In ihrem Lebenswandel versagen sie dann auf schreckliche Weise, wie wir es massenweise bei solchen erleben, die bekennen, an Christus zu glauben, ohne dass dies ihr Verhalten beeinflusst hätte.5 Aufgrund solcher Lehren sind die Kirchen mit Scharen von Leuten gefüllt, die gar keine Christen sind, aber sich für Christen halten. Man hat ihnen versichert, als Zeichen für die Wiedergeburt reiche es, »ein gutes Gefühl« bezüglich Jesus zu haben. Im Gegensatz dazu sah MacArthur, dass es nicht Aufgabe der Gemeinde ist, Heilssicherheit zuzusprechen: »Allein der Heilige Geist verleiht echte Heilssicherheit (Röm 8,16). Mache ihm seine Rolle im Leben eines anderen nicht streitig. Lass nicht zu, dass eine falsche Heilssicherheit den Heiligen Geist hindert, jemanden von Sünde zu überführen.«6 Später warf man MacArthur vor, den »Irrtum« der Puritaner zu begehen. Die Puritaner waren zwar nicht die entscheidende Ursache für die Entwicklung seines Denkens, aber einige von ihnen waren ihm damals sicherlich eine Hilfe. Was ihn besonders reizte, war ihre tiefe Hingabe an die Schrift. 5 6

Ebd., S. 75. Durch die enge Pforte, S. 103.

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In der Kirchengeschichte gab es eine Zeit, als die Gemeindehirten herausragende Experten in Bibel und Theologie waren. Die puritanischen Prediger waren nicht in erster Linie gute Redner oder Entertainer, sondern vor allem und zuallererst Studenten des Wortes Gottes. Sie arbeiteten daran, das Wort Gottes mit Präzision und Weisheit zu verstehen, auszulegen und anzuwenden.7 Thomas Watson erlangte als einer der ersten älteren Autoren MacArthurs Aufmerksamkeit. In seinem ersten Band der Kommentarreihe zum Neuen Testament (Matthäus, 1985) zitiert MacArthur Thomas Watson immer wieder und nennt ihn den »großen puritanischen Heiligen«. In einem anderen Buch aus dem Jahr 1983 schreibt MacArthur: »Eine der großartigsten Erfahrungen meines Lebens war es, The Existence and Attributes of God von Stephen Charnock zu lesen.8 Andere Puritaner, die er zitiert, sind John Flavel, Richard Sibbes und Richard Baxter. Verbunden mit dieser puritanischen Lektüre war seine Bewunderung für die Bücher von Martyn Lloyd-Jones. Er hat den einstigen Prediger der Westminster Chapel aus London, der 1981 gestorben ist, nie persönlich kennen gelernt, aber er hat ihn häufiger zitiert als jeden anderen Autoren des 20. Jahrhunderts.9 Sein Exemplar von Lloyd-Jones’ Bergpredigt-Bänden erwarb er 1977 und versah es mit zahlreichen Anstreichungen. Er teilte jedoch schon einige der Überzeugungen des walisischen Predigers, bevor er sie bei ihm gelesen hat. Zum Beispiel hatte er sich von Billy Grahams Feldzügen in Los Angeles distanziert, weil dieser bereit war, am Glauben Interessierte an nicht-bibeltreue Gemeinden weiterzuleiten, einschließlich der römisch-katholischen Kirche.10 Zu 7 8

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Die lebendige Gemeinde, S. 169. »Die Existenz und Eigenschaften Gottes«, ein über 1000 Seiten umfassendes Werk, das auf Deutsch bisher nicht erschienen ist; Anm. d. Übers. Ein weiterer »Puritaner des 20. Jahhunderts«, den er häufig zitierte, war A. W. Pink. Graham hielt seine Feldzüge drei Mal in Los Angeles ab und fragte jedes Mal bei der Grace Church an, ob sie mitarbeiten würde. MacArthur


Die Wiederentdeckung alter Wahrheiten

MacArthurs erweitertem Lektüre-Repertoire zählten damals ferner Biografien wie z. B. von William Tyndale, Jonathan Edwards und Henry Martyn. *** Über den Fundamentalismus und sein Auseinanderdriften in zwei Richtungen nach dem 2. Weltkrieg schrieb MacArthur: Ein Flügel suchte verzweifelt nach akademischer Anerkennung und konnte dem modernen Pluralismus nicht widerstehen … Ein anderer Flügel des Fundamentalismus entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Sie waren sich nur allzu gut bewusst, dass ihre Brüder von ihrer Obsession für akademische Anerkennung dahin geführt worden waren, die Grundlagen preiszugeben. Aus diesem Grund misstrauten sie der akademischen Theologie oder verschmähten sie in Bausch und Bogen. Dieser rechte Flügel der Fundamentalismus-Bewegung wurde durch einen militanten Separatismus schonungslos zersplittert. Lappalien und Streit um Nebensächlichkeiten traten oft an die Stelle von wirklich wichtigen Lehrfragen, um die es sich zu diskutieren und debattieren lohnt.11 Doch eine noch bedeutendere Entwicklung des Fundamentalismus und Dispensationalismus steuerte in die Richtung, in die MacArthur nun selbst führen sollte. Dass ein solcher Bruch auftreten würde, sollte 1980 klar genug gewesen sein, als er ein Buch über die Bergpredigt veröffentlichte, das den vielsagenden Titel Kingdom Living, Here and Now hatte.12

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schätzte Grahams Evangeliumsverkündigung und sagte öffentlich nichts Kritisches über den Evangelisten, bis Graham 1997 schließlich erklärte, dass er mit Robert Schuller übereinstimmt. Reckless Faith, S. 95-96. »Leben im Reich Gottes hier und jetzt«, auf Deutsch nicht erschienen (Anm. d. Übers.). Im Vorwort zur Neuauflage von 1998 schreibt MacArthur: »Wenn man Jesu Bergpredigt als für unser Zeitalter irrelevant erklärt [wie manche

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Er bezeichnete B. B. Warfield als »den großen reformierten Theologen« und stellte sich auf seine Seite in Gegenposition zu Lewis Sperry Chafer, dessen Buch Warfield, Rektor am berühmten Princeton Theological Seminary, in der oben erwähnten Rezension so kritisiert hatte: Wenn Chafer und die von ihm beeinflussten Leser sich zu diesem Thema ernsthaft mit Warfield beschäftigt hätten, wäre dem amerikanischen Evangelikalismus des 20. Jahrhunderts womöglich eine Menge Verwirrung und falscher Lehre erspart geblieben.12 Dieser Zweig, der sich vom Fundamentalismus loslöste und wegentwickelte und den MacArthur repräsentieren sollte, behielt zwar die ursprünglichen Stärken des Fundamentalismus bei, gliederte sich aber wieder dem älteren Christentum der reformatorischen Linie an. Was das bedeuten sollte, würden nun die folgenden Jahre verdeutlichen.

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Dispensationalisten es tun], raubt man damit das Herzstück der Unterweisung unseres Herrn an sein Volk.« The Gospel According to the Apostles, S. 125.


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Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur Die Auflistung ist zunächst in Bucharten geordnet und innerhalb der Unterabschnitte nach zeitlicher Reihenfolge sortiert. Auf Deutsch erschienene Titel sind mit einem Punkt gekennzeichnet, nicht auf Deutsch erschienene mit einem Strich (stand Juni 2012). Übersetzungen in weitere Sprachen sind nicht angeführt, siehe dazu die Zahlenangaben in Kapitel 12, Seite 182. Bibeln • The MacArthur Study Bible (1997) Word. Deutsche Ausgabe: John MacArthur Studienbibel (CLV, verschiedene Ausgaben ab 2002). – The MacArthur Topical Bible (1999) Word. – The MacArthur Student Bible (2001) Word. – MacArthur Daily Bible (2003) Thomas Nelson. – The MacArthur Study Bible: New American Standard Version (2006) Thomas Nelson. – The MacArthur Study Bible: English Standard Version (2009) Thomas Nelson. Kommentare und Bibelstudium – Liberated for Life (Galatians) (1975) Regal. – Beware the Pretenders (Jude) (1980) Victor. – How to Study the Bible (1985, 2009) Moody. – How to Get the Most from God’s Word: An Everyday Guide to Enrich Your Study of the Bible (1997) Word. • MacArthur’s Quick Reference Guide to the Bible (2002) Word. Deutsche Ausgabe: Basisinformationen zur Bibel (CLV 2003). 259


John MacArthur · Anhang

– MacArthur Bible Handbook (2003) Thomas Nelson. – MacArthur Scripture Memory System (2003) Nelson Reference & Electronic Publishing. MacArthur-Kommentarreihe zum Neuen Testament: (Alle bei Moody Press erschienen) – • – – – – – – – – – – • • – – – – – – • – • • – – – – –

Hebrews (1983). 1 Corinthians (1984) Deutsche Ausgabe: CLV (2006). Matthew 1-7 (1985). Ephesians (1986). Galatians (1987). Matthew 8-15 (1987). Matthew 16-23 (1988). Matthew 24-28 (1989). Romans 1-8 (1991). Colossians / Philemon (1992). Acts 1-12 (1994). Romans 9-16 (1994). 1 Timothy (1995). Deutsche Ausgabe: CLV (2001). 2 Timothy (1995). Deutsche Ausgabe: CLV (2003). Acts 13-28 (1996). Titus (1996). Revelation 1-11 (1999). Revelation 12-22 (2000). Philippians (2001). 1 & 2 Thessalonians (2002). 2 Corinthians (2003). Deutsche Ausgabe: CLV (2008). James (2003). 1 Peter (2005) Deutsche Ausgabe: CLV (2010). 2 Peter and Jude (2005) Deutsche Ausgabe: CLV (2011). John 1-11 (2006). 1-3 John (2007). John 12-21 (2008). Luke 1-5 (2009). Luke 6-10 (2011).

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Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur

MacArthur Bible Studies Erschienen bei Word: – – – – – – – – – – – – – – – –

1 & 2 Peter (2000). 1 Samuel (2000). Acts (2000). Daniel (2000). Ephesians (2000). Galatians (2000). John (2000). Mark (2000). Romans (2000). Ruth & Esther (2000). 1 & 2 Timothy (2001). 1 Corinthians (2001) Hebrews (2001). James (2001). Nehemiah (2001). Revelation (2001).

Erschienen bei Nelson Impact (Thomas Nelson): – 1 Corinthians (2006). – Mark (2006). – Acts (2006). – Galatians (2006). – John (2006). – Romans (2006). MacArthur Study Series Erschienen bei Victor und David C. Cook: – Saved Without a Doubt: Being Sure of Your Salvation (1992, 2006). – Alone with God: Rediscovering the Power and Passion of Prayer (1995, 2006). – First Love: The Joy and Simplicity of Life in Christ (1995). 261


John MacArthur · Anhang

• The Power of Suff ering: Strengthening Your Faith in the Refiner’s Fire (1995). Deutsche Ausgabe: Die verborgene Kraft des Leidens (VLM 2001). – Standing Strong: How to Resist the Enemy of Your Soul (2006). – Divine Design: God’s Complementary Roles for Men and Women (2006). – Anxious for Nothing: God’s Cure for the Cares of Your Soul (2006). Überarbeitete Neuauflage von Anxiety Attacked (1993). Einzelne Bücher: 1970er Jahre – The Church: The Body of Christ (1973) Zondervan. • Found: God’s Will (1973, 1977) Victor. Deutsche Ausgabe: Gefunden: Gottes Wille (Fliß Verlag 1999 und CLV 2010). – Can a Man Live Again? (1975) Moody. – Keys to Spiritual Growth (1976) Revell. – Focus on Fact: Why You Can Trust the Bible (1977) Revell. – God’s Plan for Giving (1977) Western Baptist Press. – Giving: God’s Way (1978) Tyndale. – The Charismatics: A Doctrinal Perspective (1978) Zondervan (überarbeitete und erweiterte Neuausgabe 1992 unter dem Titel Charismatic Chaos). 1980er Jahre – Kingdom Living: Here and Now (1980) Moody. – Take God’s Word For It (1980) Regal. – Why Believe the Bible (1980) Regal. – Jesus’ Pattern of Prayer (1981) Moody. – Body Dynamics (1982) Victor. – The Family (1982) Moody. – Your Family (1982) Moody. – The Ultimate Priority. John MacArthur on Worship (1983) Moody. – Why I Trust the Bible (1983) Victor. – The Legacy of Jesus (1986) Moody. 262


Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur

• The Gospel According to Jesus (1988, überarbeitet 1994) Zondervan. Deutsche Ausgabe: Lampen ohne Öl (CLV 1997, 2012). – The Lordship Controversy (1988) Word of Grace Communications. – When the Healing Doesn’t Come (1988) Word of Grace Comm. – You Can Trust the Bible (1988) Moody. – Shepherdology: A Master Plan for Church Leadership (1989) The Master’s Fellowship. (1991 als The Master’s Plan überarbeitet). • God With Us: The Miracle of Christmas (1989, 1993) Zondervan. Deutsche Ausgabe: Gott mit uns (CLV 1999). 1990er Jahre – Keys to Spiritual Growth (1991) Revell, (2001) Crossway. – Our Sufficiency in Christ (1991) Word, (1998) Crossway. • The Master’s Plan for the Church (1991) Moody. Deutsche Ausgabe: Die lebendige Gemeinde (Betanien Verlag 2002). – Charismatic Chaos (1992) Zondervan. – How to Meet the Enemy (1992) ChariotVictor Publishing. • Rediscovering Expository Preaching (1992) Word. Überarbeitete Neuausgabe: Preaching. How to Preach Biblically (als Herausgeber mit The Master’s Seminary Faculty, Thomas Nelson 2005). Deutsche Ausgabe: Biblisch Predigen (Betanien Verlag 2008). • Anxiety Attacked: Apply Scripture to the Cares of the Soul (1993) ChariotVictor Publishing. Deutsche Ausgabe: Sorgen und Angst besiegen (Fliß Verlag 1999 und CLV 2011). • Ashamed of the Gospel: When the Church Becomes Like the World (1993, überarbeitet 2010) Crossway. Deutsche Ausgabe: Wenn Salz kraftlos wird (CLV 1996). • Drawing Near (1993) Crossway. Deutsche Ausgabe: Lass mich zu dir kommen (CLV 1999). – Faith Works: The Gospel According to the Apostles (1993) Word (2000) Thomas Nelson. – God: Coming Face to Face with His Majesty (1993) Victor. – Diff erent By Design (1994) ChariotVictor Publishing. 263


John MacArthur · Anhang

– Reckless Faith: When the Church Loses its Will to Discern (1994) Word. • The Vanishing Conscience (1994) Word (2005) Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Das verlorene Gewissen (CLV 2002). – The Body Dynamic: Finding Where You Fit in Today’s Church (1996) ChariotVictor Publishing. – The Glory of Heaven: The Truth About Heaven, Angels, and Eternal Life. (1996) Crossway. • The Love of God: He Will Do Whatever it Takes to Make Us Holy (1996) Word. Neuausgabe: The God Who Loves (2001) Word. Deutsche Ausgabe: Die Liebe Gottes (Betanien Verlag 2003). – The Silent Shepherd: The Care, the Comfort, and the Correction of the Holy Spirit (1996) ChariotVictor Publishing. – Strength for Today (1997) Crossway. – The Power of Integrity: Building a Life Without Compromise (1997) Crossway. – In the Footsteps of Faith: Lessons to Learn From Great Men and Women of the Bible (1998) Crossway. • Successful Christian Parenting (1998) Word. Deutsche Ausgabe: Kindererziehung (CLV 2003). • The Freedom and Power of Forgiveness (1998) Good News. Deutsche Ausgabe: Vergeben befreit (Franz Verlag 2002 und CLV 2008). – The Only Way to Happiness (1998) Moody. • The Pillars of Christian Character: The Essential Attitudes of a Living Faith (1998) Crossway. Deutsche Ausgabe: Werden wie Gott mich will (CLV 2000). – I Believe in Jesus: Leading Your Child to Christ (1999) Nelson. – Nothing but the Truth (1999) Crossway. • The Second Coming (1999, 2005) Crossway. Deutsche Ausgabe: Das zweite Kommen (Mitternachtsruf 2004). 2000er Jahre • Biblical Parenting for Life (Student’s & Teacher’s Manuals) (2000) Word. Deutsche Ausgabe: Kindererziehung – das 264


Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur

Arbeitsbuch (CLV 2004). – O Worship the King (2000) Crossway. • The Murder of Jesus (2000) Word. Deutsche Ausgabe: Tatort Golgatha (CLV 2004). • Whose Money Is It, Anyway? (2000) Word. Deutsche Ausgabe: Wem gehört das Geld? (Betanien Verlag 2008). – Why Government Can’t Save You (2000) Word. – A Bright Tomorrow (2001) Crossway. – God in the Manger (2001) Word. • How to Survive in a World of Unbelievers (2001) Word. Deutsche Ausgabe: Die Welt überwinden (Betanien Verlag 2003). – O Come All Ye Faithful (2001) Crossway. – Our Awesome God (2001) Crossway. – Terrorism, Jihad, and the Bible (2001) Word. • The Battle for the Beginning (2001) Word. Deutsche Ausgabe: Der Kampf um den Anfang (CLV 2003). – The Keys to Spiritual Growth (überarbeitete und erweiterte Ausgabe 2001) Crossway. • Truth for Today (2001) Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Jeden Morgen neu (CLV 2004). – Can God Bless America? (2002) Word. • Twelve Ordinary Men (2002) Word. Deutsche Ausgabe: Zwölf ganz normale Männer (CLV 2004). – What Wondrous Love Is This (2002) Crossway. – When Morning Guilds the Skies (2002) Crossway. • Why One Way (2002) Word. Deutsche Ausgabe: Alles gleich gültig? (Betanien Verlag 2003). • Hard to Believe (2003) Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Durch die enge Pforte (Betanien Verlag 2004). – Lord, Teach Me to Pray (2003) J. Countryman / Thomas Nelson. • Safe in the Arms of God (2003) Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Ewig geborgen (CLV 2009). • Think Biblically! (2003) Crossway. Deutsche Ausgabe: Verändertes Denken (CLV 2005). 265


John MacArthur · Anhang

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Unleashing God’s Word in Your Life (2003) Thomas Nelson. Follow Me (2004) J. Countryman / Thomas Nelson). The Book on Leadership (2004) Thomas Nelson. Truth Matters (2004) Thomas Nelson. The Heart of the Bible (2005) Nelson Reference & Electronic Publishing. Twelve Extraordinary Women (2005) Moody. Deutsche Ausgabe: Zwölf außergewöhnliche Frauen (CLV 2009). Fool’s Gold (2005) Crossway. Deutsche Ausgabe: Es ist nicht alles Gold was glänzt (CLV 2005). Experiencing the Passion of Christ (Student Edition) (2006) Nelson Impact. The Quest for Character (2006) Thomas Nelson. Because the Time Is Near: John MacArthur Explains the Book of Revelation (2007) Moody. Deutsche Ausgabe: Kommentare zur Off enbarung (Mitternachtsruf 2010). The Extraordinary Mother: Blessings for You from Bible Moms (2007) J. Countryman. The Truth War: Fighting for Certainty in an Age of Deception (2007) Nelson. Deutsche Ausgabe: Der Kampf um die Wahrheit (Mitternachtsruf 2010). A Tale of Two Sons: The Inside Story of a Father, His Sons, and a Shocking Murder (2008) Thomas Nelson. Right Thinking in a World Gone Wrong: A Biblical Response to Today’s Most Controversial Issues (2009) Harvest House. The Jesus You Can’t Ignore: What You Must Learn from the Bold Confrontations of Christ (2009) Thomas Nelson. Slave: The Hidden Truth About Your Identity in Christ (2010). Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Sklave Christi (Betanien Verlag 2011). Truth Endures: Landmark Sermons From Forty Years of Unleashing God’s Truth One Verse at a Time (2011) Crossway. At The Throne of Grace: A Book of Prayers (2012) Harvest House. The Truth About Grace (2012) Thomas Nelson. The Truth About Forgiveness (2012) Thomas Nelson. The Truth About the Lordship of Christ (2012) Thomas Nelson.

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Bibliografie sämtlicher Bücher von John MacArthur

– A Simple Christianity: Rediscover the Foundational Principles of Our Faith (2012) ReadHowYouWant. – Twelve Unlikely Heroes: How God Commissioned Unexpected People in the Bible and What He Wants to Do with You (2012) Word. Kinder- und Jugendbücher: • A Faith to Grow On (2000, 2004) Thomas Nelson. Deutsche Ausgabe: Der Weg mit Gott (Mitternachtsruf 2006). – A Faith to Grow on Journal (2004) Thomas Nelson. – A Faith to Grow On Bible (2005) Thomas Nelson. Als Herausgeber1 oder nur deutsche Titel: – Pastoral Ministry: How to Shepherd Biblically (John MacArthur und The Master’s Seminary Faculty, 2005) Thomas Nelson. Erweiterte Neuausgabe von Rediscovering Pastoral Ministry (1995, Thomas Nelson). – Evangelism: How to Share the Gospel Faithfully (John MacArthur und Grace Community Church Staff, 2011) Thomas Nelson. • Grundlagen des Glaubens (Glaubenskurs der Grace Community Church, Betanien Verlag 2006). • Biblische Seelsorge (Betanien Verlag 2011). Orig. Counseling: How to Counsel Biblically (John MacArthur, Wayne A. Mack und The Master’s College Faculty, Thomas Nelson 2005). • Freiheit von Sünde (Grace to You / EBTC 1999).

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Bei zahlreichen weiteren Titeln fungiert John MacArthur als Mitherausgeber, Co-Autor oder Verfasser von Beiträgen und Vorworten. Diese vom deutschen Herausgeber eingefügte Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Quellen: en.wikipedia.org/wiki/John_MacArthur_bibliography, Deutsche Nationalbibliothek (dnb.de) und eigene Recherchen.

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Personen- und Stichwortverzeichnis

Afrika (s. a. Südafrika), 173, 185 Alabama, 22 Aleppo, Joe and Georgia, 176f Alexander, Eric, 69 Allis, O. T., 210 Altarruf, 82f, 128, 198 Antinomismus, 129, 134 Aquin, Thomas von, 205 Ascol, Tom, 216, 224 Assured by God, 126, 165, 220 Auslegungspredigt, 44, 48, 55, 73f, 97, 105, 162, 206, 216, 222, 235f Australien, 103, 105f Barnhouse, Donald G., 29 Baxter, Richard, 86 Bennett, Arthur, 156 Berlin, 161, 175, 184 Bibelinstitut von Los Angeles, 15 Biblisch predigen, 28, 63, 72ff Bob Jones University, 22f, 79 Boice, James Montgomery, 216 »Book Shack« (Buchladen), 100, 240 Brasilien, 54, 103, 174, 176, 198, 206 Buchladen, siehe Book Shack Buchstäbliche Auslegung, 209f Burbank, Kalifornien, 21, 33, 167 Bürgerrechtsbewegung, 35 Busenitz, Irvin A., 96

Buße, 13,49, 75, 123ff, 164ff, 220, 228, 232 Calvary Bible Church, 21, 42 Calvin, Johannes, 127, 130, 182f, 205, 219 Calvinismus, 81, 127ff, 191, 215ff, 223ff Carey, William, 112 Carson, Don, 227 Chafer, Lewis Sperry, 80, 88, 127f, 207 Chao, Jonathan, 114f Charismatic Chaos, 105, 131f, 168, 182, 203, 206f, 237 Charismatics, The, 105, 130 Charismatische Bewegung, 104f, 117, 130ff, 203, 221, 226 Charnock, Stephen, 86, 157, 219 Chicago, 16, 54, 57, 64, 91f, 232 China, 107, 114f Christianity Today, 55, 179, 217, 224 Christians and Demons, 56 Claremont School of Theology, 31 Cowper, William, 257 Criswell, W. A., 73 Curry, Catherine, 9 Dallas Theological Seminary, 80, 122, 129 Dämonischer Einfluss, 56, 108, 111 Darby, John N., 81 269


John MacArthur · Anhang

Das verlorene Gewissen (The Vanishing Conscience), 135, 170 De Arteaga, William, 133 Deutschland, 37, 174f, 182, 184, 188, 228, 250 Dever, Mark, 217, 223, 225 Die lebendige Gemeinde (The Master’s Plan), 12, 32f, 44ff, 86, 168 Die Liebe Gottes (Love of God ), 127, 170 Dispensationalismus, 80f, 87, 124, 126, 206ff Dockendorf, Irene A., 16 Dollar, George W., 79, 81, 128, 215 Dolloff, Eugene, 246 Downey, Kalifornien, 19ff Driscoll, Mark, 227 Duncan, Ligon, 225 Durch die enge Pforte (Hard to Believe), 12, 25, 76, 82, 85, 128, 147, 193 Eagle Rock Baptist Church, 16 Eastern Baptist Seminary, 16 Easy-Believism, (s. a. Oberflächlichkeit) 91, 128 EBTC, 184 ECT (Evangelicals and Catholics Together), 178f Ecuador, 173 Editoria FIEL, 176 Edward, Daniel, 228 Edwards, Jonathan, 87, 133, 215 Ekklesiologie, 220 Endzeitfragen, 206 Erdbeben, 122, 146, 167f Ericsson, Sam, 60, 62 Eschatologie, 208, 220 Evans, Dale, 16 Feinberg, Charles L., 27ff, 30f, 42, 67, 207 270

Feinberg, Paul, 30 Finney, Charles G., 80f, 128 Flavel, John, 86 Flowers, Jay, 254 Forefront Audio-Magazin, 155 Fountain Avenue Baptist Church, 16 Foxe, John, 11 Frau, ihre Rolle in der Gemeinde, 56f, 96, 107, 139ff Freedom and Power of Forgiveness, siehe Vergeben befreit Fuller Theological Seminary, 117 Fullerton (Name), 15, 20 Fundamentalismus, 22, 67ff, 79ff, 87f, 128, 198, 214f, 235 Gefängnis(dienst), 14, 191, 196, 231 Gemeindewachstum (moderne Bewegung), 75, 164, 214 Genf, 174, 182, 227, 65 Genfer Bibel, 183 Gerstner, John H., 122, 210 Gesetz (mosaisches) 81, 84, 111, 124ff, 129, 133ff, 205, 207, 228 Glasgow, 15 Glendale, Kalifornien, 21, 41 Glory of Heaven, The, 170 Gospel According to Jesus, The, siehe Lampen ohne Öl Gospel according to the Apostles, The, 88, 123f, 127ff, 134, 137, 152, 192 Gottesfurcht, 82, 106, 134, 139, 179, 228 Grace Community Church, 7, 9, 38f, 41ff, 53ff, 67, 73, 82, 86, 89, 93ff, 103, 113, 121, 147, 162, 168, 174, 178, 181, 185, 192, 200f, 205, 217, 229ff, 245, 249ff, 256 Grace Community School, 240


Personen- und Stichwortverzeichnis

Grace Theological Seminary, 96 Grace to You-(Rund-)Brief, 67, 97, 138, 140, 155, 160, 165f, 178, 192, 210, 222, 246, 255, 257 Grace to You, 7f, 65, 89ff, 98, 100f, 103, 105ff, 109, 114, 158f, 167ff, 187ff, 197, 201, 222f, 231, 254 Gracia a Vosotros, 173f, 188 Graham, Billy, 86f, 226 Green, Don, 9, 168 Greenville, S.C., 22f Grier, W. J., 210 Gruner, Peter, 171 Hansen, Collin, 217, 224ff Hard to Believe, siehe Durch die enge Pforte Hart, Darryl, 226 Heilssicherheit (auch falsche), 42, 85, 124, 220 Heilungen, 117, 151f, 235, 237 Hirtenkonferenz (Shepherds’ Conference), 93ff, 125, 155, 171, 175, 184, 208, 216f, 223 Hodges, Zane C., 129 Holdt, Martin, 172 Holland, Rick, 9 Hollywood, 16, 41, 165, 167 Homosexualität, 189, 213 Hong Kong, 90, 114, 116 How to Study the Bible, 40 Hulse, Erroll, 225 Hume Lake Camp 38, 254 Hyper-Calvinismus 127 Indien, 90, 103, 108f, 118, 175, 182, 231 Irak, 189 Islam, 194, 230 Italien, 174ff, 181f Japan, 191 »Jesus Bewegung«, 51 Jesus You Can’t Ignore, The, 13, 252

Johnson, Phil, 7, 9, 21, 29, 47f, 64, 91, 93, 103, 121f, 157f, 168, 220, 234, 241 Judd, Florence, 173 Kampf um die Wahrheit (The Truth War, The), 63, 135f, 203 Kanada, 15, 94, 132 Kassettendienst, siehe Word of Grace Katholizismus, kath. Kirche, 58f, 86, 111, 177ff, 181, 193, 205 Keil-Delitzsch-Kommentarreihe, 31 Keiper, Ralph, 29 Kendall, R. T., 129 Kennedy, D. James, 179 Keys to Spiritual Growth, 206 KfG, 174 Kindererziehung (Successful Christian Parenting), 57, 125, 139, 146 King, Martin Luther, 36 Kingdom Living, Here and Now, 64, 87 Kommentarreihe zum NT, 68, 72, 86, 92, 134, 171, 209, 217, 232ff, 252 Korea 116ff, 182 La Mirada, Kalifornien, 27, 54 Lampen ohne Öl (The Gospel According to Jesus), 75, 84, 92f, 107, 109, 121ff, 128f, 153, 178, 192f, 197, 206, 214, 217, 222 »Larry King Live«, 199 Lee, Alex, 107 Lee, Rex, 62 Lewis, C. S., 180 Ligonier Conference, 216f Lloyd-Jones, D. Martyn, 73, 76f, 86, 129, 156f, 199, 206, 223 Lordship-Kontroverse, 91f, 107, 124, 128, 130, 133f, 214 271


John MacArthur · Anhang

Los Angeles Baptist College, 34, 95f Los Angeles Pacific College, 23f Los Angeles Times, 56, 181, 249 Los Angeles, 7, 15f, 19, 21, 27, 30, 34, 38, 41, 55, 83, 86, 117, 167, 249 Louisville, 217, 225 Love of God, The, siehe Die Liebe Gottes Lummus, Vern, 53, 119 Luther, Martin, 101, 182, 254 Macao, 114 MacArthur, General Douglas, 113 MacArthur, Harry, 15f, 18ff MacArthur, Irene A., 16f, 141 MacArthur, Jack, 16ff, 27, 34, 38, 42, 67f, 141, 248 MacArthur, Marcy, siehe Marcy MacArthur, Mark, 38, 102, 231 MacArthur, Matthew (Matt), 38, 102, 112, 149, 231, 248 MacArthur, Melinda, siehe Melinda MacArthur, Patricia S., 9, 30f, 38f, 63, 65f, 102, 104, 110, 112, 118, 139ff, 160, 172, 177, 231, 233, 253f Machen, J. Gresham, 69, 219, 235 Mack, Wayne, 185 Mahaney, C. J., 225 Manton, Thomas, 219 Marcy (Gwinn geb. MacArthur), 38, 102, 118, 231 Martyn, Henry, 87 Master’s College, The, 96, 161, 176, 185, 206, 241, 246 Master’s Fellowship, The, 155f, 158 Master’s Plan, The, siehe Die lebendige Gemeinde Master’s Seminary Journal, The, 210 272

Master’s Seminary, The, 68, 96f, 184f, 200f, 240, 243, 246 Masterpiece Magazin, 100, 156f, 161 Matthäus, Kommentar und fortlaufende Predigten, 71f, 84, 86, 92, 134, 209, 233ff, 252 Mayhue, Richard L., 97, 151, 210, 246, 249 Melinda (Welch geb. MacArthur), 38, 102, 149f, 231 Mendenhall, Mississippi, 34f Michaelson, Burt, 38, 42 Minneapolis, 216f Mississippi, 34ff, 82, 193 Mohler, Albert, 217, 225 Moody Bible Institute, 16, 54, 57, 91 Moody Monthly, 46 Moody Press, 64, 91ff, 121f, 129, 170, 210, 232f Morgan, G. Campbell, 62, 73 Morrison, Robert, 114 Morus, Thomas, 11 Musikinstrumente, 201, 203ff, 231 Mutter Teresa, 110f Nally, Kenneth, 58ff, 249 Neuseeland, 104, 115, 174f New York Times, 60 O Worship the King, 203 Oberflächlichkeit 64, 109, 125, 134, 137, 164f, 192 Old, Hughes O., 234, 238 Only Way to Happiness, The, 64 Österreich, 188 Our Sufficiency in Christ, 168, 170 Owen, John, 215 Pacific College, siehe Los Angeles Pacific College Packer, James I., 156f, 178f, 216f Panorama City, Kalifornien, 41, 55 Pennington, Tom, 57, 145, 157, 250f


Personen- und Stichwortverzeichnis

Perkins, John, 34ff Philadelphia Conference, 216f Philadelphia, 16, 29, 188 Philippinen, 90, 103, 112f, 118, 182 Pillars of Chistian Character siehe Werden wie Gott mich will Pink, Arthur W., 86, 106, 156 Piper, John, 217, 225, 247 Portela, Solano, 176, 207 Portugiesischsprachiger Dienst, 176, 182 Pragmatismus (s.a. Gemeindewachstum u.a.), 81, 128, 202 Predigtvorbereitung, 70f, 148, 153 Preußen, 228 Prinz-Edward-Insel, 15 Princeton Theological Seminary, 80, 88, 218, 235 Puerto Rico, 89 Puritaner, 80, 85f, 129f, 156, 170, 204, 214f, 224, 226f, 241 Quinn, Beth, 144 Quinn, Lance, 121, 145, 171, 223 Radiopredigten, 11, 25, 20, 34, 38, 42, 65f, 89ff, 98f, 103, 112ff, 116, 159, 167f, 171ff, 189, 191ff, 197, 201, 225, 252 Rechtfertigung, 124f, 127, 129, 134, 220 Reckless Faith, 87, 136f, 168, 179 Reformation, Reformatoren 12, 32, 80, 101, 127, 182, 204f, 214, 250 Reformierte Kirchen u. Theologen, 27, 88, 122, 172, 176, 206, 217ff, 238 Reformierte Theologie, 27, 80, 88, 124, 129, 178, 205f, 209f, 217228 Relevanz, 74ff Robertson, O. Palmer, 207, 210

Rogers, Roy, 16 Rotisky, Pat, 9, 248 Rumänien, 162, 175, 182 Russland, 161ff, 174f, 178, 182ff, 200f, 210, 231 Rutherford, Samuel, 33 Ryaguzov, Victor, 175, 184, 200 Ryle, James, 203 Ryrie, Charles C., 122, 124 Sailhammer, Paul, 38 San Fernando Tal, 21, 41 Sanders, Lowell, 46f, 50f Santa Clarita, Kalifornien, 167f São Paulo, Brazil, 54, 176 Saucy, Robert (»Bob«), 218 Schottland, 15, 59, 103, 174, 247 Schuller, Robert, 87 »Schwarzer Dienstag«, 57 Schweiz, 174f Scofield, C. I. / -Bibel, 80f, 207 Seoul, Korea, 116f Shepherds’ Conference, siehe Hirtenkonferenz Sibbes, Richard, 86 Singapur, 90, 106f Smith, Charles, 96 Smith, Dale, 30, 141 Smith, Lorraine, 31, 141 Smith, Patricia, siehe MacArthur, Patricia Smith, Wilbur M., 215 Spanisch 173f, 182, 229 Spartanburg, 23 Spring, Gardiner, 70 Sproul, R. C., 179, 216f, 223, 225 Spurgeon, C. H., 47, 63, 138, 143f, 195, 199, 215, 241ff, 246, 254 Spurgeon, Susannah, 244 Stott, John R. W., 157 Studienbibel, 170, 177, 182, 191, 208f, 233 273


John MacArthur · Anhang

Successful Christian Parenting, siehe Kindererziehung Südafrika, 103, 171ff, 184f Südliche(r) Baptisten(bund), 216f, 222, 224 Sun Valley, Kalifornien 7, 9, 38, 41, 55, 63, 93, 97ff, 139, 155, 171, 185, 216, 224, 229, 241, 246 Sweeting, George, 57 Tada, Joni Eareckson, 152, 203 Talbot Theological Seminary, 2734, 54f, 72, 79, 83, 93, 96, 144, 217 Taylor, Mike, 7, 90f, 157, 185 Tiger Tale, The, 55, 144 Time Magazin, 29, 224, 226 Together for the Gospel (Konferenz), 29, 224 Tolopilo, Henry, 173 Toronto Segen, 132f Tozer, Arthur W., 109, 136, 156, 240 Truth Endures, 7, 43, 64, 220 Truth Matters, 50, 76 Truth War, The, siehe Kampf um die Wahrheit Twelve Extraordinary Women, siehe Zwölf außergewöhnliche Frauen Twelve Ordinary Men, siehe Zwölf ganz normale Menschen Tyndale, William, 11f, 32, 87 Ukraine, 162, 164, 174 Ultimate Priority, The, 31, 201 Unterhaltung im Gottesdienst, 29, 72, 204 Van Kampen, R. D., 158

274

Vanishing Conscience, The , siehe Das verlorene Gewissen Vergeben befreit (Freedom and Power of Forgiveness), 50 Vers-für-Vers-Auslegung (s.a. Auslegungspredigt), 144, 66, 173, 177f Vietnam, 51, 113 Voice of Calvary, 15, 20, 35 Waldron, Samuel, 199, 208 Warfield, B. B., 80, 88, 128, 219, 235 Washington Post, 60 Washington, D.C., 62, 217 Watson, David, 221 Watson, John, 143 Watson, Thomas, 86, 157, 219 Welch, Melinda, siehe Melinda MacArthur Wells, David F., 75 Wenn Salz kraftlos wird (Ashamed of the Gospel), 13, 46, 50, 81, 128, 137, 168, 202ff, 242 Werden wie Gott mich will (Pillars of Chistian Character), 44 Wesley, John, 80, 128 West Point Military Academy, 255f Word of Grace, 53, 98, 100, 103, 167 Wunder 105, 131, 198, 235ff Zondervan (Verlag), 121 Zwingli, Ulrich, 182 Zwölf außergewöhnliche Frauen (Twelve Extraordinary Women), 142 Zwölf ganz normale Menschen (Twelve Ordinary Men), 12f


John MacArthur Dienst am Wort und an der Herde Seit über 40 Jahren hat John MacArthur es als Lebensziel verfolgt, das Wort Gottes viele Stunden pro Woche zu studieren und in fortlaufender und auslegender Weise zu verkünden, damit die Gemeinde Jesu wächst und gedeiht. Weil diese schlichte, systematische Verkündigung des reinen Wortes Gottes das Relevanteste ist, was die Gemeinde und die Welt zu allen Zeiten brauchen, sind John MacArthur, seine Gemeinde Grace Community Church und die damit verbundenen Werke Grace to You und The Master’s Seminary zu Segenskanälen geworden, die sich in alle Welt erstrecken. Dieses Buch schildert seine persönliche Entwicklung und seinen Dienst in der Gemeinde, in der theologischen Ausbildung, in US- und weltweiten Radio-, Kassetten- und Predigtdiensten und die Frucht seiner Bücher und Medien. Daraus zeigt sich: Auch sein Leben mit seinen Prioritäten und all den durchstandenen Herausforderungen und Problemen ist eine Predigt für sich.

John MacArthur Auszug  

John MacArtur - Dienst am Wort und an der Herde. Titelei, Vorwort, Kapitel 5-6, Anhang

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