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Das Magazin des Bund Deutscher Pfadfinder_innen

THEMA: Digital-Autonomie Wenn Medien 端ber Fl端chtlingspolitik berichten PROJEKTVORSTELLUNG: Mit Rollis ans Meer

BLATT AUSGABE 01/2015


BLATT LIEBE LESER_INNEN

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DIGITAL-AUTONOMIE

3–5

WENN MEDIEN ÜBER FLÜCHTLINGSPOLITIK BERICHTEN

10 – 11

KOMMENTAR Die Totengräberin Europa

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MITREISEGELEGENHEIT Mit dem BDP um die Welt

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PROJEKT Mit Rollis ans Meer

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MHHHMMM...

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PORTRAIT Cindy Reimer

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DER BDP IST...

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FESTGEZOGEN

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BLÄT TCHEN Was ist eigentlich das Internet

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BLÄT TCHEN Reisespiel

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TIPPS

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SAMMELKARTEN

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FEEDBACK + ABO

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Liebe Leser_innen, das BLATT erlebt seinen zweiten Sommer. Mit vielen Kindern in Hamburg, vielen Sprichwörtern in Berlin, vielen neuen Redakteur_innen und Gestaltungsideen ist diese BLATT-Ausgabe entstanden. das blatt erscheint unregelmäßig alle 4 – 8

Monate. Es dient der gegenseitigen Information über die BDP-Kinder- und Jugendarbeit in allen Bereichen.

das blatt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. weitere exemplare können bestellt werden beim: Bund Deutscher Pfadfinder_innen Bundesverband Baumweg 10 60316 Frankfurt FON (069) 431030 FAX (069) 4059595

E-MAIL: bundesverband@bdp.org

herausgeber BDP Bundesverband redaktion Elena Barta, Charlotte Hochegger,

Torsten Jahr, Vanessa Lehr, Klaus Merkel, Esther Philipps, Katja Svet, Ruben Siech, Cindy Reimer

gestaltung Atelier Hurra gefördert durch:

Das zentrale Thema dieser Ausgabe ist Selbstbestimmtheit, was sich in den immer wiederkehrenden Rubriken, als auch in den Artikeln widerspiegelt. Obwohl die Formen von Mediennutzung im Redaxteam so unterschiedlich sind wie im gesamten BDP, sind wir uns einig, wie schwierig ein selbstbestimmter Umgang mit (Online-)Daten ist. Einen groben Überblick, bei welchen Programmen und sozialen Medien du auf deine Daten achten solltest, findest du im Artikel auf Seite 3 – 5. Durch unsere Beschäftigung mit diesem Thema verzichten wir beispielsweise auch auf das Abdrucken unserer vollständigen Namen. Selbst entscheiden ist auch ein großes Thema auf dem neuen Sommercamp des BDP. Das Camp findet von 1. bis 8.8. in Geretsried, Bayern, statt und wird eine Woche voller internationaler Begegnungen, gemeinsamen Erkunden von Stadt und Wald, tollen Workshops und solidarischen Zusammenleben sein. Leckeres Essen darf auf keinem Camp fehlen, deswegen haben wir euch auf der nächsten Seite Rezepte zusammengestellt, die einfach (und) vegan sind. Das Reisespiel im Blättchen soll euch auf der Fahrt dahin zum Lachen bringen. Das Thema Flüchtlinge begleitet und bewegt uns schon seit der ersten Ausgabe und tut es auch diesmal auf Seite 10 – 12. Es scheint, als würde die Politik endlich reagieren, oder sind es doch wieder nur leere Worte? Wenn ihr mehr zum Nachdenken wollt, dann überlegt doch gemeinsam mit uns was BDP heißen kann (Seite 13). Wenn ihr auch Lust habt, euch aktiv in der Gestaltung des BLATTs auszuprobieren, dann schreibt uns an blatt@bdp.org. liebe Grüße euer Redaxteam

Editorial

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EINBLICK … der Moment, in dem die ersten Erdbeeren reif sind, der Geruch von frischem Kuchen, das Knacken von Nüssen zwischen den Zähnen, das letzte bisschen Sauce vom Teller schlecken. Essen kann etwas unglaublich Tolles sein! Um euch eure Zeit auf dem BDP Sommercamp, auf einer Ferienfreizeit oder zuhause im Park mit Kochen zu versüßen, haben wir hier vegane Rezepte zum Selbermachen gesammelt.

rfeuer e g a L m a n le Gril

Hummus für das Zeltlager Vegane Schoko-Nuss-Riegel für den Park zutaten für 1 grosse schüssel: 150 – 200 g Puderzucker (knapp 2 Tassen) 100 g gehackte Nüsse (oder mehr, nach Belieben) 30 ml Soja-Drink 8 EL gesiebtes Kakaopulver 6 EL Sesam- oder Kokosöl 1 TL Vanille-Pulver

zutaten für ca. 5 grosse portionen: 1 Dose Kichererbsen 400-500 g 2-3 EL Tahin (Sesampaste) Saft aus 2-3 Zitronen Olivenöl / Salz / Pfeffer optional: 2 – 3 Knoblauchzehen / 1 EL Currypulver / Paprikapulver / 2 EL Kreuzkümmel

zubereitung Eine Auflaufform leicht fetten. Öl, Rohrzucker, Kakao, Vanille und Soja-Drink in eine feuerfeste Schüssel geben. Die Schüssel in kochendes Wasser stellen und die Zutaten zu einer geschmeidigen Masse rühren. Nüsse nach Geschmack hinzufügen. Die Mischung schnell in die vorbereitete Form füllen und gründlich durchkühlen. Danach in Riegel schneiden.

zubereitung Die Kichererbsen abtropfen und das Wasser auffangen. Alle Zutaten gemeinsam mit einem halben Glas des Kichererbsenwassers in die Küchenmaschine schmeißen und alles pürieren*. Wenn die Paste zu fest ist, mehr Kichererbsenwasser zugießen, abschmecken und dann nach Wunsch Kümmel oder Curry beigeben. Serviert es am besten mit ein bisschen Paprikapulver und Oliven als Dip zu Fladenbrot.

Kartoffel-Spieße zutaten für 4 spiesse: 750 g ungeschälte Kartoffeln 4 gewässerte Bambusspieße, je 25 cm lang 3 EL Olivenöl Kristallsalz / schwarzer Pfeffer zubereitung Kartoffeln in Salzwasser 15 Minuten fast gar kochen. Kartoffeln halbieren und mit Olivenöl, Kristallsalz und Pfeffer anmachen. Kartoffelhälften auf die Spieße stecken. Bei mittlerer Hitze zehn Minuten grillen. Regelmäßig wenden. Heiß servieren. Tipp: Kartoffeln am Vortag kochen. Zwei Stunden vor dem Grillen halbieren, in Öl wenden und auf Spieße stecken.

Guten Appetit, 2

Er heißt manchmal auch Humus, Houmous, Chumus oder Hoummous und ist als Dip eine sehr beliebte Vorspeise bzw. ein Brotaufstrich, der ganz leicht selbst gemacht werden kann.

Einblick

egal wo ihr grad seid!

Süße Äpfel zutaten für 4 stück: 4 Stöcke aus frischem Holz 4 kleine Äpfel Ahornsirup / Zimt zubereitung Zuerst müssen die Stöcke wie für Stockbrot geschnitzt werden. Die Äpfel vorne auf die Stöcke bohren und etwa 30 Minuten über die Glut halten. Die Äpfel während dieser Zeit immer wieder mit Ahornsirup bepinseln und mit Zimtpulver bestreuen. tipp: Die Äpfel werden direkt vom Stock gegessen.

* Achtung: Wenn ihr es mit einem Pürierstab macht, immer wieder Pause machen, damit er nicht überhitzt.


THEMA

DIGITAL-AUTONOMIE Das Jahr 2015, das Jahr Zwei nach Snowden und NSA Untersuchungsausschuss. Immer prominentere Hacks und Sicherheitslücken bestimmen die Nachrichten. Das Internet. Gerade einmal 20 Jahre alt, bestimmt unser Leben.

beginnend bei Manipulation des Kaufverhaltens oder von Kommunikationsabläufen aber auch Mobbing, Kreditkartenbetrug oder Identitiätsdiebstahl. Sucht man Beispiele für diesen Missbrauch, finden sie sich schnell schon unter den populärsten Diensten, die durch den Kauf weiterer Dienste ihre MonopolstelGeboren in den 1960 iger Jahren fand das Internet lungen ausbauen. So sicherte sich Facebook eine der erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhun- am schnellsten wachsenden Apps Whatsapp und der derts eine breite Verwendung – eine Zeit, in der Mobil- populärste Dienstanbieter Google schon vor Jahren telefone noch eine Seltenheit und Internetanschlüs- Youtube, welches sich auf Platz drei der populärsten se eine Besonderheit waren. Google zum Beispiel Webdienste findet. Sieh dir das Ranking in der erblickte die Welt erst 1996, von Facebook war noch Onlineausgabe an. keine Spur und Twitter noch nicht gedacht. Das Internet ist jung, sehr jung im Verhältnis zur Evolution des mehr als nur kommunikation Menschen. Was diesen Diensten gemeinsam ist: Sie stellen Formen der Kommunikation per Text, Bild oder Video Was heute selbstverständlich alle Lebenswelten zur Verfügung. Kommunikation scheint die einzige durchzieht, war vor 20 Jahren noch ein Experiment. Funktion. Wenn man allerdings beginnt, sich mit den Seitdem hat sich viel getan: Smartphones, immer Allgemeinen Geschäftsbedigungen der Dienste auseileistungsfähigere Laptops und PCs, Breitbandinternet nanderzusetzen, wird schnell klar, was für die meisten in jedem Haushalt, sowie drahtloses Internet immer der aufgezählten Dienste gilt: Sie müssen sich finanund überall. Information war nie so allumfassend, so zieren. Dies tun sie zu großen Teilen über Werbung, ultimativ verfügbar wie sie es heute ist und noch wer- da ihre Dienste kostenfrei sind. Um diese Form der den wird. Finanzierung zu verwirklichen, werten sie Daten der User (engl. Benutzende) aus und geben sie zum Teil Wer hat sich nicht an die Verfügbarkeit von Informati- an Dritte weiter, die sie wiederum nutzen, um zielonen gewöhnt, ohne sie zu hinterfragen. Das Internet gruppengenau ihre Produkte an die jeweiligen User ist zu einer Erweiterung des Selbst geworzu bringen. Blickt man etwas tiefer und begibt sich den, was so gleichmütig hingenommen auf die Suche nach den Möglichkeiten, die den wird wie ein Arm. Es verknüpft und Diensten dabei zur Verfügung stehen, zeigt sich bereichert alle Lebensbereiche. Aber schnell das Bild eines vollkommen gläsernen eben nicht nur das. Die Hinnahme Menschen. führt zu Ignoranz gegenüber den möglichen Fallstricken, die im Verborgenen So fordert z.B. Facebook bei der Installauern. lation unter dem Betriebssystem Android Zugriff auf SMS, Kontaktlisten und Wo diese Fallstricke lauern ist oberTerminkalender, sowie GPS-Daten des flächlich nicht einfach zu erkennen, da Geräts zur Standortbestimmung. sie sich meist hinter vermeintlicher Nützlichkeit verstecken. Gleichzeitig findet sich ein gewaltiges Missbrauchspotential

Thema

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Nach der Installation geht die Sammlung weiter: Jeder so genannte Like, jeder Kommentar, jede Information im Profil, jeder Link auf einem Foto, jedes Bild, jede Nachricht im Chat oder auf der Pinnwand wird gespeichert und automatisch analysiert. Damit nicht genug, jeder Like-Button auf einer Website, die nicht zu Facebook gehört, sendet private Informationen an Facebook zurück – egal ob man einen Account hat oder auf den Button klickt. Eine Einwilligung wird nicht eingeholt. Seit 2014 gehört die Messenger App Whatsapp zu Facebook. Damit ist es dem Unternehmen potentiell möglich, noch detaillierter Freundschaftsnetzwerke und deren Kommunikation zu erfassen und auszuwerten.

Beispiel Dinge wie politische und sexuelle Orientierung, beliebte Orte, Konsumvorlieben und so weiter. Einige Eigenschaften können, wenn sie in die falschen Hände geraten, zum Nachteil der Benutzer_innen verwendet werden – sei es durch autoritäre politische Systeme oder böswillige Individuen.

Zweitens werden all diese Daten auf Computern gespeichert. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, ist kein Computersystem wirklich und endgültig sicher, so können die Daten, die man lieber unter Verschluss gesehen hätte, an die Öffentlichkeit gebracht werden; wie es im Falle von Snapchat geschehen ist (Onlinepfeil) Mehr dazu Online. Gestohlene Daten können aber auch für Erpressung oder Identitätsdiebstahl verGoogle ist in unsere tägliche Nutzung noch tiefer in- wendet werden. tegriert als Facebook. Während Facebook auf seine Plattform, Apps, Dienste und Buttons zurückgreifen Drittens verschaffen sich immer wieder regierungsnahe muss, ist Google in der Lage, durch reine Analyse der Geheimdienste wie die NSA (National Security AgenSuchanfragen ganze Gedankenabläufe zu rekonstru- cy, amerikanischer Geheimdienst), GCHQ (Government ieren. Google ist nicht nur eine Suchmaschine. Unter Communications Headquarters, englicher Geheimdienst) den Angeboten finden sich Googlemail, Google+, Goo- oder der BND (Bundesnachrichtendienst, deutscher Geglehangout, Googledrive, Android als Betriebsystem heimdienst) Zugriff zu den Systemen oder nutzen die auf Smartphones und viele mehr. Ein Produktpool Dienste um ihre Benutzer_innen auszuspähen. Hier aus dem sich ein wahres Universum an Daten abgrei- besteht die Gefahr der dauerhaften Speicherung, Verfen, analysieren und für Werbezwecke nutzbar ma- arbeitung und Verknüpfung der Daten mit bestimmten chen lässt – und genau das tut Google. Jeder einzelne Personen. Denn was heute in einem politischen System Dienst von Google wird dazu verwendet, Daten in ei- kein Problem darstellt, kann bei einer Veränderung der nem internen Userprofil zu speichern, um individuelle politischen Lage in Zukunft schnell zu einem erhebliWerbung erfolgreich zu platzieren. chen Problem für das Wohl einer Person werden (siehe online mehr über Ägypten 2014) Mehr dazu Online. Auch Apple steht im Hinblick auf den Umfang erhobener Daten den oben genannten Diensten in nichts Nicht zuletzt lassen sich Dienste wie Facebook auch nach. Die Erfassung der Benutzer_innen geht in Tei- leicht von Einzelpersonen missbrauchen. So ist Stallen sogar noch tiefer. Hintergrundinfos dazu findest king und Mobbing heute keine Seltenheit mehr. Auch du in der Onlineausgabe die Zahl derer, die ihren Arbeitsplatz aufgrund von Posts auf Facebook verloren haben oder eine Stelle warum ist all das problematisch? nicht bekommen haben, steigt stetig. Erstens lassen sich durch die gesammelten Daten Persönlichkeitsprofile erstellen. Darunter fallen zum

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Thema


INFOBOX: Das Internet ist ein offener, nicht ungefährlicher Raum, in dem man sich bewusst darüber sein sollte, welche Spuren man in den Diensten hinterlässt und wie man sie soweit wie möglich reduzieren kann. Wer unbedarft und ohne Hintergundwissen schlicht User ist, setzt sich dauerhaft Gefahren aus, die das Potential haben, das eigene Leben nachhaltig zu beeinflussen. Es gilt auch hier ein Zitat von Brecht:

Wem das Zitat ein zu hoch gestecktes Ziel ist, dem seien die folgenden Alternativen ans Herz gelegt:

alternative: google duckduckgo https://duckduckgo.com/ Startpage https://startpage.com/

Wer seine Unterschrift nicht gegeben hat, wer kein Bild hinterließ Wer nicht dabei war, wer nichts gesagt hat Wie soll der zu fassen sein! Verwisch die Spuren!

facebook diaspora https://diasporafoundation.org/

Bertold Brecht, Aus dem Lesebuch für Städtebewohner, 1926/7

smartphones: ubuntuphone http://www.ubuntu.com/phone

whatsapp threema https://threema.ch/ telegram https://telegram.org/

firefoxphone https://www.mozilla.org/de/firefox/os/devices/ jolla https://jolla.com/ von Klaus

blackphone https://blackphone.ch/

windows/osx ubuntu http://www.ubuntu.com mint http://linuxmint.com

plugins noscrip https://noscript.net/

weitere https://prism-break.org/de/ https://tacticaltech.org/projects/security-box https://myshadow.org/ Thema

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Für Kids

ZU welchem Baum gehört dieses Blättchen?

Auflösung siehe unten

ab 3 Personen, die Lesen und Schreiben können. Dieses witzige Spiel erfordert nur Stifte und Papier, am besten DIN A4. Je nachdem, wie viele Mitspieler_innen ihr seid, kann eine oder zwei Runden gespielt werden. Funktionieren tut es schon ab 3 Mitspieler_innen, obwohl eine höhere ungerade Anzahl von 5 oder 7 besser funktioniert. Am Schluss sollte jede_r seine_n eigenen Zettel wieder vor sich liegen haben. Bei einer geraden Anzahl erhaltet ihr zum Spielende euren eigenen Zettel mit einem Bild, dann spielt ihr einfach eine Runde mehr. Es beginnt damit, dass ihr einen kurzen und einfachen Satz aufschreibt. Lasst diesen Satz niemanden sehen. Nun reicht ihr eure Zettel an eure_n linke_n Nachbar_in weiter. Diese_r darf als Einzige_r euren Satz lesen und muss jetzt versuchen, ihn bildlich darzustellen. Das gestaltet sich nicht immer einfach. Lasst euch ruhig etwas Zeit dabei. Dann werden die Zettel gefaltet, sodass der erste Satz nicht mehr zu sehen ist und weitergerreicht. Nun wird von allen ein Satz formuliert und zwar aus dem Bild welches gezeichnet wurde. Diese abwechselnde Reihenfolge behaltet ihr bei bis ihr wieder euren eigenen Zettel vor euch liegen habt. Wichtig ist, dass ihr die letzte Runde mit einem Satz beendet. Nun könnt ihr die Zettel auff alten und euch über eure wunderbaren Interpretationen amüsieren.

Spielplatz

Auflösung des Blättchens: Linde

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t

e n r

Das Internet kannst du dir wie ein Fischernetz vorstellen, wobei die Fäden Leitungen (zum Beispiel Telefonleitungen) und die Knoten die Computer sind. Über die Leitungen sind alle Computer miteinander verbunden – das ganze Netz ist somit das Internet. Insgesamt benutzt im Moment ungefähr jeder vierte Mensch weltweit das Internet. Da es so einfach ist, sich über das Internet mit anderen auszutauschen oder nach Informationen zu suchen, ist es sehr beliebt. Vor zehn Jahren hatte nur jeder zehnte Mensch Internet. Damit man mit einem Computer ins Internet kann, braucht man einen so genannten Router (eine kleine Box mit bunten Lämpchen) und bestimmte Programme. Wenn man dann in den Internetbrowser eine Internetseite eingibt, zum Beispiel www.bdp.org, schickt der Computer die Nachricht an den Router, dass man gerne die Internetseite öffnen würde. Der Router schickt diese Nachricht ans Internet und wartet auf die Antwort, ob die Seite bei dir geöffnet werden darf.

Knoten = Computer

e t In

Fäden = Leitungen

So funktioniert das für jeden Menschen im Internet, egal ob von zuhause oder unterwegs und egal ob du mit dem Computer, Tablet oder Handy ins Internet gehst. Die Sendung mit der Maus – Wie funktioniert das Internet http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/ sachgeschichten/internet.php5

Spielplatz

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EINBLICK

PORTRAIT Gemeinsam passiert was! Cindy Reimer

Wir treffen Cindy an einem Sonntagvormittag im Berliner Stadtteil Wedding. Durch die Scheiben der BDP Gästeetage scheint ein wenig Sonne, wir haben Kaffee gegen die Müdigkeit in der Hand und drücken auf die Aufnahmetaste am Handy. Cindy wohnt zurzeit in einem kleinen Kaff irgendwo zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz. Drei Tage, nachdem Cindy nach ihrer Ausbildung in Berlin wieder dorthin zog, erzählte ihr ein Freund von einem wichtigen Treffen, wo sie unbedingt dabei sein sollte. „Wenn der sagt, es ist cool, dann vertrau ich ihm“. So landete sie Mitte letzten Jahres auf dem Gründungstreffen des BDP Sachsen. Und es war tatsächlich cool. Viele Initiativen, Projekte und Vereine aus Sachsen saßen an einem Tisch und wollten dabei sein. Viele Vernetzungsversuche scheiterten zuvor an strukturellen Problemen. „Der Vorteil ist, dass beim BDP dieser Bundesverband existiert, der einfach eine sehr gute Grundlage bietet und somit die Voraussetzungen viel besser sind, damit es diesmal hoffentlich nicht scheitert“. In diesen Bundesverband schnupperte Cindy dann auch direkt rein – sie war auf der Bundesdelegiertenversammlung und fand es interessant, wie unterschiedlich die Landesverbände arbeiten. „Da hab ich entschieden, mich auch auf Bundesebene zu engagieren“. Cindy war nun schon auf einigen Treffen, vom Geschäftsführenden Ausschuss bis zum BLATT-Redaktionstreffen, und überall gab es witzige Situationen, wie beispielsweise nächtliches Trampolinspringen erst gestern Abend.

Auf Landesebene ist es gerade weniger witzig, dafür aber natürlich produktiv. „Grundsätzlich geht es bei uns um die Vernetzung von alternativen Projekten im ländlichen Raum“, was bei über 70 Hausprojekten, Jugendclubs oder Organisationen einfach ein Haufen Arbeit ist. Trotzdem ist klar, dass das Engagement in Sachsen wichtig ist. Da ist der Name BDP „scheißegal“, auch wenn der häufig erst mal Fragen aufwirft. Am Ende zählt aber nur, „dass was passiert“ und dass sich alle über die Notwendigkeit einig sind. Die vielen politischen Konflikte oder die bürokratischen Hürden in Sachsen bekommen durch die Vernetzung ein stärkeres Echo in der Öffentlichkeit oder machen mehr Druck auf die Politik. So haben sich auf einem der Vernetzungstreffen zum Beispiel zwei Initiativen zusammengetan, die Fahrten nach Israel organisieren. „Die einen hatten Stress mit Fördermitteln, die anderen konnten helfen. So konnte die Fahrt wieder stattfinden, diesmal gemeinsam“. Cindy erzählt noch von vielen anderen Problemen, so wie die leider üblichen Angriffe von Neo-Nazis oder die unsinnigen Rechtsstreits mit Stadtverwaltungen, „wo es woanders überhaupt keinen Stress damit gäbe“. Da kann der Landesverband schon jetzt Expert_innen und Hilfe besonders auf dem Land sinnvoll koordinieren. Das ist auch der Schwerpunkt, denn „zum Glück gibt es ja schon viele coole Projekte und Organisationen in Sachsen, die wir unterstützen können. Es ist halt wichtig, die miteinander zu vernetzen“. Von Charlotte und Esther

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Einblick


INTERNATIONAL

MITREISEGELEGENHEIT … Mit dem BDP kannst du fast die ganze Welt bereisen. Unglaublich viele Reisen, Jugendbegegnung und Studienfahrten in verschiedenste Länder werden jedes Jahr organisiert. Eine größere Auswahl gibt es unter www.bdp.org

… NACH MAROKKO ZU GRAFFITI UND FOTOGRAFIE 16. – 25.Oktober 2015

… NACH BULGARIEN ZU RECHTLOS IM RECHTSSTAAT – DIE ROLLE DER ROMA IN DER EU 25. – 31.Oktober 2015

… NACH SPANIEN ZU SOZIALEN BEWEGUNGEN 25.10-01.11.2015

In dieser deutsch-marokkanischen Jugendbegegnung soll es vor allem um die künstlerische Beschäftigung und die kreative Darstellung eigener Ideen in einem interkulturellen Rahmen gehen. Viele Workshops, Gruppenarbeiten, Ateliers und Außer-Haus-Aktivitäten geben die Möglichkeit, sich mit dem Thema nicht nur in einem mononationalen Rahmen zu beschäftigen, sondern mehrsprachig und gemeinsam Neues zu erschaffen.

Mit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens zur EU sind auch die dort lebenden Roma gleichberechtigte Bürger_innen der EU geworden und haben ein Recht auf Freizügigkeit. Trotzdem erfahren sie massive Diskriminierung auf Grund von Armut und kultureller Differenzen. Den Ursachen, Vorurteilen und Verhaltensweisen von Antiziganismus werden wir in diesem trinationalen Seminar (Deutschland/Frankreich/ Bulgarien) in Kooperation mit amaro drom auf die Spur kommen.

Auf dieser Jugendbegegnung, die unter dem Motto „Revolution, Faschimus, Widerstand“ steht, geht es um die soziale Revolution 1936-39 und dem nachfolgenden spanischen Bürger_innenkrieg. In Kooperation mit der Jugendorganisation Arran werden wir nach Barcelona und aufs Land an den Fluß Ebro fahren, um uns mit der Geschichte, mit aktuellen sozialen Bewegungen, Protesten und Organisierungen heute beschäftigen.

mehr infos:

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BDP MTK

Wilde Rose

e-mail:

youssef.abid@bdp.org

e-mail:

swobl@bdp.org

BDP MV

e-mail: bdpmv@bdpmv.org

gefördert durch:

gefördert durch:

gefördert durch:

Gefördert durch BMFSJ

Deutsch-Französisches Jugendwerk

Gefördert durch BMFSJ International

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THEMA

WENN MEDIEN ÜBER FLÜCHTLINGSPOLITIK BERICHTEN Das Thema Flüchtlinge und der politische und gesellschaftliche Umgang damit, beschäftigt die hiesige Presse und Öffentlichkeit aktuell wieder mehr, als noch vor ein paar Monaten. Die unglaublichen Geschehnisse auf dem Mittelmeer, die furchtbaren Zustände für Asylsuchende in den Erstaufnahmeländern und die angstbesetzten Reaktion auf die Verteilungsstrategie innerhalb der EU-Länder sind dabei keine neuen Ereignisse, doch die Auswirkungen werden sichtbarer. Menschen sterben, Häuser brennen, Gipfel sprießen. Wird irgendwann der Druck ausreichen, um die Flüchtlingspolitik grundlegend zu ändern?

Wer sich zurzeit die Tageszeitungen anschaut, bekommt einen Rundumblick über die europäischen und innerdeutschen Diskussionen. So schreibt am 17. April die Süddeutsche Zeitung

„Brandanschlag auf geplante Asylbewerberunterkunft.

FlüchtlingsunIm Landkreis Eichstätt ist eine geplante noch unbesind r Täte Die terkunft angezündet worden. kannt“.

Nur zwei Tage später war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu lesen:

„UN befürchten bis zu 700 tote Flüchtlinge im Mittelmeer.

Ein Flüchtlingsboot mit mehr als 700 Menschen an Bord ist nach Angaben der Vereinten Nationen gekentert. Wahrscheinlich konnte nur ein Bruchteil von ihnen gerettet werden. Sollte sich das bestätigen, wäre es die schlimmste Flüchtlingstragödie auf dem Mittelmeer“.

Die politische Reaktion darauf liest sich in der ZEIT vom 20. April:

„EU bereitet Ausweitung der Seenotrettung vor.

Mehr Schiffe und mehr Geld für die Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer: Die EU reagiert mit einem Zehn-Punkte-Plan auf die jüngsten Bootsunglücke.“

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Thema

Das Resümee dieses Sondergipfels fasst die Süddeutsche Zeitung am 23. April so zusammen

„Viele Worte und ein paar Kriegsschiffe.

Leben retten, Menschen aber nicht anlocken: Auf dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingstragödie im Mittelmeer versuchen sich die Mitgliedstaaten an einem unmöglichen Spagat“.

Am selben Tag druckt die ZEIT eine Befragung ab, die zuvor an alle 26 EU Innenminster_innen geschickt wurde. Es antworteten neun Ministerien unter anderem auf die Frage:

„Was kann Ihr Land tun und im Konkreten beisteuern, um dabei zu helfen, dass nicht weiter Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken?“ Österreichs Innenministerin Johanna Miki-Leitner (ÖVP) antwortet Folgendes:

"Österreich [hat] das bei ist, Menschen, Projekt Save Lives initiiert. Ziel da die vor Verfolgung flüchten und Schu brauchen, eine M öglichkeit zu gebe tz n, lebend nach Eu zu kommen. […] K ropa on sicheren Anlaufste kret geht es um [...] die Schaffung vo llen in Nordafrika n – ge UNHCR , wo eine Erstprüfung stattfi meinsam mit dem ndet. Wer tatsächlic eine Chance auf As h yl fahren nach Europa hat, wird dann für das konkrete Ve rgebracht“.


Und der SPIEGEL kommentiert am 24. April:

„EU-Beschlüsse zur Fl üchtlingshilfe: Worte ohne Taten.

Der Brüsseler Sonderg ipfel zur Flüchtlingskata strophe im Mittelmeer war nicht vielmehr als eine Show veranstaltung. Zwar erhält die EU-Mission 'Triton' dr eimal mehr Geld, aber das Einsatzg ebiet bleibt auf die Kü stenregion beschränkt“.

Das Mittelmeerunglück dominiert die nächsten Tage weiterhin die Presse. Nach dem EU-Sondergipfel werden zwei deutsche Militärboote ins Mittelmeer geordert. Am 6. Mai dann berichtet die TAZ:

“Rechte Terrorgruppe enttarnt llt. Reaktionär, gefährlich, durchgekna

n in UntersuchungsZwei Mitglieder der Nazi-Zelle sitze ppe für so gewaltGru die haft. Der Verfassungsschutz hält glieder befürchMit der lust sver lität tätig, dass sie einen Rea cheen, Asylunterkünfte tete. Sie soll Anschläge gegen Mos nannte sich 'Oldschool und Salafisten geplant haben und glieder fest“. Mit Society'. Polizisten nahmen vier

Am selben Tag trafen sich die deutschen Innenminister_innen der Länder zum ersten so genannten Flüchtlingsgipfel. Das Fazit fasst die Mitteldeutsche Zeitung so zusammen:

„Flüchtlingsgipfel ohne die wichtigen Akteure.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Flüchtlings gipfel geladen. Es kommen Bundesminister, Staatsminister und Länderminister - aber die entscheidenden Akteure, die Beschlüsse umsetzen könnten, fehlen“.

Und die Agentur Reuters veröffentlicht dazu: Eine weitere schon zurückliegende Festnahme machte am 8. Mai in der Frankfurter Rundschau Schlagzeilen:

„Brand in Flüchtlingsunterkunft: Angeklagter schämt sich.

Mit einem Geständnis und Reue des Angeklagten hat am Donnerstag in Lübeck der Prozess um den Brand in einer noch unbewohnten Flüchtlingsunterkunft in Escheburg bei Hamburg begonnen“.

„Als Reaktion auf die steigenden Flüchtlingszahlen sollen Asylanträge von Menschen aus den Westbalkanstaaten deutlich schneller bearbeitet werden“.

Ebenfalls am 8. Mai wurden wieder in Seenot geratene Flüchtende gerettet. Die Freie Presse berichtet wie folgt darüber:

n retten 430 te a ld o S e h c „Deuts Mittelmeer. i ihrem ersten im e g in tl h c Flü haben be Bundeswehr lüchtlinge ige F en der Marinesoldat lmeer rund 430 schiffbrüch te it M im Einsatz gerettet“.

Soweit ein kurzer Überblick über die Berichtslage in den deutschen Online-Tageszeitungen. Die Debatten werden weiter geführt werden und die Gipfel werden sich häufen – bleibt zu hoffen, dass der Druck diesmal ausreicht und die nächsten Monate nicht weiter von Toten und Vermissten dominiert werden. Von Klaus und Esther Thema

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DIE TOTENGRÄBERIN EUROPA

Europa hat ein Problem, ein tragisches Problem. Menschen sterben vor ihrer Haustür. Diese Menschen machen sich auf gefährliche Reise – sie flüchten vor Krieg, politischer Verfolgung, zerfallenden Staaten und Armut. Sie lassen ihr Leben und ihr Hab und Gut in ihren Heimatländern zurück. Angst ist das, was sie antreibt, den Weg und die Zuflucht in der möglichen Sicherheit und Wohlstand verheißenden Festung Europa zu suchen. Um so erschütternder ist die sich hinter Hilflosigkeit und Ignoranz versteckende Reaktion der internationalen Gemeinschaft im Angesicht des Flüchtlingsstromes – namentlich der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten. Da werden Staaten wie Italien, Griechenland und Spanien, die sich ohnehin schon in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befinden, mit einem Problem allein gelassen, welches sie finanziell, strukturell und organisatorisch nicht in der Lage sind zu lösen. Werden die Augen verschlossen vor Elend in Auff anglagern, vor der Verzweiflung der Politik, sowie der Bevölkerung und den fast täglich mehr werdenden auf dem Weg in die vermeintliche Freiheit landenden oder sterbenden Menschen. Bis vor Kurzem hieß das business as usual in den nördlichen Staaten. Wo die Abschottung der Festung Europa sich in den Stimmen der Wähler_innen, den wachsenden Anhänger_innen von PEGIDA, sowie wieder brennenden Unterkünften für Flüchtende zeigt. Während die Politik sich aus Angst vor einer rechtspopulistischen Opposition trotz wachsender Einwanderungszahlen 12

Thema

und mehr als tausend Toten im Mittelmeer (allein in den ersten Monaten des Jahres 2015), in süßem Nichtstun, ja in Ignoranz übt. Offenbar muss noch Schlimmeres passieren, müssen Menschen nicht mehr nur vor der Mittelmeergrenze sterben, sondern Schutzbedürftige im Inland wieder von einem Mob bedroht und durch die Straßen gejagt werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht so weit kommt, dass Sondergipfel wie sie ohne Frage in den nächsten Monaten abgehalten werden, keine Strohfeuer bleiben und das Lied der Abschottung um jeden Preis durch ein humanes, empathisches ersetzt wird. Europa muss sich entscheiden, ob es im Angesicht der sich wiederholenden Tragödien im Mittelmeer weiter wegschauen oder endlich handelnd, das heißt konstruktiv helfend, eingreifen möchte – ausbaufähige Ideen dafür, wie zum Beispiel eine der Antipiraterie Operation Atalanta ähnliche Operation im Mittelmeer, gibt es genug. Eine weitere Abschottung spielt nur den konservativen und rechten Strömungen in den Mitgliedstaaten in die Hände. Europa muss sich die Frage stellen, ob es als helfende Hand oder Totengräberin in die Geschichte eingehen möchte. Wenn die Zurückhaltung, mit der bisher auf das Problem reagiert wurde, das Maß aller Dinge vorgeben sollte, dann sind wir auf dem besten Wege zu Letzterem. Von Klaus


EINBLICK

ZUM THEMA BDP FÄLLT UNS EIN: basisdemokratisch, bildend, bereichernd, boykottierend, beunruhigend, breit, bereisend, dreidimensional, direkt, denkend, diskutierend, delegierend, draußen, dekonstruierend, politisch, parteiunabhängig, partizipativ, persönlich, Pfade finden, provokativ, produktiv, pfiffig, Was denkt ihr?

Einblick

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KOMMENTAR

MIT ROLLIS ANS MEER Was eine Hotelanlage in Griechenland mit Jugendaustausch zutun hat

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Das Interkulturelle Netzwerk Wilde Rose im BDP hat im letzten Jahr ein mutiges Projekt auf die Beine gestellt und gemeinsam mit Ambrosia u.g. einen Ort für inklusiven deutsch-griechischen Austausch geschaffen. Interkulturelle Begegnung ist gerade dann besonders wichtig, wenn nationalistische Vorurteile in einer Gesellschaft zunehmen, wie dies gerade gegenüber Griechenland passiert. Medial werden die Menschen in Griechenland, die sehr unter den Auswirkungen der Euro-Krise leiden, als faul verurteilt. Gleichzeitig werden griechische Reperationsforderungen, wegen der durch die Wehrmacht verübten Menschenrechtsverletzungen während der deutschen Besatzungszeit, herabgespielt.

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Auf diese Doppelmoral können Verbände wie der BDP auf viele Arten reagieren. Die Wilde Rose hat einen praktischeren Ansatz gewählt und drei Hotelhäuser mit 88 Betten in ein Internationales Inklusions- und Deutsch-Griechisches Center für Jugendbegegnungen verwandelt. Obwohl auch Einzelreisende und Familien am flachen Strand an der Ostküste der Insel Korfu willkommen sind ist die Beherbergung und Betreuung von Jugendgruppen oberste Priorität in dem Hotel mit den orangen Außenwänden. Wichtig war der Wilden Rose aber auch die möglichst barrierearme Gestaltung des Hotels, damit Jugendliche, die Rollstühle benutzen, problemlos an den Strand fahren oder die leckeren griechischen Gerichte in der hauseigenen Taverne genießen können. Bisher war das Hotel Veranstaltungsort für einen Workshop zu Gärtnern, bei dem Jugendliche gemeinsam Samenbomben (mehr zu Samenbomben findest du im Artikel „Guerrilla Gardening“ in BLATT 01/13 oder online) gemacht und gepflanzt haben, aber auch für eine inklusive Reise, bei dem die Anreise mit der Fähre Teil des Abenteuers war. Info: Für Gruppen und BDP Mitglieder reduzierte Preise (Ü+HP 35 Euro pro Person) info@wilderose.gr www.wilderose.gr

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International

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EINBLICK

Festgezogen Knoten sind für vieles nützlich, zum Aufbau von Jurten, zum Vertäuen von Booten, für Hängematten und manche sehen auch einfach nur gut aus. Wir zeigen euch, wie ihr ein paar davon mit ein paar Handgriffen hinbekommt.

Kreuzknoten

Um zwei Seile oder Bänder miteinander zu verbinden oder um ein Paket zu verschnüren, benutzt ihr am besten den Kreuzknoten. Er hält am besten zwischen zwei Leinen aus ähnlichem Material und mit ähnlichem Durchmesser.

(1 ) Verbindet die beiden Enden mit einem einfachen Knoten. Achtet dabei darauf, welches Seil oben liegt. (2 ) Macht jetzt einen zweiten Knoten. Dabei muss das Ende, das beim ersten Mal oben lag, wiederum oben liegen. (3 ) Zieht das Ganze an allen vier Enden zusammen – fertig ist der Kreuzknoten.

Dieser ist einer der schwierigeren Knoten – also lasst euch nicht entmutigen, wenn er beim ersten Mal nicht gleich gelingt. Dafür ist er wohl einer der schönsten Knoten, Er kann nicht nur zum Beschweren des Endes einer Wurfleine, zur Sicherung beim Klettern, sondern auch als Zierknoten benutzt werden z.B. als Schlüsselanhänger.

(1 ) Zunächst wickelt ihr die Schnur dreimal um eure Finger. Zieht die Schlaufen nicht zu fest an. (2) Nach den drei senkrechten, folgen drei waagerechte Schlaufen. Das Bild zeigt euch, wie ihr diese wickeln müsst. (3 ) Jetzt kommt der schwierige Teil: Streift den halbfertigen Knoten von eurer Hand, ohne dass er auseinander fällt. Fädelt die letzten drei Schlaufen durch die andren hindurch und führt das Ende der Schnur wieder aus dem Knoten heraus. Damit der Knoten gleichmäßig aussieht, müsst ihr jede der Schlaufen noch einmal anziehen.

Affenfaust

Einblick

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TIPPS Kultur, Medien, Literatur

THAT SUGAR FILM

RADIO X VEGAN GUERILLA

Voll Verzuckert Von Damon Gameau

Radio für alle! In Deutschland gibt es neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (z.B. HR oder SWR) und den privaten Sendern (z.B. bigfm) auch noch eine dritte Form. Diese dritte Form nennt sich nichtkommerzieller Rundfunk und bedeutet, dass die Sender kein Geld vom Staat oder durch Werbung erhalten. Möglich ist der Betrieb eines solchen Senders nur dank der Mithilfe von vielen Ehrenamtlichen und durch Spenden. Bei dem Frankfurter Lokalsender Radio X gestalten rund 400 Bürger_innen aus Frankfurt und Umgebung, zusammengeschlossen in rund 90 unabhängigen Redaktionen das Radioprogramm. Alle können mitmachen und alle können mithören. Freie Radios Online findest du eine Liste basieren auf dem Prinzip der Gegenöffentlichkeit und beleuchten Themen, die in den Mainstream-Medien wenig bis gar nicht diskutiert werden. Piratensender mit politischem Inhalt gelten als Vorläufer dieser Sender, so ist auch Radio X aus einem Künstler_innenprojekt während der Documenta 1987 entstanden. Eine Sendelizenz bekam der Sender erst 1997 und sendet seitdem rund um die Uhr im Raum Frankfurt und dem Internet. Radio X | Frankfurt a.M: fm 91.8 stereo, 99.85 kabel | www.radiox.de 16

Einblick Spielplatz

So normal will ich gar nicht sein. Dass weißer Industriezucker ungesund ist, wissen wir bereits seit dem Kindergarten. Damon Gameau zeigt uns im seinem Dokumentarfilm eine ganz andere Seite des Lebensmittels. Der Film stellt Sachverhalte über Zucker klar, räumt mit den Mythen auf und das alles auf sehr unterhaltsame Weise. Im Mittelpunkt steht ein Experiment an Damon selbst. 60 Tage lang nimmt er täglich 40 Teelöffel Zucker zu sich; nur durch Lebensmittel, die allgemein als gesund gelten, also keine Süßigkeiten oder Limonaden. Die Ergebnisse werden z.B. durch auf Müslischateln gebeamte Köpfe von Interviewten kreativ dargestellt. Nebenbei reist Damon um die Welt, trifft Menschen, deren Leben durch Zucker maßgeblich verändert wurde und klärt über die Manipulation der Lebensmittelfirmen auf, die alles dafür tun, dass jegliches Bewusstsein über die Gefahren von Zucker von der Öffentlichkeit ferngehalten wird. That Sugar Film ist ein buntes Bilderspektakel, regt zum Nachdenken an und macht ordentlich Laune. Bloß nicht auf Zucker. Universum Film GmbH | Filmstart: 29. Oktober 2015 | FSK: unbekannt

Eine vegane Rezeptsammlung Revolution starts in the kitchen? Der Werbespruch des Vegan Guerilla-Blogs beschreibt schon in einem Satz, worum es geht. Die Auseinandersetzung mit dem, was wir an Nahrung zu uns nehmen, ist politisch und die Diskussion über Vor- und Nachteile veganer Ernährung nimmt auch immer mehr Raum in Mainstream-Medien ein. Themen wie Tierrechte und Umweltaktivismus finden in dem sehr schön gestalteten Foodblog Platz. Neben den Rezepten selbst, bietet der Blog noch Reiseberichte, Buch- und Filmempfehlungen für die Beschäftigung mit dem Thema vegane Ernährung über das Kochen hinaus. Einzig kritisch ist ab und an die Beschaffung ausgefallener Zutaten. Das aufmerksame Suchen nach Gemüse abseits von Kartoffeln, Erbsen und Möhren kann auch als Herausforderung verstanden werden. Vielleicht steht ja bald auch bei euch gegrillter Kaktus mit Bohnenpaste auf dem Tisch? www.veganguerilla.de


Alle Zutaten in den Mixer geben - fertig ist das Eis. Du kannst dann das Eis in Behälter füllen oder direkt essen. Dieses Rezept funktioniert mit jedem gefrorenen Obst - auch Obst mischungen schmecken super

Zubereitung

300g gefrorene Früchte 1 Tasse Sojamilch evtl. Sojasahne (wenn du es besonders cremig magst) 3 EL Agavendicksaft

Zutaten für ca. 4 Personen:

Spielplatz

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Spitz- oder Breitwegerich kannst du auch einfach pflücken, waschen und zerkaut auf die Stiche aufgetragen, dann wirkt es juckreizlindernd, wenn man doch gestochen wurde. Vor allem Breitwegerich kann man fast überall finden. Bei größeren Stichen kann auch eine aufgeschnittene Zwiebel oder eine Zitronenschale draufgelegt werden. Aufgeschnittene Zitronen mit getrockneten Gewürznelken im Zelt helfen, die Mücken fern zu halten. Stinkende Kleidung im Zelt lockt die Mücken eher an.

Eukalyptus Minze Lavendel Citrus Nelken Spitz- oder Breitwegerich

Bis jetzt haben sich diese Öle gut bewährt:

Mücken werden vom Körpergerüchen angezogen. Deshalb am besten vor der Abenddämmerung mit kühlem Wasser Duschen und lange, helle und weite Kleidung anziehen. Da es in Deutschland etwa 50 verschiedene Mückenarten gibt und Menschen je nach Blutgruppe oder Ernährungsweise unterschiedlich riechen, musst du selbst ausprobieren, was dir hilft.

Wenn du die Münze mit der Tasse bedeckst, legst du die Tasse in Wahrheit vor die Münze (dein Publikum sieht sie nicht) Während du deinen Zauberspruch möglichst laut sagst, schiebst du die Münze mit deinem Daumen auf die Tassenhinterseite und hälst sie fest. Wenn du dann die Tasse anhebst, ist die Münze verschwunden. Um sie wieder erscheinen zu lassen, lässt du die Münze wieder runterrutschen - das alles muss natürlich geräuschlos passieren, übe am besten vor einem Spiegel, um zu sehen was dein Publikum sieht.

Du deckst eine Münze mit einer Tasse ab, sagst deinen Zauberspruch, hebst die Tasse hoch und die Münze ist weg. Dein Publikum wird staunen wenn du die Münze daraufhin wieder unter die Tasse zaubern kannst.Alles was du brauchst ist eine Tasse, eine Münze und ein bisschen Übung.

ZUM AU UND SSCHNEI SAMM DEN ELN


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BDP BLATT 01/2015  

Die vierte Ausgabe des BDP Magazins BLATT mit Artikel zu digitaler Autonomie, Flüchtlingspolitik, Projektvorstellungen und Rezeptideen für C...

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