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KONTAKT Magazin des BDKJ Speyer und der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer www.bdkj-speyer.de | 02 Sommer 2016 | D 43542

SCHWERPUNKT

Von Migration zu Integration Engagement und Ehrenamt sind wichtige Bausteine für die Migrationsgesellschaft. Mittendrin: Die katholischen Jugendverbände.

>> Wir widersprechen | #rechtsistabseits BDKJ-Beschluss & Kampagne gegen Rechtspopulismus & Rechtsextremismus


Inhalt

06 Grafik: BDKJ SPEYER

SCHWERPUNKT Migration und Integration

Vorab 3

Editorial

Katharina Goldinger

3

Zum Thema Lena Schmidt

12

18

Schwerpunkt 6

Bild:BDKJ Landau | KjG Lingenfeld

ren, robie n, p s u A tiere Disku ntieren ime Exper

PRAKTISCH Erfahrungen, Ideen, Projekte

Leitartikel: Facettenreich. Zur Rolle zivilgesellschaftlichen Engagements in der Migrationsgesellschaft Anna Wiebke Klie

12

Interview: So sieht Integration aus

15

Gut vernetzt: Expert_innen für eure Projekte

16

Praktisch: Freundschaft schaffen

18

Hintergrund: Unser Beschluss „Wir widersprechen- weil wir glauben“ und unsere Kampagne #rechtsistabseits

...im Heinrich-Pesch-Haus | ...bei der KSJ Homburg | ...im BDKJ Fulda

Ansprechpartner_innen und Initiativen, die dich unterstützen wenn du in Sachen Integration und Migration aktiv werden willst

Die KjG Lingenfeld hat die muslimische Amadiyya-Gemeinde besucht

Foto: BDKJ Speyer

VERBÄNDE & DIÖZESE News | Veranstaltungen | Projekte

Rubriken 4 26 35

Vorhang auf für Neue(s)! Diözese, Verbände & Dekanate Heimat

Impressum HERAUSGEBER: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Speyer, Postfach 2130, 67343 Speyer, Tel. 0 62 32. 1 02-331, Fax 0 62 32. 1 02-406, E-Mail: info@bdkj-speyer.de, www.bdkj-speyer.de | VERANTWORTLICH: Carsten Leinhäuser (V.i.S.d.P), Lena Schmidt | REDAKTION: Katharina Goldinger, Lena Schmidt | LAYOUT: Katharina Goldinger, Carsten Leinhäuser | DRUCK: gemeindebriefdruckerei. de | Auflage 3000 Ex. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. NAMENTLICHE KENNZEICHNUNG: Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des/der Autor_in wieder. | Das Referat für Politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit im BDKJ wird gefördert vom Land Rheinland-Pfalz. BEILAGEN keine TITELFOTO: BDKJ SPEYER unter Verwendung eines Bildes von tomer turjeman | fotolia.de. ERSCHEINUNGSDATUM der nächsten Ausgabe: 17.10.2016 | REDAKTIONSSCHLUSS 16.09.2016.

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BDKJ Kontakt | 02 2016


VORAB: Vorwort| Editorial

Liebe Leserinnen & Leser! Foto: BDKJ Speyer

Ob Integration wohl gelingt wird oft ge­ fragt. Ob Migration unsere Gesellschaft

ZUM THEMA Integration! Und wie?

verändern wird- und wie? Ob wir das schaffen können. Und wenn ja: Was das genau ist, was wir da schaffen können. Wollen wir eigentlich, was wir könnten? Und wer sind eigentlich „wir“? Mit diesem Kontakt haben wir uns durch

>>

Nach „Willkommen!“ kommt Integration. Dabei wollen wir unterstützen. Und fragen jetzt sowohl theoretisch als auch praktisch: Wie geht das?

den Dschungel der Fragen gekämpft und nach Antworten gesucht. Anna Wieb­ ke Klie ist Leiterin der Geschäftsstelle des Zweiten Engagegementberichts der

Als sich im Herbst 2014 PEGIDA formier­

fen lernte ich Charl kennen. Er war mit

Bundesregierung am Zentrum für zivil­

te, dachte ich: „Was ist denn da los?“

seiner Fami­lie vor sieben Monaten aus

gesellschaftliche Entwicklung (zze) in

Was bewegt die Leute auf die Straße

Syrien nach Deutschland gekommen.

Freiburg im Breisgau. Sie zeigt in unse­

zu gehen und gegen Menschen zu pro­

Ihre Geschich­te macht mich betroffen.

rem Leitartikel auf den Seiten 6 bis 11

testieren, die sie gar nicht kennen? Es

Aber ich bin froh, dass sie durch die

was zivilgesellschaftliches Engegement

wurden von Woche zu Woche mehr und

Offenheit der Verbandsgruppe einen

für eine Bedeutung in einer Migrations­

auch mein Unverständnis wuchs. Nicht

Platz gefunden haben, an dem sie will­

gesellschaft hat. Die Zivilgesellschaft-

zum ersten Mal fliehen Menschen vor le­

kommen sind und einen Ort haben, an

das seid ihr, das sind wir alle. Deshalb

bensbedrohlichen Zuständen aus ihrer

dem sie teilhaben können. Denn genau

schließt an unseren Leitartikel auch ein

Heimat. In den Reihen unserer Großel­

diesen Ort können wir bieten. Unsere

Praxisteil an (ab Seite 12): In kurzen In­

tern gibt es einige, die hierzu­lande eine

Jugendverbände laden ein, mitzuma­

terviews erzählen euch Verbandler_in­

chen- egal wo man her kommt oder

nen und Nicht-Verbandler_innen von

neue Heimat fanden. Hin und wie­ der erzählen sie uns von ihrem Weg und dem Neuanfang in der Fremde. Als Christ_innen sollten Gastfreundschaft

und

Willkommenskultur für uns selbstverständlich sein. Die

welche Sprache man spricht.

n? ratio Integ nde Verbä ! n das könne arke ie st s l i aWe ren h u t k u Str ben.

Menschen, die seit nun mehr als zwei Jahren zu uns kommen,

ihren aktuellen integrativen Projekten.

Vielleicht wollt ihr euch

Die KSJ in Homburg plant, Flüchtlinge

ebenfalls en­ gagieren und

in die Gruppenstungen einzuladen. Im

stellt euch die Fra­ gen:

Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen

Wie funktioniert und ge­

wird sehr vielfältig mit Flüchtlingen ge­

lingt

Wie

arbeitet. Der BDKJ Fulda ist mit einem

kann ich mich einsetzen

Spielmobil in Unterkünften unterwegs.

und was muss ich über die

Und die KjG Lingenfeld hat eine Mo­

Arbeit

mit

Integration?

Geflüch­teten

al­

schee besucht und Kontakte geknüpft.

sind auf der Suche nach Schutz und ei­

les wissen? Es ist oft schwierig einen

So unterschiedlich die Projekte, so ein­

nem Ort an dem sie in Frieden leben

Anfang zu finden. Es gibt in unserem

heitlich ist die Aussage: Wir stehen für

können. Statt sie anzufeinden oder ge­

Diözesanver­band und deutschlandweit

Vielfalt, für einen optimistischen Blick

gen sie vorzugehen, sollten wir ih­nen

schon tolle Pro­jekte, die zeigen wie

auf die Zukunft unserer Gesellschaft,

helfen diesen Ort zu finden. Auf der

Integration funktionieren kann. Sie be­

für das Nutzen der Chancen.

diesjährigen BDKJ-Hauptversammlung

reichern unsere Jugendverbandsarbeit.

Wer sich anschließen, mit- oder weiter­

haben wir den Beschluss „Wir wider­

Darüber hinaus gibt es an vielen Orten

machen will, wird auf Seite 15 fündig:

sprechen- weil wir glauben!“ gefasst. Er

Expert_innen die genau auf eure Fra­

Dort haben wir euch Ansprechpartner_

bekräftigt unseren Auftrag, in un­seren

gen warten und helfen euer persönli­

innen, Organisationen und Projekte

Aktivitäten den inter­kulturellen und in­

ches Projekt umzusetzen.

zusammengestellt, die sich in den Be­

terreligiösen Dialog in unserem Land zu

Lasst uns den Menschen einen Ort ge­

reichen Migration und Integration stark

fördern. Und als Zeichen einer geleb­

ben, an dem sie sich willkommen füh­

machen. Von ihrem Wissen könnt ihr

ten Willkommens­kultur engagieren wir

len!

sicher profitieren.

uns auf den un­terschiedlichen Ebenen für Geflüch­tete. Über die Pfadfinder in der Pfarrei Christ-König in Ludwigsha­

LENA SCHMIDT BDKJ -Diözesanvorsitzende { lena.schmidt@bdkj-speyer.de

KATHARINA GOLDINGER Redaktion KONTAKT { presse@bdkj-speyer.de

BDKJ Kontakt | 02 2016

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News und Namen

Dekanat Bad Dürkheim

Foto: Carsten

Dekanat Ludwigshafen

TEXT & BILD: BDKJ DÜW

TEXT & BILD: BDKJ LU

Zum zuvor rein weiblichen Dekanats­ vorstand mit Sarah Babelotzky und Isabell Wischt gesellen sich seit der

!ng H A A A D TNeAws aus der AbteKilJu und dem

BD

Heike Vogt

Seit Oktober 2015 ist der „Frauenflü­

Dekanatsversammlung vom 18.Februar

gel“ innerhalb des BDKJ-Dekanats­

René Schneider (links) als Dekanats­

vorstandes Ludwigshafen wieder voll

vorsitzender und Michael Babelotzky

besetzt: Zu Hanna Otterstätter (links),

(rechts) als Geistliche Verbandsleitung

die ihr Amt einer Dekanatsvorsitzenden

dazu. Ihre verbandlichen Wurzeln

bereits seit 2013 wahrnimmt, stießen

haben alle vier in der KjG. Bei der

Sara Gronbach und Vanessa Langohr

Vorstandsklausur im März wurden die

hinzu. Unterstützt werden sie von

Situation im Dekanat und Aufgabenfel­

Jugendreferent Gunter Straub.

der unter die Lupe genommen.

Dekanat Speyer

Dekanat Kaiserslautern

Bei der Diözesanversammlung am ersten Juniwochenende trat Heike nicht erneut zur Wahl als Diözesan­

TEXT & BILD: BDKJ KL

TEXT & BILD: BDKJ SP

vorsitzende an. Die Vorstandsstelle bleibt aktuell vakant. Heike wurde 2013 kurz vor der 72 Stunden Aktion gewählt. Als Diöze­ sanvorsitzende engagierte sie sich besonders für die Themen Frauen, Diversität und Prävention sexuali­ sierter Gewalt. Sie vertrat die Inter­ essen von Kindern und Jugendlichen gegenüber Kirche und Politik und setzte seit Herbst 2015 Politiker_in­ nen die u28-Brille auf. Wir bedanken uns für die Arbeit und gemeinsame Zeit und wünschen Hei­ ke für die Zukunft alles Gute.

Pastoralreferent Heinrich Schmith

Seit Oktober 2015 bilden Alexandra

(rechts) ist neuer Geistlicher Verbands­

Gundacker, Kerstin Nicolay und Anna

leiter im BDKJ Dekanat Speyer.

Zoller (v.l.n.r) den Dekanatsvorstand

Bereits seit 2011 unterstützt er den

Kaiserslautern.

BDKJ-Dekanatsvorstand immer wieder.

Neben den beiden neuen Gesichtern

Deshalb freuen sich Tobias Felber, Ma­

wurde Pfr. Marco Gabriel aus Otterberg

rie-Christin Mayer und Jana Willersinn

wiederholt als Geistlicher Leiter in den

(v.l.n.r.) besonders, dieses Engagement

BDKJ Vorstand gewählt.

durch die Wahl bei der Dekanats­

Sie werden von Jugendreferentin Mi­

versammlung nun auch „offiziell“ zu

chaela Szcech (rechts) unterstützt.

machen. Heinrich Schmith ist Mitglied bei Kol­ TEXT & BILD: BDKJ SP

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BDKJ Kontakt | 02 2016

ping und „KJG-erfahren“.


News und Namen

Barbara Kirf

Tobias Christmann TEXT: BDKJ SP | BILD: privat

Simone Müller TEXT: BDKJ SP | BILD: privat

TEXT & BILD: BDKJ SP

Barbara Kirf (27) ist seit dem 1. März

Tobias Christmann (26) ist seit dem

Simone Müller (25) ist seit 15. Mai

neue Referentin im KjG-Büro. Sie

1. April als Bildungsreferent sowohl

Bildungsreferentin der DPSG.

kommt aus dem Bistum Hildesheim,

für die DPSG, als auch für die Frei­

Sie ist gespannt auf Neues: „Bisher

ist überzeugte KjGler_in und studier­

willigendienste beim BDKJ zuständig.

kenne ich die DPSG von ehrenamtli­

te Politikwissenschaftlerin mit dem

„Pfadfinder bin ich seit ich 9 Jahre alt

cher Seite her – seit bald 17 Jahren

Schwerpunkt Internationale Beziehun­

bin und es macht mir riesigen Spaß

im Stamm Lachen-Speyerdorf und seit

gen. „Mir ist es wichtig, mit Kindern

nun auch hinter die Kulissen schauen

sechs Jahren auch auf Diözesanebene.

und Jugendlichen Themen voranzu­

zu können und dort mitzuwirken. Mein

Nachdem ich nun in den letzten Zügen

bringen, die sie bewegen. Dass Kinder

eigenes FSJ liegt zwar schon sechs

meines Theologiestudiums liege, freue

und Jugendliche in Gesellschaft und

Jahre zurück, doch durfte ich schon

ich mich sehr darauf, meinen Berufs­

Kirche gehört werden, ist eines meiner

drei Durchgänge als Teamer tätig sein

alltag mit tollen Pfadfinderdingen zu

Ziele“, sagt sie.

und bin daher bestens mit der Materie

füllen.“

vertraut“, sagt Tobias.

Kolpingjugend-Diözesanleitung TEXT: Kolping jugend Speyer | BILD: Kolping jugend Speyer

JUKI-Diözesanleitung TEXT: JUKI SPEYER | BILD: JUKI Speyer

KSJ-Diözesanleitung TEXT: KSJ SPEYER | BILD: KSJ SPEYER

Annika Bär, die bereits seit vier Jahren

Mit den Neugewählten Lars Harstick,

Seit der KSJ Diözesankonferenz im

im Diözesanleitungsteam der Kolping­

Gemeindereferent in der Pfarrei Hl.

März leiten Viktoria Mayr (19 Jahre,

jugend mitarbeitet, bekommt mit

Bruder Konrad Martinshöhe, Victoria

Studentin der Angewandten Medi­

drei neuen Gesichtern Unterstützung.

Kröger (19), frische gebackene Abitu­

en- und Kommunikationswissenschaft

Eva Kurz (19) aus Kaiserslautern, die

rientin, Sarah Mross (23), Studentin

in Thüringen), Eva Adolph (17 Jahre,

im Frühjahr ihr Abitur bestanden hat.

für Bio- und Chemieingenieurwesen

Schülerin am BBZ Homburg mit dem

Fabian Geib (16), der aus Landstuhl

und Oliver Burkart (22), Student für

Ziel Fachabitur im sozialen Bereich)

stammt und gerade einen BFD absol­

Maschinenbau (v.l.n.r.) startet die JUKI

und Leonie Reiter (16 Jahre, Schülerin

viert. Sowie Daniel Reiß (21), der aus

in eine neue interessante Amtszeit.

am Homburger Johanneum) den KSJ

dem Kaiserslauterer Stadtteil Erfen­

Diözesanverband Speyer. Alle drei sind

bach kommt und im Januar seine Aus­

in der KSJ Stadtgruppe Homburg-St.

bildung zum Bankkaufmann erfolgreich

Winfried groß geworden.

abgeschlossen hat. BDKJ Kontakt | 02 2016

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Schwerpunkt

LEITARTIKEL Facettenreich: Zur Rolle zivilgesellschaftlichen Engagements in der Migrationsgesellschaft

>>

Zivilgesellschaftliches Engagement gilt als essentiell für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Es wird zudem als Gradmesser für den sozialen Zusammenhalt betrachtet. In der Migrationsgesellschaft, die durch ein ständiges Aushandeln von Identitäten, Zugehörigkeiten und Partizipationschancen gekennzeichnet ist, spielen gemeinwohlorientierte Tätigkeiten von Bürger_innen mit und ohne Migrationshintergrund daher eine wichtige Rolle, meint ANNA WIEBKE KLIE, Leiterin der Geschäftsstelle des Zweiten Engagegementberichts der Bundesregierung.

Zivilgesellschaft – eine Definition

Schutz und ermöglichende Rahmenbe­

gements wie rechtsextremistische oder

dingungen wie die Garantie der Mei­

islamistische Organisationen als unzi­

In den letzten Jahrzehnten haben die

nungs-, Presse- und Vereinigungsfreiheit

vil und nicht förderungswürdig gelten

Begriffe der Zivilgesellschaft und des

sowie der Menschen- und Bürgerrechte

und daher auch als „schlechte“ oder

bürgerschaftlichen bzw. freiwilligen En­

angewiesen. Dort, wo Staaten diese

„braune“ Zivilgesellschaft bezeichnet

gagements in der öffentlichen, wissen­

Rahmenbedingungen nicht garantieren

werden.

schaftlichen und politischen Diskussion

oder sie sogar bewusst unterdrücken –

zunehmende Aufmerksamkeit erfahren.

wie zum Beispiel in einigen autoritär

Der Begriff der Zivilgesellschaft wird

regierten Ländern –, können sich orga­

(inter)national mit unterschiedlichen

nisierte Formen zivilgesellschaftlichen

Akzentsetzungen geführt. Im Allge­

Engagements nur schwer etablieren.

Zivilgesellschaftliches Engagement Mit dem Verständnis von Zivilgesell­ schaft unmittelbar verknüpft ist der

meinen werden ihm eine bereichs- und eine handlungsbezogene Bedeutungsdi­

Beim Engagement stellt sich immer

Begriff des freiwilligen, bürgerschaftli­

mension zugeschrieben: So bezeichnet

auch die Frage, welche Formen als zi­

chen oder zivilgesellschaftlichen Enga­

Zivilgesellschaft einen intermediären

vil und bürgerschaftlich gelten können

gements. Eine starke Zivilgesellschaft

öffentlichen

Staat,

und so beinhaltet der Begriff der Zivil­

zeichnet sich demnach durch einen

Wirtschaft und Privatsphäre (Familie),

gesellschaft auch eine wertgebundene

hohen Grad an bürgerschaftlichem En­

in dem eine Vielzahl von Vereinigungen,

normative Komponente. Ihm liegt die

gagement aus. Das Engagement der

(Wohlfahrts-)Verbänden,

Bewegungen

Vorstellung einer „guten“ Gesellschaft

Bürger_innen gilt als essenziell für die

und Initiativen auf einer freiwilligen,

zugrunde, die auf Maßstäben und Merk­

Bewältigung gesellschaftlicher Heraus­

selbstorganisierten und nicht profitori­

malen wie Rechtsstaatlichkeit, Demo­

forderungen und dient als Gradmes­

entierten Basis agieren. Diese organi­

kratie, Respekt der Menschenwürde,

ser für den sozialen Zusammenhalt in

sierten Formen zivilgesellschaftlichen

Partizipation, Gerechtigkeit, Gewalt­

modernen, komplexen und pluralen

Engagements werden häufig auch als

freiheit, Solidarität und Toleranz be­

Gesellschaften. Zivilgesellschaftliches

„Dritter Sektor“ oder „Non-Profit-Orga­

ruht. Dieses positive Verständnis von

Engagement bezeichnet dabei eine frei­

nisationen“ bezeichnet. Um handlungs­

Zivilgesellschaft wird auch dadurch

willige, nicht auf materiellen Gewinn

fähig zu sein, sind sie auf staatlichen

deutlich, dass einige Formen des Enga­

ausgerichtete, meist gemeinschaftlich-

6

Raum

zwischen

BDKJ Kontakt | 02 2016


Grafiken: BDKJ Speyer

Schwerpunkt

kooperativ und mit Gemeinwohlorien­

tungen – „Sozialkapital“ – aufgebaut

batten begleitet, die sich um die Frage

tierung ausgeübte Tätigkeit. Ein weit

und gepflegt. Diese Aneignung indivi­

drehen, ob das in Migrantenorganisati­

gefasstes Verständnis von zivilgesell­

dueller Kompetenzen und Verhaltens­

onen und -netzwerken vorzufindende

schaftlichem Engagement beinhaltet

muster kann positiv auf andere gesell­

Engagement eher desintegrativ bzw.

ein breites Spektrum unterschiedlicher

schaftliche Bereiche ausstrahlen und

separierend, also abschottend gegen­

traditioneller und innovativer Formen

für ein Klima des Vertrauens sorgen.

über der Aufnahmegesellschaft wirke

sozialen und politischen Engagements:

(„bonding social capital“), oder mit

neben dem klassischen Ehrenamt als

Vor diesem Hintergrund ist im Einwan­

nach außen gerichteten Gruppen- und

Schöff_in, Wahlhelfer_in oder in El­

derungsland Deutschland in den letzten

Vertrauensbeziehungen eher integra­

ternbeiräten beispielsweise auch Tä­

Jahren das Engagement von Migrant_in­

tionsfördernd sei („bridging social ca­

tigkeiten im Rahmen selbstorganisier­

nen zunehmend in den Blick von Wis­

pital“). Angesichts der Pluralität der

ter Initiativen oder in Projekten in der

senschaft und Politik geraten. Es wird

Migrantenorganisationen und der He­

Flüchtlingshilfe, die ganz verschiedene

als ein Indikator für Integration und Par­

terogenität der Zuwanderergruppen

Formalisierungsgrade aufweisen kön­

tizipation sowie die Stärkung des gesell­

ist eine pauschale Grundsatzdebatte

nen.

schaftlichen Zusammenhalts betrachtet

über die Funktion von Migrantenor­

und kann dazu beitragen sowohl bei den

ganisationen als Integrationsbrücken

Zugewanderten als auch in der Aufnah­

oder -fallen nicht sinnvoll. Es sollte

megesellschaft

Lern-

stattdessen von jeweils fallspezifi­

und Öffnungsprozesse, ein respektvol­

schen, unterschiedlichen Einsatzfel­

les und toleranteres Miteinander und

dern, Motivlagen, Anreizstrukturen und

Funktionen und Formen zivilgesellschaftlichen Engagements von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

interkulturelle

eine höhere Identifikation mit dem Auf­

kulturspezifischen Verständnissen von

Dem Engagement wird eine wichtige so­

nahmeland zu fördern. Dabei wird zum

Engagement ausgegangen werden. Mit

zialintegrative Funktion beigemessen:

einen der Einsatz der Aufnahmegesell­

dem Integrationsanspruch – im Sinne

Aufgrund der Einbindung der Individuen

schaft für Migrant_innen und zum ande­

einer aktiven Teilhabe und Partizipa­

in soziale Beziehungsnetzwerke wer­

ren auch das Engagement von Zugewan­

tion von Menschen mit Migrationshin­

den soziales Vertrauen, Kooperationen,

derten für andere betrachtet. Letzteres

tergrund – zeigt sich zunehmend die

wechselseitige Solidarität und Hilfeleis­

ist jedoch umstritten und wird von De­

Vielfalt und das breite Spektrum ihres

BDKJ Kontakt | 02 2016

7


Schwerpunkt

Engagements – aktuell insbesondere in

und vielfältiger integrationsbezogener

Migrationshintergrund der sogenannten

der Flüchtlingshilfe. Im Zusammenhang

Herausforderungen (Erlernen der Spra­

„zweiten Generation“ sind zu höheren

mit den Diskursen um die Gründung ei­

che und kultureller Regeln etc.). Dabei

Anteilen freiwillig engagiert als ihre

nes islamischen Wohlfahrtsverbandes,

ist davon auszugehen, dass hinsichtlich

Eltern bzw. Personen mit eigener Zu­

angeregt von der Deutschen Islam Kon­

ihres Engagementverhaltens bzw. dem

wanderungserfahrung der „ersten Ge­

ferenz, ist das vielfältige Engagement

Zugang zum Engagement eine Geburt

neration“.[1]

von Muslim_innen sowohl im Rahmen

und

kleiner, lose organisierter Gruppen als

Deutschland, der Besitz der deutschen

Als wichtige Voraussetzungen für frei­

auch professionell organisierter freier

Staatsangehörigkeit und der rechtliche

williges Engagement gelten dabei Ge­

Träger (christlicher und angedachter

Migrationsstatus (als formalrechtliche

legenheitsstrukturen, Netzwerke, die

islamischer Wohlfahrtsverbände) von

Voraussetzung, bestimmte ehrenamtli­

Verfügbarkeit von Zeit und soziostruk­

politischem Interesse.

che Tätigkeiten aufnehmen zu können),

turelle Merkmale wie das Bildungsni­

die Aufenthaltsdauer und die Bleibeab­

veau und der Erwerbsstatus. Dies gilt

Dabei ist über spezifische Formen des

sichten in Deutschland bedeutsam sind.

selbstverständlich für Menschen ohne

Engagements in Migranten-Communi­

Mit zunehmender Länge des Aufenthalts

und mit Migrationshintergrund gleicher­

ties bislang (empirisch) immer noch

im Aufnahmeland steigt die Bereit­

maßen. Letztere verfügen im Durch­

wenig bekannt. Festgestellt wurde,

schaft, sich zu engagieren, weil mehr

schnitt jedoch über geringere sozioöko­

dass Migrant_innen vielfältig, eher in

Anknüpfungsmöglichkeiten an die Mehr­

nomische (beispielsweise finanzielle)

informellen sozialen Netzwerken (z.B.

heitsgesellschaft und die Einbindung

Ressourcen und mithin nicht über die

im Umfeld von Verwandtschaft und

in zentrale gesellschaftliche Bereiche

gleichen Möglichkeiten, sich freiwillig

Nachbarschaft) und in Bereichen der

gegeben sind. Damit verbunden ist die

zu engagieren. Allerdings gibt es auch

gegenseitigen Hilfe und Selbsthilfe in

zunehmende Identifikation mit dem Le­

speziell migrationsspezifische Teilhabe­

ihren ethnischen Gemeinschaften aktiv

bensort und der Wunsch, diesen aktiv

hürden, wie mangelnde Sprachkennt­

sind. Im Zentrum ihres Engagements

(mit)zugestalten. Vor diesem Hinter­

nisse oder Diskriminierung.

und der Übernahme von Verantwortung

grund finden im Generationenverlauf

für andere steht zunächst die Bewälti­

Angleichungsprozesse statt, das heißt,

Bisherige Untersuchungen zeigen, dass

gung der eigenen (Gruppen-)Situation

in Deutschland geborene Personen mit

die Bereitschaft sich zu engagieren,

8

BDKJ Kontakt | 02 2016

anschließende

Sozialisation

in


Schwerpunkt

„Vor diesem Hintergrund finden im Generationenverlauf Angleichungsprozesse statt, das heißt, in Deutschland geborene Personen mit Migrationshintergrund der sogenannten „zweiten Generation“ sind zu höheren Anteilen freiwillig engagiert als ihre Eltern bzw. Personen mit eigener Zuwanderungserfahrung der „ersten Generation“. - Anna Wiebke Klie

bei Personen mit Migrationshintergrund

Millionen Menschen umfassenden Be­

lich, dass die Willkommens- und Aner­

zwar hoch ist, sie im Vergleich zu Per­

völkerung

Migrationshintergrund

kennungskultur im Einwanderungsland

sonen ohne Migrationshintergrund in

grundsätzlich großes Potenzial für zi­

Deutschland ganz wesentlich von der

klassischen zivilgesellschaftlichen Be­

vilgesellschaftliches Engagement, das

Zivilgesellschaft getragen wird, die mit

reichen im Durchschnitt (gemessen an

nicht zuletzt vor dem Hintergrund de­

unkonventionellen Maßnahmen in der

ihrem Anteil an der Gesamtbevölke­

mografischer Veränderungsprozesse er­

Lage ist, den gesellschaftlichen Her­

rung) aber weniger engagiert und sie in

kannt und ausgeschöpft werden sollte.

ausforderungen zu begegnen und die

Institutionen der Mehrheitsgesellschaft,

In diesem Zusammenhang sollten beste­

Überlastung des Verwaltungsapparats

zum Beispiel in der Freiwilligen Feuer­

hende Zugangsbarrieren zu zivilgesell­

zu kompensieren bzw. dort einzusprin­

wehr, unterrepräsentiert sind.

Dabei

schaftlichen Bereichen und Institutio­

gen, wo der Staat seinen Aufgaben

werden die Ursachen des immer noch

nen verstärkt analysiert und beseitigt

nicht (mehr) gerecht wird. Es muss je­

geringen Zugangs zu zivilgesellschaftli­

werden.

doch verhindert werden, dass der Staat

[2]

mit

chen Strukturen in sozialstrukturellen,

das umfangreiche Engagement in der

migrationsspezifischen und kulturellen

Flüchtlingshilfe dauerhaft als „Lücken­

Faktoren gesehen. Dafür verantwortlich

füller“ für defizitäre Strukturen in origi­

gemacht werden mangelhafte Informa­

Engagement in der Flüchtlingshilfe

när staatlicher Verantwortung versteht.

tionsangebote über Möglichkeiten, sich

Aufgaben in der Flüchtlingsversorgung,

zu engagieren, eine ungenügende Be­

die in staatlicher Verantwortung liegen, müssen auch von den entsprechenden

reitschaft für interkulturelle Öffnungs­ prozesse seitens der Organisationen

Im Zuge der seit 2011 stark gestiege­

Verwaltungsorganen getragen werden;

und Vereine der Aufnahmegesellschaft

nen Fluchtzuwanderung ist eine er­

freiwilliges Engagement sollte hier le­

sowie eine fehlende Zielgruppenorien­

höhte Engagementbereitschaft für und

diglich als Ergänzung verstanden und

tierung hinsichtlich des Anwerbens von

von Flüchtlinge(n) bzw. von Menschen

entsprechend

Personen mit Migrationshintergrund.

mit Migrationshintergrund zu regist­

Hier gilt es, rahmende Strukturen zu

Da bei ihnen aber generell eine hohe

rieren, die bislang jedoch noch nicht

schaffen, um die vielfältigen Formen

Engagementbereitschaft

festzustel­

umfassend untersucht worden ist. An

des Engagements für Zusammenhalt,

len ist, besteht in der inzwischen 16,4

der Entwicklung wird allerdings deut­

Solidarität,

unterstützt

gegenseitige

werden.

Akzeptanz

BDKJ Kontakt | 02 2016

9


Schwerpunkt

und ein demokratisches Miteinander

Grenzüberschreitungen sind damit ein

in der Migrationsgesellschaft adäquat

wesentliches Merkmal einer pluralen

zu unterstützen. Damit unmittelbar

Gesellschaft. „Wie wollen und wie kön­

Seitens der Politik ist in diesem Zusam­

verknüpft ist die Abwehr rechtsextre­

nen wir zusammenleben?“, lautet dabei

menhang in den letzten Jahren ein Pa­

mistischer Phänomene, wie sie aktuell

eine der Leitfragen gesellschaftlicher

radigmenwechsel in der Einschätzung

etwa in Form menschenverachtender

Aushandlungsprozesse, über die sich

des Engagements von Menschen mit

Hetze im Internet, Brandanschlägen

die in einer demokratischen Migrations­

Migrationshintergrund zu beobachten.

auf Flüchtlingsunterkünfte und der Ra­

gesellschaft lebenden Menschen immer

Auch zeigt sich die Tendenz, Migran­

dikalisierung der Pegida-Bewegungen

wieder neu verständigen müssen. Hier

tenorganisationen als wichtige Akteu­

zunehmen.

spielt die Zivilgesellschaft eine we­

re der Zivilgesellschaft zu betrachten,

sentliche Rolle, denn gesellschaftliche

deren Engagementstrukturen und Zu­

Integration kann nicht durch die Politik

sammenarbeit mit Organisationen der

(„von oben“) verordnet werden, son­

Mehrheitsgesellschaft es wahrzuneh­

dern wird wesentlich durch den Einsatz

men und zu fördern gilt. Entsprechend

der Mitglieder einer Gesellschaft „von

wird dem Engagement von, für und mit

unten“ gewährleistet. In allen gesell­

Migrant_innen sowie insbesondere der

schaftlichen Bereichen sind Diskussio­

Anerkennung und Stärkung ihrer Orga­

In der Migrationsgesellschaft mit ihrer

nen über die gesellschaftlichen Verän­

nisationen als wichtige und gleichbe­

heterogenen

werden

derungen durch Migration notwendig,

rechtigte Partner eine wichtige Rolle

Zugehörigkeiten, Anerkennungs- und

die nicht in erster Linie defizitorien­

beigemessen: „Dies ist Ausdruck des

Teilhabefragen fortwährend neu aus­

tiert und auf Abwehr ausgerichtet sind,

gleichberechtigten Dialogs von Staat

gehandelt. Von Mitgliedern einer Mig­

sondern die gesellschaftlichen Chancen

und Migranten und einer partizipativen

rationsgesellschaft wird verlangt, sich

anerkennen, die sich durch Pluralisie­

Integrationspolitik. Migrantenorganisa­

immer wieder in neuen Kontexten zu

rungsprozesse ergeben. Hierin wie auch

tionen übernehmen auf allen Ebenen

orientieren und sich mit anderen Le­

in Fragen der Integration und der ge­

gesellschaftlichen Handelns neue Ver­

bens- und Denkweisen auseinander­

meinsamen Gestaltung des demografi­

antwortung für Integration“.

zusetzen. Mentale wie auch physische

schen Wandels kommt zivilgesellschaft­

Ein offener zivil-, aber auch gesamtge­

Fazit: Zivilgesellschaftliches Engagement als Schlüsselfaktor in der Migrationsgesellschaft.

10

Grundstruktur

BDKJ Kontakt | 02 2016

lichen Akteuren eine Schlüsselrolle zu.


Schwerpunkt

In der Migrationsgesellschaft mit ihrer heterogenen Grundstruktur werden Zugehörigkeiten, Anerkennungs- und Teilhabefragen fortwährend neu ausgehandelt. - Anna Wiebke Klie

sellschaftlicher Dialog kann dazu bei­ tragen, ein prozesshaftes, dynamisches Verständnis von emotional aufgelade­ nen und statisch wirkenden Konzepten wie „Heimat“, „Nation“ und „Kultur“ zu entwickeln. Er kann zudem den Blick auf fortbestehende Ungleichheitsstruk­ turen lenken, die sich auch in Organisa­ tionen der Zivilgesellschaft widerspie­ geln. Nur so können Zugangsbarrieren analysiert, abgebaut und gleichbe­ rechtigte Teilhabe ermöglicht werden. Zugleich können zivilgesellschaftliche Organisationen

zu

interkulturellen

Lernorten werden und als Brückenbau­ er zwischen unterschiedlichen ethni­ schen und sozialen Gruppen fungieren.

1

Vogel, Claudia; Simonson, Julia; Tesch-Römer, Clemens (2016): Freiwilliges Engagement und informelle Unterstüt­ zungsleistungen von Personen mit Migrationshintergrund. In: Simonson, Julia; Vogel, Claudia; Tesch-Römer, Clemens (Hg.): Freiwilliges Engagement in Deutschland – Der Deut­ sche Freiwilligensurvey 2014. Endbericht. Deutsches Zent­ rum für Altersfragen (DZA). Berlin, 579-613. 2

Gensicke, Thomas; Geiss, Sabine (2010): Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009 – Zivilgesellschaft, soziales Kapital und freiwilliges Engagement in Deutschland 1999-20042009. Vorgelegt von TNS Infratest Sozialforschung. Durch­ geführt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. München. Braun, Sebastian; Nobis, Tina (Hrsg./2011): Migration, In­ tegration und Sport. Zivilgesellschaft vor Ort. Wiesbaden: Springer VS. Picot, Sibylle (2011): Jugend in der Zivilgesellschaft. Frei­ williges Engagement Jugendlicher 1999 bis 2009. Kurzbe­ richt. Gütersloh. Sauer, Martina (2011): Partizipation und Engagement tür­ keistämmiger Migrantinnen und Migranten in NordrheinWestfalen. Ergebnisse der elften Mehrthemenbefragung 2010. Eine Analyse im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Essen. Halm, Dirk; Sauer, Martina (2015): Soziale Dienstleistungen der in der Deutschen Islam Konferenz vertretenen religiö­ sen Dachverbände und ihrer Gemeinden. Hrsg. Bundesmi­ nisterium des lnnern im Auftrag der Deutschen Islam Kon­ ferenz. Berlin. Halm, Dirk; Sauer, Martina; Schmidt, Jana; Stichs, Anja (2012): Islamisches Gemeindeleben in Deutschland. For­ schungsbericht 13. Nürnberg: BAMF. Halm, Dirk; Sauer, Martina (2015): Soziale Dienstleistungen der in der Deutschen Islam Konferenz vertretenen religiö­ sen Dachverbände und ihrer Gemeinden. Hrsg. Bundesmi­ nisterium des lnnern im Auftrag der Deutschen Islam Kon­ ferenz. Berlin. Vogel et al. (2016)

ANNA WIEBKE KLIE ist Leiterin der Geschäftsstelle des Zweiten Engagegementberichts der Bundesregierung am Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) in Freiburg im Breisgau. ^{ aklie@zze-freiburg.de

BDKJ Kontakt | 02 2016

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Schwerpunkt

INTERVIEW Ganz schön praktisch: So sieht Integration aus!

>>

Uns interessiert die Praxis: Was können wir tun, damit Menschen sich hier bei uns Willkommen und gut aufgehoben fühlen? Wie kann Freundschaft wachsen? Was ist wirklich eine Hilfe zur Integration- und was nur Aktionismus? Wir haben bei JANA SCHMITZ-HÜBSCH nachgefragt, die im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen mit Geflüchteten arbeitet. Und wir haben die KSJ-GRUPPE in Homburg besucht, die gerade plant, ihre Gruppenstunde für Geflüchtete zu öffnen. KATHARINA SCHICK, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Fulda, hat uns vom Spielmobil erzählt, mit dem der BDKJ Fulda Flüchtlingsunterkünfte besucht.

Jana, was bietet das Heinrich Pesch Haus (HPH) konkret für Geflüchtete an?

die deutsche Sprache zu üben, bietet

Kontinuität in den Gruppen zustande

das HPH gemeinsam mit einem großen

kommt sowie geeignete Leitungen und

Team an Ehrenamtlichen auch Exkursio­

Ehrenamtliche gefunden sind.

JANA: Das HPH hat in seiner direkten

nen an, in denen die Geflüchteten ihre Umgebung, verschiedene Einrichtun­

Nachbarschaft eine Flüchtlingsunter­

Was hat dich persönlich überrascht?

gen, Freizeitangebote und das Leben in

kunft. Bereits seit über einem Jahr bie­ tet das HPH für Erwachsene an sechs Terminen in der Woche einen Sprach­ kurs nach dem Thannhauser Modell an: Dabei wird stärkeres Gewicht auch die Sprachpraxis gelegt, weniger auf die Grammatik. Neben der Möglichkeit,

der Stadt kennen und verstehen lernen

JANA: Jedem ist bewusst mit welcher

sollen.

Leichtigkeit Kinder lernen können. Ge­

Für Kinder im Alter von zwei Jahren bis

rade bei der Spiel- und Sprachgruppe ist

zur Einschulung mit Elternteil gibt es

es toll zu beobachten, welche sprachli­

zweimal wöchentlich unsere Spiel- und

chen Steigerungen die Kinder erleben.

Sprachgruppe. Gemeinsam mit einem

Der 6-jährige Akal hat mir nach seinem

qualifizierten Leitungsteam lernen Kin­

ersten Besuch in der Spiel- und Sprach­

der und Eltern hier gemeinsam auf spie­

gruppe bei uns ein Bild gemalt und dem

lerische Weise die deutsche Sprache.

ganzen die Überschrift „Haus“ gege­

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? JANA: Zunächst freut es uns sehr, dass

ben. Das hat mich sehr berührt.

Gibt es etwas, was ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?

JANA SCHMITZ-HÜBSCH

12

BDKJ Kontakt | 02 2016

Foto: privat

sich diese Angebote in unserem Haus etabliert haben. Es ist immer wieder

JANA: Konzepte und Planungen zu Ver­

schön zu erleben mit welcher Freude

anstaltungen sind ein entscheidender

die Menschen ins Haus kommen und

Teil unserer Arbeit. Doch gerade diese

eine große Dankbarkeit zu spüren.

Angebote für geflüchtete Menschen le­

Dennoch war der Aufbau der Gruppen

ben vom Ankommen, Ausprobieren und

nicht immer leicht. Es braucht viel Ge­

viel Flexibilität in verschiedensten Situ­

duld und Durchhaltevermögen bis eine

ationen. Beim nächsten Mal würde ich


Foto: privat

Schwerpunkt

KSJ HOMBURG

entspannter und weniger konzeptionell

können. Und da wir in der Jugendver­

Gruppenstunden dazu holen. Büchsen­

an eine solche Planung herangehen.

bandsarbeit und in den Gruppenstun­

bauer spielen, Activity, mit ihnen ko­

den viel Abwechslung bieten können,

chen oder ein einfaches Fußballspiel.

warum nicht?

Wenn es uns gelingt sie hierfür zu be­

Weitere Ziele, die wir uns gesetzt ha­

geistern, könnten wir uns auch thema­

ben sind die Integration der Kinder in

tische Gruppenstunden vorstellen.

Gibt es Tipps, die du Jugendgruppen mitgeben willst, die selbst überlegen, ein Angebot für Geflüchtete zu machen?

eine Gruppe. Außerdem wollen wir eine JANA: Seid mutig und haltet durch

gewisse Ablenkung für die Kinder schaf­

– denn es lohnt sich. Frustration und

fen.

Rückschläge gehören zur Planung von

Ein Ort, an dem sie nicht an das denken

neuen Angeboten dazu. Aber die Men­

müssen, was sie in ihrem Land zurück­

schen sind wirklich dankbar und freuen

gelassen haben.

sich so sehr euch kennenzulernen. Bin­ det Geflüchtete in Planungen mit ein

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

und sucht euch Unterstützung bei der

Vielleicht wird es zum Teil sprachliche Hürden zu überwinden geben? Habt ihr euch dafür was überlegt? KSJ: Mit Herz, Hand und Fuß wird das schon klappen. Außerdem haben wir Kontakte zu zweisprachigen Kindern und Eltern, die hier schon ihre Hilfe an­

Kirche oder Stadt. Wichtig ist, dass ihr

KSJ: Wir haben uns innerhalb der Lei­

über euer Angebot bei Koordinierungs­

terrunde über die Flüchtlingspolitik un­

stellen informiert, so werden Doppel­

terhalten. Dann sind wir darauf gekom­

strukturen verhindert und kompetente

men, dass wir auch hier vor Ort helfen

Kooperationspartner_innen gefunden.

könnten. Eine Möglichkeit zur Freizeit­

KSJ: Wir sind darauf gespannt, ob sich

gestaltung bieten, zum Beispiel.

die Kinder und Jugendlichen bei uns

Die KSJ Homburg plant eine Gruppenstunde für geflüchtete Kinder? Erzählt mal!

Wie sollen die Gruppenstunden konkret aussehen? Was habt ihr geplant?

KSJ: Wir wollen eine Gruppenstunde für

geboten haben.

Worauf seid ihr am meisten gespannt?

wohlfühlen.

Ob

überhaupt

jemand

kommt. Ob es uns gelingen wird, die Kinder in unsere Gruppen zu integrie­ ren und ob wir ihr Vertrauen gewinnen

geflüchtete Kinder anbieten, um ihnen

KSJ: Wir wollen die geflüchteten Kinder

eine Abwechslung zum Alltag geben zu

und Jugendlichen einfach zu unseren

>>

können.

BDKJ Kontakt | 02 2016

13


Schwerpunkt

: PRE T Z T ANS E N ER EN & V GUT IATIV INIT INNEN _ R E N

TR A CHP

Katharina, der BDKJ Fulda hat ein neues Spielmobil, mit dem ihr Flüchtlingsunterkünfte besucht. Wie funktioniert das denn genau?

sind im Moment Spiele mit dem großen

die Kinder und Jugendlichen sie schnell

Schwungtuch oder dem Hüpfseil.

verstehen.

Welche Erfahrungen macht ihr vor Ort?

KATHARINA: Wir besuchen mit dem

KATHARINA: Für die geflüchteten Kin­

Nicht jede Gruppe kann sich ein Spielmobil leisten. Was rätst du Gruppen, die trotzdem aktiv werden wollen?

der und Jugendliche ist es eine tolle Ab­

Spielmobil an einem festen Wochentag eine Sammelunterkunft, in der viele Kinder und Jugendliche leben. Vor Ort machen wir dann eine offenes Spielean­ gebot, an dem alle Kinder und Jugend­ liche mitmachen können. Der Renner

wechslung vom Alltag. Oft sind die Un­

KATHARINA: Man kann mit einfachen

terkünfte auf dem „platten Land“ und

Mitteln ganz viel erreichen: Kinder zu

es gibt vor Ort wenig Angebote speziell

Gruppenstunden einladen, mal einen

für die Kinder und Jugendlichen. Zudem

Spielenachmittag in einer Sammelun­

sind die Kinder und Jugendlichen selten

terkunft veranstalten, gemeinsam gril­

mobil, so dass Angebote in den Nach­

len und vieles mehr. Langfristig sollte

barorten kaum wahrgenommen werden

es aber Ziel ein, die Kinder und Jugend­

können.

lichen in die Angebote vor Ort zu inte­

Stellt Sprache eine Hürde dar? Wenn ja, wie geht ihr damit um?

grieren, anstatt „Spezialangebote“ zu machen. spannter und weniger konzeptionell an eine solche Planung herangehen.

KATHARINA: Wir haben Kinder und Jugendliche dabei, die schon sehr gut Deutsch sprachen, andere verstehen nur ein paar Wörter. Oft übersetzen sich die Kinder gegenseitig. Grund­

BDKJ FULDA

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BDKJ Kontakt | 02 2016

Foto: privat

sätzlich achten wir darauf, dass unse­ re Spiele mit möglichst wenig Sprache und „Erklärungen“ funktionieren und

INTERVIEW : BDKJ SPEYER


Schwerpunkt

T: Z T PR E S N N WEITERWISSEN A ER & V N E V I T A GUT INITI

at TUM h ration N E Z S A ig CARIT für M Jedes achdienst n F erate Thema b . n n t e r o n i i o t e d a m nnen sich i ntegr und I arbeiter_i d kennen it n Die M t_innen u n Migra s aus! n beste e eyer.d p s s ta w.cari >> ww Nu We tze Ko n n Pro de dic takte jek h m , di PAS tideen it kon e du o hn k Ode TORA an r ru L-/ dein reten ehin h ode f kurz GEMEIN e_n P Fragen ast: F Die r deine in der DEREFE ARRER oder Koll m D JUG REN ode T_I N r ver eg_ IÖZ net E END i zt u nnen s SANBÜ ZENTR . sch A nell nd kön ind be RO an: LE s wei nen terh sic tens elfe her n!

TN R A P ECH

NE N I _ ER

N

Der JUGE NDM und förd IGRATIONSDIENST ert ju berä oft aber nge Migrant_inn t, begleitet e auch Sch ulungen, n. Er bietet Fortbildu Vorträge ngen Einer der für Ehrenamtlich und e Standort e ist Fran an. kenthal. >> https:/ /www bund.de/a .internationalerng standort/ ebote/ 204368/ 6738/

In f Sep ast jed tem er K Adr ber 20 ommu ess buc 15 wu ne gib Ans h ers rde a t es e pre tell us d ine chp t, in en n A R art ner dem d Daten BEITSK _in u f nen sich ür Rh REIS A >> h für er au einla SYL. ttp: dei nd- Im nen ch Pfa uplo //wp.a lz e O rt fi ads sylin nde /20 rlp.o st. AK- 15/ rg/ Asy 09/ wpl-Se Adr con pte essb tent mbe uch / r.pd f

n ie ei w o s en n, tete ner_inn eine h c ü ch efl art nd G sprechp st du au rteile“. u t n ch oru de u Flu tz von A Hier fin egen V z s g e fo L. ndin endes N RO ASY „Fakten u r g P er ck n re Hint chende age vo roschü s/ e l e p i B ä V m fl ismu e s o t u s H u z a g -r nahe t dir die erfend ! egen g t e w m r t bie ich um enswe insa l l eme k h g r e i / f e w emp m e/ho / d / Sehr e teile syl.d proa en-vorur . w w >> w ten-geg fak BDKJ Kontakt | 02 2016

15


Schwerpunkt

PRAKTISCH Freundschaft schaffen: Die KjG Lingenfeld hat die muslimische Amadiyya-Gemeinde besucht

>>

Integration hat viel mit Dialog zu tun. Dialog hat viel mit Gastfreundschaft zu tun. Umso spannender war der Besuch der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) Lingenfeld in der Mannheimer Moschee und das anschließende Gespräch zwischen katholischen Jugendverbandler_innen und muslimischen Gemeindemitgliedern. Wir haben MATTHIAS PECK und MARCEL GUTTING anschließend nach ihren Eindrücken gefragt.

Nachdem die ersten Kontakte zur Ahma­

zumindest Eltern mit pakistanischer

Islamfeindlichkeit möchte die Ahmadi­

diyya-Gemeinde in Mannheim schon

Herkunft haben. Die Jugendarbeit der

yya-Gemeinde einen offenen Dialog mit

2014 im Rahmen der Aktion „Unser

Ahmadiyyagemeinde schließt sogar Ge­

allen Mitmenschen und zwischen den

Kreuz hat keinen Haken“ über Tazeem

meindeglieder bis 40 Jahre ein. Und

Religionen und lädt zu ihren Festen und

Ahmad, einen Lingenfelder Bürger ge­

die Gebetsräume werden sehr vielfältig

Vorträgen ein.

knüpft wurden, konnten die KjGler_in­

genutzt: Hier wird auch gerne mal Play­

Die KjGler_innen freuten sich beson­

nen Ende Februar diesen Jahres die

station gespielt.

ders über die Einladung, dem Mittags­

Einladung in die Moschee in Mannheim

An vielen Stellen wurde deutlich wie

gebet beizuwohnen. Aus einer sponta­

annehmen.

viele

Christentum

nen Begegnung mit Gläubigen, die sich

Sie wurden von einem „waschechden

und Islam haben und dass Christ_innen

gerade zum Mittagsgebet und zu den

Monnemer“

und Muslim_innen nach sehr ähnlichen

demokratischen Wahlen der Gemein­

eine Führung durch die Moschee und

Wertvorstellungen

deverantwortlichen

einen bunten Einblick in das Gemein­

wichtig ist es der Ahmadiyya-Gemein­

entstand für sie eine schöne Geste der

deleben der Ahmadiyya-Gemeinde. In

de, sich aktiv in das gesellschaftliche

Offenheit und Freundschaft.

lebendigen Gesprächen erfuhren sie,

Leben einzubringen und auch die Asyl­

Diese Offenheit und Freundschaft war

dass die meisten Gemeindemitglie­

arbeit mit Tatkraft zu unterstützen.

den ganzen Tag über zu spüren und für

der aus Pakistan geflüchtet sind oder

Gerade wegen aktuell zunehmender

die Jugendverbandler_innen ein gutes

16

begrüßt

und

BDKJ Kontakt | 02 2016

erhielten

Gemeinsamkeiten

leben.

Besonders

versammelten,


Bilder: C. Lormes (6), privat (2)

Schwerpunkt

Zum Abschluss des Besuches vereinbar­ ten die KjG Lingenfeld und die Ahmadi­ yya-Gemeinde, auch weiterhin im Kon­ takt zu bleiben. Sie haben schon erste Ideen für weitere gemeinsame Veran­ staltungen.

war die Offenheit der Amadiyya Ge­

schön zu sehen, wie viele Gemein­

meinde. Die Mitglieder haben sich viele

samkeiten wir doch haben. Seien es

Zeit genommen, geduldig alle Fragen

gemeinsame Interessen oder Ideen

beantwortet und uns ihr Gotteshaus

bei der Jugendarbeit oder auch Ge­

gezeigt. Mir hat auch gefallen, dass

meinsamkeiten die unsere Religionen

einige Kinder mit uns gekommen sind.

teilen. Für mich persönlich ein ganz

Sie haben durch ihre unvoreingenom­

wichtiges Zeichen auch im Anbetracht

menen Fragen verdeutlicht, dass es in

der aktuellen politischen und gesell­

der Religion einige Unterschiede gibt,

schaftlichen Lage. Das gegenseitige

aber im Leben die Unterschiede doch

MARCEL

TEXT : KJG LINGENFELD | C. LORMES

Was mich am meisten beeindruckt hat

Empfang für uns. Es war besonders

Besuchen und Kennenlernen ist

sehr gering sind. So war ein Spielekon­

ein gutes Zeichen und wir wollen

solen-Abend -von dem beiläufig gespro­

die Kontakte weiter pflegen und

chen wurde- für die Kinder genauso

vertiefen. Besonders beeindruckt

interessant, wie die kleinen Buchsta­

hat mich die Offenheit mit der wir

ben beim Namen (die für kurze Gebete

empfangen wurden, das ist doch

stehen) von Propheten und geistlichen

irgendwie vorbildlich in jeder Art

Führern. Als BDKJ-Dekanatsvorstand

und Weise.

habe ich mich gefreut zu erleben, wie die KjG Lingenfeld sich für das Miteinander einsetzt.

MATTHIAS

Zeichen für die Zukunft.

Es war ein offenherziger und warmer

BDKJ Kontakt | 02 2016

17


Schwerpunkt

Wir wider „

Die Debatte um den Umgang mit geflüchte­ ten Menschen hat Deutschland in den letzten Monaten stark polarisiert. Die Beleidigungen und der blanke Hass, der in diesen Diskussionen geäußert wird, schockieren uns. Wir verurtei­ len Hetze und Gewalt gegen Geflüchtete und ihre Unter­ stützerinnen und Unterstützer zutiefst!

Im April tagte die Hauptversammlung

penbezogener

Menschenfeindlichkeit

Eine große Verantwortung sieht der

des BDKJ auf der Burg Rothenfels. Die

müssen und werden wir als katholische

BDKJ auch bei den politischen Verant­

knapp 100 Delegierten beschäftigten

Jugendverbände klar eintreten“,

be­

wortlichen der Parteien: „Politikerinnen

sich intensiv mit dem Problem der

tont Maier weiter. Als besonders be­

und Politiker dürfen mit der Verbrei­

wachsenden Menschenfeindlichkeit in

sorgniserregend bewertet der BDKJ die

tung von Angst nicht auf Stimmenfang

Deutschland - und fassten einen deut-

Verbindungen der extremen Rechten zu

gehen. Populistische Stimmungsmache

lichen Beschluss: „Wir widersprechen

Teilen der christlichen Kirchen: „Chris­

mit Stammtischparolen muss auch im

- weil wir glauben!“

tinnen und Christen können bei vielen

Wahlkampf ein Tabu sein“, so die Bun­

Themen

Meinung

desvorsitzende. Stattdessen fordert der

Damit macht der BDKJ deutlich, dass in

sein, Menschenfeindlichkeit und Ras­

BDKJ politische Bildungsarbeit stärker

den katholischen Jugendverbänden und

sismus können aber niemals Teil einer

in den Fokus zu nehmen und einen auf

Jugendorganisationen Demokratie er­

christlichen Haltung sein“, so Maier.

Langfristigkeit angelegten Ausbau der

lebbar wird und alle Formen von Men­

„Wir lassen nicht zu, dass Menschen im

staatlichen Finanzierung von Aktivitä­

schenfeindlichkeit keinen Platz haben.

Namen unseres Glaubens angefeindet

ten gegen Rassismus und weitere For­

und ausgegrenzt werden.“

men gruppenbezogener Menschenfeind­

unterschiedlicher

„Hass und Gewalt sind keine Formen

lichkeit.

der politischen Auseinandersetzung“,

Der BDKJ unterstützt die klare Haltung

stellt die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi

der katholischen Bischöfe gegen Rassis­

Maier klar. „Wir erleben derzeit eine

mus und Rechtspopulismus und fordert

massive Zunahme an Gewalt gegen

zugleich die Deutsche Bischofskonfe­

Geflüchtete und deren Unterstützerin­

renz auf, ihr Engagement gegen Rechts­

nen und Unterstützer. Viele Menschen

extremismus

unterstützen diese Gewalt verbal oder

Menschenfeindlichkeit auch strukturell

rufen sogar offen dazu auf. Gegen die­

noch stärker auszubauen.

se, aber auch andere Formen von grup­ 18

BDKJ Kontakt | 02 2016

und

gruppenbezogene TEXT: BDKJ.DE Die BDKJ-Hauptversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des BDKJ.


Schwerpunkt

rsprechen - weil wir glauben! Alle Formen von Menschenfeind­ lichkeit, Menschenrechtsverlet­ zungen, Unrecht und Unterdrüc­ kung fordern uns heraus.

Besonders schockiert es uns deshalb, wenn Beleidigun­ gen, Beschimpfungen, Hass und Gewalt mit der Vertei­ digung christlicher Werte be­ gründet werden.

Das Ankämpfen gegen Armut und Hunger, Krankheit und Ent­ rechtung sowie das Bemühen um humanere Lebensbedingun­ gen ist unsere christliche Aufga­ be, der wir in unserem jugend­ politischen, entwicklungs- und sozialpolitischen Engagement nachkommen.

Kurz und knackig Die wichtigsten Gedanken aus dem Beschluss... •

oder

gar

eine

Sympathie

stellen

uns

Renationalisie­

beit gegen gruppenbezogene Men­

ropäischen Union entgegen! •

schenfeindlichkeit. •

Wir verpflichten uns, die politische

Wir widersprechen populistischen

Bildungsarbeit innerhalb unserer

Parolen, die scheinbar einfache Lö­

Verbände auf allen Ebenen weiter

sungen anbieten...

zu fördern.

Geistige Brandstifter_innen, die

Wir schließen jede Form der Ko­

mit

gesellschaftliche Gruppen aufwie­

operation mit Organisationen aus,

rechtsextremen oder rechtspopu­

geln sind für uns keine Gesprächs­

die rechtsextremes und antidemo­

listischen Positionen in jeder Hin­

partner_innen. Trotzdem muss sich

kratisches Gedankengut in ihren

sicht aus!

mit ihren Positionen ernsthaft aus­

eigenen Reihen dulden.

einandergesetzt werden.

Widerstand gegen Rechtsextremis­ mus und Rechtspopulismus ist für

uns Pflicht und Auftrag! •

Wir

prechen

_widers bit.ly/wir

rungstendenzen innerhalb der Eu­

Unser Selbstverständnis schließt eine Gleichgültigkeit gegenüber

Wir beziehen klar Stellung...

Aus dem Beschluss der BDKJHauptversammlung im April 2016. Den kompletten Text könnt ihr hier nachlesen:

Solidarität und die vorrangige Op­

unseren Aktivitäten weiterhin den

men unseres Glaubens Menschen

interkulturellen und interreligiösen

ausgegrenzt und angefeindet wer­

Dialog in unserem Land zu fördern.

gumentationen, die solche Motive

pien, die von uns verlangen, nach

vor einen christlichen Hintergrund

immer gerechteren Lösungen für

rücken wollen!

alle Menschen zu suchen – selbst •

Wir sehen uns in der Pflicht, in

Wir lassen nicht zu, dass im Na­

den. Wir widersprechen allen Ar­

tion für Benachteiligte sind Prinzi­

dann, wenn dies einen Kompromiss

flächendeckenden

dards bedeutet.

auf

Durch den Ausbau unserer interna­ tionalen Jugendbegegnungen leis­ ten wir einen Beitrag zur Verstän­ digung zwischen Menschen auf der

Wir fordern einen konsequenten,

bezüglich der eigenen Lebensstan­

Ausbau

Langfristigkeit

ganzen Welt.

einer

angelegten

staatlichen Finanzierung der Ar­ BDKJ Kontakt | 02 2016

19


Schwerpunkt

„Papier ist geduldig.“ Das gilt - leider und vor allem - auch für

Rechts Abseits“ bezogen. Sogar unser Jugendbischof und das

Beschlüsse, die auf Bundesebene gefasst werden. Die Mehr­

Domkapitel waren dabei.

heit der Ehrenamtlichen aus den Jugendverbänden vor Ort waren bei den Diskussionen nicht dabei; haben das Ringen

Die Ergebnisse könnt ihr hier bestaunen. Unsere Interviews

und die oft stundenlangen Gespräche zum Thema nicht miter­

zur Kampagne mit Dominik Naab (DPSG), Jugendbischof Wie-

lebt. Per Facebook oder Newsletter (oder bei diözesanen Kon­

semann und Andreas Belz (Beratungsnetzwerk Kirche und

ferenzen) tauchen die Beschlüsse kurz auf - und sind in der

Rechtsextremismus) findet ihr auf www.bdkj-speyer.de >>

Gefahr, recht bald wieder aus dem Blickfeld zu verschwinden.

Angebote >> politisch>> Rechts ist abseits.

Deshalb überlegen wir uns immer wieder, wie wir Beschlüsse der Bundesebene des BDKJ in die Breite tragen können. Und wie wir unsere Mitgliedsverbände und Ortsgruppen dazu einladen können, sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Denn: Wir sind uns sicher, dass es sich lohnt, mit den Beschlüssen zu arbeiten. Und „Flagge zu zeigen“.

Rechts ist Abseits Á propos „Flagge zeigen“: Mit der Facebookkampag­ ne „Rechts ist abseits“ haben wir in der Zeit rund um die BDKJ-Diözesanversammlung den Beschluss „Wir widersprechen - weil wir glauben!“ auf spielerische (und gleichzeitig ernste) Art und Weise aufgegriffen. Engagierte aus den Verbänden und Dekanaten haben mit kurzen Statements Stellung zur Frage „Warum ist

20

BDKJ Kontakt | 02 2016

TEXT: C. Leinhäuser | BILDER: BDKJ SPEYER


Schwerpunkt

BDKJ Kontakt | 02 2016

21


UNSERE DIÖZESANVERSAMMLUNG HAT GETAGT! >>

Die Diözesanversammlung hat in Homburg getagt und das Positionspapier zu Diversität verabschiedet. Seit der DV ist das Amt einer_s hauptamtlichen Diözesanvorsitzenden in der Nachfolge von Heike Vogt vakant. Die Versammlung beschloß die Teilnahme an einer bundesweiten Aktion des BDKJ im Vorfeld der Bundestagswahl und die Kooperation beim diözesanen Tag für Ministrant_innen (Minitag). Unser Ausschuss Mittlere Ebene hat die Arbeit aufgenommen. Wir haben Felix Goldinger verabschiedet, der das Goldene Ehrenkreuz des BDKJ verliehen bekam. sanvorsitzende hatte gemeinsam mit

gruppenbezogene

der deutschen katholischen Jugend

Ehrenamtlichen in einem Ausschuss das

keit in die Verbandsgruppen tragen. Ab

(BDKJ) Speyer hat am 5. Juni 2016 in

Positionspapier erarbeitet. Sie sagte:

März kommenden Jahres schließt sich

Homburg das Positionspapier „Diver­

„Zwei Jahre haben wir uns intensiv mit

eine zweite Phase an. Sie ist mit „Ak­

sität: Haltung zeigen! Diskriminierung

dem Thema Vielfalt und Diversität be­

tiv werden“ überschrieben und beginnt

entgegenwirken!“ beschlossen. Damit

schäftigt. Aber die Beschäftigung darf

mit einem Auftaktwochenende vom 17.

sprachen sich die rund 80 Teilnehmen­

mit dem Beschluss nicht enden, son­

bis 19. März 2017. Die Verbandsgruppen

den des höchsten beschlussfassenden

dern stellt uns vor die Herausforderung

sind aufgerufen, möglichst viele Aktio­

Gremiums des BDKJ Speyer für Aner­

uns und unsere Strukturen immer wie­

nen durchzuführen, die ein gemeinsa­

kennung und Wertschätzung von Ver­

der zu hinterfragen.“

mes Ziel haben: „Wir werden deutliche

Die Diözesanversammlung des Bundes

schiedenheit aus: „Vielfältige Identitä­ ten, Lebensentwürfe und Lebenswelten prägen unsere Gesellschaft. Dimensi­

Menschenfeindlich­

Zeichen setzen“, erklärt Diözesanprä­

Teilnahme an Aktion 2017 & Kooperation Minitag

ses Carsten Leinhäuser. „Jede Form von Menschenfeindlichkeit ist für uns indiskutabel. Jeder Mensch ist einzig­

onen wie Alter, Geschlecht, Nationa­ lität, (ethnische) Herkunft, Religion,

Die Delegierten beschlossen die Teil­

artig und wertvoll. Wir setzen uns für

Weltanschauung,Beeinträchtigung

nahme an einer bundesweiten Aktion

Integration und Weltoffenheit ein.“ Die

oder Behinderung, sexuelle Identität

des BDKJ im Vorfeld der Bundestags­

Aktion mündet in eine öffentlichkeits­

und Orientierung bestimmen Chan­

wahl 2017. Das Thema Integration soll

wirksamen Aktion in Berlin und weitere

cen

Partizipationsmöglichkeiten

in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt

bundesweit dezentralen Aktivitäten am

von Menschen“, heißt es im Positions­

werden. Die erste Phase beginnt im

16. September 2017.

papier. „Wir stehen für diese Haltung

September diesen Jahres unter dem

Die Versammlung beschloss außerdem,

ein, beziehen klar Position und tragen

Motto „Klug werden“ und erstreckt

Kooperationspartner der Abteilung Ju­

sie in Kirche, Politik und Gesellschaft

sich bis März 2017. In diesem Zeitraum

gendseelsorge beim Minitag am 26. Au­

hinein“, zitierte Heike Vogt aus dem

werden Multiplikator_innen geschult,

gust 2017 zu werden. Der Diözesane Tag

Positionspapier. Die scheidende Diöze­

die Argumente und Strategien gegen

für Ministrant_innen findet etwa alle

22

und

BDKJ Kontakt | 02 2016


Diözese

vier Jahre statt. Der Ort für die Veran­

aktuell vakant. Die Amtszeit von Heike

Nachhaltigkeitsgedanke eine entschei­

staltung 2017 steht noch nicht fest.

Vogt, die seit 2013 an der Spitze des Ju­

dende Rolle.

Veränderungen in Struktur und Ämtern

genddachverbandes stand, lief mit die­ ser Diözesanversammlung aus. Sie stand nicht erneut zur Wahl und wechselt ab

Goldenes Ehrenkreuz des BDKJ für Felix Goldinger

Die Delegierten sprachen sich für eine

August die Stelle. Damit sind nun so­

Verkleinerung der Diözesanversamm­

wohl eine hauptamtliche als auch eine

Im Rahmen der Diözesanversammlung

lung aus. Für die Entscheidung sprachen

ehrenamtliche Stelle im vierköpfigen

wurde Felix Goldinger verabschiedet,

die Entwicklungen der Mitgliedszah­

BDKJ-Diözesanvorstand vakant. Heike

der bereits im Herbst 2015 vom Amt des

len in den Verbänden, aber auch eine

Vogt wird Anfang Juli von Haupt- und

Diözesanvorsitzenden

mögliche Kostenersparnis für den BDKJ

Ehrenamtlichen verabschiedet werden.

war. Goldinger hatte den Vorsitz seit

Diözesanverband. Der Diözesanverband der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) wurde durch die Diözesanversammlung

zurückgetreten

2010 inne und hat den Dachverband ins­

Studienteil zum Thema Generationengerechtigkeit

besondere im Bereich der politischen und kirchenpolitischen Vertretungsar­ beit geprägt. Für seine Verdienste wur­

aus dem BDKJ Speyer ausgeschlossen. Die CAJ hat im Bistum Speyer seit ei­

In einem Studienteil widmeten sich

de Goldinger von BDKJ-Bundespräses

niger Zeit keine Mitglieder mehr und

die Delegierten dem Thema Genera­

Dirk Bingener das goldene Ehrenkreuz

konnte einen Austritt nicht mehr selbst

tionengerechtigkeit. Sie erhielten in

des BDKJ verliehen. „Kinder und Ju­

erklären.

Form von Video-Statements des Sozi­

gendliche bestimmen in den Jugend­

„Es ist wichtig die Entwicklungen in

alethikers Friedhelm Hengsbach, der

verbänden selbst, wer sie vertreten

unseren Verbänden und Strukturen im

BDKJ-Bundesvorsitzenden

Maier

soll. Mit Felix Goldinger waren ihre

Blick zu behalten und zu überprüfen. So

sowie des Bundestagsabgeordneten To­

Interessen auf hervorragende Weise in

bleiben der BDKJ und seine Gremien zu­

bias Lindner zunächst drei sehr unter­

Kirche und Gesellschaft präsent“, sagte

kunftsfähig“, stellt Diözesanvorsitzen­

schiedliche Positionierungen. Während

Bingener.

de Lena Schmidt fest. Sie wird in den

Hengsbach zunächst den Begriff der

nächsten zwei Jahren den Ausschuss

Generation hinterfragte und deutlich

begleiten, der die Arbeit der Mittlere

machte, dass man Gerechtigkeit nicht

>> Alle Beschlüsse findest du online auf

Ebene zusammen mit Vertreter_innen

als zukünftige Gerechtigkeit denken

www.bdkj-speyer.de.

der Mitgliedsverbände und Dekanats­

könne, stellte Maier klare Forderungen

verbände analysieren wird.

etwa hinsichtlich einer Absenkung des

Das Amt eines oder einer hauptamtli­

Wahlalters auf. Für Lindner spielte die

chen BDKJ-Diözesanvorsitzenden bleibt

Verantwortung für Ressourcen und der

Lisi

TEXT & BILDER : BDKJ SPEYER

BDKJ Kontakt | 02 2016

23


Diözese

Du hast noch keinen Kritzelblock? Du brauchst mehr Blöcke? Du hast eine tolle Idee, wie man den Block kreativ zum Einsatz bringen kann? >> Lass es uns wissen! >> kritzelblock.bdkj-speyer.de

Kritzellust statt Politikfrust

>>

Er ist endlich da: Unser Block zur Auseinandersetzung mit jugendpolitischen Themen! Wer ihn noch nicht hat, kann den Kritzelblock über unser BDKJ-Büro bestellen. Und dann? Loskritzeln! Gemeinsam mit Kommunalpolitiker_innen, Freund_innen, Eltern und Großeltern oder ganz allein. Die Ergebnisse dürft ihr gerne auf dem „Kritzel-Blog“- unserer Homepage- veröffentlichen.

Mit einem jugendpolitischen Kritzel­

gesetzten Thema kreativer Raum gege­

miteinander in Austausch bringen und

block möchte der Bund der Deutschen

ben. Am Ende steht ein bunter Block,

auf politische Themen aufmerksam ma­

Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer Ju­

der Gedanken und Ideen zu Generati­

chen. „Wir merken, dass Jugendliche

gendliche motivieren, sich jugendpoli­

onengerechtigkeit,

Kommunalpolitik,

sehr sensibel für politische Fragestel­

tischen Themen spielerisch zu nähern.

Wahlalterabsenkung

oder

lungen sind“, sagt Heike Vogt, schei­

kritischem

Der Block wurde von Ehrenamtlichen im Ausschuss Politik des BDKJ entwickelt.

dende BDKJ-Diözesanvorsitzende und

„Ich finde die Seite zum Politikuniversum besonders gelungen!“

bisherige Leiterin des Ausschuss Politik:

Luisa (Ausschuss Politik)

zeugungen in den Wahlprogramme der

spräch zu bringen. Ein Ergebnis ist nun

Konsum bündelt. Am ersten Juniwo­

hen wir mit Sorge, dass sich auch viele

der Kritzelblock. Er bietet pro Seite

chenende wurde der Block im Rahmen

Jugendliche von rechtspopulistischen

eine Frage oder Überschrift zu einem

der

an

Parteien angesprochen fühlen. Dem

(jugend)politischen Thema. Pro Bogen

Jugendliche übergeben, die als Pfarr-

wollen wir eine sachliche Auseinan­

ist das Thema zudem in Skizzenform

oder Dekanatsleitung Verantwortung

dersetzung entgegensetzen. Dazu soll

aufgegriffen. Die Skizze darf und soll

für die Jugendverbandsarbeit vor Ort

der Kritzelblock einen Beitrag leisten“.

von Jugendlichen erweitert, ergänzt,

tragen. Er soll Grundlage für Gespräche

Charlotte Jöckel freut sich besonders

angemalt oder beschriftet werden.

der Verbandsgruppen mit Kommunal­

über die Seite „Meine Europa- Laudatio

Dabei wird dem durch die Überschrift

politiker_innen werden, Jugendliche

zum Friedensnobelpreis“. Die 26-jäh­

Die Ausschussmitglieder arbeiten seit zwei Jahren verstärkt daran, katholi­ sche Jugendverbände und Politik besser zu vernetzen und miteinander ins Ge­

24

BDKJ Kontakt | 02 2016

BDKJ-Diözesanversammlung

„Das heißt aber nicht unbedingt, dass sie auch zur Wahl gehen oder ihre Über­ Parteien wiederfinden. Außerdem se­


Diözese

rige Ludwigshafenerin ist Mitglied im

weiten. So kann ich Themenbereiche

de Seiten des Blocks. Letztere können

Ausschuss Politik und hat sich in der

andenken, die ich normalerweise im

von den Verbandsgruppen vor Ort hoch­

Planung des Kritzelblocks mit vielen

Alltag gerne aus dem Blick verliere.“

geladen werden und stehen als Anre­

der Themen intensiv auseinanderge­

Nun ist das Team gespannt, wie die

gung für jugendpolitische Diskussionen

setzt. Sie sagt: „Ich habe diese Seite

kreative Auseinandersetzung mit Poli­

oder Veranstaltungen zur Verfügung.

aus aktuellem Anlass als Lieblingsseite gewählt. Gerade jetzt ist ein geeintes und hilfsbereites Europa wichtiger denn je“. „Ich finde die Seite zum Politikuniver­ sum besonders gelungen“, freut sich Luisa Fischer. Auch die 27-jährige aus

Auf der Homepage werden auch Inputs

„Meine Lieblingsseite? Europa-Laudatio! Denn gerade jetzt ist ein geeintes Europa wichtiger denn je.“ Charlotte (Ausschuss Politik)

Katzenbach hat die Themen des Blocks tik von den Verbandsmitgliedern auf­

sum zu zeichnen regt dazu an, den Blick

genommen werden wird. Deshalb wird

über den eigenen Horizont

das Team auch häufiger auf der Projekt­

auszu­

öffentlicht. Der Block selbst steht hier als PDF zum Download zur Verfügung und kann kostenlos gegen Versand­ pauschale bestellt werden. Der Krit­ zelblock wurde mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz verwirklicht.

mit aufgearbeitet: „Ein Politikuniver­

hin

für die Arbeit mit dem Kritzelblock ver­

homepage kritzelblock.bdkj-speyer.de vorbeischauen. Hier bündelt der BDKJ demnächst die Rückmeldungen, beson­ ders bunte, inhaltsreiche und spannen­

TEXT & BILDER: BDKJ Speyer

BDKJ Kontakt | 02 2016

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Diözese | Verbände

Spätschicht in LUMEN

>>

Pimp your campfire!

Auch in diesem Jahr veranstalteten die Evangelische Jugend Ludwigshafen und die Katholische Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen wieder die ökumenischen Spätschichten in der Fastenzeit, die dieses Jahr unter dem Motto „Vielfalt Leben“ standen.

>>

Der Lagerfeuergitarrenkurs der DPSG Saarpfalz macht Nochnicht-Musiker_innen startklar für die Klampfe.

Die Späteschichtenreihe begann am 18.

verschiedenen Wurst – und Käsesorten

Februar in LUMEN. Diese Spätschicht

saßen wir auch hier im Anschluss an die

trug den Titel „Diversität – eine Annä­

Spätschicht noch gemütlich zusammen.

Singen gehört zum Lagerfeuer. Weiß

herung“. Es gab verschiedene Texte,

Spätschichten fanden außerdem am 03.

jede_r. Macht jede_r. Und das am bes­

Lieder, Gebete und auch eine Zeit der

März in LUMEN und am 10. März in der

ten mit der Gitarre.

Stille. Vorbereitet wurde die erste Spät­

Evangelischen Jugendkirche Ludwgisha­

Die muss man allerdings spielen kön­

schicht von der Evangelischen Jugend.

fen statt.

nen. Und so bietet die DPSG Saarpfalz

Danach lud LUMEN noch zum gemeinsa­

TEXT & BILDER: L. MAYER | LUMEN

seit letztem Winter einen Gitarrenkurs

men Abendessen ein. Bei Weißwürsten

an. Zusammen mit dem professionel­

und Brezeln bot sich die Gelegenheit,

len Gitarrenlehrer Salvatore Tabone

>> Mehr LUM EN? Music@ LU!

sich auszutauschen und so den Abend ausklingen zu lassen.

Was hier besonders ist? Die Stimmung. Die Themen. Die Menschen. Die Ökumene. Ähnlich lief es auch in der 2. Spät­ schicht, die in der Evangelischen Ju­ gendkirche stattfand und von LUMEN vorbereitet wurde. Sie trug den Titel

Am 16.1 0. begin nt das Music@L Musical-P U. Du k rojekt annst als Musiker_ D a rs te in und/ ller_in, oder Sä werden. nger_in Vorerfah aktiv rungen nicht: Da b ra u c h s Team s st du tellt dich und sich auch so er auf die fest Bühne :) Mehr Info

s findest du auf w w w.lum en-ludw igshafen .de

Gitarre und Lagerfeuer gehören zusammen. aus Homburg lernen sieben Pfadis die Grundlagen des Gitarrenspiels. Und es zeigen sich erste Früchte: Auf den Pfingstlagern wurden die ersten Lieder bereits mit der Gitarre begleitet. Jetzt heißt es weiter fleißig üben, um die La­ gerfeuerrunden so richtig zu pimpen.

„Ich-Blick in den Spiegel“. Hier haben

Ein weiterer Kurs für Anfänger_innen

wir uns mit uns selbst, unserem Lebens­

ist bereits angedacht!

weg, beschäftigt. Bei Salat, Brot und

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BDKJ Kontakt | 02 2016

TEXT: A. NARR | KJZ SAARPFALZ


Verbände

Wölflinge erleben das große „WÖLELUJA“

>>

Die Wölflinge begaben sich in der Nacht vom 16. auf den 17. April auf eine aktionsreiche Entdeckungstour und erlebten gemeinsam die spannende Welt des Glaubens. Dafür waren kleine Pfadfinder_innen in der Jugendkirche LUMEN zu Gast und zeigten, dass Kirche, Verbände und Kinder wirklich perfekt zueinander passen!

Zusammen mit ihren Leiter_innen ka­

neue Freundschaften wurden dadurch

men die Wölflinge um 15 Uhr in der Ju­

geschlossen.

gendkirche LUMEN an. Bis es dann um

Der Tag klang mit dem Gottesdienst,

16 Uhr mit der Begrüßung von Martin,

der sich ganz um die Geschichte „Im

dem Wöli-Referent, losging, konnten

Viertelland“ drehte und einer Gute-

die

Nacht Geschichte am Abend aus.

verschiedenen

Wölflingsgruppen

noch ihr Schlaflager beziehen. Dieses

Am Sonntagmorgen wurde dann noch

befand sich in der Turnhalle des Ge­

gemeinsam gefrühstückt und aufge­

schwister-Scholl-Gymnasiums.

räumt, bevor es wieder nach Hause

Bevor sich die Wölflinge an die verschie­

ging.

denen Stationen mit den Angeboten rund um das Thema Kirche, Gemein­

Die Aktion stand ganz unter dem Mot­

schaft und Glauben heran wagen konn­

to „Wölflinge wollen’s wissen!“. Es war

ten, spielten sie ein Kennenlernbingo.

ein Wochenende mit viel Spiel und Spaß

Mit dem Kirchenquiz, dem „1,2 oder 3“,

für die Wölflinge, an dem sie die Kirche

aber auch mit dem Bibelkuchenrezept

und alles was dazu gehört besser ken­

gab es viele Rätsel zu lösen. Die Wahr­

nen lernen konnten.

nehmung der Jüngsten wurde mit dem

TEXT & BILDER: DPSG SPEYER

Entdeckungspfad auf die Probe gestellt. Sie konnten sich auch beim Gestalten ihrer eigenen Schatzkiste kreativ aus­ leben. Durch die Selfie-Cam entstand das ein oder andere lustige Foto und

Wölflinge sind di e „Kleinsten“

der Pfadfinder_innen (ab 7 Jahren) Mehr: www.dpsg-speyer.de BDKJ Kontakt | 02 2016

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Verbände

Einmal Brasilien und zurück!

>>

Im April hat die Kolpingjugend Speyer Carsten Leinhäuser verabschiedet, der acht Jahre ihr Geistlicher Leiter war. Die Diözesankonferenz wählte außerdem ein neues Leitungsteam: Die Diözesanleitung ist damit wieder komplett. In einem Studienteil beschäftigte sich die Versammlung mit der „Theologie der Verbände“.

Die Kolpingjugend im Bistum Speyer hat

wie es zu Beginn den Anschein mach­

child“ umrahmte die Eucharistiefeier

wieder eine komplette Diözesanleitung:

te. Carsten Leinhäuser brachte es auf

musikalisch.

Die Diözesankonferenz im St. Christo­

den Punkt: „In der Theologie geht es

Unter dem Leitwort „Einmal Brasilien

phorus-Haus, Bad Dürkheim, wählte Eva

um Gott. Um uns. Und darum, was wir

und zurück an einem Abend“ verab­

Kurz (Kaiserslautern), Daniel Reiß, (Er­

miteinander auf die Beine stellen und

schiedeten die Konferenzteilnehmer

fenbach) und Fabian Geib (Landstuhl),

bewegen.“ Die Theologie der Verbän­

mit einem Fest Carsten Leinhäuser als

in das Team, das von Annika Bär (Grün­

de wolle dazu beitragen, dass die Ju­

Geistlichen Leiter der Kolpingjugend.

stadt), deren Amtszeit noch andauert,

gendverbände mit beiden Beinen fest

Der

vervollständigt wird. Ergänzungswahlen wurden auch für die Diözesanen Ar­ beitskreise durchgeführt, in die Maria Lajin und Markus Gräser, beide Ludwigs­ hafen-Pfingstweide, Sebastian Traumer,

Diözesanjugendseelsorger

und

BDKJ-Diözesanpräses kandidierte nach

Das neue Leitungsteam: Daniel Reiß, Eva Kurz, Annika Bär und Fabian Geib.

acht Jahren nicht mehr für einen wei­ tere Amtszeit. Mit heiteren und span­ nenden Spielen, mit kreativen Wortbei­ trägen und Geschenken, die meist alle

Obermohr, Daniel Bresseau, Grünstadt,

etwas mit Brasilien, dem Sehnsuchts­

und Sophia Stemmler, Erfenbach, für

land von Leinhäuser, zu tun hatten,

eine neue oder weitere Amtszeit einzo­

auf dem Boden stehen und einen „gu­

wurde ihm der Abschied versüßt. Und

gen.

ten Draht nach oben“ haben. Wie das

der fiel dem jungen Priester sichtlich

aussehen kann, wurde im gemeinsamen

schwer. Die Grüße und Wünsche der

Neben den Regularien, dem Rechen­

Gottesdienst in der Kapelle des Chris­

Kolpingjugend Deutschland überbrach­

schaftsbericht und den Berichten der

tophorus-Hauses deutlich, an der auch

te Bundesleiter Peter Schrage. Er erin­

örtlichen Gruppen stand ein Studienteil

Mitglieder der Jungen Kirche Speyer

nerte daran, dass Carsten Leinhäuser

im Mittelpunkt der Konferenz. Das The­

teilnahmen: Die Teilnehmerinnen und

2015 für seine Verdienste mit dem Eh­

ma war der Beschluss der BDKJ-Haupt­

Teilnehmer gingen den Spuren Gottes

renzeichen der Kolpingjugend Deutsch­

versammlung über den „Anteil der

nach, die sie in Begegnungen, Erleb­

land ausgezeichnet worden ist.

Verbände an der Sendung der Kirche“.

nissen, Erfahrungen und Projekten ih­

Mithilfe einer Arbeitshilfe des BDKJ

rer Verbandsarbeit gefunden haben:

war diese „Theologie der Verbände“

Die katholischen Verbände als Orte

durchaus nicht so schwer zu verstehen,

der Gotteserfahrung. Der Band ,,God´s

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BDKJ Kontakt | 02 2016

TEXT & BILD: KOLPINGWERK SPEYER | T. BETTINGER


Verbände

Entdecke dein „Goldenes Wort“ in der Bibel

>>

Nach den Erfolgen von „Malika“ und den „Geschichtensammlern“, zwei katechetischen Projekten für die Advents- und Fastenzeit, hat der AK Spiri der JUKI sich in diesem Jahr an Bibelgeschichten im Kirchenjahr gewagt. Im neuen Projekt leiten nicht Figuren wie das Mädchen Malika durch das Projekt, sondern ein Schatzkästchen, dass mit goldenen Wortkarten gefüllt werden will. Das „Goldene Wort“ beginnt nach den Sommerferien.

„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein

„Es war uns wichtig, dass nach Malika

boten werden, dass ab Sommer über

Herz“. Das wusste schon der Schrei­

und den Geschichtensammlern- beides

das Diözesanbüro der JUNGEN KIRCHE

ber des Matthäus-Evangeliums. Kinder

Projekte für die besonderen Zeiten im

bezogen werden kann. Wer sich vorab

und Jugendliche können dieser bibli­

Kirchenjahr- jetzt der „Kirchenalltag“

schon einen Eindruck verschaffen will,

schen Weisheit im Herbst diesen Jah­

ins Zentrum rückt“, erklärt Ute Garth,

kann das auf der Aktionshomepage

res neu auf die Spur kommen. Mit dem

Geistliche Leiterin der JUNGEN KIR­

www.mein-goldenes-wort.de.

religionspädagogischen Projekt „Mein

CHE. „Wir haben uns deshalb bewusst

Goldenes Wort“ legt der Kinder- und

biblische Geschichten vorgenommen,

Jugendverband JUNGE KIRCHE SPEYER Entwürfe für Kinder- und Jugendgottes­ dienste, sowie Bausteine für die Kinderund Jugendarbeit in Verbandsgruppen, Kindergärten und Pfarreien vor. Das

Wie gewohnt sind alle Materialien auf einer Projekthomepage zu finden oder können im Diözesanbüro bestellt werden.

Team bringt reichlich Erfahrung mit und möchte mit den konkreten Anregungen, Bastelvorschlägen und Modellen an die

die nicht immer ganz einfach, aber

Erfolge der Weihnachtsaktion „Malika

eben „dran“ sind. Dabei haben wir ge­

folgt dem Stern“ und dem Osterprojekt

merkt: Eigentlich steckt ein „goldenes

„Die Geschichtensammler“ anknüpfen.

Wort“ in jedem biblischen Text. Wir

Auch die Materialien der vergangenen

Neu ist diesmal der Projektrahmen. Im

meinen mit „goldenen Worten“ solche

Aktionen stehen noch zum Download

Mittelpunkt steht nicht die Geschichte

Begriffe, die ein Gefühl, ein wichtiges

bereit:

um eine oder mehrere Personen, son­

Thema oder einen Gedanken beschrei­

>>www.die-geschichtensammler.de

dern ein Schatzkästchen. Das gilt es für

ben und deshalb auch losgelöst von der

>> www.malika-folgt-dem-stern.de

die beteiligten Kinder und Jugendlichen

biblischen Geschichte für Kinder und

mit „goldenen Worten“ zu füllen. Sol­

Jugendliche einen Wert haben.“ Sie zu

che „goldenen Worte“ werden aus bib­

sammeln und als Schatz zu begreifen

lischen Geschichte entwickelt, die die

ist Anliegen der Aktion. Die Materiali­

Grundlage jeder Projekteinheit bilden.

en werden in einem Projektheft ange­

TEXT & BILD: JUNGE KIRCHE SPEYER | pixabay.de

BDKJ Kontakt | 02 2016

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Dekanate

BDKJ Saarpfalz: „Hol die Gruftis raus!“- Handysammelaktion

>>

Rund 100 Millionen Althandys liegen bei Leuten zu Hause rum: Ungenutzt. Damit liegen auch Rohstoffe ungenutzt in Schubladen, die unter schlechtesten Bedingungen anderswo auf der Welt produziert oder gefördert werden. Zeit, dass sich da was dreht! „Hol die Gruftis raus!“ ist nicht nur ein Sammelprojekt, sondern will zum Nachdenken anregen: Was kostet die Welt ein Handy?

Gut, endlich ein neues Handy zu haben!

ist eh hinüber, selbst deine Mutter mag

siv und damit umweltbelastend. Um

Das erste iPhone war mal ziemlich

es deswegen nicht mehr verwenden?

eine Vorstellung davon zu bekommen,

cool, heute ist es technisch vollkom­

Wohin damit. Restmüll? Gelber Sack?

hat man das Konzept des ökologischen

men überholt. LTE, Cloud-Anbindung,

Genau so geht es den Meisten. Darum

Rucksacks entwickelt. Der ökologische

12mpix Kameras waren damals noch

liegen geschätzte 100000000 (100 Mio!)

Rucksack ist der Material- und Ener­

nicht bekannt oder schlicht nicht vor­

Althandys bei den Leuten zu Hause

giebedarf eines Produktes über seinen

stellbar. Dafür konnte das Ding Videos

rum. Allein in Deutschland. Und das ist

gesamten Lebeneszyklus. Im Falle eines

mit sagenhaften 480 Pixeln Kantenlän­

schlecht. Warum?

Handys (kein Smartphone!) wiegt der

ge abspielen und in 10min eine Email

Vom Aufwand ein Handy zu produzie­

Rucksack knapp 80kg.

runterladen. Ohne Anhänge.

ren und zu nutzen: Zur Herstellung ei­

Die meisten der benötigten Rohstof­

Gut, endlich ein neues Handy zu haben!

nes Handys braucht man Rohstoffe. Die

fe werden in Schwellen- und Entwick­

Außerdem waren (und sind) die Topge­

Wichtigsten sind Erdöl, Kupfer und Si­

lungsländern

räte richtig teuer. Wie gut, dass es die Mobilfunkfirmen ermöglich, den Kauf eines Handys über den Vertrag abzu­ stottern! Hat man sein Handy dann

gefördert.

Die

Bedin­

gungen entsprechen oft nicht unseren

Wohin mit dem alten Handy? Restmüll? Gelber Sack?

nach zwei Jahren abbezahlt, wird es

Vorstellungen. Sie sind gefährlich und gesundheitsschädigend. Die Bezahlung ist unzureichend. Oft werden Kinder eingesetzt. Es kann zu Menschenrechts­

sowieso höchste Zeit für ein Neues.

lizium. Von manchen anderen Bestand­

konflikten kommen. Und nicht zu ver­

Manche Anbieter bieten jetzt auch die

teilen hast du vermutlich noch nie ge­

gessen: die Umweltbelastung.

Möglichkeit, jedes Jahr ein neues Mo­

hört. z.b. Tantal oder Antimon. All das

Zusammengesetzt werden die meisten

dell zu bekommen.

wird irgendwo auf der Welt abgebaut

Handys in asiatischen Produktionsstät­

Gut, endlich ein neues Handy zu haben!

und rund um den Erdball verschickt, bis

ten. Auch hier sind die Arbeitsbedingun­

Aber was passiert mit dem alten Handy?

du es als dein neues Handy aus der Ver­

gen aus unserer Sicht oft inakzeptabel.

Hast du es wegen dem blöden Riss im

packung nimmst.

Schlechte Bezahlung, fehlende soziale

Display selbst bei Ebay nicht mehr ver­

Die Produktion der einzelnen Handybe­

Absicherung,

ticken können? Der fest verbaute Akku

standteile ist enorm ressourceninten­

und Gesundheitsrisiken gehören dazu.

30

BDKJ Kontakt | 02 2016

Umweltverschmutzung


Große, gute Idee unseres kleinen Bundeslandes: Die Handysammlaktion ist ein „Kind des Saarlandes“. Wenn du mehr wissen willst findest du alle Infos und Unterlagen hier: www.handy.saarland.de

Bild: TBIT | pixabay.de

Dekanate

Doch auch bei uns gibt es Probleme. Die

der Handyproduktion und-nutzung zu

Hol die Gruftis raus!

Anbieter sind einem enormen Kosten­

verbessern!

Stellvertretend für Möglichkeiten der

druck ausgesetzt. Dies schlägt sich auf

Du brauchst Anregungen? Hier:

nachhaltigen Handynutzung sammelt

die Arbeitsbedingungen der Mitarbeit_

>> Wie oft tauschst du dein Handy ge­

der BDKJ Saarpfalz in seinen Gruppen

innen nieder. Schlecht bezahlte, soge­

gen ein Neues aus? Vielleicht reicht

und Pfarreien Althandys und führt sie

nannte „atypische“ Beschäftigungsfor­

auch schon ein Akkutausch.

einem umweltgerechtem Recycling zu.

men,

>> Wie oft hängt dein Handy am Lade­

Dadurch können viele wertvolle Roh­

durch Stress sind die Folge.

kabel? Eventuell unnötige Stromver­

stoffe zurück gewonnen werden, die

Was tun? Klingt alles nicht so toll. Was

braucher (z.B. Wlan, Bluetooth) aus­

Umwelt wird erheblich weniger belas­

kannst du tun? Der BDKJ Saarpfalz hat

chalten.

tet. Handys, die technisch noch in Ord­

eine Idee. Wir wollen im Rahmen einer

>> Achtet der Anbieter deines Handys

nung sind, werden wiederaufbereitet

Leistungsdruck und Krankheit

Nachhaltigkeitskampagne des Saarlan­ des darauf aufmerksam machen, was in einem Handy steckt und was es be­ deutet, es zu benutzen. Wir wollen nie­ manden das Handy schlecht reden. Das

und können weiterverwendet werden.

Der BDKJ Saarpfalz sammelt alte Handys und führt sie einem umweltgerechten Recycling zu.

Handy ist mittlerweile zum wichtigsten

Auch du kannst mitmachen! Die Anbie­ ter von Handys sind verpflichtet, Altge­ räte zurück zu nehmen. Du kannst dein altes Handy einfach in jedem Handyla­ den oder im örtlichen Wertstoffhof ab­

Kommunikations- und Informationsmit­

auf faire Arbeitsbedingungen? Erkundi­

geben.

tel von Jugendlichen geworden und er­

ge dich!

Vielleicht möchtest du auch in deiner

öffnet tolle Möglichkeiten die du nut­

>> Ist dein Handy einfach zu reparie­

(Verbands-)Gruppe darauf aufmerksam

zen kannst und sollst! Wir bitten dich

ren? Etwa Akkutausch oder Speicherer­

machen und selber Althandys sammeln?

aber, darüber nachzudenken wie du das

weiterung leicht durchzuführen?

Also, durchwühle deine Schubladen,

Gewicht des ökologischen Rucksacks re­

>> Kann dein Handy von jemand ande­

frag deine Familie und Freunde und hol

duzieren kannst.Wir bitten Dich darü­

rem weitergenutzt werden? Vielleicht

die Gruftis raus!

ber nachzudenken, wie du dazu beitra­

freut sich die kleine Schwester über ein

gen kannst, die sozialen Bedingungen

unerwartetes Geschenk!

TEXT: BDKJ SAARPFALZ | A. NARR

BDKJ Kontakt | 02 2016

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Dekanate

BDKJ Landau: Schulung für Jugendvertreter_innen

BDKJ Speyer: Dekanatsversammlung

Aus dem ganzen Dekanat kamen sie zu der vom BDKJ Landau angebotenen Schulung am 16. April – die Jugendlichen aus Gemeindeausschüssen und Pfarreiräten.

Nach vielen Jahren der Vakanz wählten die Delegierten der Jugendverbände in Anwesenheit von Dekan Nirmaier und Pfarrer Effler eine Geistliche Verbandsleitung.

Das nutzte der BDKJ-Vorstand und hielt

Pastoralreferent Heinrich Schmith un­

bung von Zuschüssen erreicht.

alle mit seinem abwechslungsreichen

terstützt den BDKJ schon seit einigen

Für das laufende Jahr stehen auf je­

Programm bei der Stange. Neben den

Jahren und wird mit Marie-Christin

den Fall ein weiteres Treffen mit den

Inhalten zu den Aufgaben und der Rol­

Mayer, die wiedergewählt wurde, mit

Jugendvertreter_innen auf dem Plan,

le der/des Jugendvertreter_in und Ge­

Jana Willersinn und Florian Heinz die

sowie ein Filmgottesdienst am 13. No­

sprächsführung standen vor allem das

Arbeit im Dekanat prägen.

vember in LUMEN.

Kennenlernen und der Austausch unter

Wie wichtig die Arbeit des Vorstandes

den Jugendvertreter_innen auf dem

im Dekanat ist, wurde im Rückblick

Plan. So durften sich die zehn Jugend­

deutlich:

lichen beim Turmbauen ausprobieren

So trug die Dekanats­

und später einen Turm selbst besteigen.

gartenparty

Nach einer Stärkung mit Spaghetti Car­

ner

bonara kam der Höhepunkt des Tages:

Kommunikation

der wunderbare Blick aus dem Kirch­

zwischen Haupt-

turm der Marienkirche in Landau. Der

und Ehrenamtli­

Dachstuhl und die Glocken durften in

chen bei.

diesem Zuge auch bewundern werden.

Mit einem Film­

Und dass Glockengeläut ohrenbetäu­

gottesdienst in der

bend ist, wenn man im Glockenturm

Jugendkirche LUMEN,

steht, konnten alle selbst erleben, die

bei einer Kinoveranstaltung

dabei waren.

zum Thema „Flucht“ und bei einem

„Was ich mitnehme, ist unter anderem

Treffen mit den neugewählten Jugend­

der Kontakt zu netten Menschen, mit

vertretern der neuen Pfarreien, konn­

denen ich mich austauschen kann.“,

ten Themen und Anliegen der Jugendli­

sagte Clara Müller aus Eußerthal. Dieser

chen aufgegriffen werden.

Kontakt soll über die Schulung hinaus

Der BDKJ ist außerdem sehr aktiv im

gepflegt werden.

Kreisjugendring und hat hier die Anhe­

32

TEXT & BILD: BDKJ LANDAU | A. Klein

BDKJ Kontakt | 02 2016

zu

TEXT & BILDER: BDKJ SPEYER | R. Rösch

ei­

verbesserten

im olge f r E Die BDKJ ing: r d n e en! jug steig Kreis e s s ü Zusch

Ihr entscheidet, wie Kirche ist:

DANKE allen, die ehrenamtlich Leitung wahrnehmen!


Dekanate

BDKJ Speyer: Aktiver Kreisjugendring Jugendreferentin Claudia Möller-Mahnke vertritt die Interessen der katholischen Kinder- und Jugendverbände im Dekanat Speyer im Kreisjugendring. Sie freut sich, dass die Jugendarbeit finanziell besser gefördert wird und berichtet von der Mitgliederversammlung im April: Volker Steinberg, Vositzender des Lan­ desjugendringes, erläuterte in seinem Vortrag die Wichtigkeit von jugendpoli­ tischer Interessenvertretung auf Kreisund Landesebene und wie diese funk­ tionieren kann. Jugendarbeit brauche zwei Füße: einen inhaltlich pädagogi­ schen und einen politisch strategischen Fuß. Martin Haller, erster Kreisbeigeordne­

BDKJ Ludwigshafen: Engagiert für Flüchtlinge in der Südlichen Innenstadt Der soliden kommunalen Förderung und einer guten internen Haushaltsplanung zum Dank, hatte der BDKJ-Dekanatsverband Ludwigshafen Ende letzten Jahres noch eine respektable Stange Geld übrig. Die wurde sofort gut investiert: In Sachmittel für die Flüchtlingshilfe.

ter für Jugend und Soziales im RheinPfalz-Kreis und Mitglied im Landtag, ermuntert den Kreisjugendring Politi­ ker_innen einzuladen, um ins Gespräch zu kommen. Der Rechenschaftsbericht machte deut­ lich, wie aktiv der Kreisjugendring im vergangenen Jahr war. Die Veranstal­ tungen gingen von einem Schulungstag zum Thema „Mobile Spiele“ in Zusam­ menarbeit mit dem Landesfilmdienst über die Ausrichtung eines Plakatwett­ bewerbs „Vielfalt Leben“ in Zusam­ menarbeit mit dem Stadtjugendring Ludwigshafen bis zur Veranstaltung eines Kinoabends im Rex Kino Center Schifferstadt zum Thema „Asylsuchen­ de“. Außerdem führte der Kreisjugend­ ring zwei Zuschussforen durch. Auch in seiner Vertretungsarbeit im Kin­ der- und Jugendhilfeausschuss konnte der Kreisjugendring Erfolge verbuchen. So wurden seine Vorschläge zur Ände­ rung der Kreisrichtlinien angenommen.

In den Reihen des Vorstandes waren sich

Augenschein genommen; mit insgesamt

Hanna Otterstätter (Friesenheim), Sara

zwölf Tüten ausgestattet verließen die

Gronbach (Oppau) und Vanessa Langohr

Jugendarbeiterinnen und ihr Referent,

(Pfingstweide) schnell einig, dass sie

Gunter Straub, schlussendlich die bei­

dem neu entstehenden Flüchtlings-Café

den Geschäfte. Zugunsten unserer aus­

im Kulturzentrum „Das Haus“ unter die

ländischen Gäste wurde auf diese Weise

Arme greifen wollten. Da sie aber vor

insgesamt 1.170 Euro investiert. Andre­

dem Hintergrund der rechtlichen Statu­

as Massion war vor diesem Hintergrund

ten lediglich Sachmittel spenden durf­

ein zweites Mal von großer Hilfe, denn

ten, stellte sich in der Kürze der Zeit die

in einem Nebenraum seines Jugendzen­

Frage, wo bei den Asylbewerber_innen

trums konnten die Kleidungsstücke zwi­

derzeit am ehesten materiell der Schuh

schengelagert werden. Öffentlichkeits­

drückt. Vom Leiter des entsprechenden

wirksam in Erscheinung trat der BDKJ

Arbeitskreises „Café das Haus“, And­

Ludwigshafen dann beim Neujahrsemp­

reas Massion, bekamen sie umgehend

fang des Ortsvorstehers der Südlichen

die notwendigen Informationen. Massi­

Innenstadt, Christoph Heller, am 10.

on, Leiter der Ludwigshafener Ludwig-

Januar. Hier überreichten Gunter und

Wolker-Freizeitstätte, wies darauf hin,

Lena im Namen des BDKJ symbolisch ei­

dass in Anbetracht der Jahreszeit vor

nen Scheck über die bereits investierte

allem Mäntel, Mützen, Schals und Hand­

Summe.

schuhe vonnöten sei. Diese Information stürzte die Vorstandsmitglieder des BDKJ Ludwigshafen, samt Jugendrefe­ renten, in einen Weihnachtseinkauf, der ihnen noch lange im Gedächtnis

TEXT & BILD: BDKJ SPEYER | C. Möller-Mahnke

bleiben wird. Gleich zwei Filialen eines

TEXT & BILD: BDKJ LU | G. Straub

großen Bekleidungshauses wurden in BDKJ Kontakt | 02 2016

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Termine | Heimat

Music@LU Musicalprojekt in LUMEN

Kennen wir uns nicht schon? Es ist wieder Nikolaus-Zeit!

Save the Date: Jugendpolitischer Gipfel

LUMEN Ludwigshafen |16.-21.10.2016

Bistumsweit | 1. 10. 2016

Speyer | 3.12.2016

Bild: privat

Grafik:BDKJ Speyer

Bild: herman | pixabay.de

Du willst dich von etwas Großem heraus­

Zahlen, Daten, Fakten: 18 Zentimeter

Der Ausschuss Politik plant einen ju­

fordern lassen? Ausprobieren, was in dir

groß, 60 Gramm schwer und einzeln

gendpolitischen Gipfel im Dezember

steckt? Hast Spaß am Singen, Theater

verpackt in einen hochwertigen Prä­

diesem Jahres in Speyer. Mit einem

spielen, Tanzen oder Musizieren? Bist

sentkarton. Outfit: Mitra und Bischofs­

Planspiel hast du die Chance, Politik

zwischen 14 und 20 Jahre alt? – Dann

stab. Seine Mission: Mut machen, den

auszuprobieren, Politiker_innen haut­

ist Music@LU das Richtige für dich! Ge­

wahren Bischof Nikolaus und dessen Tu­

nah zu erleben, Bündnisse zu schmie­

meinsam wollen wir ein tolles Projekt

genden wiederzuentdecken.

den und Debatten auszutragen. Es wird

auf die Beine stellen. Dazu suchen wir

Außerdem fairtrade-gesiegelt und ein

spannend!

Jugendliche, die Lust haben, in einem

richtig leckeres und sinnstiftendes Ge­

Chor zu singen (Vorerfahrung nicht nö­

schenk!

tig!), sich als Solist auszuprobieren, bei

Welcome back, Nikolaus!

der Band mitzuspielen, Theaterrollen zu übernehmen, zu tanzen, bei Kulisse und Technik zu unterstützen.

>> Organisatorisches:

Sonntag - Donnerstag:

>> Organisatorisches:

Werbematerialien und weitere Informa­

>> Organisatorisches:

Derzeit ist der der jugendpolitische Gip­

Projektwoche im Jugendhaus St. Chris­

tionen werden nach den Sommerferien

fel noch in der Planungsphase. Notier

tophorus in Bad Dürkheim

auf der Homepage abrufbar sein. Dort

dir gerne den 3.12. schon mal im Kalen­

Freitag :

findet ihr auch in gewohnter Weise das

der. Alle wichtigen Infos bekommst du

Fahrt nach Ludwigshafen, Aufbau, Ge­

Bestellformular für den Schoko-Niko­

demnächst auf unserer Homepage.

neralprobe und Aufführung von „Esther-

lausi (ab 1.10.)

die Königin“.

>> www.lumen-ludwigshafen.de

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BDKJ Kontakt | 02 2016

>> www.vorfahrt-fuer-den-nikolaus.de

>> www.bdkj-speyer.de


Heimat N

och heute liegt mir der Ge­

Österreich nach Deutschland –

ruch von Kardamom und Ba­

erst im Gummiboot, dann im Zug,

klawa in der Nase, wenn ich an

zu Fuß und die letzte Strecke mit

die Suqs und die Bazare in Aleppo

dem Taxi. Ich schlief nur sehr we­

zurückdenke. Hier ließ sich das

nig, musste viele Stunden ohne

syrische Leben anfassen, es wur­

Pause laufen, wurde verhaftet und

de gehandelt, probiert, Tee ge­

zahlte für die komplette Flucht

trunken und gelacht. Als eine der

fast 2.000 Euro, die ich mir vor

ältesten Städte im Norden Syriens

meiner Abreise mit Gelegenheits­

war Aleppo immer Markt- und Um­

arbeiten als Verkäufer und Elekt­

schlagplatz des Handels für die ge­

riker in der Türkei verdient hatte.

samte Region gewesen.

I

n dieser Zeit studierte ich Physik an der Universität von Aleppo und

H

eute lebe ich mit meinem jüngsten Bruder Ali in Lud­

wigshafen. Ich habe noch einen

arbeitete anschließend als Lehrer

Bruder, der sich im Libanon befin­

in einer Schule. Meine Eltern und

det und einen in der Türkei. Die

meine sieben Geschwister lebten

anderen Familienmitglieder aber

in einem Dorf nahe der Stadt. Es

sind noch immer in Syrien.

war ein schönes Leben. In Aleppo besuchte ich einen Deutschkurs, denn ich hoffte, später einmal

O

ft werde ich gefragt, ob ich irgendwann nach Syrien zu­

rückkehren möchte. Ich antwor­

nach Deutschland zu reisen, um

te dann immer: „Auf jeden Fall.

dort mein Master-Studium zu ab­

Aleppo ist momentan die gefähr­

solvieren.

lichste Stadt der Welt, aber ir­

A

ber das war alles vor dem

gendwann ist der Krieg vorbei.

Krieg. Damals lebten über 2

Dann möchte ich nach Hause und

Millionen Menschen in der Stadt,

dabei helfen, meine Heimat wie­

heute sind die meisten auf der

der aufzubauen.“

Flucht – oder gestorben. Zuerst fing die Regierung an, unschuldige Bürger zu verhaften und zu töten. Dann fielen die Bomben. Die Ge­ räusche der Kampfhubschrauber und der explodierenden Fässer raubten uns den Schlaf. Zu diesem Zeitpunkt entschieden viele von uns, das Land zu verlassen.

I

ch floh über Griechenland, Ma­ zedonien, Serbien, Ungarn und

MOHAMMAD AL ASMAEE ist 30 Jahre alt und lebt in Ludwigshafen.

Wo fühlst du dich zu Hause? Auf dem Balkon, im Verband, bei Freunden?

Hier erzählt Mohammad von seiner Heimat.

BDKJ Kontakt | 02 2016

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er Form.

e in dies der letzt

zugleich t s i it t k a Kont ür eure Arbe r f e e t in s e t h s c u a ä b men Unser n uch dann The e n r e tt a fl 7 Ab 201 ands-Events ins Haus! rb Ve en all t mi ft he es hr Ja und ein

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JUGEN

BDKJ Speyer | Abteilung Jugendseelsorge Bischöfliches Ordinariat Webergasse 11 67346 Speyer →→ www.bdkj-speyer.de

DPOLI

TIK“

Kontakt 2016 02  
Kontakt 2016 02  
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