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Qualitäten und die Gestaltungsmerkmale der Stadt sehen und kennenzulernen. Dazu werden über die Volkshochschule Vorträge und Stadtspaziergänge angeboten. Ergänzend werden projektunabhängig von der Verwaltung öffentliche Veranstaltungen zu Einzelthemen und Projekten durchgeführt. Ziel ist es, für Themen der Innenstadtentwicklung zu interessieren und mit Stadtrundgängen und Diskussionsveranstaltungen für Fragen der Baukultur im Allgemeinen zu sensibilisieren. Parallel bestehen Informationsmöglichkeiten über eine aktuelle und umfassende Informationsplattform im Internet (www.biberach-riss.de), die einen digitalen Architekturführer beinhaltet.

9. Etablierte Wettbewerbskultur und Mut zu Verfahrensexperimenten Der Wettbewerb ist ein erprobtes Verfahren, um zum bestmöglichen Projekt zu kommen. Das Baudezernat organisiert städtebauliche Wettbewerbe, Architektur- und Ideenwettbewerbe nicht nur für kommunale Vorhaben, sondern empfiehlt auch privaten Bauherren bei mittleren und größeren Bauaufgaben eines der beiden Verfahren – klassischer Wettbewerb oder Mehrfachbeauftragung5 – zu wählen. Bei frühzeitiger Vorlage qualifizierter Projektvorschläge kann neuerdings jedoch mit Zustimmung des Gestaltungsbeirats auch darauf verzichtet werden. In Biberach gibt es zahlreiche innovative Projekte, interessante Bauten, hochwertig gestaltete öffentliche Räume und durchdachte, städtebauliche Planungen. Diese im Detail zu beschreiben würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen. Zudem sind viele Projekte auch schon in anderen Publikationen dargestellt worden. Auf zwei aktuelle Vorhaben möchten wir dennoch etwas detaillierter eingehen: die Siedlung Talfeld und das neue Jugendhaus. Bei beiden ist es die Experimentierfreude, neue Verfahren zu testen, die sie von anderen Bauprojekten unterscheiden. Bei der Siedlung Talfeld wurde u. a. durch die Organisation einer Architekturmesse versucht, die Qualität eines Einfamilienhausgebiets zu verbessern – es geht also um eine für ländliche Räume besonders häufige Bauaufgabe. Das Jugendhaus macht vor allem die gezielte Einbindung von Jugendlichen unter der Verwendung von Neuen Medien zu einem interessanten Experiment.

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Ab Mitte 2014 soll in der Architekturwerkstatt-Reihe zwei Wochen lang das „Alte Schuehaus“ mitten am Marktplatz wieder errichtet werden, das vom 15. bis zum 17. Jahrhundert dort stand. Die Installation im Maßstab 1:1 soll auf die einstige Enge und heutige Großzügigkeit des Platzes verweisen. Jugendliche, Auszubildende, Lehrende, Studierende, Kunstschaffende und Unternehmen sollen durch diverse Aktionen den Prozess unterstützen, um dadurch eine höhere Sensibilität für die Weiterentwicklung der Stadtgestalt zu bekommen.

Baukultur in ländlichen Räumen  

Perspektive statt Abgesang: Der ländliche Raum ist längst nicht mehr nur ein Raumtypus der Landwirtschaft, des Tourismus oder der Naherholun...

Baukultur in ländlichen Räumen  

Perspektive statt Abgesang: Der ländliche Raum ist längst nicht mehr nur ein Raumtypus der Landwirtschaft, des Tourismus oder der Naherholun...

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