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IT BANKER Ausgabe 3/2017

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– die Zukunft

Ebenso das Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit und Diskretion. Nichts in unse­ rer Gesellschaft ist so geheim wie Finanz­ angelegenheiten. „Über Geld spricht man nicht“, lautet das Credo. Doch was ist in Zei­ ten des Internets und Google wirklich noch geheim? Sind meine Bankdaten sicher, fra­ gen sich viele Kunden? Denn viele deutsche Finanzinstitute nutzen Google Analytics, um ihren Online-Auftritt zu analysieren. Doch mit dem kostenlosen Analyse-Tool werden gleichzeitig sensible Kundendaten preisgegeben, an Google selbst und auch an die US-Regierung, die auf Daten von Google-Kunden auf europäischen Servern zugreifen darf. Mit einer Inhouse Webana­ lyse schützen Sie die Daten Ihrer Kunden. Gehen Sie sensibel mit den Daten um, denn auch das schafft Vertrauen. Und Vertrau­ en kann man sich nicht erkaufen, sondern muss es sich erarbeiten.

Die neue FünfSekunden-Regel

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Denn es bringt Ihnen nichts, den komplet­ ten Kundenservice zu digitalisieren, und damit vielen Ihrer Kunden vor den Kopf zu stoßen. Banking ist immer noch Ver­ trauenssache und Vertrauen kann man nur zu einem Menschen aufbauen, und nicht zu einem Smartphone oder Tablet. Eine Studie hat ergeben, dass sich viele Kun­ den gerne über die vielfältigen Dienst­ leistungen der Banken und Sparkassen informieren wollen und sich dazu auch ein personalisiertes Angebot erstellen lassen. Zum Kaufabschluss wird dann aber doch lieber der Kundenberater aufgesucht. Der

mehrkanalige Ansatz ist also der richtige Mittelweg, den Banken und Sparkassen beschreiten sollten. Der Kunde infor­ miert sich gerne online, aber für den tat­ sächlichen Geschäftsabschluss zählt die menschliche Komponente. Das gilt es bei allem Digitalisierungseifer zu bedenken.

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In der internen Organisationsstruktur, hin­ ter den Kulissen sozusagen, können viele Prozesse digitalisiert und damit verein­ facht werden, beispielsweise im Dokumen­ tenmanagement oder der Datenkontrolle. Hier haben digitalisierte automatisierte Prozesse gleich mehrere Vorteile: Sie sind weniger fehleranfällig und setzen gleich­ zeitig Kapazitäten frei, die an anderer Stel­ le dringender benötigt werden, nämlich in der Kundenberatung.

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Liebe Bankerinnen, liebe Banker, es ist wie mit allem im Leben: Ver­ passt man neue Technologien, besteht die Gefahr, abgehängt zu werden. Doch auch vorschnelles, übermotiviertes, nicht durchdachtes Handeln führt oft nicht zum gewünschten Erfolg. Die Digitalisierung ist in allen Lebensbereichen nicht mehr aufzuhalten, auch nicht in der Finanzbran­ che. Doch wie immer gilt es, einen golde­ nen Mittelweg zu finden. Digitalisierung ja, aber bitte mit dem gewissen Augenmaß.

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Inhaltsverzeichnis

IT BANKER Ausgabe 3/2017

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Supplement von bank objekte

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IT BANKER Titelthema

Warum Compliance ihr Gutes hat



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Countdown zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

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Warum Compliance ihr Gutes hat Countdown zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

Studie

Seite 8

Kommentar

Digitalisierungseifer

Sensible Kundendaten

Seite 6

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Ausgabe Juni 2017

Editorial

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Vertrauensvolle Angelegenheiten

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Pinnwand

IT-Lösungen aus der Praxis

Erweiterter Geschäftskundenservice dank Einzahlungsautomaten

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Kommentar

Deutsche Banken, Google Analytics & Donald Trump 

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Wie deutsche Banken sensible Kundendaten aus der Hand geben

Dienstleistungen rund um die Uhr und optimierte Kostenstruktur

News aus der Branche



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Fachbeitrag

Mit Co-Innovation in die digitale Zukunft

Studie

Nicht alle Kunden sind vom Digitalisierungseifer der Banken beeindruckt 

Warum Compliance doch ihr Gutes hat

Aus der Praxis



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Open Innovation in einem offenen



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Fintech-Ecosystem

Countdown zur EU-Datenschutz-

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Grundverordnung

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Zentrale Erfolgsfaktoren beim Digital Banking

Bankbarometer 2017: Hybride Beratung ist der neue Trend 14

Realkreditprivilegierung: Datenqualität senkt Kosten

Die nächste Ausgabe „IT-Banker“

Effizienzgewinn durch Digitalisierung und Kosten

Digitalisierte Prozesse und Teilprozesse

sparen dominieren die Management Agenda

verringern auch Risikopotenziale

Redaktionsschluss:  Anzeigenschluss:  Druckunterlagenschluss:  Erscheinungstermin: 

Objektleitung: Hannelore Syptroth E-Mail hs@bauve.de Telefon +49 (0 82 41) 99 88 4-110 Telefax +49 (0 82 41) 99 88 4-100

Druck / Vertrieb: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG Augsburger Straße 722, D-70329 Stuttgart Telefon +49 (0) 7 11-32 72-0, Telefax +49 (0) 7 11-32 72-1 04



Automatisierung schafft Effizienz:

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Impressum

Kurzcharakteristik „IT-Banker“: Der „IT-Banker“, ein Supplement von „bank objekte“, richtet sich in Deutschland und Österreich an nahezu alle Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privat- und Geschäftsgroßbanken, Rechenzentren und Verbände sowie ausländische Bankhäuser mit Sitz in Deutschland und Österreich. Empfänger und Zielpersonen sind die IT- und Orgaabteilungen sowie Vorstände. Mit 3 Ausgaben im Jahr berichtet der „IT-Banker“ über erfolgreich umgesetzte Projekte, Entwicklungen und Lösungen aus der Praxis für die Praxis bei Banken und Sparkassen. Verlag  /  Herausgeber: BAUVE Medien GmbH & Co. KG Bahnhofstraße 57, D-86807 Buchloe Telefon +49 (0 82 41) 99 88 4-0, Telefax +49 (0 82 41) 99 88 4-100 Internet www.bauve.de, E-Mail info@bauve.de Geschäftsführer: Ines te Heesen

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IT-Banker – juni 2017

Redaktion: Carolin Kober (v.i.S.d.P.) E-Mail: ck@bauve.de Telefon +49 (0 82 41) 99 88 4-110 Telefax +49 (0 82 41) 99 88 4-100

Bildnachweise: MF3d – istockphoto.com (Titelfoto, S. 8), NETCOMM GmbH (S. 5 oben), NCR (S. 5 unten), © vege – fotolia.com (S. 10), © patrimonio designs – fotolia.de (S. 11), Avaloq (S. 12-13), emotion banking (S. 14)

Schlussredaktion: Carolin Kober (v.i.S.d.P.), E-Mail: ck@bauve.de Telefon +49 (0 82 41) 99 88 4-110, Telefax +49 (0 82 41) 99 88 4-100

Inserenten: Concept Gruppe S. 16, INSYS locks S. 2, PROSEGUR S. 7, WEDEKO S. 9

Satz / Layout / Grafik: Rainer Wiedenmann Telefon +49 (0 82 41) 99 88 4-110 Telefax +49 (0 82 41) 99 88 4-100

Einsendungen: Für unverlangt eingereichte Manuskripte gibt es keine Gewähr. Sie gelten in jeder Hinsicht der Redaktion zur freien Disposition überlassen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Eine Verwertung der in „bank objekte“ veröffentlichten Beiträge ist unzulässig.


SicherheitsExpo München 2017

Pinnwand

News aus der Branche Bedarf der Bevölkerung Deutschlands an Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen (Flughäfen, Bahnhöfe, Stadien), Veranstal­ tungen und Unternehmen Rechnung. Die Messeschwerpunkte 2017: • Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Brandschutz •F  reilandsicherung, Leitstellen und Mobilfunk • NFC, RFID, Biometrie und Einbruchschutz

ie Herausforderungen zum Schutz öf­ fentlicher Einrichtungen, Veranstal­ tungen und Firmen werden immer komple­ xer. In Kooperation mit dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW), dem Verband für Sicherheitstech­ nik (BHE) sowie dem Bayerischen Lan­ deskriminalamt ist es gelungen, die wich­

tigsten Anbieter von Sicherheitstechnik in Deutschland für die Messe als Aussteller zu gewinnen. Wegen der großen Nachfrage nach Standflächen wird die Ausstellungs­ fläche der SicherheitsExpo München 2017 um 2.000 Quadratmeter vergrößert. Das erweiterte Angebot an Sicherheitstechnik und Sicherheitsdiensten trägt dem aktuellen

Der Geldautomat im digitalen Zeitalter

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a immer mehr Bankkunden im Um­ gang mit Smartphones routiniert und an die Nutzung von Online-Banking sowie digitalen Applikationen gewöhnt sind, müssen auch Geldautomaten aktuelle Trends aus der Lebenswelt der Kunden ad­ aptieren. Genau hier setzt die neue NCR SelfServ 80-Produktfamilie an. Optisch auffälligstes Merkmal sind unter anderem die 19 Zoll großen Multitouch-Displays, die sich wie ein Smartphone oder Tablet bedie­ nen lassen und besonders für ältere Nutzer eine spürbare Verbesserung gegenüber den bis heute eingesetzten, relativ kleinen Mo­ nitoren darstellen. „Finanzinstitute müs­ sen bereit sein, sich der Lebenswelt ihrer

Kunden anzupassen – diese ist zunehmend durch digitale Prozesse geprägt“, fasst Diego Navarrete, NCR-Vertriebschef für Financial Services in Europa, zusammen. „Mit unserer neuen Produktserie rüsten wir Banken für die Zukunft und bieten ih­ nen die Möglichkeit, die digitale mit der analogen Welt zu verbinden und den neuen Nutzergewohnheiten sowie hohen Sicher­ heitsanforderungen heutiger Bankkunden gerecht zu werden.“ Die neuen Automaten sind mit kontakt­ losen Kartenlesern ausgestattet, was das so genannte Skimming durch Auslesen der Bankkarte verhindert. Mit der ent­

sprechenden Software können interaktive Anwendungen wie beispielsweise eine Transaktionsvorbereitung auf dem Smart­ phone oder eine Videoberatung mühelos integriert werden. Alle Komponenten sind Kernelemente, mit denen Banken die In­ novation ihres Angebots und Filialnetzes vorantreiben können. Ideen zur Bank der Zukunft dürfen sich zwar nicht ausschließlich mit der Gestal­ tung von Filialen beschäftigen, müssen al­ lerdings bei ihnen anfangen. Filialen blei­ ben Platz der Begegnung zwischen einer Bank und ihren Kunden sowie zur persön­ lichen Beratung – der Schlüssel zur Wie­ derbelebung der Filiale liegt unter anderem in der Verknüpfung von traditionellem und digitalem Banking am Geldautomat, da Kunden über diesen Kanal am häufigsten mit ihrer Bank in Verbindung treten. Mit der SelfServ 80-Serie zeigt NCR Wege auf, mit denen Banken genau diese Innovati­ on und Filialtransformation vorantreiben können. „Filialkonzepte, die neue Techno­ logien berücksichtigen, sind essentiell, um sich im 21. Jahrhundert gegenüber Wettbe­ werbern positiv abgrenzen zu können und Kunden zu begeistern“, ergänzt Navarre­ te. „Die Stärke der neuen Generation von Geldautomaten liegt darin, dass der Kunde selbstbestimmt entscheiden kann, wie viel Interaktion er bei der Abwicklung seiner Bankgeschäfte möchte.“ n

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Bildnachweis siehe Impressum

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Parallel zur Messe findet die 7. BrandschutzFachtagung unter der Leitung des bekannten Brandschutz-Experten Dr. Wolfgang J. Friedl statt. „Die SicherheitsExpo ist eine hervorragende Plattform, um Impulse für künftige Entwicklungen zur Optimierung der Sicherheit unseres Landes zu geben“, so der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann in seinem Grußwort zur SicherheitsExpo München. Weitere Informa­ tionen unter www.SicherheitsExpo.de n

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Studie

Digital Banking 

Nicht alle Kunden sind vom Digitalisierungseifer der Banken beeindruckt Avaloq und Mimacom untersuchen in ihrem Whitepaper „Successful Digital Banking: Aligning business strategy with technology“, wie der Digitalisierungseifer in der Bankenbranche und das Fehlen einer Strategie das Kundenerlebnis beeinträchtigen können – und was zentrale Erfolgsfaktoren beim Digital Banking sind

D

er von den europäischen Techno­ logie-Unternehmen Avaloq und Mimacom gemeinsam verfasste, englischsprachige Bericht (deutscher Titel: Erfolgreiches digitales Banking: Abstimmen der Technologie auf die Un­ ternehmensstrategie) macht deutlich, mit welchem Eifer die Bankenbranche die Digitalisierung vorantreibt. Allerdings fühlen sich einige Kunden dabei von der Vielfalt neuer Funktionalitäten überfor­ dert – gleichzeitig realisieren Banken Di­ gitalisierungsprojekte oft blindlings, ohne konkrete Strategie. Während sich Banken beim Markteintritt neuer digitaler Anbieter zuerst unbeein­ druckt gezeigt haben, hat sich dies durch den Markteintritt von Apple und Google in den Finanzmarkt geändert: Es entstand ein Digitalisierungseifer.

P Mehrkanaliger Ansatz

Wenngleich der Bericht anerkennt, dass die Digitalisierung das oberste Ziel der Banken ist, zeigt die Untersuchung doch, dass viele Funktionalitäten im digitalen Banking weder von den Kunden akzep­ tiert werden, noch einen signifikanten Mehrwert für die Banken bringen. So wurde etwa im Rahmen der von Mimacom durchgeführten Studie „Digital Banking Features“ (Digitale Funktionalitäten im Banking) immer wieder ersichtlich, dass Schweizer Bankkunden einen mehrkana­ ligen Ansatz (online und persönlich) bei der Aufnahme von Online-Hypotheken bevorzugen. Bildnachweis siehe Impressum

Das Whitepaper beschreibt zudem, dass die Digitalisierung der Branche eine Ver­ mischung der traditionellen Kundenrollen in der Portfolioverwaltung sowie beim Be­ ratungs- und Kundenbeziehungsmanage­

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ment nach sich zieht – was wiederum den Bedarf an flexiblen Geschäftsabläufen aus­ gelöst hat. Zudem kommen neue Dienstlei­ stungsmodelle mit unterschiedlichem Aus­ lagerungs- und Automatisierungsgrad auf. Mit einer weiteren Studie rückt das White­ paper die Kundensicht auf Robo-Advisors in den Blickpunkt. Bankkunden hatten die Möglichkeit, verschiedene Anlageziele wie beispielsweise den Kauf eines Autos in fünf Jahren, den Kauf eines Hauses in zehn Jahren oder die Frühpensionierung mit 60 Jahren festzulegen. Basierend auf diesen Zielen und der aktuellen finanzi­ ellen Situation berechnete das Tool ver­ schiedene Angebote für die Finanzierung. Dabei wollte sich kaum ein Bankkunde ausschließlich auf das Tool verlassen. Vielmehr bestätigten sie, das Tool bevor­ zugt als Vorbereitung auf die Gespräche mit ihrem Finanzberater zu verwenden. P Kunden im Mittelpunkt

Thibaut Jacquet-Lagreze, Head of Group Marketing der Avaloq Gruppe, kommen­ tiert die Ergebnisse des Berichts wie folgt: „Der Digitalisierungseifer hat dazu ge­ führt, dass es manchen Banken missglückt ist, Nutzen aus der Digitalisierung zu schlagen. Unser Rat an die Banken ist und bleibt derselbe: Konzentriert euch auf eure Kunden und deren Bedürfnisse. Der Digi­ talisierung muss eine Strategie zugrunde liegen, damit ein Erfolg garantiert werden kann und sich Banken nicht blind im Digi­ talisierungseifer verlieren. Ein positives Kundenerlebnis kann erreicht werden, wenn mit einem mehrkanaligen Ansatz ein ausgewogenes Verhältnis zwi­ schen den angebotenen und den von den Kunden gewünschten Dienstleistungen entsteht. Zusätzlich ist auch die Agilität

beim Design, der Umsetzung und Orga­ nisation von Projekten ein wichtiger Er­ folgsfaktor, da dadurch die Erwartungen der Kunden erfüllt werden können.“ PH  ohe Servicequalität

Mathias Gläser, Partner bei Mimacom, sagt: „Die Digitalisierung hat die fol­ gende wichtige Erwartung der Kunden nicht geändert: eine hohe Servicequalität. Die Untersuchungen haben deutlich ge­ macht, dass alle Dienstleistungen nahtlos erbracht werden sollten, damit ein perso­ nalisiertes Kundenerlebnis garantiert wer­ den kann. Allerdings ist dafür eine offene Architektur nötig, die es persönlichen Be­ ratern und Vermögensverwaltern erlaubt, Differenzierungsfaktoren klar herauszu­ streichen, wenn sie auf die Anforderungen und Wünsche ihrer Kunden zugeschnitte­ ne Dienstleistungen anbieten. Idealerweise sollten diese Dienstlei­ stungen durch ein gemeinsames Ökosys­ tem angeboten werden, um den Kunden eine ganzheitliche Dienstleistung zu er­ bringen. Gemäß der Rückmeldungen der Kunden sollten digitale Touchpoints und Funktionalitäten entwickelt und in be­ stehende Touchpoints wie Filialen und Call-Center-Dienstleistungen integriert werden, denn nur so kann das gewünschte erstklassige Kundenerlebnis ermöglicht werden.“ Der englischsprachige Bericht „Success­ ful Digital Banking: Aligning business strategy with technology“ kann hier ko­ stenlos heruntergeladen werden: https://www.avaloq.com/service/down­ load-center/archive/file/show/whitepapersuccessful-digital-banking-aligning-busi­ ness-strategy-with-technology/ n


Erweiterter Geschäftskundenservice dank Einzahlungsautomaten Die Stadtsparkasse Düsseldorf kann durch Aufstellung von Einzahlungstresoren ihren Geschäftskunden Dienstleistungen rund um die Uhr anbieten und optimierte ihre Kostenstruktur. Prosegur übernimmt den vollen Service, von der Installation bis hin zur Bargeld-Entsorgung, und stellt der Stadtsparkasse die Buchungssätze der Einzahlungen zur Verfügung. So lässt sich im Anschluss die Überweisung auf das Kundenkonto vornehmen

B

argeld ist laut EHI Retail Institute mit rund 55 Prozent immer noch das wichtigste Zahlungsmittel al­ ler Einzelhandelsumsätze. Um Mitternacht also die Tageseinnahmen des eigenen Re­ staurants noch bei der Bank abliefern? Geschäftskunden der Stadtsparkasse Düs­ seldorf nutzen dafür den Service „Cash Collect“. Die aktuell sieben Einzahlungs­ automaten in den Filialen und am Airport Düsseldorf sind von Prosegur installiert.

IT-Lösungen aus der Praxis

Sicherheitslogistik 

24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche können Kunden hier ihr Geld abge­ ben. Die Einzahlungstresore haben sich in kurzer Zeit bereits etabliert und bewährt. „Wir verzeichnen durchschnittlich mehr als 90 Vorgänge pro Tag“, sagt Silke Ber­ genthun, Gruppenleiterin in der Stadtspar­ kasse Düsseldorf, die insgesamt 29.700 Geschäftskunden betreut. P O hne Mehraufwand für

die Kreditinstitute In Deutschland bietet Prosegur mit 31 Niederlassungen und mehr als 4.000 Mit­ arbeitern umfassende Services im Bereich Sicherheitslogistik und ist Marktführer im Geld- und Werttransport. Das Leistungs­ portfolio hält speziell für Banken und Händler automatisierte Bargeldprozesse sowie Geldautomaten-Services bereit. Darunter fallen die von der Stadtsparkas­ se Düsseldorf genutzten Einzahlungslö­ sungen. „Prosegur übernimmt hierbei als Full-Ser­ vice-Partner die komplette Abwicklung – ohne Mehraufwand für die Kreditinstitute. Potenzielle Neukunden lernen die Banken so anhand eines komfortablen, zukunfts­ orientierten Services kennen“, berichtet Heath White, Geschäftsführer Prosegur Cash Services Germany GmbH.

 Einzahlungslösung für Kreditinstitute – der Prozess

Zum Cash Management und SB-GeräteService gehören auch die Analyse der Geldströme in den Geräten und das Moni­ toring – inklusive der Bearbeitung von Dif­ ferenzen und Reklamationsprozessen. Die Geldlogistik und -bearbeitung umfasst die Abholung, den Transport und die Ausliefe­ rung von Bargeld, die Zählung des abge­ holten Geldes sowie die Echtheitsprüfung. Auch die Übermittlung der Buchungsdaten zur anschließenden Überweisung der Ein­ zahlungen auf das Kundenkonto erfolgt durch Prosegur. Die Bankkunden können die Geräte nut­ zen, ohne in direkter Geschäftsbeziehung zu Prosegur zu stehen. Dazu benötigen sie nur ein Konto bei der Stadtsparkasse Düsseldorf, eine Berechtigungskarte und

einen Safebag. Für das Kreditinstitut entsteht keinerlei Mehraufwand. In den Safebag deponieren Kunden das Bar­ geld mit einem Einzahlungsformular, verschließen ihn und werfen ihn in den Einzahlungsautomaten. Prosegur holt das Geld ab und zählt es unter strengs­ ter, videogestützter Überwachung aus. Das Buchgeld wird anschließend auf das Konto des Einzahlers überwiesen.  n

welcome@prosegur.com www.prosegur.de

IT-Banker – juni 2017

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Fachbeitrag

Compliance

Countdown zur EU-Datenschutz-Grundverordnung: Warum Compliance doch ihr Gutes hat Die Fülle an gesetzlichen Vorschriften und Vorgaben bereitet dem Finanzsektor jede Menge Mühe und Arbeit. MiFID II, Dodd Frank, BCBS 239 und Anacredit sind nur einige aktuelle Regulierungen, die stärkere Kontrollen und genauere Berichte von einer Branche fordern, in der die Daten über Gedeih und Verderb entscheiden Der Autor: Stefano Marmonti ist DACH Sales Director bei MarkLogic

D

 Angesichts der Einführung der DSGVO in nur 18 Monaten bleibt dem Finanzsektor nicht viel Zeit, um seine Daten in Ordnung zu bringen

ie Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) – die die Rechte von EU-Bürgern beim Datenschutz und beim Schutz personenbezogener Daten regelt – ist eine weitere Compliance-Vorgabe, der die Branche gerecht werden muss. Und wie bei fast allen Finanz- und Bankdaten – von Fi­ nanz- und Kontoinformationen der Kunden bis hin zu Daten über Karteninhaber und Trans­ aktionen – handelt es sich um sensible oder private Daten, auf deren Schutz die DSGVO besonderen Wert legt.

Bildnachweis siehe Impressum

Das ab Mai 2018 geltende neue Gesetz be­ trifft jedes Finanzunternehmen, das Dienstlei­ stungen für EU-Bürger anbietet. Selbst Unter­ nehmen ohne europäische Standorte können nach dieser Vorschrift überprüft, zu Bußgeld­ zahlungen angehalten oder sogar gerichtlich verfolgt werden, wenn Daten von EU-Bürgern bei ihnen gefunden werden. Der Finanzsektor weiß aus Erfahrung, dass ein Konflikt mit Regulierungsbehörden schnell teuer werden kann. Wer die DSGVO nicht

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IT-Banker – juni 2017

erfüllt, muss mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 4 Prozent des weltweiten Jahresum­ satzes rechnen. Aber auch Compliance-Anforderungen haben eine gute Seite. Bereitet sich der Finanzsektor proaktiv auf die DSGVO vor, kann er nicht nur Risiken mindern und die Compliance ge­ währleisten, sondern auch von besser aufbe­ reiteten Daten profitieren. Durch den Aufbau einer einzigen, einheitlichen und langfristen 360-Grad-Sicht auf Mitarbeiter, Kunden oder Bürger können Finanzinstitute – von Banken bis hin zu Vermögensverwaltern – wertvolle und womöglich recht profitable Einblicke in ei­ gene Geschäftsprozesse oder Kundenvorlieben gewinnen. P Das Labyrinth von Datensilos

Zu den größten Problemen, die einer einzigen 360-Grad-Sicht derzeit im Wege stehen, gehö­ ren die vielen, nicht miteinander verbundenen Datensilos, in denen sich ein Großteil der Da­ ten von Finanzunternehmen befindet. Dabei

handelt es sich oft um Altsysteme, die vor langer Zeit für eine bestimmte Abteilung an­ geschafft wurden. Fusionen und Akquisitionen führen in der Regel zu noch mehr Silos sowie einer Fülle von Dubletten in den Silos, die die Datenintegrität gefährden. Die Zusammenführung von Daten aus ver­ schiedenen Quellen zählt zu den Grundanfor­ derungen im neuen regulatorischen Umfeld des Finanzwesens. Viele Firmen haben jedoch bereits eine einfache Methode entdeckt, wie sie die zahlreichen Datensilos zusammenbringen können. Eine Operational Data Hub (ODH)Lösung auf Basis einer flexiblen, Enterprise NoSQL-Datenbank mit integrierter Googleähnlicher Suche kann sich selbst dann auszah­ len, wenn sich die gesetzlichen Anforderungen und die Daten immer wieder ändern. P Mit dem Operational Data Hub sind

heterogene Daten kein Problem Ein Operational Data Hub ist ein virtueller Aktenschrank, der eine einzige, einheitliche


360-Grad-Sicht auf alle Daten bietet. Da 80 Prozent der heutigen Unternehmensdaten unstrukturiert oder nur teilweise strukturiert sind – wie z. B. PDFs und Online-Daten –, sollte der Hub sinnvollerweise auf einer Da­ tenbank basieren, die all diese verschiedenen Arten von Daten verwalten kann. Eine NoS­ QL-Datenbank erfüllt diese Anforderungen: Sie kommt mit jedem Datentyp klar, macht kostspielige komplexe Datenintegrationen auf Abteilungsebene überflüssig und beseiti­ gt eine große Schwachstelle herkömmlicher relationaler Datenbanken: aufwändige ETLProzesse (Extrahieren, Transformieren, La­ den). Wichtig ist die Wahl der NoSQL-Datenbank und deren professionelle Funktionen, die Un­ ternehmen benötigen – z. B. Unterstützung von ACID-Transaktionen, höchste Sicherheitszer­ tifizierungen, Hochverfügbarkeit, Elastizität oder Skalierbarkeit und Disaster Recovery. Eine Enterprise NoSQL-Datenbank vereint alle Aspekte. Finanzinstitute profitieren damit von einer flexiblen, agilen und skalierbaren Plattform. Zugleich können sie sich darauf ver­ lassen, dass ihre Daten sicher sind, nie verloren gehen und jederzeit verfügbar sind. P Beispiele aus der Praxis

untermauern den Erfolg ABN AMRO, die internationale niederlän­ dische Bank, bringt derzeit mit einer Enterpri­ se NoSQL-Datenbank gewaltige Mengen un­ strukturierter und strukturierter Handelsdaten in einem zentralen Trade Data Store zusam­ men. Die Bank erhält damit für jeden Auftrag und jedes Handelsereignis einen einheitlichen, transparenten Datensatz. ABN AMRO kann so bestehende und künftige Finanzvorschriften einfacher erfüllen, da sich alle erforderlichen Daten an einer zentralen Stelle befinden. Mit einem Modell, bei dem nur etwas „angehängt“ werden darf, bleibt die Herkunft der Daten er­ halten. Zugleich erhält die Bank eine einheit­ liche Sicht auf Aufträge und Handelsvorgänge. Außerdem erlauben bitemporale Funktionen ABN AMRO die Verringerung von Risiken durch „technische Zeitreisen“ mit Zeitstem­ peln und genauer Nachverfolgung von Han­ delsvorgängen. Eine andere globale Investmentbank baute in nur sechs Monaten einen Trade Store auf der Grundlage einer NoSQL-Datenbank auf – und das mit über 30 vernetzten Handelssystemen. Diese Trade Stores bringen große Mengen

unstrukturierter und strukturierter Daten in einem zentralen Respository zusammen, auf das viele Geschäftsanwendungen zugreifen können. Mit diesem Ansatz kann die Bank verschiedene Berichtsanforderungen erfüllen, einschließlich gesetzlich vorgeschriebener Be­ richte, und Bußgelder vermeiden.

und verwalten und jeden einzelnen Kunden über verschiedene Kanäle durch individuelle, kontextbezogene Angebote gezielt erreichen. Das erhöht den Umsatz und reduziert die Kundenabwanderung.

P Aus lästiger Pflicht wird

Angesichts der Einführung der DSGVO in nur 18 Monaten bleibt dem Finanzsektor nicht viel Zeit, um seine Daten in Ordnung zu bringen. Aber statt dies als unwillkommene Mehrauf­ gabe auf der Compliance-Liste zu empfinden, die das Fass zum Überlaufen bringt, sollte die große Chance gesehen werden, die darin liegt. Ein Operational Data Hub kann unterschied­ liche Daten gelungen zusammenbringen, um heutige komplexe Datenintegrationsprobleme zu lösen. Er kann komplexen internationalen Vorschriften, die sich ständig ändern, ihren Schrecken nehmen und zugleich neue Ein­ blicke liefern. Was als DSGVO-Risikover­ meidung begonnen wurde, ist tatsächlich für Unternehmen ein Rezept für neue umsatzför­ dernde Anwendungen und Dienstleistungen und höhere Kundenzufriedenheit. n

gewinnbringende Kür Die DSGVO geht über Handelsdaten hinaus und legt dem Finanzsektor neue Pflichten beim Schutz personenbezogener Daten auf. Folglich müssen Finanzunternehmen diese Daten zu­ erst einmal identifizieren und überlegen, wie sie am besten gespeichert und verarbeitet wer­ den. Auch die langfristige Aufbewahrung und die Weiterverwendung müssen geklärt sein. Für Finanzunternehmen bedeutet dies kom­ plexe Anforderungen an die Datenverarbei­ tung. Mit einem Operational Data Hub zum Erfassen, Organisieren und Indizieren von Systemen und personenbezogenen Daten kön­ nen Finanzunternehmen nicht nur Compliance gewährleisten, Risiken durch unauffindbare Daten verringern und Fristen bei speziellen Anfragen gerecht werden, sondern sie sparen durch die Automatisierung vieler Schritte auch einiges an Zeit und Aufwand. P 360-Grad-Sicht auf den Kunden

Durch eine „goldene Referenz“ für personen­ bezogene Daten – gespeichert an zentraler Stelle mit einer einzigen Ansicht – gewinnen Finanzinstitute wertvolle Einblicke in indivi­ duelle Berührungspunkte. Diese sogenann­ ten Touchpoints können beispielsweise dem Kundenservice, Marketing oder Vertrieb eine ganzheitliche Sicht auf alle (potenziellen) Kun­ den verschaffen – einen „goldenen Datensatz“ mit sämtlichen im Unternehmen verfügbaren Informationen über den Kunden oder über alle für einen Kunden tätigen Personen. Dazu können Verhaltens- und soziale Daten, Transaktionsdaten, deskriptive Daten und produkt- bzw. dienstleistungsbezogene Daten gehören, die aus unterschiedlichen Quellen stammen – darunter CRM-Systeme, AnalytikDatenbanken, die das Klick- und Suchverhal­ ten der Nutzer erfassen, Sprachaufzeichnungen des Callcenters, Marketing-Datenbanken, LinkedIn und vieles mehr. Mit der sich daraus ergebenden 360-Grad-Sicht können Finanzin­ stitute Kundeninteraktionen leichter erkennen

PF  azit

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Fachbeitrag

Kreditgeschäft 

Realkreditprivilegierung: Datenqualität senkt Kosten Automatisierung schafft Effizienz. Dass das so ist, beweisen Banken und Sparkassen auf vielen Ebenen – auch im Aktivgeschäft. Hier Prozesse und Teilprozesse zu digitalisieren, hilft dabei nicht nur aus Kostengesichtspunkten, sondern auch dabei, bestehende Risikopotenziale zu verringern Der Autor: Olaf Pulwey, Vorstand bei Foconis

lichen zudem, effektiv Potenziale zur Re­ duzierung der risikogewichteten Aktiva zu nutzen. Damit wird eine Realkreditpri­ vilegierung ganz im Sinne der Kreditrisi­ kominderungstechniken durchgeführt. Die Institute profitieren so auf unterschied­ lichen Ebenen. Der Eigenmittelaufwand etwa sowie die Höhe der Einlagen in den Sicherungsfonds sinken mitunter deutlich durch die sukzessive Absenkung der risi­ kogewichteten Aktiva.

U

 Im Kreditvergabeprozess schaut der Gesetzgeber genau hin

nterm Strich dreht sich dabei vieles nicht nur um die regelmäßi­ ge Sicherheitenüberprüfung, son­ dern vor allem um die Qualität der Daten. Viele Banken und Sparkassen nehmen sich dieser Herausforderung an. Dabei bedienen sie sich durchaus bewährter Lösungen, die den Fokus auf tiefgreifende Kontrollaufga­ ben lenken.

P Herausforderung: Komplexität!

Bildnachweis siehe Impressum

Im Kreditvergabeprozess steckt der Teufel im Detail – im wahrsten Sinne des Wortes! Denn, wenn nur Kleinigkeiten im Zuge der schier endlos zunehmenden Datenanfor­ derungen übersehen, gar für irrelevant er­ achtet oder schlicht fehlerhaft oder unvoll­ ständig vorliegen, ist bereits keine rechtlich saubere Kreditvergabe im Kontext der aufsichtsrechtlichen Anforderungen mehr möglich. Vor allem die abseits des Men­

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IT-Banker – juni 2017

gengeschäfts hoch spezifischen Realkredite können ihren Mehrwert für die Banken und Sparkassen nicht entfalten: messbare Einspareffekte! Dass der Gesetzgeber hier genau hinschaut, mag gute Gründe haben – dennoch ist es aus Institutssicht mit erheb­ lichen Aufwänden verbunden, initial und nachhaltig für eine hohe Datenqualität im Kreditsachbearbeitungsprozess zu sorgen und somit konsequent Fehler zu vermeiden. P Automatisierte Datenkontrolle

Mit Hilfe modernster Technik können Ban­ ken und Sparkassen die aktuellen Heraus­ forderungen meistern. Lösungen und ein entsprechendes Funktionspaket namens „Datenqualität Kredit“ liefern beispielswei­ se über 60 automatisierte Kontrollen. Jene gewährleisten nicht nur die nach CRR und MaRisk BTO verpflichtende, regelmäßige Sicherheitenüberprüfung, sondern ermög­

Da die Anlage und Pflege eines Realkre­ dits bekanntermaßen sehr viel aufwändiger ist als die eines regulären Kredits aus dem Mengengeschäft, liefern moderne Lö­ sungen die entsprechenden Nachkontrollen hier gleich mit, um die notwendige Daten­ qualität zu gewährleisten und eine fort­ laufende Pflege zu sichern. Mit Hilfe der Kontrolle erhält die Kontrollinstanz alle Informationen zu Ursachen und Lösungen. Neben einer erheblichen Transparenzstei­ gerung erleben Banken und Sparkassen hier dank IT-Unterstützung eine spürbare Optimierung im gesamten Kreditvergabe­ prozess und aktivieren zudem einen kon­ sequenten Lernprozess für Mitarbeitende. P Fazit

Dass im Kreditvergabeprozess erhebliche Qualitätsverbesserungs- und Einsparpo­ tenziale schlummern, ist hinlänglich be­ kannt. Umso erfreulicher nehmen Banken und Sparkassen zur Kenntnis, dass auto­ matisierte Kontrollmechanismen eine per­ fekt in die Infrastruktur integrierte Mög­ lichkeit bieten, diese Potenziale zu heben und fortlaufend zu sichern. Zumindest im genannten Beispiel liegen die Kosten der marktreifen Lösung in der Regel bei einem Wert, der sich spätestens nach den ersten beiden Jahren, meistens früher, amortisie­ ren. n


Inhouse-Analysen

Kommentar



Deutsche Banken, Google Analytics & Donald Trump Wie deutsche Banken sensible Kundendaten aus der Hand geben Der Autor: Götz Aikele, Mindlab Solutions, unterstützt Unternehmen bei der Analyse und Optimierung aller digitalen Anwendungen

V

iele deutsche Banken nutzen Goo­ gle Analytics, um ihre Online-Por­ tale zu analysieren. Vor allem die Online-Banken ziehen sich so vielleicht ih­ ren eigenen Konkurrenten groß, denn Google verfügt über eine europäische Banklizenz. Darüber hinaus stellen sie ihre Kundendaten so der US-amerikanischen Regierung zur Verfügung. Mit Inhouse-Analysen, bei der die Banken ihre Daten auf eigenen Servern speichern, können sie beides verhindern. Einige Digital Analytics Tools, wie etwa Google Analytics, sind scheinbar kostenlos. Viele Unternehmen wissen aber, dass sie da­ bei statt mit Geld mit Daten bezahlen. Diese Daten besitzen nicht für alle Unternehmen den gleichen Wert – der Verlust sensibler Finanzdaten etwa wiegt schwerer als der von Produktvorlieben im Hobby-Bereich. Den höchsten Preis für „kostenlose“ DigitalAnalyse zahlen derzeit wohl Banken, aus zwei Gründen: 1) US-Regierung hat Datenzugriff auf europäischen Servern Bislang mussten US-Unternehmen Daten nicht an die Geheimdienste weitergeben, so lange sie auf Servern außerhalb der USA lagen. Das hat ein Bundesgericht in Phila­ delphia im Februar geändert: Das FBI darf seitdem auf Daten von Google-Kunden auf europäischen Servern zugreifen. Goo­ gle wird zwar in Berufung gehen, aber die weitere Entwicklung hinsichtlich des Da­ tenschutzes ist nicht abzusehen. Dazu passt auch, dass Donald Trump schon im Januar eine „Executive Order“ erließ, die nicht-USBürger von bestimmten Teilen des US-ame­ rikanischen Datenschutzrecht ausschließt. 2) Eine Google Bank hätte das gesammelte Wissen über deutsche Bankkunden Google verfügt schon seit einiger Zeit über eine europäische Banklizenz. Eine Google Online-Bank hätte von Beginn an eine große Marktmacht und exzellenten Zugriff auf po­ tentielle Kunden: Millionen Nutzer haben ein Google-Konto inklusive E-Mail-Adresse,

 Das FBI darf auf Daten von Google-Kunden auf europäischen Servern zugreifen

Abermillionen besuchen täglich die GoogleSeite. So könnte Google etwa bei jeder On­ line-Recherche nach Girokonten oder Kredit­ karten massiv seine eigene Bank bewerben, oder auch bei der Immobiliensuche immer gleich den passenden Google-Kredit anzei­ gen. Dennoch nutzen namhafte deutsche Fi­ nanzhäuser Google Analytics, und vertrauen so ihre Analytics-Daten Google an.

Wer unbedingt in eine Cloud will, sollte zumindest zu 100 Prozent sicherstellen, dass seine Daten nicht weitergegeben und zweckentfremdet werden – also am besten auf Servern in Deutschland, die einem deut­ schen Unternehmen gehören.

P Sensible Daten lieber Inhouse

Inhouse Analytics, die mit einem erfah­ renen Partner aufgesetzt werden, haben zu­ dem Vorteile abseits des Datenschutzes. Im Gegensatz zu „Out of the Box“-Lösungen können Unternehmen sie auf das eigene Geschäftsmodell maßschneidern und mit individuellen Kennzahlen und Zielgrößen ausstatten. Sie können die Daten überdies mit anderen Systemen, etwa Enterprise Re­ source Planning (ERP) oder Customer Re­ lationship Systemen (CRS), verzahnen. So erhalten Unternehmen eine ganzheitliche Sicht auf Unternehmenszahlen, die Abtei­ lungen und Anwendungen überspannt und es allen Mitarbeitern ermöglicht, an einem Strang zu ziehen. n

(„On-Premises“) Sensible Analytics-Daten, etwa von Ban­ ken und Versicherungen, gehören deswegen nicht in internationale Clouds. Gerade Htt­ ps-geschützte Bereiche sollten unter keinen Umständen mit Cloud-Lösungen analysiert werden, bei denen nicht zu 100 Prozent si­ cher ist, wo die Daten liegen. Bei der Über­ tragung der Daten in die Cloud öffnen sich geschützte Bereiche, wodurch Sicherheits­ lücken entstehen. Die Alternative zur Cloud sind vollwertige Inhouse-Lösungen („On Premises“). Dabei werden die Daten auf Ser­ vern im eigenen Unternehmen gespeichert.

P Inhouse Web Analyse ist mehr als

nur Datenschutz

IT-Banker – juni 2017

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Aus der Praxis

Fintechs und Digitalisierung

Mit Co-Innovation in die digitale Zukunft Open Innovation in einem offenen Fintech-Ecosystem Der Autor: Martin Zahne, Head Software Exchange, Avaloq Group

D

 Wenn sich eine Bank für einen Omnichannel-Ansatz entscheidet, will sie dem Kunden dabei eine durchgängige Client Experience bieten

igitalisierung durchdringt unaufhalt­ sam alle Lebensbereiche und Wirt­ schaftsbranchen und verändert sie nachhaltig. Auch Finanzinstitute sehen sich mit den Folgen und Chancen der Digitalisierung konfrontiert: mit neuen Technologien, neuem Kundenverhalten und der potenziell disrup­ tiven Kraft von Fintechs. Offenheit gegenüber Veränderungen und neuen Technologien ist entscheidend, wenn man die anspruchsvollen Kunden in der digitalisierten Zukunft erfolg­ reich ans eigene Unternehmen binden und die Rolle als „Hausbank“ behaupten möchte.

P Technologische Integration und

Omnichannel-Ansatz

Bildnachweis siehe Impressum

Im Unterschied zu den neuen Marktteilneh­ mern und Fintechs die den Kunden Angebote schon seit Beginn über rein digitale Prozesse unterbreiten können, ist es für viele etablierte Banken wichtig, die neuen Möglichkeiten im Digital Banking in ihre bereits bestehenden Kanäle zu integrieren. Wenn sich eine Bank für einen Omnichannel-Ansatz entscheidet,

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IT-Banker – juni 2017

will sie dem Kunden dabei eine durchgängige Client Experience bieten. Auf welchem Kanal der Kunde mit seinem Finanzdienstleister auch interagieren, seine Geschäfte tätigen oder Be­ ratungsleistungen in Anspruch nehmen möch­ te – das neue Angebot sollte dabei stets gut integriert sein. P Open Innovation zwischen Banken

und Fintechs Dies ist leichter gesagt als getan. Aus eigener Kraft die Veränderungen im Markt und alle Herausforderungen der Digitalisierung nach­ zuvollziehen, dürfte etliche Banken – gerade die etwas kleineren Institute – schlicht über­ fordern. Großbanken kooperieren häufig mit Fintech-Unternehmen, oder sie kaufen die für sie interessanten Fintechs auf. Denn meist ist der Erfolgsfaktor nicht allein, wie hoch das zur Verfügung stehende Projektbudget ist, sondern ebenso, die richtigen Talente und Technologien nutzen zu können. Aber auch für kleinere In­ stitute gibt es Wege, sich die Errungenschaften von Fintech-Startups zunutze zu machen. Der

Ansatz: mit anderen Marktteilnehmern eng zu­ sammenzuarbeiten, um • sich über die möglichen Innovationen und de­ ren Konkretisierung austauschen und experi­ mentieren zu können • kürzere Time-to-market-Zyklen für neuen Ideen zu ermöglichen • Projektkosten und Projektrisiken zu teilen. Dieser Ansatz, der in verschiedenen Branchen schon seit längerem gelebt wird, ist allgemein als „Open Innovation“ bekannt. Funktionie­ rende Cluster von Unternehmen, die gemäß dem Open-Innovation-Ansatz interagieren, nennt man Ecosystems. In solch einem Ecosy­ stem können sich Unternehmen vernetzen, um ihre Ideen und Entwicklungen gemeinsam vor­ anzubringen und auszutauschen. Dabei bilden eine gemeinschaftliche Technologie-Plattform oder ein gemeinsamer Markt die Basis für die Zusammenarbeit. Im Falle von Banken rückt im Kontext von Open Innovation die Frage ins Zentrum, wie Innovationen auf eine ebenso si­ chere wie sinnvolle Weise in die Kernbanken­ systeme integriert werden können.


P Beispiel: Der Co-Innovations-Prozess

Avaloq entwickelt seit 15 Jahren Gesamtbank­ lösungen für die Finanzbranche und stellt den Banken auch Business Process Outsourcing (BPO) Dienstleistungen zur Verfügung – ist also selbst ein Fintech-Unternehmen. Avaloq ist der einzige unabhängige Anbieter im Fi­ nanzbereich, der seine Software, die Avaloq Banking Suite, sowohl selbst entwickelt als auch betreibt – in einem internationalen Netz­ werk von BPO-Zentren. Avaloq hat schon immer gemeinsam mit Banken Innovationen hervorgebracht. Die Digitalisierung macht es allerdings erfo­ derlich, diese bewährten Prozesse zu verbes­ sern und noch weiter zu öffnen. Es steht für Avaloq fest, das seine Kunden, die Bankinsti­ tute, dann am meisten profitieren, wenn sich Avaloq in ein Ecosystem eingliedert, das sich optimal auf den Wandel einstellen und die besten Lösungen an den Markt bringen kann. Avaloq liefert für dieses neue Ecosystem die erforderliche technologische Grundlage: in Form der Avaloq Banking Suite mit offenen Application Programming Interfaces (APIs). Da sich die verschiedenen Bankinstitute im Markt als direkte Wettbewerber begegnen, darf man Avaloq gleichsam als neutrales Terri­ torium betrachten. Dies bedeutet: Das Avaloq Ecosystem eignet sich für sinnvolle Koopera­ tionen, zwingt die Teilnehmer aber nicht dazu, gleich enge Bindungen einzugehen. Banken behalten ihre Individualität, profitieren aber zugleich von den Lösungen. Avaloq lässt den mehr als 150 Finanzinstituten und Vermö­ gensverwaltern, welche die Avaloq Banking Suite nutzen, dadurch die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie stark sie sich einbringen möchten. P Die transparente

Innovations-Roadmap Avaloq macht in dem Ecosystem die Innova­ tionsprozesse transparent und fordert Banken und Fintechs oder Softwarehäuser zur Zu­ sammenarbeit auf. Es gibt mit Banken einen kontinuierlichen Austausch über die Innova­ tions-Roadmap, und diese Roadmap wird im Sinne von Open Innovation auch für andere Fintech und Software-Partner geöffnet. Dis­ kutiert wird die Innovations-Roadmap sowohl online als auch in regelmäßig stattfindenden Kundenveranstaltungen wie zum Beispiel Community Conferences und Knowledge Groups. Zudem bietet Avaloq unter developer.

 Offene Ecosysteme ermöglichen effiziente Co-Innovation auf der Basis einer gemeinsamen

technologischen Plattform

avaloq.com für Entwickler und Fintechs und Software-Partner die Möglichkeit, selbststän­ dig tätig zu werden, indem sie dort Zugang zu Entwicklungs- und Integrationstools erhal­ ten. Ebenso unterstützt Avaloq die Fintechs in der Vermarktung ihrer Leistungen, denn vielfach ist es für kleinere Jungunternehmen schwierig, den Zugang zu Bankinstituten zu finden. Über den„Software Exchange“ kön­ nen Fintechs ihre Lösungen allen Commu­ nity-Mitgliedern zugänglich machen, und sie werden auch dabei unterstützt, einen Pilot­ kunden für die Integration zu finden. Bis jetzt wurden im Ecosystem bereits 20 Lösungen vorgeschlagen, etliche sind in der Pipeline, und vier konkrete Kundenprojekte haben sich bereits ergeben. Ganz einem Grundsatz von Open Innovation folgend wird im Ecosystem viel Wert auf Transparenz gelegt: Es soll für alle Marktteilnehmer stets transparent sein, in welchem Status sich die Innovationsidee befindet und wie sich ein Bankinstitut daran beteiligen kann.

P Die digitale Zukunft des Bankings:

Co-Innovation Das Bankwesen wird sich durch die Digitali­ sierung stark verändern. Für eine kleinere bis mittlere Bank kann Co-Innovation der ideale Weg sein, um mit den größeren Mitbewer­ bern Schritt zu halten. Denn allein könnten viele kleinere Institute den vielfältigen und sich rapide verändernden Anforderungen über den gesamten Lebens- und Bedarfszyklus der Kunden hinweg gar nicht gerecht werden – speziell wenn die neuen digitalen Angebote und Services in ein komplexes und historisch gewachsenes Kernbankensystem eingearbei­ tet werden sollen. Offene Ecosysteme könnten sich darum als der Königsweg in die Digita­ lisierung erweisen. Sie ermöglichen effiziente Co-Innovation auf der Basis einer gemein­ samen technologischen Plattform, und sie erlauben offene, transparente Innovationspro­ zesse – ohne dabei die individuellen Bedürf­ nisse eines Instituts zu vernachlässigen.  n

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Studie

Bankbarometer 2017 

Hybride Beratung ist der neue Trend Effizienzgewinn durch Digitalisierung und Kosten sparen dominieren die Management Agenda P Hybride Beratung

S

eit mehr als Jahren befragt emotion banking mit dem „Bankbarometer“ das Top-Management dezentraler und zentraler Bankinstitute im deutschsprachigen Raum jährlich zu den aktuellen Trends und Entwicklungen der Bankenlandschaft. Wich­ tige Erkenntnisse: Die allgemeine wirtschaft­ liche Lage wird so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen, wobei die deutschen Ex­ perten sich etwas kritischer zeigen. Die Ban­ kenbranche selbst kann von dem derzeitigen Aufschwung allerdings nicht profitieren. Trotz erster Erfolge bei der Reduktion des Personal­ aufwandes und einer verbesserten Risikositu­ ation kann die weitere Verschlechterung des Zinsertrages nicht abgefangen werden. Bei der Digitalisierung sind nun Taten gefordert; das Bewusstsein für die Bedeutung digitaler Services ist da, allerdings fehlen Investitions­ bereitschaft und technische Agilität.

P Digitale Konzerne und Fintech-

Anbieter setzen Kreditinstituten zu

Bildnachweis siehe Impressum

Die Intensität des Wettbewerbs nimmt seit Jahren zu, aber immer weitere, vor allem auch disruptive Player kommen auf den Markt. Wa­ ren es in den vergangenen Jahren meist die (gebührenfreien) Direktbanken, die den tra­ ditionellen Bankenmarkt unter Ertrags- und Effizienzdruck gesetzt haben, sind es seit etwa zwei bis drei Jahren vor allem die etablierten digitalen Konzerne und Fintech-Anbieter (wie Paypal, Apple, Facebook etc.). 74,1 Prozent der befragten Banker sehen in den nächsten zwölf Monaten einen Kundenzugewinn dieser meist amerikanischen Unternehmen. Diese Einschätzung teilen in Deutschland sogar 83,3

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IT-Banker – juni 2017

Prozent der Experten. Start up Fintechs wie beispielsweise die „Challenger Bank“ N26, Vaamo, scalable capital, Smava etc. werden von zwei Drittel der Banker als verstärkte Di­ gital-Angreifer gesehen. Auch internationale Mitbewerber werden etwas deutlicher wahrge­ nommen als in den Vorjahren. Finanzvertriebe und Versicherungen verlieren im Gegensatz dazu erneut an Bedeutung. PF  ür Robo Advice stehen

die Ampeln auf Grün Immer mehr Kunden nutzen – zumindest an irgendeinem Punkt – ihrer Customer Journey digitale Angebote, um ihre Bankgeschäfte ab­ zuwickeln. Kein Wunder, dass für Internetban­ king und Apps ein massives Wachstum inner­ halb der kommenden zwölf Monate erwartet wird (88 bzw. 88,6 Prozent), während die Be­ suchsfrequenzen der Filialen spürbar zurück­ gehen werden (65,7 Prozent). So ist es dann auch nicht überraschend, dass in der Beacon Technologie kein Frequenzbringer für Filialen gesehen wird. Lediglich 19,7 Prozent glauben daran, dass sich bis 2020 die Technologie in den Bankfilialen durchsetzt. Für Hybrid und Robo Advice stehen die Ampeln auf Grün, al­ lerdings fehlen den Worten die entschlossenen Taten der Banker. „Es ist schon überraschend, dass bereits 2015 rund 50 Prozent der Banken den Kundenwunsch nach Chatfunktionen er­ kannt haben, aber heute – zwei Jahre später – nicht einmal ein Prozent der Institute ein gutes Angebot dafür geschaffen haben“, kom­ mentiert emotion banking Geschäftsführerin und Studienherausgeberin Dr. Barbara Aigner diese Entwicklung.

74,6 Prozent der Befragten sehen bei der technischen Umsetzung von Hybrid Advice noch große Hürden für Regionalbanken. Ne­ ben Hybrid Advice bewerten 47,9 Prozent der deutschsprachigen Banker intelligente Al­ gorithmen als wichtige Unterstützung in der Kundenberatung, in Deutschland sogar 70,4 Prozent. Der Trend der Digitalisierung in allen Bereichen der Banken hält also zunehmend an. „Der Kunde ist frei. Er entscheidet heute selbst, wann, mit wem und wie er seine Geschäfte ab­ wickelt. Immer mehr Kunden informieren sich im Internet vorab zu Produkten wie Baufinan­ zierung und Konsumentenkredit, und dabei ist die Hausbank – wenn es diese überhaupt noch gibt – nicht erste Informationswahl. Für ‚the last mile‘ zum Produktabschluss ist aber häufig noch eine persönliche Beratung eines Beraters sinnvoll bzw. erforderlich. Abseits des Zahlungsverkehrs sind in der Bankenwelt digital kaum Möglichkeiten für Kunden vor­ handen, die Dienstleistungen zu erhalten oder pflegen. Viele die ein Wertpapierkonto mobil eröffnen wollen oder eine Konsumkreditfinan­ zierung via Smartphone abwickeln möchten merken rasch, dass es ohne physische Präsenz heute noch nicht klappt. Es bleibt interessant, ob sich die Kunden in ihrem Verhalten rascher verändern oder aber die Banken im Angebot“, sagt Dr. Barbara Aigner. P Fazit

Sie sieht den Boden dennoch gut aufbereitet: „Die Botschaft ist angekommen. Während der Tipping Point der Kunden in Richtung Digita­ lisierung gebrochen scheint, fehlen noch kon­ krete Investments der Banken. Aber die Hür­ den der Implementierung werden mittlerweile als bewältigbar eingestuft. Rund 10 Prozent der Häuser beschäftigen sich mit Themen wie Hybrid Beratung oder Robo Advisory, setzen dabei aber kaum mehr als 50.000 Euro ein. Man ist noch immer vom persönlichen Bera­ tungsgespräch als Allheilmittel überzeugt.“ Und trotzdem befinden sich 92 Prozent der Banken in einem aktuellen Change Projekt. Das macht Hoffnung, denn 75 Prozent der Banken erwarten, dass sie gestärkt aus dem Komplettumbau hervorgehen werden. n


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