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Bergrettungsdienst im Alpenverein S端dtirol

Jahresbericht 2012


Bildnachweis: Die Bilder für diese Broschüre wurden von folgenden Bergrettungsstellen dankend zur Verfügung gestellt: Antholzertal, Meran, Kaltern, Sarntal, Ridnaun/Ratschings, Laas, Lana, Sterzing, Bruneck, Brixen, Welschnofen, Tiers, St. Martin, BozenSarntal, Innichen.

Der besseren Lesbarkeit wegen schließt die männliche Bezeichnung immer auch die weibliche mit ein.


Bergrettung mit Köpfchen Bergretter sein heißt Verantwortung übernehmen; Nicht nur für den Patienten, den wir im Laufe des Bergrettungseinsatzes betreuen, auch auf uns selbst müssen wir schauen!. Verantwortungsbewusstes Handeln beginnt bereits nach der Alarmierung zu einem Einsatz. Der Einsatz des richtigen Personals am richtigen Ort mit den richtigen Mitteln ist wichtig.

ben den einzelnen Mitgliedsländern aufgetragen umzusetzen. „Kein Einsatz ist wie der andere“ Der oben stehende Merksatz trifft zu, und wir können aus jedem Einsatz lernen. Um so wichtiger ist die Aufarbeitung von Einsätzen, denn nur so können sich die Bergrettungsstellen immer wieder verbessern.

Diese Grundsätze der Einsatztaktik sollen jedem Bergrettungsmitglied geläufig sein, und jeder Bergretter muss stets selbst in der Lage sein, die Situation im Einsatz beurteilen zu können.

Für die gute Vorbereitung der Einsätze stehen uns mehrere Mittel zur Verfügung. Gute Ausrüstung, eine umfangreiche Ausbildung sowie die Erfahrungswerte, welche wir seit Jahrzehnten sammeln konnten.

Verantwortungsvolles Handeln heißt auch einen Einsatzverlauf kritisch zu hinterfragen, denn oftmals ist weniger mehr und ein kurzes Reflektieren über das richtige Vorgehen hat schon so manchem weitergeholfen.

Das Vorhalten geeigneter Ausrüstung sieht der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol als Pflicht an, und wir können mit Stolz sagen, dass wir gut ausgerüstet sind.

All zu oft lassen wir uns von unserer gewohnten hektischen Zeit treiben; Genau so werden dann Einsätze angegangen, mit Hektik und Übereifer. Die internationale Kommission für Alpines Rettungswesen (IKAR-CISA) hat genau dieses Thema vor einigen Jahren aufgegriffen und diese Denkaufga-

Damit die Geräte im Einsatz funktionstüchtig sind müssen sie stets gewartet und einsatzbereit sein; eine nicht zu unterschätzende Aufgabe! Ebenso ist die Grundausbildung unserer Bergrettungsmitglieder in den letzten zwei Jahren verbessert worden; dies aus gutem Grund.

Wir wollen unseren Bergrettern sämtliche Grundlagen schaffen, damit im Einsatz die Rettungstechniken beherrscht werden. Dies kann nur durch eine solide Grundausbildung gewährleistet werden. Doch ist es mit der Grundausbildung alleine nicht getan, eine stete weiterführende Fortbildung ist das Maß aller Dinge, damit bereits ausgebildete Bergretter stets auf dem Laufenden sind. Der Mensch vergisst gelernte Dinge all zu schnell. Auf den nachfolgenden Seiten wollen wir dem Leser dieses Berichtes einen Einblick in die umfangreiche Tätigkeit des Jahres 2012 geben. Bewegung war in unserem Verein auf alle Fälle, schauen Sie in den Bericht hinein und überzeugen Sie sich selbst. Berg Heil

Toni Preindl Landesleiter


Die Bergrettung gewährleistet einen öffentlichen Dienst. Nur durch regelmäßige Schulungen sind die Mitglieder in der Lage im Einsatz komplexe Aufträge zu erfüllen.


Auftrag mit Pflichten Das Land Südtirol hat den Bergrettungsdienst per Landesgesetz an zwei staatlich anerkannte Hilfsorganisationen übertragen. Es sind dies der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol sowie der Südtiroler Berg– und Höhlenrettungsdienst C.N.S.A.S. welche einen flächendeckenden Rettungsdienst in den Südtiroler Bergen gewährleisten.

In 57 Rettungsstationen beider Bergrettungsorganisationen sind derzeit insgesamt 1.500 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.

Im Notfall: Die Bergrettung wird im Notfall durch die Landesnotrufzentrale Südtirol alarmiert.

Diese Helfer gewährleisten eine ganzjährige Bereitschaft um im Einsatzfall zur Stelle zu sein.

Die Landesnotrufzentrale ist eine integrierte Leitstelle, welche in kürzester sämtliche Hilfsorganisationen Südtirols aufbieten kann. Im Notfall wählen Sie:


Ein fl채chendeckender Dienst, welcher 365 Tage im Jahr funktionieren muss bedarf einer ausreichenden Anzahl an Bergrettungsstellen und Helfern.


35 mal in Ihrer Nähe Dem Landesverband des Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol sind insgesamt 35 Bergrettungsstellen angeschlossen, welche über das ganze Land Südtirol verteilt sind. Waren wir bis im vorigen Jahr nur 34 Bergrettungsstellen, so ist im Jahr 2012 eine neue Bergrettungsstelle hinzu gekommen. Die Bergrettungsstelle Sarntal wurde am 19. Oktober 2012 aus

der Taufe gehoben und offiziell gegründet. Bereits seit vielen Jahren hatte der Bergrettungsdienst im AVS Bozen - Sarntal eine sehr aktive Gruppe in der Gemeinde Sarntal im Dienst. Die Sarner Gruppe war mittlerweile sehr autonom tätig und eine administrative Trennung wurde gemeinsam als sinnvoll erachtet.

Die Bozner Bergrettungsstelle wird in Zukunft als Bergrettungsdienst im AVS Bozen bezeichnet, wobei bei größeren Einsätzen im Sarntal weiterhin die nachbarschaftliche Hilfe im Vordergrund stehen wird. Wir wünschen dem Bergrettungsdienst im AVS Sarntal einen guten Start ins eigenständige Vereinsleben.


Die Zusammenarbeit im Rettungseinsatz basiert auf Kompetenz und gegenseitigem Vertrauen. Nur so kÜnnen Einsätze erfolgreich abgewickelt werden.


Das Ehrenamt ... … ist das Fundament des Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol. Der Dienst am Nächsten wird im Sinne des Solidarietätsprinzipes verrichtet. Entgegen oft gehörter Meinungen stellen die Bergrettungsstellen ihre Einsätze nicht den geretteten Personen in Rechnung. Die Bergrettungsmitglieder verlassen bei Einsätzen ihren Arbeitsplatz und führen diese Tätigkeit ehrenamtlich durch.

Das Land Südtirol stellt dem Bergrettungsdienst die finanziellen Mittel zur Verfügung, dass für die Bergretter eine gediegene Ausbildung, ein guter Versicherungsschutz sowie zeitgemäße Rettungsgeräte zur Verfügung stehen.

Das Land Südtirol ist in fünf Bergrettungsbezirke eingeteilt.

Basierend auf diesen Grundlagen sind die mehr als 900 ehrenamtlichen Männer und Frauen unentgeltlich im Einsatz.

Auf Verbandsebene werden die ehrenamtlichen Mitglieder durch ein hauptamtliches Netzwerk von drei Mitarbeitern betreut.

Sowohl in verwaltungsmäßiger wie auch in einsatztaktischer Hinsicht ist es nicht immer ein Leichtes, diese große Herausforderung unter einen Hut zu bringen.

Deren Hauptaufgabe ist es, die mittlerweile viel zu umfangreich gewordene Bürokratie von den Bergrettungsstellen abzuwenden.


Komplexe Rettungssysteme m端ssen im Einsatz beherrscht werden.


Was wäre ... … ein Verein ohne seine Mitglieder? Die Bergrettungsstellen mit ihren Mitgliedern sind vor Orten in den einzelnen Ortschaften ein sehr wichtiger Bestandteil für die jeweilige Dorfgemeinschaft. Beim Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol haben wir neben den aktiven Mitgliedern

auch Anwärter, welche sich in einer sogenannten „Probezeit“ bewähren müssen und während zwei Jahren die gesamte Grundausbildung durchlaufen müssen.

können. Dennoch gehören sie weiterhin dem Verein als „inaktive Mitglieder“ an. Sie sind es, welche den Bergrettungsdienst aufgebaut haben; Ihre Leistung sehen wir mit heutigem Tage; Eine schlagfertige Bergrettung in Südtirol!

Die Mitglieder außer Dienst sind lang gediente Bergrettungsmitglieder, welche den strengen Verpflichtungen unseres Dienstes nicht mehr nachkommen

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

Anwärter

142

158

163

167

157

165

189

183

182

174

133

Aktive Mitglieder

646

629

629

636

654

659

675

693

721

736

772

Mitglieder außer Dienst

166

169

187

199

197

213

217

241

227

213

134

Ehrenmitglieder

2

2

1

1

1

1

1

2

2

2

2

956

958

979

1.003

1.009

1.038

1.082

1.119

1.132

1.125

1.041

Gesamt


Ausr체ckungen zu Bergrettungseins채tzen im Jahr 2012


1.052 Ausrückungen Bei insgesamt 901 Einsatzereignissen sind 1.052 Einheiten der Bergrettung ausgerückt. In Zahlen ausgedrückt sind dies recht nüchterne Ziffern; Es gilt zu bedenken, dass hinter jedem Einsatz einiges mehr steckt: Ehrenamtliche Helfer, welche ihre Arbeitsstätte verlassen. Menschen, welche in eine missliche Lage geraten sind. Einsätze, welche über Tage andauern. Angehörige, welche um ihre Lieben bangen.

Wussten sie ... dass von 805 betreuten Personen insgesamt 196 unverletzt gerettet werden konnten? dass im Jahr 2012 die Bergrettung bei 25 Arbeitsunfällen zugegen war? Dass sich 119 Patienten am Sprunggelenk verletzt haben?

dass insgesamt 27 Patienten eine Infarktsymptomatik aufwiesen, aber sage und schreibe 105 Patienten Erschöpfungszustände hatten? dass 42 Mountainbiker vom Bergrettungsdienst im vergangenen Jahr versorgt worden sind?


1000 754 729 682

700 520 518 510 395 189 201 128 153 134 116 124 151 165 176 141 69 73 116 83

842

876 810 847

961

1215 1052 10341078

577 549

373 337 370 356 297

Die Anzahl der Einsatzausr체ckungen war im Jahr 2012 leicht r체ckl채ufig, der Herbst 2012 war aufgrund der unbest채ndigen Witterung sehr ruhig.


Ein normales Jahr Als normales Einsatzjahr können wir das vergangene Jahr 2012 bezeichnen.

Signifikant spielt aber das Wetter bei der Anzahl der Einsatzereignisse mit.

Sonnenschein mit sich brachte. In der weiteren Folge stiegen weniger Alpinisten ins Gebirge.

Die Einsatzereignisse sind in direktem Bezug zu den Ferienterminen zu sehen, welche sich über die Jahre hinweg immer wiederholen.

Haben wir eine Schlechtwetterperiode, so verringert sich die Einsatzanzahl zusehends.

Bei außergewöhnlichen Wetterlagen wie anhaltenden Unwettern oder z.B. größeren Schneefällen im Winter steigt die Anzahl der Einsätze wieder an.

So war dies im Jahr 2012, als der September überdurchschnittlich viel Regen und wenig

300 2005

250 200

Einsätze nach Monaten

2006 2007 2008

150

2009 2010

100 2011

50 0

2012


Einsatzstunden

16.802 15.299 15.071 14.461 14.261 12.504

12.402 11.847

12.359 11.279 10.728

9.307 9.099

9.285

10.006 9.579

12.280

10.851

9.594

8.095 7.949

7.936

4927 3986

3619 1952 1857 1820 1695

Bei Eins채tzen eingesetzte Bergrettungsmitglieder

6102

5864

5.400

2591 2424 2506

3044 3035

3423

4309

3653

4043 4225 4180

5433 5479

5081


Ich bin dann mal weg! Welcher Arbeitgeber zeigt für den oben stehenden Spruch im heutigen Zeitalter noch Verständnis? Viele werden es sicherlich nicht mehr sein, aber es gibt sie noch, die Arbeitgeber, welche ihre Angestellten bei einem Einsatz frei stellen.

Es gibt auch Bergrettungsstellen, die gerade an Werktagen Probleme haben, ausreichend Personal für die Bewältigung eines Bergrettungseinsatzes zur Verfügung zu haben. Vor allem in jenen Orten, in welchen die Bergrettungsmitglieder zu ihrem Arbeitsplatz talaus-

wärts fahren müssen, findet man diese Problematik zusehends. Sehr viele Einsätze werden heutzutage zu Fuß durch die Bergrettungsstellen erledigt.


805 betreute Patienten im Jahr 2012


Wer, wie, was? Jeder Verunfallte am Berg stellt ein Schicksal dar. Es muss unterstrichen werden, dass immerhin knapp ein Viertel aller betreuten Personen unverletzt gerettet werden konnten. Die Bergunfallstatistik muss vom Leser nicht nur in Diagrammen betrachtet werden, wie bei jeder Statistik zählen jene Faktoren, welche hinter den Zahlen stehen. Präzisiert sei an dieser Stelle, dass die verstorbenen Patienten nicht immer durch Alpinunfälle ums Leben gekommen sind. Es geht vom Verkehrsunfall im Gebirge bis hin zum Arbeitsunfall. Nicht zur Bergunfallstatistik werden die Einsätze im Pistenbereich gezählt. Dies würde mit sich bringen, dass die Statistik vollständig verfälscht wird, ein Umstand, welcher sehr oft den gesamten Alpinismus in den Misskredit bringt.


An so genannten „Hot Spots“ finden zahlenmäßig mehr Bergrettungseinsätze statt. Dies ist vor allem durch die touristische Erschließung abhängig.


Vielfalt Südtirol wird jedes Jahr von sehr vielen Bergtouristen besucht. Aus aller Herren Länder kommen diese, und dementsprechend vielfältig wiederspiegelt sich auch das Nationenmuster der Patienten. 73% der italienischen Patienten sind Südtiroler Einwohner, denen die Bergrettung zu Hilfe geeilt ist!

Die Vielfältigkeit wiederspiegelt sich auch in der Statistik der diversen Einsatzarten. Zur Bewältigung der unterschiedlichsten Einsatzarten benötigt es nicht nur einer guten Ausbildung, für besondere Einsatzarten werden eigens hierfür ausgebildete Spezialisten eingesetzt.


Bei der Suche nach vermissten oder versch체tteten Personen wird nach wie vor auf die verl채sslichen Sp체rnasen der Suchhunde gesetzt.


Mit Spürsinn Seit nun fast fünfzig Jahren unterhält der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol eine aktive Gruppe, welche neben der Bergrettungstätigkeit zusätzlich noch die Arbeit mit ihren Vierbeinern auf sich genommen hat.

Harte Ausbildung: Hundeführer sein bedeutet in erster Linie auch Bergretter sein. Neben der Grundausbildung zum Bergretter beginnt zeitgleich die intensive Arbeit mit dem Vierbeiner.

Derzeit sind 44 Hundeführer in der Gruppe, insgesamt sind 46 Vierbeiner im Dienst, welche die unterschiedlichsten Aufgaben beherrschen müssen.

Dass der Suchhund sich nicht so einfach in die Ecke stellen lässt, muss bewusst sein, denn nur regelmäßiges Üben mit dem Tier führt zum gewünschten Erfolg.

Wurden vormals hauptsächlich Hunde für die Suche nach verschütteten Lawinenopfern ausgebildet, so ist zu berichten, dass heutzutage zahlenmäßig viel mehr vermisste Personen gesucht werden.

Nur Individualisten mit viel Ehrgeiz stellen sich dieser Herausforderung. Der Lohn dafür ist bei den Einsätzen meist sehr bescheiden, doch allein die Genugtuung geholfen zu haben ist für einen Südtiroler Bergretter Dank genug.


Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nie mehr. Präventionsarbeit sollte so früh wie möglich begonnen werden.


Prävention Der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol hat es sich in seiner Vereinssatzung zur Aufgage gemacht die Unfallprävention groß zu schreiben. Im Stillen machen die Bergrettungsstellen Südtirols eine Aufgabe, welche eher einem logistischen Großereignis gleichen müsste. Jedes Jahr zu Winterbeginn veranstalten unsere Bergrettungsstellen diverse Kampagnen für das sichere Winterbergsteigen. Große Beliebtheit haben diese

Veranstaltungen bei Schitourengehern aber auch bei Schulklassen gefunden. Es ist auch für unsere Bergretter eine Bereicherung, wenn man sieht mit wie viel Spaß sich Kinder für das Thema Sicherheit am Berg begeistern lassen. Auch die Vorbereitungskurse für Schitourengeher der vergangenen Jahre zeigen immer wieder ihre Früchte, von welche die Öffentlichkeit meist nie etwas erfährt. Immer wieder erhalten wir Rückmeldungen von Schitourenge-

hern, dass nur durch die Vorbereitungskurse der Bergrettung eine schnelle Kameradenrettung nach einem Lawinenabgang zum raschen Auffinden eines Verschütteten geführt hat.


Ein Bergretter muss neben seiner alpinistischen Erfahrung auch zus채tzliche Kenntnisse in der alpinen Gefahreneinsch채tzung beherrschen.


Ausbildung Die Ausbildung ist die teuerste Kapitalinvestition, die wir kennengelernt haben (Peter F. Drucker *1909) Dieses Zitat trifft auch auf die Bergrettung zu, aber diese Investition lohnt sich allemal!

Nicht weniger als 23.000 Kursstunden wurden im Jahr 2012 auf Landesebene abgewickelt.

Eine solide Ausbildung ist das beste Rüstzeug für die Tätigkeit als Bergrettungsmitglied.

Die kontinuierliche Fortbildung der Bergrettungsmitglieder wird von den Bergrettungsmitglieder sehr ernst genommen.

30000

Hinzu kommen noch unzählige Ausbildungstermine, welche in den 35 Bergrettungsstellen vor Ort absolviert werden.

Grundsätzliches: Bergrettungsmitglieder sind bei ihren Einsätzen im Gebirge sehr oft alleine vor Ort und müssen deshalb Entscheidungen treffen, welche der Einsatzleiter im Tal nur schwer dem Mitglied vor Ort abnehmen kann. Deshalb legen wir bei unserer Ausbildung sehr viel Wert auf die Eigenverantwortung jedes einzelnen Retters.

Kursteilnehm er Absolvierte Kursstunden

25000 20000 15000 10000 5000

19 8 19 1 8 19 2 83 19 8 19 4 85 19 8 19 6 8 19 7 88 19 8 19 9 90 19 91 19 9 19 2 93 19 94 19 95 19 96 19 97 19 98 19 99 20 0 20 0 01 20 02 20 03 20 04 20 05 20 06 20 07 20 08 20 09 20 10 20 11 20 12

0


Den Bergrettern soll es stets mรถglich sein sich fortzubilden. Diese Aufgabe ist jetzt jederzeit mรถglich - mit ein paar Klicks!


Bergrettung und IT Damit kann Wissen schnell und aktuell an alle Mitglieder auch zwischen den landesweiten Ausbildungskursen verteilt werden.

Die Ausbildung und auch die ständige Weiterbildung führen Bergretter in ihrer Freizeit durch. Um den Qualitätsstandard dieser Ausbildungen weiterhin hoch zu halten, bekommen die Bergretter zusätzliche Unterstützung. Durch die großzügige Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse kann eine zentrale und moderne Online-Plattform aufgebaut werden.

Mit dieser Anwendung stehen jedem Mitglied alle relevanten Ausbildungsinhalte in der jeweils aktuellen Fassung zur Verfügung. Die bisherigen Druckerzeugnisse werden dabei schrittweise auch um Filme und weitere interaktive Anwendungen ergänzt. Ausbildungsvorbereitung am Computer, praktische Übungen dann am Berg Die Lösung ist mehr als eine informative Webseite. Sie erlaubt den Anwendern zu interagieren und sich zu qualifizieren So können sich die Retter auf die gemeinsamen Ausbildungskurse optimal vorbereiten und vor Ort kann die Zeit besser für die praktische Übung genutzt werden.

Genutzt werden kann die Learnbox-App von jedem internetfähigem Gerät, also vom Rechner, iPad oder Smartphone. Neben den technischen Möglichkeiten wurde konsequent auf eine möglichst einfach Bedieung Wert gelegt. Damit wird sichergestellt, dass auch weniger technikaffine Nutzer mit der Anwendung zurechtkommen. Auch andere Rettungsorganisationen, wie die Bergwacht Bayern oder das Bayerische Rote Kreuz, nutzen die Learnbox-App bereits erfolgreich. Durch die gemeinsame Nutzung einer Plattform wird damit auch die organisations- und länderübergreifende Zusammenarbeit verbessert.


Von 35 Bergrettungsstellen f체hren ann채hernd 30 davon Dienst in Schigebieten sowie auf Loipen durch!


Wir machen das! Pistenrettung

Helfer vor Ort

Südtirols Wintersportindustrie bringt jeden Winter auch für die Rettungsdienste eine große Herausforderung mit sich. Zahlreiche Bergrettungsstellen führen in den Südtiroler Wintersportgebieten Vorsorgedienst durch und sind aktiv bei der Patientenrettung beteiligt. Eine Herausforderung für Mensch und Gerät. In enger Zusammenarbeit mit diversen anderen Institutionen wird täglich eine Unzahl an Patienten auf Südtirols Schipisten und Langlaufloipen versorgt. Betrachten wir in dieser Materie den Verlauf der letzten Jahre, so ist die Anzahl der Patienten im Verhältnis zu den Wintersportlern rückläufig. Bereits seit dem Jahr 2005 führen in den Orten Tiers, Antholz, Rabenstein im Passeier sowie Pfelders unsere Bergrettungsstellen den Dienst Helfer vor Ort durch. Diese besondere Art der Nachbarschaftshilfe wurde allein im Jahr 2012 insgesamt 127 mal in Anspruch genommen. Seit dem Start des Dienstes waren es mittlerweile über 700 Notfälle, welche die Helfer vor Ort betreut haben.


Unser Gerät Für die Bewältigung der zahlreichen Einsatzereignisse benötigt es neben einer guten Ausbildung auch gutes und funktionierendes Rettungsgerät. Hierzu gehört ein umfangreicher Fuhrpark, mittels welchem wir die jeweiligen Einsatzbereiche mit den unterschiedlichsten Anforderungen abdecken können. 60 geländegängige Einsatzfahrzeuge 5 Motorschlitten 9 Geräteanhänger 4 Sonderfahrzeuge Die Fahrzeuge dienen nicht nur zum Transport der Rettungsgeräte sowie der Rettungsmannschaften, im Besonderen werden die Fahrzeuge so ausgestattet, dass der Patiententransport auf schlecht befahrbaren Straßen im Notfall auch ermöglicht wird.


Bergrettungswachen Das Land Südtirol verfügt über ein gut strukturiertes Zivilschutzsystem. Flächendeckend finden wir in unserem Land funktionierende Strukturen, welche im Bedarfsfalle rasch und unkompliziert zur Verfügung stehen. Die Bergrettungsdienste sind in der Regel in denselben Strukturen untergebracht wie jene des Feuerwehrdienstes. In einem mehrjährigen Programm werden die Bedürfnisse der Zivilschutzorganisationen vor Ort erfasst und auf zukünftige Entwicklungen wird bereits im Voraus reagiert. Im Jahre 2012 wurde zwei besonders relevante Strukturen für den Zivilschutz fertig gestellt. In Brixen sowie in Meran konnten unsere Bergrettungsstellen die neuen Strukturen beziehen. Die Bergrettungsstellen können somit nicht nur besser arbeiten, generell merken wir bei unsere Bergrettungsstellen immer einen Motivationsschub, wenn sie in zeitgemäßen Räumlichkeiten arbeiten können. Fahrzeuge und Geräte können so einsatzbereit gelagert werden, und auch die Ausbildung kann in diesen Strukturen optimal abgewickelt werden.


Bergrettung international

Im Oktober 2012 fand in Krynica (Polen) der diesjährige Kongress der Internationalen Kommission für Alpines Rettungswesen (IKAR) statt. Auch in Bezug auf Lawinenkunde und Lawinenrettung gibt es dabei einige Neuigkeiten. Das Lawinenjahr 2011/12 war weltweit gekennzeichnet durch eine geringere Anzahl von Lawinenunfällen mit weniger Lawinentoten. Andererseits kam es jedoch zu Lawinenunfällen mit extremen Ausmaßen und sehr vielen Betroffenen.

Fachleute aus der Schweiz und Norwegen zeigten die Grenzen solcher Einsätze anhand des Lawinenunfalles auf dem Siachen-Gletscher in Pakistan auf, bei dem 137 pakistanische Soldaten ums Leben gekommen sind. Bis Anfang Herbst 2012 konnten dort erst 34 Tote geborgen werden.

Auswertung von LawinenKatastrophen weltweit Einige Punkte gleichen sich bei den drei Unglücken. Unklare Information, große Distanzen für die Rettungskräfte, zu geringe Anzahl von qualifizierten Rettern in den Regionen und zu wenig Rettungsmaterial waren erschreckende Faktoren.

Über den Lawinenunfall auf dem Manaslu in Nepal mit acht Toten und zehn Verletzten berichtete ein polnischer Teilnehmer.

Der Unfall auf dem Mont Blanc unterscheidet sich jedoch in einem gravierenden Punkt: Der Einsatz erfolgte nach einem strukturierten Einsatz- und Rettungsplan mit starker Unterstützung von Hubschrauberteams aus der Luft. Dadurch konnte der Tod weiterer Opfer verhindert werden.

Und aus Frankreich gab es Einsatzberichte über den Lawinenunfall auf dem Mont Blanc im Juli 2012 mit neun Toten.

Auch für andere Aufgaben der Bergrettung zeigt sich, dass vorbereitete, strukturierte Pläne jeden Einsatz erleichtern, Abläufe beschleunigen und damit Leben retten können.


Neue Chancen durch moderne Smartphones Erstaunlich viele Vortragende beschäftigten sich in Polen mit dem Thema „Neue Möglichkeiten der Kommunikation“ für Bergretter durch die moderne Informationstechnologie auf digitaler Grundlage. Ideen und technische Möglichkeiten bieten Vieles, vom einfachen Notruf bis zu Notfall-Apps für Mobiltelefone und Computer. Genaue Koordinaten von Unfallstellen bis hin zu Angaben von medizinischen Besonderheiten bei Unfallopfern wie Allergien und Blutgruppen lassen sich rasch an die Einsatzkräfte übertragen - schon bei der Alarmierung.

Auch die Verwendung von Mobiltelefonen als VerschüttetenSuchgeräte der Zukunft (LVS) scheint technisch mittlerweile machbar zu sein. Probleme mit der Energieversorgung von Mobiltelefonen (Smartphones) und des behördlichen Datenschutzes von Unfallopfern sind jedoch noch nicht geklärt.


Seilbahnevakuierung Mit Stolz haben wir bereits im Jahr 2011 ein sehr großes Vorhaben in die Wege geleitet, was uns wie ein Stein im Magen lag! Die Einführung eines landesweiten, einheitlichen Seilbahnevakuierungssystems fand sehr großen Anklang und ist mittlerweile in anderen Provinzen Italiens im Gespräch. Durch die konsequente Mithilfe des Amtes für Seilbahnen der Autonomen Provinz BozenSüdtirol gelang es dem Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol, sehr Viele in dieser Materie zu überzeugen. Uns war es von Beginn an ein Anliegen, die Sicherheit der eigenen Bergrettungsmitglieder zu erhöhen. Durch das Vorhandensein von sehr vielen Rettungssystemen, welche teilweise zu komplex

waren, war die Sicherheit unserer Bergrettungsmannschaften nicht mehr gegeben, da zu viele unterschiedliche Systeme nicht einheitlich geschult werden konnten. Mit der Einführung des neuen Rettungssystems kann jetzt eine landesweite, einheitliche Schulung angeboten werden. Mehrere renommierte Schigebiete haben die Zeichen der Zeit erkannt, und haben bereits jetzt auf das neue Evakuierungssystem umgestellt. Die Vorteile eines einheitlichen Rettungssystems liegen klar auf der Hand: Einheitliche Schulung und einheitliche Rettungsgeräte ergeben in der Summe ein viel geringeres Gefahrenpotential und schlussendlich enorme Einsparungen an Kosten.

Das Kapitel Seilbahnrettung kann von unseren Mitgliedern auch online in der „Learnbox“ gelernt werden.


Die Einschulung für unsere Bergrettungsmitglieder wird durch die Technischen Leiter vor Ort durchgeführt.

Im März 2012 wurde eine Schulung der Technischen Leiter im Bergwacht-Ausbildungszentrum in Bad Tölz (D) durchgeführt. Auf Verbandsebene bieten wir für unsere Bergrettungsmitglieder jeweils im Herbst Kurse zur Thematik Liftrettung an. Ziel soll es längerfristig sein, alle Bergrettungsmitglieder auf den neuen Evakuierungsablauf einheitlich einzuschulen. Somit können im Bedarfsfall die Einsatzkräfte überörtlich an sämtlichen Seilbahnanlagen eingesetzt werden.


Dank ... … ist die wohlwollende Erwiderung empfangener Hilfe, auch selbstverständlicher Leistungen; Er gilt als eine allgemeine ethische Forderung an den Menschen. Dankbarkeit ist ein Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird.

Auch der Bergrettungsdienst will sich bedanken. Der Dank sei zu aller erst an die mehr als 900 aktiven Retter und Retterinnen gerichtet, welche mit Idealismus und Fleiß sich diese Aufgabe zu Herzen genommen haben. Ein aufrichtiger Dank sei auch an jene gerichtet, welche unsere Bergretter stützen, die Familien unserer Mitglieder. Das gesamte System des Rettungsdienstes am Berg setzt auch das Verständnis vieler Arbeitgeber voraus, ohne deren Einwilligung wäre so mancher Einsatz nicht durchführbar.

Bergrettung kostet auch Geld! Verschiedene Gerätschaften, Ausbildung und Versicherung, aber auch laufende Spesen wie Treibstoff und dergleichen müssen beglichen werden. Hier helfen uns unsere Gönner, sowie die öffentliche Hand weiter. Das Land Südtirol sowie die 116 Gemeinden Südtirols stehen den Bergrettungsstellen in finanzieller Hinsicht stets zur Seite. Mit den lokalen Kreditinstituten haben wir seit zahlreichen Jahren verlässliche Partner gefunden, welche uns immer wieder bei der Realisierung von schwer finanzierbaren Projekten und Vorhaben helfen.


Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol Landesverband

Soccorso Alpino dell‘Alpenverein Südtirol Unione Provinciale

I-39018 Vilpian (BZ) Brauereistraße 18 Tel. +39 0471 675 000 Fax +39 0471 675 008 info@bergrettung.it www.bergrettung.it

I-39018 Vilpiano (BZ) Via Birreria, 18 Tel. +39 0471 675 000 Fax +39 0471 675 008 info@bergrettung.it www.bergrettung.it

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Der jahresbericht 2012 landesverband low resolution  

Der jahresbericht 2012 landesverband low resolution  

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