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L Leben.Liebe.Laster.

04 Die neue Inszenierung Matthew McConaughey 08 Irische Schauspiel-Qualität Brendan Gleeson 24 Rund ums Städtle Kulinarik in Vaduz

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Filme unter Sternen

Das offizielle Programm des «Filmfest 2014»

Spezialausgabe «Filmfest 2014» Gratis zum Mitnehmen


02  RUBRIK

Miranda Kerr


INHALT 03

Beat Frick, Allmedia AG / Markus Wille, Filmfest Vaduz

Liebe L...LeserInnen 04 PORTRÄT Sein neuer Weg

08 INTERVIEW Ein Ire im Aufmarsch

11 PROGRAMM Filmfest im Überblick

32 WOHIN Rund ums Städtle Vaduz

Wie wir bereits in unserer letzten Ausgabe berichtet haben: Emotionen verleihen unserem Leben Würze. Auch durch Filme werden Gefühle und Gedanken freigesetzt, die uns unterhalten und beschäftigen können. Deshalb freuen wir uns über die gemeinsame Zusammenarbeit mit dem diesjährigen Filmfest Vaduz. Als Medienpartner präsentieren wir Ihnen das offizielle Programm und bringen Sie mit dieser Spezialausgabe der Filmwelt näher.   Der Einblick in die Laufbahn des US-Schauspielers Matthew McConaughey ist beeindruckend. Der einstige romantische Comedy Schönling hat sich nach einer zweijährigen Schaffenspause wieder als ernstzunehmenden Schauspieler etabliert. Komplexe Rollen wie Ron Woodroof oder Mud haben sein verschollen geglaubtes Talent wieder an die Oberfläche gebracht. Für «Dallas Buyers Club» wurde er dieses Jahr mit dem «Oscar» ausgezeichnet.     Auch Irlands Schauspieler Brendan Gleeson zeigt sich von einer anderen Seite. In «Calvary» werden Fragen aufgeworfen, die aus seiner Sicht global relevant sind. Im Gespräch erzählt er uns, was ihn an der Rolle des Pfarrers James fasziniert hat.   Doch: Lassen Sie sich selbst über deren und andere schauspielerische Leistungen direkt beim Filmfest vom 17. Juli bis 2. August in Vaduz überzeugen. Gezeigt werden insgesamt 17 ausgewählte Filme, davon zahlreiche (Vor-)Premieren, die Sie unter dem Sternenhimmel und sogar bei Regen geniessen können. Beat Frick, Allmedia AG Markus Wille, Filmfest Vaduz

Inklusive Filmfest Programmflyer


D 04  PORTRÄT

er neugeborene Mr. McConaughey

Matthew McConaughey geht in«Dallas Byers Club» ans Limit.

Es war eher seicht, wenn auch ziemlich erfolgreich, was Matthew McConaughey als glatter Schönling jahrelang in Hollywood abgeliefert hat. Vor einigen Jahren hat er dann damit angefangen, keine Rollen mehr anzunehmen, die ihn nicht weiterbrächten. Sein furioser Part als homophober Aidskranker in «Dallas Byers Club» hat ihm 2014 den «Oscar» für den besten Hauptdarsteller eingebracht. Schon in «Mud» konnte man erfahren, was für ein Talent wirklich in Matthew McConaughey steckt. Beide Filme sind dieses Jahr am Filmfest Vaduz zu sehen. Text Markus Wille Fotos zvg

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«Filmfest 2014» eben.Liebe.Laster.


PORTRÄT 05

«Dallas Byers Club»

immer wieder in die Luft, als würden die Seelen leichtgläubiger Kunden im Raum umherschwirren. Zuletzt beginnt er, rhythmisch auf seine Brust zu trommeln und einen seltsam hypnotischen Sprechgesang anzustimmen, in den Belfort nach kurzem Zögern einfällt. Später wird es sein Firmenjingle.

Wenn Matthew McConaughey in «The Wolf of Wall Street» das erste Mal auf der Leinwand erscheint, stellt sich sofort eine Aura des Wahnsinns ein. Als erfahrener Broker isst er mit Leonardo DiCaprios Figur Jordan Belfort zu Mittag und entzaubert im Handumdrehen jede Illusion des Jungspunds. Unstet wandern McConaugheys Augen hin und her, mit weit ausholenden Armbewegungen unterstreicht er seine Rede und greift

Dass McConaughey in Martin Scorseses massloser Finanzmarktstudie den Ton angeben darf, ist ein treffendes Bild für den zweiten Karrierefrühling des 44-Jährigen. In acht Filmen hat er zwischen 2011 und 2013 mitgewirkt, und jeder einzelne von ihnen hat sein schauspielerisches Spektrum aufs Neue in unerwarteter Weise erweitert. Dabei galt es vor kurzer Zeit noch als ausgemachte Sache, dass die prickelndsten Fragen im Zusammenhang mit seinen Filmen die waren, ob, wann und wie oft der Schauspieler sich darin wieder seines Hemdes entledigen und seinen muskulösen Oberkörper vorführen würde. Die Präsentation seines Waschbrettbauchs und seines strammen Bizeps schien so untrennbar an ihm zu kleben wie das AkzentNuscheln an Arnold Schwarzenegger. Entsprechend festgelegt war viele Jahre lang das Rollenbild, in das Hollywood den Texaner mit dem sehnigen Körper, den strahlend blauen Augen und dem Profil eines antiken griechischen Athleten hineinpresste: Als Womanizer vom Dienst wurde McConaughey von einer Liebeskomödie zur nächsten gereicht. Ob

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diese «Wedding Planner», «How to lose a guy in 10 Days» oder «Failure to launch» hiessen und ob er darin als Arzt, Werbetexter oder Bootsverkäufer um Jennifer Lopez, Kate Hudson oder Sarah Jessica Parker warb, spielte wenig bis gar keine Rolle. Hauptsache, seine Figur wirkte so, als könne sie eine Frau mit Muskelkraft aus jeder Gefahrensituation befreien, und zugleich wie ein Mann, an dessen Schulter die Filmheldin einen Halt finden kann, wenn ihre Gefühle sie überwältigten.

«Der Fluch eines gut aussehenden Darstellers.» Heute möchte man gern glauben, dass McConaughey in diesen Komödien immer etwas verkrampft agierte, weil er sich insgeheim gegen die seichten Drehbücher sträubte. Tatsächlich liess er sich aber durchaus bewusst darauf ein, jahrelang immer wieder auf einen bestimmten Typ hin gecastet zu werden. Der Regisseur Richard Linklater sprach in einem Interview in Bezug auf McConaughey einmal treffend vom «Fluch des gutaussehenden Darstellers», von vornherein als Schauspieler nicht richtig ernst genommen zu werden. Linklater hatte McConaugheys Talent dagegen früh erkannt und dessen Karriere 1993 mit der nostalgischen Komödie «Dazed and confused» ins Rollen gebracht. Mit blonder Mähne, Schnurrbart und Koteletten zeigt er eine charismatische 70er-Jahre-Version des «Slackers», der auch Jahre nach dem HighSchool-Abschluss noch ohne rechtes ►


06  PORTRÄT

«The Lincoln Lawyer» – Sein Start in einen neuen Karriereabschnitt.

Lebensziel dahin treibt. McConaughey macht bereits hier, wie auch 1998 als charmanter Bankräuber in Linklaters «The Newton Boys», durch eine große Lässigkeit im Auftreten auf sich aufmerksam, für die er mit Paul Newman verglichen wird. Mit diesem teilt er in jedem Fall eine eigenartige Mischung aus dem Bewusstsein der eigenen Ausstrahlung und der grundsätzlichen Bereitschaft, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Hollywood konzentrierte sich jedoch vor allem auf den ersten Aspekt, sodass McConaughey jahrelang fast ausschliesslich romantische Komödien angeboten wurden. Das hätte auch noch einige Zeit so weitergehen können, wenn er nicht selbst die Reissleine gezogen und weitere Komödien abgelehnt hätte. Im ersten Film nach einer zweijährigen Pause, dem Justizthriller

Das Coming-of-Age-Drama «Mud» verführt in eine Welt wie Mark Twains.

«The Lincoln Lawyer», verleiht er dem Stereotyp des gewandten Anwalts eine unerwartete Tiefe – immer wieder blitzt die existenzielle Angst

«Neue Rollen bieten ihm die Chance zu unerwarteter Tiefe.» eines Mannes auf, der Erfolg, aber keine echten Freunde und nicht einmal ein echtes Büro hat. Diese Abkehr von den weichgespülten Anwälten, die McConaughey Ende der 1990er-Jahre in «The Jury» und «Amistad» verkörpert hatte, steigert er in «Bernie», der dritten Zusammenarbeit mit Linklater, zur veritablen Parodie: Jedes Wort seines Provinz-Staatsanwalts ist vollkommen aufrichtig gemeint, verliert aber im gleichen Moment jede Bedeutung, weil es immer nur darum geht, sich selbst zur moralischen Instanz zu

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küren. Endgültig auf die Spitze treibt McConaughey die Persiflage auf das Image des selbstverliebten Beaus in Steven Soderberghs «Magic Mike». Als Clubbesitzer schickt er darin seine Truppe männlicher Stripper ins allabendliche Gefecht um die Gunst der Zuschauerinnen und erhebt die Techniken des Ausziehens zur grossen Kunst. Gemeinsam ist den Figuren, die Matthew McConaughey seit seinem Comeback verkörpert, ihre Unberechenbarkeit. Das geht bis zur mutigen Bereitwilligkeit, ein Publikum auch vor den Kopf zu stossen: In Lee Daniels’ Südstaatendrama «The Paperboy» verbirgt er als engagierter Reporter hinter seiner glatten Fassade Todessehnsüchte und unterdrückte Homosexualität. Für William Friedkins Altherren-Gewaltfantasie «Killer Joe» nutzt er den


PORTRÄT  07

Matthew McConaughy in seiner Rolle Rust Cohle in der Krimi-Serie «True Detective». Ein absolutes Serien-Muss.

melodiös rollenden Südstaaten-SingSang seiner Sotto-voce-Stimme, um die Bedrohlichkeit seines Psychopathen immer weiter in die Höhe zu treiben, ohne dabei dessen schillernde Anziehungskraft aufzugeben. Wenn er die minderjährige Dottie verführt und, in einer der krassesten Vergewaltigungsszenen der Kinogeschichte, eine untreue Ehefrau zur Fellatio an einer Hühnerkeule zwingt, offenbart sich hinter dem betonten Selbstbewusstsein von Matthew McConaugheys Rollenbild mit einem Mal auch eine selbstgerechte, menschenverachtende Seite. So offensiv, wie er auch abseitige und extreme Parts übernimmt, ist McConaughey als Schauspieler inzwischen eher für IndependentProduktionen interessant als für den Mainstream. Für den Auftritt als AIDS-kranker Cowboy in «Dallas

Buyers Club» nahm er – unterschiedlichen Quellen zufolge – zwischen 17 und 22 Kilo ab, doch die Lobeshymnen der Kritiker galten weniger der Hungerkur als dem Bravourakt, die Wandlung eines homophoben Hitzkopfs zum Aktivisten glaubwürdig vermittelt zu haben. Als «Mud» in Jeff Nichols’ gleichnamigem, eben-

«Ob Blockbuster oder Independent-Produktion – immer herausragend.» falls hochgelobtem Coming-of-AgeDrama spielt er einen geborenen Rebellen, der sich auf einer Mississippi-Insel vor dem Gesetz versteckt und zum Ersatzvater eines Jungen wird. Eine Figur, die ebenso an die Werke Mark Twains erinnert wie wieder mal an Paul Newman – Assoziationen zu dessen Vorstellung als Hud im gleichnamigen bieten nicht

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nur die ähnlichen Namen. Im Schlussbild vereinen sich die optimistischen Zukunftsaussichten von Rolle und Darsteller: In sich ruhend und erwartungsvoll schaut McConaughey nach vorn, voller berechtigter Hoffnung auf das Kommende. Für «Dallas Buyers Club» hat der einstige Komödienschönling bekanntlich dieses Jahr den Hauptrollen-Oscar bekommen. Mit der Rolle als besessener Polizist Rust Cohle in der KrimiSerie «True Detective» aber sichert ihm einen Platz im SchauspielerOlymp, neben Marlon Brando oder Paul Newman. McConaughey nimmt man den genialischen, seine Depression mit Verachtung strafenden Eremiten Cole nicht nur ab, er zieht einen völlig in seinen Bann. Für alle Serien-Fans ein Muss. ▪


08 INTERVIEW

Brendan Gleeson

Irlands Schauspieler erzählt ...

Ein aussergewöhnlicher Film über den guten Pfarrer James. Szene mit Kelly Reilly und Brendan Gleeson in «Calvary».

Brendan Gleeson ist einer der renommiertesten Schauspieler Irlands. In unseren Breitengraden hatte er seinen grossen Durchbruch allerdings erst 2008 mit «In Bruges». Im letzten Jahr war er beim Filmfest in «The Guard» von Michael McDonagh zu sehen. McDonagh ist auch Autor und Regisseur des neuen Films «Calvary», der beim Filmfest Vaduz als Vorpremiere gezeigt wird. Interview Markus Wille Fotos zvg

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INTERVIEW  09

«Calvary»

«In Bruges»

«The Guard»

Ihr neuer Film heisst «Calvary», den man auch mit «Der gute Pfarrer» betiteln könnte? Ja, das könnte man durchaus. Während der Dreharbeiten von «The Guard» hatte ich mit John Michael McDonagh über seine neue Idee gesprochen. Er wollte schon lange über einen guten Pfarrer schreiben. Denn in Irland ist es einfacher einen schlechten Pfarrer in den Fokus zu stellen. Früher wurden sie über alles verehrt. Doch die Skandale der letzten Jahre haben sie in ein anderes Licht gerückt. Damals fragte mich McDonagh: „Wenn ich eine Geschichte über einen guten Pfarrer schreibe, machst du mit?“ Und so ist es nun gekommen.

Gesellschaft. Ich denke, sie ist universeller Natur. Es ist eine erfundene Geschichte über eine Ansammlung desillusionierter Charaktere, die sich an diesem guten Menschen reiben. In erster Linie geht es auch nicht um Katholizismus. Es geht darum in einer Welt voller Zynismus an das Gute, oder wenn sie so wollen, an die Liebe zu glauben. Das ist schwierig, vor allem wenn dir jeder sagt, dass du ein Verlierer bist. Speziell wenn du diese Uniform trägst, dich per se zum Kinderschänder stempelt.

ist. «Calvary» bringt sie zusammen auf die Leinwand.

Pfarrer James entspricht nicht dem klassischen Pfarrer-Bild. Er war verheiratet und ist Vater einer Tochter. Seine Frau ist an Krebs gestorben, dies hat ihn spät in seinem Leben dazu bewogen Pfarrer zu werden. Genau, das macht ihn so interessant und so anders. Ich war auch froh, dass mein Charakter so komplex ist. Er hat ein Vorleben, hat die Welt gesehen. Das kenne ich. Bevor ich zur Schauspielerei kam war ich Lehrer. Ich hatte somit auch mal ein anderes Leben (lacht). Nicht nur seine Tochter spielt eine grosse Rolle. Es gibt auch Pfarrer Leary, dieser naive obrigkeitsgläubiger Einfaltspinsel. Quasi mein Gegenpart. Der Film ist sehr kraftvoll und Ihre Leistung ist exzellent. Hat der Film eine Kontroverse in Irland ausgelöst? Wir stellen darin zwar unbequeme Fragen, aber nicht nur für die irische

Ihre Rolle ist eine Art Schwamm der quasi die Probleme seiner Mitmenschen aufsaugt. Sein eigenes Leben ist aber auch nicht das Einfachste ... Richtig. Pfarrer James ist nicht derjenige der alles auf die leichte Schulter nimmt. Er hatte selbst genug Probleme. Der Alkohol, der Verlust seiner Frau, seine Tochter mit SelbstmordVersuch. Doch er ist nicht der Typ, der einfach mal in die Bibel schaut und sich bequeme Erklärungen raussucht. Es hört sich so an als ob diese Rolle auch für Sie persönlich eine grosse Herausforderung war? Das war es mit Sicherheit. Es war eine sehr spezielle Rolle. In «Calvary» sammelt sich eine beeindruckende Besetzung. Viele, auch bei uns bekannte irische Schauspieler sind vertreten. Ja, es ist eine ausserordentliche Besetzung. Pat Shortt, Dylan Moran, Chris O’Dowd, David Wilmot. Es ist schön zu sehen was für ein schauspielerisches Potential in Irland vorhanden

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Nicht zu vergessen Ihr Sohn Domhnall Gleeson, den ich durch seinen schrägen Haarschnitt erst beim zweiten Hinsehen erkannt habe. Sie haben ihn nicht gleich erkannt (lacht)? Stimmt, er hat schon komisch ausgesehen (lacht). Und, es war ein eigenartiger Tag. Wenn dein SparringPartner dein bester Freund ist und man sich dann auf dem Set begegnet, muss die Freundschaft aussen vor bleiben. Beim Dreh muss jeder sein Bestes geben. Klingt hart, aber es ist so (lacht). Sie hatten in «Calvary» einige solcher Eins zu Eins Szenen, fast wie im Theater. War das dann ein ständiger Kampf? Als Schaupspieler muss man immer ans Limit gehen. Kampf ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber es geht in diese Richtung (überlegt). Doch ich denke, man könnte es auch auf die Bühne bringen. Die lokale Atmosphäre in «Calvary» spielt jedoch eine sehr wichtige Rolle. Ben Bulben (Berg in der Grafschaft Sligo) schaut zugleich bedrohlich, wunderbar, kultig und mystisch aus. Die Stimmung im Film ist grossartig. Ich habe schon in verschiedenen Interviews gesagt: Dieser Film ist mehr als das Abhandeln der irischen Krise oder die katholische Kirche. Es geht um fundamentale, metaphysische Probleme mit denen die Menschen konfrontiert sind. Es geht darum den Glauben an das Gute, die Humanität aufrecht zu erhalten. Oder, an das Gute in sich selbst zu glauben. ▪


www.filmfest.li


Willkommen im Vaduzer Sommerkino! Ein Highlight unter den Sommerveranstaltungen auf dem Rathausplatz ist das Filmfest Vaduz. Bereits zum 19. Mal präsentieren die Veranstalter ein exklusives Filmprogramm, das wie in den vergangenen Jahren wiederum mit vielen Vorpremieren aufwarten kann.

Das Filmfest Vaduz hat sich in den 19 Jahren seines Bestehens einen Bekanntheitsgrad weit über Liechtenstein hinaus erworben. Ein Sommer auf dem Rathausplatz ohne Film Fest ist kaum vorstellbar. Als Publikumsmagnet zieht es die Gäste magisch an und beschert ihnen unvergessliche Stunden. Die Ge­ meinde Vaduz sponsert deshalb das Film Fest Vaduz ­schon seit Jahren. Auch heuer setzten die Organisato­ren alles daran, viele Filme zeigen zu können, die ­ noch nicht in den Kinos zu sehen waren und unterschied­ lichste Geschmacks­richtungen ansprechen. Den Organisatoren und den vielen Helfern danke ich an dieser Stelle für ihren Einsatz recht herzlich. Ich freue mich deshalb, Sie in das Ambiente des Sommerkinos im Vaduzer Städtle einzuladen. Was gibt es schöneres als den Feierabend mit Gleichgesinnten bei einem spannenden Film in der Vaduzer Abendstim­ mung zu geniessen? In diesem Sinne: erleben Sie Vaduz! Ewald Ospelt, Bürgermeister

Das besondere Erleben «Filme, die Geschichten erzählen, zum Denken anregen, unterhalten, zum Lachen bringen, ergreifen, berühren, unter die Haut gehen» – das will der Verein Film Fest Vaduz auf Grossleinwand zeigen. Und er tut dies nun schon seit 18 Jahren mit Erfolg. Dass seither immer ausgefeiltere Technik den Filmgenuss zu Hause ermöglicht, hat die Faszination für echtes Kino nicht gemindert – im Gegenteil. Wenn Filme rund um die Uhr auf Abruf bereitstehen, wird ein Kinoerlebnis, wie es das Film Fest Vaduz bietet, zu einem bewussten, besonderen Erleben. Das Film Fest ist mehr als Vergnügen auf Knopfdruck. Hier trifft man sich, man sitzt vielleicht neben einem alten Bekannten, läuft seinen Nachbarn über den Weg, erblickt ehemalige oder aktuelle Arbeitskollegen. Im sozialen Austausch mit anderen Festbesuchern ergeben sich Eindrücke, Gespräche, Erkenntnisse. Gerade auch das macht das Film Fest Vaduz für mich zum besonderen Anlass. Es freut mich, dass die Liechtensteinische Lan­ desbank als Hauptsponsor hierbei eine unterstützende Rolle spielen darf. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung und spannende Geschichten – vor, während und nach der Filmvorführung. Eduard Zorc Leiter R&C Banking Liechtenstein Liechtensteinische Landesbank AG (Hauptsponsor)


Do 17. 7.

Wir sind die Neuen

21.30 Uhr, 92 Min, von Ralf Westhoff, DE, D

Fr 18. 7.

Philomena

21.30 Uhr, 98 Min, von Stephen Frears, UK/USA/FR, E/d Sa 19. 7.

Fading Gigolo

21.30 Uhr, 90 Min, von John Turturro, USA, E/d So 20. 7.

12 Years a Slave

21.30 Uhr, 134 Min, von Steve McQueen, USA/UK, E/d Mo 21. 7.

Der Koch

21.30 Uhr, 102 Min, von Ralf Huettner, DE/CH, D Di 22. 7.

Dallas Buyers Club

21.30 Uhr, 117 Min, von Jean-Marc Vallée, US, E/d

Mi 23. 7.

Das Geheimnis der Bäume

21.30 Uhr, 78 Min, von Luc Jacquet, FR, D

Do 24. 7.

Fack Ju Göhte

21.30 Uhr, 118 Min, von Bora Dagtekin, DE, D

Fr 25. 7.

The Grand Budapest Hotel

21.30 Uhr, 100 Min, von Wes Anderson, US/DE, E/d Sa 26. 7.

Sein letztes Rennen

21.30 Uhr, 114 Min, von Kilian Riedhof, DE, D

Calvary

So 27. 7. 21.30 Uhr, 101 Min, von John Michael McDonagh, IE/UK, E/d Mo 28. 7.

Ilo Ilo

21.30 Uhr, 99 Min, von Anthony Chen, SG, SG/d Di 29. 7.

We are the best

21.30 Uhr, 102 Min, von Lukas Moodysson, SE/DK, SE/d Mi 30. 7.

Qu’est-ce qu’on a fait au bon dieu?

21.30 Uhr, 97 Min, von Philippe de Chauveron, FR, F/d Do 31. 7.

Mud

21.30 Uhr, 131 Min, von Jeff Nichols, US, E/d

Good Vibrations

Fr 1. 8. 21.30 Uhr, 102 Min, von G. Leyburn & L. Barros D’Sa, UK/IE, E/d

Film Surprise

Sa 2. 8. 21.30 Uhr, 120 Min, DE/UK, E/d, Basierend auf einem Weltbesteller


Reservation www.filmfest.li Plätze sind nicht nummeriert! Reservierte Tickets müssen bis 21.15 Uhr an der Abendkasse abgeholt werden.

Wichtiges Vorführungen finden bei jeder Witterung statt, keine Rückerstattung bei Schlechtwettereinbruch. Alle Filme werden ohne Pause und in Originalversion (mit deutschen Untertiteln) gezeigt. Anzahl Sitzplätze max. 500, davon 300 gedeckt

Anreise Die Vorstellungen finden auf dem Rathausplatz Vaduz statt. Parkplätze Tiefgarage Kunstmuseum, Marktplatzgarage. Fahrradabstellplätze vor dem Rathaus. Öffentlicher Verkehr www.lba.li

Impressum Verein Film Fest Vaduz, Zollstrasse 10, LI-9494 Schaan info@filmfest.li, www.filmfest.li


17.  7. Donnerstag, 21.30 Uhr 92 Min, D, ab 10 J. Komödie, Premiere

von Ralf Westhoff, DE mit Heiner Lauterbach, Gisela Schneeberger, Claudia Eisinger

Wir sind die Neuen barn, die sich nicht an die Hausregeln halten. Sie sind die selbstbewusste Generation Laptop v ­ on heute und verkünden genervt den Alten: « Wir ha­ ben unsere Zukunft noch vor uns, was ihr da­gegen in 30 Jahren macht ! » So sitzen die drei nach 35 Jahren wieder beisammen in ihrer WG-Küche, auf einmal nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war mit dem Aufkochen der alten Zeiten.

Mit 50, 60 ist das Leben nicht mehr ganz so auf­­­regend wie vielleicht mit 20. Zumal wenn man keine Karriere, auch nicht das grosse Geld gemacht hat, die Ehe vielleicht geschieden ist, und die Wohnungen in München­ viel zu teuer geworden sind. So ergeht es Anne, die ­a us ihrer Wohnung raus muss und sich überlegt, wie es ­­weitergehen soll. Könnte man nicht vielleicht einfach wieder von vorne anfangen, sich eine Wohnung teilen und wieder mit der WG von einst aus alten Studen­ten­ tagen zusammen ziehen? Nicht lange darüber nach­ gedacht, klappert Anne auch schon ihre alten Mitbewoh­ ner ab. Und tatsächlich, auch Johannes und Eddi ­ sind ­nicht abgeneigt, endlich nicht mehr allein zu leben. So passiert es, dass sie noch einmal gemeinsam eine Wohnung beziehen und fröhlich-erwartungsvoll ihren Nachbarn zurufen: «Wir sind die Neuen!» Aber der ­Stu­denten-WG, die über ihnen wohnt, sind diese Neuen viel zu alt. Die neue Generation versteht keinen Spass. ­ Denn sie büffeln für Klausuren und Examen und können alles gebrauchen, bloss keine lustigen und lauten Nach­

Aus diesem Aufeinandertreffen der Generationen hat Ralf Westhoff eine höchst intelligente Komödie über Lebensträume, Lebenswege und Lebenswirklichkeiten gemacht. Mit SHOPPEN legte der Regisseur und Drebhbuchautor ein ausgesprochen innovatives Debüt vor, mit DER LETZTE SCHÖNE HERBSTTAG legte er liebevoll-charmant nach – mit WIR SIND DIE NEUEN übertrifft er sich jetzt selbst. Seine Generationen-Geschichte ist eine absolut überzeugende, vor scharfzüngigem Dialogwitz nur so funkelnde WG-Komödie der besonderen Art.

Reservationen unter www.filmfest.li/1

Das regionale Frauenmagazin für das Rheintal, Werdenberg, Sarganserland und Fürstentum Liechtenstein. www.l-magazin.com www.facebook.com/l-magazin


von Stephen Frears, UK/USA/FR mit Judi Dench, Steve Coogan, Charles Edwards

18. 7. Freitag, 21.30 Uhr 98 Min, E/d, ab 12 J. Drama

Philomena Philomena Lee wird als Teenager ungewollt schwanger und kommt in ein katholisches Heim für unverheiratete Mütter. Nach drei Jahren in dem Heim wird sie von den Nonnen gezwungen, ihr Kind zur Adoption freizugeben.

Der Film basiert auf dem von Sixsmith verfassten Buch « The Lost Child of Philomena Lee», welches zum Bestseller avancierte. Auch die Verfilmung war der grosse Liebling beim Festival von Venedig und war mehrfach für einen Oscar nominiert. Der Grund für den Filmerfolg liegt klar in seiner Herkunft. Nur Briten beherrschen so bravourös die Kunst, aus einem derart tragischen Stoff ein solch unverkitschtes Feel-Good Movie zu zaubern, das zu­dem auf ganz lässige Art Gesellschaftskritik präsentiert und erstklassige Schauspielkunst bietet. Drehbuchautor und Hauptdarsteller Steve Coogan geniesst in seiner ­Heimat als scharfzüngiger Comedy-Champion längst Kultstatus und gibt hier den zynischen Reporter mit sichtlichem Vergnügen. Und natürlich überzeugt auch Judi Dench als Schauspielkönigin der Herzen.

Zudem muss sie mit ihrer Unterschrift bestätigen niemals nach ihrem Sohn zu suchen. Der Film setzt dann 50 Jahre später an: Philomena lebt nun mit ihrer Familie in London. Je­ doch hat sie ihren Sohn nicht vergessen. Als sie auf den Journalisten Martin Sixsmith trifft und ihm von ihrem Schicksal erzählt, erklärt sich dieser bereit, ihr bei der Suche zu helfen. Doch das erweist sich als schwierig, denn sie weiss nur, dass ihr Sohn damals Adoptiveltern in den USA fand. Was sie nicht weiss, ist, dass ihr Sohn zeitgleich auch nach ihr sucht. Reservationen unter www.filmfest.li/2

Meet the new Ves p a P r ima ver a 12 5 i.e.

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19.  7. Samstag, 21.30 Uhr 90 Min, E/d, ab 14 J. Komödie, Vorpremiere

von John Turturro, USA mit John Turturro, Woody Allen, Sharon Stone

Fading Gigolo

Der angeschla­ gene Buchladenbesitzer Murray kommt auf eine grandiose Idee, um seinen einsamen Freund Fioravante glücklicher und ihre Geldbeutel vol­ ler zu machen. Murray vermittelt seinen Kum­ pel ­a n seine Hautärztin Dr. Parker, die zusam­ men mit ihrer Geliebten Selima einen flotten Dreier ausprobieren möchte – und aus irgendeinem Grund denkt Murray, dass Fiovarante genau der Richtige für dieses pikante Jobangebot sei. Obwohl Fioravante sich anfangs sträubt, weil er kein schöner Mann sei, hat er bald den Dreh bei den unterschiedlichsten Frauen­ typen raus. Die gute Mundpropaganda der Beglückten beschert dem 77jährigen «Zuhälter» Murray und

dem unverhofften Gigolo Fioravante immer mehr sündi­ ge Kundschaft, bis die Liebe das florierende Geschäft zu vermasseln droht, als die reiche jüdische Witwe Avigal ins Spiel kommt. FADING GIGOLO ist mittlerweile die fünfte Regie-Arbeit nach eigenem Drehbuch von Schauspieler John Turturro. Ein spleeniger Fachmann an seiner Seite ist Woody Allen in einem seiner seltenen Auftritte vor der Kamera. Für die beiden ist FADING GIGOLO mit­tlerweile der dritte gemeinsame Auftritt. Der Film lebt von Jazz, Pop und der Liebe zu New York, welche ­mit wunderbaren Aufnahmen vom Central Park und Williams­ burg unterstrichen wird. Inmitten dieser Szenen spielt Woody Allen voller Leiden­ schaft den neurotischen Pimp.

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von Steve McQueen, USA/UK mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch

20. 7. Sonntag, 21.30 Uhr 134 Min, E/d, ab 12 J. Drama

12 Years a Slave Das dreifach Oscar-gekrönte Drama (« Bester Film », « Bestes Drehbuch » und « Beste Nebendarstellerin) erzählt die Geschichte des Afroamerikaners Solomon Northup. Dieser wird 1841 als freier Mann in einen Hinterhalt gelockt und findet sich plötzlich auf einem Sklavenschiff in Richtung Lousiana wieder. Abge­ schnitten von seiner nichts ahnenden Familie, beginnt für Solomon ein neues Leben, das ihn über Umwege in die Arme des jähzornigen Plantagenbesitzers Edwin Epps führt. Die Fallhöhe des Protagonisten ist beträcht­ lich. Denn es handelt sich nicht nur um einen freien Bürger aus dem Bundesstaat New York. Sondern auch um einen feingeistigen Menschen, versiert im Geigen­ spiel und des Schreibens mächtig. Eigenschaften, die Solomon zu einem Sonder­ fall unter den Sklaven machen. Sehr bald aber auch in K ­ onflikt mit seiner neuen Existenz bringen. Er wolle leben, nicht nur überleben, erklärt der ver­ schleppte Mann zu Beginn einem anderen Sklaven. Eine ehrbare Haltung, die sich jedoch mehr und mehr ins Gegenteil verkehrt. Leben, so wie er es zuvor gewohnt war, ist im repres­ siven Plantagensystem nicht möglich. Sklaven werden behandelt wie Tiere, sollen gehorchen und fleissig sein. Wer lesen und schreiben kann, ist eine potenzielle Gefahr. Weshalb Solomon sein Wissen und damit einen Teil seiner Identität unterdrücken muss.

Dem Drama gelint eine bemerkenswert facet­ tenreiche Darstellung des Plantagenlebens, zu dem freilich auch die Worksongs der Sklaven gehören. Ele­

mente, die aus anderen medialen Aufarbeitungen bekannt sind, hier aller­ dings äus­serst raffiniert als Kritik am heuchle­ rischen Auftreten ­der Sklavenhalter eingesetzt werden. Obwohl Unter­ drücker und Unter­d rückte immer wieder deut­ lich gegenüber gestellt werden, unter­schlägt McQueen keineswegs die vielgestaltigen ­Ausprägungen und die Durchlässigkeit ­ der Sklaverei-Maschinerie. 12 YEARS A SLAVE gelingt, was nicht viele Historienfilme von sich behaupten können: Er stellt ein aussergewöhnliches Einzelschicksal in den Mittelpunkt und erzählt doch vom grausamen Aus­ mass eines ganzen Unrechtssystems.

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21. 7. Montag, 21.30 Uhr 102 Min, D, ab 14 J. Komödie, Vorpremiere

von Ralf Huettner, DE/CH mit Jessica Schwarz, Hamza Jeetooa, Hanspeter Müller Drossaart

Der Koch Mit DER KOCH kommt der Bestseller von Schweizer Autor Martin Suter auf die grosse Leinwand. Die Geschich­ te über den tamilischen Asylbewerber verliert auch in Bild und Ton nicht ihre Faszination. Maravan, 24, tamilischer Asylbewerber, arbeitet als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal,

weit unter seinem Niveau. Denn Maravan ist ein begna­ deter, leidenschaftlicher Koch. In Sri Lanka hatte ihn seine Grossmutter in die Kochkunst eingeweiht, nicht zuletzt in die Geheimnisse der aphrodisischen Küche. Als er gefeuert wird, ermutigt ihn seine Kollegin Andrea zu einem Deal der besonderen Art: einem gemeinsamen

Catering für Liebesmenüs. Anfangs kochen sie für Paare, die eine Sexualtherapeutin vermittelt. Doch der Erfolg von « Love Food » spricht sich herum, und eine viel zahlungskräftigere Klientel bekundet Interesse: Männer aus Politik und Wirtschaft – und deren Grauzonen. Als Maravan für einen Waffenhändler kochen soll, der auch die Bürgerkriegsparteien in seiner Heimat belie­ fert, ergreift er die Gelegenheit, endlich sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Als Regisseur der Verfilmung konnte Ralf Huettner (VINCENT WILL MEER) be­geistert werden. Das Drehbuch schrieb Ruth Toma (SAME SAME BUT DIFFERENT). Herausgekommen ist ein humo­ reskes Drama.

Reservationen unter www.filmfest.li/5

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von Jean-Marc Vallée, US mit Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Steve Zahn

22. 7. Dienstag, 21.30 Uhr 117 Min, E/d, ab 12 J. Komödie/Drama

Dallas Buyers Club Dallas, 1985: Der Cowboy Ron Woodroof (Matthew McConaughey) führt ein exzessives Leben auf der Überholspur. Rodeos, Alkohol, Koks und Frauen bestimmen seinen Alltag. Als Woodroof nach einer Schlägerei zusammenbricht und im Kranken­haus landet, eröffnet ihm der Arzt nach einer Routineunter­suchung, dass er HIV-positiv ist und nur noch 30 Tage zu leben hat. Die Welt des homophoben Texaners bricht zusammen - für ihn ist es unfassbar, dass er sich mit dieser «Schwulen­ krankheit» infiziert haben soll. Nach­ dem er mit einem Angestellten des Krankenhauses einen Deal verein­bart und dadurch regelmässig das ihm

von seinen Ärzten verweigerte Medikament AZT erhält und merkt, dass es ihm mehr schadet als nutzt, sucht er nach Alternativen. Ron wird in Mexiko fündig und beginnt, die in den USA illegalen Medikamente im grossen Stil ins Land zu schmuggeln. Um sein Geschäft noch lukrativer zu ­machen, lässt er sich auf einen Deal mit dem homose­xuellen Rayon (Jared Leto) ein:

Gemeinsam gründen sie den «Dallas Buyers Club», durch dessen kostenpflichtige Mitgliedschaft man unbegrenzten Zugang zu den Präparaten bekommt.

Mit dem Geschäft ihres Lebens entsteht nach und nach eine besondere Beziehung zwischen dem ehe­m als rücksichtslosen Hedonisten und dem sensiblen Homosexuellen. Der Club wird in Windeseile landesweit bekannt und die Medikamenten-Flatrate findet bei Rons und Rayons Leidensgenossen reissenden Absatz. Mit dem Erfolg gerät die Organisation allerdings schnell ins Visier der FDA . Ron beschliesst, sich gegen das System zu stellen und nicht nur für das Recht der Kranken, sondern für das Leben zu kämpfen. Getragen wird die Botschaft von der Hauptfigur und der grosartigen Leistung von Matthew McConaughey. Denn sein Ron Woodroof bleibt bis zum Schluss ein zwie­ spältiger, ein unfreiwilliger Held, der anderen eigentlich nur aus Versehen hilft, weil er sich selbst retten will.

Reservationen unter www.filmfest.li/6


23. 7.

von Luc Jacquet, FR mit der Stimme von Bruno Ganz

Mittwoch, 21.30 Uhr 78 Min, D, ab 10 J. Dokumentation

Das Geheimnis der Bäume des prähistorischen Regenwaldes – der grossen grünen Lunge unseres Planeten. Die Dreh­a rbeiten fanden vom Juni bis zum November 2012 in Peru, Gabun und Frankreich statt. Indem Luc Jacquet eindrucksvolle Naturaufnahmen mit kunstvollen Animationen und atmosphärischer Musik verknüpft, macht er die Magie des Waldes akustisch und visuell erlebbar. Nur das Kino kann diese einzigar­ tige Reise in ein komplett ungezähmtes Universum ermöglichen, in dem jedes Lebewesen – vom kleinsten bis zum grössten – eine essenzielle Rolle spielt. Damit beweist DAS GEHEIMNIS DER BÄUME,

In DAS GEHEIMNIS DER BÄUME erzählt Oscarpreisträger Luc Jacquet (DIE REISE DER PINGUINE) die Evoluti­ onsgeschichte eines Urwalds und macht Bäume als Lebewesen begreifbar. Mit kuriosen Allianzen und überraschenden Täuschungsmanövern sichern sie seit Jahrhunderten ihre Existenz. Ameisen werden zu Untermietern und Vertei­ digern riesenhafter Bäume, Insekten lassen sich von Pflanzen an der Nase herumführen und Urwaldgewächse fungieren als Regengötter. Der Film erforscht die Weisheit der Bäume und führt hinein in die Tiefen des tropischen Dschungels, in denen die Tiere über den Raum und die Bäume über die Zeit herrschen. Für den Regisseur war die Begegnung mit dem botanischen Pionier und Ökologen Francis Hallé die Geburtsstunde einer aussergewöhnlichen Erforschung

dass Entwicklungsbiologie nicht in verstaubte Lehrbücher, sondern auf die grosse Leinwand gehört. Der Film zeichnet das Bild eines gefährdeten Naturwunders, das sich aus eige­ ner Kraft erneuern und heilen kann – wenn ihm Zeit und Raum dafür gegeben werden. Alles in allem ist es eine filmische Hymne auf den Regenwald, die schützens­ werte Lunge des Planeten.

Reservationen unter www.filmfest.li/7

Die nächste Ausgabe erscheint am 26. September 2014 – VOL. 14 Hauptthema: Nachhaltigkeit Sichern Sie sich Ihren Werbeplatz: Inserat, PR, Produktparaden uvm. werbung@l-magazin.com


24. 7.

von Bora Dagtekin, DE mit Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Katia Riemann

Donnerstag, 21.30 Uhr 118 Min, D, ab 12 J. Komödie

Fack Ju Göhte FACK JU GÖHTE war der Kinohit bei Teenagern und auch Lehrerin Spuren beim ehemaligen Gangster Zeki. Er Lehrpersonen im vergangenen Winter. Die Komödie von beginnt sich tatsächlich für s­ eine Schüler zu interessie­ ren und entwickelt ganz eigene Methoden, deren Ehr­Bora Dagtekin, dem Macher der erfolgreichen Serie geiz für die eigene Bildung zu provozieren. In politisch TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, schafft es die Grenzen und herrlich unkorrekter Klischees zwischen Unter- und Mittelschicht zu über­ Manier gelingt es ihm, winden – sowohl im Film als auch beim Publikum. Als Zeki Müller aus dem Knast entlassen wird und mit seiner Freun­ din, der Prostituierten Charlie an den Platz fährt, wo sie die Beute vergra­ ben hat, muss er feststellen, dass dort jetzt eine Turn­ halle steht. Und zwar die der ­Goethe-Gesamtschule in einem sozial eher pro­ blematischen Stadtteil. Als in eben dieser Schule ein neuer Hausmeister gesucht wird, bewirbt Zeki sich ANDERS ALS DIE GLEICHEN auf die Stelle, um an sein eine ganze Gruppe schul­ Geld zu kommen. Er landet aber in der Bewerbungs­ resistenter Jugendlicher runde für die befristete Aushilfs­lehrerstelle und bekommt zu interessierten jungen sie. Und plötzlich ist er mitten drin im ganz normalen Menschen zu wandeln. Alltagswahnsinn eines Lehrers an einer Gesamtschule So klischeeüberladen die­ in einem sozialen Brennpunktviertel. Da er aber ser Trip durch den ganz normalen nur den Tunnel im Kopf hat, d ­ en er vom Hausmeister­ ANDERS ALS DIEWahnsinn GLEICHEN einer VADUZ | ÄULESTRASSE deutschen Grossstadtschule auch manchmal daher­ 30 büro aus unter der Schule hindurch zu seinem Schatz kommt, er hat Botschaften, die mehr sind als nur graben will, besteht sein Unterricht zunächst darin, ein Schulwitz. Insgesamt ist es nicht nur ein schöner mit den aufmüpfigen Schülern einen Deal auszuhandeln: EN DIE GLEICH NDERS ALS Klamauk, sondern auch ein bissig-ironischer Kommentar ihr lasst mich in Ruhe und ich euch. Doch nachAund

10 JAHRE

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nach hinterlassen die Schüler, wie auch eine gewisse

zur Misere im deutschen Bildungssystem. VADUZ | ÄULESTRASSE 30

Reservationen unter www.filmfest.li/8 LE ST RA SS VA DU Z | ÄU

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10 JAHRE ANDERS ALS DIE GLEICHEN

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25. 7. Freitag, 21.30 Uhr 100 Min, E/d, ab 12 J. Komödie

von Wes Anderson, UK/DE mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, Mathieu Almaric

The Grand Budapest Hotel THE GRAND BUDAPEST HOTEL spielt Anfang des 20. Jahrhunderts im fiktiven Alpenstaat Zubrowka, wo auf dem Gipfel eines Berges ein wunderbar pompöses Hotel steht. Hier gehen die Schönen und Reichen ein und aus. Sie kommen aber nicht nur wegen der köstlichen Backwerke des Konditors Mendl, wegen der dekadenten Eingangshalle oder der atemberaubenden Aussicht, sondern vor allem wegen der vielfältigen Dienste des Concierges Monsieur Gustave H., ein penibler und prinzipientreuer, aber herzens­ guter Mann der alten Schule. Besonders zu der greisen Mada­ me D. pflegt er ein enges, u ­ nter ­a nderem auch körperliches Ver­­ hältnis. Als die alte Dame eines ­Tages ermordet aufgefunden wird, ­stellt sich heraus, dass sie ihm ein wertvolles Gemälde ­ ­vermacht hat: das Renaissance-Meisterwerk «Boy with Apple» von Johannes van Hoytl. Ihre verkorkste und geldgeile Familie findet das gar nicht lustig, und als Monsieur Gustave auch noch unter Mordverdacht gerät, muss er mit seinem neuen Lobby-Boy Zero Moustafa und dessen Flamme Agatha einen Plan aushe­ cken, um den Nachlass der Madame D. seinem recht­ mässigen Erben zuzuführen. Es bedarf nur weniger Einstellungen, um einen Film von Wes Anderson eindeutig als solchen zu identifizieren. Die liebevoll verschrobene Handschrift des 44-jährigen Komödienspezialisten ist einzigartig

und von verspielten Schnörkeln durchzogen. Seit seinem internationalen Durchbruch mit THE ROYAL TENENBAUMS blieb er sich und seinem ungewöhnlichen, stets etwas verträumten Stil treu. Gleiches gilt für Gesichter vor der Kamera. Anderson-Filme ähneln bisweilen einem Klassen­ treffen, wo sich wie selbstver­ ständlich alte Weggefährten wie

Jason Schwartz­ man, Bill Murray oder Owen Wilson in Gastrollen ab­ wechseln. Der mit Stars gerade verschwenderisch besetzte Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale lebt von der Spielfreude seines Ensembles und ist ausschweifend, unendlich phan­ tasievoll und wunderschön.

Reservationen unter www.filmfest.li/9


von Kilian Riedhof, DE mit Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch

26. 7. Samstag, 21.30 Uhr 114 Min, D, ab 10 J.  Komödie, Premiere

Sein letztes Rennen Als Margot einen Schwächeanfall erleidet, ist es Knall auf Fall vorbei mit der gemütlichen Rentner-Idylle des Ehepaars Averhoff. Margot wird den Haushalt nicht mehr so führen können wie früher. Dem betagten Paar bleibt nur eine Lösung: Endstation Altersheim. Für den agilen Paul gerät die neue Umgebung schnell zur Qual. Kastanienmännchen soll er basteln, wie ein kleines Kind.

Läufer beim Berlin Marathon an. Die anderen Senioren reagieren zunächst mit Spott, die Heimleitung mit Skep­ sis und seine Ehefrau mit grossen Zweifeln. Schliesslich lässt Margot sich aber doch überreden, ganz so wie damals das Training zu über­nehmen. Täglich dreht Paul seine Runden im Park. Er will seinen Traum verwirkli­ chen. Er läuft und läuft und läuft. Und irgendwann ist er der Zieleinlauf im Olympiastadion zum Greifen nahe. Dass würdelose Zustände in Altersheimen durch­ aus als Kulisse für eine Komödie dienen können, be­weist Regisseur Kilian Riedhof mit einem Kinodebüt, das­ gekonnt die Balance aus Nachdenklichkeit und befrei­ ender Komik hält. Dieter Hallervorden gibt den liebens­ werten Sturkopf Paul mit unaufdringlichem Charme, lässt ihn gekonnt zwischen Verzagtheit, Hoffnung und Triumph pendeln.

Während die anderen Senioren sich in ihr Schicksal fügen, plant Paul den Aufstand. Einmal noch in seinem Leben will er es wissen. Anno 1956 hatte er als Marathonläufer olym­ pisches Gold geholt und ist zur Sport-Le­ gende geworden. ­ Den Erfolg von einst ­will er wiederholen­ und meldet sich als Reservationen unter www.filmfest.li/10

Lens-Based Sculpture

Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie 16.5.–31.8.2014

www.kunstmuseum.li


27. 7. Sonntag, 21.30 Uhr 101 Min, E/d, ab 14 J. Drama ,  Vorpremiere

von John Michael McDonagh, E/UK mit Brendan Gleeson, Chris O’Dowd, Kelly Reilly

Calvary Die Ereignisse, die sich innerhalb einer Woche in einer kleinen Gemeinde in der irischen Provinz abspielen, nehmen im Beichtstuhl ihren Anfang. Der so selbstbe­ wusste wie gutherzige Dorfpriester Vater James Lavelle bekommt von einem seiner Schäfchen die verbale Pistole auf die Brust gedrückt: Der Mann berichtet dem

Geistlichen, dass er im Alter von sieben bis zwölf Jahren jeden zweiten Tag von einem katholischen Priester brutal ver­ gewaltigt wurde. Dieses Trauma hat der inzwi­ schen längst Erwachse­ ne nie überwunden. Simple Rache kommt nicht in Frage, weil der Täter längst verstorben ist. Deshalb hat sich das Opfer einen perfiden Plan zurechtgelegt: Der Unbe­ kannte will einen unbescholtenen, unschuldigen, moralisch integren Gottesdiener exekutieren - Priester Lavelle! Der hat nun eine Woche Zeit, seine persönli­ chen Angelegenheiten ins Reine zu bringen, bevor der Mann ihn an einem Strand zu erschiessen beabsichtigt. Lavelle ist geschockt und weiss nicht, wie ernst er diese apokalyptische Drohung nehmen und was er nun tun soll.

Zusätzliche Last bringt ihm der Besuch seiner fragilen Tochter Fiona, und auch die skurrilen Mitglieder der Gemeinde machen Lavelle das Leben nicht gerade leicht. CALVARY ist ein schwarzhumoriger Film von Martin McDonagh, der schon in THE GUARD für Buch und Regie verantwortlich war. Es scheint als ob, ­d ie zy­ nisch-ironischen ­Spitzen im Film nicht aus einer opportunisti­schen Attitüde ent­springen, sondern eher aus einer skeptischen und schonungsloser Welt­

sicht herrühren. Doch gerade diese Anschauungs­weise führt zu einem einfühlsamen Blick auf die menschliche Natur. Damit gelang McDonagh ein tragisch-komisches, sehr melancholisches Drama über einen Priester und seine Gemeinde.

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Die Herbst/Winter-Ausgabe erscheint am 28. November 2014 – VOL. 15 Für das Weihnachtsgeschäft jetzt schon vorplanen und die wichtigste Zielgruppe ansprechen – Frauen in der Region. werbung@l-magazin.com


von Anthony Chen, SG mit Yann Yann Yeo, Tian Wen Chen, Angeli Bayani

28. 7. Montag, 21.30 Uhr 99 Min, SG/d, ab 14 J. Drama/Komödie, Premiere

Ilo Ilo Jiale ist ein aufge­ weckter Junge, der mit seinen Eltern in der schillernden­ Geschäftsmetro­ pole Singapur lebt.­ Er ist auf sich allein gestellt, weil Vater wie Mutter stark beruflich eingespannt sind. Und so entwickelt Jiale seine eigenen Tricks, Ticks und Wege, um sich zu behaupten: So­wohl daheim als auch in der Schule. Das führt zwangsläufig dazu, dass er aneckt. Und das tut er auch, als die Eltern mit Teresa eine Nanny aus den Philippinen einstellen. Ilo Ilo war am Festival von Cannes einer jener Filme, die das Herz höher schlagen lies­sen. Dabei betreibt der junge Regisseur Anthony Chen aus Singapur gar keinen grossen Aufwand: Er erzählt ganz einfach aus dem Alltag eines Knaben in einer Welt, d ­ ie für ihre Kinder keine Zeit hat, weil die Erwach­ senen alle so stark beschäftigt sind. Es ist die Be­ ziehung zwischen Jiale und Teresa, die er bald einmal ins Zentrum rückt, um über diese ein paar elementare Dinge im L ­ eben zu betrachten. Er tut dies auf aus­ gesprochen lockere Art, lässt den Alltag seine Spässe treiben, ohne dass er seine Figuren der Lächerlichkeit preisgeben würde. Es ist, als würde jeder Augenblick

auch seinen Humor in sich bergen. Angesiedelt ist die Handlung ­im Singapur von 1997. Der ökonomisch er­ folgeiche Stadtstaat hat damals bereits jene Krise erlebt, die heute das Leben bei uns beeinflusst. Chen hütet sich da­ vor, ein Drama da­ raus zu machen. Er nutzt die Situation, um uns über kleine

Missverständnisse, Gesten, Begegnungen und Über­ raschungen vor Augen zu führen, dass seine F ­ iguren es schaffen können, wenn sie einander Vertrauen schenken und Liebe. Die Familie von Jiale hat das ­im beruflichen Druck verlernt und muss erst wieder zu sich finden. Diesem Pro­ zess zuzuschauen, bereitet schlicht Freude und lässt uns immer wieder schmun­ zeln - auch über uns.

Reservationen unter www.filmfest.li/12

Rund 3000 Filme gratis zur Ausleihe. Wir feiern das ganze Jahr Filmfest. www.landesbibliothek.li


29. 7. Dienstag, 21.30 Uhr 102 Min, SE/d, ab 12 J. Komödie/Drama, Vorpremiere

von Lukas Moodysson, SE/DK mit Mira Barkhammar, Mira Grosin, Liv LeMoyne

We are the best 1982 ist auch in Stockholm Punk längst Schnee von ges­ tern, aber das ist Bobo wie Klara so ziemlich egal. Sie hören und fühlen die Musik von Ebba Grön und ver­ suchen die ersten Schlückchen Wein, wundern sich über die Eigenarten ihrer Eltern und spielen schon einmal den ato­ maren SuperGAU durch. Eins aber steht fest: Punk ohne Gitarre macht so viel Sinn wie ein Plat­ tenspieler ohne Tonarm. Deshalb überreden sie die fromme und brave Hedvig, in ihrer Band mitzuspielen. Ihre Einführung erfolgt über Musik der Vorbilder sowie dem unerschro­ ckenen Abschneidens ihres engelsblonden Haares. Diese Aktion sorgt für die erste Krise in der Band. Sie aber ­ ist bald überwunden, und so üben die Mädels weiter, um sich den Traum eines Live-Auftritts zu verwirklichen. Der schwedische Regisseur Lukas Moodysson (TOGETHER) berief sich bei WE ARE THE BEST auf ­eine Vorlage, nämlich auf das Comicbuch « Never Good­ night », das seine Frau Coco gezeichnet hat. Das kreative Ehepaar war 1982 im Alter ihrer Hauptfiguren, und so fusst das wunderbar authentische Ambiente dieses Films auch auf persönlichen Eindrücken. Hinreissend erzählt

der Film seine ganz eigene Geschichte von jugendlicher Freundschaft und von Musik als deren starker Kitt. Ent­ gegen jedoch seiner im Inhalt dominanten Musikrichtung ist Moodyssons Film weder aufbe­ gehrend, noch übereilt im Aus­ druck. Feinfühlig ist er in der Vermittlung des damaligen poli­ tischen Weltklimas, um das die drei Mädchen wissen. Sie wären keine Kinder, könnten sie nicht auch darüber lachen.

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PRINT


von Philippe de Chauveron, FR mit Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan

30. 7. Mittwoch, 21.30 Uhr 97 Min, F/d, ab 12 J. Komödie, Vorpremiere

Qu'est-ce qu'on a fait au bon dieu? Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriede­ nes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich die eine Tochter mit einem Muslim, die an­ dere mit einem Juden und die dritte mit einem Chinesen verheiratet, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der rauhe Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Freudig nehmen die Eltern da die Ankündigung der jüngsten Tochter auf – sie wird einen französischen

Katholiken heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwie­ gersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reisst Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt

durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und kosche­ res Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles‘ Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeits­ vorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen

ein. Was folgt ist ein Ge­ metzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht. Mit radikalem Witz, schonungslosen Provokationen und einem gelungenen Spiel mit kulturellen Klischees, ist QU’EST-CE QU’ON A FAIT AU BON DIEU? heiteres und buntes Komö­ dienkino aus Frankreich. Der grandiose Christian Clavier als Monsieur Claude beweist erneut riesiges Komödientalent auf seiner Odyssee durch vier Hochzeiten zwischen Kulturschock und Völkerfreundschaft.

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ONLINE


31.  7. Donnerstag, 21.30 Uhr 131 Min, E/d, ab 12 J. Drama, CH Premiere

von Jeff Nichols, US mit Matthew McConaughey, Reese Witherspoon, Tye Sheridan

Mud Regisseur Jeff Nichols hat sich mit seinen grandiosen ersten beiden Filmen als vielleicht hoffnungsvollster US-Newcomer seiner Generation empfohlen. Wie be­ reits in seinem Debüt SHOTGUN STORIES be­weist Nichols in MUD von Anfang an, dass er ein unnachahmli­ ches Gespür für die Schöpfung filmischer Räume be­sitzt: Das Arkansas-Flussdel­ ta, in dem der Film spielt, bringt er mühelos mit einer intuitiven Mischung aus Close-Ups, Licht und Klängen derart plastisch auf die Lein­ wand, dass wir uns als Zu­ schauer schon nach wenigen Minuten heimisch fühlen. Bei einem Streifzug durch das von gefährlichen Schlangen und Spinnen be­ wohnte Unterholz einer Insel in der Mitte des Flusses, stossen die zwei 14-jährigen Jungs Ellis (Tye Sheridan) und Neckbone (Jacob Lofland) auf Mud, einen reichlich wüst aussehenden Vagabunden, der sich vor zunächst unbekannten, gefährlichen Verfolgern, sowie dem Gesetz versteckt. Er wartet nur noch auf seine große Jugend­ liebe Juniper (Reese Witherspoon), dann will er für immer verschwinden. Besonders der nachdenkliche Ellis ­ ist von dem wortgewandten Outlaw fasziniert und hilft Mud bereitwillig bei seiner romantischen Mission. Die Besetzung der beiden Erwachsenen ist ein Geniestreich: Nicht nur, weil McConaughey und Wither­ spoon grandios spielen, sondern weil ihr realer Star-­

Status uns noch stärker in Ellis’ Perspektive versetzt – in seinen Augen sind Mud und Juniper Stars ihrer eigenen Love Story, Gestalten wie aus einer anderen Welt. Als weite­re Nebenfigur, Neckbones Onkel Galen, taucht auch Nichols’ Stammspieler Michael Shannon wieder auf und gibt eine kleine, aber sehr feine Performance als gitar­ respielender Perlentaucher. Und Tye Sheridan als Ellis ist einfach umwerfend.

MUD erinnert mit seinen Tom-Sawyer-Motiven an Coming-Of-Age-Filme wie STAND BY ME die den kindlich-staunenden Blick auf die Natur bewahren, ohne dabei die düsteren Geheimnisse und die ernüchternde Realität auszublenden. Jeff Nichols hat mit MUD ein Fenster in eine andere Welt geschaffen, an das man, wenn es sich nach zwei Stunden wieder schliesst, sehnsüchtig zurückdenkt.

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PLAKAT


von Glenn Leyburn & Lisa Barros D’Sa UK/IR, mit Richard Dormer, Jodie Whittaker, Michael Golgan

1. 8.  Freitag, 21.30 Uhr 102 Min, E/d, ab 12 J. Komödie, CH Premiere

Good Vibrations

Die Bomben mit Musik bekämpfen! Das ist Terri Hooleys Plan, als er in den 70ern im nordirischen Belfast einen Plattenladen mitten auf einer umkämpften Strassenmeile eröffnet. Good Vibrations ist fortan Treffpunkt der nordirischen Underground-Szene, von Punks, Nerds, Rebellen und
 Teenies. Hier wächst über die aufkeimende Punk-Bewegung neue Hoffnung für einen geistigen Widerstand. Terri ist ein Idealist wider Willen. Er kann nicht anders, weil er von seinem kommunistischen Vater weiss, dass man Ideale nicht kaufen, wohl aber verlieren kann. Er opfert sein Haus, seinen Laden und fast auch seine Familie für das, was er als Chance

für sein Land sieht: die junge undogmatische Bewegung der Punks. So wird er zum geliebten und gehassten Labelgründer und Konzertver­ anstalter, bringt Bands wie «The Undertones » gross raus. Sein Herz schlägt dabei immer für musikalischen Exzess und ideelle Freiheit, nicht für finanzielle Sicherheit. GOOD VIBRATIONS ist keine differenzier­te Geschichtsaufarbeitung, sondern ein Feel-­ Good-Movie in einem denkbar düsteren Umfeld. Doch genau deshalb springt der Funken über und bereitet jede Menge Spass. Nebenbei vermittelt der Film auf rotzfreche Weise eine ermutigende Botschaft. GOOD VIBRATIONS ist ein trojanisches Punk-Pferd, das zahlreiche zu guter Stimmung entschlossene Freaks auf die Menschheit loslässt. Es ist ein kleiner Film, der Grosses schafft und den man einfach gern­ haben muss.

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2. 8.  Samstag, 21.30 Uhr 120 Min, DE/UK, E/d, ab 14 J. CH Premiere

Basierend auf einem Weltbesteller, mit internationalen Stars besetzt.

Film Surprise Der leicht exzentrische, dafür aber liebenswerte Psych­ iater H. hat kein leichtes Leben. Obwohl er sich für einen guten Psychiater hält und auch von seinen Mitmenschen als solcher wahrgenommen wird, sind weder er noch seine Patienten richtig glücklich. Er beginnt sich zu fragen, was ein glückliches Leben überhaupt ausmacht und beschliesst, dem auf den Grund zu gehen. So packt er eines Tages seinen

Rucksack und macht sich auf die Suche nach dem wahren Glück. Aber gibt es so etwas überhaupt und wenn ja, vielleicht sogar für ihn selbst? Ausgerüstet mit einer Menge Mut und gera­dezu kindlicher Neugier stürzt sich der Su­ chende in das Abenteuer und verlässt London. Dabei lernt er die verschiedensten Men­ schen kennen, erlebt die kuri­ osesten Abenteuer und gerät auch in so manche Gefahr.

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18.06.2014 15:30


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芦Filmfest 2014禄 eben.Liebe.Laster.

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VADUZ

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32  RUND UM VADUZ

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nterhaltung in Vaduz

Blick auf das Schloss Vaduz.

Das Städtle Vaduz bietet nicht nur eine Kulisse für Filme unter Sternen. Es ist das Zentrum von Vaduz und bietet verschiedenste Unterhaltungsmöglichkeiten. Ob Museen, Sehenswürdigkeiten oder zahlreiche Gasthäuser: sie laden zum Genuss und Flanieren in der Fussgängerzone ein. Ein kühler Drink in einer der Bars runden den lauen Sommerabend ab. Fotos zvg

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«Filmfest 2014» eben.Liebe.Laster.


RUND UM VADUZ  33

Das Filmfest findet am Rathausplatz Vaduz statt.

Das Adlernest des Restaurant Marée im Parkthotel Sonnehof.

GASTRONOMIE BAR NEXUS Aeulestrasse 51 / Tel. +423 232 95 95 BÖRSENCAFE Städtle 22 / Tel. +423 233 16 61 BRASSERIE BURG Städtle 15 / Tel. +423 232 23 83

PARKHOTEL SONNENHOF Mareestrasse 29 Tel. +423 239 02 02 SO-FR 12.00-13.30 / 19.00-21.30 SA 19.00-21.30 www.sonnenhof.li

CAFE IM KUNSTMUSEUM Städtle 32 / Tel. +423 232 63 00 HOTEL GASTHOF LÖWEN Herrengasse 35 / Tel. +423 238 11 44 LUCE RESTAURANT PIZZERIA Schwefelstrasse 14 / Tel. +423 233 20 20 NEW CASTLE Aeulestrasse 22 / Tel. +423 233 44 21 POTENZA PIZZA BAR RESTAURANT Städtle 29 / Tel. +423 231 11 00 RESTAURANT ADLER Herrengasse 2 / Tel. +423 232 21 31 RESTAURANT ENGEL Städtle 13 / Tel. +423 236 17 17

Im Adlernest des Restaurants Marée gibt es Genuss für Gaumen und Auge, die ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Ein Michelin-Stern, zwei Hauben von Gault Millau und unzählige Auszeichnungen von Gourmet Magazinen. Ob ein Festessen oder stilvolles Menü, Hubertus Real und sein Team inszenieren einzigartige Gaumenfreuden, inspiriert von Natur und Saison.

RESTAURANT RESIDENCE Städtle 23 / Tel. +423 239 87 87 RESTAURANT TORKEL Hintergasse 9 / Tel. +423 232 44 10 RESTAURANT VINOTHEK LETT Lettstrasse 3 / Tel. +423 232 50 52 RESTAURANTE CESARE Städtle 15 / Tel. +423 232 85 34 SCHNITZELFÜRST VADUZ Städtle 3 / Tel. +423 232 85 34 STREETSIDE 9 Herrengasse 9 / Tel. +423 230 23 23 VANINI CAFE-BAR Herrengasse 2 / Tel. +423 232 21 31

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«Filmfest 2014» eben.Liebe.Laster.


34  ZU GUTER LETZT

BRENDO UND LITTLEFEATHER Eine etwas andere Oscarverleihung

JARED LETO Die Geschichte mit dem Drehbuch

Bei der Oscar Verleihung 1973 sollte Marlon Brando als Bester Darsteller in «Der Pate» seine Auszeichnung bekommen, doch er nahm diese nicht an. Stattdessen erschien eine junge Frau in indianischem Kostüm auf der Bühne, die sich Sacheen Littlefeather nannte.   Sie gab sich als Apachin aus und erklärte warum Brando den Preis ablehnte. Daraus ging hervor, dass Brando den Preis ablehnte, weil aus seiner Sicht die amerikanische Filmindustrie «American Indians» schlecht behandelte. Hinter «Littlefeather» verbarg sich die Aktivistin Maria Cruz, die zum Teil indianische Vorfahren hatte.   1955 hat Brando doch noch den «Oscar» als bester Hauptdarsteller im Film «Die Faust im Nacken» entgegengenommen.

Offensichtlich hat der Schauspieler Jared Leto das Drehbuch zum Film «Dallas Buyers Club», in dem er den transsexuellen Rayon spielt, schon vor 15 Jahren im Alter von 27 Jahren bekommen. Zum Glück hatte er es damals nicht gelesen, denn sonst hätte er womöglich nicht für Rollen wie «Girl, Interrupted» (1999), «Requiem for a Dream» oder «American Psycho» (beide 2000) zugesagt.

DIE TEDDY BOYS Englische Bewegung in den 1950er Teddy Boys, auch Teds genannt, sind ursprünglich eine jugendliche Protestbewegung die hauptsächlich gesellschaftlich ausgerichtet war ohne politische Intention. Die Teds haben bewusst durch vornehme Kleidung und eine affektiert wirkende vornehme Gestig, den etablierten Mittelstand nachgeahmt.   Im Jahr 1956 wurde der Film «Blackboard Jungle» erstmals im Trocadero Cinema in Südengland gezeigt. Am Ende des Films brachte der Song «Rock around the clock» die Teds mit ihren Mädchen in den Gängen zum Tanzen. Doch als die Mitarbeiter sie anhielten aufzuhören, geriet die Situation ausser Kontrolle. Die Teds protestierten und haben mit ihren Taschenmessern sämtliche Kinosessel aufgeschlitzt. Die Rock'n'Roll Ära in England.

Filmszenen «Dallas Buyers Club» Dr. Eve Saks: «We can make you comfortable.» Ron Woodroof: «What? Hook me up to the morphine drip, let me fade on out? Nah. Sorry, lady, but I prefer to die with my boots on.» (Rayon visits her/his estranged father to ask for money) Father: «Well, I suppose I should thank you for wearing men's clothes and not embarrassing me.» Rayon: (sarcastically) «Dad, are you ashamed of me? Because I didn't catch that » Father: «You made that choice.» Rayon: «It wasn't a choice. (pause) So, how's Mom?» Father: «God help me...» Rayon: «He is helping you, I have AIDS!»

IMPRESSUM Verlag und Redaktion Allmedia AG, Zollstrasse 16 9494 Schaan/FL Tel. + 423 239 80 00 verlag@l-magazin.com www.l-magazin.com Redaktion Jennifer Buchsteiner Markus Wille Natalie Wohlwend Anzeigen/Vertrieb Beat Frick (Leitung) Natalie Wohlwend Vanessa Thöny werbung@l-magazin.com Herausgeber/Marketing Kosta Athanasopoulos kosta@l-magazin.com Verlagsleiter Beat Frick beat@l-magazin.com Designkonzept L-Magazin/ Grafische Parameter Manuela Bischofberger manuela@l-magazin.com Kommunikations- und Projektleiterin Jennifer Buchsteiner jennifer@l-magazin.com Fotos zvg Cover Matthew McConaughey, US-Schauspieler Korrektorat Allmedia AG Filmfest Vaduz Umsetzung/Produktion Jennifer Buchsteiner, Allmedia AG Gestaltung Filmfest-Programmteil: Aline Stieger, Screenlounge AG Druck BVD Druck+Verlag AG, 9494 Schaan/FL Auflage: 5000 Exemplare Erscheinung L...Leben.Liebe.Laster. 4-mal jährlich. Die nächste Ausgabe ­erscheint im September 2014 Erscheinung Spezialausgabe «Filmfest 2014» 4. Juli 2014

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«Filmfest 2014» eben.Liebe.Laster.


Sommer IM HOF 2014

Open-Air-Konzerte im Innenhof der Liechtensteinischen Landesbank, Hauptsitz Vaduz. Donnerstag, 10. Juli, ab 20.30 Uhr

Suzie Candell & the Screwdrivers Country Freitag, 11. Juli, ab 20.30 Uhr

Men Upstairs Funk / Rock / Soul / Hip-Hop Samstag, 12. Juli

Sing Song's Trio Jazz ab 20.45 Uhr Ira May Soul ab 20.00 Uhr

Donnerstag, 17. Juli, ab 20.30 Uhr

From Tango to Chick Corea feat. Markus Nauer Tango / Jazz Freitag, 18. Juli, ab 20.30 Uhr

Martina Linn Folk / Blues / Pop

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L-Magazin Spezialausgabe Filmfest Vol.13  

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