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Bauhausfest Gelb gewinkelt 31 . 8 .– 1 . 9 . 2018 Bauhaus Dessau Programm

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Gelb gewinkelt Bauhaus­fest 2018

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Die Grundfarbe Gelb steht für Expansion, das Auflösen von Grenzen und gegen feste ­Formen. Die Idee des Winkels steht für Normierung, Struktur und Standardisierung. Unter dem Titel Gelb gewinkelt lädt das Bauhausfest 2018 s­ eine Besucher ein, Expansion und Standardisierung als künstlerisches Spannungsfeld zu erleben. Abweichung, Erweiterung, Verstärkung und Kompression – modulare Spielanordnungen aus Artistik, Theater, Musik, ­Installation und Performance vermischen sich zu einem zeitgenössischen künstlerischen Gesamtkunstwerk am, im und um das B ­ auhausgebäude ­herum.

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Außenbereich 1 Bauhausarena Sockelgeschoss 2 café-bistro 3 Nordkeller-Foyer Erdgeschoss 4 Aula 5 Mensa 6 designshop 7 Raum E.47

1. Obergeschoss 7 Raum 1.47 8 Raum 1.35 2. Obergeschoss 7 Raum 2.47 9 Raum 2.20 10 Raum 2.22 11 Glasraum 12 Brücke

Eintritt Bauhausgebäude 5,00 Euro (einmalig für beide Tage)


Freitag 19 : 00 – 23 : 00 Uhr Eröffnung mit Preview Samstag 19 : 00 – 2 : 00 Uhr Bauhausfest 21 : 00 – 21 : 30 Uhr Festumzug vom Theater zum Bauhaus


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Das Totale Tanz Theater Tänzerwesen undercover Fr, 19 : 15 Uhr Aula 6 6 > Seite 9


Erรถffnung

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Begrüßung Fr, 19 : 00 – 19 : 30 Uhr Aula Claudia Perren eröffnet das Bauhausfest 2018, Jan Tengeler spielt Didgeridoo und Kontrabass und die Tänzerwesen des Totalen Tanz Theaters performen auf der Bühne. Wisp-Kollektiv Leipzig – Listening Room Soundinstallation Fr, 20 : 00 Uhr Aula Repetitive, rhythmische Sinnesreize führen zu einem intensiven Klangerlebnis. Bühne und Zuschauerraum gehen mit Kompositionen aus Noise und Experimental ineinander über und lassen die Besucher in meditative musikalische Flächen und Linien eintauchen. Jacques Tati – Meister des Lachens ARTE-Filmvorführung Fr, 22 : 00 Uhr + Sa, 19 : 30 Uhr Aula Der französische Filmemacher und Regisseur ­Jacques Tati (1907 – 1982) ist berühmt für seine ­zivilkritischen und subtilen Komödien. Der Dokumentarfilm ist ein Konglomerat seiner filmischen Werke aus der Zeit der 1950er Jahre bis zu den ­Ölkrisen der 1970er Jahre. Dabei bewegt sich Tati mit seinen Momentaufnahmen in der Moderne und zeigt mit seinen ironischen Brechungen wie Standars aufgelöst und zugleich auch immer wieder neu aufgebaut werden. ARTE France 2014, 58 Min. 8


Das Totale Tanz Theater Die Tänzerwesen Fr, 19 : 15 Uhr | 21 : 30 Uhr Sa, 21 : 00 Uhr Aula Wer ist der Mensch im technisierten Zeit­alter, welche Rolle spielen er und die ihn umgebenden Maschinen? Fragen, zu denen schon vor 100 Jahren am historischen Bauhaus in der Bühnenwerkstatt künstlerisch geforscht und experimentiert wurde. Inspiriert von den Bühnenexperimenten Oskar Schlemmers und den Ideen zum Totaltheater von Walter ­Gropius, lässt die Virtual Reality-Installation Das Totale Tanz Theater die Verbindung analoger und digitaler ­Künste in der Beziehung Mensch-Maschine tänzerisch erfahrbar werden. Zum Bauhaus­fest 2018 treffen die virtuellen Tanzmaschinen nun erstmals auf die ­reale Welt. Die historische Bauhausbühne ist Schauplatz dieser Begegnung zwischen digital und analog. Die Virtual Reality-Installation hat ihre Premiere im Januar 2019 in Berlin im Rahmen der Festwoche Bauhaus100. Ein Projekt der Interactive Media Foundation und Filmtank, gefördert durch den Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes und das Medienboard Berlin Brandenburg. Konzept, Realisation: Interactive Media ­Foundation & Artificial Rome; Tänzerin: Claudia Ortiz

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Festumzug Sa, 1 . 9 . 2018 21 : 00 Uhr vom Anhaltischen Theater zum Bauhaus Anhaltisches Theater, ­Hochschule Anhalt, Stadt ­Dessau-Roßlau Gemeinsam lassen wir die ­Puppen tanzen, fordern alle auf: Folgen Sie Dreieck, Kreis und Quadrat und hören Sie genau zu! Wir starten mit dem Umzug unsere Reise zurück zum Aufbruch in die Moderne, begleitet von einer Klangperformance aus einer Vielzahl technischer Geräusche, deren Anzahl sich zu wissen lohnt.

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Bauhaus JazzSummit Sa, 22 : 30 Uhr Bauhausarena > Seite 15 12


Musik

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Wisp-Kollektiv Leipzig – Listening Room Soundinstallation Sa, 19 : 30 | 20 : 30 | 21 : 30 Uhr Aula Repetitive, rhythmische Sinnesreize führen zu einem intensiven Klangerlebnis. Bühne und Zuschauerraum gehen mit Kompositionen aus Noise und Experimental ineinander über und lassen die Besucher in meditative musikalische Flächen und Linien eintauchen. Junior Jazz Orchestra Big Band Jazz Sa, 21 : 30 | 23 : 00 Uhr Bauhausarena A. Duke Ellington und Glenn Miller, die Klassiker für die Big Bands sind mit dabei, wenn das Junior Jazz Orchestra der Musik­schule Kurt Weill spielt. Die ­Musiker sind zwischen 11 und 19 Jahre alt und beherrschen nicht nur das Repertoire der Big Band Klassiker, sondern verstehen sich auch auf Arrangements aktueller Chart-Songs. Free Elements Jazz, Pop, Weltmusik Sa, 22 : 00 Uhr Bauhausarena Jazz, Pop bis zur Weltmusik – ob es sich dabei um weite melodische Bögen oder packende Grooves handelt, bei Free Elements geht es immer um einen Freiraum für Improvisationen. So wird jedes Konzert zu einem nicht wiederholbaren Ereignis. Der Ort des Konzertes hat einen wesentlichen Einfluss auf das musikalische Geschehen. 14


Bauhaus JazzSummit Jazz Sa, 22 : 30 Uhr Bauhausarena Bis heute ist die experimentelle Bauhauskapelle legendär. In Vorbereitung auf das 100-jährige Bauhausjubiläum hat sich aus der Dessauer Musikszene ein Netzwerk entwickelt, dessen lokale Musiker ein großes Bühnenprogramm in Anlehnung an den Jazz der Bauhaus­ kapelle erarbeiten. Dabei jazzen sie auf selbstgebauten Instrumenten, die ­eigens für das Dessauer Junior Jazz ­Orchestra vom Berliner Festival für selbstgebaute Musik entworfen und gebaut worden sind und tragen Kostüme, in ­denen die Berliner Kostümbildnerin ­Esther Zahn Sound und Licht integriert hat, so dass die Grenzen fließend sind zwischen Körper, Material und Musik. Beim Bauhausfest 2018 spielt das ­Dessauer Netzwerk erste freie, experimentelle Stücke aus dem großen Programm für 2019. Die Netzwerker: das Gerold Heitbaum Quartett, die Free ­Elements und das J­ unior Jazz Orchestra. 15


Freddy Fischer Rock, Pop Sa, 22 : 00 Uhr café-bistro Es groovt, wenn Freddy Fischer und seine Cosmic Rocktime Band aufspielen. Lieder von Manfred Krug aus den 1970er Jahren, die selbst der DDR ­etwas Swing schenkten, wechseln sich ab mit der ­Glitzerwelt der Disco. Tanzen ist oberstes Gebot. Django Lassi Gypsy Swing, Clubbeats Sa, 22 : 30 Uhr Mensa Vom virtuosen Gypsy Swing und Balkanmusik mit Tango- und Flamenco-Elementen bis hin zu HipHop-Rhythmen mit fetten Clubbeats. Das Sextett Django Lassi fordert die Gypsy-Tradition immer wieder neu heraus und erweitert sie durch eigenwillige Interpretationen. Gelb gewinkelt – Rund gegroovt Elektronic Beats Fr, 21 : 00 Uhr Sa, 22 : 30 | 23 : 30 | 00 : 30 Uhr Nordkeller-Foyer Alex Gunia und Jan Tengeler vermessen das Foyer mit verschiedenen Instrumenten, Live-Samplings und elektronischen Beats. Kontemplative Momente, (bau)housige Beats und treibende Rhythmen bilden dabei einen stetigen Fluss. Klangfarben verändern sich mit den Instrumenten und mäandern durch den Raum, Puls und Atem werden spürbar. 16


Frequencies across the borders Trans Music Sa, 00 : 00 Uhr Aula Hip Hop, Urban Contemporary, Experimental Movement auf der Bühne fusionieren Tanz und Akustik zu einer experimentellen Klangperformance. Mit: E ­ llen Wolf und Helena Kate Amor (Tanz), Falk Röske (Hang, Percussion), Alejandro Blau (Didgeridoo), Jörg Naumann (Duduk, Saxophon, Bansuri), Jonas Wiese (Synthesizer) und Wisp-Kollektiv Gerold Heitbaum Quintett Jazz Sa, 00 : 00 Uhr Bauhausarena In Dessau sind sie längst bekannt für ihre eigenwilligen Coverversionen. Aus Pop machen sie Jazz, aus Rock machen sie Blues. Und trotzdem rocken sie. An diesem Abend erwartet Sie eine bunte ­Mischung von Otis Redding über Joe Zawinul bis hin zu Stevie Wonder und Led Zeppelin. Funk Feel Funk, Soul, Pop Sa, 00 : 00 Uhr café-bistro Eine Mischung aus Funk, Soul und Pop, mit Klassikern von Marvin Gaye, Amy W ­ inehouse und Stevie Wonder. Fesselnd, frisch und farbenreich – die ­dunkle Stimme von Christin Krause geht unter die Haut. Mit: V ­ alentin Stahl (Piano), René Kutschmann (Bass) und Friedemann Pruß (Schlagzeug) 17


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Illuminationen

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Licht-Räume-Bauhaus Fr + Sa Fassaden und Treppenhäuser Die Farbe Gelb ist es, mit welcher der Berliner Lichtgestalter Lothar ­Baumgarte das Bauhausgebäude und Atelierge­ bäude in einem Wechsel von Innen und Außen i­lluminiert. Die ­Besucher erwartet ein Spiel von Horizontalen und Vertikalen, fließendem Licht und s­ tarren Kanten, Dynamik und S ­ tatik.

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Motion Design Adobe Hidden Treasures Fr + Sa Nordwand Der Softwarehersteller Adobe aktualisiert mit seiner Reihe Hidden Treasures of Creativity historische Kunst- und ­Gestaltungsthemen im digitalen Kontext des 21. Jahrhunderts. Für Hidden Treasures Bauhaus Dessau haben internationale Masterstudenten der Typographie Schriftskizzen von Bauhäuslern in die digitale Welt der Systemschriften übersetzt. Ein Experiment, das als Versuchsanordnung ganz im Sinne des Bauhauses ist. Der Designer Sebastian Onufszak hat mit den fünf Schriften eine grafische Animation entworfen, die als Hommage an das Bauhaus zu verstehen ist. Nach Hamburg ist die Animation erstmals am Bauhaus Dessau zu ­sehen. adobe.com/go/bauhausdessau

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Labor der zukunftsorientierten Forschung zur Optimierung des Menschen Installation und Puppenspiel Fr, 20 : 30 | 21 : 30 Uhr Sa, 21 : 00 | 22 : 00 | 23 : 00 Uhr Glasraum, 2. OG > Seite 29 22


Installationen Performances

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Standard im Spannungsfeld von Material, Raum und Körper Interdisziplinäres Kooperationsprojekt Die Studierenden haben in interdisziplinären Teams aus den Bereichen Bühnenbild, Szenografie, Architektur, Urban Design, Choreographie, R ­ egie und Puppen­spiel sechs Projekte in der ­Auseinandersetzung mit dem Thema ­Standard entwickelt und realisiert. Kooperation mit: Masterstudiengang Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin mit dem ­Studiengang Architektur der TU Berlin, dem Studiengang für Zeitgenössisches Puppenspiel der HfS Ernst Busch Berlin und dem Master­ studiengang Choreographie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz ­Berlin (HZT Berlin) Dozenten: Claudia Rohner, F ­ ranziska Ritter, Prof. Ingo Reulecke, Prof. Astrid Griesbach

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Freischwinger 120 – Duett Bewegungsperformance Fr + Sa designshop und Nordraum, EG Ein Stuhl. Ein Mensch. Zusammen kreieren sie ein neues Verständnis voneinander – einen neuen Standard, bei dem Körper, Objekt, Architektur und Geometrie ineinander übergehen. Stuhl und Mensch benötigen einander. Sie sind aufeinander angewiesen. Aber tief im Inneren unterscheiden sie sich nicht, da beide eine Konstellation von Materie sind. Die Verflechtungen entwickeln sich durch Zeit und Verlangsamung von Bewegung. Langsam wird der Mensch mehr zum Stuhl und der Stuhl mehr zum Mensch, die Grenzen verschwimmen. Niels Weijer (HZT Berlin) Bubbles Installation und Performance Fr, 21 : 30 Uhr Sa, 21 : 30 | 23 : 30 Uhr Brücke, Treppenhaus, 1. OG Gelbe Bubbles im Treppenhaus. Im winkligen Weiß des Bauhauses, sich gegenüber und zwischen den Menschen. Betrachter werden mit Material und Substanz konfrontiert. Die Bubbles beeinflussen die ­Reaktion einer Person auf physischer und mentaler Ebene. Personen steigen in das Innere. Während des Aufenthalts benutzen die Bubbles verschiedene Gegenstände und ­Medien. Sie nehmen Kontakt zu sich, den M ­ enschen und der Architektur um sie herum auf. Konzeption und Performance: Malte Hirsbrunner (TU Berlin), Michiyasu Furutani (HZT Berlin) 25


StandART Installation und Performance Fr, 22 : 30 Uhr Sa, 21 : 30 | 22 : 30 | 00 : 30 Uhr Raum 2.20 Eine Arbeit über Konstruktion und Dekonstruktion, Raumordnungen, Raster und De-Standardisierung. Ein Experiment. Wir leben in einer standardisierten Welt. Alles um uns ist gut durchdacht, getan, genormt, hat sich e ­ iner seit langem etablierten standardisierten Maßnahme oder Methode bedient. ­Möbel, Werkzeuge, Fenster, Türen, Autos, Straßen, Städte…. Aber das bedeutet nicht, dass diese Dinge für und über den Zweck, für den sie gemacht sind, hinaus verwendet werden können. Das Neue bedeutet nicht, dass die Normen nicht eingehalten werden. Die Dinge, die wir verwenden, sind standardisiert, nicht die standardisierte Art der Verwendung. Idee, Szenografie: Mila Jovic (TU Berlin); ­Choreographie, Performance: Maria Rutanen (HZT Berlin), Marie Baumgarten (HfS Berlin Regie) Notation Interaktive Installation und Performance Fr + Sa Raum 2.20 Die Benennung, das Festhalten, symbolische Zeichen. Kommt und hinterlasst eure Spuren, kreiert eine Erinnerung. Kommt und teilt mit uns den Raum. Die interaktive Installation öffnet einen Raum, um Spuren zu hinterlassen und sie zu ­verschenken. Idee, Umsetzung: Linda Rodenheber (TU Berlin), Dina Sennhauser (HZT Berlin) 26


Temple of Sun Rauminstallation und Performance Fr, 20 : 00 | 21 : 00 | 22 : 00 Uhr Sa, 21 : 00 | 22 : 00 | 23 : 00 | 00 : 00 Uhr Raum 2.22 Der Sonnentempel war einer der heiligsten Orte in der prähispanischen Welt. Treten Sie ein in die mystische Atmosphäre voller goldener und gelber Farben, abstrakter Geometrie und Ritualen aus Musik und Tanz, bestimmt zur Verehrung der Sonne und des Lebens. „Der Häuptling Iraca bat Ramiri, zu den Höhen zu gehen, um der Welt den Trost des Lichts zu bringen. Er begann seinen Aufstieg in den Kosmos. Er kletterte, stieg auf die gewaltige Leere, die plötzlich zu einem leuchtenden Stern wurde, der mit seinen gleißenden Strahlen die Erde und die Menschheit erleuchtete. Er wurde zur Sonne! Die Menschen haben das Glück des Lichts vorher nicht erlebt. Das warme Gefühl auf der Haut. Das Wachsen der Blumen.“ Konzeption, Szenografie: Alejandra Alarcón, ­Hsin-Ying Ho (TU Berlin); Choreographie, Performance: Maria Rutanen, Marie Baumgarten (HfS Berlin Regie); Sound: Cecilia Gibson, Claudia Squella

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Narcissus Rauminstallation und Performance Fr, 20 : 30 | 21 : 30 Uhr Sa, 21 : 30 | 22 : 30 | 23 : 30 | 00 : 30 Uhr Raum 2.22 Ein klassisches Modell-Künstler-Szenario, übertragen in eine räumliche Performance mit überraschendem Ausgang, auf den Spuren von Architekt und Bauhäusler Ernst Neufert. Zwischen Alltag und Beruf, zwischen Wohnung und Betrieb – Tausende von Handlungen, Abläufen und Verhaltensweisen. Wie bewegen wir uns, wenn wir allein sind und wie, wenn wir um die Aufmerksamkeit Dritter wissen? Nutzen wir Routinen als Standards, die wir gar nicht mehr bemerken? Bewusst und unbewusst verfallen wir in Muster und unterliegen dabei Regeln, die wir uns selbst und andere für uns setzen. Wir definieren uns durch unsere Individualität – und sind doch längst vermessen, verglichen und standardisiert. Konzeption, Szenografie: Lisa Violetta Thürer (TU Berlin), Marie-Louise Leeck (TU Berlin); Choreographie, Performance: Jasminka Stenz (HZT B ­ erlin), Lisa Violetta Thürer und Marie-Louise ­Leeck

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Labor der zukunftsorientierten Forschung zur Optimierung des Menschen Installation und Puppenspiel Fr, 20 : 30 | 21 : 30 Uhr Sa, 21 : 00 | 22 : 00 | 23 : 00 Uhr Glasraum, 2. OG Schon Professor Neufert, Professor ­Gropius oder Professor Schlemmer wussten angesichts der heutigen technischen Fortschritte von den außerordentlichen Möglichkeiten, den Menschen zu bereichern. Wir laden Sie ein, in unserem L ­ abor spielerisch an der Steigerung der Leistungsfähigkeit des Menschen mitzuforschen. In einer Performance mit Puppe im Labor für zukunftsorientierte Forschung zur Optimierung des Menschen können Sie die neuesten Errungenschaften entdecken. Zwei Wissenschaftler und ein lebloses Wesen suchen unermüdlich nach ­neuen Standards, um die vorherrschende große Rückständigkeit zu überwinden. ­Erwecken wir gemeinsam den neuen Menschen zum Leben, führen wir ihn als Homo Digitalis in eine neue Epoche! Konzeption, Szenografie, P ­ erformance: Oliver Burkhardt (TU Berlin), M ­ aria Dietze (HfS Berlin Puppenspiel) 29


Brustwarzen Installation und Performance Fr, 19 : 45 | 21 : 00 Uhr Sa, 20 : 30 | 23 : 00 | 00 : 00 Uhr Raum 2.20 Die gelbe Farbe der Zitrone breitet sich aus und wird durch den sauren Geruch der Frucht jäh wieder zusammengezogen. Am Anfang ist Ordnung, dann kommt durch die passierenden Menschen eine ­Unordnung hinein, die zu einer sich ständig bewegenden Choreographie wird, bis zum Ende. Was ist Zeit? Unsere Zeitwahrnehmung ist genau wie die Ordnung der Zitronen ständig in Bewegung. Wir brauchen die Uhr, um genau im standardisierten Rhythmus zu bleiben, sonst fallen wir aus der Ordnung heraus. Jasminka Stenz (HZT Berlin) Vier Klafter Köpfe Performance Bauhausarena Die Theatergruppe Emily des Gymnasiums Philanthropinum Dessau legt lebende Köpfe in den Keller des Bauhauses; maulbeerenmundig in die weiß gewaschene Wirklichkeit; und spielt auch vor dem ­Keller mit den Verabredungen des Verstehens. ­Ordnung, weil alle Werte wanken? „Ferner ist natürlicherweise der Mittelpunkt des Körpers der Nabel“, sagt Vitruv. „O kla o auw“, klagt Hugo Ball. Leitung: Birgit Krüger; Idee: Thomas Altmann

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Vor dem Fest ! ! ! 27 . –  31 . 8 . 2018 14 : 00 – 18 : 00 Uhr Dessau Center in Gelb Ausstellung, Dekoration und Aktionen Mi, 29 . 8 . 2018 Ballonmodellieren gelber Tiere Do, 30 . 8 . 2018 Masken basteln unter künstlerischer ­Anleitung Fr, 31 . 8 . 2018  Käselochspiel, Smiley-Button malen und basteln mit Dessau Center Logo, 1,8 m hoher Oktaeder aus Pappe wird mit selbst gemalten Smileys beklebt Nach dem Fest ! ! ! Verkündung der Quiz-Gewinner 5  .  9  .  2018 (Vernissage Passagen) 15 Uhr Dessauer Rathaus Haben Sie die Geräusche aus der Klangperformance des Festumzugs am 1 . 9 . 2018 erkannt? Hier werden die ­Gewinner des Geräusche-Quiz verkündet. 31


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Ausstellungen

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Neue Standards Weißensee Kunsthochschule Berlin Raum 2.47 Wie können Oberflächen mit Schnittstellen ausgestattet werden, die auf ihre Umgebung reagieren? Kann die Kombination zweier uralter textiler Techniken unerwartete Möglichkeiten eröffnen? Und welche Chancen für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen ergeben sich, wenn wir das Denken in Materialkreisläufen in den gestalterischen Entwurfprozess gezielt miteinbeziehen? So überdenken die angehenden Designer die derzeitigen Standards in Bezug auf Konzept und Umgang mit Material sowie die Standards unserer Umgebung. Die Weißensee Kunsthochschule Berlin und insbesondere die Fachbereiche Textil- und Flächendesign und ProduktDesign zeigen zum diesjährigen­ ­Bauhaus­fest unter dem Titel Neue Standards ausgewählte Arbeiten aus den drei Semesterprojekten Sensory Interfaces, Textil Plus und Green Design 7.0 – Material Cycles. 34


Blowin in the Wind – klangerzeugende ­Strukturen Sensory Interfaces Raum 2.47 Speziell für das Bauhausfest 2018 wurde die ursprünglich auf Wind reagierende und klangerzeugende Fläche Blowin in the Wind modifiziert. Nun kann die Oberfläche haptisch erkundet werden und erzeugt dabei eine Symphonie aus synthetischen Klängen. Die entstehende Klanglandschaft ist ab­ hängig von Ort und Intensität der Berührungen. Umgesetzt wurde das Konzept in Gestalt einer an Kornfelder erinnernde Oberfläche aus elektrisch leitfähigen Materialstreifen die mit einem Micro­ controller verbunden sind. Berühren sich die Materialstreifen untereinander, entstehen elektrische Kontakte, die mit Hilfe eines entsprechenden Programms in Klänge umgewandelt werden. Gregory Krouse Dozenten: Prof. Dr. Zane Berzina, Christian Müller, Paula van Brummelen

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CMYK Textil Plus Raum 2.47 CMYK stellt eine Verbindung zwischen dem analogen Prozess des Webens und dem digitalen Prozess des computerbasierten Druckens her. Von der Datei zum Farbdruck – vom weißen Garn zum farbigen Gewebe. In der Ausführung wurde die traditionelle Ikattechnik umgesetzt, bei der das Garn vor dem Weben gefärbt und anschließend die Farbe durch den Webprozess fixiert wird. So entsteht eine handgewebte Darstellung in digitalem Erscheinungsbild. Dieses Projekt ist eine Kooperation mit dem Modedesigner Y. M. Adhimiharja. Joy Josephine Weinberger Dozenten: Christian Müller, Katrin Münzberg

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Green Design 7.0 – Material Cycles Raum 2.47 Unsere natürlichen fossilen Ressourcen wie Öl, ­Kohle, Erdgas, Metalle und Mineralien sind begrenzt, während der Druck auf die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe zunimmt. Wie können wir die Art und Weise ändern, wie wir Materialien entwerfen, produzieren, verwenden, konsumieren und entsorgen, um innerhalb unserer planetarischen Grenzen zu leben? Die Studierenden haben Strategien und ­Lösungsansätze für den Umgang mit ­Ressourcen und ein Denken in Materialkreisläufen in experimentellen Untersuchungen ­entwickelt. Dozenten: Prof. Dr. Zane Berzina, Prof. S ­ usanne Schwarz-Raacke, Prof. Heike S ­ elmer, ­Prof. Dr. Lucy Norris, Essi Johanna Glomb Epithel – eine Materialsynthese aus Austern und keramischem Bruch Green Design 7.0 – Material Cycles Raum 2.47 Tradierte Prozesse und die generative Technologie des 3D-Drucks im keramischen Kontext geben die Möglichkeit zur sinnvollen Wiederverwertung zweier Abfallstoffe: dem Kalk aus Austernschalen und keramischem Bruch. Im Verbund zeigen sie überraschende, farbliche und haptische Qualitäten. Muschelkalk ist Hauptbestandteil der Glasuren, die einen optischen Kontrast zu den aufgebauten Oberflächenstrukturen der gedruckten Materialsynthesis ergeben. Epithel hebt die Abfallmaterialien auf eine ästhetische Ebene und gibt ihnen die Chance einer zweiten, nachhaltigen Verwendung. Thalea Schmalenberg 37


Our Local Nettle – das lokale Superfood und wild wachsende Ressource für Textilien Green Design 7.0 – Material Cycles Raum 2.47 Our Local Nettle ist ein offenes, interaktives Labor, das sich den zahllosen Einsatzmöglichkeiten der Brennnessel widmet. Für viele nur ein Unkraut, ­bietet diese Superpflanze neben ihren legendären Qualitäten als Zellulosefaser für Textilien viele Nährwerte und besitzt Heilkräfte. Our Local Nettle interpretiert das Bild der Pflanze neu und motiviert uns dazu, die Brennnessel als lokale Ressource in den Alltag zu integrieren. Tau Pibernat Plasticula – Untersuchungen zur neuen Rolle von Insekten im Plastikzeitalter Green Design 7.0 – Material Cycles Raum 1.35 Wenn der Mehlwurm Styropor frisst, ist das eine perfekte Symbiose, in der der Wurm alle benötigten Nährstoffe aus Styropor gewinnt und ihn dabei in eine biologisch verwertbare Masse verwandelt. Gleichzeitig landet derselbe Wurm als hochwertige Proteinquelle heute schon auf den Tellern der Menschen. Doch was entsteht in seinem Lebenszyklus noch, wenn die Larven wachsen, sich verpuppen und zu Käfern werden? Plasticula widmet sich ­diesen Überbleibseln aus Chitin und zeigt auf, wie sie sich in neue Materialien verwandeln lassen. Den Hintergrund bildet die Transformation eines schädlichen Kunststoffs, der in neue nachhaltige Kreisläufe überführt und gleichzeitig aufgelöst wird. Jannis Kempkens 38


REwoodable – turning saw dust into new shapes Green Design 7.0 – Material Cycles Raum 2.47 Im Projekt REwoodable geht es um die Entwicklung eines frei formbaren Holzmaterials, das im Gegensatz zu den üblichen Holzverbundwerkstoffen ausschließlich aus Bestandteilen des Baumes besteht. Das sind zum einen Sägemehl und Holzspäne und zum anderen das bei der Papierherstellung abgeschiedene im Holz enthaltene Lignin. In Verbindung mit Lignin als Bindemittel entsteht ein ökologischer plastischer Werkstoff, der durch 3D-Druck oder Formpressen in jede Gestalt gebracht werden kann. Nicole Dietz, Esther Kaya Stögerer, Tilman Holz

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Farbe Gelb quia unum momentum Hochschule Anhalt Raum E.47 Raum 1.47 Die Studierenden des Masterstudiengangs Integrated Design (MAID) der Hochschule Anhalt am Fachbereich Design, lassen sich auf die Herausforderung ein, das Phänomen der Farbe Gelb mit einem Formungsprozess zu erschließen, zu verbinden oder auch in Konfrontation zu gehen. Gewohnte Sichtweisen, Blickwinkel und Raum­ konstellationen werden physisch oder virtuell, mit Material oder Licht durchdrungen, gespalten, verwirbelt, gemischt und verzerrt. Was bleibt, was wird - der Betrachter lässt sich jeweils auf eine kleine Reise ein, eine Exkursion aus der gewohnten Wahrnehmung. Dozent: Prof. Uwe Gellert

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Bauhaus Lab 2018: Die Kunst des Fügens. Entwurf einer universellen Verbindung Stiftung Bauhaus Dessau Brücke, 2. OG Kann eine universelle Systemarchitektur die Schwerkraft des Gebauten über­ winden? Konrad Wachsmanns Universalknoten, ein metallenes Verbindungsstück zur Konstruktion von Fertig­häusern, wurde im Schatten des Weltkriegs erfunden und 1941 erstmals im, gemeinsam mit Walter Gropius ent­ wickelten, General Panel System angewandt. Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse des dreimonatigen Bauhaus Labs der Stiftung Bauhaus Dessau, in dem acht junge internationale Gestalter, ­Kuratoren und Wissenschaftler den ­Universalknoten als Grundlage eines ­industrialisierten Bausystems erforschten.

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Wir danken

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Programmpartner

Spender

Hochschule Anhalt, Fachbereich Design, Prof. Uwe Gellert

Karl-Heinz Heise ­Stiftung

Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, ­Berlin, Prof. Astrid Griesbach Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin, Prof. Ingo Reulecke Technische Universität Berlin, Bühnenbild_­ Szenischer Raum, ­Studiengangsleitung: Prof. Kerstin Laube; Dozentinnen: Claudia Rohner, Franziska Ritter weißensee kunsthochschule berlin, Prof. Dr. Zane Berzina, Paula van Brummelen Anhaltisches Theater Dessau Musikschule „Kurt Weill“ Dessau-Roßlau Stadt Dessau-Roßlau ARTE

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designshop bauhaus dessau MCS Sachsen-Anhalt Radisson Blu Fürst Leopold Hotel AHLSA GmbH café-bistro im bauhaus Limbach GmbH Heima Menü GmbH


Sponsoren

Impressum Bauhausfest 2018 Herausgeber Stiftung Bauhaus Dessau Dr. Claudia Perren Konzept und Projektleitung Burghard Duhm Team Sebastian Czerny, Silvia Gildner, Christin Irrgang, Marietheres Bittner Programmheft Redaktion: Helga Huskamp, Sonja Vogel; Satz: Yvonne Tenschert Druck MUNDSCHENK Druck + Medien, Wittenberg Alle Zeiten vorbehaltlich. Kurzfristige Änderungen möglich. Die Stiftung Bauhaus Dessau verwendet die männliche Substantivform im Plural als geschlechtsneutrale Formulierung. Gemeint sind immer alle Geschlechtsidentitäten. Bildnachweis Cover ) Videoprojektion am Atelier­ ge­bäude des Bauhauses Dessau von URBANSCREEN, 2009 / Stiftung­Bauhaus Dessau, Foto: Doreen Ritzau S. 6 ) Totales Tanz Theater, 2018/ © Artificial Rome, Interactive Media Foundation

Institutionelle Förderer

S. 10 + 18 ) Farbfest am Bauhaus Dessau, 2007 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Sebastian Gündel S. 12 ) Selbstgebaute Instrumente, 2018/ Kollegen 2, 3, Foto: Hajo ­Toppius S. 22 ) pixabay.com / Foto: andreas160578 S. 32 ) Joy Josephine Weinberger, CMYK, weißensee kunsthochschule berlin, 2018 / Foto: Joy Josephine Weinberger S. 43 ) Bauhausfest 2014 / Foto: Georg Schatz

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­Informationen

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Eintritt / Tickets

designshop

Das Bauhausfest findet sowohl im Außenbereich als auch im Bauhausgebäude selbst statt. Alle Angebote im Außenbereich sind kostenfrei zugänglich, für die künstlerischen Arbeiten und die Musikprogramme im Bauhausgebäude wird ein Eintritt von 5,– € pro Besucher erhoben. Bis 18 Jahre Eintritt frei.

Der designshop im ­Bauhausgebäude ist zum ­Bauhausfest bis Fr, 00 : 00 Uhr und Sa, 2 : 00 Uhr geöffnet.

Tickets können im Vorverkauf im designshop (täglich 10 : 00 – 17 : 30 Uhr) oder an der Abendkasse vor Ort e ­ rworben werden. Gastronomie An beiden Festabenden bieten unsere Partner aus der Gastronomie ein breites Angebot an Speisen und Getränken an. So ist das café-bistro im Sockelgeschoss des Bauhauses geöffnet und im ­Außenbereich befinden sich zahlreiche ­Gastronomiestände.

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Toiletten Im Außenbereich befinden sich am Rande des Parkplatzes Mobile ­Toiletten. Im Gebäude selbst sind ebenfalls Toiletten zugänglich. Barrierefreiheit Aufgrund der historischen Bausubstanz ist das Bauhausgebäude leider nicht unmittelbar barrierefrei zugänglich. Ein Besuch ist aber über die Nutzung des Lastenaufzuges möglich und wir sind gern bei individuellen Lösungen behilflich. Ein Rollstuhl steht zur Verfügung.


Theater Open Air Festumzug Musik Illuminationen Installationen Performances Ausstellungen

bauhaus -dessau.de

Bauhausfest 2018 Programm  
Bauhausfest 2018 Programm  
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