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Bürgerinitiative Sichere Lieserschlucht Die wichtige Verbindung der Stadt Spittal mit dem Millstätter See war in den letzten Monaten immer wieder durch Hangrutschungen in der Lieserschlucht unterbrochen. Die Umleitung über den Fratres führt regelmäßig zu enormen Verkehrsbehinderungen durch Stau und zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der Anrainer. Ein Ausweichen über die Autobahn erfordert eine um zehn Kilometer längere Wegstrecke und die Vignettenpflicht. Die nun geplante Entfernung der „Ertlwand“ ist sehr problematisch. Zielführend ist eine sofortige lokale Steinschlagsicherung durch Abtragung von losem Gestein, Injektionen mit Spritzbeton und Anbringung von Netzen. Eine endgültige Lösung kann nur die Tunnelvariante bringen.

Über eine Million Euro für die riskante Entfernung der Ertlwand ? Es sind die labilen Hänge der Lieserschlucht, die zu Rutschungen und Steinschlägen führen. Hingegen ist der markante Felsen der Ertlwand weitgehend kompakt. Dies wird auch von allen Geologen außer Streit gestellt. Berufspendler, die die Straße zwischen Spittal und Seeboden seit Jahrzehnten täglich befahren, bestätigen, dass von der Ertlwand selbst bisher noch nie eine Gefahr ausgegangen ist. Wohl aber von den Hängen unmittelbar links und rechts der Ertlwand. Trotzdem soll mit einem Aufwand von weit über einer Million Euro dieses Naturdenkmal gesprengt und abgetragen werden. Gegen das Vorhaben bestehen, abgesehen von der Verhältnismäßigkeit der Kosten, folgende Bedenken: a) Die Ertlwand verleiht mit „ihrer Eigenart und ihrer Schönheit“ der Lieserschlucht ein „besonderes Gepräge“. Sie erfüllt daher gemäß § 28 des Kärntner Naturschutzgesetzes alle Voraussetzungen eines schutzwürdigen Naturdenkmals. b) Es kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass durch die Sprengung und die Abtragung der gesamten Ertlwand die links und rechts des Felsens gelegenen Steilhänge noch instabiler werden. Für die oberhalb der Lieserschlucht gelegenen Wohnhäuser bedeutet dies eine Benachteiligung. c) Bei Hochwasserereignissen in der Lieser, die innerhalb von Stunden auftreten können, stellen die Ablagerung des Felsmaterials und dadurch aufgestaute Wassermassen ein Bedrohungspotential dar. Unmittelbar gefährdet ist dabei auch der Sammelkanal des Wasserverbandes Millstättersee, über den die gesamten Abwässer des Seengebietes geleitet werden.


d) Die vorgesehene Bauzeit von mindestens vier Monaten wird auf Grund der Komplexität des Vorhabens nicht eingehalten werden können. Experten rechnen mit einem halben Jahr. Der Verkehr muss in dieser Zeit über den Fratres geführt werden. Für eine Verbreiterung im engen Bereich zwischen Ortstafel Spittal und Einbindung Ebnerwiese soll der bestehende Gehweg geopfert werden. Für die Anrainer bringt dies eine weitere Beeinträchtigung sowie ein zusätzliches Gefahrenpotential. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die langen Fahrtzeiten ist beträchtlich. Sofortmaßnahmen Die Ertlwand ist einer sofortigen Überprüfung durch Experten eines erfahrenen Unternehmens, wie z.B. die von Univ. Prof. Dr. Hans Golser besonders empfohlene Firma Kaim (Villach), zu unterziehen. Die zur Sicherung von Steinschlägen vorgeschlagenen lokalen Maßnahmen (Entfernung von etwaigen lockeren Material, Injektionen von Spritzbeton, Netze) sind in Auftrag zu geben. Nur ein Tunnel bringt endgültig Sicherheit Die Entfernung der Ertlwand brächte noch lange keine Sicherheit, da die Probleme mit der restlichen Schlucht bleiben. Die endgültige Lösung kann nur ein Straßentunnel bringen: Von Spittal aus wird die Straße bis zum Marienheim problemlos weitergeführt. Dort wird die Lieser überquert und ein ca. 800 Meter langer Tunnel errichtet, der im Bereich der Kreuzung mit der Autobahnabfahrt endet. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Entfernung SpittalSeeboden um ca. 1,3 Kilometer verringert. Die Kostenfrage kann im Hinblick auf die Bedeutung der Straßenverbindung für den Oberkärntner Raum keine Rolle spielen. Projekte in dieser Größenordnung wurden z.B. bei den Umfahrungen von Zell am See, Völkermarkt und Bad St. Leonhard, aber auch bei der Unterflurtrasse Trebesing bereits umgesetzt.

Forderungspaket der B(ürgerinitiave) S(ichere) L(ieserschlucht) Die Unterzeichner fordern folgende Maßnahmen ein: 1. Überprüfung der Ertlwand durch ein einschlägiges Unternehmen und Anordnung von allenfalls erforderlichen Sofortmaßnahmen. 2. Die Planung für einen Straßentunnel Spittal- Seeboden ist unverzüglich in Angriff zu nehmen 3. Prüfung der Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung der Ertlwand als Naturdenkmal.


Ortsaugenschein von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Johann Golser am 4. Juni 2014 Das Forderungspaket wurde nach einem Ortsaugenschein von Univ.-Prof. Golser am 4. Juni erstellt. Johann Golser ist Sohn einer Spittaler Arbeiterfamilie und besuchte in seiner Heimatstadt Volksschule und Gymnasium. Er hat Studienabschl체sse als Bauingenieur und als Geologe und war Ordinarius an der Montanuniversit채t Leoben. Beim Studiengang Bauingenieurwesen der FH in Spittal arbeitete er im Entwicklungsteam mit. Als international anerkannter Experte hat er in Salzburg das Unternehmen Geoconsult aufgebaut, das mit Filialen in 27 Staaten der Welt vertreten ist. Seine Expertise hat Gewicht.


Bürgerinitiative Sichere Lieserschlucht