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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Die kleine Heimatzeitung für die Region Rottweil. Samstag, 24. März 2018 | 14. Jahrgang, Nummer 10

Gratis für alle Haushalte im Verbreitungsgebiet | Druckauflage: 39.100 Exemplare

Mehr Lesestoff:

„Vermurkstes Verfahren”

www.NRWZ.de/199498

24-Stunden-Streik bei der Telekom

www.NRWZ.de/199492

Kinder schmücken Osterbrunnen Vorfreude ist die schönste Freude. Diese Deißlinger Kinder freuen sich trotz winterlichen Wetters schon aufs Osterfest (Seite 4).

Foto: Moni Marcel

Bohrkolonne im Bockshof

www.NRWZ.de/199481

Grippewelle so stark wie selten Gesundheit Doppelt so viele Kranke wie vergangenes Jahr Die Grippewelle schlägt in diesem Jahr so stark zu Deshalb seien die Menschen wie selten zuvor, und ein Ende scheint nicht in Sicht. auch so anfällig. „Das Im-

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llerdings dürfte der Höhepunkt inzwischen überschritten sein, denn die Zahl der gemeldeten Fälle geht langsam zurück, wie Dr. Petra Sostak vom Rottweiler Gesundheitsamt sagt. „Die Spitze war in der Woche nach der Fasnet, da gab es 74 gemeldete Fälle.“ In den beiden Wochen danach gab es jeweils 41 gemeldete Grippefälle, letzte Woche nur noch 38. Allerdings bekommt das Gesundheitsamt nur einen Teil der Fälle mit, nämlich dann, wenn Ärzte bei den Be-

troffenen Abstriche machen und die im Labor untersuchen lassen, das passiert nicht immer. „Die aktuelle Influenzasaison zählt zu den mit am heftigsten jemals beobachteten Grippewellen hierzulande“, sagt das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Insgesamt wurden in dieser Saison im Landkreis Rottweil bis jetzt 331 Grippefälle gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 152. Und das liegt am Erreger: Der B-Stamm sei dieses Mal besonders stark, erklärt Dr. Petra Sostak, und das ist er normalerweise nicht.

munsystem hat ein gewisses Gedächtnis“, so Dr. Sostak, aber der starke B-Stamm dieses Jahr sei nun eben etwas Neues. Sie geht davon aus, dass im nächsten Herbst alle die wesentlich wirkungsvollere Vierfach-Grippeimpfung von den Krankenkassen bezahlt bekommen. Das ist bis jetzt nicht so, Kassenpatienten bekommen sie nur, wenn sie die zusätzlichen Kosten dafür selbst übernehmen. Aber inzwischen sei die Vierfachimpfung eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, der nächste Schritt sei dann, dass die Kassen verpflichtet würden, auch die teurere Impfung zu zahlen. mm

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Termine, Aktuelles

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Rottweil

„Tag der Schwerhörigkeit“ in der Stadthalle

Immer mehr Menschen, nicht nur Ältere, leiden unter Beeinträchtigungen des Gehörs, sei es durch Schwerhörigkeit oder eine Erkrankung wie beispielsweise Tinnitus. Aus diesem Grund veranstaltet der Arbeitskreis Selbsthilfe in Kooperation mit dem Landratsamt Rottweil und der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg am 6. April von 13 bis 18.30 Uhr einen „Tag der Schwerhörigkeit“ in der Stadthalle in Rottweil. Verschiedene Referenten werden die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, außerdem wird es Infostände von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen geben. Infos beim Pflegestützpunkt im Landratsamt Rottweil (0741 / 244-474 oder 244-473) und bei der Kontakt- und Informationsstelle für gesundheitliche Selbsthilfe bei der AOK (07422 / 271485 oder 271-483). pm Zimmern

Frühjahrskonzert mit mehreren Kapellen

Gemeinsam mit dem Musikverein Gosheim wird der Musikverein Zimmern am heutigen Samstagabend sein Frühjahrskonzert bestreiten. Es beginnt um 19.30 Uhr in der Turn- und Festhalle (Saalöffnung ist um 18.30 Uhr). Zur Eröffnung werden das Vororchester und die Jugendkapelle der Zimmerner auftreten. Infos unter www.mvzimmern.de pm

Foto: Andreas Linsenmann

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Waldmössingen

Einwohnerversammlung

Zur Einwohnerversammlung im Stadtteil Waldmössingen laden OB Thomas Herzog und die Ortsvorsteherin Claudia Schmid auf Mittwoch, 11. April, 19.30 Uhr, in die Kastellhalle in Waldmössingen ein. Themen sind zum Beispiel die Entwicklung des Gebietes Weiherwasen, die Innenentwicklung oder die Bereitstellung weiterer Wohnbauflächen. pm Schramberg

Entdeckungstour

Bei den „Familienfreundlichen Ferienorten”, zu denen auch Schramberg gehört, steht wieder alles unter dem Motto „Kleine (Natur-)Forscher. Los geht es am Montag, 26. März, um 14 Uhr mit einer Exkursion durchs Heimathaus in Schramberg-Tennenbronn mit dem Titel „Es war einmal auf einem Schwarzwaldhof“. „Aus Milch wird Käse, aber wie?“, heißt es am Mittwoch, 28. März, für Groß und Klein auf dem Mooshof in Schramberg-Tennenbronn. Unter fachkundiger Führung wird um 14 Uhr Einblick in die Käseherstellung und die Lagerung im Keller gewährt. Für kleine Entdecker steht der Spieltreff am Donnerstag, 29. März, und Donnerstag, 5. April, jeweils ab 14 Uhr für zwei Stunden zur Verfügung. Auf die Frage „Warum messen wir die Zeit und wie funktioniert eigentlich eine Uhr?“ gibt es am Dienstag, 3. April, um 14 Uhr im Stadtmuseum eine Antwort. Infos bei den Tourist-Informationen in Schramberg und Tennenbronn, sowie unter www.schramberg.de pm

Rottweil

Große Stadtputzete soll zur Müllvermeidung anregen

Viele fleißige Helfer, darunter etwa 70 Schüler der Rottweiler Realschule und Konrad-Witz-Schule sowie einige Mitglieder des Bürgerforums, haben sich an der zweiten Stadtputzete beteiligt. Viele Flüchtlingskinder waren mit dabei, und so war diese Aktion auch ein Beispiel für gelebte Integration. Die Grünbereiche in Rottweil vom Müll frei zu halten, ist eine der Voraussetzungen für ein attraktives und ansprechendes Stadtbild. Mit der Stadtputzete und einigen anderen Projekten unterstützt das Bürgerforum Perspektiven Rottweil die Bewerbung für die Landesgartenschau. In Gruppen eingeteilt und mit Handschuhen und Müllsäcken bewaffnet, machten sich die Schüler (jeweils in Begleitung mit ortskundigen Erwachsenen) auf ihren Weg, um im Bereich des Hochturms, im Stadtgraben und rund um das Dominikanermuseum für eine saubere Stadt zu sorgen. „Es war erstaunlich und traurig zugleich, wie viel Müll in so kurzer Zeit zusammenkam”, berichtet Dr. Christine Schellhorn vom Bürgerforum. Neben Flaschen, Dosen, Pizzakartons, Schuhen, Taschen und fast unglaublichen Mengen an Plastikartikeln fanden sich auch ein defektes Kinderfahrrad, ein Autoreifen und ein entsorgter Weihnachtsbaum. Der Müll füllte einen kompletten Fahrzeuganhänger. „Als Müllhighlights können die aufgefundenen Portemonnaies , Kreditkarten und Handys angesehen werden, die nun von verantwortlicher Stelle wieder ihren rechtmäßigen Besitzern übergeben werden können”, so Schellhorn. Nach ihren Worten wünsche sich das Bürgerforum, dass die Stadtputzaktion die Bürger sensibilisiere und dazu anregt, selber auf Müllvermeidung zu achten. „Dann wäre dies ein toller Erfolg.” pm


Samstag, 24. März 2018

Aktuelles, Meinung

Bösingen

Autos durchwühlt

Bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche haben unbekannte Täter in Bösingen und in Herrenzimmern mehrere Autos geöffnet und nach Wertgegenständen durchwühlt. Teilweise waren die in den Straßen Dreifaltigkeitsbergweg und Lupfenstraße in Herrenzimmern sowie in der Epfendorfer Straße in Bösingen abgestellten Fahrzeuge gar nicht verschlossen, so dass die Täter leichtes Spiel hatten. Wertgegenstände konnten die Diebe allerdings nicht erbeuten. Hinweise zu den Taten nimmt die Polizei Rottweil (0741 477-0) entgegen. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin: „Lassen Sie keine Wertgegenstände in Lackendorf einem abgestellten Fahrzeug zurück. Verschließen Sie geparkte Wagen Frühjahrsputz Viele große und kleine Bürger sind bei nasskalter Witterung dem beim Verlassen ordnungsgemäß.” pz herumliegenden Müll im Rahmen einer Dorfputzete der Energieversorgung Rottweil (ENRW) zu Leibe. Neben den Mitgliedern des Kindergarten-Fördervereins beteiligDeißlingen ten sich auch zahlreiche Kinder an der Aktion und leisteten so gemeinsam einen wichBus gestreift, tigen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Die ENRW unterstützt das Engagement unter im Graben gelandet dem Motto „Sauber g’schafft“ mit einem Beitrag für die Vereinskasse. Der regionale pm Eine alkoholisierte 27-jährige Frau ist Energieversorger stellte außerdem Warnwesten, Greifzangen und Müllsäcke. am frühen Sonntagmorgen, kurz nach 1.30 Uhr, auf dem Weg von Deißlingen in Richtung Rottweil auf der zu dieser Zeit winterglatten Bundesstraße 27 ins Schleudern geraten, hat dabei einen entgegenkommenden Omnibus gestreift und ist anschließend geflüchtet. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von etwa 2000 Euro, berichtet die Polizei. Nach diesem Unfall wollte die 27-Jährige Eschbronn kurz vor Rottweil von der B 27 auf Epfendorf Verpuffung macht die Bundesstraße 14 wechseln, um in Großeinsatz Haus unbewohnbar Richtung Zimmern ob Rottweil wei- nach Maschinenbrand terzufahren. Im Kurvenbereich der Am späten Donnerstagabend ist in einer Am Montag, gegen 17 Uhr, ist in einem Abfahrt von der B 27 kam die junge Firma in der Neckarstraße die Abzugsan- Wohnhaus im Ziegelhüttenweg zu eiFrau mit dem Passat von der Straße lage einer Metallbearbeitungsmaschine in nem Brand gekommen. Nach bisherigen ab und blieb in dem mit Schnee be- Brand geraten. Anwesende Firmenmitar- Ermittlungen ist das Feuer beim Betrieb deckten Grünstreifen stecken. Dort beiter versuchten vergeblich, den Brand eines Holzofens ausgebrochen. Die verwurde die Frau dann von einer Poli- selbst zu löschen. Deswegen verständigten ständigten Freiwilligen Feuerwehren aus zeistreife gestellt. Bei der Überprü- sie die Feuerwehr. Die Floriansjünger aus Eschbronn, Dunningen und Schramberg fung bemerkten die Beamten bei der Epfendorf hatten mit Unterstützung ihrer brachten den Brand schnell unter Kon27-Jährigen erheblichen Alkoholge- Kollegen aus Harthausen und Trichtingen trolle. Der entstandene Sachschaden wird ruch. In der Folge wurde, neben der den Brand schnell unter Kontrolle. Weil auf rund 50.000 Euro geschätzt. Die alDurchführung einer Blutentnahme, nicht auszuschließen war, dass den Arbei- leinige Bewohnerin des Hauses konnte der Führerschein der 27-Jährigen tern wegen der starken Rauchentwicklung sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die beschlagnahmt. Diese muss sich nun eine Rauchgasvergiftung drohte, wurden Ermittlungen zur genauen Brandursache pz, Foto: him noch in einem Strafverfahren für die sie vom verständigten Rettungsdienst ent- dauern an. Fahrt unter Alkoholeinfluss, den dabei sprechend getestet. Bei zwei Mitarbeitern verursachten Unfall und wegen der ergab die Messung erhöhte Testwerte, Rottweil begangenen Unfallflucht verantwor- weshalb sie vorsorglich zur Untersu- Bibbern in Bühlingen ten. pz chung ins Krankenhaus gebracht wurden. In der Sporthalle in Bühlingen werkelt seit Ein Gebäudeschaden entstand nicht. Die Herbst eine neue Heizungsanlage. Was Zimmern Höhe des Sachschadens an der Abzugsan- eigentlich gut klingt, ist sehr zum MissfalSmart kommt von Straße ab lage steht noch nicht fest. Die Brandursa- len manch eines Bürgers, dort. Denn die 1,2 Promille hat die Polizei bei einem che wird im technischen Bereich gesucht. neue Heizung ist noch nicht sauber einSmart-Fahrer gemessen. Dieser, ein Ein menschliches Fehlverhalten konnte gestellt. Sportler schwitzen deshalb dort, pz, Foto: gg Konzertbesucher frieren. Dem zuständi58-Jähriger, war zuvor, am Montag nicht festgestellt werden. gegen 21.10 Uhr, mit seinem Wagen gen städtischen Mitarbeiter ist das Proauf der B 14 von der Straße abge- Region blem gut bekannt. Der Chef der Stadtbau, kommen und im Straßengraben ge- Schnee und Eis: 30 Unfälle Peter Hauser, erklärte die neue Anlage: landet. Der Kleinwagen überschlug Einsetzender Schneefall sowie sich dabei Sie sei CO2-gesteuert, reagiere also auf sich anschließend auch noch an der auf den Straßen teilweise bildende Eis- die sich verändernde Raumluft und passe angrenzenden Böschung. Der 58-Jäh- glätte haben in der Zeit von vergangenem die Heizleistung und die Lüftung entsprerige musste mit schweren, aber nicht Samstagabend bis in die frühen Morgen- chend an. Das sei besser als früher, weil lebensgefährlichen Verletzungen ins stunden des Sonntags des im Bereich des die alte Anlage nur drei Zustände gekannt Krankenhaus eingeliefert werden. Polizeipräsidiums Tuttlingen mit den fünf habe: Aus, und die Leistungsstufen I und Nach einer ärztlichen Blutentnahme Landkreisen Tuttlingen, Rottweil, Freu- II. Die Anlage aber sei noch nicht eingeist der Führerschein des Angetrunke- denstadt, dem Schwarzwald-Baar-Kreis stellt, so Hauser weiter. Ein Prozess, der nen einbehalten worden. Der entstan- und dem Zollernalbkreis zu rund 30 Un- laut dem Hersteller wenigstens ein paar dene Sachschaden wird auf etwa 2000 fällen, vorwiegend mit Blechschäden ge- Monate, möglicherweise eine komplette pz Heizperiode hindurch dauern könne. Euro geschätzt. pz führt. Das meldete die Polizei. gg

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Jaspers Gedanken

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ott sei Dank – es hat nochmal geschneit. Ich liebe Schnee! Von mir aus könnte es das ganze Jahr schneien. Habe mich aber mit Herrchen unterhalten, er ist hier gar nicht meiner Meinung. Verstehe den Kerl manchmal wirklich nicht. Wobei: Bei einem unserer Spaziergänge hat er mir von der Zimmerner Bürgermeisterin erzählt. Carmen Merz. Und wie sie die bislang schwierigste Sitzung in ihrer noch jungen Amtszeit geleitet hat. Muss sagen: Das hat mir imponiert. Die Frau hat ihre Gemeinderäte offenbar im Griff. Lenkt den Gesprächsverlauf, ohne laut zu werden. Wie mein Herrchen berichtet, hat sie weder geknurrt, noch die Haare gestellt. Sie hat auch nicht die Zähne gefletscht. Sie hat niemandem die Pranke in den Nacken gelegt, sich aber dennoch durchgesetzt. Freundlich, aber bestimmt, soll sie gewesen sein. Hat manch einen Gemeinderat sanft, aber wirkungsvoll eingebremst. Also: Ich würde das anders machen. Aber Merz hat meinen Respekt. Herzlich, Ihr Jasper, NRWZ-Redaktionshund


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Aktuelles Wellendingen-Wilflingen

Rottweil

Lorenzkapelle geöffnet Die Lorenzkapelle in Rottweil wird wieder geöffnet – und zwar von April bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Erstmals bietet der Ostersonntag, 1. April, die Möglichkeit, die kleine Kirche und auch den angebauten Wehrgang mit den überragenden Skulpturen vom Kapellenturm zu besichtigen. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Nach langem Dornröschenschlaf war die Kunstsammlung Lorenzkapelle 2017 in den Sommermonaten an jedem dritten Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Möglich wurde dies durch das Engagement ehrenamtlicher Aufsichtskräfte, die Besuchern die Gelegenheit boten, die Kapelle mit ihren Schätzen Rottweiler Steinmetzkunst zu besichtigen. Wegen der guten Resonanz wurde das Angebot nun auf einen weiteren Öffnungstag pro Monat ausgedehnt. Die Kapelle selbst ist schon kulturhistorisch gesehen ein bedeutendes Baudenkmal. Als Friedhofskirche im Stil der wiederbelebten Gotik der Gegenreformation wurde sie vom Rottweiler Stadtbaumeister Hans Weber von Werth für den neuangelegten „Gottesacker“ um 1580 erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt sie 1643 schwere Schäden, als unter ihrem Chor eine Geschützstellung eingerichtet war. Bei Renovierungsarbeiten gegen Ende des Krieges entstand auch das Jüngste Gericht am Chorbogen der Kirche. Um 1700 wurde die kleine Kirche mit neuen Altären ausgestattet. Nach der Verlegung des Friedhofs 1832 wurde St. Laurentius profaniert und für unterschiedliche Zwecke genutzt: als Archiv aber auch als Markthalle. 1851 konnte Dr. Johann Georg Martin Dursch seine Sammlung gotischer Heiligenfiguren und Altarblätter in der kleinen Kapelle unterbringen. Gesellschaft erhielten die Heiligen ab 1891 von den Figurenzyklen des Kapellenturms und auch das Orpheusmosaik fand zeitweise Unterkunft in der kleinen Kirche. Nachdem die Sammlung Dursch 1992 eine eigene Abteilung im neu erbauten Dominikanermuseum erhielt, wurde die Lorenzkapelle ganz zum Museum für Rottweiler Steinmetzkunst. Originalfiguren Rottweiler Brunnen, etwa des Marktbrunnens, können hier bewundert werden. pm Gastronomie

„La Cantina” schließt schon in einem Monat

Die Wirtin hat lange ein Geheimnis daraus gemacht, jetzt hatt sie Details bekannt gegeben: Am Wochenende des 21. und 22. Aprils wird Claudia Tancettis Tex-Mex-Restaurant „La Cantina” letztmals geöffnet haben. Es komme bereits jetzt zu Engpässen bei den Reservierungen, heißt es. Außerdem soll die Speisekarte verkleinert werden. Dem „Stadtanzeiger Villingen” erklärte Tancetti: „Das ‚La Cantina’ hat noch bis einschließlich 22. April geöffnet.” Seit 25 Jahren sei sie nun hier, davon 22 als Chefin. Ende April solle nun Schluss sein, „denn Claudia Tancetti möchte den Pachtvertrag nicht mehr verlängern – ein schwerer Schritt, den sie aber aus gesundheitlichen Gründen gehen muss.” Das Loslassen sei „auch schwierig.” Viele Erinnerungen werde sie mitnehmen. Noch immer freue sie sich darüber, wenn sie Gäste begrüßen könne, die inzwischen schon mit ihren Enkeln zum Essen kämen. Das sei „einfach toll.” In der letzten Woche vor Schließung will Tancetti es eine „etwas kleinere Karte mit einer Burger-Aktion” anbieten. Informationen dazu finde man auf Facebook. Auf der Website des Restaurants heißt es: „Bereits jetzt wollen wir die Chance nutzen, um all unseren Gästen und Freunden, sowie allen Kollegen aus den letzten Jahren und Jahrzehnten für all die schönen Momente und für die Treue zum La Cantina zu danken.” gg

Noch eine Baustelle: Kreisstraße für fünf Wochen dicht

AZUBI GESUCHT!

Spätestens Anfang Mai wird die Bundesstraße 27 zwischen Schömberg und Rottweil für rund vier Monate gesperrt. Grund ist eine umfangreiche Baumaßnahme, durchgeführt vom Straßenbauamt des Landkreises. Dasselbe Amt meldet nun eine weitere Baustelle: Die Kreisstraße zwischen Wellendingen und Wilflingen wird für gut einen Monat dicht sein. Zeitgleich.

Bewerbungen bitte an info@ralfgraner.de

Einen Rückstau von der einen Baustelle zur anderen wollen die Straßenbauer offenbar vermeiden. Das auch schon bei Arbeiten, die vor dem eigentlichen Baustart stattfinden sollen: der Neubau der Gehwege und der Straßenbeleuchtung vom Kreisverkehr L434 bis zur Starzelbrücke im Auftrag der Gemeinde Wellendingen. Auch sollen dort Leerrohre verlegt und die Trinkwasserversorgung erneuert werden. Dann, ab 14. Mai, geht’s richtig los. Die B 27 wird dann schon etwa zwei Wochen lang gesperrt sein, die Umleitungstrecke von Schömberg auf der L 434 nach Wellendingen und von dort auf die B 14 bei Rottweil-Neufra und nach Rottweil führen. Dann machen sie die Kreisstraße zwischen Wellendingen und Wilflingen auf. Bei den Arbeiten im Auftrag des Landkreises werde die Deckschicht der bestehenden Straße abgefräst. Dann kommen neue Asphaltschichten drauf. Der Einbau der einzelnen Schichten erfolge in einem Arbeitsgang mit einem Asphaltfertiger mit einer Arbeitsbreite bis zu sieben Metern, so das Straßenbauamt. Die Maßnahme wird eigenen Schwerverkehr erzeugen: Um einen kontinuierlichen Einbau zu gewährleisten, sollen zwischen 25 und 30 Sattelzüge im stetigen Umlauf sein, um das Baumaterial vom Asphaltmischwerk auf die Baustelle zu befördern. Außerdem werde ein sogenannter „Beschicker“ zum Einsatz kommen, der als „Materialpuffer“ dient und Asphaltmischgut gleichmäßig dem Fertiger zuführt. Im Vorfeld der Asphaltarbeiten seien die bestehenden Schutzplanken zu entfernen und die Entwässerungsschächte teilweise zu erneuern, so das Straßenbauamt. Auch befänden sich im Baufeld zwei Schadstellen, wo der komplette Straßenunterbau erneuert werden muss. Nach Abschluss der Asphaltarbeiten kommen die Leitpfosten hinzu, die Straßenbankette seien zu erhöhen, die neuen Schutzplanken einzurammen und die Straßenmarkierung aufzubringen. „Um die Arbeitssicherheit auf der Baustelle bei diesem enormen Einsatz von Großgeräten realisieren zu können, ist eine Vollsperrung während der gesamten Maßnahme unumgänglich”, erklärt das Kreis-Straßenbauamt. Die Arbeiten zur Erneuerung der Straße sollen rund fünf Wochen dauern. „Um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, vor allem in Bezug auf den Öffentlichen Nahverkehr, sollen die Arbeiten am 14. Mai beginnen und voraussichtlich zum 16. Juni abgeschlossen sein und somit über die Pfingstferien vonstatten gehen. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich insgesamt auf rund 420.000 Euro. gg Deißlingen

Kinder schmücken den Osterbrunnen

Die Vorschulkinder des Kindergartens an der Fritz KiehnStraße haben am Dienstag den Osterbrunnen am Gupfen geschmückt. Hübsche Häschen, lustige Hühner und bunt bemalte Eier zieren jetzt den Brunnen, den der Obstund Gartenbauverein mit Buchs, Zweigen und Blumen schon dafür vorbereitet hatte. Die Kinder hatten im Vorfeld fleißig gebastelt und waren mit großer Freude dabei, mit ihren Werken den Brunnen zu dekorieren. Zur Freude aller ließ sich auch die Sonne blicken und sorgte für ein wenig Frühlingsstimmung. mm

Impressum Herausgeber: NRWZ Verlag GmbH & Co. KG mit Sitz in Rottweil, vertreten durch die NRWZ Verwaltungs-GmbH Geschäftsführer der NRWZ VerwaltungsGmbH: Peter Arnegger Redaktion: Peter Arnegger (gg, v.i.S.d.P), Gabi Hertkorn (gh), Martin Himmelheber (him) und Dr. Andreas Linsenmann (al). Postanschrift der Redaktion: Hauptstraße 31-33, 78628 Rottweil Tel. 0741-32 07 90-51 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: redaktion@ NRWZ.de Anzeigenverkauf: Angelika Lohr (leitend), Katharina Birk, Katrin Hirsch, Marion Laudert und Elke Trick. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Peter Arnegger. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 15 vom 1. Januar 2018. Anzeigen: Tel. 0741-32 07 90-52 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: anzeigen@NRWZ.de Postanschrift des Verlages: NRWZ Verlag GmbH & Co. KG, Hauptstraße 31-33, 78628 Rottweil Tel. 0741-32 07 90-50 Fax: 0741-32 07 90-99 E-Mail: verlag@NRWZ.de Gestaltung & Produktion: Peter Arnegger Druck: Bechtle Verlag&Druck, Esslingen Vertrieb: psg Presse und Verteilservice BadenWürttemberg GmbH, Tel. 0800-999-5-222 Für unverlangt eingesandte Beiträge, Fotos und Zeichnungen wird keine Haftung übernommen. Alle nicht näher gekennzeichneten Fotos sind Werkfotos oder Eigenproduktionen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe (mit und ohne Signatur) stellen die Meinung der Autoren dar. Nachdruck und Vervielfältigung aller Art sowie Übernahme auf Datenträger sind nur mit Genehmigung des Verlags gestattet.


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Rottweil

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Samstag, 24. März 2018

Kirche

Goldene Konfirmation

In der Predigerkirche haben sieben Frauen und Männer das Fest ihrer

Goldenen Konfirmation gefeiert. Beim Abendmahlsgottesdienst mit Pfarrer Christian Honold gedachten sie ihrer Konfirmation vor 50 Jahren. Foto: Berthold Hildebrand

Rottweiler bevorzugt „Spitalhöhe” Gemeinderat legt Vergabekriterien fest

„Schwarzwald-Lady”

Wirklich glückliche Gewinnerin 2463 NRWZ-Leser haben am Gewinnspiel der NRWZ teilgenommen – bislang ist das Rekord. Sie alle wollten das Bild des Fotografen Sebastian Wehrle bekommen: die Schwarzwald-Lady mit dem Bollenhut, wie wir sie getauft haben. Gewonnen hat sie nun Sandra Armbruster (im Bild rechts) aus Dunningen, sie wurde von unserer Glücksfee unter all den Gewinnspielteilnehmern ausgelost. Am Dienstag konnte sie in der Galerie Dyma in Rottweil, wo Wehrles Werke derzeit in klein und in groß ausgestellt sind – und natürlich auch erworben werden können –, ihren Gewinn aus den Händen von Galerist Steffen Dyma entgegennehmen. „Es freut mich riesig, dass wir das Bild gewonnen haben. Das sieht bestimmt toll aus in unsrem frisch renovierten Wohnzimmer”, sagte sie freudestrahlend. Steffen Dyma überreichte das Bild der Gewinnerin samt den dazu passenden Nägeln, so dass es ohne große Suche gleich zuhause aufgehängt werden konnte. Die Bilder von Sebastian Wehrle sind in der Galerie Dyma in der Oberen Hauptstraße ausgestellt, man findet neben der „Schwarzwald-Lady” noch andere, spannende Motive, außergewöhnliche Models in Schwarzwaldtrachten – Tradition in ganz neuer Perspektive. Ermöglicht haben das Gewinnspiel der Künstler selbst mit seiner Spende und Steffen Dyma von der Galerie Dyma in Rottweil. Infos: www.galerie-dyma.de mm

Wohnen oder arbeiten Sie in Rottweil? Oder kommen Sie aus Rottweil und sind Sie ein Rückkehrer? Und haben Sie Kinder? Dann haben Sie bessere Chancen auf einen Bauplatz im neuen Baugebiet Spitalhöhe gleich unterm Wasserturm. Die Verwaltung hat jetzt Vergabekriterien vorgelegt, der Gemeinderat hat sie am Mittwoch beschlossen.

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ottweiler bevorzugt: Weil es doppelt so viele Bewerber wie Bauplätze gibt, will die Verwaltung mittels Vergabekriterien entscheiden. Was zählt, ist etwa, ob jemand in Rottweil samt dem gemeinsam mit Zimmern betriebenen Gewebegebiet INKOM arbeitet, oder nicht. Punkte gibt es auch für Menschen, die bereits in Rottweil wohnen oder hier aufgewachsen sind und Familie hier haben – Eltern oder Großeltern. Familien beziehungsweise Alleinerziehende und Lebenspartner mit Kindern werden ebenfalls bevorzugt, wer mehr Kinder hat, entsprechend mehr.

Abbilden will die Stadtverwaltung das mit einem Punktesystem. Einen Punkt gibt es etwa, wenn die Bewerbung um einen Bauplatz vor 2017 eingegangen ist. Zwei Punkte bei passendem Wohnsitz oder Arbeitsplatz. Je einen Punkt für ein Kind. Und so weiter. Auch ein sogenannter besonderer Bezug zu Rottweil soll mit entscheidend sein, ob jemand Tätigkeiten in einem hiesigen Verein vorweisen kann, Funktions- oder Mandatsträger ist, beispielsweise. Durch einen Gewichtungsfaktor werden einzelne Vergabekriterien zudem bevorzugt – etwa das, ob jemand Wohnsitz und/oder Arbeitsplatz bereits in Rottweil hat. Die Bewerber haben vier Bauplätze mit entsprechender Rangfolge eins bis vier benennen können. Beim Ausfüllen des Fragebogens durch die Verwaltung sollen beim Vorliegen der genannten Kriterien die entsprechenden Punkte vergeben und gewichtet werden. Maßgeblich für die Vergabeentscheidung soll die erreichte Gesamtpunktzahl sein. „Wenn sich Bewerbungen für einzelne Bauplätze überschneiden,

wovon zwingend auszugehen ist”, so die Verwaltung, „bekommt derjenige Bewerber den Bauplatz zugeteilt, der die höhere Gesamtpunktzahl erreicht hat.” Weiter plant die Verwaltung: Sollte es zu einer Punktgleichheit kommen, erhält diejenige Bewerbung den Zuschlag, wo die Vormerkung des Kaufinteresses (in den Jahren 2015 bis 2017) früher erfolgt ist. Sollten die Anträge auf Vormerkung gleichzeitig eingegangen sein, entscheidet schlussendlich das Los. Am Ende soll eine Bewertungskommission entscheiden. Die setzt sich aus Stadträten zusammen – zwei der CDU und der Freien Wähler, je einen der SPD, der Grünen, der FDP und von FFR. Im „Quartier Mitte“ stehen rund 100 Bauplätze zur Vergabe an. Von den ursprünglich 350 vorgemerkten Erwerbsinteressenten, die im Dezember 2017 von der Stadtverwaltung angeschrieben worden sind, haben nach deren Mitteilung rund 200 ihr Kaufinteresse schriftlich bestätigt und aufrecht erhalten. Es gibt also doppelt so viele Interessenten wie zu vergebende Bauplätze. gg


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Rottweil, Leserbrief

Auf der Suche nach dem Maulwurf Kommunalpolitik Unbekannter plaudert aus nicht-öffentlich tagender Arbeitsgruppe

Für einen Journalisten ist das ein Scoop. Eine exklusive Meldung, die ein Medium früher als andere Medien verbreitet. So berichtete Redakteur Armin Schulz vom Schwarzwälder Boten Rottweil in seinem Beitrag „Kein Parkhaus und dennoch 70 neue Plätze” von Ergebnissen einer an sich nicht-öffentlich diskutierenden Gruppe. Das erboste Stadtrat Dr. Peter Schellenberg ziemlich. Bürgermeister Dr. Christian Ruf bedauerte den Vorgang.

K

lar: Auch wir Lokaljournalisten, auch wir Rottweiler, suchen ständig nach Meldungen, die die Kollegen vom anderen Blatt nicht haben. Gerade in den vergangenen Monaten ist – zur Freude sicherlich der Leser – eine Konkurrenzsituation zwischen der verbliebenen Tageszeitung und der selbst erklärten „cleveren Alternative”, der NRWZ, entstanden. In beider Berichte findet man vermehrt Hinweise wie „wir berichteten exklusiv” oder „zuerst” – was natürlich als Information an den Leser gerichtet ist, aber auch den Konkurrenten als langsamer, als uninformiert darstellen soll. Klar ist: Konkurrenz belebt das Geschäft und Belebung tut einer Zeitungslandschaft, auch einer lokalen, sehr gut. Und so pendelt die Aktualität hin und her. Mal hat das eine Blatt die Nase vorn, mal das andere. Die Leser können sich dabei zurück lehnen und sicher fühlen: die Lokaljournalisten machen ihren Job. Nun kann ein Journalist aber eigentlich nur so schnell sein wie die Nachricht selbst. Er kann sie, eigentlich, nicht vor deren Entstehen verbrei-

ten. Er kann aber bestimmen, wann für ihn eine Nachricht eine Nachricht ist. Und sich damit über Abmachungen hinweg setzen, die zumal nicht mit ihm getroffen worden sind. Der Fall: Weil die Stadtverwaltung sich festgefahren hatte bei der Suche nach einer guten und konsensfähigen Parkierungs-Lösung für Rottweil, hat sie eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Die sogenannte Parkierungsgruppe. Darin: Vertreter der Stadtverwaltung – Bürgermeister Christian Ruf und der Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, Lothar Huber -, Thomas Schlipf von der Gruppe „Aktiv für Rottweil”, Henry Rauner vom Bürgerforum Perspektiven Rottweil, die Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelvereins, Detlev Maier und Karin Huonker, und die Stadträte Günter Posselt (CDU), Arved Sassnick (SPD), Hubert Nowack (Grüne), Michael Gerlich (FDP) und Heide Friederichs (FFR). Der Freie Wähler Dr. Martin Hielscher war kurzfristig verhindert und fand keinen Vertreter. Diese Gruppe tagte nicht öffentlich. In einem „geschützten Rahmen”, wie Ruf das nennt. Den brauche es, um offen sprechen zu können. Gesprächsinhalte hätten also nicht nach draußen, an die Öffentlichkeit dringen sollen. Geplant war statt dessen, die Ergebnisse aus der Gruppe in die nächstmögliche Gemeinderatssitzung zu bringen. Das wäre der 14. März gewesen. Zehn Tage vorher aber stand alles, was die Gruppe als Kompromisslösung ausgearbeitet hatte, bereits im „Schwarzwälder Boten”. Der Autor befragte dazu nicht die Stadtverwaltung. Und er schränkte ein: „Entschieden ist noch nichts. In der Ältestenratssitzung am Dienstag soll vereinbart werden, wann das Thema im Gemeinderat behandelt und

beschlossen werden soll.” Eigentlich gut für den Leser, schlecht für die Sache. Stadtrat Peter Schellenberg macht der Vorgang sauer. „Wer aus der Arbeitsgemeinschaft hat mit Armin Schulz ein intensives Gespräch geführt?”, fragte Schellenberg in der Gemeinderats-Ausschusssitzung vergangenen Mittwoch. Ein Gespräch, das der Unbekannte nicht hätte führen dürfen, denn die Gruppe sei zur

Verschwiegenheit verpflichtet gewesen. Schellenberg: „Wer ist der Maulwurf? Und wer ist der Stadtverwaltung in den Rücken gefallen?” Fragen, die rein rhetorischer Natur gewesen sind, da sie nicht beantwortet werden konnten (und von den anwesenden Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft keiner aufgestanden ist und sich selbst bezichtigt hat, der Maulwurf zu sein).

Leserbrief

„Gepflegtes Herrschaftswissen“ Zum Beitrag „Die Suche nach dem Malwurf” (oben), der zunächst auf NRWZ. de erschienen ist.

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ls Zuhörer bei der Sitzung des Gemeinderatsausschusses habe ich mich (und dies nicht alleine) schon sehr gewundert: Bei dem Thema Parkhaus in der Bahnhofstraße redet (nicht diskutiert) man fast eineinhalb Stunden, um danach einstimmig (was am Anfang bereits klar war) den Verwaltungsvorschlag zu beschließen. Reden über das bisherige Geschehen – und dies sehr ausführlich – was eigentlich keiner mehr hören wollte, da es ja eh von allen abgelehnt wurde; Reden über wer der Vater/die Mutter der (eigentlich nicht) neuen Idee war. Allerdings kaum eine Rede über den Inhalt, zum Beispiel, wie man mit welchen Schritten vorgeht? Bis wann man was erreicht haben will? Und dann noch die Rede und das Echauffieren über den ‚Maulwurf’ – da zeigt sich die Gesinnung, die mir schon öfter begegnet ist: Ein Stadtrat darf nicht übergangen werden! Er muss doch als erstes erfahren, welche Gedanken die Verwaltung und eine Arbeitsgruppe hat! Es kann doch nicht sein, dass er dies aus der Zeitung erfährt! – Dazu fällt mir nur ein Begriff ein: Herrschaftswissen! Über diese Befindlichkeiten sollte der gesamte Stadtrat mal reden und zwar mit der Überschrift: Wie wollen wir es mit der Bürgerbeteiligung halten? Für mich ist ein Gemeinderat ein Entscheidungs-Gremium und keine Arbeitsgruppe. Der Gemeinderat sollte und kann Impulse geben, damit Themen von der Verwaltung aufgegriffen und ausgear-

Schellenbergs Fazit: „Was hier geschehen ist, ist ein Skandal.” Als Stadtrat habe er sich schlicht übergangen gefühlt. Ein Skandal, der mutmaßlich über die nun angelaufene öffentliche Diuskussion hinaus folgenlos bleibt – außer, dass es sich der „Maulwurf” aus der Parkierungsgruppe künftig überlegen wird, ob er nochmal so frühzeitig den Kontakt zur Presse sucht. gg

beitet werden. Danach sollten ausgereifte Vorschläge mit verschiedenen Alternativen auf den Tisch kommen. Darüber hat der Gemeinderat dann zu debattieren. Und darüber kann er nach Abwägung aller Werte, die man sich in Leitbildern gegeben hat und unter Beachtung aller Vorschriften, entscheiden. Um solche Vorlagen erstellen zu können, bietet sich bei sensiblen Themen in der heutigen Zeit an, Fachleute und interessierte, engagierte Bürger einzubinden. Sofern dann persönliche oder sensible Themen bei einer solchen Arbeitsgruppe besprochen werden, gilt es, diese Personen zur Verschwiegenheit zu verpflichten. Dies war aber in der Parkierungsgruppe nicht der Fall und wurde auch nicht besprochen – hier irrt Herr Dr. Schellenberg. Ich fand es auch nicht gut, dass jemand den Inhalt der Sitzung so an die Presse lanciert hat, zumal einige wesentliche Teile, wie Parkleitsystem und Veränderung der Bewirtschaftung einfach weggelassen worden sind. Bürgermeister Dr. Ruf hat dies alles in der UBV-Sitzung geradegerückt und Herr Dr. Schellenberg kam ja dann zu seinem guten Stadtrats-Recht, darüber abzustimmen. Sofern man aber daran festhält, dass die Verwaltung keine Unterlagen oder ähnliches herausgeben darf, bevor es der Gemeinderat gesehen hat, befürchte ich, dass kaum ein Bürger mehr bereit ist, bei solchen Arbeitsgruppen mitzuarbeiten. Es ist uns beim Bürgerforum schon passiert, dass wir viele Ideen in die Verwaltung zum Thema Landesgartenschau reingegeben haben und die Verwaltung hat zu ihren eigenen Ideen und Ideen des Fachplaners geblockt, mit dem Hinweis: ‚das dürfen wir ihnen nicht zeigen, da es der Gemeinderat noch nicht gesehen hat.’ – Gepflegtes Herrschaftswissen! Wertschätzung einer Bürgerbeteiligung?” Henry Rauner, Rottweil


Samstag, 24. März 2018

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Rottweil

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Es geht eng zu Schulverkehr Knappe Fahrbahn, kontrollierte Schleichwege Anfang März hat sich ein kleiner Unfall mit recht großer Auswirkung an der (einzigen) Zufahrt zur Maximilian-KolbeSchule in Rottweil-Hausen ereignet. Ein Schulbus und ein Polo streiften sich. Die Polizei kam. Ein Kleinstunfall, der auf ein größeres Problem hinweist. Rottweil

Aufzug im Testturm für Innovationspreis nominiert Der sogenannte MULTI-Aufzug, der im Testturm in Rottweil zur Serienreife gebracht werden soll, soll die Art und Weise revolutionieren, wie Menschen sich in Gebäuden bewegen, und neue Perspektiven für Architekten, Planer und Betreiber von Gebäuden erschließen. Nun ist die Entwicklung von Thyssen-Krupp von der Jury des Deutschen Innovationspreises für einen der Preise nominiert worden. In der Kategorie Großunternehmen gehört Thyssen-Krupp Elevator zu drei Anwärtern, die sich berechtigte Hoffnungen auf den Preis machen dürfen. Er wird am 13. April in München verliehen. Der Deutsche Innovationspreis wurde in Kooperation mit der Zeitschrift Wirtschafts-Woche mit den Unternehmen Accenture und EnBW ins Leben gerufen und prämiert seit 2010 gemeinsam mit Daimler herausragende, zukunftsweisende Innovationen deutscher Unternehmen, die mit ihrer Idee Märkte verändern können. Verliehen wird der Award in den Kategorien „Großunternehmen“, „mittelständische Unternehmen“ und „Startups“. Mit dem MULTI-Aufzugsystem hat Thyssen-KruppElevator nach eigenen Angabven den Aufzug der Zukunft in die Gegenwart geholt. Seine Fähigkeiten und Kapazitäten seien beträchtlich, teilt das Unternehmen mit: Mit dem Einsatz von Linearmotoren können mehrere Kabinen gleichzeitig in einem Schacht betrieben werden – und sich sowohl vertikal als auch horizontal bewegen. Dank einer Reduzierung der für das seillose System benötigten Grundfläche stünden bis zu 25 Prozent mehr Raum für andere Anwendungen im Gebäude zur Verfügung – und nach oben gebe es so gut wie keine Limits für die Beförderung, was bei den immer höheren Gebäuden in den Metropolen der Welt von Bedeutung sei. „Wir brauchen in der Aufzugsindustrie Innovation und gelegentlich sogar die Revolution“, sagt Andreas Schierenbeck, CEO von Thyssen-Krupp Elevator. „Dazu gehört es, seine eigenen Überzeugungen bisweilen in Frage stellen zu lassen und unbedingtes Vertrauen zu haben, dass die Innovation gelingt.“ In drei Jahren hat Thyssen-Krupp Elevator den MULTI im neuen Testturm im schwäbischen Rottweil von der Forschung in die Entwicklung geholt. Dazu greifen die Ingenieure nach Angaben des Unternehmens auch auf die TransrapidTechnologie zurück. Das System läute nicht nur das Ende der 160-Jährigen Dominanz des seilbasierten Aufzugs ein, sondern definiere die Möglichkeiten eines Aufzugssystems völlig neu, so der Hersteller weiter. Ob Aufwärts- oder Seitwärts-Transport: Die Passagiere profitierten von kürzeren Wartezeiten und einem erhöhten Komfort, die Betreiber von mehr Flexibilität. Dies seien wichtige Merkmale eines urbanen Mobilitätskonzepts für morgen. Im vergangenen Jahr hat sich das Unternehmen mit MULTI einige Auszeichnungen sichern können: So gewann die Innovation Gold bei den Edison Awards, wurde mit dem German Design Award prämiert und zudem vom TIME Magazine zu einer der „Top 25 Inventions of 2017” gekürt. pm

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er Unfall führte zu einem Verkehrschaos und Rückstau, da kein Bus mehr zur Schule rein noch rauskommt.” So fasste ein Leser die Situation am 2. März gegenüber der NRWZ zusammen. Tatsächlich sind der wegfahrende Bus und der ankommende VW Polo so unglücklich in einer Kurve zusammengestoßen, dass für den jeweils nachfolgenden Verkehr kein Platz mehr war. Damals lag zudem Schnee, der die Fahrbahnbreite einschränkte. Bis zum Eintreffen der Polizei warteten die Unfallgegner zudem auch ab. Der Unfall, der Stau: Symptome dafür, dass es beim Schulverkehr zur Maximilian-Kolbe-Schule in Hausen eng zugeht. „Dumm ist, dass genau diese einzige Zufahrt zur Schule in der Kurve viel zu eng konzipiert ist, als dass Busse und Autos aneinander vorbeikämen. Es ist jeden Morgen dasselbe Drama!” Das schreibt eine Leserin der NRWZ. Allerdings scheinen viele Eltern ihre Kinder auch möglichst direkt an die Schule kutschieren zu müssen, was zusätzlichen Verkehr verursacht. Noch ein Problem: Die Zufahrt zur Schule ist an sich erschwert, auch im weiteren Umfeld. Ein Leser: „Die Straße Zimmern-Hausen ist wegen einer Baumaßnahme momentan gesperrt. Zwischen Zimmern und Rottweil staut sich der Berufsverkehr schon vor der BayWa. Viele fahren deshalb den Schleichweg bei den Schrebergärten am Wasserturm. Und was ist – dort kontrollierte die Polizei neulich. Grrr.” Diese Woche hat es der Leser die sogenannte Bollershofstraße entlang versucht, die wegen Bauarbeiten gesperrte Strecke zwischen

Gestreift: In der Zufahrt zur Kolbe-Schule sind dieser Bus und ein Polo nicht aneinander vorbei gekommen. Foto: privat

Zimmern und Hausen. Und nun stand auch dort die Polizei. „Gott sei Dank blieb es bei einer mündlichen Verwarnung”, berichtet der Leser. „Dennoch ärgerlich zumal der Weg an der Charlottenhöhe wegen der Fußgängerbrückensanierung auch gesperrt ist.” Er wird übrigens überrascht sein: Ein Bußgeldbescheid über 20 Euro wird ihm ins Haus flattern. Die Polizei hat bei dieser Maßnahme am Dienstagmorgen zehn Autofahrer mündlich verwarnt. Es hätten einge mehr sein können, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen auf Nachfrage der NRWZ, einige hätten beim Anblick des Streifenfahrzeugs umgedreht. Die Polizei kontrollierte, weil sie einige Hinweise auf die Autofahrer erhalten hatte, die die gesperrte Straße als Abkürzung genutzt hatten. Unser Leser bildet, wie andere Eltern auch, mittlerweile Fahrgemeinschaften. Etwas ausgeholt: „Mein Sohn geht in die erste Klasse in der Maximilian-Kolbe-Schule. Als Grundschüler hat man automatisch eine Busfahrkarte. Nur ist der Bus so gedrängt voll, dass der Fahrer mal nicht alle mitnehmen konnte. Da ich noch an der Bushaltestelle war, erklärte ich mich bereit, drei Kinder (nicht meine; mein Sohn war schon drin) zur Schule zu fahren.” Er hat es aber zwischenzeitlich aufgegeben: „Da ich nicht jeden morgen zehn Minuten auf den Bus warten will und nicht weiß, ob dann überhaupt Platz ist, machen wir seitdem zu dritt eine Fahrgemeinschaft. Und ich weiß, dass wir nicht die einzigen sind, die selbst fahren. Diese Autos wären schon mal weg, wenn mehr Platz im Schulbus wäre.” Das weist Seniorchef Hans Keller von Omnibus Hauser

lächelnd zurück. Da sei vielleicht etwas Verwirrung entstanden, weil sein Unternehmen zuletzt statt eines großen Busses mit Anhänger zwei Busse geschickt hätte. Und der erste dann eben rasch voll gewesen sei. Keller: „Leider kommt es durch die vielen Baustellen und Umleitungen zu Verspätungen und die Umsteigebeziehungen können nicht mehr funktionieren.” Er hält eine zusätzliche, für Busse vereinfachte Zufahrt zur Kolbe-Schule für dringend erforderlich. „Das würde zur Entflechtung der Verkehrssituation beitragen.” Die Stadtverwaltung wiederum bezieht Stellung zum Unfall zwischen Polo und bus. Der ereignete sich in einem Bereich, der derzeit wegen der Baustelle Bollershofstraße nur eingeschränkt nutzbar ist. „Das ist durch Schilder gekennzeichnet und die Verkehrsteilnehmer sind aufgefordert, entsprechend vorsichtig zu fahren”, so Tobias Hermann, Sprecher der Rottweiler Stadtverwaltung. Wegen des Schneefalls seien die Verkehrsverhältnisse am Unfalltag wohl zusätzlich erschwert gewesen. Zwar sei die Straße geräumt worden, jedoch seien Schneeränder seitlich auf der Straße verblieben, so dass die Straße zur Schule nochmals enger wurde. „Dies hat die Situation am Unfalltag erschwert, was aber angesichts der Wetterumstände und der Baumaßnahmen leider nicht zu vermeiden gewesen ist”, so Hermanns Urteil. Nach Information des städtischen Tiefbauamts würden bei der Baumaßnahme die notwendigen Radien berücksichtigt und die Bollershofstraße durch den derzeit laufenden Ausbau insgesamt breiter. Hermann: „Daher dürfte die Verkehrsführung dort in Zukunft weniger problematisch sein.” Peter Arnegger


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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Zimmern

Naturschutz und Sicherheit auf den Straßen: „Ein extremer Spagat“

Bühlingen/Lauffen

Neuer Radweg kommt Eigentlich sollte es schon längst losgehen mit dem Bau des neuen Radwegs zwischen Lauffen und Bühlingen, doch dann hat der Wintereinbruch die Arbeiten ausgebremst. Bald sollen sie aber starten. Fünf Jahre haben die Deißlinger Verwaltung und der Gemeinderat, allen voran Optiker und Radfan Bernd Angst, darum gekämpft, das Radfahren an der Strecke sicherer zu machen. Sie ist Teil des vielbefahrenen Neckartalradwegs, und bis jetzt müssen die Radler, wenn sie von Bühlingen Richtung Lauffen fahren, in der gefährlichen Kurve oberhalb des ehemaligen Gasthauses Rössle die Straße queren. Der neue Radweg ermöglicht es, auf der rechten Seite zu bleiben, er wird sozusagen in den Hang hinein gebaut und führt dann auf einem bestehenden Feldweg weiter. Dazu gibt es entlang der Steigung einen Radstreifen. Bergab dürfen die Radler den dann verbreiterten Gehweg nutzen. Für die Bauarbeiten wird die Strecke halbseitig gesperrt. „Hier kann es zu Behinderungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten”, so Deißlingens Hauptamtsleiter Malte Kaupp. Die Sicherheit der Radler lässt sich Deißlingen was kosten: 450.000 Euro sind dafür eingeplant. mm

Es war ein weiterer eisiger Ortstermin am Montagmorgen an der Straße zwischen Horgen und Zimmern. Und wieder ging es um die Bäume am Straßenrand, die die Straßenbaubehörde als Gefahr sieht – oder sehen muss – und die Umweltschützer als Bereicherung. Doch man ist sich nähergekommen, das ist das klare Fazit, man zeigt Verständnis füreinander. Das war noch im vergangenen Jahr gänzlich anders, als die Straßenbäume zwischen Horgen und Flözlingen ziemlich radikal umgesägt wurden. Damals gab es lautstarken Protest, das Amt musste sich verteidigen. Das soll nun anders werden, Steve Bippus (im Bild rechts, neben seinem Kollegen Wolfgang Dausch) vom Straßenbauamt versprach, man werde sich in Zukunft immer im Vorfeld von Fällaktionen mit den Bürgern ins Vernehmen setzen. Auch wenn das aufwändiger ist. Und mehr Geld kostet. Die Umweltschützer freut’s, Reinhold Ulmschneider (im Bild links) vertrat sie am Montag. Er stellte klar: Die Ausgangspositionen „liegen naturgemäß weit auseinander.“ Seine Mitstreiter hätten am liebsten Alleen überall, doch das sei nun eben nicht mehr machbar. Die Kritik bleibt: „Wir hätten mit Sicherheit den einen oder anderen jetzt gefällten Baum retten können.“ Aber es hat sich was getan, der Ton ist versöhnlich geworden. Die Straßenbäume werden katalogisiert, auch wenn das viel Geld und Manpower kostet. 1300 sind schon registriert, und es werden noch mehr. Bei 320 Straßenkilometern eine Menge Arbeit, wie Steve Bippus betont, immerhin sind das 640 Böschungskilometer. Und Bippus relativiert auch die Aussage des letzten Ortstermins: Da hieß es, neu gepflanzte Straßenbäume müssten siebeneinhalb Meter vom Straßenrand weg. Wenn sie aber oben auf einer Böschung stehen, dürfen sie schon auch mal bis vier Meter an die Straße heran rücken. Immerhin. Und Reinhold Ulmschneider verwies auf den Hochwald, wo eine Menge neuer Bäume in Straßennähe gepflanzt wurden. „Das ist ein gutes Beispiel!“ Auch wenn das alles für die Behörde, so Bippus, ein „extremer Spagat“ ist – Bürgermitsprache, Baumpflege statt -fällung und diese eisigen Vororttermine samt Presse – man gibt sich sichtlich Mühe. mm

Keine Bewährung Justiz Kinderpornos: anderthalb Jahre Haft für offenbar unbelehrbaren 57-Jährigen aus dem Landkreis A m t s g e r i ch t s d i r e k t o r Wolfgang Heuer ließ sich nicht erweichen. Er verurteilte einen 57-jährigen Mann aus dem Raum Oberndorf zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, weil dieser mehr als 4000 kinderpornografische Bilder auf seinem PC und auf Datenträgern besessen hatte. Wegen der überlangen Verfahrensdauer werden dem Angeklagten zwei Monate Haftzeit als verbüßt angerechnet.

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n seinem Schlusswort hatte der Angeklagte noch beteuert, es tue ihm leid und er werde „das Gefängnis nicht überleben”. Heuer dagegen betonte, der Angeklagte habe „das alles sich selbst zuzuschreiben” und sprach im Urteil von einer „perversen Persönlichkeit”.

Der 57-Jährige war wegen des Besitzes kinderpornografischer Bilder angeklagt, die die Polizei bei einer Razzia im März 2015 bei ihm gefunden hatte. Bei einer ersten Verhandlung am 28. Februar hatte Heuer angeordnet, dass Polizeibeamte gleich noch einmal in der Wohnung des Angeklagten Computer und Datenträger beschlagnahmen. Und wieder waren die Beamten fündig geworden. Sie hatten unter mehr als 50.000 Bildern 31 Verdachtsbilder kinderpornografischen Inhalts gefunden, wie eine Kommissarin berichtete. Und dies, obwohl der Angeklagte behauptet hatte, seit der Razzia 2015 solche Bilder höchstens noch angeschaut, aber nie gespeichert zu haben. In seinem Gutachten hat der Psychiater Ralph-Michael Schulte festgestellt, dass der Angeklagte zwar eine „dissoziale Persönlichkeit“ sei mit fehlendem Selbstbewusstsein. Er sei „kernpädophil” und habe ein Alkoholproblem.

Aber seine Steuerungsfähigkeit sei nicht aufgehoben, seine Schuldfähigkeit nicht eingeschränkt. Schulte stellte eine eher ungünstige Prognose: Der Angeklagte habe keine Therapie gemacht, habe wenige Kontakte und nichts an sich geändert. Richter Heuer wollte wissen, wie wahrscheinlich es sei, dass der Angeklagte, der in den 90er Jahren drei Mal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt und deshalb gut zwei Jahre im Gefängnis saß, wieder Kinder anspricht. Zumal wenn er die Möglichkeit des Internets nicht mehr habe. Schulte meinte, er habe dafür „keine Anhaltspunkte“, es sei „nicht wahrscheinlich, aber möglich“. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft plädierte auf ein Jahr und sechs Monate Haft ohne Bewährung. Wegen der langen Verfahrensdauer sollten drei Monate als verbüßt gelten. Der Verteidiger fand es schwierig einzuschätzen, welche Gefahr vom Angeklag-

ten ausgehe. „Wahrscheinlich bleibt es bei Phantasie.“ Er plädierte für eine Bewährungsstrafe, denn im Strafvollzug sei eine Behandlung nicht möglich. Über einen Bewährungshelfer und Auflagen sei die Sexualtherapie machbar. Der Angeklagte selbst erklärte in seinem Schlusswort, er sei bereit für eine Therapie. „Ich will mit solchen Sachen nichts mehr zu tun haben.“ Richter Heuer machte in seiner Urteilsbegründung klar, dass bei den kinderpornografischen Bildern eben immer auch ein echter Missbrauch vorausgehe: „Ohne reales Geschehen gibt es die Bilder nicht.“ Was die Kinder erdulden müssten und welche späteren Folgen es für diese habe, sei unermesslich. „Es verschlägt einem den Atem, wozu Menschen fähig sind.“ Der Angeklagte sei eine gestörte Person, der es schwer falle, die Wahrheit zu sagen. Er sei noch genauso gefährlich wie 2015, als er aufgeflo-

gen war. Für die nun bei ihm gefundenen weiteren Bilder werde es ein weiteres Strafverfahren geben. Die jetzige Strafe sei „ein deutliches Signal“. Heuer machte dem Angeklagten klar, dass er sich ändern müsse. „Wenn Sie nach dem Gefängnis so weiter machen wie bisher, werden sie den größten Teil des Rests Ihres Lebens im Gefängnis verbringen müssen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In der ersten Verhandlung hatte Richter Heuer davon berichtet, dass der Angeklagte 2011 und 2014 jeweils kurze Zeit an Schulen in Schramberg und Oberndorf als „EinEuro-Jobber“ gearbeitet hatte. Ein Pädophiler in einer Schule? Beide Kommunen hatten ein erweitertes Führungszeugnis verlangt. Dort war von den Vorstrafen nichts vermerkt. Die Taten waren in den 90er-Jahren geschehen, aber solche Einträge werden auch in erweiterten Führungszeugnissen nach zehn Jahren gelöscht. him


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Samstag, 24. März 2018

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Symbolik von Aufbruch und Neubeginn Ostern 50 Jahre Grundsteinlegung der Auferstehung-Christi-Kirche Die Passionsgeschichte, die in der kommenden Woche liturgisch zunächst im Vordergrund steht, wird in vielen Rottweiler Kirchen eindrucksvoll dargestellt. Das Ostergeschehen jedoch, auf das die Leidensgeschichte zuführt, wird in keinem Gotteshaus so in den Mittelpunkt gerückt wie in der Auferstehung-Christi-Kirche – einem Sakralbau, bei dem in Kürze ein Jubiläum ansteht: Am 25. April jährt sich zum 50. Mal die Grundsteinlegung.

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er Kirchenneubau zeugt von einer dynamischen Phase: Im südlichen Teil der Stadt war im Lauf etwa einer Dekade die Zahl der Katholiken um rund 1600 angewachsen. Das sprengte die Möglichkeiten der Ruhe-Christi-Kirche sowie der Kapelle St. Michael des damaligen Klosters der Eucharistiner in der Königstraße. Vor diesem Hintergrund sah sich Anfang der 1960er-Jahre die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz veranlasst, den Bau einer neuen Kirche mit rund 800 Sitzplätzen ins Auge zu fassen. Gerade war die Heerstraße baulich erschlossen worden und eine Erweiterung der Stadt nach Süden Richtung Bettlinsbad sowie nach Westen Richtung Zimmern geplant. In diesem Kontext fiel die Wahl für einen Standort auf ein Areal am Krummen Weg. Dieses konnte nicht nur topografisch exponiert das neue Gotteshaus als geistiges Zentrum und eine neue Dominante in der Stadtsilhouette zur Geltung bringen. Es bot zudem Raum für ein dem neuen Stadtteil angemessenes Gemeindezentrum, einen Kindergarten sowie Parkplätze. Von Beginn an war es eine Grundintention, die neue Kirche, die zunächst in die spirituelle Obhut der Eucha-

ristiner gegeben wurde, einzubinden in die geistlichen Traditionen der Stadt. Deutlich wird dies insbesondere an der Entscheidung der Diözesanleitung für das Patrozinium Auferstehung-Christi: Es führt gleichsam als logische Konsequenz die PassionsPatrozinien Heilig Kreuz und Ruhe-Christi fort. Nachdem der erste Spatenstich am 5. Dezember 1966 erfolgt war, wurde mit dem Tag der Grundsteinlegung, dem 25. April 1968, eine weitere Bezugslinie hergestellt: Das Datum verwies auf den 700. Jahrestag der Gründung der Dominikanerkirche durch Albertus Magnus. Bei der Zeremonie legte Dekan Dr. Ochs die in lateinischer Sprache verfasste Gründungsurkunde in den neben dem damaligen stadtwärts gewandten Haupteingang eingemauerten Grundstein. Das Dokument, dem auch eine deutsche Version beigegeben war, vermerkt, die Gemeinde solle „Herz und Haupt der Vorstadt“ sein und „als Stadt auf dem Berg die Auferstehung des Herrn verkündigen“. Sogar die Kupferkapsel, in die die Urkunde und Zeitzeugnisse eingeschlossen wurden, symbolisiert die Verflechtung des Neubaus mit der Rottweiler Geschichte und geistlichen Topografie, wurde sie doch aus dem Material gefertigt, mit dem der Helm der Kapellenkirche eingedeckt worden war. Dekan Ochs erklärte in seiner Ansprache: „Es ist zu hoffen, dass die neue Kirche als Zentrum einer neuen lebendigen Gemeinde, die den frohen und hoffnungserfüllten Titel ‚Auferstehung Christi’ trägt, für viele Generationen Heimstätte für die Gottesbegegnung wird, die kirchenfreudige Stadt Rottweil wertvoll bereichert und zu einer Quelle reichen Gottessegens für das christliche Volk Rottweils werde.“ Von diesem AufbruchsOptimismus ist auch die Formensprache des Sakralbaus geprägt. Den Auftrag zur Planung hatten die Stuttgarter Architekten Hans Kammerer und Walter Belz erhalten. Sie hatten sich unter anderem mit Verwaltungsbauten profiliert, in denen sie an den Internationalen Stil und die Postmoderne anknüpften.

Auferstehung mit Licht: Das Chorfenster von Siegfried Haas.

Kammerer und Beltz schufen auf Grundlage der technischen Möglichkeiten der Zeit einen von dynamischem Gestus getragen, imposanten Bau – eine der modernsten Kirchen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Raumschale wird von ineinander verschränkten Modulen geformt, die lotrechte Strenge meiden, was den Eindruck eines bewegten, nicht erstarrten Baukörpers akzentuiert. Raffiniert ist zudem die Lichtführung mit verschiedenzahligen Fensterbändern und indirekter Beleuchtung über dem Chorraum. Der Innenraum bricht mit Konventionen. So konterkariert etwa die Verwendung von Kopfsteinpflaster die Entgegensetzung von Außen und Innen ebenso wie Sichtbeton klassische Fassadenhaftigkeit unterläuft. Vielfach werden

Foto: al

Gedanken aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962– 1965) wirksam, das Weichen für eine Hinwendung der Kirche zur Gegenwart und Lebenswelt der Menschen stellte: So etwa ein in vieler Hinsicht geradezu demokratischer Grundzug, der darauf verweist, dass es jenseits von Hierarchien in der Kirche primär um Menschen geht, die ihren Glauben miteinander auf Augenhöhe bezeugen und eine Gemeinschaft bilden. Wichtig für die Austarierung des Baukörpers ist der Turm, in dessen Halbschalenstruktur der leidenschaftliche Flieger Egon Rieble die Tragflächen eines Flugzeugs erkannte – und sich zu einer Eloge über die Offenheit und „Intelligenz“ des architektonischen Konzepts beflügelt sah. Auch die Ausstattung spricht vom Aufbruchs-Ges-

tus des Zweiten Vatikanischen Konzils. Sie stammt durchweg von Rottweiler Künstlern. So hat Siegfried Haas das Bleiglasfenster im Chorraum geschaffen, das im von Beton dominierten Baukörper einen starken Akzent setzt. Über einer horizontalen Schichtung in Grautönen erscheint ein farbkräftiger Kreis mit keilartig eingeschobenen Segmenten. Sie verbinden sich zu einer Auferstehungssonne – und markieren somit einen theologischen Quellpunkt des Gotteshauses. Ebenfalls von Siegfried Haas stammt die archaisierend statuarische Madonna mit Gotteskind, die ein bildhauerisches Scharnier zwischen Taufkapelle und Hauptschiff bildet. Einen zentralen Blickfang stellt das Altarrelief von Franz Bucher dar, das die Chorwand krönt. Die Kreuzesdarstellung ist stark abstrahiert, knüpft aber durch die Verwendung von viel Gold an das Zeichenvokabular der Heiligenikonografie an. Bemerkenswert ist ein Vortragekreuz, das ebenfalls von Siegfried Haas geschaffen wurde. Verglichen mit der monumentalen Madonna und dem Kreuzrelief wirkt es geradezu zierlich. Aber der dargestellte Christus hat sich praktisch schon vom Kreuz gelöst – auch das ausschwingende Gewand scheint kraftvollen Aufbruch anzuzeigen. So hat Haas die Kreuzesszene gleichsam mit der Osterbotschaft von der Überwindung des Todes überschrieben – und damit den Hoffnungsund Aufbruchsgestus, der die Auferstehung-Christi-Kirche als Ganzes prägt, treffend in einer Kleinplastik verdichtet. Andreas Linsenmann

Info: Die Kirchengemeinde Auferstehung-Christi will das Jubiläum der Grundsteinlegung zum Anlass nehmen, um im Sinne des von der Diözese initiierten Auftrags „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“ neu über das Fundament und die Zukunft des christlichen Glaubens und der Kirche nachzudenken. Auftakt wird ein Festgottesdienst mit anschließendem Stehempfang im Gemeindezentrum am 22. April sein, zu dem alle Gemeinden der Seelsorgeeinheit eingeladen sind.


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Die besondere Schwere der Schuld Dreifachmord Prozessauftakt vor dem Landgericht / Angeklagter schweigt / Medieninteresse ist groß Vor dem Landgericht Rottweil hat unter großem Medien- und Zuschauerinteresse und starken Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen Drazen D. begonnen. Der 41-jährige Kroate soll im September in Villingendorf drei Menschen erschossen haben. Darunter seinen eigenen Sohn. Die Staatsanwaltschaft glaubt, er habe seine Ex-Partnerin bewusst verschont. Für den Rest ihres Lebens solle sie leiden, so der Plan. Damit ist klar: Die schreckliche Tat, bei der alles dafür spricht, dass der 41-Jährige sie begangen hat, soll auf die härteste Weise bestraft werden, die die Gesetze unseres Landes hergeben. Es geht um die besondere Schwere der Schuld.

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ie Ausgangslage für seinen Mandanten ist denkbar schlecht. Für Rechtsanwalt Bernhard Mussgnug aus Tuttlingen geht es, wie er der NRWZ sagte, eigentlich nur darum, das Strafmaß abzumildern. Die Unschuldsvermutung will es: Drazen D. ist bislang, bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als Dreifachmörder, ein mutmaßlicher Täter. Und doch spricht im Vorfeld des Prozesses nichts für ihn. Und alles gegen ihn. Vor allem, weil er bisher selbst schweigt. Seine Anwälte – Mussgnug bildet auch wegen der langen Verfahrensdauer ein Team mit Rechtsanwalt Fritz Philipp Döringer aus Stuttgart – sind im Vorfeld davon ausgegangen, dass ihr Mandant bei Prozessauftakt nicht einmal Angaben zur Person machen werde. Dass er schon gar keine Stellungnahme zur Tat abgeben würde. Dinge, die das Strafgesetzbuch mit Strafmilderungen belohnt. Bisher unternahm Drazen D. keinerlei Versuch dahin gehend. Vor Gericht erschien er stark gebeugt mit tief ins Gesicht gezogener Trainingsjacke. Ebenfalls gebeugt und unkenntlich blieb er sitzen, bis die Fotografen und Kameraleute den Saal verlassen hatten und ihm auf Anordnung des Vorsitzenden Richters die Handschellen abgenommen worden waren. Dann zeigte er sein Gesicht. Zu seiner Person machte Drazen D. Angaben. Er

sprach. Zittrige, unsichere, leise Stimme, als habe er lange nicht geredet. Er sei Kroate. 41. Zu seiner letzten Wohnadresse musste ihm der Richter auf die Sprünge helfen. Dann die Anklageschrift. Der Angeklagte hörte sich das an. Wirkte verschämt. Ab da schwieg er. Sagte nur noch, dass er keine Stellungnahme abgeben wolle. Die Anklage geht davon aus, dass wir es mit einem heimtückischen Täter zu tun haben. Sie geht davon aus, dass der Angeklagte den Plan hatte, seinen eigenen Sohn, den neuen Partner seiner früheren Lebensgefährtin sowie die Angehörigen des neuen Partners der früheren Lebensgefährtin zu töten – nicht aber die frühere Lebensgefährtin selbst. Diese „sollte am Leben

Drazen D. wird auf die Anklagebank geführt.

bleiben und für den Rest ihres Lebens an dem Verlust ihres Kindes und ihres neuen Partners sowie dessen Angehörigen leiden.” Diese Auffassung wurde im Vorfeld des Prozesses noch dadurch unterstrichen, dass sie nicht Teil der ursprünglichen Pressemitteilung des Rottweiler Landgerichts gewesen ist, sondern nachgereicht wurde. Das führte dazu, dass die Journalisten das dank-

bar aufnahmen und die Bösartigkeit und Niederträchtigkeit des mutmaßlichen Täters in die Schlagzeilen rückten. Das offensichtliche Ziel der Anklage: Drazen D. soll wegen Dreifachmordes verurteilt werden. Mit der höchstmöglichen Strafe. Lebenslänglich. Und: Das Gericht soll die sogenannte besondere Schwere der Schuld feststellen. Damit kann der Kroate nicht mit einer vorzeitigen

Foto: Sven Maurer

Entlassung nach 15 Jahren, sondern frühestens nach 17 Jahren rechnen. Eine Strafvollstreckungskammer wird dann nach 15 Jahren festlegen, wie viel Strafe er noch wegen seiner Schuld zu verbüßen hat, bevor er auf Bewährung entlassen werden kann. Das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit ist dabei zu berücksichtigen. Es kann für Drazen D. darum gehen, noch einige weitere Jahre im4

„Der hat geschossen! Dort ist mein Sohn!” Justiz Prozessbeginn vor dem Landgericht Rottweil: Polizisten berichten von ihrem Einsatz Das ging auch hart gesottenen Journalisten an die Nieren, dieser Prozessauftakt in Sachen Dreifachmord in Villingendorf. Nachdem der Angeklagte, der 41-Jährige Drazen D., sich zuerst in seine Jacke und dann in Schweigen gehüllt hatte, kamen die ermittelnden Polizisten zu Wort. Und die, die als erstes am Tatort waren.

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in knallharter Job: Keiner wusste, ob der Täter noch in der Nähe war. Zwei Männer und eine Frau in Amokausrüstung der Polizei parkten einige hundert Meter entfernt vom Tatort, um den

Täter nicht gleich durch die Einsatzfahrzeuge auf sich aufmerksam zu machen. Sie seien hingerannt, erzählt die Beamtin als Zeugin, ein Nachbar habe ihnen den Weg zum Eingang der Einliegerwohnung hinter dem Haus gezeigt. Auf der Treppe die schwerverletzte Frau, am Boden davor die Leiche eines Mannes. Sie habe dann die Wohnung von außen gesichert, die Männer seien hinein gegangen. Dann habe der Kollege sie aufgefordert, aufzuschließen, doch sie dann gleich wieder bremsen wollen. Aber da war es schon zu spät, da stand sie schon vor dem toten sechsjährigen Dario. Ein Anblick, der ihr heute noch zu schaffen macht. Während der Nachfragen des Vor-

sitzenden Richters Karlheinz Münzer brach sie in Tränen aus. Und die Angst muss groß gewesen sein. „Wer ein wehrloses Kind erschießt, der hat keine Skrupel”, habe sie gedacht. Der schieße auch auf Polizisten. Sie erzählte auch von der Ungewissheit, der unklaren Lage. Plötzlich sei ein völlig aufgeregter Mann in der Wohnung gestanden, und weil sie nicht wussten, wer er war, hätten sie ihn erst einmal in Handschellen gelegt. Später stellte sich heraus: Es war der Ehemann der angeschossenen Frau, die später im Krankenhaus starb. Der Cousine des ebenfalls getöteten neuen Lebensgefährten der Ex-Frau. Er war zudem der Vater des

dreijährigen Mädchens, das sich da noch im Bad versteckt hielt. Das die Tat miterlebt hatte. Die Beamtin schilderte, wie sie und ihre Kollegen nach und nach in Erfahrung gebracht hatten, was wirklich geschehen war. Und wie ihr dann klar geworden sei, dass das kleine Mädchen entweder noch in der Wohnung war oder weggelaufen war. Oder vom Täter mitgenommen worden. Die Kollegen hätten dann die ganze Wohnung durchsucht und die Kleine unversehrt gefunden. Und sie so herausgetragen, dass sie die Leiche von Dario, der im Wohnzimmer neben dem Sofa und dem noch laufenden Fernseher lag, nicht se-


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4Knast zu bleiben. Der Schramberger Rechtsanwalt Claudio Fuchs dazu: „Lebenslange Freiheitsstrafe heißt auch wirklich lebenslänglich. Die Dauer der Freiheitsstrafe ist unbestimmt. Nach Ablauf von gewissen Mindeststrafzeiten kann überprüft werden, ob der Verurteilte auf Bewährung entlassen werden kann – die Bewährung kann aber widerrufen und die Strafe dadurch wieder in Kraft gesetzt werden. Das muss auch so sein bei einem Strafsystem, das auf Resozialisierung – also Besserung des Menschen in der Strafanstalt – ausgerichtet ist.” Anwalt Mussgnug sagte vor Prozessauftakt zur NRWZ, dass die Darstellung der Staatsanwaltschaft „eine Theorie” von mehreren möglichen sei. An ihm, dem Pflichtverteidiger, sei es, das abzumildern. Ihm sei klar, dass es bei seinem Mandanten darum gehe, dass er mit aller Härte des Gesetzes bestraft werde. Frauen, so werden Zeugen es vermutlich berichten, hatten unter Drazen D. zu leiden. Als höchst gewalttätig, als hochaggressiv wurde er in Medienberichten im Vorfeld beschrieben. Ein Säufer, der besoffen zuschlug. Die tickende Zeitbombe, die dann tatsächlich auf schreckliche Weise hochgegangen ist. Eine Frage, die man sich im Nachgang der Tat und im Vorfeld des Prozesses immer wieder stellt: Wie konnte Drazen D. wissen, wo seine

hen musste. Nicht leicht zu ertragen für die Zuhörer waren auch die Notrufe, die im Minutentakt bei der Polizei eingingen und die im Gerichtssaal abgespielt wurden. Der erste meldete Schüsse und die Schreie einer Frau, der Polizist fragte nach, ob es da vielleicht eine Party lief. Wie ernst die Lage war, wurde aber offenbar schnell klar, die Einsatzkräfte wurden schnell alarmiert und auf dem Weg g nach Villingendorf. Der zweite Anrufer war der Nachbar, in dessen Haus sich die Mutter von Dario geflüchtet hatte. Der Mitschnitt hat festgehalten, wie sie im Hintergrund verzweifelt weinte und rief. Dann ging sie selbst ans Telefon: „Der hat geschossen! Dort ist mein Sohn! Es kann sein, dass er verblutet! Ich kann ohne ihn nicht leben!” Zu dem Zeitpunkt ist der kleine Dario bereits tot. Der Prozess wird am 4. April fortgesetzt. Moni Marcel

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Aktuelles Ex-Partnerin mit ihrem neuen Lebensgefährten und dem Kind wohnt? Und: Wer hat den mutmaßlichen Täter auf die Spur seiner Familie gebracht, die sich vor ihm aus Angst hatte verstecken wollen? Fragen, die vielleicht in der Hauptverhandlung Antworten finden. Wahrscheinlich ist das aber nicht. Im Vorfeld des Prozesses hatte die Landgerichts-Kammer einen großen Medienrummel erwartet. Hatte ein Kontingent für die Bildjournalisten erlassen. Doch dann haben sich weniger angemeldet, als befürchtet, niemand muss draußen bleiben. Dennoch stehen Drazen D. mehrere Kamerateams und Fotografen gegenüber. Die Menschen wollen das Gesicht des Mannes sehen. Das Medieninteresse ist tatsächlich groß. Zu Prozessauftakt bevölkerten ’zig Journalisten den Saal. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil, Frank Grundke, war ein gefragter Mann. „Hallo Deutschland” im ZDF hat beispielsweise am selben Tag berichtet. Der Auflauf im Gerichtssaal ist derweil wahrscheinlich nur eine zweimalige Sache. Die meisten Reporter kommen zum Auftakt und dann wieder zur Urteilsverkündung. Die bis zu 16 weiteren Termine werden sie nicht wahrnehmen. Bei aller Aufregung im Vorfeld aber geht es darum, dass einem Mann seine schreckliche Tat nachgewiesen werden soll und er die Höchststrafe dafür erhält. Es geht darum, dass Drazen D. allen Anzeichen nach am 14. September 2017 bei dem Haus seiner Ex-Partnerin in Villingendorf aufgetaucht ist. Dass er dort auf das gemeinsame Kind, den neuen Partner seiner früheren Lebensgefährtin und die Cousine des neuen Partners seiner früheren Lebensgefährtin schoss. Der Sohn und der neue Partner verstarben noch am Tatort, die Cousine im Krankenhaus. Nach dieser Tat soll Drazen D. dann zunächst mit einem Kleinwagen, den er sich geliehen hatte, geflüchtet sein. Das Auto fand die Polizei in Bösingen-Herrenzimmern, einem Nachbarort Villingendorfs. Von dort, einer Scheune außerhalb des Dorfes, lief Drazen D. dann los. Fünf Tage später wurde er in Neufra, einem Teilort Rottweils aufgegriffen. „Ich bin der, den ihr sucht”, sollen seine ersten und letzten Worte gegenüber Polizeibeamten gewesen sein. Peter Arnegger

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Die jüngsten Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Villingendorf umrahmten den Verbandstag mit tollen Beiträgen. Foto: mm

Lebendiger Chorgesang Verbandstag in Villingendorf Die Chorvereinigung Villingendorf war Gastgeber des diesjährigen Verbands- und Jugendtags des Chorverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg. Und sie präsentierte auch, wie lebendig und keineswegs verstaubt ein Gesangverein heutzutage sein kann.

D

enn die Villingendorfer haben neben ihrem traditionellen Chor auch einen Kinder- und Jugendchor und die Gruppe Vido Vocal, die sich mit sehr alten und sehr modernen Stücken hervorragend präsentierte. Vorsitzender Frank Schlotterbeck erläuterte, dass der Traditionsverein Edelweiß,

der 2013 seinen hundertsten Geburtstag feierte, irgendwann vor demselben Problem stand wie der örtliche Kirchenchor, nur dass dem einen die Frauenstimmen und dem anderen die Männer fehlten. Was also lag näher, als zu fusionieren? Aus dem zusätzlich entwickelten Projekt Vido Vocal wurde schließlich ein fester Chor, der heute mit 18 Sängern aus drei Generationen ein sehr vielseitiges Repertoire zu bieten hat. Unter der Leitung von Marlene Holzwarth zeigten die jüngsten Sänger und Sängerinnen dann ihr Können und wurden mit viel Beifall belohnt. Bürgermeister Karl-Heinz Bucher präsentierte seinen Ort mit den gut 3300 Einwohnern, einer sehr guten Infrastruktur und hoher Lebensqualität, zu der die Vereine einen wichtigen Teil beitragen. „Gemeinsames Singen ist

Doping für Körper und Geist. Wenn Menschen zusammen singen, sind sie gesund und glücklich”, so Bucher. Und er versprach: Im Frühjahr geht es los mit dem Bau einer modernen, großzügigen Halle. Dieter Kleinmann, Vorsitzender des Chorverbands, überreichte anschließend den Liederkalender an die örtliche Schule, deren Schüler sich passend mit einem Lied dafür bedankten. Als Vertreter des Landratsamts betonte Gerald Kramer den nicht zu unterschätzenden Beitrag der Chöre im kulturellen Bereich: „Sie machen mit dem Singen nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Mitmenschen eine Freude.” mm Infos: www.chorverbandsbh. de. Dort findet man auch alle Termine und kann sich für die verschiedenen Workshops des Verbands anmelden.

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Die Bürger im Rücken Kommunalpolitik Zimmern stimmt „Kompromiss mit Rottweil” beim Gewerbegebiet INKOM zu Klare Worte an ihre Bürger: Eine kämpferische Zimmerner Bürgermeisterin Carmen Merz hat in einer überaus gut besuchten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend dafür geworben, die Emotionen aus dem Thema INKOM-Zweckverband mit Rottweil heraus zu nehmen. Es gehe nicht um eine Eingemeindung. Der künftigen Satzung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. Sie wird in zwei Schritten umgesetzt. Merz nannte sie einen Kompromiss mit Rottweil. Einer – ohnehin bisher nicht vereinbarten – Erhöhung der Gewerbesteuer erteilte der Rat einstimmig eine Absage. Am Mittwoch stimmte Rottweil zu (siehe gesonderten Bericht).

B

ürgermeisterin Merz zeigte sich eingangs bestürzt darüber, welche Folgen ein Pressebericht der vergangenen Woche gehabt habe. Und sie stellte klar: „Kein Beschluss ohne die Gemeinde”, also Zimmern. Da vor allem diese nie einer Gewerbesteuererhöhung, wie Rottweil sie gewünscht hat, zugestimmt habe, habe es auch keinen Grund für die Unruhe gegeben. Diesen Punkt klammerte Merz zudem aus, ließ ihn extra beraten. Ein „Nein sagen” müsse man sich leisten können, sagte sie. Angesichts der kommunalen Aufgaben täten die möglichen Mehreinnahmen Zimmern gut. Irgend etwas ist in Zimmern mächtig schief gelaufen. Die Bürger fühlen sich überrumpelt. Den Sitzungssaal bevölkern an diesem Dienstag Abend rund hundert Zuschauer, die informiert sein wollen zu einem an sich trockenen Thema: Der Änderung einer Verbandssatzung. Aber es geht um so viel mehr: Es geht um die vermeintliche Einflussnahme des Nachbarn Rottweil. Um eine angeblich drohende Eingemeindung. DIE DISKUSSION

Und offenbar auch darum, dass einzelne Zimmerner Gemeinderäte die Emotionen noch angeheizt hätten. Das jedenfalls glaubt der Flözlinger Vertreter Thomas Michael Bausch. Er richtete einen

Gruß an Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, offenbar um Ausgleich bemüht. Und er warb für die Zustimmung für die Satzungsänderung. Dagegen erklärte Winfried Praglowski, Rottweil sei mit Maximalforderungen angetreten. Und verkaufe den Teilverzicht darauf nun als großzügiges Entgegenkommen. Und sie mache Zimmern bei der Gewerbeansiedlung abhängig. Rottweil habe eigene Alternativflächen, Zimmern nicht. Rottweil könne ein Unternehmen auch auf exklusiv eigener Gemarkung ansiedeln. Er bat darum, der Satzungsänderung nicht zuzustimmen. Bausch erhielt Applaus von Gemeinderatskollegen, Praglowski aus dem Zuschauerrund. Guntram Ober gab zudem zu bedenken, dass, wenn die INKOM-Erweiterung nun nicht käme, die Gemeinde andere Flächen anbieten würde. Das würde dann zu einem Aufschrei führen, wenn es etwa um die Flächen zwischen Zimmern und Rottweil gehe. Voraussetzung für die Erweiterung ist die Einigung mit Rottweil über die neue Satzung. Er erinnerte daran, dass es eine neue Halle und eine neue Kindertagesstätte nicht aus der Portokasse gebe. Ingrid Balke erinnerte daran, dass Zimmern 19 Jahre lang Gewerbeflächen eingebracht habe. Nun gehe es darum, dass auch Rottweil Flächen stellen solle. Und plötzlich wüchsen dort die Ansprüche. „Irgendein Hintergedanke ist da dabei.” Eingemeindung? Das alte, uralte Schreckgespenst. Die Gemeinderätin ließ das offen. Kollege Ober antwortete: „Auch wir denken uns doch etwas bei Verhandlungen.” Das sei ja wohl selbstverständlich. Und die Flächen seien

Keine Scheu vor den kritischen Bürgern: Zimmerns Bürgermeisterin Carmen Merz.

keine Zimmerner, gemeindeeigenen Flächen. Sondern die von Privatleuten. Bürgermeisterin Merz erinnerte daran, dass die Gemeinde alleine, ohne den größeren Partner Rottweil, nichts mit den freien Flächen auf ihrer Gemarkung hätte anfangen können. „INKOM hätte es ohne Rottweil nicht gegeben”, sagte sie. Professor Wolfgang Schmutz sagte, er „schäme sich” dafür, dass einzelne Gemeinderäte Details in die Öffentlichkeit getragen hätten. Das sei „nicht gut” gewesen, es ärgere ihn. Und er warb für eine Zustimmung. „Ohne Flächen von Rottweil kommen wir nicht weiter. Dann ist der Stillstand vorprogrammiert. Dann ist Ende.” Rottweil habe schlicht eine Angleichung „gewünscht.” Zimmern habe zugesagt, eine Angleichung „wohlwollend prüfen” zu wollen. Die Unternehmer im INKOM brauchten Planbarkeit und Nachhaltigkeit, und dass sich eine Gemeinde an ihre Zusagen halte. Es sei zudem falsch, „Schaffenskraft” einzubremsen. Er riet dazu. sich mit Rottweil zu einigen, um den Fortschritt zu sichern. Alles andere sei eine Kapitulation.

DER SITZUNGSVERLAUF

Rückblende, Sitzungsbeginn. Zimmerns Bürgermeisterin Carmen Merz ging ihre Aufgabe souverän an. Sichtlich aufgeregt, angespannt, aber souverän. Und Zimmerns Gemeinderäte: cool. Immerhin haben sie ja den Deal mit Rottweil in einer nicht-öffentlichen Klausurtagung ausgehandelt, der jetzt so sehr in der Kritik steht. Die Bürgervertreter sind vollzählig erschienen, wie Merz bemerkt. „Der Wichtigkeit der Tagesordnung angemessen”, wie sie ergänzt. Der Rat arbeitet Bauanträge ab. Dann geht es los. Die Bürgermeisterin erklärt, dass es schon lange um eine Erweiterung des gemeinsam mit Rottweil betriebenen Industrie- und Gewerbegebiets INKOM geht, dass das schon vor ihrem Amtsantritt Thema gewesen sei, dass ihr Vorgänger, Emil Maser sie eigens deshalb mal zu einer Gemeinderatssitzung eingeladen habe. Noch vor ihrem Amtsantritt. Und sie macht klar: Die Bestimmungen des Regierungspräsidiums gefallen ihr nicht. Es legt fest, dass Gewerbe dort angesiedelt werden soll, wo sich Infrastruktur befindet.

Wo die Schulen und Kindergärten sind. Merz umschreibt da den Grundkonflikt: die Abhängigkeit von Rottweil, wenn das INKOM wachsen soll. Neuansiedlung geht nur mit dem großen Nachbarn. Nicht gegen ihn. Und dieser große Nachbar stellt durchaus Ansprüche. Mehr Gewerbesteuer, mehr Anteil daran. Und er bietet mehr Kostenübernahme. Die NRWZ hat davon berichtet. Gemeinsam mit Rottweil habe man bei der Klausurtagung nun eine gemeinsame Lösung gesucht. Das sei keine One-Man-Show des Oberbürgermeisters und keine One-Woman-Show der Bürgermeisterin gewesen, so Merz. „Nach zwei Tagen sind wir mehrheitlich, nicht einstimmig, aber mehrheitlich mit einem Kompromiss auseinander gegangen”, so Merz. Nur mit dem vorgelegten Paket sei eine Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebiets möglich, erklärte die Bürgermeisterin weiter. Man habe dann versucht, die Presse einzubinden. „Und die erste Berichterstattung führte zu den ersten Irritationen”, so Merz weiter. Erst am Dienstag wollten sie eigentlich in die


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Öffentlichkeit gehen. Dazwischen ist einiges passiert. Der in der Klausurtagung erreichte Kompromiss biete immerhin auch die Chance, so Merz weiter, einen 25-pro-

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zentigen Wirtschaftsförderer für Zimmern selbst zu gewinnen. „Hier können Synergieeffekte genutzt werden”, verspricht Merz. Aus einem Artikel, der vergangene Woche im „Schwarzwälder Boten” veröffentlicht worden ist, sei hervor gegangen, dass alles schon besprochen sei. Sie sei bestürzt darüber, so Merz, dass zwischenzeitlich aus nicht-öffentlicher Sitzung geplaudert wurde und starke Geschütze aufgefahren worden seien. „Nicht mehr Fakten, sondern Emotionen zählen. Von Über-den-Tisch-ziehen ist die Rede, sogar von Eingemeindung. Bisher hat die Eingemeindung nicht stattgefunden, ich gehe davon aus, dass diese auch weiterhin nicht stattfinden wird.” Sagt Bürgermeisterin Merz. Klare Worte. Dann der „Gegenwind aus Gosheim”, die Ankündigung der Firma Hermle, weitere Investitionen in Zimmern infrage zu stellen. Die Investoren könnten auch rechnen, sagt Merz, sie verstehen, wenn wir ihnen erklären, warum uns eine INKOMErweiterung gut tut. „Eine Erhöhung der Gewerbesteu-

Aktuelles

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er ist niemals von unserem Gremium zugesagt worden”, so Merz. Darauf hatte die NRWZ eineinhalb Stunden vor der Sitzung hingewiesen. ,Nach einem „beschwichtigenden Anruf aus Rottweil.” Andererseits gebe es einige Punkte in der bisherigen Verbandssatzung, die zu überarbeiten seien. Und eine überarbeitete Satzung könne zu mehr Gleichgewicht unter den beiden Kommunen führen. Merz verweist auch darauf, dass die Kosten künftig zu 60 Prozent von Rottweil getragen werden sollen – bisher teilt man sich diese. Daraus resultiere auch, dass Rottweil 60 Prozent der Gewerbesteuer erhalte. Und Zimmern andererseits die gesamte Grundsteuer. Merz: „Darauf haben wir uns in den Verhandlungen geeinigt.” Sie erinnert daran, dass zudem 60.000 Euro vom Zweckverband als Mittel für die neue Zimmerner Ortsmitte ausgehandelt worden seien.

Beschwichtigende Worte aus Rottweil

Kämmerer Martin Weiss zeigte die rechnerischen Effekte für Zimmern. Es sei schwierig, in die Zukunft zu schauen, aber man habe fiktive Berechnungen angestellt. Rund die Hälfte der Gewerbesteuer der Gemeinde, zuletzt vier Millionen Euro, komme bereits aus dem INKOM. Die Veränderung: quasi gleich Null für Zimmern. Durch den Finanzausgleich, der einer Gemeinde, die mehr Gewerbesteuer einnimmt, auch mehr wieder abnimmt, bleiben die Einnahmen auch mit einem neuen Verteilschlüssel nahezu gleich, rechnete der Kämmerer vor. Aber: Weiss prognostizierte auch, dass eine Erweiterung des INKOM eine Steigerung von 15 Prozent an Gewerbesteuer plus der höheren, weil kompletten Grundsteuer bedeutete. In einer Zahl: rund 160.000 Euro im Jahr, wenn der neue Verteilschlüssel schon 2016 eingeführt worden wäre. Das solle den Gemeinderäten als Entscheidungsgrundlage dienen, so Weiss. „Wir reden von keiner Million. Aber wir leben von den Einnahmen und hoffen, dass es weiter nach oben geht”, so Weiss. Er erinnerte zudem daran, dass ein so großes Gewerbegebiet, 60 Hektar, mit den daraus resultierenden Einnahmen nur gemeinsam mit Rottweil hatte entstehen können. Alleine, aber auch im Verbund etwa mit Dunningen, hätte es das INKOM nicht gegeben.

hm wird es nicht recht gewesen sein, dass NRWZ.de kurz vor der Gemeinderatssitzung in Zimmern am Dienstag von seinem Anruf berichtete. Der städtische Medienreferent Tobias Hermann meinte auch, man solle ihn nicht zu hoch hängen. Also den Anruf. Und dennoch: Einordnende Hinweise des Pressesprechers, vor allem, wenn bislang nicht falsch oder unrichtig berichtet worden ist – das hat schon großen Seltenheitswert. Deshalb petzt die NRWZ: Hermann war wichtig, festzuhalten, dass es bislang nur Absichtserklärungen gebe. Zum Beispiel die: „Haben die Verbandsgemeinden unterschiedliche Hebesätze bei der Gewerbesteuer, so wird angestrebt, dass das Verbandsmitglied mit dem niederen Hebesatz ihren an den höheren Hebesatz des anderen Verbandsmitgliedes anpasst.” Was ja in der Presse so gedeutet worden ist, dass Rottweil eine Gewerbesteueranhebung durchsetzen möchte. Die NRWZ schrieb, das sei Wunsch der Stadt. „Ist es auch, ein Wunsch”, bestätigt Hermann, und meint: kein Muss. Kein Zwang. Es gehe doch darum, weiterhin (!) auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren, erklärte der Pressesprecher mit Blick auf die Gemeinde Zimmern und die Stadt Rottweil. Und er verwies darauf, dass die nun kritisierten Punkte der Zusammenarbeit beider Kommunen im Ge-

Peter Arnegger

Kommunalpolitik Ein Anruf vor der Zimmerner INKOM-Sitzung Dass es während der Zimmerner Gemeinderat in der Arche hoch her gehen könnte, war im Vorfeld klar. Dass die Bürger strömen könnten, auch. Denn in Rottweils Nachbargemeinde war der Unmut gegen die Stadt und deren – vermeintliche! – Forderung nach mehr Gewerbesteuereinnahmen aus einem größeren gemeinsamen Gewerbegebiet INKOM groß. Der Rottweiler Pressesprecher wollte daher per Anruf eineinhalb Stunden vor der Zimmerner Sitzung die Sachlage etwas einordnen. Es waren beschwichtigende Worte, die Tobias Hermann da fand.

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Unterlagen für die Gemeinderatssitzung in Rottweil.

Foto: gg

werbegebiet INKOMSüdwest gestrebt, die Erweiterung Ergebnis einer gemeinsamen auf insgesamt 23 Hektar Klausurtagung seien. (brutto) zu erhöhen. Dies Am 1. und 2. Dezember ist eine Absichtserklärung. 2017 nämlich hatten sich die • Die Anhebung der GeGemeinderäte von Zimmern werbesteuer auf das Nimit ihren Kollegen aus Rottveau Rottweils. Auch dies weil zusammen gesetzt. Die ist eine Absichtserklärung. Das hatte bereits für GeErgebnisse dieser Gemeinderats-Klausur machten Ändegenwind aus Gosheim gerungen der Verbandssatzung, sorgt. Gut möglich also, den Abschluss eine öffentlichdass es gar nicht so weit rechtlichen Vereinbarung zur kommt. Übertragung von Aufgaben • Bei Ausgleichs- und Erauf die Gemeinde Zimmern satzmaßnahmen im Zuob Rottweil sowie den Erlass sammenhang mit der der Satzung über die EntschäErweiterung des Verdigung ehrenamtlicher Tätigbandsgebietes streben die keit und den Abschluss einer Verbandsgemeinden an, dass – sofern möglich – die Vereinbarung zur PersonalleiVerbandsmitglieder hierhe erforderlich. für Flächen im Verhältnis Als da sind, die NRWZ zider Beteiligungsquote zur Verfügung stellen, Rottweil tiert aus einer Vorlage für die also 60 Prozent, Zimmern Sitzung des Gemeinderats Rottweil: 40 Prozent. Alle diese Punkte sind • Der Wirtschaftsförde- Absichtserklärungen. In der rer des Zweckverbandes künftigen, von beiden Partist zum 31. Januar ausge- nern zu unterzeichneten verschieden. Die Stelle soll als änderten Verbandssatzung Vollzeitstelle neu besetzt sind wiederum Geldflüsse gewerden. Der künftige Be- regelt. So etwa die Kosten für schäftigungsumfang beim das Gewerbegebiet, die RottZweckverband soll 75 Pro- weil zu 60 Prozent übernehzent einer Vollzeitstelle be- men will. Und die Gewerbetragen. Über die restlichen steuer-Einnahmenverteilung, 25 Prozent erfolgt eine die ebenfalls 60 zu 40 ausfalPersonalleihe an die Ge- len soll. Die Grundsteuer soll meinde Zimmern. dagegen komplett nach Zim• Die Verbandsmitglieder mern fließen. gehen davon aus, dass das Die Erhöhung der INVerbandsgebiet (brutto) KOM-Gewerbesteuer, die um 20 Hektar erweitert jetzt Wellen geschlagen hat wird; davon bringt Rottweil und die die Gosheimer Firma 12 Hektar ein und die Ge- Hermle zurückschrecken ließ, meinde Zimmern ob Rott- die ist nicht in der künftigen weil 8 Hektar. Es wird an- Satzung festgeschrieben. gg


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Kommunalpolitik

Auch Rottweil stimmt dem neuen INKOM zu „Unser Anspruch war es, ein gemeinsames Ergebnis zu erreichen.” Das erklärte Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß eingangs der Stadtrats-Diskussion über die künftige Zusammenarbeit mit Zimmern in Sachen INKOM. Heraus gekommen sei bei einer gemeinsamen, zweitägigen Klausurtagung mit der Nachbargemeinde ein Kompromiss. Diese Auffassung teilt er mit Bürgermeisterin Carmen Merz. Und nun, nach Zimmern, hat auch der Rottweiler Rat diesem Kompromiss zugestimmt. Einstimmig. „Ein ganz klares Zeichen Richtung Zimmern”, so Broß.

Hat sich in die Kommunalpolitik eingemischt: Hermle. Hier der Neubau in Zimmern.

Foto: Detlef Berndt

Alles gut in Gosheim Wirtschaft Hermle meldete sich zur Gewerbesteuerdiskussion Unerwarteter Gegenwind aus Gosheim: Der Maschinenbauer Berthold Hermle vermeldete am Montag, die Gewerbesteuerdiskussion um das INKOM beeinflusse seine Standortentwicklung in Zimmern. Hintergrund war ein Wunsch der Stadt Rottweil, künftig mehr vom INKOM-Kuchen haben und den Gewerbesteuersatz aufs städtische Niveau anheben zu wollen. Zugleich wollte Rottweil auch mehr von den laufenden Kosten übernehmen. Nachdem sich Zimmern nun gegen eine Gewerbesteuererhöhung ausgesprochen hat, ruderte auch Hermle zurück.

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ie Maschinenfabrik Hermle AG, eines der erfolgreichsten Unternehmen in Baden-Württemberg, hat bei ihrer Expansion auf einen zweiten Standort neben dem Stammsitz Gosheim gesetzt: Zimmern. Das dortige Gewerbegebiet INKOM. Mit vier Hektar, das entspricht etwa der Größe von sechs Sportplätzen, war Hermle die bisher größte Ansiedlung im Interkommunalen Gewerbegebiet. Doch dann kam Sand ins gut geölte Metallbauergetriebe. Die inzwischen öffentlich geführte Diskussion um die künftige Gewerbesteuer für die INKOM-Unternehmen

ließ die Gosheimer aufmerken. Sie meldeten sich am Montag zu Wort, kurz bevor der Zimmerner Gemeinderat am Dienstag und der Rottweiler am Mittwoch über das Thema beraten wurde. Die Rottweiler wollten jedenfalls mehr. Sie wollen sich den INKOM-Verbandsvorsitz jetzt mit Zimmern teilen, bislang lag der immer beim dortigen Bürgermeister. Ein erster Versuch, nach dem Abgang des Bürgermeisters Emil Maser, mehr Macht zu bekommen. Außerdem wollen die Rottweiler mehr vom Gewerbesteuerkuchen, künftig 60 statt 50 Prozent. Und sie wollen eine Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes von 340 auf 370 Prozentpunkte Das, die Anhebung um rund zehn Prozent war für die Hermle AG aus Gosheim nun nach Unternehmensangaben der Knackpunkt. „Die Diskussion über eine geplante Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes in Zimmern ob Rottweil könnte möglicherweise künftige Investitionen der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG beeinflussen”, hieß es in einer am Montag verschickten Pressemitteilung. Eine klare Einflussnahme. Der Werkzeugmaschinenhersteller mit Sitz in Gosheim betreibt in Zimmern seit 2017 eine nach eigenen Angaben hochmoderne Produktion für Maschinengrundgestelle. „Ein höherer Steuersatz würde die Wirtschaftlichkeit des Standorts für Hermle und damit auch die Attraktivität

weiterer Investitionen beeinträchtigen”, machte der Maschinenbauer nun Politik. Aktuell anstehende Entscheidungen über zusätzliche Investitionen auf dem Grundstück des Unternehmens in Zimmern würden nun infrage gestellt, heißt es weiter. Aufgrund der aktuellen Diskussion habe der Aufsichtsrat der Hermle AG das Thema Standortentwicklung in Zimmern außerplanmäßig auf die Tagesordnung der für Mittwoch anberaumten Aufsichtsratssitzung gesetzt. Dann, am Mittwoch, ruderte Hermle zurück. Die Maschinenfabrik halte an ihrer Investitionsplanung in Zimmern fest. Das habe der Aufsichtsrat des Unternehmens entschieden, hieß es in einer neuerlichen Pressemitteilung der Firma. Dies sei eine Reaktion auf den Beschluss des Gemeinderats Zimmern, die Gewerbesteuer nicht zu erhöhen. Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. HermleWerkzeugmaschinen kämen in Hightech-Branchen wie dem Werkzeug- und Formenbau, der Medizintechnik, optischen Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt. gg

Broß bedankte sich „bei meiner Kollegin Merz” und den Zimmerner Gemeinderäten. „Er hat Wort gehalten und sich an das Ergebnis der Klausurtagung erinnert”, so der OB. Nun sei die künftige Zusammenarbeit beider Kommunen geregelt. Es müsse klar sein, dass die Gemeinden nicht beliebig wachsen könnten, sondern sich am künftigen Flächenbedarf der Unternehmen orientieren müssten. Genehmigungsfähig sei damit ein weiterer Flächenanteil Zimmerns von acht Hektar. Zudem ein gesamtes Wachstum um 20 Hektar. An Rottweil liege es damit nun, zwölf Hektar einzubringen. „Zimmern 40 Prozent, Rottweil 60 Prozent.” Dieses Verhältnis sei bei den Lasten des Gewerbegebiets berücksichtigt worden, bei den laufenden Kosten. Und ebenfalls bei den Einnahmen, bei der Gewerbesteuer. Diese werde eben nun nicht mehr im Verhältnis 50 zu 50 aufgeteilt. Die Grundsteuer bleibt dagegen zu hundert Prozent bei Zimmern. Vor allem deshalb, weil sich das Gewerbegebiet auf Zimmerner Gemarkung befindet. „Es war nie das Ziel, die Gewerbesteuer zu erhöhen”, so Broß. Es habe lediglich den Wunsch des Rottweiler Gemeinderats gegeben, langfristig den Hebesatz anzugleichen. In Zimmern liegt dieser bei 340, in Rottweil bei 370. Anders verstanden hatte das neben Zimmerner Bürgern auch die Gosheimer Firma Hermle, die schon gedroht hat, künftige Investitionen in Zimmern zu überdenken, sollte die Gewerbesteuer steigen (siehe gesonderten Bericht). „Es hat Verwirrung bei der Firma Hermle gegeben”, so Broß dazu. Mit Zimmern wiederum sei man einig geworden, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen, sagte Broß. Nach der Drohung des Gosheimer Unternehmens will er sofort zum Telefon gegriffen haben, um dort mit der Chefetage zu sprechen. Mit Zimmern wiederum sei man einig geworden, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen, sagte Broß. Er hoffe, dass es gelinge, „nach dieser kurzen, aber heftigen Diskussion weiter vertrauensvoll zusammen zu arbeiten.” Die Rottweiler Stadträte begrüßten unisono den Zimmerner Beschluss und das gemeinsame Vorankommen. FDPStadtrat Dr. Michael Gerlich sprach der Zimmerner Bürgermeisterin Merz seine Hochachtung aus. Sie habe es geschafft, die vergiftete Situation zu befrieden. „Ich bedauere es, dass wir bei der Gewerbesteuer nicht einig geworden sind – wobei es nie das Ansinnen gewesen ist, die Zimmerner über den Tisch zu ziehen”, erklärte der Freie Wähler Karl-Heinz Weiss. Und unterbreitete einen neuerlichen Kompromissvorschlag: einen neuen, mittleren Gewerbesteuer-Hebesatz von 355, genau in der Mitte der aktuellen Hebesätze der beiden Kommunen. Das aber wurde nicht weiter diskutiert, das war eher fürs Protokoll. „Rottweil nimmt als Mittelzentrum auch Funktionen für das Umland wahr”, erinnerte Günter Posselt (CDU). Die Stadt halte Infrastruktur vor – Schulen, Kindergärten – und finanziere sie. Wenn die Stadt aber Infrastruktur anbiete, dann müsse sie sich auch um die Finanzierung kümmern. Daher der Wunsch nach Mehreinnahmen. Interkommunale Zusammenarbeit bedeute zudem, so Posselt weiter, dass „die Aufgaben dort erledigt werden, wo sie am besten aufgehoben sind.” Das sei „das Gegenteil von Kirchturmpolitik.” Die Zusammenarbeit sei sachlich richtig und gut. Und nicht nur der Hebesatz der Gewerbesteuer habe die Unternehmen angezogen, auch die gute Verkehrslage und die guten Arbeitskräfte, die in und um Zimmern und Rottweil lebten. Die Bürger erwarteten zudem attraktive Arbeitsplätze. „In unseren Schulen gibt es eine große Anzahl an Zimmerner Schülern”, so Posselt. Eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden sei unabdingbar. gg


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Aktuelles

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Parken in Rottweil

Parkhaus Bahnhofstraße kommt – aber jetzt geht das Gerangel um die Groß’sche Wiese los Der Gemeinderat Rottweil hat den Ausschussbe- Auf großes Interesse stieß am Montagabend die Bürgerinformation zur Landesgartenschau-Bewerbung. schluss von vergangener Woche bestätigt. Die Stadtverwaltung soll nun ein zweistöckiges, also kleines Parkhaus an der Bahnhofstraße projektieren. Zudem ein möglichst dynamisches Parkleitsystem. Und ein Parkdeck auf der Groß’schen Wiese. Nur: Da gibt es Landesgartenschau Großes Interesse an Infoveranstaltung noch Diskussionsbedarf.

„Das richtige Projekt zur richtigen Zeit“

Man kann es ruhig Gerangel nennen. Die Groß’sche Wiese (unser Bild), die bald „Parkplatz Zentrum” heißen soll, soll – so will es ein Teil der Stadträte – alsbald mit einem zweiten Parkdeck versehen werden. Für einen anderen Teil im Gemeinderat soll das mit Bedacht angegangen werden – um sich keine Möglichkeiten einer Wohnbebauung zu nehmen. So jedenfalls argumentierte Hermann Breucha von den Freien Wählern, der die Diskussion um das eigentlich im Ausschuss schon einstimmig beschlossene Thema nochmal aufmachte. Das Grundstück Groß’sche Wiese sei viel zu wertvoll, um es einfach zu überdeckeln. Unterstützung erhielt er grundsätzlich von Arved Sassnick von der SPD. Die Gegenrede führte Günter Posselt, CDU. Der Parkdruck sei groß genug, den Parkplatz Groß’sche Wiese auch künftig als Großparkplatz zu erhalten. Und, wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen und vom Ausschuss beschlossen noch deutlich zu erweitern. Schon im Januar hatte Posselt dafür geworben, die Alternative Groß’sche Wiese zu prüfen. Das schon deshalb, weil die angrenzende Polizei einen Anbau und damit Zuwachs erhalte und zudem die Arbeitsagentur ihren gegenüberliegenden Bau wieder nutzen wolle. Die CDU um Posselt hatte einen entsprechenden Prüfantrag vorgelegt. „Die Argumente sind ausgetauscht”, konstatierte Martin Hielscher, Sprecher der Freien Wähler. Aber er riet auch dazu, sich jetzt die nötige Zeit zu nehmen, die Groß’sche Wiese genauer zu betrachten. SPD-Stadtrat Dr. Jürgen Mehl regte ebenfalls an, bei einer möglichen Teilüberdeckelung der Groß’schen Wiese eine Wohnbebauung zu berücksichtigen. „Sie sollte später nicht ganz unmöglich sein”, so Mehl. Dann aber deutliche Worte von Oberbürgermeister Ralf Bross. Durch die immer neuen Prüfaufträge „werden wir behindert”, die Verwaltung käme keinen Schritt weiter und würde am Ende dafür kritisiert, dass sie so lange brauchen. „Wir eiern herum”, sagte er. Es sei bekannt, dass die Polizei anbaue und das Arbeitsamt saniert werde. „Wir werden dort erhöhten Parksuchverkehr haben. Selbstverständlich können wir jetzt weiter prüfen, aber damit lösen wir das Parkproblem nicht”, sagte Broß. Der OB regte eine modulare Bauweise für das zweite Parkdeck an, das auch städtebaulich einen Akzent setzen könne. „Wir sollten jetzt nicht tausend Schleifen drehen”, sagte auch Posselt. Er regte an, jetzt die gestellte Aufgabe anzugehen, weitere Parkplätze zu schaffen. Jetzt solle, gemäß Beschlussvorschlag, auch in die Planung eingestiegen werden. „Wir sollten klar Kante zeigen und sagen, wohin wir wollen. Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sollten wir entscheiden.” Der Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, Lothar Huber, sagte zu, eine modulare Bauweise anzugehen, die später bei Bedarf durch ein Gebäude ersetzt werden könnte. Einen entsprechenden Vorentwurf vorzulegen, versprach OB Broß. Der könne endlich ein Bild ergeben, wie die Groß’sche Wiese künftig aussehen könne. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Inklusive der Vorplanung für das neue Parkhaus Bahnhofstraße und der Projektierung eines dynamischen Parkleitsystems. gg

„Höher.Grüner.Weiter.“ So lautet das Motto der Bewerbung der Stadt Rottweil um die Landesgartenschau. Das Konzept spricht die Bürger an, macht neugierig und kreativ. Das zeigte das große Interesse an der Infoveranstaltung am Montagabend im „Sonnensaal“ des Kapuziners in Rottweil mit rund 250 Teilnehmern. Schnell füllten sich die Reihen, zusätzliche Stühle wurden eilig herbeigetragen. Ein gutes Zeichen: Die Rottweiler sind dabei.

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ie Landesgartenschau ist für unsere Stadt das richtige Projekt zur richtigen Zeit“, betonte Oberbürgermeister Ralf Broß. Die Landesgartenschau könne die Initialzündung für einen integrierten Stadtentwicklungsprozess sein. Mit der geplanten Justizvollzugsanstalt, dem Testturm und der FußgängerHängebrücke habe man Projekte auf den Weg gebracht, die für Dynamik sorgen. Es gehe aber auch darum, dass die Stadt nicht hemmungslos wachse, sondern sich nachhaltig entwickle, so Broß. Die Bewerbung fordere auf, die Stadt zehn Jahre im Voraus zu denken, „zu überlegen, wo die Reise hingeht und wo wir im Jahr 2028 stehen wollen“. Wo die Reise mit der Landesgartenschau hingehen könnte, stellten Bürgermeister Dr. Christian Ruf und der Landschaftsplaner Johann Senner vom Planungsbüro „Planstatt Senner“ in Überlingen vor. Beide führten mit Vorher-Nachher-Bildern eindrücklich vor Augen, wie sich die Stadt in zehn Jahren präsentieren könnte und wo es Handlungsbedarf gibt. So stehen die nachhaltige Entwicklung der Naherholungsgebiete und die Stärkung des

ökologischen Herzens der Stadt an erster Stelle. Es sei nun die Aufgabe, der Bewertungskommission, die am 18. April zu Gast sein wird, zu zeigen, wo es Defizite gibt, betonte Ruf. Beispielsweise sei der Grüngürtel, der einst um die Stadt ging, vor allem am Nägelesgraben kaum noch zu erahnen. Hier gebe es deutlichen Handlungsbedarf, ebenso an der Dreher‘schen Mühle. Sehr eindrücklich stellte Senner den Neckarpark beim ehemaligen Gaswerk vor. Den Neckar hier wieder erlebbar zu machen, sei eines der großen Ziele. Auch ein zusätzlicher Haltepunkt der Bahn mit barrierefreiem Zugang zur Stadt wird angestrebt. Ein durchgehender Radweg am Neckar entlang steht ebenfalls auf dem Plan. „Ein Neckarstrand könnte die Stadt elementar nach vorne bringen. Aber wir möchten die Landesgartenschau auch in die Stadt hineintragen“, sagte Senner. Bürgermeister Ruf sprach auch das Ausstellungskonzept an. Die älteste Stadt Baden-Württembergs könnte Zeitreisen durch die Geschichte des Gartenbaus bieten, vielleicht auch eine Rottweiler Hundeschau und allerlei gastronomische Angebote. Ebenso dürfen sich die Bürger auf Konzerte, Kunstausstellungen, Märkte und weiteres freuen. Wie positiv sich eine Stadt durch eine Landesgartenschau verändern kann, zeigte im Anschluss Manfred Maile, der Geschäftsführer der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd, auf: „Die Landesgartenschau war ein Glücksfall für unsere Stadt“, schwärmte Maile, wo die Landesgartenschau 2014 stattfand. Die Stadt habe davor große Probleme gehabt. Rückläufige Einwohnerzahlen, sowie massiven Sanierungs- und Modernisierungsstau. „Da musste eine Idee her.“ Und die Idee Landesgartenschau kam an.

„Wichtig ist, dass bei einer Landesgartenschau die ganze Region eingebunden ist. Der Landkreis, die Kommunen und der Handel“, so Maile. In Schwäbisch Gmünd habe man über den Zuschuss von fünf Millionen Euro für die Landesgartenschau weitere 15 Millionen an öffentlichen Geldern für begleitende Maßnahmen mobilisieren können. „Wir haben noch ganz viele andere Fördertöpfe angezapft.“ Dass die Landesgartenschau der Stadt ein ganz neues Gesicht gegeben und zahlreiche Naherholungsangebote ermöglicht hat, das zeigte er anhand zahlreicher Bilder. Beim anschließenden „Markt der Informationen“, bei dem neben der Stadtverwaltung auch die Lokale Agenda 21, das Bürgerforum Perspektiven Rottweil und der Gewerbe- und Handelsverein präsentiert waren, startete auch die Aktion „Bring es auf den Punkt“. Auf runde Aufkleber konnten die Besucher ihre Ideen schreiben und diese dann auf die grüne Aktionswand kleben. „Wenn wir die Jury im April durch die Stadt führen, werden wir an der Aktionswand Halt machen, damit deutlich wird, wie vielfältig und kreativ die Rottweiler mit dem Thema Landesgartenschau umgehen“, so Broß. pm Info: Die Entscheidung, ob Rottweil den Zuschlag erhält, soll im Sommer in Stuttgart fallen. Bis dahin werden Verwaltung und Aktionsgruppen weitere Veranstaltungen anbieten. So spricht am 19. April der Zukunftsforscher Matthias Horx auf Einladung der Stadtverwaltung in der Stadthalle, zwei Tage später findet am 21. April ein Bürgerdialog zum Thema nachhaltige Entwicklung im Rahmen der Lokalen Agenda 2030 im Kapuziner statt. Mehr unter www.rw2028.de und www. facebook.de/rw2028.


Schramberg

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Samstag, 24. März 2018

Die Woche kurz

Am Rande

Donnerstag: Im Ausschuss für Umwelt und Technik berichtet Oberbürgermeister Thomas Herzog, dass der Umbau der Ampelanlagen auf dem Sulgen nun endgültig abgeschlossen sei. „Wir hoffen auf Verbesserungen in der Rush-hour.“

Ende vergangener Woche hatte der zehn Jahre alte Dienstwagen von OB Thomas Herzog ausgedient. Der Diesel von Audi wurde durch einen BMW Benziner ersetzt. Doch kaum war der geleaste 5er ausgeliefert, war er schon wieder in der Werkstatt. Herzog erklärt, warum: „Das Autohaus hatte etwas voreilig schon die Sommerreifen aufgezogen.“

Sonntag: Beim traditionellen Afrikatag in Waldmössingen geht es unter anderem um die politische Lage in Kamerun und Uganda. In beiden Ländern hat der offene Missionskreis Partnerprojekte. Auf ganz andere Art missioniert in der Szene 64 „Mr. Joy“ am Abend. Der Mathematiker, Physiker und Theologe Karsten Strohhäcker verknüpft Zauberkunststücke mit Geschichten aus der Bibel. Montag: Der Eine-WeltLaden-Verein trifft sich und beschließt einige Änderungen an der Satzung. Im ersten Geschäftsjahr in den neuen Räumen im Parkhaus sei das Ergebnis leicht über den Erwartungen gelegen. Im „Atelier“ der Grundund Werkrealschule auf dem Sulgen musizieren die Preisträger des Wettbewerbs bei „Jugend musiziert“. Beim Landeswettbewerb hätten die Schüler sieben erste Preise erreicht, freut sich Schulleiter Meinrad Löffler. Drei werden sogar am Bundeswettbewerb in Lübeck teilnehmen. Dienstag: Gut besucht ist der zweite Radlerstammtisch in der Braustube. Gunnar Link, der Radbeauftragte, diskutiert mit den Radlerfreunden über Radwege, Schilder und einen „Flowtrail“. Noch besser besucht ist der Bürgerstammtisch im „Löwen“ in Tennenbronn, zu dem Ortsvorsteher Lutz Strobel geladen hatte. Etwa 20 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit und leeren den Kropf, machen aber auch Verbesserungsvorschläge. Donnerstag: Der Gemeinderat fällt eine Grundsatzentscheidung zum Schulcampus. Der soll auf dem Gelände an der Graf-vonBissingen-Straße entstehen. Wir berichten über die Entscheidung auf NRWZ.de

Medzentrum

Fertigstellung im Herbst? Die Bauarbeiten am Medzentrum gehen weiter. Nach einigen Wochen Winterruhe auf der Baustelle an der Lauterbacher Straße haben in den letzten Tagen die Bauarbeiter wieder losgelegt. Nachdem sie dieser Tage einen Baukran aufgestellt haben, werden nächste Woche die Betonfertigteile ankommen, so ein Bauarbeiter zur NRWZ. „Die Temperaturen lassen es nun wieder zu, dass Beton- und Maurerarbeiten stattfinden“, versichert die Sprecherin der Bauherrin Medzentrum und Ideenwelt Gesundheitsmarkt (IWG) Susanne Richter-Polig. Die Baustelle sei „also wieder in voller Fahrt“. Die Arbeiten im Baugrund seien inzwischen weitestgehend abgeschlossen, das Untergeschoss stehe. „Jetzt wächst der Rohbau des Medzentrums Schramberg weiter in die Höhe.“ Das Medzentrum Schramberg wird über etwa 2800 Quadratmeter Praxis- und Gewerbefläche verfügen. Es erhält eine Tiefgarage sowie zusätzlich mehr als 70 oberirdische Stellplätze. Bis Ende des Jahres 2017 sollte der Rohbau eigentlich schon stehen und die Gebäudehülle geschlossen sein. Das hatte nicht geklappt. Der Winter kam dazwischen. Ob die Fertigstellung wie geplant im Herbst 2018 sein wird, ist noch offen. Auf der Baustelle aber geht es jetzt weiter: „Voraussichtlich in der kommenden Woche geht es an die Montage der Betonfertigteile für das Erdgeschoss – deshalb auch der Kran.” him

Rätselhafte Unfallflucht Kriminalität 26-jähriges Opfer schwebt weiter in Lebensgefahr Nach wie vor befindet sich der 26-Jährige in kritischem Zustand, den am frühen Samstagmorgen ein 47-jähriger Autofahrer an der Steige überfahren und gut 300 Meter mitgeschleift hatte. Ein anderer Autofahrer hatte den lebensgefährlich Verletzten gegen 4.30 Uhr beim Kühlloch gefunden und die Rettungskräfte alarmiert.

E

ine rasch gebildete „Ermittlungsgruppe Steige“ hatte den Unfallverursacher zwar noch am selben Tag gefunden. Er gibt zwar zu, verbotenerweise auf der nachts gesperrten Straße gefahren zu sein, bestreitet aber den Unfall bemerkt zu haben. Ob das möglich ist, sollen Unfallsachverständige klären. Alkohol oder

Unfallexperten der Dekra begutachten die Stelle, an der das Unfallopfer gefunden wurde. Foto: him

Drogen hatte die Polizei bei ihm nicht gefunden. Inzwischen kursiert im Internet das Gerücht, der 26-Jährige habe auf der Straße gelegen, als er überrollt wurde. Polizeisprecher Michael Aschen-

brenner vom Polizeipräsidium Tuttlingen kann das nicht bestätigen. Er verweist auf die Unfallgutachter, die auch diese Frage untersuchten. Auch die Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt werden in dem Gutachten eine Rolle spielen. Das Opfer selbst ist noch nicht vernehmbar. „An eine Befragung ist gar nicht zu denken“, so Aschenbrenner zur NRWZ. Bei Redaktionsschluss am Donnerstagmittag war die Lage unverändert. Im Internet haben Anwohner darauf hingewiesen, dass nachts dort häufig Autofahrer unterwegs seien. Mit einer Schranke oder Pollern sollte diesem verbotenen Treiben nachts ein Ende gemacht werden, fordern sie. Auch sollte nachts die Straßenbeleuchtung entlang der einzigen direkten Fußwegverbindung zwischen der Talstadt und dem Sulgen wieder eingeschaltet werden. him

Bebauungsplan

Nächste Hürde ist genonmmen Nach dem Tennenbronner Ortschaftsrat hat nun auch der Ausschuss für Umwelt und Technik den Bebauungsplan Bergacker IV in der überarbeiteten Version gut geheißen und dem Gemeinderat zur Annahme empfohlen. Dreizehn neue Bauplätze sollen entstehen. Planerin Jessica Waibel vom Büro Project stellte einige Änderungen im Vergleich zur bisherigen Planung vor. So soll ein Wendehammer so gestaltet werden, dass auch dreiachsige Müllfahrzeuge und Schneepflüge dort wenden können. Auch die Zufahrt ins Wohngebiet haben die Planer etwas geändert, sodass diese Versorgungsfahrzeuge leichter vom Sommerberg her einbiegen können. Dank einer Änderung im Baugesetzbuch im Jahr 2016 sei es „leichter zu einem Bebauungsplan zu kommen“, so Waibel. So entfallen der Umweltbericht und der naturschutzrechtliche Ausgleich, wenn es sich um ein reines Wohngebiet mit maximal 10.000 Quadratmetern Fläche handelt. Auch dürfe es keine erheblichen Umweltbelange geben. Das habe ihr Büro bereits geprüft. Als nächstes käme nun die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit. Es fehlten aber noch einige Gutachten. him


Samstag, 24. März 2018

|NRWZ/ 17

Schramberg

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Gute Platzierung in der Priorisierungsliste

Krone-Areal

Eine eines Dauerschlafs? Das „Krone-Areal“ in Tennenbronn liegt seit vielen Jahren brach, ein Dauerärgernis. Nun will Ortsvorsteher Lutz Strobel einen neuen Anlauf versuchen. Er hat einen Projektentwickler gefunden, der aus ähnlichen Problem-Immobilien etwas gemacht hat. Er lädt daher zu einer Besichtigungsfahrt am Samstag, 14. April ein.

Verkehr „Maßnahmentyp Ortsumfahrung mit Tunnel“ Die Planung für das Projekt der Talumfahrung Schramberg soll vor 2025 begonnen werden. Das ist das Ergebnis der Priorisierung durch das Landesverkehrsministerium. Die Umfahrung RottweilNeukirch dagegen ist erst nach 2025 an der Reihe.

A

m Dienstag hatte die Landesregierung ihre Liste bekannt gegeben, in der dargestellt ist, wann die Bundesstraßen des Bundesverkehrswegeplanes verwirklich werden sollen. In einem komplizierten Verfahren hatten die Verkehrsexperten zum einen bewertet, beispielsweise wie hoch das Nutzen-Kosten-Verhältnis ist, welche Verbesserung für die Umwelt und für die Kommune ein Projekt bringt. Sie haben außerdem untersucht, wie es derzeit um den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit steht, wie viel Lärm und Schadstoffe gemessen werden und welche Verbesserung beim Klimaschutz zu erwarten wäre. Alles zusammen erbrächte einen Höchstwert von 100 Punkten. Weil die Regierungspräsidien die Projekte planen, sind die Vorhaben den jeweiligen Regierungspräsidien zugeordnet. Die Ortsumfahrung Schramberg ist im „Maßnahmentyp Ortsumfahrung mit Tunnel“ und dort mit 15,3 Punkten im Bereich RP Freiburg eigentlich weit abgeschlagen hinter dem Falkensteigtunnel an der B 31 mit 32 Punkten. Dieses Projekt steht allerdings im Bundesverkehrswegeplan erst im „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ und soll nach 2025 geplant werden. Aber auch die Ortsumfahrung Rottweil-Neukirch mit einem Tunnel liegt mit 23,6 Punkten vor Schramberg. Um

diesen Widerspruch zu erläutern, heißt es in einer Anmerkung zu Schramberg: „Maßnahme mit einem niedrigen NKV (2,2) in topografisch anspruchsvollen Gelände. Grundlagenermittlung zeitnah durchführen.“ Gefragt, was diese Grundlagenermittlung bedeutet, erläutert die Sprecherin des Verkehrsministeriums, Julia Pieper, die Schramberger Talumfahrung stelle „einen Sonderfall als Tunnelmaßnahme in bewegtem topografischem Gelände mit einem sehr niedrigen Nutzen-KostenVerhältnis von 2,2 dar. Der ursprüngliche Entwurf mit drei Fahrstreifen sei „vom Bund mit der Begründung der Unwirtschaftlichkeit nicht genehmigt“ worden. Die Planungstiefe bei der Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan sei eher grob. Weil das Nutzen-Kosten-Verhältnis so niedrig sei, „ist eine Prüfung der Basiszahlen und Kostenrisiken notwendig“. Deshalb würden zum Beispiel die Kostenschätzung geprüft, müsse der Baugrund vertieft untersucht und kompensierende „Maßnahmen aufgrund eines Tunnels mit besonderer Charakteristik (fünf Prozent Steigung)“ betrachtet werden. Pieper betont: „Diese Schritte sind nicht die ersten Verfahrensschritte im Planungsprozess und werden zur Abschätzung der Kostenrisiken vorgezogen. Mit diesen Untersuchungen wollen wir, wie in der Liste dargestellt, bis 2025 beginnen.“ Nochmal zum Mitschreiben: Bei der Talumfahrung soll bis 2025 die Überprüfung der Kostenschätzungen begonnen werden, aber nicht die konkreten Planungen für den Bau der Strecke. Sollte sich im Laufe der Prüfung herausstellen, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) unter 1 fällt, wäre es unwirtschaftlich, und dürfte nicht umgesetzt werden, betont Pieper. Und: „Das NKV ist im Rahmen des Planungsprozesses bei zunehmender Planungstiefe immer wieder zu prüfen.“ Das ist eine Vorgabe des Bundes. Sollte die aktuelle Kostenschätzung also ergeben, dass die 116,9 Millionen Euro aus dem

Das Kleingedruckte ist entscheidend: Die „Grundlagenermittlung“ kommt zuerst.

Bundesverkehrswegeplan nicht reichen, wird sich das Nutzen-Kosten-Verhältnis verschlechtern. Und wenn es unter 1 sinkt, war es das mit der Talumfahrung. Die Sprecherin von Verkehrsminister Hermann stellt im Gespräch mit der NRWZ klar, die Priorisierung heiße nicht, dass die Projekte auch in der jetzt vorgestellten Reihenfolge abgearbeitet würden. Es komme jeweils darauf an, ob in den Regierungspräsidien die entsprechenden Planungskapazitäten frei würden. Auch die bereits im Bau befindlichen Projekte abzuarbeiten und zu finanzieren, werde viele Jahre in Anspruch nehmen: „Das ist ein Riesenberg.“ REAKTIONEN AUF DIE STUTTGARTER ENTSCHEIDUNG

Die Reaktionen auf die Priorisierung der Talumfahrung waren insgesamt sehr positiv. Schrambergs Oberbürgermeister Thomas Herzog zeigte sich erfreut und hofft, „dass sich freie Kapazitäten für einen baldigen Beginn der Planungen für die Talumfahrung bei den zuständigen Stellen auftun“, wie er sagte. Damit habe sich sein persönlicher Einsatz und das Engagement von Gemeinderat, Verwaltung, der Industrie und des Gewerbes ausgezahlt. Er sehe sich „am Ziel einer weiteren Etappe, der Zieleinlauf der letzten Etappe der Talumfahrung Schramberg ist aber noch nicht in Sicht.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rottweil, Stefan Teufel ist zufrieden: „Dass die Talstadt-

umfahrung Schramberg unter den Maßnahmen des Vordringlichen Bedarfs nun weit oben eingestuft wurde, ist ein wichtiges Signal für die gesamte Raumschaft.“ Der Regionalverband freut sich, dass alle acht Straßenbauprojekte des Bundesverkehrswegeplans in der Region bis 2030 geplant werden sollen. Landrat Wolf-Rüdiger Michel (CDU) ist äußerst zufrieden: „So weit waren wir noch nie.“ Mit einem Planungsbeginn bis 2025 habe sie „eine reelle Umsetzungsperspektive im Zeitplan des BVWP erhalten“ Gemeinsam mit der Stadt Schramberg werde der Landkreis Rottweil beim Regierungspräsidium Freiburg darauf drängen, dass die Planung „möglichst deutlich vor 2025 aufgenommen wird“. IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez erklärt: „Für uns als eine der industriestärksten und innovativsten Wirtschaftsregionen Deutschlands ist grundsätzlich positiv, dass bei den meisten Projekten aus der Region zumindest vor 2025 mit den Planungen begonnen wird.“ Der Gemeinderat und SPD-Vorsitzende Mirko Witkowski sieht einen „weiteren wichtigen Schritt in Richtung Realisierung der Talumfahrung“. Nun heiße es, dran bleiben und alles tun, damit die Planung möglichst bald starten könne. Der Gemeinderat habe hierzu ja – obwohl die Stadt für die Finanzierung nicht zuständig ist – auch bereits Geld bereitgestellt, mit dem ein Teil der Planungskosten finanziert werden kann. Martin Himmelheber

Das Areal der ehemaligen Gaststätte „Krone“ liege zentral in der bebauten Ortslage und biete „vielfältige Chancen der Entwicklung für Vereine, für den Tourismus, für Wohnen für Menschen mit Handicaps, ‚Wohnen für Jung und Alt‘, Mehrgenerationenwohnen, für Kultur, für Dienstleistungen, für öffentliche Einrichtungen, für ein Café, für Urlaubs- und Freizeitangebote und so weiter“, schreibt Strobel in der Einladung. Bevor es konkret werde, wolle er mit der Firma Sutter³ aus Kirchzarten (www.sutter3kg.de) auf Besichtigungsfahrt gehen. Die Firma habe bereits im Südbadischen viele Projekte verwirklicht und sei auch spezialisiert auf Umnutzung von denkmalgeschützten Gebäuden. Die Besichtigungsfahrt am Samstag, 14. April startet um 7.30 Uhr beim Rathaus Tennenbronn. In Umkirch will Strobel die Gutshofscheune besichtigen. Dort sind ein Bürgersaal, Gastronomie, eine Arztpraxis und mehrere Läden entstanden. Im „Haus am Mühlbach“ gibt es heute unter anderem eine Tagespflege und eine selbstbestimmte Wohngruppe für an Demenz erkrankte Menschen. In der Talvogtei in Kirchzarten will Strobel die Verwaltungsscheune mit Bürgersaal und der Mediathek zeigen bevor es zur Rainhofscheune mit kurzem Stopp an der Birkenhofscheune, einem Wohnprojekt mit barrierefreien Wohnungen, Familienwohnungen, Kinderkrippe und Wohngruppe für demenziell erkrankte Menschen geht. Die Rainhofscheune ist eine Naturparkmarktscheune mit Bürgersaal, Läden und Hotel. Strobel bittet um Rückmeldung per E-Mail an Lutz. Strobel@schramberg.de oder Telefon 07729/926030 bis zum 6. April. him


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NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Stiftung St. Franziskus

Hilfe vom Subiaco-Team Die Grundschule der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn hat am Montag das „Schulkino im Subiaco” besucht. Das Landesmedienzentrum Stuttgart bietet nämlich für Schulen Kinowochen an. Die Schulen wählen dazu ein Kino vor Ort aus, das sie besuchen wollen – in diesem Fall das Subiaco. Den Rest organisiert das Landesmedienzentrum. Doch irgendwie hat das nicht geklappt: Als die Heiligenbronner Kinder mit ihren Lehrkräften auftauchten, wussten die Subiaco-Leute von nichts, berichtet die Schule. Die Schule hätte sich wie vorgesehen über das Stuttgarter

Schramberg

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Landesmedienzentrum angemeldet, „aber Stuttgart hat es nicht weitergeleitet”. Und so wäre wohl in jedem normalen Kino der Filmnachmittag ins Wasser gefallen. Doch das Subiaco-Kino ist eben kein ganz gewöhnliches Kino, sondern ein außergewöhnliches, auf das die Schramberger eigentlich stolz sein sollten: „Netterweise wurden die Kinder im Subiaco dann nicht weggeschickt”, berichtet die Lehrerin, „sondern Helga Effinger und ihr Mann haben spontan einen Kinderfilm gesucht und den vorgeführt.” Der Gemeinderat Film hatte den passenden Titel: „Hilfe, unser Das ist Technik Lehrer ist ein Frosch!” „Ich finde das einfach eine tolle Sache”, so die Lehrerin und bat das Am Ende stimmten alle zu: Auch die drei CDUdoch zu berichten. Das tun wir gerne. him Mitglieder im Ausschuss für Umwelt und Technik

Die Endoservice GmbH ist ein stetig wachsender Spezialist für die Produktion und Reparatur starrer Endoskope und sucht aktuell zur Verstärkung unseres Teams baldmöglichst:

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Gestalten Sie mit uns Zukunft Seelsorgeeinheit Für die neu entstehende Einrichtung des Familien- und Begegnungszentrums St. Elisabeth, der Katholischen Neckar / Baar Kirchengemeinde St. Franziskus – Mariä Himmelfahrt in VS-Schwenningen, suchen wir zum 01.10.2018 eine Gesamtleitung, unbefristet in Vollzeit. Die Einrichtung umfasst zukünftig eine Kindertagesstätte mit 110 Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von 1 Jahr bis Schuleintritt, außerdem ein Begegnungsort für Familien und Kirchengemeinde.

Sie sind Sozialpädagogin (BA) m/w oder haben einen vergleichbaren Abschluss und wollen für Familien und unsere Kirchengemeinde Zukunft gestalten? Dann lesen Sie weiter unter: http://www.senb.de/st-franziskus-mariae-himmelfahrt/stellenangebote/ Sind Sie interessiert? Dann freuen wir uns über Ihre Bewerbung. Senden Sie ihre Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschreiben, Nachweise der formalen Voraussetzungen, Arbeitszeugnisse) bis 10.04.2018 an folgende Adresse: Katholisches Verwaltungszentrum, Königstraße 47, 78628 Rottweil; z.H. Frau Thiel, Kindergartenbeauftragte Verwaltung gerne auch per E-Mail in einer PDF an: athiel@kvz.drs.de Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche wird grundsätzlich vorausgesetzt. Die Anstellung erfolgt nach den in der Diözese Rottenburg-Stuttgart geltenden Richtlinien. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Für Auskünfte steht Pfr. Michael Schuhmacher über das Kath. Pfarramt St. Franziskus – Mariä Himmelfahrt, Tel.: 0 77 20 / 8 55 78-0 zur Verfügung.

billigten den neuen Faulturmentwurf, den Fachbereichsleiter Rudolf Mager vorgestellt hatte. Er wird mit 18 Metern etwa zweieinhalb Meter niedriger als ursprünglich geplant, die Aufbauten auf dem Turm verschwinden.

Die CDU-Fraktion hatte sich gegen den Platz am SchiltachUfer gewandt und für einen optisch weniger auffallenden Standort eingesetzt. Dies sei aus technischen und aus Kostengründen nicht möglich, hatten die Fachleute argumentiert. Deshalb plädierte die CDU dafür, den Turm möglichst unauffällig zu kaschieren oder ihn als „Eyecatcher“ für Stadtwerbung herauszustellen. Rudolf Mager betonte in Anspielung auf eine Karikatur von Uwe Rettkowski im Schwarzwälder Boten, die Stadt wolle „kein Kuckucks- oder Überraschungsei präsentieren“. Es gehe um ein technisches Bauwerk für 1,8 Millionen Euro, das 40 Jahre halten soll. Als „Eyecatcher“, also Blickfang, sei der Turm aber ungeeignet. Wer von Schiltach mit dem Auto komme habe auf den 120 Metern, die der Turm sichtbar, sei gerade mal sechs Sekunden Zeit, um das Bauwerk wahrzunehmen. Viel auffälliger sei der Steinbruch. Stadtauswärts blieben nur drei Sekunden. „Im Grunde können nur die Mitarbeiter auf der Kläranlage sehen, was drauf steht.“ Eine Außenfassade aus grauem Trapezblech ähnle in ihrer Struktur einem Nadelwald und wirke „unaufgeregt“. Während der Vegetationsperiode verdeckten Bäume große Teile des Turmes sowieso. Für einen „Eyecatcher“ sah Mager bessere Möglichkeiten in Schramberg. CDU-Stadtrat Ulrich Bauknecht plädierte für eine Fassadengestaltung mit Hilfe moderner Folien, wie sie Schneider in Tennenbronn oder am Thyssenkrupp-Testturm in Rottweil eingesetzt wurden. Damit könnte man den Turm „entweder völlig verstecken oder farblich toll gestalten“. Um seinen Vorschlag zu unterstreichen, hatte Bauknecht einen Rahmen mitgebracht, in den eine solche Folie eingespannt war. Die Kosten schätzte er auf 10.000 bis 25.000 Euro. Das führte zum Hinweis von Oberbürgermeister Thomas Herzog, dass die an der Kläranlage beteiligten Kommunen Hardt und Lauterbach nur für die Technik, nicht aber für die optische Gestaltung mit bezahlen wollten. Von Seiten der Fraktion SPD-Buntspecht wurde erklärt, dass der CDU-Wunsch nach einer dezenteren Gestaltung des Turms doch weitgehend erfüllt werde und ihr Beharren insofern erfolgreich war. Andererseits handle es sich nun mal um ein technisches Bauwerk, das zu einer technisch ausgerichteten Stadt wie Schramberg passe. Gefragt, ob die Umplanung der Turmaufbauten zu höheren Kosten führe, betonte Mager, nein, man bleibe bei 1,8 Millionen Euro und erreiche sogar Verbesserungen. Für die Freie Liste fand Emil Rode, man dürfe das „Gestaltungsthema nicht überstrapazieren“. Reinhard Günter von der SPD-Buntspecht-Fraktion wurde grundsätzlich: Kläranlagen seien „eine der größten Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts“ und damit positiv besetzt. Das dürfe man im Vorbeifahren auch sehen. Ralf Rückert (Freie Liste) könnte sich Werbung für das „badschnass“ und das Tennenbronner Freibad vorstellen, die den Blick vom Steinbruch weglenken würde. Ulrich Bauknecht fand das Blechkleid schließlich auch in Ordnung. „Damit machen wir nichts kaputt.“ Denn wenn sich später „die halbe Stadt später über den Turm aufregt, können wir ihn immer noch veredeln“. him


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Service

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

Der Garten lockt Die Gartensaison beginnt – der Frühling ist die Zeit des Gestaltens und der Pflege Frühling im Garten – der letzte Frostschutz kann abgenommen werden, das erste Düngen und Mähen des Rasens stehen auf dem Plan, Ziergehölze werden zurückgeschnitten.

D

abei gilt: Gehölze, die im Sommer blühen, sollten nicht zu spät zurückgeschnitten werden, denn ihre Blüten erscheinen an den neuen, diesjährigen Trieben. Frühlingsblüher wie die Forsythien dagegen werden erst nach der Blüte zurückgeschnitten, sie blühen im nächsten Jahr an den Zweigen, die sie in diesem Jahr bilden. Im Frühling ist auch Pflanzzeit. Wurzelnackte Gehölze (Pflanzen, deren Wurzeln nicht mit schützender Erde bedeckt sind) und Ballenpflanzen (Bäu-

me und Sträucher, deren Wurzelwerk von Erde und einem Ballentuch umgeben ist) werden je nach Witterung nur noch bis etwa Ende April gepflanzt. Ihnen hilft die Frühjahrsfeuchtigkeit beim Anwachsen. Aber auch bei den zeitig im Frühling gepflanzten Gehölzen ist es wichtig, dass sie, besonders in trockeneren Phasen, zusätzlich und regelmäßig mit Wasser versorgt werden, um den Boden feucht zu halten. Nicht nur die Blüten selbst, auch andere Eigenschaften wie eine außergewöhnliche Rindenfärbung, eine markante

Wuchsform, mehrfarbige oder immergrüne Blätter oder auffallender Fruchtschmuck im Herbst und Winter verleihen einer Pflanze ihren eigenen besonderen Wert. Manche dieser Eigenschaften fallen jetzt im Frühling nicht auf. Deshalb ist es sinnvoll, sich beim Pflanzenkauf von den Gehölzprofis der Gartencenter und Baumschulen beraten zu lassen. Wer die große Vielfalt nutzt, kann dann nicht nur im Frühling, sondern auch in allen anderen Jahreszeiten viel Schönes und Interessantes in seinem Garten entdecken. pb

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20 / NRWZ| Sterbefälle

01.02 Elsa Anneliese Baatz geb. Bille, Nägelesgrabenstraße 25, 78628 Rottweil 01.02. Vincenzo Romano, Blumenstraße 19, 78661 Dietingen 01.02. Siegbert August Burri, Rotenzimmerner Straße 22, 78661 Dietingen 01.02. Gerhard Bitzer, Kloster 2, 78713 Schramberg 02.02. Kornelia Malgorzata Sladkowski geb. Dziura, Im St.Michael 1, 78628 Rottweil

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Familiennachrichten

NEUE ROTTWEILER ZEITUNG

02.02. Katharina Hettinger geb. Aksenowa, Pfarrer-Huber-Straße 21, 78652 Deißlingen 03.02. Dorothea Schlagowski geb. Strölin, Wacholderweg 8, 78661 Dietingen

geb. Rapp, Billionenweg 8, 78713 Schramberg

18.02. Dieter Eisele, Anna-SeghersWeg 6, 72336 Balingen

08.02. Bernhard Georg Günter Hoffmann, Pfarrer-Langenbacher-Str. 3, 78739 Hardt

18.02. Siegfried Franz Müller, Rottweiler Straße 53, 78662 Bösingen

04.02. Rosa Herta Enderer geb. König, Lehrstraße 38, 78628 Rottweil

09.02. Alfons Digeser, Vaihingerhof 53, 78628 Rottweil

04.02. Gertraud Erika Böttcher, Durschstraße 11, 78628 Rottweil

09.02. Rita Kaiser geb. Bühler, Vor Tannen 1.1, 78549 Spaichingen

07.02. Gerda Isolde Elisabeth Horn geb. Schumacher, Vor Kuhbach 6, 77761 Schiltach

09.02. Lydia Maria Wagner geb. Mattes, Schillerstraße 21, 78667 Villingendorf

07.02.

11.02. Berta Eha geb. Rieger, Kepp-

Gertrud

Erika

Uhlmann

18.02. Gerhard Hermann Boos, Stadtgrabenstraße 1, 78628 Rottweil 19.02. Hermann Georg Fuchs, Am Berg 11, 78628 Rottweil 20.02. Adelheid Maria Joas geb. Schlenker, Unterdorf 6, 78628 Rottweil 21.02. Margot Breidbach geb. Haller, Zimmerner Straße 75, 78628 Rottweil 22.02. Antonia Ringhofer geb. Heinzelmann, Liptinger Straße 94, 78532 Tuttlingen 23.02. Barbara Rohrmann, KonrKreutzer-Straße 23, 72458 Albstadt 25.02. Leo Stirz, Schützenberg 3, 78166 Donaueschingen

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Geburten 19.12. Adnan Wadi, männlich, Dalya Wadi geb. Shaat und Momin Wadi, Schömberger Straße 46, 78669 Wellendingen 22.01. Agit Maai, männlich, Hewieda Maai und Jankiz Maai, Schulstraße 2, 72175 Dornhan 02.02. Rajan Ramadani, männlich, Meralj Ramadani geb. Veljii und Arlind Ramadani, Hauptstraße 89, 78588 Denkingen 02.02. Sara Andrić, weiblich, Marija Andrić geb. Dlugoš und Pavo Andrić, Tuchramstraße 7, 78727 Oberndorf am Neckar

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13.02. Elfriede Bader geb. Dreher, Imster Straße 15, 78628 Rottweil 13.02. Herbert Schneider, Breite Straße 1, 78713 Schramberg 13.02. Gertrud Koch geb. Storz, Locherhofer Straße 2, 78664 Eschbronn 13.02. Johann Effinger, An der Halde 29, 78628 Rottweil

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Samstag, 24. März 2018

|NRWZ/ 21

Familiennachrichten

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05.02. Manuel von Hirschhausen, männlich, Isabella von Hirschhausen und Sören Bror Hoffmann, Eisenbahnstraße 16, 78628 Rottweil

17.02. Maja Tomisch, weiblich, Susann Sommerfeld und Denis Hermann Walter Tomisch, Im Morgen 37, 78652 Deißlingen

06.02. Maxim Gelerot, männlich, Christine Gelerot und Alexander Daubert, Alemannenstraße 13, 78628 Rottweil

18.02. Artur Wagner, männlich, Anna Wagner geb. Schiller und Alex Wagner, Im Eschle 15, 78628 Rottweil 18.02. Samuel André Repp, männlich, Olga Repp geb. Hensinger und Andrej Repp, Fritz-Kiehn-Straße 47, 78652 Deißlingen

07.02. Amelia Franziska Heinz, weiblich, Franziska Heinz geb. Clausnitzer und Ulrich Nantwig Kuarahy Heinz, Neckarstraße 22, 78628 Rottweil

78628 Rottweil, Hohlengrabengasse 6, Tel. 0741 / 2 90 28 00

Mo. - Fr. 9.30 - 12.30 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr, Sa. 9.30 - 12.30 Uhr

08.02. Valentina Bechler, weiblich, Eugenia Bechler geb. Schmidt und Valentin Bechler, Riedäcker 9, 78073 Bad Dürrheim 08.02. Michael Schmidtke, männlich, Inna Schmidtke geb. Fast und Stanislav Schmidtke, Alter Angel 25.3, 78056 Villingen-Schwenningen 08.02. Nilay Ferah Tütüneken, weiblich, Nilgün Tütüneken geb. Tosun und Selim Tütüneken, Bahnhofstraße 40, 78647 Trossingen 09.02. Pia Sophie Barth, weiblich, Andrea Sabine Barth geb. Müller und Sebastian Barth, Brendstraße 3, 78628 Rottweil

Graf, Franz, 76 Jahre, Dietingen, Kapellenstraße Bauer, Elfriede geb. Pfundstein, 78 Jahre, Lackendorf, Dunninger Straße Heimburger, Artur, 91 Jahre, Rottweil, Zollernstraße Zimmermann, Marianne geb. Scholz, 82 Jahre, Rottweil, St. Blasienstraße Rieble, Anton, 95 Jahre, Spaichingen, Allenstraße; früher: Zimmern Schumpp, Hilde geb. Rieger, 86 Jahre, Zepfenhan, Lederstraße

10.02. Eleonora Ginder, weiblich, Kateryna Viktorivna Samoylova und Alexej Ginder, Wagnerstraße 17, 78647 Trossingen 11.02. Jonas Liebermann, männlich, Stefanie Liebermann und Phillippe Peter Friedrich Liebermann geb. Heinold, Mozartstraße 6, 78628 Rottweil 11.02. Sofia Schröder, weiblich, Svetlana Schröder geb. Stib und Alexander Schröder, Immelwiesen 16.1, 78658 Zimmern ob Rottweil 11.02. Fynn-Jasper Apostel, männlich, Tanja Winzenried und Sebastian Patrick Apostel, Alemannenstraße 21, 78628 Rottweil

Probst, Rudolf, 80 Jahre, Lackendorf, Blumenstraße

13.02. Noelia Leonarda HeinemannVoßeler, weiblich, Marion Heinemann-Voßeler, Hansjakobstraße 15, 78658 Zimmern ob Rottweil und Juan Leonardo Ramos Tejada, Werenwagstraße 4, 78532 Tuttlingen 14.02. Ben Emanuel Libuda, männlich, Susanne Libuda geb. Krafft und Larsen Libuda, Rietenstraße 104, 78054 Villingen-Schwenningen 14.02. Lucy Maylina Jackopaschke, weiblich, Ramona Jackopaschke und Alexander Hampel, Dürbheimer Straße 13, 78582 Balgheim 15.02. Viola Teresa Mössinger, weiblich, Andrea Ingeborg HaunstetterMössinger geb. Haunstetter und Oliver Peter Mössinger, Dammstraße 5, 78628 Rottweil 15.02. Adelina Ialama, weiblich, Inna Ialama geb. Tașcu und Dmitri Ialama, Oberndorfer Straße 121, 78628 Rottweil

Schnekenburger, Agnes geb. Kohler, 91 Jahre, Schweinfurt; früher: Göllsdorf, Hofluckenstraße

22.02. Leon Pepe Faras, männlich, Susanne Schmieder und Timo Faras, Fichtenäckerstraße 4, 78737 FluornWinzeln 22.02. Jennifer Nelly Gagin, weiblich, Natalie Gagin geb. Brandt und Waldemar Gagin, Herrenzimmerner Straße 13.1, 78667 Villingendorf 23.02. Pia Aberle, weiblich, Birgit Katharina Aberle geb. Lehmann und Lukas Aberle, Schillerstr. 14, 78144 Schramberg 25.02. Xenia Buch, weiblich, Kathrin Buch geb. Sommer und Waldemar Buch, Überlinger Straße 40, 78628 Rottweil 27.02. Leander Fabian Huber, männlich, Sina Isabell Huber geb. Wutzke und Alexander Nicolai Huber, Kampitschstraße 13, 78628 Rottweil

Eheschließungen 02.02. Stefanie Meißner, Am Kübelbach 2, 72280 Dornstetten und Marcel Walleser, Beselestraße 19, 78628 Rottweil

17.02. Jona Noel Fehrenbacher, männlich, Anja Nicole Fehrenbacher geb. Ragg und Jochen Fehrenbacher, Diesenhof 9, 78730 Lauterbach

16.02. Kamila Kowalczyk und Mateusz Damian Pawlaczyk, Krummer Weg 25, 78628 Rottweil 16.02. Gabriela Agatić geb. Miletić und Refki Hoti, Marxstraße 28, 78628 Rottweil

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Hengstler, Emil, 96 Jahre, Deißlingen, Wilhelmstraße; früher: FritzKiehn-Straße

Harr, Manfred, 91 Jahre, Rottweil, Finkenweg

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21.02. Henri Nyitrai, männlich, Philine Elisa Nyitrai geb. Eschle und Dirk Nyitrai, Vierhäuser 15, 78713 Schramberg

16.02. Helena Maria Schuhmacher, weiblich, Simone Anna-Maria Schuhmacher und Thomas Noth, Im Hausteile 11, 78713 Schramberg

Repp, Ella geb. Teske, 88 Jahre, Deißlingen, Fritz-Kiehn-Straße

Meyer, Hildegard geb. Schulz, 90 Jahre, Rottweil, Spital; früher Oberndorfer Straße

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20.02. Ben Milan Jakubowski, männlich, Denise Jakubowski geb. Sahm und Dirk Jakubowski, Raiffeisenstraße 6.1, 78658 Zimmern ob Rottweil

07.02. Lotta Ohnmacht, weiblich, Melanie Ohnmacht und Martin Josef Ohnmacht geb. Augsburger, Alte Schulstraße 5, 78658 Zimmern o.R.

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Auf einer Baustelle gibt es einiges zu feiern. Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall/Krzysztof Slusarczyk/Shutterstock.com 2/2018

Bauen, feiern, wohnen Fünf Anlässe für Bauherren, die Korken knallen zu lassen Der Weg in die eigenen vier Wände kann mühsam und stei- hält und ein Glas zerbricht. Denn nig sein. Umso wichtiger ist es für Bauherren, regelmäßig Scherben bringen ja Glück. auf das Geschaffene zurückzublicken und innezuhalten. Welche Anlässe und Bräuche es rund um den Hausbau gibt, Ist das Haus bezugsweiß Carolin Großhauser von der Bausparkasse Schwäbisch fertig und der Umzug Hall. vollbracht, steht einer Einweihungsfeier nichts mehr im Wege. Früher schützte eine WeiFür öffentliche Bauvor- Zeitung als Zeitkapsel im Hohl- he das Haus vor bösen Geistern, haben ist er der Klassi- raum des symbolischen Grund- heute bringen die Gäste symboker: der erste Spaten- steins an künftige Generationen lische Präsente mit. Carolin Großstich. Heutzutage sind Bagger überliefert werden. hauser meint: „Die klassischen für das Ausheben der Baugrube Geschenke zum Einzug sind Brot verantwortlich, früher waren Das Richtfest ist wohl und Salz. Sie versprechen WohlSpaten, Hacke und Schaufel die bekannteste Traditi- stand und Sesshaftigkeit.“ die Mittel der Wahl. Was bleibt, on in Deutschland, um ist der symbolische Akt, wenn ein neues Haus zu feiern. Bereits Nach alter Tradition Freunde und Familie mit den seit dem 14. Jahrhundert schmüpflanzen junge BauBauherren gemeinsam das erste cken Bauherren nach Fertigstelherren gemeinsam den Loch in der Erde feiern. lung des Rohbaus das Dach mit ersten Baum, der eine symboeinem Richtkranz. Gemeinsam lische Bedeutung hat. War er Bevor das Fundament stoßen alle am Bau beteiligten in früheren Zeiten Vitamin- und gelegt wird, ergibt sich Personen auf der Baustelle an. Schattenspender, gilt er heute bereits die nächste Ge- Üblicherweise schlägt der Bau- zum Beispiel als Symbol der Urlegenheit innezuhalten. Mit der herr den letzten Nagel in den kraft des Lebens und als Sinnbild Grundsteinlegung können per- Dachstuhl, während ein Zimmer- für eine glückliche Zukunft in den sönliche Gegenstände oder die mann oder der Polier die Rede eigenen vier Wänden. pm

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Samstag, 24. März 2018

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Ganz schön teuer Was Bauherren bei Pfusch am Bau zusteht Eine Untersuchung des TÜV Rheinland hat ergeben, dass verständiger festgestellt hatte – jedes neu gebaute Haus im Schnitt zehn Mängel aufweist. führen dürfe. Der Streit darüber, wer für die entstandenen Fehler geraDIN-NORMEN SIND destehen muss, landet oft vor Gericht. „Bei der MängelbeMINDESTSTANDARD seitigung sind in der Regel die Folgen des Mangels und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit entscheidend“, sagt Schwäbisch Hall-Rechtsexperte Stefan Bernhardt. Glück im Unglück hatte ein Bauherr, der bereits im Rohbau gravierende, die Standsicherheit n der Praxis reicht das gegenübersteht. Davon könne in gefährdende Mängel feststellte. Er klagte daraufhin auf SchaSpektrum von „Kein Recht diesem Fall keine Rede sein. auf Nachbesserung“ bis denersatz in Höhe der Kosten zur Neuherstellung, wie VIEL VERSPROCHEN, für Abriss und Neubau von fast Bernhardt anhand von 300.000 Euro. Der vom Gericht WENIG GEHALTEN vier Beispielen aus der aktuellen bestellte Sachverständige kam Rechtsprechung zeigt. In einem Wer am Bau viel verspricht, zu dem Ergebnis, dass ein Teil vom OLG Celle (Az. 16 U 97/15) muss dies auch halten können, der Mängel auf die Verwendung entschiedenen Fall war bei einer stellte kürzlich das OLG Bran- nicht zugelassener und daher Dachsanierung mit Einbau einer denburg klar (Az. 11 U 86/15). nicht den DIN-Normen entspreWärmedämmung so schlampig Der Besitzer eines Einfamilien- chenden Materialien zurückzugearbeitet worden, dass Wär- hauses hatte dieses von einem führen war. Er vertrat jedoch mebrücken auftraten. Außerdem örtlichen Dachdeckerbetrieb neu auch die Ansicht, dass die Mänwurde die Dampfbremse fehler- eindecken lassen. In ihrem An- gel nachgebessert und mit einem haft verklebt und die vertraglich gebot hatte die Firma geschrie- Preisnachlass abgegolten wervereinbarten Spalierleisten zur ben, Sturmwinde und Hagel den könnten. Aus diesem Grund Fixierung der Wärmedämmung könnten die dafür verwendeten wies die erste Instanz die Klage nicht angebracht. Ein gerichtlich Metalldachpfannen nicht zerstö- ab. Der Bauherr ging sodann in beauftragter Sachverständiger ren, und die Werbeaussage des Berufung und hatte vor dem OLG stellte erhebliche Wärmeverluste Herstellers zitiert: „Sturm- und Köln Erfolg (Az. 16 U 63/15). Die und die Gefahr von Schimmel- hagelsicher wie kaum ein an- Richter sahen es als erwiesen an, bildung fest. Eine fachgerechte deres Dach“. Doch schon nach dass die potenziellen Gefahren Mängelbeseitigung sei nur von dem ersten Unwetter zählte der für Statik und Standsicherheit außen durch Abdeckung des Eigentümer rund 600 Beulen auf so groß seien, dass trotz der Dachs und komplette Neuer- seinem Dach. Die Dachdeckerei hohen Kosten ein vollständiger stellung möglich. Das war der wollte von einer Schadensbehe- Abriss und mängelfreier Neubau Pfuschfirma zu teuer – sie bot bung jedoch nichts wissen: Das nicht unverhältnismäßig sei. Zustattdessen eine Nachbesserung Dach sei schließlich nicht zerstört dem sei ein Verstoß gegen DINvon innen zu einem Drittel der worden. Dass ein so starker Ha- Normen auch ohne Eintritt eines Kosten an. Das OLG Celle folgte gelschlag Spuren hinterlasse, konkreten Schadensfalles ein dagegen dem Sachverständigen müsse auch einem Laien klar Mangel. und entschied: alles neu. In ihrer sein. Das sah das Gericht anders Urteilsbegründung verwiesen die und verurteilte die Firma dazu, ANSPRUCH AUF Richter auf die Rechtsprechung die Kosten für ein neues Dach SCHADENERSATZ NICHT des BGH. Demnach liegt eine zu übernehmen. Die berechtigte LEICHTFERTIG VERWIRKEN Unverhältnismäßigkeit nur dann Erwartungshaltung sei, dass vor, wenn einem objektiv gerin- Hagelschlag den Dachpfannen Bernhardt weist auf zwei gen Interesse des Hauseigen- „nichts anhaben kann“. Das be- Kardinalfehler hin, mit denen tümers an einer mangelfreien deute, dass Hagel weder zu einer sich Bauherren in ihrem verVertragsleistung ein ganz erheb- optischen Verschlechterung noch ständlichen Ärger über Pfusch licher – und daher vergleichswei- zu einer kürzeren Lebenserwar- leichtfertig ganz oder teilweise se unangemessener – Aufwand tung des Daches – die ein Sach- um ihren Anspruch auf Schadenersatz bringen können: „Ein solcher Anspruch setzt zwingend eine Fristsetzung zur Nachbesserung voraus. Gibt der Bauherr dem Auftragnehmer keine zweite Chance, ein mängelfreies Werk abzuliefern, kann er alle Ansprüche auf Schadenersatz verlieren und auf den gesamten Kosten sitzenbleiben.“ Dies bestätigen diverse Gerichtsurteile, etwa vom OLG Frankfurt am Main (Az. 15 U 17/14). „Ist die Pfuschfirma zu einer Nachbesserung nicht gewillt oder in der Lage und beauftragt der Bauherr ein anderes Unternehmen, so hat er darzulegen, dass die entstehenden Kosten ausschließlich der MänBaupfusch ist nicht nur für Häuslebauer nervenaufreibend, er kann gelbeseitigung dienen“, so der auch für die zuständige Firma teuer werden. Foto: pm Schwäbisch Hall-Experte. pm

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Gute Gründe für ein Eigenheim Altersvorsorge, Mietfreiheit und mehr: Die Vorteile der eigenen vier Wände Im Alter finanziell gut abgesichert zu sein, ist für die Deutschen der wichtigste Grund, Wohneigentum zu erwerben. Das zeigt eine Umfrage der Universität Hohenheim unter Eigenheimbesitzern und Mietern. Doch neben finanziellen Vorteilen sprechen weitere Gründe für die eigenen vier Wände: Sie bieten größeren Gestaltungsspielraum und garantieren die Unabhängigkeit von Mietschwankungen oder Kündigung.

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Prozent der Befragten nannten in der Umfrage „Macht Wohneigentum glücklich?“ die „Immobilie als Altersvorsorge“ als Antwort auf die Frage „Was spricht für den Kauf von Wohneigentum?“ Einer der genannten Gründe: Eigentümer verfügen im Alter über mehr Vermögen als Mieter. Wer in ein Eigenheim investiert, profitiert zudem schon ab dem Tag des Einzuges von seiner Altersvorsorge. Ebenfalls ein wichtiges Argument für Käufer: die Mietfreiheit. „Mit einer selbstgenutzten Immobilie sind die Bewohner unabhängig und müssen sich nicht

um eine mögliche Kündigung oder Mieterhöhungen sorgen“, sagt Sven Schüler von der LBS. „Gerade im Alter ist das wichtig, denn ist das verfügbare Einkommen in der Regel deutlich geringer.“ Das unterstreichen auch Zahlen aus einer Sonderauswertung der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes. Demnach geben Mieter ab 65 Jahren im Mittel 688 Euro monatlich fürs Wohnen aus. Bei Eigenheimbesitzern sind es lediglich 499 Euro pro Monat – und das bei vergleichbaren Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2000 und 3000 Euro monatlich.

„Eigentümer haben ihr Zuhause bei Renteneintritt im Idealfall abbezahlt. Damit das leichter geht, bietet es sich an, die gegenwärtige Niedrigzinsphase für eine schnellere Tilgung zu nutzen“, so der LBS-Experte. Finanzielle Vorteile sind nur die eine Seite der Medaille: Immobilienbesitzer haben außerdem die Möglichkeit, ihr Zuhause nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten – egal ob es um die Erweiterung des Wohnraums geht oder den barriereund schwellenfreien Umbau für die Nutzung mit Kinderwagen oder Rollstuhl. „Wer Eigentum kauft oder baut, hat bei der Ge-

staltung häufig größeren Spielraum. Denn Hausbesitzern steht in der Regel mehr Wohnfläche zur Verfügung als Mietern“, erklärt Schüler. pm

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Samstag, 24. März 2018

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Immobilien: Tauschen ist das neue Kaufen Viele ältere Hausbesitzer mit einem großen Grundstück und viel Wohnfläche wollen sich verkleinern, umgekehrt suchen junge Familien händeringend nach einem Haus mit Garten. Die Lösung für beide: ein Immobilientausch.

Tipps

Wasserleitungen in Altbauten regelmäßig überprüfen Altbauten haben ihren ganz eigenen Charme, entsprechen meist aber nicht den modernen Anforderungen. Dies betrifft auch die Wasserleitungen. Denn vielfach haben sich die Anforderungen an die Gebäudenutzung seit ihrer Erbauung in der Zwischenzeit mehrfach geändert. Die Folge: Das Leitungssystem ist über- oder unterdimensioniert, meist schlecht isoliert, eventuell sind einzelne Leitungsteile nicht mehr in Betrieb und nur unzureichend zurückgebaut. Werden Wohnräume und damit auch Wasserleitungen nur selten oder gar nicht genutzt, so kann das für die Trinkwasserhygiene gravierende Folgen haben. Schon die Römer wussten: Wasser muss fließen. Sogenanntes Stagnationswasser und zu kaltes Warm- bzw. zu warmes Kaltwasser bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien. Die Gefährdung steigt bei mangelnder Wartung oder falsch eingestellten Temperaturen von Warmwasser und Zirkulation. Fachbetriebe des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks checken die Installation, schlagen Tipps zur Vermeidung von Gefährdungspotenzialen vor und erhöhen die Sicherheit. Info: Den Fachbetrieb zu allen Fragen rund um die Trinkwasserinstallation finden Hausbesitzer im Internet unter www.wasserwaermeluft.de txn

Tauschen – geht das? „Wir beobachten, dass der Bedarf nach einer verbesserten Wohnsituation bei jüngeren wie älteren Eigentümern steigt. Gleichzeitig schrecken aber viele davor zurück, sich auf den überlasteten Wohnungsmarkt zu begeben. Das macht einen Immobilientausch so attraktiv“, sagt Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse. Doch wie bringt man Eigentümer zusammen, die ihre Immobilie nicht auf dem freien Markt anbieten und sich auch nicht als Kaufinteressenten gegen Mitbewerber durchsetzen wollen? Interessierte suchen sich am besten einen Makler ihres Vertrauens, bei dem sie hinterlegen, welche Immobilie sie anbieten und welche sie suchen. Ein Verkauf kommt erst zustande, wenn das alternative Angebot stimmt. „Doch auch beim Immobilientausch handelt es sich um einen Kauf beziehungsweise Verkauf, bei dem alle Kosten, wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren anfallen“, sagt BHW Experte Grimmert. Die Höhe richtet sich nach dem Verkehrswert des Wohneigentums, der sich beim Verkauf erzielen ließe. „Damit ist es für den Tausch unerheblich, ob beide Objekte gleichwertig sind.“ pm

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Fenster sind nicht nur wichtige Gestaltungselemente, sie haben auch wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch in Gebäuden: Denn einerseits lassen sie wärmende Sonnenstrahlen ins Haus, andererseits kann über die Fensterflächen auch Raumwärme entweichen. Sofortiger Handlungsbedarf besteht dort, wo noch einfachverglaste Fenster vorhanden sind. Durch sie verliert ein Haus bis zu vier Mal so viel Wärme wie mit einer modernen Wärmeschutzverglasung. Das sorgt für hohe Heizkosten und schadet der Umwelt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Rahmen, auf den 20 bis 40 Prozent der Fensterfläche entfallen. Sein Material spielt eine wichtige Rolle für die energetische Qualität eines Fensters. Wenn Fenster schlecht schließen oder es in ihrer Nähe zugig ist, sollten sie ebenfalls bald ersetzt werden. Fensterbauer setzen heute auf Mehrfach-Isolierverglasung und hochwertige PVC-Profile. Unabdingbar ist auch ein fachgerechter Einbau. Profis tauschen Fenster heute sehr schnell, routiniert und vor allem überraschend sauber aus. Weitere Informationen erhalten Hausbesitzer im Fensterfachbetrieb vor Ort, der für Planung, Beratung und Einbau zuständig ist. txn

Niedrigere Heizkosten Hausbesitzer begeistern sich zunehmend für intelligentes Wohnen. Bereits jeder Siebte nutzt laut IT-Branchenverband Bitkom einzelne Smart-Home-Anwendungen. Schon heute sehr beliebt: Rollläden, die sich bei Dämmerung von allein schließen. Das hat vor allem in den Wintermonaten positive Nebeneffekte: Zwischen geschlossenem Rollladenpanzer und der Fensterscheibe entsteht eine dämmende Luftschicht, so dass deutlich weniger Raumwärme verloren geht. Tagsüber sollten die Rollläden wieder geöffnet werden, um die Wintersonne ins Haus zu lassen und die Sonnenwärme zu nutzen. Geschieht dies automatisch durch eine Zeitschaltuhr, ist der Einspareffekt besonders hoch. Auch ältere Rollläden können fast immer mit elektrischem Antrieb und intelligenter Steuerung ausgestattet und dann sogar aus der Ferne gesteuert werden. Ansprechpartner ist ein Fachbetrieb des Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerks. Er kann die individuell passende Lösung anbieten. txn

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Drehen, Spritzguss sowie Rund­ und Flachschleifen, unter anderem für die Maschine Mikron Multistep) • Qualitätsprüfung im Anschluss an verschiedene Arbeits­ gänge

Was Sie mitbringen sollten:

• abgeschlossene

Durchführung von chemischen und physikalischen Prüfungen

Auswertung und Dokumentation der Prüfergebnisse

Einführung neuer Prüfmethoden

Ausbildung als Industriemechaniker (m/w) bzw. artverwandte Ausbildung • idealerweise bereits einschlägige Berufserfahrung in der industriellen Fertigung • selbstständige und systematische Arbeitsweise • Bereitschaft zur Schichtarbeit • Flexibilität, Belastbarkeit, Teamfähigkeit

Durchführung regelm. interner Wartungsarbeiten

Was wir Ihnen bieten:

Ihre Aufgaben

• tarifliche Vergütung und sehr gute Sozialleistungen • umfangreiches Fort­ und Weiterbildungsangebot • attraktive Arbeitszeiten in Form einer 35­Std.­Woche • freundliches, motiviertes und familiäres Team

Ihr Profil 

Mehrjährige Berufserfahrung als QS-Mitarbeiter

Sicherer Umgang mit Word und Excel

Hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein

Selbständige Arbeitsweise

Kommunikations- und Teamfähigkeit, Flexibilität und Einsatzbereitschaft

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