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TURIST Wissenswertes rund um den Urner Tourismus

Ausgabe 2017


Auf dem Weg zur

Ganzjahresdestination Uri hat viel touristisches Potenzial – in allen vier Jahreszeiten. Werden diese mit guten Angeboten ausgeschöpft und geschickt vermarktet, profitiert das Image der Feriendestinationen nachhaltig.

Grüne Weihnachten, dann ein wenig Schnee, später eiskalte Trockenheit und immer wieder Föhn, der das bisschen Weiss rasch schwinden liess – der Winter war launisch. Viele Skisportfans im Urner Unterland warteten ungeduldig auf den «perfekten Powder». Doch bestätigen sich die subjektiv wahrgenommenen Wetter­eindrücke auch objektiv? Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung führt seit vielen Jahren Messreihen über die Schneemengen und damit verbundene Klima­ daten. Tatsächlich zeigt sich, dass es vor allem für Stationen unterhalb 1200 m ü. M. einen signifikanten Trend zu schneearmen Wintern gibt, was ­weniger mit fehlendem Niederschlag als vielmehr mit steigenden Temperaturen zusammenhängt. Auch die

Sommertemperaturen lagen in den letzten Jahren meistens über dem langjährigen Mittel, wie Erhebungen von MeteoSchweiz ­beweisen. Es gibt aber auch Ausnahmen: So erlebte nicht nur das Tessin, sondern auch Andermatt 2014 den kühlsten Sommer seit langem. «Wir haben im Kanton Uri wirklich sehr unterschiedliche klimatische Gebiete», sagt Flurin Riedi, Direktor von Andermatt-Urserntal Tourismus (AUT). «So gibt es für Höhenlagen über 2000 Meter keine Anzeichen für eine generelle klimabedingte Abnahme der Schneehöhen. Und der Föhn präsentiert sich etwa im Urserntal ganz eigen – wir haben dann meistens eine Stau­lage wie im Tessin, während es einem im Talboden trocken und warm um die Ohren bläst.»

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Facts & Figures

VOM FRÜHLING BIS IN DEN HERBST HINEIN … … lässt sich Uri ideal per Velo entdecken.

WERTSCHÖPFUNG IN ALLEN JAHRESZEITEN Der Tagestourismus ist extrem abhängig vom Wetter. Und auch wer sich als Feriengast länger in einem Gebiet aufhält, erträumt sich der Jahreszeit entsprechende Wetterverhältnisse und dazu passende Erlebnisse. Martina Stadler, bis Ende März Geschäftsführerin der Uri Tourismus AG (UTAG), erläutert: «Wir sollten im Tourismus­bereich daher Themen und Angebote fördern, die das ganze Jahr über ziehen. Das früher gängige Denken in Saisons wird immer mehr von der Idee der Ganzjahresdestination abgelöst.» Gerade für kleinere Ferien­ regionen ist es entscheidend, dass das ganze Jahr über Wertschöpfung generiert werden kann. «Wenn der Umsatz auf zehn bis zwölf Monate verteilt wird, vermeiden die Betriebe unnötige Klumpenrisiken, denn sie können flaue Tage ausgleichen. Setzt ein Betrieb hingegen einzig auf Schneereichtum oder nur auf Sommerhitze, droht schnell ein Minus in der Kasse, wenn das Wetter in der kurzen relevanten Zeit nicht stimmt», ergänzt Flurin Riedi. Rund ums Jahr eine gute Auslastung zu erreichen, dient der gesamten Region. So profitiert etwa auch der Detailhandel, wenn ganz­jährig Gäste nach Uri kommen.

In der Zwischensaison gibt es noch Entwick­ lungspotenzial.

Die Ferienregion Andermatt ist seit langer Zeit im Winter ebenso gefragt wie im Sommer – gemessen an der Anzahl Logiernächte sind die Sommermonate sogar am stärksten. Hier besteht vor allem in den Zwischensaisons noch Luft nach oben. Im Herbst nimmt Flurin Riedi schon eine deutliche Belebung wahr: Das üblicherweise kon-

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Was Urner und ­Urnerinnen über ihre beiden Touris­mus­ organisationen ­w issen sollten.

Andermatt-Urserntal Tourismus (AUT) – 13 Mitarbeitende / 910 Stellenprozente – total 2,1 Mio. Franken Jahresumsatz – 2 016 rund 22 000 Gästekontakte am Telefon, per Mail und am Tourist Info Schalter – 124 635 Logiernächte im Jahr 2016 (+ 9,94 %) – neue Angebote 2016 (Auswahl): Schmuggler Trail, Hütten Challenge, attraktives Gäste­ programm im Sommer und Winter u.a. – häufigster Herkunftsort der Gäste: Schweiz – seltenste Herkunftsorte der Gäste: Bahrain, Malta, Thailand – ausgefallenster Gästewunsch: Ein ­Gast möchte zwei Sorten von Pisten – für schnelle Fahrten und andere, um die Gegend zu bewundern – Dauerfrage der Gäste: Sind die Pässe offen? – Publikumsmagnet 2017: Freilichtspiele «Göschenen am Meer» – Dauer-Highlights in der Region: Fahrten über die acht Alpenpässe, Glacier Express, Dampfbahn Furka-Bergstrecke, SkiArena Kontakte AUT Telefon: 041 888 71 00 E-Mail: info@andermatt.ch Infos: www.andermatt.ch

Uri Tourismus (UTAG) – 15 Mitarbeitende / 945 Stellenprozente – 1,7 Mio. Franken Jahresumsatz – 2 016 rund 44 000 Gästekontakte am Telefon, per Mail und an den Tourist Info Schaltern – 119 301 Logiernächte im Jahr 2016 – neue Angebote 2016 (Auswahl): Tatort Tell, Theatertour Erstfeld, umfassendes Sommer­ programm u.a. – häufigster Herkunftsort der Gäste: Schweiz – seltenste Herkunftsorte der Gäste: Ägypten, Indonesien, Irland, Katar, Oman – Ausgefallenste Gästefragen: Who is William Tell? Wieso sind im Dezember die Pässe gesperrt? – Dauerfrage der Gäste: Kann man mit dem Auto auf den Berg fahren? – Publikumsmagnet 2017: Festival Alpentöne – Dauer-Highlights in der Region: Gründungs­ mythos der Schweiz rund um Wilhelm Tell, offene Seilbahnen, Schifffahrt auf dem Urnersee Kontakte UTAG Telefon: 041 874 80 00 Telefon Ticket Center Uri: 041 874 80 09 E-Mail: info@uri.info Infos: www.uri.info


stant schöne Wanderwetter und die gute Erreichbarkeit der 16 Berg­hütten im Gebiet, die fantastische Fernsicht, die besonderen ­kulinarischen Genüsse in der Wildzeit sowie herbstliche Spezialangebote verschiedener Verkehrsbetriebe und Hotels machen die Zeit von Ende August bis in den November attraktiv. Im Frühling möchte man in der Ferienregion Andermatt künftig vor allem den Kongresstourismus mit neuen ­Infrastrukturen und Packages ansprechen. Moderne Lokalitäten für Tagungen, Kongresse und Events, gepaart mit passenden Dienstleistungen, sollen für zahlende Gäste sorgen.

Gleichmässigere Auslastung dank Businessgästen.

WICHTIG: ERLEBNISSE UND KOOPERATIONEN Im Urner Unterland sind Businessgäste vor allem im Winterhalbjahr ein Thema. «Sie sind wichtig, um die Auslastung der Beherbergungsbetriebe auszugleichen und sie sind anspruchsvoll: Nicht nur die Sitzungsinfrastruktur soll stimmen, sondern auch das Vorher und Nachher», sagt Martina Stadler. Gastronomische und freizeitsportliche Erlebnisse etwa, runden den ­Geschäftstermin auf angenehme Weise ab: «Da wir in den tiefer gelegenen Ski­ gebieten nicht immer mit Top-Pistenverhältnissen rechnen können, müssen wir Alternativen entwickeln. Angebote wie beispielsweise unsere geführten abendlichen Schneeschuhtouren mit Urner Sagenerzählern kommen gut an. Hier gilt es anzusetzen und weiterzumachen.» Von Frühling bis Herbst steht Gästen in der Ferienregion Uri eine bunte Palette an Erlebnissen zur Verfügung, welche die Herzen höher schlagen lassen. Kooperationen

vor Ort, mit umliegenden Regionen oder mit Marketingpartnern bringen eine wichtige zusätzliche Bereicherung. Bedeutende Beispiele sind hier etwa die Partnerschaften mit der Region Klewenalp oder mit der SkiArena Andermatt-Sedrun. Dadurch stehen auch in einem schneearmen Winter jederzeit tolle Möglichkeiten zur Verfügung. Im Sommer schafft die Kooperation mit Luzern Tourismus ein zusätzlich erweitertes Kulturangebot.

JEDER EINZELNE BETRIEB IST GEFRAGT «Auf dem Weg zur Ganzjahresdestination müssen wir zusammenstehen und die Kräfte zu einem gemeinsamen Ganzen bündeln», sagt Flurin Riedi. Ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen bei Uri Tourismus denkt er dabei nicht nur an Kooperationen, sondern vor allem auch an die Mit- und Zusammenarbeit der Leistungsträger. Freizeitinfrastruktur, Beherbergung und Gastronomie zählen gemeinsam. «Die Summe der Hotels, Restaurants, Berghütten, Skilifte und Seilbahnen sowie aller weiteren Leistungspartner ergibt erst die Qualität der ganzen Destination. Keiner ist zu klein – oder zu gross – um ein guter Gastgeber zu sein.» Das interessierte ­Beobachten der Konkurrenz kann dabei durchaus zu neuen eigenen Angeboten inspirieren. Denn die Angebote – von geschäftstüchtigen Betrieben mit guten Ideen – sind es, die den Urner Tourismus voranbringen. Sind sie vorhanden, werden sie von den beiden Tourismusorganisationen UTAG und AUT mit geeigneten Vermarktungs- und Kommunikationsaktivitäten unterstützt.

Geschäftstüchtige ­Betriebe mit guten Ideen sind gefragt.

NEBEN DER PISTE … … locken auch bei weniger Schnee herrliche Wintervergnügen auf allen Höhenlagen – etwa beim Winterwandern oder Schneeschuhlaufen.

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UNTERSTÜTZUNG FÜR TOURISMUSPROJEKTE

Seit 2016 besteht zwischen der Volkswirtschaftsdirektion Uri und den beiden Tourismusorganisationen Uri ­Tourismus und Andermatt-Urserntal Tourismus eine Vereinbarung im ­Regionalmanagement. Mithilfe des ­Regionalmanagements ­sollen innovative touristische Projektideen entwickelt und umgesetzt werden. Karin Gaiser berät deren Initianten und hilft ihnen beim Vorbereiten von Finanzierungsanträgen.

Ihren Auftrag gäbe es nicht ohne die Neue Regionalpolitik (NRP) des Bundes. Was wollen der Bund und die Kantone damit? Karin Gaiser: Die NRP gründet auf dem Bundesgesetz über die ­Regionalpolitik, das seit 2008 in Kraft ist. Das Gesetz will die wirtschaftliche Entwicklung im Berggebiet, im ländlichen Raum und in anderen strukturschwächeren Regionen fördern und so die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit dieser Gebiete stärken. Das funktioniert über geeignete Programme und Initiativen, die ihrerseits Entwicklungs- und Wachstumsimpulse auslösen, Arbeitsplätze schaffen und die Standortattraktivität erhöhen sollen. Für die Umsetzung in Uri ist die kantonale NRP-Fachstelle bei der Volkswirtschaftsdirektion zuständig. Christian Raab und Jacqueline Stampfli geben dort gerne Auskunft bei generellen Fragen. Was hat denn der Tourismus mit der NRP zu tun und wie ist es zu Ihrem Mandat gekommen? In den ländlichen Regionen und im Berggebiet ist der Tourismus ein wichtiger – oft der einzige – Wachstumstreiber. Deshalb liegt dort ein Förderschwerpunkt der NRP. Das heisst, Bund und Kantone setzen einen beträchtlichen Teil der verfügbaren Förder­mittel für innovative touristische Projekte ein. Die Herausforderung liegt nun darin, die Fördermittel mit wirklich guten und zukunftsfähigen Projekten zusammenzuführen. Hier setzt mein Mandat an: Ich stelle die Verbindung zwischen der NRP-Fachstelle des Kantons und den touristischen Leistungserbringern her. Da ich selber ­beruflich viel touristische Erfahrung mitbringe und zahlreiche Tourismusprofis in Uri gut kenne, bin ich nah dran und kann helfen, Fragen zu klären und allfällige Hemmnisse bei der Projektentwicklung und -finanzierung zu beseitigen. Eine ähnliche Schnittstelle – in Bezug auf nicht-touristische Anliegen – gibt es übrigens auch mit den Gemeinden. Wirtschaftliche Potenziale im Tourismus sollen also mit Ihrer Hilfe besser genutzt werden. Wie gehen Sie vor? Vorab heisst es für mich, den verschiedenen Leistungser­bringern und Partnern im Tourismus genau zu zeigen, wie sie die NRP für bestimmte Projekte nutzen können und welche Anforderungen es gibt. Dazu hat vor kurzem eine erste Informationsveranstaltung stattgefunden. Mein Mandat umfasst Beratungsdienstleis-

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tungen, die für die Initianten von touristischen Projekten kostenlos sind. Ich zeige ihnen auf, wie sie vorgehen können, was möglich ist und was nicht und wo die besonderen Augenmerke liegen, wenn sie ein Gesuch für eine Projekt­ finanzierung im Rahmen der NRP ein­ reichen möchten. Es ist nicht meine ­Aufgabe, solche Projekte für andere umzusetzen – aber ich möchte Leute dazu motivieren, ihre guten Ideen wenn möglich zu NRP-fähigen Projekten weiterzuentwickeln. Welche touristischen Projekte ­können denn grundsätzlich mit NRP-Mitteln unterstützt werden? Finanzielle Unterstützung im Rahmen der NRP gibt es – kurz gesagt – für innovative Vorhaben und Projekte, die in der ­Region einen messbaren wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Dabei sind verschiedene Förderkriterien zu beachten, welche die NRP vorgibt. Ob eine touristische Idee den Förderkriterien der NRP entspricht, schaue ich mit den Initianten sorgfältig an. Wenn ein Finanzierungsantrag an den Kanton gestellt werden kann, wird dieser von der NRP-Fachstelle geprüft und, bei positiver Beurteilung, dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt. Es ist das erklärte Ziel des Kantons und der beiden Tourismusorganisationen Uri Tourismus und Andermatt-Urserntal Tourismus, dass vermehrt qualitativ hochstehende NRP-Projekte im Bereich Tourismus realisiert werden. Bei deren Evaluation und Vorbereitung helfe ich sehr gerne. Kontakt: Karin Gaiser, 079 407 66 81, info@gaiser-gmbh.ch


Voller Einsatz für Uris

Kultursommer Tausende Stunden Freiwilligenarbeit, grosses ehrenamtliches Engagement und viel Herzblut: Das sind wichtige Zutaten für kulturelle Anlässe in Uri – wie zum Beispiel für das Internationale M ­ usikfestival Alpentöne und die Freilichtspiele «Göschenen am Meer».

INTERNATIONALES MUSIKFESTIVAL ALPENTÖNE

FREILICHTSPIELE «GÖSCHENEN AM MEER»

Musik aus dem Alpenraum in all seinen Facetten findet diesen Spätsommer seinen Weg in den Urner Kantonshauptort: Das ­Internationale Musikfestival Alpentöne lädt vom 18. bis 20. August zu seiner mittlerweile zehnten Ausgabe ein. Auch heuer hält das alle zwei Jahre stattfindende Grosserlebnis ein Programm bereit, das die Gäste aus nah und fern begeistern wird: Einheimische Künstler, Musiker aus dem europäischen Alpenraum und zeitgenössische Formationen, Nachwuchstalente wie bekannte Grössen der Musikszene spielen zu über dreissig Konzerten auf. Kurzum: Das Festival zelebriert die ganze Vielfalt der alpinen Musik. Seit der ersten Ausgabe ist Hansjörg Felber Gesamtleiter von Alpentöne. Als abtretender Gemeindepräsident hatte er sich 1999 zu dieser tragenden Rolle bereit erklärt. Was ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht war, findet diesen Herbst nun ein Ende: Hansjörg Felber übergibt sein Amt in die kundigen Hände von Pius Knüsel. «Davor freue ich mich aber nochmals auf ein Festival mit neuer, eigener Handschrift», betont Hansjörg Felber. Realisiert hat er dies zusammen mit seinem erfahrenen Organisationskomitee und insbesondere mit dem künstlerischen Leiter Johannes Rühl. Die Zusammenarbeit des OK ist indes wahrlich aussergewöhnlich: Protokolle und Sitzungen in der grossen Runde gibt es nicht, dafür umso mehr Eigenverantwortung für die Ressortleiter und Absprachen im Kleinen. Auch viele freiwillige Helfer agieren im Hintergrund mit und werden am Festivalwochenende im Einsatz stehen. «Ein grosses Dankeschön gebührt ihnen allen, denn sie schaffen für Tausende Gäste ein unvergessliches Erlebnis.»

Theaterkenner, Schauspielliebhaber und insbesondere Freunde der Volks- und Freilichttheater kommen diesen Sommer in Göschenen auf ihre Kosten: Im ehemaligen Eisenbahnerdorf halten die Freilichtspiele «Göschenen am Meer» Einzug. Ab Ende Juni gehen 23 Aufführungen über die Bühne unter freiem Himmel und vor imposanter Bergkulisse. 20 000 Gäste werden zu dem Spektakel erwartet. Mit «Göschenen am Meer» knüpft der Trägerverein der Spiele an die Erfolgsstücke der vergangenen Jahre an. 70 Laienschauspieler werden dieses Jahr die Geschichte rund um die verrückte Idee, eine Wasserstrasse über die Alpen zu bauen, zum Leben erwecken. Und nochmals so viele freiwillige Helfer werden hinter der Bühne und im Theaterdorf im Einsatz stehen. Ohne Freiwilligenarbeit geht’s während der Freilichtspiele nicht. Grosser Einsatz war aber bereits in den eineinhalb Jahren vor der Premiere notwendig: Ein zwölfköpfiges Organisationskomitee unter der Leitung von Christoph Gähwiler hat seit Anfang 2016 den Göschener Theatersommer vorbereitet. «Wir sind ein eingespieltes Team», erklärt der OK-Präsident. Die meisten Miglieder waren bereits bei der letzten Produktion dabei, einige sogar schon bei «D'Gotthardposcht» im Jahr 2005. «Die Erfahrung macht es uns natürlich um einiges einfacher, einen solch grossen Event auf die Beine zu stellen.» Das höchste Ziel des OK ist es, den Zuschauern einen einzigartigen Theaterabend zu bieten. «Das schaffen wir mit eigens für uns verfassten Stücken – dieses Jahr von Paul Steinmann – sowie mit tollen Regisseuren wie Stefan Camenzind und last but not least dank den Schauspielenden und dem Helferteam.»

Infos zum Anlass

Infos zum Anlass

– 18. bis 20. August 2017; 34 Konzerte und weitere musikalische Attraktionen im Dorfkern von Altdorf

− 3 0. Juni bis 19. August 2017; 23 Aufführungen mittwochs, freitags und samstags um 20.30 Uhr

– Mehr Informationen: www.alpentoene.ch

− Mehr Informationen: www.goeschenen-am-meer.ch

– T icketverkauf: im Ticket Center Uri in den Tourist Informatio­ nen Altdorf und Erstfeld sowie online unter ­ www.ticketcenter-uri.ch

− T icketverkauf: bei Ticketcorner und online unter www.ticketcorner.ch oder beim Tourist Info in Andermatt und online unter www.andermatt.ch

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Die Urner Gastgeber

von morgen

Der Tourismus ist eine dynamische Branche: Nachfrage, Angebote sowie ­Kunden­w ünsche und damit auch die Ansprüche an die Dienstleister verändern sich ­laufend. Diesen Herausforderungen stellen sich gut ausgebildete Fach­kräfte, die sich in spannenden Berufen für das Wohl der Gäste in Uri einsetzen.

Sie alle sind auf die eine oder andere Weise in der Tourismusbranche tätig: Melanie Arnold als lernende Köchin im Restaurant Alpina in Unterschächen, Michele Herger als Systemgastronomiefachfrau in der My Stop Gotthard Raststätte, Diana Mattli als Praktikantin bei der Uri Tourismus AG, Nadja Russi als Human Resources Coordinator bei The Chedi Andermatt sowie Carmen Bundi als Präsidentin Gastro Uri und Besitzerin des Hotels Central in Hospental und Walter Danioth als Mitglied von Andermatt Gotthard Hoteliers und Besitzer des Hotels Badus in Andermatt. Was denken Sie: Gibt es eine Gemeinsamkeit, eine Eigenschaft, die Sie alle miteinander verbindet? Diana Mattli: Das Wohl der Gäste liegt uns am Herzen. Zwar ­treten wir nicht alle direkt mit ihnen in Kontakt, doch trägt jeder von uns einen Teil zu einem gelungenen Aufenthalt bei – ob bereits vor dem Besuch, später im Hotel, im Restaurant oder bei Aktivitäten. Nadja Russi: Gemeinsam wird uns wohl auch die Freude am Kontakt mit anderen Menschen sein. In der Tourismusbranche gehört es einfach dazu, sich mit Menschen verschiedenster Kulturen und aus den unterschiedlichsten Ländern auseinanderzusetzen.

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Was braucht es ganz allgemein im Einsatz für die Gäste und ­deren Wünsche? Michele Herger: Das Wichtigste ist die Freude am Beruf. Wer seine Arbeit gerne ausübt, dem fällt es leichter, Verständnis und Geduld aufzubringen oder seine Hilfe anzubieten. Carmen Bundi: Ich finde Freundlichkeit und eine natürliche Herzlichkeit entscheidend. Ein «Grüezi» und eine nette Antwort ­gehören auch in hektischen Situationen auf jeden Fall dazu. Melanie Arnold: Das sehe ich genauso: Eine freundliche und o ­ ffene Ausstrahlung ist wichtig in unseren Berufen. Ausserdem sollte man den Ehrgeiz haben, die Wünsche der Gäste möglichst gut umzusetzen. Haben sich die Anforderungen an die Tourismusdienstleister in den letzten Jahren verändert? Was hat sich gewandelt? Carmen Bundi: Von den Dienstleistern wird heute sehr viel ­Flexibilität verlangt. Die Schwankungen in der Auslastung ­haben stark zugenommen. Darauf muss sich ein Betrieb einstellen und zum Beispiel die Personalplanung entsprechend anpassen. ­Flexibel müssen die Dienstleister auch im Umgang mit neuen


Technologien sein. Bei neuen Buchungsplattformen oder Zahlungsmethoden zum Beispiel kann man es sich nicht leisten, hinterher zu hinken. Walter Danioth: Dazu kommen die Kundenwünsche an sich; auch sie haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Ich weiss noch gut, wie zu Zeiten meines Vaters die meisten unserer Hotelgäste Halbpension gebucht haben. Heute wollen sie am Abend ausgehen, verschiedene Restaurants ausprobieren, allenfalls günstigere ­Optionen nutzen – ihre Reise eben nach ihren persönlichen Wünschen gestalten. Als Gastronom muss ich mich an den neuen ­Ansprüchen orientieren, ohne mich dabei völlig zu «verrenken». Den anspruchsvolleren Kundenwünschen steht eine Profes­ sionalisierung in der Branche gegenüber. Der Gastgeber von morgen ist bestens ausgebildet. Welche Berufe kann man denn heutzutage in der Gastronomie und Hotellerie erlernen? Carmen Bundi: In Uri werden Hotel-, Systemgastronomie- und ­Restaurationsfachfrauen und -männer, Köchinnen und Köche sowie Kauffrauen und -männer Hotel-Gastro-Tourismus ausgebildet. Obwohl heute ausschliesslich weibliche Nachwuchstalente bei dieser Gesprächsrunde mitmachen, gibt es natürlich in allen Berufen auch männliche Lernende oder Ausgebildete. Ab Sommer 2017 wird es zudem den neuen Lehrberuf Hotel-­ Kommunikationsfachfrau/-mann geben. Michele Herger: Sie fragen sich vielleicht, was eine Systemgas­­ tronomiefachfrau ist. Ich muss meinen Beruf häufig erklären. Systemgastronomiefachleute verarbeiten Produkte, veredeln, präsentieren und verkaufen sie. Auch für das Planen und Gestalten von Prozessen sind wir zuständig. Während meiner Lehre in

der Gotthard Raststätte konnte ich alle Fachbereiche kennen­ lernen: Küche, Buffet, Kasse und Büro. Und in der Berufsschule lernte ich, wie ein Betrieb aufgebaut ist, wie ein Team geführt wird. Auch Kommunikation, Verkaufspsychologie und die Bedeutung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit standen auf meinem Lehrplan. Melanie Arnold: Meinen Beruf kennt man zwar seit vielen Jahren. Veraltet ist er aber keinesfalls. In meiner Ausbildung zur Köchin lerne ich jeden Tag etwas Neues dazu und kann viel ausprobieren. Langweilig wird es nie. Das Zusammenarbeiten im Team macht mir Spass, und meine grösste Motivation ist es, wenn es den Gästen schmeckt und ich von ihnen gute Rückmeldungen erhalte. Walter Danioth: Auch ich habe über eine Lehre als Koch in die Gas­ t­ronomie und Hotellerie gefunden. Ich schätze den Beruf heute noch sehr. Es ist eine vielfältige und kreative Tätigkeit. Leider fehlen ­heute in Uri diese Fachkräfte immer mehr. Grund dafür werden wohl die Arbeitszeiten sein. Carmen Bundi: Ja, das stimmt. Es fehlen junge Köche – nicht nur in Uri, sondern in der ganzen Schweiz. Diesen Entwicklungen ­versucht Gastrosuisse, der Schweizer Arbeitgeberverband des Gastgewerbes, entgegenzuwirken. Aktuell wird zum Beispiel die Berufslehre des Kochs angepasst, um sie bei den jungen Leuten wieder attraktiver zu machen. Auch an den Fachhochschulen und Universitäten gibt es Ausbildungsmöglichkeiten im Tourismus. Was lernt man dort? Diana Mattli: Ich studierte nach einer handwerklichen Lehre und der Berufsmatura an der Hochschule Luzern Wirtschaft mit ­Vertiefung in Tourismus und Mobilität. Nach einem betriebs- und ­finanzwirtschaftlichen Basisstudium folgte die Spezialisierung

DIE GASTGEBER VON MORGEN … … sind gut ausgebildet und setzen sich wie Melanie Arnold, Diana Mattli, Nadja Russi und Michele Herger (v.l.) für das Wohl der Gäste ein.

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DIE ERFAHRENEN GASTRONOMEN … … Carmen Bundi und Walter Danioth engagieren sich auch in den Urner Berufsverbänden für die Zukunft des Gastgewerbes.

mit Themen wie Destinationsmanagement, Planung von An­ geboten sowie Nachhaltigkeit. Eine breit gefächerte Ausbildung, bei der ich sehr viel für mein Praktikum bei der Uri Tourismus AG lernen konnte. So helfe ich heute mit, die Ferienregion Uri zu vermarkten, erarbeite verschiedene Broschüren oder Inserate, ­stelle Kontakte zu Journalisten her und plane Auftritte an Messen. Bei mir ist jeder Arbeitstag von Neuem spannend. Die Tourismusbranche eignet sich aber auch bestens für ­berufliche Quereinsteiger. Nadja Russi: Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe meine ­Berufslehre als Kauffrau im EW Ursern absolviert. Nach der

Vielfältige Berufe mit guten Karrierechancen Vier Prozent aller Beschäftigten in der Schweiz, rund 200 000 Personen, kümmern sich in der Tourismus­ branche um die Wünsche und das Wohlbefinden von Reisenden und Feriengästen. In der Branche werden der Tourismus, die Hotellerie und Parahotellerie sowie Gastronomie, Erlebnisökonomie und Mobilität zusam­ mengefasst. Jährlich erwirtschaften die vielen verschie­ denen Akteure in dieser Branche rund 45 Milliarden Franken Umsatz. Gerade in den letzten Jahren sieht sich der Tourismus verstärkt mit Herausforderungen wie dem Preisdruck, den demografischen Veränderungen, der Digitalisierung und Individualisierung konfrontiert. Wer in der Branche Fuss fassen und erfolgreich sein will, muss sich heute schnell den sich wandelnden Kundenbe­ dürfnissen anpassen können. Darauf werden die Nach­ wuchstalente in Tourismus, Gastronomie und Hotellerie bereits in der Ausbildung vorbereitet.

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Die Wege zu einer Anstellung in der Branche führen über Berufslehren oder ein Studium an höheren Fachschulen und Hochschulen. «Während die verschiedenen Studien­ richtungen in den letzten Jahren grossen Zulauf unter anderem von Quereinsteigern erhalten haben, sind die Lehrstellen schwieriger zu besetzen», weiss Josef Renner. Der Berufs-, Studien- und Laufbahnberater erklärt sich dies vor allem durch die unregelmässigen Arbeitszeiten, die zum Beispiel der Beruf des Kochs mit sich bringt. Die Nachfrage nach diesen Fachkräften sei aber nach wie vor da, sagt Josef Renner, und betont die Entwicklungschan­ cen in diesen Berufen: «Die Karrieremöglichkeiten sind dank einer Palette an Weiterbildungen wirklich vielfältig. Schon früh kann man es im Tourismus auf Kaderpositio­ nen schaffen oder auch im Ausland erfolgreich arbeiten.»

­ e­rufsmatura konnte ich direkt bei The Chedi Andermatt als HuB man Resources Coordinator beginnen. Dabei kümmere ich mich um die Personaladministration. Ich erstelle unter anderem Arbeitsverträge, bin für Arbeitsbewilligungen zuständig, bereite alles für neu eintretende Mitarbeiter vor und heisse sie auch willkommen. Natürlich wäre es aber für meine heutige Tätigkeit ein Vorteil ­gewesen, wenn ich eine Hotelfachschule besucht und damit das nötige Fachwissen bereits mitgebracht hätte. Worin liegen die Vorteile von gut ausgebildeten Arbeitskräften im Tourismusbereich? Carmen Bundi: Das höchste Ziel sollte natürlich sein, dass man durch sie den Standard in der Urner Hotellerie und Gastronomie langfristig halten und sogar steigern kann. Mit einer soliden ­Berufslehre sind die jungen Leute gut gerüstet für eine allfällige spätere Selbstständigkeit. Ich würde mich sehr über noch mehr Erfolgsgeschichten von jungen Urnerinnen und Urnern in der Gastronomie oder Hotellerie freuen. Sie alle sind in Uri aufgewachsen und haben eine Chance erhalten, in ihrem Heimatkanton tätig zu sein. Was bedeutet das für Sie? Michele Herger: Mir gefällt die Arbeit in der Gastronomie, besonders die Vielseitigkeit und der Gästekontakt. Dass ich dieser ­Tätigkeit in Uri nachkommen kann, hat für mich den grossen Vorteil von einem kurzen Arbeitsweg. Das schätze ich sehr. Diana Mattli: Ich fühle mich mit dem Kanton Uri eng verbunden. Auch während des Studiums in Luzern habe ich lieber täglich den Weg von Spiringen nach Luzern und zurück auf mich genommen, als dass ich in die Stadt gezogen wäre. Dass ich nun eine Praktikumsstelle in meinem Heimatkanton gefunden habe, die auch noch zu meiner Ausbildung passt, macht mich sehr froh. Nadja Russi: Auch ich kann mich glücklich schätzen, eine Stelle in meinem Heimatdorf Andermatt gefunden zu haben. Ich freue mich, hier zu leben und nun auch arbeiten zu können. Dass ich sogar eine Anstellung bei The Chedi Andermatt erhalten habe, ist das Tüpfelchen auf dem i. Es ist spannend, die Entwicklung der Region Andermatt mitzuerleben. Melanie Arnold: Mir gefällt mein Lehrbetrieb und ich fühle mich hier sehr wohl. Leider kann ich jedoch am Abend nur nach ­Hause, wenn mich jemand um 21 Uhr abholt. Unter der Woche bleibe ich daher meistens in Unterschächen, in einem Zimmer, das mir eine Familie zur Verfügung stellt. Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Lehre den Kanton Uri zu verlassen und Saison­stellen in der Schweiz zu suchen. Dass ich danach wieder in einem Urner Betrieb arbeiten werde, möchte ich aber nicht ausschliessen.


In eigener

Sache Marketingmandat für die SkiArena Andermatt-­Sedrun

Hello & Goodbye Vom 1. Juli 2017 an hat die Uri Tourismus AG einen neuen Chef: Er heisst Michel Henry und ist gebürtiger Berner. Nach Jahren bei PR- und Werbeagenturen, bei einer Unter­ nehmensberatung sowie als Teilhaber und Geschäftsleitungsmitglied einer Marketingund Kommunikationsagentur in Zürich bringt er wertvolle Erfahrungen nach Uri mit. Michel Henry freut sich darauf, diese mit dem erfahrenen Team von Uri Tourismus zu teilen, um die Ferien- und Freizeitregion Uri gemeinsam mit den touristischen und politischen Partnern weiter zu entwickeln. Henrys Vorgängerin Martina Stadler nimmt als ­Direktorin der Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG eine neue Heraus­ forderung an. Seit 2013 hatte sie im Urner Tourismus viel bewegt. Der Verwaltungsrat der Uri Tourismus AG dankt Martina Stadler herzlich für ihr grosses, erfolgreiches Engagement und heisst gleichzeitig Michel Henry willkommen.

Die Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH (AUT) setzt ihr Know-how seit dem 1. Oktober 2016 im neuen Marketing­ mandat der Andermatt-Sedrun Sport AG ein: AUT ist zuständig für die Vermarktung der SkiArena Andermatt-Sedrun. Sie plant, führt und realisiert Marketingkampagnen, setzt diverse Werbemassnah­ men um und nimmt an Fachmessen teil. Weiter gehört der Unterhalt der Website www.skiarena.ch und der Social-MediaKanäle zum Auftrag, der zunächst für zwei Jahre gilt. Der Verkauf der Angebote und Dienstleistungen erfolgt zusammen mit den Leistungspartnern der Region ­A ndermatt-Sedrun. Dank dem ­neuen Mandat werden personelle Kapazitäten optimal gebündelt und die finanziellen Marketingmittel effizient für die Region eingesetzt.

Zmitzt z Ziiri Mitten in Zürich, beim Kaufhaus Globus an der welt­ berühmten Bahnhofstrasse, haben sich während der Vorweihnachtszeit die Ferienregionen Uri und Klewen­ alp präsentiert. Das gemütliche Holzhüttli lockte viele neugierige Passanten an: Sie durften Stiär Biär und Raclette vom Urnerboden degustieren oder versuch­ ten ihr Glück beim Adventskalender, wo es täglich Erlebnisse oder Produkte aus Uri zu gewinnen gab. Ein kulturelles Begleitprogramm sorgte zusätzlich für Gesprächsstoff. Das Projekt fand bei den involvierten ­Institutionen und Künstlern wie auch beim hoch erfreu­ ten Shoppingvolk von nah und fern viel Anklang und wird in den nächsten zwei Jahren fortgesetzt.

Zu Besuch in Egg Ende April stellte sich Uri zusammen mit Part­ nern der Region Klewenalp als Gastregion an der Gewerbe­ausstellung EGA’17 im Zürcher Oberland vor: Gross und Klein erfuhren in Egg viel Spannendes über das Handwerk, das Brauchtum und die Traditi­ onen aus Tells Heimat. Sommerliche und winterliche Tourismusangebote weckten das Interesse der Besucher. Dazu gab’s Urner Leckerbissen aus der «Lehnhof»-Küche. Und wer es wagte, konnte sich gleich vor Ort mit Tells Armbrust üben. Wetten, dass das Ferien- und Freizeitland Uri in Egg neue Fans gewonnen hat!

Neue Tourist Info ­Erstfeld Beim Bahnhof Erstfeld hat im März eine neue Tourist Info eröffnet, die das bisherige Neat-InfoCenter ersetzt. Sie fokussiert auf Erlebnisse rund um das Thema Bahn und ist der Treffpunkt für ­entsprechende F ­ ührungen wie zum Beispiel ins SBB-­Lokdepot, ins Er­ haltungs- und Interven­tionszentrum EIZ oder durch das Eisen­bahnerdorf Erstfeld. Auch der Start zum neuen Gotthard Tunnel-Erleb­ nis (www.tunnel-erlebnis.ch) erfolgt bei der Tourist Info Erstfeld. ­Zusätzlich gibt’s dort auch touristische Auskünfte und Angebote aller Art sowie den beliebten Ticket-Vorver­ kauf für kulturelle Veranstaltungen (Ticket Center Uri). Die Mitarbeiterinnen freuen sich auf viele Gäste von nah und fern! Die Tourist Info Erstfeld ist von DI bis SA  geöffnet und über Telefon 041 874 74 90 erreichbar.

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E S S I N B E r e L b R A E d n G u n R n E B ohne We Strahlender Sonnenschein, nur ein paar Schönwetterwolken am blauen Himmel und eine klare Sicht so weit das Auge reicht: Auf dem Clariden auf 3267 m ü. M. offenbart sich ein atemberaubendes Alpenpanorama – der Lohn für die Anstrengungen, die Alex Gisler mit seinen Gästen heute unternommen hat. Ruhig und ­sicher begleitete der Bergführer seine Gruppe auf dem rund fünf­ stündigen Aufstieg. Über Stock und Stein, zuletzt auch noch über vergletscherte, teils ausgesetzte und schneebedeckte Passagen hat er sie geführt. «Eine eher einfache Tour, die bisher wirklich problemlos verlaufen ist», resümiert der 44-jährige Schattdorfer auf dem Gipfel, jedoch mit Vorbehalt: «Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben; noch wartet der Abstieg auf uns.»

RUNDUM-SERVICE Vorausdenken wird bei Bergführern gross geschrieben. Das beginnt bereits lange vor dem Bergtag oder -wochenende. So behält Alex Gisler zum Beispiel das Wetter stets im Blick. Mit Karten und Alpinbüchern plant er die Route im Detail und tauscht sich mit anderen Bergführern aus. Bei mehrtägigen Touren fallen zudem die Reservation der Unterkunft und die Organisation der Anreise in sein Aufgabengebiet. Die gesammelten Informationen gibt der gelernte Tiefbauzeichner an seine Gäste weiter und empfiehlt ­ihnen, wie sie sich ausrüsten sollen. Ein Rundum-Service-Paket also, das er bietet. Und genau das sei es, was die meisten Gäste zu ihm bringe: «Sie wollen die Verantwortung für das Organisatorische abgeben und gleichzeitig auf unsere Erfahrung in Sachen Sicherheit am Berg zählen.» Um die Sicherheit ist Alex Gisler auch besorgt, wenn er am Abend vor der Tour seinen Rucksack packt.

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Neben Verpflegung und Wechselkleidung nimmt er auch einiges mit, um sich für den Notfall zu rüsten: Seil, Sicherungsmaterial, Satellitentelefon, Outdoor-Apotheke, Biwaksack, Kompass und Reparaturset zum Beispiel. «Das alles kommt aber nur ganz selten zum Einsatz», weiss der erfahrene Bergführer. «99 Prozent der Touren verlaufen dank guter Vorbereitung und richtiger Selbsteinschätzung der Gäste ohne Zwischenfälle.»

VIELSEITIGE URNER ALPEN Über 50 aktive Bergführer gibt es in Uri. Ihre Ausbildung holten sie sich in einem dreijährigen, berufsbegleitenden Kurs. Die meisten von ihnen sind nebenberuflich oder in ihrer Freizeit mit Gästen in den Bergen unterwegs. Nur ein paar wenige leben ausschliesslich von ihren Einsätzen als Bergführer. Zu ihnen gehört auch Alex Gisler, der 2011 die Bergschule Montanara übernommen hat. Mit seinem Team bietet er ein buntes Jahresprogramm an: Berg- und Hochtouren, Gletschertrekking, Kletter- und Alpinistenkurse im Sommer; Ski- und Schneeschuhtouren, Tiefschnee-, Eiskletterund Lawinenkurse im Winter. Hinzu kommen individuelle Events zum Beispiel für Firmen sowie Wander-, Ski- und Schneeschuhreisen nach Schweden, Marokko, Guatemala und Schottland. Rund 120 Tage im Jahr ist Alex Gisler mit Gästen in den Bergen unterwegs. Heute auf dem Clariden, morgen geht es nach einer Übernachtung in der Planurahütte weiter auf das Gross Schärhorn. In die Urner Alpen würde er seine Gäste am liebsten noch viel öfter führen. «Hier finden sich nämlich eine Menge spannende und abwechslungsreiche Touren», sagt Alex Gisler, und macht sich mit seinen vier ausgeruhten Gästen an den Abstieg in die Berghütte.


DAS WANDERN IST DES URNERS LUST

Die beliebteste Freizeitaktivität der Schweizerinnen und S­ chweizer ist das Wandern. Damit Einheimische sowie auswärtige Gäste ihr liebstes Hobby in Uri geniessen können, leisten Kanton, G ­ emeinden, ­Vereine, Zivilschutz und Privatpersonen grossen Einsatz: Sie ­halten die Wanderwege vom Talboden bis in die Berggipfel in ­tadellosem Zustand.

Vom Senior bis zum Schulkind – fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer wandert. Wandern ist somit noch weit vor dem Velofahren das landesweit beliebteste Hobby. Durchschnittlich unternimmt jeder Wanderer zwanzig Touren pro Jahr; ein Viertel der «Wandervögel» schnürt sich die Trekkingschuhe sogar einmal pro Woche. Rund drei Stunden ist der Freizeitsportler an einem Wandertag im Schnitt unterwegs. Es stehen ihm dafür in der Schweiz insgesamt 65 000 Kilometer Wanderwege zur Verfügung, flächendeckend von den Alpen und dem Jura bis in die Naherholungsgebiete der Städte. Die beliebtesten Ziele liegen dabei in der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Auch die Touristen wandern gerne. Gut 300 000 von ihnen sind jedes Jahr auf den Schweizer Wanderwegen anzutreffen. Wie die Einheimischen geben sie pro Wanderung im Schnitt 45 Franken für An- und Abreise sowie Verpflegung aus. Aufgerechnet generieren so alle wandernden Freizeitsportler in der Schweiz in einem Jahr 2,5 Milliarden Franken Umsatz. Eindrückliche Zahlen und Fakten. Doch was macht das Wandern überhaupt so beliebt? Das Geheimnis liegt in der guten Mischung – das hat eine Studie des Vereins Schweizer Wanderwege herausgefunden: Beim Wandern verbinden sich Bewegung und Gesundheitsbewusstsein mit Spass und Aktivität in der Natur. Was für die Schweiz insgesamt gilt, zählt auch für Uri: Die Urnerinnen und Urner wandern passioniert. Nicht weniger Leidenschaft als sie für die Bewältigung der Wanderrouten aufbringen, stecken sie in den Unterhalt des 1470 Kilometer langen Wanderwegnetzes in Uri. Zum Vergleich: Die Kantonsstrassen bringen es hier ­gerade

einmal auf 120 Kilometer. Der Grossteil der Wanderrouten, 1120 Kilometer, sind weiss-rot-weiss gekennzeichnete Bergwanderwege. Der Rest sind je zur Hälfte weiss-blau-weiss signalisierte Alpinund gelb ausgeschilderte Wanderwege. Sie alle führen über wunder­schöne Ebenen, durch wilde Seitentäler, hoch hinauf auf Alpenpässe und Berggipfel. Von der anspruchsvollen Hochalpintour bis zum familienfreundlichen Spaziergang ist alles zu finden.

SCHÖNE WANDERWEGE FORDERN EINSATZ Damit auf dem Urner Wanderwegnetz möglichst keine sperrigen Wurzelstöcke oder massive Gesteinsbrocken im Weg stehen, ­sorgen verschiedene Akteure: Auf den Hauptwanderwegen, die rund einen Viertel des Netzes ausmachen, ist der Kanton für den Unterhalt zuständig; auf den Nebenwanderwegen sind es die Gemeinden. Die kantonale Wander- und Bikefachstelle übernimmt die Koordination und wird vom Verein Urner Wanderwege unterstützt, der sich im Rahmen einer Leistungsvereinbarung um viele anfallende Arbeiten auf dem Hauptwanderwegnetz kümmert. Zwei bis drei Festangestellte beschäftigt der Verein dafür. Hinzu kommen nochmals so viele Zivildienstleistende und vierzig lokale Mitarbeitende, die für je einen Abschnitt auf dem Hauptwanderwegnetz zuständig sind. Sie laufen die Routen regelmässig ab, kontrollieren den Zustand von Brücken und Absturzsicherungen, kümmern sich im Frühling um die Installation der Wegweiser – 4500 sind es in Uri –, entlauben die Routen, schneiden Stauden zurück, mähen die Wege

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«GSUND UND ZWÄG » von Frühling bis Herbst bis zu viermal aus und sichern die Entwässerung. Und kurz bevor der Winter zurückkehrt, werden Signalisationen, kleinere Brücken und Befestigungen wieder abgebaut.

14 400 ARBEITSSTUNDEN Jeden Abschnitt auf dem Hauptwanderwegnetz bearbeiten die lokalen Mitarbeitenden also mehrmals jährlich. Dasselbe tun die Gemeinden auf den Nebenwanderwegen. 14 400 Arbeitsstunden sind dabei von allen Beteiligten 2016 zusammengekommen. Mehr als 1 Million Franken haben sie für den baulichen und betrieblichen Unterhalt der Urner Wanderwege investiert. Wo zusätzlich zum Unterhalt grössere Bauarbeiten anstehen, hilft der Zivilschutz mit jährlich bis zu fünf Einsätzen aus. So stehen für 2017 zum Beispiel die Instandsetzung des Schutzzauns beim Gartli in Bauen, der Ersatz des Holzbelags auf der Brücke Stärtenberg bei Isen­thal und Streckensanierungen von Sisikon bis Riemenstalden und in Gurtnellen von der Treschhütte bis zur Fellilücke für jeweils eine Zivilschutzgruppe an. Der Lohn für die gewaltigen Aufwände zugunsten des Urner Wanderwegnetzes sind zufriedene Wanderfans aus nah und fern. Sowohl bei der Wanderweg- und Bikefachstelle wie beim Verein Urner Wanderwege gehen nur höchst selten Reklamationen ein. Und so ganz nebenbei fördern attraktive Wander­routen auch das mentale und körperliche Wohbefinden

Der Verein Urner Wanderwege und die Gesundheitsförderung Uri möchten allen Interessierten die positiven Effekte des Wanderns näherbringen. Dazu laden sie zu geführten Wande­ rungen ein, die sich verschiedenen gesundheitlichen Themen widmen. Mehr Infos: www.urnerwanderwege.ch Wer sich ohne Wanderleitung oder Bergführer auf Wander­ schaft begibt, sollte seine Tour sorgfältig vorbereiten und seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen. Mehr Tipps zum sicheren Bergwandern: www.sicher-bergwandern.ch

der Urnerinnen und Urner. Wandern gilt zu Recht als Gesundheitssport schlechthin: Herz, Kreislauf, Immunsystem, Muskeln, Gelenke und Atemwege werden auf Wanderungen bestens trainiert. Bereits bei geringen Gehbewegungen nimmt zudem die Durchblutung des Gehirns zu. Und dies wiederum kann den kognitiven Leistungsabbau verlangsamen. Beim Wandern über längere Zeit produziert der Körper ausserdem Hormone und Botenstoffe, die Glücksgefühle auslösen sowie Antrieb und Motivation steigern. Nicht zuletzt hat alleine der Anblick einer natürlichen Landschaft mit ihren Farben und Formen bereits eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche, wie zahlreiche Studien belegen. Dem liebsten Hobby darf also gerne weiter gefrönt werden.

UNSERE LIEBLINGSORTE Auch für Urnerinnen und Urner gibt es in der Region noch ganz viel zu entdecken und das Unbekannte liegt oft überraschend nah. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Urner Tourismusorganisationen verraten, wo sie sich an einem freien Tag am liebsten aufhalten. Viel Spass beim Nachmachen!

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SEELISBERG – ALP WEID

LOLENPASS – UNTERALP

CLARIDEN-HÖHENWEG

SUNNIGGRAT

Mehrfach spektakuläre Seesich­ ten locken beim entspannten Ausflug zur Alp Weid oberhalb von Seelisberg. Bereits während der Luftseilbahnfahrt von der Talstation Brunni am Weg der Schweiz auf die Alp ist das Panorama imposant: Der Seelis­ bergersee zeigt sich in seiner vollen Pracht. Oben auf der Alp Weid angekommen, beeindruckt eine der wohl schönsten Aus­ sichten auf den Urnersee. Ein Abstecher in das heimelige Alpbeizli Weid rundet das ­gemütliche Bergerlebnis ab.

Eingebettet in die hochalpine Landschaft Uris und Graubün­ dens liegt der Lolenpass am Rande des Unteralptals. In der Nähe lockt im Sommer der Lolensee mit erfrischenden Abkühlungen sowie idealen Bedingungen für Fischerinnen und Fischer. Ausserdem emp­ fiehlt sich eine Wanderung zur bündnerischen Maighelshütte oder entlang der Unteralpreuss zur Vermigelhütte. Ein ganz besonderer Blickfang sind die urtümlichen Yaks, die auf der Unteralp grasen.

Der Clariden-Höhenweg beim Klausenpass bietet neben atemberaubendem Blick auf Bergketten und den Urnerbo­ den ein Highlight, das Jung und Alt in seinen Bann zieht: Rich­ tung Fisetenpass via Firnband führt der Wanderweg durch Gletschergeröll über den Fätschbach zum ClaridenGletscherseeli. Die Eisschollen des Gletschers brechen dort unterhalb der Clariden-Nord­ wand tosend ins klirrend kalte Wasser. Ein unvergessliches Erlebnis von Juli bis Oktober!

Der rund zweistündige Aufstieg zum Kreuz des Sunniggratgip­ fels auf 2033 m ü. M. wird mit einer perfekten Aussicht Rich­ tung Urner Reusstal, Oberland und Arnisee belohnt. An heissen Tagen kann man sich danach im kleinen Bergseeli abkühlen oder ein erfrischen­ des Getränk in der benachbar­ ten Sunniggrathütte geniessen. Nach dem Abstieg durch den Bergwald laden diverse Pick­ nickplätze und Feuerstellen rund um den Arnisee zum Verweilen ein.

Jasmin Schuler Uri Tourismus

Jacqueline Baumann Andermatt-Urserntal Tourismus

Marina Gisler Uri Tourismus

Jacqueline Russi Andermatt-Urserntal Tourismus


N H A B , F F I S H G C E S W R E MIT T N U S U B D N U

Uri liegt an wichtigen Transitrouten. Wer allerdings nur immer den schnellsten Weg nimmt, verpasst nicht nur schöne R ­ astmöglichkeiten, sondern auch attraktive Nebenrouten auf der Schiene, der Strasse oder dem See.

Seit jeher wird in Uri Verkehrsgeschichte geschrieben – und wir hören nicht auf damit. Man denke bloss an die Gotthardroute: Vor 1200 war das Urserntal und damit der Passübergang Richtung Süden fast abgeriegelt, da nur gefährliche Bergwege die Schöllenen überwanden. Mit den ersten Holzbrücken begann dann die 600-jährige Zeit des Saumverkehrs. Ab 1832 – mit der Eröffnung der Fahrstrasse von Göschenen nach Andermatt – lösten die Postkutschen die Säumerkolonnen ab. Wieder 50 Jahre später war der Gotthard-Eisenbahntunnel die grosse Neuigkeit. Und jetzt ist der Gotthard-Basistunnel in Betrieb! Nach 17 Jahren Bauzeit und 12 Milliarden Franken Baukosten beginnt die Verkehrszukunft wieder neu. Urnerinnen und Urner sind nun mit den schnellen Neat-­Zügen ab Flüelen innert kurzen 38 Minuten in Bellinzona.

Gleichzeitig ist auch die Sicherung der Gotthard-Bergstrecke ­lanciert. Nebst dem Grundangebot mit integralen stündlichen Verbindungen Richtung Süden, wird die Bergstrecke mit Spezialzügen belebt. Von Frühling bis Herbst etwa fahren der «Gotthard Panorama Express» und der «Gotthard Weekender». Hinzu kommen in der touristischen Hauptsaison direkte Verbindungen aus dem Schweizer Mittelland nach Göschenen sowie historische Extrazüge. Das Angebot auf der Berg- oder Panoramastrecke gilt es weiterhin zu pflegen und auszubauen. Dabei sind nicht nur die Behörden, sondern auch die touristischen Leistungsträger und alle Bürger gefordert. Erst wenn ein attraktives Angebot die Nachfrage weckt und steigert, entsteht auch nachhaltige Akzeptanz für die künftige Fortsetzung der wunderschönen Strecke durch den Urner Talboden, das Reusstal hinauf nach Göschenen und nach dem Tunnel weiter die Leventina hinab. Doch nicht nur das: Von Göschenen aus bringt die Matterhorn Gotthard Bahn Reisende nach Andermatt und weiter auf die Glacier-Express-Route. Und in Realp schliesslich steht von Juni bis Oktober fauchend die Dampfbahn Furka-Bergstrecke zur Abfahrt bereit. Sie bringt ihre Gäste über die Station Furka nach Oberwald im Wallis und wieder zurück. Ein unvergessliches Erlebnis mit viel nostalgischem Flair.

NEUE VERBINDUNGEN Der Gotthard-Basistunnel und die Bergstrecke sichern die gute Schienenverbindung nach Süden. Aber auch in alle anderen ­Nachbarkantone stehen moderne Transportmittel zur Verfügung. ­Gäste von auswärts staunen deshalb oft über die enorm vielfältigen Verkehrsmöglichkeiten im kleinen Kanton Uri. Auf den

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Strassen-Hauptachsen verkehren Busse und Postautos im Viertel- oder Halbstundentakt. Und für die Seitentäler besteht ein ausgeklügeltes Fahrplansystem, damit auch entferntere Haltestellen gut bedient sind. Die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs steigt mit einem kundenorientierten und zuverlässigen Angebot. Auf diese Ziele hin wird das Urner öV-Konzept weiterentwickelt. Eine wichtige ­Rolle spielt dabei der künftige Kantonsbahnhof in Altdorf als Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr auf der Schiene wie auch auf der Strasse. Ab 2021 werden Schnellbusse das Terminal westlich des Kantonsbahnhofs nutzen und von da schnell Richtung Norden gelangen. Ein grosser Renner sind die Schnellbusse bereits heute: Seit 2006 verkehrt der «Tellbus» zwischen Altdorf und Luzern – und dies so erfolgreich, dass das Angebot immer wieder mit neuen Kursen ergänzt wurde. Mittlerweile stehen wochentags zwölf und samstags drei Kurspaare zur Verfügung. Sie werden nicht nur von Pendlern, sondern auch von Ausflüglern gerne genutzt. Primär eine Pendlerlinie ist der «Winkelriedbus», der von Montag bis Freitag zwischen Stans und Altdorf verkehrt. Als touristisches Pendant am Wochenende ist seit Dezember 2016 der «Gotthard Riviera Express» unterwegs: Er hat in Flüelen Anschluss an die Neat-Züge und nimmt auf dem Rückweg Wanderer und Ausflüglerinnen mit Zielen in Ob- oder Nidwalden mit. Der «Gotthard Riviera Express» wird von PostAuto Zentralschweiz bedient und ist auch auf die InterRegio-Züge nach Engelberg und Luzern abgestimmt.

WEGE IN ALLE HIMMELSRICHTUNGEN Es gibt noch viele weitere PostAuto-Linien, die nebst Einheimischen vor allem Touristen ansprechen: Da sind die atemberaubenden Strecken über die Alpenpässe. In engen Kehren geht’s via Gotthard, Furka, Grimsel, Susten und Nufenen in die westlichen Nachbarkantone. Die Klausenpassstrecke nach Glarus ist strassenbaulich wohl schweizweit eines der spektakulärsten Beispiele – und mit dem PostAuto ein entspannter Genuss. Die Linie Flüelen– Altdorf–Isenthal wiederum dient sowohl den Isenthalern selber als auch Gästen von nah und fern. Die Haarnadelkurven über dem Urnersee und das Panorama sind immer wieder ein Erlebnis.

ES LÄCHELT DER SEE Der Urner- beziehungsweise Vierwaldstättersee ist ­übrigens nicht nur landschaftlich eine Besonderheit mit seinen teils fjordartigen Ufern. Er ist auch ein wichtiger Verkehrs­träger: Historische, aufwändig in Stand gehaltene Dampfschiffe und schnittige Motoryachten laden dazu ein, Frischluft und Sonnenschein zu tanken. Neben den Kursfahrten, die sich ideal mit einer Wanderung auf dem Weg der Schweiz verbinden lassen, gibt es verschiedene Themenangebote. Auch bei den Tickets gibt es übrigens verschiedene Varianten, wie etwa die Urnersee-Tages­karte, mit der sich alle Schiffsverbindungen sowie die Treib-Seelisberg-Bahn einen ganzen Tag lang für wenig Geld nutzen lassen. Informationen zu allen Erlebnis- und Reiseangeboten holt man sich übrigens am besten bei den beiden Tourismusorganisationen (www.uri.info, Telefon 041 874 80 00; www.andermatt.ch, Telefon 041 888 71 00).

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Auf der Schiene, auf der Strasse oder auf dem Wasser: Uri lässt sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut entdecken. Der Kanton ist zuständig für die strategische Planung sowie für die gesamte Abstimmung und Bestellung des öV-Angebots. Dabei ist eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen, der SBB und weiteren Partnern entscheidend. Der Fahrgast selber hinterfragt hingegen oft gar nicht, ob er sich nun gerade auf einer rein touristischen oder auf einer öV-Strecke befindet. Hauptsache, die Routenplanung macht Freude, der Fahrplan passt und die gewählten Verkehrsmittel bringen die Reisenden an viele schöne Orte zwischen Sisikon und Realp, zwischen Urnerboden und Seelisberg.

SEILBAHNEN MIT GEMEINSAMEN ZUKUNFTSPLÄNEN

Felix Muheim, Sie sind Verwaltungsratspräsident der Uri Tourismus AG und der Luftseilbahn Flüelen-Eggberge AG. Finden Sie auch, Uri sei ein Seilbahn-Eldorado? Ja, das dürfen wir wohl zu Recht behaupten. Mit derzeit 36 Seilbahnen – also eine pro 1000 Einwohner – nehmen wir landesweit einen Spitzenplatz ein. Seit den 1950er-­ Jahren pflegen wir diese wichtigen landwirtschaftlichen Erschliessungen. Seit vielen Jahrzehnten sind sie zudem touristisch sehr beliebt und interessant. Im Gegensatz zu Strassen bringen Luftseilbahnen (LSB) nämlich nicht Autos, sondern direkt die Gäste ins Berggebiet.

Wie funktioniert eigentlich die Preisgestaltung? Seilbahn­ billette sind ja recht unterschiedlich teuer. Die Preise beziehen sich auf die zurückgelegte Strecke beziehungsweise Höhenmeter sowie auf die Kabinengrösse. Relevant ist auch, ob eine LSB – wie Treib oder Haldi – als öffentliches Verkehrsmittel (öV) gilt und ob sie eine kantonale oder eidgenössische Konzession hat. Für Urner lohnt es sich immer, auch Saisonabos, Tarifverbund- oder Kombi-Billette und spezielle Aktionen zu beachten. 2016 wurde eine neue kantonale Seilbahnförderstrategie erarbeitet. Welche Bedeutung hat diese für den Tourismus? Ohne Fördermittel wären diverse LSB nicht überlebens­ fähig, denn bei vielen stehen aufwändige Neukonzessionie­ rungen und Ersatzinvestitionen an. Die Förderstrategie legt verbindlich fest, was und wie unterstützt werden kann. Bei den LSB im Urner Unterland steht der Aufbau einer gemeinsamen Betriebsorganisation an. Was will man erreichen? Dieses wichtige Kooperationsprojekt zielt auf eine verbesserte Zusammenarbeit der Seilbahnen in den fünf Bereichen Marketing/Verkauf, Finanzen, technische Leitung, Personal und Betriebsleitung. Wir sind in einem Team schon seit vier Jahren an der Arbeit für das Projekt. Man musste zuerst die Interessen erkennen und bündeln – jetzt arbeitet die Zeit für das Vorhaben: Für kleine wie für grosse LSB ist es zunehmend herausfordernd, allein den Spagat zwischen Service Public und rentablem Betrieb zu schaffen. Gemeinsam sind wir stärker und können viel professioneller arbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass bis in einem Jahr die gemeinsame Betriebsgesellschaft gegründet werden kann. Dies wird auch vom Kanton und vom Bund sehr begrüsst.


Engagement für

tolle urner erlebnisse

Tour» endet schliesslich mit einer Darbietung in einem Pub oder einer Bar in Andermatt. So unterschiedlich die Lokalitäten, so abwechslungsreich sind auch die Musikstile – für jeden Ge­ schmack soll etwas dabei sein.

Maggie Gnos www.unplugged-on-tour.com

Der Tourismus in Uri lebt von vielen einzel­ nen Macherinnen und Machern. Sie sorgen mit ­i hren Angeboten und Events für leuchtende Augen und lassen einheimische und auswärtige Gäste immer wieder von Neuem staunen.

– SBB Historic Team – Erstfeld Wir sind dafür verantwortlich, dass die historischen Bahnfahr­ zeuge der Stiftung SBB Historic in einem guten Zustand bleiben. Im Depot Erstfeld pflegen wir mit viel Freude historische Loko­ motiven und Wagen. Mir liegt es sehr am Herzen, ein Stück dieser Begeisterung weiterzugeben. Regelmässig führen wir daher öffentliche Fitness- oder Solo­ fahrten durch, um die Fahrzeuge in Stand zu halten und unsere Schätze zu präsentieren. Dane­ ben bieten wir Depotführungen und Spezialfahrten an. Zahl­ reiche Bahnfans und Fotografen finden ihren Weg zu uns. Nicht selten haben gestandene Männer am Ende des Tages Tränen der Freude in ihren Augen.

Charly Infanger www.historic-erstfeld.ch

– Wildbeobachtung – Vor rund zehn Jahren ist am Stammtisch die Idee entstanden, dass wir als einheimische Jäger unser einmaliges Jagdgebiet auch Touristen näherbringen möchten.

Seither führen wir im Sommer jeweils zwei Wildbeobachtungs­ touren durch. Frühmorgens um fünf Uhr geht’s bei der Mittelsta­ tion Luftseilbahn Attinghau­ sen-Brüsti los. Auf 1800 m ü. M. geniessen wir nach dem Aufstieg den Sonnenaufgang. Auch die Tiere sind dann bereits munter und haben sich noch nicht in ein kühlendes Versteck zurückgezo­ gen. Auf dem Wanderweg vom Brüsti über den Angistock bis hinauf zum Surenenpass entde­ cken wir Gämsen, Hirsche, ­Murmeltiere oder zum Beispiel die Steinbockkolonie «Surenen Pris» mit über 62 Steinböcken!

Karl Kempf www.uri.info/wildbeobachtung

Markus Fehlmann und Sanna Laurén www.uri.info/enjoyalphuetten

– Bikefestival Andermatt – Endlich ist es so weit: Das erste Bikefestival in Andermatt! Der Event ist einer der Highlights diesen Sommer und Teil unserer Radsportstrategie. Zur Optimie­ rung des Mountainbike- und Wanderangebots arbeiten wir zur Zeit intensiv an der Finalisierung des entsprechenden Master­ plans. Wanderer sowie Biker sollen in unserer wunderschö­ nen Region auf ihre Kosten kommen. Daher sind wir nun besonders stolz darauf, ein Rennen der Mountainbike-Renn­ serie Proffix Swiss Bike Cup 2017 durchführen zu können und den Profi Fabian Cancellara zu einer Zeitfahr-Challenge begrüssen zu dürfen. Wir freuen uns auf ein unvergessliches RadsportWochenende und hoffen damit das Interesse an unseren Visio­ nen weiter zu fördern.

Flurin Riedi www.andermatt.ch/bikefestival

– Unplugged on tour – In den 1960er- und 1970er-Jah­ ren war Andermatt weit herum bekannt für eine lebendige Livemusik-Szene. Gerne möchte ich diese musikalische Seite in der Ferienregion wieder aktivie­ ren. Von Dezember bis April organisiere ich daher alle zwei Wochen eine wechselnde Band, die jeweils an fünf verschiedenen Standorten zwischen Andermatt und Sedrun für unterhaltende Klänge sorgt. Gestartet wird mit unkomplizierten Performances auf der Skipiste, gefolgt von einem Auftritt am Après-Ski-­ Vergnügen und einem gemütli­ chen Konzert zum Abendessen im Restaurant. «Unplugged on

anderen Menschen zu teilen und dabei gleichzeitig einen Beitrag für einen nachhaltigen Tourismus als Wertschöpfung für die Region zu leisten. Bald können nun Gäste von nah und fern die Bergwelt geniessen und eine Auszeit vom stressigen Alltag nehmen. Wir sind sehr gespannt auf die ver­ schiedenen Besucherinnen und Besucher, die im kommenden Jahr auf unserem «Älpli» in den Urner Bergen einkehren werden.

– Alpenkranz 2.0 – Den Kanton Uri und seine imposante Bergwelt einmal umrunden – auf dem Fernwan­ derweg «Urner Alpenkranz» ist das möglich. Der Urner Alpen­ kranz führt von Hütte zu Hütte, von Berggasthaus zu Berggast­ haus und bietet alles, was das Wanderherz begehrt: von Trekking-Routen bis zu Bergtou­ ren in den Hochgebirgen. Wir wollen als Verein Urner Wander­ wege dem Alpenpfad wieder zur verdienten Bekanntheit verhelfen. Deshalb lancieren wir dieses Jahr den Urner Alpenkranz neu und durchwandern medial begleitet mit Gruppen aus der ganzen Schweiz sowie Uri verbundenen Prominenten alle Etappen. Wir freuen uns auf viele Wander­ freunde, die mit uns die Urner Bergwelt entdecken!

Hugo Forte www.alpenkranz.ch

IMPRESSUM

– Enjoy Alphüttli – Das Leben auf dem «Älpli» ist einmalig. Wir lieben die frische Luft, die idyllische Ruhe und die Abgeschiedenheit hier oben. Als Uri Tourismus uns anfragte, ob wir unser gemütliches «Bärghäi­ met» im Maderanertal als Ferien­ domizil vermieten möchten, mussten wir nicht lange überle­ gen. Es erscheint uns sinnvoll, einen solch schönen Ort mit

Herausgeber und ©: Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH und Uri Tourismus AG, 2017 Konzept, Gestaltung und Redaktion: baumann, fryberg, tarelli. Fotos: Andermatt-Urserntal ­Tourismus GmbH (Seite 10 und 13), Heinz Baumann (Seite 5, 9 und 16), Thilo Brunner (Seite 2–3), Alexander Dietz (Seite 6), Valentin Luthiger (Titelbild, Seite 4, 7, 8, 12, 14, 15 und 16), Angel Sanchez (Seite 3), Uri Tourismus AG (Seite 10 und 13)

TURIST – 2017  
TURIST – 2017  

Wissenswertes rund um den Urner Tourismus Herausgeber: Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH und Uri Tourismus AG

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