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oho

Das Magazin des F체rstentums Liechtenstein

#1 2014/15 Staat/F체rstenhaus

Natur/Freizeit

Kultur/Genuss

Wirtschaft/Bildung

25 Jahre Thronjubil채um

So weit, so klein

Kultur mit Grossstadtflair

Kleines Land, grosse Ideen


Helfen zu wachsen. „ Der Sämann sagt dem Samen nicht, was er zu werden hat. Er gibt ihm durch sein Tun die Möglichkeit zu wachsen, das zu werden, was bereits in ihm ist.“

www.handinhand.li


oho?! Liebe Leserin, lieber Leser

Liechtenstein hat viel zu bieten

«oho» ist gemäss Duden ein Ausruf des Erstaunens. Und genau das ist es, was wir mit dem neuen Liechtenstein-Magazin erreichen möchten. Wir möchten Sie zum Staunen bringen.

Liechtenstein – das ist Grösse auf kleinstem Raum. Oder, um es mit den Worten eines Reisejournalisten auszudrücken: «Geniessen Sie ein Glas Wein und einen Teller Käseknöpfle, und dieser Ort fühlt sich alles andere als klein an.»

Liechtenstein ist wie ein Buch. Wer anfängt darin zu lesen, hält bis zum letzten Wort den Atem an. Denn Liechtenstein ist traditionell und modern, überschaubar und weltoffen, sportlich und sinnlich. Liechtenstein verströmt Atmosphäre. Es sind die kleinen Dinge, die Sie staunen lassen. Das Liechtenstein-Magazin «oho» nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch 160 Quadratkilometer. Die kleinen und grossen Geschichten gewähren Ihnen einen Einblick in den Mikrokosmos Liechtenstein. Zugegeben, das Land ist nicht gross. Erweitern Sie Ihr Bild von Liechtenstein, denn Liechtenstein ist mehr. Es ist klein und oho – und hat viel zu bieten! Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Wer in Liechtenstein lebt und arbeitet, schätzt die Überschaubarkeit, die Verlässlichkeit, die Lebensqualität. Ein Garant für das Wohlergehen von Land und Leuten ist Liechtensteins florierende Wirtschaft. Im Buch der Wirtschaftsförderung wurde kürzlich ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Standortförderung wurde ins Blickfeld gerückt. Liechtenstein will sich als attraktive Destination für innovative Unternehmen und als ideales Reiseziel positionieren. Denn Liechtenstein hat viel zu bieten, seinen Gästen ebenso wie seinen Unternehmen. Die Gäste finden Ruhe und Erholung, aber auch Spass und Unterhaltung. Die Unternehmen schätzen die liberale Wirtschaftspolitik, das Steuerklima und die unbürokratisch kurzen Wege. Es lohnt sich, nach Liechtenstein zu kommen!

Ernst Risch Geschäftsführer Liechtenstein Marketing Herausgeber P.S. Über Ihr Feedback freuen wir uns. www.liechtenstein.li/feedback

Dr. Thomas Zwiefelhofer Regierungschef-Stellvertreter Minister für Inneres, Justiz und Wirtschaft


oho#1 Staat/Fürstenhaus

Natur/Freizeit

25 Jahre Thronjubiläum

So weit, so klein

20

4

Das Interview

6

Sport- und Freizeitparadies

24

Erlebbare Zeitreise

10

Wild und schön

28

Moderner Kleinstaat

14

Urafrika in Liechtenstein

32

Ein Land – 11 Gemeinden

16

Fürstliche Winteridylle Malbun

36

Der Blick aus Washington

18

Mein kleines Paradies

38

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Kultur/Genuss

Wirtschaft/Bildung

Kultur mit Grossstadtflair

Kleines Land, grosse Ideen

42

66

Sarahs B체hne

46

Top-Wirtschaftsstandort

68

Der gesellige Liechtensteiner

50

Tradition & Innovation

70

Kulturmeile Vaduz

52

Von der Spinnerei zur Universit채t

72

Weingenuss

54

Finanzplatz 2.0

77

Demeter-Wein in Sicht

56

Mit internationaler Stimme

79

Die Kunst des Geniessens

58

F체rstlich tagen

83

Made in Liechtenstein

64

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Staat/Fürstenhaus

25 Jahre Thronjubiläum Liechtenstein ist eine Erbmonarchie, die im Jahr 2014 ein besonderes Jubiläum feiert: Das 25-jährige Thronjubiläum des Landesfürsten Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein. Interview: Johannes Kaiser Fotos: Roland Korner

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Staat/Fürstenhaus

Am 1. Juli 1983 kündigte Fürst Franz Josef II. anlässlich seines 45. Regierungsjubiläums an, dass er im Frühjahr 1984 seinen Sohn Erbprinz Hans-Adam II. mit den Regierungsgeschäften betrauen werde. «Ich bin sicher, dass er die Zuneigung und Mitarbeit aller so erfahren wird, wie ich dies in all den vergangenen Jahren erlebte. Die Einheit von Fürst, Fürstenhaus und Volk ist der wichtigste Garant für eine hoffungsvolle Zukunft des Landes.» Nach dem Tod von Fürst Franz Josef II. am 13. November 1989 erfolgte die Regierungsübernahme durch Fürst Hans-Adam II.

So begeht Liechtenstein am 13. November 2014 die grosse Feier des 25-jährigen Thronjubiläums seines Landesfürsten Hans-Adam II. Erbprinz Alois wurde von seinem Vater am 15. August 2004 als Stellvertreter mit der Wahrnehmung der nationalen und internationalen Aufgaben des Staatsoberhauptes des Fürstentums Liechtenstein betraut. Das 25-jährige Thronjubiläum von Landesfürst Hans-Adam II. und das 10-jährige Jubiläum von Erbprinz Alois sind Anlass, um mit den drei Generationen der Fürstenfamilie – Landesfürst HansAdam II., Erbprinz Alois und dem 19-jährigen Prinz Wenzel – dieses Interview zu führen. Durchlaucht, ist ein Kleinstaat wie Liechtenstein im Konzert der grossen Staatengemeinschaft ein Erfolgsrezept? S.D. Fürst Hans-Adam II.: Nicht nur der Erfolg, sondern auch das Überleben eines Kleinstaates in Europa hängt massgeblich vom politischen Umfeld in Europa ab sowie von der politischen Führung im Kleinstaat. Seit dem Ende des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war das politische Umfeld für Kleinstaaten in Europa ungünstig. In dieser Zeit sind fast alle Kleinstaaten des Mittelalters verschwunden. Dass das Fürstentum Liechtenstein überlebt hat, verdankt es im Wesentlichen der starken Stellung des Fürstenhauses in Europa – sei es in der Politik, der Wirtschaft oder im militärischen Bereich. Erst die politische Konsolidierung in Europa nach dem zweiten Weltkrieg, der Untergang des expansiven sowjetischen Imperiums und die Errichtung von Freihandelszonen hat die Bedingungen für Kleinstaaten, 6

S.D. Erbprinz Alois von Liechtenstein


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S.D. F端rst Hans-Adam II. von Liechtenstein

S.D. Prinz Wenzel von Liechtenstein 7


Staat/Fürstenhaus

zumindest in Europa, entscheidend verbessert. Allerdings braucht es dann immer noch eine politische Führung, die willens und in der Lage ist, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich aus den verbesserten Rahmenbedingungen ergeben. S.D. Erbprinz Alois: Ein KIeinstaat ist nicht per se ein Erfolgsrezept. Ein Kleinstaat hat im Vergleich zu grossen Staaten Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen gehören vor allem die fehlende wirtschaftliche und militärische Macht, der kleine Heimmarkt sowie die fehlenden «economies of scale». Diese wirken unterschiedlich stark, je nachdem welchen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kleinstaat regional und international ausgesetzt ist. Zu den Vorteilen gehören insbesondere die kurzen Wege zwischen Politik und Bevölkerung, die sich daraus ergebende grosse Transparenz über die Abläufe im Staat und die Tatsache, dass sich ein Kleinstaat eine grosse Bürokratie sowie eine problematische Wirtschaftspolitik mit hohen Subventionen gar nicht leisten kann. Vor allem die Vorteile, die sich aus den kurzen Wegen ergeben können, müssen aber auch genutzt werden. Dazu zähle ich ein schnelles Reagieren auf sich ändernde Rahmenbedingungen, eine breite Abstützung der Entscheidungsfindung in der Bevölkerung und ein Nutzen der Synergien, die eine weniger komplexe Verwaltung bietet.

Rechts der antike Empfangsraum, unten der Innenhof auf Schloss Vaduz

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Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel. Wo sehen Sie Risiken? Wo Chancen? S.D. Fürst Hans-Adam II.: Jeder moderne Staat befindet sich in einem ständigen Strukturwandel. Branchen schrumpfen, andere wachsen. Das Schrumpfen in einer Branche oder in einem Betrieb, der nicht mehr konkurrenzfähig ist, können Sie auf Dauer nicht verhindern. Entscheidend ist, dass ein Staat möglichst günstige Bedingungen bietet für neue Unternehmen oder veränderte Strukturen in Unternehmen, damit die Gesamtwirtschaft weiter wächst und dadurch Arbeitsplatzverluste ausgeglichen werden. Zu den günstigen Bedingungen gehören u.a. niedrige Steuern, eine gute Infrastruktur – nicht zuletzt im Bereich Kommunikation – und eine gut ausgebildete Bevölkerung. Liechtenstein bietet diesbezüglich hervorragende Rahmenbedingungen, aber die Konkurrenz schläft nicht, und deshalb müssen wir ständig daran arbeiten, unser System weiter zu verbessern.


oho#1 Ich glaube aber nicht, dass es Aufgabe des Staates ist, mit Subventionen oder anderen Massnahmen gewisse Branchen zu fördern oder andere zu behindern. S.D. Erbprinz Alois: Ich teile diese Sicht über den Strukturwandel. Die Risiken beim Strukturwandel liegen vor allem darin, dass man versucht, ihn aufzuhalten, anstatt, dass man die Chancen nutzt, die der Strukturwandel bietet. Wohin, glauben Sie, wird sich Liechtenstein entwickeln? S.D. Fürst Hans-Adam II.: Für Liechtenstein ist das politische und wirtschaftliche Umfeld in Europa entscheidend. Dieses hat sich im politischen Bereich nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums einigermassen stabilisiert, wobei die Entwicklung in der Ukraine ein Unsicherheitsfaktor ist. Im wirtschaftlichen Bereich ist die hohe Verschuldung der europäischen Staaten ein Unsicherheitsfaktor. Ich glaube, dass selbst wenn es in der Ukraine zu einem Bürgerkrieg kommt oder einige europäische Staaten zahlungsunfähig werden, dies nur eine begrenzte Auswirkung auf Liechtenstein haben wird. Die liechtensteinische Industrie und unser Dienstleistungssektor sind auch ausserhalb Europas konkurrenzfähig und können dadurch Rückschläge in Europa einigermassen abfangen. S.D. Erbprinz Alois: Liechtenstein wird in den nächsten Jahren weiterhin mit einem Umfeld rechnen müssen, das schwieriger ist als die 30 Jahre vor 2008. Liechtenstein hat aber im internationalen Vergleich immer noch eine sehr gute Position und sollte sich weiterhin gut entwickeln können, wenn es in den nächsten Monaten die richtigen Reformschritte setzt. S.D. Prinz Wenzel: Ich bin zuversichtlich, dass auch meine Generation zu einer positiven Entwicklung Liechtensteins beitragen wird.

Fakten Das viel beachtete Buch «Der Staat im dritten Jahrtausend» von S.D. Fürst Hans-Adam II. wurde bereits in 12 Sprachen übersetzt. www.fuerstenhaus.li

Erbprinz Alois, wie bereiten Sie Ihren Sohn auf seine wichtige Aufgabe des künftigen Fürsten vor? S.D. Erbprinz Alois: Neben der üblichen Erziehung, die man seinen Kindern mitzugeben versucht, erzähle ich ihm von den Aufgaben des Staatsoberhauptes und berate ihn, wie er sich am besten darauf vorbereiten kann. Dabei geht es auch darum, welche Fächer in der Schule, welche Praktika, welche Studien und Berufserfahrung ihm helfen können. Das Schloss: Warum darf es nicht besichtigt werden? Könnten Sie sich eine Öffnung vorstellen? S.D. Fürst Hans-Adam II.: Ein Museumsbetrieb des Schlosses wäre nur möglich, wenn wir aus dem Schloss ausziehen. Als mein Vater 1938 nach Liechtenstein zog, war es der allgemeine Wunsch der Bevölkerung, dass er im Schloss wohnt. Vor rund 40 Jahren habe ich den Vorschlag gemacht, dass wir aus dem Schloss ausziehen und dieses wieder zu einem Museum machen, um Kosten zu sparen. Mein Vorschlag stiess damals auf erheblichen Widerstand und ich glaube, daran hat sich auch heute nichts geändert.

One Princely House – three generations Liechtenstein is a hereditary monarchy and this year is celebrating two special anniversaries: the 25th anniversary of Prince Hans-Adam II von und zu Liechtenstein acceding to the throne and the 10th anniversary of Hereditary Prince Alois being named his representative. Following the death of Prince Franz Josef II on 13 November 1989, Prince Hans-Adam II became Reigning Prince of the Principality of Liechtenstein. On 15 August 2004 he appointed his son, Hereditary Prince Alois, as his representative and entrusted to him all national and international duties inherent to the head of state. Since then Hereditary Prince Alois has exercised all sovereign rights. The next in line to the throne is his son, Prince Wenzel. For more information visit www.fuerstenhaus.li

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Staat/Fürstenhaus

Erlebbare Zeitreise Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage – eine Staatsform, die in dieser Art weltweit einzigartig ist: Das duale Zusammenwirken von Fürst und Volk. Die Zeitreise in die politische Geschichte Liechtensteins ist mit Leander Schädler ein Erlebnis – originell und informativ. Anhand der historischen Gebäude von Vaduz erklärt er unterhaltsam die geschichtlichen Hintergründe und Meilensteine des Landes. Text: Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Paul Trummer

Das Landtagsgebäude auf dem Peter-Kaiser-Platz und oben Schloss Vaduz. In Liechtenstein ist die Staatsgewalt auf Fürst und Volk aufgeteilt.

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Nachdem Fürst Johann Adam Andreas 1699 die Grafschaft Schellenberg erwarb, erfolgte 1712 der Kauf der Grafschaft Vaduz. 1719 wurde das Gebiet zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben.

Das Landesmuseum ist für den Start der Zeitreise ideal: Ein Teil dieses geschichtsträchtigen Gebäudes bildete das ehemalige «Verweserhaus», in dem der verlängerte Arm des Fürsten, der zu dieser Zeit in Wien residierte, die Geschicke des Landes in dessen Sinne lenkte. Heute legen dort die historischen Sammlungen Zeugnis der bewegten Geschichte Liechtensteins ab. Sowohl das Gebäude wie auch die Ausstellungen mit ihren faszinierenden Exponaten, u.a. Bilder, Urkunden und Münzen, sind einen Besuch wert. Fürstlicher Erwerb der Herrschaft Schellenberg und Grafschaft Vaduz Das Rathaus von Vaduz ist die nächste Station: Majestätisch, mit künstlicher Lockenpracht und fürstlichen Orden ausgestattet, blicken die Adeligen im rustikalen Saal den Betrachtern entgegen. Das Geschlecht der Liechtensteiner wurde mit Hugo von Liechtenstein erstmals ab 1130 urkundlich erwähnt. Vor dem Porträt eines Mannes, der die Geschichte Liechtensteins besonders nachhaltig geprägt hat, bleibt Leander Schädler stehen: Johann Adam Andreas I. Von den früheren Eigentümern, den Grafen von Hohenems, erwarb er 1699 die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz. So rühmen sich die Unterländer heute noch damit, die UrLiechtensteiner zu sein, was sie anlässlich der 300-Jahrfeier im Jahre 1999 mit einer Reihe von Feierlichkeiten zelebrierten. «Weshalb erwarb die Familie von Liechtenstein diese Ländereien, dessen Bevölkerung arm und keine prosperierenden wirtschaftli-

he tip

chen Anreize vorhanden waren?» Die rhetorische Frage stellt Leander Schädler gern. Die Antwort: Die Grafen von Hohenems brauchten Geld. Für Johann Adam Andreas war ein strategischer Grund entscheidend: Die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz ermöglichten dem Hause Liechtenstein den Einzug in den Reichstag und damit Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat. Je näher dem Landtagsgebäude, desto mehr Demokratie Nächste Station: Das Regierungsgebäude und der Peter-KaiserPlatz. Das erste landständische Parlament wurde 1818 ins Leben gerufen, weil die Mitgliedschaft im deutschen Bund dies vorschrieb. 1842 war Fürst Alois II. der erste Regent, der sein Land besuchte. Zu dieser Zeit war Liechtenstein bereits ein souveräner Staat. Demokratische Strukturen wurden von Peter Kaiser, dem Namensgeber des Platzes, ab 1849 eingefordert. In dieser Zeit deuteten die Zeichen in Europa auf Umbruch. Diese Entwicklung ging auch an Liechtenstein nicht spurlos vorbei. «Ab 1862 entwickelte sich unter Fürst Johann II. die Demokratisierung. Ein Parteiwesen – im heutigen Sinne – gab es noch nicht. Erst ab Anfang des 20. Jahrhundert wurde dieses eingeführt. Die Christlich-Soziale Volkspartei und die Fortschrittliche Bürgerpartei wurden 1918 aus der Taufe gehoben, 1921 entstand die neue Verfassung und so gewann das Parlament an Bedeutung», so Lean-

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Staat/Fürstenhaus

der Schädler. Auf dem Weg in den Landtag erklärt er: «Rund eine Million Ziegelsteine zählt das Hohe Haus und das Lange Haus inklusive dem Peter-Kaiser-Platz mit dem idyllischen Baumgarten.» Betritt man das Landtagsgebäude, so geht es zuerst an der Säulenhalle vorbei und eine Stiege empor in den eindrucksvollen Plenumssaal, in dem heute 25 Parlamentarier in kreisförmig angeordneter Sitzordnung die Volksvertretung bilden. Franz Josef II. – der erste Fürst mit Wohnsitz im Schloss Vaduz Der erste Regent, der in Liechtenstein auf Schloss Vaduz seinen Wohnsitz nahm, war Fürst Franz Josef II. 1938 zog er nach Liechtenstein. Das düstere Kapitel des Nationalsozialismus griff um sich, Österreich wurde kampflos an Deutschland angeschlossen und so gab es auch in Liechtenstein nationalsozialistische Bewegungen. Die Anwesenheit des Fürsten ermöglichte eine gewisse Sicherheit und förderte die innenpolitische Stabilität. «Während der Kriegszeit lenkte der junge Fürst Franz Josef II. die aussenpolitischen Geschäfte sehr umsichtig. Auch die Regierung, der Landtag und die Parteien trugen dazu bei, dass Liechtenstein selbstständig blieb», erklärt Leander Schädler an dieser Stelle.

Fürst und Volk Gern stellt Leander Schädler die Frage: «In welchem Land hat das gesamte Parlament in einem runden Plenum Platz?» Natürlich in Liechtenstein. Anfangs tagte die Volksvertretung übrigens an verschiedenen Orten – volksnah sogar im Gasthaus Kirchthaler, wo heute der Vaduzerhof steht. 2012 wurde das 150-jährige Jubiläum «Liechtensteiner Landtag» gefeiert und erst seit 2008 besitzt die Legislative ein eigenes Haus. Bis dahin war es ein langer Weg, auf dem viel geschah – was genau, verrät Leander Schädler während der Führung... Die Staatsgewalt liegt gleichermassen in den Händen von Fürst und Volk. Inspiriert von der Atmosphäre des Hohen Hauses hält Leander Schädler am Ende seiner Zeitreise inne und meint: «Dieses duale System ist das Erfolgsrezept, das das Fürstentum Liechtenstein prägt und den Menschen diese Heimat gibt, auf die sie stolz sind.»

Fakten Das Parlament, der «Landtag», besteht aus 25 Abgeordneten. Politisch gliedert sich Liechtenstein in die zwei Wahlkreise Oberland und Unterland. www.landtag.li

«Das duale System ist das Erfolgsrezept», erklärt Leander Schädler auf seiner Führung durch Vaduz.

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Geschichte im Überblick Das Gebiet des heutigen Fürstentums ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. 15 v. Chr. eroberten die Römer die Region und gliederten sie in die römische Provinz Raetia ein. Nach der römischen Herrschaft wurde das rätoromanische Gebiet unter fränkischer Verwaltung und die Zuwanderung von Alemannen germanisiert. Der heutige Staat wurde von den Fürsten von Liechtenstein durch den Kauf der Grafschaft Vaduz (1712) und der Herrschaft Schellenberg (1699) gegründet. 1719 wurden die beiden Gebiete vereint und zum Reichsfürstentum erhoben. Seitdem ist es ein souveränes Land und einer der wenigen Staaten, der als Kleinstaat bis heute erfolgreich besteht. Aufgrund der historischen Zweiteilung in Oberland (Süden) und Unterland (Norden) ist das Land noch heute in zwei politische Wahlkreise geteilt.

1342

Die Grafschaft Vaduz entsteht

1396

Die Grafschaft Vaduz wird reichsunmittelbar

1699

Fürst Johann Adam Andreas kauft die Herrschaft Schellenberg

1712

Fürst Johann Adam Andreas kauft die Grafschaft Vaduz

1719

Erhebung zum Reichsfürstentum Liechtenstein

1806

Souveränität durch Aufnahme in den Rheinbund

1815

Beitritt zum Deutschen Bund

1852

Zollvertrag mit Österreich

1862

Die konstitutionelle Verfassung tritt in Kraft

1868

Aufhebung des liechtensteinischen Militärs

1919

Auflösung des Zollvertrags mit Österreich

1921

Die neue Verfassung tritt in Kraft

1924

Zollvertrag mit der Schweiz, Einführung des Schweizer Frankens

1950

Mitglied beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag

1978

Mitglied des Europarates

1990

Liechtenstein wird 160. Mitglied der UNO

1991

Mitglied der EFTA

1995

Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)

1995

Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO)

1997

Errichtung der Erzdiözese Vaduz

1999

300 Jahre Liechtensteiner Unterland

2003

Neue Verfassung tritt in Kraft

2004

Erbprinz Alois wird Stellvertreter von Fürst Hans-Adam II.

2006

200 Jahre Souveränität

2012

300 Jahre Liechtensteiner Oberland

2014

25-jähriges Thronjubiläum von Fürst Hans-Adam II. 13


Staat/Fürstenhaus

Moderner Kleinstaat Klein zu sein birgt Chancen, aber auch Gefahren. Wenn «klein» mit dynamisch, entscheidungsfreudig, individuell, innovativ und verlässlich verbunden wird, dann sind es die Vorteile, die das Fürstentum Liechtenstein ausspielen kann. Was heisst es «klein und oho» zu sein, Herr Regierungschef? Interview: Johannes Kaiser · Foto: Martin Walser

Ist ein Kleinstaat wie Liechtenstein ein Erfolgsrezept? Regierungschef Adrian Hasler: Liechtenstein existiert seit über 300 Jahren erfolgreich. Ein Kleinstaat zu sein, führt jedoch nicht per se zum Erfolg. Ich denke, es hängt davon ab, was man aus dieser besonderen Ausganglage macht. Nach einem enormen Aufschwung in den vergangenen Jahrzehnten stehen jetzt grosse Strukturveränderungen an. Aufgrund der Kleinheit sind die Wege kürzer und die Entscheidungen oft schneller als in grossen Staaten. Wenn wir diese Vorteile auch künftig nutzen, dann sind wir im Wettbewerb der Regionen erfolgreich. Wenn Sie in Liechtenstein eine Sache auf der Stelle verändern könnten – was würden Sie ändern? Die Sanierung des Staatshaushaltes steht ganz oben auf meiner Liste. Denn damit würden sich einige weitere Punkte in der Folge auch gleich erledigen. Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel. Wo sehen Sie die Risiken – wo die Chancen? Wir sind aufgrund unserer Grösse in der Lage, uns schnell auf neue Begebenheiten einzustellen und Nischen zu besetzen. Die kurzen Wege sind dabei sehr hilfreich. Als Risiko im Wege stehen könnte uns da nur die Angst vor dem eigenen Mut. Was ist ihr oberstes Ziel? Liechtenstein muss auch in Zukunft aus einer starken Position heraus handeln können. Dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit ist daher ein wesentliches Ziel.

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Liechtenstein grenzt an drei Wirtschaftsräume. Ist diese Grenzlage ein Vor- oder Nachteil? Die EWR-Mitgliedschaft – unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Zollvertrags mit der Schweiz – ist für uns ein wesentlicher Faktor unserer Erfolgsgeschichte. Über das EWR-Abkommen haben wir den Zugang zum EU-Binnenmarkt und dieser Zugang ist für unsere exportorientierte Wirtschaft entscheidend. Welche «Geheimtipps» empfehlen Sie einem Besucher, der erstmals nach Liechtenstein kommt? Einen Besuch unserer wunderschönen Alpenregion. Nach einer kurzen Fahrt ist man in einer völlig anderen Welt und kann das herrliche Bergpanorama, saubere Luft, kristallklares Wasser und herzhafte Speisen geniessen. Das ist Lebensqualität pur. Sind Sie stolz, der Regierungschef von Liechtenstein zu sein? Selbstverständlich. Würde ich diese Frage nicht mehr mit JA beantworten können, würde ich mein Amt niederlegen. Liechtenstein hat als so kleines Land im Konzert der grossen viele Höhepunkte. An welche denken Sie spontan? Spontan denke ich an unsere wunderschöne Landschaft, aber auch an die vielen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen oder die vielfältige Kultur zu geniessen. Ich lade die Leser dieses Magazins herzlich dazu ein, die Einzigartigkeit Liechtensteins vor Ort zu entdecken.


oho#1 Modern small state Being a small state brings with it both opportunities and risks. Through dynamism, decisiveness, individuality, innovation and reliability, Liechtenstein is able to reap the benefits. The Principality has existed and flourished for over 300 years. Its small surface area makes for simpler and quicker decision-making than in many larger countries. Providing Liechtenstein continues to use the advantage its size and location bring, the Principality will continue to compete successfully. For more information visit www.liechtenstein.li

Fakten Der Regierungschef und vier Regierungsräte bilden das oberste Exekutivorgan. Die Regierung ist sowohl dem Landtag als auch dem Landesfürsten verantwortlich. www.regierung.li

Welchen Wert hat für Sie...? Freiheit: Lebe deinen Traum Geld: Mittel zum Zweck Privatheit: Raum zum Aufladen Ehrlichkeit: Grundlage für Vertrauen Familie: Quelle des Antriebes Politik: Einsatz für alle Ernährung: Vorstufe zum Genuss Sport: Opfer des Terminplans Lebensqualität: Ziel allen Bestrebens Liechtenstein: Meine Heimat

«Aufgrund der Kleinheit sind die Wege kürzer und die Entscheidungen oft schneller als in grossen Staaten», so Regierungschef Adrian Hasler.

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Staat/Fürstenhaus

Ein Land – 11 Gemeinden 1

Ruggell (2’092 Einwohner) Blaues Blütenmeer: Einzigartig ist die Blütezeit der Schwertlilien im Ruggeller Riet im Frühsommer. Das Naturschutzgebiet ist gleichzeitig Heimat von Störchen, Reihern, Bibern u.v.m. www.ruggell.li

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Zeitreise: Wandern am historischen Höhenweg am Eschner Berg – ein Ausflug in die Vergangenheit mit faszinierenden Ein- und Ausblicken. Tipp: Die älteste Gerichtsstätte befindet sich bei der Kapelle Rofenburg, heute ein idyllischer Ort mit einzigartiger Panoramaaussicht. www.eschen.li

Triesenberg (2’621 Einwohner) Die Einwohner der Walser Gemeinde unterscheiden sich nicht nur in ihrem Dialekt. Das Museum zeigt die Herkunft und Lebensweise der Walser. Am WalserSagenWeg werden Gespenster, Hexen und Ungeheuer wieder lebendig. www.triesenberg.li Malbun Bergort und Familienparadies (1’600 m.ü.M.): Im Sommer ein exzellentes Wandergebiet mit einer im Alpenraum einzigartigen Flora und Fauna. Im Winter ein Eldorado für Skifahrer, Snowboarder, Schneeschuhläufer, Eiskletterer und Spaziergänger. Ortsteil von Triesenberg. www.malbun.li

Eschen (4’295 Einwohner)

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8 Planken (421 Einwohner)

7 Startort für Wanderungen: Von Planken geht es auf die Gafadura mit einer Top-Aussicht. Die «Drei Schwestern» laden zur hochalpinen Wanderung ein. www.planken.li

Steg Ebenfalls Ortsteil von Triesenberg (1’200 m.ü.M.): Langlaufparadies, 15 km gespurte Loipen, davon sind 3 km beleuchtet.

Balzers (4’592 Einwohner)

11 Wein und Wirtschaft: Inmitten von Balzers ragt die Burg Gutenberg empor, umgeben von Weinbergen. Bedeutender Gewerbestandort. www.balzers.li

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Gamprin (1’649 Einwohner) Der Schwurplatz auf dem Kirchhügel in Bendern symbolisiert den Beginn des heutigen Liechtensteins (1699 Huldigung). Die Freizeitanlage mit dem Naturbadesee «Grossabünt» ist ein Magnet im Sommer. www.gamprin.li

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Schellenberg (1’032 Einwohner)

2 Wie im Dornröschenschlaf: Die Burgruine Schellenberg. Jeden September erwacht sie beim «Princely Liechtenstein Tattoo» mit dem faszinierenden Musik-Show-Event zum Leben... Informativ und unterhaltsam: Der neu ausgeschilderte Höhenweg. www.schellenberg.li

Mauren (4’142 Einwohner) Ausflugsziel: Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Freizeitanlage mit Beachvolleyball, Boccia, Bewegungspark, Vogelparadies u.v.m. www.mauren.li

4 Schaan (5’927 Einwohner)

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Vaduz (5’372 Einwohner) Hauptstadt und kulturelles Zentrum des Fürstentums. Kunst, Kultur, Briefmarken, Schloss, Fürstliche Hofkellerei und Shopping laden zum Verweilen und Relaxen ein. Jedes Jahr am 15. August: Staatsfeiertag mit Feuerwerk und rauschendem Volksfest. www.vaduz.li

Auf Expansion: In der grössten Gemeinde des Landes ist mit Theater, Strassencafés und Events immer etwas los. Starker Wirtschaftsstandort. www.schaan.li

Triesen (4’989 Einwohner)

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10 Spoerry und Gasometer: Der Gasometer als Kultur- und das Spoerryareal als Bildungs-, Kommunikations- und Freizeitzentrum prägen die Gemeinde. Einziger Campingplatz des Landes. Besondere Augenblicke und Erlebnisse bietet der Hochseilpark im Forst. www.triesen.li

www.liechtenstein.li

Liechtenstein in Kürze Fläche: 160 km2 Einwohnerzahl: 37’132 Staatsform: Konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage Gemeinden: 11 Topografie: Tiefster Punkt: Ruggeller Riet 430 m.ü.M., höchste Erhebung: Grauspitz 2’599 m.ü.M., Grösste Ausdehnung: 24.6 km lang und 12.4 km breit

Hauptstadt: Vaduz Staatsfeiertag: 15. August www.staatsfeiertag.li Telefon-Vorwahl: +423 Religion: 79 % römisch-katholisch, 8 % protestantisch, 13 % andere Währung: Die in Liechtenstein gültige Währung ist der Schweizer Franken (CHF). Euros werden an den meisten Orten akzeptiert.

Einwohnerzahlen gemäss Bevölkerungsstatistik 31.12.2013

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Staat/Fürstenhaus

Der Blick aus Washington Seit 1997 bestehen direkte diplomatische Beziehungen zwischen Liechtenstein und den Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA sind für Liechtenstein einer der wichtigsten Handelspartner, der Markt birgt grosses Entwicklungspotential. Verschiedene liechtensteinische Unternehmen sind in amerikanischen Bundesstaaten angesiedelt. Die Bekanntmachung und Förderung Liechtensteins als attraktiver Wirtschaftsstandort hat demzufolge hohe Priorität. Kulturaustausch, die Zusammenarbeit im akademischen Bereich und Tourismus sind weitere Prioritäten. Interview: Johannes Kaiser · Fotos: Meridian Center

Claudia Fritsche vertritt Liechtenstein seit 24 Jahren in den USA. Von 1990 bis 2002 war sie liechtensteinische UNOBotschafterin in New York. Seither ist sie residierende Botschafterin Liechtensteins in Washington. Ein kleines Land inmitten einer riesigen Nation: Wie erlebt Botschafterin Claudia Fritsche diese sehr spezielle Situation? Das Interview mit Botschafterin Claudia Fritsche für «oho» führte Johannes Kaiser. Wie sehen Sie das Fürstentum Liechtenstein aus Ihrer Distanz von 6’700 km Luftlinie? Botschafterin Claudia Fritsche: Liechtenstein hat sich sehr verändert. Ich bin ein Produkt jener Zeit, in der sich das Land zum Industriestandort und Finanzzentrum entwickelte, kann mich also noch sehr gut an die Zeit «vorher» erinnern. Die wirtschaftliche Entwicklung hat uns sehr nach aussen exponiert. Diese Veränderungen verlangen uns einiges ab. Die Grössenunterschiede sind enorm – wie erklären Sie das Fürstentum Liechtenstein in den USA? Liechtenstein ist nicht unbekannt, aber oft nur als Alpenland und Monarchie. Unsere Geschichte beeindruckt immer wieder, auch die Tatsache, dass wir nicht von Tourismus und Briefmarken leben. Es gilt also immer wieder, das Liechtenstein-Image entweder zu schaffen oder zu korrigieren. Ihre Mission in Washington? Hauptaufgabe ist es, die liechtensteinischen Interessen wirkungsvoll zu vertreten, die Zusammenarbeit mit den USA auf möglichst vielen Gebieten zu stärken, neue Bereiche zu erschliessen und ein optimales Netzwerk zu unterhalten. 18


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Botschafterin Claudia Fritsche pflegt das Netzwerk Liechtensteins in den USA. Hier bei einem Besuch im Weissen Haus mit Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama.

Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel. Wo sehen Sie die Risiken, wo die Chancen? Weiterentwicklung und Prosperität mit ihren Konsequenzen stehen der Ablehnung einer weiteren Öffnung gegenüber. Wollen wir Stagnation? Dies wird eine sehr schwierige politische Entscheidung sein. Welche Tipps würden Sie einem erstmaligen Besucher geben? Nebst den bekannten Sehenswürdigkeiten schlage ich immer eine Wanderung in den Liechtensteiner Alpen vor, des Weiteren einen Besuch im Unterland, Käsknöpfle gehören dazu. Was bedeutet es für Sie persönlich, Liechtenstein als Botschafterin in den USA zu vertreten? Ich bin in der glücklichen Lage, meinen Beruf als Berufung zu empfinden. Was man gerne tut, fühlt sich nicht wie Arbeit an. So geht es mir. Es ist ein grosses Privileg, dass ich zwei unserer acht Aussenvertretungen aufbauen durfte. Welchen Wert hat für Sie...? Freiheit: Kann nicht hoch genug eingestuft werden Geld: Man kann damit nicht alles kaufen Privatheit: Wichtig, aber mehr Transparenz ist auch o.k. Ehrlichkeit: Bitte immer! Familie: Wichtige Zelle der Gesellschaft Politik: Aussenpolitik ist Innenpolitik und umgekehrt Ernährung: Lieber ausgewogene Ernährung als Vitamintabletten Sport: Ich betreibe regelmässig Fitness Lebensqualität: Beeinflusst mein Wohlbefinden sehr Liechtenstein: Klein und oho

The view from Washington: small but strong The Principality of Liechtenstein and its population of around 37’000 is represented by embassies in cities including Berlin, Brussels, Vienna, Berne, Washington and the United Nations in New York. Claudia Fritsche has been Liechtenstein’s Representative in the United States for 24 years. From 1990 until 2002 she acted as Liechtenstein’s Ambassador to the United Nations in New York; since 2002 she has been Residing Ambassador of the Principality of Liechtenstein in Washington. Closer cooperation between the US and Liechtenstein in recent years, particularly in the field of financial services, has led to a series of important bilateral agreements. So what is it like representing a small country at an international level? For the interview with Ambassador Claudia Fritsche and more information visit www.liechtenstein.li

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Natur/Freizeit

So weit, so klein Angeschmiegt an die Berge und den blauen Himmel als Dach – das ist Liechtenstein. Es ist die natürliche Schönheit, die das Fürstentum prägt. Diese vollkommene Kombination aus Ruhe, erfrischender Höhenluft, saftig-grünen Wiesen, kristallklarem Wasser und der Magie ästhetischer Landschaften. Hier wird echte Lebensqualität spürbar ... Text: Verena Cortés · Fotos: Martin Walser und Franz J. Meier

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Natur/Freizeit

Ob Berg oder Tal, ob Unter- oder Oberland – überall gibt es Kleinode zu entdecken, die alle in kurzen Distanzen erreichbar sind. Egal, wo man sich in Liechtenstein befindet – die natürlichen Erholungsoasen sind nah. Wer Orte der Ruhe sucht, der fährt in die nahen Berge oder sucht sich einen kraftspendenden Platz direkt am Alpenrhein. Die Freizeitmöglichkeiten sind unerschöpflich – und das zu jeder Jahreszeit. «Hoi» in luftigen Höhen Wenn man an lauen Sommerabenden nur wenige Liechtensteiner durch die Orte flanieren sieht, dann ist man als Besucher am falschen Fleck. Denn wer sportlich aktiv ist, der ist am frühen Abend auf dem Weg nach Gaflei oder zum spektakulären Fürstensteig. Dort zeigt sich Liechtenstein von seiner schönsten Seite. Wenn die Sonne die majestätischen Felswände gelb-rot erleuchtet, dann

ist der Alltag vergessen und Ruhe und Gelassenheit stellen sich bald ein. Die Panoramaaussicht lässt den Blick ruhen und Probleme werden ganz klein. Kreuzen sich die Wege der Wanderer, so hört man schon bald ein grüssendes, sympathisches «Hoi» oder auch ein «Gell, schö do?». Teilweise kommt das typische Grusswort auch aus der Luft, denn die Liechtensteiner nutzen ihre Berge auch gerne als Ausgangspunkt für einen abendlichen Höhenflug mit dem Gleitschirm. Dabei sind die warmen Aufwinde entlang des Fürstensteigs ein Paradies für Paragleiter. Auch Mountainbiker schwärmen von den exzellenten Routen und einzigartigen Touren. Von Brätelpausen und Hirschgesängen Liechtensteins Alpengebiet ist nicht nur ein Natur- und Erlebnisparadies, es verleiht dem kleinen Land auch eine

An die Grenze zwischen Liechtenstein und Österreich gebaut und ein beliebtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker: Die Pfälzerhütte (2’108 m.ü.M.)

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oho#1 ungeahnte Grösse: 32 Gipfel (bis zu 2’600 Meter hoch) und 400 km Wanderwege sprechen für sich. Aber auch in tieferen Lagen kommen Flora- und Fauna-Liebhaber auf ihre Kosten. Zahlreiche Burgruinen, beispielsweise in Schellenberg, sind wunderbare Ausflugsziele für Familien. Alle sind gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu erreichen und bieten eine zauberhafte Kulisse für eine «Wurst-Brätel-Pause». Wer noch einen kurzen Schwenk durch das Naturschutzgebiet «Ruggeller Riet» (tiefster Punkt Liechtensteins mit 430 m.ü.M.) einplant, den erwarten überraschende Perspektiven und magische Lichtspiele am Abend. Üppige Wälder, naturbelassene Rietgebiete und ein grosses Alpengebiet prägen den kleinen Alpenstaat und seine intakte Tierwelt. Mit etwas Glück sind Biber, Störche, Weissrückenspechte, der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig und im alpinen Gebiet Gämsen, Murmeltiere und Steinböcke zu beobachten. Eindrucksvolle «Wildlife»-Erlebnisse ermöglicht am Ende des Sommers das Valorschtal, wenn die brünftigen Hirsche bis zur Erschöpfung röhren. Die Hirschgesänge lassen sich zur vorgerückten Stunde auch im Ortsteil Steg erleben. Diese Augenblicke sind einzigartig und ein echtes Erlebnis, das man nie vergisst.

Fakten Ein grosses Land für Wanderer: Über 400 km beschilderte Wanderwege auf 160 km2 von der Talebene bis ins alpine Gelände. www.wanderbar.li

Übrigens: Liechtenstein steht für einen sanften, nachhaltigen Tourismus. Naturexkursionen, Hüttenwanderungen, Winterwandern, Naturrodelstrecken u.v.m. erwarten die Besucher. Der legendäre Fürstensteig, der blumige FürstinGina-Weg und das idyllische Valünatal sind nur einige der einzigartigen Erlebnis-Touren, die hier möglich sind. Fürstliche Momente inklusive.

So small, so good

Das idyllische Valünatal ermöglicht den Blick auf die höchsten Berge Liechtensteins

There are few places where just a ten-minute journey can transport you to a whole new world. From the high mountains to the valley floor, the Oberland in the south to the Unterland in the north – wherever you go in Liechtenstein you will discover natural gems that are hidden away yet easy to reach. The Principality is an oasis of relaxation. Those looking for a little peace and quiet can simply head for the nearby mountains or find a quiet spot on the banks of the Rhine, while sports enthusiasts can enjoy countless activities throughout the year. Popular sports include inline-skating, cycling, riding, swimming, paragliding and archery in summer as well as skiing, snowboarding, ice climbing, tobogganing, winter hiking, cross-country skiing and ski touring in winter. For more information visit www.tourismus.li

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Natur/Freizeit

Sport- und Freizeitparadies Im Sommer wandern, biken, paragleiten, reiten, klettern und vieles mehr. 32 Gipfel (bis zu 2’600 Meter hoch) und 400 km Wanderwege sprechen für sich. Im Winter skifahren, snowboarden, tourengehen, winterwandern oder rodeln. Neben den Outdooraktivitäten ermöglichen Kraftorte am Rhein und zahlreiche Freizeitanlagen vielfältige Entspannung. Das Besondere: Egal in welcher Gemeinde man sich im Fürstentum befindet – in zehn Minuten ist man in der faszinierenden, erholsamen Natur... Text: Barbara Schneider · Fotos: Liechtenstein Marketing

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oho#1 In der Mittagpause joggen in den Bergen oder entlang des Alpenrheins, abends mit dem Mountainbike eine Tour auf Gaflei, das Sareiser Joch oder ins Ruggeller Riet – stets hat man hier die beeindruckende Kulisse der Alpen vor Augen. Doch das Schönste ist danach der gesellige «Hock» in einer der rustikalen Hütten oder Restaurants. Eingebettet und umringt von viel Natur – Liechtenstein ist mittendrin. Wasser, Tal und Berge bieten unzählige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Und der Freizeitsport hat in Liechtenstein einen hohen Stellenwert: Denn diese Lebensqualität und Lebensfreude sind wesentliche Säulen der Gesellschaft. Talentierte werden bereits von Jugend auf in der Sportschule und in den Sportverbänden gefördert. Freude an der Bewegung und an der Fitness sind oft die Triebfedern und so ist die Grenze zwischen Sport, Freizeit und Geselligkeit fliessend. Gemütliche Bergbeizen wie die Lawena, die Pfälzer Hütte oder die Gafadura Hütte laden unterwegs auf feine «Plättli» und kühle Getränke ein.

Bike erklimmen oder den LGT Alpin Marathon vom Tal ins Malbun in grösster Eile bewältigen. Es ist viel Raum, sich auszutoben, Grenzen kennenzulernen – oder sich einfach nur zu erholen, zu geniessen und den Blick schweifen zu lassen. Gleitschirm- und Drachenfliegen, Klettern im alpinen Gelände oder am Eisturm – die Möglichkeiten, einen Per­spektivwechsel vorzunehmen, sind hier an vielen Stellen schier unerschöpflich. Auch Wanderungen – beispielsweise über den legendären Fürstensteig oder den blumigen Fürstin-Gina-Weg – bringen Gelassenheit und vielfältige Erholung. Bei sommerlichen Temperaturen oder wenn das Tal dem Berg vorgezogen wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Abkühlung: Baden im Alpenrhein, in einem der

Vom Wasser über die Berge bis hoch in die Lüfte Es gibt natürlich auch die Wilden, die von Alp zu Alp, von Gipfel zu Gipfel wandern, Berge bis ganz nach oben mit dem Mountain-

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Natur/Freizeit

Freibäder oder dem beliebten Badesee «Grossabünt» inklusive herrlichem Bergpanorama. Alle Bade- und Freizeitanlagen bieten weitere Sportarten an, beispielsweise Beachvolleyball. Ausgefallenes und Abenteuerliches Inlineskaten auf dem Rheindamm – auf feinem Strassenbelag und mit Panoramablick auf die Alpen – ist Kino für die Seele und körperliches Training zugleich. Flache, exzellente Radwege verbinden das Dreiländereck Liechtenstein, Österreich und die Schweiz – und natürlich den Bodensee. Vom Hochseilpark im Forst über Abenteuerspielplätze und «Ridamm City» – einer Erlebnis-Ranch mit Büffeln, Maislabyrinth und Fussballgolf – bis hin zu zahlreichen Fussballplätzen, Minigolfanlage und Driving-Range reicht das Angebot. Neu ist übrigens die Polo-Schule in Vaduz.

Fakten 25 Attraktionen, 1 Preis: Entdecken Sie das Fürstentum mit dem Erlebnispass «Liechtenstein all inclusive». www.erlebnispass.li

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Liechtenstein – a haven for leisure and sports Liechtenstein’s stunning natural landscape is the country’s greatest asset and the backdrop for many leisure and sports activities throughout the year. In summer it offers hiking, biking, paragliding, horse riding, rock climbing and much more besides. With a total of 32 summits (up to 2’600 m altitude) and 400 km of marked hiking trails, outdoor enthusiasts have plenty to explore. During the winter months there is skiing, snowboarding, ski touring, winter hiking, tobogganing and plenty of other outdoor activities available. Those looking to relax can stroll down to the Rhine or pay a visit to one of the many indoor leisure facilities. What’s so special about Liechtenstein is that whichever municipality you are in, within the space of just ten minutes you can be in untouched nature. For more information visit www.tourismus.li

Liechtenstein ist ein sportverrücktes Land. Das beweisen auch die zahlreichen Sportveranstaltungen. Zwei Highlights in jedem Jahr sind das Beachvolleyball-Turnier in Vaduz (links) und der LGT Alpin Marathon (unten), bei dem man nahezu das gesamte Land durchläuft.


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Atemberaubende Aussichten: Für erfahrene und schwindelfreie Wanderer ist die Tour über die Drei Schwestern ein Genuss.

Dynamisch und faszinierend – der Sport hoch zu Ross. Alle Informationen zur ersten Poloschule Liechtensteins: T +41 79 433 64 53 www.polo.li Foto: Daniel Ospelt

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Natur/Freizeit

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Wild und schön Rau, wild, mystisch – das Lawenatal gilt als Geheimtipp in der Vierländerregion: Steil fallen seine Hänge ab, dunkel ist der Wald und geheimnisvoll erhebt sich der Falknis hinter der Alp Lawena. Wer den engen Weg hinein beschreitet, der versteht schnell, warum sich viele Geschichten um dieses Tobel ranken: Die Wanderung ist ein ganz besonderes Erlebnis; manchmal fühlt es sich an, als würde man in das Bergmassiv hinein schreiten. Schroff und faszinierend zugleich – eine ganz eigene Atmosphäre herrscht in diesem Tal. In Tuass angekommen, empfängt ein idyllisches Bergdorf die Wanderer. Text: Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Franz J. Meier, Werner Legler und Paul Trummer

«Seit 34 Sommern bin ich hier in der Lawena. Das ist noch ursprüngliche, echte Natur für mich», sagt Giusep Dermon, Alpwirt in der Lawena. Wir treffen ihn auf dem Weg hinein ins Tal, als er dabei ist, den Weg zum Hang zu sichern. Wir begleiten ihn ein Stück und als wir die «Wegmacherhütte» erreichen, zeigt er uns einen Felsbrocken, der bizarr zwischen den Stämmen einer Buche gelandet ist und dort festhängt. «Für mich ist das hier Liechtensteins inoffizieller Nationalpark. So natürlich und unentdeckt. Wanderer, die von unten nur heraufschauen, sehen gar nicht, was hier noch kommt.» Dabei lohnt sich der Weg ins atemberaubende «Zwergendörfchen» oben am Berg: Die intakte Natur, die manchmal an einen Zauberwald erinnert, die blühenden Bergwiesen und das ferne Läuten der Kuhglocken lassen eine besondere Romantik aufkommen. Rund 30 Hütten umfasst das Dorf. Übrigens richten sich ein Mal pro Jahr alle Blicke auf die Triesner Heuberge: Am Staatsfeiertag wird hier die weit über die Grenzen hinaus sichtbare Krone entzündet.

Das Lawental bietet Ausblicke in eine unberührte Natur.

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Natur/Freizeit

Die ehemaligen Heuhütten auf «Tuass» werden heute von den Besitzern als Freizeit-Domizile genutzt. An den steilen Berghängen wird am Staatsfeiertag eine Krone entzündet, die von Vaduz aus sichtbar ist. www.formen-der-natur.ch

Der Weg in die Heuberge Das Lawenatal hat eine lange Tradition als Kulturlandschaft: Anton Frommelt (1895–1975), der ehemalige Pfarrer der Gemeinde Triesen, beschrieb den Weg einst als «guten Fahrweg» zu den wichtigen Bergwiesen. Die Triesner stiegen im Sommer für einige Wochen hinauf, um die «Heuberge» auf Tuass zu erreichen und das wertvolle Wildheu einzubringen. Im Winter holten sie es dann mit Schlitten – in oft halsbrecherischen Aktionen – aus den Hütten ins Tal. Kreuze am Wegrand bezeugen, dass das nicht immer unfallfrei geschah...

Alpwirt Giusep Dermon: «Für mich ist das hier Liechtensteins inoffizieller Nationalpark. So natürlich und unentdeckt. Wanderer, die von unten nur heraufschauen, sehen gar nicht, was hier noch kommt.»

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Die Liechtensteiner Hüttentour In vier Tagen alle Berghütten im Alpengebiet des Fürs­ tentums Liechtenstein erleben: Die geführte Tour auf dem «Dach des Fürstentums» ermöglicht einzigartige Einblicke in die alpine Kulturlandschaft Liechtensteins – mit vielen Hintergrundinformationen. Mit ein wenig Glück können wilde Gämse, Steinböcke, Murmeltiere und Steinadler bei dieser Tour beobachtet werden. Die Hütten sind urig, einzigartig und einen Besuch wert.

Endstation für die «Tobelhocker» Das schluchtartige Tal mit seiner besonderen Atmos­ phäre bot schon früher viel Stoff für Legenden: Hierher wurden die «Tobelhocker» verbannt. Es waren die Mitglieder der Familien, die zur Zeit der Hexenverbrennungen für den Tod von Mitmenschen verantwortlich waren. In der Regel hatten sie Unschuldige vorher der Hexerei beschuldigt. Ihre Familien sollen – der Sage nach – verflucht sein und nach dem Tod weder in den Himmel noch in die Hölle kommen. Als Strafe haben sie im Lawenatobel versteinert an Tischen zu sitzen und können sich weder rühren noch sprechen.

Die Sagenwelt Liechtensteins In Liechtenstein gibt es in Bezug auf die Sagen eine lange Erzähltradition. Literarisch fassbar sind sie seit der Mitte des 19. Jahrhundert. Die Themen der Sagen gehören zur Tradition des Alpengebiets. Einige Sagen gehen auf die Zeit der Hexenverbrennungen zurück. Weitere Informationen zu den Sagen unter www.tourismus.li

Auge in Auge mit dem Steinadler Weltweit einzigartig: Eine informative Wanderung der besonderen Art für Gruppen bietet der Falkner Norman Vögeli. Los geht es mit einer Sesselbahnfahrt auf den Malbuner «Hausberg», das Sareiserjoch, von wo die Teilnehmer hinunter nach Malbun wandern. Dabei stets begleitet von einem Steinadler, der mal hoch über den Wanderern seine Kreise zieht oder ganz nah auf die Faust des Falkners fliegt. Tipp: Neu im Angebot ist «Pfeil und Falke»!

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Natur/Freizeit

Urafrika in Liechtenstein Ostalpine Schichten aus dem südlichen, urafrikanischen Küstenbereich (vor rund 240 Mio. Jahren)

Helvetikum Flysch-Ablagerungen – vor rund 70 Mio. Jahren in der Tiefsee (Urmittelmeer Tethys) sedimentiert – gelangten während der Deckenüberschiebung zwischen die ostalpinen und helvetischen Decken

Hangrutschungen und vom Rhein seit der letzten Gletscherzeit (10’000 Jahre) geschaffene Talauffüllungen

Helvetikum – entstanden vor rund 120 Mio. Jahren im ureuropäischen Küstenbereich der Tethys Drei Schwestern-Massiv

Blick vom Eschner Berg in Richtung Drei Schwestern-Massiv

Quelle: 32 Geologie Liechtensteins, Daniel Miescher, 2014


oho#1 Wer vom Eschner Berg über den Maurerberg zu den Dolomittürmen der Drei Schwestern wandert, überschreitet in wenigen Stunden Meeressedimente aus Ureuropa und Urafrika. Sie entstanden vor 100 bis 250 Millionen Jahren im Urmittelmeer Tethys. Durch die Kontinentalverschiebung und die Alpenfaltung wurden alle Hauptelemente der damaligen Meeresablagerungen in den Aufbau der Liechtensteiner Berge eingebaut. Weitere, bis zu 500 Millionen Jahre alte Elemente der Erdkruste des Erdaltertums, sind in Liechtenstein als Absplitterungen ebenfalls zu finden. Diese geologische Vielfalt auf so kleinem Raum ist einzigartig in den Alpen. Sie ist die Ursache für die grosse landschaftliche und biologische Vielfalt des Landes. Text: Michael Fasel · Fotos: Paul Trummer, Michael Fasel und Martin Walser Wo der geologische Untergrund vielfältig ist, bilden sich unterschiedliche Geländeformen. Das führt zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Biotoptypen, die eine entsprechende Menge von verschiedenen Pflanzenarten und Kleinlebewesen beherbergen. Diese ernähren zahlreiche Insektenarten oder bilden eine vielfältige Nahrung für grössere Tierarten. Neben der geologischen und landschaftlichen Vielfältigkeit fördert das milde, wechselhafte Klima und das stark strukturierte Höhenrelief (430 bis 2’600 Meter über Meer) die biologische Vielfalt Liechtensteins auf kleinstem Raum. Das Land ist naturkundlich einer der am dichtesten erforschten Landstriche Europas. Unter anderem wurden 410 wildlebende Bienen- und Wespenarten, knapp 1’600 Gefässpflanzenarten, 136 Brutvogelarten und 70 Säugetierarten nachgewiesen. Der älteste Waldtyp in Liechtenstein Die Vielfalt ist zum Beispiel bei einer Wanderung über den Eschner Berg zu bewundern. Der Eichen-Föhren-Mischwald hier ist einer der ältesten Waldtypen in Liechtenstein. Es handelt sich grösstenteils um trockene, flachgründige Waldstandorte, die vor allem wärmeliebende Pflanzen beherbergen. Seine Besonderheit liegt darin, dass die Baumkronen viel Licht auf den Boden durchlassen und sich so eine vielfältige Kraut- und Strauchvegetation entwickeln kann. Die geringe Wuchskraft macht diese Wälder für die Holzproduktion uninteressant. Dafür stehen bei der Bewirtschaftung dieses Waldtyps vor allem Naturschutzaspekte im Vordergrund. Charakterpflanzen sind die Eibe und die Stechpalme oder die Pimpernuss, eine wärmeliebende Strauchart, die in Liechtenstein nur am Eschner Berg vorkommt und unter Naturschutz steht. Der Name stammt von ihren Fruchtkapseln, in denen nach der Reife zwei bis drei erbsengrosse Nüsse klappern. Der Gantenstein, einer der beliebtesten Wanderwege am östlichen Rand des Eschner Bergs, beherbergt zudem besonders seltene Gefässpflanzen-Arten wie die Knöllchentragende Zahnwurz. Der Echte Fichtenspargel ist eine parasitisch lebende Pflanze unter Fichten. Statt Blättern trägt sie Schuppen am Stengel, da sie als Parasit kein Blattgrün benötigt. Der Flurname «Gantenstein» stammt vom Wort Ganda ab, welches alemannischen Ursprungs ist und Steinhaufen oder Geröllhalde bedeutet.

ist. Er muss wie viele andere Gneis- und Granitfindlinge in Graubünden auf einen Gletscher gefallen und mit dem sich bewegenden Eis in unser Gebiet transportiert worden sein. Nach dem Abschmelzen der Gletscher blieb er hier vor rund 14’000 Jahren liegen. Solche «erratische Blöcke» geben wichtige Hinweise auf das Herkunftsgebiet und die Fliesswege der Gletscher. Rund eintausend Meter hoch überdeckte der Eiszeitgletscher den Eschner Berg und hinterliess hier seine Spuren. So am Kirchhügel bei Bendern, wo er den Kalkfelsen, eine Gesteinsabfolge der AubrigKnollenschichten, gut sichtbar in Fliessrichtung abgeschliffen hat. Von hier aus wird ein traumhafter Blick Richtung Süden auf das Rheintal frei, das in seiner Ausdehnung und mit den hohen umrandenden Bergketten eines der einzigartigsten Quertäler des Alpenbogens bildet. Vor rund 10’000 Jahren hatte sich der Gletscher bis an den südlichsten Rand Liechtensteins zurückgezogen. Er hinterliess eine Sumpf- und Seelandschaft. Der Bodensee war mit dem Walensee und dem Zürichsee verbunden. Hangrutschungen, Moränenablagerungen und die Geschiebefrachten des Rheins füllten den See allmählich auf und ebneten den heutigen Talboden aus. Der Felsuntergrund des Tals liegt etwa 450 bis 500 Meter unter der heutigen Taloberfläche, wie Bodenbohrungen im Rheintal gezeigt haben. Imposanter geologischer Zeuge: Der 15-Tonnen-Findling am Eschner Berg.

Auf dem Rücken des Eisgletschers Ein riesiger Gesteinsblock mitten im Wald zeugt von der Zeit der Eiszeitgletscher. Es handelt sich um einen «Hellglimmergneis» der rund 15 Tonnen wiegt und der grösste bekannte Findling des Landes 33


Natur/Freizeit

Drei Reste des Rheintalsees blieben übrig und verlandeten mit der Zeit zu Flachmooren. Sie befinden sich rund um den Eschner Berg im Ruggeller, im Maurer und im Schaaner Riet. 1978 stellte die Regierung des Fürstentums dort eine Fläche von 94 Hektaren des Ruggeller Rietes unter Naturschutz. Es ist das grösste von insgesamt zehn liechtensteinischen Naturschutzgebieten. Das Flachmoor mit seinen über 400 Pflanzenarten weist eine maximale Torfmächtigkeit von rund neun Metern auf. Die offenen Pfeifengraswiesen und Kopfbinsenrieder beherbergen seltene Pflanzenarten wie Wohlriechender Lauch, Kammfarn, Sumpfgladiole und die Sibirische Schwertlilie. Die Geschichte und die natürlichen Besonderheiten des Naturschutzgebietes liegen in einer Naturmonographie zusammengefasst vor.

Journey back in time: Ancient Africa in Liechtenstein Within the space of just a few hours, hikers walking from Eschnerberg via Maurerberg to the dolomite towers of the Three Sisters will pass through areas of ocean sediment from Ancient Europe and Ancient Africa. These sediments were created 100 to 250 million years ago in the Tethys Ocean. As the continents drifted and the tectonic plates pushed together to form the Alps, the different sediments were trapped in the rocks that today make up Liechtenstein’s mountains. This geological diversity is matched by the diversity of flora and fauna found in the country. The Historic Eschnerberg Trail gives walkers the chance to embark on a journey back in time through this fascinating landscape. For more information visit www.tourismus.li

Die Schwertlilien verwandeln das Ruggeller Riet im Frühsommer in ein blaues Blütenmeer.

4’000 Jahre alte Getreidekörner In einer Talmulde des Eschner Bergs liegt das «Rietle». In prähistorischer Zeit war hier ein See. Den früheren Siedlern (seit 4500 v. Chr.) und den Bewohnern der nahe liegenden «Oberen Burg» diente er vermutlich für die Wasserversorgung. In den letzten Jahrhunderten verlandete das Seelein und wird heute als Landwirtschaftsfläche genutzt. Schwertlilie, Trollblume und Igelkolben sind Pflanzenarten, die auf den ehemaligen See hinweisen. Das «Rietle» wurde nie von einem Bach durchflossen und damit die Bodenablagerungen auch nicht von Überschwemmungen beeinflusst. Die ungestörte Verlandung hat Zeugen früherer Vegetationsepochen konserviert. Pflanzenpollen, die 1995 aus Bodenbohrungen gewonnen wurden, zeigen in einer Tiefe von zehn bis acht Metern eine Lehmschicht, auf der eine bewaldete Landschaft mit Kiefer, Birke und Hasel stand. Zwischen acht und sieben Metern Tiefe wurde Torf mit Pollen von Ulmen und Linden gefunden. Ein Röhricht mit Erlenwald auf sechs Metern Tiefe zeigt, dass der Wald damals gerodet wurde. 4’000 Jahre alte Getreidekörner belegen die damalige ackerbauliche Tätigkeit. Entlang des neugestalteten und mit Informationstafeln versehenen «Historischen Höhenwegs» entdecken Wanderer die typische Natur des Liechtensteiner Talraums und erhalten in allen Himmelsrichtungen Ausblick auf die Rheintallandschaft. Zahlreiche historische Objekte zeugen von der menschlichen Besiedelung des Gebietes seit rund 4’500 Jahren. 34

Fakten Der Historische Höhenweg gibt interessante Einblicke in die Geschichte und führt an prähistorischen Stätten vorbei, die von einer rund 7’000-jährigen Besiedlung zeugen. www.hoehenweg.li


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Natur/Freizeit

Fürstliche Winteridylle Malbun Schneesicher, familiär, idyllisch – der kleine Bergort Malbun lädt auf rund 1’600 Metern ü.M. zum fürstlichen Urlauben ein. Das höchste Dorf des Fürstentums Liechtenstein liegt in einem überschaubaren Talkessel, bietet 23 km exzellente Pisten und gilt als Schneeparadies. Text: Eric Thiel · Fotos: Martin Walser Von einfach bis anspruchsvoll: Carven, Wedeln oder einfach nur Geniessen – diese perfekt präparierten Pisten laden dazu ein. Ohne Warteschlangen, Skibusse oder Schlepperei. Und die Wege sind kurz: Im verkehrsberuhigten Malbun liegen die Hotels direkt an der Piste. Idyllische Täler, majestätische Berge: Die atemberaubende Winterlandschaft lässt sich ideal beim Wandern, bei Skitouren oder beim Langlauf erleben. Rund 15 Kilometer Loipen (davon drei beleuchtet) erwarten den Besucher, beispielsweise im Langlaufmekka Steg. Und wer gerne ro36

delt, dem stehen rasante Schlittenabfahrten zur Verfügung. Beim erstmals organisierten «Princess Day» stehen die Damen im Mittelpunkt: Morgens ein Skikurs unter fachkundiger Leitung, am Mittag unter der Anleitung von Ex-Skirennfahrerin Martha Bühler Käsknöpfle kochen und geniessen. Danach am Nachmittag den Skitag individuell auf der Skipiste oder an der geselligen Schneebar ausklingen lassen. Neu ist übrigens auch die Möglichkeit, abends an einer Fahrt mit der Pistenraupe teilzunehmen. Ein wei-


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teres Erlebnis sind die Schnuppertage für Wiedereinsteiger: Wer lange nicht Ski gefahren ist, hat zu einem Spezialpreis die Möglichkeit, seine «angerosteten» Fähigkeiten mit einem Skilehrer und einem Skipass an einem Vormittag in aller Ruhe aufzufrischen. Die Übungshänge sind dafür perfekt. Familien willkommen Der neue, grosse Eislaufplatz lädt zum Schlittschuhlaufen mit der Familie ein. Die Skischule und die Infrastruktur (malbi-park mit Skikarussel, Zauberteppich etc.) sind ideal auf Kinder eingestellt. Schweiz Tourismus hat daher Malbun mit dem Qualitätssiegel «Familien willkommen» ausgezeichnet. Insgesamt ist das Winterprogramm u.a. mit Fackelabfahrten, Eisklettern, Rodeln, Schneeschuhwandern, geführten Skitouren u.v.m. abwechslungsreich für alle, die im Winter mehr als Skifahren erleben möchten. Gemütliche Restaurants – in der Regel mit Sonnenterrassen – erwarten die Gäste, von der urigen Hütte bis zum gepflegten Gasthof. Von herzhaft bis edel-kreativ reicht das Angebot der heimischen Küche. Die Kombination aus familiärer Atmosphäre, erholsamer Ruhe, kristallklarer Luft, tief verschneiter Winterlandschaft und gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten macht Malbun so liebenswert. Vor Ort verfliegt die Hektik des Allta-

ges und erholsame Momente des Glücks stellen sich ein. Das ist sanfter Winterurlaub im Fürstentum Liechtenstein. Ideal für eine erholsame Auszeit mit der Familie oder auch für Wiedereinsteiger: Malbun ist ein echtes, winterliches Juwel. Einfach ankommen, durchatmen und sich fürstlich gut erholen. Tipp: Gleich zwei neue Filme gibt es für die neue Saison. Einmal steht das Familienangebot im Vordergrund, einmal die «Schnuppertage für Wiedereinsteiger». Lust auf den Winter? Dann einfach anklicken www.tourismus.li, www.bergbahnen.li oder www.malbun.li. 37


Natur/Freizeit

Mein kleines Paradies Als Bub brachte ich meine Eltern hin und wieder an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Mein Energiespeicher war immer randvoll und drohte jederzeit überzulaufen. Ein Ventil musste her, um diese ganze Energie loszuwerden. Playstation war noch nicht erfunden und unser Fernsehapparat war mit seinen fünf Sendern auch keine Alternative. Text: Marco «Büxi» Büchel · Foto: ZDF In meiner Heimatgemeinde Balzers trat ich daher zunächst jedem Sportverein bei, verliess aber einen nach dem anderen wieder, weil mich die jeweilige Sportart bald doch zu wenig faszinierte. Bis ich eines Tages den Skiclub für mich entdeckte. Und mit ihm das dazugehörige Trainingsgebiet: Malbun. So oft wie möglich fuhr ich fortan mit dem Postauto in dieses kleine Skigebiet, das mir die Welt eröffnete. Malbun bedeutete für mich vom ersten Moment Freiheit, Kameradschaft, Bewegung und Spass. Es gab so viel zu entdecken: Perfekte Pisten, kleine versteckte Schluchten, Steilhänge, Wellen, Schanzen. Malbun war mein eigenes kleines Paradies, mein unbegrenzter Spielplatz. Von der Piste aufs Podest In Malbun legte ich in den folgenden Jahren den Grundstein meiner Karriere. Die Pisten am Sareishang sowie bei der Hochegg wurden zu meinen Trainingsgebieten. Ich fuhr unzählige Tore und verbrachte endlose Stunden mit Technikübungen und wurde immer erfolgreicher. Von hier aus bin ich dann auf die Siegerpodeste der gesamten Welt gefahren. Seit meinem Rücktritt vom aktiven Skirennsport habe ich Malbun auf neue Weise wiederentdeckt. Heute trifft man mich nicht mehr allzu oft auf den perfekt präparierten Kunstschneepisten an. Dafür erkunde ich mit den Tourenski die Hügel und Berge rund um diesen wunderschönen Talkessel und geniesse im Sommer die Bergwelt bei ausgiebigen Wanderungen oder mit den Laufschuhen. Egal, auf welcher Bergspitze ich stehe, egal, zu welcher Jahreszeit, mein Blick schweift immer zurück in diese wohlbehaltene Skistation Malbun, die in vergangenen Jahren kontinuierlich erneuert wurde.

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Einkehrschwung und Genuss Es gibt für mich nichts Schöneres, als den Einkehrschwung nach einer Skitour oder Wanderung. Mich mit Freunden in der heimeligen Bergstation Sareis zu treffen oder das Abendessen in einem der vielen ausgezeichneten Restaurants zu geniessen, das ist für mich der wahre Luxus. Auch meine Frau Doris hat sich längst in Malbun verliebt und so lag es für uns auf der Hand, dass wir für unsere Hochzeit vor etwas mehr als zwölf Jahren die kleine Kappelle in Malbun aussuchten. Durch meinen Beruf als Skirennfahrer durfte ich viele grosse und kleine Skistationen auf der ganzen Welt kennenlernen. Einige davon zählen gar zu den schönsten der Welt. Doch mein Malbun ist und bleibt mein kleines Paradies, mein ganz spezielles Stück Heimat.

Zur Person Marco Büchel (43) war von 1991 bis 2010 aktiver Rennläufer im Ski-Weltcup. Den grössten Erfolg seiner Karriere landete er bei der alpinen Skiweltmeisterschaft 1999 in Vail/Beaver Creek, als er im Riesenslalom hinter dem Norweger Lasse Kjus Vizeweltmeister wurde. Er gewann vier Weltcuprennen. In der Saison 2002/03 erreichte Büchel den zweiten Platz im Super-G-Weltcup. 2006/07 wurde er Zweiter im Abfahrts-Weltcup und erreichte als Siebter sein bestes Ergebnis im Gesamtweltcup. Seit der Saison 2010/11 ist er beim ZDF als Rennanalyst und Co-Kommentator tätig. Zudem ist er seit 2012 Goodwill-Botschafter Liechtensteins. www.marco-buechel.com


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Alles begann in Malbun... Das derzeitige Aushängeschild Liechtensteins im SkiWeltcup ist die 25-jährige Tina Weirather. Sie ist die Tochter der beiden ehemaligen Skirennläufer Harti Weirather und Hanni Wenzel. Im Alter von zwei Jahren machte Tina Weirather ihre ersten Gehversuche auf Skiern im Skigebiet Malbun. Bereits zwei Jahre später gab es für die kleine Tina die ersten Renneinsätze auf der Piste Hochegg… Mittlerweile sind die Rennpisten auf der ganzen Welt ihr Zuhause. 2003 konnte sie im Super-G in GarmischPartenkirchen ihren ersten Weltcupsieg feiern. Damit konnte Tina Weirather als erste Tochter einer ehemaligen Weltcupsiegerin ebenfalls einen Weltcupsieg feiern. Zwischenzeitlich hat sie 16 Podestplatzierungen im SkiWeltcup, davon drei Siege, in ihrer Biografie stehen. Das nächste grosse Ziel von Tina Weirather sind die Weltmeisterschaften im Februar 2015 in Vail/Beaver Creek (USA). Dann wird ihr wieder ganz Liechtenstein die Daumen drücken.

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Drei Generationen – ein Traditionsunternehmen Bergbahnen Malbun Einsteigen, abheben und geniessen: Schweben Sie mit der Vierersesselbahn Malbun-Sareis in sieben Minuten vom Zentrum Malbun 400 Meter hinauf auf das 2’000 m.ü.M. gelegene Sareis. Oben auf dem Berggrat erwartet Sie ein herrliches Panorama mit Blick weit über Liechtensteins Landesgrenzen hinaus in die benachbarten Schweizer und Österreicher Alpen. Zum Verweilen oder als Ausgangspunkt für genussvolle Wanderungen lädt das gemütliche Bergrestaurant «Sareis» mit seiner Sonnenterrasse und der heimeligen Gaststube ein. Ein echtes Naturerlebnis im Sommer und im Winter. www.bergbahnen.li

Langlaufparadies Steg-Valüna Auf 1’300 Metern Höhe, auf der Zufahrtsstrecke ins beliebte Alpin-Skigebiet Malbun, liegt das Langlaufparadies Steg-Valüna. Es bietet 15 Kilometer gespurte Loipen und das auch bei Dunkelheit: Denn drei Kilometer der Loipenstrecke sind am Abend beleuchtet. www.valuenalopp.li

Familienunternehmen haben in Liechtenstein eine lange Tradition: Das Alpenhotel in Malbun, auf 1’600 Metern ü.M. gelegen, blickt beispielsweise auf eine über hundertjährige, erfolgreiche Geschichte zurück und fasziniert bis heute seine Gäste. Es ist die Symbiose aus dem Bewährten und dem Modernen. Der Familienbetrieb besteht aus dem ursprünglichen Alpenhotel, dem Haus Ochsenkopf und dem modernen Haus Schönberg. Die Familie Vögeli führt das Hotel seit vier Generationen und zelebriert die Gastlichkeit. Drei Generationen arbeiten bis heute im Betrieb: Elsi und Jakob («Köbi») Vögeli, eigentlich bereits beide in Pension, sind regelmässig im Alpenhotel anzutreffen und übernehmen die Vertretung, wenn ihr Sohn und ihre Schwiegertochter unterwegs sind. Karlheinz Vögeli und seine Frau Vibeke führen heute das Hotel und das Restaurant – er als Küchenchef, sie «an der Front», d.h. im Empfang, der Gästebetreuung, der Buchhaltung und im Marketing. Martin und Simon, die Söhne, bereiten sich bereits jetzt auf die Übernahme in ein paar Jahren vor: Während Martin seine Lehre als Hotelfachmann im Alpenhotel absolviert, ist Simon dabei, seine Kochlehre in Vaduz zu beenden. Bevor die beiden den heimischen Betrieb übernehmen, sollen sie eigene Erfahrungen in der weiten Welt der Gastronomie sammeln. «Das Geheimnis unseres Familienunternehmens liegt darin, dass wir immer auf sanfte Übergänge geachtet haben und dass die Verantwortung Schritt für Schritt an die nächste Generation übergeben wird. So werden Konflikte vermieden und vor allem können wir uns alle gewiss sein, dass das wichtigste Element unserer Arbeit, echtes Herzblut, mit dabei ist», so «Köbi» Vögeli.

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Text: Verena Cortés

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Kultur/Genuss

Kultur mit Grossstadtflair Kultur in Liechtenstein ist die fruchtbare Kombination aus Kleinheit und innovativer Kunstszene. Sie berührt, entspannt, überrascht, erfindet sich neu und hinterlässt eindeutige Spuren. Text: Barbara Schneider · Fotos: Liechtenstein Marketing und Kunstmuseum Liechtenstein

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Kultur/Genuss

Klein und oho: Das Fürstentum beherbergt unter anderem ein Dutzend Museen, drei Theater, zwei Operetten- und Musicalbühnen, zwei Kultur-Kinos, zwei Symphonieorchester, den Jazzclub «Tangente», mehrere Galerien und zahlreiche temporäre Kulturveranstaltungen wie das Filmfest Vaduz, die Musikfestivals «Life», «Jazz und Blues im Hof» oder die Liechtensteiner Gitarrentage und die Internationalen Meisterkurse, die hochkarätige Musiker aus der ganzen Welt zusammenbringen. So liegt oft ein gewisses Grossstadtflair in der Luft. Es ist die Mischung aus lokalen, regionalen und internationalen Künstlern und Veranstaltungen, die fasziniert. Modern und zeitgenössisch Kulturelle Grossstadtluft kann vor allem im Theater am Kirchplatz (TAK) oder im Kunstmuseum geschnuppert werden. Von Shakespeare bis Russisches Staatsballett, von Mo-

net bis Picasso gibt es hier regelmässig internationale Aufführungen und Werke zu sehen. Das TAK widmet sich neben dem Bühnenspiel auch dem Tanz und der Musik. Produktionen und Orchester von Weltrang sowie künstlerisch anspruchsvolle Stücke aus Eigenregie werden dort gezeigt. «Selber denken» heisst das Spielzeitmotto des TAK für die Saison 2014/15, das ein erstklassiges Programm aus den Bereichen Schauspiel, klassische Konzerte, Comedy, Kabarett, Literatur, Tanz und Weltmusik beinhaltet. Das junge Museum für moderne und zeitgenössische Kunst mit seinem unverkennbaren schwarzen Kubus steht im Zentrum von Vaduz. Mit seinem Ausstellungsprogramm, das in engem Bezug zur eigenen Sammlung steht, hat sich das Kunstmuseum Liechtenstein international einen Namen gemacht. Durch die Doppelrolle als Nationalgalerie und Bildungseinrichtung werden neue inhaltliche Perspektiven entwickelt, die Bekanntes und Unbekanntes, Altes und Neues, Regionales und Internationales kombinieren und in einem neuen Licht erscheinen lassen. Und das Liechtensteinische Landesmuseum überrascht die internationale Szene – neben den Dauerausstellungen – regelmässig mit aussergewöhnlichen Sonderausstellungen. Vital und charmant Ergänzend zu den grösseren Kultureinrichtungen und Veranstaltungen lebt eine vitale Szene: Die ausgeprägte, bunte Vereinslandschaft, die in Liechtenstein zum Alltag gehört. Trachtengruppen, Harmoniemusiken aber auch moderne, alternative Kunst- und Kulturvereine sowie Galerien bereichern das kulturelle Angebot mit viel Farbe und Passion. Geburtstag und Jubiläum Übrigens wird dieses Jahr der 175. Geburtstag von Josef Gabriel Rheinberger gefeiert, der als musikalisches Wunderkind galt. Der liechtensteinische Komponist, Pädagoge sowie Hofkapellmeister des Bayernkönigs Ludwig II. wurde 1839 in Vaduz geboren. Mit zwölf Jahren ging er zur Ausbildung an das Münchner Konservatorium. Bis zu seinem Tod schuf er rund 200 Werke für Klavier, Orgel sowie Kammermusik und Sinfonien. Übrigens gibt es eine spannende, geführte Tour zu diesem Thema, die zum Schluss mit einem kleinen Orgelkonzert gekrönt wird. Mehr Informationen unter www.tourismus.li

Das Kunstmuseum Liechtenstein zeigt internationale moderne und zeitgenössische Kunst.

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Vaduzer Konzerte Weltklassik Krystian Zimmermann (Klavier) und das Nationale Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks, Leitung Alexander Liebreich 17. September 2014, 20.00 Uhr, Vaduzer Saal, www.tak.li Ausstellung Garry Kuehn, between Sex and Geometry Produktion des Kunstmuseums Liechtenstein 19. September 2014–25. Januar 2015 www.kunstmuseum.li Jazztage Eschen Konzerte mit Kahiba, John Abercrombie Organ Trio und Snow Owl 8. November–14. November 2014 Jeweils 20.15 Uhr, Tangente Eschen, www.tangente.li Konzert zum 175. Geburtstag von Josef Gabriel Rheinberger Sinfonieorchester Liechtenstein und Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München 26. November 2014, 19.00 Uhr, SAL, Schaan

Kulturhighlights 2014/15

Schauspiel: Mein Name sei Gantenbein Nach dem Roman von Max Frisch, Schauspielhaus Zürich 27. November 2014, 20.09 Uhr, TAK, Schaan, www.tak.li Konzert: Balkan Grooves Martin Grubinger (Perkussion), John Axelrod und die Camerata Salzburg 3. Dezember 2014, 20.00 Uhr, Vaduzer Saal, www.tak.li 6. Triennale «Bad RagARTz» Europas grösste Skulpturenausstellung unter freiem Himmel in Bad Ragaz und Vaduz 10. Mai–3. November 2015 täglich, Vaduz und Bad Ragaz, www.badragartz.ch Liechtenstein Festival Das Liechtenstein Festival (Life) findet zum sechsten Mal statt und verbindet Musik, Kultur und Kunstperformance auf höchstem Niveau. 3. Juli–4. Juli 2015, SAL, Schaan, www.yourlife.li 23. Int. Liechtensteiner Gitarrentage Einer der wichtigsten Events für klassische Gitarre in Europa 4. Juli–11. Juli 2015, www.ligita.li 45


Sarahs B端hne ist das Burgtheater 46


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Szene im Stück «Maria Magdalena»: Sarah Viktoria Frick gehört seit 2009 zum Ensemble des Wiener Burgtheaters.

Die liechtensteinische Schauspielerin Sarah Viktoria Frick fühlt sich in der über 800 km entfernten Weltstadt Wien sehr wohl. Ihre Bühne ist das Burgtheater, eine der prominentesten Schauspielbühnen in Österreich und das grösste Sprechtheater in Europa. Mehr als 430’000 Zuseher besuchen über 850 Vorstellungen pro Spielzeit – eine die immer wieder im Fokus steht, ist Sarah Viktoria Frick. Text: Barbara Schneider · Fotos: Reinhard Werner und Georg Soulek

Du bist gebürtige Liechtensteinerin, in Balzers aufgewachsen, lebst nun im Ausland. Fühlst du dich noch verbunden mit deiner Heimat? Sarah Viktoria Frick: Wenn ich nach Liechtenstein fahre, sag ich: «I gang haam». Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Heimat bleibt. Stadt oder Land? Land, wenn ich in der Stadt bin. Stadt, wenn ich auf dem Land bin. Seit 2009 spielst du im Ensemble des Burgtheaters in Wien, einer sehr bekannten und renommierten Institution. Wohin soll deine Reise noch gehen? Im besten Fall kann ich wahrscheinlich erst in fünfzig Jahren sagen, wohin meine Reise gegangen ist. Derzeit will ich das auch gar nicht wissen. Eigentlich stehe ich ja solchen Phrasen eher kritisch gegenüber, aber in diesem Fall komm ich mit meiner Antwort

leider nicht über die Poesiealbum-Philosophie hinaus. Also ist der Weg, wenn man so will, doch gewissermassen das Ziel... Was ist/war deine absolute Lieblingsrolle? Ich muss in jede meiner Figuren verliebt sein. So verstehe ich meinen Beruf. Also sind da lauter kleine Lieblinge. Manche lieb und manche nicht so lieb, ein paar einsame und ein paar böse sind da auch. Darum gibt es für mich die Kategorie «Lieblingsrolle» nicht – weil jede Arbeit für sich steht. Schauspielerin – ein Traumberuf? Gerne zur Arbeit zu gehen und sich selten zu langweilen, kommt einem Traumberuf schon sehr nahe. Aber wenn’s kein Theater gäbe oder ich aus irgendeinem Grund nie erfahren hätte, dass es Theater gibt oder einfach, wenn der Zufall es anders gewollt hätte, wäre ich wahrscheinlich etwas anderes geworden.

Was wärst du auf keinen Fall geworden? Sicher keine Mathematikerin. Schauspielerin inside: Was beschäftigt Sarah Viktoria Frick? Mich beschäftigt die Masslosigkeit der Menschen. Ich habe vor kurzem im Internet meinen ökologischen Fussabdruck ausgerechnet. Obwohl ich kein Auto habe und nur, wenn es wirklich sein muss das Flugzeug nehme, bräuchte es mehrere Welten, wenn alle so leben würden wie ich. Das hat mich erschreckt. Ich verzichte seither auf Fleisch. Das macht es ein bisschen besser. Aber im grossen Ganzen bin ich ziemlich pessimistisch, was die Zukunft unseres Planeten angeht. Wie sieht dein Tagesablauf aus? Mein Tagesablauf sieht fast jeden Tag anders aus, ausser dass ich fast immer zwischen halb sieben und sieben aufstehe und selten vor ein Uhr nachts ins Bett gehe. 47


Kultur/Genuss

2011 wurde Sarah Viktoria Frick mit dem Nestroy-Theaterpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Dazwischen liegen meine Familie, Proben, meine Familie, Einkaufen, meine Familie, Kochen, oder beim Kochen zuschauen, meine Familie, Proben oder grad probenfrei haben, Text lernen, Rechnungen aus dem Briefkasten holen, um sie dann irgendwo hinzulegen und hoffen, dass sie dann von selber geöffnet und erledigt werden, Spielplatz, Wohnung wieder mal putzen, meine Familie, Vorstellungen, ein Bier, vielleicht ein zweites Bier... dann ist dann aber auch sicher schon ein Uhr... Schlafen. Kulturszene Liechtensteins – was gefällt dir, was sollte sich ändern? Mir gefällt, dass es hier die Mittel gibt, der Bevölkerung Kultur zu bieten. Das ist enorm wichtig. Man kann in Deutschland beobachten, wie die wunderbare Tatsache, dass es in jeder mittelgrossen Stadt ein Theater gibt, immer mehr in Frage gestellt wird. Das ist sehr traurig. Hochkultur wird sich niemals finanziell auszahlen. Sie muss subventioniert sein, damit sie nicht gezwungen ist, in den Mainstream zu rutschen. Welche «Geheimtipps» gibst du einem Besucher, der noch nie in Liechtenstein war? Milchbrötchen aus der Bäckerei Kaufmann. Schloss Gutenberg. Der Rhein. Einen Film und ein Raketen-Eis im Schlosskino Balzers – gleichzeitig natürlich. Diverse Schaukelbäume auf der Balzner Almend. Alp Bargella. Was bedeutet für dich? Lebensglück: Punkt vier Freiheit: Selbst entscheiden zu dürfen, wie es weiter geht Wien: Könnte ein zweites Zuhause werden Familie: Punkt eins Burgtheater: Ich arbeite gerne dort Natur: Gilt es jetzt endlich mal zu beschützen Freizeit: Punkt vier Liechtenstein: Da geh ich hin, wenn ich «haam» will

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Sarah Viktoria Frick (Jahrgang 1982) ist zusammen mit ihren drei älteren Geschwistern in Balzers aufgewachsen. Sie spielte schon früh in diversen Laientheatern mit und bewarb sich im Alter von 17 Jahren an verschiedenen Schauspielschulen. Ihre Ausbildung absolvierte sie schliesslich an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich. Nach zahlreichen Engagements und Auszeichnungen in der Schweiz und Deutschland wechselte sie 2009 als festes Mitglied des Ensembles an das renommierte Burgtheater Wien.


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Miranda Kerr

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Kultur/Genuss

Der gesellige Liechtensteiner Wer kennt sie nicht, die klassischen Vereine wie Musik, Gesang, Trachten, Funkenzunft – darüber hinaus mischen zahlreiche exotische Ideen das Vereinsleben Liechtensteins auf, beispielsweise der Heiratsmuffel-Club oder der Presidents-Club. Das Vereinswesen geniesst eine tiefverwurzelte und leidenschaftliche Tradition. Text: Verena Cortés · Fotos: Liechtenstein Marketing, Paul Trummer Mit rund 500 Vereinen und insgesamt 15’000 Mitgliedern zeigen die Liechtensteiner im Vergleich mit anderen Ländern ein überdurchschnittliches Engagement. Warum ist das so? Ganz einfach. Weil es Freude bereitet. Vereine schaffen eine Abwechslung zum Alltag, sie stärken das Zusammenleben und ermöglichen ein spassiges Miteinander. Zudem ist das Vereinswesen ein wesentlicher Pfeiler im gesellschaftlichen Leben in Liechtenstein. Die meisten grossen Veranstaltungen sind von Vereinen geprägt: Man denke an die wilde Fasnachtszeit, die von Umzügen und Guggenmusikern getragen wird oder an das jährliche Fürstenfest, wo verschiedenste Vereine für kulinarische Abwechslung im Städtle sorgen.

An festlichen Anlässen gehören die «Trachtenfrauen» immer dazu.

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Sportvereine an der Spitze Besonders im Sport spielen Vereine eine wichtige Rolle, denn seit jeher sind die Liechtensteiner ein sportbegeistertes Volk. Es gibt praktisch für jede Sportart einen Verein und an der gebotenen Infrastruktur lässt sich gut erkennen, welchen Stellenwert die liechtensteinische Sportleidenschaft hat. Grosszügige Sportanlagen mit Fussball- und Tennisplätzen sind in fast jeder Gemeinde zu finden. Doch kein Verein ist so beliebt wie der Liechtensteiner Alpenverein (LAV). Er gehört zu den ältesten Vereinigungen des Landes und ist mit über 2’600 Mitgliedern der grösste Verein in Liechtenstein.


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Drei Generationen – eine Leidenschaft Musik spielt in der Freizeit der Liechtenteiner eine grosse Rolle.

Eine Auswahl an Exoten näher betrachtet: Heiratsmuffel-Club: Vor 30 Jahren hatten 21 Freunde eine Idee: Die jungen Männer schlossen sich zum «Heiratsmuffel Club» zusammen, um gemeinsam ihre Freiheit zu geniessen. Heute sind die meisten «Muffler» verheiratet und es besteht ein Aufnahmestopp. Entenanstalt: Der Verein ist vor mehr als 30 Jahren aus Jux entstanden. Die Entenanstalt schafft seit vielen Jahren optimale Bedingungen für die Zucht «glücklicher Enten» im Stausee in Steg. Gaudinoggal’n: Ziel ist es, das alpenländische Brauchtum, die Geselligkeit, die Gemeinsamkeit und die Gemütlichkeit zu pflegen sowie Festivitäten jeglicher Art durchzuführen.

Aus Tradition begeistert: Die drei Generationen der Familie Hasler aus Gamprin-Bendern machen sich gemeinsam auf zu den Proben und offiziellen Auftritten des Musikvereins Konkordia Gamprin, musizieren leidenschaftlich und zeigen, dass Musik mehr ist als nur ein Hobby... Grossvater Kuno ist Paukist, Sohn Norbert Fähnrich, Enkelin Julia spielt Waldhorn und Enkel Sebastian hat sich – wie sein Grossvater – für das Schlagzeug entschieden. Gemeinsam macht man sich auf zu Musikproben, Auftritten und Ausflügen. Ganz besonders gefällt Kuno Hasler, dass er mit Enkel Sebastian in der gleichen Reihe steht und ihm das eine oder andere rund um’s Schlagzeug beibringen kann. Auch sein Sohn Norbert Hasler ist mit Begeisterung dabei: «Ein Verein bedeutet Gemeinschaft und die fördert den Zusammenhalt. Nach 25 Jahren musizieren, habe ich mich entschieden, die Fahne zu schwenken und ich freue mich nach wie vor, dazuzugehören.» Seine Zwillinge Julia und Sebastian unterstützen ihn: «Wir sind stolz, dass Papa wieder als Fähnrich tätig ist. Vor allem die Auftritte und Ausflüge mit allen drei Generationen machen riesigen Spass! Wenn unsere Mama auch noch dabei wäre, wäre das das Tüpfchen auf dem i!» Musik verbindet: Generationen und Regionen. In Liechtenstein ist sie Teil der gelebten Gemeinschaft und Geselligkeit. Text: Marion Kranz

Die fünfte Jahreszeit wird in Liechtenstein ausgiebig zelebriert: In Schaan findet einer der grössten Fasnachtsumzüge der Region statt.

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Kultur/Genuss

Kulturmeile Vaduz Von schwarzen und weissen Würfeln: In der Hauptstadt Vaduz tummeln sich die Museen beinahe Wand an Wand. Die Architektur in Liechtenstein ist eine spannende Mixtur aus Tradition und Moderne. Text: Verena Cortés · Fotos: Kunstmuseum, Landesmuseum

Der schwarze Kubus mitten in Vaduz sticht gleich ins Auge. Der architektonische Blickfang wurde von dem Architektenteam Meinrad Morger, Heinrich Degelo und Christian Kerez entworfen und beherbergt das Kunst­ museum Liechtenstein. Das junge Museum für moderne und zeitgenössische Kunst hat sich mit seinem Ausstellungsprogramm, das in engem Bezug zur eigenen Sammlung steht, international einen Namen gemacht. Das Café im Kunstmuseum lädt zudem zu einer Pause ein, die sich für Sushi-Liebhaber ganz besonders lohnt. Kulturelle Schwergewichte Nur wenige Schritte vom schwarzen Kubus entfernt, steht ein weiteres Schwergewicht der kulturellen Häuser. Während die Aussenhaut des Kunstmuseums mit moderner Eleganz wirbt, besticht das Gebäude des Liechtensteinischen Landesmuseums durch seine bewegte Geschichte. Die Grundsubstanz des Hauses geht auf das Jahr 1438 zu-

Das Kunstmuseum Liechtenstein ist in Vaduz im «Schwarzen Würfel» beheimatet.

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rück. Dementsprechend vielschichtig gestaltete sich auch sein Innenleben. Herrschaftliche Taverne, Zollstation und dann Regierungssitz sind im Lebenslauf des Gebäudes zu finden. Heute ist es das prachtvolle Landesmuseum, das die wechselvolle Geschichte Liechtensteins beinhaltet und zudem eine grosse naturkundliche Sammlung beherbergt. Neben dem Kunst- und Landesmuseum finden sich in Liechtenstein noch zehn weitere Kulturhäuser, beispielsweise das Walser-, oder Postmuseum. Kleinere Themenmuseen sind verstreut in den verschiedenen Gemeinden beheimatet. Eine kulturelle Entdeckungsreise quer durch das Land bietet sich daher an. Spannende Aussichten Die vorhandenen zwölf Museen bekommen 2015 Nachwuchs. Mit dem Weissen Würfel entsteht direkt neben dem Kunstmuseum, dem Schwarzen Würfel, ein aussergewöhnlicher Ort. Am ehemaligen Standort des Huber Stammhau-

Im Landesmuseum gibt es auch für Kinder viel Spannendes zu Liechtenstein zu entdecken.


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Kultur-Highlights 2015

ses wurde in den vergangenen Jahren intensiv an dem weissen Kubus nach den Plänen der Architekten Morger + Dettli gearbeitet. Ab Frühjahr 2015 werden im Weissen Würfel wertvolle Uhren und Schmuck von Huber Watches Jewellery sowie die Welt der Kunst mit den Sammlungen der Hilti Art Foundation eine spannende Symbiose eingehen – europaweit einmalig. Mit der Skulpturenausstellung in Zusammenarbeit mit Bad Ragaz wird Vaduz 2015 zudem mit einer einzigartigen Open-Air-Ausstellung bereichert. Ein weiteres Highlight wird die Eröffnung der neuen Schatzkammer im Städtle sein, deren Eröffnung zu Ostern 2015 geplant ist. Neben dem Fürstenhut wird dort unter anderem echtes Mondgestein und das weltgrösste Fabergé-Ei zu sehen sein.

Culture in the heart of Liechtenstein Liechtenstein may be small in size but it is big on culture. The Principality offers an exciting mixture of traditional and modern architecture, with the black cube in the centre of Vaduz immediately catching the attention of many visitors. Just a few metres away, a new museum is currently under construction. This White Cube will house the contemporary works of the Hilti Art Foundation. Plans are also underway to build a new Treasure Chamber, set to open in 2015. The National Museum counts among the more traditional buildings in Vaduz, while the modern architecture of the new parliament building constructed using over one million bricks will grab the attention of visitors crossing the Peter-Kaiser-Platz square. For more information visit www.tourismus.li

Neu ab Ostern 2015 geplant: Die Schatzkammer mit Fürstenhut, echtem Mondgestein, dem grössten Fabergé-Ei der Welt u.v.m. Weitere Informationen www.landesmuseum.li

Der Weisse Würfel ergänzt den Schwarzen Würfel im Herzen von Vaduz. Er beherbergt ab dem Frühjahr 2015 die öffentlich zugängliche Sammlung der Hilti Art Foundation sowie das exklusive Uhren- und Schmuckfachgeschäft von Huber Watches Jewellery. www.kunstmusem.li, www.huber.li

Mit der Skulpturenausstellung «BadRagartz» kommt 2015 eine einzigartige Open-Air-Ausstellung mit über vierzig Top-Werken internationaler Künstler nach Vaduz. www.badragartz.ch 53


Weingenuss im F端rstentum

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oho#1 Edle Tropfen, die es nur im Fürstentum Liechtenstein gibt: Das kleine Land zwischen Alpenrhein und Rätikon – nur rund 50 Kilometer vom östlichen Bodenseeufer entfernt – ist ein viel versprechendes Gebiet für die Jäger des gehobenen Genusses. Denn rund 100 Winzer – einschliesslich der Fürstlichen Hofkellerei – widmen sich hier seit Jahrhunderten der Kultivierung der einzigartigen Reben. Text: Eric Thiel · Foto: Martin Walser

Im klimatisch begünstigten Rheintal, eingebettet zwischen Österreich und der Schweiz, lässt der Föhn an den Südhängen der Berge ausgezeichnete Weine reifen. Jeweils zur Herbstzeit präsentieren die Liechtensteiner Winzer stolz ihre guten Tropfen, die übrigens nicht exportiert werden. Denn einerseits ist die Anbaumenge begrenzt und andererseits trinken die Liechtensteiner ihren exzellenten Wein am liebsten selbst... Genussvolle Degustationen Fürstlicher Weingenuss ist daher nur vor Ort möglich: So bietet beispielsweise die Fürstliche Hofkellerei in Vaduz sowohl einen guten Überblick wie auch önologische Raritäten, die verkostet und erworben werden können. Degusta­ tionen bieten darüber hinaus das Weingut Castellum in Eschen und Harry Zechs Weinbau Cantina in Schaanwald an. Auch viele Winzer, die im Nebenerwerb kleine Flächen bewirtschaften und ihre eigenen Weine keltern, tragen zur kleinen, feinen Weinkultur des Landes bei. Liechtensteiner Winzerfeste Herbstzeit ist Winzerzeit. Die Liechtensteiner Winzer präsentieren zu verschiedenen Anlässen ihre guten Tropfen: Beispielsweise beim Weinfest der Winzergenossenschaft Triesen bei der historischen Kapelle St. Mamerten, am Unterländer Winzerfest mit der Krönung der Weinkönigin und beim traditionellen Liechtensteiner Winzerfest im Vaduzer «Städtle». Die besten Weinbauer des Landes stellen dann ihre Eigenproduktionen vor, wobei das grosse Angebot die Besucher oft überrascht. Wo sonst bietet sich eine

solche Vielzahl von roten und weissen «Einheimischen» zur Probe an? Der Blauburgunder und der Müller-Thurgau bilden landesweit die Hauptsorten. Zusammen machen sie rund 75 Prozent der Erntemenge aus. Zweigelt und Blau­ fränkisch sind neben Regent, Maréchal Foch und Léon Millot weitere rote Rebsorten. Chardonnay, Sauvignon Blanc und Weiss- und Grauburgunder bringen ausgezeichnete sortentypische Weine hervor. Für den kleinen Hunger zwischendurch warten würzige Winzerwürste und Winzer­ käse auf die Besucher. Ebenso ein Stück Liechtensteiner Lebensqualität: Die feinen bis würzigen Käse vom Bangshof oder der Bergkäse von den heimischen Almen. Zusammen mit einem guten Glas Wein ergibt dies einen fürstlichen Genuss, den bisher nur wenige Besucher ausserhalb des kleinen Alpenstaats kennen… Destillate Edle Tropfen nochmals verfeinert: Destillate aus Liechtensteiner Obst und Getreide reichen vom Traubentresterbrand über verschiedene Obstbrände bis hin zum «fürstlichen» Whiskey. Doch das ist eine andere Geschichte…

Fakten Weitere Infos unter www.weine.li www.hofkellerei.li www.winzer-am-eschnerberg.li www.balzner-winzer.li

Fine wine from Liechtenstein Liechtenstein has a long and successful winemaking tradition. The Principality’s position between the banks of the Rhine and the mountains of the Rätikon Chain – around 50 km from the eastern shores of Lake Constance – provides excellent conditions for producing fine wines. More than

Auf dem Gebiet Liechtensteins wird, dank den Römern, seit über 2’000 Jahren Wein angebaut. Der «Föhn», ein warmer Südwind, sorgt für optimale klimatische Bedingungen. www.tourismus.li

100 winemakers, among them four professional growers including the Prince of Liechtenstein Winery, today continue the centuries-old tradition in the region. Hikes and tasting sessions are an excellent way to experience Liechtenstein’s many vineyards. For more information visit www.tourismus.li

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Demeter-Wein in Sicht Dem Traditionellen verpflichtet und zugleich offen für Neues – diese Einstellung prägt insbesondere die Profiwinzer in Liechtenstein. Sie sind stolz auf ihre edlen Tropfen und die lange Weinbaukultur prägt mit ihren Weingärten an sonnigen Lagen das Landschaftsbild bis heute. Einer der vier Berufswinzer ist Harry Zech aus dem Liechtensteiner Unterland. Interview: Verena Cortés · Fotos: Harry Zech Weinbau

Nomen est omen. Die lateinischen Worte auf den Etiketten sind nicht nur typisch für die Weine von Harry Zech, sie stehen auch für den Inhalt: göttlich, leidenschaftlich und liebevoll. Der Winzer und Önologe bewirtschaftet eine Rebfläche von rund drei Hektaren, wobei sich die einzelnen Rebberge an hervorragenden Lagen in Vaduz und Mauren befinden. Oberstes Ziel auf dem Weingut Zech ist es, einen persönlichen Wein mit höchster Qualität herzustellen. Und um das zu erreichen, geht Harry Zech auch unkonventionelle Wege.

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Sie haben schon seit Beginn Ihrer Winzerkarriere auf naturnahe Produktionsmethoden gesetzt. Nun gehen Sie einen Schritt weiter? Harry Zech: Seit Beginn dieses Jahres stelle ich auf biodynamischen Weinbau nach den «Demeter»-Richtlinien um. Das Markenzeichen «Demeter» ist noch höher qualifiziert als die Bio-Marke. Das heisst, in der Bewirtschaftung wird komplett auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, auf Herbizide und auf Kunstdünger verzichtet.


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Welche Vorzüge hat der biodynamische Anbau für die Reben? Mit der biodynamischen Bewirtschaftung wird ein aktiveres Bodenleben gefördert. Die Weinbergböden sind das gesamte Jahr begrünt, damit die Nützlinge einen Lebensraum und ein ständiges Nahrungsangebot haben. Auch schützt die Begrünung vor Erosion und Bodenverdichtung. Die Reben können mehr Nährstoffe aufnehmen und der Boden bleibt fruchtbarer. Die Auswirkung dieser Umstellung auf den Wein? Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Herbiziden werden komplett vermieden. Da die Reben mehr Nährstoffe aufnehmen können, wird der Wein vermehrt vom Boden beeinflusst. Das spiegelt sich im Weincharakter wider und verbessert die Qualität. Wann präsentieren Sie Ihren ersten DemeterWein? Sowohl Boden wie Reben müssen sich erst umstellen und dazu braucht es ungefähr drei Jahre. Der erste Bio-Wein wird Jahrgang 2016 und der erste Demeter-Wein wird den Jahrgang 2017 tragen. Welche Kelterei-Geheimnisse können Sie aus Ihrem Keller verraten? Auch bei der Verarbeitung gilt: «Jede Behandlung ist eine Belastung für den Wein». Deshalb verarbeiten wir die Trau-

ben sehr schonend mit möglichst geringer Einflussnahme. Gelesen wird von Hand mit Kisten, die «Rotwein-Maische» wird noch von Hand in den Bottichen (Standen) gestösselt, die Maische wird mit geringem Druck ausgepresst und die Weine werden unfiltriert abgefüllt, damit sich die Inhaltsstoffe authentisch entfalten können. Welchen Wein von Harry Zech muss man unbedingt kredenzen? Alle! (lacht). Für die heissen Tage kann ich besonders den Riesling-Sylvaner empfehlen, der ist frisch und fruchtig. Wer es lieber kräftiger und südländisch mag, dem stelle ich gerne meinen Neuling «Le Rendez-vous» vor. Das ist ein Cuvée aus Gamaret, Merlot und Cabernet Sauvignon, der – wie alle meine Rotweine – im Holzfass ausgebaut ist. Wein aus Liechtenstein ist... ...etwas ganz Besonderes, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Qualität unserer Weine hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert und die Auswahl beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf leichte Landweine.

Mehr Informationen www.hz-weinbau.li 57


Kultur/Genuss

Die Kunst des Geniessens Einheimischer Bergkäse, delikate Fisch- und Fleischgerichte, feine Süssspeisen – so abwechslungsreich wie die Geographie des Landes ist auch seine Gastronomie, die eine kulinarische Brücke zwischen Tradition und Moderne schlägt. So findet man neben urigen Gasthäusern, die die bodenständige, heimische Küche pflegen, auch eine erstaunliche Dichte an Gourmetrestaurants, die im Gault&Millau und im Guide Michelin ausgezeichnet wurden. Gemessen an der Einwohnerzahl hat das Fürstentum wahrscheinlich die höchste «Genussdichte» der Welt. Text: Rebecca Testi-Marogg

Hausgemachte Liechtensteiner Spezialitäten serviert man beispielsweise in der «Wirtschaft zum Löwen», die in einem 400 Jahre alten Bauernhaus in Hinterschellenberg ihre Gäste empfängt. Schwartenmagen, langsam gereifter Käse, Käsknöpfle oder im Herbst Schlachtplatten mit Krautwurst, Kesselfleisch und Sulzbraten stehen auf der Karte. Die Rezepte werden seit sechs Generationen in der Familie vererbt. Eine ebenso gute Küche bieten beispielsweise die Weinlaube in Schellenberg, der Landgasthof Rössle in Ruggell oder das «Turna» in Malbun. Übrigens ideal, um Genuss und Wandern zu kombinieren...

Käsknöpfle ist das Nationalgericht der Liechtensteiner.

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Käsknöpflekönigin Das Nationalgericht der Liechtensteiner ist ein vegetarisches – die Käsknöpfle. Als ungekrönte Käsknöpflekönigin des Landes gilt Martha Bühler. Die frühere, erfolgreiche Skirennfahrerin hat nach ihrer Sportkarriere eine neue Leidenschaft entwickelt – das Käsknöpflekochen. Das Kochduell im ZDF gewann sie im vergangenen Jahr souverän. Aufgrund der grossen Nachfrage bietet sie übrigens neu Kochkurse an.


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Genussvolle Lebenskunst – der Sonnenhof in Vaduz

Gaumenfreuden und Genussmomente Echte Haute Cuisine und damit Genuss pur bieten unter anderem die Restaurants «Schatzmann» (17 Gault&Millau-Punkte) in Triesen und «Sonnenhof» (16 Gault&Millau-Punkte) in Vaduz – letzteres übrigens mit direktem Blick auf das Schloss und die majestätische Kulisse der Liechtensteiner und Schweizer Alpen. Der «Torkel» (16 Gault&Millau-Punkte), idyllisch inmitten von Weinbergen gelegen, ist das Spezialitätenrestaurant des Fürsten und bietet eine ausgezeichnete Küche. Exoten Die traditionelle Küche Liechtensteins wird durch internationale Anbieter ergänzt. Neben den typischen italienischen Restaurants überrascht das Angebot an fernöstlichen Spezialitäten: Beispielsweise japanisches Sushi im CAFE im Kunstmuseum, Indisch im Schlössle Mahal sowie thailändische und chinesische Küche in zahlreichen Gastronomiebetrieben – vom «Take away» bis zum Restaurant.

Mit einem guten Wein und edlen Menü den Abend im Alpenhotel Vögeli geniessen. T +423 265 31 00, www.alpenhotel.li

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Kultur/Genuss

Kaffee de Luxe Für eine Tasse guten Kaffees lohnt es sich übrigens nach Schaan in die preisgekrönte Gourmet-Kaffeerösterei Demmel zu fahren. Die sortenreinen Kaffees und Kaffeespezialitäten, die man hier probieren und kaufen kann, werden in der gläsernen Manufaktur mehrmals wöchentlich in liebevoller Handarbeit geröstet.

Park Hotel Sonnenhof Im gefühlten Herzen Europas vereint eines der romantischsten BoutiqueHotels der gesamten Alpenregion alles, was man sich unter einem «Sonnigen Leben in privater Atmosphäre» vorstellt: Den kulinarischen Hochgenuss und einen sinnlichen Kosmos für die ungestörte Zweisamkeit. Und ganz nebenbei bietet das von Starkoch Hubertus Real und seiner Familie liebevollgeführte Relais & Châteaux Hotel mit eigenem Traumpark den besten Blick auf das Schloss Vaduz, die Alpen und die nahe gelegenen Weinberge.

Kuchen? Kuchen! Lust auf Kuchen? Das Alpenhotel Vögeli und das Hotel-Restaurant Galina in Malbun sind für seine Torten weit über die Grenzen hinaus bekannt. Es lohnt sich schon alleine wegen eines Stückes der ausgezeichneten Schwarzwälder Torte in den Ski- und Ferienort Malbun zu fahren. Alternativ gibt es hier die Weisswälder Torte – ein echtes, schmackhaftes Unikat. Beim gedeckten Apfelkuchen gilt das Gasthaus Masescha als Geheimtipp. Egal, wofür man sich entscheidet – insgesamt bieten die Cafés und Konditoreien in Liechtenstein für Naschkatzen fürstlich gute Süssspeisen aller Art... Biergenuss Das Liechtensteiner Brauhaus und PrinzenBräu sind echte Genussbringer: Kristallklares Wasser und beste Zutaten prägen diese Biere. Vom «Alt» über «Krona», «Monarch» und «Naturblond» bis zum «Weiza» u.v.m. reicht das Angebot. Ideal, um den Abend bei einem kühlen Bier genussvoll ausklingen zu lassen… Weitere Informationen über alle Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten unter www.tourismus.li

T +423 239 02 02 www.sonnenhof.li

Gastlich, herzlich, urig: Das Familienhotel Turna ist für echte Gastfreundschaft und herzhaft gesundes Essen bekannt. Hotel Turna: T +423 265 50 40, www.turna.li

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Night life

Das Nachtleben in Liechtenstein ist ein besonderes – klein, trendig und genau deshalb cool. Insider wissen genau, wo wann was los ist. Für alle anderen wird es oft erst auf den zweiten Blick sichtbar...

An warmen Sommerabenden spielt sich das Nachtleben überwiegend im Freien ab, wenn die Tische im Vaduzer Städtle die Fussgängerzone in Beschlag nehmen oder in Schaan südliches Flair zum Flanieren von einem Lokal zum nächsten einlädt. Wo pulsiert das Nachtleben? Zum Beispiel in den Bars «Zwei» und «Nexus» im Zentrum von Vaduz. Clubatmosphäre gibt es u.a. auch im Soho Supperclub in Schaan, der als Hotspot beliebt ist. Wilde Nächte in Liechtenstein enden oft im «Johnny’s», offiziell die «Long John Bar» genannt. Das «Bogarts» und das «Black Pearl» in Schaan sind zwei weitere beliebte Locations der Szene wie auch die «Räbabar» in Mauren. Alpenländisch-zünftig geht es beispielsweise in Malbun ab, unter anderem in der urigen «Elchbar» im Alpenhotel (insbesondere beim Aprés-Ski im Winter), der «Gitzi Höll» und der legendären kleinen «Engelburg».

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Kultur/Genuss

Highlights 2014/2015 Rund 500 Veranstaltungen pro Jahr: Das Fürstentum Liechtenstein bietet das gesamte Jahr eine Vielzahl an Veranstaltungen – von hochwertigen Kulturevents über Top-Sportveranstaltungen bis zu den kleinen, feinen «Fäschtle» der Vereine. Neben der folgenden Auswahl der im Juli 2014 bekannten Events finden sich alle Veranstaltungen stets aktuell unter www.tourismus.li/events.

20. LIHGA 5.–13. September 2014 Schaan, Messeplatz im alten Riet www.lihga.li 47. Bundessängerfest 12.–13. September 2014 Eschen www.mcn.li The Princely Liechtenstein Tattoo 12.–14. September 2014 Schellenberg Burgruine www.princely-tattoo.li Beizafestival 19. September 2014 Schaan, Vaduz www.beizafestival.li

Die letzten Romantiker 175-Jahr Rheinberger-Jubiläum Bis 21. September 2014 Vaduz, Landesmuseum www.landesmuseum.li Dresdner Sinfoniker 22. Oktober 2014 Vaduz, Vaduzersaal www.tak.li Vaduz on Ice 11. November 2014–6. Januar 2015 Vaduz, Städtle www.vaduz-on-ice.li Weihnachtsmarkt Vaduz 13.–14. Dezember 2014 Vaduz, Städtle Weitere Weihnachtsmärkte und Details unter www.tourismus.li Weihnachtskonzert 23. Dezember 2014 Vaduzer Saal, Vaduz www.tak.li Saisonstart Skigebiet Malbun 13. Dezember 2014 www.tourismus.li www.bergbahnen.li

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EYOF European Youth Olympic Festival 25.–30. Januar 2015 Vorarlberg/Liechtenstein www.eyof2015.org Fasnacht Die Narren sind los – landauf, landab 12.–17. Februar 2015 Liechtenstein www.fasnacht.li

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Ein Sommernachtstraum William Shakespeare und Felix Mendelssohn 30. Juni 2015 Vaduzer Saal, Vaduz Mit Klaus Maria Brandauer Musik: Kammerorchester Basel www.tak.li

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Fürstenwoche 9.–16. August 2015 Liechtenstein www.tourismus.li/fuerstenwoche Staatsfeiertag 15. August 2015 Vaduz www.staatsfeiertag.li

Schatzkammer Liechtenstein Eröffnung Ostern 2015 (geplant) «Vom Fürstentum über die Welt ins Weltall»: Gezeigt werden einzigartige Objekte, u. a. das Apfelblütenei von Fabergé (grösstes Fabergé-Ei der Welt), Mondgestein von den Flügen der Apollo 11 und Apollo 17 etc. www.landesmuseum.li Rubel, Riet & Rock’n’Roll TAK, 21./22. April, 7./8. Mai 2015 www.tak.li Eröffnung des Weissen Würfels Juni 2015 (geplant) www.hiltifoundation.org LGT Alpin Marathon 13. Juni 2015 www.lgt-alpin-marathon.li

The Princely Liechtenstein Tattoo 4.–6. September 2015 Schellenberg Burgruine www.princely-tattoo.li Saisonstart Skigebiet Malbun 12. Dezember 2015 www.bergbahnen.li

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Die Brennerei Telser Meisterdestillate aus Tradition Exzellente Schnäpse, Gin und Whiskey: Seit über 130 Jahren verfeinert die Brennerei Telser in Triesen – als einzige ihrer Art – Obst, Getreide und vieles mehr in einzigartige Genussprodukte. Über 30 Goldmedaillen bestätigen ihre Qualität seit Jahrzehnten. Internationale Experten zeichneten den «Telsington Whisky» soeben als einen der besten Europas aus. Das Familienunternehmen bietet ganzjährig Degustationen und Brennerei-Führungen durch das denkmalgeschützte, über 500-Jahre alte Bauernhaus an. Weitere Informationen T +423 392 53 73 und www.brennerei-telser.com

Souvenirstempel Sehenswert und dekorativ: Der Souvenir-Stempel dokumentiert den Aufenthalt im Fürstentum Liechtenstein. Das Tourist Office bestätigt für 3 CHF (2,50 Euro) den Besuch des Gastes in Liechtenstein. Weitere Informationen T +423 239 63 63 und www.tourismus.li

Made in Liechtenstein

Souvenirs mal anders Wie kann man Liechtenstein als tragbare, originelle Erinnerung mitbringen? Ganz einfach: Kurz im «Hoi-Laden» oder dem Landesmuseum-Shop einen Stop einlegen. Spezielle, fürstliche, sinnvolle oder witzige Dinge erwarten die Besucher. Die Produkte stammen in der Regel aus der Region oder sind typisch für das Land – vom Bleistift mit Krone über den Flachmann aus Holz und historische Postkarten bis zum Fürstenhemd reicht das Angebot. In die Welt der edlen Düfte entführt zusätzlich das Landesmuseum, das über einen eigenen Museumsshop verfügt – einfach mal vorbei schauen… Weitere Informationen Hoi-Laden: T +423 230 39 39 und www.hoi-laden.li Landesmuseum: T +423 239 68 20 und www.landesmuseum.li 64

Ein Stück Liechtenstein aus dem «Hoi-Laden»: Das Holzbrett in Landesform sowie das Ribel-Set mit Bio-Mehl aus der Mühle Balzers.


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Die kleinsten Botschafter Klein, fein, faszinierend: Seit Briefmarken gedruckt werden, sind sie als Sammlerobjekt begehrt. Die Philatelie Liechtenstein überrascht regelmässig mit einzigartigen Exemplaren und Serien. Und wird dafür international ausgezeichnet. Sammler aus der gesamten Welt kommen daher nach Liechtenstein. Eine Übersicht bietet der Shop im Liechtenstein Center, dem offiziellen Tourismus Büro. Tipp: Das Postmuseum im Städtle 37 zeigt über 100 Jahre Briefmarkengeschichte hautnah. Kostenfreier Eintritt. Weitere Informationen T +423 399 44 66 und www.philatelie.li

Dolce Schokolade Lecker, kreativ, exklusiv: Diese Schokolade verführt. Das Dolce ist beliebt für seine köstlichen Eigenproduktionen sowie die offene Frischschokolade aus der Schweiz. Ein Paradies für Schokoladenliebhaber und auch ideal als Geschenk. Auf den Punkt gebracht: Purer Genuss für jeden. Weitere Informationen T +423 232 67 00 und www.dolce.li

Ein Unikat: «Der Monarch» Hersteller: Reinhard Servello, Bobber Anstalt Gewinner des European BBO Champion 2012, Aufbau: 2012, Motor: 1972 Shovelhead Rahmen: Bobber Einarm-Starrahmen, Lack: Spezial-Lackierung mit Kohle-Skizzen by Marcus Pfeil, Gravuren: Old Style Handgravuren by Marcus Pfeil. Weitere Informationen T +423 392 24 90 und www.bobber.li

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Wirtschaft/Bildung

Kleines Land, grosse Ideen Das Fürstentum bietet Menschen mit aussergewöhnlichen Ideen einen kreativen Schaffensort. Hier lohnt sich Unternehmertum. Das Staatsoberhaupt geht als gutes Vorbild und erfolgreicher Unternehmer vorweg. Zufall ist es daher nicht, dass sich Firmen aus Liechtenstein zu globalen Top-Nischenplayern im Weltmarkt entwickeln und behaupten. Das Land bietet attraktive Rahmenbedingungen und echte Wachstumsperspektiven. Text: Markus Kaufmann · Foto: Roland Korner


WIR BAUEN EINE BESSERE ZUKUNFT.

21 000 Mitarbeitende begeistern weltweit unsere Kunden. Wir identifizieren die Bedürfnisse der Bauindustrie und schaffen mit innovativen Lösungen überlegenen Mehrwert. Wir fördern ein Klima, in dem jedes Teammitglied persönlich wachsen kann und handeln verantwortlich gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Hilti Aktiengesellschaft│9494 Schaan│Liechtenstein │www.facebook.com/hiltigroup Hilti. Mehr Leistung. Mehr Zuverlässigkeit. 68


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Top-Wirtschaftsstandort mit Global Playern Liechtenstein bietet Unternehmern die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: Die Entwicklung und den Erfolg des eigenen Unternehmens.

Das Fürstentum überrascht mit exzellenten Standortfaktoren: Dem Zugang zu zwei Märkten (EU und der Schweiz), der Mitgliedschaft in der EFTA und den damit verbundenen Freihandelsabkommen, der liberalen Wirtschaftsordnung mit einem attraktiven Steuersystem und den liberalen Arbeitsgesetzen. Ob Hightech-Bohrmaschinen (Hilti Aktiengesellschaft), Pizzas für Italien (Herbert Ospelt Anstalt) oder Heizsysteme für den Buckingham Palace (Hoval AG) – aus zahlreichen Bereichen kommen die Weltmarktführer direkt aus Liechtenstein. Erfolgreiche Unternehmer Leistung lohnt sich: Ein ausgeprägtes Unternehmertum vor Ort, das aktiv gelebt wird und hervorragende Rahmenbedingungen des Kleinstaates sind die Garanten für Erfolg. Namen wie Martin Hilti, Gründer des Weltkonzerns Hilti, Max Auwärter, Pionier in der Vakuumbeschichtungstechnik und Gründer der Balzers AG (heute Oerlikon

Balzers) zeigen, dass in einem liberalen Umfeld Unternehmertum zum Erfolg führt. Das Gleiche gilt für die Ivoclar Vivadent AG, die von ihrem Hauptsitz in Liechtenstein aus 120 Länder mit Dentalprodukten beliefert und Marktführer ist. Weltweit Liechtenstein Made in Liechtenstein: Vieles, was an anderen Orten der Welt erfolgreich umgesetzt wird, hat auch einen Teil Liechtenstein in sich. Ob dies die erste bemannte Mondlandung 1969 war, bei der Produkte der Oerlikon Balzers im Einsatz waren (weltweit einzigartige Beschichtungen), oder ein aktuelles Konzert von Miley Cyrus, das ohne die Stecker der Neutrik AG aus Schaan nicht stattfinden würde. Ein kleines Stück Liechtenstein ist (fast) immer dabei. Weitere Informationen unter: www.liechtenstein-business.li

Top business location home to global players Fakten Über 4’000 Unternehmen haben sich in Liechtenstein niedergelassen und sorgen für eine rekordverdächtige Unternehmensdichte von 1 Unternehmen pro 9 Einwohnern.

Liechtenstein is an excellent place to do business. As well as offering direct access to two markets (EU and Switzerland) and being a member of the EFTA and its associated free trade agreements, the Principality pursues liberal economic and labour policies and offers an attractive fiscal system. These conditions leave entrepreneurs free to concentrate on what really matters – developing their business. For more information visit www.liechtenstein-business.li

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Wirtschaft/Bildung

Tradition & Innovation Zahlreiche Standortvorteile, eine liberale, stabile Wirtschaftspolitik, ein AAA-LänderRating, eine hohe Zentralität in Europa und als i-Tüpfelchen noch eine exzellente Lebensqualität, die tägliche Kreativität ermöglicht: Das ist Liechtenstein. Text: Markus Kaufmann

Innovativer Fahrzeugbau Die Kaiser AG aus Schaanwald ist Technologieführer bei Fahrzeugen für die Kanalreinigung und industrielle Entsorgung sowie bei Mobil-Schreitbaggern. Fünf eigene Standorte und ein Netzwerk von über 100 Vertriebs- und Servicepartnern sorgen dafür, dass diese liechtensteinischen Spezialfahrzeuge leistungsstark und zuverlässig auf fünf Kontinenten ihren Dienst verrichten. Kaiser Fahrzeuge sind für den Einsatz in extremen Einsatzgebieten konzipiert, absolut zuverlässig und einzigartig. www.kaiser.li

Hilti Gruppe – Tradition und Innovation

Wärmebehandlung made in Schaan Die Bodycote Rheintal Wärmebehandlung AG ist der Marktführer der Region auf dem Gebiet der technischen Wärmebehandlung von Stahlbauteilen, die im Automobil-, Flugzeug- und Maschinenbau verwendet werden. Das Dienstleistungsunternehmen ist ein regionaler Betrieb, der sich durch Innovation, Service-Denken und Verlässlichkeit auszeichnet und ein hohes Leistungspotenzial hat. Bodycote vereint langjährige Erfahrung, hohes Fachwissen und gilt als ein attraktiver Arbeitgeber. Aktuell sind in Schaan 50 Mitarbeitende, davon neun Auszubildende, tätig. www.bodycote.li

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Innovativ, dynamisch, erfolgreich: Dies verkörpert die Hilti Gruppe aus Schaan, ein Familienunternehmen, das 1941 als mechanische Werkstatt mit fünf Mitarbeitern gegründet wurde und heute ein Weltkonzern im Bereich Befestigungs- und Abbautechnik mit über 21’000 Mitarbeitern ist. Die wesentlichen Treiber des Erfolgs waren stets ein engagiertes Team und Produktentwicklungen, die neue Standards setzen. Mit dem Innovationszentrum, das 2015 eröffnet wird, verstärkt das Unternehmen den Bereich Forschung und Entwicklung und baut den Hauptstandort weiter zu einem Kompetenzzentrum für Spitzentechnologie aus. www.hilti.com Oerlikon Balzers auf Expansionskurs Mit der Fusion von Oerlikon Balzers und Sulzer Metco ist im Juni ein globaler Technologieführer für Oberflächenlösungen entstanden. Das neue Oerlikon-Segment «Surface Solutions» beschäftigt weltweit rund 6’000 Mitarbeitende, betreibt 110 Beschichtungszentren und erzielt einen Umsatz von über 1 Mrd. CHF. Die beiden Business Units Oerlikon Balzers und Oerlikon Metco sind seit Jahrzehnten an der Entwicklung von wegweisenden Beschichtungstechnologien beteiligt, u.a. Dünn-


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Unternehmertum lohnt sich Liechtenstein ist ein ausgezeichneter Ort für Firmenansiedlungen. Unternehmertum lohnt sich. Die Vorteile des attraktiven Standorts lassen sich nicht an einer Hand abzählen:

Ein Multitalent: Der Schreitbagger der Kaiser AG.

schichttechnik, Plasmawärmebehandlung und Laserauftragsschweissen. Ziel ist die Optimierung von Bauteilen und Produkten. Hauptsitz des neuen Weltmarktführers ist Balzers. www.oerlikon.com Swarovski bringt das Funkeln in den Alltag Wer bei Swarovski arbeitet, ist mittendrin in einem Familienbetrieb mit vielfältigen Aufgaben und Karrierechancen in einem weltweiten Netzwerk. In Triesen beschäftigt Swarovski über 600 Mitarbeiter. Dieser Standort ist für das Supply Chain Management aller funkelnden Swarovski Artikel weltweit zuständig und betreibt dazu Zentrallager in Triesen und Singapur mit einem Logistikvolumen von über 27 Millionen Stück pro Jahr. Weitere Funktionen in Triesen sind Verkaufs- und Betriebsplanung; Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Qualität für verschiedene Produktbereiche; Produktionszentren für Swarovski Figurinen in Liechtenstein und Thailand; Vertrieb von Swarovski Kristall Produkten. Die Swarovski Gruppe erreichte 2013 mit rund 30’000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 3.02 Mrd. EUR. www.swarovskigroup.com

• Hohes Mass an politischer Kontinuität und Stabilität • Breite Diversifikation des Wirtschaftsstandorts • Zwei Marktzugänge (Europa und Schweiz) • Liberale Wirtschaftspolitik • Stabile Sozial-, Rechts- und Wirtschafts­ ordnung • Moderate Unternehmensbesteuerung, einfaches Steuersystem (Flat-Tax) • Liberales Gesellschaftsrecht • Solide Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte • AAA-Länder-Rating • Schweizer Franken als gesetzliches Zahlungsmittel • Sehr gute Infrastruktur • Überschaubare Grösse, die Flexibilität und kurze Entscheidungswege mit sich bringt • Grosse Kapitalkraft der öffentlichen Hand • Förderung von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten Ihr Ansprechpartner für Firmengründungen Einheitlicher Ansprechpartner EAP Besucheradresse: Haus der Wirtschaft Poststrasse 1 9494 Schaan T +423 236 69 96 eap@llv.li

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Wirtschaft/Bildung Studieren mit Aussicht – der Panoramablick über die Alpen und das Rheintal ist faszinierend und inspirierend zugleich.

Von der Spinnerei zur Universität Markant schiebt sich in leicht erhöhter Lage über Vaduz der moderne Glasanbau vor die Industriearchitektur der ehemaligen Baumwollspinnerei: Wo früher Maschinen ratterten, bietet heute die Universität Liechtenstein ihren Studierenden und Forschenden Raum zum Denken mit Leidenschaft. Bauliche Details in der «Denk-Fabrik» erinnern an die industrielle Vergangenheit, während der Campus einen dynamischen Bildungs- und Forschungsstandort Liechtenstein symbolisiert. Text: Herwig Dämon Fotos: Universität Liechtenstein

Fakten Gründung: 1961 Trägerschaft: Staat und Wirtschaft Motto: Studieren mit Aussicht Ort: Vaduz Studenten: ca. 1’200 Mitarbeiter: ca. 200 Netzwerke: IBH www.uni.li

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Die ehemalige Baumwollspinnerei Jenny, Spoerry & Cie. geht auf die Ursprünge der Industrialisierung Liechtensteins zurück. In der Absicht, die Zollschutzmauern des österreichischen Kaiserreiches zu überwinden, hat der Fabrikant Johann Jakob Spoerry 1883 in Liechtenstein ein AllmeindGrundstück erworben, um die Baumwollspinnerei aufzubauen, die bis 1992 produzierte. Nach einem internationalen Architekturwettbewerb und dem Umbau durch das Münchner Architekturbüro Karl und Probst startete 2002 der Studienbetrieb in einer neuen «Denk-Fabrik», die sich den industriellen Charakter bewahrt hat. Vom Abendtechnikum zur Universität Der Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg verlangte nach Fachkräften für die Industrie, die im noch stark bäuerlich-gewerblich geprägten Liechtenstein nicht zu finden waren. Um diesen Mangel zu beheben, wurde 1961 ein Abendtechnikum eröffnet. In fünf Jahrzehnten einer dynamischen Entwicklung vollzog sich der Wandel von der Ingenieursausbildung für den lokalen Bedarf zu einer international ausgerichteten Universität mit regionaler Verankerung. Regionale Relevanz und internationale Reputation Heute stellt sich die Universität Liechtenstein den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit – mit innovativen Studiengängen in der Aus- und Weiterbildung, fokussierter Forschung, dynamischem Wissenstransfer und besten Rahmenbedingungen für Studierende.


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Von der Textil- zur DenkFabrik: Internationales Flair an der Universit채t Liechtenstein

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Unsere Universität in Triesen Kluge Köpfe denken weiter Die staatlich und international anerkannte Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) hat Modellcharakter im postgradualen und berufsbegleitenden Ausbildungs- und Forschungsbereich. Bei uns haben die Studierenden die Möglichkeit, in freundlicher, motivierender und vor allem persönlicher Atmosphäre konzentriert und effizient zu arbeiten. Wir verfügen über hochrangige Lehrkräfte, die eine herausragende Qualität in Lehre und Forschung garantieren. Unser auffälligstes Merkmal ist die persönliche Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden und das Universitätspersonal. Anstelle eines starren Lehr- und Forschungsangebotes wird an der UFL auf die jeweiligen Bedürfnisse der Auszubildenden und Forschenden eingegangen. Die Anzahl der Studierenden ist limitiert, um so den persönlichen Charakter der Institution beibehalten zu können.

Studieren an der UFL in Liechtenstein • berufsbegleitende Ausbildung • staatlich und international anerkannte Abschlüsse • Teaching on demand – hochqualifizierte Lehrkräfte vor Ort • familiäre Atmosphäre, intensive und persönliche Betreuung • Internationale Kooperation und Vernetzung

Rechtswissenschaftliche Fakultät • Doktoratsstudium Rechtswissenschaften mit Abschluss «Dr. iur.» • CAS Gesundheitsrecht

Medizinisch-Wissenschaftliche Fakultät • Doktoratsstudium Medizinische Wissenschaft mit Abschluss «Dr. scient. med.» und «PhD»

Öffentliche Veranstaltungen • Vortragsreihe «Health and Life Sciences» • Rechtswissenschaftliches Symposium zum Gesundheitsrecht

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Bei uns sind Sie immer willkommen!

www.ufl.li


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Dass die Universität aussergewöhnliche Angebote bereit hält, zeigen innovative Lehrkonzepte, das ausgezeichnete Betreuungsverhältnis und der direkte persönliche Kontakt zu Dozierenden. Die vier Institute Architektur und Raumentwicklung, Entrepreneurship, Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsinformatik setzen auf eine kreative, leistungsbetonte und internationale Lernumgebung. Der Campus bietet rund 1’200 Studierenden aus 40 Nationen viel Raum, sich in anregender Atmosphäre voll zu entfalten. Forschung mündet in Innovation Die Forschungsthemen der Universität Liechtenstein in nachhaltigem Planen und Bauen, Entrepreneurship, Wealth Management und Business Process Management sind international gefragt und weisen einen starken Bezug zur regionalen Wirtschaft und Gesellschaft auf. Die Ergebnisse der Forschung werden weit über die Region hinaus beachtet und fördern die Reputation Liechtensteins als Wissenschaftsstandort. Darüber hinaus baut die Universität ihre Leistungen im Wissens- und Technologietransfer laufend aus – und stiftet so direkten Nutzen für öffentliche sowie private Auftraggeber. Damit trägt die Universität Liechtenstein mit ihrem Campus in einem markanten Gebäuden der Industrialisierung als offene Innovationsstätte zur Zukunftsfähigkeit des Landes bei. Eine weitere Universität in Liechtenstein – die UFL Mit der UFL (Private Universität im Fürstentum Liechtenstein) besteht eine zweite grosse Bildungseinrichtung im Land mit Vorbildcharakter. Ihr Fokus liegt im postgradualen und berufsbegleitenden Ausbildungs- und Forschungsbereich. Weitere Informationen unter www.ufl.li

Businessplan-Wettbewerb Wie eng an der Universität Liechtenstein Forschung, Lehre und Transfer verzahnt sind, verdeutlicht auch das KMU-Zentrum. Es ist Drehscheibe für Wissensvermittlung und andere Dienstleistungen für Klein- und Mittelbetriebe in der Region und führt den Businessplan Wettbewerb Liechtenstein/Rheintal durch. Der Wettbewerb bietet jungen Startups die Chance, einen Businessplan unter professioneller Anleitung zu erstellen und sich mit der eigenen Geschäftsidee einem kritischen Feedback zu stellen. www.businessplan.li

University of Liechtenstein: from spinning cotton to forging ideas Perched slightly above Vaduz lies an eye-catching glass building in front of a former cotton mill. Today, however, the whizzing and whirring of machines has been replaced by the University of Liechtenstein with 1’200 students and researchers from around 40 countries. While some aspects of the original factory have been maintained, the modern campus is a symbol of Liechtenstein’s position as a dynamic hub of education and research. Offering a unique flair and breathtaking views of the Alps, the university is a centre of innovation for architecture, spatial planning, financial services and business IT in the region comprising Liechtenstein, Switzerland, Austria and the area around Lake Constance in southern Germany. For more information visit www.uni.li and www.liechtenstein-business.li

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Dynamik heisst, mit dem Rhythmus zu gehen. Die VP Bank ist eine flexible und schnelle Spezialistin, die immer auf dem Laufenden ist. Lassen Sie sich mitreissen. Denn nur wer sich bewegt, kommt vom Fleck. Sicher voraus.

VP Bank AG · Aeulestrasse 6 · 9490 Vaduz · Liechtenstein T +423 235 66 55 · F +423 235 65 00 · info@vpbank.com · www.vpbank.com Die VP Bank Gruppe ist vertreten in Vaduz, Zürich, Luxemburg, Moskau, Tortola/BVI, Hongkong und Singapur.

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Finanzplatz 2.0 Der Finanzplatz präsentiert sich heute professionell, rechtssicher und international gut vernetzt. Er gilt als attraktiver Standort für Banken, die Versicherungswirtschaft, die Fondsindustrie und die Treuhandbranche. In den letzten Jahren hat sich Liechtenstein für Finanzdienstleister erfolgreich neu positioniert. Text: Markus Biedermann · Foto: Paul Trummer

Liechtenstein wird heute in internationalen Organisationen und von interessierten Marktbeobachtern als verlässlicher, vertrauenswürdiger und innovativer Partner wahrgenommen und respektiert. Die hiesigen Finanzdienstleister haben zwei Paradigmenwechsel etwas früher vollzogen als andere Finanzplätze: Sowohl die internationale Steuerkonformität ausländischer Kunden als auch das Bekenntnis zur Einführung eines automatischen Informationsaustausches mit ausländischen Steuerverwaltungen gehören zu den neuen, grundlegenden Rahmenbedingungen. Klar kommuniziert wurden sie durch eine Regierungserklärung im November 2013 sowie durch die so genannte Liechtenstein-Erklärung im März 2009. Die Abkommenspolitik der Regierung zielt auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den wichtigsten Ländern der Welt ab. Klare Kundenorientierung Der konsequente Kundenfokus ist für die Dienstleister im Kleinstaat Liechtenstein zu einer Chance geworden. Der Finanzplatz ist ein auf die internationale Vermögensverwaltung spezialisierter Nischenplayer mit einer jahrzehntelangen Erfahrung. Die umfassende, professionelle Betreuung von vermögenden Kunden ist und bleibt die Kernkompetenz der liechtensteinischen Finanzdienstleister. Anspruchsvolle, komplexe Lösungen verlangen nach umfassendem Know-how. Kunden des Liechtensteiner Finanzplatzes können auch künftig von der grossen Erfah-

rung in den Bereichen der Vermögensstrukturierung, Vermögensverwaltung sowie der Nachfolgeplanung profitieren. Angesichts der internationalen Entwicklungen und der zunehmenden Komplexität bei der grenzüberschreitenden Vermögensplanung wird diese Expertise immer wichtiger, insbesonders für Familiy Offices. Verlässlichkeit und hohe wirtschaftliche sowie politische Stabilität Die Kunden schätzen zudem die hohe wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes sowie die Solidität und Verlässlichkeit unserer Institute, die liberalen Gesetze und die qualitativ hochstehenden Dienstleistungen, für die Liechtenstein international bekannt ist. In den letzten Jahren haben sich auch einige interessante Nischenplayer positioniert. Dazu zählt z.B. die Microfinance Initiative Liechtenstein. Sie leistet einen effektiven und unternehmerischen Beitrag zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. Die Rating Stiftung CARLO Foundation ihrerseits soll als bislang einzige Agentur dieser Art kommerzielle und nachhaltige Finanzprodukte inte­griert betrachten. Bereits eine längere Tradition hat auf dem Finanzplatz Liechtenstein die Philanthropie. Auch dort hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Professionalisierung und Diversifizierung stattgefunden. Grundlage dafür ist das neu formulierte, internationale Standards setzende Stiftungsrecht.

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Wirtschaft/Bildung

Vorbildlich reformiert Der Finanzplatz hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich reformiert und neu aufgestellt. Sein Zukunftspotenzial liegt vor allem in der spezialisierten Vermögensverwaltung. In Zeiten regulatorischer Transformation sind Kleinheit und Flexibilität ein entscheidender Innovations- und damit Wettbewerbsvorteil. Der Finanzplatz bietet seinen Kunden diesbezüglich ein einzigartiges Zukunftspotenzial.

Verwaltete Vermögen steigen Am meisten Gewicht auf dem Finanzplatz haben die derzeit 17 lizenzierten Banken. Sie sind hauptsächlich im Wealth Management tätig und haben per Ende 2013 ein Kundenvermögen von 195 Milliarden Franken verwaltet. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Darin eingeschlossen sind die Vermögen ausländischer Gruppengesellschaften. Insgesamt arbeiten im Finanzsektor rund 5’000 hochqualifizierte Personen. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Erwerbstätigen. Sie erwirtschaften 27 Prozent der Bruttowertschöpfung des Landes. Damit ist die Finanzbranche hinter der Industrie der zweitgrösste Wirtschaftsfaktor. Interesse am Wirtschaftsstandort Liechtenstein? Alle Informationen unter www.liechtenstein-business.li und www.bankenverband.li

Das AAA-Rating von Standard & Poor’s unterstreicht die Stabilität des Standortes Liechtenstein.

Fakten AAA-Rating: Standard & Poor’s hat Liechtenstein erneut die Bestnote Triple-A verliehen. Nur noch 18 Länder weltweit haben diese Top-Bewertung. (März 2014)

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Liechtenstein’s financial centre – change as a challenge and a chance Liechtenstein is home to a professional financial services industry with a solid legal framework and strong international connections. This makes the Principality an attractive location for banks, insurance companies, funds and trusts. In recent ye-

ars, Liechtenstein has succeeded in repositioning itself within the financial services industry. Today it is seen and respected as a reliable, trustworthy and innovative partner by international organisations and market observers. Liechtenstein is one of the few countries to still have an AAA credit rating. For more information visit www.liechtenstein-business.li


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Mit internationaler Stimme Liechtenstein kann seine politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen nur mit einer aktiven Aussenpolitik wahren. In einer globalisierten, stark vernetzten Welt werden immer mehr politische Entscheidungen auf internationaler Ebene gefällt. Zwischenstaatliche Verhandlungen oder Verhandlungen im Rahmen von internationalen Organisationen gehören zur Tagesordnung. Text: Günther Meier   ·  Fotos: Brigitt Risch und ikr

Der UNO-Generalsekretär, Ban Ki Moon, besuchte am 1. September 2010 Liechtenstein. Sein Aufenthalt in Liechtenstein stand im Zeichen der Feierlichkeiten zur 20-jährigen Mitgliedschaft Liechtensteins bei der UNO. Dabei entstand das Bild, das Ban Ki Moon mit den UNO-Sicherheitsbeamten und den Gastgebern, Aussenministerin Aurelia Frick und dem liechtensteinischen Uno-Botschafter Christian Wenaweser, zeigt.

Solidarisch, verlässlich, engagiert Die fortschreitende Internationalisierung stellt für Liechtenstein und seine Aussenpolitik eine Herausforderung dar. Mit einer gezielten und fokussierten Politik ist das Fürstentum aber trotzdem erfolgreich darin, mit begrenzten Ressourcen eine auf langfristige Ziele ausgerichtete Aussenpolitik zu betreiben. Die Aussenpolitik des Landes arbeitet international aktiv als solidarischer, verlässlicher und engagierter Partner mit, um wirkungsvolle Netzwerke aufzubauen und den Anliegen des Landes international Gehör zu verschaffen. Liechtenstein setzt sich dabei vor allem für einheitliche und schlanke rechtliche Spielregeln und den Erhalt nationaler Handlungsspielräume ein.

Nachbarschaft, Integration und Aussenwirtschaftspolitik Liechtenstein versteht seine Aussenpolitik somit in erster Linie als Interessenwahrungspolitik und richtet die aussenpolitischen Prioritäten und Aktivitäten danach aus. Eine zentrale Bedeutung kommt seit jeher der Nachbarschaftspolitik zu. Mit der Schweiz und Österreich ist die rechtliche und wirtschaftliche Verflechtung besonders eng; wichtige Partner sind auch Deutschland und die USA. Die Pflege der Beziehungen mit diesen Staaten sowie mit weiteren Partnerstaaten stellt ein Schwerpunkt der liechtensteinischen Aussenpolitik dar. Unser Schicksal ist zudem eng mit dem Schicksal Europas verbunden. Besondere

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Wirtschaft/Bildung

Beachtung schenkt die Aussenpolitik daher der wirtschaftlichen Integration in Europa. Der EWR, der den ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt garantiert, erweist sich weiterhin als die für Liechtenstein angemessene Integrationslösung. Neben dem EWR stellt der weitere Ausbau der EFTA-Freihandelsabkommen ein zentrales Element einer aktiven Aussenpolitik dar. Als vom Export abhängiger Standort ist Liechtenstein auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu ausländischen Märkten angewiesen. Engagement für Menschenrechte und Demokratie Das Fürstentum hat ein ureigenes Interesse, dass die Demokratie weltweit gefördert wird, Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien eingehalten werden und Armut gelindert wird. Kriege, Konflikte, terroristische Aktivitäten oder grosse Armut können direkte Auswirkungen auf Liechtenstein haben. Liechtenstein wird sein Engagement für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit sowie internationale Solidarität weiter aktiv betreiben und hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es in der Lage ist, einen wertvollen Beitrag zu leisten. Dies soll auch in Zukunft so bleiben.

Aussenministerin Aurelia Frick bei einer Ansprache vor der UNOVollversammlung

Diplomatische Vertretungen Liechtensteins im Ausland Die diplomatischen Vertretungen Liechtensteins im Ausland und das Amt für Auswärtige Angelegenheiten vertreten das Fürstentum nach aussen. Sie setzen sich mit grossem Engagement für die Interessen Liechtensteins und seiner Bevölkerung ein und sind bestrebt, die politischen und wirtschaftlichen Anliegen des Landes gegenüber anderen Staaten und internationalen Organisationen bestmöglich zu wahren. Die Vertretungen in der Übersicht: • Liechtensteinische Botschaft in Bern • Liechtensteinische Botschaft in Berlin • Liechtensteinische Botschaft in Brüssel, Liechtensteinische Mission bei der EU in Brüssel • Liechtensteinische Botschaft in Washington • Liechtensteinische Botschaft in Wien, Ständige Vertretung bei der OSZE und bei den UNO-Organisationen in Wien • Ständige Vertretung beim Europarat in Strassburg • Ständige Mission bei der UNO in New York • Ständige Mission bei der EFTA, der WTO und der UNO in Genf

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Liechtenstein’s international voice Liechtenstein can only defend its political, economic and cultural interests through an active foreign policy. In today’s globalised world, close connections between countries mean that more and more political decisions are taken at international level. Among the key policy areas for Liechtenstein is its relationship with neighbouring countries. The Principality enjoys particularly close legal and economic ties to Switzerland and Austria, while Germany and the US are also important partners. To find out how a small state makes its voice heard on the international stage visit www.liechtenstein.li


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Starke Leistung für anspruchvollste Herausforderungen.

KaiSer Produkte überzeugen durch Leistung, herausragende Qualität und hohe Wirtschaftlichkeit. Der antrieb dafür ist innovation. Zahlreiche Patente und bestens ausgebildete Mitarbeiter machen KaiSer zum weltweiten Technologieführer bei Fahrzeugen für die Kanalreinigung und industrielle entsorgung sowie Mobil-Schreitbaggern. Mehr unter www.kaiser.li

Kaiser. Leistung zählt.

KAISER 81


Wirtschaft/Bildung

WO ENTPUPPT SICH GANZ NEUES POTENZIAL? www.entfalten.li

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Fürstlich tagen Kongresse, Seminare, Tagungen oder ein besonderes Event – das Fürstentum überrascht mit einzigartigen Lokalitäten, von grossen Sälen über modernste Gebäude und ruhigen Hotels bis zu historische Burgen. Eine individuelle Betreuung, ein perfekter Service vor Ort und eine fürstliche Atmosphäre erwarten die Gäste. Text: Eric Thiel

Raus aus dem Büro, rein ins Vergnügen: Liechtenstein bietet vielfältige Möglichkeiten, den Teamgeist zu fördern, die Gäste positiv zu überraschen und ihnen ein besonderes Erlebnis zu ermöglichen. Arbeit und Spass können durch die vielen Outdoor-Aktivitäten optimal verbunden werden, z.B. im Hochseilpark im Forst, beim Bogenschiessen im Alpengebiet Malbun («Pfeil und Falke», Adler-Erlebniswanderung), bei den vielfältigen Themenführungen, Landesrundfahrten oder dem Erlernen von echtem Polo in der ersten Poloschule in der Vierländerregion. Exzellent tagen und entspannt feiern Die qualitativ hochwertigen Lokalitäten sind komfortabel ausgestattet und werden zusammen mit moderner Technik allen Ansprüchen gerecht. Vielerorts sind die Gebäude rollstuhlgängig. In der Regel stehen Parkplätze oder eine Tiefgarage in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Einige der Lokalitäten bieten faszinierende Räume und Aussenbereiche, in denen es sich inspirierend arbeiten und danach entspannt feiern lässt, z.B. die Fürstliche Hofkellerei, der Kokon-Corporate Campus, das Veranstaltungshaus Boja 19, die Stein Egerta u.v.m. Auf Wunsch wird der Aufenthalt der Teilnehmer mit einem fürstlichen Stempel in den Tagungsunterlagen dokumentiert. Das Team von Liechtenstein Marketing entwickelt gerne ein massgeschneidertes Angebot auf Anfrage und begleitet den Auftraggeber in allen Phasen der Durchführung.

Veranstaltungshaus Boja 19 T +423 373 79 60 oder www.boja19.li

Buchungen und Anfragen Top-Verkehrsanbindung und Infrastruktur Einfach, schnell und verlässlich: Vier Flughäfen (Altenrhein, Friedrichshafen, Memmingen, Zürich) im Umkreis von rund 1.5 Stunden Autofahrt und die zentrale Lage in der Vierländerregion Deutschland, Österreich und der Schweiz machen Liechtenstein zum optimalen Standort für regionale sowie internationale Anlässe. Die Anbindung nach und die Infrastruktur in Liechtenstein gelten als hervorragend.

Liechtenstein Marketing T +423 239 63 63 www.tourismus.li/mice

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Stein Egerta Das herrschaftliche Seminarzentrum Stein Egerta liegt am Waldrand von Schaan und verfügt über einen legendären Park, der bei schönem Wetter als FreiluftseminarOrt genutzt werden kann.

SAL Schaan Das SAL Veranstaltungszentrum ist ein Ort der Begegnung und der Kultur für die gesamte Region. Kapazität: bis zu 880 Personen Anzahl Räume: 8 Caterer: frei wählbar Weitere Informationen www.sal.li

Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein Das hochwertige Ambiente des imposanten Barriquesaals und der Blick über die Reben auf das fürstliche Schloss Vaduz bieten den idealen Rahmen für private, geschäftliche oder gesellschaftliche Anlässe. Kapazität: bis zu 60 Personen Anzahl Räume: 4 Caterer: eigene Bewirtschaftung

Kapazität: bis zu 150 Personen Anzahl Räume: 2 Caterer: frei wählbar

Weitere Informationen www.stein-egerta.li

Weitere Informationen www.hofkellerei.li

Events fit for a prince Meetings, congresses, seminars or special occasions – the Principality of Liechtenstein has many unique locations, from large lecture theatres and modern conference centres to quiet hotels and ancient castles steeped in tradition. Made-to-measure packages, perfect service and a princely atmosphere will leave your guests with memories for a lifetime. Upon request, visitors can receive the souvenir stamp of the Principality of Liechtenstein in their passport or on their conference documents. The stunning landscape, vibrant cultural scene and many events and activities going on make Liechtenstein the ideal place for a special get-together. For more information visit www.tourismus.li/mice and www.liechtenstein-business.li

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Vaduzer Saal Der Vaduzer Saal eignet sich für Ausstellungen, Grossanlässe, Workshops und Firmenevents. Der direkte Blick auf das Schloss ist das Besondere an diesem Saal. Kapazität: bis zu 690 Personen Anzahl Räume: 6 Caterer: frei wählbar Weitere Informationen www.vaduz.li


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wegweisend ... wenn es um Kommunikation geht. DACHCOM steht für Kommunikation, die Ihre Produkte und Dienstleistungen erfolgreich vermarktet. Auf allen medialen Ebenen — von der klassischen Anzeige, übers Radio bis zum Internet. Zielgerichtet, werbewirksam und treffsicher.

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Aus Liechtenstein in die ganze Welt. Aus der ganzen Welt nach Liechtenstein. Oerlikon Balzers ist der Technologieführer bei der Beschichtung von Hartstoffen. Durch unsere innovativen und umweltfreundlichen Beschichtungslösungen erhöhen wir die Leistungsfähigkeit von Werkzeugen und Präzisionsbauteilen und verlängern deren Lebensdauer. Davon profitieren zum Beispiel die Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch die Metall- und Kunststoffverarbeitung. Als einziger Anbieter sind wir mit über 90 Beschichtungszentren in Europa, Asien und Amerika präsent. Die einheitlich

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Zu guter Letzt ... Wie landete das Mond­ gestein in Liechtenstein? Original-Mondgestein, «Mondbriefe» und zwei liechtensteinische Flaggen, die bei der ersten (Apollo 11) und letzten (Apollo 17) Mondfahrt mit dabei waren, befinden sich im Liechtensteinischen Landesmuseum. Es ist übrigens das einzige Museum ausserhalb der USA mit fünf Mondsteinen. Präsident Richard Nixon bedankte sich mit dem Mondgestein, das von den Expeditionen 1970 und 1973 stammt, bei Liechtenstein und der Balzers AG (heute Teil der OC Oerlikon Balzers AG) für die Unterstützung bei der bemannten Raumfahrt. Das in der Vakuumtechnik und dünnen Schutzbeschichtungen weltweit führende Unternehmen hatte wichtige Komponenten für die ApolloMission geliefert.

Nationalhymne mit englischen Wurzeln «Oben am jungen Rhein» ist seit 1963 die Nationalhymne Liechtensteins, die auf dem Originaltext aus den 1850er Jahren von Jakob Josef Jauch (1802–1859) basiert. Die Melodie ist identisch mit «God Save the Queen», der englischen Nationalhymne. Ursprünglich als «Oben am deutschen Rhein» benannt, wurden nach dem zweiten Weltkrieg die mit Deutschland verbindenden und verweisenden Textstellen geändert: aus «am deutschen Rhein» wurde «am jungen Rhein» und «im deutschen Vaterland» wurde zu «das teure Vaterland». Die zweite Originalstrophe mit «Auf Deutschlands Wacht» ist nicht mehr in der aktuellen Hymne enthalten. Die erste nachweisbare Aufführung vor grossem Publikum erfolgte bei der Eröffnung der Landesausstellung 1895 in Vaduz. www.liechtenstein.li/hymne

Wussten Sie, dass... . . . Liechtenstein mit 160 Quadratkilometern und rund 37’000 Einwohnern der kleinste Alpenstaat, der viertkleinste Staat Europas und der sechstkleinste weltweit ist? . . . Liechtenstein seit 1868 ein Land ohne Militär ist? Zuvor war es das einzige Land weltweit, dessen Heer mit mehr Soldaten aus dem Krieg heimkehrte als es hinein marschiert war. 81 statt 80 Soldaten – sie hatten auf dem Schlachtfeld einen Liechtensteiner Legionär «aufgegabelt», der sich ihnen anschloss. . . . das Fürstentum ein echtes Binnenland ohne Flugplatz, ohne Hafen und ohne eigener Autobahn ist? . . . Liechtenstein keine eigene Währung besitzt und der Schweizer Franken seit 1924 offizielle Landeswährung ist? . . . rund um das Regierungsviertel in Vaduz über eine Million Klinkersteine verbaut wurden? Dies entspricht einer Länge von über 250 Kilometern oder dem dreifachen Umfang Liechtensteins.

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. . . liechtensteinische Sportlerinnen und Sportler bereits neun Olympia-Medaillen gewonnen haben?

. . . die Brennerei Telser in Triesen die einzige gewerbliche Brennerei in Europa ist, die ihre edlen Tropfen althergebracht über dem Holzfeuer brennt? . . . das älteste Handwerksunternehmen Liechtensteins die Keramik Werkstatt Schädler in Nendeln ist? Besichtigungen sind möglich.

. . . rund die Hälfte des Landes mit Bergen bedeckt ist und Liechtenstein als einziges Land vollständig im Alpenmassiv liegt?

. . . der russische Zar Alexander II. – bevor er Alaska an die USA verkaufte – erst beim Fürst von Liechtenstein angefragt hatte? Hätte dieser zugesagt, würde heute Alaska zu Liechtenstein gehören.

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Stuttgart 270 km Fürstentum Liechtenstein

Deutschland

München 240 km Bodensee Basel 190 km

Zürich 110 km Innsbruck 170 km Österreich

Bern 230 km

Schweiz Italien

Mailand 250 km

Impressum Herausgeber: Liechtenstein Marketing, Äulestrasse 30, 9490 Vaduz · Verantwortlich für den Inhalt: Liechtenstein Marketing, Ernst Risch, Geschäftsführer · Projektleiter: Eric Thiel · Redaktionskoordination/Layout: Medienbuero Oehri & Kaiser AG, Eschen, www.medienbuero.li · Konzept: Liechtenstein Marketing, Medienbuero Oehri & Kaiser AG · Autoren: Markus Biedermann, Verena Cortés, Herwig Dämon, Michael Fasel, Johannes Kaiser, Markus Kaufmann, Marion Kranz, Günther Meier, Patrik Schädler, Barbara Schneider, Eric Thiel, Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Roland Korner, Werner Legler, Kunstmuseum Liechtenstein, Liechtensteinisches Landesmuseum, Liechtenstein Marketing, Franz J. Meier, Daniel Ospelt, Brigitt Risch, Georg Soulek, Paul Trummer, Martin Walser, Reinhard Werner, TAK Theater Liechtenstein, Information und Kommunikation der Regierung · Akquise und Distribution: Allmedia AG, Schaan, www.allmedia.li · Druck: BVD Druck + Verlag AG, Schaan Auflage: 25’000 Exemplare · Erscheinung: August 2014

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ck


«Nur wer sein Ziel kennt, findet seinen Weg.» Epiktet, Philosoph (50 – 125 n. Chr.)

Landstrasse 153, 9494 Schaan Niederlassung Unterland Haldenstrasse 5, 9487 Bendern www.bvd.li


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