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Kein Wunder, wollen seine Gäste möglichst lange bleiben. Die Wohnung von Architekt Jesco Hutter ist eine einzige Liebeserklärung an ein besonders sinnliches Naturmaterial … Text dagmar oehri Fotos Paul trummer

«Bei mir liegt die Kuh auf dem Boden.» Jesco Hutter bittet, die Schuhe auszuziehen, bevor er in seine Wohnung im siebten Stock des – natürlich selbst geplanten – «black office» lädt. Ein Hochhaus, das direkt neben der A 13 in den Himmel des St. Galler Rheintals ragt. Grosses Staunen. Nicht nur der Boden, auch Wände, Decken, Türen, Schränke, Stufen, Bad, die Küchenfronten, der Tisch und sogar das Bett sind mit einem einzigen Material bespannt oder beklebt: Leder! Sinnliche Höhle Es duftet unverwechselbar rauchigsüss, fühlt sich unter Händen und Füssen gleichzeitig weich und fest an, erdet durch die warme bitterschokoladenbraune Farbe. Zusätzlich bewirkt der dunkle Ton, dass die Konturen der deckenhohen Fenster, die den

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Vol. 3/2011 eben.Liebe.Laster.

offenen Wohn- und Lebensraum wie ein Band umschliessen, optisch zurücktreten. Wie Bilderrahmen holen sie die Natur herein, bringen die Berge draussen besser zur Geltung. «Das Äussere kommt nach innen, das ist das Spannende», sagt Jesco Hutter. Zur Lederloft inspiriert hat ihn die Decke in einem alten Wiener Kaffeehaus. «Es gibt heute mit Leder bespanntes Fertigparkett; in Hotels wird es gern verwendet, zum Beispiel als hygienische Rückwand hinter dem Kopfteil des Bettes. Aber gleich eine ganze Wohnung mit Leder ausgekleidet – das dürfte bis heute einzigartig sein. Mir gefällt einfach das Material, auch von der Haptik her. Es ist total pflegeleicht, abgesehen von Abdrücken spitzer Absätze oder grober Profilsohlen. Aber vor allem gibt es eine Atmosphäre, in der ich mich sehr wohl, ja geborgen fühle. ►

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L...Leben.Liebe.Laster. VOL.3  

Das regionale Frauenmagazin - Ausgabe 3 - November 2011

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