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70. Jahrgang, 4. Folge, 2017

Dlnsp. ROL Cäcilia Kaltenböck

Gott und das Leben feiern Können wir (noch) feiern? Wie feiern wir? Haben wir (etwas) zu feiern? Ist uns bewusst, dass „die Feier“ (lat. Substantiv: „feriae, alat.: fesiae“) eigentlich aus dem Bereich der Sakralsprache kommt und ursprünglich „die für religiöse Handlungen bestimmten Tage betreffend“ bedeutete? Manchmal erscheint es mir, als hätte das Wochenende den Sonntag (für uns Christen – den ersten Tag der Woche) „verschluckt“. Die 5- Tage- Woche in unseren Schulen und Kindergärten könnte ein Einüben in das Feiern am Sonntag sein. Was machen wir daraus? Christen feiern sonntags, am ersten Tag der Woche, den „Tod und die Auferstehung“ unseres Herrn Jesus Christus im Sakrament (= Geschenk Gottes!). Sie nehmen das Wort Gottes und Seinen Leib aus der Liturgiefeier zur Stärkung für die Arbeitswoche in sich auf. Christen gehen dadurch gewandelt, IHN in sich tragend, mit IHM zu den Menschen. Das kann man erspüren und erfahren, wenn wir einander aufmerksam begegnen. Voraussetzung dafür ist aber, dass wir uns „fest-machen“ an Gott, der sich uns in Seinem Sohn geschenkt hat. Deshalb können wir Feste feiern im Kirchenjahr… Ist uns bewusst, wie sehr uns dieses Feiern weltweit verbindet? Das Gebet und Jesu Opfer, das wir in jeder hl. Messe erneuern, vermag ein Band der allumfassenden Liebe um diesen Erdball zu legen und Wandlung ermöglichen! Ja, wir dürfen – und können feiern! Christen haben reichlich Grund dazu – feiern wir Gott und das Leben, es ist uns Unterpfand für das „Leben in Fülle“, das wir erhoffen und erwarten! In diesem Sinne denkt an Sie in jeder Messfeier: Ihre Cäcilia Kaltenböck

Christlich

Gott und das Leben feiern!

Lebensnah

Weihnachts-Festspiele

Engagiert PILGRIM

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Gottund das

Leben feiern!

Feiern klingt schon einmal gut, leben wir doch heute in einer sogenannten „Spaßgesellschaft“. Kaum ein „Event“, das nicht von vielen Menschen besucht wird, denn Feiern lässt die Menschen aufhorchen, es bedeutet heiter sein, Freude empfinden, Gemeinschaft bilden. Aber: Nehmen wir Gott in unser Feiern mit hinein? Umfragen zeigen: Wir feiern gern, aber ohne unbedingt religiös motiviert zu sein. Wie viele Menschen feiern bei Taufen und Hochzeiten das Leben und nehmen dabei auch Gott in ihre Mitte? Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass im Großen und Ganzen die beiden „materialistischen“ Werte „Tradition“ und „Sicherheit“ unter älteren Menschen mehr Zustimmung finden als bei den jüngeren. Beim Wert „Hedonismus“ sieht es genau andersherum aus! Dass man den offensichtlich doch zu beobachtenden Wertewandel nicht nur pessimistisch deuten muss, darauf weist das Muster für den Wert „Hilfsbereitschaft“ hin! Alle Hedonisten sind aber zu fragen: Was ist Lust? Was ist Glück? Gibt es nicht noch etwas Größeres, von dem her Glück erst definiert werden kann, nämlich Heil? Ein Heil im biblischen Sinn, das im Einklang stehen und Frieden haben mit Gott und den Menschen meint? Denn Heil

beinhaltet die Dimension über mir (Gott) und neben mir (die Mitmenschen) und ist nicht egozentrisch, sondern in diesem Rahmen finde ich auch Glück, aber eben im Bezogensein auf Gott um Gottes willen und den Nächsten um des Nächsten willen, nicht im Kreisen um mich selber. Glück finde ich, wenn ich von mir wegsehe und hinsehe auf Gott und den Nächsten. Per se ist also feiern gut und schön und bereichert unser Leben. Doch sollte unser Augenmerk nicht auch darauf gerichtet sein, dass unser Leben nicht ausschließlich aus Feierstunden besteht? Alleine diesen Gedanken einer „Facebook-Generation“ vermitteln zu wollen, sehe ich schon als spannende pädagogische Aufgabe und Herausforderung! Erst dann, wenn unser Leben schwierig wird – aus verschiedensten Gründen heraus, dann ruft uns Gott! Wir mögen zu ihm kommen, die Sorgen abzuladen und uns in der Messfeier an sein Wort zu erinnern: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken“ (Mt 11, 28). Mit anderen Worten: Ich werde für euch da sein, das Leben mittragen, bis ihr in die ewige Heimat kommt, wo immerwährende Freude sein wird – also Freude und ewiges Leben in Gott! Dr. Gerhard Vörös


Grüß Gott … liebe Leserinnen und Leser!

Alle Jahre wieder… – aber WAS? Entweder fällt ihnen der passende Liedtext ein oder es drängen sich andere Gedanken in den Vordergrund… – z. B.: • WAS soll ich heuer wieder schenken… • Geschenke-Stress beim Besorgen… • Weihnachtslieder in Endlosschleife… • Staus zu und von den Shopping-Zentren… • Einladungen und Verwandtenbesuche müssen auch noch organisiert werden… Ok, es reicht! – Die Liste ließe sich fortsetzen. – Und? – Wo versteckt sich die nicht aufkommen wollende, vielgerühmte Weihnachts-Stimmung? Advent – das ist die stillste Zeit im Jahr… Mit diesen Worten beginnen die bekannten Weihnachtserzählungen des Heimatdichters Karl Heinrich Waggerl (1897–1973). Betrachten wir solche Erzählungen längst als „Nostalgie“ des vorigen Jahrhunderts oder schlummert die Sehnsucht nach einem solchen Advent nicht doch noch immer in unserem Herzen? Vielleicht dämmert es uns bereits, was wir verloren haben, wenn schon stimmungsvolle Adventmärkte mit weihnachtlich dekorierten Betonblöcken terrorsicher (?) gemacht werden müssen? – „Zurück zum Ursprung“ finden wollend, müssen wir Unwesentliches, bisweilen Liebgewonnenes auf der, der Vergänglichkeit unterworfenen, horizontalen Seins-Ebene loslassen können, um zur sinnerfüllenden, vertikalen, vorzudringen… • Ab 1955 bis heute: Weihnachten wird in steigendem Ausmaß von Wirtschaft und Handel mittels geschickter Käufermanipulation zum Fest der materiellen Äußerlichkeiten degradiert. – Ein mehrstufig aufgebauter und kostenloser „Stress-Resistenz-Test für alle“ inklusive… • Ab 1850: Der „Christkindl“-Brauch nimmt mit Martin Luther seinen Anfang. Der Adventkranz wird 1839 vom evang.-luth. Theologen Johann Hinrich Wichern (1808– 1881) eingeführt, um Straßenkindern im Diakonieheim die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. – Mit der Zeit hält auch der Christbaum seinen Einzug in die Häuser…

• Um 1000: Die Mattutin, das mitternächtliche Nachtgebet der Mönche, dient als Vorbild für die Einführung der Christ-Mette. • Ab 325: Mit dem ersten Konzil von Nicäa wird Weihnachten zum Fest und ab 400 zu einem für alle zu feiernden Hochfest erhoben und ab 354 auf den 25. Dezember verlegt. – Das ursprünglich heidnisch-römi­ sche Winter-Sonnwend­fest des unbesiegbaren Sonnengot­ tes „Sol invictus“ wird zum HOCHFEST DER GEBURT JESU… • Ab ca. 30/33: In den ersten drei Jahrhunderten feierten Christen Jesu Geburt aufgrund von Verfolgungen meist im Verborgenen am 6. Jänner. – Immer im Hinblick auf Ostern als „Hochfest der Erscheinung des Herrn“. Die österliche Feier von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu, ist der jährliche Mittel- und Höhepunkt des Kirchenjahres. • Zwischen 07 und 04 v. Chr.: Die Geburt Jesu war eines der unbeachtetsten Ereignisse seiner Zeit und fiel nur Randpersonen – den gesellschaftlich ausgestoßenen Hirten – auf, weil sie vielleicht ihren Stall nicht für die sichere Nachtruhe ihrer Schafe verwenden konnten und deshalb im Freien Nachtwache bei der Herde halten mussten.1) Hätte der Evangelist Matthäus in den Kindheitstexten nicht die Sterndeuter2) und Lukas nichts von den Hirten erwähnt, wüssten wir nicht einmal das… Die Botschaften der Kindheitstexte bilden bei beiden Evangelisten gleichsam die Overtüre, um den Leser von Beginn an zum Sinn und Höhepunkt des Wirkens Jesu – zur Botschaft von seiner Auferstehung – hinzuführen…3) Krippe und Kreuz hängen untrennbar zusammen. Die horizontale und vertikale Dimension bilden gemeinsam betrachtet, ein Kreuz, das uns hinführt zur eigentlichen Sinn-Gebung und Sinn-Erfüllung unseres Lebens und unsere Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche erst mit einem auf Jesus Christus hin ausgerichteten Blick nicht unerfüllt lassen wird. – Die erwartete (= Advent) WEIHNACHTSSTIMMUNG eingeschlossen… WAS würden wir eigentlich feiern, hätte die Geburt Jesu vor 2000 Jahren nicht stattgefunden? Meint SR Friedrich Lawitzka CLE-NÖ-Landesobmann Büro: office@cle-noe.at, Privat: fritz.lawitzka@gmx.at Homepage: www.cle-noe.at Besuchen Sie uns auch auf Facebook: /clenoe

• Ab 1500: Beginn der Dichtung der meisten uns heute bekannten Weihnachtslieder.

PS: Versuchen wir, Weihnachten im wahren Geist des Evan­ geliums zu leben, indem wir Jesus in die Mitte unseres Lebens stellen. (Papst Franziskus)

• 1223: Franz von Assisi ließ der Legende nach in Greccio das erste Mal das Weihnachts-Evangelium in Form einer lebenden Krippe darstellen.

1) Es lohnt sich, die rückläufig notierte Chronologie ab hier bewusst nochmals von unten nach oben zu lesen… 2) Die Beobachtung der Jupiter-Saturn-Konstellation führte sie nach Betlehem… 3) Vgl. Mt 1,18-25; Lk 2,1-20 und Mt 28,1-8; Lk 24,1-12


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Thema

Neuigkeiten aus dem

ZA-APS-FCG

Das Schuljahr 2017/18 schreitet in großen Schritten voran und Weihnachten steht vor der Tür. Wie messen wir Personalvertreter die Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen? Je zufriedener die Lehrerinnen und Lehrer mit einer be­­stim­m­ten Sache sind, umso weniger negative Reaktionen gibt es zu diesem bestimmten Thema. Wir orteten zum heurigen Schulbeginn sehr heftige Reaktionen auf die Umstellung von Jano auf Sokrates. Unsere Direktor/innen investierten viel Zeit und viele Energie in diese technische Herausforderung. Wir stellten im Gegensatz dazu eine 100 %ige Zufriedenheit bei den Personaldispositionen fest. Es wurden in NÖ 460 Kolleginnen und Kollegen zu Beginn dieses Schuljahres neu angestellt und haben sich in den letzten Wochen und Monaten bereits gut eingelebt und eingearbeitet. Es wurden alle verfügbaren Sonderpädagog/innen und nahezu alle verfügbaren Pädagog/innen für den NMS Bereich ins System geholt. Es waren Volksschullehrer/innen bereit, in einer NMS den Dienst anzutreten und 2/3 aller Versetzungswünsche in die Wunschbezirke konnten positiv erledigt werden. Teilzeitansuchen und Sabbaticalansuchen wurden ebenfalls bewilligt. Die Personalplanung wurde seitens des LSR in Kooperation mit der Personalvertretung sehr umsichtig und vorausschauend durchgeführt! Wir wissen, dass wir in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen stehen werden.

40 % aller Pflichtschullehrer/innen werden in den kommenden 10 bis 15 Jahren in Pension gehen und aufgrund der Pädagoginnenbildung neu wird es in absehbarer Zeit nicht ausreichend verfügbares Lehrpersonal für bestimmte Schulsparten geben. Das Land NÖ finanziert zusätzlich zum Bundesdienstpostenplan viele zusätzliche Planstellen, damit wir unsere Strukturen so aufrechterhalten können wie wir sie kennen und vorfinden. Es zeichnet sich ein akuter Lehrermangel ab, dennoch möchte die Bundesregierung viele Millionen Euro in Tablets investieren. „Es mag modern wirken, wenn Tafelklassler auf ihrem Tablet herumtippen. In der Praxis wird das aber nicht funktionieren, geschweige denn, dass die Kinder dadurch mehr lernen. Man stelle sich eine Gruppe von 25 Siebenjährigen vor: Bereits aktuell dauert es einige Zeit, bis alle das richtige Schulbuch auf der richtigen Seite aufgeschlagen haben und zu arbeiten beginnen. Wenn in Zukunft alle auf einem Tablet arbeiten sollen, wird dies noch viel länger dauern oder gar nicht möglich sein: Das eine Tablet ist nicht aufgeladen, das andere funktioniert nicht, das dritte fällt auf den Boden und ist kaputt. Alle, die mit Computern arbeiten, wissen, wie zeitraubend es ist, wenn etwas nicht funktioniert. Und das mal 25. … Experten wie der prominente Hirnforscher Manfred Spitzer warnen eindringlich davor, Kinder zu früh und zu lange mit dem Computer zu konfrontieren. Eines steht für Pädagogen fest: Lerninhalte werden am besten von Menschen vermittelt, von gut ausgebildeten, engagierten Lehrerinnen und Lehrern. Darauf müsste jede Bil-

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Thema dungspolitik den Fokus legen, falls ihr an echter Bildung etwas liegt.“ (von Dr. Gudula Walterskirchen, Zeitschrift „die Presse“ im Oktober 2017) Der Alltag eines Schulkindes zwischen 10 und 14 Jahren war bis vor wenigen Jahrzehnten dreigeteilt in je 8 Stunden Schlaf, Schule und Freizeit, in der alles andere untergebracht wurde, besonders aber Familie und Freunde, Hobbys und Vereinsleben sowie Bewegung in der Natur. Dieser letzte Teil besteht heute gemäß aktuellen Studien der Fachstelle für Suchtprävention im Durchschnitt aus fünf Stunden Medienkonsum an Wochentagen, am Wochenende gar bis zu acht Stunden. Es bedarf einer sinnvollen, effizienten, gesundheitsbewussten, pädagogisch orientierten und fortbildungsbasierten statt wirtschaftlich profitorientierten Umsetzung der Digitalisierung. Land NÖ, Landesschulrat und Personalvertretungen präsentierten: „Wenn die Tyrannenkinder erwachsen werden“ Vortrag von Dr. Martina Leibovici-Mühlberger beim 1. Lehrer/innentag am 9.11.2017 in der NÖ Halle am Messegelände Tulln anlässlich 50 Jahre Personalvertretung Es gehe nicht um böse oder dumme Kinder, sondern um Eltern, die verabsäumt haben, sie zu erziehen. Das tyrannische Kind falle am meistem auf, weil es am lautesten sei. Störungen wie Depressionen, ADHS, Vorstufen von chronischen Erkrankungen, Essstörungen ect. nehmen zu. Früher waren es drei bis vier Kinder in der Klasse, die Proble-

gelernt haben, dass es immer nur um das gehe, was sie gerade jetzt wollen. Als Erwachsene werden sich die ehemaligen verratenen Kinder nicht um ihre Eltern kümmern wollen. Die Tyrannenkinder werden zeigen, welche Lektionen von emotionaler Unverbindlichkeit und Materialismus bis narzisstischer Selbstspiegelung und Hartherzigkeit sie wirklich gelernt haben. Kinder suchen verzweifelt nach Überblick, Orientierung, altersadäquaten Grenzen, Zeit, Zuwendung, gemeinsam gelebten Ritualen im Alltag und Ruhe in unseren hektischen Zeiten. Das tyrannische Verhalten der Kinder und viele andere Verhaltensauffälligkeiten, von Essstörungen bis hin zu konsequenten Leistungsverweigerungen, seien ein Aufschrei. Es ist der Versuch, sich gegen eine Gesellschaft zu wehren, die kindgerechtes Aufwachsen verweigert. Diese Kinder seien sehr empfänglich für Führung, egal ob religiöse oder politische Prägung, Hauptsache, es sage endlich jemand wo es lang geht. Es brauche Kreativitätsförderung, Ungestörtheit, Struktur, Ordnung, altersadäquate Grenzen, ein soziales Grundgewissen, dass jeder auf jeden aufzupassen hat. Vor 50 Jahren wurde im Sinne eines dialogischen Interessensausgleichs das Bundespersonalvertretungsgesetz hart erkämpft und zur Vermeidung sozialer Härten bzw. zum Ringen um tragfähige Kompromisse am Verhandlungstisch beschlossen. Die demokratische Mitbestimmung von Personalvertretung und Gewerkschaft hat durch die Wahrung und Förderung der beruflichen, sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen und die Kontrolle der Einhaltung der Gesetze besonders im öffentlichen Dienst zu gerechterer Behandlung, Entlohnung und Ausbildung geführt. Manchmal vergessen wir leider den langen Weg zur Selbstverständlichkeit. Für uns selbstverständlich sind Errungenschaften, die es vor einigen Jahrzehnten einfach noch nicht gab wie z.B. das 13. und 14. Monatsgehalt, 2 Jahre Karenz, die Möglichkeiten von Teilzeit und Sabbatical, 5-Tage-Woche, steuerliche Absetzbarkeit von Werbungskosten etc.

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Ein herzliches Dankeschön jenen Kollegen und Kolleginnen, die ehrenamtlich und unter enorm großem zeitlichen Aufwand in unserem Bundesland ihre Funktionen wahrnehmen und die Interessen unser Kolleginnen und Kollegen gegenüber dem Dienstgeber wahren und vertreten!

me hatten. Heute sei eine Klasse eine Ausnahme, wenn drei bis vier Kinder keine Probleme haben. 20 % der Abiturienten werden sich in der Arbeitswelt nicht mehr zurechtfinden oder ein Studium absolvieren, weil sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu managen und zu kontrollieren. Sie werden auch keine starken emotionalen Bindungen mehr eingehen können. Viele Schüler/innen können nicht konzentriert lernen und sich nicht in eine Klasse einfügen, weil sie

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Vorausschau Ihre standespolitische Vertretung und der Verein der CLE schließen sich zusammen und werden in Zukunft unter „ARGE NÖ-Landeslehrer CLE“ geführt. Diese Vereinheitlichung bringt in vielen Dingen eine organisatorische Erleichterung aber auch einen besseren Überblick für unsere Mitglieder und eine einfachere Mitgliederbetreuung. Bei der Generalversammlung im Jänner wird Ihre neue Landesleitung der CLE gewählt! Dipl.-Päd. Claudia Andre APS-FCG-Regionalbetreuerin CLE-NÖ-Landesobmann-Stv.


Thema

Wer die Aura von Weihnachten betritt, bedient sich vieler Symbole, um leibhaft daran teilzunehmen. Adventkränze, Barbarazweige, Kerzen, Weihrauch, Adventkalender, Engel, Sterne, Krippen, Weihnachtsbillets, Bäume, Geschenke und Musik. Sie alle verdeutlichen, wie sinnlich die religiöse Bedeutung von Weihnachten ist. In der „stillen“ Zeit wird das „dritte Auge“ geöffnet, um die Welt mit anderen Augen – mit Kinderaugen – zu betrachten. Dann wird sie lebendig und sinnvoll, voller Bedeutung für uns, als spräche sie uns an, weil mit dem symbolischen Blick die Phänomene in ihren originären Bedeutsamkeiten ohne wissenschaftliche Brille erfasst werden. Welt wird zur Begegnung Für eine vierwöchige Zeit wird sie wieder zu einem geschlossenen „Kosmos“, zum „sichtbaren Heiligen“. Gerade diese dunkelnasskalte Jahreszeit wird als symbolisch aufgeladene Zeit erlebt und in Szene gesetzt – immer in der Schwebe zwischen aktiver Inszenierung und passiver Schau. Weihnachtsreligiosität spielt mit harter Währung und mit leibhaft erfahrbaren Dingen. Sie bringt ins Bild, was unanschaulich ist. Sie erreicht die Sinne, verzaubert mit Musik und Geruch, versüßt die Welt des Geschmacks und lässt sich sehen und fühlen: Blühende Zweige im Winter, warmer Glühwein im Schnee, brennende Kerzen im Finstern, das Öffnen der Adventkalender-Türen, das Verbergen der Geschenke, der grüne Baum im Wohnzimmer. Auch die Lieder der Adventund Weihnachtszeit faszinieren nicht wegen ihres diskursiv verständlichen Inhalts, sondern wegen ihrer atmosphärischen Dichte. Diese Bausteine der Weihnachtsatmosphäre sind nicht „das Heilige“, aber sie „bedeuten“ es. Sie deuten es für jeden verständlich, im direkten Nachvollzug erlebbar, in der Anschauung beeindruckend und für Groß und Klein denkwürdig an. Diese Erfahrung legt Wert darauf, dass die Symbole nicht das Heilige selbst sind, sondern nur dessen Repräsentanten oder Spuren. Die symbolisch aufgeladene Festatmosphäre ermöglicht die Integration unterschiedlichster Menschen mit unterschiedlichem religiösen Wissen, mit unterschiedlichen individuellen Glaubensbekenntnissen und Lebensstilen. Symbole als Wirklichkeitsverdichtungen Als eine Art Lebensweltkonzentrat haben Symbole den Geschmack der Welt in sich bewahrt. Sie lassen sich nicht eins zu eins in Sprache übersetzen, weil auf dem Weg dorthin ihre Bedeutungsmächtigkeit verloren ginge. Gleichzeitig drängen sie aber zur sprachlichen Deutung, wollen interpretiert und ausgelegt sein. Symbole sind ihrer griechischen Wortbedeutung entsprechend Bruchstücke, die die Erinnerung an ihre fehlende Hälfte immer mit sich herumtragen. Symbole sind nur die halbe Wahrheit. Sie zu ergänzen, im Geist zusammenzusetzen, nach der anderen Hälfte zu suchen – dazu laden sie durch die ihnen innewohnende Kraft ein.

Symbole verhüllen und erschließen zugleich. Sie lassen das Heilige erscheinen, indem sie es zugleich der direkten Anschauung entziehen. Das Heilige verkörpert sich. Es nimmt Gestalt an. Es deutet aber zugleich an, immer schon anders zu sein. In diesem Sinn haben Symbole Teil an dem Heiligen, das sie repräsentieren. Sie sind aber nicht das Heilige selbst. Sie machen das Heilige ansprechbar, anschaubar, greifbar, demonstrieren aber zugleich mit ihrer Existenz die Unnahbarkeit des Heiligen. Ist etwa die Familie, wie sie zu Weihnachten gelebt und gefeiert wird, nur ein eindimensionales Bild bürgerlicher Lebensform oder wird sie und bleibt sie ein offenes Symbol, das auch an die Heiligkeit und Unverfügbarkeit der Leibe und des Zusammenlebens verweist? Einer derartigen Erfahrung von „Weihnachtschristentum“ kann man durchaus zutrauen, dass sie Symbole auch als solche wahrnimmt. Jede/r weiß, dass die am Barbaratag in die Vase gestellten Zweige nicht durch ein Wunder, sondern aufgrund der Zimmerwärme zu blühen beginnen. Und nur die ganz kleinen Kinder vermuten hinter den Geschenken das Christkind. Stimmungsvolles „Weihnachtschristentum“ statt Glaubensfest? Das Wesentliche der Weihnachtszeit bewegt sich also nicht auf der reflexiven Ebene; die vielfältige symbolische Kommunikation der Weihnachtszeit verdichtet sich in eigentümlichen Weihnachtsstimmungen und „Atmosphären“. Man schwingt sich ein in eine besondere Stimmung, schlenkert über die schummrig-schönen Christkindlmärkte, besucht eventuell noch die nachmittägliche „Kindermette“ oder gar die mitternächtliche Mette wegen der ergreifenden Gefühligkeit und freut sich auf die hoffentlich ohne Streitereien ablaufende „Atmosphäre“ erfüllter Festlichkeit im Kreis der Lieben. Ein derartiges „Weihnachtschristentum“ ist keine Glaubens-, sondern eine Stimmungsreligion, eine atmosphärisch grundierte Religiosität. Es ist zu bedenken, dass „Atmosphären“ über uns von außen kommen und ohne unser Zutun werden wir von ihnen ergriffen. Dabei wird die Anwesenheit von „Atmosphären“ dann besonders stark wahrgenommen, wenn sie unserer eigenen Stimmung gegenläufig ist und wenn es gelingt, unserer persönlichen Übellaunigkeit entgegen zustehen oder uns gar umzustimmen.

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Weihnachts-Festspiele: die andere Zeit


Thema Weihnachts-Fest-Zeit: heilig – profan Festzeiten nehmen wir anders wahr. Wir haben einen Sinn für symbolische Handlungen. Wir finden es zum Beispiel nicht lächerlich, andächtig unter einem mit Strohsternen behängten Tannenbaum zu sitzen oder vor kleinen Holzbuden bei eisigem Schneetreiben einen Glühwein zu trinken. Wir haben einen Sinn für die „Atmosphären“, wir pflegen sie und bauen sie, um uns von ihnen inspirieren zu lassen. Feste und Festspiele: Sie spielen sich außerhalb der alltäglichen Welt ab und wir spielen mit. Wir spielen mit Symbolen. Zu Festzeiten leben wir in einem Festivitätsgefühl, das es uns zu allererst erlaubt, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Wir verstehen rituelle Handlungen und wir besinnen uns auf die Symbole. Natürlich nicht in ständiger Reflexion, sondern vor allem im atmosphärischen Erleben selbst. Wir leben in zwei Zeiten. Hier der Alltag – dort der Festtag. Hier das Heilige – dort das Profane. Das Heilige ist herausgehoben, räumlich und zeitlich abgegrenzt vom gewöhnlichen Lauf der Dinge. Das Fest gehört zur Sphäre des Heiligen. Es ist eine Auszeit vom gewöhnlichen Gang der Dinge. Das ist ganz wörtlich zu verstehen: Während die Alltagszeit stetig abläuft und altert, linear von Vergangenheit und zur Zukunft verläuft, befindet sich, wer feiert, in einer anderen Zeitdimension, in einer herausgehobenen Gegenwart. Zwischen diesen beiden Arten von Zeit besteht natürlich ein Bruch der Kontinuität, doch mit Hilfe der Riten kann der religiöse Mensch von der gewöhnlichen zeitlichen Dauer in die heilige Zeit übergehen. Die Zeit kann also periodisch angehalten werden, die Sorgen des Lebens werden hinter einer Grenze für eine Weile zurück gelassen. Dafür tritt man ein in einen Jungbrunnen der ewigen Gegenwart, in die Dimension des Festes. Weihnachten: Spielend glauben Das Spielerische des Glaubens wird zu Weinachten selbst zum Thema gemacht. Weihnachten ist das Theaterfest der Kirche. Zu Weihnachten wird – zumindest bei den nachmittäglichen Familiengottesdiensten – der Altarraum explizit zur Bühne, in der die Weihnachtsgeschichte dramatisch inszeniert wird. Kinder und Erwachsene spielen Maria und Josef, Engel, Hirten, Volk, Ochs und Esel oder einfach heutige Menschen, die zur Krippe gehen. Die versammelte Gemeinde wird zum Publikum. Anders als beim Sonntagsgottesdienst findet hier nicht die Trennung in Priester und Gemeinde, in Fachmann / Fachfrau und Laien statt. Im Weihnachtsspiel setzen Jung und Alt gemeinsam die frohe Botschaft, das Evangelium, in Szene. Hier wird vorgespielt, was spielerische Identifizierung heißen kann: In eine Rolle schlüpfen als ganze Person. Menschen spielen immer Rollen, bedingt durch Beruf, Familienstatus, Herkunft, bedingt auch durch die jeweiligen gesellschaftlichen Segmente, in denen sie agieren. Aber wann spielen sie ihre Rolle als Mensch? Aus der Perspektive gegenwärtigen spielerischen Glaubens nimmt dieses Element der Weihnachtsfrömmigkeit eine neue Bedeutsamkeit an. Was ist meine Rolle als Mensch? Weihnachten insgesamt lässt sich spielen – für kurze Zeit schlüpfen wir in eine andere Zeit mit eigenen Spielregeln, Für kurze Zeit nehmen wir mit Kinderaugen wahr, verlassen wir die Systemzwänge des Alltags, spielen (heile) Familie,

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spielen mit Kindern, spielen selbst Kind, das sich beschenken lassen kann, spielen mit der Religion, indem wir am Heiligen Abend in den Gottesdienst gehen, wenn wir auch sonst selten den Kirchengang pflegen. Zu Weihnachten kann jede/r mitspielen, ohne in Konflikte mit seinem/ihren religiösen Leben zu kommen. Zu Weihnachten wird die Welt spielerisch als „Kosmos“ wahrgenommen, als geschlossene, ästhetische und sinnvoll geordnete Wirklichkeit. Doch was ist der Inhalt es Spiels? Das „Spiel Weihnachten“ artikuliert eine besondere Freiheitshoffnung: die Welt in messianischer Perspektive. Das universale Friedensreich wird gefeiert und kann spielerisch schon wahrgenommen werden. Das Stück, das da gespielt werden soll, heißt: Friede unter den Menschen, ein Spiel gegen die Angst. Es ist das Spiel der Gegenwart des Heiligen mitten in unserer eigenen Welt, in unseren eigenen vier Wänden, in unseren eigenen Beziehungsstrukturen, in der Liebe, im Kindsein und im Menschsein. Spielerisch glauben heißt, den Worten der Liebe zu glauben und zugleich die wirklichkeitsverändernde Kraft darin wahrzunehmen, um sich verändern zu lassen, denn „Im Anfang war ER, das Wort. Und ER, das Wort war bei Gott. Und Gott war ER, das Wort… ER war das wahre Licht, das erleuchtet jeden Menschen – kommend in die Welt. In der Welt war ER, und die Welt ward durch ihn. Und die Welt erkannte ihn nicht.“ (Joh 1, 1.9-10)

Mag. Bernhard Schörkhuber Prof. für Humanwissenschaften, Religionspädagogik und Theologie an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/ Krems am Campus Krems-Mitterau; Studium an der Universität Innsbruck, KTU Linz, DonauUniversität Krems; Zusatzstudien in (Pastoral-)Psychologie; Trainer für Systematische Unterrichtsentwicklung. Leiter der Hochschul­ pastoral an der KPH Wien/Krems am Campus Krems-Mitterau; Gesundheitspädagoge nach Hildegard von Bingen; bis 2013 Prof. für Unterrichtswissenschaft, Pastoraltheologie, Liturgik, Compassion, mReligionspädagogik und Didaktik, Leiter der Schulpraktischen Studien am Institut für Religionspädagogische Bildung der KPH Edith Stein in Innsbruck/Stams; Dr.-Fritz-Prior-Preis 2008 für „Compassion – Sozialverpflichtetes Lehren und Lernen in der Lehrer/innen-Bildung“, Religionspädagogik am Institut für Sozialpädagogik Stams; Universitätslektor am Institut für Praktischem Theologie der Theologischen Fakultät Innsbruck;m Gastlehraufträge in Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien und Ungarn.


Thema / Buchbesprechung

„PILGRIM –

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Bewusst leben – Zukunft geben“ ... lautet das Motto der nunmehr 226 zertifizierten PILGRIM-Institutionen österreich und weltweit, davon 57 in Niederösterreich. Nicht umsonst hat PILGRIM im Büro der CLE – dankenswerterweise – Quartier gefunden. Mehr als 230 Lehrerinnen und Lehrer haben mittlerweile mehr als 500 Projekte durchgeführt. Darüber ist PILGRIM sehr dankbar… PILGRIM heißt „Wir alle sind Pilger hier auf Erden“ und tragen Verantwortung für unsere Mitmenschen, die Natur und dies vor allem auch für spätere Generationen. Ausgangspunkt war ein Forschungsprojekt des Wissenschaftsressorts am ehemaligen RPI-Wien 2002-03, bei dem als Forschungsergebnis die Ergänzung der drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie-Ökonomie-Soziales – mit der vierten Dimension, der Spiritualität, gewonnen wurde. Spiritualität wird ökumenisch verstanden als die aktualisierte Auswirkung aus dem gelehrten, gelebten und reflektierten Glauben der Religionen. Aus diesem Projekt entstand die PILGRIM-Schule, die für alle Schulen – vom Kindergarten, der Grundschule bis zu den Höheren Schulen, öffentliche und private – offen steht. PILGRIM strebt die Zusammenarbeit aller Gegenstände und aller Konfessionen, die in Österreich Religionsunterricht erteilen, an. Das Neue ist, die religiös-ethisch-philosophische Bildungsdimension in allen Gegenständen beim Thema Nachhaltigkeit anzusprechen. Die Projekte der Nachhaltigkeit sollen nicht auf singuläre Aktionen beschränkt bleiben, sondern in Kontinuität auf längere Sicht im Schulprofil Eingang finden.

• Nachhaltigkeit als Thema für den fächerübergreifenden Unterricht: Im Sinne des Zusammenhanges der drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie-Ökonomie-Soziales) mit der „vierten Dimension“, der Spiritualität, ist nicht mehr nur ein Fach (z.B. Biologie) angesprochen, sondern alle Fächer sind betroffen. • Da in der PILGRIM-Schule auch alle Religionen und Konfessionen eingebunden sind, zeigt sich ein integrationsfördernder Effekt innerhalb der Schule, der auch nach außen wirkt. • Die Möglichkeiten des ökumenischen und interreligiösen Dialogs können in der Bildung für nachhaltige Entwicklung genützt werden: Nicht der interreligiöse Dialog selbst ist das Ziel, sondern die gemeinsame Arbeit am Thema der Schöpfung wird zum verbindenden Element. Dies birgt neue Chancen für das Verhältnis der Religionen untereinander. • Die Enzyklika „Laudato Si‘“ von Papst Franziskus 2015 ist für PILGRIM Maßstab und Richtschnur – die „Sorge um das gemeinsame Haus“. Dazu kommen noch die von der UNO vorgegebenen „Sustainable Development Goals“ (SDG) vom September 2015, die für alle Staaten verpflichtend umzusetzen sind. • PILGRIM geht es um mehr als nur „Umwelt“, PILGRIM sieht die Welt als Ganzes, der es mit Dankbarkeit, Respekt und hoffnungsvoller Zuversicht zu dienen gilt. Träger von PILGRIM ist der gemeinnützige Verein „Internationales Bildungsnetzwerk PILGRIM“, der mit allen bildungsrelevanten Institutionen in direktem Kontakt steht. Die Einbindung in das „Zentrum für Nachhaltige Bildung & Spiritualität“ der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/ Krems seit September 2017 gewährleistet die pädagogische Relevanz und Professionalität.

Vielfalt als Chance Vom Kern der Sache

Die Beiträge behandeln die für Pädagoginnen und Pädagogen differenzierten Aspekte im Umgang mit Verbuntung als Chance individualisierenden und differenzierenden Lehren und Lernens. Bernhard Schörkhuber, Martina Rabl, Heidemarie Svehla (Hg.) Reihe: Schriften der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, Bd. 13, 2017, 232 S., 24.90 EUR, 24.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-50805-8

HR Dr. Johann Hisch, geb. 1946, Direktor des RPI-Wien i.R., Direktor von PILGRIM.

wert(e)voll wachsen

Ethische Bildung für eine nach­haltige, dialogische Zukunft Franz Feiner, Johann Krammer, Irene Pack, Mojca Resnik, Renate Straßegger-Einfalt ISBN: 978-3-902085-16-0

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Spektrum

VOR den Kulissen GOTT und das Leben feiern – der tiefere Sinn von Weihnachten Eine der Hauptwurzeln Europas ist das Christentum – das Wissen darum verblasst leider immer mehr. Daher wissen auch immer weniger Menschen, warum wir Weihnachten feiern. Wir können heute mithilfe der Naturwissenschaften im materiellen Bereich Leben gut beschreiben: Wie es entstanden ist (durch eine Feinabstimmung zwischen Materie/Antimaterie und durch das Entstehen von Kohlenstoff) und was es von toter Materie unterscheidet (Reizbarkeit, Stoffwechsel, Wachs-

tum, Fortpflanzung, Mobilität – zumindest innerhalb ihrer Zellen). Trotz dieser naturwissenschaftlichen Präzisierung spüren wir, diese Definition trifft nicht das, was wir mit Leben meinen und als Leben ersehnen. Wir wollen ein erfülltes Leben und zwar nicht nur für heute und morgen, sondern für immer. Aber das können wir nicht selbst erzeugen – je mehr wir das versuchen, desto gieriger und unzufriedener werden wir, denn eine unendliche Sehnsucht ist nicht auf endlicher Ebene zu befriedigen. Dieses erfüllte Leben müsste uns von jemandem geschenkt werden, der das schenken kann und will.

Das Spezifikum christlichen Erlösungsglaubens ist sein Geschenkcharakter — Leben in Fülle ist etwas, was der Mensch nicht selbst „leisten“ kann, sondern was er sich „vom VATER durch den SOHN im GEISTE“ schenken lassen muss. Da GOTT auch im Schenken unsere Freiheit respektiert, müssen wir uns für dieses Geschenk offen halten. „Ich bin gekommen, dass die das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10, 10b) Sr Katharina Deifel

Zum Nach-Denken… „Eine Generation, die zunehmend in den besten Lebensjahren mit Burnout zu kämpfen hat, entwirft für ihre eigenen Kinder einen Lebensweg mit noch mehr Tempo, noch mehr Leistung, noch mehr ‚Förderung‘. Sie funktioniert Kindergärten zu Schulen um, weil sie glaubt, Kinder, die früh Mathe lernen, seien schneller am Ziel. – Moment einmal – an welchem Ziel?“ Herbert Renz-Polster, deutscher Kinderarzt, Wissenschaftler, Buchautor

Termine Do, 11. Jänner 2018 15:00 Uhr

CLE-NÖ-

Generalversammlung in der Kandlgasse 7, 1070 Wien

Liebe Leser! Das Redaktionsteam wünscht allen Kolleginnen und Kollegen ein erfolgreiches Schuljahr 2017/18.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 15.02.2018

Impressum

Herausgeber, Medieninhaber (Verleger) und Redaktion: Christliche Lehrer und Erzieher Niederösterreichs, 1070 Wien, Kandlgasse 7. Redaktionsteam: Dlnsp. ROL Cäcilia Kaltenböck, ROL SR Friedrich Lawitzka, Dr. Gerhard Vörös. Layout: dialog one Direct Marketing GmbH, 2000 Stockerau. Hersteller: Jordan Digital Ges.m.b.H., 2020 Hollabrunn.

P.b.b.

Erscheinungsort Hollabrunn GZ 02 Z 030 343 Verlagspostamt 1070 Wien Grundlegende Richtung des Mediums: Kommunikationsorgan für die Mitglieder der Christlichen Lehrer und Erzieher Niederösterreichs.

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