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Hamlet an den Kammerspielen (links): Münchens städtische Bühne steht in der Kritik Foto:Kammerspiele-Thomas Aurin

Max II“ ) und die Münchner Kammerspiele. Letztere sorgten in letzter Zeit vermehrt für Schlagzeilen. „Kammerspiele? Jammerspiele“ titelte die Süddeutsche Zeitung im November 2016. Matthias Lilienthal, der neue Intendant, der bürgerliche Schauspielhäuser schon mal als „Kunstkacke“ bezeichnet, ist umstritten, bekannte Schauspieler kündigen (Hobmeier, Drexler und Bürkle). In der Kulisse, dem gar nicht so hochpreisigen Café-Restaurant im Gebäude der Kammerspiele beklagt man diese Entwicklung zum „Event- und Performance-Theater“ und meint selbst im gastronomischen Bereich einen Schwund der Gäste feststellen zu müssen. Bei Tagespasta (8,50 Euro) erfährt auch die Prachtstraße Kritik: Die Mieten würden immer horrender, nur noch die Flagstores der Edelmarken würden sich hier halten und gar noch vermehren. Die aber würden von viel weniger Kunden frequentiert als Geschäfte mit „bezahlbarer“ Mode oder Cafés und Restaurants. Auf ein schlagendes Beispiel dieser Entwicklung können die Kritiker verweisen: Dort, wo der Karl-Scharnagl-Ring die Maximilianstraße quert und sich diese platzartig erweitert, befand sich einst mit dem Café Roma ein beliebtes und hervorragend besuchtes Lokal, das die Straße belebte. Heute befindet sich dort ein Gucci-Laden, dessen handverlesene Kundschaft zahlenmäßig bedeutungslos ist. Direkt vor dem Flagstore geht es hinab zur Unterführung - großspurig Maximilian Forum genannt. Die Rolltreppe ist nicht nur funktionsuntauglich sondern auch von hüfthohem Gras überwachsen. Im Untergeschoss treffen wir am helllichten Tag keinen einzigen Passanten - nur ein Obdachloser schläft sich noch aus. Leere Schaufensterflächen und Schmierereien an den Wänden schrecken den, der sich hierher verläuft, ab. Ein Lichtblick: Noch in diesem Jahr will der Münchner Erfolgsgastronom Gabriel Levy, sein 2011 geschlossenes Café in unmittelbarer Nähe des früheren Standortes wieder eröffnen. Sollten dann die Bayern-Stars (früher Bastian Schweinsteiger und Oliver Kahn) in dem Szenelokal wieder Einzug halten, dann wäre die Maximilianstraße um eine Attraktion, die sich alle leisten können, reicher.

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Bayerns Bestes - Ausgabe 11 - Vorschau  

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