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Waasser, Weiden, Wisen

Ein Naturlehrpfad rund um die Beckericher Mühle

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m Ortsausgang Beckerichs in Richtung Hovelange befindet sich die Beckericher Mühle. m Ortsausgang Beckerichs in Richtung Hovelange befindet sich die Beckericher Mühle. Zeugnisse aus der Vergangenheit wie zum Beispiel die vom Dach hängende Seilrolle Zeugnisse Vergangenheit zum Beispiel die vom hängende Seilrolle oder oder der anaus dieder Fassade gelehntewie Mühlstein erzählen von Dach den ehemaligen Aktivitäten derinandiesem die Fassade gelehnte Mühlstein erzählen von den ehemaligen Aktivitäten des des Müllers alten Gebäude. Müllers diesem alten Gebäude. Seit deminMittelalter befand sich an dieser Stelle eine Getreidemühle. Sie trug aufgrund der zahl­ Seit demQuellen, Mittelalter an dieser Stelle eineaustraten, Getreidemühle. Sie trug aufgrund der(=zahlreichen die befand auf densich benachbarten Feldern den Namen „Kaldenborn“ kal­ reichen Quellen, die auf den benachbarten Feldern austraten, den Namen „Kaldenborn“ (= kalter ter Brunnen). Dieses Gebäude war bis zur Französischen Revolution im Besitz der Abbaye Noble Brunnen). Dieses Gebäude war es bisdann zur Französischen Besitz der Abbayewurde. Noble So de de Clairefontaine (B), von der schließlich alsRevolution nationalesim Kulturgut verkauft Clairefontaine (B), von der es dann schließlich als nationales Kulturgut verkauft wurde. So gelanggelangte das Gebäude an einen Privatinteressenten und wurde von dessen Familie bis zu Beginn te das Gebäude an einen Privatinteressenten und wurde von dessen Familie bis zu Beginn des 20. des 20. Jahrhundert genutzt. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Mühlrad durch eine Turbine ersetzt. Jahrhundert genutzt. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Mühlrad durch eine Turbine ersetzt. Diese Diese trieb einen Dynamo zur Erzeugung von Elektrizität an; so wurde Beckerich eines der ersten trieb einen Dynamo zur Erzeugung von Elektrizität an; so wurde Beckerich eines der ersten stromstromversorgten Dörfer des Landes. Die Familie Waxweiler baute auch noch eine Sägerei, die bis versorgten Dörfer des Landes. Die Familie Waxweiler baute auch noch eine Sägerei, die bis 1975 in 1975 in Betrieb war. 1995 verstarb der letzte Besitzer der Mühle. Betrieb war. 1995 verstarb der letzte Besitzer der Mühle. Die Verantwortlichen der Beckericher Gemeinde wurden sich der bedeutenden Rolle, die diese Die Verantwortlichen der Beckericher Gemeinde wurden sich der bedeutenden Rolle, die diese Mühle –– ein und so Mühle ein historisch historisch lokales lokales Zeugnis Zeugnis –– einmal einmal spielen spielen könnte, könnte, bewusst bewusst und so entschied entschied man man sich dazu, im Jahre 1996 den gesamten Komplex der Mühle zu kaufen. sich dazu, im Jahre 1996 den gesamten Komplex der Mühle zu kaufen. Sie starteten die diesem 2011 beendet wur­ Sie starteten mit mit den den langwierigen langwierigen und und sorgfältigen sorgfältigen Restaurationsarbeiten, Restaurationsarbeiten um Ort neuen den, um diesem Ort neuen Antrieb zu geben und um ihn zu einer Stätte von sanftem Tourismus Antrieb zu geben und um ihn zu einer Stätte von sanftem Tourismus zu machen. zu machen.der Mühle befindet sich ein schöner Weiher, der von einer Vielzahl an Weiden umranGegenüber Gegenüber derFeuchtgebiete, Mühle befindetdiesich ein schöner Weiher, dersind, von einer Vielzahl Weiden det ist. Große typisch für unsere Region umgeben denan Weiher. Sieumran­ bilden det ist. Große Feuchtgebiete, die typisch für unsere Region sind, umgeben Sie bilden ein beachtliches Biotop, ein richtiges Paradies für die einheimische Faunaden undWeiher. Flora. Daher hat ein beachtliches ein richtiges Paradies für die einheimische Fauna und Flora. Daher hat man für Touristen,Biotop, Besucher, Schüler und Wanderer diesen Naturlehrpfad angelegt.


man für Touristen, Besucher, Schüler und Wanderer diesen Naturlehrpfad angelegt. Zusätzlich wurde die Umgebung der Mühle zu einem harmonischen Übergangsbereich zwischen dem eigentlichen Dorf und der offenen Umgebung. Sie integriert sich in eine attraktive und naturnahe Landschaft. Scheinbar isolierte Projekte verbinden sich mit der Einrichtung mehrerer Fuß- und Fahrradwege sowie verschiedener Ruheplätze zu einer Einheit. Hier kann man also eine strukturreiche und extensive Landschaft entdecken: Ein Naturschutz­ gebiet („Mëlleschbour“), einen Obstsortengarten mit Blumenwiese, der nach Biolabel bewirt­ schaftet wird, eine geschützte Werkstatt für Personen mit Autismus (Centre Roger Thelen), in welcher unter anderem Obst zu Marmelade verarbeitet wird, eine Kräuterspirale, kulturhistori­ sche Elemente wie die Mühle mit ihrem Weiher, den Steinbecken zum Wässern der Weidenruten, die Quellen und die Kopfweiden wie auch Gebäudebau nach ökologischen Kriterien durch Ver­ wendung natürlicher Baustoffe und einer hohen Energieeffizienz, eine Sporthalle mit öffentlich zugänglichen Außenanlagen, zahlreiche Beispiele von erneuerbaren Energien (Biogas- und Holz­ hackschnitzelanlage, Fotovoltaikanlagen, Nahwärmenetz, usw.) – das alles findet man in einer viel versprechenden kulturellen und touristischen Infrastruktur. Die einzelnen Stationen des Naturlehrpfades „Waasser, Weiden, Wisen“ sind ausgeschildert. Folgen Sie einfach den Holzpfählen, die mit dem Logo der „d’Millen asbl“ gekennzeichnet sind. Im vorliegenden Heft finden Sie zahlreiche Auskünfte über das Thema „Wasser“ und über die Natur rund um den Mühlweiher. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei! Die Organisatorinnen der Beckericher d’Millen asbl


STATION 1

1. Feucht- und Quellwald Hier wie (Station 3) öffnet sichWald der Wald und man wie auch aucham beialten den Waschbrunnen Quellen (Station 3) öffnet sich der und man hat hat einen guten Blick in den Feuchtund Bruchwald, der sich in unmittelbarer einen guten Blick in den Feucht- und Bruchwald, der sich in unmittelbarer Nähe des Weihers und seiner seiner Zuflüsse Zuflüsse entwickelt entwickelt hat. hat. Feuchtwälder Feuchtwälder sind sind nur nur zeitweilig von Grund-, Stau- oder oder Überflutungswasser Überflutungswasser beeinflusst beeinflusst und und daher daher noch etwas trockener als die Quell- und Bruchwälder, Bruchwälder, wo fast fast das das ganze ganze Jahr Jahr über durch Quellaustritte oder Überschwemmungen das Wasser bis nahe an durch Quellaustritte oder Überschwemmungen das Wasser bis nahe die Erdoberfläche steht. An den stark vernässten Stellen wachsen in der Bauman der Erdoberfläche steht. An den stark vernässten Stellen wachsen in der schicht Schwarzerlen, an denan weniger nassen nassen Stellen Stellen Eschen.Eschen. Im Unterwuchs Baumschicht Schwarzerlen, den weniger Im Un­ findet man neben vielen anderen Gräsern, Kräutern und Sträuchern häufig die terwuchs findet man neben vielen anderen Gräsern, Kräutern und Sträuchern Rote Johannisbeere, die als Stammform unserer häufig die Rote Johannisbeere, die als Stammform Garten-Johannisbeere in solchen Feuchtwäldern ihunserer Garten-Johannisbeere in solchen Feucht­ ren natürlichen Lebensraum hat. Auffällig auch wäldern ihren natürlichen Lebensraum hat.istAuffäl­ dasist über einen hohe Sauergras Sumpf-Seglig auch dasMeter über einen Meter hohe Sauergras ge, das an den nassen Stellen in Herden Sumpf-Segge, das an den nassen Stellenwächst. in Herden wächst.

Quellwald mit Seggen und SumpfSchwertlilie


STATION 2

2. Feuchtwiese

Kuckucks-Lichtnelke

Rund um den „Milleweier“ hat sich eine blumenreiche Feuchtwiese entwickelt, die seit mehreren Jahren nicht gedüngt und 1-2mal im Jahr gemäht wird. Diese traditionelle Wiesennutzung begünstigt eine Vielzahl von niedrigwüchsigen Gräsern und Kräutern, die wegen des Blütenreichtums viele Insekten (Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, etc.) anlocken. Solche Wiesen gehören deshalb zu den artenreichsten Ökosystemen. Einen besonders schönen Blütenaspekt bildet die lila blühende KuckucksLichtnelke, die im Mai/Juni und je nach dem Zeitpunkt der ersten Mahd noch einmal von Juli bis September zu beobachten ist.


STATION 3

3. Alter Die Quellen Waschbrunnen/Quellen An dieser Stelle kann man zahlreiche welche hier hier an zahlreiche Quellen beobachten, beobachten, welche einer geologischen Schichtgrenze austreten. austreten. Sie Sie versorgten versorgten in in früheren früheren ZeiZei­ geologischen Schichtgrenze ten die Mühle und einen einen Teil Teil der der Beckericher Beckericher Haushalte mit Wasser. Ebenso findet man hier hierauch auchdie einÜberreste paar steinerne Becken, in welchen die findet man eines alten Waschbrunnens, derKorbmavon den cher ihre Weidenzweige konnten, um ein sie später besser verarbeiten Waschfrauen des Dorfes wässern genutzt wurde sowie paar steinerne Becken, in zu können. der Mitte des Holzsteges befindet sichum einsieFenster, welchen die In Korbmacher ihre kleinen Weidenzweige wässern konnten, später durch manzudie Quellen beobachten denn das mitbefindet hohem besser welches verarbeiten können. In der Mitte deskann, kleinen Holzsteges Druck Wasser bildet große Blasen. Diedenn Quellen sich einaustretende Fenster, durch welches manimdieSediment Quellen beobachten kann, das entstehen, wasserdurchlässige überBlasen. einer was­ mit hohem wenn Druck eine austretende Wasser bildetGesteinsschicht im Sediment große Die serstauenden Schicht das Grundwasser an der Schichtgrenze Quellen entstehen, wennliegt eineund wasserdurchlässige Gesteinsschicht über einer gezwungen wird, Schicht auszutreten. Dasdas Quellwasser hatansowohl im Winter wie wasserstauenden liegt und Grundwasser der Schichtgrenze geauch im Sommer eine konstante Temperaturhat vonsowohl 8°C. im Winter wie auch zwungen wird, auszutreten. Das Quellwasser In sauberen, klaren Quellwasser imdem Sommer eine konstante Temperaturkommen von 8°C.neben zahlreichen tierischen QuellBachorganismen auch mehrere Sumpfundzahlreichen Wasserpflanzen vor. In demund sauberen, klaren Quellwasser kommen neben tierischen Wenn hinschaut kann z.B. Sumpfden Wasserstern mit seinen vor. wie Quell- man und genau Bachorganismen auch man mehrere und Wasserpflanzen ein Quirl Blättern breite­ Wenn manangeordneten genau hinschaut, kannerkennen, man z.B. die denBachbunge Wassersternmit mitihren seinen wie ren Blättern und den kleinen Blüten die seltene Berle mit ihren ein Quirl angeordneten Blätternblauen erkennen, diesowie Bachbunge mit ihren breiteren gefiederten undblauen weißen Blütendolden. Die Köcherfliegenlarve, die Blättern und Blättern den kleinen Blüten und die seltene Berle mit ihren gefiederman auch alsund Architekt kann, als Anzeichen sehr sauberes ten Blättern weißenbezeichnen Blütendolden. Diegilt Köcherfliege als für Anzeiger für sehr Wasser lebt als Insektenart in diesem Quellbereich. Den den Namen sauberesund Wasser lebttypische als typische Insektenart in diesem Quellbereich, Nahat der der köcherartigen Hülle, in in derder diedieLarve mensie hatvon sie von köcherartigen Hülle, Larvelebt lebtund undsich sich verpuppt. verpuppt. Aber auch auch Eintagsfliegen, Eintagsfliegen sowie sowiespezielle spezielleSchneckenSchnecken-und undMuschelarten Muschelarten ge­ gehöhören typischen Bewohnern naturbelassenen Quelle. ren zu zu denden typischen Bewohnern einereiner naturbelassenen Quelle.

Oben: Bachbunge Unten: Becken Steg über zum den Quellen Wässern der Weidenzweige


STATION 4

4. Brachfläche Angrenzend an an Feuchtwald Feuchtwaldund undFeuchtwiese Feuchtwiesebefindet befindetsich sichein ein offener, brach­ offener, brachlieliegender Bereich, überwiegend hohen Stauden dem weiß blühen­ gender Bereich, derder überwiegend vonvon hohen Stauden wiewie dem weiß blühenden den Mädesüß oderBrennnessel, der Brennnessel, teilweise aber von Sauergräsern Mädesüß oder der teilweise aber auch vonauch Sauergräsern (Seggen) (Seggen) ihren scharfkantigen Blättern dominiert wird. Solche nicht Fläge­ mit ihren mit scharfkantigen Blättern dominiert wird. Solche nicht genutzten nutzten für die dieinsich gerne in diese ungestör­ chen sindFlächen wichtigsind für wichtig die Tierwelt, dieTierwelt, sich gerne diese ungestörten Bereiche ten Bereiche Auffällig zurückzieht. wurden 2011 zurückzieht. sindIm imvorderen hinteren Teil Teil der hoheBrachfläche Bulte (kleine Hügel), dieneue von Weiden gepflanzt, Seggen-Art, die später zum Herstellen vongebildet Körben werden. bei Kursen, die von einer bestimmten der Rispen-Segge, Sie verträgt der d’Millen asbl angeboten werden können. Auffällig sind keine regelmäßige Mahd undwerden, kommtverwendet deshalb nur in brachliegenden Nasswieim hinteren Teiloder hoheBruchwäldern Bulte (kleinevor. Hügel), die von einer bestimmten Seggensen und QuellArt, der Rispen-Segge, gebildet werden. Sie verträgt keine regelmäßige Mahd und kommt deshalb nur in brachliegenden Nasswiesen und Quell- oder Bruch­ wäldern vor.

Mädesüß Mädesüß


STATION 5

5. Tümpelquelle/Weidentunnel Diese Quelle des «Milleweier“-Zuflusses“ ist als Tümpelquelle ausgebildet: Bei dieser seltenen Quellform sammelt sich nach dem Quellaustritt das Wasser in einem kleinen Tümpel, bevor es im Quellbach weiterfließt. Weil das Wasser nicht tief und die Wasserbewegung nur sehr gering ist, wachsen im Tümpel und im Quellbach stellenweise Wasserpflanzen wie z.B. die Brunnenkresse. Neben der Tümpelquelle wurde ein Weidentunnel angelegt, der aus lebenden Weidenstecklingen hergestellt wurde. Vor allem Äste von Baumweiden besitzen die Eigenschaft, sofort Wurzeln zu ziehen, wenn sie in feuchten Boden gesteckt werden. Wegen dieser besonderen Eigenschaft und der hohen Biegsamkeit der Äste können sich Weiden im Gegensatz zu anderen Gehölzen auch an an schnell schnell fließenden fließendenGewäs­ Fließsern und häufig von starken Hoch­ gewässern und häufig von starken wasserereignissen betroffenen Ufer­ Hochwasserereignissen betroffenen bereichen behaupten. Uferbereichen behaupten.

Tümpelquelle


STATION 66

6. Alte Kopfweide Die Kopfweide, die als prägnanter Einzelbaum am Weg steht, ist schon recht alt und hat bereits einen beachtlichen Stammdurchmesser. Kopfweiden entstehen, wenn in regelmäßigen Abständen die Weidentriebe auf derselben Höhe abgeschnitten werden. Früher waren sie häufig anzutreffen, weil die Weidentriebe zum Korbflechten oder zur Gewinnung von Bindematerial genutzt wurden. Heute findet man sie nur noch selten, weil diese Handwerkskunst kaum noch betrieben wird. Aus Naturschutzsicht sind alte Kopfweiden sehr wertvoll, weil sie vielen Tieren (u.a. Insektenlarven, Fledermäuse, Vögel) und einigen Pilzen Lebensraum bieten.

Die „S.A. DES EAUX DE BECKERICH“: Am Ende des Weges blickt man auf die am 10. April 1986 in Betrieb genommene Beckericher Wasserfabrik. Sie wird von den zwei folgenden Quellen versorgt: Die im Jahre 1984 als „Mineralwasser“ ausgezeichnete Quelle „Mëlleschbur“ sowie die im Jahre 1986 als „Tafelwasser“ ausgezeichnete Quelle „Wäschbur“. Diese beiden Quellen entspringen am Fuße des „Kuelebierg“ (Mëlleschbur) beziehungsweise am Fuße des „Kasselbierg“ (Wäschbur), zweier bewaldeter Hügel am Rande Beckerichs, die zur luxemburgischen Sandsteinregion gehören. Zweihundert Millionen Flaschen werden hier unter den Labels „Beckerich“ und „Cristaline“ jedes Jahr abgefüllt.


STATION 7

7. Naturnahes Bauen – von Menschenhand geschaffen Die Station 7 steht für ein ein interessantes interessantes Beispiel Beispiel einer einer Umsetzung, Umsetzung, bei bei der der der der Mensch die Natur wieder ins Rollen gebracht hat. Sie ist das Ergebnis aus einer die Natur wieder ins Rollen gebracht hat. Sie war das Ergebnis aus Zusammenarbeit zwischen „co-labor“, einem einem luxemburgischen Unternehmen einer Zusammenarbeit zwischen „Co-labor“, luxemburgischen Unter­ zur Wiedereingliederung in die Arbeit, Beckericher Einwohnern und der Millen nehmen zur Wiedereingliederung in die Arbeit, Beckericher Einwohnern und asbld‘Millen im Frühjahr Sie setzt sichHeute aus folgenden der asbl 2009. im Frühjahr 2009. ist sie einkleinen Teil vonStationen weiteren zusamneuen men: Projekten, welche vom Bauhof der Be­ ckericher Gemeinde umgesetzt wurden.


STATION 7

7a. Die Kräuterspirale Die Kräuterspirale ist ein dreidimensionales Beet, welches Pflanzen aus ver­ schiedenen Klimazonen ideale Standortansprüche auf kleinstem Raum er­ möglicht. Sie wird in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt (feuchte Zone, normale Zone und mediterrane Zone) und gemäß dieser Zonen bepflanzt. Im unteren Bereich des Beetes ist es feucht und nährstoffreich. Hier finden vor allem heimische Kräuter wie Liebstöckel und Bärlauch einen optimalen Standort. In der mittleren, mäßig trockenen Zone der Kräuterspirale füh­ len sich unter anderem Oregano und Melisse wohl. Die obere, trockene und nährstoffärmere Zone bietet hingegen vor allem mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Salbei perfekte Bedingungen zum Wachsen. Kräuter­ spiralen sollten möglichst an vollsonnigen Plätzen gebaut werden, damit vor allem wärmebedürftige Pflanzenarten sich voll entfalten und die Kräuter ihre Duft- und Aromastoffe gut ausbilden können. Mit der Zeit siedeln sich bei der Spirale auch Kleintiere und Insekten an, zahlreiche Bienen werden angelockt. Größere Hohlräume zwischen den Steinen bieten Unterschlupf für verschiedene Kleintiere, so dass ein klei­ nes Biotop entsteht. Diese Kräuterspirale wurde 2013 als Gemeinschaftsprojekt mit den Gärt­ nern der Beckericher Gemeinde sowie den Gärtnern des Centre Roger The­ len entworfen, gebaut und bepflanzt.


STATION 7

7b. Der Libellentümpel und die Extensivweide Zwischen Feldweg und Bach liegt eine ca. 1 ha große Wiese, die seit Kurzem der Gemeinde Beckerich gehört. Die Fläche ist durch mehrere Quellen und Reste von Seggenrieden gekennzeichnet und hat ein großes Entwicklungspotential im Sinne des Naturschutzes. Die Gemeinde hat dieses ehemals intensiv be­ wirtschaftete Land erstanden mit dem Ziel einer traditionellen Nutzung mit Extensiv-Rindern (Highland Cattle), dem Verzicht auf jegliche Düngung und der Schaffung neuen Lebensraumes für Fauna und Flora. So reichte es aus, an feuchten Stellen Vertiefungen zu graben, um mehrere Kleingewässer zu schaf­ fen. Der an dieser Station zu sehende Tümpel wurde 2010 ausgebaggert. Die Pflanzen und Tiere haben sich von alleine eingestellt und jedes Jahr entwickelt sich das Leben weiter. Neue Arten kommen hinzu, andere aus der Anfangszeit verschwinden. Zum festen Inventar gehören inzwischen die Grünfrösche, Libellen und versteckt lebende Molche. Interessant ist der unter Wasser leben­ de Wasserhahnenfuß, der nur mit seinen kleinen weißen Blüten aus dem Wasser ragt. Auffällig ebenfalls der Froschlöffel mit seinen aufrechten, spitzen, löffelartigen Blättern, der im Sommer einen feingliedrigen, bis zu 1 m hohen Blütenstand entwickelt. Dieser Platz lädt auch uns Menschen zum stillen Verweilen ein und gibt uns die Chance, das „geheime“ Leben im Tümpel von ganz nahe zu be­ trachten.


STATION 7

7c. Verschiedene Weidensorten Es gibt weltweit ungefähr 160 verschiedene Arten von Weiden, nicht zu vergessen die vielen oft fruchtbaren Hybriden (Mischformen). In Luxemburg gibt es neun verschiedene Arten. In der Tat liegt es in der Natur der Weiden, sich leicht zu kreuzen, was erklärt, dass für ein und dieselbe Art das genetische Erbgut sehr umfangreich sein kann. Aber für jede Spezies haben sich nicht nur verschiedene Sorten (wie die Weide Noir de Vilaine) sondern auch verschiedene Standortrassen entwickelt. Man hat bei der genetischen Analyse von ein und derselben Art herausgefunden, dass sich das genetische Erbgut von einem zum anderen Flusseinzugsgebiet unterscheiden kann. In dem Beet am Kräutergarten werden vier verschiedene Arten von Weiden angebaut: Mandel-Weide (Salix triandra), Korb-Weide (Salix viminalis), SilberWeide (Salix alba) und Purpur-Weide (Salix purpurea). Folgende Bedingungen müssen diese Weiden erfüllen: Die Äste sollten zum Korbflechten oder zum Bau von lebenden Weidenzäunen verwendet werden können.


STATION 7

7d. Weidenzaun Bei dieser Art von Zaun wird mit Technik gearbeitet, beiRoger der man „lebenDer Gemüsegarten, gepflegt und einer bewirtschaftet vom Centre Thelen (sie­ de“ Weiden benutzt. Wenn man ganz filigrane Strukturen bekommen möchte, he Station 10), ist von einem Zaun umschlossen, der mit „lebenden“ Weiden sollte man auf Weidensorten zurückgreifen, die traditionellerweise in der sollte Korbgebaut wurde. Wenn man ganz filigrane Strukturen bekommen möchte, flechterei benutzt werden. man auf Weidensorten zurückgreifen, die traditionellerweise in der Korbflech­ Bei diesem hat man die Mandel-Weide (Salix triandra, Sorte „Noir de terei benutztZaun werden. Vilaine“) gewählt, da sie Merkmal lange, nicht Bei diesem Zaun hat manalsdie Mandel-Weide (Salixverästelte triandra,Stiele Sorte aufweist, „Noir de welche sich ideal zum Flechten eignen. Das Anlegen des Zaunes sollte immer Vilaine“) gewählt, da sie als Merkmal lange, nicht verästelte Stiele aufweist, im Winter begonnen werden. Zuerst wird der Boden tief gelockert, damit die welche sich ideal zum Flechten eignen. Das Anlegen des Zaunes sollte immer Weiden gut anwachsen können. Des Weiteren wird mit mehreren Zaundrähten im Winter begonnen werden. Zuerst wird der Boden tief gelockert, damit die eine Stützkonstruktion Weiden gut anwachsen angelegt. können. Des Weiteren wird mit mehreren Zaundräh­ In einem zweiten Arbeitsgang, gegen Ende des Winters, nach dem harten Frost ten eine Stützkonstruktion angelegt. aber noch vor dem Aufsteigen der Säfte, werden die frisch geschnittenen WeiIn einem zweiten Arbeitsgang, gegen Ende des Winters, nach dem harten Frost denstängel ca. 30 cm tief in den Boden gesteckt. Der März ist der idealste Moaber noch vor dem Aufsteigen der Säfte, werden die frisch geschnittenen Wei­ nat dafür. Anschließend werden die Stängel geflochten, immer einen Stängel denstängel ca. 30 cm tief in den Boden gesteckt. Der März ist der idealste Mo­ nachdafür. vorne,Anschließend einen nach hinten und weiter über die gesamte Zaunlänge, aber nat werden diesoStängel geflochten, immer einen Stängel aufgepasst: Man sollte sich hierbei nicht irren! Dann wird das Geflecht noch in nach vorne, einen nach hinten und so weiter über die gesamte Zaunlänge, Form gezogen und an den Spanndrähten befestigt. Im ersten Jahr sollte man aber aufgepasst: Man sollte sich hierbei nicht irren! Dann wird das Geflecht daraufinachten, dass derund Zaun regelmäßig gewässert wird. Diese Art von noch Form gezogen an den Spanndrähten befestigt. Im ersten JahrZaun soll­ muss zwei bis drei Mal im Jahr zurück geschnitten werden. te man darauf achten, dass der Zaun regelmäßig gewässert wird. Diese Art von Zaun muss zwei bis drei Mal im Jahr zurück geschnitten werden.


STATION 8

8. Obstsortengarten Hier wurde ein Sortengarten mit vielen verschiedenen Hochstamm-Obstbäumen neu angepflanzt, zu denen insbesondere alte Sorten gehören, die heute kaum noch angebaut werden und daher drohen, in Vergessenheit zu geraten. Vor allem bei Äpfeln und Birnen hat sich über die Jahrhunderte eine enorme Vielfalt entwickelt, wobei einige Sorten schon im Mittelalter sehr geschätzt waren. Ein Sortengarten kann dazu beitragen, dieses jahrhundertealte Wissen über Obstsorten und ihre Verwendung sowie die Pflege der Hochstamm-Obstbäume zu erhalten. Vom Obstsortengarten blickt man auf die Sporthalle. Die im Jahre 2003 in einer Aktivitätszone erbaute Halle steht für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in der Vom Obstsortengarten blickt man auf die Sporthalle. Die im Jahre 2003 in einer AktiviBeckericher Gemeinde. Das kistenförmige Gebäude hat einen großen überdachten tätszone erbaute Halle für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung der BeckeEingangsbereich, der essteht ermöglicht, auch bei schlechtem Wetter zahlreichein Aktivitäten richer Gemeinde. Das kistenförmige Gebäude hat einen großen überdachten Eingangsim Freien stattfinden zu lassen. Es ist nordöstlich ausgerichtet und lässt damit viel Tageslicht wird über zahlreiche einen Nahwärmeanschluss aus bereich, derins es Gebäudeinnere. ermöglicht, auchDie beiSporthalle schlechtem Wetter Aktivitäten im Freien der Beckericher Biogasundnordöstlich Holzhackschnitzelanlage beheizt. Das Dach bietet Platz stattfinden zu lassen. Es ist ausgerichtet und lässt damit viel Tageslicht ins für zahlreiche Fotovoltaik-Anlagen, die in Gemeinschaft mit verschiedenen Teilhabern Gebäudeinnere. Die Sporthalle wird über einen Nahwärmeanschluss aus der Beckericher angeschafft wurden. Alle Materialien, die zur Konstruktion des Gebäudes verwendet BiogasHolzhackschnitzelanlage beheizt. Dasder Dach bietet Platz für zahlreiche Fotowurden,und sind nachhaltig und recycelbar. Hinter Sporthalle befinden sich mehrere voltaik-Anlagen, die in Gemeinschaft mit verschiedenen Teilhabern angeschafft sportliche Einrichtungen (Baseball, Skater-Piste, Beach-Volleyball, Tischtennis,wurden. MiniStadion). Von derdie Halle starten verschiedene ausgeschildete Wege insind dennachhaltig Wald für Alle Materialien, zur aus Konstruktion des Gebäudes verwendet wurden, Läufer, Mountainbiker und Wanderer. 2013 wurde auch ein kleiner Fitness-Pfad mit verund recycelbar. schiedenen Geräten angelegt.


STATION 9

9. Waldmantel/Waldsaum An dieser Stelle allzu Zeit eingestanden; Fichtenwalddieser gestanden; Stelle hat hat bis bis vor vornicht kurzem einlanger Fichtenwald wurde dieser wurde abgeholzt, weil Fichten-Monokulturen in unserer kein ur­ abgeholzt, weil Fichten-Monokulturen in unserer Region kein Region ursprünglicher sprünglicher undLebensraum natürlichersind Lebensraum sind und sie daher vonWaldpflanzen den meisten und natürlicher und sie daher von den meisten Waldpflanzen undals -tieren nicht alsgenutzt Lebensraum genutzt werden können. Um und -tieren nicht Lebensraum werden können. Um den Waldrand den Waldrand Natur undaufzuwerten, Landschaft aufzuwerten, soll hier einWaldmantel naturnaher für Natur und für Landschaft soll hier ein naturnaher Waldmantel mit vorgelagertem WaldsaumUm entstehen. Um die Entwicklung zu mit vorgelagertem Waldsaum entstehen. die Entwicklung zu beschleunibeschleunigen 2008 mit finanzieller Unterstützung der Luxemburger gen wurde 2008wurde mit finanzieller Unterstützung der Luxemburger Natur- und Naturund Vogelschutzliga (Sektion Kantoneine Redingen) eine Initialpflanzung Vogelschutzliga (Sektion Kanton Redingen) Initialpflanzung von Sträuvon durchgeführt. Der Waldmantel ist ein Gebüschsaum, sich chernSträuchern durchgeführt. Der Waldmantel ist ein Gebüschsaum, der sich der natürlinatürlicherweise im Übergang vom zur Landschaft offenen Landschaft selbst cherweise im Übergang vom Wald zurWald offenen von selbstvon ansiedelt ansiedelt und, wievon Hecken, vielenalsTierarten als und Nahrungsund und, ähnlich wieähnlich Hecken, vielen von Tierarten NahrungsBrutlebensBrutlebensraum genutzt wird. Typische Gehölzarten im Waldmantel sind die raum genutzt wird. Typische Gehölzarten im Waldmantel sind die recht häufirecht häufigenHasel, Sträucher Hasel, und Weißdorn und Heckenrose, danebenaber kommen gen Sträucher Weißdorn Heckenrose, daneben kommen auch aber auchArten seltenere Arten wie z.B. das Pfaffenhütchen oderSchneeball der Gemeine seltenere wie z.B. das Pfaffenhütchen oder der Gemeine vor, Schneeball die alleBlüten sehr attraktive Blüten und Früchte besitzen. die alle sehrvor, attraktive und Früchte besitzen. Dem Waldmantel Waldmantel vorgelagert vorgelagertist isttypischerweise typischerweiseder derWaldsaum, Waldsaum,eine eine norma­ normalerlerweise kräuterund blumenreiche Pflanzengemeinschaft, aus weise sehrsehr kräuterund blumenreiche Pflanzengemeinschaft, die sichdie aussich WiesenWiesenpflanzen, spät blühenden Stauden (sogenannte „Saumarten“) und je pflanzen, spät blühenden Stauden (sogenannte „Saumarten“) und je nach Ausrichnach Ausrichtung Sonne auch schattenertragenden Waldkräutern zusam­ tung zur Sonne auchzur schattenertragenden Waldkräutern zusammensetzt. mensetzt.


STATION 10 10

10. Aktivitätszone und Wasser-Rückhaltebecken Wenn man den Waldsaum nun hinter sich sich lässt, lässt, erreicht erreicht man man die dieinterdiszipliinterdiszipli­ näre näre Aktivitätszone Aktivitätszonevon vonBeckerich, Beckerich,durch durchwelche welcheder der jährliche jährliche Halb-Marathon und auch die ehemalige Eisenbahntrasse Eisenbahntrasse führen. führen. Auf der rechten Seite, kurz vor der Sporthalle, gibt es einen kleinen MounMoun­ tainbike-Rundweg, tainbike-Rundweg,der dervon von der der Gemeinde Gemeinde angelegt angelegt wurde. wurde. Man hatte an die­ dieser Stelle einfach die Erde aufgeschüttet, die beim Säubern des Mühlweihers abgetragen wurde. Nach und nach wurde der Erdhügel dann von zahlreichen Weidenbüschen überwuchert. Weidenbüschen überwuchert. linken Seite, gegenüber Sporthalle, kann gutes Beispiel AufAuf derder linken Seite, gegenüber derder Sporthalle, kann manman ein ein gutes Beispiel für ein Niedrigenergie-Gebäude entdecken: Die Betonwände sind nach einfür Niedrigenergie-Gebäude entdecken: Die Betonwände sind nach außen isoisoliert mit einer Brettschalung aus einheimischem wärmebe­ liertaußen und mit einerund Brettschalung aus einheimischem wärmebehandelten Holz handelten eingekleidet. Holz (Thermoholz) eingekleidet. Das einen Gebäude wird über einen (Thermoholz) Das Gebäude wird über „Kanadischen Brun„Kanadischen Brunnen“ belüftet, welcher Grundstück auf dem angrenzenden nen“ belüftet, welcher auf dem angrenzenden zu sehen ist, Grund­ besitzt stück zu sehen ist, besitzt Dreifachverglasung einen Wasserkreislauf Dreifachverglasung sowie einen Wasserkreislauf insowie den Böden, usw. – also ein in denmit Böden, – also ein Gebäude einerEnergiequellen. Energieversorgung frei Gebäude einer usw. Energieversorgung frei vonmit fossilen Mehrere vonBetriebe, fossilen Energiequellen. Mehrere junge arbeiten, Betriebe, haben die mitsich erneuerbaren junge die mit erneuerbaren Energien in diesem Energien arbeiten, haben sich in diesem Gebäude niedergelassen. Gebäude niedergelassen. Zentrum Aktivitätszone symbolisiert eine mobile Fotovoltaikanla­ Im Im Zentrum derder Aktivitätszone symbolisiert eine mobile Fotovoltaikanlage die Bemühungen der Gemeinde im Bereich „Erneuerbare Energien“. Auf diege Bemühungen der Gemeinde im Bereich „Erneuerbare Energien“. Auf dem mit Miscanthus (Elefantengras) bepflanzten sich mitdem Miscanthus (Elefantengras) bepflanzten ParkplatzParkplatz befindet befindet sich ein Was-


STATION 10 10

ein Wasserspender mit Beckericher an welchem im Sommer Wanderer serspender mit Beckericher Wasser,Wasser, an welchem im Sommer Wanderer oder oder Sportler ihren Durst stillen können. Sportler ihren Durst stillen können. Am Ende der wie bereits erwähntfür – der Aktivitätszone Aktivitätszone befindet befindet sich sichzur zurRechten Rechten–eine Arbeitsstätte eine geschützte Werkstatt für Personen mit Autismus (Centre Roger Thelen) Autisten und zur Linken das Feuerwehrhaus der Gemeinde, auf dessen Dach und das Feuerwehrhaus der Gemeinde, auf dessen Dach – wie – wiezur beiLinken der Sporthalle – Fotovoltaikanlagen aus einer Teilhaber-Gemeinbei der Sporthalle – Fotovoltaikanlagen aus einer Teilhaber-Gemeinschaft schaft installiert sind. Gegenüber führt die Fahrradpiste auf der ehemaligen installiert sind. Gegenüber diean Fahrradpiste ehemaligen Eisen­ Eisenbahntrasse „Attertlinie“führt vorbei der Biogas-auf undderder neuen Holzhackbahntrasse „Attertlinie“ vorbei an der Biogasund Holzhackschnitzelanlage, schnitzelanlage. welche zusammen Wärme für das Beckericher Wenn man vor demdie Feuerwehrhaus nach links abNahwärmenetz produzieren. biegt, stößt man auf einen wunderlichen kleinen Wenn man Tümpel. vor dem Dies Feuerwehrhaus nach links ab­ bläulichen ist ein Wasser-Rückhaltebiegt, stößt man auf einen wunderlichen kleinen becken, in dem das Regenwasser der vier umliegenbläulichen Tümpel. Dies ist ein Wasser-Rückhalteden Gebäude gesammelt und zwischengespeichert becken, dem das Regenwasser derdann vier umliegen­ wird. DasinWasser wird von hieraus zeitverzöden Gebäude gesammelt und zwischengespeichert gert und über einen längeren Zeitraum nach und wird. Das Wasser wird von hieraus dann zeitverzö­ nach in den Mühlenbach geleitet. gert und über einen längeren Zeitraum und Von hier ab geht der Naturlehrpfad entlangnach der Wasnach in den Mühlenbach geleitet. serfabrik zurück zum Mühlweiher. Von hier ab geht der Naturlehrpfad entlang der Wasserfabrik zurück zum Mühlweiher.


STATION 11

11. Wiesenrenaturierung durch Mulchsaat Durch die die Bauarbeiten Bauarbeitenim imJahr Jahr2006 2006war warneben neben dem Feldweg ein Meter einige breiMe­ dem Weg ein einige ter Streifen breiter Streifen entstanden, wo der freiwurde, lag. Hier wurde, sich entstanden, wo der Boden freiBoden lag. Hier damit sichdamit möglichst möglichst schnell eine artenreiche Wiesenvegetation der an­ schnell wieder einewieder artenreiche Wiesenvegetation ähnlich derähnlich angrenzenden grenzenden einstellt, eine Wiesenrenaturierung durch von Aufbrin­ Feuchtwiese Feuchtwiese einstellt, eine Wiesenrenaturierung durch Aufbringen Heu gen von Heu aus einerSpenderfläche geeigneten Spenderfläche Bei solchen aus einer geeigneten durchgeführt. durchgeführt. Bei solchen RenaturierunRenaturierungen wirdgegrubbert, der Streifenum gegrubbert, Boden lockern und gen wird der Streifen den Bodenum zu den lockern undzuanschließend anschließend Heuschnitt von der Spenderfläche gleichmäßig Heuschnitt von der Spenderfläche gleichmäßig verteilt. Beim verteilt. TrocknenBeim des Trocknen des fallen den Boden, keimen und Heus fallen dieHeus Samen auf die denSamen Boden,auf keimen und entwickeln sich entwickeln spätestens sich spätestens im darauf folgenden im darauf folgenden Jahr zu einer lückigen Wiese. Mittlerweile haben sichJahr in einer lückigen etabliert Wiese. Mittlerweile ha­ dem Renaturierungsstreifen typischezuWiesenpflanzen und er ist kaum ben sich in dem Renaturierungsstreifen von der benachbarten Wiese zu unterscheiden. Der Vorteil der Mulch- oder typische etabliert Arten und Heusaat ist, dass man auf diese Weise eine Wiesenpflanzen Wiese mit einheimischen er nicht ist kaum von der benachbarten Wiese bekommt und nicht auf fremdes und regionaltypisches Saatgut zurückzu unterscheiden. Der Vorteil der Mulchgreifen muss. oder Heusaat ist, dass man auf diese Wei­ se eine Wiese mit einheimischen Arten be­ kommt und nicht auf fremdes und nicht regionaltypisches Saatgut zurückgreifen muss.


STATION 12

12. Weidenvielfalt/Feuchtwiese Auf dieser Seite des Weihers befindet sich ein sehr artenreich ausgebildeter Gehölzstreifen mit vielen verschiedenen Weidenarten. Wenn man genau hinschaut, erkennt man die beiden verschiedenen Wuchsformen der Weiden: Im Vordergrund sieht man die strauchförmig wachsenden Weidenarten, zu denen Mandelweide und Grauweide gehören. Dahinter wachsen hohe Baumweiden wie Korbweide, Silberweide oder Lorbeerweide. Die vorgelagerte Feuchtwiese ist ähnlich blumen- und artenreich ausgebildet wie an Station 1, wenn auch etwas hochwüchsiger. Als auffällige Feuchtwiesen-Arten kommen auf dieser Kohldistel Seite neben der lila blühenden KuckucksLichtnelke die spät blühenden Hochstauden Kohldistel (gelblich) und Mädesüß (weiß) hinzu.


STATION 13

13. Beobachten von Tieren Der „Milleweier“ mit dem angrenzenden kleinen Wäldchen bietet einigen Vo­ gelarten Lebensraum, die von dieser Stelle aus sehr gut beobachtet werden können. So brütet z.B. das Teichhuhn in der an die Wasserfläche angrenzen­ den Verlandungszone mit dichtem Unterwuchs. Es ist an der leuchtend roten Stirn und der gelben Schnabelspitze zu erkennen und nickt beim Schwimmen ganz charakteristisch mit dem Kopf. Manchmal ist auch der Eisvogel zu beobachten, ein sehr auffällig orangegrün-blau gefärbter, kleiner Vogel, der sich von kleinen Fischen und größeren Wasserinsekten ernährt. Er sitzt oft auf einem Ast, der das Wasser überragt und beobachtet von dort aus seine Beute, bevor er in einem spektakulären, senkrechten Sturzflug in das Wasser eintaucht und mit seiner Beute wieder auftaucht. Fast immer trifft man Stockenten am Milleweiher an. Zur Brutzeit sind die Stockentenmännchen mit glänzend grünem Kopf, schmalem weißem Halsband und cremefarbigen Rückenfedern sehr auffällig. Das Weib­ chen ist braun gefleckt. Das jährliche Spektakel, wenn im Frühling die Entenküken über das Wasser gleiten, ist besonders schön! Ein auffälliger, wenn auch nicht ganz so regelmäßig anzutreffender Gast ist der Graureiher, ein großer, imposanter Vogel, der im Flug an einen Greifvogel erinnert. Er ernährt sich von Amphibien, Fischen und Mäusen und ist deshalb sowohl in der Nähe von Bächen oder Teichen als auch auf Äckern und Wiesen zu beobachten. Der Weiher ist ebenfalls ein beliebter Ort zum Beobachten der Fort­ pflanzung von verschiedenen Gattungen von Fröschen und Kröten.


Layout milleweier d corr13