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BENJAMIN ROSE

ERZÄHLUNG

SEHNSUCHT


SEHNSUCHT Benjamin Rose


SEHNSUCHT Eine Erz채hlung von Benjamin Rose


Impressum © 2010 Design Factory International und beim Buchgestalter Konzeption, Gestaltung und Satz: Benjamin Rose Schriften: Palatino Regular, Trade Gothic Bold, Prophecy Script Illustration: Ben Heine Druck: Scharlau GmbH Bindung: Scharlau GmbH und Eigenregie Papier: Emotion, 120 qgm Dieses Buch entstand im Rahmen des Buchkurses an der ›dfi‹ im ws 2010. Die Auswahl der Inhalte wurde von Benjamin Rose nach subjektivem Ermessen getroffen. Die Musik zum Buch ist zu hören auf www.detailliebe.blogspot.com


Vorwort: F端r ein ordentliches Vorwort blieb leider keine Zeit. Bei Gelegenheit werde ich es aber f端r die n辰chsten Auflagen nachtragen. Also macht mir keine Vorw端rfe, denn ich musste ein Bestseller in drei Monaten schreiben! ;-)

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NUR WER


DIE SEHNSUCHT


KENNT, WEISS


WAS ICH LEIDE. Johann Wolfgang von Goethe, Mignon


2 ×


ICH BIN MIR SICHER, SCHON MAL HIER GEWESEN ZU SEIN.

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DA SEHE ICH SIE. SIE, DIE KÖNIGIN MEINES HERZENS. D I E , D I E I H R S C H L O S S V O N H E U T E A U F M O R G E N V E R L A S S E N H AT T E . DER KONTRAST ZWISCHEN DEM DUNKLEN BRAUN U N D D E M W E I S S I H R E R A U G E N S P I E LT M I T D E M L I C H T.


SCHAUT

SIE M

I H R H A A R G L Ä N Z T,


MICH AN


SCHAUE

ICH

UND AUCH


SIE

AN.


ICH MUSS EINMAL KRÄFTIG SCHLUCKEN. MIR IST SO ALS WÜRDE ICH TRAURIGE STREICHER HÖREN, W I E I N E I N E R S A N F T E N S Y M P H O N I E V O N S H I G E R U U M E B AYA S H I .


UNSERE BLICKE WEICHEN NICHT VON EINANDER AB. UM UNS HERUM BLEIBT ALLES STEHEN.


NUR

SIE


ICH.


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A RR L N WIR GEHEN AUFEINANDER ZU. UMARMEN UNS. O T R U N D U M U N S H E R U M T R E I B T D ELR W I N D D A S RTA N Z E N D E RL B L ÄTBT E R A N . O

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ES SCHEINT SO ALS WÜRDEN WIR UNS DREHEN, A B E R W I R B E W E G E N U N S N I C H T.

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ICH ERKENNE DEN DUFT IHRES HAARES UND DEN IHRES U N V E R K E N N B A R E N PA R F Ü M S M I T D E M N A M E N » L E B A I N « . A T I C H S P Ü R E I H R E WÄ R M E . O E N WILL SIE NIE WIEDER LOSLASSEN.

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R MEINE HAND STREIFT ÜBER DEN MUTTERMAL AN IHREM RECHTEN ARM. I C H G E B E I H R E I N E N K U S S ALU F I H R E S E I D I G W E I C H E WA N G E , R D E R M I R W I E E I N F L Ü S T E R N V O R K O M M T. S I E I S T F O R T.

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ICH BIN ALLEIN.


Eine grauenhafte Stimme aus einer dieser Quiz-Shows reißt mich aus diesem schönen Traum. Ich greife nach der Fernbedienung und schalte den Fernseher aus. Schließe erneut meine Augen und hoffe sie ein weiteres Mal zu sehen. ... schwarz ... schwarz ... schwarz ...

I C H S C H L E N D E R E D U R C H D I E WA N D E L H A L L E DES HAMBURGER HAUPTBAHNHOFS. V O R B E I A N D E N S C H N E L L R E S TA U R A N T S U N D D E N PA R F Ü M E R I E N . V O R D E M M C D O N A L D Ü B E R M I R P O S E N E I N PA A R K I D S , I M P O N I E R E N D F Ü R D I E J U N G E N M Ä D C H E N , S O W I E E S I M M E R I S T.

I C H S C H W E N K E M E I N E N B L I C K N A C H L I N K S U N D D O R T, VOR EINEM MIR UNBEKANNTEN LADEN, SEHE ICH SIE. S I E T R Ä G T K E I N E B R I L L E M E H R , S TAT T D E S S E N B L O N D E H I G H L I G H T S . S I E S C H A U T Z U M I R . M E I N H E R Z S C H L Ä G T. I C H S TA R R E S I E V E R W U N D E R T A N , D E N M U N D L E I C H T G E Ö F F N E T. SIE SAGT KEINEN TON. SCHAUT MICH BLOSS AN UND GEHT VORBEI.

I C H S C H A U E I H R N A C H O H N E E I N W O R T.

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Durch das offene Fenster hallt der Lärm der Straße herein. Ich schrecke auf. Setze mich senkrecht auf die Couch und wische mir über das Gesicht. Mein Rücken schmerzt. In der Wohnung stinkt es nach getrocknetem Bratfett und einer Art Muff aus Hitze und Schlaf. Ich stehe auf und bewege mich langsam ins Badezimmer. Drehe den Wasserhahn mit kaltem, klaren Wasser auf und wasche mir Hände und Gesicht. Ich stütze mich mit beiden Armen am Handwaschbecken ab und schaue in den Spiegel vor mir und sage: »Bitte. Bitte, lass heute ein besserer Tag sein«. Die vergangenen Wochen sind wie Brei in meinem Kopf. In mir drin ist nichts als Moder, der immer dunkler und schwerer wird, der mich immer tiefer runter zieht und meinen Körper schwach und träge macht. Ich kann schlecht einschlafen. Habe Angst vor dem Aufwachen. Angst davor nie wieder aufzuwachen. Ich fühle mich wie 60! Lebe in den Tag hinein! Bilde ich mir das ein? Wurde ich erst geliebt und dann über Nacht gehasst? Ich habe es satt, mir täglich diese Demütigungen abzuholen. Ich will nicht mehr jammern, einfach niemanden mehr gehören! Ich fühlte mich wie eine Glühbirne, die einsam von der Decke hängt. Nackt. Für jedermann sichtbar. Unter mir war nichts. Ich weiß, ich brauche einen Neuanfang, einfach rebooten, das gesamte System defragmentieren. Ein normaler Mensch werden. Doch wie geht das: normal sein? Ich werde Passbilder machen und meinen Ausweis verlängern. Mich zum Einwohnermeldeamt begeben, eine Wartenummer ziehen, mich setzen und warten, bis ich dran bin. Vielleicht werde ich das Abendblatt abonnieren. Ich will wissen, ob sie diesen Sommer die Beach-Clubs wieder an einem anderen Ort am Hafen einquartieren. Vielleicht sollte ich mal umstellen. Obwohl ich zur Zeit nicht gern daheim bin, war ich seit Tagen nicht mehr draußen. Habe das Haus nicht verlassen. Heute ist es so weit.

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DER KRANKER SCHMETTERLING


Die U-Bahn stinkt. Sie ist feucht und überfüllt. Die Leute pusten sich ihren warmen Atem gegenseitig ins Gesicht und pressen sich Station für Station immer enger und enger im Wagon zusammen. Ich schaue mich um. Sehe eine junge Frau, die nicht mein Typ ist, wie sie sich per Handy mit ihrer Freundin über die letzte Episode von Desperate Housewives unterhält. Ich sehe einen älteren Mann und irgendeinen Penner, der mich blöd anstarrt. Ich höre das Dröhnen der Kopfhörer eines anderen Typen, der sich ebenfalls nicht all zu weit weg von mir befindet. Ich bin sehr, sehr Müde und kämpfe einen erbitterten Kampf gegen meine Augenlider. Gleich muss ich aussteigen. Mir bleibt keine Zeit zum Schlafen. Draußen gießt es in Strömen. Regentropfen peitschen gegen die Fenster der fahrenden Bahn. Der Zugführer drosselt die Geschwindigkeit und kommt langsam zum Stehen. Hier muss ich raus. Ein kalter Wind bläst und ich ziehe den Reißverschluss meiner Lieblingsjacke weiter zu. Nun bin ich wieder auf der Straße. Und es ist nichts mehr so wie es mal war. Es ist wie in einem alten Western. Nur das ich statt Unkraut und Kuhmist, voll bemalte Wände und Hundescheiße sehe. Ich setze mich in einen dieser Fotoautomaten mit wackeligem Drehstuhl und einem verfilzten, abgegrabbelten blauen Vorhang. Mein Gesicht ist fahl und unter meinen Augen haben sich dicke purpurfarbende Augenringe gebildet. Ein Häufchen Elend. Gekennzeichnet von all den schlaflosen Nächten und den vielen Tränen der letzten Tage. Bin niedergeschlagen, ausgesaugt! Fern von jeglichem Rhythmus des Lebens. Ich spüre keinen Puls. Da kommt der Blitz. Dieses zerstörerische Gefühl der Sehnsucht nach etwas, nach der einen Liebe. Die Liebe, die ein Mann nur einmal in seinem Leben trifft. Die sein Herz erfüllt und ihn von heute auf morgen vernichten kann. Ausgelöscht hat sie mich. Ich hätte nie gedacht, dass es mich nochmal so erwischen würde. An einem Bahnhof, irgendwo in Deutschland, sah ich sie. Wenn ich mich heute erinnere, bemerke ich, dass alles was sich vor meinen Augen abspielte, leicht verschwommen und grau war. Bloß sie war der einzige Farbklecks in diesem so tristen Bild. Das Schönste was ich je sah. Sie raubte mir den Atem, jeden Hauch von Coolness. Ich brabbelte irgendeinen Scheiß bis zu dem Augenblick, an dem sie mich berührte und sich hinter

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meinem Rücken entlang von rechts nach links schob. Ich glaube, sie hatte sich in mich verliebt. Und ich mich in sie. Ich hatte mir geschworen, ihr nie das Herz zu brechen. Aber es gibt Dinge, die passieren eben. Ah, sie fehlt mir so. Sie studierte Fremdsprachen. Spanisch und Französisch ... auf Lehramt. Jemand sagte mir mal, Leute, die Fremdsprachen studieren, können nichts anderes. Wären zu blöd für Mathematik oder Geschichte. Zu blöd für irgendwas Wirtschaftliches oder Soziales und zu desinteressiert an Chemie, Kunst, Biologie oder was es sonst noch so gibt. Ich verbringe etwas Zeit damit, darüber nachzudenken, wen ich als erstes an meinem ersten »Tag der Freiheit« wiedersehen werde. Oder als zweites. Als drittes. Oft ist es dann so, wenn du jemanden siehst, von damals, von früher. dann sehen sie alle ganz anders aus, als du sie in Erinnerung hast. Aber vielleicht hast auch du dich verändert. Du hoffst also, dass ihr Gesicht sich nicht verändert hat. Und dich noch genauso ansieht wie früher. Wäre es eigentlich unverschämt von mir, nach einiger Zeit einfach wieder aufzutauchen? Für den kleinen Mann in meinem Kopf ist es das. Ihr kennt den kleinen Mann. Er ist es, der sagt: »Zieh’ den Kopf ein. Lass alles so wie es ist. Mach schön das, was man dir sagt. Du bist ein Glückspilz. Deine Frau liebt dich. Du hast alles was du dir wünschen kannst. Du bist gar nicht so unglücklich wie du immer denkst.« Manche Menschen brauchen einen Weckruf. Oder so etwas, was man ganz gerne mal als Memento Morie bezeichnet. Die ganze Sache mit ihr erschien mir wie eine Katastrophe. Die wirklich historischen Ereignisse, die sich jenseits meines Kummers, in der Welt abspielten, nahm ich gar nicht wahr. Ich war wie ein Kind. Ein Hobbit. Oder ein blonder Jüngling auf einen fernen Wüstenplaneten, vollkommen ahnungslos, dass er bereits die ersten Schritte auf einem Weg macht, der ihn mitten in den Kampf, zwischen den Mächten von Gut und Böse führt. Hätte ich geahnt, wo dieser Weg hinführt. Hätte mir ein sanfter Windhauch aus der Zukunft gesagt: »Lass sie nicht gehen! Du wirst sie nie wiedersehen!« Dann hätte ich sie niemals gehen lassen. Wie konnte sie bloß gehen, wenn mein Herz doch bei ihr blieb? Ich denke, ich werde das gleiche tun wie zahllose Männer vor mir, denen eine Frau das Herz gebrochen hatte. Ich ziehe in den Krieg!

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SPEAK HER NAME AND I GET MISTY EYED YES I GET MISTY EYED I MISS MY BABY SPEAK HER NAME SPEAK HER NAME OH I BEGIN TO CRY YES I BEGIN TO CRY I MISS MY BABY IT’S GOT TO END SOMEDAY I CAN’T GO ON THIS WAY LIVING IN THE PAST FORGET ABOUT THE SORROW AND LIVE FOR TOMORROW THIS IS ALL I ASK I DON’T WANT NO-ONE SPEAKIN’ HER NAME ALL I WANT I KNOW I MUST FORGET HER I KNOW I MUST FORGET OH SHE’S NOT MY BABY WOMAN YOU’RE NOT MY BABY


Besorge mir Best채tigung. Hau wiedermal ordentlich auf die Kacke. Heute Nacht machen wir einen drauf. Ich und die Jungs.

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MAN KANN NICHT ALLES HABEN


Tja, da bin ich nun. Hier im Club und spiele Humphrey Bogart. Ist verdammt lange her, dass ich das letzte Mal mit all meinen Freunden aus war, um etwas Spaß zu haben. Es tut ganz gut, mal wieder unter Menschen zu sein. Mit Freunden, wahren Freunden, die einen schätzen, den Abend zu verbringen. Ein bisschen was trinken, paar Frauen kennen lernen, einfach abgehen. Wie damals eben, in den guten alten Tagen. Früher habe ich die Tanzfläche gerockt. Ich war nie in einer Tanzschule oder so was, ich hatte halt Rhythmusgefühl und außerdem war ich fest davon überzeugt, dass ich es drauf hatte. Ich sag immer: Wenn du es drauf hast, ist es egal wie es aussieht. Hauptsache du erweckst den Anschein, dass du, verdammt nochmal, weißt was du da tust. Sogar meine Freunde kamen zu mir und fragten mich wie man tanzt. Ich habe es ihnen gezeigt, was sie drauß machten, war ihnen überlassen. Ich denke, wenn man tanzen oder sich wenigstens locker bewegen kann, steigert es deine Chancen bei Frauen ungemein, ich meine damit kein unkontrolliertes Rumgezappel, als würde man sich im nächsten Moment ein Bein brechen oder so was. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wo sind die Plattenspieler? Wo das Marihuana? Der Soul? Jetzt gibt es nur noch Compact Discs, Crunk, verschissene Schnösel und Schalträger, Kokain und Tänze, die ich nicht tanze. Was kann ein Mann schon erwarten, der jahrelang von der Bildfläche verschwunden war? Doch letzten Endes mancher Scheiß ändert sich nie. Wie zugedröhnte Blondinen und übermalte Brünetten. Der Club ist brechend voll. Und betrunkene Mädchen schmeißen sich den Kerlen nur so um den Hals. Geben sich ihnen leicht. Frischfleisch, was schon so verdorben ist, dass noch nicht mal mehr die Ratten der verdammten Stadt dran nagen. Der gesamte Raum ist gefüllt mit ihren süßlichen Duft. Sie tanzen, tanzen als würden sie niemals müde werden. Sinnlich kreisen ihre Hüften. Bewegen sich als würden ihre Körper sprechen. Als würden sie in eine Sprache sprechen, die so schön ist, dass ein Mann diese nie mehr vergisst. Sie sind Sirenen der Nacht, die die Männer wie vorbeifahrende Schiffer zu sich locken. Doch ich falle nicht drauf rein. Mein Herz ist mit etwas anderem beschäftigt, es ist gar nicht bei mir. Wozu das Verlangen nach ihrer körperlicher

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Nähe? Sie spielen mit ihren falschen Reizen, machen dich verrückt und in deinem kranken Kopf malst du dir die geilsten Fantasien aus. Und wenn es dann zur Sache geht, wird aus Körpchengröße 80 B ruckzuck 80 A. Eben gerade noch stand ihr runder Hintern in der engen Jeans als könne man ein Tablett drauf abstellen und später, im Schlafzimmer, ist von der guten Kiste nichts mehr zu sehen. Schon früher waren One-Night-Stands nichts für mich und eine Frau lernt man halt nicht in ’nem Club kennen. OK, einem schön geformten Hohlkreuz könnte ich nur schwer widerstehen, doch mehr als gucken ist heut’ nicht. Auch wenn ich bereits ordentlich blau bin. Frauen würden sagen ich hätte mich gebessert. Meine Jungs würden sagen, ich bin ein Langweiler geworden. Denn damals! Damals! Da wäre ich wie ein Jäger durch den Club gehuscht. Aber irgendwann geht dir die Luft aus. Du kannst nicht den ganzen Weg lang sprinten. Du musst irgendwann eine Pause machen. Sonst brichst du zusammen. Du kannst nicht ständig dieselbe Schiene fahren. Das ich mich gebessert hätte, weil ich keine Frauen mehr anquatsche, ist Unsinn, denn ich werde mich nie bessern, mir geht nur die Puste aus. Dies ist nicht der richtige Ort für mich. Ich trink noch schnell das aus. Muss allein sein. Allein mit mir und meinen Gedanken.

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IRGENDWO IN EINER BAR


Drin in der Bar ist es stickig. Und die Wände schwitzen vom Atem der Menschen. Der Rauch der Zigaretten steht bewegungslos im Raum und wirft sich wie ein Schleier vor meine Augen. Ein knallender Lärm folgt auf einen kräftigen Stoß, wenn die weiße Kugel auf eine andere trifft und diese in enormer Geschwindigkeit in eines der Löcher des Tisches katapultiert. Die Männer lachen und lechzen. Erniedrigen sich gegenseitig mit abwertenden Sprüchen über ihre Mütter und Schwestern. Erfreuen sich über ein mit Ziffern bedrucktes Stück Papier aus Hadern. Ein Typ den sie Marv nennen kassiert ordentlich ab. Ihr schmutziges von Alkohol und Schweiß getränktes Geld gleitet aus ihren Taschen über ihre Hände auf den Tisch als würde die Pest dran kleben. Es kommt mir vor, als würde ich diesen Job hier schon mein Leben lang machen. Und als hätte ich nie etwas anderes gesehen als die selben scheiß Gesichter, die sich jeden Tag auf ein Neues voll laufen lassen. Und dann im Suff sogar von den leichtesten Mädchen abgeblitzt werden. Einen Haufen erbärmlicher Penner. Versager und Taugenichtse. Säufer und Halbstarke. Ich erinnere mich an die Zeit als mein Leben hatte noch einen geregelten Ablauf hatte. Ich hätte die Schule nicht abbrechen sollen. Besser gesagt, wäre ich damals bloß nicht von der Schule geflogen. Hätte mehr auf meine Mutter hören sollen. Nicht mit 15 schon von zu Hause ausziehen sollen, um mit den falschen Leuten rumzuhängen. Von denen die meisten heute eh sitzen, in der Gosse liegen oder bereits tot sind. Einmal wieder Kind sein. Eine Umarmung von ihr. Der Duft von frisch gewaschener Wäsche, von ihr liebevoll zusammen gefaltet auf meinem Bett. Die erste Frau im Leben eines Mannes. Vor ihr bleibt keine Träne verborgen, selbst nicht vom Stärksten aller Männer. Keine Liebe ist so groß und stark wie die einer Mutter. Selbst wenn du deine Mutter im hohen Alter auf deinem Rücken von einem Ort zum anderen tragen würdest, hättest du deine Schuld, für all die Schmerzen, die sie während der Geburt ertragen musste, nicht ausgeglichen. Mein Vater hat sie verlassen als ich drei war. Und ich habe sie ebenfalls sitzen gelassen. Ich habe gehört, sie hat wieder geheiratet. Ist glücklich. Lebt jetzt in Hameln und arbeitet dort in einem Krankenhaus auf der Geburtsstation. Wieso zum Geier ausgerechnet Hameln? Versucht sie ihren Sohn

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vom Rattenfänger wieder zurück zu bekommen? Verfluchter Rattenfänger! Ein junger Typ betritt die Bar und torkelt unsicher geradewegs auf den Tresen zu. Er grüßt nicht. Bestellt einen Bourbon und kippt sich das Zeug ohne zu zögern in den Hals. Eine Mischung aus Milchbubi und Ricky Martin. Ein Sunny-Boy der nichts verträgt und sich womöglich immer noch leicht überschätzt. Er bestellt sich gleich noch einen und sagt mir, dass ich die Flasche gleich da lassen soll. Ich lasse sie stehen und wische oberflächlich über den Tresen. Anscheinend ist er sich seiner Sache sicher. Aber um ehrlich zu sein, interessiert es mich nicht besonders. Hauptsache er macht mir hier keinen Ärger. Er fragt mich, was ich denn so glotze. Doch ich habe nichts als bloß ein verschmitztes Grinsen für ihn übrig. Er beginnt, eine Geschichte über eine Ente in seinem Keller zu erzählen. Sucht offenbar jemanden zum Reden. Ich musste mir schon zig Geschichten von verlassenen, betrogenen und ausgeraubten betrunkenen Typen anhören. Und obwohl ich es nicht mehr ertragen kann diesen Leuten zu zu hören tue ich es immer wieder. Denn etwas lehren mich dieses Geschichten. Fühle dich niemals zu sicher in deiner Situation. Denke nicht, dass dir nicht passieren könnte auf der Straße zu landen. Ich habe Menschen hier reinkommen sehen, die alles hatten. Und die alles verloren hatten. Sie waren wieder bei Null. Und kamen nicht drauf klar, was ihnen widerfahren war. Die Folge: Der totale Abstieg. Die Zeit vergeht wie im Flug während dieser Typ dort sitzt und sich die Birne voll kippt. Marv und die Jungs haben ebenfalls gut getankt. Und es scheint so, als wäre ihnen dieser Sunny Boy bereits ein Dorn im Auge. Es ist also bloß eine Frage der Zeit, dass sie sich zu ihm an den Tresen setzen um Streit anzufangen.

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WILD TURKEY


Völlig betrunken setze ich mich in eine Bar, in der sie alte BluesKlassiker spielen, um mir den Rest zugeben. Torkelnd bewege ich mich auf den Tresen zu, vorbei an der Duke-Box, den BillardTischen und den Dart-Scheiben. ich bestell’ mir einen Bourbon und kippe mir das Zeug hinter die Birne. Ich bestelle gleich noch einen und sage dem Barkeeper, dass er kann die Pulle gleich stehen lassen kann. Denn so eilig habe ich es heut’ nicht mehr. Der letzte Song geht gerade zu Ende. Es folgt eine kurze Pause bevor der nächste Song zu spielen beginnt. Ich mag Little Walter. Nein, ehrlich. Steh echt auf den ganzen Kram von damals. Der Typ hat mit seiner Mundharmonika den Blues so sehr beeinflusst wie B.B. King mit seiner scheiß Gitarre. Einige vergleichen ihn sogar mit Charlie Parker. Aber wer zum Geier ist Charlie Parker? Ich steh nicht so aus Saxophone und Jazz. Ist mir irgendwie zu stressig das ganze gedudel. Ich zünd’ mir eine Kippe an und greif mir die Flasche mit dem Bourbon um mir nach zu schenken. »Was glotzt’n du so? Noch nie einen Mann gesehen der sich voll laufen lässt? Würde ich dir auch nicht abkaufen. Weißt du was? Bei mir im Keller ... da ... da ist ’ne Ente. Keine Ahnung wo die herkommt, aber sie ist da. Ich meine hast du schon mal ’ne Ente in deinem Keller gehabt? Verstehst du mich? Ich rede von einer Ente ... in meinem Keller! Hast du so was schon mal gesehen? Jeden verdammten Tag höre ich durch die Kellertür ihr beschissene Quak Quak, sogar in der Nacht. Du hälst mich für verrückt, stimmt’s?! OK ich bin betrunken aber ich bin nicht ... verrückt. Sie ist da ich weiß es! Einmal habe ich sie gesehen. Auf mich drauf gesprungen ist sie ... mit offenem Schnabel. Sag mal hast du vielleicht ’ne Zitrone? ... Für den Bourbon.« Der Barkeeper steckt mir eine Zitrone ans Glas und ich beobachte die kleinen vielen Bläschen, die sich auf meinem Whisky, im Glas vor mir, bilden. Langsam lass ich ihn mir auf der Zunge zergehen. Schmecke die Gerste raus. In aller Ruhe. Ich habe keine Zigaretten mehr und entschließe mich welche zu holen. Mit ordentlich Schlagseite bewege ich mich auf den Zigarettenautomat zu. Vorbei an einer Gruppe trinkender Punks, die mich provozierend anstarren. Als ich wieder an meinem Platz zurückgehe, sehe ich, dass sich einer von ihnen, mit einer blauen Bomberjacke gekleidet, auf der hinten »Rocky Dachser« steht,

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auf meinen Platz am Tresen gesetzt hat. »Sorry, mein Freund, aber ich glaube du sitzt da auf meinem Platz.« »Dein Platz? Ne, das hier ist nicht dein Platz! Ich sitze hier schon die ganze Zeit.« »Hör mal, ich war eben Zichten holen, also kann ich mich jetzt wieder auf meinen Platz setzen?« »Ich hab dir doch gesagt Mann, dass hier ist nicht dein Platz!« Der Barkeeper mischt sich ein. »Rocky, lass den Scheiß. Mach seinen Platz frei! Ich will hier kein Ärger! OK?« »Halt dich da raus Celly und bring mir mein verficktes Bier! Sein Platz ... tzä« »Sag mal ist dir eigentlich klar das du 'ne Streifenkrawatte zu ’nem Sreifenhemd trägst?« »Ja, um bei den Lady’s Eindruck zu schinden.« »Haben dir deine Lady’s vielleicht schon gesagt, dass du damit wie ’ne optische Täuschung aussiehst? Ja? Hau ab, verschwinde na los!« »Willst du mich verarschen?« »Nein.« »Willst du mich verarschen?« »Nein. Wieso?« »Rot-Weiß. Sagt dir das was?« Ich denke nach. Denke an Ketchup-Majo. Denke weiter nach, rotweiß? Meint er von ’ne Bahnschranke? Und er fragt wieder. »Rot-Weiß. Sagt dir das was?« Ich überlege weiter rot? Rot, Blut? Aber was zum Kuckuck ist weiß? Ich frag ihn: »Ne, was ist das? rot-weiß?« Er antwortet: »Hell’s Angels.« Ich sag: »Ich versteh nicht ganz?« Plötzlich kommt Marv da zu »Rocky, hau ab, verzieh dich! Na, los!« Er wendet sich zu mir. »Und wer verdammt nochmal bist du?« »Dein Freund saß auf meinem Platz. Danke, dass du ihn frei gemacht hast.« »Frei gemacht, hä? Du trinkst Whisky mit Zitrone? Bist du 'n Warme oder was« Ich grinse. »Nein ... nein, ich ... bin nicht schwul.« »Nicht, ja? Was ist das was du da trinkst?«

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„Bourbon.“ „Bourbon? Jimmy?“ „Nein, wie heißt der? Wild Turkey.“ „Wild Turkey? Weißt du wieso dieser so intensive Tropfen, Wild Turkey genannt wird? Weil ... damals brachte einer der Männer, die diesen Whisky hergestellt haben, eine Flasche mit zur Truthahnjagd. Und seinen Freunden schmeckte dieser so gut, dass sie ihn baten, im darauffolgenden Jahr wieder etwas von dem „Wild Turkey“ Whisky zur Truthahnjagd mitzubringen. So entstand der Name des Zeugs, was du gerade in dich rein kippst. Weißt du, ich mag diesen Bourbon, er ist anders als andere und nicht so kommerziell wie Jim Beam oder Jack Daniel's. Er ist was für Kenner. Und obwohl du mir ein klein wenig gefällst, weil du ebenfalls diesen feinen Tropfen aus Kentucky so schätzt wie ich, tut es mir irgendwie ein bisschen Leid, wenn ich dir sagen muss das es verdammt schwer ist unseren Freund Rocky wieder zu beruhigen, wenn er betrunken ist. Der ... der frisst das nämlich die ganze Nacht in sich rein und irgendwann, wenn er dich dann sieht, auf der Straße irgendwo, dann haut er dich einfach um. Und naja, wir haben auch gut ein paar Liter intus. Was soll ich sagen. Tut mir Leid, Junge.“ Ist nicht schwer zu erraten was jetzt folgt, nachdem sich Marv vom Barhocker erhebt und mir kurz noch im Vorbeigehen auf die Schulter klopft. Ich habe noch nicht mal genügend Zeit mich umzudrehen, da hagelt es auch schon Unmengen von Schlägen. Sie prügeln auf mich ein als sei ich ein Stück Fleisch, welches in einer Metzgerei an einem Hacken von der Decke baumelt. Ich falle zu Boden und vermerke das schmerzhafte Brechen meiner Knochen, wie morsche Äste. Ihre lauten Stimmen verstummen. Blinde Wut. Völlig in Rage treten sie weiter auf mich ein. Ich spüre ihre Tritte während ich am Boden liege, doch Schmerzen fühle ich keine mehr. Meine Haut brennt und mein Gesicht ist warm vom Blut. Die Atmung schwer. Jemand schleift mich kurz über den Boden. Ich spüre es, auch wenn ich es nicht sehe. Ich bin nicht in Panik. Ich erlebe das heute nicht zum ersten Mal. Es ist wie damals als sie mich mit 6 Mann unten in Hammerbrook zusammen geschlagen haben. Bringt mich bitte nicht ins Krankenhaus. Es passiert immer um Mitternacht, wenn niemand da ist außer ein persischer Assistenzarzt mit 'nem stumpfen

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Löffel. Sieh dir diese Idioten an, wie sie hektisch rum wuseln. Und wozu? Keine Angst mein Herz gibt nicht auf. Noch bin ich nicht am Ende. Ich komme mir vor als käme ich gerade aus dem Knast. Als hätte ich gerade vor dem Richter gestanden und ihm gesagt wer ich bin. Tut mir Leid, Jungs. Keine Nadel dieser Welt kann mich wieder zusammen flicken. Lasst mich liegen. Ich bin durch ... durch. Auf dieser Welt ist kein Platz für Herzen wie das meine. Verzeiht mir, ich hab mein Bestes gegeben, ehrlich. Die letzte Runde bevor die Bar schließt. Die sonne geht auf. Wo wollen wir frühstücken? Ich möchte nicht so weit gehen. Es war eine harte Nacht. Ich bin müde ... müüüüde.

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K O WA L S K I ’ S L E I D E N


Was für ein grausamer Schmerz schießt durch meinen Körper und reißt mich aus meinem Schlaf ! Ich verspüre ein fürchterliches Stechen vom Magen bis hoch in meinen Kopf. Die Ärzte sagen, sie wüssten nicht was mir fehlt. Beschissene Akademiker. Studieren 20 Jahre und kommen trotzdem zu keinem Ergebnis. Dummschwätzer und Quacksalber. Diagnose über Diagnose. Von einem Test zum anderen haben sie mich gezerrt. Ich bin alt. Wahrscheinlich unheilbar krank. Wenn man gesund ist, versucht man immer so lange im Bett zu bleiben wie es nur geht. Und wenn man krank ist, will man so schnell wie möglich raus aus dem Bett. Wenn du Arbeit hast, vorausgesetzt du kannst arbeiten, dann willst du krank sein oder nicht zur Arbeit müssen. Wenn du aber keine Arbeit hast oder nicht in der Lage bist zu arbeiten, dann willst du arbeiten. Klingt komisch, ist aber so. Zu lange liege ich hier schon. Viel zu lange. Ich weiß, ich könnte ganze Bäume raus reißen mit der Kraft, die sich in den letzten Wochen in mir angesammelt hat. Doch ich weiß auch, dass ich nicht einmal 3 Minuten ohne Schmerzen stehen könnte. Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich einen Stein auf den Anderen gesetzt. Tag für Tag. Ach ja, wie gern würde ich wieder schwer erschöpft von der Arbeit heim kommen. Mit Schmerzen, die mich jede Sehne meiner Muskeln spüren lassen. Ehrliche Arbeit. Harte Arbeit. Ehrliches Geld. Schwielen an den Händen. Müde und schmutzig. Bratkartoffeln. Ein großes Stück Fleisch. Mit viel Soße. Sehr viel Soße. Bohnen und Erbsen. Danach ein Stück Himbeertorte zum Dessert. Ich spring nochmal eben unter die Dusche. Meine Frau und die Kinder warten schon. Wie sehr sie mir fehlen. Ich denke oft an sie. Heute bin ich allein. Keiner mehr da. Ich komme gleich. Hol schon mal den Ball, mein Sohn. Schatz, ich bin kurz den Rasen mähen. Bringe den Müll raus. Es duftet gut. In meinem Mund sammelt sich Wasser. Ich habe Hunger. Marion konnte schon immer gut kochen. Ach. Sie ist eine wunderbare Frau ... gewesen. Ich richte mich langsam seitlich auf, um ein Glas Wasser zu trinken. Sie geben mir hier bloß Selter mit geringem Kohlensäuregehalt. Scheußlich, nicht? Aber sie meinen es wäre besser für meinen Magen, Gott weiß warum.

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Ich schwenke meinen Blick nach links, direkt gegenüber von meinem Bett. Mein neuer Mitbewohner, ein junger Bursche. Ich habe viele in den letzten Wochen kommen und gehen sehen. Und ich werde wohl auch noch eine ganze Weile hier bleiben. Hat ganz schön was abbekommen, der Kleine. Seine Birne sieht aus wie eine Blutwurst. Selbst wenn ich wollte könnte ich keinerlei Gesichtszüge an ihm erkennen. Egal wer es war, aber der oder die Typen haben ihn ganz schön zugerichtet. Sieht nach einer typische Kneipenschlägerei aus, wenn ihr mich fragt. Was soll's, muss er durch. Ich rieche den Alkohol. Seine Fahne riecht man bis rüber auf meine Seite des Zimmers. Es stinkt. Es stinkt so sehr, dass ich kotzen möchte. Verdammt nochmal. Dieser Typ stinkt wie Harald Juhnke nach einer Bar Mitzwa-Feier. So werden wir sicher keine Freunde, geschweige denn eine nette Zeit zusammen verbringen. Beschissener Start für eine Freundschaft.

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SIEBEN


ÜBER DER COUCH EINER EIN-ZIMMER WOHNUNG HÄNGT EINE DIESER KITSCHIGEN LICHTERKETTEN MIT GELBEN, GRÜNEN UND ROTEN LICHTERN.

ME RRN U N D D E R S TÄ N D I G E FA R B W E C H S E L D A S F LLI M M E DES FERNSEHERS SCHEINEN GRELL AN D I E WA N D H I N T E R D E R C O U C H . CH H D DR R EE H H EE M M EE II N N EE N N K O P F Z U R S EE II TT EE . II C N N EEIIN NW HN WEENNIIGG. G E IIH N EE II G ZZUUFFRRIIEEDDEENN LLIIEEGGTT S I E I N M E I N E M A R M . I H R E N K O P F U N G E W O H N T S O R G L O S N A C H H I N T E N G E L E H N T. SSOO AALLSS W WOOLLLLEENN,, WÜÜRRDDEE SSIIEE SSAAGGEENN W BB II TT TT EE KK ÜÜ SS SS M M II CC HH .. AA U R F I H E R N W EICHEN, UF IH N T R Ä G T SSIIEE EEIINN LLÄÄCC H E L N . Z AZRATR TG EF ORR M M TT EENN L II P PPEN HELN.

WIIRR S C H A U E N W

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IN D I E SDE ILEBSEENL,B E N , I N D S S TT U UN ND D EE N N LL A AN NG G H HÄ Ä TT TT EE II C CH H II N N II H HR R EE DDIIEESSEE AAUUGGEENN,,

MMI TI TDDE ENN RIESIGEN

D I ED IW E IFEÄ C R ESRI NS DI NW N ENN SNI ES IA E IW F ÄH CE H D EW DIESE INNERE U N R U H E , MI,IRR DIE SEIT TAGEN IN M H E R


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FALLLL E N . AUU GEENN FA IIH S E D A N E N Ö H N U EN. C R HRREE G R O S S E N W G E C S D N E N Ö R N H WU

H D A M A L S S C H O N VVEE RR TT RRÄÄUUMMT T B LL II CC KK TT EE .. D I E II CC H EE W U N D E R S C H Ö N E N AAUUGGEENN SSCCHHAAUUEENN KKÖÖNNNNEENN..

IM ER WW IM PP ER NN ,,

AEU AF U - FU- NUD NADB AS BC SH CL H AG N E. N . L AE G R S C H T.

SIE IST WEG. ICH ERINNERE MICH, DASS MIR NUR EIN BLICK IN IHRE AUGEN GENÜGTE UM INNERE RUHE ZU ERLANGEN.


T I E F.

TIEF IN MIR DRIN. F Ü R E I N E N M O M E N T I S T D O R T A U F G E R Ä U M T.


ES HERRSCHT WIEDER RUHE UND ORDNUNG IM DSCHUNGEL. D E R L Ö W E K E H R T Z U R Ü C K Z U S E I N E R L Ö W I N I N D E N S C H AT T E N . ICH GEBE IHR EINEN SANFTEN KUSS AUF DIE STIRN. UND SCHLIESSE MEINE LIDER. KEIN LICHT DRINGT HINDURCH.


Ich höre das nervige Summen der Neonröhren an den Wänden über den Betten. Es schimmert grünlich. Mein linkes Bein ist eingeschlafen und mein Schädel fühlt sich einige Nummern zu groß an. Habe einen miesen Geschmack auf der Zunge. Schmeckt irgendwie nach Blut. Könnte jetzt ein gut gekühltes Glas Wasser vertragen. Im Bett gegenüber von mir erkenne ich einen kräftigen Mann. Dunkelgraues Haar. Vielleicht um die 50. Ein Mann wie ein Berg. Ein Arm so riesig wie mein Oberschenkel. Krümmend vor Schmerzen hält er sich den Bauch. Stöhnt und schluchzt wie ein Kind, dass seiner Mutter entrissen wurde. Eine Krankenschwester betritt das Zimmer. Sie zieht eine Spritzen mit Schmerzmittel auf und verabreichen sie ihm. Kurz darauf lassen seine Schmerzen nach. Sie stellt sich zu mir ans Bett. »Geht���s Ihnen schon besser?« Doch ich habe keine Lust zu reden. Und drehe meinen Blick in Richtung Fenster. Wie soll’s mir gehen mit einem zu geschwollenem Auge, ein paar gebrochenen Rippen und einer Platzwunde am Kopf? »Na gut, ruhen Sie sich mal weiter schön aus. Wenn Sie etwas brauchen, drücken Sie einfach den Knopf neben ihrem Bett. Dann wird jemand kommen. Möchten Sie vielleicht etwas Fernsehen schauen?« Sie schaltet den Fernseher ein und geht. Mir ist nicht nach Fernsehen. Läuft eh nur Schrott. Ich blicke hinaus in die Dunkelheit. Im Fensterglas spiegelt sich mein entstelltes Gesicht, welches Rachegelüste in mir hervorruft. Es wächst stetig, das Gemisch aus Hass, Wut, Verzweiflung und einem erdrückendem Gefühl der Sehnsucht. Es sind nicht die blutigen Wunden in meinem Gesicht oder die Schmerzen der gebrochenen Rippen, die mich heute Nacht nicht schlafen lassen. Sondern der Schmerz dessen, was hinter ihnen liegt. Die Rippen schützen das Herz vor Schlägen, doch schützen die Rippen es nicht vor der Liebe.

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I’LL BE YO U R S P E C I A L . . .

TELL ME WHY

YOU don’t love me baby ? Done my best to treat YOU right I’ve had so much PLANNED

OH NO ... NO, WHY ... WHY ... WHY ... HAS THOU FORSAKEN ME BABY BEEN THERE FOR YOU AT YOUR TIME OF NEED

N O W I UNDERSTAND

SEE I’VE BEEN YOUR SPECIAL KINDA FOOL TOO LONG BEEN YOUR SPECIAL FOOL TOO LONG NO EVOM OT TOG I SEE I BEEN YOUR SPECIAL KINDA FOOL

BEEN YOUR SPECIAL FOOL TOO LONG

TOO LONG

YOU INSPIRED ME DO THIS ALBUM LADY PROMISED IN MY HEART MADE 10 MILL I WOULD GIVE YOU 5

AND THAT COULD’VE BEEN TWO CARS AND A HOUSE WITH DEEDS TELL ME THAT AIN’T LOVE BABY DONE ALL THAT STILL RAN OUT ON ME NOW I UNDERSTAND TOO LONG BEEN YOUR SPECIAL FOOL TOO LONG YOUR SPECIAL FOOL SEE I’VE BEEN YOUR SPECIAL KINDA FOOL

SEE I BEEN YOUR SPECIAL KINDA FOOL

TOO LONG BEEN YOUR SPECIAL FOOL TOO LONG I’VE BEEN YOUR SPECIAL FOOL

Die ganze Nacht schaue ich hinaus aus meinem Fenster. Hinaus auf den Park des Krankenhauses. Hinaus auf die prachtvoll geschmückten Kronen der Bäume. Ich lausche dem Rauschen der Blätter, welches mir wie tobende Mengen erscheint. Es beginnt zu dämmern und allmählich zeigt sich die Sonne. Sie blendet mich, doch es macht mir nichts aus. Wer denkt, sie wäre fort, nach Einbruch der Dunkelheit, irrt. Sie ist nicht fort. Von weit aus der Ferne lauscht Sie still meinen Gedanken und schenkt mir schlaflose Ruh’. Sie weckt den hellen Tag für mich auf.

61


WEISE MÄNNER SIND ALBERN


A N D T H E L I V I N G I S E A S Y.

»S U M M E R T I M E .

F I S H E S JUMPING AND

YOUR L O O K IDNO N’’ T. THE COTTON IS HIGH. DADDY IS

RICH

AND YOUR

MA IS

GOOD

S O H U S H L I T T L E B A B Y.

ONE OF THESE

M O R N I N G S .Y O U

C RY.

TA K E TT HOE S K Y.

SINGING

Y O U ’RE GOING TO RISE UP B U T YOU’RE

TILL

GONNA

S P R E A D T H AT

Y O U R W I N G S . NMOO RT NHIINNGG, W I L L H A R M Y O U WITH DAD A N D M U M M Y. T H E Y ’ L L

S O M E T I M E BE

A

S TA N D I N G B Y.

IFEEL,LIKE

A MOTHERLESS CHILD.

LONG

WAY S F R O M H O M E .


.

.

U

.

SCHÖNER SONG,

NICHT?


AH, ICH MERK’ SCHON,

S P R I C H S T N I C H T V I E L , HE? WA S F E H LT D I R D E N N ?

HE HE, ENTSCHULDIGE WIRKLICH DUMM VON MIR.

DIE

FRAGE.

D I R F E H LT K A N N M A N Z W E I F E L L O S SEHEN. :-) D E N N WA S


GUCK MAL,

BIN JETZT

SCHON

5 WOCHEN HIER.

M A N K Ö N N T M I C H S C H O N F Ü R ’ N F I X E R H A LT E N ,

WENN MAN NUR MEINE U N T E R A R M E S I E H T.

DIE FINDEN BALD

GAR KEINE VENE

MEHR IN DIE SIE ’NEN SCHUSS

MIR

SETZEN KÖNNEN.

ALLES GRÜN UND BLAU GESTOCHEN VON

DIESER EINEN KRANKENSCHWESTER.

DIESES

MISTSTÜCK!


WIRST DU AUCH NOCH KENNENLERNEN,

JUNGE.

DIESE DICKE MIT DEN

MEISTENS

FETTIGEN HAAREN.

MACHT

SIE

D I E S PÄT S C H I C H T.


HAB’ EINE MENGE

LEUTE IN DEN WOCHEN G E S E H E N , WA R E N A B E R A L L E N U R F Ü R EINE N A C H T H I E R . UND D I E S A H E N ,

E H R L I C H G E S A G T,

AUCH NICHT SO SCHEISSE AUS WIE DU.

IST

WIRKLICH

N I C H T B Ö S E G E M E I N T,

JUNGE.


A L S O N I M M ’ S B I T T E N I C H T PERSÖNLICH. ABER AUF ’N SCHÖNHEITSBALL H A S T

DU GRAD WIRKLICH NICHT DIE

BESTEN CHANCEN AUF ’N SIEG.

WA S I S T ’ N D A PA S S I E R T ?


ALSO... MIT DEINEM

G E S I C H T,

MEIN’ ICH.«

» N A C H WA S SIEHT’S

DENN AUS?«


»NAJA ... H A LT . . .

ALS WENN

DIR DA JEMAND RICHTIG SCHÖN ... E I N E A U F ’ S M A U L G E H A U E N H ÄT T E .

KÖNNT’

N AT Ü R L I C H A U C H ’ N

A U T O U N FA L L G E W E S E N S E I N O D E R B I S T D U E T WA N A C K T V O N ’ N E M HOCHHAUS G E S P R U N G E N

? HA HA«


» S C H O N O K AY. WA R B L O S S ’ N E

SCHLÄGEREI.«

» A H ! W I E V I E L E WA R E N ’ S ?

DREI? VIER? SECHS?

ODER

BLOSS

EINER?«


»ICH GLAUBE, DREI.

KANN MICH NICHT

MEHR

GENAU DRAN

ERINNERN.«


»FRÜHER HAB’ ICH MICH AUCH OFT GESCHLAGEN.

WA R O F T B E T R U N K E N .

ABER HEUTE TRINK’ ICH NICHT MEHR. H AT T E M A L ’ N E

SCHLÄGEREI MIT S E C H S T Y P E N . HAB’ MIR ’N FINGER GEBROCHEN

UND D A S K N I E V E R D R E H T. «


»UND WIE KOMMT’S, DASS DU

AUFGEHÖRT

HAST MIT

DEM TRINKEN?«

»IST ’NE LANGE

»ACH, JA?

GESCHICHTE.«

SIEHT NICHT DANACH AUS ALS WENN DU UND ICH E S B E S O N D E R S E I L I G H ÄT T E N . «


»STIMMT NA JA, IST

SCHON.

E I N PA A R

JÄHRCHEN HER.«

SO EIN TYP HAT SICH BETRUNKEN HINTER’S

STEUER

S E I N E R C O R V E T T E G E S E T Z T.

H AT A U F D E R L A N D S T R A S S E D I E K O N T R O L L E

ÜBER SEIN AUTO VERLOREN UND IST MIT

SEINEM BESOFFENEN ARSCH UNGEBREMST F R O N TA L I N E I N A N D E R E S A U T O G E K N A L LT.

IN DIESEM AUTO ...

SASSEN

MEINE FRAU

UND MEINE ZWEI KINDER.«


»OH ... DAS ...

TUT MIR LEID.

H ÄT T E I C H G E W U S S T, D A S S S O E T WA S PA S S I E R T I S T,

DANN

H ÄT T E I C H N I C H T

G E F R A G T. «


»IST SCHON

IN ORDNUNG.

W O H E R S O L LT E S T D U

ES

AUCH WISSEN.

WEISST DU,

ALKOHOL

KANN

DICH AUF VIELE ARTEN TÖTEN.«

»DAS

I S T WA H R . «


EINE

KRANKENSCHWESTER

BETRITT

DAS KRANKENZIMMER.


»AH, NA

ENDLICH.

FRÜHSTÜCK!

HAB EINEN RIESEN HUNGER

UND EINEN ORDENTLICHEN KAFFEE K Ö N N T E ICH AUCH GUT VERTRAGEN.«


»KAFFEE GIBT ES F Ü R S I E N I C H T H E R R K O WA L S K I .

DAS WISSEN SIE DOCH.«


»WIE? KEIN

KAFFEE?

SCHON WIEDER NICHT?!

KOMM SIE FRAU ...

FRAU ...

WIR KENNEN UNS DOCH SCHON. UND D A S N I C H T ERST

SEIT GESTERN.

BIN DOCH SCHON ’NE

WEILE HIER.

SCHON, AUSNAHMSWEISE! KOMM’ SIE

ICH SAG’ DEM DOC AUCH NICHTS!«


»NEIN, NEIN,

HERR

KEINE CHANCE

K O WA L S K I . «


DIE

KRANKENSCHWESTER

VERLÄSST

DAS ZIMMER

UND SCHLIESST HINTER

SICH DIE TÜR.


»WIESO DARFST

DU KEIN

KAFFEE?«


»ACH. DIESE

ÄRZTE.

SIE WISSEN NICHTS! 5 WOCHEN BIN ICH HIER. A N E I N E M TA G F Ü H R E N S I E ,

UNMENGEN AN

AN MIR DURCH

TESTS

UND TROTZDEM KEINE KLARHEIT DARÜBER, WA S M I R W I R K L I C H F E H LT.

DIESE TESTS KÖNNEN WIRKLICH

ZIEMLICH

ANSTREGEND SEIN!


A B E R WA S S O L L’ S .

SEITDEM VEGETIERE ICH HIER LANGSAM VOR

MICH HIN.

SIE GEBEN MIR TRAMAL.

DIE SCHMERZEN. IST’N S C H WA C H W I R K S A M E S OPIOID. WIRD MANCHMAL

GEGEN

M I T PA R A C E TA M O L K O M B I N I E R T UM DIE WIRKUNG ZU

V E R S TÄ R K E N .


EINE

PA R T I E L L E R A G O N I S T.

DIE ANALGETISCHE W I R K U N G S S TÄ R K E

P E N TA Z O C I N DREI- BIS ALS

ENTSPRICHT UND IST CA.

FÜNFMAL

NIEDRIGER

DIE VON MORPHIN.

DIE DOSIS LIEGT SO BEI 1,0 BIS 1,5 MG.

I N T R AV E N Ö S , V E R S T E H T

SICH.


DAS ZEUG

WIRKT SEHR SCHNELL, NACH CA. 5 BIS 6

MINUTEN

SETZT DIE WIRKUNG

EIN UND DAS WIRKMAXIMUM I S T BEREITS NACH 20 MINUTEN E R R E I C H T. H Ä LT D A N N S O CA. DREI BIS VIER STUNDEN.

SAG MAL,

WIE HEISST DU

EIGENTLICH?«


»ICH HEISSE

B E N N Y

UND

DU?«

»FRANK.

ICH HEISSE FRANK.

WIE FÜHLST DU DICH?«

»ACH,

ICH.

MEIN KOPF SCHMERZT

BIS RUNTER IN DEN NACKEN. VON DEN RIPPEN SPÜRE ICH NUR

E T WA S , W E N N I C H S TA R K E I N AT M E . ABER EIGENTLICH IST DAS G A R N I C H T S Z Ü D E M , W O R A N ICH EIGENTLIH LEIDE.«

»WIESO,

WA S H A S T ’ N

DU NOCH?«


»JA, WIE SOLL ICH SAGEN? ES IST

... EHM. ACH

EGAL!«

» WA R U M D E N N ? WA S R E D E S T D U D A ? «

»DU

DOCH

KENNST

G A R N I C H T.

MICH

W I E S O S O L LT E D I C H D E N N SACHE INTERESSIEREN?«

DANN DIESE

»NA JA,

DIE CHANCE,

DASS ES MICH INTERESSIEREN K Ö N N T E , STEHT TAT S Ä C H L I C H

50 / 50.

ABER NA JA, IST RISIKO.

BIN ICH AUCH EINGEGANGEN.«


» M O M E N T, M O M E N T !

ICH HABE DICH DANACH G E F R A G T. U N D G L A U B E M I R H ÄT T E

I C H G E W U S S T WA S PA S S I E R T

D A N N H ÄT T E I C H

NIEMALS

GEFRAGT! »JA, JA.

S C H WA M M D R Ü B E R .

ERZÄHL,

WA S I S T L O S M I T D I R ? «


» V O R U N G E FÄ H R

EINEM

M O N AT H AT M I C H M E I N E F R E U N D I N

VERLASSEN.

GING NICHT ANS TELEFON.« ÜBER E-MAIL

E I N FA C H S O .

SCHRIEB SIE,

DAS SIE NICHT

TELEFONIEREN WILL. SIE

F Ü H LT S I E G E R A D E

N I C H T. I C H D A C H T E E S WÄ R E

BLOSS SO EINES

PHASE.


NA JA, NACH 3 WOCHEN

HABE ICH SIE WIEDER ANGERUFEN. D E N G A N Z E N TA G H A B E ICH VERSUCHT SIE ZU ERREICHEN.

A U F ’ M H A N D Y,

ZU HAUSE,

SMS, BEI IHR AUF DER

ARBEIT SAGTEN SIE MIR,

DASS SIE SICH

FREI GENOMMEN H AT.


JA, UND SO

GEGEN 20 UHR.

ICH SASS GERADE. I N E I N E M R E S TA U R A N T

F R E U N D E N .

DA

EINE

M I T E I N PA A R

BEKOMME

SMS VON IHR,

ICH

IN DER SIE SCHRIEB, SIE W O L L E K E I N K O N TA K T M E H R Z U M I R .

ICH SOLL NICHT MEHR

ANRUFEN

UND IHRE ENTSCHEIDUNG

AKZEPTIEREN.

A B G E W I C H S T E S S P I E L , WA S ?


HABE ES DANN

IMMER WIEDER V E R S U C H T B E I IHR U N D H A B E N A U C H A B U N D Z U M A L G E M A I LT.

I C H D A C DHATS SE ,S I E M E R K E N W Ü R D E ,

S I E H ÄT T E E I N F E H L E R G E M A C H T. A B E R E I N E W O C H E S PÄT E R B E K A M I C H K E I N E A N T W O R T M E H R VON IHR UND SIE S A G T E M I R W I E D E R , SIE BRICHT DEN

K O N TA K T V O L L S TÄ N D I G A B .


ICH HABE SIE

NACH DEM GRUND GEFRAGT UND SIE SAGTE, SIE WIRD SICH V E R L O B E N , H AT E I N E N A N D E R E N

D A S WA R N AT Ü R L I C H DASS

K E N N E N G E L E R N T.

GELOGEN.

S I E W O L LT E ,

ICH SIE HASSE.

H A B E S A U C H V E R S U C H T.

Ü B E R S I E G E F L U C H T.

H A B S I E B E S C H I M P F T,


UND NA JA,

OBWOHL

S I E R E G E L R E C H T A U F M I C H G E S C H I S S E N H AT.

HABE ICH NICHT SIE ZU LIEBEN. BIN ZU IHR

AUFGEHÖRT SIE

G E FA H R E N ,

WEIL ICH GEHOFFT HABE, DASS

ICH SIE SEHE UND

SIE

SICH VIELLEICHT ANDERS

V E R H Ä LT W E N N SIE MIR DABEI IN DIE A U G E N S I E H T. A B E R S I E WA R M I R I M M E R

EINEN SCHRITT VORAUS.

ICH HABE SIE NIE GETROFFEN, NIE EINE

ERKLÄRUNG

BEKOMMEN.


Z I E M L I C H U N FA I R VON IHR.

S I E WA R F M I R V O R I C H

WÜRDE IHR N A C H S T E L L E N . S O E T WA S ABSURDES! I C H K R A N KI C H L I E B E

S A G B I N O D E R S O WA S W I E E I N S TA L K E R ,S I E ! B L O S S W E I L I C H S I E SEHEN WILL MIT IHR REDEN MÖCHTE?

UND

N I E E T WA S S C H L E C H T E S G E TA N ! N A C H I H R E R M A I L HABE ICH HABE IHR DOCH

NIE WIEDER IHRE TELEFONNUMMER

G E WÄ H LT. «


»WIESO NICHT?«

» I C H H AT T E A N G S T, D A S S

SIE IHRE NUMMER NICHT MEHR HABEN KÖNNTE. E S H ÄT T E M I C H Z U S ÄT Z L I C H N O C H M E H R V E R L E T Z T.

W E I L I C H G E W U S S T H ÄT T E , D A S S S I E

DIE NUMMER BLOSS

WEGEN MIR

G E Ä N D E R T H AT. «


»WEISST DU

WORAN DU LEIDEST?

A N S E H N S U C H T. SICHER LIEBST DU SIE. DOCH ES IST EHER DIE S E H N S U C H T NACH IHR, DIE

D I C H Z E R M Ü R B T.


ICH KENNE DIE

S E H N S U C H T.

ICH SEHNE MICH AUCH.

SOGAR NACH MEHREREN DINGEN ALS

DU.

ICH WEISS,

DU WILLST ES

NICHT HÖREN, ABER JE MEHR ZEIT

VERSTREICHT, DESTO WENIGER EMPFINDEST DU SIE.

D I E S E H N S U C H T. «


» S E H N S U C H T MEINST DU?« »JA,

MEIN FREUND. Z U E T WA S

SICH

DIE LIEBE

ZIEHT UND DAHIN.«

N A C H E T WA S S E H N E N , .

GESEHEN H AT ? » M E I N S T D U M A N K Ö N N T E WOVON MAN NUR

WA S M A N N O C H N I E

G E H Ö R T H AT. «


» E I N A LT E R

A R B E I T S K O L L E G E E C H T, E I N V O N M I R

K L A S S E T Y P. U N D E I N E S TA G E S

ER IST TÜRKE.

E R Z Ä H LT E E R M I R ,

ER VOR HABE DIE P I L G E R FA H R T Z U M A C H E N . DASS

D U W E I S S T P I L G E R FA H R T ?

SAUDI-ARABIEN. JEDES JAHR

WA S D I E M U S L I M E

MACHEN.


E R E R Z Ä H LT E M I R

EINEN G A N Z E N SOMMER, EINEN G A N Z E N HERBST

EINEN

ER SAGTE

GANZEN

UND

W I N T E R D AV O N .

FRANK,

ZU MIR: ICH SEHNE MICH DANACH MEINEN P R O P H E T E N IN M A D I N A H ZU BESUCHEN. KANNST DU DIR DAS

ORSTELLEN? I C H H A B E M E I N G A N Z E SV LEBEN LANG NUR

VON IHM GEHÖRT! UND ICH SEHNE MICH N A C H

DEN ICH WEDER

JEMANDEN, GESEHEN,

BERÜHRT ODER SPRECHEN GEHÖRT

HABE.


DU SIEHST

ALSO

E S I S T D U R C H A U S

MÖGLICH SICH NACH JEMANDEN ZU SEHNEN, D E N M A N N O C H N I E

G E S E H E N H AT. « »M E I N S T

DU,

ICH

S O L LT E Z U I H R FA H R E N S O

BALD ICH HIER RAUS

BIN?«


»NEIN, NEIN, NEIN!

DU MUSST COOL BLEIBEN.

HÖR MAL ZU.

DAS IST

DEINE EINZIGE CHANCE. WA S S I E D I R B E D E U T E T. J A ?

D U H A S T I H R O F T G E N U G G E Z E I G T,

UND

S I E B L E I B T K A LT.

S I E S C H E I S S T D R A U F.

S I E S C H E I S S T E I N FA C H D R A U F.


WEISST DU,

SIE WOLLEN,

FRAUEN ERZÄHLEN

IMMER,

D A S S E I N M A N N F Ü R S I E K Ä M P F T. A B E R D A S I S T N I C H T S

ANDERES

A L S B U L L S H I T.


O K A A A A A AY !

EINIGE FINDEN ES

V I E L L E I C H T S E X Y, A B E R W E N N D A D A N N E I N T Y P I S T, DER SICH WIRKLICH MAL DEN ARSCH AUFREISST FÜR

DIE,

D A N N W O L L E N S I E N I C H T S V O N D E M W I S S E N . DANN WOLLEN SIE NICHTS

VON DEM WISSEN!

W O L L E N S I E N I C H T.

ER ZIEHT KURZ DIE NASE HOCH


O K AY,

BEI EINIGEN KLAPPT'S VIEL LEICHT SO UND DANN IST AUCH ALLES COOL, ABER ABER JETZT ...

MUSST DU COOL

BLEIBEN! DEINE EMOTIONEN Z U R Ü C K H A LT E N !

...


M I T D E R T R A U E R I S T D A S GENAUSO WIE MIT D E R W U T. W E N N D U W Ü T E N D B I S T,

NEIGST DU

GUCK MAL,

FEHLER ZU MACHEN.

VIEL LEICHTER DAZU

DU HAST IHR GESCHRIEBEN,

S I E A NH AGS TESRI EUA UFFEG ENS U,C H T, B I S T

M I T B L U M E N B E I I H R A U F G E TA U C H T.

DOCH

I H R H E R Z B L I E B S T U M P F. UND NUN BIST

P U N K T A N G E L A N G T,

WO DU DICH

DU AN EINEM

S E L B S T S C H Ü T Z E N M U S S T.


DESHALB KONTROLLIERE DEINE EMOTIONEN.

WENN DU MIT DIESEN

GANZEN EMOTIONEN BEI IHR A U F K R E U Z T, D A N N M A C H S T D U F E H L E R .

IM AUGENBLICK

HAST DU DIE KONTROLLE

VÖLLIG VERLOREN.

D E S H A L B K O M M E R S T MAL WIEDER ZU KRÄFTEN. L A S S E T WA S Z E I T V E R S T R E I C H E N .

IN ZWEI, D R E I M O N AT E N

UND

FÄ H R S T D U I N I H R E S TA D T.


FÄ H R S T A N D I E P L ÄT Z E ,

A N D E N E N S I E S I C H A U F H Ä LT. NIMMST D E N S E L B E N W E G , D E N S I E G E H T. UND LÄSST DAS GANZE G E S C H I C K T

W I E E I N E N Z U FA L L A U S S E H E N .

S A G S T I H R D A N N H A LT,

BISSCHEN URLAUB

DU MACHST’N

ODER SO.

E N T S PA N N S T D I C H .

BIST BERUFLICH UNTERWEGS. G I B S T I H R E I N FA C H D A S G E F Ü H L , DASS BEI DIR DIE DINGE, O H N E S I E ,BLENDEND LAUFEN.


ABER WENN DU SIE

DANN

S I E H S T, DANN RUCKELST D U W E G E N V E R K A C K T E N EMOTIONEN

DEINEN

NICHT MEHR MIT DEM LENKRAD

HIN UND HER.

NEIN!

DU SITZT

GEMÜTLICH ZURÜCK GELEHNT IN DEINEM SITZ.

H Ä LT S T D A S L E N K R A D G A N Z L Ä S S I G MIT EINER HAND. UND D E I N E

EMOTIONEN

DIR

SITZEN

HINTEN BEI

AUF DER RÜCKBANK.


V E R Z W E I F E L N I C H T.

D I E TA G E

VERGEHEN

WIE DAS IM WIND

U N D FD ILE ITAEGGE E N D E H E R B S T L A U B . KEHREN WIEDER MIT DEM R E I N E N

HIMMEL U N D D E R P R A C H T D E R WÄ L D E R .

AUF EIN NEUES

W I R D J E D E S S A M E N K O R N E R W E C K T.


SO IST DER

DINGE,

LAUF DER

MEIN FREUND.

D O C H A C H T E D A R A U F,

L E R N E D E N Z U S C H ÄT Z E N , D E R O H N E D I C H L E I D E T.

UND

LAUFE NICHT DEM HINTERHER, DER OHNE DICH GLÜCKLICH SEIN KANN.«


CAN’T BELIEVE

YOU’RE

GONE ...

CAN’T BELIEVE GONE ...

W H AT D I D I DO TO DESERVE

I ’ M C RY I N G O U T.

W H AT ’ S T H I S A B O U T ? W H AT D I D I D O I ’ M C RY I N G O U T. I ’ M S O A L O N E W I T H O U T Y O U

W H AT ’ S

THIS ABOUT?

I C A N ’ T G O O N I NEED YOU HERE MY LIFE AIN’T COMPLETE I’M DYING INSIDE I’M POURING OUT M Y H E A R T T O Y O U

SO

DEEP

THERE’S NO N

MY LIFE I

I ’ D R AT H E R B

TO DESER

I’M SO ALONE WITHOUT Y

W H AT D I D I D O

TO D PA I N

I’M

C RY I N G

I’M SO ALONE WITHOUT Y E V E RY T H I N G I S T I L L H AV E L O V E W H AT ’ S K IN ME. I THOUGHT THEY’D BE EASY TO GET RI YOU’RE THE REASON WHY I LIVE, YEAH. I’D GIVE A MAKE ME HOPE, YOU ARE MY WORLD. I ’ M S O A L O N E W I T H O U T Y O U H E R E . W H AT ’ S T H I S A B O U T ? W H AT D I D I O U H EIR’ M E . S O A L O N E W I T H O U T Y O U H E R E . W H AT ’ S T HCIASNA’ TB OBUETL ?I EW V EH AT Y O UD’IRDE I G ENW .NGH H AU B OW U TRW ?E .H WAT AYNO’UT H B EE R LI ’IEM EI.’VMSE OSY OA O LUAO’ LRNOEENGEWOIW NTEIHT.OHAUORTUETYIYO’YM OUOUUS AAT C IH ’V O EWBAT W I’ S TK’H?STOCHTTUAIEHS TNLI’LS Y HAT ’ES HCO EHOREAM ERL.IO ATO BM D’ RIDDD BOEEUH LTIE?EH VAT E YW O UEAT INU’ M SUO TA.L.O. N E W I T H O Y U OT UY O U H E R E . W H AT ’ S T H I S A B O U T ? W H AT D I DY O M CYRY I G O I ’ M S O A L N E W I T H O U T H O T H E R E . H E R E . C A N ’ T B E L I E V E Y O U ’ ’LU M I ’ S M O S A O L O A N L E O N W E I T W H I O T U H T O U Y T O U Y O H U E R H E E . R W E . H W AT H ’ S AT T ’ S H I T S H A I S B O A U B T O ? U W T ? H W AT H AT D I D D I I D D O .AV . . EI ’IO ’ SW ESP I NAT’LYTOO HNU E SHEEIFRTEEHE.OLW I N GYSO’DUSEH P W IAN M ELAT .IISI VD TEIH OU H T SVUEOERHAW OAT NI.’EM TEH TEEH SEH.IATAT BHCOH DO DY?H O IS’KIM E. RIW W ’NTSNW A TGU Y OM UYOOH EEL.H NTCTI’?A BS’TTH EH ’ORA BU IEOBETW V?Y’U EIO A.OLOEU O NN E W H O U T UU YUOTHUAT ’ SUAT B UN W ..EIAOTIRW . .U H ELOR ALVY OCEUA Y.N ORH ’LH TEHLIA BIBEOAV IECEEYTOH OR ’RYVMEO SYOO A RHTIEENH .RGIW AT ’EETARHB EU M ’IB V H SEEEO.RLNEI IE.W H Y IU I’LR VOEEN , GYOW E AIE.TH..H ’UDET GYYIOO V E CAHONEM Y NBH GAAT JCCUK’AS?NTCTT’ATH TENOLIBS AV ELW O?AT U’UTYGIH RUEEL’LRG

W H AT ’ S T H I S A B O U

W H AT D I D I D O T

W H AT ’ S T H I S A B O U T ? W H AT ’ S CTRY H IISN GA BO O U T? I AT ’M UO T.U W H AT ’TST? ?T H I S A B O U W H ’ S T H I S A B H ’’ S H’ SAT W ’S HAUO A??B OUT? WW W HW AT H AT AT ST’HS HTTAT IH HTSIIH SAI SBA ATOB B OIBSTU UO?T TU


E YOU’RE

T H I S PA I N ? I’M SO ALONE W I T H O U T

YOU HERE T O D E S E R V E T H I S PA I N ? HERE

RIGHT NEXT TO ME

I FEEL SO WEAK

NEED TO GO AHEAD

F E E L M Y PA I N I T H U R T S

IS GONE

B E D E A D . W H AT D I D I D O

R V E T H I S PA I N ? I ’ M C RY I N G O U T.

Y O U H E R E

W H AT ’ S T H I S A B O U T ?

DESERVE ?

G

THIS

O U T.

YOU HERE. I’M STILL AMAZED. DESPITE KEEPIN’ THESE FEELINGS DEEP WITHIN I D O F T H E R E I S N O O N E I ’ M WA N T I N G M O R E . A N Y T H I N G J U S T T O H AV E Y O U G I R L ’ C A U S E Y O U I ’ M C RY I N G O U T. D O T O D E S E R V E T H I S PA I N ? I ’ M C RY I N G O U T. I ’ M S O A L O N E W I T H O U T D O T O D E S E R V E T H I S PA I N ? I ’ M C RY I N G O G O N E . A R E Y O U C O M I N G B A C K ? T E L L M E WUHT. ATI ’IM ’ V ES OD OANL O E ?N EB UWTI TI HLOOUVTE Y O U DDS I DTEDIH?OIDSOT O T ODO D E S?REV R V E HTIH I S PADI?ON I?T’ M I ’ M CSRY UI ST.ID’PA A LNO ESI IW TH AT IVID’EM D O TO?O EITRGIH EWGOH TUOH ISINDOS ?OO CBEDN RY M IR NEIV GNW T. ANI ’LEM EO IN G O N E . AABR EUSYTEO UWECHOTAT M IDSNIGDPABIIAN C K ? OT EDCLERY L EM AT I ’M UEW TN LVOOOEVUUETT.HYIIOS’ U I UD OH ETCROAEN D. ’EW S E R V E T H I S PA I N ? I ’ M C RY I N G O U T. I ’ M S O A L O N E W I T H O UHTW O H AT ’ S T H I S A B O U T ? I ’ M S T I L L A M A Z E D . D E S P I T E E V E RY T IONVHGEAT IY LTYIEHO ESIV U G O N E . A R E Y O U C O M I N G B A C K ? T E L L M E ’O ED.EEBTRASEVREBEEEREWA U B A C K ? T E L L M E W H AT I ’ V E D ? B U T I L ITR DETTOH OGETODYON E’ D S V TSYEHCPA ITYO SOOM IPA NGI ’N ?ERIG ITE’?M N I ’ C M RY C I RY N G I N O G U T. O U I T. ’ M I ’ S M O S A O L O A N L E O N W E I T W H I O T U H T O U T RCH ICDRY T LHNOLE?URMT. E’EMIIW S’ M N OIAN WA NHB TOU IN . IY DI DN EGS TRYHED ’EM NT?G SOOIHON LEO NIV’D’M EO N W TGUILETOM W HRGDAT D DRAEOVR I ETEDAOO SIVCNEEO RM V IKASO IC CH RY T. N TO ET’O EOI E.IND OTIUOSSOCDPA OERM I ?N GIH B ?IFPA AT EI ’IU EOIM LW OOEVREEW OR EO UA GTA BO ?EEGIM LW M DIS’B ESN ?LOU IPA S IT’BM N UG’’ V O?TLNO A OTBA N HUHY IDU Y?DA ROR.Y GU .C Y OI N ILIKTN AM CLYEIKRY ?W EW LL’ VLDT.EAT E’DEM HO?O AT U RGAT EOR.UYET’AO OEERM IO M CEU B K TM E?ICN EEM HN AT AT IGAT V DT. OHW NID O N OEIOTVR LOTEVOEIHEV?IYOTEOTB Y D EYOASOCNKEEUY VEM ENER TGEIHNB ITG SAP IPA NOK ?U RY GEIOTH U IW SEEM IN U TOIOTU W HO D ’EO CIOVN AGNEEUOEI.SN EO UEEODM O ,AC?YC A’LM RLELC W R .IDM AT DEAIT?U DIO’TBV IDUEIDETLOSDW

T?

T O D E S E R V E T H I S PA I N ?

T?

BUT I LOVE YOU SO ...

BUT I LOVE YOU SO ...


EIN BRIEF DEN ICH NIE SCHRIEB


Hall o Fa t i m a, IC H h of fe Di r g eh t e s g u t. IC H s c h r eibe d ie s e n Br ie f, weil DU m i r he u t e s eit l a ng e m wie de r ei n m al s eh r fehl s t. Obwohl k ei n Tag v e rg eh t a n de m IC H a n Dic h de n k e, m u s s t e IC H he u t e n oc h v iel meh r a n Dic h de n k e n al s s on s t. Es is t wie de r ei n m al d a s Ge f ü hl, d ie s e s Ve r l a ng e n ei n f a c h d a s Ha u s z u v e r l a s s e n, de n Kä fig a u fz u b r e c he n un d a u f mei n e n Sohle n de n k ü hle n A sph al t e n t l a ng z u r e n n e n u m z u Di r z u g el a ng e n. Doc h wa r u m e s s o is t weis s IC H s el be r n ic h t. Es is t n un ei n Jah r he r al s IC H d i r ei n le tz t e s Mal ei n e n Br ie f z u k om me n lie s s. Un d a u s s e r Beleid ig ung e n h abe IC H a u f mei n e n Br ie f n ie ei n e An t wor t v on Di r e r h al t e n. Mei n Br ie f e n t hiel t k ei n e Wor t e ü be r d ie Di ng e d ie mei n He rz he r a u s s c h r eit. Un d t r otz de m wa r s t DU de r Mei n ung e s s ei f al s c h Di r z u s c h r eibe n. Bis he u t e h abe IC H n ie wie de r e t wa s v on Di r g eh ör t. IC H d a c h t e i m me r, we n n IC H h a r t bleibe un d s o t ue al s wä r e e s m i r eg al wie DU m ic h v e r s u c h s t z u v e r le tz e n, wü r de s t DU we n ig s t e n s wie de r Kon t a k t z u m i r s u c he n. Abe r IC H h abe mic h g e t ä u s c h t. Mei n Pl a n g i ng n ic h t a u f.

J e de s m al we n n IC H v e r s u c h t h abe Di r z u beg egn e n is t e t wa s d a z wis c he n g e k om me n. Es wa r s o al s wä r s t DU m i r s t e t s ei n e n Sc h r it t v or a u s. Da m al s al s IC H d a r u m g e k ä m pf t h abe, de n le tz t e n k lei n e n Fun k e n Lie be i n Di r e rn e u t z u ei n e m Fe ue r z u e n t f a c he n, s ag t e s t DU z u m i r, e s wi r d v or beig ehe n.

IC H h abe v e r s u c h t z u v e rg e s s e n, h abe a n de r e Fr a ue n k e n n e n g ele rn t un d m ic h m it ihn e n g e t r of fe n, d oc h meh r al s ei n St r oh fe ue r wa r e s n ic h t. Hi n z u k a me n d ie s t ä n d ig e n Tr ä u me v on Di r, d ie m ic h v e r f olg e n, d ie s o s c h ön s i n d, d a s s IC H de n Aug e n blic k v e r f l u c he i n de m IC H a u s ihn e n e r wa c he. Ja, IC H t r ä u me n oc h i m me r v on Di r.


Wi r spr e c he n n ic h t. IC H s c h a ue d ic h a n, d oc h DU wid me s t m i r k ei n e n Blic k. Wi r s i n d wie f r e m de. Vielleic h t lieg t e s d a d r a n, d a s s DU d ic h i m me r meh r v on mi r e n t fe rn s t. IC H f r ag e m ic h of t, ob DU m a n c h m al a n m ic h de n k s t un d Dic h f r ag s t, wa s e r wohl je tz t g e r a de m a c h t? Geh t e s ih m g u t? Is t e r k r a n k ode r g e s un d? Le be n d ig ode r t ot? IC H f r ag e m ic h a u c h, ob DU m i r ei n ei n f a c he s "Hall o, wie g eh t ’s Di r?“ e n tg eg e n b r i ng e n wü r de s t ode r ei n f a c h a n m i r v or beig eh s t. Die s e Ge d a n k e n s i n d f ü r m ic h n ic h t leic h t. Es g ibt he u t e n oc h Nä c h t e a n de n e n IC H m i r d ie s e Fr ag e n s t elle. Un d

je de s m al, wi r k lic h je de s m al is t d ie le tz t e Fr ag e, d ie IC H m i r s t elle, d ie, ob a u c h DU a n m ic h de n k s t? IC H hi ng eg e n

k a n n un d we r de Dic h n ie g a n z v e rg e s s e n k ön n e n. Die Na r be n, d ie DU i n mei n e m He rz e n hi n t e r l a s s e n h a s t t r ag e n f ü r i m me r Dei n e n Na me n. Es wi r d s o s ei n wie IC H s c h on d a m al s z u Di r s ag t e. We n n IC H al t un d g r a u bi n we r de IC H ei n e s Na c h t s wa c h i n mei n e m Be t t lieg e n un d m ic h f r ag e n, wa s is t a u s Ih r g ewor de n? Is t s ie g l ü c k lic h d or t wo Sie je tz t is t, m it de m wa s s ie h a t un d f r ag t Sie s ic h d a s s el be ü be r m ic h? Un d he u t e bi n IC H m i r be r eit s d a r ü be r i m Kl a r e n, d a s s IC H a u f d ie s e Fr ag e n n ie ei n e An t wor t e r h al t e n we r de. Doc h DU s oll s t wis s e n, IC H s t elle m i r d ie s e Fr ag e n un d we r de s ie m i r a u c h i n Zu k un f t s t elle n. De n n s o is t mei n e Lie be z u Di r. Ung e b r oc he n un d s t ill. In Lie be Be n n y


HER

L O N E LY

ON

NIGHTS

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L O N E LY

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MY FRIEND,

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MEMORIES M E IN THE WWYIALI D NEVER N GI O GM OS O. D B Y EI CMAGYNT FORD EY NOED ,M LFLRI IIEI NENTVDHE, ERWML I O B A . ? M A G A I NB A D VE M C E SBNYI OEWW N EG O AITA FA ERE TAH ’HTSHT SE 4IC OSLTAD ERSTLTEATE W EA D EYMEOORNA I NTDEK L O'AWA WILLLOVEG O O M T G I EDLSO M ALY D ETNIIINTG N G O N T S E E R E D V NT P O S A I N G O O D B Y EOEOMVD


A THO U SAND MILES

R LOVE'S

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SAND

MILES

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YF

ILO F


V I E R J A H R E S PÄT E R


Ich stecke mir am offenen Fenster eine Zigarette an. Die Luft ist kühl und die leichte Briese weht den warmen Zigarettenrauch, den ich aus meinen Lungen presse, zurück in das Zimmerfenster. Ich schließe die Augen. Wie werde ich ein Mann? Wie werde ich ein König? Wie viele Jahre ist es her, dass mein Herz nun so fühlt? Wie lange schon bewege ich mich in einem unsichtbaren Käfig? Wie oft wollte ich fort und doch war ich es nie, obwohl mich nichts an diesem Ort hielt. Wie häufig ließ mein Herz mich träumen von diesem einen Augenblick des Wiedersehens? Was hielt mich auf, die Straßen hinunter zu laufen im Schutze der Nacht? Einfach fort, so weit die Straße führt und ich nie wieder heimkehre. Weiter, immer weiter. Dorthin wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Ich ziehe weiter, so weit es geht. In eine wunderschöne Gegend. Dort wo es aussieht wie eine andere Welt. Berge, Hügel, Kühe, Farmen und weiße Häuser. Jeder Mensch sollte in seinem Leben, wenigstens einmal die Wüste gesehen haben. Meilenweit nichts als Sand und Felsen und Kakten. Und der blaue Himmel. Ansonsten keine Menschenseele, keine Sirenen, kein Autoalarm, niemand hupt dich an, keine Verrückten, die einen anwichsen oder auf die Straße pissen. Nur absolute Stille. Hier findest du Frieden. Hier findest du Ruhe. Die Wüste ist gut für einen Neuanfang. Oder ein Haus auf einem riesigen Hügel, von dem man weit über die ganzen Felder schauen kann. Ein herrlicher Anblick. Ich pflanze einen Baum, einen Olivenbaum, ich mag Oliven und wollte schon immer einen Olivenbaum in meinem Garten haben. O ja, ein Garten in dem Tomaten, Paprika und saftige Orangen und Äpfel wachsen. Schafe, die grasen und Vögel, die singen. Ein leichter Ostwind weht den aromatischen Geruch von Basilikum über die Veranda in meine Nase. Ich wache auf und rieche die Blüten im Garten. Dort möchte ich alt werden. Was habe ich in all den Jahren verpasst? Wo wäre ich heute, hätte ich nicht all die Zeit damit verbracht, mich meiner Sehnsucht hinzugeben? Mich zu opfern für das, was mein Herz mir sagt. Wozu bloß? Manchmal will man einfach diesen Menschen haben, nur diesen einen und man kann es nicht begründen. Es ist ein Fehler auf sein Herz zu hören, hör auf deinen Verstand. Denn hörst du stets auf dein Herz führt es bloß zu immer

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wiederkehrenden traurigen Lebensabschnitten. Ich frage mich, was hätte ich erreichen können? Wie vielen Frauen habe ich das Herz gebrochen und es war mir egal. Ich denke, sie war die Rache aller Frauen, denen ich dasselbe antat wie sie mir. Gefährliche Unschuld. Sicherlich ist sie heute glücklich verheiratet, hat Kinder. Sie liebte schon immer Kinder. Bin mir sicher, dass sie eine gute Mutter sein wird. Ich wünsche ihr nur das Beste. Ich habe sie ungefähr zwei Jahre nach unserer Trennung noch einmal in Tarragona, am Plaza de Pallol gesehen. Sie hat mich nicht erkannt oder wollte es vielleicht auch nicht. Wir gingen aneinander vorbei wie Fremde. Ein Augenblick vor dem ich mich immer schon gefürchtet hatte. Schon verrückt irgendwie, da fährst du all die Zeit durch das ganze Land um sie zu sehen und auf einmal triffst du sie in Spanien, mehrere tausend Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Das Warten auf einen Menschen ist wie eine Folter. Du wartest auf diese Person, doch diese Person erwartet dich nicht. Du weißt nicht, ob sie sich freuen wird. Du weißt nicht, ob sie dich sehen will. Ob sie dich grüßt, wann sie kommt oder ob sie überhaupt kommt. Du frierst, dir ist kalt, du bist müde und hungrig, hast einen weiten Weg hinter dir. Aber du denkst dir, dass diese Person auf die du wartest, jeden Moment um die Ecke kommen könnte, denn deine Liebe zu diesem Menschen verlangt nach ihm. Das ist das einzige was du weißt! Wer über Narben lacht, der Wunden nie gefühlt. Welch süß bittere Erinnerung. Hätte ich es doch bloß so einfach gehabt wie in der Erinnerung an die Marie A. von Berthold Brecht, der schrieb:

An jenem Tag im blauen Mond September Still unter einem jungen Pflaumenbaum Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe In meinem Arm wie einen holden Traum. Und über uns im schönen Sommerhimmel War eine Wolke, die ich lange sah Sie war sehr weiß und ungeheuer oben Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

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Seit jenem Tag sind viele, viele Monde Geschwommen still hinunter und vorbei Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen Und fragst du mich, was mit der Liebe sei? So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern. Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

Und auch den Kuss, ich hätte ihn längst vergessen Wenn nicht die Wolke da gewesen wär Die weiß ich noch und werd ich immer wissen Sie war sehr weiß und kam von oben her. Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind Doch jene Wolke blühte nur Minuten Und als ich aufsah, schwand sie schon der Wind.

Der Wind wird stärker. Mein Herzschlag schneller und meine Atmung schwerer. Ich spüre ein Ziehen in der Magengegend. Ich fürchte mich, fürchte mich meine Augen zu öffnen. Ich höre einen lauten Knall. Kennst du den besten Weg einen Traum wahr werden zu lassen? Wache auf.

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THE WORL KEEPS PINNIN TH OR WITH ND I KNOW THA BELIEVE AND NOW ITH NOTHIN’ AROUND GIRL THAT’LL GET ON HER K THE WHILE I’M KNOWIN’ THAT ’CUZ I FUCKED HER AND DIDN’T HA I HAD TO FIND O UT THE HAR TI FOUND IN TH SH E HAD H.I.V E NEXT TO ME LALA LAL A LA SUICIDE LALA LA LA ICIDE LA LA LA LAL ALA E 1, 2, 3, MILLION W LEAVE THI E WIDE W COLD STU Y ASS I BE KIN’ FOR D I GOT THE O PUT TH VILLE ON D GOT TH G ON ME OUPLE K BAG OF Y AND D OF T O WH T I GU HAD T OUT T RD WA I DONE TO THE F THE NOW I’ HE MIR KE LAL LA LA L SUICIDE A SUIC


LD SS N’ WI HOUT ME A AT’S HARD TO W I’M IN A BOX W ME ’CUZ I FOUND A KNEES AT EASE. AND ALL T MY HOMIES WILL CLOWN ME AVE A RUB BER ON ME. IT SEEMS RD WAY T HAT THE GIRL THA HE GROU ND, V. NOW S H E LIKE LA A LA LALA E LALALA ALALA SU ALA LALA A SUICID 4, 5, 6 WAYS TO IS WHOL WORLD SO UCK ON M EEN DRIN DAYS AND E NERVE T HAT BONNE N THE ROA HAT THAN E AND A C KILOS A ECSTAS A POUN HAT DR OA BU ESS I O FIND HE HA A Y ’CUZ E CAME E END O ROAD ’ M IN T R ROR LI A LA LA L A LALA LALAL IDE


Danksagung: Gott sei Dank, dass ich es geschafft habe, dieses Buch zu schreiben und es zu gestalten! Ebenfalls möchte ich mich an dieser Stelle bei Tom Wibberenz bedanken, der dieses Projekt geleitet und betreut hat. Sowie Brigitte Leeser für ihre großartige Unterstützung, der Korrekturen, den vielen Tipps und ihre Motivation. Außerdem bedanke ich mich bei Özlem Büyükkaya, Benjamin Facius, Damian K., Safé Knani, Jennifer Casimiro, Tobias Marten, Andres Salzbrunn, das Book Art Forum Hamburg für die Inspiration, CPX (Creative Papier Xpress Hamburg) für das super Papier und den Ratschlägen zum Drucken, Buchbinderei-Altona, Copy-Shop Scharlau und alle, die mir geholfen haben, mich inspiriert und motiviert haben an diesem Buch zu arbeiten.


Dieses Werk entstand als Semesterarbeit für den Kurs Buchgestaltung und Typografie an der Design Factory International in Hamburg. Es thematisiert die Sehnsucht eines jungen Mannes zu seiner verlorenen Liebe. Nachdem er längere Zeit zurückgezogen in seiner Trauer lebt, beschließt er einen Neuanfang zu starten. In der Hoffnung den Trennungsschmerz und die damit verbundene Sehnsucht zu seiner großen Liebe besser verarbeiten können.


Sehnsucht - Benjamin Rose