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IT-Trends

Omnichannel

Online vs. stationär Wie sich traditionelle Lebensmitteleinzelhändler gegen Online-Riesen wappnen

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isruptive und innovative Geschäftsmodelle wie Uber und Airbnb haben in der Vergangenheit schon ganze Branchen auf den Kopf gestellt. Auch im Lebensmittelhandel ist der Kampf um Kunden härter als je zuvor, vor allem seit dem Vormarsch von Online-Pureplayern wie Amazon. Um diesen Kampf zu gewinnen, müssen Händler neue Konzepte entwickeln und ihr Potenzial und ihre Strukturen nutzen, um der wachsenden Konkurrenz Paroli bieten zu können. Heutzutage spielen Service, Relevanz und Innovation eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung. Laut der aktuellen SAP Hybris Verbraucherstudie kaufen 56 Prozent der deutschen Teilnehmer online ein, weil es ein-

fach und unkompliziert ist und nur 35 Prozent aufgrund des günstigeren Preises. Die Erwartungen, die ein Kunde beispielsweise im Fashion-Bereich an einen Anbieter hat, werden sich in Zukunft auch auf den Handel mit Lebensmitteln übertragen: Kunden erwarten dann eine 24  /  7-Online-Erreichbarkeit sowie ein abwechslungsreiches, personalisiertes Einkaufserlebnis – egal ob im Laden oder im Internet. Die Chancen der traditionellen Lebensmittelhändler Die etablierten Lebensmittelhändler haben aber auch im Online-Bereich gewisse Vorteile im Vergleich zu Neueinsteigern. Sie

Traditionelle Händler sind ihren Online-Konkurrenten einen deutlichen Schritt voraus / Traditional

retailers are one step ahead of their online competitors

16 POS-LADENBAU ■ 2 • 2018

verfügen zum Beispiel über jahrzehntelange Expertise in wichtigen und komplexen Themen wie Logistik, Lebensmittelsicherheit und Preisgestaltung. Die Online-Pioniere müssen sich erst das nötige Know-how in diesem Bereich aneignen. Der Lebensmittelhandel befasst sich zudem mit extrem empfindlichen Waren, die bei Fehlern in der Lagerung und Lieferkette schnell verderben, was hohe Verluste und gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann. Für Neueinsteiger ist die Logistik eine der größten Herausforderungen. In dieser Hinsicht sind traditionelle Händler ihren Online-Konkurrenten einen deutlichen Schritt voraus. Soll heißen: Stationäre Händler können Verbraucher leichter an neue Vertriebskanäle wie einen Online-Shop gewöhnen. Die traditionellen Einzelhändler verfügen in der Regel über ein dichtes Filialnetz. Damit können sie zudem attraktive Services wie Click & Collect anbieten Kunden bestellen online Produkte und können den gepackten Warenkorb im Geschäft abholen – auch kurz vor Ladenschluss. Die Lebensmittelbranche wird sich aufgrund neuer Wettbewerber und der veränderten Kundenerwartungen unabdinglich verändern. Traditionsreiche Lebensmittelhändler haben aber gute Chancen, ihre Marktposition zu verteidigen, falls sie ihre Vorteile gegenüber den Neueinsteigern nutzen und eine robuste, kundenzentrierte Omnichannel-Strategie entwickeln, die von einer skalierbaren Plattform unterstützt wird. Auf diese Weise können sie ihren Verbrauchern ein integriertes, personalisiertes Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg anbieten und gleichzeitig eine 360-Grad-Echtzeitansicht des Kundenverhaltens und des Produktbestands bekommen. Durch diese durchgängige Datensammlung können Händler ein zielgerichtetes Marketing betreiben und das Kaufverhalten durch personalisierte Maßnahmen für den individuellen Kunden positiv beeinflussen. Die Hürde für den Online-Handel im Lebensmittelbereich ist tatsächlich höher als in anderen Branchen. Durch die etablierte Einkaufsroutine der stationären Einzelhändler, das umfassende Know-how sowie durch den Einsatz von Technologien lässt sich diese überwinden. n

POS LADENBAU 02 2018  

Magazin für Ladengestaltung, Boden, Wand, Decke, Licht, Displays und Akustik

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