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Protokoll

Generalsekretariat Elisabeth Wegeleben Tel. +41 58 326 2208 Fax +41 58 326 2119 elisabeth.wegeleben@bell.ch

25. April 2013 Ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Bell AG, Basel, vom 17. April 2013, 16:04 – 17:13 Uhr Tagungsort:

Congress Center Basel, Messeplatz 21, 4058 Basel

Im Namen des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung heisst H.-U. Loosli zur Generalversammlung der Bell AG herzlich willkommen. Bevor er zur Behandlung der Traktanden übergeht, legt er einige Gedanken zum Unternehmen dar. In den letzten Monaten wurde die Fleischbranche durch einige Skandale belastet. Auch Bell kann dadurch in einen Sog geraten, der nicht unterschätzt werden darf. Es gibt Problemstellungen, die sehr ernst genommen werden müssen und an denen bereits gearbeitet wird, so z.B. die Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit. Das vergangene Geschäftsjahr war insgesamt von anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt. Zusätzlich belasteten steigende Rohmaterialpreise und der nochmals gewachsene Einkaufstourismus. Gleichzeitig ist die Preissensibilität der Kunden und Konsumenten – im Ausland aufgrund des weiterhin angegespannten wirtschaftlichen Umfelds – spürbar angestiegen, sodass es schwierig war, die Teuerung zu überwälzen. Trotzdem weist die Bell-Gruppe eine stabile Umsatzentwicklung aus. Der Warenumsatz stieg um 0,4 % auf 2,53 Mrd. CHF. Währungs- und strukturbereinigt beträgt das Umsatzwachstum 0,6 %. Das Absatzvolumen ging über die ganze Gruppe (bei den Betrieben im Ausland auch aufgrund von Sortimentsreduktion) mit rund 221’700 t oder 1,2 % leicht zurück. Das operative Ergebnis der Bell-Gruppe auf Stufe EBITDA fiel mit 185,1 Mio. CHF rund 9,4 % oder 19,2 Mio. CHF unter dem Vorjahr aus. Der Unternehmensgewinn lag trotz alledem mit 75,8 Mio.CHF um 4,2 Mio. CHF oder 5,9 % über Vorjahr. Bell Schweiz hat das hohe Vorjahresniveau erneut erreichen können und weist eine stabile Geschäftsentwicklung auf. Aufgrund der schwächeren Marktentwicklung ist die Wachstumsdynamik etwas abgeflacht. Mit ein Grund dafür sind die erneut sehr hohen Einkäufe von Schweizer Konsumenten im grenznahen Ausland. Gemäss aktuellsten Marktforschungsergebnissen kauften Schweizer Personen gezielt Supermarktprodukte für 3 Mrd. CHF im grenznahen Ausland ein. Für Fleisch und Fisch wurden dabei 535 Mio. CHF ausgegeben. Diese werden in den offiziellen Schweizer Konsum-Statistiken nicht erfasst. Der Umsatzrückgang in der Gastronomie ist sicher auch auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. Der Pro-Kopf-Konsum – also in der Schweiz gekaufter Menge – sank um 3,4 % auf 60,3 kg. Fast alle Fleischgattungen mussten einen Rückgang verzeichnen, vor allem beim Import. Hier zeigt sich deutlich, dass der Konsument selber mit seinem Einkauf im Ausland importiert. Einzig Schweizer Rindfleisch und Geflügel konnten 2012 zulegen. Trotzdem konnten das Absatzvolumen gesteigert und Marktanteile gewonnen werden. Beim Frischfleisch und Geflügel aus Schweizer Produktion ist der Absatz überproportional gewachsen. Charcuterie musste insgesamt Einbussen verzeichnen. Seafood entwickelt sich weiterhin erfreulich und ist der Marktleader in der Schweiz. Bell Deutschland hat den Umsatz gegenüber dem Vorjahr mit 484,1 Mio. CHF leicht steigern können. Die Rohmaterialpreise verharrten auf einem sehr hohen Niveau, und nur bedingt konnten Preisanpassungen im Markt durchgesetzt werden. Zulegen konnte Bell beim Rohschinken, während bei der Brüh- und Rohwurst aufgrund eigener Sortimentsrestrukturierungen die Umsätze unter dem Vorjahr lagen. Bell Osteuropa/Benelux präsentiert kein einheitliches Bild. Die Aktivitäten in Polen weisen eine positive Entwicklung auf. In Ungarn wurden mit verschiedenen Initiativen die Sortimente und Prozesse des Betriebes effizienter ausgerichtet, um der schwachen inländischen Konjunktur entgegenwirken zu können. Der Verlust einer Produktgruppe fiel bei den Handelsaktivitäten in den Benelux-Ländern ins Gewicht, was teilweise wieder aufgefangen werden konnte. Erfreulich entwickeln sich die ca. 100 Filialgeschäfte in Tschechien, in der Slowakei und in Rumänien.

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Bell Frankreich hat ein erfreuliches Mengenwachstum erzielt. Doch auch in Frankreich ist es weiter problematisch, die sehr hohen Rohmaterialpreise mittels Preiserhöhungen im Markt abzuwälzen. Der Preisnachteil bei Rohmaterialien kann mit weiteren Produktivitätsfortschritten nur bedingt aufgefangen werden. Innerhalb der Bell-Gruppe konnten für die französischen Spezialitäten neue Absatzmärkte in Deutschland und in der Schweiz erschlossen werden. Insgesamt ist das Geschäftsjahr der Bell-Gruppe zufriedenstellend. Obwohl die Wachstumsdynamik der letzten Jahre nicht fortgesetzt werden konnte, wurde trotzdem ein gutes Ergebnis auf hohem Niveau erzielt. Dies zeigt, dass Bell als Gruppe ein starkes Fundament besitzt, auf dem weiter aufgebaut werden soll. Der Kurs der Bell-Aktie hat sich auch 2012 gut entwickelt. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich der Wert des Titels fast verdreifacht, der Swiss Performance Index SPI ist im gleichen Zeitraum um rund 50 % und der Aktienkurs 2012 ist um 13,8 % gestiegen. Gemäss der Ausschüttungspolitik wird eine Ausschüttungsquote zwischen 30 und 40 % angestrebt. Der Verwaltungsrat beantragt zuhanden der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 60 CHF pro Aktie, was einer Dividendenrendite von 3 % entspricht. Mit der Aktienkurssteigerung von rund 14 % ergibt das Gesamtrendite von 15 %. Auf verschiedenen Stufen wurden strategisch wie organisatorisch die Weichen für die Zukunft gestellt. Für die jeweiligen länderspezifischen Geschäfte ist die Organisation neu in die Divisionen Bell Schweiz, Bell Deutschland, Bell Osteuropa/Benelux und Bell Frankreich gegliedert worden. Hinzu kommt die Division Bell Finanzen/Services, die für alle Divisionen übergreifende Aufgaben übernimmt. Diese Umstrukturierung wurde von einer deutlichen Bereinigung der juristischen Strukturen begleitet, was zu einer bedeutend geringeren Anzahl Rechtseinheiten führte. Die Leitung von Bell Deutschland hat der bisherige Geschäftsführer von Abraham Christian Schröder übernommen. Unter dieser einheitlichen Führung werden betriebliche Prozesse in der Produktion, der Beschaffung, der Logistik und der IT integriert. Mit der Zusammenführung der Aktivitäten in Deutschland wurde die Verwaltung am Standort Seevetal konzentriert. Der Verwaltungsstandort Bochum wurde Ende März geschlossen. Mit diesen Massnahmen sollen weitere Synergien erschlossen und die Effizienz verbessert werden. Neben den bereits erwähnten Veränderungen in Deutschland wurden die Geschäftsführungen von Bell Benelux und von Bell Ungarn neu besetzt. Zudem wurde in einigen Geschäftseinheiten das obere Management verstärkt. Per 1. April 2013 wurde auch die Organisaton der Division Bell Schweiz angepasst. Bell Schweiz ist neu in die Geschäftseinheiten Frischfleisch, Geflügel, Seafood, Charcuterie, Verkauf/Marketing und Beschaffung/Supply Chain Management gegliedert. Die Geschäftseinheiten Frischfleisch, Geflügel, Seafood und Charcuterie konzentrieren sich voll auf die zugehörige Produktion samt des Lebendtier-, Fleisch- und Fischeinkaufs. Die Aktivitäten Verkauf/Marketing und Beschaffung/SCM werden aus den ehemaligen Geschäftsbereichen herausgelöst und neu aufgestellt. 2012 hat der Verwaltungsrat die Markenstrategie für die gesamte Bell-Gruppe verabschiedet. Diese sieht die Konzentration auf die strategischen Marken Bell, Abraham, Hoppe, ZIMBO und Môssieur Polette vor. Für diese Marken wurde eine detaillierte Produkt- und Marktabgrenzung vorgenommen mit dem Ziel, sie noch stärker in den jeweiligen Märkten zu positionieren. Mit dem Ausbau der Markenaktivitäten soll das Eigenmarkengeschäft ergänzt werden. Im laufenden Geschäftsjahr werden in die Leistungsfähigkeit der Bell-Gruppe rund 90 Mio. CHF investiert. Dieses im Vergleich zu den Vorjahren höhere Investitionsbudget kann dank der gesunden Finanz- und Ertragskraft ohne Zusatzverschuldung über die generierten Cashflows finanziert werden. Die zunehmende Volatilität der internationalen Rohstoffmärkte wie auch die qualitative und quantitative Verfügbarkeit von Rohstoffen werden auch künftig grosse Herausforderungen sein. Derzeit werden verschiedene Varianten geprüft, wie im Ausland vorgelagerte Stufen stärker ans Unternehmen gebunden werden können. Es muss sichergestellt werden, dass die wachsenden Anforderungen an die Qualität der Rohstoffe auch künftig erfüllt werden. Die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten und -preisschwankungen soll damit reduziert werden. Eine zusätzliche Handlungsachse ist die Bündelung der Beschaffung mit bewährten Geschäftspart-

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nern, wie zum Beispiel mit Transgourmet in Deutschland und Polen. Auf den Beschaffungsmärkten kann eine stärkere Position eingenommen und die Interessen können besser vertreten werden. Die Rahmenbedingungen werden sich 2013 nicht wesentlich verändern, das Umfeld wird anspruchsvoll bleiben. Der harte Konkurrenzkampf sowie die stagnierende Konjunktur werden auf die Verkaufspreise einwirken und die hohen Rohmaterialkosten werden weiter das Beschaffungsbudget belasten. Um die Effizienz laufend zu verbessern, werden die Strukturen optimiert und die Sortimente in Richtung mehr Wertschöfpung ausgeweitet. Innerhalb der Gruppe werden die Synergien und innovative Konzepte genutzt. Die bereits eingeleiteten Initiativen sollen ihre Wirkung entfalten und trotz schwieriger Marktverhältnisse der Bell-Gruppe zu weiterem Wachstum verhelfen. Konstituierung Den Vorsitz übernimmt der Präsident des Verwaltungsrates Hansueli Loosli. Er beauftragt Elisabeth Wegeleben mit der Protokollführung. Als Stimmenzähler sind eingesetzt Monika Baud, Brigitta Jenny, Claudia Riesterer, Natalie Waltmann, Dr. Birgit Wüst, Beat Kammermann, Christian Kerker, Willy E. Müller, Alain Schmitt und Jean-Pierre Trächslin. Die PricewaterhouseCoopers AG, Basel als Revisionsstelle der Gesellschaft ist an der heutigen Versammlung vertreten durch Dr. Rodolfo Gerber, Andreas Wolf und Gerd Tritschler. Der Vorsitzende stellt fest, dass die Generalversammlung statuten- und gesetzeskonform am 21. März 2013 schriftlich und durch Publikation im "Schweizerischen Handelsamtsblatt" am 22. März 2013 mit Bekanntgabe der Traktanden und der Anträge des Verwaltungsrates einberufen worden ist. Während der Einladungsfrist lagen der Geschäftsbericht 2012 mit Jahresbericht, Jahresrechnung und Konzernrechnung der Bell AG sowie die Berichte der Revisionsstelle zur Jahresrechnung und Konzernrechnung der Bell AG zur Einsichtnahme auf. Auskunftsbegehren und schriftliche Anträge von Aktionären sind nicht eingegangen. Er weist darauf hin, dass - die unterbreiteten Anträge mit der relativen Mehrheit der abgegebenen Aktienstimmen beschlossen werden. - die Abstimmung wiederum elektronisch erfolgt. - grundsätzlich offen abgestimmt würde, wenn die Elektronik ausfallen würde. Er würde sich das Recht vorbehalten, situativ das schriftliche Abstimmungs- bzw. Wahlverfahren anzuordnen. - das Protokoll der Generalversammlung ab 18. Juni 2013 am Sitz der Gesellschaft zur Einsicht aufliegen und unter www.bell.ch veröffentlich wird. - die Generalversammlung mit Bild- und Tonträger aufgezeichnet wird. Es ist folgende Präsenz festgestellt worden: Die anwesenden 1‘074 Aktionäre vertreten 291‘337 Aktien. Ferner werden vertreten durch - den Organvertreter nach OR Art. 689c: 12‘331 Aktien - den unabhängigen Stimmrechtsvertreter nach OR Art. 689c: 11‘290 Aktien - Depotvertreter im Sinne von OR Art. 689d: keine Aktien Insgesamt sind 314‘958 Aktienstimmen von den total 400'000 Aktien vertreten, das sind 78,7 %. Anschliessend werden die Abstimmgeräte getestet.

Traktanden 1. Genehmigung des Jahresberichtes, der Jahresrechnung und der Konzernrechnung der Bell AG des Geschäftsjahres 2012 2. Verwendung des Bilanzgewinnes 2012 3. Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates 4. Ersatzwahl in den Verwaltungsrat 5. Wahl der Revisionsstelle 6. Verschiedenes

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Trakt. 1 Genehmigung des Jahresberichtes, der Jahresrechnung und der Konzernrechnung der Bell AG des Geschäftsjahres 2012 Der Vorsitzende der Gruppenleitung Lorenz Wyss vermittelt zusätzliche Informationen zum Geschäftsjahr 2012. Das Unternehmen und die Marke Bell sind eine Schweizer Erfolgsgeschichte. Seit über 140 Jahren legt Bell Wert auf Qualität, Tradition und Genuss. Bell hat sich stets weiter- und eine starke Unternehmenskultur entwickelt. Werte, wie z.B. Nachhaltigkeit werden bewahrt und ausgebaut. Dies in einer Zeit, in der die Anforderungen an Produkte und Unternehmen immer anspruchsvoller werden. Trotz schwierigen Rahmenbedingungen war 2013 ein gutes Jahr für Bell. Die Beschaffungspreise für den Rohstoff Fleisch sind in Europa nach wie vor sehr hoch. Im Vergleich zum Vorjahr steigen auch die Rohstoffpreise für Schweinefleisch in der Schweiz um ca. 30 %. Der Handel lässt die dadurch notwendigen Preiserhöhungen nur bedingt und mit grosser Zeitverzögerung zu. Eine Haltung, die unter anderem durch den intensiven Wettbewerb sowie die steigende Preissensibilität der Konsumenten zu begründen ist. ImKernmarkt Schweiz konnte das hohe Vorjahresniveau erneut erreicht werden. Trotz einer eher schwachen Marktentwicklung konnten auch 2012 Marktanteile gewonnen werden. Beim Schweizer Fleisch sind Qualität und Sortimentsvielfalt von den Konsumenten besonders honoriert worden Importiertes Fleisch hingegen blieb stabil. Seit Jahren entwickeln sich die Segmente Geflügel und Seafood hervorragend. Im Charcuteriebereich kommt der Preiskampf in einer starken Minusteuerung zum Ausdruck. Anhand von einem Vergleich zeigt er den sinkenden Stellenwert von Lebensmitteln in der Gesellschaft auf. Die Konsumenten müssen sich dessen bewusst sein, dass immer tiefere Fleischpreise die Haltungsbedingungen für Tiere nicht verbessern. Neben der Schweiz ist Deutschland für die Bell-Gruppe der wichtigste Markt. Mit einem breiten Portfolio an Spezialitäten ist Bell im Bereich Rohschinken Marktführer und in anderen Produktgruppen Rohwurst, Brühwurst und Kochschinken ein relevanter Anbieter. Gewachsen ist Bell Deutschland vor allem im Bereich Rohschinken. Brühwurst und Rohwurst liegen aufgrund eigener Sortimentsrestrukturierungen hingegen unter Vorjahr. Seit 1. September 2012 ist die neue Führungsstruktur für Bell Deutschland in Kraft. Die Erschliessung gruppenweiter Synergiepotenziale in den Bereichen Produktion, Beschaffung, Marketing/Vertrieb, Logistik und IT wird planmässig umgesetzt. Die Wertschöpfung soll mit effizienten Prozessen und mit neuen, innovativen Produkten gesichert werden. 2013 wird das Fundament für ein gesundes und nachhaltiges Wachstum gelegt. Die umfangreichen Aktivitäten in Osteuropa sowie die Handelsaktivitäten in den Benelux-Ländern sind neu in der Division Osteuropa/Benelux zusammengefasst. Das Geschäft in Polen entwickelt sich erfreulich. Ungarn kämpft weiterhin mit einer stark rückläufigen Konjunktur. Der Fokus liegt auf Effizienzverbesserungen sowie profitabler Sortimente. Vom reinen Volumengeschäft wird Abstand genommen. In Tschechien, der Slowakei und Rumänien führt die Bell-Gruppe unter der bekannten Marke Novàk gut 100 Metzgereifachgeschäfte im Rahmen eines Shop-in-Shop-Konzeptes. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist sehr positiv und hat nahtlos an die Vorjahre angeknüpft. Die Handelsaktivitäten verschiedener Firmen in Belgien und Holland wurden in der Organisationseinheit Bell Benelux zusammengefasst. Mit diesem Schritt will Bell unter einer neuen Geschäftsleitung der wichtigste Handelspartner von Fleisch- und Convenienceprodukten in den Benelux-Ländern werden. Der Absatz der Rohwurst- und Schinkensortimente in Frankreich entwickelte sich erfreulich. Um dem Preisdruck entgegenzuwirken, wurde im Rahmen der Bell-Markenstrategie die Position in Frankreich neu definiert. Künftig wird neben den Eigenmarken das Markengeschäft mit der Dachmarke „Môssieur Polette“ verstärkt. Dazu gehören regionale Spezialitäten aus der Auvergne, aus Savoyen und aus dem Lyonnais. Gemäss neuen Markterhebungen stehen diese Regionen bei den Franzosen für genussvolle Lebensmittel, insbesondere im Charcuteriebereich.

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In der Schweiz trägt Bell der Anpassung der Organisation der zunehmenden Liberalisierung der Märkte und dem Wettbewerbsdruck Rechnung. Der wachsende Hard-Discount und der Einkaufstourismus führen zu einem deutlich erhöhten Preis- und Margendruck. Mit der neuen Organisationsstruktur in der Schweiz wird der Fokus auf den Kunden verstärkt, indem sämtliche Verkaufs- und Marketingaktivitäten in einer neuen Geschäftseinheit gebündelt werden. Die bestehenden Organisationseinheiten Frischfleisch, Geflügel, Seafood sowie Charcuterie konzentrieren sich auf die jeweilige Produktion. Die Beschaffung und Logistik werden ebenfalls aus den bisherigen Organisationseinheiten ausgelöst und in einer neuen Geschäftseinheit Beschaffung/Supply Chain Management zusammengefasst. Ergänzend dazu werden Funktionen wie Qualitätsmanagement, Planung/Technik, Markenführung und Unternehmenskommunikation so eingegliedert, dass sie gruppen- und divisionsübergreifend wirken können. Diese organisatorischen Anpassungen werden als Chance gesehen, das Unternehmen und die Marke Bell im Markt klar zu positionieren. Die stärkere Fokussierung auf den Kunden garantiert eine effiziente und professionelle Marktbearbeitung. Seit 01.01.2011 ist die Bell AG im Rahmen einer Kooperation mit 49 % an Hilcona beteiligt und wird 2015 weitere 2 % des Kapitals erwerben. Hilcona hat 2012 die Gastro Star AG übernommen. Diese bietet seit 1972 küchenfertige Salate, Früchte und Gemüse und erzielt einen Jahresumsatz von rund 110 Mio. CHF. Gastro Star beschäftigt an zwei Standorten über 600 Angestellte. Mit dieser Akquisition stärkt Hilcona die Marktstellung als Komplettanbieter im Bereich der frischen Convenience. Bell wird zum Komplettanbieter von Frischprodukten und kann somit Synergien nutzen. Es wird eine wichtige Managementaufgabe sein, diese Chancen zielgerichtet umzusetzen. Mit der Grösse der Unternehmensgruppe steigt auch die Verantwortung. Zum Thema Nachhaltigkeit sind 2012 zusätzliche Fortschritte erzielt worden. Nachhaltiges Handeln wird für erfolgreiche Unternehmen immer entscheidender, und zwar nicht nur aus ökologischer und sozialer, sondern auch ökonomischer Sicht. Das laufende Geschäftsjahr wird für die Bell-Gruppe wie auch für die ganze Branche ein anspruchsvolles Jahr werden. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene und deren Auswirkungen auf die Märkte sind schwer einzuschätzen. Die Wettbewerbsintensität im Detailhandel wird weiter zunehmen. In sämtlichen Segmenten muss mit einem noch schärferen Preiskampf und einem weiter zunehmenden Verdrängungswettbewerb gerechnet werden. Bell ist bereit und stellt der Herausforderung und konzentriert sich dabei auf drei wesentliche Dinge: Fokus auf den Kunden und dessen Bedürfnisse, Steigerung der Produktivität und nachhaltiges Wachstum.

Martin Gysin erläutert die Jahres- und Konzernrechnung der Bell AG. In der Schweiz stieg der Umsatz um 0,6 % oder 10 Mio. CHF. Trotz starkem Einfluss des Einkaufstourimus konnten die Volumen um rund 1,5 % erhöht werden. Das durchschnittliche Verkaufspreisniveau ging um 0,9 % zurück. International bewegt sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte beträgt das Wachstum 6 Mio. CHF oder 0,8 %. Dies trotz ca. 6,5 % höherer durchschnittlicher Verkaufspreise. Der Mengenrückgang um 6 % resultiert aus dem Verlust einer Warengruppe bei Bell Benelux sowie aus eigenen Sortimentsbereinigungen bei Bell Deutschland. Konsolidiert steigt der Nettoerlös um 1 % auf etwas über 2,5 Mrd. CHF und der Bruttogewinn auf rund 828 Mio. CHF. Die Bruttomarge hingegen geht um 0,2 % zurück. Bereinigt man das Vorjahr um die Effekte aus Erstkonsolidierung, wird ein Rückgang des Bruttogewinnes um rund 10 Mio. CHF verzeichnet. Im Auslandgeschäft ist es erst gegen Jahresende teilweise gelungen, die dramatisch höheren Rohmaterialpreise auf die Abnehmer zu überwälzen. Der Personalaufwand erhöhte sich um 3 % auf 403 Mio. CHF, darin enthalten sind 6,4 Mio. CHF Sonderkosten, während das um Erstkonsolidierungseffekte bereinigte Vorjahr 6,5 Mio. CHF höher gelegen wäre. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren gehen die Personalkosten leicht auf 397 Mio. CHF zurück. Der bereinigte Personalkostensatz liegt bei 15,8 % oder 0,2 Prozentpunkte unter Vorjahr. Der übrige Betriebsaufwand erhöht sich auf 239 Mio. CHF. Bereinigt um Sonder- und Konsolidierungseffekte liegt der übrige Betriebsaufwand 1,1 % über Vorjahr. Der bereinigte EBITDA geht von 198 auf 194 Mio. CHF zurück. Die EBITDA-Marge liegt mit 7,7 % um 0,3 Prozentpunkte unter Vorjahr. Unter Berücksichtigung der

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schwierigen Verhältnisse, mit denen Bell im Ausland konfrontiert war, ist das vorliegende Ergebnis zufriedenstellend. Das Jahresendgeschäft hat massgeblich dazu beigetragen, den Abstand zum Vorjahr in Grenzen zu halten. Die Abschreibungen liegen mit 86 Mio. CHF um 28 Mio. unter Vorjahr. 2011 war das Ergebnis durch eine Wertberichtigung auf dem Goodwill beeinträchtigt. Bereinigt um die Sondereinflüsse des Vorjahres liegt der EBIT bei 108 Mio. CHF oder 3 Mio. unter Vorjahr. Die bereinigte EBIT-Marge liegt mit 4,3 leicht unter der Zielgrösse von 4,5 %. Die Finanzrechnung schliesst mit einem positiven Saldo von 1,2 Mio. CHF ab. Der anteilige Ertrag aus Beteiligungen liegt mit 5,5 Mio. CHF leicht unter Vorjahr. Hilcona hatte Schliessungskosten für das Werk Schafisheim zurückgestellt und bei Centravo war die Rechnung mit ausserordentlichen Einflüssen belastet. Ohne diese Sondereinflüsse läge der Beteiligungsertrag bei rund 7,5 Mio. CHF. Der Gewinn vor Steuern liegt mit 100 Mio. CHF auf Vorjahreshöhe. Die Steuern gehen aufgrund der finanziellen Stärkung der deutschen Betriebe von 29 auf 24 Mio. CHF zurück. Das Jahresergebnis 2012 liegt um 4 Mio. CHF über dem von 2011. Im Weiteren geht er im Detail auf die Sondereinflüsse ein. Der Cashflow vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens liegt bei 164 Mio. CHF. Die Vorräte nehmen um rund 16 Mio. CHF zu; die Forderungen und Abgrenzungen um rund 9 Mio. CHF. Der Geldfluss aus Unternehmenstätigkeit liegt mit 142 Mio. CHF um rund 14 Mio. über Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen liegen mit 74 Mio. CHF um 16 Mio. über Vorjahr. Hauptursache dieser Steigerung ist der Landkauf in Oensingen. Es wird davon ausgegangen, dass die Planungsarbeiten für den an diesem Standort vorgesehenen Schweineschlachtbetrieb in drei Jahren abgeschlossen werden und mit dem Bau begonnen werden kann. In den Charcuteriebetrieb Churwalden wurden rund 6 Mio. CHF in die Kapazitätserweiterung von Bündner Spezialitäten investiert. 51 Mio. CHF wurden für Ersatz und Erneuerung investiert In den Finanzanlagen sind für Hilcona eine Kapitalerhöhung und eine Darlehensgewährung berücksichtigt. Hilcona muss als Ersatz für den Standort Schafisheim relativ hohe Investitionen an einem anderen bestehenden Standort tätigen und den Kauf von Gastro Star finanzieren. Die Aktionäre der Hilcona haben sich gleichermassen an dieser Finanzierung beteiligt. Die Finanzverbindlichkeiten nehmen deshalb geringfügig um rund 9 Mio. CHF zu. Die Bilanzsumme ist um rund 60 Mio. CHF gestiegen, hauptsächlich durch die Veränderung bei den Finanzanlagen. Die immateriellen Anlagen betragen lediglich noch 64 Mio. CHF, davon 50 Mio. CHF Firmengoodwill. Das nicht klar greifbare Vermögen im Verhältnis zur Bilanzsumme ist klein im Vergleich zu anderen Unternehmen inner- und ausserhalb der Branche. Das Fremdkapital steigt geringfügig um 14 Mio. CHF an. Das Eigenkapital nimmt um rund 50 Mio. CHF zu und die Eigenkapitalsquote erreicht 51 %. Abschliessend weist er darauf hin, dass Bell eine Anleihe mit unterschiedlichen Laufzeiten auflegen wird. Mit dem Ertrag daraus sollen Bankkredite abgelöst sowie finanzieller Spielraum für weitere Wachstumsschritte geschaffen werden. Der Zinssatz für die Laufzeit von 5 Jahren beträgt voraussichtlich 1,125 %, der Zinssatz für die Laufzeit von 9 Jahren beträgt voraussichtlich 2 %. H.-U. Loosli dankt Lorenz Wyss und Martin Gysin für die Berichterstattung. Auf die Frage, ob die Aktionäre zusätzliche Auskünfte wünschen oder Bemerkungen haben, meldet sich Walter Grob aus Bern. Walter Grob dankt für das frankierte Kuvert, lobt den Geschäftsbericht und fragt, warum dem Einkaufstourismus nicht mit Bell-Filialen ennet der Grenze entgegengewirkt wird. H.U. Loosli antwortet, dass Coop aufgrund der Erfahrungen von Mitbewerbern von Filialen im Ausland Abstand nimmt, denn der Markt ist hart umkämpft. Es bestehen keine weiteren Wortmeldungen, sodass H.U. Loosli die Abstimmung eröffnet. ..//.. Die Generalversammlung nimmt die zusätzlichen Erläuterungen sowie die Berichte der Revisionsstelle zur Jahresrechnung und zur Konzernrechnung der Bell AG zur Kenntnis.

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..//.. Der Jahresbericht, die Jahresrechnung und die Konzernrechnung der Bell AG des Geschäftsjahres 2012 werden wie folgt genehmigt: - Ja-Stimmen - Nein-Stimmen - Enthaltungen

314‘229 50 652

Trakt. 2 Verwendung des Bilanzgewinnes 2012 Er stellt den Antrag des Verwaltungsrates, den Bilanzgewinn von 80‘216 TCHF wie folgt zu verwenden: - Ausrichtung einer Dividende von 60 CHF/Aktie TCHF 24’000 - Zuweisung an die freien Reserven TCHF 56‘216 Total TCHF 80‘216 zur Diskussion. ...//.. Der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes wird wie folgt genehmigt: - Ja-Stimmen - Nein-Stimmen - Enthaltungen

313‘974 344 613

Die Dividende wird am 24. April 2013 ausbezahlt. Trakt. 3 Entlastung des Verwaltungsrates Im Namen des Verwaltungsrates beantragt der Vorsitzende, den Mitgliedern des Verwaltungsrates Entlastung zu erteilen, und fragt, ob das Wort gewünscht wird. Es meldet sich niemand zu Wort. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass bei der Abstimmung gemäss OR Art. 695 Personen, die in irgendeiner Weise an der Geschäftsführung teilgenommen haben, kein Stimmrecht haben. ...//.. Der Antrag über die Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates wird wie folgt genehmigt: - Ja-Stimmen - Nein-Stimmen - Enthaltungen

311‘137 2‘222 1‘172

Im Namen des Verwaltungsrates dankt H.-U. Loosli für das ausgesprochene Vertrauen. Seiner Kollegin und seinen Kollegen im Verwaltungsrat dankt er für die ausserordentlich intensive, verantwortungsvolle und zukunftsgerichtete Zusammenarbeit. Trakt. 4 Ersatzwahl in den Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat beantragt die Wahl von Andreas Land für den Rest der laufenden Amtsdauer, bis zur ordentlichen Generalversammlung im Jahr 2015, als Ersatz Prof. Dr. Joachim Zentes, der die statutarische Altersgrenze erreicht hat. Andreas Land, Jahrgang 1956, ist deutscher Staatsbürger und hat neben einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann Lebensmittel ein Studium der Betriebswirtschaft (FH) absolviert. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, mit ihm eine ausgewiesene Persönlichkeit zur Wahl vorzuschlagen. Die Wahlannahmeerklärung von Andreas Land liegt vor. Es meldet sich niemand zu Wort. ..//.. Andreas Land, deutscher Staatangehöriger, in Urbar (Deutschland), wird für den Rest der laufenden Amtsdauer, bis zur ordentlichen Generalversammlung 2015, in den Verwaltungsrat der Bell AG wie folgt gewählt

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- Ja-Stimmen - Nein-Stimmen - Enthaltungen

312‘683 640 1‘609

Trakt. 6 Wahl der Revisionsstelle Der Verwaltungsrat schlägt die PricewaterhouseCoopers AG, Basel, für eine weitere Amtsdauer von einem Jahr zur Wahl vor. Die gesetzlichen Anforderungen an die Befähigung und die Unabhängigkeit der PwC sind erfüllt (Art. 727b und 728 OR). Es meldet sich niemand zu Wort. ..//.. Die PricewaterhouseCoopers AG, Basel, wird für eine Amtsdauer von 1 Jahr als Revisionsstelle wie folgt gewählt. - Ja-Stimmen - Nein-Stimmen - Enthaltungen

313‘356 629 950

Trakt. 7 Verschiedenes Auf die Frage von H.-U. Loosli, ob Wortbegehren bestehen, meldet sich niemand zu Wort. Abschliessend verweist der Vorsitzende neben organisatorischen Hinweisen auf Folgendes: - Die nächste ordentliche Generalversammlung der Bell AG findet voraussichtlich am 14. April 2014 in Basel statt. - Die Blumendekoration der Generalversammlung erhalten: - Felix Platter Spital, Basel - Adulamm Stiftung, Basel - Altersheim Johanniter, Basel - Ita Wegmann Klinik, Arlesheim - Senior Residenz Südpark, Basel H.-U. Loosli dankt allen Personen, die an der Generalversammlung mitgewirkt haben. Den Aktionärinnen und Aktionären dankt er für ihr Kommen und ihre Treue zur Bell-Gruppe. Er erklärt die ordentliche Generalversammlung 2012 für geschlossen.

Der Vorsitzende:

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Die Protokollführerin:

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