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TREFFPUNKT FAMILIE Samstag, 16. März 2019

Eine Sonderbeilage der 1 2


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Samstag, 16. März 2019

TREFFPUNKT FAMILIE

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Mit Händen reden Die Zwergensprache ermöglicht, dass man sich schon früh mit seinem Nachwuchs unterhalten kann.

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Liebe Leserinnen und Leser,

Hier läuft das Wasser im Mund zusammen Wer Lust auf ein Frühlingsmenü hat, bekommt von Koch Jörg Ilzhöfer Vorspeise, Hauptgang und Dessert aufgetischt.

Ein letztes Mahl Wer im Hospiz seine letzten Tage oder Wochen verbringt, darf sich auch noch einmal sein Lieblingsgericht wünschen.

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Kliniktasche? Gepackt! Ein paar Wochen vor der Geburt sollten Schwangere ihre Kliniktasche packen. Was nicht fehlen darf, steht hier. Schonzeit nach der Geburt Die erste Zeit mit dem Baby ist anstrengend und das Wochenbett überhaupt nicht altmodisch. Neun Tipps.

werdende Eltern können ein Lied davon singen, wie schwierig die Namensfindung für den Nachwuchs ist. Bei Haustieren scheint das nicht anders zu sein. Zwar ist Max seit Jahren ein Dauerbrenner – bei Jungs und männlichen Hunden gleichermaßen. Doch gibt es regionale Unterschiede. So hören die meisten Hündinnen in Hamburg auf Emma und in Dresden auf Kira. Rüden in Berlin werden gern Charly, in Köln Sam, in Hannover Lucky und in München Rocky gerufen. Die Mehrheit der Hunde trägt demnach menschliche Namen. Soziologen vermuten dahinter, dass Hunde immer mehr als Familienmitglieder zählen. Weil das Thema „Haustiere“ in jeder Familie irgendwann auf die Tagesordnung kommt, widmet sich ein Schwerpunkt in diesem „Treffpunkt Familie“ den Tieren. Wir haben zusammengestellt, welches Haustier sich für wen eignet. Außerdem haben wir die Tierheim-Jugend und ein Hippotherapiezentrum besucht. Zudem werden auch in dieser Ausgabe unserer Beilage wieder verschiedene Lebensphasen beleuchtet. So gibt es Tipps fürs Packen der Kliniktasche und für ein entspanntes Wochenbett.

Ausflugstipps für Jung und Alt Der Landkreis Esslingen hat in der Freizeit einiges zu bieten. Von Kunst über Natur bis zu Geschichte reicht das Angebot. Ein (außer-)gewöhnliches Kind Wie ein Down-Syndrom-Kind manchmal die ganze Familie auf Trab hält – und was hinter der Behinderung steckt.

Herausforderungen für den Wohnsektor Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Was das für die Wohnungswirtschaft bedeutet, erläutert ein Fachmann. Jeder hilft jedem Alternative Wohnformen im Alter sind in der Diskussion. Wie eine SeniorenWohngemeinschaft funktionieren kann.

Was aber ist, wenn das neugeborene Baby nicht so gesund ist wie erhofft? Wir haben eine Familie getroffen, die vom Leben mit ihrem Down-Syndrom-Kind erzählt. Eine außergewöhnliche Geschichte. Noch relativ neu ist in Deutschland die Verständigung mit Kleinkindern über Handzeichen. Eine Redakteurin hat sich die Gesten der Zwergensprache erklären lassen und von Müttern erfahren, dass sie tatsächlich hilfreich sein können. Schulkinder aus Nellingen haben sich in Ostfildern umgesehen und verraten den Lesern Orte, die man unbedingt besuchen sollte. Passend zum Auftakt der Draußen-Saison empfiehlt die Redaktion außerdem Ausflugsziele im Kreis Esslingen. Darunter sind tolle Spielplätze ebenso zu finden wie Seenlandschaften und Rundwege auf dem Schurwald, kurz: Ausflugstipps für Jung und Alt.

Schüler zeigen ihren Stadtteil Viertklässler erkunden Ostfildern und geben Tipps, was sehenswert ist und was man unbedingt tun sollte.

Wie wollen eigentlich Senioren heute leben? Ein vielschichtiges Thema, wie ein Gespräch mit einem Immobilienfachmann zeigt, der auch privat ein nicht alltägliches Wohnmodell praktiziert.

Das passende Haustier finden In der Familie gibt es Diskussionen über ein Haustier? Unsere Übersicht kann helfen, das richtige zu finden.

Kulinarisches für den Frühling oder auch das Osterfest hat Spitzenkoch Jörg Ilzhöfer zusammengestellt und vorgekocht. Nebenbei hat der Esslinger von seinem Engagement im Hospiz erzählt.

Ziemlich beste Fellnasen-Freunde In der Jugendgruppe des Tierheims lernen Kinder und Jugendliche viel über Tierhaltung und -pflege.

Therapie auf dem Rücken der Pferde Pferde helfen bei der Therapie von neurologisch erkrankten Menschen. Dafür muss das Tier bestimmte Eigenschaften mitbringen.

TIERSPECIAL

Unterstützung von vier Pfoten Nicht nur Pferde werden zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Auch andere Vierbeiner haben positive Auswirkung.

Nun hoffen wir, dass in dieser Beilage für jede Generation ein lesenswertes Thema dabei ist und wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Impressum Redaktion: Stephanie Danner Nathalie Kauder Nicole Spiegelburg Chefredaktion: Gerd Schneider (V.i.S.d.P.) Anzeigen: Carsten Schübeler (verantwortlich)

Layout und Grafik: Benjamin Göth, Carolin Ziefle Illustration: i-stockphoto.com, pixabay.com Fotos: Roberto Bulgrin, Robin Rudel, Tom Weller, dpa Druck: Bechtle Verlag&Druck, Esslingen


Samstag, 16. März 2019

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TREFFPUNKT FAMILIE

Sprechende Hände

Mit Babys lässt sich früh kommunizieren – Zwergensprache macht es möglich Von Nicole Spiegelburg Meist ist „Papa“ oder „Mama“ das erste Wort des Nachwuchses, auf das die Eltern sehnsüchtig warten. Dabei können Babys sich schon viel früher mitteilen, über ihre Hände. In eigenen Kursen für Babyzeichensprache lernen Groß und Klein einfache Handgesten. Sie sollen eine Brücke zur Sprache sein und den Familienalltag erleichtern. „Enya – wo ist die Katze?“ Die Einjährige hebt beide Ärmchen in die Luft, zieht die Schultern etwas hoch und blickt fragend in die Runde. Große Freude bei Zvezdana Seeber: Ihre Tochter hat soeben das Zeichen für „Wo?“ gezeigt. Und auch Enya ist sichtlich glücklich über das gemeinsame „Gespräch“ mit ihrer Mama. „Ich begleite Kinder auf dem Weg zur Sprache und helfe ihnen, sich auszudrücken“, sagt Lea Hack über ihre Tätigkeit als Kursleiterin für Zwergensprache. Wenn sie erzählt, spricht die Begeisterung aus ihren Händen, die Begeisterung darüber, dass es möglich ist, wortlos miteinander zu kommunizieren. Immer wieder formen ihre Finger kleine Gesten, die das Gesagte untermalen. Seit 2018 gibt die gelernte Gesundheitsförderin Kurse in Esslingen, Aichwald und Weinstadt. An zwölf Terminen lernen die Teilnehmer verschiedenste Zeichen kennen, die unmittelbar mit dem Babyalltag zu tun haben; etwa die Zeichen für Mama, Papa oder Milch. Ein Großteil der Zeichen kommt aus der deutschen Gebärdensprache, so wie das Zeichen für Banane: die eine Hand hält die imaginäre Frucht, während die andere dreimal rundherum schält. „Das Schöne an der Gebärdensprache ist, dass sich die Zeichen schnell einprägen, weil sie direkt der Tätigkeit nachempfunden sind“, erklärt Lea Hack. Dazu tragen auch die Lieder, Kniereiter und Fingerspiele bei, die Teil des Kurses sind und die Zeichen nochmals aufgreifen.

In den Alltag integrieren

Zeichen beim Kind ankommt und irgendwann von selbst abgerufen wird, braucht es Zeit und viele Wiederholungen.

oder dringend mal muss, ohne sich öffentlich bloßstellen zu müssen.

Schublade auf dem Weg zur Sprache

„Hopp, hopp, hopp – Pferdchen lauf Galopp“, Dass es sich zunächst komisch anfühlt, mit den singen die Kurs-Mamas, während Enya und Händen zu kommunizieren, kann aber auch Noel auf den Knien schaukeln und Lea Lea Hack aus eigener Erfahrung bestäHack das Zeichen für Pferd zeigt: beide tigen. Sie hat mit ihren heute fünfjähHände locker über Kreuz gelegt, so rigen Zwillingen selbst einen Kurs „als wären es Zügel“. Dazu wird laut für Zwergensprache besucht. gewiehert und Hufgetrappel nachDamals suchte sie nach Wegen, geahmt. Doch allen Bemühungen um die Wut ihres Sohnes besser zum Trotz – für Enya und Noel zu verstehen und mit ihr sind im Moment die selbstumgehen zu lernen. Die gebackenen Haferkekse einanfangs sehr zögerlich fach wichtiger. Ganz normal, und vorzugsweise daheim findet Lea Hack und motiviert ihre eingesetzten Zeichen waren Kurs-Mamas dranzubleiben und die irgendwann ganz selbstverständZeichen immer wieder in ihren licher Teil des Familienalltags. Alltag einfließen zu lassen. „Die „Das hat uns enorm geholGesten öffnen euren Kindern eine fen, weil Jakob mir endlich zusätzliche Schublade auf zeigen konnte, was dem Weg zur Sprache, in er will und sich von m .co he rac nsp che zei aby der sie das Gelernte abmir verstanden und www.b speichern und verknüpfen wahrgenommen können.“ Eine ausgegefühlt hat“, erinnert prägte Gestik als Grundlage für einen großen sich Lea Hack. Die Kursleiterin ist überzeugt, Wortschatz? Das legen zumindest auch wissendass die Wutanfälle dadurch deutlich nachgeschaftliche Studien nahe. So beobachtete die lassen haben. Bis heute spricht die 30-Jährige Gesten-Expertin Susan Goldin-Meadow von der mit ihren Kindern in Zeichensprache und genießt University of California bereits in den 80er-Jahden Vorteil, auch über die Entfernung verstanden ren die Zeigegesten von Kleinkindern im Alter zu werden, ohne dabei ihre Stimme erheben zu von einem Jahr. Vier Jahre später untersuchte müssen. Und Jakob kann seiner Mama ganz die Entwicklungspsychologin den Wortschatz unauffällig zeigen, wenn er ihre Hilfe braucht und stellte fest: Je häufiger die Kinder ihre Hände einsetzten, um sich verständlich zu machen, desto größer war später ihr Wortschatz.

Fotos: Tom Weller

„ABC - die Katze lief im Schnee“ – während die Kursleiterin mit ihren beiden Kurs-Mamas singt und die Schnurrhaare – das Zeichen für Katze – zeigt, krabbeln Enya und der 10 Monate alte Noel zwischen den mitgebrachten Kuscheltieren herum. Das dürfen sie auch, denn im Zwergensprache-Kurs gibt es keinen Lernzwang, zumindest nicht für die Kleinen. „Am Anfang musste ich mir das richtig antrainieren, nicht einfach zu sagen ‚Ah, schau mal, ein Vogel‘, sondern auch das entsprechende Zeichen dazu zu zeigen“, verrät Miriam Hume, die Mutter von Noel. Und so lautete die Hausaufgabe der ersten Stunde für die Großen auch, sich jeden Abend mit Blick auf den vergangenen Tag zu überlegen, wann und wo ein Zeichen gepasst hätte. Denn bis ein

Die einjährige Enya genießt die Kursstunde und übt mit ihrer Mama Zvezdana Seeber auch sonst die Zeichensprache.

Kursleiterin Lea Hack (links) zeigt Noel und seiner Mama Miriam Hume den Entenschnabel, die Geste für Ente.

Lea Hack freut sich dennoch über jedes Zeichen das wieder verschwindet, weil an seine Stelle das gesprochene Wort getreten ist. Für die Gesundheitsförderin sind die Zeichen lediglich hilfreiche Begleiter auf dem Weg zur Sprache, hilfreich allerdings für Groß und Klein. „In dem Übergangsstadium zur Sprache können schon ganz kleine Kinder über ihre Hände mitteilen, was sie wollen und was nicht.“ Das stärke die Selbstwirksamkeit beim Kind und reduziere auf beiden Seiten den Frust, nicht verstanden zu werden beziehungsweise nicht verstehen zu können. Kinder über Zeichen aktiv in die Kommunikation einzubinden. Ihnen darüber das Gefühl zu vermitteln, etwas wert zu sein und wahrgenommen zu werden, empfindet Lea Hack deshalb als entscheidenden Vorteil der Zeichensprache. Damit nicht genug: Die

Gesten schulen außerdem die Motorik. Wenn etwa beim Zeichen für Vogel sich Daumen und Zeigefinger wie ein Schnabel antippen oder beim Zeichen für das Zuhause beide Hände vor dem Körper zum Dach treffen, dann fördere das auch die Verknüpfung beider Gehirnhälften. Die Kursstunde ist fast zu Ende und die Kinder sind müde. Lea Hack geht zum Abschluss nochmals die neuen Zeichen durch und belegt jedes einzelne mit einer bildhaften Erklärung: Papa – eine Hand fährt übers Kinn: „bei dem stupft der Bart“ und Mama – eine Hand streichelt über die Wange „das ist die, die ganz lieb ist.“ Miriam Hume wird zuhause ihrem Mann die neuen Zeichen zeigen, damit auch er mit Noel über die Hände kommunizieren kann. Als Sonderpädagogin mit Schwerpunkt Gehörlosensprache sind ihr die Zeichen ohnehin nicht fremd. Sie möchte nach dem Zwergensprachekurs einen der Folgekurse besuchen, die Lea Hack zu bestimmten Themen wie Wald, Spielzeuge oder Tiere anbietet. Und auch bei der Kursleiterin selbst hat die Zeichensprache nichts an Faszination verloren. Für dieses Jahr hat sie sich fest vorgenommen, die Gebärdensprache als weitere Fremdsprache, samt der ihr eigenen Grammatik zu erlernen. „Dieses Tanzen mit den Händen, das fasziniert mich unheimlich.“

Zwergensprache Was in den englischsprachigen Ländern längst zum ganz normalen Kursangebot wie PEKIP oder Babyschwimmen gehört, mutet hierzulande noch eher exotisch an, die Babyszeichensprache. 2004 brachte Vivian König sie aus England mit. Dort hatte sie mit ihrer Familie mehrere Jahre gelebt und als junge Mutter das baby signing kennengelernt. Über die einfachen Handzeichen konnten die Eltern ihren Sohn Max verstehen, lange bevor er richtig sprechen lernte. Das hat ihren Familienalltag so sehr erleichtert, dass Vivian König die Idee des baby signing kurzerhand mitnahm und – basierend auf der deutschen Gebärdensprache – die Zwergensprache entwickelte. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland Kursangebote. Eigene Liederhefte, themenbezogene Bilderbücher und CDs mit Liedern ergänzen die Kursstunden und greifen die gelernten Zeichen auf. Außerdem schult die Zwergensprache auch Erzieher von Kindertagesstätten oder bietet Themenstunden im Kindergarten an.


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Festlicher Frühling

Ostermenü für die ganze Familie - Vorgekocht von Jörg Ilzhöfer (für je vier Personen)

Tarte Tartin von Spargel und Kirschtomaten, feiner Pflücksalat

Geschmorte Lammhäxle

*** Fein geschmorte Lammhäxle, Karotten-Kartoffel-Stampf, Brechbohnengemüse

Dessertschaum mit Eierlikör

*** Pfitzauf mit einem Eierlikörschaum

Zutaten ↘ ↘ ↘ ↘

Zubereitung

Tarte Tartin von Spargel und Kirschtomate Zutaten ↘ 4 kleine feuerfeste Tarteförmchen, 8 – 9 cm Durchmesser, 1,5 cm hoch ↘ 160 g Spargel, geschält ↘ 6 Kirschtomaten, gelb / rot / dunkelrot ↘ 1,5 EL Balsamico-Essig ↘ 1 EL Zucker ↘ 30 – 40g Butter ↘ Salz / Pfeffer ↘ Eine Rolle Blätterteig ↘ Butter zum Ausfetten der Förmchen

Zutaten ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘

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Fotos: Tom Weller

Zubereitung ↘ Backofen auf 200 °C vorheizen ↘ Kirschtomaten halbieren, Förmchen buttern. ↘ Geschälten Spargel 10 Minuten kochen, kurz ankühlen lassen, in ca. 1 cm große Stücke schneiden. ↘ Spargelstücke und Kirschtomatenhälften (mit dem Fruchtfleisch nach oben) in Förmchen verteilen. ↘ Essig, Zucker und Butter (in kleinen Würfeln) schön gleichmäßig auf dem Spargel und den Tomaten verteilen, salzen und pfeffern. ↘ Im Vorfeld den Blätterteig mit einem Förmchen ausstechen und die befüllten Förmchen damit abdecken, den Rand des Teiges leicht nach innen an den Rand drücken. ↘ Für ca. 15 – 20 Minuten ab in den Ofen. ↘ Wenn der Blätterteig schön knusprig und goldgelb ist, aus dem Ofen nehmen und ca. 5 Minuten stehen lassen. ↘ Dann mit einem Messer den Teig vom Rand lösen, mit Hilfe eines Tuches stürzen, auf einem Teller anrichten und mit einem leckeren Salat servieren.

5 Eier, getrennt 80 g Zucker 0,2L Weißwein 0,1L Eierlikör

4 Lammhäxle Buttaris, Salz 2 Karotten (feine Würfel) 1 Lauch, klein (feine Würfel) ½ Sellerie, klein (feine Würfel) 2 Zwiebeln (feine Würfel) Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Nelke, Wacholder, Knoblauch, Zitronenschale, Kümmel, Mehl 1 EL Tomatenmark ½ l Rotwein ½ l Portwein ½ l Brühe / Fond Salz, Pfeffer, Ingwer, Orangen- und Zitronenschale 1 EL Butter Salz / Pfeffer

Brechbohnen Zutaten ↘ ↘ ↘ ↘

500 g Brechbohnen 0,1 L Gemüsebrühe Puderzucker Salz, Pfeffer, Vanillemark, Abrieb von ¼ Zitrone

Zubereitung ↘ Bei den Bohnen die kleinen Spitzen abknipsen und Bohnen brechen. ↘ In eine Pfanne Puderzucker stäuben, karamellisieren lassen. Bohnen zugeben, kurz anschwenken, mit der Brühe ablöschen und die Hitze reduzieren. ↘ Ab und zu umrühren, Bohnen garen lassen. Mit Salz, Pfeffer, einer Msp. Vanillemark und Zitronenabrieb verfeinern.

Zubereitung ↘ Die Lammhäxle salzen und in Buttaris von allen Seiten sauber anbraten. ↘ Die Hälfte des Lauch, Sellerie und der Karotten in sehr feine Würfel schneiden, den Rest in ca. 1cm große Stücke. ↘ In einem weiteren Topf Puderzucker karamellisieren lassen, das Gemüse zugeben, anschwitzen, Tomatenmark zugeben, kurz mit angehen lassen, mit Portwein ablöschen, einreduzieren lassen, nochmals ablöschen und mit dem Rotwein zur Hälfte auffüllen. ↘ Kräuter und Gewürze zugeben, leicht einreduzieren lassen. Die Häxle wieder zugeben und mit dem restlichen Rotwein und der Brühe aufgießen. (inkl. Ingwer, Orangen- und Zitronenschale) ↘ Im Bräter auf dem Herd (oder Backofen) 1,5 – 2 Stunden schmoren lassen. ↘ Die Häxle entnehmen, und den Soßenansatz noch etwas einreduzieren lassen. Passieren und mit Thymian, Rosmarin und Zitronenschale verfeinern. ↘ Mit kalter Butter „montieren“, Häxle mit den feinen Gemüsewürfeln wieder zugeben und nochmals kurz mit ziehen lassen.

↘ Eigelbe in Schüssel kurz anschlagen. Nun den Zucker und die beiden Alkohole zugeben. ↘ Nun die Schüssel auf einen Topf mit ca. 1cm heißem Wasser setzen – die Schüssel darf das Wasser nicht berühren. ↘ Mischung nun gleichmäßig und möglichst schnell schaumig schlagen (mit einem Schneebesen). ↘ Wenn der Schaum sämig vom Schneebesen tropft, dann ist er perfekt.

Kartoffel-KarottenStampf Zutaten ↘ ↘ ↘ ↘ ↘

300 g Kartoffeln 150 g Karotten 120 ml Sahne 80 g Butter, weich Salz, Pfeffer, Muskat, Zitronenschale

Zubereitung ↘ Die geschälten Kartoffeln und Karotten in Würfeln, in kochendem Salzwasser weich kochen, abgießen, kurz ausdampfen lassen und in einem Topf mit Hilfe eines „Stampfers“ zerdrücken. ↘ Die Sahne, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Muskat, und Zitronenschale,unter Kartoffel-Karottenmasse arbeiten. ↘ Die Butter unter ständigem Rühren leicht köcheln lassen, bis sie bernsteinfarben ist, ebenfalls unterarbeiten.

Pfitzauf Zutaten ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘ ↘

250 g Mehl 0,5 L Milch 4 Eier ½ TL Salz 1 ½ EL Zucker 1 Msp. Vanillemark Abrieb von ¼ Zitrone 2 EL Butter Butter für die Formen 4 – 6 Pfitzaufförmchen

Zubereitung ↘ Backofen bei Ober- / Unterhitze auf 200 °C vorheizen. ↘ Aus Mehl, Milch, Eiern und Salz einen glatten Teig zubereiten. Zucker, Vanille, Zitronenabrieb sowie die flüssige Butter unterziehen. ↘ Förmchen mit weicher Butter auspinseln und diese mit der Teigmasse bis zur Hälfte auffüllen. ↘ Im Backofen bei 200°C für 50 – 60 Minuten backen. In dieser Zeit den Backofen nicht öffnen. ↘ Wenn der Pfitzauf fertig ist, die Förmchen aus dem Ofen nehmen, sofort in der Form servieren, oder mit einem Messer herauslösen und direkt servieren. ↘ Final mit etwas Puderzucker bestäuben.


Samstag, 16. März 2019

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Der letzte Gang

Spitzenkoch Jörg Ilzhöfer kocht Sterbenden ihre Lieblingsspeise Von Nathalie Kauder

ein bisschen Ablenkung. Sobald das Essen auf dem Tisch steht, ist der Raum erfüllt von ‚Oh!‘ und ‚Ah!‘. Für einen kurzen Moment steht der Genuss im Fokus. Auch, wenn viele Todkranke keinen ausgeprägten Geschmackssinn mehr haben. Zum einen würze ich dann stärker, zum anderen spielt sich das Schmecken hier ab“, sagt Ilzhöfer und tippt sich gegen die Stirn.

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Mit dem Leben nach dem Tod beschäftigt sich Spitzenkoch Jörg Ilzhöfer in seinem Ehrenamt: Er kocht für das Hospiz Esslingen und bringt den Sterbenskranken ihr letztes Mahl. Garniert mit einer Prise Humor und Menschlichkeit.

sein letzter Wunsch nach seinem Lieblingsessen erfüllt werden konnte. Das hat mich sehr bewegt. In diesem Moment fühlte ich mich stark an meine Mutter erinnert. Vor ihrem Tod konnte ich ihr mit einem Leberwurstbrot noch eine Freude machen“.

Sein bewegendstes Erlebnis? Zwei Mal habe er für Menschen kochen dürfen, die aus dem Hospiz ausgezogen und wieder ins Leben zurückgekehrt seien. „In beiden Fällen gab es Fleischküchle“. Trotzdem: Nach seinen Besuchen bleibt der 50-Jährige ein paar Minuten im Auto sitzen, schweigt, bevor er wieder wegfährt. „Ich darf diesen Ort wieder verlassen, kehre in mein gewohntes Leben zurück. Das empfinde ich als Privileg und gleichzeitig auch als Mahnung, jeden Moment zu genießen, zu schätzen. Denn das Leben kann sich von jetzt auf gleich ändern, aus dem Gleichgewicht geraten.“

Ilzhöfer schrieb eine Mail an die Hospizleitung, seitdem erhält er immer wieder Anrufe. „Im einen Monat sind es bis zu vier Wünsche, in anderen Monaten bleibt das Telefon still.“ Wie geht er mit dem Wissen um, dass sein Essen vielleicht das letzte ist, das die Menschen im Hospiz genießen, bevor sie sterben? „Ich finde es tröstlich und schön zu wissen, dass ich ihnen noch etwas von mir mit auf den Weg geben kann. Es braucht dazu nicht viele Worte, man muss es einfach nur machen. Ich bin der, der Spaß bringt,

Glaubt er an das Leben nach dem Tod? „Ich bin Protestant, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und ich hoffe natürlich, dass da noch etwas auf uns alle wartet. Meine Mutter war jedenfalls überzeugt davon. Und die kindliche Vorstellung, wie man da so in den Wolken sitzt, als Engel, und von oben auf die Welt herabschaut, hat doch etwas sehr Tröstliches.“ Einmal sagte eine Frau zu ihm: „Herr Ilzhöfer, für Ihr Engagement bekommen Sie da oben bestimmt eine Wolke mit Sitzheizung“. Und darauf „kann ich mich doch freuen“.

Foto: privat

Ein Löffel voller Spätzle, ein Bissen vom Rostbraten, ein Mund voll Schokoladenpudding. Das Glück und die Freude zergehen auf der Zunge und bringen so Erinnerungen an schöne Tage zurück. Tage, an denen Krankheit, Tod und Sterben noch abstrakte Begriffe waren, weit weg vom eigenen Leben. Wenn das Handy von Jörg Ilzhöfer klingelt und sich das Hospiz Esslingen meldet, dann bleibt nicht mehr viel Zeit. Eine Frau oder ein Mann, jung oder alt, haben einen letzten Wunsch, wollen noch einmal ihre Leibspeise riechen und schmecken. Zwei Tage später steht der 50-jährige Spitzenkoch aus Esslingen dann im Hospiz, richtet die Speisen an, die er bereits in seiner Kochschule vorbereitet hat. „Schnitzel Cordon bleu, Nudeln mit Lachssauce oder Spätzle mit Linsen – es braucht nicht viel, um Menschen glücklich zu machen.“ Um 12 Uhr wird gegessen. Wenn der Hospiz-Bewohner, der sich das Gericht gewünscht hat, noch fit genug ist, wird gemeinsam am Tisch gegessen. „Da sitzen dann bis zu acht der Bewohner, inklusive Angehöriger, auch die Mitarbeiter des Hospiz setzen sich dazu –

das ist eine sehr familiäre Runde, es herrscht eine schöne Stimmung“, erzählt der Koch. Ilzhöfer erinnert sich noch an seinen ersten Besuch im Hospiz vor sechs Jahren: „Ich habe damals einer Frau ihr Essen aufs Zimmer gebracht. Wir unterhielten uns eine Weile, dann ging ich und sagte ‚Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag‘. Als ich die Tür hinter mir schloss, wollte ich im Erdboden versinken. Ich dachte: ‚Das kannst du doch nicht sagen.‘ Mittlerweile wünsche er dem- oder derjenigen einfach viel Kraft und drücke ihnen fest die Hand“. Zu seinem Ehrenamt kam er über eine Mitarbeiterin, die auch im Hospiz beschäftigt war „und eines Abends zerknirscht bei mir in der Küche erschien. Sie erzählte mir, dass ein Hospiz-Bewohner gestorben sei, bevor ihm

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Bademantel, Musik und ein Haargummi Das gehört in die Kliniktasche ↘ Weite und bequeme Kleidung (z.B. Jogginganzug oder etwas, das im 5./6. Monat gepasst hat) für Spaziergänge in der Klinik und den Heimweg ↘ Bücher, Zeitschriften, MP3-Player, Smartphone oder Tablet und die zugehörigen Ladegeräte für den Zeitvertreib ↘ Kontaktlinsenträgerinnen sollten an ihre Brille denken

Von Nathalie Kauder Vor der Geburt des eigenen Babys machen sich Eltern viele Gedanken. Ein paar davon sollten sie auch der Kliniktasche widmen, die sie mit ins Krankenhaus nehmen. Darin findet Frau dann alles, was sie braucht, um sich die Geburt und die Zeit danach so angenehm wie möglich zu machen. Hier ein paar Tipps, was außer Bademantel, Musik und Haargummi nicht fehlen sollte.

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Persönliche Dinge für den Klinikaufenthalt: ↘ Bequeme, weite Nachthemden, die sich zum Stillen öffnen lassen ↘ Stilleinlagen und Still-BHs (zwei Nummern größer als bisher) ↘ mehrere kochfeste Slips oder Wegwerfslips für die ersten Tage ↘ Bademantel oder Sweatshirtjacke ↘ eine große Packung starker Binden (Tampons sind beim Wochenfluss tabu!)

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Mutterpass Personalausweis Krankenversicherungskarte falls vorhanden: Allergiepass evtl. den Einweisungsschein des Frauenarztes/der Frauenärztin ↘ Familienstammbuch oder Heiratsurkunde (wenn Sie verheiratet sind) bzw. Geburtsurkunde und ggf. Vaterschaftsanerkennung (wenn Sie ledig sind) ↘ falls vorhanden: Geburtsplan

Nützliches für die Geburt: ↘ Ein bis zwei bequeme, weite Hemden oder Shirts zum Wechseln während der Wehen ↘ Warme Socken oder Wärmflasche, denn viele Frauen frieren während der Geburt und können sich dann nicht ausreichend entspannen ↘ Hausschuhe ↘ bei langen Haaren Haarspange oder -gummi, damit die Haare während der Geburt nicht stören ↘ Lippenbalsam, Massageöl, Badezusatz ↘ Verpflegung für die werdenden Eltern, falls sich die Wehen sehr lange hinziehen. Geeignet sind Tees, Fruchtsäfte, Obst, Traubenzucker, Müsliriegel und andere leichte Snacks ↘ Fotoapparat/Kamera für die ersten Babyaufnahmen

Nützliches für das Baby: ↘ Für Ihr Baby wird in den meisten Kliniken die Kleidung und ähnliches für die ersten Tage gestellt, sodass Sie nur das Nötigste für den Heimweg mitzubringen brauchen. ↘ zwei bis drei Windeln für den Entlassungstag ↘ ein bis zwei Bodys in Größe 50 oder 56 ↘ ein Strampelanzug und ein Baby-Wickeljäckchen ↘ ein Jäckchen (im Winter: Winteroverall) ↘ Mützchen und Socken; falls Ihr Baby im Winter geboren wird zusätzlich Handschuhe ↘ Spucktücher ↘ Trageschale und Decke oder Babyautositz (kann auch zur Abholung bei der Entlassung jemand mitbringen)

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Sie erwarten ein Baby oder es ist bereits auf der Welt? Wir haben ein großes Kursangebot für Sie:

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Nicht zu viel vornehmen Neun Tipps für ein entspanntes Wochenbett

Von Denise Peikert Wochenbett – für viele werdende Eltern klingt das altmodisch. Dann sind sie überrascht, wie anstrengend die erste Zeit mit Baby ist. Ein paar Tipps zur Vorbereitung können Müttern und Vätern helfen.

Foto: dpa

Etwa 40 Wochen verändert sich der Körper einer Frau vor der Geburt, 6 bis 8 Wochen braucht er danach, um sich wieder zu erholen. Die Zeit nennt man Wochenbett, und früher wurde das noch wörtlich genommen: Die Nachbarinnen im Dorf kümmerten sich ums Essenkochen und den Haushalt, die Wöchnerin verließ das Haus nicht. Inzwischen wollen viele Frauen in dieser Zeit ein straffes Programm durchziehen. Anja Constance Gaca ist Hebamme in Berlin und Co-Autorin des Buches „Das Wochenbett“ und meint: „Frauen nehmen sich zu schnell zu viel vor.“ Dabei dürfe man nicht von einem Normalzustand ausgehen. Aber Mütter und Väter können viel tun, um gut durch die erste Zeit zu kommen:

1. Keine falschen Erwartungen Oma und Opa wollen das Baby sehen, die Tanten auch, und außerdem ist Heidi Klum schon wenige Wochen nach der Geburt wieder in Unterwäsche über den Laufsteg spaziert. „Wir bekommen ein völlig falsches Bild von der Zeit nach der Geburt vermittelt“, sagt Hebamme Gaca. Dagegen helfe nur, sich klarzumachen, dass nicht nur das Kind Zeit braucht, in der Welt anzukommen. „Auch die neue Familie muss sich erst einstellen“, sagt Gaca.

2. Besuchsplan aufstellen Frauen sollten sich gut überlegen, wen sie in den ersten Tagen nach der Geburt empfangen wollen. „Das müssen Menschen sein, denen man auch im Bademantel, verheult und ohne aufzuräumen unter die Augen treten will“, sagt Gaca. Am besten ist es, wenn der Partner einen Besuchsplan aufstellt – und alle streicht, die nur Kaffee trinken und Baby gucken wollen. Willkommen ist dagegen jeder, der Essen mitbringt oder irgendwie mithilft.

3. Hilfe holen Sollte das nicht gehen, und kann auch der Partner keinen Urlaub nehmen, sollten Frauen über eine Haushaltshilfe nachdenken. In bestimmten Fällen wird die sogar von der Krankenkasse bezahlt. „Wenn nicht, kann man sich die Hilfe aber auch schenken lassen – anstelle des 100. Stramplers“, sagt Ulrike Käfer, die Mütter als Baby-Plannerin unterstützt. Spezielle Mütterpflegerinnen kochen oder bespielen die Geschwisterkinder.

5. Großzügig Urlaub für den Partner planen Der Partner sollte helfen können – mit Resturlaub und Elternzeit am besten die gesamten acht Wochen. Viele Väter nehmen sich nur zwei Wochen Urlaub. Gerade dann wird es aber oft richtig anstrengend, sagt Anja Constance Gaca. „Ab der dritten, vierten Woche schreit das Kind oft häufiger und lässt sich nicht mehr so einfach zum Schlafen ablegen.“ Wenn das mit dem Arbeitsbeginn des Papas zusammenfällt, ist das für Frauen oft die anstrengendste Zeit.

6. Mit dem Babyblues rechnen Der Tag kommt bei vielen Müttern – und meist ist es der dritte nach der Geburt. „Wenn die Milch läuft, laufen oft auch die Tränen“, sagt Baby-Plannerin Käfer. Sie meint damit: Oft fällt der sogenannte Babyblues mit dem Milcheinschuss zusammen. Das ist körperlich anstrengend, die ersten Hormone nach der Geburt sind aufgebraucht, zwei, drei schlechte Nächte liegen hinter einem – da sind die Nerven dünn und die Frauen oft ängstlich und gereizt.

7. Den Körper heilen lassen Eine alte Faustregel besagt: eine Woche im Bett, eine Woche am Bett, eine Woche ums Bett. „Eine Geburt ist anstrengend, der Körper lässt das die Frauen spüren – gerade nach einem Kaiserschnitt“, sagt Hebamme Gaca. Aber auch sonst sollten Mütter mindestens in den ersten zehn Tagen viel liegen und nicht schwer heben.

4. Essen einfrieren und große Suppentöpfe kochen

8. Frühzeitig um Hebamme und Kinderarzt kümmern

Eine Wochenbettsuppe ist das ideale Essen für Wöchnerinnen. So eine Suppe gibt nicht nur Kraft, sondern ist auch praktisch, weil sie lange reicht. Außerdem gut: Schon während der Schwangerschaft von jedem Gericht eines mehr kochen und einfrieren. „Möglichst Speisen, die gut bekömmlich sind und nicht blähen“, empfiehlt Karoline Lievertz vom Deutschen Hebammenverband. In manchen Städten bringen Lieferdienste spezielle Mutter-Kind-Kisten mit Frischware ins Haus.

Um die Hebamme sollten Frauen sich spätestens bis zur zwölften Schwangerschaftswoche gekümmert haben. „Wer eine Beleghebamme haben will oder jemand Bestimmtes, sollte eigentlich schon anrufen, sobald er den positiven Schwangerschaftstest hat“, sagt Käfer. Dann ist auch genug Zeit, sich zu beschnuppern, denn die Chemie zwischen Hebamme und Mutter sollte stimmen. Auch wichtig: Sich frühzeitig um einen Kinderarzt bemühen, der dann auch die U2-Vorsorgeuntersuchung macht.

9. Anträge während der Schwangerschaft ausfüllen Elterngeld, Kindergeld, Familienversicherung, Vaterschaftsanerkennung: Die meisten Anträge können schon vor der Geburt ausgefüllt und

zurechtgelegt werden. „Frauen sollten ruhig ihren Partner zum Standesamt schicken“, sagt Käfer. Aber auch für den ist die erste Zeit nach der Geburt ein Ausnahmezustand. Umso besser, wenn alles schon vorbereitet ist.

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Infoveranstaltung KE im Dialog:

19. März 2019, Dienstag 17.30 - 18.30 Uhr FORUM (Haus 15), Klinikum Esslingen

Alles WhatsApp? Die Frage der Computerspielsucht bei Kindern und Jugendlichen Chefarzt Dr. Gunter Joas, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Wohlfühlatmosphäre und Sicherheit für Ihre Geburt Wir freuen uns, Sie und Ihre Familie bei Schwangerschaft und

Geburt begleiten zu dürfen. Das Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und der Klinik für Kinder und Jugendliche sind für Mutter, Vater und Kind da. Wenn es mal schnell gehen muss - den Kreißsaal erreichen Sie unter:

0711 - 3103 7910 / www.mkz.klinikum-esslingen.de

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Samstag, 16. März 2019

TREFFPUNKT FAMILIE

Planeten erleben, Vögel beobachten und spielen wie ein Römer Spannende Ausflugstipps für die ganze Familie Von Stephanie Danner, Nathalie Kauder und Nicole Spiegelburg

Wernau

Baggerseen als Paradies für Vogelkundler

Fotos: Roberto Bulgrin, dpa (1)

Bei Wernau liegt das Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen. Hier gibt es Natur pur, ein beliebtes Ziel für Wanderer, Spaziergänger und Vogelkundler. Denn wer sich Zeit lässt, kann Graureiher, Eisvogel oder Flussregenpfeifer in ihrem Lebensraum beobachten. Seltene Vogelarten fühlen sich dort wohl. In mehr als 25 Jahren ist das Naturschutzgebiet zum wichtigsten Ökologiebereich im Ballungsraum Stuttgart geworden und stellt die einzige größere Wasserfläche in unserer Region dar. Besucher können die Baggerseen auf einem Fußweg umrunden. Als Ausgangspunkt bietet sich der Neckardammweg auf der Ostseite an. Hier gibt es seit 1993 einen schönen Naturlehrpfad mit zahlreichen Informationstafeln. Um brütende und rastende Wasservögel nicht zu beeinträchtigen, sollen die markierten Wege nicht verlassen werden. ↘ Wernauer Baggerseen Köngener Straße, 73249 Wernau

Lichtenwald

Kulturrundweg zu Kunst und Heimatgeschichte Plochingen

Der Bruckenwasen Der Landschaftspark Bruckenwasen ist ideal für einen Tag an der frischen Luft und lädt zum Spazieren, Radfahren und Entspannen ein. Schöne Spazierwege führen am Neckar entlang. Für Kinder ideal: Zwei große Spielplätze laden zum Toben ein, für Jugendliche gibt es die Skateranlage und die „Eiger-Nordwand“, einen Kletterfelsen. Mit der Gartendampfbahn des Vereins „Dampfbahner“ kann man eine Runde durch den Park drehen. Boule-Liebhaber kommen auf der frei zugänglichen Boule-Bahn auf ihre Kosten. Bei gutem Wetter bietet sich ein entspanntes Picknick an, ansonsten gibt es auch mehrere schöne Lokale und Biergärten, bei denen man sich eine Genuss-Pause gönnen kann. Das benachbarte Umweltzentrum Neckar-Fils am Bruckenbach informiert über die schwäbische Flusslandschaft ebenso wie über schützenswerte Flora und Fauna am Ufer und im Wasser. ↘ Am Bruckenbach, 73207 Plochingen Anzeige

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Zehn Kilometer voller Fakten und Hintergründen zu bemerkenswerten Kunstwerken und Gebäuden sowie zur schönen Lichtenwalder Natur: Der Kulturrundweg berührt insgesamt 22 Stationen in den beiden Ortsteilen sowie auf dem Höhenweg zwischen dem Naturfreundehaus und dem Bürgerzentrum. Auf dem Weg sehen die Besucher unter anderem die Kirche von Hegenlohe, die 1479 fertiggestellt wurde, das Werk „Blauer Ammonit“ am Bürgerzentrum oder die Großskulptur „Augenblick“, die an einer der aussichtsreichsten Stellen des Höhenwegs steht. An der Schule warten Boulderwand, Kletterturm und Reckstangen darauf, beturnt zu werden, der Spielplatz am Hohenrain ist ideal für Kinder. Die Karte gibt es unter ↘ www.lichtenwald.de


Samstag, 16. März 2019

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TREFFPUNKT FAMILIE Köngen

Spielen wie in der Antike auf dem Römerspielplatz Der Spielplatz in der historischen Anlage des Römerparks in Köngen ist für Kinder und Erwachsene eine spielerische Zeitreise. Die Spielgeräte aus Holz zeigen Szenen aus dem römischen Alltagsleben. Wie eine Holzfigur im Stil der Antike, ein Karren, ein Schweinchen zum Wippen, Schaukeln oder Klettergerüste lassen Kinder erleben, wie der Alltag der Römer rund um die Zivilsiedlung Grinario ausgesehen hat. Denn der Park liegt direkt auf dem Gelände, auf dem früher die Siedlung beim Römerkastell war. Der Kastellturm, den man hier ebenfalls besichtigen kann, wurde aufwendig restauriert. Ein Ort, an dem nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsene noch viel lernen können. ↘ Römerpark Köngen, Ringstraße, 73257 Köngen

Wendlingen

Naherholung am Schäferhauser See und am Hüttensee

Baltmannsweiler

Erlebnisspielplatz für Groß und Klein Ein Affenhaus zum Klettern und Schaukeln, ein Parcours, bei dem man Hindernisse überwinden muss, eine Tischtennisplatte, eine Seilbahn und viele Bodentrampoline, die zu Höhenflügen einladen – das ist der Erlebnisspielplatz in Baltmannsweiler. Die Spielfläche lockt Kinder und ihre Eltern zu jeder Jahreszeit und bei jeder Wetterlage. Die vielen Sitzgelegenheiten sorgen für gesellige Spieltreffs, Lust auf Picknicks und Entspannen in der Natur. Direkt daneben schließt eine BMX-Strecke an, auf der die größeren Kinder und Jugendlichen zeigen können, was sie auf zwei Rädern schaffen. ↘ Beim Festplatz an der L 1150 zwischen Baltmannsweiler und Hohengehren

Das Naherholungsgebiet Schäferhauser See ist ein beliebtes Ausflugsziel in Wendlingen. Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer, Familien und Erholungssuchende kommen in ihrer Freizeit an den See. Mit 2,5 Hektar Wasserfläche ist der Hüttensee nicht besonders groß. Aber mit seiner Lage neben dem Neckar und unweit der Lautermündung bietet er Spaziergängern einen schönen Anblick. Angebunden an den Neckartalradweg und an das Naherholungsgebiet Schäferhauser See, ist hier auch die sogenannte Fischerhütte des Fischervereins Wendlingen zu finden. Man erreicht ihn aber nur mit dem Rad oder zu Fuß. Die Autos müssen am Parkplatz neben der Bundesstraßenbrücke abgestellt werden. Naherholungsgebiet ↘ Neckarstraße, 73240 Wendlingen

Aichwald

Sternwarte und Planetenweg In der Sternwarte im Jugendhaus Aichwald werden Kinder und Erwachsene für die Astronomie begeistert. Unter der 2,6 Meter großen Kuppel finden Sonderführungen statt, bei denen man alles über die Besonderheiten des Sternenhimmels erfahren kann. Öffentliche Führungen finden jeden 1. Freitag im Monat nach Sonnenuntergang statt. Wer sich am Tag ein Bild von unserem Planetensystem machen will, der sollte den Planetenweg besuchen: Dieser ist als 4,4 Kilometer langer Rundweg im Maßstab 1:2 Milliarden angelegt. An zwölf Stationen begegnen die Besucher Uranus, Saturn, Neptun, Jupiter, der Erde, Merkur, Venus, Mars und der Sonne. Auch der Asteroidengürtel, die Plutoiden und die Milchstraße kann man hier bestaunen. Hier gibt es auch einen Spiel- und Grillplatz, der zum Verweilen einlädt. ↘ Startpunkt ist die Sternwarte am Jugendhaus, Krummhardter Str. 74, 73773 Aichwald (Schanbach). ↘ Internet: www.schurwaldsternwarte.de

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TREFFPUNKT FAMILIE

Samstag, 16. März 2019

Foto: privat

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46 und noch eins

Antworten rund um die Trisomie 21

Am 23. März ist Renault Tag.

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Von Stephanie Danner Fast jeder erkennt wahrscheinlich Menschen mit Down-Syndrom, weil sie gewisse Ähnlichkeiten im Aussehen und Verhalten haben. Ansonsten sind sie Individuen mit eigenen Fähigkeiten und Begabungen – wie jeder andere auch. Zahlreiche Fragen zum Syndrom beantwortet beispielsweise der Verein 46plus. Einige Antworten in Kürze:

Was ist das Down-Syndrom? Menschen mit Down-Syndrom haben in jeder Körperzelle 47 Chromosomen, während normalerweise jede menschliche Zelle 46 Chromosomen hat. Das Chromosom Nummer 21 ist dreifach vorhanden, deshalb spricht man auch von einer Trisomie 21.

Wie entsteht das Down-Syndrom?

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Durch das Nichtauseinanderweichen der Zellen bei der ersten Zellteilung kommt es zu dieser Trisomie. Die Ursache dafür ist bis heute unbekannt. Down-Syndrom ist eine genetische Besonderheit, die zufällig auftritt. Sie kann weder verhindert noch kontrolliert werden.

Wie häufig kommt das DownSyndrom vor? Down-Syndrom ist eines der verbreitetsten angeborenen Syndrome. Man findet Menschen mit Down-Syndrom überall auf der Welt sowie bei allen ethnischen Gruppen und Bevölkerungsschichten. Alle drei Minuten kommt ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt, insgesamt leben weltweit zirka fünf Millionen Menschen mit DownSyndrom. Die Häufigkeit des Auftretens ist dabei ungefähr 1 auf 700 Geburten. Für Deutschland bedeutet dies, dass jährlich etwa 1100 Kinder mit Down-Syndrom geboren werden.

Ist das Down-Syndrom heilbar? Nein. Down-Syndrom ist keine Krankheit, sondern eine genetisch bedingte Veranlagung, die unveränderbar ist.

Woher stammt die Bezeichnung Down-Syndrom? Der englische Arzt John Langdon Down (1828 – 1896) war der Erste, der 1866 ausführlich Menschen mit den „klassischen Merkmalen“ dieses Syndroms beschrieb und sie als abgrenzbare Einheit (Syndrom) erkannte. Damit unterschied er diese von anderen Menschen mit geistiger Behinderung. Down wies damals schon auf die Lernfähigkeit der Kinder hin.

Was bewirkt diese Chromosomenveränderung? Aufgrund des überzähligen Chromosoms 21 hat das Kind gewisse körperliche Besonderheiten. Häufig sind das: Schwäche des Bindegewebes und der Muskeln, Infektanfälligkeit und Fehlfunktion der Schilddrüse. Auch Herzfehler oder Veränderungen im Magen-Darmbereich können vorkommen. Diese Probleme sind weitgehend therapierbar.

Welche Auswirkungen hat das Extra-Chromosom auf die geistige Entwicklung? Die geistigen Fähigkeiten der Kinder mit Down-Syndrom wurden in der Vergangenheit unterschätzt. Kinder mit Down-Syndrom sind erstaunlich lernfähig, wenn man ihnen die Chance gibt, sich zu entfalten. An erster Stelle sind sie Kinder wie alle anderen Kinder auch. Ihre liebevolle Annahme in der Familie ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Entwicklung.

Mehr Informationen gibt es beim Verein 46plus oder beim Down-Syndrom Infocenter. http://www.46plus.de/blog/ https://www.ds-infocenter.de/


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TREFFPUNKT FAMILIE

Ziemlich (außer-)gewöhnlich

Wie Lotte ihre Familie auf Trab hält – Vom Leben mit einem Down-Syndrom-Kind Von Stephanie Danner

mache ihr Mut: „Wenn es bei uns einmal so gut läuft, ist das toll.“ Mit der Selbstständigkeit ist es allerdings so eine Sache, sagen die Eltern auch ein bisschen selbstkritisch. „Zurzeit ist ‚alleine machen‘ Lottes große Forderung“, sagt Michael Buck. „Wir trauen ihr aber oft weniger zu als sie schon kann.“ So war das auch, als Lotte noch Windeln trug. Auf einer Reise wurden diese aber daheim vergessen – trotzdem blieb die Hose trocken. Auch heute könnte Lotte vertraute Wege eigentlich allein meistern. „Man weiß aber nie, was ihr unterwegs einfällt“, erzählt Paul. Manchmal geht deshalb ein Familienmitglied einfach mit etwas Abstand hinterher. Denn gesucht haben sie Lotte schon einmal völlig verzweifelt. Im Urlaub am Bodensee ist das Mädchen mit ihrem Fahrrad verschwunden. In fünf Kilometern Entfernung hat der Papa sie schließlich aufgegabelt. „Sie war einen Berg hochgefahren, den sie noch kurz vorher nicht fahren wollte“, erzählt Petra Gauch. Lotte hat einen unbändigen Willen. „In ihrer Welt ist sie sehr, sehr klar“, bringt die Mama das auf den Punkt. Andererseits wusste sie nach ihrer Spritztour auch ganz genau, dass eine Standpauke drohte. „Ihr Gespür ist ihre absolute Stärke“, sagt Petra Gauch.

Damit das Reden immer verständlicher wird, geht Lotte zur speziellen Logopädie und als Baby hatte sie regelmäßig Krankengymnastik. „Krabbeln und stehen – das hat alles länger gedauert als bei gleichaltrigen Kindern. Aber wir wussten ja, dass das so ist“, sagt Petra Gauch rückblickend. Diese Gelassenheit hatte sie im ersten Moment mit ihrem besonderen Baby nicht. Da sie in der Schwangerschaft über 40 Jahre alt war, wurden ihr spezielle Vorsorgeuntersuchungen angeboten. „Aber das wollte ich nicht. Es war immer klar, dass wir das Kind annehmen, wie es kommt“, sagt die heute 51-Jährige. Trotzdem sei die 40 „irgendwie magisch gewesen“ und im Unterbewusstsein war ein Gefühl vorhanden, dass etwas nicht stimmen könnte. „Ich habe nie daran gedacht“, erzählt hingegen ihr Mann.

„Ich dachte, die Welt hört auf“ Der Moment der Geburt war deshalb für beide ein Schock. „Ich habe es sofort an den Augen gesehen“, sagt Petra Gauch. Die Hebamme sowie ein Gentest hätten ihren Verdacht bestätigt. „Ich dachte, die Welt hört auf: nie wieder wandern, nie wieder zelten – alles was man gerne gemacht hat“, fasst die Mutter ihre ersten Gedanken in Worte. Ihr Mann fügt hinzu: „Man gleicht die Realität mit dem ab, was man sich unreflektiert vorstellt.“ Man habe ja keine Ahnung. Qualifizierte Informationen erhielt die Esslinger Familie vom Verein 46plus. Hilfreich fanden die Eltern vor allem Erfahrungsberichte. Petra Gauch hat noch im Krankenhaus das Buch „Außergewöhnlich“ von Conny Wenk verschlungen und daraus erste Kraft geschöpft.

Foto: privat

Freunde und Familie reagierten zwar sehr unterschiedlich auf ihre Neuigkeit, aber nie negativ, erzählt das Ehepaar. Die ersten Wochen daheim haben sie – „abgesehen von den vielen Gedanken, die man sich gemacht hat“ – als „sehr entspannt“ in Erinnerung. Lotte hat keinen Herzfehler, wie er bei Down-Syndrom-Kindern oft vorkommt. Und im

Drei Männer und ein Baby auf Wanderschaft: Paul, Lukas, Papa Michael und Lotte in den Bergen.

Foto: Roberto Bulgrin

Als der Besuch klingelt, stürmt Lotte an ihrer Mama vorbei zur Tür und strahlt übers ganze Gesicht. Kurz darauf sitzt sie am Küchentisch – und der Besuch hegt den leisen Verdacht, dass Lotte sich nicht nur seinetwegen freut. Endlich darf sie sich nämlich einen Berliner auf ihren Teller legen, um ihn dann im Nu zu verputzen. Mit Puderzuckermund erzählt sie, dass sie zehn Jahre alt ist und schon in die fünfte Klasse geht. Dem Besuch macht sie das zusätzlich mit ihren Fingern klar. Das ist gut, denn für Außenstehende ist Lotte nicht auf Anhieb zu verstehen. Lotte hat das Down Syndrom – „und deshalb dauert eben alles ein bisschen länger“, sagen Mama Petra Gauch und Papa Michael Buck.

Und was wurde aus dem Familien-Wandern? Darauf hat Lotte ganz oft echt keine Lust. Dann bleibt sie stehen, setzt sich hin oder geht auch mal langsam in die andere Richtung. „Wenn man ihr aber eine Geschichte erzählt, ist sie abgelenkt und kann ewig laufen“, hat Paul schon festgestellt. Ein ganz (außer-)gewöhnliches Kind eben.

Paul (links), Lukas und Mama Petra werden immer wieder überrascht von Lottes unbändigem Willen. Gegensatz zu ihren vier und sechs Jahre älteren Brüdern habe Lotte kaum geschrien, sondern viel geschlafen. Paul (heute 14) und Lukas (16) fanden ihre kleine Schwester nie außergewöhnlich. „Ich weiß ja auch nicht, ob eine andere Schwester anders wäre“, sagt Paul. Allerdings erinnert er sich noch gut, dass er es bis vor ein paar Jahren komisch fand, wenn Lotte dabei war. „Wenn andere über sie geredet haben, fühlte ich mich angesprochen“, sagt er. Ein bisschen war das, als sei er ihr Beschützer. Heute weiß Paul, dass sie einfach langsamer ist. „Sie lernt halt später. Und wenn sie ihre Jacke anzieht, braucht man Zeit.“ Dass sie im Grunde nicht viel anders ist als andere Kinder, möchte er anderen zeigen. „Kleine Kinder sehen auch meistens ein normales Kind in ihr und spielen sofort. Erwachsene machen eher ein Riesenspektakel“, hat er schon beobachtet. Nachdem Lotte kurz noch auf Mamas Schoß saß, um zu kuscheln, ist sie irgendwann verschwunden. „Sie sitzt bestimmt in ihrem Zimmer und hört CDs. Das macht sie gern“, sagt Petra Gauch. Weniger gern wird sie über die Schule befragt. Da kommt es schon mal vor, dass sie die Hände vors Gesicht schlägt, wenn man wissen will, wie oft sie Nachmittagsunterricht hat. Nach dem Kindergarten St. Josef („Dort war sie sehr gut integriert, obwohl das alles neu war“, sagt Michael Buck.) besuchte Lotte eine Außenklasse der Katharinenschule. Seit September geht sie nun in Nellingen zur Riegelhofschule. Obwohl die Integration im Schulsystem aus Sicht der Eltern komplizierter ist als zu Kindergartenzeiten, sind sie sich einig: „Die Förderung von Down-Syndrom-Menschen ist viel besser geworden. Sie kommen heute viel weiter als früher.“ Auch sonst funktioniert die Integration relativ gut: Lotte geht mit Begeisterung zum Mädchenfußball beim FC Esslingen und ist Ministrantin in der Kirchengemeinde St. Josef. Die Familie hat über die Jahre viele Kontakte zu anderen Familien mit Down-Syndrom-Kindern geknüpft. Mit sechs Monaten ging Petra Gauch zu einer Krabbelgruppe der Lebenshilfe. „Das war 2008 mit fünf Kindern ein starker Jahrgang – rein statistisch gar nicht möglich“, sagt sie. Die Freundschaften, die damals entstanden, gibt es zum Teil noch heute. Immer wieder betonen die Eltern, wie wichtig der Erfahrungsaustausch mit

anderen Eltern ist. „Andere geben einem eine Perspektive“, sagt Petra Gauch. Etwa, wenn es darum geht, wie selbstständig das Kind später einmal leben könne. Das Beispiel einer jungen Erwachsenen, die jetzt im betreuten Wohnen lebt,

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TREFFPUNKT FAMILIE

„Kreative Wohnformen für Ältere entwickeln“ Ein Gespräch mit Immobilienexperte Herbert Klingohr

Von Stephanie Danner Unsere Gesellschaft altert und die Alten sind relativ lange Zeit noch sehr fit. Was das für das Miteinander der Generationen, aber auch fürs Wohnen bedeutet, darüber machen sich zahlreiche Fachleute Gedanken. Ein Gespräch mit dem Esslinger Immobilienexperte Herbert Klingohr. Herr Klingohr, Sie beschäftigen sich beruflich viel mit dem Thema Bauen und setzen sich auch mit dem Wohnen im Alter auseinander. Was beobachten Sie? Allen Wohnformen liegt ja zugrunde, wie die Gesamtgesellschaft sich entwickelt. Deshalb muss man einen Blick darauf werfen. Wir tun ja so, als ob Altern nur Vergänglichkeit bedeuten würde und betrachten es negativ. Aber im Alterungsprozess spiegelt sich die Vielfältigkeit der Gesellschaft. Mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen engagieren sich ehrenamtlich. Und nur 4 Prozent oder 3,4 Millionen waren 2017 pflegebedürftig. Interessant ist, dass davon knapp 2,6 Millionen zuhause versorgt werden. In Pflegeheimen sind 818.000 Menschen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sagen auch, dass von 1999 bis 2017 die Heimunterbringung um 42 Prozent gestiegen ist, die Versorgung zuhause um 80 Prozent. Das ist ein deutliches Signal, wohin die Entwicklung geht. Bei dieser Entwicklung muss man beachten, dass die Pflegebedürftigkeit erst mit 80 oder 85 Jahren zunimmt. Was bedeutet das? Erst wenn die Menschen dement werden und körperlich sehr gebrechlich, benötigt man Pflegeheime. Das betrifft überwiegend die über 80-Jährigen. Diese sogenannten Grenzgänger haben den Tod viel bewusster vor Augen. Das war in früheren Generationen nicht so, weil die

Leute früher gestorben sind. Das sind also ganz neue Herausforderungen, was die Hochbetagten angeht. Davor sind die Menschen überwiegend sehr fit. Im Buch „Die neue Psychologie des Alterns“ liest man, dass die Generation zwischen 60 und 80 noch nie so agil war wie heute. Diese jungen Alten bieten eine neue Chance – im Ehrenamt oder in ihrer Rolle in der Familie. Und sie können noch sehr gut eigenständig leben. Was heißt das fürs Wohnen? Die Altersforschung bestätigt den banalen Satz „Man ist so alt, wie man sich fühlt“. Wer sich positiv einbringt und eine positive Einstellung hat, ist fitter. Diese Lebensphase muss gestaltet werden. In der Gesellschaft werden die jungen Alten einen größeren Einfluss haben und sie haben eine gewisse Marktmacht. Der Vielfalt und Diversität dieser Älteren muss man gerecht werden. Das gilt auch für uns in der Immobilienwirtschaft. Menschen um die 60 schauen sich nochmals um, sobald die Kinder aus dem Haus sind. Sie brauchen kein Haus mehr, wollen keinen Garten mehr und ziehen vielleicht in eine Wohnung, die stadtnah liegt. Die Menschen in diesem Alter sind noch fernab von Pflege und gestalten ihr Leben nochmals neu – und zwar ganz bewusst. Sie suchen allerdings schon Objekte, die auf einer Ebene sind, altersgerecht und zum Teil barrierefrei und mit Aufzug. Das machen diejenigen, die es sich leisten können... Ja, das stimmt. Andere Menschen suchen nach Lösungen, wie sie überhaupt gemeinschaftlich wohnen können, manche davon, weil sie zum

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Beispiel gar nicht in einer Zweierbeziehung leben. Das zeigt, dass es in unserer Gesellschaft viele Möglichkeiten gibt, auch weil wir in jungen Jahren anders gelebt haben und alt werden als die Generation davor: WGs waren keine Strafe, deshalb kann man es sich im Alter auch wieder vorstellen – natürlich modifiziert mit abgeschlossenem Privatbereich und trotzdem gemeinsam. Außerdem kann es ein Beitrag sein gegen Vereinsamung, für gemeinsames Gestalten und eine Chance, Verantwortung zu übernehmen für an-

Wie war der Zuspruch damals? Mein einprägendstes Erlebnis war in Tuttlingen, als es strömend geregnet hat am Infoabend, die Gemeindehalle aber trotzdem brechend voll war. Alle wollten mitbestimmen und nicht fremdbestimmt sein. Das entspricht dem Genossenschaftsgedanken. Wenn die Mitgliederstruktur kleinteilig ist, hat man viel Mitsprachemöglichkeiten. Der Vorteil war, dass es über die Eigenheimzulage staatlich gefördert wurde. Als diese gestrichen wurde, war das Modell gestorben. Die erste Seniorengenossenschaft entstand schon 1991 im oberschwäbischen Riedlingen. Stand das Modell Pate? Wir haben den Gedanken weitergedacht. Dort ging es nicht ums Bauen, sondern um gegenseitige Hilfe. Man konnte Mitglied werden in der Genossenschaft und Hilfe anbieten. Über Zeitkonten kann man Stunden ansammeln, die man später zurückbekommt. Das setzt natürlich voraus, dass das sinnhafte Projekt immer weitergeht. Aber diese Gedanken haben wir ums Bauen erweitert.

dere. Das ermöglicht Mehrgenerationenwohnen. Denn es geht auch ums soziale Altern. Wenn ich an generationsübergreifende Wohnprojekte denke, gibt es da die Chance, sich gegenseitig zu unterstützen. Den jungen Familien ist geholfen, etwa in der Kinderbetreuung. Den jungen Alten ist geholfen, weil sie auch dadurch Sinn im Leben finden. Und das hält vital. Was ist mit denen, die trotzdem in ihrer bisherigen Wohnung alt werden wollen? Im Baubereich heißt es, dass man künftig auch normale Wohnungen altersgerechter bauen muss. Und dann finde ich es erstaunlich, was ambulante Dienste leisten. Viele Angehörige wären ja überfordert, zuhause alles alleine zu machen. Aber auch die Dienste stoßen an ihre Grenzen. Umso wichtiger ist eine solidarische Gemeinschaft, die sich gegenseitig aushilft. Man kann einen anderen unterstützen in Dingen, die dieser nicht mehr kann: vorlesen, ausführen ins Theater – einfache Teilhabe am Leben. Und der andere revanchiert sich in einem anderen Bereich. Denn jeder hat ja unterschiedliche Einschränkungen im Alter. Sie haben sich ja selbst schon recht jung mit dem Thema auseinandergesetzt – in den 90er-Jahren als damaliger Geschäftsführer der Schwäbisch Hall Wohnen. Ja, wir haben damals Seniorengenossenschaften gegründet. Die Anteile waren recht hoch – bis zu 80.000 Mark. Die Leute hätten sich genauso gut eine Wohnung kaufen können und den Rest finanzieren. Das wollten die Älteren aber nicht, weil sie sich nicht mehr verschulden wollten. Sie brachten also ein, was sie konnten. Das Innovative war, dass sich auch Jüngere in diese neue Genossenschaft vor Ort einkaufen konnten. Denn auch jüngere Menschen überlegen ja, wo sie im Alter einmal sein wollen. Damit hatten wir Sofortnutzer, die direkt eingezogen sind und mehr gezahlt haben. Die anderen waren Vorsorger, die angespart haben. Welcher Grundsatz steckte dahinter? Wohnen im Alter bewegt ja jeden. Derjenige, der noch nicht kurz davor stand, konnte aber ansparen und so zum Bau eines Projektes beitragen. Wir haben kleinteilige Objekte gebaut, damit es nicht anonymisiert war, sondern alle sich kennen. Denn der Grundsatz war „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Wenn sich Senioren-Bau-Genossenschaften heute nicht mehr realisieren lassen, was sind neue Möglichkeiten? Heute läuft vieles nicht mehr institutionell, sondern auf privater Ebene. Aus Metzingen weiß ich gerade von einem Projekt, wo eine Stiftung generationenübergreifend mit einer Genossenschaft bauen möchte. Auch in Esslingen gibt es eine Initiative, vorwiegend von Frauen initiiert, die solch ein Konzept verfolgt. Umso überschaubarer eine Stadt ist, desto eher sind solche Projekte denkbar. Dass so viele Leute mit Unterstützung der EWB in Baugemeinschaften in die Grünen Höfe gezogen sind, hat damit was zu tun: Wer ist mein Nachbar? Wer zieht noch mit ein? Das ist – wenn Sie so wollen – eine Vorstufe zum gemeinsamen Altwerden. Die neuen Wohnformen haben doch auch etwas mit der Sozialisierung dieser Generation der jungen Alten zu tun... Ja. Wenn man sein bisheriges Haus aufgibt und mit anderen zusammenzieht, braucht es eine große Portion an Toleranz und Respekt – die Grundlagen für das menschliche Miteinander. Vorher war das undenkbar. Das Eigenheim war das Ideal. Ich glaube aber nicht, dass die klassische WG wieder auflebt. Dafür ist die Individualität zu sehr fortgeschritten und auch das Bedürfnis nach Intimität im Sinne von „für sich sein wollen“. Doch das Bedürfnis, mit jemandem zusammenzuwohnen, wo jeder seinen Bereich hat – möglicherweise mit Gemeinschaftsräumen oder gemeinsamem Gästezimmer, etwa wenn die Enkel kommen –, das existiert. Diesem wachsenden Bedarf muss sich auch die Immobilienwirtschaft kreativ stellen.

Zur Person Herbert Klingohr, Jahrgang 1953, ist Geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für innovatives Bauen und Wohnen ibw. Neben vielen Ehrenämtern ist der gebürtige Esslinger auch Lehrbeauftragter der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen für Immobilienwirtschaft. In seiner Funktion als langjähriger Geschäftsführer von Schwäbisch Hall Wohnen setzte er sich früh mit seniorengerechtem Wohnen auseinander. Klingohr ist verheiratet und hat eine Tochter.


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TREFFPUNKT FAMILIE

Die WG lebt neu auf

Wohnen im Alter nimmt verschiedene Formen an – Gegenseitige Unterstützung als Grundpfeiler Von Stephanie Danner Die klassische WG kennen viele aus der Ausbildungs- oder Studentenzeit. Aber eine WG für Senioren? Nicht ganz im herkömmlichen Sinn mit gemeinsamem Bad, Putzplan und Küchenfeten, aber doch in abgewandelter Form leben Herbert Klingohr und seine Frau Sybille Windecker mit anderen unter einem Dach. Zusammen mit Klingohrs Geschwistern und deren Partnern wohnt das Paar in einem Haus im Esslinger Norden. „Vor mehr als zehn Jahren haben wir überlegt, wie wir einmal leben wollen“, erzählt Herbert Klingohr. Dahinter stecke der Gedanke, dass man heute nicht mehr wisse, wo die Kinder lebten, wenn man selbst alt wird. So entstand die Idee, dass die Geschwisterpaare sich gegenseitig unterstützen könnten. Schließlich ergab sich 2008 die Möglichkeit, ein Haus zu kaufen, in dem jeder seine eigene Wohnung hat. „So lebt man gemeinsam, ohne dass man sich beeinträchtigt oder stört“, erklärt der 66-Jährige. „Wir haben das als Chance fürs Alter gesehen. Wir waren alle zwischen 50 und 60 Jahre alt als wir zusammen eingezogen sind.“

„obwohl die Türen nie abgeschlossen sind“. An ihrer Wohnsituation schätzt das Paar sehr, dass immer jemand da ist. „Man hilft sich ungefragt und ohne großes Brimborium“, sagt Windecker. Wenn einer krank sei und der Partner nicht daheim, schaue eben jemand anderes rein und bringe eine Tasse Tee. „Und wenn man aus dem

Urlaub kommt, ist das Nötigste schon im Kühlschrank oder Blumen stehen auf dem Tisch. Jeder hilft jedem und springt zur Not ein.“ Manchmal gebe es trotzdem Wochen, in denen man sich nicht sehe. Das sei für alle okay. „Vielleicht ändert sich das ja im Rentenalter. Jetzt lebt jeder sein Leben“, sagt Herbert Klingohr.

Der Gedanke ans höhere Alter ist bei den Bewohnern durchaus präsent. „Wenn wir hochbetagt sind, gäbe es Platz für eine Pflegekraft, die sich um die kümmert, die Hilfe benötigen.“ Auch er wünsche sich, so lange wie möglich zuhause zu bleiben. „Dieser Wunsch stärkt einen, das haben wir bei unserer eigenen Mutter erlebt. Aber man weiß nie, wie es kommt.“

Den richtigen Zeitpunkt finden

Skepsis bei den anderen Besonders im Bekanntenkreis seien viele skeptisch gewesen gegenüber diesem Wohnmodell. „Geschwister, die zusammen wohnen – das klappt nie.“ Solche Aussagen hörten die Klingohrs häufig. Doch es klappt. Auch deshalb, weil nicht alle ständig aufeinanderhocken. „Und mit viel Toleranz, Respekt und Verlässlichkeit“, ergänzt Sybille Windecker. Dazu gehört auch, dass man klingelt,

Die Bewährungsprobe komme sicher noch, wenn jemand ernsthaft krank oder gebrechlich werde. obwohl die Wohngemeinschaft auch bisher schon erfahren hat, dass man „manche Last gemeinsam besser tragen kann“.

Im Alter mit Geschwistern oder Freunden unter einem Dach leben? Das kann eine Chance sein, um sich gegenseitig zu unterstützen oder ein paar gesellige Stunden in der Gemeinschaft zu erleben.

Dass ihr Wohnmodell nur unter bestimmten finanziellen und zwischenmenschlichen Voraussetzungen funktioniert, betonen Klingohr und Windecker. „Dass wir in einem großen Haus gemeinsam leben können – jedes Paar auf einer Ebene – das ist ein großes Glück, das wir schätzen. Für diese Möglichkeit muss man dankbar sein. Und auch dafür, dass die Familie intakt ist.“ Wie es einmal wird, wenn ein Partner plötzlich allein ist, das können sie nur ahnen. „Da ändert sich viel. Dann ist die Gemeinschaft noch wichtiger“, vermutet Windecker, die auch in ihrem Beruf als Immobilienmaklerin schon oft die Erfahrung gemacht hat, dass viele über das Wohnen im Alter reden und nachdenken, aber nur wenige handeln. Die spannende Frage sei ja, wann man in eine Wohnform für Ältere ziehe. „Die Entscheidung muss zwischen 60 und 70 fallen“, sagt sie. Ihr Mann ergänzt: „Mit 80 ist man zu alt, um nochmals verpflanzt zu werden.“

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Das Riedlinger Modell (dan) – Schon 1991 hat sich in Riedlingen die erste Seniorengenossenschaft gegründet. Eine damals einmalige Idee in der Bundesrepublik. Sie entstand aus dem Gedanken, dass ältere, fitte Menschen die Betreuung ihrer hilfebedürftigen Mitbürger übernehmen könnten. „Die Zeiten des Gebens und Nehmens nutzbringend zu organisieren ist der Grundgedanke der Seniorengenossenschaft“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. So soll ein selbstbestimmtes Leben im Alter gesichert werden, möglichst in den eigenen vier Wänden. Der Inititator Josef Martin – Anfang der 90er gerade einmal Mitte 50 – verdeutlicht: „Die Mitgliedschaft bedeutet auch, die dritte Lebensphase aktiv, eigenverantwortlich mitzubestimmen und zu gestalten.“ Er fordert die Riedlinger seit fast drei Jahrzehnten auf: „Haben Sie Zeit und Energie, geben Sie aktive Hilfe, Sie gewinnen für sich selbst.“ Denn das Innovative am Riedlinger Modell ist, dass die Genossenschaftsmitglieder ihre Mithilfe stundenweise vergüten lassen können oder ein Zeitkonto anlegen. Davon kann ihre eigene Unterstützung im Alter bezahlt werden. Die Mithilfe ist vielfältig: Unterstützung im Haushalt, handwerkliche Tätigkeiten, Fahr-, Essens- oder Besuchsdienste. So werden Lücken geschlossen, die durch veränderte Familienstrukturen, Mangel an Pflegekräften oder bezahlbare Altenheime entstanden sind.

Inzwischen sind 850 Menschen aus der 10.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Mitglied in der Seniorengenossenschaft, die ursprünglich mit einer Anschubfinanzierung des Landes Baden-Württemberg gestartet war. Etwa 120 Freiwillige kümmern sich derzeit um 350 Menschen in Riedlingen und dem Umland. Sie betreuen die Menschen daheim oder in einer der drei bürgerschaftlich organisierten Tagespflegeeinrichtungen. Der überwiegende Teil der Helfer nimmt das Geld, berichtet Josef Martin – inzwischen selbst 83. „Das war schon immer so.“ Pro Stunde bekommen sie 7,50 Euro. Für alle anderen hält die Genossenschaft Kapital vor, das später ausgezahlt werden könnte. Das innovative Modell, das mit dem Zukunftspreis des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ausgezeichnet wurde, hat deutschlandweit Nachahmer gefunden. Um andere Projekte zu begleiten, reist Josef Martin noch immer durch die Republik. Doch stellt er fest, dass die Herausforderungen größer werden. „Die Nachfrage nach Hilfe nimmt massiv zu und wir suchen händeringend Freiwillige.“ Doch steuerrechtliche Vorgaben, Versicherungsthemen und „überzogene Forderungen der Krankenkassen an die Qualifizierung von Freiwilligen“ machten den Genossenschaften das Leben schwer. Freiwilligenleistungen seien schließlich nur attraktiv, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmten.

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TREFFPUNKT FAMILIE

T I E R- L SPECIA

Haustiercheck: Welches Tier passt zu mir? Von Stephanie

Fotos: dpa

Katze

Fakten Größe: 23 bis 45 cm Schulter-

höhe Lebenserwartung: 12 bis 20 Jahre Platzbedarf: Wenn eine Katze nur im Haus lebt, sollte sie mindestens 6 Stunden täglich einen Menschen um sich haben, noch besser ist eine zweite Katze als Spielkamerad. In der Wohnung braucht die Katze einen Kratzbaum sowie Bretter in verschiedenen Höhen zum Turnen und Spähen. Balkone müssen mit einem Katzennetz gesichert sein. Hat sich eine Katze einmal an Auslauf gewöhnt, wird sie keine reine Stubenkatze mehr.

Generell: Katzen gibt es in verschiedenen Größen, Farben, Fellbeschaffenheiten und Charaktere. Welche Katze am besten zu den eigenen Lebensumständen passt, wissen Tierheime, Tierschutzvereine, Züchter oder Tierärzte. Wie bei Hunden, gibt es die sogenannte Qualzucht, die verboten ist. Etwa Perserkatzen sind besonders kurzköpfig. Das kann zu Entzündungen und Problemen beim Atmen und Fressen führen. Bis heute lassen sich Katzen nur begrenzt erziehen. Wenn sie Verbotenes tun, hilft am ehesten ein „Nein“ oder ein Händeklatschen. Trotzdem gelten Katzen als das beliebteste Haustier der Deutschen. Aufwand: Katzen sind Jäger. Vor allem bei jungen Katzen ist der Spieltrieb stark ausgeprägt. Wer mit der Katze spielt, fördert dadurch das Erlernen des richtigen Jagdverhaltens, baut Jagdstress ab und befriedigt den Jagdinstinkt. Pflege: Kurzhaarige Katzen pflegen ihr Fell selbst, langhaarige Tiere müssen regelmäßig gekämmt werden. Ein Kratzbaum ersetzt die Krallenpflege. Katzen, die Auslauf haben, müssen geimpft und entwurmt werden. Die Tiere sind von Natur aus sehr reinlich und mögen deshalb keine schmutzigen Näpfe oder Toiletten. Ernährung: Katzen sind Fleischfresser. Sobald sie Auslauf haben, jagen sie. Halter müssen auf eine ausgewogene Ernährung achten. Genaue Tipps gibt der Tierarzt.

Meerschweinchen Generell: In freier Natur leben Meer-

schweinchen in Familienverbänden und auch gezüchtete Tiere sind sehr soziale Wesen und dürfen nie einzeln gehalten werden. Meerschweinchen sind tagaktiv und von Natur aus scheu. Man braucht Geduld bis sie zahm sind und muss lernen, ihre „Sprache“ richtig zu deuten. Unter Aufsicht der Eltern sind Meerschweinchen für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Pflege: Futter- und Trinkgefäße sowie Toiletten sollten täglich, das Gehege einmal in der Woche gereinigt werden. Zu lange Krallen müssen gekürzt werden, lange Zähne kürzt der Tierarzt. Langhaarmeerschweinchen müssen gekämmt werden. Ernährung: Meerschweinchen sind Pflanzenfresser. Sie benötigen immer Heu und frisches Wasser, außerdem Frischfutter wie Gräser oder Salat und Gemüse. Mischfutter oder Pellets sollen nur in Maßen verfüttert werden.

Danner Hund, Katze, Maus? Oder d och ein Kanin milie, in der n chen? Kaum icht früher od eine Faer später der Haustier aufk Wunsch nach eimt. Wenn d einem ie Anschaffun mitglieds tats g eines neuen ächlich in Erw Familienägung gezoge Frage: Welch n wird, stellt es Tier ist ge sich die eignet? Vor d Familie überl em Kauf mus egen, wie vie s sich eine l Zeit, Platz u Mitbewohner nd Geld für d zur Verfügun en neuen g steht. Der fo bietet eine Ori lgende Hausti entierungshil ercheck fe. Die Angab Bundesminis en entstamm terium für Ern en dem ährung und L andwirtschaft .

Hund

Fakten Größe: bis zu 100 cm Lebenserwartung: 10 bis 16 Jahre Platzbedarf: Hunde fühlen sich im Haus

und draußen wohl. Wie viel Platz sie benötigen, hängt von ihrer Größe und ihrem Charakter ab. Ideal ist ein Haus mit Garten, wo der Hund herumtollen kann.

Generell: Hunde gibt es in verschiedenen Größen, Farben und Fellbeschaffenheiten. Auch die Charaktere unterscheiden sich: verspielt, ruhig, selbstsicher, anhänglich. Tierheime, Tierschutzvereine, Züchter und Tierärzte informieren über die Eigenschaften von Rassetieren und Mischlingen und beraten bei der Auswahl. Zucht, durch die die Hunde leiden (Qualzucht), ist nach dem Tierschutzgesetz verboten. Insbesondere trifft dies auf Hunde zu, die eine kurze Schnauze und große Augen haben, z. B. Französische Bulldogge, Mops oder Boxer. Je kürzer ihre Schnauze, desto schlechter bekommen sie Luft. So sind sie auch anfälliger für bestimmte Krankheiten. Aufwand: Jeder Hund muss ausgeführt werden. Wie oft und wie lange, hängt von der Rasse ab. Manche Hunde benötigen zusätzliche Bewegung, etwa durch Agility oder Mentrailing. Ein Hund sollte zumindest Grundkommandos verstehen. In der Welpenschule lernen kleine Hunde den Umgang mit anderen Hunden und Menschen. Später geht es in die Hundeschule zur Hundeerziehung. Pflege: Der Pflegebedarf hängt vor allem von der Haarlänge und –beschaffenheit ab. Hunde mit längerem Fell müssen öfter gebürstet, getrimmt oder geschoren werden. Zähne und Krallen müssen immer wieder kontrolliert werden. Regelmäßige Impfungen und Entwurmungen durch den Tierarzt sind unerlässlich. Ernährung: Jeder Hund hat eigene Vorlieben. Ob Trocken-, Frisch- oder Feuchtfutter – bei der Beratung kann ein Tierarzt helfen. Kosten: Hundehaltung ist nicht günstig. Neben der Anschaffung entstehen Kosten für Futter, Versicherung, Hundesteuer, Tierarzt und allerlei Zubehör.

Fakten Größe: 20 bis 35 cm Körperlänge Lebenserwartung: 5 bis 8 Jahre Platzbedarf: Für zwei Tiere sollte

das Gehege mindestens 120 x 60 x 50 cm groß sein. Geeignet sind Gitterkäfige oder Zimmergehege, die an einem ruhigen Platz stehen. Sie sollten mit Unterschlüpfen, Häuschen und Röhren ausgestattet sein. Ebenso benötigen Meerschweinchen Nagematerial. Auf dem Boden eignet sich Kleintierstreu. Meerschweinchen benötigen täglich Auslauf – im Zimmer oder im Freilandgehege. Auch ganzjährige Außenhaltung ist möglich, wenn ein frostfreier Schutzraum zur Verfügung steht.

Goldhamster Generell: Goldhamster sind nachtaktiv, schlafen am Tag und

dürfen keinesfalls gestört werden. Häufiges Wecken führt zu Stress, Krankheiten und sogar Tod. Goldhamster sind absolute Einzelgänger und verteidigen ihr Revier auch gegenüber Artgenossen. Daher dürfen sie nur einzeln gehalten werden. Goldhamster sind keine Streicheltiere und eignen sich für Kinder nur zur Beobachtung. Pflege: Futter- und Trinkgefäße müssen täglich gereinigt, verschmutzte Einstreu und Futterreste entfernt werden. Ernährung: Hamster ernähren sich überwiegend von Getreide und Saaten. Auch etwas Frischfutter sollte ihnen angeboten werden. Der Futternapf sollte immer nur etwas gefüllt sein, denn sonst verstecken (hamstern!) die Tiere ihr Futter nur.

Fakten Größe: 15 bis 19 cm

je nach Zuchtform Lebenserwartung: 2 bis 4 Jahre Platzbedarf: Hamster benötigen eine große Grundfläche (mindestens 100 x 50 x 50 cm) im Nagerterrarium und eine Bodenschicht von mindestens 30 cm, um ihrem Grabetrieb nachgehen zu können. Der Standort sollte nachts dunkel und möglichst ruhig sein und Zimmertemperatur haben. Das Gehege muss mehrere Rückzugsmöglichkeiten wie Häuschen oder Röhren bieten. Empfohlen wird außerdem ein Laufrad oder -teller. Ein kontrollierter Freilauf in der Wohnung ist nur mit zahmen Tieren unter Aufsicht möglich.


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Zwergkaninchen

TREFFPUNKT FAMILIE Fakten Größe: 20 bis 30 cm

Generell: Kaninchen sind sehr soziale Tiere und dürfen

deshalb niemals einzeln gehalten werden. Allerdings kann es auch zu Rangordnungskämpfen zwischen den Tieren kommen. Erfahrungsgemäß ist die Vergesellschaftung von einem kastrierten Rammler und einer Häsin relativ unproblematisch. Kaninchen dürfen nie an den Hinterbeinen oder Ohren hochgehoben werden. Falls sie nicht angefasst werden wollen, können sie ernsthaft kratzen oder beißen. Kaninchen sind erst für Kinder ab zehn Jahren unter Aufsicht der Eltern geeignet. Pflege: Futter- und Trinkgefäße sowie Kotecken sollten täglich, das Gehege einmal in der Woche gereinigt werden. Zu lange Krallen müssen gekürzt werden, lange Zähne kürzt der Tierarzt. Langhaarige Rassen brauchen Fellpflege. Ernährung: Kaninchen sind Pflanzenfresser. Vor allem Heu und Wasser müssen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Außerdem benötigen sie Frischfutter wie Gras oder Salat und Gemüse sowie etwas Kraftfutter.

Bartagamen Generell: Generell: Derzeit werden in Deutschland zwei

Arten von Bartagamen häufig gehalten: Die größer werdende (Streifenköpfige) Bartagame und die kleinere Zwergbartagame. Sie unterscheiden sich zwar deutlich in ihrer Größe; die Anforderungen an die Haltung sind aber in etwa vergleichbar. Beide Arten sind tagaktiv und sehr bewegungsfreudig. Sie können sehr gut einzeln gehalten werden. Nur in ausreichend großen Terrarien ist die Haltung in kleinen Harems (ein Männchen mit 2 - 3 Weibchen) oder von reinen Weibchengruppen möglich. Männchen vertragen sich gegenseitig nicht. Reptilien sind normalerweise reine Beobachtungs- und keine Streicheltiere. Allerdings können Bartagamen sehr zutraulich werden. Doch Vorsicht: Sie können kräftig zubeißen. Pflege: Futterreste, Häutungen und Kot müssen täglich entfernt werden. Wasserschüsseln sollten täglich gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden. Ernährung: Bartagamen ernähren sich von Pflanzen und Tieren, wobei mehr pflanzliche Nahrung angeboten werden soll; bei erwachsenen Tieren mindestens 80 Prozent. Geeignete Futtermittel sind Wiesenkräuter, Römersalat sowie geraspeltes Gemüse. Als tierisches Futter eignen sich lebende Insekten wie Heuschrecken, Schaben oder Grillen. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, müssen Mineralstoffe und Vitamine verabreicht werden.

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je nach Rasse Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre Platzbedarf: Kaninchen haben einen sehr großen Bewegungsdrang und sollten daher so häufig wie möglich in den Freilauf. Sie benötigen ein großes Platzangebot. Ein Gehege für zwei Zwergkaninchen muss mindestens 150 x 60 cm groß sein und an einer ruhigen Stelle stehen. Kaninchen bevorzugen Temperaturen von 10 bis 18 Grad. Als Untergrund eignet sich Kleintierstreu. Es sollte Häuschen und Rollen oder Rampen geben, außerdem Nagematerial. Kaninchen können ganzjährig draußen gehalten werden, wenn mindestens 2 Quadratmeter Grundfläche da ist. Ein frostfreier Schutzraum muss vorhanden sein. Weil Kaninchen gut springen und schnell graben können, muss das Außengehege durch einen Spring- und Untergrabschutz gesichert werden.

Guppy Generell: Die farbenfrohen Guppys sind in fast allen Aquarien zu finden und sind die unangefochtene Nummer eins unter den Fischliebhabern. Guppys leben in Gruppen ab fünf Tieren. Die lebend gebärenden Zahnkarpfen sind vermehrungsfreudig und gelten als robuste Fische, die sogar kleine Pflegefehler verzeihen. Aus diesem Grund werden sie Aquaristik-Anfängern empfohlen. Pflege: Für den Betrieb eines Aquariums ist immer ein Filter erforderlich. Der Filter sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel entfernt Schadstoffe und erhöht das Wohlbefinden der Fische. Regelmäßiges Abmulmen des Bodengrundes trägt ebenfalls zur Reduzierung der Wasserbelastung bei. Wasserparameter – Temperatur, pHWert, Ammonium/Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Härtegrad – sollten regelmäßig kontrolliert werden. Der Zustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Ernährung: Guppys gehören wie die meisten Lebendgebärenden zu den Allesfressern. Sie kommen mit Futterflocken und -tabletten aus. Frost- und Lebendfuttergaben erhöhen die Lebhaftigkeit.

Fakten Größe: 3 bis 5 cm Lebenserwartung: 5 Jahre Platzbedarf: Guppys las-

sen sich in Becken ab 60 cm Kantenlänge pflegen. Es sollte ausreichend freien Schwimmraum, aber auch Versteckmöglichkeiten für trächtige Weibchen, rangniedrige Männchen und Jungfische bieten. Eine stellenweise dichte Bepflanzung in Kombination mit einer Schwimmpflanzendecke an einem Teil der Wasseroberfläche erfüllt diesen Zweck. Als Bodengrund eignet sich Aquariensand oder feiner Aquarienkies.

Wellensittich Fakten Größe: 30 bis 70 cm Lebenserwartung: 9 Jahre Platzbedarf: Für die Haltung

von Einzeltieren oder kleinen Harems ist ein Terrarium mit mindestens 150 x 80 x 80 cm erforderlich. Aufgrund der Größe und Aktivität der Tiere sind größere Terrarien empfehlenswert. Sie sind mit stabilen Felsaufbauten, Wurzeln, Ästen und Versteckmöglichkeiten eingerichtet. Ein flacher Wassernapf, in dem die Tiere baden können, gehört zur Grundausstattung. Als Bodengrund eignet sich ein staubfreies Sand-/Lehmgemisch, das zum Teil 20 cm hoch sein sollte, damit die Tiere Gänge graben können. Als wechselwarme Tiere benötigen Bartagamen ein Temperaturgefälle im Terrarium. So wird auf einer Seite ein leistungsstarker Wärmestrahler mit UV-Bestandteilen installiert, der lokal eine Erwärmung bis 50 Grad gewährleistet. Ansonsten genügen 22 bis 26 Grad. Die Beleuchtung sollte 10 bis 14 Stunden an sein. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 30 bis 40 Prozent liegen, nachts bis zu 60 Prozent. Zur Messung sind Thermo- und Hygrometer erforderlich.

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Fakten Größe: 16 bis 26 cm Lebenserwartung:

10 bis 14 Jahre Platzbedarf: Für die flinken Flieger ist ein Vogelzimmer mit Schlafkäfig ideal, alternativ eine Zimmervoliere (200 x 100 x 200 cm) – mit täglich mehreren Stunden Freiflug. Reine Käfighaltung ohne täglichen Freiflug wird dem Bewegungsbedürfnis der Tiere nicht gerecht. Die Voliere sollte an einer ruhigen, hellen Stelle stehen. Wellensittiche können problemlos ganzjährig in Freivolieren mit einem frostsicheren Schutzhaus gehalten werden. Für die Einrichtung eignen sich Sitzstangen, Leitern, Seile und Schaukeln und eine Bademöglichkeit. Ebenso brauchen die Vögel Nagemöglichkeiten wie Äste, Holzspielzeug, Pappschachteln oder Bälle. Nachts sollte ein schwaches Orientierungslicht den Raum erhellen.

Generell: Wellensittiche gehören aufgrund ihres lebhaften Wesens zu den beliebtesten Ziervögeln. Sie sind hochsozial und sollen mindestens paarweise gehalten werden. Die Haltung von kleinen Gruppen ist besonders empfehlenswert. Wellensittiche sind tagaktiv; empfohlen wird eine Nachtruhe von mindestens 10 Stunden. Wellensittiche eignen sich für Kinder frühestens ab 8 Jahren unter Aufsicht der Eltern. Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Bademöglichkeiten müssen täglich, das Vogelheim einmal wöchentlich gründlich gereinigt werden. Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Vögel zeigen ihr Unwohlsein erst spät, deshalb ist sofortiges Handeln unerlässlich. Bei Bedarf sind zu lange Krallen oder der Schnabel zu kürzen. Ernährung: Wellensittiche ernährt man vorwiegend mit Körnermischungen oder Pelletfutter. Für eine gesunde Ernährung ist Frischfutter wichtig, z. B. Gemüse (Karotten, Zucchini), Kräuter (Vogelmiere, Löwenzahn) und Obst (Äpfel).Während des Gefiederwechsels benötigt der Vogel tierisches Eiweiß. Sauberes Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Wasser- und Futtergefäße sowie Badegelegenheiten sind so anzubringen, dass sie nicht verschmutzt werden.


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Tierisch gute Freunde

Die Jugendgruppe des Tierheims Esslingen setzt sich für Fellnasen und Tierschutz ein

Von Nathalie Kauder

Fotos: Robin Rudel

Kimana und Isara sind misstrauisch. Normalerweise empfangen sie nicht so viele Besucher auf einmal in ihrem Zuhause. Aber diese kommen extra, um bei ihnen die Katzenwäsche zu machen. Die Wasserschale wird ausgewaschen und mit neuem Wasser befüllt, das Nassfutter im Napf serviert. Und sogar das Katzenklo wird vom Unrat befreit. Die Katzen sind zufrieden, schließlich sind sie selbst sehr anspruchsvoll, was ihre eigene Fellpflege betrifft. Dann folgt die kostenlose Mas-

sage- und Wellness-Behandlung für die Stubentiger, Körper und Seele sind versorgt. „Na, du bist aber eine Hübsche. Gefällt dir das? Du lässt dich wohl gerne so streicheln“, raunt ihr ein Mädchen mit langen braunen Haaren zu. Kimana schließt die grünen Augen und streckt ihren schwarzen Rücken, dann lässt sie sich entspannt auf die Seite plumpsen. Ihre Zimmernachbarin Isara kommt vom Kratzbaum herunter und streicht der jungen Besucherin um die Beine. Die nonverbale Aufforderung zeigt Wirkung, auch die grau getigerte Katzendame bekommt ihre Streicheleinheiten.

Jeden zweiten Freitag bekommen die Tierheimbewohner extra Streicheleinheiten, wie hier von Laetitia Obenland und Tom Geiger.

Erst die Arbeit, dann das Kuscheln ist das Motto der Jugendgruppe, die sich regelmäßig im Tierheim Esslingen zusammenfindet. Jeden zweiten Freitag im Monat treffen sich hier Mädchen und Jungen, alle zwischen 10 und 18 Jahre alt. Sie kommen aus den verschiedensten Orten: aus Esslingen, Aichwald, Plochingen, Göppingen und Stuttgart. Was sie verbindet, liegt auf der Pfote: die Tierliebe. Insgesamt besteht die Gruppe aus 30 angemeldeten Kindern und Jugendlichen. An diesem warmen Frühlingsnachmittag hat es 23 von ihnen ins Tierheim auf der Neckarinsel gelockt.

nicht schreien, wenn man eine Katze auf dem Arm hat.“ Hafner nickt. Nur eine Lektion von vielen, mit denen die Kinder auf den Umgang mit den Samtpfoten vorbereitet werden. Oft überlegen sich die Betreuerinnen Spiele, durch die die Gruppe zusammenwächst und gleichzeitig noch etwas lernt. „In der Osterzeit geht es beispielsweise darum, was die Markierungen auf den Eiern bedeuten, im Herbst machen wir gemeinsam Vogelfutter und widmen uns dem Igel“, sagt die Jugendleiterin.

TIERSPECIAL

Jenny Hafner war eine von ihnen. Heute ist die 33-Jährige die Leiterin der Jugendgruppe. Gemeinsam mit Tanja Dietrich und Ellen Frintrup betreut sie die Tier-Begeisterten. „Als Kind wollte ich einen Hund haben. Meine Eltern wollten mir zeigen, welche Verantwortung es mit sich bringt, sich um ein anderes Lebewesen zu kümmern und schickten mich zur Schnupperstunde in die Jugendgruppe.“ Hafner kam – und war von da an Teil des Tierheims. Die Motivation der Kinder und Jugendlichen, die heute kommen, sind ähnlich: „Viele wollen ein Haustier haben und sich vorab darüber informieren, was da auf sie und ihre Eltern zukommt. Zum anderen ist es natürlich eine besondere Aufgabe, sich bei der Arbeit im Tierheim zu engagieren, die Boxen zu säubern, die Tiere zu füttern und mit ihnen zu schmusen“, sagt Hafner. Die Kinder stellen Fragen, wollen viel darüber wissen, wie man eine Katze hochnimmt, was man in ihrer Gegenwart nicht tun sollte, was Meerschweinchen und Hase am liebsten essen oder wie man einen Hund am besten an der Leine führt. „Wisst ihr, wie gut eine Katze hört?“ Jenny Hafner steht vor der Gruppe und schaut in aufgeweckte Gesichter, ein paar Finger schnellen in die Höhe. „Ja, Daniel?“ – „Katzen können sogar im Tiefschlaf hören. Das Gehör ist sehr sensibel, deswegen darf man

Die Jugendgruppe fördert nicht nur das Tier-Verständnis, sondern auch die persönliche Entwicklung der Kinder. „Manche kommen zu uns und sprechen kaum ein Wort, sind schüchtern und trauen sich nicht alles zu. Je öfter sie kommen, desto mehr Selbstvertrauen bringen sie mit. Es ist schön zu sehen, wie richtige Persönlichkeiten entstehen, die den Umgang mit den Tieren so wunderbar beherrschen und Achtung vor dem Leben haben.“ Auch Svenja Schaupp war anfangs zurückhaltender. Mittlerweile gibt die 18-Jährige den Ton an: „Ich bin so gerne hier, das ist eine tolle Abwechslung vom Alltag und man hat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wenn man mit Tieren zusammen ist, bekommt man viel zurück. Ich bin am liebsten im Katzenhaus, das Spielen am Ende ist natürlich das Highlight. Oder wenn Welpen da sind“, sagt sie. Unter Anleitung dürfen sie mit ihnen oder Mitarbeiter-Hund „Socke“ sogar am Neckar spazieren gehen. „Auf die Kids kann man sich zu hundert Prozent verlassen“, sagt Hafner stolz, während die Jugendlichen fleißig die Boxen säubern und Futter nachfüllen. Eben tierisch gute Freunde.

Weitere Infos unter www.tierschutzverein-esslingen.de/ jugendgruppe/


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Das Glück der Erde

Im Hippotherapiezentrum Scharnhausen werden Menschen therapiert – auf dem Rücken der Pferde Von Nicole Spiegelburg Der Traum vieler Mädchen liegt am Ortsrand von Scharnhausen: Etwas versteckt in einem kleinen Wäldchen thront auf einem Hügel das „Schlössle“ – ein märchenhaftes weißes Gebäude mit hohen Sprossenfenstern und klassizistischen Säulen an der Front. Wo einst der württembergische Herzog Carl-Eugen durch seinen künstlich angelegten Englischen Garten lustwandelte, befinden sich heute die Stallungen vom Hippotherapiezentrum Scharnhausen. „Unsere Stadtoase“, nennt Betriebsleiterin Silke Plöns ihren Arbeitsplatz und Wohnort. Auch sie hat sich hier einen Traum erfüllt: 2011 legte sie dem damals 84-jährigen Besitzer Wolfgang Fahr ein Konzept vor, das den Pferdefreund und Sohn einer an Multiple Sklerose erkrankten Frau überzeugte: ein Therapiezentrum, das Physiotherapie und Hippotherapie miteinander verbindet. Seither werden auf dem von Koppeln und Bäumen eingerahmten Reitplatz Kinder und Erwachsene mit schweren neurologischen Erkrankungen therapiert – auf dem Rücken der Pferde.

zent dem Gang eines gesunden Menschen entspricht“, betont Silke Plöns. Das Pferd simuliert den physiologischen Bewegungsablauf beim Gehen, und die Gelenke des Patienten werden durch die Schwingungsimpulse mobilisiert. Dadurch reguliert sich der Muskeltonus von Menschen mit Spastiken oder Hypertonien, also mit krankhaft erhöhter Muskelspannung. Und zugleich erfahren Menschen, die Tendenzen zu einer schlaffen Lähmung haben, eine Rumpfaufrichtung und bauen dadurch mehr Muskelspannung auf. An der Rampe wartet jetzt Eva darauf, mit Luna auf die Schrittstrecke zu gehen. Die Siebenjährige kommt zur Hippotherapie seit sie drei Jahre alt war. Anfangs hatte sie Schwierigkeiten beim Gehen und saß „wie ein Schluck Wasser“ auf dem Pferd, erinnert sich ihre Oma. Inzwischen habe sich ihre ganze Körperhaltung stabilisiert, das haben auch die Ärzte bestätigt. „Sie haben uns gesagt, wir könnten auf alle anderen Therapien verzichten, nur nicht auf die Hippotherapie“, sagt die Oma.

TIERSPECIAL

An der erhöhten Rampe am Reitplatz wartet Leon schon ungeduldig darauf, aus seinem Rollstuhl aufs Pferd zu kommen. Zwei Physiotherapeutinnen helfen dem 14-Jährigen auf den Pferderücken. Die schwarze Donna irritiert das nicht. Sie spitzt die Ohren und horcht nach hinten. Dort steht die Pferdeführerin, die soeben über den Langzügel das Zeichen zum Start gegeben hat. Leon sitzt in gekrümmter Haltung auf dem Pferd. Links und rechts von ihm gehen die beiden Physiotherapeutinnen und stabilisieren ihn von unten. Mit jeder Runde, die Leon auf Donna dreht, richtet er sich mehr und mehr auf. Am Ende des halbstündigen Trainings lächelt er versonnen vor sich hin. „In der Hippotherapie ist der Haupttherapeut das Pferd“, erklärt Rebekka Graf, Physiotherapeutin und stellvertretende Betriebsleiterin. „Wir Physiotherapeuten begleiten die Arbeit nur und erweitern über taktile Reize der Hände lediglich den Bewegungsradius.“ Die Hippotherapie arbeitet dabei ausschließlich mit der Gangart Schritt. In ihr bewegt sich das Becken des Pferdes wie bei einem gehenden Menschen in drei Richtungen: vorwärts, abwärts und seitwärts drehend. Diese dreidimensionalen Schwingungsimpulse rechts-links-alternierend übertragen sich auf den Patienten und dieser reagiert darauf: „Menschen, die normalerweise nicht gehen können, haben in diesem Moment eine Bewegung im Becken, die zu hundert Pro-

Qualifikation steht ganz oben So eine Aussage freut Silke Plöns natürlich. Denn Hippotherapie ist kein geschützter Name und wird seit 1996 auch nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. Entsprechend viel Wert legt die Betriebsleiterin auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiter und ebenso auf die der Therapiepferde. Die acht im therapeutischen Reitbetrieb eingesetzten Pferde haben fast alle eine bewegte Vergangenheit hinter sich und sind zum Teil bei großen Turnieren gestartet. Ins Hippotherapiezentrum Scharnhausen kommen sie nicht etwa aus Altersgründen, sondern weil sie den Sprung in die höchste Klasse nicht geschafft haben. „Diese Pferde sind für die Hippotherapie ideal, weil sie bereits eine gute Ausbildung mitbringen und sich durch ihre Turniererfahrung nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen lassen“, ist Silke Plöns überzeugt. Auf der Schrittstrecke wählt Rebekka Graf einen starken Schritt, wie es in der Reitersprache heißt. Was für den Laien nicht zu sehen ist: Dieser erzeugt besonders dynamische Schwingungsimpulse, die Eva entsprechend abfedern muss. „Je schwieriger ein Patient frei sitzen kann, desto ruhiger muss das Tempo sein“, sagt Rebekka Graf. Doch ob zurückhaltend oder dynamisch – entscheidend für den Schwingungsimpuls sei, dass das Pferd „absolut rhythmisch“ geht und das heißt im Viertakt. Pferde, die von Natur aus einen Taktfehler haben, scheiden des-

Auf der Schrittstrecke stabilisiert Physiotherapeutin Rebekka Graf (links) die siebenjährige Eva. Die Ehrenamtliche Miriam Bluthardt führt Luna am Zügel. halb für die Hippotherapie aus. Um rhythmische Schwingungsimpulse zu übertragen, müssen die Pferde außerdem elastisch und gut durchtrainiert sein. Deshalb hat jedes Pferd im Hippotherapiezentrum Scharnhausen eine feste Bezugsperson, die täglich und intensiv mit dem Tier arbeitet, um die Muskulatur in einen optimalen Zustand zu bringen. Dieses sogenannte Korrekturreiten ist ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm, zu dem neben Dressurarbeit auch wöchentliche Geländeritte und Springtraining gehören. „Das brauchen unsere Pferde als Basis für ihre Arbeit in der Hippotherapie, aber auch als Ausgleich zu den rein im Schritttempo ablaufenden Therapiestunden“, betont Silke Plöns.

Fotos: Roberto Bulgrin

Ein Fulltime-Job

Silke Plöns hat sich mit dem Hippotherapiezentrum Scharnhausen selbst einen Traum erfüllt.

Die Trainingsstunde ist beendet. Luna und Eva haben hart gearbeitet. Während sich Eva mit ihrer Oma auf den Heimweg macht, darf Luna auf die Koppel zu den anderen Pferden. Was einst als Drei-Personen-Betrieb mit drei Pferden begonnen hat, ist heute ein Therapiezentrum mit 22 Pferden und 16 fest angestellten Mitarbeitern, darunter vier Jahrespraktikanten. Neben dem hippotherapeutischen Reiten bietet Zentrum außerdem heilpädagogisches Reiten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung an sowie Para-Dressursport für Menschen mit Behinderung. Außerdem gehört seit diesem Jahr eine kleine Ponyreitschule dazu. „Wenn wir uns so weiterentwickeln, stoßen wir platztechnisch bald an unsere Grenzen“, ist sich Silke Plöns sicher. Allein im vergangenen Jahr zählte das Therapiezentrum 5.000 Behandlungen auf dem Pferd. Vorerst behilft

sich das Therapiezentrum jedoch selbst: Um im Sommer eine Ausweichmöglichkeit zu haben, wurde eine Koppel zur Springwiese umfunktioniert, und auch die Schrittstrecke bietet für fittere Patienten zusätzlichen Platz. Was jedoch dringend fehle, sei ein Dach über dem Reitplatz. Ein Gärtner, der es begrünen würde, hätten sie zwar, dennoch stelle sich der Landschaftsschutz hier bislang quer. „Regen, Schnee und starke Sonneneinstrahlung sind besonders für MS-Patienten extrem belastend“, weiß Silke Plöns. Die Konsequenz sind viele ausgefallene Therapiestunden. Es fängt schon an zu dämmern, als Silke Plöns mit ihrer stellvertretenden Betriebsleiterin Rebekka Graf, die sich auf ihre tägliche Pendelstrecke nach Jettingen macht, noch kurz letzte organisatorische Dinge bespricht. Welches Pferd steht wo auf der Koppel? Muss Caitano noch ablongiert werden? Für Silke Plöns und ihre Kollegen ist die Arbeit im Hippotherapiezentrum Scharnhausen im wahrsten Sinne ein FulltimeJob – „ein Job, der uns alle ausfüllt“.

Wer einmal das idyllisch gelegene Hippotherapiezentrum besuchen möchte, hat an dem Wochenende vom 13. und 14. Juli die Gelegenheit dazu. Dann lädt das Zentrum gemeinsam mit dem Hippotherapienetz, Verein zur Förderung der Hippotherapie e.V., zum Schlösslesfest-Wochenende ein. Der Erlös geht an den Verein, der damit Patienten unterstützt, die sich die Hippotherapie sonst nicht leisten könnten.


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TREFFPUNKT FAMILIE

Therapeuten auf vier Beinen Wie Tiere kranken Menschen helfen können

Von Nicole Spiegelburg

bessere Rechts-Links-Koordination und bringen gleichzeitig Kinder zum Lachen. Logopäden nutzen Tiere, um Ziele in der nonverbalen und verbalen Kommunikation zu fördern. Die angstmindernde Wirkung kann bei Sprachstörungen wie dem Stottern zum flüssigen Sprechen beitragen. In der Psychotherapie motivieren Tiere dazu, die Therapie durchzuziehen und sind in belastenden Sitzungen oft Seelentröster.

Sie unterstützten Blinde, helfen dementen Senioren oder muntern Depressive auf – Tiere haben eine positive Wirkung auf Menschen. Wie das genau funktioniert und welche Tiere sich besonders eignen, erklärt Margit Dittrich vom Bundesverband Tiergestützte Intervention.

TIERSPECIAL

In welchen Bereichen kommen Therapietiere zum Einsatz? Tiere sind in der Therapie Co-Therapeuten. Sie werden vorrangig in der Physiotherapie, der Psychotherapie, der Ergotherapie und der Logopädie eingesetzt. Zu Beginn einer Therapie sind sie Eisbrecher und Türöffner für den Therapeuten, indem sie eine offene und angenehme Atmosphäre schaffen.

Tiere sind keine Wunderheiler, aber sie haben positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche. Der qualifizierte Einsatz von Tieren kann bei Angsterkrankungen und Depression die Stimmung verbessern, etwa wenn gemeinsam mit dem Hund die Angst vor öffentlichen Plätzen oder engen Räumen überwunden wird. ADHS-Kinder können im Beisein eines Therapietiers entspannter und konzentrierter ihre Aufgaben

Tiergestützte Therapie als eigenständige Therapieform übernimmt die Krankenkasse grundsätzlich nicht. Wenn bei der Psychotherapie ein Tier eingesetzt wird, zahlt die Kasse die Psychotherapie, nicht aber den zusätzlichen Aufwand durch den Einsatz des Tieres.

Foto: dpa

Wie können Tiere in der Therapie unterstützten?

Zahlt das die Krankenkasse?

erledigen. Und Demenzkranken kann der Tierkontakt helfen, sich zu erinnern.

Welche Tiere eignen sich? Tiere, die seit langer Zeit mit Menschen zusammen als Heimtiere sozialisiert sind, also Hunden, Katzen, Pferde, Ziegen, Esel und Schafe. Sie sind mit Menschen vertraut und haben gelernt, mit ihnen zu kommunizieren. Damit

Tiere als Therapiehelfer eingesetzt werden können, ist eine artgerechte Tierhaltung wichtig. Deshalb lehnen wir den Einsatz von Wildtieren wie beispielsweise Delfinen aus tierethischen Gründen ab.

Was können Therapietiere konkret bewirken? Ergotherapeuten üben zum Beispiel mit der Trickarbeit beim Hund eine bewusstere Wahrnehmung, stabile Körperbalance oder eine

Woran erkenne ich als Patient seriöse Anbieter? Seriös sind Fachkräfte, die eine ESAAT- (European Society for Animal Assisted Therapy) oder ISAAT- (International Society for Animal Assisted Therapy) –Zertifizierung haben oder eine vom Bundesverband für tiergestützte Interventionen gleichwertige Weiterbildung. Ansonsten lautet die Devise, kritisch hinzusehen: Wie geht es den Patienten, den Mitarbeitenden und natürlich den Tieren im Betrieb?

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TREFFPUNKT FAMILIE 1

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TREFFPUNKT FAMILIE

Stadtspaziergang durch Ostfildern

Kinderaktivwerkstatt

Viertklässler erkunden ihre Stadt – Orte, die es zu besuchen lohnt

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2 Nellinger Schwimmbad Das Hallenbad wurde von 1967 bis 1969 gebaut. Man kann dort Schwimmkurse, Wassergymnastik, Wasserspielnachmittage, das Schwimmbecken mit Nichtschwimmerbereich, zwei Sprungbretter (1m, 3m) und donnerstags den Warmbadetag genießen. Uns gefällt der Ort, weil man hier toll mit Freunden und der Familie spielen und schwimmen kann. Es gibt Parkmöglichkeiten am Hallenbad. Oder man fährt direkt mit der U7 oder U8 hin. Adresse: In den Anlagen 2, Nellingen Öffnungszeiten: Dienstag 13–17 Uhr , Donnerstag 5.30–12Uhr und 15.30–22.15 Uhr, Mittwoch und Freitag 5.30–7.45 Uhr, Samstag 7–17 Uhr, Sonntag 8–17Uhr, Montag geschlossen Azra, Leonie, Lotta

Kastanienallee mit dem Schlössle und dem Amortempel Wir gehen gerne zur Kastanienallee, weil wir dort im Herbst viele Kastanien sammeln können. Es gibt Wiesen mit Pferden, natürlich viele Kastanienbäume und einige Bänke. Ein Lieblingsplatz dort ist der Amortempel. Er ist klein und weiß und rund und steht auf zwölf Säulen. Ein Pinienzapfen schmückt das Dach. Im Sommer kann man dort schön picknicken. Unten an der Kastanienallee steht das Schlössle. Es ist ein Lustschloss. Es wurde 1784 vom Herzog Carl Eugen erbaut. Er hat dort nicht gewohnt, er hat immer nur gejagt und dann dort gegessen. Heute ist ein Reittherapiezentrum für behinderte Menschen im Schlössle untergebracht.

Spielplatz Nellingen Wir gehen gerne auf den Spielplatz, weil es dort so toll ist. Für kleine Kinder gibt es eine Babyschaukel, eine Babyrutsche und einen Sandkasten zum Buddeln. Für ältere Kinder gibt es eine Tarzanseilbahn, ein Trampolin, zwei Klettergerüste, eine Karussellschaukel, ein Balancierkarussell und drei Balancierbalken. Uns macht die Tarzanseilbahn am meisten Spaß. Für alle Leute gibt es eine Tischtennisplatte, einen Tisch und Bänke, eine Wiese und ein Fußballfeld. Der Spielplatz wurde vor ein paar Jahren neu gebaut. Die Kinder der Klosterhofschule durften ihn mitgestalten.

Adresse: Schlössle, Am Mühlkanal 30, Scharnhausen Mats, Mara, Qassem, Merle

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Adresse: Hölderlin-/Robert-Bosch-Straße, Nellingen Helin, Merve, Pauline,

Hubschrauberspielplatz

Erbaut wurde der Spielplatz im Jahr 2002 und man findet ihn in der Ricarda-Huch-Straße 101 im Scharnhauser Park. Man kann gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto hingelangen. Für die Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren befindet sich dort ein schöner Kleinkindbereich. Für die älteren Kinder (bis 12 Jahre) gibt es zum Beispiel einen großen Turm mit zwei Rutschen, Trampoline, Fußballtore, eine Drehscheibe oder Schaukeln. Im Sommer kann man sich im Wasserspielplatzbereich austoben und danach im Schatten auf Sitzbänken ausruhen. Uns gefällt es dort, weil man viele Kinder kennenlernt und weil es Spaß macht dort zu spielen. David S., Enes, Enrik, Julius

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11 5 Schwaben Hornets Ostfildern

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Wir gehen gerne zu den Heimspielen der Schwaben Hornets, weil dort eine tolle Stimmung ist. Man kann die Spiele verfolgen und mitfiebern. Die Hornets sind eine Frauenhandballmannschaft. Das Besondere ist, dass sie seit 2016/17 in der ersten Bundesliga spielen. Die Vereinsfarben sind schwarz und gelb. Das Maskottchen der Hornets ist eine Hornisse. Das Tolle ist, dass sie alle mit voller Motivation ins Spiel reingehen. In die Sporthalle 1 kommen immer ungefähr 650 Zuschauer. Es gibt auch Essen und Trinken. Nach den Spielen kann man Autogramme holen.

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Ritterburg Spielplatz Wir gehen gerne dorthin, weil man in der Ritterburg gut spielen kann. Es gibt Sachen für Große und Kleine. Es gibt eine wackelige Zugbrücke über den Burggraben und ein Netz zum Hochklettern. Man kann auch außen über eine Kletterwand hochklettern. Im Sommer kann man Wasser pumpen. Das Wasser fließt wie in einem kleinen Fluss. Am besten finden wir die Spirale, weil man dort hochklettern kann und sie sich dabei dreht. Aber es ist sehr schwer die Spirale von innen zu drehen, von außen geht es leicht. Es gibt einen Weg aus Kies und sonst ist alles auf der Wiese.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

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Am Nachmittag gehen wir gerne in die Bücherei, weil man sich dort entspannen kann. Unsere Lieblingsplätze in der Bücherei sind die Bänke an den großen Fenstern. Dienstags gibt es ein Kinderprogramm. Man kann sich dort etwas vorlesen lassen und danach noch etwas basteln. Die Bücherei sieht sehr gemütlich und freundlich aus, das Personal ist sehr nett und hilfsbereit. Es gibt CDs zum Anhören, Filme zum Anschauen und Bücher zum Lesen. Videospiele, Bücher und Filme kann man auch ausleihen. Der leckere Kakao aus dem Getränkeautomat schmeckt uns am besten. Adresse: In den Anlagen 6, Nellingen Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag 11–19 Uhr, Mittwoch, Samstag 11–14 Uhr Angelina, Leonie, Ceylin, Suzan

Panoramaweg Parksiedlung Der Panoramaweg ist 720 Meter lang und befindet sich in der Breslauer Straße. Er ist 2016 fertig geworden. Man kommt mit dem Fahrrad, dem Auto oder mit dem Bus 122 und 131 hin. Und das Tolle ist: Man kann immer hin, um spazieren zu gehen, die Aussicht zu genießen und es gibt einen schönen Spielplatz. Man findet einige Tafeln auf dem Weg. Diese erklären, was es gibt oder was dich erwartet, zum Beispiel die Länge des Weges. Wenn man schlecht gelaunt ist, dann wäre es gut den Panoramaweg entlang zu gehen, weil es dort sehr gute Luft gibt, schön und auch sehr still ist. Antonia, Leni, Nur Hilal, Pascal

Spätestens wenn die Sonne wieder häufiger vom Himmel lacht und die Tage länger werden, treibt es Groß und Klein hinaus ins Freie. Um spannende Orte kennenzulernen, muss man nicht weit reisen. Oft gibt es sogar in der eigenen Stadt noch viel Neues zu entdecken und erleben. Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Klosterhofschule in Nellingen haben ihre Lieblingsorte in Ostfildern gesucht und beschrieben. Mit ihren Lehrerinnen Lisa Zgubinski (4a) und Susanne Schultz (4b) haben sie einen abwechslungsreichen Stadtspaziergang für Familien zusammengestellt. Stephanie Danner

Mehr Infos zum Thema gibt es bei

www.esslinger-zeitung.de/ spaziergang

Adresse: Elisabethenstraße, Kemnat Patrick, Patrik, Leandro

Trendsportfeld

Fotos: Roberto Bulgrin

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Adresse: Sporthalle 1, In den Anlagen, Nellingen Mika, Tim, Lukas, Orkun, Selin, Alana

Stadtbücherei im KuBinO

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Die Kinderaktivwerkstatt befindet sich im Scharnhauser Park in der Ricarda-Huch-Straße 101 neben dem Hubschrauberspielplatz. Man kann mit der U7 oder U8 hinfahren (Haltestelle Kreuzbrunnen). Die Werkstatt hat von Dienstag bis Freitag (14:30Uhr bis 18Uhr) geöffnet. Man kann ohne Anmeldung im Alter von 6 bis 12 Jahren kreativ werden. Das wechselnde Programm findet man im Internet. Uns gefällt es dort, weil man basteln und malen kann. Man kann auch seinen Kindergeburtstag dort feiern. Ana-Maria, Jien, Marko, Riat

Klosterhof Im Klosterhof in Nellingen liegen das Labyrinth, die evangelische St. Blasius Kirche und das Staffelgiebelhaus. Das Labyrinth ist ein friedlicher Ort zum Entspannen. Dort gibt es 100 verschiedene Heilpflanzen. Es hat einen Durchmesser von 16 und eine Wegstrecke von 200 Metern. Die St. Blasius Kirche ist schon 799 Jahre alt. Ihr Turm, der um 1220 entstanden ist, gilt als das älteste Bauwerk in Nellingen. An Weihnachten kann man das Krippenspiel genießen. Das Staffelgiebelhaus ist ein altes Haus mit seltenem Staffelgiebel, das schon viel erlebt hat, aber immer noch klasse aussieht. Wir lieben diese Orte, weil sie neben unserer schönen Schule sind. Max, Luis, Fabian und Cem

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Ein Lieblingsplatz von uns ist das Trendsportfeld. Das kann man dort finden: Skaterpark: Egal ob Roller, Fahrrad, Skateboard oder Inliner: mit verschiedenen Rampen kann man coole Tricks machen. Parcours: Stangen, Mauern und Barren bieten ein spannendes Parcourserlebnis. Boulderwand: Das Klettern auf Absprunghöhe und ohne Sicherung macht sehr viel Spaß und ist mit den verschiedenen Griffen immer wieder eine Herausforderung. Ballspielfelder: Beachvolleyballfeld, Fußballfeld im Sand, Hockeyfeld mit Toren, Basketballkörbe Adresse: Bonhoeffer-Straße 30, Scharnhauser Park, schließt um 22 Uhr Ole, Luca, David, Joel, Lean

12 Obstlehrpfad und Vulkan im Körschtal Der Obstlehrpfad liegt im Körschtal. Er ist gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Er ist neun Kilometer lang und führt von Scharnhausen über den Scharnhauser Park nach Nellingen. Es gibt über 50 Infotafeln über Baumsorten, Naturbegebenheiten und heimatgeschichtliche Besonderheiten. Im Boden sind metallene Medaillons (Apfel und Blume) als Wegzeichen eingelassen. Uns gefällt der Pfad, weil man dort viel lernt. Der Vulkan ist in Scharnhausen. Hier kann man sich ausruhen oder spazieren gehen. Wir glauben, dass wir sogar Vulkansteine gefunden haben. Im Winter kann man hier super Schlitten fahren. David A., Isaja, Johannes, Lukas

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Beilagen Treffpunkt Familie incl. Tier-Special  

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