Bauhausfest 2017 Programm

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Bauhausfest Bunt! Material Illusion 1 . – 2 . 9 . 2017 Bauhaus Dessau Programm


Bunt! Material Illusion Das Bauhaus­fest 2017


Das Bauhaus ist bis heute für seinen experimentellen Umgang mit Material bekannt. Hier flogen die Späne, es wurde gekleckst, versucht und verworfen. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei immer auch das Material, das Objekt – nicht mehr bloß ­Träger einer Funktion, sondern auch Initiator von Wirkung. Am radikalsten wurde das ­traditionelle Verhältnis von Objekt, Material und Mensch in der Bühnenwerkstatt und den Medien­experimenten auf den Kopf ­gestellt. Das Bauhausfest rückt zu seinem 20. Jubiläum die Buntheit der Dinge über­raschend in unser Blickfeld. Ausgeleuchtet, in Bewegung versetzt und zum Akteur gemacht entfalten sie sich vor uns: Architektur wird hörbar, Material tanzbar, Wände durch­ lässig, Schrott zu Musik, der Mensch zum Objekt. In Spielräumen und Inszenierungen wird das Jahresthema der Stiftung ­Bauhaus Dessau Substanz neu um­gesetzt. So ­entsteht auf dem Bauhausfest über zwei Abende in zeitgenössischen Interpretationen von Artistik, Musik und Performance ein Gesamtkunstwerk.


Freitag Eröffnung mit Preview 19 : 00 – 23 : 00 Uhr Samstag Bauhausfest 19 : 00 – 1 : 00 Uhr Eintritt Bauhausgebäude 5 Euro (einmalig für beide Tage) Barrierefreiheit Aufgrund der historischen Bau­ sub­stanz ist das Bauhausgebäude leider nur beschränkt barrierefrei zugänglich. Alle Zeiten vorbehaltlich. Kurzfristige Änderungen möglich.


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außen 1 ) Bauhausarena Sockelgeschoss 2 ) café-bistro im bauhaus 3 ) Sockelgeschoss im Nordflügel Erdgeschoss 4 ) Aula 5 ) Mensa 6 ) Raum E.47 1. Obergeschoss 6 ) Raum 1.47 2. Obergeschoss 7 ) Raum 2.20 8 ) Raum 2.22 9 ) Raum 2.30 6 ) Raum 2.47 10 ) Glasraum 11 ) Brücke

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Erรถffnung


Stefan Sing, Jongleur und Artist Auszüge aus „ENTROPÍA” Fr, 19 : 00 + 20 : 30 Uhr Aula Stefan Sing wachsen die Bälle über den Kopf – und hin und wieder verharren sie dort. Geht man von „A“ nach „B“ besser über „Z“? ENTROPÍA ist ein virtuoses, minimalistisches, ekstatisches, metaphorisches Jonglier-Solo über die Unumkehrbarkeit der Dinge, von einem der besten zeitgenössischen Jongleure. Begrüßung und Einführung Fr, 19 : 15 Uhr Aula Mit Dr. Claudia Perren, Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau, Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Peter Kuras, Oberbürgermeister der Stadt Dessau-­ Roßlau, Prof. Dr. Zane Berzina, weißensee kunsthochschule berlin sowie Burghard Duhm, Kurator Bauhausfest, Stiftung Bauhaus Dessau, der eine kurze Einführung zum Fest gibt.


„Bauhaus – Modell und Mythos“ ARTE-Filmvorführung mit Einführung Fr, 21 : 15 Uhr Sa, 19 : 00 Uhr Aula Das Bauhaus gilt als Urzelle von moderner ­Architektur und Design. Die Filmemacher Niels ­Bolbrinker und Kerstin Stutterheim zeichnen diese ­Geschichte kritisch nach – vom revolutionären Aufbruch nach dem Ersten Weltkrieg über die Auflösung und Emigration, bis zur beruflichen Weiterreise und der Verstrickung einiger Bauhäusler in den Nationalsozialismus. Der Film verwebt Erinnerungen von Bauhausstudenten mit Archivmaterial, in dem auch die Bauhausmeister zu Wort k­ ommen. Niels Bolbrinker gibt an beiden Abenden eine ­Einführung zum Film. Bauhaus – Modell und Mythos Kerstin Stutterheim, Niels Bolbrinker ARTE 1998 / 2009, 104 Min.



Festumzug vom Anhaltischen Theater zum Bauhaus Sa, 2 . 9 . 2017 ca. 21 : 00 Uhr am Friedensplatz Gemeinsam ziehen wir mit allen Dessauern vom ­Anhaltischen Theater zum Bauhaus. Das J­ unior Jazz Orchestra gibt den Rhythmus vor, die Bauhausmeister kommen zu Wort und Farbe, F ­ arbe, Farbe wird zu s­ ehen sein. Bunt ist das M ­ otto.



Musik


Puppe’n Mucke Fr, 20 : 00 + 21 : 00 Uhr Sa, 22 : 30 + 23 : 30 + 00 : 30 Uhr Bauhausarena Puppe‘n Mucke sind eine Berliner Band – und ein Kunst-Projekt. Gegründet von Musiker Raving Mad Carlos und der Künstlerin SHOXXX spielen sie seit 2013 in ihren bunten Japan-Comic-Kostümen ­t­rashigen Elektro-Rock. So außergewöhnlich wie die von SHOXXX designten Bühnenoutfits ist ihr Sound: Sie mixen elektronische Beats mit Melodica-, Bongo- und Gitarrensounds, oft ergänzt durch Gastmusiker und Künstler. So ist jeder Auftritt ein buntes und unvorhersehbares Spektakel. Puppe‘n Mucke, das sind Luca aka FlussPluss – Luca Andriola, Raving Mad Carlos – Carlos S ­ zappanos und SHOXXX – Akiko Matsuura. Jazzfeel feat. Christin Krause After-Show-Party Fr, 22 : 30 Uhr café-bistro im bauhaus Die Dessauer Formation Jazzfeel klingt immer anders. Durch wechselnde Besetzungen entstehen unterschiedliche Stimmungen und Räume für die Improvisation. Zum Bauhausfest spielen René ­Kutschmann am Kontrabass, der Schlagzeuger ­Thomas Rüdiger (l’arc six) und der Pianist Valentin Stahl. Die Berliner Sängerin Christin Krause besticht durch ihre außergewöhnliche Stimme und verschiedene Stilrichtungen. In diesem Jahr gibt es erstmals eine After-Show-Party, auf der sich Akteure und Gäste begegnen können.


Junior Jazz Orchestra Dessau Sa, 21 : 30 + 23 : 00 + 00 : 00 Uhr Bauhausarena Das Junior Jazz Orchestra Dessau ist die Bigband der Musikschule „Kurt Weill“ Dessau-Roßlau und besteht in seiner heutigen Form seit 2014. Seither grooven die Mitglieder einmal wöchentlich. 2015 gewannen sie auf dem Mitteldeutschen Bigband­ treffen als Sonderpreis der Stadt Reichenbach ein Coaching mit Rolf von Nordenskjöld. Im März 2017 gestaltete das Orchester beim Kurt-Weill-Fest mit Nils Landgren und der Uni-Bigband Halle Konzerte in Dessau und Halle. Die Leitung hat Lea Aimée Sophie Tullenaar. Wir danken den DVV Stadtwerken Dessau für Ihre Unterstützung. Gerold Heitbaum Quintett Jazz meets Rock & Soul Sa, 22 : 00 Uhr café-bistro im bauhaus Schluss mit Schubladendenken! Die Musiker des Gerold Heitbaum Quintetts sind Grenzgänger. In Dessau sind sie längst bekannt für ihre eigenwilligen Coverversionen. Aus Pop machen sie Jazz, aus Rock machen sie Blues. Und trotzdem rocken sie. Das Gerold Heitbaum Quintett, das sind Band-Gründer Gerold Heitbaum, Bassist Conrad Steinhoff, Schlagzeuger Markus Lämmel, Saxofonist Bendix Maeder und Sängerin Birgit Blumstein.


DJ-Duo Vyce Blank Sa, 22 : 00 + 00 : 30 Uhr Aula Lutz Büttner und Yakob Willmington-Lu sind ein junges und engagiertes DJ-Duo. Die Schüler des Dessauer Walter-Gropius-Gymnasiums legen ­Big-Room, Trap & Hip Hop auf und erweitern zum ­Bauhausfest ihr Repertoire um Fest House und ­Minimal Techno. Her Golden Whip Klezmer-Ska aus Berlin Sa, 23 : 00 Uhr Mensa Die sechs internationalen Musiker spielen eigene Kompositionen, geprägt von Klezmer, Ska, Rock und Volksmusik aus der ganzen Welt. Trompete und Saxophon sorgen für einen treibenden BalkanGroove, E-Gitarre und Bass für einen punkigen Rock-Beat. Seit 2013 hat die Band zwei EPs ­herausgebracht und tourte durch Europa. Letztes Jahr erschien ihre erste LP „At the Eastern Fair“, ­finanziert durch Crowdfunding. Wenn Her Golden Whip aufspielt, dauert es nicht lange bis die Stimmung kocht. Die Lieder über Liebe, das Leben in Berlin, Ungerechtigkeit und Glück bringen das ­Publikum zum Tanzen. Prepare to get whipped!


Troiika Live Set Sa, 23 : 30 Uhr café-bistro im bauhaus Troiika (‚Trio‘) wurde 2015 von drei Berliner Musikern gestartet. Die Musiker kommen aus unterschiedlichen Kulturen und haben alle eine Vorliebe für Dance Floor-Musik. So unterschiedlich wie die Künstler sind die Tunes, geprägt von musikalischen Einflüssen aus aller Welt.



Installationen Performances Illuminationen


Pure Light – Reines Licht Lichtinstallation Fassade Bauhausgebäude Spot an! Hier ist das Bauhaus­gebäude! Durch ein ­System aus Spiegeln und Scheinwerfern tasten Licht­strahlen die Sichtachsen neu ab und durchkreuzen die Architektur. Gebündelt fallen sie in Prismen oder werfen farbige Regen­ bogen auf die weißen Fassaden. Durch die Beleuchtung werden die ­Wände transparent – denn die I­­nnenräume werden durch die Fenster, von den ­Balkonen oder gegenüberliegenden Gebäude­teilen beleuchtet. Martin Beeretz


Bauhausarena vor dem Bauhaus Das Riesendingsbums 32TC-AODT-PAR2 played by Puppe‘n Mucke Musik-Performance mit Rieseninstrument Fr + Sa Es ist ein Gebilde in Bewegung, ein Sammelsurium aus Holz, Farben und Formen: Wird ein Element ersetzt, ändert sich auch die Interaktion der ­Musiker. Gespielt wird das Rieseninstrument vom Kunst- und Musikkollektiv Puppe‘n Mucke aus ­Berlin. Mit elektronischen J­ ­apan-Beats und ge­ kleidet in schräge Comic-Kostüme der Künstlerin SHOXXX wird der Auftritt zum ­Spektakel. Projekt: Kollegen 2,3 und Antje Økles. Puppe‘n Mucke: Luca Andriola, Carlos Szappanos, Akiko Matsuura. Met[(a)morphose] Performance Fr, 21 : 30 Uhr Sa, 22 : 00 + 23 : 00 + 00 : 00 Uhr Humorvoll nähert sich die Performance den Material­tänzen Oskar Schlemmers. Im Spannungsfeld von Körper, Bewegung und Raum entsteht ein sinnlich-haptisches Kostüm. Es wird aus Zuckerwatte gesponnen. Für die ersten Besucher gibt es kostenlose Zuckerwatte. Idee, Szenografie: Ting-Yi Lin, Greta Wolf-­ Rosenbaum (TU Berlin); Performance: Saori Hala (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin)


Das Neuere Testament Eine Huldigung der Gegenwart Szenisch-musikalische Prozession Fr, 20 : 30 + 22 : 00 Uhr Sa, 21 : 00 + 00 : 30 Uhr 1 . ) Finden Sie sich pünktlich am Eingang des Treppen­hauses Nord ein. Warten Sie dort auf die Priester der Gegenwart. 2 . ) Folgen Sie ausschließlich den Priestern der Gegenwart – h ­ ören Sie nicht auf, ihnen zu folgen, bis Sie von ihnen ein Zeichen bekommen, das sie aus Ihrer Pflicht entlässt. 3 . ) Konzentrieren Sie sich auf die von den Priestern der Gegenwart gehuldigten Objekte – sie allein sollen im Mittelpunkt Ihrer Aufmerk­ samkeit stehen. 4 . ) Fühlen Sie sich eingeladen, die Priester der Gegenwart in i­hrer Tätigkeit zu ­unterstützen. 5 . ) Zu Risiken und Nebenwirkungen zögern Sie nicht, die Priester der Gegenwart zu befragen. Idee, Regie, Performance: Olga Hohmann (HfS Ernst Busch Berlin); Szenografie, Kostüm, Performance: Lukas Kesler (TU Berlin); Musik: Stefan Paul Goetsch Szenografische Substanz 8 Projekte des Masterstudiengangs Bühnenbild_ Szenischer Raum der TU Berlin In interdisziplinären Teams haben Studierende des weiterbildenden Masterstudiengangs Bühnenbild_ Szenischer Raum der TU Berlin unter Leitung der Dozentinnen Claudia Rohner und Franziska Ritter acht szenografische Projekte entwickelt und realisiert. In Performances, Installationen und Spiel­ räumen wird das Jahresthema Substanz inszeniert und die Experimente der historischen Bauhausbühne im Spannungsfeld zwischen Material, Raum und Objekt neu interpretiert.


Substanz ist überall – Verbindungen Knüpfen Installative Performance Fassade Werkstattflügel Körper sind Substanz, doch auch der Raum zwischen ihnen ist substanziell. Die Performance ­erforscht, welche Spuren Bewegung im Dialog mit Architektur hinterlässt. Der P ­ erformer wird eins mit der Glasfassade, einem Sinnbild der Bauhaus­ ideen. Idee, Szenografie: Anne-Laure Jullian de la F ­ uente (TU Berlin) und Cox A ­ hlers (Initiative Neuer Zirkus e. V.); Kostüm: Anja Wolf; P ­ erformer: Initiative Neuer Zirkus e. V., Artistenschule Die Etage


Im Bauhausgebäude Erdgeschoss / Sockelgeschoss Vorher – Hinterher Raum E.47 Farben in Bewegung. Material in Bewegung. Real – imaginär. Vorher und hinterher. Studierende des internationalen Masterstudiengangs für Integriertes Design stellen ein buntes Treiben vor, das den menschlichen Körper als Quelle von Material und Bewegung nutzt. Prof. Uwe Gellert (Hochschule Anhalt) Bauhauslab – Versteckspiele des Sehens DIY und partizipative Ausstellung Sockelgeschoss im Nordflügel Es gibt viel Verstecktes in den Räumen und Gegenständen um uns herum. Um es zu entdecken, braucht es einen anderen Blick auf das Alltägliche. Im Laboratorium-Spiel-Raum werden die Besucher zu Protagonisten: In spielerischen Versuchsanordnungen wie dem Schattenpuzzle oder dem Pareidoliespiel lernen sie ein neues Sehen und entschlüsseln altbekannte Bauhaus-Sichtweisen. Idee, Szenografie: Paulina Barreiro (TU Berlin)


Double Exposure Animation figurale Materialillusion Flur Nordflügel – 2. OG, 1. OG und EG Farbige Substanzen bewegen sich in Figuren, ­verschwimmen mit dem Hintergrund, werden transparent: Ein Bild im Bild entsteht. Inspiriert von der Doppelbelichtung der Analogfotografie zeigt die ­figurale Material­illusion verschiedene Realitäts­ ebenen. Laura Breier, Elina Wolf


Im Bauhausgebäude 1. Obergeschoss Farbe / Color – Experimente mit farbigem Licht Inszenierung Fr, 21 : 00 + 22 : 45 Uhr Sa, 22 : 30 + 23 : 15 + 00 : 00 Uhr Raum 1.47 Goethes Lehre zur Substanz von Farbe, Licht und Bewegung wird in einer multimedialen, tänzerischen Rauminszenierung erlebbar. Mit dabei: ein Stuhl, eine Tänzerin und das Licht. Konzept, künstlerische Leitung: Yuko M ­ atsuyama (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin), Tanz, Improvisation: Mercedes del Rosario ­Appugliese (A+B Tanzbau); Künstlerische- und ­wissenschaftliche Unterstützung: Jérémie ­Gerhardt, Henryk Weiffenbach, Studio Weiffenbach; Technische Beratung: Safi Etiel Polystyrene Research Zeitgenössischer Circus Sa, 20 : 45 Uhr Aula Ein Mensch und das Styropor. Das Objekt wird Subjekt und das Balancespiel zwischen zwei ­Performern entsteht. Performanceautor und -darsteller: Andrea Salustri; Dramaturgie: Alex Lempert


Im Bauhausgebäude 2. Obergeschoss Substantia – das Licht greifen Raum 2.20 und 2.22 Substantia – das Licht greifen begibt sich in verschiedenen Performances auf die Suche nach der Substanz hinter der Form. Ganz im Sinne von ­Oskar Schlemmer bringt das interdiziplinäre Projekt alles zusammen: Das experimentelle Spiel von Licht, Raum, Bewegung, Spiel und Klang. ­Artisten, Tänzer und das Publikum spielen mit­ einander. Ein interdisziplinäres Performance-Projekt der I­nitiative Neuer Zirkus e. V. mit: TU Berlin, ­Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin, Artistenschule Die Etage; Szenografie: Anja Dietz (TU Berlin); Kostüm: Anja Wolf, Marnie-­Florise Schulze; Koordintion: Cox Ahlers; Performer: Giulia Amici, B ­ enjamin Richter, Ana Jordao (Initiative Neuer Z ­ irkus e. V.), Lukas Fint, Karlo Janke, Marula Bröckerhoff (Die Etage), Andrea S ­ alustri (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin)


RaumsubsTANZ Fr, 20 : 15 + 21 : 15 Uhr Sa, 19 : 00 + 21 : 00 + 22 : 00 + 00 : 00 + 00 : 30 Uhr Raum 2.20 RaumsubsTANZ experimentiert mit neuen Formen der kybernetischen Inszenierung. Digitale, sensorgesteuerte Bühnenelemente interagieren mit Darstellern und Publikum. Menschliche Bewegungen und reaktiver Raum finden ganz in der BauhausTradition in einer Performance zusammen. Stefanie Holzheu, Sang Lee Körper Raum Interaktion mit dem Projekt Substanz ist überall Fr, 21 : 45 Uhr Sa, 23 : 00 + 00 : 15 Uhr Im gesamten Bauhausgebäude Eine Performance, in der Kostüme mit der Beweglichkeit und den Grenzen des menschlichen Körpers spielen. Verbindendes Element ist die Substanz von Körper und Raum. Jeder darf mitmachen. Anja Wolf


Licht Raum Fr, 20 : 45 + 22 : 00 Uhr Sa, 20 : 30 + 21 : 30 + 22 : 30 Uhr Raum 2.20 In einem Spiegelsystem entstehen Räume aus Licht, die sich interaktiv verändern lassen. Die Lichtinstallation ist begehbar und eine Bühne für Performances. Martin Beeretz Null Punkt Fr, 19 : 45 + 21 : 00 + 22 : 00 Uhr Sa, 20 : 00 + 21 : 15 + 22 : 30 + 23 : 45 Uhr Raum 2.22 Der Punkt – Ausgangspunkt für Alles, für jede Bewegung, jedes Leben, jedes Objekt – der Nullpunkt. In der Performance Null Punkt spielen ­Körper, Raum und Objekt miteinander. Sie bewegen sich, treffen sich und werden bewegt. Was ist die Substanz von Bewegung? Wie verbindet sich das Organische mit der Ordnung der Mathematik? Null Punkt begegnet darüber hinaus den anderen Substantia-Projekten. Cox Ahlers


Hier-Jetzt-Ich Performance-Installation Raum 2.22 Das Bauhausfest als organisches Phänomen besteht aus zahlreichen Substanzen, wie dem Menschen, der es gestaltet. Dem Besucher bietet die Installation einen ( Frei- )Raum, um selbst am Gestaltungsprozess teilzunehmen und sich als Substanz zu entdecken. Idee, Szenografie: Takaya Kobayashi (TU Berlin) Spielraum auf Zeit Performance Fr, 20 : 15 + 21 : 30 + 22 : 30 Uhr Sa, 20 : 30 + 21 : 45 + 23 : 00 Uhr Raum 2.22 Im Spielraum dürfen Besucher die Substanz der Dinge erkunden. Substanz – das heißt: das „hinter den sichtbaren und wechselnden Gestalten bleibende Wesen einer Sache“. Wir suchen den Urgrund der einfachen Dinge, forschen nach dem Wesen von Material und Form. Wir lauschen den Klängen der Stoffe und spüren ihren Geheimnissen nach, ohne nach Wert und Zweck zu fragen. Neugierig wie Kinder lassen wir uns von den Sinnen leiten, um spielerisch auszuprobieren, zu experimentieren, zu konstruieren – kurz gesagt: zu gestalten Idee, Akteurin: Gerburg Fuchs; Visualisierung ­Performance-Prozess: Takaya Kobayashi (TU ­Berlin)


Bauharmonie Klangperformance Fr, 19 : 45 + 22 : 45 Uhr Sa, 20 : 00 + 23 : 30 Uhr Raum 2.20 Walter Gropius, Gründer des Bauhaus, entwarf das Bauhausgebäude in Dessau als verräumlichtes Manifest der Bauhausideen. So zeigt sich im gebauten Äußeren zugleich sein Innerstes – die Substanz des Bauhaus. Bauharmonie lässt sie den Besucher durch einen Sinneswechsel erfahren. Was bisher nur sichtbar war, wird hörbar. ­Performer bespielen die Substanzen und laden dazu ein, sich klopfend und klingend in die Bau­ harmonie ­einzubringen. Idee, Szenografie: Anja Dietz (TU Berlin); Musik: Stefan Paul Goetsch


As a Matter of Fact… Performative Installationen Raum 2.30 Materialität und Experiment waren am historischen Bauhaus Ausgangspunkte des Designprozesses. Daran anknüpfend widmete sich das Entwurfs­ projekt „As a Matter of Fact...“ an der weißensee kunsthochschule berlin den Methoden zur Erforschung und Enthüllung funktionaler, ästhetischer, emotionaler und unerwarteter Material­qualitäten. Welche neuen Nutzungs­szenarien könnten sie ­eröffnen? Wie sieht die Zukunft unserer Materialkultur aus? Welchen Wert haben Materialien fast 100 Jahre nach der Geburt des Bauhaus? Und was ist die Rolle der Designer in der aktuellen ­Diskussion um den Material Turn? Das sind einige der Fragen, die im Rahmen des Projekts gestellt wurden. Die entwickelten K ­ onzepte und materialisierten Lösungen sind vielfältig. Die studentischen Entwurfsprojekte wurden von Prof. Dr. Zane Berzina, Professorin für konzeptuelle Gestaltung von Materialien und Oberflächen im Textil- und Flächendesign an der weißensee kunsthochschule berlin betreut. Mitarbeiterinnen: ­Veronika Aumann, Paula van Brummelen, Julia Wolf. weißensee kunsthochschule berlin


Mixed Matters Das Material hat eine große Bedeutung für jede Design­lösung. Darum legt diese Arbeit den Fokus auf das Potential, das die 3D-Drucktechnologie für das Materialdesign bietet. Multimaterial-3D-Drucker können in einem Zug Polymere unterschiedlicher Transparenz, Steifheit und Farbe verarbeiten. Durch die Kombination komplexer Strukturen mit frei verteilten Materialeigenschaften erlauben sie, das Verhalten eines Verbundmaterials zu variieren. Das Projekt spielt diese Möglichkeiten in zwei komplementären Serien im Kontext von 3D-Textilien und -Oberflächen durch. Katja Riley Remote Symbiosis Im Meer interagieren viele Organismen über Licht und Farben, eingebunden in ein komplexes System wechselseitiger Beeinflussung und Abhängigkeit. Inspiriert von lumineszenten Algen experimentiert die Installation Remote Symbiosis mit Möglichkeiten der Kommunikation durch Lichtsignale auf der Basis einer chemischen Reaktion. Malu Lücking L’émoi – Stoff Emotion Jede Emotion hat ihre eigene Temperatur. Durch die Thermochromie verändert sich je nach Körpertemperatur die Färbung eines Stoffes – so entsteht eine intime Beziehung zwischen zwischen Stoff und Protagonisten. Der Stoff wird zur Grundlage der verschiedenen Emotionen, die sich als Muster abbilden und eine Reaktion beim Betrachter auslösen. Constance Vidalain


Moment Sand – ein Material, das wir sehr gut, aber kaum kennen. Hier wird Sand durch verschiedene Transformationen in einen persönlichen Wahrnehmungsraum geholt und – entgegen seinem flüchtigen Charakter – präsent gemacht. Durch Fixierung in flexiblen Formen und auf flexiblen Oberflächen werden taktile und visuelle Momente aktualisiert, und in einen unerwarteten Kontext übertragen. Philippa Lorenzen Dairy 30 Prozent der deutschen Milchproduktion wird weggeworfen – privat entsorgt, überproduziert, durch Antibiotika kontaminiert etc.. Ein Problem, aber auch eine Ressource, die ein altes Material, das Mitte des 20. Jahrhunderts durch den ölbasierten Kunststoff verdrängt wurde, wieder ins Blickfeld rückt: Milchkunststoff. Dieser lässt sich ohne schädliche Zusatzstoffe herstellen, im Heimlabor oder auch industriell. Die Produkte aus ihm sind alltagstauglich, leicht und erinnern an Keramik. Milan Friedrich Wasteland Welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn man den Abfall einer Spargelsaison trocknen lässt und als Werkstoff verwendet? Hier wurden die weißen Spargelschalen als Material untersucht, mit verschiedenen Methoden veredelt und zu textilen Geweben und Verbundstoffen weiterverarbeitet. Es entstanden reizvolle und stabile Oberflächen, die ihren Ursprung nicht mehr erkennen lassen. Suzan Camlik


Chroma – Eine Studie zur Textilfärbung durch Metalloxidation Metalloberflächen altern. Je nach Metallart und Umwelteinwirkung bringt ihre Korrosion dabei unendlich verschiedene Farbtöne hervor. „Chroma“ setzt sich mit dem Färben von Textilien durch farbige Salze auseinander, die bei der Reaktion von Metall mit Flüssigkeiten und Gasen erzeugt werden. Die Ergebnisse sind im Prozess. Charlotte Ackermann The Act of Seeing Diese Sammlung eröffnet eine visuelle Erfahrungswelt, die auf die Tintenfischhaut zurückgeht, in der mit Farbstoff gefüllte und lichtreflektierende Pigmentzellen durch Ausdehnung und Kontraktion ­Farben und Muster erzeugen. So soll der intuitive Akt des Sehens erweitert werden. Das Besondere der Oberflächen liegt in ihrem Spiel mit der Wahrnehmung und ihren Möglichkeiten der Kommunikation. Liina Leo Scoby – Untersuchung eines organischen Materialkreislaufs Ein Scoby besteht aus bakterieller Cellulose und kann ohne technische Hilfsmittel hergestellt werden. Er bildet sich als Nebenprodukt bei der Fermentierung von Kombucha-Tee. Zunächst nass, schwer und milchig, wird er trocken, leicht und transparent. Die Scoby-Herstellung ist eine Art „Slow Prototyping“ – denn Form, Struktur und Material­stärke kann der Hersteller beeinflussen. Lena Ganswindt


Sensory Interfaces Performative Installationen Raum 2.47 Im Rahmen von Sensory Interfaces beschäftigten sich Studierende der weißensee kunsthochschule berlin mit den menschlichen Sinnen als wichtigem Bestandteil der Formgebung. Es wurden Oberflächen und Membranstrukturen gestaltet, die mit ihren ästhetischen und funktionellen Eigenschaften unsere Sinne ansprechen und multi-sensorische Erlebnisse schaffen. Als Inspiration dienten dabei Konfigurationen aus der Natur – etwa wenn sich viele Plastikröhrchen auf einem elastischem Gittermaterial in eine pelzartige, lebendige neue Spezies zu verwandeln scheinen. Die Entwurfsprojekte sind unter der ­Leitung von Prof. Dr. Zane Berzina, Professorin für konzeptionelle Gestaltung von Materialien und Oberflächen im Fachbereich Textil- und Flächen-Design an der weißensee kunsthochschule berlin e ­ ntstanden. Mitarbeiter: Christian Frank Müller, V ­ eronika ­Aumann, Paula van Brummelen, Julia Wolf. weißensee kunsthochschule berlin


Drei Arten die Zirbe zu sehen Der Zirbe werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Und sie ist mehr als ein traditionelles Baumaterial. Drei Richtungen wurden eingeschlagen, um das Potential von Zirbenholz auszuloten. Die Ergebnisse zeigen, dass es auch in ein leichtes Textil, duftenden Daunenersatz oder, gefärbt, in ästhetische, edle Holzpaneele verwandelt werden kann. Esther Kaya Stögerer Gemeinsam sind wir stark Spot an für die kleinen Dinge! Diese Alltagshelfer scheinen zu einem Teil unserer Natur geworden zu sein, kaum käme man auf die Idee, sich tiefergehend mit ihnen auseinanderzusetzen. Vervielfältigt und neu angeordnet bringen sie aber ganz neue Eigenschaften hervor: Trinkhalme etwa, auf einer beweglichen Fläche zusammengefügt, wirken wie ein paillettenbesticktes Textil. Durch Wiederholung wird das Ausgangselement entfunktionalisiert und entwickelt eine eigene Dynamik. Katrin Bergner Move Die interaktive Installation bietet die Möglichkeit, eine flexible Schablone aus Sedimenten und ­Wasser mit Hilfe von Schallfrequenzen zu bedienen und auf lichtempfindlichem Stoff zu fixieren. So entstehen Muster organischer und geometrischer Natur. Inspiration dazu gab der natürliche Abtragungsprozess von Gestein und die stetige Neu­definierung von Landschaften. Madeleine Marquardt


Creation / Substance Performance und Installation Fr, 21 : 00 + 22 : 30 Uhr Sa, 23 : 00 + 00 : 00 Uhr Glasraum, 2. OG „Sie näht in sanften Bewegungen. Das sich wiederholende, hypnotisierende Geräusch der Nähmaschine hallt nach, wenn die Nadel in das Material eindringt. Bald betreten wir ihre surreale Welt:  der Stoff und die Haut verschmelzen und die Substanzen werden lebendig…“ Die Installation verbindet weibliche Körperformen und menschliches Fleisch mit dem Nähen. So entstehen Interaktionsräume von Material, Objekt und Mensch. Das Hybrid aus Haut-Bildern, Textilgewebe und realen Körperteilen fabriziert eine Frauengestalt, die Bezug nimmt auf die Künstlerinnen des Bauhaus, die oft auf die Textilkunst beschränkt wurden. Idee, Szenografie: Eleonora Pedretti, Lana Ramsay (TU Berlin); Choreografie, Performance: Carina Otte (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin / HfS Ernst Busch Berlin); Kamera: Lisa Lurati


Alchemie Interdisziplinäre Performance Fr, 19 : 40 Uhr Sa, 20 : 40 Uhr Brücke, 2. OG Drei Zustände einer Substanz im Verlauf eines Abends. Ein Raum im Raum. Eingeschleust und eingetaucht. Der Besucher: ein Teil, ein Molekül der Substanz. Bilder zwischen rauschartigen Festlichkeiten und erdrückenden Nebelschwaden bauen sich auf. Ein Zustand des Schwebens, Schwimmens, Gleitens und Treibens. Fragil und real. Idee, Szenografie: Jakob Blazejczak (TU Berlin); Choreografie: Romy Schwarzer (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin); Artist: Tom ­Birringer (Initiative Neuer Zirkus e. V.); Performerin: Simone Detig (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin); Musik: Stefan Paul Goetsch



Vor und nach dem Fest


Spielraum auf Zeit für Kinder: Di, 29 . 8 . – Do, 31 . 8 ., 10 : 00 – 11 : 00 Uhr für Erwachsene: Mi, 30 . 8 . + Do, 31 . 8 ., 20 : 00 – 21 : 00 Uhr Bauhaus, Raum 2.22 Wer spielt nicht gern! Im Spielraum auf Zeit können Kinder genauso wie Erwachsene nach Herzenslust mit einfachen Materialien experimentieren und spielerisch hinter die Substanz der Dinge schauen. Alchemie und Substantia sowie Raxli faxli Do, 31 . 8 ., 15 : 00 – 17 : 00 Uhr Dessau Center, Franzstraße 85 Es hat schon Tradition, dass das Bauhaufest ­eigentlich bereits am Donnerstag im Dessau ­Center beginnt. Diesmal sind Auszüge aus den Performances Alchemie und Substantia sowie ein Auftritt des Dessauer Kinder- und Jugendzirkus Raxli faxli. Kinder, Eltern und Neugierige werden in den Spielraum auf Zeit von Gerburg Fuchs zum Experimentieren mit einfachen Materialien einge­ laden. Biergarten mit Jam Session Sa, 2 . 9 ., 14 : 00 – 18 : 30 Uhr Vor-Ort Haus, Wolfgangstraße 13 Auf der Wiese liegen und Eingrooven auf’s Fest mit Jam Session!


Kuratoren als Gastgeber Festausklang mit „smart materials satellites. ­Material als Experiment“ So, 3 . 9 . 2017 12 : 00 – 18 : 00 Uhr Stahlhaus (und Garten), Dessau-Törten Nach zwei Tagen Programm können Sie auf Liegestühlen unter den Bäumen des Stahlhauses das Fest ausklingen lassen. Die Kuratorinnen sind vor Ort und laden zum Austausch über Experimente und Materialforschung.


Impressum Herausgeber Stiftung Bauhaus Dessau Dr. Claudia Perren Konzeption, Management Burghard Duhm Projektteam Sebastian Czerny, Silvia Gildner, Christin Irrgang, Elina Wolf, Julianna Ming Lee Meister Redaktion Sonja Vogel, Helga Huskamp Gestaltung Yvonne Tenschert nach dem ­Erscheinungsbild von Herburg ­Weiland, ­München Stiftung Bauhaus Dessau 2017 bauhaus-dessau.de Die Stiftung Bauhaus Dessau ist eine gemeinnützige Stiftung öffentlichen Rechts. Sie wird gefördert durch die Beauftrage der Bundes­ regierung für Kultur und M ­ edien, das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau. Bildnachweis Cover ) Kurt Schmidt: o. T. (Hippopotamas (Bl. 8)), Szene aus einem 1923/24 entworfenem Bühnenteil zum Mechanischen Ballett, 1923 (Entwurf); 1976 (nachgezeichnet) / Stiftung Bauhaus Dessau (I 724 G) / Copyright uns nicht bekannt 1 ) Stefan Sing, Jongleur und Artist / Foto: Marta Garcia Cardellach 2 ) Umzug zum Bauhausfest, 2015 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Christian Treffler 3 + 4 ) Bauhausfest „Bunt gewürfelt“, 2013 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Sebastian Gündel 5 ) Farbfest am Bauhaus Dessau, 2011, Foto: Jennifer Braun


Wir danken


Hochschule Anhalt, FB Design Prof. Uwe Gellert Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin, Prof. Ingo Reulecke Initiative Neuer Zirkus e. V., Cox Ahlers Technische Universität Berlin, Bühnenbild_Szenischer Raum, Studiengangleitung: Prof. Kerstin Laube, Dozentinnen: Claudia Rohner, Franziska Ritter weißensee kunsthochschule berlin, Prof. Dr. Zane Berzina, Paula van Brummelen Unseren Spendern Karl-Heinz Heise Stiftung MCS Sachsen-Anhalt DVV Stadtwerke Dessau Limbach-Dienstleistungen Café-Bistro im Bauhaus Heima Menü


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