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Objektbericht

FMZ Mühlwiesen, Bietigheim-Bissingen

Retail Park mit Landmarkencharakter Indem es die anderen Stadtteile entlastet, leistet das FMZ einen wichtigen städtebaulichen Beitrag ein einheitliches Erscheinungsbild zur Folge. Das Gebäude strahlt gleichzeitig Wärme und Urbanität aus, der große Baukörper mutet zart an. Der Eingangsbereich

Das FMZ schließt mit der Kombination Nahversorger, Bäcker, Gastronomie, Elektrofachmarkt und

Drogeriekettenfiliale eine schon lange bestehende Angebotslücke / With its combination of a supermarket, bakery, restaurant and branch of a drugstore chain, the development plugs a long-standing gap in the retail offering

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er neue Retail Park befindet sich an der stark frequentierten Stuttgarter Straße, wo er als kristallin-goldene Skulptur eine Landmarke darstellt. Das FMZ schließt mit der Kombination Nahversorger, Bäcker, Gastronomie, Elektrofachmarkt und Drogeriekettenfiliale eine schon lange bestehende Angebotslücke im direkten Umfeld der Bietigheimer Altstadt. Zwischen Natur und Stadtraum Inmitten des wertvollen Naturraums der Bietigheimer Mühlwiesen im Nordosten der Stadt Bietigheim liegt das ein Hektar große Areal, auf dem das zweigeschossige FMZ steht. Im Westen grenzt an das Areal die stark frequentierte Stuttgarter Straße, während sich im Osten die Grünflächen rund um den Fluss Enz erstrecken. Der spannende städtebauliche Kontext erforderte einen Entwurf, der sowohl urbane Zweckmäßigkeit als auch die Emotion von Freizeit und Natur im äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes widerspiegelt. Um den Landmarken-Charakter und damit den Stellenwert des Retail Parks für die Region zu verdeutlichen, wurde auf eine auffallende Baukörper- und Fassadengestaltung 22 POS-LADENBAU ■ 2 • 2018

gesetzt. „Wir haben ein Gebäude konzipiert, das zwar völlig überraschend platziert und gestaltet ist, damit aber prägend auf das Stadtbild einwirkt“, erklärt Florian Beck, Head of Design des Münchner Architekturbüros. Die Fassade Im Kontrast zum weitgehend erhaltenen Naturraum erhielt das FMZ eine hochwertige technisch anmutende Gebäudehaut. Die Kombination von glänzendem Metall und Fassadenplatten in Holzoptik prägt das Erscheinungsbild und trägt dazu bei, das FMZ als „Landmarke für Shopping in der Region“ zu etablieren. Um dem Gebäude Dynamik zu verleihen und den Blick der Kunden schon von Weitem auf sich zu ziehen, verfügt der monolithische Baukörper über kaum einen rechten Winkel – dafür aber über viele schiefen Ebenen, die an der Hauptfassade mit rautenförmigen goldfarbenen Metallschuppen verkleidet sind. Diese Schuppenhaut harmoniert mit den verzerrten Flächen und ermöglicht – gegliedert angeordnet – einen gleichmäßigen Fugen- und Kantenverlauf. Trotz der schiefen Flächen hat dies, verstärkt durch den Goldschimmer,

Die Verzahnung mit der Landschaft übernimmt die Fassade im Eingangsbereich. Der Zugang ist im Gegensatz zu herkömmlichen Eingangsformen von dem rationalen, eingeschobenen Quader in dunkler Holzoptik geprägt. Dieser vorspringende Bereich mit tiefer Fensterleibung ist als hinterlüftete Fassade mit großformatigen, rechteckigen Holz-Fassadenplatten gestaltet. Form, Farbe und Textur der Platten stehen dabei in Kontrast zu der goldfarbenen Fassade und verweisen auf den spannenden Dialog zwischen Stadt und Land. Hohe Fensterbänder im Eingangsbereich und in den Nebenräumen der Mieter runden die Fassadengestaltung ab. Dabei gibt die großzügige Verglasung einerseits den Blick auf die Umgebung frei – sowohl in die Natur als auch in Richtung Stadt – und fungiert andererseits als Schaufenster des FMZ nach außen. Die Dachgestaltung fungiert als fünfte Fassade, die den Bewohnern der Hangkante zugewandt ist. Sie ist stark begrünt und mit verschiedenen Kiesen belegt und holt so die Bietigheimer Mühlwiesen und die Enz-Au über den Retail Park in die Stadt. Innenraumgestaltung Über eine kleine Mall gelangen die Besucher in das zweigeschossige FMZ. Gleich beim Eingang verbindet eine Rolltreppe die beiden Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein Lebensmittelvollsortimenter (HIT) mit angeschlossener Bäckerei und Gastronomie angesiedelt. Im ersten Obergeschoss finden ein Elektrofachmarkt (HEM) sowie ein Drogeriemarkt (dm) Platz. Das Konzept folgt den Mieteranforderungen, die Planung der Räumlichkeiten dem jeweiligen Corporate Design. Weitläufige Fensterflächen durchfluten die Mall mit Licht und vermitteln einen freundlichen und offenen Eindruck. Der natürliche Tageslichteinfall im Bereich der vertikalen Erschließung gibt zusätzlich eine klare Orientierungshilfe. n

POS LADENBAU 02 2018  

Magazin für Ladengestaltung, Boden, Wand, Decke, Licht, Displays und Akustik

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