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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Die kleine Heimatzeitung für die Region Rottweil. Samstag, 19. Mai 2018 | 14. Jahrgang, Nummer 16

Gratis für alle Haushalte im Verbreitungsgebiet | Druckauflage: 39.100 Exemplare

Mehr Lesestoff:

Aussteller-Rekord bei der „starter“-Messe

www.NRWZ.de/203793

Zeit der Parkuhren ist in Rottweil abgelaufen

www.NRWZ.de/203807

Am Montag ist Mühlentag

An Pfingstmontag sind in Deutschland mehr als 1800 Mühlen geöffnet. Darunter auch die Mooswaldmühle bei Lauterbach (unser Bild) und weitere im NRWZ-Gebiet (Seite 3). Foto: Johannes Weyers

AfD fliegt aus Oberndorfer Gaststätte

www.NRWZ.de/203784

Thyssenkrupp öffnet zweiten Besucheraufzug Aufzugstestturm Unternehmen reagiert auf Ausfälle und Kritik / Jetzt ist ständig ein Techniker im Haus „Der Aufzugstestturm Rottweil – ein PR-Desaster für Thyssenkrupp?” Das hatte die NRWZ online gefragt. Hintergrund waren wiederholte Ausfälle des Besucheraufzugs. Zuletzt hing die Rottweiler Feuerwehr auf gut 230 Metern Höhe für lange Zeit fest. Jetzt hat das Unternehmen Abhilfe versprochen. So soll ein Servicetechniker im Testturm bereit stehen – wobei es . Und Thyssenkrupp will einen zweiten Aufzug für die Besucher des Turms öffnen. Das Unternehmen betont allerdings: Es handele sich beim Testturm in erster Linie um eine Forschungseinrichtung.

S

chönes Wetter sorgt immer für Andrang am Aufzugstestturm. So auch Anfang Mai. Blöd, wenn dann der bis dahin einzige Besucheraufzug ausfällt. Und pikant, wenn dann die Einsatzfähigkeit der Rottweiler Feuerwehr gefährdet ist, weil deren Führungsmannschaft auf der Besucherplattform des Aufzugstestturms festhängt. Am jenem Samstag habe es einen Ausfall gegeben, der

länger gedauert hat, weil die Techniker für die Fehlersuche Teile der Verkleidung abbauen mussten. Das bestätigt eine Sprecherin von Thyssenkrupp. Der bis dato einzige Aufzug von und zur Besucherplattform funktionierte nach ihren Angaben zwischen 11.25 bis 12.45 Uhr nicht. Es habe an jenem Wochenende außerdem in Summe im kleinen zweistelligen Bereich weitere Stehzeiten von jeweils 5 bis 15 Minuten gegeben. „Die Ursache lag in der Elektronik

und hat zu Problemen mit den Türen des Panoramaaufzuges geführt. Seit Behebung dieses Fehlers am Montag ist er ununterbrochen und störungsfrei im Einsatz”, so die Sprecherin weiter. Teils waren Besucher im Aufzug eingeschlossen. „Während der Türblockaden im Erdgeschoss hat es Wartezeiten gegeben – vor und in der Kabine”, so die Sprecherin. Der Panoramaaufzug zur Aussichtsplattform – und zwar einer allein – befördere im Dauerbetrieb innerhalb von drei Tagen rund 4000 Personen. „Da fällt jeder Defekt auf, zumal es am Testturm, anders als in den meisten anderen ‚Hochhäusern’, bislang keine weiteren Aufzüge gab, auf die wir bei Ausfällen ausgewichen wären”, erklärt die Unternehmenssprecherin. Die Sichtbarkeit und die Folgen eines Defektes (= Wartezeiten) seien dort also we-

sentlich größer als anderswo. Beim Panoramaaufzug habe das Unternehmen mit verschiedenen, kleinen Defekten zu tun. Schon ein kleines Relais könne dazu führen, dass der Aufzug stehenbleibt – was er bei einer Störung auch soll – und hunderte Besucher warten müssten. Worauf das Unternehmen reagiert hat: So sei an allen Besuchertagen seit März ein Techniker im Turm stationiert. Vielbenutzte Teile würden vorzeitig präventiv

ausgetauscht, wichtige Ersatzteile lagerten jetzt vor Ort. Außerdem will das Unternehmen einen zweiten Aufzug, der für Evakuierungszwecke ausgestattet und bisher dafür reserviert worden war, in den Normalbetrieb integrieren. Am Donnerstag war zudem die örtliche Presse eingeladen, sich ein Bild von den Feuerwerksschäden an der Membran zu machen. Wir berichten auf NRWZ.de gg


Bild der Woche. Zum Kugeln: das Primtal bei Rottweil.

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Termine, Aktuelles

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Schramberg

Frühlingsfest der Feuerwehr

Lauterbach

„Schwarzwald Buam“ auf dem Fohrenbühl

Die Abteilung Schramberg der freiwilligen Feuerwehr lädt am 26. und 27. Mai zu ihrem Frühlingsfest am Gerätehaus in der Talstadt ein. Fassanstich ist laut Pressemitteilung am Samstag um 17 Uhr. Für die jüngeren Besucher hat die Jugendfeuerwehr einige Aktivitäten vorbereitet, darunter auch eine Wurfbude. Übrigens: Im Juni 2019 feiert die Feuerwehr Schramberg ihr 150-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumswochenende und vielen spannenden Aktionen. pm

Am heutigen Samstag, 19. Mai ist Schellenmarktparty auf dem Rottweil Fohrenbühl. Motto: „Mit Leder- Führungen durchs Münster hos und Dirndl”. Die „Schwarz- Der Förderverein Münsterbauhütwald Buam” spielen im Festzelt. te bietet Führungen im Münster an. Die Schwarzwald Buam sind laut Eigenwerbung „seit nunmehr als 20 Jahren als erfolgreiche Musiker, im Volksmusik-, Stimmungs- und Unterhaltungsbereich unterwegs.” Gute Laune und Professionalität seien bei jedem Auftritt ihr oberstes Ziel. Europaweite Live-Auftritte, Mittelmeerkreuzfahrten und Fernsehauftritte im „Fröhlichen Alltag oder „Andy‘s Musikparadies” sowie Rundfunkeinsätze in ganz Deutschland seien Belege hierfür. „Durch die Wandlungsfähigkeit von der klassischen Oberkrainermusik mit fetzigen Polkas hin zur rockigen Coverband mit aktuellen und bekannten Hits, können wir uns dem Publikum entsprechend anpassen.” Die Band spielt auf der Bühne im Festzelt auf dem Fohrenbühl ab etwa 21 Uhr, Einlass 20 Uhr. pm

Kreis Rottweil

Vier Millionen Euro für Städte und Gemeinden

Die Stadt Oberndorf wird für das Erneuerungsgebiet Talstadt mit einem Förderbetrag von 1,5 Millionen Euro über die Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg unterstützt. Das hat der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel am Dienstag mitgeteilt. Insgesamt fließen demnach 3,95 Millionen Euro in acht Projekte der Städten und Gemeinden im Landkreis Rottweil. Die Fördermittel gliedern sich wie folgt auf: Dornhan, Balmerstraße, 300.000 Euro. Dunningen, Alte B462, 500.000 Euro. Oberndorf, Talstadt, 1.500.000 Euro. Rottweil, Omsdorfer Hang, 300.000 Euro. Schenkenzell, Heilig-Garten, 100.000 Euro, Schiltach, Innenstadt, 600.000 Euro. Schramberg, Talstadt West, 250.000 Euro. Sulz, MühlheimFischingen, 400.000 Euro. pm

Am Pfingstsonntag, 20. Mai, mit dem Schwerpunkt Chorraum und Pfingstfenster. Weitere Führungen sind am 17. Juni und beim Gemeindefest am 8. Juli. Beginn jeweils nach dem Gottesdienst um 11 Uhr. Die Führungen Kreis Rottweil sind kostenlos und man muss sich Sportstättenförderung: auch nicht anmelden. pm 483.000 Euro für den Kreis Im Rahmen des LandesförderproAichhalden gramms 2018 zum kommunalen Parkplatz Reißerweg fertig Sportstättenbau werden vier Projekte In der Nähe zur Josef-Merz-Halle aus dem Landkreis Rottweil geförund Festplatzanlage hat die Gemein- dert. Insgesamt fließen 483.000 Euro de 114 neue PKW-Stellplätze anlegen in den Landkreis. Die geförderten vier lassen, teilt die Aichhalder Verwaltung Projekte: die Sanierung der Turnhalmit. Außerdem seien Stellplätze für len im Schulzentrum Oberndorf mit Wohnmobile und eine Versorgungs- 198.000 Euro, der Neubau der Mehrstation gebaut worden. Die Kosten: zweckhalle Villingendorf mit 168.000, etwa 370.000 Euro. Die Fahrgassen die Sanierung der Rundlaufbahn im sind asphaltiert. Die Parkplätze selber Stadion Rottweil mit 90.000 und die erhielten ein wasserdurchlässige Drai- Sanierung der Leichtathletikanlage nagepflaster. pm Waldmössingen mit 27.000 Euro. pm

Foto: Fatih Turanligil

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Wellendingen-Wilflingen

Bauarbeiten kommen voran Die Arbeiten in der Wilflinger Straße im Auftrag der Gemeinde seien nun nahezu abgeschlossen. Das meldet das Straßenbauamt. Es wurden demnach etliche neue Trinkwasser-und Gasanschlüsse verlegt sowie die neuen Gehwege und Straßenbeleuchtungsfundamente hergestellt. Jetzt hat die Sanierung des Abwasserkanals und die Erneuerung der Straße zwischen Wellendingen und Wilflingen begonnen. Um die Arbeitssicherheit auf der Baustelle beim Einsatz von Großgeräten gewährleisten zu können, sei eine Vollsperrung während der gesamten Maßnahme unumgänglich, so das Straßenbauamt weiter. Fünf Wochen sollen die Bauarbeiten in Anspruch nehmen. Voraussichtlich zum 16. Juni sollen sie abgeschlossen sein und somit über die Pfingstferien vonstatten gehen. Dabei wird die Deckschicht der bestehenden Straße zwischen Wellendingen und Wilflingen um etwa vier Zentimeter abgefräst. Im Anschluss daran werden die neuen Asphaltschichten im „Hocheinbau” aufgebracht. Das erfolgt in einem Arbeitsgang mit einem Asphaltfertiger mit einer Arbeitsbreite bis zu sieben Metern. Dann sind die Leitpfosten zu errichten, die Straßenbankette zu erhöhen, die neuen Schutzplanken einzurammen und die Straßenmarkierung aufzubringen. pm


Samstag, 19. Mai 2018

Aktuelles, Kultur, Termine

Schramberg

Oberndorfer Straße 24 78628 Rottweil Tel. 07 41 / 9 42 96 55 Fax 07 41 / 9 42 96 56 www.wolfis-computershop.de

Braten, bis die Feuerwehr kommt Er habe nicht schlecht gestaunt, als die Feuerwehr wegen seiner Kochversuche aufgetaucht sei, vermeldet die Polizei über einen 54-jährigen Mann aus Schramberg. Dieser habe sich am Sonntag gegen 16.35 Uhr als Koch versucht, so die Polizei weiter. Er briet ein Steak in der Pfanne, verpasste jedoch den richtigen Zeitpunkt des Herausnehmens, urteilten die Beamten in ihrem Bericht. Das Fleischstück begann zu qualmen, so dass ein Rauchmelder anschlug. Dies hörten wiederum aufmerksame Nachbarn und verständigten die Feuerwehr. Der Betroffene habe nicht schlecht gestaunt, als plötzlich zahlreiche Feuerwehrleute mit drei Einsatzfahrzeugen auftauchten. Sachschaden war bei dem Kochversuch nicht entstanden. pz Rottweil

Zusammenspiel von Natur, Technik und Architektur Die an sich zweckorientierte Werkhalle Erich Hauser auf der Saline in Rottweil wird derzeit durch eine poetische Installation belebt: Die Stuttgarter Künstlerin Martina Geist lässt dort unter dem Titel „Naturnah“ Fahnen mit floralen Motiven wehen. Pralle Äpfel und Birnen, saftige Blätter, verzwirbelte Ranken – eine lebensfreudige Pflanzenwelt hat Martina Geist auf bis zu zehn Quadratmeter große Stoffbahnen gebannt. Rund 20 im Spannungsfeld von Abstraktion und Gegenständlichkeit oszillierende Objekte zeigt die 1961 in Stuttgart geborene Künstlerin auf der Saline. Die meisten hat sie eigens für die Rottweiler Schau geschaffen – ganz so, wie man es sich in der Reihe „Solo für Hauser“ wünscht. Zeitgenössische Künstler sollen, so der Gedanke, in Dialog mit dem Werk und Wirkungsort des Stahlbildhauers treten. Martina Geist, der fünfte KreativGast in dieser Reihe, zeigt einmal mehr, wie stimmig und erfrischend das sein kann. Geist, von der eine Arbeit 2011 auch den Jahresaltar in der Predigerkirche schmückte, bringt die Lebendigkeit der Natur in die fast sterile, durch und durch auf Rationalität und Effizienz getrimmte Halle. Aber mehr noch: Geist hebt durch die Motivwahl die Trennung zwischen innen und außen beinahe auf. Info: Die Ausstellung ist bis 27. Mai mittwochs bis samstags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Am 27. Mai finden um 11 Uhr ein Gespräch und eine Führung mit der Künstlerin statt. Von 13.30 bis 16 Uhr sind Kinder ab acht Jahren zu einem Workshop mit Martina Geist eingeladen. al

Rottweil

Aichhalden

Region

Fünf Wohnungen entstehen

Montag ist Mühlentag

Die Aichhalder Raiffeisenbank wird umgebaut. Das Gebäude der Raiba Aichhalden-Hardt-Sulgen am Kirchplatz 3 bekommt fünf Eigentumswohnungen. Der „Rote Punkt” kam dieser Tage. Ursprünglich wollten die Banker schon vor einem Jahr loslegen, aber Vorschriften haben das Vorhaben verzögert. Unter anderem musste die Raiba das Areal für den Lageplan neu vermessen lassen.

Die Mooswaldmühle (unser Bild) bei Lauterbach gehört zu den höchstgelegenen Mahlmühlen im Schwarzwald. Doch nicht nur die Mühle selbst, sondern auch die herrliche Umgebung des Landschaftsschutzgebietes Sulzbachtal, in welchem sie eingebettet liegt, ist ein Kleinod. Kommenden Montag wird die Mühle geöffnet sein – wie einige andere auch.

In dem Bankgebäude in der Ortsmitte sollen auf zwei Etagen fünf Eigentumswohnungen mit Größen von 60 bis 110 Quadratmetern entstehen. Außerdem wird der Bau im Erdgeschoss energetisch saniert. Im ersten Obergeschoss sollte eigentlich die vorhandene Arztpraxis um die leer stehende Wohnung erweitert werden, dann hatte die Bank die Räume genutzt. Jetzt sollen die beiden Wohnungen nach umfassender Modernisierung dem Wohnungsmarkt wieder zur Verfügung stehen. Außerdem will die Bank das bislang ungenutzte Dachgeschoss für weitere drei Wohnungen ausbauen. Insgesamt rechnet das Geldinstitut mit einer Bauzeit von knapp einem Jahr. Der Bezugstermin für die Wohnungen soll der 30. März 2019 sein. Bereits Bürgermeister Ekhard Sekinger hatte während seiner Amtszeit immer wieder von fehlendem Wohnraum in der Gemeinde gesprochen. Jüngst bei der Bürgerwerkstatt hat sein Nachfolger Michel Lehrer das wiederholt. Dieser ist erleichtert, dass nun wieder ein Leerstand behoben wird. Alle fünf Wohnungen will die Bank verkaufen, es gebe bereits eine Warteliste mit Interesssenten. Bereits in den kommenden Tagen sollen Handwerker beginnen, die leer stehenden Wohnungen zu entkernen. Die Bankvorstände Ralf Bantle und Markus Hezel versichern, dass die Container rechtzeitig vor dem Aichhalder Dorffest vom 6. bis 8. Juli wieder abgefahren werden. Auch werde das Gebäude erst nach dem Fest eingerüstet. Infos: www.raibadirekt.de rg Villingendorf

14-jähriger Rollerfahrer bei Unfall schwer verletzt

Schwere Verletzungen hat sich ein 14-jähriger Rollerfahrer bei einem Unfall am Freitag, gegen 10.35 Uhr, in Villingendorf zugezogen. Ein 61-jähriger Autofahrer hatte dem jungen Mann in einem Kreisverkehr die Vorfahrt genommen. Das berichtet die Polizei. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten zudem fest, dass der 14-Jährige nicht im Besitz einer erforderlichen Fahrerlaubnis ist. pz

Im Jahre 1994 wurde von der Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) bundesweit der Deutsche Mühlentag eingeführt. Inzwischen sind an Pfingstmontag mehr als 1800 Mühlen geöffnet und bieten Vorführungen an. Zweck des Mühlentages ist es, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit auf die technischen Denkmäler zu richten, deren Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Mühlen gelten als die ältesten Maschinen der Menschheit. Mehr als 160 Anwendungsbereiche konnten für Mühlen bis heute nachgewiesen werden. Neben der Verarbeitung von Getreide dienten Mühlen etwa auch dem Sägen von Holz, dem Pressen von Öl, dem Stampfen von Flachs (Bokemühle), dem Schöpfen beziehungsweise Pumpen von Wasser, als Antrieb für Schmiedehämmer, zum Schleifen, zur Papierherstellung und so weiter. Kurzum: Nahezu jede Maschine zur Ver- oder Bearbeitung von (Roh-) Stoffen nutzte ursprünglich als Energiequelle die Naturkräfte Wasser oder Wind. Mühlen gelten damit als die umweltfreundlichen Vorläufer der gesamten Technisierung. Bekanntlich ranken sich um Mühlen viele heitere und ernste Geschichten sowie Märchen, Gedichte und Erzählungen vom Mahlen und von der Bedeutung von Wind und Wasser. Jede Mühle hat ihre besondere Geschichte. Nie geht es dabei um Technik alleine, sondern stets auch um kultur- und sozialgeschichtliche Belange. Das macht auch heute noch die Faszination der historischen Müllerei aus. Am kommenden Montag werden in der Region die Eichbachmühle und die Wiesenbauern-Hofmühle in Tennenbronn sowie die Hasenhof- und die Mooswaldmühle in Lauterbach geöffnet sein. Außerdem freuen sich die Betreiber der Aichhalder Mühle auf Besucher. Info: Auf der Website der Gesellschaft für Mühlenkunde kann man sich mittlerweile über knapp 1900 historische, bei der DGM gemeldete Mühlen informieren Dort steht dort auch ein Verzeichnis der am deutschen Mühlentag offenen Mühlen abrufbereit: www.muehlendgm-ev.de pm

Sängerknaben suchen Ehemalige Für ein Ehemaligentreffen der Rottweiler Münstersängerknaben am 7. bis 8. Juli werden derzeit intensiv Anschriften und Adressdaten ehemaliger Sänger gesammelt. Das berichtet der Verein. Das letzte Treffen hat 1997 zum 50-jährigen Jubiläum des Chores stattgefunden. Mittlerweile seien viele Adressen veraltet, heißt es seitens der Organisatoren. Und: Von den 700 Namen, die aktuell in der Liste verzeichnet sind, seien lediglich bei 300 Sängern Anschriften und EMail Adressen bekannt. Die Münstersängerknaben kommen nicht nur aus der Rottweiler Kernstadt, sondern aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus. Also gehören dazu etwa Schramberg, Spaichingen, Schömberg, Nusplingen, Wellendingen, Frittlingen, Deißlingen, Bösingen, Villingendorf, Sulz, beispielsweise. Nun wurden Einladungen zu dem Treffen per E-Mail und Post versendet. Die Organisatoren bitten diejenigen, die so ein Schreiben bislang nicht erhalten haben, sich zu melden. Der Aufruf geht vor allem auch an Eltern von Ehemaligen. Infos unter ehemalige@rmsk.de sowie unter Tel. 07461-161647 (Thomas Ascher) und 07417300 (Wolfgang Lacha). pm


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Aktuelles

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Spektakulärer Unfall

Eine 83-Jährige ist am Montag gegen 9.55 Uhr mit ihrem Nissan auf der Hauptstraße in Tennenbronn nach einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen. Sie überfuhr einen asphaltierten Vorplatz, prallte mit der Fahrzeugfront gegen eine etwa 20 Zentimeter hohe Steinfassung. Das Fahrzeug hob ab . Schließlich beschädigte der bockige Nissan zwei geparkte Mercedes. Nach ihrer geglückten Landung rollte die Frau mit ihrem Fahrzeug aus und blieb nach 32 Metern stehen. Die 83-Jährige hatte Glück, obwohl bei allen drei Fahrzeugen jeweils Totalschaden entstanden war, erlitt sie nur leichte Verletzungen. Der Sachschaden insgesamt beläuft sich auf rund 18.000 Euro. pz

Rottweil

Mieterverein fordert Sozialquote Bezahlbarer Wohnraum und Vorteile von Wohnbaugenossenschaften waren die Themen in der jüngsten Hauptversammlung des Mietervereins. Zentral wurde die Forderung nach einer Sozialquote im Wohnungsbau erhoben. Bisherige Projekte – etwa Flüchtlingswohnungen am Hegneberg und 18 neue Wohnungen auf der Spitalhöhe führten nicht zu einer spürbaren Entlastung des Wohnungsmarktes. Das sagte der Vorsitzende des Mietervereins Rottweil, Guido Speiser. Er sieht seinen Verein gut aufgestellt mit aktuell 1160 Mitgliedern. Es handele sich um die Anlaufstelle in Sachen Mietrecht in Rottweil und der Umgebung. 1840 Beratungsgespräche in den vergangenen drei Jahren zeugten von einem hohen Niveau. Die beratenden Rechtsanwälte seien an beiden angebotenen Tagen (Dienstag- und Donnerstagabend) gut ausgelastet. „Für die Stadt Rottweil fordern wir ein langfristiges Wohnbaukonzept, welches allen sozialen Schichten gerecht wird”, postulierte Speiser. Die aktuellen Baumaßnahmen auf dem Hegneberg (gebundener Wohnraum zur Belegung mit Flüchtlingen mit Bleiberecht) am Birkenweg 4 und die geplanten 18 Wohnungen auf der Spitalhöhe seien nur ein Anfang, führten aber nicht zu einer spürbaren Entlastung auf dem Wohnungsmarkt. pm

Hinweise der NRWZ-Leser Immer wieder erreichen uns Anfragen von Lesern, die uns auf einen vermeintlichen Missstand aufmerksam machen wollen. Wir überprüfen die Hinweise gerne, im Bedarfsfalle auch vertraulich und ohne Nennung von Namen. Hier unsere beiden jüngsten Beiträge, die auf diese Weise zustande gekommen sind.

Leute oft mit Sachen zu ihm kämen, für die man eigentlich keinen Arzt brauche. Keinen Aufnahmestopp gibt es in der Kinder- und Jugendarztpraxis von Dr. Johannes Schelling in Schramberg. „Ich versuche, die kleinen Patienten aus dem Raum Schramberg, soweit es irgendwie geht, zu versorgen”, antwortet er der NRWZ, „und nehme da auch noch neue Patienten.” Er schränkt allerdings ein: Aus anderen Landkreisen nehme er nur in besonderen Härtefällen, meist in Rücksprache mit dem zuständigen Kollegen, auch Patienten auf, beispielsweise nur für eine U3, also die dritte Vorsorgeuntersuchung bei Säuglingen. Insgesamt beklagt Dr. Schelling, über die Probleme im Gesundheitswesen werde zwar berichtet, aber es folgten „keine substantiellen Reaktionen” der Entscheidungsträger. Leidtragende seien die Patienten, aber auch die Behandler und Pflegenden. mm, him

Gehören Grablichter in den Müll? Foto: KKH

Aufnahmestopp bei Kinderärzten? Es sei für neu Zugezogene in Rottweil unmöglich, einen Kinderarzt zu finden, denn alle hätten Aufnahmestopp, schrieb uns kürzlich eine NRWZ-Leserin. Daher müsste man schon wegen eines Nasensprays oder Hustensaft, den man für Kinder ja auf Rezept bekomme, in die Kindernotfallpraxis nach Villingen, die sich ja eigentlich mit wirklichen Notfällen beschäftigen sollte. Das stimmt so allerdings nicht ganz. Bei der Rottweiler Kinderärztin Dr. Maria Magyar-Pütz gibt es nämlich keinen Aufnahmestopp, wie eine Mitarbeiterin betont. „Wenn Sie möchten, können Sie bei uns einen Termin bekommen.” Bei der Praxis der beiden Ärzte Dr. Joachim Kiehne und Dr. Michael Eberhardt allerdings ist das schwieriger. „Wir nehmen nur noch zehn Neugeborene pro Monat auf, und Geschwisterkinder. Mehr schaffen wir nicht”, heißt es hier. Auch Dr. Hans-Ulrich Kraus nimmt mit Einschränkungen neue Patienten auf, wenn jemand allerdings von einem anderen Kinderarzt zu ihm kommt, um eine Zweitmeinung einzuholen, macht er nicht mit. „Sie sollen dort bleiben, wo sie herkommen”, findet er. Neu Zugezogene können bei ihm unterkommen, „es ziehen ja auch welche weg.” Viel zu tun hat er allerdings, „es ist eng. Mehr wie schaffen können wir auch nicht.” Ein Grund ist, dass vor zwei Jahren ein Kollege starb und dessen Praxis nicht mehr besetzt wurde. Ein anderer, dass immer mehr junge Mütter wieder arbeiten gehen, und sie zehn Tage Urlaub bekommen, wenn das Kind krank ist. Hier ist der Kinderarzt gefragt, aber auch oft bei Dingen, für die man eigentlich keinen Arzt braucht. „Manche geben die Verantwortung ab”, findet der alteingesessene Mediziner. Die soziale Kontrolle fehle oft ebenso wie die erfahrene Oma, so dass die

BIOMETRISCHE PASSBILDER VOM PROFI

Ein NRWZ-Leser, er will anonym bleiben, hat sich die Mühe gemacht, die Müllentsorgung auf den Friedhöfen der Nachhaltigkeitsregion 5 G gründlich unter die Lupe zu nehmen. In seinen Augen liegt die in Aldingen, Denkingen, Frittlingen, Deißlingen und Wellendingen im Argen. Das Hauptaugenmerk des Kritikers liegt auf Grablichtern. Diese sind meist aus Plastik, gehören laut der Abfallfibel des Rottweiler und Tuttlinger Landratsamts in den Restmüll. Aber Friedhofsmitarbeiter seien nicht informiert und schmissen die Reste in den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne, und damit werde das Duale System belastet. Außerdem hat der Mann bei seinen selbst veranlassten Friedhofskontrollen nach eigenen Angaben zahlreiche andere Müllvergehen entdeckt, zudem tropfende Wasserhähne, vermooste Hinweisschilder, unbequeme Sitzgelegenheiten und sogar eine einzelne Biene. In einem sieben Seiten langen Brieff hat er sich mit all seinen Anliegen an die fünf Gemeinden der Nachhaltigkeitsregion gewandt. Einer seiner vielen Vorschläge: Man solle die Friedhofsbesucher doch darauf hinweisen, dass sie ihre leeren Grablichter wieder mit nach Hause nehmen sollen und dort im Restmüll entsorgen. Immerhin hätten die Gemeinden doch eine gewisse Vorbildfunktion. Darauf hat Deißlingens Bürgermeister Ralf Ulbrich nun auch reagiert: „Auf Seite vier Ihres siebenseitigen Briefes schreiben Sie: ‚...Deshalb entsorge ich meinen Friedhofsmüll, mit Ausnahme der Pflanzen, grundsätzlich daheim in meinen Mülltonnen! Täten dies mehrere Leute, dann entstünden für die Gemeinde weniger Arbeit wegen zu korrigierender Mülltrennungsarbeiten, weniger Ärger über unbekannte Umweltsünder und weniger Kosten – meine Angaben könnten experimentell mit einem Feldversuch überprüft werden!’ Herzlichen Dank für Ihre Anregungen, Vorschläge, Änderungsmöglichkeiten und Hinweise, die ich mit Interesse gelesen habe und die wir gerne über unser Amtsblatt an unsere Friedhofsbesucher weitergeben werden.” mm Vermutlich aber nur auszugsweise.

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag bis Freitag 09:00 - 12:30 Uhr 14:00 - 18:30 Uhr

hugger-gestaltung.de

Tennenbronn

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Hauptstraße 55 • 78628 Rottweil Fon: 0741 / 430 83 40 www.ralfgraner.de

Impressum Herausgeber: NRWZ Verlag GmbH & Co. KG mit Sitz in Rottweil, vertreten durch die NRWZ Verwaltungs-GmbH Geschäftsführer der NRWZ VerwaltungsGmbH: Peter Arnegger Redaktion: Peter Arnegger (gg, v.i.S.d.P), Wolf-Dieter Bojus (wede), Gabi Hertkorn (gh), Martin Himmelheber (him) und Dr. Andreas Linsenmann (al). Postanschrift der Redaktion: Hauptstraße 31-33, 78628 Rottweil Tel. 0741-32 07 90-51 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: redaktion@ NRWZ.de Anzeigenverkauf: Angelika Lohr (leitend), Katharina Birk, Katrin Hirsch, Marion Laudert und Elke Trick. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Peter Arnegger. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 15 vom 1. Januar 2018. Anzeigen: Tel. 0741-32 07 90-52 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: anzeigen@NRWZ.de Postanschrift des Verlages: NRWZ Verlag GmbH & Co. KG, Hauptstraße 31-33, 78628 Rottweil Tel. 0741-32 07 90-50 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: verlag@NRWZ.de Gestaltung & Produktion: Peter Arnegger Druck: Bechtle Verlag&Druck, Esslingen Vertrieb: psg Presse und Verteilservice BadenWürttemberg GmbH, Tel. 0800-999-5-222 Für unverlangt eingesandte Beiträge, Fotos und Zeichnungen wird keine Haftung übernommen. Alle nicht näher gekennzeichneten Fotos sind Werkfotos oder Eigenproduktionen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe (mit und ohne Signatur) stellen die Meinung der Autoren dar. Nachdruck und Vervielfältigung aller Art sowie Übernahme auf Datenträger sind nur mit Genehmigung des Verlags gestattet.


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Rottweil

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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Samstag, 19. Mai 2018

Stadt Rottweil will „Südliche Mittelstadt“ neu ordnen Stadtentwicklung Heterogenes Gebiet

soll vereinheitlicht werden Die sogenannte südliche Mittelstadt in Rottweil ist ein buntes Sammelsurium aus Gebäude und Nutzungen. Nun möchte die Stadtverwaltung eingreifen – mit dem Ziel offenbar, Wohn- und Gewerbegebiete jeweils zu bündeln. Ein Architekturbüro ist mit den Planungen beauftragt worden. Am Mittwoch sind erste Ergebnisse dem Gemeinderat vorgelegtworden. Seit einem Jahr laufen im Hintergrund offenbar schon die Planungen. Allerdings: Es stehe noch nichts fest, hieß es.

E

s geht um den Bereich Stadionstraße – Heerstraße – Steig – Tuttlinger Straße – Danziger Straße. Der weise eine sehr heterogene städtebauliche Struktur sowohl in Bezug auf die Nutzungen als auch auf die Gebäudetypologien auf, so das Bauamt. Wie sich das Gebiet weiter entwickelt, möchte jetzt die Stadtverwaltung bestimmen. Denn es zeichneten sich dort vielfältige Veränderungen ab, die „einer abgestimmten planerischen Steuerung bedürfen”. Anders ausgedrückt: Der Zeitpunkt, jetzt kontrollierend einzugreifen, erscheint dem Bauamt günstig. Es ist eine Vorlage in besonders sperrigem Deutsch.

Beispiel: „Mit dem Instrumentarium des Rahmenplans soll eine abgestimmte, hinreichend konkrete städtebauliche Gesamtkonzeption für die unterschiedlichen Bau- und • Die Wald- und Freiflächen Nutzungsabschnitte definiert südlich der Danziger Strawerden, die gleichzeitig die ße in Richtung Holdersnotwendige Flexibilität für die bach. weitere planerische Ausfor- • Das geplante Wohngebiet „Engelshalde” und die mung in den verschiedenen geplanten ErweiterungsTeilbereichen zulässt.” flächen für die WaldorfDER RAHMENPLAN SOLL schule. Die Engelshalde, FOLGENDE BEREICHE der Bereich hinter der Waldorfschule und dem UMFASSEN: Pflugbrauerei-Gelände, ist zwar derzeit klar ein Au• Das derzeit gewerblich genutzte städtische Areal im enbereich, könnte aber beKreuzungsbereich Brugger baut werden. Dem müsste Straße/Stadionstraße/ ein Bebauungsplan voraus Heerstraße – das Gelände gehen. Ideen für ein kleines des ehemaligen malerbeWohngebiet existieren. triebs Breucha. Ehemalig • Den öffentlichen Stradeshalb, weil er seinen Beßenraum der Heerstraße trieb selbst offenbar an eizwischen Stadionstraße und Steig, der als zentraler nen Mitbewerber und sein Stadtplatz diesem neuen Grundstück an die Stadt verkauft hat. Quartier eine eigene Prä• Das Betriebsgelände der gung geben soll. Firma Hopt mit den zur Stadionstraße angrenzenDas ganze Areal hat einen den Grundstücken, die teils Umfang von mehr als 20 Hekgewerbliche, teils Wohn- tar. „Das ist eine Fläche, die nutzung aufweisen. man nicht starr planen kann“, • Das sogenannte Moker- so der Fachbereichsleiter Areal, das durch eine Bauen und Stadtentwicklung, vielfältige Mischung aus Lothar Huber. Der RahmenGewerbe-, Verwaltungs- plan soll, so die Verwaltung und Lagernutzung sowie weiter, Aussagen zur geplanzwischenzeitlich etlichen ten künftigen Nutzung maLeerständen geprägt wird. chen, zur Verkehrsplanung, • Das Telekom-Areal, in dem zur Freiflächengestaltung und sich weitreichende struk- zur Gestaltung des öffentliturelle Veränderungen ab- chen Raums. Später seien dazu zeichnen. Unklar ist, wel- Planungsdaten zum spezifiche. Es könnte sein, dass schen Bedarf (Wohnen, Büro, die Telekom großflächig Gewerbe, Dienstleistungen, gebäude abreißen lässt, da- …) als auch zur künftigen runter den Turm und die Versorgungssituation auch im Verwaltungsgebäude, es Hinblick auf die sonstige Entkönnte auch sein, das Teile wicklung im Stadtgebiet zu davon stehen bleiben sol- erheben und in der Planung len. Die Stadtverwaltung zu berücksichtigen. Die Verwaltung hat mit plant nach eigenen Angaben für jeden dieser Fälle. dem Planungsbüro Steffen

Duemler bereits ein erstes Konzept erarbeitet, das in den wesentlichen Zielen mit den hauptsächlich betroffenen Eigentümern vorabgestimmt worden sei, erklärt die Stadtverwaltung, die danach erst in die Öffentlichkeit geht. Der aktuelle Planungsstand des Vorentwurfs wird in der Sitzung vorgestellt und die weiteren Arbeitsschritte werden erläutert. Die Weiterentwicklung könne sowohl im Rahmen von einem Bebauungsplan als auch über sonstige städtebauliche Entwicklungsinstrumente erfolgen. Dabei sollen die Kosten für die weitere Planung über städtebauliche Verträge den Projektträgern übertragen werden. Deshalb macht die Stadtverwaltung derzeit keine Angaben zu möglichen Kosten des Verfahrens. Klar ist, dass die Verwaltung die heterogene Nutzung homogenisieren, vereinheitlichen will. Gewerbe und Industrie sollen sich im Bereich Hopt und Moker konzentrieren, während das weitere Gebiet Richtung Tuttlinger Straße zu einem nahezu reinen Wohngebiet werden soll – mit einem Verwaltungsgebäude auf dem bisherigen Telekomkomplex im Mittelpunkt. NUR BEISPIELE VORGELEGT

Was nun vorgelegt worden ist, seien alles Beispiele. „Es gibt noch keine konkreten Projekte, das sind alles Ideen“, so Bauamtschef Huber. Allerdings: „Die Verwaltung ist seit mehr als einem Jahr mit dem Plan beschäftigt“, so Huber

weiter. Deshalb gingen die Vorschläge teils schon ins Detail. Der Rahmenplan sei auch mit den bestehenden Eigentümern aufgestellt worden. Die Zeit sei günstig. Offenbar soll dort, wo derzeit der Malerbetrieb Breucha angesiedelt ist, ein Hotel beziehungsweise ein Gastrobetrieb entstehen. Einen entsprechenden Eintrag weisen erste Planungsunterlagen auf. Die bestehenden Gebäude sind als abzureißen markiert. Das mögliche Hotel ist mit 87 Zimmern dimensioniert. Das deutet darauf hin, dass hier ein konkreter Projektplan zugrunde liegt. 740 MENSCHEN IN 320 WOHNUNGEN

Die benachbarte KfZWerkstatt und der Getränkemarkt bleiben. Auch ist nicht vorgesehen, neben dem bestehenden Bio-Markt weiteren Lebensmittel-Einzelhandel anzusiedeln. Es solle lediglich geprüft werden, was das Gebiet noch braucht, hieß es. Voraus geht allerdings eine Entscheidung des Gemeinderats, außerhalb der Innenstadt und zum Schutz dieser keinen weiteren Einzelhandel zulassen zu wollen. Der von der Stadt beauftragte Planer sieht das „als den falschen Weg“, aber auch er glaubt, dass die Einzelhandelsentwicklung in der neuen Mittelstadt gesteuert werden müsse. Der gesamte Bereich soll im Endausbau 740 Menschen in 320 Einheiten Wohnfläche auf 31.200 Quadratmetern bieten – also rund 100 Quadratmeter pro Wohnung, so 4


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4eine erste Kalkulation. Knapp 800 Autos sollen unterkommen. Und 450 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Ein von der Stadtverwaltung beauftragter Planer sieht das Großprojekt als eine „Chance, den Bereich aufzuräumen.“ Viele der Gebäude könnten beseitigt werden, was große Baufelder entstehen lasse. Was bisher vorliege, sei eine informelle Planung. Eine unverbindliche Absichtserklärung. Mehr nicht. Entlang der Heerstraße könne es mit großen Wohngebäuden allerdings relativ schnell losgehen. Mit einem eigenen Bebauungsplan. Entsprechendes Interesse des Grundstückseigentümers sei vorhanden.

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Rottweil

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wir eine sinnvolle Entwicklung in diesem Gebiet abbilden“, so Sprecher Günter Posselt. Ein Rahmenplan werde es möglich machen, ins Detail zu gehen. Zwischen dem Bedarf an Wohnflächen und den Bedürfnissen des Gewerbes müsse ein Ausgleich geschaffen werden. „Dieser Rahmenplan ist ein Überraschungscoup“, so der Grüne Hubert Nowack. Es sei eine tolle Sache, so verdichtet bebauen zu können. Er hoffe,

dass das Projekt umgesetzt erinnerte, auf dem auch mal werden könne. Er rät aber, die ein Bahnhof geplant gewesen sei. Anwohner mitzunehmen. Die „privaten und die öffentlichen Interessen unter ei„DER INNENSTADT NICHT nen Hut zu bringen“ – die der WASSER UND STROM Anwohner, die des EinzelhanABDREHEN” dels auch –, riet FFR-StadtEs gelte, sorgfältig vorzu- rat Reiner Hils. Er erwartet gehen und abzuwägen, „um „spannende Diskussionen“, der Innenstadt nicht Strom wie er verschmitzt sagte. Der Gemeinderat stimmund Wasser abzudrehen“, mahnte SPD-Stadtrat Dr. Jür- te dem Rahmenplan nach gen Mehl, der an die wechsel- ausführlicher Diskussion am volle Geschichte des Gebiets Mittwoch einstimmig zu, und

damit laut Huber der „Entwicklungsrichtung“. Unter den Zuhörern während der Sitzung: der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins, Detlef Maier. Seine nwesenheit kann als Zeichen an die Stadträte verstanden werden, dass der bestehende Einzelhandel die Entwicklung im neuen innenstadtnahen Gebiet sehr genau verfolgen wird. Mit Stauss hat Maier ja auch einen Mitstreiter im Rat. Peter Arnegger

MUSS DIE REITANLAGE WEG?

Ein Konfliktbereich könnte laut dem Planer in der Nähe der Reitanlage des Rottweiler Reitvereins entstehen – deren Existenz offenbar nicht infrage steht. Dort würden nach aktuellem Planungsstand Großgewerbe, Wohnen und eben die Reitställe aneinander grenzen. Das Baurecht ermögliche das. Aber: „Die Reitanlage muss dort weg“, sagte der Freie Wähler Hermann Breucha Es müsse versucht werden, sie zu verlagern. Dies nur, „um die Dinge zu arrondieren.“ Bauamtschef Huber bekräftigte, dass die Planung durchaus zu dem Ergebnis kommen könne, dass sich in Sachen Reitanlage „in absehbarer Zeit“ etwas ändern müsse. Ansonsten bezeichnete Breucha den Rahmenplan als „notwendig“. Der Bereich brauche eine Neuordnung. Vorrangig solle es ums Wohnen gehen. Es sei ein interessantes Gebiet in Bezug auf die Entfernung zur Kernstadt und den Schulen. „Das Gebiet ist eine der wichtigsten Entwicklungsmöglichkeiten, die die Stadt derzeit hat.“ Für Jörg Stauss von den Freien Wählern ist es zudem „das klassische Wohngebiet schlechthin“. Allerdings dürfe der jetzige Handel nicht dadurch torpediert werden, dass in der neuen Mittelstadt nun die Tore für den Einzelhandel geöffnet würden. Das könne Leerflächen in der Stadt verursachen. Der neue Handel dürfe daher nur ergänzen, nicht torpedieren. Auch könne schnell ein Überangebot an Hotelbetten entstehen. Die CDU begrüßt es, dass das Gebiet planerisch angegangen wird. „Wie können

Rotes Kreuz

Freibad

Großes Interesse an Vortrag über Kopfverletzungen

An Ostern den Winterschlaf beendet

Unter anderem aus Sulz, Tennenbronn, Schiltach und Wellendingen waren die Helfer ins katholische Gemeindehaus nach Rottweil geströmt. Nie seien es bei einem Vortrag des Kreis-DRK so viele gewesen, erinnert sich Häring. Und das, obwohl es drastisch zur Sache ging. Denn das Thema der Fortbildung lautete: „Verletzungen im Schädel-Hirn Bereich und Blutungen im Schädel”. Viele der Rotkreuzler sind auch als Helfer vor Ort in ihren jeweiligen Wohnort aktiv. Sie sind damit besonders schnell am Einsatzort und mitunter die Ersten. Laut Kreisbereitschaftsleiter Häring hätten sie alle erneut anschaulich gelernt, worauf zu achten sei, wenn sie zu einem Patienten mit einer Kopfverletzung gerufen werden. Es gehe um mehr als das bloße Ansprechen des Unfallopfers. Es gehe um die Reaktion des Patienten auf die gestellte Frage, um eine Bewertung der Motorik und Sprache und Reaktion der Augen. Dies sei bei jedem auf den Kopf gestürzten Menschen zu prüfen, so der Referent. Er zeigte auch, wie lebensbedrohliche Zustände wie etwa spontane Blutungen im Schädelbereich erkannt werden können. In zwei Filmen – aufgenommen während einer OP – war zu sehen, wie beispielsweise mit einem Bohrer mit 80.000 Umdrehungen im Schädel – unter dem Mikroskop – minimale Veränderungen am Knochen vorgenommen werden. Und wie eine Wucherung im Gehirn – ein Aneurysma – mit einer Schlinge versorgt werden kann. „Bei diesen Bildern wurde deutlich, wie feinfühlig und wie hoch die Fähigkeiten des Neurochirurgen bei diesen Operationen am geöffneten Schädeldach sind”, so Vortragsorganisator Häring anschließend. Alle Teilnehmer seien von dem interessanten Vortrag begeistert gewesen– eine Zugabe ist in Aussicht gestellt worden. Das Thema „Wirbelsäule” und „Bandscheibe” soll dann ebenso interessant vorgestellt werden. pm

kleines Bild zeigt Jörg Goldberg beim Messen des PH- und Chlorwerts des Wassers –, drei Schwimmmeister, der Hausmeisterservice und ein Fliesenlegerteam mit zehn Leuten hatten in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun, Frostschäden zu beheben, die Grünflächen in Ordnung zu bringen und eine neue Umwälzpumpe einzubauen. Die kann man nach Bedarf steuern, so wird viel Strom gespart, denn nachts muss das Wasser ja nicht umgewälzt werden. Der Ausfall eines Schiebers hätte den Eröffnungtermin fast ins Wasser fallen lassen, aber die Kollegen von der ENRW hätten Tag und Nacht gearbeitet, um das zu beheben, so Ulrich. Freuen dürfen sich die Badegäste über ein paar weitere Neuerungen. So konnte man dieses Jahr erstmals die Saisonkarten im Vorfeld kaufen, „das wurde gut angenommen.” Im Gastrobereich gibt es neue, größere Tische, die man auch zusammenschieben kann, und zusätzlich einen Loungebereich mit gemütlichen Sitzsäcken. Neu ist auch die Absturzsicherung am Sprungturm, so kann man jetzt nicht mehr aufs Geländer klettern – Gefahr gebannt. Ulrich plant mit seinem Team schon die Veranstaltungen, die erste ist am 27. Mai – in der Hoffnung, dass das Wetter mitmacht. Dann gibt’s eine Freibad-Poolparty von 13 bis 18 Uhr mit Wasserhindernissen, Animation, Musik, Spiel und Spaß für die ganze Familie. Apropos Wetter: „Es ist immer so, dass das Wetter schlechter wird, wenn das Freibad aufmacht”, weiß Steven Ulrich aus Erfahrung. Doch er siehts mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Liegewiesen können den Regen dringend gebrauchen, die braunen Stellen sind nicht zu übersehen. Daher hofft er einfach darauf, dass es bald wieder so schön und warm wird wie in den letzten Wochen. Unser oberes Bild zeigt Julian Dyma, Patrick Paj und Bäderleiter Steven Ulrich – sie machen für das NRWZ-Foto ein Päuschen auf den neuen Freibad-Sitzsäcken. mm

Guter Referent, interessierte Zuhörer – so lässt sich Warm genug war es in den vergangenen Wochen laut dem Organisator ein Vortrag von Chefarzt Prof. schon, doch erst seit dem Himmelfahrtstag hat das Rainer Ritz (kleines Bild links) von der Neurochir- Rottweiler Freibad wieder geöffnet. urgischen Klinik in Villingen zusammenfassen. Weit „Wir sind seit Ostern dran, das mehr als 100 Zuhörer Freibad aus dem Schlaf zu wehabe er gezählt, so DRKcken”, erzählt Steven Ulrich, Kreisbereitschaftsleiter der neue Bäderleiter. Und das Michael Häring (rechts). bis kurz vor der Eröffung, bis Alles ehrenamtliche Helzuletzt wurde geputzt und gefer vom Roten Kreuz im richtet. Zwei Techniker – unser Kreis Rottweil.


Samstag, 19. Mai 2018

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Rottweil

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AfD-Politiker verbannt Kritiker Soziale Medien Sänze: „Sperrung hat nichts mit Zensur zu tun” Emil Sänze, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Rottweil und stellvertretender Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion, hat sich zu Vorwürfen von Facebook-Usern geäußert, Zensur auf seiner Seite auszuüben. Unter Sänzes Opfern ist, Leser wird es nicht verwundern, auch ein NRWZRedakteur. Ein zweiter wird noch geduldet.

E

mil Sänze, der für den Wahlkreis Rottweil im Landtag sitzt, ist auf Facebook höchst aktiv. Kein Tag vergeht, an dem er nicht ein-, zwei-, dreimal gegen die Bundeskanzlerin, die politische Klasse (zu der er sich nicht zählt) oder das korrupte System an sich wettert. Gerne teilt Sänze, der aus Sulz am Neckar kommt, Grafiken und Fotos. Die sollen die schlimmen Zustände, in denen wir Deutschen angeblich leben, versinnbildlichen. Verfasst werden die Beiträge unter seiner Regie mutmaßlich von seinem Referenten und Büroleiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Vor ein paar Tagen hat sich Sänze wohl vermausklickt. Er ist auf einen zwei Jahre alten Fake hereingefallen und bekam die Häme des Netzes als Antwort (siehe „Auf Fake News reingefallen: Der Rottweiler AfD-Politiker und der Peinlich-Post”, www.NRWZ. de/ 203376). Knapp zusammengefasst geht es um vermeintlich mehr Geld verlangende Flüchtlinge, zu denen Sänze schrieb: „Ich fordere die Abschiebung von Illegalen und ausschließlich Sachleistungen für jene mit Aufenthaltsstatus”. Dafür gab es verbale Prügel. „Wir fordern Gehirn und Anstand für AfD Politiker, Herr Emil Sänze”, war nur eine der Antworten. Reaktion des Abgeordneten: Sänze hat den Post gelöscht. Zunächst kommentarlos. Inzwischen reagierte er – beziehungsweise sein Referent, der sie verfasst hat – per Pressemitteilung. In dieser äußert er sich zu den aus seiner Sicht störenden Kommentaren von Gästen auf seiner Seite, denen er neuerdings mit Löschung und Sperrung

begegne. Die Äußerungen von einer „Horde linkshysterischer Trolls und pseudointellektuellen Phrasendreschern mit Halbwissen aus dem Gemeinschaftskundeunterricht” wolle er nicht auf seiner Seite haben. Er habe dort das Hausrecht und werde durchsetzen, dass nur seine Follower zu Wort kämen. Das sei keine Zensur, weil das Recht auf Meinungsfreiheit lediglich ein Abwehrrecht gegenüber dem Staat ohne Drittwirkung sei. Außerdem sei es den Ausgesperrten unbenommen, über andere oder ihre eigenen Meinungsäußerungskanäle ihre Agitation gegen ihn und seine Partei weiterzuverfolgen, argumentiert der Abgeordnete. Für AfD-Politiker wie ihn sei Facebook aufgrund zunehmenden Medienboykotts der wichtigste Kanal der politischen Kommunikation und Mobilisierung – außer Acht lassend, dass die lokalen Medien jedenfalls noch jede seiner Einlassungen abgedruckt beziehungsweise veröffentlicht haben. Daher wolle er umso mehr darauf achten, dass er der AfD-feindlichen Klientel nicht auch noch die Infrastruktur dafür bereitstelle, ihn im Rahmen seines eigenen politischen Angebots auf Facebook mit „persönlichen Beleidigungen, fremdschämartigen esoterischen Beschwörungsformeln oder mit einem Halbwissen” unnötig zu beschäftigen, und seine eigenen Follower zu beschimpfen. Die Löschung von Kommentaren und Sperrung von Gastkommentatoren widerspreche auch nicht dem AfDMotto „Mut zur Wahrheit”. Dieses Motto beziehe sich auf den Willen, von der politischen Klasse totgeschwiegene gesellschaftliche Probleme auf die politische Agenda zu bringen und Lösungen dafür anzubieten und nicht darauf, dem politischen Gegner eine zusätzliche Bühne zu geben. Apropos „politische Klasse”. Zu dieser zählt sich Emil Sänze nicht – was angesichts der Tatsache, dass er ihr nach allgemeinem Verständnis als gewählter Abgeordneter seit 2016 angehört, etwas verwundert. Doch seitdem Martin Himmelheber Sänze auf die inhaltliche Diskrepanz hingewiesen hat und darauf, dass Sänze Abgeordneten-Diäten beziehe, ist zeitweise auch

der NRWZ-Redakteur unter den Verbannten, kann vorübergehend auf Sänzes Facebookseite zudem nicht mehr kommentieren. Dass dies im Widerspruch stehe zu Sänzes Forderung nach „direkter Demokratie und Transparenz auf allen Ebenen”, wollte Himmelheber angemerkt haben. Komplett stehen lassen, konnte Sänze das nicht. Frei äußern dürfen sich auf Sänzes Facebookseite natürlich weiterhin seine Follower. „Die Leute sind verständlicherweise stinksauer auf die Politik und verleihen ihrem Unmut teilweise ungefiltert durch Political-CorrectnessNormen Ausdruck”, so Sänze. Er wolle den Leuten weiterhin die Möglichkeit zum kontrollierten Dampfablassen bieten. Die originäre Aufgabe seiner Partei sei die eines Transmissionsriemens, der den Unmut breiter Schichten der Bevölkerung aufnehme, in das politische System übertrage und dieses damit letztendlich stabilisiere. Die AfD trage zur soziopolitischen Integration von Staat und Gesellschaft bei. Die Spaltung der Gesellschaft werde betrieben durch die Akteure der politischen Klasse und deren Erfüllungsgehilfen. Das verwirrt, muss die NRWZ anmerken, denn Sänze ist selbst Akteur der politischen Klasse, ist sein Referent mutmaßlich sein Erfüllungsgehilfe. Niemand bei Verstand kann das zurückweisen. Aktiv tragen die beiden Herren zur Spaltung der Gesellschaft bei. Sänze definiert etwa seine Gegner auf der einen Seite als „auf der Sonnenseite der Gesellschaft aufgewachsene Gutmenschen”. Und wenn sie Forderungen aufstellen, dann sind sie (in für viele Menschen schier unerträglicher Umkehr der Tatsachen) eine „Gestapo in Aktion”. Er definiert seine Fans auf der anderen Seite als „Landsleute mit weniger guten Lebenserfahrungen, einem größeren Skeptizismus gegenüber sozialen Wandel und einer geringeren Vertrautheit mit den Political CorrectnessNormen einer linkselitären Bildungsklasse”. Das klingt unvereinbar. Und es ist, auch diese Anmerkung muss sein, auch nicht das Ziel von Sänze, an der Vereinbarkeit zu arbeiten. gg

Fischerei

Riesen-Wels im Hardthaus-Weiher gefangen Am vergangenen Samstagabend saß Günter Lüthy (im Bild links) mit seinem Hund am Hardthausweiher und angelte. Am Haken hatte einen Regenwurm als Köder, wie üblich. Was er damit fing, war allerdings eine Sensation: Ein Wels, auch Waller genannt, mehr als 35 Kilo schwer und länger als Lüthy groß ist. „Der Wels konnte dem Köder wohl nicht widerstehen”, erzählt Lüthy, selbst Gewässerwart am Weiher. Dieser liegt gut versteckt kurz vor der Neukircher Steige an der B 27. Es ist dort ein Kampf zwischen Mensch und Fisch entstanden, der fast anderthalb Stunden dauerte. „Da die Schnurstärke nur 0,3 Millimeter betrug, was einer Tragkraft von etwa sechs bis acht Kilo entspricht, musste ich den Fisch immer wieder ziehen lassen”, so Lüthy. Sein Angelkollege Achim Grabert (im Bild rechts) merkte irgendwann, dass Lüthy nicht mehr auf WhatsApp-Nachrichten antwortete, er setzte sich ins Auto und fuhr an den Weiher. Dort half er, den Fisch an Land zu ziehen, „was uns dann auch nach mehreren Versuchen mit dem sogenannten Wallergriff gelang.” Dabei wird der Fisch mit den Daumen im Maul am Unterkiefer festgehalten. Die Freude der beiden Angler war riesengroß, dass der Fang mit so feinem Gerät geglückt war. „Es ist der größte Fisch, der, seit ich Gewässerwart bin, in den Gewässern des Sportanglervereins Rottweil gefangen worden ist”, sagt Lüthy. Inzwischen ist der Wels zerlegt und teils schon aufgegessen, der Rest liegt in der Gefriertruhe. Lüthy teilt ihn sich übrigens mit seinem Hund Tyson, der die fettigeren Teile bekommt. „Große Welse sind sehr fettreich und schmecken zum Teil tranig”, weiß der erfahrene Angler, der sich die magereren Teile vorbehält. Moni Marcel


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Rottweil

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Nach den Eisheiligen gibt der Nepomuk „au no en Duck”

Kommunalpolitik

Eltern fordern Tempo 30 für die ganze Heerstraße

Wetter und Religion Wie aus der Regelmäßigkeit eine Regel wurde Im Mai gibt es jedes Jahr nach warmen Frühlingstagen auch regelrechte Temperaturabstürze, wenn kalte Polarluft nach Mitteleuropa strömt. Dabei kann es sogar zu Bodenfrösten kommen. Die Menschen haben diese Regelmäßigkeit schon früh beobachtet und daraus eine Bauernregel gemacht.

D

as Ereignis fiel häufig zusammen mit den Gedenktagen für Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie. Man nannte sie der kalten Tage wegen die „Eisheiligen” und fügte hinzu, der am 16. Mai gefeierte „Nepomuk gibt au no en Duck.” Er gibt also auch noch was dazu. Allerdings kommt diese Kaltluftperiode häufig erst gegen Ende Mai, denn durch die gregorianische Kalenderreform sind die Heiligen im neuen Kalender um 10 Tage nach vorne gerückt, das eigentliche Wetterereignis ist aber zeitlich geblieben. Dasselbe kann Anfang Juni noch einmal passieren und heißt dann „Schafskälte”, weil Schafe zu dieser Zeit gerade frisch geschoren sind. Der Heilige Nepomuk war Priester am Prager Dom. Er studierte Jura in Prag und wurde in Padua Doktor im Kirchenrecht. Seit 1389 war Nepomuk Generalvikar des Erzbischofs von Jenzenstein. Es hatte zwischen dem Bischof und König Wenzel Streit gegeben um die Einsetzung von Bischöfen. Nach der Legende aber war es Nepomuks Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Nepomuk war nämlich der Beichtvater der Frau von König Wenzel, der sie der Untreue bezichtig-

Der Nepomuk im Rottweiler Münster.

te. Am 20. März 1393 wurde Johannes Nepomuk durch König Wenzel gefangen genommen, gefoltert und dann von der Prager Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und so ertränkt. In der Folge erlangte der böhmische Heilige Popularität bei allen Bevölkerungsschichten, vor allem im Bereich der Habsburger Monarchie. Nepomuk gilt als „Brückenheiliger” und ist Patron des Beichtgeheimnisses. Dargestellt wird er mit dem Kreuz in der Hand und als einziger Heiliger, außer Maria, auch mit dem Strahlenkranz. Die fünf Sterne werden gedeutet als die Buchstaben des lateinischen „tacui”, „ich schwieg.” Mit dem Finger auf dem Mund deutet dies auch die Plastik von Siegfried Haas an.

Foto: hil

Weitere Attribute sind das Birett (Kopfbedeckung) und das Chorhemd. In der Nepomukkapelle im Münster hat der Heilige einen neuen Platz an der Turmwand über den Zunftlaternen erhalten. Bei den Renovierungsarbeiten war nämlich aufgefallen, dass die Skulptur an ihrem bisherigen Platz in der rechten hinteren Ecke des Münsters durch Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit Schaden genommen hat. In Rottweil ist der Heilige auf der Hochbrücke, am Haus Hochbrücktorstraße 6, am Herrenkramerschen Haus in der Unteren Hauptstraße, auf der Brücke der Nordumgehung, in der Schramberger Straße neben dem Treppenabgang zum Stadtgraben und im Münster zu sehen. hil

Tempo 30 nachts in Rottweil-Neukirch sowie in der unteren Heerstraße. Und ganztägig, also auch tagsüber, in einem Teilbereich der Tuttlinger und in der Königstraße. Das schlägt ein Lärmaktionsplan vor, der auf eine europäische Richtlinie zurück geht. Dem Gemeinderat Rottweil ist er vorgelegt worden, er will die Bürger einbeziehen. Erste haben sich zu Wort gemeldet. Diese wollen auch den Hol- und Bringdienst zu bestimmten Schulen verdrängen. Anfang April zeigte sich der Rottweiler Gemeinderat noch skeptisch, ob eine Verringerung der Geschwindigkeit von Tempo 50 auf 30 sinnvoll sei. Ob nicht Flüsterasphalt oder eine Umleitung des Schwerverkehrs mehr bringe. Einig sind sich alle, auch mit der Stadtverwaltung, dass die Bürger einbezogen werden sollen. Dennoch hat der Gemeinderat am Mittwoch einen Lärmaktionsplan zur Prüfung durch die Träger öffentlicher Belange freigegeben. Nun haben sich bereits Bürger zu Wort gemeldet – und zwar in Form des Gesamtelternbeirats (GEB). Anfang Mai, drei Wochen nach der vorberatenden Gemeinderatssitzung und zwei vor der vorentscheidenden, positionierte sich das Gremium per Brief an die Stadträte. Und zwar pro Tempo 30. In der gesamten Heerstraße, auch bei den Schulen. „Als Vorstand des Gesamtelternbeirats der Rottweiler Schulen ist uns sehr daran gelegen, die Geschwindigkeit in der Heerstraße auf ganzer Länge auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen”, heißt es in dem Schreiben. Dabei hätten die GEBVertreter vor allem die Sicherheit der Kinder im Blick. Die Unterzeichnerinnen, Gabi Hils und Elke Reichenbach – welche jetzt als Nachrückerin für die ausgeschiedene FFRStadträtin Heide Friederichs im Gemeinderat sitzt – argumentieren: „Vormittags queren sehr viele Schüler der anliegenden Wohngebiete die Heerstraße an unterschiedlichen Stellen, um zu den Schulen in Bismarck- und Lorenz-Bock-Straße zu gelangen. Gleichzeitig herrscht dort vor allem am frühen Morgen bei Schulbeginn und am Mittag bei Schulschluss ein hohes Verkehrsaufkommen, das für teils unübersichtliche Situationen sorgt: Viele Menschen fahren zur Arbeit, sie bringen die Kinder zur Schule und halten am Straßenrand, große Busse und Lastwagen verschärfen die Lage.” Vor allem kleine Kinder könnten die Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge oft noch nicht richtig einschätzen und gerieten dabei leicht in Stress und Gefahr, so die Verfasserinnen des Briefs im Namen des GEB. Bisher seien im Bereich der Schulen „glücklicherweise noch keine größeren Unfälle passiert.” Sie plädieren dennoch dafür, die Geschwindigkeit in der Heerstraße generell auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen – „nicht nur, um die Anwohner vor Lärm zu schützen, sondern vor allem, um alle Fußgänger und vor allem junge Schüler vor Unfällen zu bewahren”, schreiben die Beiden. Eine weitere Verbesserung der Verkehrssituation an den Schulen und eine Entlastung der Heerstraße würde ihrer Ansicht nach eine Beschränkung des Hol- und Bringverkehrs in der Lorenz-Bock und in der Bismarckstraße bringen. Bisher gestartete Versuche, die Eltern dazu zu bewegen ihre Kinder auf der Groß’schen Wiese oder in der Körnerstraße abzusetzen und abzuholen, hätten leider nicht gefruchtet. „Wir könnten uns vorstellen, die Zufahrt zur Lorenz-Bock und Bismarckstraße so zu begrenzen, dass nur noch Anwohner und Menschen mit Parkausweis hineinfahren können”, wobei jede Schule ein Kontingent dieser Ausweise bekommen solle. „Das müsste sich unserer Ansicht nach über ein Schild und ein paar Kontrollen preiswerter als durch eine Schranke regeln lassen”. Die Verwaltung hat den Gemeinderäten das Schreiben der Elternbeirätinnen bisher nur übermittelt. Eine Stellungnahme liegt noch nicht vor. Die Anregungen sollen aber in den Lärmaktionsplan einfließen, der nach der Anhörung der Träger öffentlicher Belange wieder im Gemeinderat diskutiert werden wird. gg


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Wie wär‘s mit einem Gesundheitstag pro Woche? Grundregeln für ausgewogene Ernährung

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Zentraler Baustein für die Fitness von Körper und Geist ist neben viel Bewegung und Schlaf vor allem eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

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er seine Ernährung auf den Prüfstein stellen und sich selbst etwas Gutes tun will, aber gar nicht so genau weiß, wie er es anpacken soll, für den empfiehlt sich ein Ernährungstagebuch: „Beobachten Sie mindestens eine Woche lang, welche Lebensmittel Sie in welchen Mengen zu sich nehmen, und machen Sie sich Notizen. Das kann Ihnen helfen, Schwachstellen in der eigenen Ernährung aufzudecken und unliebsame Gewohnheiten abzustellen“, empfiehlt die Ökotrophologin Christine Maginot-Rohde. Doch gesunde Ernährung sollte nicht nur an einem Aktionstag Priorität haben. „Legen Sie für sich und Ihre Familie einen bestimmten Tag in der Woche fest, an dem Sie ausschließlich gesunde und frische Lebensmittel zubereiten – vom Frühstück, über das Mittagessen und Snacks für zwischendurch, bis hin zum Abendessen. Überlegen Sie vorher gemeinsam, was Sie kochen möchten und wählen Sie die Zutaten sorgsam aus. Das gemeinsame Kochen mit der ganzen Familie führt die jüngeren Familienmitglieder spielerisch an eine bewusste Ernährung heran und macht außerdem Spaß“, so die Ernährungsexpertin. Eine ausgewogene Ernährung zeichnet sich vor allem durch die Lebensmittelvielfalt aus. Getreideprodukte wie Brot, Nudeln und Reis, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, dafür aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

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Das Motto „Fünf am Tag“ kennt praktisch jedes Kind, wenn es um Obst und Gemüse geht. Als Beilage oder Snack, immer frisch oder als Saft, werden reichlich Vitamine, aber auch Mineral- und Ballaststoffe zugeführt.Zwar ist Fett ein wichtiger Geschmacksträger, aber zu viel tierische Fette begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht nur beim Verzehr von Butter und Öl sollte man also etwas vorsichtiger sein. Das Tückische: Fett versteckt sich oft in Lebensmitteln, beispielsweise in Fleischerzeugnissen oder Gebäck. Pflanzliche Fette wie Rapsöl sind dagegen weniger schädlich und liefern gesunde Omega-3-Fettsäuren. Diese sind lebensnotwendig, können jedoch nicht vom menschlichen Organismus selbst hergestellt werden. Omega-3-Fettsäuren sind auch in Fischen beispielsweise in Lachs, Matjes und Sardinen enthalten. Dass Zucker und Salz nur in Maßen zu genießen ist, ist kein Geheimnis. Auch wenn es schwerfällt zu widerstehen, kann man sich so nicht nur vor Karies, sondern auch vor Gefäßerkrankungen schützen. Statt mit Salz lassen sich Speisen auch wunderbar mit Kräutern würzen. Neben den Zutaten ist für eine gesunde Ernährung die Zubereitung der Speisen von Bedeutung. Hier sollte gelten: Kurze Garzeiten, wenig Wasser, wenig Fett. So behalten die Lebensmittel nicht nur ihren natürlichen Geschmack, sondern auch die Nährstoffe. Eine besonders schonende Methode ist das Dampfgaren, das sich nicht nur für die Zubereitung von Gemüse, sondern auch für Fleisch und Fisch eignet. Das Gargut wird dabei nicht verwässert, ausgelaugt oder ausgetrocknet, sondern die natürlichen Aromen und Vitamine der Lebensmittel bleiben erhalten. Mit den Mineralstoffen verhält es sich ähnlich: Gegenüber

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dem herkömmlichen Kochen sind nach dem Dampfgaren rund 50 Prozent mehr davon enthalten. „Im Dampf wird die Zellstruktur auch empfindlicher Lebensmittel bewahrt – das merkt man am Geschmack, Aussehen und Biss“, so die Ökotrophologin Christine Maginot-Rohde. Dabei ist das Dampfgaren auch im stressigen Alltag eine einfache Möglichkeit, leckere Gerichte selbst zuzubereiten und gleichzeitig auf eine gesunde Ernährung zu achten. „Wer in turbulenten Zeiten nicht auf den perfekten Genuss verzichten will, sollte auf diese Zubereitungsmethode setzen. Das Besondere: Der Dampf verhindert eine Geschmacksübertragung, so dass Fisch und Fleisch problemlos gleichzeitig gegart werden können. So lassen sich mehrere Speisen, Gemüse, Beilagen und sogar der Nachtisch, zeitgleich auf verschiedenen Ebenen in einem Gerät zubereiten und sich wertvolle Zeit sparen“, sagt die Expertin. Moderne Kombigeräte verbinden zudem auf optimale Weise Dampf-, Hitze- und Grillfunktionen. Ideal für alle Speisen, die nicht nur in Dampf gegart, sondern auch gebraten werden sollen. „Bei dem Intervall-Dampfgaren werden Dampf und Heißluft in einem Programm kombiniert. So werden Braten außen kross und bleiben innen trotzdem saftig und zart“, so Christine Maginot-Rohde. Quelle: Electrolux

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Hintergrund

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Was geschah wirklich in Iguala? Heckler und Koch G-36-Gewehre in den falschen Händen in Mexiko Die Sicherheitsvorkehrungen waren streng, das Interesse der Medien groß, die Zahl der Rüstungsgegner allerdings eher überschaubar. Und dabei begann vor dem Landgericht Stuttgart einer der wichtigsten Prozesse wegen illegaler Waffenexporte seit Jahrzehnten. Wir berichten online über den Prozess (www.NRWZ. de/ 203664) und hier über die Hintergründe.

I

guala am 26. September 2014: Es ist dunkel, der Regen prasselt seit Stunden aufs Pflaster. Sirenen heulen, Blaulichter durchdringen die Nacht, Busse mit zerstörten Scheiben versperren den Weg. Julio Cesár Ramirez rennt panisch durch die Straßen der Provinzstadt im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero. Gerade haben Polizisten auf ihn und seine Kommilitonen geschossen, nun sammelt sich ein Teil der Studenten auf einer Kreuzung. Wieder fallen Schüsse. Eine Gewehrkugel trifft Ramirez ins Gesicht. Er fällt auf den Asphalt und bleibt regungslos liegen. Wenig später ist er tot. In der Nähe der Leiche finden Ermittler am nächsten Tag Patronenhülsen des Kalibers 5.56x45 – Reste von Munition, die für das Sturmgewehr G 36 der Rüstungsschmiede Heckler&Koch (H&K) verwandt wird. Sechs Menschen sterben in dieser Nacht, 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa werden verschleppt. Bis heute ist unklar, was mit ihnen passiert ist. Die jungen Männer hatten mehrere Busse gekapert, mit denen sie auf eine Demonstration fahren wollten – ein in Mexiko nicht ungewöhnliches Vorgehen von Gewerkschaftern und linken Gruppen. Plötzlich wurden sie von lokalen Polizisten und

Söldnern der Mafiaorganisation „Guerros Unidos” bewaffnet angegriffen. Nach Angaben der Strafverfolger haben die Beamten die Studenten im Auftrag des Bürgermeisters an die Kriminellen übergeben. Diese hätten sie ermordet, auf einer Müllhalde verbrannt und die Asche in einen Fluss geworfen. Das sei die „historische Wahrheit”, erklärte der Generalstaatsanwalt Jesús Karam Murillo bereits vier Monate nach dem Angriff. Doch damit wollen sich die Angehörigen bis heute nicht abfinden. Welche Rolle spielten die Soldaten und die Bundespolizisten, die ebenso im Einsatz waren, fragen sie sich. Seit jener Herbstnacht kämpfen sie für die Aufklärung des Verbrechens. „Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück”, rufen sie auf Demonstrationen, ständig sind sie im Land unterwegs. Den Ermittlern werfen sie vor, die Täter zu decken und schlampig zu ermitteln. Auch vor die deutsche Botschaft sind sie gezogen. Dort machten sie eine ihrer Forderungen lautstark deutlich: „Hört auf, Waffen an Mexiko zu verkaufen.” Insgesamt 38 Sturmgewehre des Typs G36 von H&K entdeckten die Strafverfolger am Morgen nach dem Angriff auf die Studenten im Polizeirevier von Iguala. In der Nacht waren mindestens eine Polizistin und sechs Polizisten mit der Waffe im Einsatz. Dabei hätten die Gewehre nie nach Guerrero gelangen dürfen. Der Bundesstaat zählte neben Chiapas, Chihuahua und Jalisco zu den vier Regionen, in die das deutsche Bundesamt für Ausfuhrkontrolle wegen der schlechten Menschenrechtslage explizit keine Exporte genehmigt hatte. Wegen der illegalen Lieferungen müssen sich seit Dienstag sechs ehemalige Mitarbeiter des Oberndorfer Unternehmens vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Was die Schnellfeuerge-

G36-Gewehre in Händen von Mitgliedern einer Bürgerwehr und eines Polizisten in Guerrero.

wehre in Iguala genau angerichtet haben, sei schwierig auszumachen, erklärt Santiago Aguirre vom Menschenrechtszentrum ProDH, das den Angehörigen rechtlichen Beistand bietet. „Die Beweissicherung war sehr schlecht”, sagt er. Doch dann verweist der Jurist gleich auf mehrere Fälle, in denen das G36 eine Rolle spielte. So etwa beim Tod des Studenten Julio Cesár Mondragón. Der junge Mann war von mehreren Beamten verschleppt worden. Dann haben seine Peiniger ihn gefoltert, ihm die Augen ausgerissen und die Gesichtshaut abgezogen. Der Polizist, der wegen dieses grauenvollen Mordes in Untersuchungshaft sitzt, soll während der Tat eines der Schwarzwälder Sturmgewehre getragen haben. Das Gewehr spielte auch eine Rolle, als Aldo Gutiérrez schwer verletzt wurde. Ein Polizeibeamter schoss dem angehenden Lehrer in den Kopf. „Die Kugel hat den Kopf durchdrungen und die Hälfte des Gehirns zerstört”, beschreibt sein Bruder Leonel. Seitdem liegt der junge Mann im Koma, und seine Familie kümmert sich Tag für Tag um ihn. Eine Aufgabe, die die Eltern und Geschwister oft zur Verzweiflung treibt, schließlich befindet sich Aldo in einer Spezialklinik in Mexiko-Stadt. Das ist eine Tagesreise von dem Dorf in Guerrero entfernt, in dem die Familie lebt. „Unser einziger

Trost ist, dass er selbstständig atmet. Er sieht und spricht nicht, aber er hört uns”, sagt Leonel Gutiérrez. „Wir können zwar nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob die Kugel in Aldos Gehirn aus einer Heckler&Koch-Waffe stammt”, erklärt Rechtsanwalt Aguirre. „Außer Zweifel steht aber, dass in genau dieser Situation mit G36-Gewehren geschossen wurde.” Schmauchspuren und weitere Untersuchungen bestätigen zudem: Auf der Kreuzung, auf der Ramirez und ein weiterer Kommilitone zu Tode kam, wurde mit der Waffe geschossen. Über die Brutalität der Beamten wundert sich Aguirre nicht. Umso mehr jedoch kritisiert er, dass die Schwarzwälder Schießeisen in der Region gelandet sind: „Es war doch bekannt, dass die Polizisten Menschenrechtsverletzungen verüben und eng mit der Drogenmafia zusammenarbeiten.” Seit langem schon kontrollieren Banden der organisierten Kriminalität große Landstriche des verarmten Bundesstaates Guerrero. Söldner der Guerreros Unidos, der „Vereinten Krieger”, liefern sich mit gegnerischen Gruppen Gefechte um die Kontrolle des Drogenanbaus. Um den Transport von Opium, Heroin oder Marihuana sicher durchführen zu können, brauchen sie Politiker, Polizisten und andere Beamte, mit denen sie kooperieren. So auch in Iguala. Der mittlerweile inhaftierte

Bürgermeister Abarca gilt als führendes Mitglied der Guerreros Unidos, seine Frau hatte die Finanzen der Bande unter sich. In der dreijährigen Amtszeit Abarcas wurden hunderte Menschen verschleppt. Vieles spricht dafür, dass die „Vereinten Krieger” mit seiner und der Hilfe örtlicher Polizisten sowie weiterer Sicherheitskräfte große Mengen Heroin in die USA schleuste. Wer in die Quere kam, wurde gekillt. Warum aber gelangten die Waffen aus Oberndorf trotzdem ungehindert in die Stadt? Dokumente des Käufers, dem mexikanischen Verteidigungsministerium (Sedena), bestätigen, dass die Behörde von 2006 bis 2009 tausende G36Sturmgewehren in die vier nicht genehmigten Regionen lieferte. Allein in Guerrero landeten demnach 1924 der Schnellfeuerwaffen. Der dort aufgewachsene Menschenrechtsverteidiger Abel Barrera kann nur den Kopf schütteln, wenn von „verbotenen” Bundesstaaten die Rede ist. Dass ausgerechnet die Streitkräfte garantieren sollen, dass die Waffen in unerlaubte Regionen geliefert werden oder in kriminelle Hände geraten, kann er nicht nachvollziehen: „Wie soll das in einer Region funktionieren, in der Militärs, Polizisten und Verbrecher zusammenarbeiten?” Viele der insgesamt 35.000 Menschen, die in Mexiko als verschwunden gelten, seien von Sicherheitskräften verschleppt worden. 4


Samstag, 19. Mai 2018

4 Auch Markus B. verhandelte mit Vertreter der Streitkräfte. Der Handelsvertreter saß für Heckler&Koch in Mexiko-Stadt. Nun muss er sich vor den Stuttgart vor Gericht

Hintergrund, Sport ten. Dass sein mexikanischer Geschäftspartner, General Humberto Alfonso Guillermo Aguilar, nicht belangt wird, ärgert Rechtsanwalt Aguirre. Schließlich hätten sich der

Fotos: Hans Musielik und Wolf-Dieter Vogel.

verantworten, weil er in Absprache mit der Oberndorfer Geschäftsführung Exportpapiere manipuliert haben soll, die den widerrechtlichen Verbleib der Waffen verschleier-

hochrangige Armeeangehörige und das Verteidigungsministerium einen Dreck um die deutschen Exportvorgaben gekümmert. „Nach Außen hat sich die Sedena verpflichtet,

die Waffen nicht in die verbotenen Staaten zu liefern”, kritisiert der Jurist, „nach Innen war diese Verpflichtung jedoch ohne bindenden Wert”. Für Aguilar, der mittlerweile pensioniert ist, hat sich das Geschäft offensichtlich gut bezahlt gemacht. Das legen Dokumente der Staatsanwaltschaft nahe. Demnach hat Heckler&Koch dem General für jede eingekaufte G36 ein Bestechungsgeld von 25 USDollar bezahlt. Die Gelder habe H&K-Waffenhändler B. bar in Umschlägen an einen Boten überreicht. Das berichtet ein ehemaliger Kollege des Handelsvertreters, der als Kronzeuge im Stuttgarter Verfahren auftreten soll. Rechtsanwalt Santiago Aguirre erhofft sich, dass der Prozess in Deutschland helfen kann, mehr über die Rolle des Militärs bei dem illegalen Waffendeal zu erfahren. In seinem eigenen Land ist er skeptisch: „In Mexiko ist die Straflosigkeit enorm hoch, und wenn jemand von den Streitkräften beteiligt ist, sieht es mit der Aufklärung noch schlechter aus.” Das bestätigen die Ermittlungen über den Angriff von Iguala. Bis heute ist völlig unklar, was in der Nacht passiert

ist. Die von der Staatsanwaltschaft erklärte „historische Wahrheit” sei der bequemste Weg gewesen, mit dem Verschwinden der 43 Studenten umzugehen, erklärt Menschenrechtsaktivist Barrera. Die Rolle des Militärs, der Bundespolizei und weiterer staatlicher Institutionen sollte seiner Ansicht nach nicht ans Licht kommen. „Man wollte klarstellen, dass es keinerlei Intervention von höherer Stelle gab”, sagt er. Aber Militär habe die ganze Nacht über beobachtet, was geschehen sei, hätte aber nicht eingegriffen und sich vielleicht sogar an der Aktion beteiligt. „Also machen sie sich mindestens zu Komplizen, weil sie ignorieren, was passiert. Oder sie sind selbst Teil dieser kriminellen Struktur”, resümiert Barrera, der 2011 mit dem deutschen Amnesty-International-Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurde. Der 58-Jährige verweist auf enge Kontakte zwischen dem verhafteten Bürgermeister Abarca, einem General und der Polizei. Er hält eine Hypothese für realistisch, nach der sich in einem der gekaperten Busse Heroin befunden haben könnte, das in die USA transportiert werden sollte. Das

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legen auch Textnachrichten nahe, die in Chicago ansässige Drogenbosse der Guerreros Unidos in der Tatnacht mit ihren mexikanischen Kumpanen ausgetauscht haben. So wäre zu erklären, warum Soldaten, Polizisten und Abarca gemeinsam agierten. Auch internationale Gremien stellten die Arbeit der mexikanischen Ermittler in Frage. Es sei physikalisch nicht möglich, 43 Menschen in der angenommenen Weise zu verbrennen, erklärte eine von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission eingesetzte unabhängige Expertengruppe und erklärte deshalb die „historische Wahrheit” für unglaubwürdig. UN-Rechercheure stellten fest, dass einige Zeugen gefoltert wurden. Allein auf den Aussagen dieser im Gefängnis einsitzenden mutmaßlichen Täter basiert jedoch die Theorie vom Tatverlauf, an der die Staatsanwaltschaft bis heute festhält. Die Angehörigen von Julio Cesár Ramirez, Julio Cesár Mondragón und den anderen Studenten des Ayotzinapa-Lehrerseminars werden angesichts solcher Ermittlungen wohl nie erfahren, was man ihren Liebsten angetan hat. Wolf-Dieter Vogel

Der Schiri aus Schanghai Fußball Yicheng Zhao leitet Spiele für die TGA Rottweil Seit Kurzem hat die TG Altstadt einen neuen Schiedsrichter aus einem fernen Land: Yicheng Zhao aus Schanghai in China studiert an der Hochschule in Schwenningen und leitet seit Ende der Winterpause Fußballspiele.

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eit drei Jahren ist Zhao FußballSchiedsrichter. Unser National-Sport wird im Reich der Mitte oft in Schulen und Universitäten gespielt, diese haben eigene Mannschaften und auch eigene Ligen. Zhao ist in Schanghai in der College League als Schiri tätig. Nun hat sein MaschinenbauStudium den 23-Jährigen an den Rand des Schwarzwalds geführt. Fußball ist international – so hat er übers Internet nach den Zuständigen gesucht, die ihm sein Hobby ermöglichen konnten, und ist

auf den damaligen Schiedsrichter-Obmann Dietbert Spadinger gestoßen Der hat Zhao an die TG Altstadt vermittelt. Mit der Lizenz gab es keine Probleme – die ist zwar auf Chinesisch abgefasst, aber eine Bescheinigung in deutscher Sprache konnte Zhao vorweisen. Neu für ihn war, dass er Spiele in der Kreisliga und bei der Jugend allein leiten musste. „Ich China pfeifen wir zu dritt oder viert”, berichtet er – in der deutschen Kreisliga gibt es eben keine Assistenten, da ist er auf sich allein gestellt. Offensichtlich hat er aber auch damit keine Probleme: Proteste oder Geschimpfe musste er sich aber noch nicht anhören – weder von Spielern noch von Zuschauern. Kreisliga – das bedeutet Einsatz auch in kleinen Gemeinden. Natürlich kennt Zhao noch nicht jede Gemeinde im Bezirk und der Nachbarschaft. So muss er erst ermitteln, wo denn sein

Einsatzort liegt und wie er dort hinkommt – mit dem öffentlichen Nahverkehr, denn Auto hat er keins. So kennt er inzwischen den Anrufbus des Kreises. Und wenn kein Bus fährt, muss er das Taxi nehmen. Fahrspesen bekommt er zwar, aber fürs Taxi reichen die 30 Cent je Kilometer natürlich nicht aus. Dafür kann er auch einen Vorteil des SchiedsrichterDaseins genießen: Freier Eintritt zu allen Fußballspielen in Deutschland. Zwei Mal war er schon bei den Bayern in München und je einmal in Freiburg und Stuttgart, berichtet er. Ein 23-Jähriger rund 9000 Kilometer von daheim – wie steht es da mit Heimweh? Nein, das hat er nicht, aber „ich vermisse das Essen von China”. So kocht er selbst jeden Tag für sich und seinen ebenfalls aus China kommenden Mitbewohner. Die Zutaten bekommt er meist in Schwenningen, aber „manch-

mal fahren wir auch nach Stuttgart zum Einkaufen.” In ein Geschäft, „dort gibt es alles, auch chinesisches Bier!” Wobei: Eigentlich ist ihm das deutsche lieber. Außer Fußball gehört Schlagzeug spielen zu seinen Leidenschaften. Er spielt in einer Band japanische AnimeMusik. Beruflich möchte er nach seinem Auslandsjahr noch bei der HFU in Schwenningen

weiter studieren, den Master ablegen. Und dann würde er gern bei einer deutschen Firma arbeiten, von denen es in China ja viele gibt – sein Praktikum hat er bei Bosch in Schanghai gemacht. Einmal hat Zhao doch als Teil eines Trios ein Fußballspiel geleitet: Am vorigen Samstag in der Landesliga, als die SpVgg Freudenstadt gegen die SpVgg Holzgerlingen mit 4:1 gewann. Da stand er im Team von Benjamin Kammerer, dem neuen Schiedsrichter-Obmann. Im nächsten Spiel ist er wieder alleiniger Schiedsrichter: Am Sonntag, 27. Mai, ab 15 Uhr leitet er das KreisligaA-Spiel TG Schömberg gegen TSV Frommern. Wolf-Dieter Bojus


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„Warum hast Du das getan?” Villingendorfer Dreifachmord Zwei Frauen schildern ihr Martyrium / Angeklagter eingeschränkt steuerungsfähig? Im Prozess um den Dreifachmord von Villingendorf ist nun das Martyrium von zwei Frauen deutlich geworden. Ein Mann steht vor Gericht, weil ihm vorgeworfen wird, drei Menschen erschossen zu haben. Darunter seinen eigenen Sohn. Seine Verteidiger versuchen, ihn als vermindert steuerungsfähig einstufen zu lassen.

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ie spricht leise, mit Akzent, aber wortgewandt, und schaut immer wieder den Vater und mutmaßlichen Mörder ihres Sohnes auf der Anklagebank an. Sie ist die Mutter des kleinen Dario, der am 14. September letzten Jahres, am Tag seiner Einschulung, erschossen wurde. Gefasst wirkt die junge, blonde Frau, nur als sie die Tat selbst beschreiben soll, kommt sie ins Stocken, bricht ihr die Stimme, sie weint. Und schaut wieder auf den Angeklagten, Drazen D., der mit niedergeschlagenen Augen da sitzt, ihren Blick nicht erwidert. Bis der Vorsitzende Richter Karlheinz Münzer sie freundlich auffordert: „Schauen Sie mich an, Frau B.” Es herrscht Stille im vollbesetzten Schwurgerichtssaal, als sie von dem Abend erzählt, wie sie mit ihrem neuen Lebensgefährten und dessen Cousine auf die Terrasse der Einliegerwohnung ging, um eine Zigarette zu rauchen. Und plötzlich D. vor ihnen stand, „schönen Abend” sagte und sofort schoss. „Er kam wie eine Ratte, nicht wie ein Mann.” Ihr Lebensgefährte ging sofort zu Boden, erzählt sie, die Cousine brach auf dem Stuhl zusammen. Sie habe den kleinen Dario an der Terrassentür gesehen, mit zitternden Beinchen, er habe versucht, sich hinterm Vorhang zu verstecken. Der letzte Moment, als sie ihn lebend sah. Die dreijährige Tochter der Cousine habe als einzige geschrien und sei dann verschwunden. Die Kleine hatte sich in einer Duschkabine versteckt, wo die Polizei sie später fand. Ihr sterbender Lebensgefährte hatte ihr auf russisch gesagt, „Renn’, renn’, hol’ die Poli-

zei!” Und weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass D. auf seinen eigenen Sohn schießen würde, rannte sie, klingelte in mehreren Nachbarhäusern, bis ihr schließlich jemand öffnete. Auf der Flucht hörte sie drei weitere Schüsse. Sie galten ihrem Sohn. „Die Schüsse höre ich heute noch”, sagt sie. Es war viel Gewalt in der Beziehung, „das alles zu erzählen, würde drei Tage dauern”, nur einmal gab es eine Gerichtsverhandlung. Damals hatte D. sie zu Boden geprügelt, und sie war geflohen, als er betrunken eingeschlafen war. Sie floh in die Rettungswache nebenan mit ihrem damals anderthalb Jahre alten Sohn. Doch vor dem Gericht in Konstanz sagte sie nichts, aus Angst. „In Konstanz kriegt man immer Bewährung”, also habe sie so getan, als ob sie ihm verzeihe. „Ich wusste, dass wir sonst nicht sicher sind.” Sicher wähnte sie sich anfangs in der Wohnung in Villingendorf, doch schließlich wurden ihr und ihrem neuen Partner klar, dass D. sie aufgestöbert hatte. Möglicherweise durch ein Schreiben vom Jugendamt, so vermutet sie. Nachts habe sie jemanden mit Taschenlampe durch den Garten gehen sehen, dann sei ein Rollladen kaputt gewesen, ihr Auto zerkratzt, und ihr Freund habe den roten Kangoo gesehen, den D. damals fuhr. Schon zuvor habe D. sie bedroht, einmal auf einem Parkplatz in Singen. Dario habe an der Kasse des Einkaufcenters den Vater entdeckt, sie seien dann ins Auto geflohen, doch D. sei ihnen nachgerannt, habe geschrien und gedroht. „Da waren so viele Leute, aber keiner hat geholfen.” Dario habe seitdem Alpträume gehabt, kaum noch gegessen. Am Tag der Einschulung jedoch sei er so glücklich gewesen, endlich den Schulranzen aufsetzen zu dürfen, endlich Freunde zu finden, und er sei dann sogar der einzige gewesen, der der neuen Lehrerin Blumen überreicht habe. Aber sie erzählt auch, wie er auf dem Heimweg von der Einschulung von seinem Alptraum in der Nacht zuvor berichtete. „Er hatte von Blut geträumt, von Blut an sich selbst.” Schließlich blickt sie wie-

der zu D. auf die Anklagebank. Fragt ihn: „Warum hast Du das getan?” Eine Antwort bekommt sie nicht, da schreitet der Vorsitzende ein. Es ist noch nicht soweit, dass D. antworten darf. Sie antwortet selbst: „Er ist ein Teufel. Er soll lebendig verbrennen.” Auch die Ex-Frau von D. schildert ein jahrelanges Martyrium. Grün und blau habe er sie geschlagen, ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, bis sie fast erstickte. Ihr gedroht, vor den beiden gemeinsamen Kindern, dass er ihr mit einer Zigarette die Augen ausdrücke, dass er ihr die Kniesehnen durchschneide, damit sie den Rest ihres Lebens im Rollstuhl verbringe. Als sie ihn fragte, warum, habe er gesagt, eben, weil er sie liebe. Er werde danach Selbstmord begehen, und er wolle sie mitnehmen. Eines Abends dann habe er die Kinder aus dem Bett ge-

holt und sie zwingen wollen, vom Balkon im zweiten Stock zu springen. „Unten war Beton.” Das war der Punkt, als sie beschloss, ins Frauenhaus zu fliehen. Danach zog sie nach Oberbayern, brach alle Kontakte ab, doch D. habe alles unternommen, sie zu finden. Ihre Cousine erzählt von ständigen Anrufen D.s, er sei eines Tages bei ihr vor der Tür gestanden und habe ihr seine Gewaltphantasien erzählt. Dann habe er gesagt, er werde bei ihr übernachten. „Ich dachte, diese Nacht überlebe ich nicht.” Panik hatte auch die Ex-Frau, als sie von den Morden in Villingendorf hörte und dass D. auf der Flucht war. „Da habe ich gedacht, ich sehe meine Kinder zum letzten Mal.” Darios Mutter hat inzwischen die Behörden angezeigt, denn sie ist sich sicher, dass der Mord vermeidbar gewesen wäre, immerhin habe sie

mehrfach von der Gefährlichkeit D.s gewarnt. Sie erzählt auch von seiner Besessenheit, seine Ex-Frau und die Kinder zu finden. Nicht, weil er unter der Trennung gelitten habe, er habe gelitten, „weil er Unterhalt zahlen musste.” Und dass eines Tages ein Brief vom Jugendamt gekommen sei, in dem die neue Adresse der ExFrau stand. D.s Verteidiger haben am Dienstag einen Antrag gestellt, den Angeklagten hirnorganisch untersuchen zu lassen, um nachzuweisen, dass er eine Störung habe, die seine Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit einschränkte. Das könnte den Prozess verzögern und dazu führen, dass er eine mildere Strafe bekommt. Bisher ist die Urteilsverkündung für de 26. Juni geplant. Am Mittwoch sagten Kriminaltechniker aus, am Donnerstag Sachverständige des Landeskriminalamts. Mehr auf NRWZ.de mm

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Harmonisch und beschwingt von einem Höhepunkt zum nächsten in der Ferienregion Imst… 09.06.2018: Gilbert Open-Air im Stadtpark Imst 10.06.2018: Familienfest in Hoch-Imst mit Toni Knittel und Kinderprogramm 16.06.2018: Stadtfest Imst 17.06.2018: Almfest Karröster Alm 23.06.2018: Eröffnung Starkenberger Panoramaweg/ ORF Tirol Wandertag weitere Top-Veranstaltungen finden Sie unter: www.imst.at/veranstaltungen

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Schramberg

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Samstag, 19. Mai 2018

Die Woche kurz

Am Rande

Freitag: Der Vatertag – verregnet. Aber auch ein eigentlich im Freien geplanter Christi-Himmelfahrts-Gottesdienst der katholischen Kirche in Lauterbach muss kurzfristig in die Kirche verlegt werden. Eine Abordnung der Schramberger Stadtmusik musiziert.

Als kürzlich Kultusministerin Susanne Eisenmann die Stiftung St. Franziskus besucht, hat Stiftungsvorstand Michael Wollek ein Gastgeschenk vorbereitet. Er überreicht eine Tragtasche mit Produkten aus der Stiftung. Er habe im Internet gelesen, dass die Ministerin für Leberwurst und Süßigkeiten schwärme. Eisenmann guckt an sich herunter und meint lachend: „Das sieht man auch.”

Freitag: Gemein: die Sonne kann doch lachen. Samstag: In Sulgen treffen sich die Buntspechte mit grünen Räten aus Nagold und Villingen-Schwenningen, um von deren Erfahrungen mit Landesgartenschauen zu lernen. Unter den Gästen auch OB Thomas Herzog. Mehr auf NRWZ.de Sonntag: Im Stadtmuseum hat die neue Wissenschaftliche Mitarbeiterin Annette Hehr ihren ersten Auftritt in Schramberg. Sie spricht über den internationalen Museumstag und wie sie ihre Arbeit angehen möchte. Anlass ist die Eröffnung einer Ausstellung mit (Uhren-) Designs von Udo Schultheiss. Mehr auf NRWZ.de Das Muttertagskonzert mit Katrin Meyer und Manuel Weinmann findet im Saal statt im Park statt. Gemeinsam mit den Stuttgarter Saloniker zaubern die beiden Frühlingsstimmung in die Aula des Gymnasiums. Mittwoch: Gute Nachricht aus dem Wirtschaftsministerium: Aus dem Programm „städtebauliche Maßnahmen“ fließen 250.000 Euro nach Schramberg für die Talstadt-West. Das Land erhöht seine Finanzierung für Modernisierungen und Gestaltungen dort. In Seedorf tagt der gemeinsame Ausschuss für das interkommunale Gewerbegebiet Waldmössingen-Seedorf. Der Wirtschaftsplan 2018 sieht ein Betriebsergebnis von 70.000 Euro vor. Donnerstag: Der Ausschuss für Umwelt und Technik berät unter anderem über Abbrucharbeiten beim Zentralen Busbahnhof, mehr Geld für den Umbau des Biologiesaals am Gymnasium und die Straßenbeleuchtung entlang der Landstraße nach Lauterbach.

HGV neu besetzt

Harmonie trotz Fehlbetrags in der Kasse Der Handels- und Gewerbeverein

Schramberg hat am Dienstagabend getagt und seinen Vorstand neu gewählt Dabei waren der zweite Vorsitzende – André Alesi verzichtete auf eine Wiederwahl – und der Schriftführer neu zu bestimmen. Die erste Vorsitzende Kirsten Moosmann (rechts) und der Kassierer Wolfgang Flaig wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Neuer zweiter Vorsitzender wurde Jens Krön (links), Tobias Haas Schriftführer. Die sehr erfolgreichen Job- und Gutscheinkarten haben den Verein zur Einführung etwa 35.000 Euro gekostet. Da es sich um „Investitionen in die Zukunft“ handle, sei der Verlust akzeptabel befanden die Mitglieder einmütig und entlasteten wie von Oberbürgermeister Thomas Herzog beantragt, den bisherigen Vorstand einstimmig. Die Vorsitzende kündigte für die diesjährige Weihnachtaktion eine Neuerung an: „Die Sterntaler werden als Rubbellose mit Sofortgewinnen gestaltet.“ Mehr auf NRWZ.de him

Glyphosat im Trinkwasser? Unkrautvernichter Stadtgärtnerei setzt seit Jahren keins mehr ein Das Thema beschäftigt die Menschen: Ist unser Trinkwasser durch Glyphosat belastet? Der umstrittene Unkrautvernichter steht im Verdacht, Krebs verursachen zu können.

U

nter „verschiedenes” wollte Stadtrat Franz Rapp (Freie Liste) kürzlich im Rat wissen, ob die Stadt Glyphosat noch anwende. Oberbürgermeister Thomas Herzog entgegnete, seines Wissens verwende die Stadtgärtnerei oder der Bauhof schon lange dieses Herbizid nicht mehr. Edgar Reutter (SPD/Buntspecht) nutzte die Vorlage und fragte, ob denn das Schramberger Trinkwasser belastet sei. Herzog verwies auf die Stadtwerke, die für das Trinkwasser zuständig seien, versprach aber, sich zu erkundigen. ÖDP-Stadtrat Bernd Richter wollte weiter wissen, ob denn in den Pachtverträgen für städtische Grundstücke ein Glyphosat-

Verbot enthalten sei. Da sah sich Herzog überfragt, versprach aber nachzuschauen. Er verwies darauf, dass das Mittel nicht verboten ist und ein Verbot auf städtischen Pachtflächen nur schwer zu überprüfen wäre. Zum Thema GrundWasser und Glyphosat hat die NRWZ den Chef der Stadtwerke Peter Kälble um Auskunft gebeten. Dieser schreibt: „Wir haben bisher unser Trinkwasser nicht explizit daraufhin untersuchen lassen.” Das Glyphosat-Problem trete überwiegend dort auf, wo die Felder überdüngt werden, etwa in der Rheinebene. Außerdem deckten die Stadtwerke ihren Trinkwasserbedarf über die Wasserversorgung Kleine Kinzig und eigene Quellen zu etwa 70 Prozent über Oberflächenwasser. Dennoch hätten die Stadtwerke ihr Labor angefragt, was eine zusätzliche Analyse kostet, um den Nachweis zu haben, dass wohl kein Glyphosat im Trinkwasser zu finden ist. Eine solche Analyse sei „nach der Trinkwasserverordnung nicht gefordert”,

so Kälble abschließend. Das „Infoportal Glyphosat”, herausgegeben von Glyphosatherstellern, schreibt, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehe davon aus, dass Glyphosat „die Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt und sieht daher auch keine Notwendigkeit, verbindlichen Richtwerte für diese Substanzen einzuführen”. Die Tierärztin Steffi Ober sieht das sehr viel kritischer: „Bei leichten Böden kann es zu direkten Auswaschungen und Verlagerungen ins Trinkwasser kommen”, schreibt sie auf www.ugb.de. In Dänemark und in den USA seien hohe Glyphosat-Werte im Trinkwasser gemessen worden. Die TAZ berichtete im vergangenen Dezember, dass auf 37 Prozent der Ackerflächen in Deutschland Glyphosat gesprüht werde. „Glyphosat ist die Droge der ‚modernen‘ Landwirtschaft.” Die Zeitung betont aber auch: „Die Mengen, die wir mit den Lebensmitteln zu uns nehmen, sind gering, die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, ist daher niedrig.” him

Terrassenbau-Museum

Eröffnung am 15. Juni

Das neue „Junghans Terrassenbau Museum” wird mit einem Festakt am 15. Juni eröffnet. Dazu hat sich auch Staatssekretärin Katrin Schütz aus dem Wirtschaftsministerium des Landes angekündigt. Im neuen Museum wird eine außergewöhnliche Ausstellung zu sehen sein, die der Unternehmer, Junghans-Eigentümer und Schramberger Ehrenbürger Dr. HansJochem Steim von einem Sammler in Norddeutschland gekauft hatte: Knapp 300 historische Schwarzwalduhren und etliche Pianolas, Spieluhren und Orchestrien. Außerdem werden die JunghansUhrensammlung und der Junghans-Werksverkauf einen neuen Platz im neuen Museum finden. Den jahrzehntelang leer stehenden Terrassenbau hatte Steim 2012 erworben. Ein Schrägaufzug ermöglicht es den Besuchern, bequem in die neunte Etage zu gelangen. Steim hatte den Terrassenbau „im Paket“ mit anderen Gebäuden auf dem JunghansGelände erworben, ein Gebäude, das nur sehr schwer zu nutzen sei. Mit dem Museum gelinge eine sinnvolle Nutzung. Neben den Uhren wird Steim auch die Geschichte der Spiral-Federn-Herstellung in Schramberg dokumentieren. Mit Unterstützung des Bundes, des Landes, vonseiten der Denkmalstiftung des Landes mit Geldern von TotoLotto und der Stadt Schramberg hat Steim den historisch bedeutsamen Industriebau des Architekten Philipp Jakob Manz aus dem Jahr 1917 in ein Museum umbauen lassen. him


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Das Schramberger Gymnasium: Streit um die Schulsozialarbeit.

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So nicht Schulen Gymnasium will weiter Schulsozialarbeiter Die Entscheidung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats, am Schramberger Gymnasium die bisherige Schulsozialarbeiter-Stelle abzuziehen, sorgt weiter für Aufregung.

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eil eine seit 2016 geltende Richtlinie des Landes bestimmt, dass – bezuschusste – Schulsozialarbeiter nicht bei der Hausaufgabenbetreuung und beim Mittagessen eingesetzt werden dürfen, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, eine neue 0,3 Erzieherinnen-Stelle für die Ganztagsbetreuung am Gymnasium einzurichten. Die 0,5-Schulsozialarbeiter-Stelle soll an der Berneckschule angesiedelt werden. „Bei Bedarf“ werde sich ein Schulsozialarbeiter beim Gymnasium um Probleme kümmern. Die Schulleitung sehe im morgendlichen Betrieb „keinen Bedarf für Schulsozialarbeit“, hatte Marcel Dreyer vom JUKS³ ausgeführt, “da Präventionsarbeit und Beratung bereits über die Beratungslehrkräfte abgedeckt sind.“ Am Nachmittag stünden die aus der Elternzeit zurückkehrenden Schulsozialarbeiterinnen aber nicht zur Verfügung, so Dreyer. Andererseits sei der Bedarf an der Berneck-Grundschule für eine zusätzliche Betreuung sehr hoch. Mehr als 60 Gespräche mit dem Jugendamt und anderen Diensten seien im vergangenen Schuljahr wegen Berneckschülern geführt worden – ohne dass bisher dort ein Schulsozialarbeiter tätig war. Der Ausschuss hatte nach kurzer Diskussion einstimmig für das neue Konzept gestimmt.

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Daraufhin hatte sich Gymnasiumschef Bernhard Dennig über die Tagespresse an die Öffentlichkeit gewandt und erklärt, er sei „so nicht einverstanden“. Er wünsche weiterhin Schulsozialarbeit an seiner Schule für die Ganztagsbetreuung. Man hätte die Ganztagsbetreuung so ändern können, dass es den Förderrichtlinien entspreche. Ein entsprechendes Konzept von ihm sei „bedauerlicherweise nicht berücksichtigt worden“, so Dennig zur NRWZ. Fachbereichsleiter Berthold Kammerer bestätigt, dass es das Konzept gebe. Aber da sei die Hausaufgabenbetreuung eben doch enthalten. Das Land schließe aber dann die Förderung der Schulsozialarbeit explizit aus, um Doppelförderungen zu verhindern. Dennig versichert, er habe erst am 12. März erfahren, dass es Probleme mit der Förderung gebe. Und: „Dass die Schulsozialarbeiter nur vormittags eingesetzt werden können, finde ich merkwürdig.“ Kammerer betont hingegen, dass die Stadtverwaltung mehrmals mit der Schulleitung gesprochen habe und diese am 12. März „mit dem Vorgehen einverstanden war“. Die Schule bekomme mit der neuen Stelle für die Hausaufgabenbetreuung „etwas, was ihrem realen Bedarf entspricht“. Dennig und die Verwaltung widersprechen sich auch in punkto Informationspolitik: Während die Stadt erklärt, Dennig habe wie alle Schulleiter am 24. April, also zehn Tage vor der Sitzung, die Vorlage mit dem neuen Konzept per Mail erhalten, sagt dieser, er sei drei Tage vorher informiert worden: „Da war Abitur, und ich hatte wichtigeres zu tun, als Vorlagen zu lesen.“ So kam Dennigs Widerspruch

erst am Tag der Sitzung, zu spät, um die Vorlage noch zu ändern. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses war kein Vertreter des Gymnasiums anwesend. Eine Stellungnahme der Schulleitung lag dem Gremium nicht vor. Kammerer verteidigt die Umverteilung der Schulsozialarbeit: Man habe in der Vergangenheit geschaut, wie ist die Nachfrage nach Schulsozialarbeit beim Gymnasium: „Locker ausgedrückt: Da ist noch Luft nach oben.“ Bei der Berneckschule dagegen sieht JUKS-Leiter Dreyer hohen Bedarf im Sinne der Prävention: „Je jünger die Schüler, desto höher auch der pädagogische Effekt.“ Dennig, der bis August 2019 das Gymnasium leiten wird, hat sich inzwischen abgefunden mit der Neuregelung. „Es geht nicht, die ganze Thematik wieder aufzurollen“, so Dennig zur NRWZ, „wir brauchen eine pragmatische Vorgehensweise.“ Dennoch hat er bei einer Sitzung des Freundeskreises des Gymnasiums angekündigt, er werde einen Brief an die Mitglieder des Verwaltungsausschusses schreiben. Die Stadt sei „in der Pflicht“, dafür zu sorgen, dass die Ganztagsbetreuung weitergeht. Die bisherige Schulsozialarbeiterin am Gymnasium werde spätestens Anfang Juli aufhören. Die Stadt müsse den Übergang bis Schuljahresende gewährleisten und ab September eine Erzieherin einstellen, fordert Dennig. Kammerer versichert, die Stadt suche nach einer Lösung und wolle sie „so schnell als möglich, nicht erst im September, umsetzen“. Schlimmstenfalls könne es nämlich passieren, dass die Stadt Zuschüsse zurückzahlen muss. him

Medien

Audioguide ausgezeichnet

Toller Erfolg für Steffi Knebel (im Bild links) und Matz Kastning (rechts): Die Medien- und Filmförderungsgesellschaft MFG des Landes Baden-Württemberg hat den beiden den „Ideenstark”-Preis 2018 für ihre Audioguide-Ideen verliehen. Knebel: „Es ist ein tolles Gefühl, für unsere guten Ideen ausgezeichnet zu werden!” Der erste Audioguide war für die Baustelle des ThyssenkruppTestturms entstanden. „Kino im Kopf” hat der Musikwissenschaftler und Hörfunkjournalist Matz Kastning den Besuchern des Rottweiler Aufzugtestturms vermittelt. Über eine mp3-Datei bekamen die Testturmbesucher in acht Minuten unter anderem vom Bauleiter alles erzählt, was man über den Testturm wissen muss. Die beiden nächsten Projekte entwickelten Kastning und Stadtplanerin Knebel in ihrer neu gegründeten Agentur „AudiotexTour” für Schramberg: Audiospaziergänge durch die Stadt, eine Art „Schnitzeljagd 4.0” mit dem Smartphone durch die Stadt und Umgebung. Die Routen hat sich Knebel ausgedacht: „Ich verorte die Geschichten, die Matz erzählt.” Unterwegs erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mehr über die Stadt und können Rätselfragen lösen. Dieses Angebot werde seit seiner Präsentation im Januar 2017 von Einheimischen und Gästen rege genutzt und habe „auch eine positive Resonanz in überregionalen Fachmedien erfahren”, so Ingrid Rebmann von der Stadtverwaltung. Knebel und Kastning haben bei der MFG an einigen Workshops teilgenommen und waren dabei auf den „IdeenstarkPreis” aufmerksam geworden. Insgesamt 108 Bewerbungen habe es für 2018 gegeben, erzählt Kastning: „Wir waren unter den 24, die zu Jurygesprächen eingeladen wurden.” Schon diese Gespräche seien so wichtig gewesen, dass sich die Bewerbung gelohnt habe. Für die Preisträger gibt es kein Preisgeld, aber mit den anderen Gewinnern erhalten sie ein einjähriges Coachingprogramm inklusive Impulsreise und Unternehmensbesuchen. „Und so ein Preis ist natürlich auch werbewirksam”, weiß Kastning. Schrambergs Oberbürgermeister Thomas Herzog gratuliert dem Start-up-Unternehmen „audiotextur” zum Preis : „Dies zeigt, dass auch die Kreativwirtschaft in Schramberg auf der Höhe der Zeit ist.” Fertig und demnächst online sind bereits die nächsten Audiotouren: Eine geht durchs Kloster- und Stiftungsgelände in Heiligenbronn, die andere entlang eines Weinwanderwegs in Durlach. Fest geplant haben die beiden eine Kooperation mit Schneider Schreibgeräte in Tennenbronn. Zum einen geht es um eine Audiotour zum Thema „Schreiben”. Zum anderen würde die „blukii”-App, die die Schneiders entwickelt haben, bestens mit den Audiotouren der beiden zusammenpassen, ist Kastning überzeugt. Am Mittwochabend war in Stuttgart die Preisverleihung, bei der auch Staatssekretärin Katrin Schütz, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, eine Rede gehalten hat. him Info: IDEENSTARK ist eine Auszeichnung der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und wird unterstützt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Die beiden Schramberger Audioguide-Touren findet man so: www.schramberg.de/de/Tourismus/Ausgezeichnete-FAMILI ENFERIEN/Schrambolis-Audioguide-Touren


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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Stadtwerke

Prüfung habe sich ein Anbau als die wirtschaft- Hardt lichere Variante erwiesen. Für etwa 450.000 Zwei wollen Bürgermeister werden Euro entstehen jetzt etwa 120 Quadratmeter Das Kandidatenkarussell zur Bürgermeisterwahl in Hardt beDie Stadtwerke Schramberg errich- zusätzliche Bürofläche, die bis Mitte des Jahres ginnt sich zu drehen. Ihren Hut in den Ring geworfen haben ten derzeit am Hauptgebäude auf dem bezogen werden können. him als erste Karin Grave aus Neuenbürg und als zweiter Michael Moosmann aus Sulgen. Der 25-Jährige Michael Moosmann Lienberg einen Anbau Damit soll der arbeitet seit zwei Jahren bei der Stadtverwaltung Schramberg. gestiegene Platzbedarf befriedigt werSeine Mitbewerberin ist 56 Jahre alt und arbeitet seit 25 Jahren den. beim Landesbetrieb Vermögen und Bau. Die Wahl findet am Sonntag, 24. Juni, statt. Sollte keiner der Bewerber im ersten Seit dem Einzug in den Neubau im Jahr 2005 Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, gibt es am Sonnhat sich die Anzahl der Büroarbeitsplätze tag, 8. Juli, einen zweiten Wahlgang. Bewerbungen für den ersum mehr als ein Drittel erhöht. Außerdem ten Wahlgang sind noch bis Montag, 28. Mai 2018, 18 Uhr, müssten die Stadtwerke wegen der erhöhten möglich. Die Amtszeit von Bürgermeister Herbert Halder Sicherheitsanforderungen etwa im Bereich läuft zum 1. September ab. Offizielle Kandidatenvorstellungen der IT zusätzliche Räume bereitstellen, so finden am 13. und 15. Juni statt. wit Stadtwerkechef Peter Kälble auf Nachfrage der NRWZ: „Die beim Neubau eingeplanten Raumreserven waren erschöpft.“ Zunächst habe ein Planer geprüft, ob eine Verdichtung VINZENZ VON PAUL HOSPITAL gGMBH im Gebäudebestand möglich wäre. Bei dieser Noch wird am Anbau geschafft. Foto: him ! Klinik: 467 Betten Eine Einrichtung ! Krankenpflegeschule: der Genossenschaft der 60 Plätze ! Luisenheim: 243 Heimplätze Barmherzigen Schwestern ! Spital Rottweil: 100 Plätze in Untermarchtal e.V. ! Tageskliniken: 93 Plätze

Anbau bald fertig

Kirche Heidrun Stocker wechselt Pfarrstelle Am letzten April-Sonntag hat Pfarrerin Heidrun Stocker mitgeteilt, dass sie ihre Pfarrstelle Lauterbach/Schramberg II verlassen und in den Kreis Sigmaringen wechseln wird. Die NRWZ hat sie nach den Gründen gefragt und wie der Weggang von gleich zwei Pfarrern im September bewältigt werden wird. NRWZ: Pfarrerin Stocker, Sie gehen nach Mengen. Wie kommt’s? Heidrun Stocker (Bild): Das ist nach 16 Jahren nicht ungewöhnlich, dass es einen Wechsel gibt – alles über zehn Jahre in einer Gemeinde ist lang. Es ist sinnvoll, dass es einen Rhythmus gibt. Es ist nicht förderlich für Gemeinde und Pfarrperson, sein Leben lang nur in einer Gemeinde zu bleiben. Es war sicher trotzdem für viele ein Schock? Ja, der Zeitpunkt ist nie perfekt. Es wäre ja auch nicht schön, wenn alle erleichtert aufatmen. Der Kirchengemeinderat und meine Mitarbeiter waren natürlich vorbereitet. Aber man spricht natürlich erst darüber, wenn man gewählt ist. Warum gerade Mengen? Die Gemeinde muss zu einem passen und das Timing muss stimmen. Genau dann, wenn ich mich bewerben will, muss auch eine passende Stelle frei sein. Ich war natürlich dort und habe mir

die Gemeinde angeschaut, und das Gremium, das mich gewählt hat (Kirchengemeinderat und Vertreter des Kirchenbezirks, Anmerkung der Redaktion) waren auch hier, um mich zu begutachten. Ansichten, Meinungen und Stil müssen zusammenpassen. Mengen ist auch eine Diaspora-Gemeinde, wie hier, es gibt 2000 evangelische Christen. Hier in Lauterbach sind es 440, und 460 in Schramberg als Seelsorgebezirk kommen noch dazu.

dem Kirchengemeinderat noch nichts beschlossen. Wie lange sind Sie konkret noch hier? Ich bin bis Mitte August noch da, und offiziell ab 1. September dann in Mengen.

Ihr Mann ist ja auch sehr aktiv – was sagt er zum Umzug? Mitgefangen, mitgehangen – so ist das nun mal, die Ehepartner müssen mit dem Geldverdiener mit. Als Pfarrerin habe ich Residenzpflicht, wir müssen im Pfarrhaus Bedeutet die größere Ge- wohnen. Aber er war natürlich meinde auch mehr Arbeit? einverstanden und wird sich Ja, das kann schon sein – sicherlich dann auch in Mendie Arbeit wird sich ändern. gen ehrenamtlich engagieren. Bisher habe ich einiges auf Bezirksebene gemacht: Ich war Was wird bleiben? im Kirchenbezirksausschuss, 16 Jahre ist eine ganz lange außerdem Stellvertreterin des Zeit, die Kinder sind hier groß Dekans, und ich habe fünf geworden, wir haben eine tieMal im Jahr für eine Woche fe Verbindung zu Lauterbach. Notfallseelsorge gemacht. In Es wird ganz viel fehlen. Mengen werde ich mehr Menschen zu betreuen haben, Wie ist es mit der Nachfolge? mehr Konfirmanden, mehr Das AusschreibungsverfahKasualien, also Taufen und ren wird unverzüglich begonBeerdigungen beispielsweise. nen, vor allem für Schramberg, Der Kirchenbezirk Sulz und und jetzt auch für Lauterbach. der Kirchenbezirk Biberach, Aber die Gemeinde ist verzu dem Mengen gehört sind sorgt. Die Kollegen vom mit etwa 30 Gemeinden etwa Nahbereich springen ein. Das gleich groß, aber Biberach sind Pfarrer Götschke von umfasst eine größere Fläche. Rötenberg, Pfarrer Krimmer vom Sulgen und Pfarrer BühWas planen Sie zum Ab- ner aus Locherhof. schied? Es wird eine Verabschie- Die Fragen stellte Sonja dung geben, aber es ist mit Rajsp.

„Wer die Welt verändern will, muss ein großes Feuer in sich tragen.“ Vinzenz von Paul

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Die Vinzenz von Paul Hospital gGmbH ist eine modern und bedarfsgerecht ausgestattete, überregional bedeutsame Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Gerontopsychiatrie mit Zentrum für Altersmedizin sowie Neurologie mit Schlaganfallstation und leistet mit einem hohen Standard, die psychiatrische, psychosomatische und neurologische Versorgung eines großen regionalen Einzugsgebietes. Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Rahmen der altersbedingten Nachfolgeplanung für die Kfm. Abteilung / Personalabteilung eine

stv. Personalleitung (m/w) Aufgaben u. a.: ! Leitung, Koordination und Weiterentwicklung der Personalverwaltung und der Systemlandschaft im operativen personalwirtschaftlichen Tagesgeschäft; ! Beratung unserer Führungskräfte und MAV‘en in allen personalrelevanten arbeits-, und tarifrechtlichen Fragestellungen; ! Personalspezifische Monats- und Jahresabschlussarbeiten und Budgetierung; ! Anwendung und Klärung verschiedener Themenstellungen der AVR (von Eingruppierung bis Mitbestimmung nach MAVO) sowie ZVK. Profil: ! Abgeschlossenes Studium mit Schwerpunkt Personal und/oder vergleichbare Qualifikation; ! Mehrjährige Erfahrung im Personalbereich in verantwortlicher Funktion, idealerweise mit (Team-) Leitungsaufgaben und Berufserfahrung im Krankenhausumfeld; ! Gute Kenntnisse im Arbeitsrecht, idealerweise Erfahrung mit Tarif- und Entgeltsystemen der AVR und/oder TVöD-K und TV-Ärzte/VK sowie sehr gute Office-Kenntnisse (v.a. Excel) und Wissen im Umgang mit modernen Personalinformationssystemen wären wünschenswert; Wir bieten eine interessante und unbefristete Tätigkeit in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre in einem engagierten und motivierten Kollegenteam sowie vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten (u. a. eigene Hospitalakademie). Die Vergütung richtet sich nach der AVR-Caritas. Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung besteht bei der ZVK-BW. Als Einrichtung in katholischer Trägerschaft wünschen wir uns, dass Sie sich mit unserem sozialen Auftrag und dem christlichen Menschenbild unseres Hauses identifizieren können. Für Informationen zum Aufgabenbereich steht Ihnen gerne zur Verfügung: Herr Beuter (Telefon 0741 241-3215). Schriftliche Bewerbung per E-Mail an das Sekretariat Personalabteilung (k.brunner@VvPH.de). Weitere interessante Informationen über unsere Einrichtung finden Sie auf unserer Homepage: www.VvPH.de

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„Sinnvoller Rhythmus”


16 / NRWZ| Sterbefälle

28.03. Giovanna Gibaldi, Zimmerner Straße 1, 78658 Zimmern ob Rottweil 01.04. Johann Eugen Werni, Dissenhornweg 8, 78628 Rottweil 02.04. Arthur Hubert Müller, Habsburgerstraße 1, 78628 Rottweil 03.04. Martin Tschirdewahn, Nägelesgrabenstraße 25, 78628 Rottweil 03.04. Johann Volker Dannheisig, Steinhauserstraße 19, 78628 Rottweil 05.04. Kurt Karl Schley, Bösinger Steige 61, 78727 Oberndorf am Neckar 05.04. Friedrich Ludwig Weidenauer, Sulgauer Straße 3, 78713 Schramberg 08.04. Horst Eduard Bergunde, Bohnengasse 3, 78647 Trossingen 09.04. Gertrud Hermine Schreiber geb. Jäckle Burkardstraße 5, 78628 Rottweil 12.04. Stanislav Osvald, Vor Buchen 18, 78652 Deißlingen 13.04. Irmgard Kohler geb. Burkhardt, Hofluckenstraße 17, 78628 Rottweil

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Familiennachrichten

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

13.04. Elisabeth Ida Antonie Holzschuh geb. Fröhlich, Tannstraße 2, 78658 Zimmern ob Rottweil 13.04. Johanna Walburga Breithaupt geb. Deusch, Wintermoos 45.1, 78144 Schramberg 16.04. Edelgard Marianne Markowski geb. Elsäßer, Friedrich-List-Straße 23, 72172 Sulz am Neckar 16.04. Ida Braun geb. Nägelesgrabenstraße 25, Rottweil

Borho, 78628

16.04. Anastasia Flaig geb. Obert, Hutneck 2, 78713 Schramberg 17.04. Isolde Erika Etter geb. Hügle, Brugger Straße 37, 78628 Rottweil 17.04. Hans-Joachim Engelbert Nowitzki, Blumenstraße 8, 78661 Dietingen 17.04. Ingrid Martha Leyrer geb. Heidle, Nelkenstraße 12, 78532 Tuttlingen 17.04. Gerd Albin Bippus, Grabenstraße 2, 78662 Bösingen 18.04. Adelinde Gloning geb. Baumann, Vor Lau 13, 78652 Deißlingen 18.04. Richard Günther Flaxmann, Sulzbachstraße 44, 78554 Aldingen

19.04. Konrad Frank, Schloßplatz 4, 78669 Wellendingen 19.04. Alex Uselmann, Überlinger Straße 32, 78628 Rottweil 21.04. Gerhard Putscher, Kaiserstraße 10, 78658 Zimmern ob Rottweil

Jörg-Peter Hauser Schillerstraße 82 Uhlandstraße 54 78713 Schramberg Telefon: 0 74 22/46 98 www.hauser-bestattungen.de

03.04. Milia Radekop, weiblich, Christina Radekop geb. Ott und Oleg Radekop, Asternstraße 11, 78661 Dietingen

04.04. Elias Ebel, männlich, Katja Reifegerst und Waldemar Ebel, Schillerstraße 24, 78713 Schramberg

03.04. Claudia Segurado Ortega, weiblich, Queralt Ortega Ruiz und Benjamin Segurado Zoppetti, Bismarckstraße 124, 78549 Spaichingen

06.04. Mohamad Farhan Alali, männlich, Marah Aboromiah und Mazhar Farhan Alali, Adenauerstraße 18, 78736 Epfendorf

22.04. Rita Theresia Stöhr geb. Sieber, Birkenweg 3, 78661 Dietingen

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Familiennachrichten

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Wir begrüßen unsere neue Leitung der Betreuungsgruppen Maria Münz-Reger

„Frau Münz-Reger und ihre junge, dynamische Gruppe" freuen sich über neue Gäste. Immer mittwochs ab 13:30 Uhr im Bürgerhaus in Wilflingen. Einsatzleitung Nicole Moosmann nimmt Ihren Anruf unter 0741 5354-54 gerne entgegen. 08.04. Lisa Müller, weiblich, Janin Müller geb. Bantle und Andreas Josef Müller, Starzelweg 4, 78628 Rottweil

jam Ruppert geb. Müller und Kevin Ruppert, Rathausstraße 22, 78594 Gunningen

09.04. Julian Stern, männlich, Lisa Maria Stern geb. Remmlinger und Christian Stern, Gartenstraße 1, 78658 Zimmern ob Rottweil

26.04. Finya Silvia Ilg, weiblich, Melanie Miriam Ilg geb. Dressler und Andreas Ilg, St.-Georg-Straße 32, 78652 Deißlingen

11.04. Annabella Mona Dilger, weiblich, Tatjana Dilger geb. Hoppe und David Heiko Dilger, Weiherstraße 3.3, 78050 Villingen-Schwenningen

26.04. Maria Gavran, weiblich, Bojana Lukić Gavran geb. Lukić und Ante Gavran, Krummer Weg 3, 78628 Rottweil

12.04. David Paul Bantle, männlich, Michaela Elisabeth Bantle geb. Frommer und Simon Pirmin Bantle, Stadtweg 8, 78661 Dietingen

29.04. Henrik Laux, männlich, Sonja Laux geb. Schneider und Holger Laux, Reutteweg 2, 78661 Dietingen

13.04. Michael Kromm, männlich, Evgeniia Valeryevna Kromm geb. Ževlanova und Juri Kromm, Eberhardstraße 7, 78647 Trossingen 13.04. Elias Matuš, männlich, Melita Matuš geb. Salai und Vlatko Matuš, Rosenstraße 29, 78628 Rottweil 14.04. Malina Jolien Niemann, weiblich, Carolin Brunsch und Dominic Ulrich Kurt Niemann, Am Zimmerplatz 2, 78549 Spaichingen 16.04. Mona Luise Schanz, weiblich, Sabrina Schanz, Schillgasse 8, 78661 Dietingen und Sebastian Urban Ruppert, Mühlenweg 11A, 78078 Niedereschach 21.04. Delia Schitter, weiblich, Aline Liane Schitter und Dennis van Geenen, Falkensteinstraße 18, 78713 Schramberg 25.04. Anastasia Pripon, weiblich, Luminiţa-Nina Pripon geb. Cubaş und Bogdan Pripon, Sonnenstraße 3, 78669 Wellendingen 25.04. Mayla Danial, weiblich, Denise Danial geb. Chaloun und Aschur Danial, Hohenbergstraße 37, 78727 Oberndorf am Neckar 25.04. Emily Ruppert, weiblich, Mir-

30.04. Nola Milena Neumann, weiblich, Dunja Maria Neumann und Dirk Wähner, Seele 25, 78713 Schramberg

Eheschließungen 06.04. Anna Hummel und RareşAurel-Nicolae Rişcou, Hohentwielweg 8, 78628 Rottweil 06.04. Marta Deiana und Danilo Tolu, Alemannenstraße 21, 78628 Rottweil 14.04. Franziska Werner und Fabian Siegfried Leingruber, Horgener Straße 64, 78628 Rottweil 14.04. Christine Klippert und Dominik René Debes, Schillerstraße 25, 78628 Rottweil 14.04. Lisa Smarsly und Florian Eichholz, Eichenstraße 5.1, 78628 Rottweil 14.04. Birgit Monika Müller und Steve Taube, Daimlerstraße 24, 78628 Rottweil 20.04. Adriana Theresa Hertkorn und Thomas Alexander Link, Durschstraße 70, 78628 Rottweil 27.04. Alisa Schulz und Hannes Kiebler, Habsburger Straße 22, 78628 Rottweil, Feckenhausen

Sterbefälle

mitgeteilt von Bestattungen Hertkorn Kammerer, Alfred, 79 Jahre, RottweilAltstadt, Schwenninger Straße Vogler, Wilhlem, 90 Jahre, Zimmern, Kirchstraße Weiser, Thomas, 53 Jahre, Rottweil, Hochmaurenstraße Schwaibold, Helmut, 89 Jahre, Göllsdorf, Württemberger Straße Kimmich, Karl, 84 Jahre, Dunningen, Martin-Luther-Straße Müller, Brigitte, 62 Jahre, Deißlingen, Wilhelmstraße 30; füher: Lauffen,Ringstraße Weiler, Ignaz, 91 Jahre, Rottweil, Burkardstraße; früher: Marienstraße Ulmann, Helga geb. Werner, 88 Jahre, Zimmern, Tannstraße Holzwarth, Michael, 61 Jahre, Rottweil, Ruhe-Christi-Straße

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