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M AT H I A S É N A R D

Eine Reise durch seinen Roman

ZONE

BERLIN VERLAG


M AT H I AS É N A R D wurde 1972 in Niort (Westfrankreich) geboren. Studium der Kunstgeschichte und der Orientalischen Sprachen, lebt, nach längeren Aufenthalten im Nahen Osten, heute in Barcelona, wo er Arabisch lehrt. Für ZONE erhielt er 2008 den »Prix Décembre« und 2009 den »Prix du Livre Inter« und den deutsch-französischen »Candide-Preis« 2008. Zwei Jahre nach Jonathan Littells Die Wohlgesinnten ein neuer Höhepunkt in der französischen Literatur: Mathias Énards Roman ZONE, eine Irrfahrt durch die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, von Beirut über Vukovar bis Barcelona, im Zentrum »der blaue Friedhof«, wie die Serben das Mittelmeer nennen.

Dieses Begleitheft wurde vom Berlin Verlag, Berlin, im August 2010 anlässlich des Erscheinens von Mathias Énards Roman ZONE herausgegeben. © Autorenfoto: Actes Sud


Das »Gespräch mit Mathias Énard« und Énards Textmontage »Der Prozess von Tihomir Blaški´ c« wurden übersetzt von Doris Heinemann, © der Übersetzung 2010 BV Berlin Verlag GmbH, Berlin; wir danken dem Autor Mathias Énard für die erteilte Abdruckgenehmigung der Texte und dem Fotografen Pierre Marquès für die Veröffentlichungsgenehmigung der Fotos © Pierre Marquès.


Der Mensch kann sich weigern, gewalttätig zu werden A N TO I N E P E R R AU D I M G E S P R Ä C H M I T M AT H I A S É N A R D

Sind Sie nicht geradezu besessen vom genealogischen Aspekt der Dinge? In der Tat fesseln mich die Erzählungen, die den Menschen prägen, die ihn gestalten und mit denen und gegen die er lebt und kämpft. Ich wollte zu einer Form zurückfinden, die sich diesen Urerzählungen nähert, diesen ersten Wanderungen, diesen Gründungsepen, die der Mensch schafft und die ihn schaffen.

Haben Sie einen Stammbaum der Gewalt aufgestellt? Ich wollte beschreiben, in welcher Art und Weise sie sich in der Geschichte manifestiert, und bin dabei von individuellen und kollektiven Spuren im Mittelmeerraum ausgegangen, denn dorther stammt sowohl unsere Kultur als auch – mit Homer – die Literatur. Dieser geographische Bereich mit seinen Schlachtfeldern, den überall verstreuten Gräbern und den blutigen Erinnerungen lässt den Fokus zwischen Masse und Einzelnem hin und her schwanken, und immer mit der einen Frage: Sind all diese noch fühlbaren Schichten der Gewalt bestimmend für die dortigen Schicksale? Die Ilias erweist sich als faszinierende Matrix. Neben der Abstammung der Helden gibt es diese ganze Übereinanderschichtung von Gewalt: Die Achäer nähern sich Troja, die Trojaner kommen über den Graben und werden wieder zurückgedrängt; Troja brennt, und schon flieht Äneas, seinen Vater auf den Schultern, er gründet Rom, das Karthago nieder-

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brennen wird, in einer unendlichen historischen Verkettung, die wir hier wieder aufgreifen können: Frankreich, das sich im Ersten Weltkrieg für die Niederlage 1870 gegen Preußen revanchiert, was wiederum Deutschland zum Nazismus verleitet – Europa steht in Flammen, bis die Alliierten ihre Bombenflut auf Berlin und Dresden niedergehen lassen. Doch schon foltern die gefolterten französischen Widerstandskämpfer algerische Partisanen, die sich später an den Islamisten vergreifen, die ihrerseits ganze Dorfbevölkerungen ausrotten. Seit Homer sind die Opfer dazu berufen, zu Henkern zu werden.

Und in ZONE wird ein solches Gewalttätigwerden als Anstoß verwendet … Ja, mit der Frage nach dem Moment der Entscheidung. Es steht dem Menschen, auch wenn er die Folgen seines Tuns schwerlich abschätzen kann, jederzeit frei, sich zu weigern, Gewalt auszuüben, auch wenn es außerordentlich schwer ist, dem Befehl eines Vorgesetzten, dem Gruppendruck, dem Alkohol und allem, was sich im Augenblick der Entscheidung zwischen Neinsagen und Befolgen als Parameter auswirkt, zu widerstehen. Christopher Browning zeigt in seinem Buch Ganz normale Männer 1, dass denjenigen, die sich von Anfang an weigerten, Juden aus nächster Nähe zu töten, und die sich damit, bewusst oder unbewusst, der Gewaltspirale entzogen, nichts Schreckliches passiert ist. Es ist diese Frage nach dem Auslöser, die meinen Erzähler verfolgt.

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Das Modell, auf das Sie sich beziehen, ist, von den homerischen Adjektiven bis hin zum Pantheon, das antike Griechenland. Die Götter treten dabei als Metapher des Schicksals auf, denn ZONE handelt von der Unterwerfung unter den Lauf der Geschichte: wie sich Menschen zu Instrumenten vollendeter Tatsachen machen oder eben nicht. Von einem erzählerischen Standpunkt aus habe ich – im Gedanken an die Ilias oder die Mythologie – einen epischen Rhythmus zu finden versucht, um ein zeitgenössisches Epos zu konstruieren. Ich habe mich für einen Zug mit seiner vorgezeichneten Strecke – den Eisenbahngleisen – entschieden und mich auf einen einzigen Satz beschränkt, um das Ganze zusammenzuhalten und ihm einen Sinn zu geben. Aber ich wollte auch Kreis und Gerade zusammenbringen, indem ich den Kreis- und Wellenbewegungen der Erinnerungen und Gedanken eines Mannes folgte, der zurückblickt. Es gibt also die Gerade der Zeit und die Mäander der Zweifel, der Reue, der Verletzungen, die den Sinn einer Gegenwart verändern, die durch Auschwitz ohnehin ihren Sinn verloren hat. An die Stelle des Geradlinigen tritt die Welt der Fraktale ...

Wollen Sie Ihren Erzähler nicht Lügen strafen, wenn er sagt: »Nichts von dem, was einmal zerstört wurde, kommt wieder«? Darin liegt tatsächlich die große Macht des Schreibens, wenn es einem gelingt, neu herzustellen, neu zu erfinden, was nicht mehr existiert, und zwar so, dass das Wiederauflebende unserer Gegenwart Sinn geben kann. Vielleicht habe ich den Ehrgeiz, das von mir Hergestellte dort anzusiedeln, wo die Lücken klaffen, aber es ist ein sehr menschlicher Wunsch, Verlorenes wiederzubeleben, von der Bibliothek von Alexandria bis hin zu den zentraleuropäischen Juden …

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Wobei sich diese Wiederauferstehung auf weibliche »Leitung« stützt, die Mutter und die Eroberungen des Erzählers. Von der Mutter hat er die Urerzählungen, an denen er sein Leben orientiert hat und die ihm ein Selbstbild vermittelt haben, das er behalten und von dem aus er seine Persönlichkeit entwickelt hat. Das ist keine eigentlich aktive Rolle, eher eine unauslöschliche Spiegelung. Und was die Frauen angeht, da gibt es die mütterliche Marianne, die von diesem Erzähler, der lange ein Krieger ist, alles akzeptiert. Und Stéphanie, die wissen will, um zu akzeptieren, sie will verstehen und intellektualisieren, um es zu teilen und gleichberechtigt neben ihm leben zu können. Und dann ist da Saschka, die sich einer anderen als einer rein körperlichen Beziehung zu ihm verweigert: Der Körper bleibt das einzig Geteilte.

Ihr Held, der da mit dem Köfferchen voller Geheimdokumente über dem Kopf im Zug sitzt, wirkt wie ein düpierter Atlas, der nichts trägt … Ein Roman von Aris Alexandrou, Die Kiste 2, hat mich sehr beeindruckt, darin wird eine Gruppe kommunistischer Soldaten mit einer Kiste zu einem unbekannten Ziel geschickt. Jeder Soldat hat eine Zyankali-Kapsel. Sollte ein Verdacht auf ihn fallen, soll er sich damit umbringen. Die Kiste erweist sich als leer, man begreift, dass sie eine Metapher ist ganz allgemein für die Unterdrückung und für den Kommunismus im Speziellen. Mein Buch soll auch eine Hommage an diesen Roman sein: Ich selbst habe mein literarisches Päckchen vier Jahre lang mit mir herumgetragen, indem ich meinen Erzähler diesen Aktenkoffer zum Vatikan schleppen ließ.

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Wie sind Sie vorgegangen? Die allgemeine Struktur hatte ich im Kopf. Ich hatte eine Wand mit je nach Person und Situation unterschiedlich farbigen Klebezettelchen gespickt, auf denen ein Wort oder ein Satz stand, um die Erzählung wieder in Gang zu bringen, die konstruiert und zugleich natürlich sein sollte. Ich war derart auf diese Aufgabe konzentriert, dass ich bei Unterbrechungen aus dem Rhythmus geriet und zwei oder drei Wochen herumtasten musste, um ihn wiederzufinden. Ich habe mitten in den Dokumenten gelebt, ich habe die Zone vier Jahre lang bewohnt. Veröffentlicht in La Croix, 18. 9. 2008

1 Christopher Browning, Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die »Endlösung« in Polen, dt. v. Jürgen Peter Krause, Reinbek (Rowohlt) 1996. 2 Aris Alexandrou, Die Kiste, dt. u. mit einem Vorwort v. Gerhard Blümlein, München (Kunstmann) 2001.

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Âťeine Wand mit farbigen KlebezettelchenÂŤ


Der Autor Mathias Énard in der Rolle seines Protagonisten Francis


Z O N E – E I N I G E S P L I T T E R A U S D E M I N H A LT *

Am 8. Dezember 2004 sitzt der Erzähler, Francis Servain Mirkovi´ c – Servain nach dem französischen Vater, Mirkovi´ c nach der kroatischen Mutter – im Schnellzug Mailand–Rom. Er reist inkognito unter dem Namen Yvan Deroy und hat einen Aktenkoffer voller Geheimdienstinformationen bei sich, die er dem Vatikan verkaufen will. Zusammengetragen hat er die Dokumente und Fotos während seiner zehnjährigen Tätigkeit als Spion des französischen Auslandsgeheimdienstes in der »Zone« rund um den »blauen Friedhof«, wie er das Mittelmeer nach einer alten serbischen Metapher nennt. Kilometer für Kilometer versinkt er in Erinnerungen und Gedanken an den Jugoslawienkrieg, in dem er als kroatischer Freiwilliger zwei Jahre gekämpft hat, und an die vielen anderen Konflikte und Auseinandersetzungen in der »Zone«. Geplagt von Schuldgefühlen vermischt Francis seine eigenen Kriegserinnerungen mit den Erzählungen und Legenden, vom Kampf um Troja über die Schlacht bei Lepanto, die Dardanellen, die Balkankriege, die Bürgerkriege in Spanien, Algerien und Jugoslawien bis zum Kampf um Beirut. So entsteht über 500 Seiten, die den 500 Kilometern von Mailand nach Rom entsprechen, ein homerisches Fresko, das Henker und Opfer, Helden und Unbekannte, Deportierte und Massakrierte, Söldner und Zeugen, Maler und Schriftsteller, Propheten und Märtyrer, Militärs und Politiker vereint.

* Von Holger Fock übersetzte und überarbeitete Fassung der von Lyonel Baum erstellten Romanübersicht, im Original zugänglich unter http://knol.google.com/k/zone#. Wir danken Lyonel Baum für die Veröffentlichungserlaubnis.

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K A P I T E L I : Bahnsteig 14, Bahnhof Milano Centrale am 8. Dezember (2004). Aus Paris kommend fährt der Erzähler nach Rom. Francis ist sehr müde und verliert sich in seinen Erinnerungen. Milano erinnert ihn an General Millán Astray, den Gründer der spanischen Fremdenlegion. Auf dem Bahnsteig verfolgen Polizisten mit Elektrowagen einen jungen Schwarzen. Zu Beginn seiner Reise in Paris hatte ein auf dem Bahnhof herumlungernder Irrer dem Erzähler die Apokalypse verkündet. Der Zug fährt weiter.

K A P I T E L I I : Die Nacht bricht an. Die Fahrt nach Rom dauert fünf Stunden. Reglos auf seinem Platz sitzend erinnert sich der Erzähler an seine Vergangenheit, an die Städte und Regionen, in denen er unterwegs war. Die Geschwindigkeit des Denkens entspricht der des Zuges, die Erinnerungen überfallen ihn »im paradoxen Gleichmaß der Bahnschwellen«. Zuerst Venedig, eine Stadt, die im Winter eiskalt ist. Seine erste Nacht dort verbrachte Francis eingerollt in einem staubigen Orientteppich im ehemaligen Ghetto, »wie ein verkrachter Fakir oder ein in seine Hängematte eingenähter Seemann, der darauf wartet dass man ihn dem Meer übergibt«. Rom ist eine »tausendfach wiederauferstandene, von Wundbrand, Schönheit und Regen zerfressene Stadt«, ein »riesiger religiöser Trödelladen«. Alexandria in Ägypten könnte durch ein Eisenbahnnetz mit den anderen Städten gleichen Namens im Piemont, in der Türkei oder in Afghanistan verbunden sein. Das Alexandria, das Francis kannte, gleicht nicht mehr dem Alexandria der Schriftsteller Konstantinos Kavafis, Lawrence Durrell, Stratis Tsirkas und Giuseppe Ungaretti. Seine persönlichen Erinnerungen an die Stadt sind geprägt von seiner ersten Freundin Marianne, ägyptischen Spirituosen, seinen Kontakten zu nahöstlichen Militärs, Schwarzhändlern und den »Herren der Zone«. Der Zug passiert Lodi, wo Bonaparte beim ersten Italienfeldzug eine Schlacht schlug. Mit Napoleon nach Kairo, Erinnerungen an Kairo, »das Leben kann einem schlechten Reiseprospekt gleichen, Paris Zagreb Venedig Alexandria Triest Kairo Beirut Barcelona Algier

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Rom, oder einem Lehrbuch für Militärgeschichte mit Konflikten, Kriegen, meinem Krieg«. Der Erzähler hat bereits die tausend Kilometer von Paris nach Mailand hinter sich. Auf der Fahrt hat er vom Spanischen Bürgerkrieg und polnischen Ghettos geträumt. In Kairo schlürfte der Erzähler seinen Pastis in der Kneipe eines Griechen, in der ein alter Niederländer namens Harmen Gerbens auf Nasser und den Panarabismus schimpft. Der alte Holländer hat eine zweifelhafte Vergangenheit, er verbrachte acht Jahre im Kairoer Gefängnis von el-Qanater.

K A P I T E L I I I : Der Erzähler reist inkognito und unter falscher Identität. Der wahre Yvan Deroy war ein Freund des Erzählers, ein Glatzkopf aus rechtsradikalen Kreisen, der verrückt geworden ist. Francis hatte sich beim französischen Militär als Zeitsoldat verpflichtet und dort eine längere Ausbildung erhalten. Nach seiner Verlobung mit Marianne nahm er von 1991 bis 1993 als Söldner am Krieg im ehemaligen Jugoslawien teil. Sein Waffenbruder Andrija ist in Bosnien gefallen. Erinnerungen an den Kampf um Troja, das Heinrich Schliemann ausgegraben hat. Nach Marianne kamen Stéphanie und jetzt Saschka. Erinnerung an einen Beinahe-Selbstmord in der Lagune von Venedig. Auf einer früheren Zugfahrt von Prag nach Paris besitzt ein allwissender Tscheche, ein »Eisenbahnnarr«, einen alten Fahrplan mit Daten über alle Bahnstrecken, aus denen der Erzähler ableitet, wo er sich auf welcher Seite befinden wird: »Sie sehen, hier ist alles festgehalten, Seite 26, Seite 109 und folgende, in beiden Fällen, ob Sie zu Hause bleiben oder nicht, steht der nächste Anschlusszug auf Seite 261 des Fahrplans, alles das wird Sie zu Seite 480 und zum Verlust eines Nachkömmlings bringen, Ihr ganzes Leben steht hier drin, die vielen Anschlusszüge führen Sie allmählich, fast ohne es zu wissen, in einen letzten Zug einen Pendolino diretto Milano–Roma, der Sie ans Ende der Welt bringt, das für einundzwanzig Uhr zwölf auf dem Bahnhof Termini vorgesehen ist«. Die vielen Erinnerungen sind wie einzelne Splitter eines Gedächtnismosaiks. Einige Elemente der Anfangskapitel werden später erklärt und weiter ausgeführt.

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Die Erinnerungen sind gebrochene Hologramme: Jedes Bruchstück enthält eine Facette der Geschichte des Mittelmeers oder der persönlichen Geschichte des Erzählers, und alles zusammen deutet auf schmerzliche Weise auf das Ziel seiner letzten Mission hin, die ihn in diesen Zug nach Rom geführt hat. KAPITEL IV: Erste Erzählung des libanesischen Autors »Rafaël Kahla«

aus einem Buch, das dem Erzähler von einer Buchhändlerin in Paris empfohlen wurde: »das kleine Werk handelt vom Libanon, laut Rückseite spielen die drei Erzählungen zu drei verschiedenen Zeitpunkten des Bürgerkriegs«. Die Palästinenser 1982 während des Libanonkriegs. In Beirut erfährt die palästinensische Kämpferin Intissar, dass ihr Geliebter, Marwan, gefallen ist. Die bittere Niederlage der Palästinenser. KAPITEL V: In Jerusalem, der ewigen Stadt, Stadt der Zuflucht, begegnet

der Erzähler Nathan Strasberg, einem Offizier des Mossad, zuständig für die Beziehungen zu ausländischen Geheimdiensten. Francis führt im Zug einen Aktenkoffer voller Dokumente mit sich, die er seit 1998 geduldig zusammengetragen hat. In den Jahren 1992–93 kannte Francis den bosnisch-kroatischen General Tihomir Blaški´ c. Während des Kriegsverbrecherprozesses gegen Blaški´ c war er inkognito in Den Haag. Anschließend reiste er weiter nach Groningen, um mehr über Harmen Gerbens herauszufinden. Der ehemalige SS-Angehörige war von den Alliierten in Abwesenheit zum Tode verurteilt und in Kairo von der Geschichte eingeholt worden. Erinnerungen an Venedig und die Freundschaft zum dort gestrandeten Libanesen Ghassan Antoun, der Andrija ähnelte. Der Libanon und seine Bürgerkriege in den 70er und 80er Jahren. Marianne verlässt Francis in Venedig, der dort sechs Monate betrunken durch die Stadt irrt. Er will sein Archiv, seine geheimen Dokumente für 300 000 Dollar an einen Mann des Vatikans verkaufen. Ghassan war in den 90er Jahren bei einem Raketeneinschlag von menschlichen Knochensplittern

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verwundet worden. Das bringt Francis auf den Gedanken an Cervantes und die Seeschlacht bei Lepanto von 1571. Ein ausgestiegener algerischer Islamist war 1996 eine seiner Informationsquellen. Ein guter Spion muss ein geschickter Manipulator und Psychologe sein. Seit den Vertreibungen von 1956 und 1967 lebt in Kairo praktisch keine jüdische Familie mehr. Der Traum vom Sturz in einen venezianischen Kanal wird von der Fahrkartenkontrolle unterbrochen. (Aus dem Buch:) »… vielleicht habe ich schon vor Jerusalem 1998 in Den Haag damit begonnen, ich nehme mir ein paar Tage frei um zum Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu fahren, wo der Prozess gegen den in Vitez stationierten Kommandanten des kroatischen Verteidigungsrats HVO, General Blaški´ c stattfindet, zu Beginn der Verhandlung erkennt mich Tihomir Blaški´ c in seiner Box und grüßt mich mit einem Kopfnicken, als General der Streitkräfte sieht er sich mit zwanzig Hauptanklagepunkten konfrontiert, darunter sechs Verstöße gegen die Genfer Konvention, elf Verletzungen der Gesetze und Gebräuche des Krieges sowie drei Verbrechen gegen die Menschlichkeit, begangen im Zusammenhang mit »schwerwiegenden Verletzungen der internationalen Menschenrechte gegenüber bosnischen Muslimen« zwischen Mai 1992 und Januar 1994, ich verließ Bosnien am 25. Februar 1993 wo ich aus Kroatien kommend im April 1992 eingetroffen war, nachdem ich mehrere Monate an der Front bei Mostar verbracht hatte, in Zentralbosnien stieß ich wieder zu Blaški´ c, der seit November 1992 in einem Hotel in Vitez sein Hauptquartier hatte, er war ein erfolgreicher und geachteter Offizier, es tat mir leid ihn in diesem vielsprachigen Verwaltungszirkus des Haager Tribunals zu sehen, ein Großteil der Zeit verging mit Diskussionen über Verfahrensfragen, für die Klärung von Spitzfindigkeiten des amerikanischen Anklägers, für Hunderte von Zeugenaussagen zu Gräueltaten, von denen ich ganz genau wusste, wer sie begangen hatte, ich hatte die Orte wieder vor Augen, die Flammen, die Kämpfe, die Strafexpeditionen bis zu meinem Abschied nach Andrijas Tod; eigentlich war ich niemandem ver-

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pflichtet, auf dem Papier gehörte ich der kroatischen Armee an aber als wir nach Bosnien gingen verlangte man von uns zuvor den Dienst zu quittieren um Kroatien international nicht in Verlegenheit zu bringen, ich bin zum Hauptmann, dann zum Kommandeur gegangen, ich sagte ich gehe weg ich ertrage es nicht mehr man erwiderte aber du wirst gebraucht ich sagte tun Sie so, als wäre ich im Kampf gefallen Blaški´ c sah mich scheel an und fragte wie soll das gehen?, ich antwortete es muss eben gehen, dann gab er Anweisung meinen Marschzettel zu unterzeichnen und ich kehrte zuruck, ich passierte die Stellungen, um nach Mostar zurückzugelangen, dann weiter nach Split, und von dort aus erreichte ich Zagreb, ich mietete mich in einer erbärmlichen Pension ein, kaufte mir Basketballschuhe, die zu klein waren, ich erinnere mich, dass ich nur Rangers besaß, ich wusste nicht wohin ich gehen sollte, ich weiß noch dass ich Marianne anrief und weinte wie ein Baby, ich weiß nicht mal mehr, ob ich besoffen war, ich fühlte mich schuldig, weil ich die Kameraden verlassen hatte, schuldig für das, was ich zu den Zerstörungen, dem Blutvergießen beigetragen hatte, ich träumte stundenlang in Schleifen ohne richtig zu schlafen, ich träumte von Begräbnisfeiern, bei denen Andrija mir vorwarf, dass ich seinen Leichnam zurückgelassen hatte, ich marschierte kilometerweit in den Bergen um ihn wiederzufinden, ihn auf einen hohen Scheiterhaufen zu legen und zu verbrennen, dann erschien sein Gesicht im Rauch, der hoch in den Frü̈hlingshimmel aufstieg – alles das fiel mir schlagartig wieder ein, als ich Blaški´ c in Den Haag in seiner Box sah zwischen den Anwälten Übersetzern Anklägern Zeugen Journalisten Neugierigen und Militärs der UNPROFOR …« (Kap. V)

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Der Prozess Tihomir Blaški´ c Dieser Text ist eine Montage von Ausschnitten aus den Abschriften der Anklageschrift, der Urteile in erster und zweiter Instanz sowie der Verhandlungsprotokolle in dem vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verhandelten Prozess Tihomir Blaški´ c. Die Dokumente sind auf der Website der Vereinten Nationen vollständig einsehbar. Mathias Énard und Mathieu Larnaudie

ANKLAGESCHRIFT Richard J. Goldstone, Ankläger am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, erklärt gemäß seinen Befugnissen aufgrund von Artikel 18 des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (im Folgenden »Gerichtsstatut«) Folgendes: 1. Im Zeitraum von Mai 1992 bis Mai 1993 wurden, als die bewaffneten Kräfte des kroatischen Verteidigungsrates (im Folgenden HVO) der kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna (im Folgenden HZ-HB) auf dem Territorium der Republik Bosnien-Herzegowina die muslimische Zivilbevölkerung allgemein in den Städten, Dörfern und Siedlungen des zentralbosnischen Lasva-Tals und besonders in den Gemeinden V. und B. sowie die Zivilbevölkerung der benachbarten Stadt Z. angriffen, schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht begangen.

DER ANGEKLAGTE M. C., Sohn von I., wurde am 2. November 1960 im Dorf B., Gemeinde K., in der Republik Bosnien-Herzegowina geboren. Er ist Absolvent der Militärakademie in Belgrad, Berufsoffizier und war früher Hauptmann in der Jugoslawischen Volksarmee (JNA). Während des von der Anklageschrift erfassten Zeitraums hatte er den Rang eines Obersts und war Kommandeur des Einsatzgebiets Zentralbosnien des HVO. Seit etwa August 1993 hat er den Dienstgrad eines Generals und ist Stabschef des HVO mit Hauptquartier in Mostar.


ANKLAGEPUNKT E 1–3 VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT ´ haben zwischen dem 1. Mai 35. Dario KORDIC und Tihofil BLAˇSKIC 1992 und dem 31. Mai 1993 einzeln oder gemeinsam mit anderen folgende Verbrechen geplant, angeordnet, zu ihnen angestiftet oder auf andere Weise zu deren Planung, Vorbereitung und Ausführung Beihilfe geleistet: a) Verfolgung bosnischer Muslime aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen im Lasva-Tal, Republik Bosnien-Herzegowina; b) Plünderungen und -angriffe, bei denen mehr als hundert bosnische Zivilisten im Lasva-Tal und in der Stadt Zenica, Republik BosnienHerzegowina umkamen; c) unmenschliche Handlungen gegen bosnische Zivilisten im LasvaTal und gegen Zivilisten im Geschäftszentrum von Zenica, Republik Bosnien-Herzegowina, und/oder sie wussten oder hätten wissen müssen, dass Untergebene im Begriff waren, solche Handlungen zu begehen, oder solche begangen hatten, und ergriffen nicht die erforderlichen und angemessenen Maßnahmen, um diese Handlungen zu verhindern oder die Täter zu bestrafen. Durch diese Handlungen und Unterlassungen haben Dario KORDIC ´ folgende Verbrechen begangen: und Tihofil BLAˇSKIC Anklagepunkt 1: Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß den Artikeln 5 Buchstabe h (Verfolgung aus politischen, rassischen und religiösen Gründen), 7 Absatz 1 und 7 Absatz 3 des Gerichtsstatuts (in den Abschnitten 23–24 beschrieben, die hier vollständig enthalten sind); Anklagepunkt 2: Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß den Artikeln 5 Buchstabe a (Mord), 7 Absatz 1 und 7 Absatz 3 (in den Abschnitten 24–25 beschrieben, die hier vollständig enthalten sind); Anklagepunkt 3: Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß den Artikeln 5 Buchstabe i (unmenschliche Handlungen), 7 Absatz 1 und 7 Absatz 3 des Gerichtsstatuts (beschrieben in den Abschnitten 23, 28–34 und in allen Angaben über die Misshandlung und die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit zahlreicher bosnischer Zivilisten in den Abschnitten 24–25, sämtliche Abschnitte sind hier vollständig enthalten).


K A P I T E L V I : Der Erzähler beschreibt die Mitreisenden in seinem Waggon, erklärt die Strecke und die Regionen Italiens, durch die sie führt. Seine kroatischen Wurzeln bestimmen seinen Blick auf den Jugoslawienkrieg. Blick zurück auf das Attentat von Sarajevo 1914 und den Attentäter Gavrilo Princip, der 1918 im Gefängnis von Theresienstadt stirbt, dem späteren »Muster«-Konzentrationslager des Dritten Reichs. Nach seiner Rückkehr und nachdem Marianne ihn verlassen hat, nimmt Francis in Paris die Diplomatenlaufbahn in Angriff. Er landet als Referent im Verteidigungsministerium beim Auslandsgeheimdienst (DGSE) am Boulevard Mortier. Seine Tätigkeit als Spion in der »Zone« beginnt in Algerien. Jetzt, auf dem Weg nach Rom, will er alles hinter sich lassen und bei Saschka »in einem tiefen Sessel versunken aus der Ferne an Land den Seewetterbericht hören«. Ihr gegenüber hat er sich als Insektenforscher ausgegeben. Er hat sein Büro aufgegeben und ist vor seiner Abreise durch Paris geirrt, hat verschämt mit einer Sechzigjährigen aus der Rue Lepic gebumst. Jetzt fährt er »rückwärts, ich fahre rückwärts, das Ziel ebenso im Rücken wie die Geschichte, die in Fahrtrichtung verläuft«.

K A P I T E L V I I : Seine Wohnung in Paris ist aufgelöst, zuletzt hatte er dort ohne Frau und Fernseher gelebt, morgens und abends im Bistro im Erdgeschoss. 1991 in Kroatien lernte er Eduardo Rósza kennen, den bolivianisch-ungarischen Kommandeur der internationalen Brigade auf Seiten der Kroaten. Alle Teilnehmer an diesem Krieg waren unpolitische oder rechtsextreme Freiwillige: Rósza, Andrija, Vlaho, Duroy. Saschkas Halbbruder Kolia kämpfte auf Seiten der Serben. Francis’ Vater, ein französischer Nationalist, hatte für seine Kinder im Keller ihres Hauses eine riesige Modelleisenbahnanlage gebaut. Die Gedanken gehen zurück zu den Macho-Soldaten, zu Globocnik in Triest, zum Lager Risiera, zu Alphons XIII., Millán Astray, dem Fan von Enthauptungen, und zu Caravaggio, dem Maler der Enthauptungen.

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„… zur selben Zeit erledigten die ukrainischen Wachleute im Lager Risiera di San Sabba bei Triest die kroatischen und slowenischen Partisanen mit einer hübschen Waffe, einem fast mittelalterlichen Klotz, einem scharfkantigen Metallkubus, der an einem schweren Stahlseil mit bequemem Holzgriff befestigt war, wer hatte dieses Gerät gebaut, ein Ingenieur oder ein Mechaniker, wer weiß, vielleicht habe ich seinen Namen irgendwo im Koffer, irgendwo in der Akte über Triest, der Stadt des stürmischen Winds und des Knüppels mit der herrlichen Synagoge und den beiden orthodoxen Kirchen, einer serbischen und einer griechischen, Triest, seit dem 13. Jahrhundert Hafen der Habsburger, Zwischenstation der Leichen von Franz-Ferdinand und der schönen Sophie auf dem Weg von Sarajevo nach Wien, vor dem Weitertransport mit dem Zug über Klagenfurt erwies die Stadt Triest ihnen die letzte Ehre, ihr Adieu ans Kaiserreich …« (Kap. VII)

K A P I T E L V I I I : Mit seinen Gedanken auf Sizilien, bei Malcolm Lowry in Taormina, der dort im Suff beinahe seine Frau Margerie erwürgt hätte. Francis’ Vater hatte 1956 aktiv an der sogenannten »Befriedung« Algeriens teilgenommen. Zu dessen Beerdigung auf dem Friedhof von Ivry kommt Francis zu spät. Nebenan die Gräber der 1944 am Mont-Valérien hingerichteten Widerstandskämpfer. In Vukovar zeugt der Friedhof von den Massakern im Herbst 1991. Die Fahrt durch die Emilia Romagna führt an Modena vorbei, nicht weit entfernt davon liegt Fossoli, das Durchgangslager für die deportierten italienischen Juden. Bevor sie Hausfrau wurde, war die Mutter von Francis eine junge, aufstrebende Pianistin. Danach gab sie jungen Mädchen Klavierunterricht, die Francis’ Fantasien beim Onanieren speisten. 1995 wird Francis Spion und tauscht »die Kalaschnikow gegen weit subtilere, aber ebenso wirksame Tötungsmaschinen, die mit Morden endeten, mit zerstörten Leben, in den Schmutz gezogenen Menschen, gebrochenen Lebensläufen, ans Licht gezerrten Geheimnissen«.

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Risiera di San Sabba

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»…ich sehe den monumentalen Friedhof von Vukovar vor mir, die weißen Kreuze auf der einen Seite, die schwarzen Grabplatten auf der anderen, ein Friedhof der in der Zeit stehengeblieben ist, vereist, erstarrt im November 1991, in Vukovar sieht es aus, als machte der Tod gerade Ferien und zwar seit dem 21. November, erschöpft und übersättigt nach drei Monaten harter Arbeit; kurze Zeit nach dem Begräbnis meines Vaters in Ivry kehrte ich dorthin zurück, ich wollte Ost-Slawonien wiedersehen, Osijek, Vinkovci, und vor allem wollte ich Vukovar sehen, das wieder zum Mutterland gehörte und wo ich noch nie war, das ich bei meiner Ankunft im Oktober 1991 zu befreien hoffte und das einen Monat danach der Jugoslawischen Volksarmee und den serbischen Freischärlern in die Hände fiel, der Fall Vukovars hatte einen galligen Geschmack hinterlassen, Hektor und Äneas in unseren Linien, das Lager überschwemmt, die bauchigen Schiffe in Gefahr, und die Angst, die Angst zu verlieren, besiegt zu werden, unterzugehen und in die Leere der Dinge zurückzukehren, unsere nutzlosen Waffen zerbrochen am Bronzeschild der T55-Panzer, ich setzte meine schwarze Mütze wieder auf, und sobald mein Vater unter der Erde war, unternahm ich eine Rundreise durch Kroatien …« (Kap. VIII)

Vukovar

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K A P I T E L I X : Ironische Bemerkungen zu Papst Johannes Paul II., der – es ist das Jahr 2004 – einfach nicht sterben will. Erinnerungen an den päpstlichen Nuntius in Damaskus, dem er sein »neues Leben« und »das Geld für den Koffer« verdankt. In Syrien, »wo man in einem grauen Gefängnis mitten in der Wüste lebendig begraben wird, die syrischen Verliese sind tief, selten kommt man aus ihnen wieder heraus«, trifft Francis (Deckname: Jérôme Gontrand) den armenischen Syrer Harout Bedrossian, »er bezahlte meinen Kaffee und nahm mich am Arm als wäre ich eine Frau«. In Modena hat sich ein Jahr zuvor ein in Kuwait geborener Palästinenser mit jordanischem Pass »an der Ecke der Piazza Mazzini in die Luft gesprengt«, was Francis an den Selbstmord des ungarischen Dichters Attila József erinnert. Bedrossian bietet Information über Syrien im Tausch gegen eine offizielle Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch Frankreich an. Die Armenier und die Jung-Türken, die Geschichte des englischen Diplomaten Charles Doughty-Wylie, eines Zeugen des Völkermords, und der englischen Archäologin und Spionin Gertrude Bell. Erinnerungen an die Dardanellen, an Atatürk und, getarnt als »Tourist«, die weitere Reise durch Syrien.

K A P I T E L X : Bedrossian hat Francis mit dem apostolischen Nuntius und Botschafter des Heiligen Stuhls in Damaskus bekannt gemacht. Francis Servain Mirkovi´ c verliert in der »Zone« seine Identität. Erinnerungen an den Katalanen Francesc Boix, den Fotografen von Mauthausen. Näheres über Francis’ Chef Lebihan und seine elsässische Kollegin Stéphanie Muller, seine zweite Freundin. Mit ihr in Barcelona, das am Mittelmeer symmetrisch gegenüber von Beirut liegt, der Stadt des legendären Nachtclubs B018. Gedanken an den Soldaten Cervantes. Zurück nach Frankreich. Stéphanies Lieblingslektüre: Marcel Proust und Louis-Ferdinand Céline. Francis fallen dazu rechtsradikale Intellektuelle wie Maurice Bardèche und Robert Brasillach ein, die eine Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs geschrieben haben; Barcelona und sein auf dem Gräber-

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feld des ehemaligen Lagers von Bota errichtetes Internationales Kulturzentrum, einige Seiten aus dem verlorenen Manuskript von Francesc Boix.

K A P I T E L X I : Im Bahnhof von Bologna, Stadt der Basilika San Petronio. Erinnerung an die Fresken von Giovanni da Modena, die Dantes Hölle und Mohammed als Propheten des Islam zeigen. Francis’ kroatische Familiengeschichte, seine Großeltern (die einen Ustaschen, die anderen Widerstandskämpfer) waren Zeugen des Anschlags auf Alexander I. 1934 in Marseille. Das alte Soldatenlied von den Trois jeunes tambours … Reise mit Stéphanie nach Carcaixent bei Valencia, wo Maks Luburi´ c, genannt »Maks der Metzger«, der ehemalige Leiter des Konzentrationslagers Jasenovac, sein »Exil« gefunden hatte. Die Geschichte der Ustascha und die des Märtyrers Bonifatius und seiner Frau Aglaia. Kurz vor seinem Tod übergibt ein anderer in Carcaixent untergekommener Schlächter, Ljubo Runjas, Informationen und Fotos aus Jasenovac an Francis. »Vier Tage Ferien, Valencia Carcaixent Xàtiva Dènia Valencia, Stéphanie war glücklich«. Erinnerung an eine nächtliche Aktion im Krieg und den Mord an einem Serben sowie an den Tod Andrijas, der beim Scheißen von einem Geschoss getroffen wurde. »… zwischen zwei Aufträgen, zwei Treffen, zwei Berichten schleppte ich Stéphanie bei meinen privaten Nachforschungen mit, ›meinem Hobby‹, wie sie zu sagen pflegte, ohne genau zu begreifen, worin die Arbeit bestand und worum es dabei ging, sie dachte, ich wolle zu einem Amateur-Wiesenthal oder einem Amateur-Klarsfeld werden, ich ließ sie in dem Glauben – aus Trägheit, aus Lust an der Geheimniskrämerei, je weniger sie darüber wusste, umso besser schien es mir, im Anschluss an Barcelona begleitete sie mich in das nach Schwarzpulver und Orangenblüten duftende Valencia, immer wild auf Urlaub hatte sie darauf bestanden mitzukommen, vierzig Kilometer entfernt von Valencia, in Carcaixent, hatte bis zu seiner Ermordung 1969 Maks Luburi´c gelebt, Maks der Metz-

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ger, Leiter des Lagers Jasenovac, auch er ein Ustasche der ersten Stunde, ein Kampfgefährte meines Großvaters sozusagen, mit einer besonderen Vorliebe für den Totschlag mit der Keule, das Ausstechen der Augen und die Zerstückelung, Praktiken, die er selbst an einer unbestimmten Anzahl von Serben, Juden, Roma und kroatischen Oppositionellen angewendet hat – achtzigtausend Opfer sind identifiziert, doch wie viele sind noch nicht aufgefunden worden, wahrscheinlich viermal so viele, getötet auf alle nur erdenklichen Arten, erschossen, gehängt, ertränkt, verhungert, mit dem Beil geköpft oder mit dem Hammer niedergestreckt, Luburi´ c entkam mit Hilfe Roms und fand Unterschlupf in Spanien, von wo aus er die ›Aktivitäten‹ der Nachkriegs-Ustascha koordinierte, ich besitze einen Brief von ihm, in dem er meinen Großvater fragt, ob er bereit sei, die französische Zelle zu leiten …« (Kap. XI)

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K A P I T E L X I I : Am Boulevard Mortier: »in den ersten beiden Jahren war ich überzeugt, dass meine Anstellung ein Versehen war, ich wunderte mich, wie die Behörde entscheiden konnte ein politisch und militärisch zweifelhaftes Subjekt aufzunehmen, das im Verdacht stand, im Stillen Sympathien für Faschisten und fremde Länder zu hegen«. Francis glaubt, dass er manipuliert wurde. Er denkt wieder an den Libanon, an Elie Hobeika, den Schlächter von Schatila, an Andrija mit dem Foto seiner Schwester, an Curzio Malaparte und dessen Buch Kaputt. Stéphanie wollte, dass Francis mehr Ehrgeiz zeigt. Sein Chef Lebihan steht kurz vor der Pensionierung.

K A P I T E L X I I I : Francis liest in der Erzählung Rafaël Kahlas weiter. Intissar unternimmt mit zwei Kampfgenossen die Bergung von Marvans Leichnam.

K A P I T E L X I V : Im Zug nach Rom: Francis ist müde und spürt die Nachwirkungen des Alkohols und eines Amphetamins. Einen Tag nach dem Massaker in Schatila ist Jean Genet in Beirut. Andrija wurde erschossen. Stéphanie versucht mehr über Francis’ Vergangenheit zu erfahren. Sie sieht sich mit ihm eine Fernsehdokumentation über den Tod des britischen Fotografen Paul Jenks in Kroatien an, sie will wissen, wie es im Krieg ist. Francis zwingt sie, auf ihn zu schießen, sie wusste nicht, dass die Waffe gar nicht funktionsfähig war.

K A P I T E L X V : Am Bahnhof von Florenz. Der Zug fährt in umgekehrter Fahrtrichtung weiter. Francis kommt seinem Ziel nun in Fahrtrichtung sitzend näher. Libyen und Gaddhafi. Von den Schlachten in der libyschen Wüste bleibt eine kleine Spieldose, die »Wie einst Lili Marleen« spielt. Rückkehr zu Millán Astray, dem Francis’ Mutter Marija Mirkovi´ c in Madrid begegnet war, wo sie als 12-jähriges Wunderkind ein Klavierkonzert gab. Lebensweg der Pianistin, die zur Hausfrau und Mutter wird, das Klavier verhilft Lela, Francis’ Schwester, zu kleinen Erfolgen. Erinne-

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rung an William Burroughs (Interzone, Naked Lunch) in Tanger. Francis quittiert den Kriegsdienst, Rückkehr über Venedig, wo er sich rat- und orientierungslos im alten Ghetto einmietet. Marianne, die ihn dort besucht, bereitet sich auf ihre Lehramtsprüfung vor. Nach der Kriegserfahrung sind Francis’ Beziehungen zu Frauen brüchig. In Tanger macht William Burroughs seinen ersten Selbstversuch mit der Hypoxyphilie. Ironisches Porträt der geheimdienstlichen Tätigkeit unter Führung des kurz vor seiner Pensionierung stehenden Lebihan. Das Sammeln von geheimen Informationen als banales erotisches Interesse. In Tanger ist für Erotik kein Platz mehr, die Stadt ist ein Ort des Leidens der illegalen Migranten, die sich von dort nach Europa aufmachen. Begegnung mit dem Schriftsteller Mohamed Choukri (Jean Genet in Tanger, Das nackte Brot, Zeit der Fehler).

K A P I T E L X V I : Erinnerungen an einen Urlaub in Griechenland, beginnend mit dem Dodekanes. Die Deportation der Juden von Rhodos. Athen und der Schatten Albert Speers. Die französischen Expeditionsstreitkräfte. Pius XII. im Zweiten Weltkrieg. Weiter nach Saloniki bzw. Thessaloniki, hier spielt das letzte Kapitel der Romantrilogie Verlorene Städte von Stratis Tsirkas. Francis’ Koffer enthält die Namen von Schlächtern und von Opfern.

K A P I T E L X V I I : Kriegserinnerungen, seine Waffenbrüder im Kampf um Vukovar. Der Tod eines serbischen Panzerführers. Andrijas Tod.

K A P I T E L X V I I I : Caravaggio, das Thema der Enthauptung. Erinnerung an den heroischen Kampf und die Gewalttaten der französischen Expeditionsstreitkräfte nach der Landung der Alliierten in Italien. Friedhöfe und Nekropolen. Deportation der Juden von Thessaloniki, einst die größte jüdische Gemeinde der aus Spanien geflüchteten sephardischen Juden. Die Geschichte von Leon Saltiel, Agathe und Stavros. Die Ge-

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waltspirale zwischen Serben und Kroaten mit den österreichisch-ungarischen Massakern an der serbischen Zivilbevölkerung 1915 als Ausgangspunkt. Rückbesinnung auf die Beziehung zu Stéphanie. Der Riss zwischen ihnen. Alexandria, das Cecil-Hotel in Alexandria. Begegnung mit einem britischen Ehepaar, das die Nostalgie pflegt. Gedanken an Rudolf Hess. Eine Ausfahrt mit der Kutsche, gezogen von einer Schindmähre.

K A P I T E L X I X : Das Altern des Vaters. Stéphanie hat Francis verlassen, der in seiner Einsamkeit Bücher verschlingt. Porträts seiner Vorgesetzten Cousseran und Lebihan. Zurück nach Triest, Erinnerungen an einen Ausflug während des Krieges mit Vlaho und Andrija, Leitmotiv: die drei jungen Trommler. In Triest erfährt Francis von einem mit Geldwäsche beschäftigten Bankier, Rolf Cavriani von Eppan, einem Cousin der habsburgisch-lothringischen Linie und damit der Herzöge von Auschwitz sowie der Fürsten von Thurn und Taxis, alles über die Operationszone Adriatisches Küstenland und ihre Protagonisten wie Stangl, Wirth und den aus Triest stammenden Globocnik, die bereits bei der Aktion Reinhard mitwirkten (der Leser stößt auf die historischen Personen aus Jonathan Littells Roman Die Wohlgesinnten). Das Massaker an zehn Slowenen im Hause von Eppan nach einem »fröhlichen« Abend kurz vor Kriegsende. Reise auf den Spuren Stangls nach Sobibór. Wo könnte Francis sein restliches Leben in der »Zone« verbringen? Vielleicht bei Saschka, der einzigen weiblichen Ikonenmalerin in Rom. »… ich war im Winter dort, einem eisigen und schneereichen Winter, der dem Winter 1943 hinsichtlich der Temperaturen in nichts nachstand, in Lublins Zentrum hatte sich wenig verändert, ich war im Grand Hotel abgestiegen, das während des Krieges eine Offiziersmesse erhalten hatte und in Deutsches Haus umgewandelt worden war, Stangl nächtigte dort mit seiner Frau, wenn diese aus Österreich zu einem Besuch anreiste, später war es ein riesiges Hotel mit kommunistischen Zimmern, grauen Teppichböden und Resopalschränken, es

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gab zwei prachtvolle Bars, eine mit einem Flügel und zehn Metern Deckenhöhe ging auf den Platz hinaus, die andere, die ehemalige Bibliothek im Deutschen Haus, war kuscheliger, intimer, am Morgen war ich Stangls Route gefahren, die nach Sobibór an der ukrainischen Grenze, kilometerweit herrliche, schneebedeckte Wälder, ebene Waldflächen ohne jede Erhebung, so glatt, dass man ohne es zu merken bis nach Moskau hätte gleiten können, kein einziger Berg vor dem Ural, Birken, Birken so weit das Auge reichte, Birken und ein paar Fichten, es gab wenig Autos, vor allem Fußgänger, die am Straßenrand entlangmarschierten, um zur nächsten Bushaltestelle am Dorfende zu gelangen, und dann kam nichts mehr, nur Wald, ich überquerte die Eisenbahnlinie, das hieß, ich war auf dem richtigen Weg, die Heizung voll aufgedreht, die Stille und der Motorenlärm, der Motorenlärm des russischen Panzers, den Stangl und Bauer aus Lemberg mitgebracht hatten, der unregelmäßig laufende Diesel trieb schwarze Gase in die kleine Kammer aus Ziegelstein am Ende des nicht überdachten Gangs, der von dichten Hecken gesäumt wurde, die aus Stacheldraht

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bestanden, in dem Zweige steckten, die nackten Juden rannten barfuß durch den Schnee im Winter war es nicht nötig sie zu sehr zu peitschen die Kälte peitschte sie schon genug Kälte und Schnee taten ihre Wirkung die Schreie die Tür die Stille und der Motorenlärm …« (Kap. XIX)

K A P I T E L X X : Fortsetzung und Ende der Erzählung des libanesischen Autors »Rafaël Kahla« über Intissar, Marwan, Ahmad und Abu Nasser. Der Kampf um Beirut ist verloren. Es bleibt nur der Abzug.

K A P I T E L X X I : Der Erzähler versucht eine Synthese seiner Erinnerungen zu ziehen. Ezra Pound als faschistischer Prediger und Antisemit. Porträt Yvan Deroys, des psychopathischen Nazianhängers. Begegnung mit dem alten Maurice Bardèche, dem Schwager Brasillachs. Yvan wurde bei einer Prügelei mit Plakatklebern niedergeschlagen, anschließend landete er in einer psychiatrischen Anstalt. Vlaho Lozovi´ c verliert bei einem Rückzugsgefecht einen Arm. Francis’ Vater hat in Algerien gefoltert. Saschka mit ihren Ikonen ahnt nichts von Francis’ Vergangenheit. Von den vier frühchristlichen Märtyrern Dalmatiens zu den Serben auf Korfu, zu Kaiserin Sissi, Sergei Jessenin, Isadora Duncan. Die Entfremdung zwischen Stéphanie und Francis nimmt zu: der Riss wird zum Abgrund. Als Stéphanie verkündet, dass sie schwanger ist, kommt es zum Bruch. Der Stern aus böhmischem Kristall (Kapitel I) wird zertreten. Hektor und Andromache. Die Wahl des Achilles. »… der große Maurice fand mich sympathisch, er erkundigte sich, was ich studieren wolle, ›Politologie‹ antwortete ich und er lächelte, ich konnte nicht genau erkennen, ob dieses Lächeln eine ironische Geringschätzung des ehrwürdigen Fachs war oder eine Ermunterung sein sollte, dann machte uns der ehrenwerte mussolinische Autor kleine Geschenke, für Yvan ein Pamphlet, das die ›Farce‹ der Nürnberger Prozesse anprangerte, und für mich seine gerade neu aufgelegte ›Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs‹ mit einer Widmung von

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zittriger Hand, für Francis, mit den besten Wünschen für die Zukunft, und der Schwager Brasillachs des Katalanen fügte noch einen Kommentar hinzu, das will etwas heißen, sagte er, dieses Buch wird in Spanien fortwährend wieder aufgelegt, wir hatten sofort gesehen und verstanden, worum es in diesem Krieg ging, zwischen 1936 und 1939 reisen Bardèche und Brasillach, unzertrennlich wie Laurel und Hardy, mehrmals auf die Iberische Halbinsel, um

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Zeugen der demokratischen Anarchie und der Wichtigkeit des Retters Franco zu sein, dank Mussolinis Truppen, dank Hitlers Flugzeugen erleben sie dort Europa im Vormarsch, die Roten von Recht und Ordnung zerstört, sie beweisen, dass die Massaker, die den Nationalisten zugeschrieben werden, Erfindungen der republikanischen Propaganda sind, dass die rojos, diese großen Verschlinger der Geistlichkeit, die wahren Blutrünstigen sind, sie verteidigen die Großtaten General Yagües, des scharfsinnigen Strategen, der Legion Millán Astrays, der schönen, ganz in Schwarz ausstaffierten Italiener, sie beginnen eine lange Schlacht um die Zahlen, die Bardèche nach Brasillachs Hinrichtung alleine fortführen wird, alle Toten sind kommunistische oder jüdische Propaganda, alle Toten dienen der UdSSR oder Israel, also hat es sie nie gegeben, oder nur sehr wenige, Bardèche ist ein Meister darin, mit rächendem Strich die Grabsteine auszustreichen, so viel ist man in Badajoz doch gar nicht gestorben, auch in Auschwitz lang nicht so viel, wie behauptet wird, das alles sind Lügen um die Verbrechen der Republikaner oder der Résistance zu verschleiern, bei ihnen findet man die wirklichen Verbrecher, die mit größtem Vergnügen Nonnen vergewaltigten, bevor sie sie erschossen haben, die das Bürgertum in den Gefängnissen von Madrid und Barcelona folterten, heute kommt mir seine Verblendung so offensichtlich vor, dass man nur feststellen kann, wie sehr Bardèche vom Hass geleitet war …« (Kap. XIX)

K A P I T E L X X I I : Gedanken an Arafat und den Gazastreifen. Der Käfig von Guantanamo als Kunstwerk. Ezra Pound. Der SS-Schlächter Alois Brunner, untergetaucht in Syrien. Die Matthäus-Passion, »Erbarme Dich, mein Gott«, und die Passion des Francis: ein Crossover. Die Söhne ahmen die Väter nach. Ghassans Erziehung zum Krieger. Venedig die Stadt der Lähmung, des Komas, der Agonie. Francis’ Sturz in den Kanal, seine Rettung durch einen Unbekannten.

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K A P I T E L X X I I I : Kurz vor Rom: Die Leichtigkeit des Verschwindens; Francis hat sich nicht umgebracht in der Lagune, aber alles sausen lassen. Jerusalem als Welthauptstadt der Eschatologie, wo sich Hass, Ranküne und mystische Illusionen treffen. Das heilige Grab, die drei Religionen, die versammelten Illuminierten, Propheten, Fanatiker: »Das ist die Folklore von Jerusalem, hier sehen wir die Religionen wie in Mégève den Skisport«. Die Köpfe der palästinensischen Selbstmörder fliegen zum Himmel wie »göttliche Champagnerkorken«. Nathan Strasberg erzählt die Geschichte seiner Eltern, die das Ghetto von Lodz überlebten. Die Lebendigkeit des Rachegedankens. Francis hat in Bosnien einen muslimischen Gefangenen enthauptet. Wut und Rache – die Stilisierungen und die Unangemessenheit. Die Not angesichts der Gewaltspirale: wo Francis hinblickt, sieht er Tod und Verzweiflung. Wer hat ihn aus dem Kanal gezogen? Und warum hat er den Aktenkoffer gefüllt?

K A P I T E L X X I V : Stéphanie hat Francis’ Akte gelesen. Ein Aufenthalt in Istanbul, »zwischen zwei Welten«, verstärkt ihre Irritation. Vergeblich wartet sie auf ein Geständnis von ihm. Erinnerungen an den Fall von Konstantinopel, an die Diva Rosa Eskenazi aus den 30er Jahren. Francis erfährt, dass Stéphanie sich Zugang zu seiner Akte verschafft hat: »Kriegsverbrechen, Übergriffe, Folterungen«. Der Zug rollt weiter Richtung Saschka, die ihm als seelenloses Wesen erscheint. Nachdem Francis stockbesoffen aus Beirut zurückgekehrt war, hat Stéphanie ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen und sich nach Moskau geflüchtet. Erinnerungen an das Meer vor der Küste von Alexandria: die zwei einzigen Lebewesen sind Delphine. Die Toten aus den vergangenen Kriegen erscheinen ihm wie die Holzschwellen der Eisenbahnlinie. Die Reise geht zu Ende. Ankunft am Bahnhof Roma Termini um 21 Uhr 12. Die Zeit kann in einem Flughafenterminal stehenbleiben. Eine letzte Kippe vor dem Ende der Welt.

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»Dieses symphonisch gestaltete Werk ist eine neuzeitliche Irrfahrt durch Europa und den Nahen Osten des 20. Jahrhunderts mit seinen Kriegen, Gewaltakten und Leidensgeschichten. Und der Mensch inmitten dieser Stürme, inmitten dieser ungestümen Fluten der Geschichte und der Erinnerung mal Henker, mal Opfer.« Juryentscheidung des Candide-Preises 2008 für Mathias Énard, ZONE

Mathias Énard

ZONE Roman Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller 592 Seiten. Gebunden e 28,00 [D] ISBN 978-3-8270-0886-2

„Zone ist eine Ilias unserer Zeit.“ L’E XPRES S

Mathias Énard: Begleitheft zu seinem Roman ZONE  

Autoreninterview, Inhaltssplitter, historische Hintergründe

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