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NEUE MEILE UMBAU DER BÖBLINGER BAHNHOFSTRASSE ZUR FUSSGÄNGERZONE IM BETEILIGUNGSVERFAHREN

).( MAGAZIN


EDITORIAL LIEBE LESERIN, LIEBER LESER. Eine Bahnhofstraße neu erfinden.

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in Magazin aus den Händen der Planerinnen und Planer? Ein Magazin zu einem fertig gestellten Projekt? Keine gewöhnliche Art der Dokumentation. Fast zwei Jahre sind seit der Fertigstellung der Bahnhofstrasse als Neue Böblinger Meile bereits vergangen. Mit einem gewissen Abstand blicken wir auf die Zeit der Umsetzung zurück. Mit diesem Magazin wollen wir die Neue Meile mit ihren umfangreichen Prozessen aus der Sicht vieler Beteiligter verständlich machen. Im Laufe des Projektes waren wir als Planer in unterschiedliche Phasen eingebunden. Angefangen mit der Ideenfindung über Abstimmungen, Bemusterungen und Exkursionen bis hin zu Umsetzung, Fertigstellung und feierlicher Eröffnung der Neuen Meile. Angefangen hat es für uns mit der Einladung zu einem kooperativen Workshopverfahren. Wichtig war es uns, auf die Bürgerinnen und Bürger einzugehen, ihnen zuzuhören und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dabei ging es um die Einbindung von Gewerbetreibenden, Anwoh-

nern, Stadtpolitik und -verwaltung, Radfahrern, Menschen mit speziellen Bedürfnissen sowie der lokalen Presse. Wir sind überzeugt davon, dass dies die Grundlage für eine erfolgreiche Nutzung im Alltag darstellt und die Böblinger Identität stärkt. Viel Zeit verbrachten wir zwischen 2013 und 2016 in Böblingen. Wir wurden stets freundlich empfangen. Seit der Fertigstellung der Neuen Meile ist wieder Alltag eingetreten. Unsere Besuche sind jetzt wesentlich seltener geworden, doch unsere Verbundenheit mit Böblingen bleibt bestehen. Wenn Sie nach dieser Lektüre das nächste Mal über die Neue Meile schlendern, fällt Ihnen vielleicht die eine oder andere Geschichte aus diesem Magazin ein und Sie betrachten so manches Detail aus einem neuen Blickwinkel. Wir wünschen Ihnen viele schöne Momente auf der Neuen Meile. Viel Vergnügen beim Lesen und auf Ihrem Streifzug durch Böblingen! Kollektiv bauchplan ).(


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Inhalt

1. Vision und Konzept

2. Teilhabe als Prinzip

3. Öffentlich(keit) bauen

Von Beginn an Eine Bahnhofstraße neu interpretiert 07

Dialog als Kunst Interview mit D. Weber, C. Stark und M. Aicher 48

Gemeinsam bauen wir Interview H. Aggeler

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Willkommenskultur Eine Meile für alle

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Gemeinsam & konsequent C. Kraayvanger

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Erfahrungsaustausch Stadtspaziergang

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Einmalig & ganz besonders Interview mit W. Lützner

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Böblingen (mit)gestalten

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Foto-Lovestory Entstehungsprozess

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Eine Kneipe im Wandel D. Hamann

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Kreationen ermöglichen Interview mit M. Schlegel

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Bodenständig, zukunftsfähig Schwäbische Freundschaften

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Leitbild eines Stadtteils D. Weber

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Rechtliche Herausforderungen A. Boldt

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Bauablauf Herausforderungen meistern

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Intention Eine planerische Absichtserklärung

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Stadtraum heute Hybride Multifunktionalität Hier haken wir ein Szenografie eines Stadtraums Prozesse kultivieren Entstehung der Bahnhofstraße

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Entwerfen endet nie Ein partizipativer Lösungsfindungsprozess für Böblingen Auf Granit gestoßen & in Stein gemeißelt

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Die Sache mit dem Stein

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Entscheidung Prozess

Technik & Handwerk Interview mit F. Bader & D. Weidmann 80 59 Die Meile bauen

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Comic-Salon

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Präzision und Engagement Entwerfen endet nie

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Bauen für Böblingen Interview mit S. Gräfin Kesselstatt

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Der gebaute Kompromiss F. Henninger

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Fenster zur Altstadt

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Lindenballett Lasst uns über Bäume streiten!

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Identität und Maß

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Inhalt

4. Alltag und Event

5. Zusammenschau

102-123 Nutzungsüberlagerungen Diversität anbieten

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Vorher – Nachher Bildreportage

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Stadt in Wert setzen Interview mit U. Koch & D. Schaudt 106

Weiterführender Dialog Gebautes kommunizieren

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Die Rückkehr der Stadt Private Re-Investation rund um die Neue Meile 108

Medienbegleitung Lokaler Pressespiegel

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Innerstädtischer Einzelhandel Interview H. Krämer 110

Fachpresse

Beteiligte Firmen

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Alltag und Event

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Fotoshooting

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Lichtring Tag und Nacht ein Merkzeichen

Impressum und Bildnachweis

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Prototypen entwickeln Interview mit T. Eder

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Vision & Konzept

VISION & KONZEPT

Ein neuer Bezugsraum für Böblingen

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Vision & Konzept

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Vision & Konzept


Vision & Konzept

VON BEGINN AN Eine Bahnhofstraße neu interpretiert

DAS PHÄNOMEN FUSSGÄNGERZONE IN EINER AUTOGERECHTEN STADT

Ende 2012 waren wir, das Planerkollektiv bauchplan ).(, das erste Mal in Böblingen eingeladen. Unser Weg vom Bahnhof in die Altstadt führte uns über die Bahnhofstraße. Wie viele andere Bahnhofstraßen auch, wirkte sie damals wenig einladend und ein bisschen verlassen. Es war der Anfang eines spannenden Prozesses, im Laufe dessen eine gesamte Straße neu interpretiert, gemeinsam erarbeitet und prototypisch entwickelt wurde. Heute wird die Bahnhofstraße wird neu gelebt.

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m Morgen nach unserer Ankunft wurden wir an der Hotelrezeption nach dem Anlass unseres Aufenthalts in Böblingen gefragt. Wir erzählten von der Einladung zum kooperativen Workshopverfahren anlässlich der Neugestaltung der Bahnhofstraße. Die Dame an der Rezeption gab uns ambivalente Wünsche mit auf den Weg: zum einen wünschte sie uns viel Erfolg, zum anderen hoffte sie unverblümt

auf den Verbleib des „Gschäfts im Ländle”. Wir waren zwar ein Büro, das von außerhalb der Böblinger Region kam, doch gegenüber den lokalen Mitbewerberinnen und -bewerbern im kooperativen Planungsverfahren konnten wir als Expertise den unvoreingenommenen Blick von außen einbringen. Der Blickwinkel des Ortsunkundigen war für den Gestaltungsprozess der Böblinger Unterstadt von großer Bedeutung, da wir so lokalen Akteurinnen und Akteuren neue Sichtweisen auf ihre Bahnhofstraße anbieten konnten. Außerdem brachten wir Erfahrung in der Begleitung von Gestaltungsprozessen ein. Im Laufe des durch die Stadt initiierten Prozesses mit professionell vorbereiteten Abstimmungen zwischen Politik, Verwaltung, Anrainerinnen und Anrainern, Bevölkerung sowie mit Exkursionen, Bemusterungen und Beteiligungen, war es unsere Aufgabe, neue atmosphärische Bilder zu konkretisieren, zu kommunizieren und zur

technischen Umsetzung zu bringen. Nach nur vierzehn Monaten Bauzeit können wir jetzt behaupten: Bahnhofstraßen gibt es viele, Fußgängerzonen ebenso, die Neue Meile gibt es nur in Böblingen! Passend zu Böblingens Identität war es unser Ziel, zwei Grundsätze, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirken, in diesem Projekt neu zu kombinieren: bodenständig und zukunftsfähig. Bodenständig, da ein gewaltiger und auch gewagter Stadtumbau wie die Neuinterpretation der Böblinger Unterstadt natürlich auch nach Sicherheiten und Werten verlangt, auf die man in jedem Fall zum Abschluss des Prozesses zurückgreifen kann. Zukunftsfähig, da wir den Einwohnerinnen und Einwohnern, den Besucherinnen und Besuchern Böblingens jenseits aktueller fachspezifischer Moden die Möglichkeit geben wollten, in der Bahnhofstraße neu interpretierbare Orte vorzufin-

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Vision & Konzept

49.500 EINWOHNER

12.000 AUSPENDLER

25.000 EINPENDLER


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den – Orte des glücklichen Zufalls, mit einer ungeahnten, eigenständigen Urbanität und Orte die in den kommenden Jahren immer öfter aufgesucht werden. Die Nutzerinnen und Nutzer sollten sollten die Neue Meile Schritt für Schritt zu ihrem persönlichen Bezugsraum machen. Nachdem die Bahnhofstraße im Mai 2015 neu definiert war und wieder an die Böblinger zurückgegeben wurde, galt es in den Folgemonaten noch, den verbleibenden Umbauprozess abzuschließen. Mit den Büros Modusconsult und faktorgrün, den höchst engagierten ausführenden Firmen und dem Böblinger Tiefbauamt wurden die Olga- und die Uhlandstraße neu gestaltet. Die beiden Seitenstraßen wurden auch noch in das Gesamtkonzept integriert

und der öffentliche Raum wurde im Einklang mit der Bahnhofstraße neu gestaltet. Mit steigender Intensität der Umsetzung wandelte sich unser Blick von außen in eine Elternrolle: Mit dem traditionellen Granitbelag iberischer Herkunft wollten wir dem Projekt eine bodenständige Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft geben. Als Markenzeichen der Böblinger Meile entwickelten wir prototypisch Lichtringe. In der autogerechten Stadt entstand so ein fußläufig erlebbarer, öffentlicher Raum, der jenseits der Ladenschlusszeiten vielfältige Möglichkeiten bietet. Die Akteurinnen und Akteure vor Ort – Geschäftsinhaberinnen und -inhaber, Besucherinnen und Besucher, Reisende, Anwohnerinnen und Anwohner, Pendlerinnen und Pendler – interpretieren diesen Raum auch

laufend neu. Wir freuen uns darauf, die künftige Entwicklung „unserer” Neuen Meile, im Laufe der kommenden Jahre zu beobachten. Allen Nutzerinnen und Nutzern wünschen wir viel Freude beim Erleben der besonderen Orte wie dem Fenster zur Altstadt, dem Treffpunkt an der Postbank und dem Wasserlauf. Wir hoffen, dass das modulare, ausbaubare und vielseitig verwendbare Möblierungskonzept auf unterschiedliche Art und Weise genutzt wird. Bei allen Beteiligten wollen wir uns ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen, die konstruktive Kritik, den allzeit spürbaren persönlichen Einsatz sowie die gute Kooperation im Zuge der Realisierung bedanken.

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Vision & Konzept

„Gemeinsam & konsequent Vom “Bahnhofsviertel” zur attraktiven Fußgängerzone

Von Christine Kraayvanger, Bürgermeisterin und Leiterin Baudezernat

„ICH BIN MIT UNSEREM NEUEN STÜCK INNENSTADT SEHR ZUFRIEDEN.“ Böblingen voranzubringen ist meine tägliche Arbeit. Böblingen ist aber auch ein Teil meiner Vergangenheit – schon früher habe ich hier im Städtle viel und gerne Zeit verbracht. Es freut mich, dass ich als Baubürgermeisterin dazu beitragen darf, das hier vorhandene Potenzial zum Blühen zu bringen.

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ine sehr wegweisende Aufgabe begleitet mich seit den ersten Arbeitstagen: Die Aufwertung der Unterstadt und speziell die Wandlung der Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone. Grundlagen waren bereits jahrelang erarbeitet worden. Für mich ging es darum, die komplexen Inhalte mit Politik, den Bürgern und Fachleuten weiterzuentwickeln und dabei die bereits gesteckten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Diese besondere Situation mit einzigartiger Vorgeschichte erforderte eine neue Art der Projektbearbeitung. Gemeinsam mit Anliegern und Experten haben wir in mehreren Treffen Konzepte zur Umgestaltung der Bahnhofstraße erstellt. Dabei ging es unter anderem um die

beste Verkehrsführung, Festlegungen zum Einzelhandel und gestalterische Themen. Die Arbeitsgruppe „Strukturoffensive BöblingenMitte”, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats, hat den Prozess intensiv begleitet. Der Gemeinderat hat anschließend den Masterplan Bahnhofstraße mit den Zielsetzungen zur Erneuerung des Bereichs zwischen Bahnhof und Elbenplatz beschlossen. Dies war Ende 2009. Der neue Busbahnhof war dort damals das einzige „Highlight”. Es war schwer sich vorzustellen, was aus diesem Bereich noch werden könnte. Und genau die Verlegung des Zentralen Omnibusbahnhofs – ohne bereits einen Käufer für die alte Fläche zu haben – war


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ausschlaggebend für den Erfolg des Masterplans. Der mutigen und vorausschauenden Entscheidung des damaligen Gemeinderats im Jahr 2006 war es nämlich zu verdanken, dass die Fläche zwischen Talstraße und Uhlandstraße frei war für einen bauwilligen Investor. Mit dem Wissen, dass dort die Mercaden® als Magnet entstehen werden und aufbauend auf Leitbild, Rahmenpläne und den Masterplan wurde alles getan, um im nächsten Schritt den besten Entwurf für die Fußgängerzone zu finden. ln einem Workshop mit Freiraumplanern wurden ganz neue Ideen erarbeitet. So haben wir erreicht, dass nun eine genau passende, dem Ort „auf den

Leib geschneiderte” Straßenraumplanung entstanden ist. Ganz besonders haben aber auch Anregungen von Anliegern, Interessensvertretern und anderen Interessierten dazu beigetragen, dass die neue Fußgängerzone so gut angenommen wird. Viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung und andere Projektbeteiligte haben sich bis zur Fertigstellung großartig für das Gelingen eingesetzt. Ich bin mit unserer Fußgängerzone sehr zufrieden – Aufenthaltsqualität und eine positive Atmosphäre sind entstanden. Der rote Faden in unseren Konzepten und dem Handeln hat sich gelohnt. Ebenfalls das Ringen um die beste Lösung und das Beharren auf Qualität.

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Vision & Konzept

„NICHT NUR ARCHITEKTONISCH SCHÖN, SONDERN GEFÄLLT AUCH EMOTIONAL.“

WOLFGANG LÜTZNER, OBERBÜRGERMEISTER

„DIE POSITIVE STIMMUNG, DIE WIR SEIT BEGINN UNSERES ENGAGEMENTS IN DIESEM PROJEKT GERADE AUCH BEIM HANDEL SPÜREN, HAT EINEN WEITEREN SCHUB ERHALTEN.“ WOLFGANG LÜTZNER, OBERBÜRGERMEISTER


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Fußgängerzone Neue Meile Böblingen

„ICH FIND‘S TOLL UND SEHR GELUNGEN.“

CHRISTINE KRAAYVANGER, BÜRGERMEISTERIN

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Vision & Konzept

Einmalig & ganz besonders Böblingen ist wieder einmal Trendsetter

Ein Interview mit Wolfgang Lützner, Oberbürgermeister der Stadt Böblingen

„AUFBRUCHSTIMMUNG UND ZUVERSICHT SIND IN DER GANZEN STADT SPÜRBAR.“ Die Stadt entwickelte eine Strategie und investierte. Schnell folgten Investitionen von Eigentümern und Unternehmern. Darum ist der Bahnhof hell, modern und freundlich geworden. Deshalb besuchen täglich tausende Menschen die Innenstadt, die Mercaden und den Schloßbergring zum Einkaufen, Essen und Verweilen. Glänzende neue Fassaden entlang der Bahnhofstraße und einladender Straßenraum – neuer Boden, raffiniertes Licht und erfrischende Wasserspiele – entfalten anziehendes urbanes Flair Anfang Mai 2015 wurde die Eröffnung der Neuen Meile gefeiert. Warum braucht Böblingen eine Fußgängerzone? Die Bahnhofstraße als Fußgängerzone ist eine wichtige Ergänzung der Böblinger Einkaufslandschaft. Sie ist außerdem ein zentraler Bestandteil der Stadtentwicklung, um den Bahnhof und das neue Stadtquartier Flugfeld besser an- und einzubinden. Die in die Jahre gekommenen Einkaufszentren waren eher nach innen, statt auch deutlich nach außen hin orientiert. Mit der Neugestaltung der Fußgängerzone entfalten wir nun Magnetwirkung zur Innenstadt/Fußgängerzone, alle sehen und genießen das Leben dort.

Was hat sich in Böblingen durch die Neue Meile verändert? Wir haben eine einzigartige Atmosphäre für ganz unterschiedliche Zwecke, Aufenthalte und Treffen geschaffen: Der Straßenraum wird angenommen, besonders an sonnigen Tagen und sogar zur Mittagszeit. Die Beschäftigten verbringen ihre Pause gerne dort, bummeln und setzen sich auf die Bänke. Die Straße vom Elbenplatz zum Bahnhof, mit ihr der ganze Bahnhofsbereich und einiges andere, sind für viele kaum wiederzuerkennen. Wer länger nicht mehr in Böblingen war, der staunt über diese bedeutsame Entwicklung nach vorne. Das höre ich immer wieder.


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Wenn Sie heute durch die Fußgängerzone spazieren, wie erleben Sie das persönlich?

Sind weitere Projekte für mehr Lebensqualität in Böblingen geplant?

Als sehr angenehmen Ort, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das Fontänenfeld am Elbenplatz oder die abwechselnde Möblierung verströmen Flair und sind gut gelungene Bestandteile.

Die Lebensqualität in unserer Stadt ist sehr hoch. Das hängt nicht zuletzt mit der wirtschaftlichen Stärke der hiesigen Unternehmen und unserer Finanzkraft zusammen. Nur ein Aspekt davon ist der Städtebau. Wir sind hier mit den Entwicklungen in der Innenstadt noch lange nicht am Ende angelangt und arbeiten ebenso konzentriert wie zielgerichtet weiter.

Was sagen die Menschen in Böblingen dazu? Die Bahnhofstraße als Fußgängerzone und die damit verbundene neue Gestaltung kommt bei der Bevölkerung gut an. Das freut mich überaus und ist nicht selbstverständlich.

Für ein Projekt in diesem Ausmaß war die Bauzeit sehr sportlich. Wie haben Sie die Bauphase erlebt? Wir hatten für das Baustellenmanagement eine Projektgruppe gebildet und vor Ort ein Baustellenbüro eingerichtet. Das hat sich sehr bewährt. Denn die letzten Jahre in Böblingen zeigten Stadtentwicklung nahezu wie im Zeitraffer. Den eigentlichen Baumaßnahmen an der Bahnhofstraße gingen Gebäudeabbrüche und Leitungsverlegungen voraus. Auch musste manche Nutzung in diesem Zuge weichen und ihren Standort ändern. Es war nicht einfach, immer eine passende und für alle zufriedenstellende Lösung zu finden. Alle waren aber zugleich immer positiv gestimmt und haben sich auf den Tag der Eröffnung gefreut. Das geduldige Warten hat sich gelohnt.

Was wünschen Sie sich vom öffentlichen Raum in Ihrer Stadt und was muss er können? Er muss vor allem den Menschen gefallen, die sich täglich darin bewegen. Genau das, meine ich, ist uns mit der neuen Fußgängerzone geglückt. Dabei ist es ganz wichtig, dass der öffentliche Raum diejenigen Funktionen erfüllt, die ihm zugedacht sind. Er muss jedoch zugleich eine Atmosphäre ausstrahlen, in der sich die Menschen wohlfühlen. Schließlich kann, ja soll, öffentlicher Raum gerne etwas Besonderes vorweisen, das es nicht überall gibt: z.B. eine völlig neue Prägung mit Einmaligkeitscharakter wie in der Bahnhofstraße.

Wie sehen Sie die Neue Meile in fünf Jahren? Wie hat sich Ihre Stadt dann entwickelt? In fünf Jahren sind, so hoffe ich, alle laufenden Projektentwicklungen entlang der Bahnhofstraße realisiert, alle Baulücken geschlossen und neue, attraktive Nutzungen in den Erdgeschossen angekommen. So wird die Fußgängerzone sicher noch stärker zum Bürgerund Besuchermagnet werden.

Die Neue Meile hat - was uns sehr freut - in Fachkreisen und bei anderen Städten für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Sie wird mittlerweile als Best-Practice-Beispiel, als Vorzeigeprojekt präsentiert. Wie kann Böblingen davon profitieren? Wir freuen uns über alle, die in Böblingen vorbeischauen, um die neu geschaffene Fußgängerzone selbst zu erleben. Und wir freuen uns noch mehr, wenn sich das einnehmende Ambiente der neuen Bahnhofstraße weiter herumspricht. Eine hochwertige und attraktive Gestaltung kann etliches bewirken, nach innen wie nach außen.

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Vision & Konzept

Eine Stadt im Wandel Beobachtungen eines lokalen Akteurs Dirk Hamann

Stadtarchiv Bรถblingen, aus dem Jahr 1911


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DIE ANBINDUNG AN DIE EISENBAHN 1879 WAR FÜR DIE DAMALS NICHT GANZ 4000 EINWOHNER ZÄHLENDE STADT BÖBLINGEN EIN JAHRHUNDERTEREIGNIS. IM SUMPFIGEN GELÄNDE ZWISCHEN DEN BEIDEN RIVALISIERENDEN GEMEINDEN SINDELFINGEN UND BÖBLINGEN ENTSTAND DER NEUE BAHNHOF. ES FOLGTE EINE ANBINDUNG DES ORTSKERNS – DIE GEBURTSSTUNDE DER BAHNHOFSTRASSE.

140 JAHRE

//////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////// Der Bedeutung des Bahnhofs wuchs stetig. Er entwickelte sich zum Umschlagplatz für rund 300.000 Reisende im Jahr. Weitere Bahnlinien, die gebaut wurden und in die Umgebung führten, verstärkten die Bedeutung dieses Eisenbahnknotens und förderten eine weitere Entwicklung des Areals an der Bahnhofstraße. Zunächst entstand hier eine Industrie- und Gewerbezone. Der bedeutendste Betrieb, der sich ansiedelte, war die Mechanische Trikotweberei Ludwig Maier & Co aus Stuttgart – 1912 erfand sie den Hautana-Büstenhalter, der als Marktführer weltweite Bekanntheit erreichte. Die Möbelfabrik Wilhelm Renz, die Schuhfabrik von Sauer und Wanner oder die Chemie-Fabrik Bonz wurden in der Böblinger Unterstadt ebenso heimisch wie die Strickwarenfabrik Lenz & Co. oder die Spielwarenfabrik Kindler und Briel – rund 1000 Arbeitsplätze entstanden. „Vom Hauptbahnhof wendet man sich durch die Bahnhofstraße nach Süden der Stadt zu, die größeren gewerblichen Etablissements zur Rechten lassend“, heißt es in einem Stadtführer von 1913. Überlegungen zur Gestaltung des Bereichs gab es schon frühzeitig – und der Fokus lag bei Weitem nicht nur darauf, wie das Gewerbegebiet angelegt sein soll. Prägend für den Baustil des geschäftigen Quartiers wurden unverputzte Backsteinbauten. Und der Abgeordnete Otto Elben machte sich Gedanken über die städtebauliche Ausgestaltung der künftigen Bahnhofstraße. Die Häuser sollten „in die richtige Linie gebaut“ werden, meinte er, „damit im Laufe der Jahre eine schöne Straße entstehe, mit der Stadt zu einem harmonischen Ganzen verbunden“. Einen weiteren Schub erhielt die Entwicklung in den Jahren 1915/16, als auf dem heutigen Flugfeld, auf der anderen Seite der Bahngleise, erst ein Militärflughafen entstand, der im Jahr 1925 zum Landesflughafen Stuttgart-Böblingen umgewandelt wurde. Böblingens Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt wuchs weiter, von hier aus starteten nun Passagiere, Post und Güter in die ganze Welt. Unterstadt samt Bahnhofstraße schlüpften noch mehr in die Rolle, verbindendes Element zwischen Altstadt, den Verkehrsknotenpunkten und deren angelagerten Gewerbegebieten zu sein.


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bis 1918

Stadtarchiv Bรถblingen


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Stadtarchiv Bรถblingen

Stadtarchiv Bรถblingen

Stadtarchiv Bรถblingen

Stadtarchiv Bรถblingen

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1995-2013 1995-2013

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Böblingen nicht mehr Flughafen-Standort, zu Beginn der 1960er-Jahre kam in der boomenden Stadt auch dem Quartier um die Bahnhofstraße eine neue Aufgabe zu. Großflächiger Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe siedelten sich an, die alten Industriebetriebe wanderten ab oder schlossen ihre Pforten. In der Unterstadt entstand 1966/67 das Einkaufszentrum – das für damalige Verhältnisse ein hochmodernes war und Böblingen zur beliebten Einkaufsstadt machte. Auch entlang der viel befahrenen und wenig schmuck daherkommenden Bahnhofstraße entwickelte sich der Handel prächtig – und florierte bis in die 1990er-Jahre hinein. Dann allerdings verlor Böblingen im Kampf um die Kunden zusehends an Boden. Neue, modernere Shoppingcenter entstanden im Umland, das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum mit dem Magneten „Hertie“ gleichermaßen an Zugkraft. Auch in der Bahnhofstraße war der Niedergang der Einkaufsstadt erkennbar. Wo einst Modehäuser, Elektromärkte oder Lebensmittelhändler gute Geschäfte machten, wurde Leerstand sichtbar. Aus veralteten Häusern wurden Ruinen, die Baulücken links und rechts am mit Waschbetonplatten gepflasterten Wegesrand wirkten wenig attraktiv. Ein Zustand, an dem auch kleinere Verbesserungsmaßnahmen wenig änderten. Probeweise wurde in den 1990er-Jahren ein Drittel der Straße für den motorisierten Verkehr gesperrt – der Gedanke, aus der Bahnhofstraße eine Fußgängerzone zu machen, keimte auf. Und wurde wieder verworfen. „Ohne ansprechenden Ladenbesatz keine Flaniermeile“, lautete die feste Überzeugung der Anlieger und der Stadtoberen. Mit einem Wasserlauf versuchte die Stadt etwas Atmosphäre in die vor sich hindümpelnde Straße zu bringen.

Ein Versuch, der von vielen nicht gut geheißen worden ist. Die Rinne, in der bisweilen das Wasser in Richtung Bahnhof floss, erhielt einen wenig schmückenden Spitznamen.. Nach der Jahrtausendwende kam wieder Bewegung in die Entwicklung der Unterstadt – und nach und nach rückte auch einer Aufwertung der Bahnhofstraße wieder in den Fokus. Wegweisend dafür war eine mutige Entscheidung des Gemeinderats, den Busbahnhof zu verlegen – und für das dadurch frei gewordene Areal, das sich zwischen altem Einkaufszentrum und Bahnhofstraße befand, einen Investor zu finden. Als dieser in Herbert Krämer gefunden wurde, dessen Firma hkm auf dem Gelände eine Neubebauung in Form einer Mall plante und dazu die Kreissparkasse verkündete, am oberen Ende der Bahnhofstraße mit einem Neubau Brachflächen und Baulücken zu schließen, erhielt die Idee von einer Fußgängerzone neue Nahrung. Auch ohne vorhandenen Ladenbesatz wurde dieses Projekt nun von Verwaltung, Gemeinderat und Anliegern ernsthaft vorangetrieben. Am Ende dieses Prozesses, zu dem auch verschiedene Formen der Bürgerbeteiligungen gehörten, stand im Mai 2015 die Einweihung der Böblinger Meile. Böblingen hat nun also eine von vielen lang ersehnte Fußgängerzone. Eine, so der allgemeine Tenor in der Stadt, die schön geworden ist. Wenn Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger über die Bahnhofstraße schlendert, dann weiß sie auf der einen Seite, was von städtischer Seite aus an dieser Stelle in den vergangenen Jahren alles bewegt worden ist, um eine Problemzone auf Vordermann zu bringen. Dort, wo Menschen heute von links nach rechts ungestört spa-


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zieren gehen, fuhren und parkten Autos, mühte sich eine Wasserrinne darum, attraktiv zu wirken, störten Bauruinen und Baracken. Die Stadt ist in der Bahnhofstraße jedoch noch nicht am Ziel.

sich wegen einer Neubebauung in einem guten Austausch befinde. In der Mitte der Fußgängerzone könnte ein neuer Fixpunkt entstehen, der für weitere Belebung sorgt.

Einige Areale liegen derzeit noch brach oder wirken störend, damit einher geht außerhalb der neuen Shopping-Mall Mercaden ein Ladenbesatz in dem noch viel Potential liegt. Der Haken an der Sache ist, dass die Stadt an vielen Stellen, die nach Verbesserung schreien, das Heft des Handelns nicht, oder nur bedingt, in den Händen hält. „Es wird sich in den kommenden Jahren aber einiges weiter zum Positiven verändern“, ist sich die Baubürgermeisterin sicher.

Die Böblinger Baugesellschaft (BBG) hat im Jahr 2015 für Aufsehen gesorgt, als sie das Post-Areal samt darauf stehenden Gebäuden zwischen Bahnhof-, Tal- und Karlstraße gekauft hat - damit ist dieses Gelände wieder in städtischer Hand. Bis zum 30. Juni 2018 läuft der Mietvertrag mit der Post – was dann am Stadteingang vom Bahnhof her passiert„ist noch offen“, so Christine Kraayvanger, „da darf man sich baulich etwas vorstellen, es wird mit der BBG genauere Überlegungen geben, wie sich das Areal am besten nutzen lässt“. Auch hier scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Böblinger Meile einen kräftigen Attraktivitätsschub erhält, auch hier könnten weitere attraktive Ladenflächen und Fassaden mit schönerem Äußeren entstehen.

Eine Übersicht: Bebauungsgebiet „Westlich der Bahnhofstraße“, so lautet inzwischen der Arbeitstitel für das, was als Klett-Areal bekannt geworden ist. Es ist ein innerstädtisches Filetstück, rund 3000 Quadratmeter groß und befindet sich direkt an der Böblinger Meile. 2017, so die Hoffnung der Stadt, sollen dort nun Baumaschinen anrücken, 2019 ist die Fertigstellung geplant. Entstehen sollen auf dem Areal circa 60 Wohnungen, neue Gewerbeflächen im Erdgeschoss entlang der Bahnhofstraße und rund 100 Stellplätze. Eine ganz zentrale Rolle für die weitere Entwicklung der Bahnhofstraße nimmt für die Stadtplaner das von der „BB Wohnbau Böblingen GmbH“ erstandene ehemalige Krauß-Gelände ein. Erst war man im Böblinger Rathaus froh, als der Voreigentümer nach jahrelangen Verhandlungen sein baufälliges Gebäude abriss. Dann atmete man auf, als das Grundstück mit dem Unternehmen von Bärbel Bahr eine neue Besitzerin erhielt, mit der man

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SEIT 2015

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Leitbild eines Stadtteils Bauen und Planen in Böblingen Von Dietmar Weber, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtgestaltung

„NICHT NUR LÖSUNGEN FÜR PROBLEME WERDEN GEFORDERT, SONDERN MODERIERENDE ROLLEN DER STADT ERWARTET.“

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ie Stadtgründung Böblingens erweist sich als ein geplantes Vorgehen. Die Konzeption der Stadt mit dem Marktplatz, der Kirche und dem Verlauf der Straßen weisen darauf hin. Aufgrund stadthistorischer Untersuchungen wird angenommen, dass sich Böblingen auch während der Zeit der Ummauerung schrittweise vergrößert hat. Die Stadtmauer und die Befestigung waren über Jahrhunderte hinweg die Grenzen der Stadt. Außerhalb war freies Feld und innen eine dichte Bebauung, die sich immer wieder erneuerte, veränderte, anpasste, aber in der Grundstruktur der Gassen und des Marktplatzes beibehalten wurde. Auch nachdem der Schutz durch den Mauerring in seiner Bedeutung nachließ und weitere Besiedlungen außerhalb der geschützten Stadt entstanden, blieb er weiter intakt und wurde erst beim Abbruch der Tore endgültig aufgegeben. Der Weg vom Unteren Tor durch die Stadt muss beschwerlich gewesen sein. Er war mehrmals Anlass für Korrekturen und Änderungen der Wegeführung und Bebauung. Nach der Erhebung Württembergs zum Königreich wurde das Oberamt Böblingen in das Verkehrsnetz der Chausseen einbezogen und erhielt eine Poststation. Die gestiegene Bedeutung der Stadt drückte sich im Stadterweiterungsplan von 1840 aus. Die tatsächlich realisierte

Bebauung auf dieser Plangrundlage blieb weit hinter der vorgesehenen Ausdehnung zurück. Der nächste Entwicklungsschritt war der Anschluss an das Eisenbahnnetz mit dem Bau der Gäubahn. Es folgte eine Gründerzeit vieler Unternehmen. Die Lage des Bahnhofs, des neuen Gewerbequartiers in der Unterstadt und die Anbindung des Bahnhofs wurden sehr sorgfältig und unter Einbeziehung verschiedener Varianten geplant. In einem weiteren Schritt wurde ein differenziertes Bebauungskonzept für das Gebiet nördlich der Altstadt ausgearbeitet, dargestellt im Bebauungsplan von 1918. Der Plan greift die vorhandene Bebauung und die Straßen auf und fügt sie zusammen in einem komplexen Stadtgrundriss, in dem sich viele Überlegungen niederschlagen. Dazu gehören Plätze, Straßenräume, gute und gewöhnliche Wohnlagen sowie Grünanlagen zur Verschönerung der Stadt. An mehreren Stellen wurde mit einer Bebauung begonnen, aber nur Weniges ist vollständig realisiert worden, wie beispielsweise der Elbenplatz oder die Stadtgrabenstraße. Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. Als zur Behebung der Wohnungsnot danach eine vermehrte Bautätigkeit im Wohnungsbau begann, war der Wunsch vom Wohnen im Grünen bestimmend. Darauf reagierte der Baulinienplan von 1931.


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Als die Bautätigkeit mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erlahmte, waren die westlich durch den erweiterten Bebauungsplan erfassten Gebiete nur spärlich gefüllt. Die Stadt erweckte den Anschein einer eher planlosen Ausdehnung entlang der elf Stadtzufahrten mit verschiedensten Siedlungsbereichen und vielfältigen Bautypen. Die Bebauungskonzepte bauten jedoch aufeinander auf, ergänzten sich und ergaben ein in sich schlüssiges Gesamtbild. Die drei Planungsschritte: Die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts, das gründerzeitliche Bebauungskonzept und der Baulinienplan von 1931 schufen ein gemeinsames Straßennetz aus gebauten und geplanten Straßen. Bevor dieses durch die Bebauung gefüllt wurde, traten bereits neue Entwicklungen ein, die zu weiteren Anpassungen und Veränderungen führten. Die bauliche Entwicklung der ersten Nachkriegsjahre knüpfte noch an die älteren Planungen an und setzte auf eine Wiederherstellung des Verlorengegangenen. Ende der 1950er-Jahre vollzog sich während einer dynamischen Entwicklungsphase ein Umbruch in der Stadtplanung und der Architektur. Nach den Prinzipien der Moderne wurden völlig neue Gebäudetypen, wie beispielsweise Hochhäuser, angewandt. Dies und die Geschwindigkeit, mit der innerhalb kürzester Zeit Straßen, Schulen und Infrastruktur entstanden und große Flächen sowie frei

gebliebene Lücken bebaut wurden, veränderten die Stadt. Gesamtplanungen gab es weiter für Einzelthemen, z. B. 1970 den Generalverkehrsplan und 1971 den Flächennutzungsplan. In der Planung wurde nun verstärkt dem Prinzip funktionaler Trennung gefolgt. Entstanden war ein Puzzle einer Stadt mit unterschiedlichen Teilen, alle sind für sich interessant, doch sie haben noch nicht alle zu einem Ganzen zusammengefunden. In vielfältiger Form besteht heute nach diesem Entwicklungsschub die Aufgabe darin, vorhandene Lücken zu schließen, zu ergänzen und zu vervollständigen. Hinzukommt, dass Gebäude oft sehr viel schneller nicht mehr den steigenden Anforderungen entsprechen und ersetzt oder modernisiert werden müssen. Die Innenentwicklung im Bestand erfordert aber einen längeren Planungszeitraum. Die Betroffenen und Eigentümer erwarten die Berücksichtigung ihrer Interessen und passende individuelle Lösungen, auch die Bürger verlangen eine aktivere Rolle und Mitwirkung in diesem Entwicklungsprozess. Dies hat die Aufgaben der Stadtplanung verändert. Heute werden nicht nur Lösungen für anstehende Probleme und Aufgaben gefordert, sondern vermehrt auch eine moderierende und koordinierende Rolle im Entwicklungsprozess der Stadt erwartet.

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Die Neue Meile Böblingen interpretiert eine klassische Bahnhofstraßensituation grundlegend neu. Mit dem Blick von außen war es unsere Aufgabe, ein neues Maßsystem und einen öffentlichen Bezugsraum für Böblingen anzubieten.


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INTENTION Eine planerische Absichtserklärung

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GEDACHT

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GEBAUT

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LEITBILD AUS DEM WORKSHOP DEZEMBER 2012

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+ + REALISIERT MAI 2015

GEBAU(CH)T

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CHRISTINE KRAAYVANGER

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„DAS WARTEN HAT SICH GELOHNT, DAS ERGEBNIS ÜBERZEUGT!“

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STADTRAUM HEUTE Hybride Multifunktionalität

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ewöhnlich werden Straßenprofile als lineare Räume mit einer Anhäufung an unterschiedlichen Funktionen entwickelt – Straße, Fahrradweg, Parkplätze, Gehweg, Bäume, Bänke usw. Für die Neue Meile entschied sich das Planerteam für einen anderen Weg. Durch ein situatives Entwurfsprinzip wurden beim Entwerfen Qualitäten ausgearbeitet, die sich auf die jeweilige Situation vor Ort beziehen. So entstehen kleinere Raumeinheiten, die Orte für einen kommerzfreien Aufenthalt, Treffpunkte oder Spielmöglichkeiten innerhalb einer zusammenhängenden Urbanität anbieten. Unterschied-

liche Aufenthalts- und Kommerzräume sind dabei nicht scharf voneinander abgegrenzte Bereiche, sondern gehen oftmals nahtlos ineinander über. Mehrere Alltagsräume können für eine raumübergreifende Veranstaltung als großer Eventraum genutzt werden. Ziel ist es, ein hybrides Raumgerüst zu bieten, das flexibel nutzbar, einfach anzueignen sowie erweiterbar ist. Die Abfolge verschiedener Räume soll beim Durchqueren zum Entdecken, zu Aufenthalt und Flanieren einladen.

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Vision & Konzept

Hier haken wir ein Szenographie eines Stadtraums

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STADTBODEN PROTOTYPISCH ENTWERFEN

Die Neue Meile ist das Bindeglied zwischen Altstadt und Bahnhof. Die vormals auf den Autoverkehr ausgerichtete Straße wurde grundlegend transformiert. Qualitäten zwischen Einkaufsmeile und Freizeitraum wurden neu erfunden, im Beteiligungsverfahren verfeinert und während der gesamten Umsetzung begleitet.


Vision & Konzept

Aufbauend auf zahlreichen Vorstudien und einer kompakten Entwurfsphase wurden Exkursionen, Bemusterungen und Prototypisierungsprozesse durchgeführt – immer in enger Abstimmung mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren. Seit dem Frühjahr 2015 ist die Neue Meile als öffentlicher Fußgänger-Boulevard Rückgrat öffentlicher Räume der Unteren Stadt, mitten in einer vormals autogerecht konzipierten Innenstadt.

oder gar auszutauschen. Die Neue Meile bietet damit eine echte Alternative zu den ökonomisch starken Nachbarn, wie den umgebenden Einkaufszentren. Sie präsentiert sich als attraktiver und gelebter Stadtraum.

Eine wesentliche Eigenschaft der Neuen Meile ist ihre Wandlungsfähigkeit und vielfache Nutzbarkeit. Die verschiedenen Bestandteile können je nach Anlass individuell angepasst werden. Im Entwurfskonzept weisen wichtige Ausstattungselemente unterschiedliche Lebenszyklen auf: So sind die Möbel aus Holz beispielsweise mit einem System ausgestattet, das erlaubt, sie mit wenig Aufwand zu erweitern, sie je nach Bedarf miteinander zu ergänzen

Der Elbenplatz, eine der verkehrsreichsten Straßenkreuzungen der Innenstadt, wird als Fenster zur Altstadt neu definiert: Mit einem Fontänenfeld überspielt der Platz den angrenzenden Verkehrsfluss akustisch und visuell. Die ehemalige Kreuzung wird so zu einem zentralen Aufenthaltsort.

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Vision & Konzept

Eine Wasserrinne als Inlay nimmt die Typologie früherer Wasserspiele im Straßenprofil auf. Zwischen dem neuen Einkaufszentrum und der bestehenden Kleinhandelsstruktur im weiteren Straßenverlauf wurde an einer Baulücke eine attraktivierende Wasserrinne realisiert. In Kooperation mit unterschiedlichen Nutzergruppen, insbesondere mit Jugendlichen, wurden im Möblierungsworkshop Stadtmöbel wie Freiraumsofa, Postbank und frei drehbare Einzelsitze entwickelt, die auch als Spielgeräte interpretiert werden können.


Vision & Konzept

Iberischer Granit spannt ein Pixelparkett von Fassade zu Fassade. Für die Neue Meile wurde der Bodenbelag sorgfältig geplant und das Material im kooperativen Workshopverfahren ausgewählt. Die verwendeten Steine haben unterschiedliche Farbnuancen auf und wurden gemäß Ausführungspänen Stein für Stein zu einem Pixelparkett zusammengefügt. Spezielle Baumquartiere und Entwässerungsrinnen wurden entwickelt. Die asymmetrische und verspringende Entwässerungsachse trägt zum Gesamtbild der Fußgängerzone bei und bricht die Linearität der vormaligen Straßentypologie. In Kombination mit der Möblierung entstehen so innerhalb der Fußgängerzone unterschiedliche Aufenthalts- und Servicebereiche: Die Fahrradtheken sind in Kombination mit einer Abfolge an Langbänken vielfach einsetzbar – Fahrräder können wettergeschützt eingestellt werden, die Theken laden zum Pausieren ein und können von den angrenzenden Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhabern als attraktiver Präsentationstresen eingesetzt werden.

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Vision & Konzept

Die Neue Meile hat zwei Entrées: das Fenster zur Altstadt an einem Ende, den Bahnhofsplatz am anderen. Mit bis 35.000 Pendlerinnen und Pendlern täglich stellt der Bahnhofsplatz einen zentralen Ort in der Böblinger Innenstadt dar. Der Bodenbelag sowie das Farbund Möblierungskonzept ziehen sich über den Busausstieg am Eingang der Neuen Meile bis zum Gleiszugang und der Unterführung zum Flugfeld. So spannt sich eine platzartige Situation im Bahnhofsvorfeld auf. Markante Lichtstehlen nach dem Lichtkonzept des Büros Bartenbach ergänzen den urbanen Auftakt.


Vision & Konzept

Licht schafft Identität. Die Raumorganisation leitet eine eigenständige Choreografie aus der Dialektik des schnellen Durchquerens der Pendler und des gemütlichen Flanierens ab. Die Prämisse des Gestaltungsprozesses der Neuen Meile war das Erfinden einer eigenständigen und atmosphärisch intensiven Identität: Den Lichtkörpern kommt hier sowohl in der Tag- als auch in der Nachtwirkung eine entscheidende Bedeutung zu. In Form von markanten, frei über dem Stadtraum tanzenden Lichtringen fungieren sie als wichtiges, im gesamten Tagesverlauf wahrnehmbares Merkzeichen der neuen Identität. Das Lichtplanungsbüroslumen3 entwickelte folgendes Beleuchtungskonzept: In jeder Ringleuchte sind vierzehn LED-Spots im weißen, semitransparenten Torso blendfrei angeordnet. Sie sind auf den wechselnden Natursteinbelag gerichtet und schaffen so eine Erzählstruktur, die den umgebenden Kaufwelten angenähert ist. Nachts gliedern Lichtinseln den Straßenraum in eine spannende Abfolge von Lichtintensitäten.

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Vision & Konzept

Vision & Konzept

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PROZESSE kultivieren Entstehung der Bahnhofstraße

Ja zur Fußgängerzone

der Gemeinderat der Stadt Böblingen fasst einen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung einer Fußgängerzone in der Bahnhofstraße

Stadtleitbild BB 2020 Rahmenplan Unterstadt Untersuchungen, Planungen und Konzepte

Arbeitsgemeinschaft Strukturoffensive Böblingen-Mitte mit Gemeinderäten

1980

2005

2003

Planungsgruppe Bahnhofstraße mit Planern und Anliegern zur Erarbeitung eines Masterplans

2006

2007 Festlegung Sanierungsgebiet Böblingen-Mitte

Arbeitsgemeinschaft Bahnhofstraße mit Anliegern

Inbetriebnahme neuer Busbahnhof Machbarkeitsprüfung

2009 2010 2008 Umgestaltung Wolfgang-Brumme-Allee Talstraße Masterplan Bahnhofstraße

Förderung über Bund-Länder-Sanierungs und Entwicklungsprogramm

Die Neue Meile - Intentionen zum Entwurf

Bahnhofstraße als Bindeglied zwischen Flugfeld, Altstadt und Stadtgarten


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Vision & Konzept

Vision & Konzept

Auswahl Planungsidee und Partner

Eröffnung Erweiterungsbau und Umbau Kreissparkasse Erneuerung Bahnhofstraße 22 Infoveranstaltung Olga- und Uhlandstraße Infobüro am Tag der Städtebauförderung

bauchplan ).( wird als Planungspartner ausgewählt Infotage Innenstadt - was passiert im Bereich der Bahnhofstraße? Broschüre “Zukunft entsteht” Anliegerveranstaltung Bahnhofstraße Möblierungsworkshop mit Bürgern Infoveranstaltung Umgestaltung Bahnhofstraße Infoveranstaltung Baubeginn

Sofortmaßnahme zur Verkehrsberuhigung Nacht der Museen mit Unterstadtmodell und Infomöglichkeit

Eröffnung Bahnhofstraße

Grundsteinlegung Mercaden®

Infoveranstaltung zu Bauprojekten in der Böblinger Bahnhofstraße Baubeginn Unterführung zum Flugfeld und Bahnhofsumbau

2011 Bebauungsplan “Stadteingang Bahnhofstraße” Infostunden zur Innenstadtentwicklung im Treff am See Lichtkonzeption

2012

2013

Farb- und Materialleitplan Innenstadtrundgänge mit Bürgermeisterin Bürgerbefragung zu Szenarien zur Atmosphäre Fragebogenaktion mit visualisiertem Fragebogen Neubürgerempfang mit Infotafeln Projektgruppe Unterstadt Ideenworkshop mit Experten Abbruch Bahnhofstraße 25

2014

2015

2016

Spatenstich Bahnhofstraße Neubau Bahnhofstraße 29-31 Infoveranstaltung Innenstadtprojekte Beschluß Umbau Nebenstraßen Unterre Stadt Eröffnung Mercaden

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Bahnhofstraße vor dem Umbau

Neue Meile als Lebensraum

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Teilhabe als Prinzip

TEILHABE ALS PRINZIP

Ein neuer Bezugsraum für Böblingen


Teilhabe als Prinzip

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Teilhabe als Prinzip

Dialog als Kunst Gemeinsam gestalten

Ein Interview mit Dietmar Weber, Carmen Stark und Michèle Aicher vom Amt für Stadtentwicklung und Städtebau

„WIR WOLLTEN KEINE AUFGESETZTE PLANUNG.“ Die Straße lebt von den Leuten vor Ort. Wir hatten die Aufgabe, mit allen Beteiligten den passenden Entwurf für die Fußgängerzone zu finden. Sie waren intensiv an der Neugestaltung der Bahnhofstraße beteiligt. Wie erleben Sie Ihre Neue Meile jetzt? Weber: Die neue Fußgängerzone ist nach kurzer Zeit bereits fest in der Stadtstruktur verankert. Sie wird von den Bürgern gut angenommen und belebt. Es ist erstaunlich, wie lange Veränderungen brauchen, bis sie endlich realisiert und umgesetzt sind, und wie schnell das Vergangene vergessen und das Neue alltäglich wird. Allerdings nur wenn das Ergebnis die Erwartungen auch erfüllt. Aicher: Urban und belebt! Stark: … und dies, obwohl die „Ränder“ noch nicht überall fertig sind.

Das Einbeziehen der Bewohner und jener Menschen, die tagtäglich die Fußgängermeile nutzen, ist schon bei der Planung sehr wichtig, aber auch zeitaufwendig und intensiv. In manchen Städten scheut man sich vor so einer intensiven Zusammenarbeit.

Warum war der Stadt Böblingen die Teilhabe an diesem Projekt so wichtig? Weber: Der erste Anlauf für eine Fußgängerzone war 1994, als die Bahnhofstraße das Entrée von der S-Bahn in das Gartenschaugelände an den Seen werden sollte. Das ging vielen zu schnell, die Veränderung war zu weitreichend. Nach dem Probelauf war Schluss. Auch deswegen gab der Gemeinderat beim Grundsatzbeschluss 2008 den Stadtplanern den Auftrag, gemeinsam mit den Anliegern und Bürgern die Fußgängerzone zu planen. Das haben wir ernst genommen. Wir wollten auch keine „aufgesetzte Planung“, vieles war schon da, z.B. Pflastersteine, Wasser, Bäume. Es war daher nicht „tabula rasa“ angesagt und alles wird neu, sondern uns hat beschäftigt: Was hat sich bewährt, was nicht, wie kommen wir weiter. Stark: Die Straße lebt von den Leuten vor Ort. Wir hatten die Aufgabe, mit allen Beteiligten den passenden Entwurf für die Fußgängerzone zu finden. „Zu finden“ bedeutet in diesem Zusammenhang natürlich „durch Planer entwickeln zu lassen“.


Teilhabe als Prinzip

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Teilhabe als Prinzip

„DIE EINWOHNER WÜNSCHEN SICH SCHON SEIT LANGEM EINE LEBENDIGE INNENSTADT UND EINE FUSSGÄNGERZONE. “ Das Projekt wurde sehr zügig umgesetzt. Deshalb war es ganz besonders wichtig, dass alles Fach- und Detailwissen zu jeder Zeit erreichbar war.

Bei Planungs- und Bauprozessen gibt es unzählige Dinge zu berücksichtigen. Welche Stolpersteine waren aus Ihrer Sicht die größten? Weber: Alle privaten und öffentlichen Baumaßnahmen aufeinander abgestimmt zu entwickeln und zu fördern war für mich eine der größten Herausforderungen. Überrascht hat mich die Menge an Versorgungsleitungen im Untergrund. Als dann auch noch die Fernwärme dazukam, blieb kaum noch Platz für Bäume und anderes. Unser Arbeitsteam war knapp besetzt, Ausfälle waren manchmal schwer aufzufangen. Aicher: Das Projekt wurde so zügig umgesetzt, dass es ganz besonders wichtig war, dass alles Fach- und Detailwissen zu jeder Zeit erreichbar war. Wir mussten teilweise ganz schön „rumrödeln“.

Was hat Sie im Planungs- und Bauprozess positiv überrascht? Weber: Die Mitwirkungsbereitschaft rings herum war sehr groß, aber man muss sich die Mühe machen, rechtzeitig den Abstimmungsprozess in Gang zu setzten. Wenn Planungsentscheidungen schon getroffen sind, ist man zu spät dran. Besonders hervorzuheben ist das Engagement und die Bereitschaft aller Beteiligten und Akteure, die Entwicklung der „Unteren Stadt“ als gemeinsame Aufgabe anzugehen und zu bewältigen. Stark: Das Engagement und die Unterstützung aller Beteiligten – Planer, Baufirma, Kollegen und Chefs, Gemeinderäte, Anlieger – und noch vieler mehr. Aicher: Ich bin erst seit 2014 in Böblingen tätig und direkt ins Projekt eingestiegen. In anderen Städten habe ich ähnliche Planungen betreut. Hier hat mich besonders

beeindruckt, in welcher Detailschärfe die Planung entwickelt und noch in der Bauphase begleitet wurde.

Wir finden, es war eine mutige Entscheidung in der Autostadt Böblingen, den Verkehr aus der Bahnhofstraße zu verbannen. Da gab es sicher anfänglich nicht nur Zustimmung. Wie hat die Bevölkerung reagiert? Weber: Ich glaube, es war keine Entscheidung gegen das Auto, sondern das Ziel einer attraktiven fußgängerfreundlichen Innenstadt stand im Vordergrund. Eine Fußgängerzone zentral gelegen, belebt und mit Geschäftsbesatz hat in Böblingen bisher gefehlt. Stark: Böblingen ist zwar eine Autostadt – die Einwohner wünschen sich aber schon seit langem eine lebendige Innenstadt und eine Fußgängerzone. Dies wurde z.B. im Leitbildprozess BB 2020 geäußert. Das Amt für Stadtentwicklung und Städtebau hat dies in Entwicklungsplänen weiterverfolgt. Aicher: Eine Fußgängerzone zu haben heißt ja nicht, dass Autofahrer diese nicht betreten dürfen. Wir freuen uns auch, wenn viele Autofahrer in den umliegenden Parkgaragen parken und von dort die Fußgängerzone aufsuchen.

Was würden Sie beim nächsten Projekt anders machen? Weber: Kein Projekt ist so wie das andere, deshalb würde vieles anders werden. Es sollte am Ende auch nicht dasselbe herauskommen sondern etwas individuelles entstehen. Aber natürlich habe ich von der Komplexität der Aufgabe viel mitgenommen und viel gelernt. Ich glaube das ging allen so.


Teilhabe als Prinzip

Aicher: Mir fällt spontan nichts ein. Projekte sind aber nie miteinander vergleichbar. Stark: Es gibt immer KIeinigkeiten, die man gern anders gemacht oder gehabt hätte. Im Großen und Ganzen lief das Projekt aber ziemlich gut – auch dank der Projektgruppe unter Leitung von Frau Koch – wir haben gemeinsam fachübergreifend die Aufgaben, die sich gestellt haben, bewältigt. Bei einem nächsten Projekt muss man erst mal sehen, worum es geht und dafür dann die passende Struktur finden.

Ihr täglicher Weg zur Arbeit führt durch die Neue Meile. Wie ist das jetzt für Sie persönlich? Weber: Erfreulicherweise sind die Begegnungen mit den Händlern und Anlieger der Straße durchweg positiv und freundlich, sodass ich auf meinem Weg vom Bahnhof ins Rathaus zum Glück keinen Umweg gehen muss. Deshalb kann ich auch den Wechsel der Jahreszeiten in der Straße auf mich wirken lassen und genießen. Aicher: Für meinen Aufgabenbereich bei der Stadt ist das sehr praktisch. Jeden Tag entdeckt man doch immer noch ein paar Kleinigkeiten, die man gleich am Arbeitsplatz in Angriff nehmen kann. Stark: Schön – wesentlich angenehmer als vorher. Sowohl wenn es hell und belebt ist, als auch wenn durch die Lichtringe und Stelen am Bahnhofsplatz Ambiente bei Nacht geschaffen wird.

Die letzte Frage daran gleich anschließend: Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Weber: Ja! Ich habe mir zu Beginn der Planungen auch nicht vorstellen können, dass eine derart auf die

Anforderungen der Bahnhofstraße passende Lösung gefunden wird. Die Ergebnisse der letzten Bürgerbefragung von 70% mit der Note 1 und 2 der abgegebenen Bewertungen spricht für sich. Schade, dass die Zahl der jährlich entfernten Kaugummis am Bahnhof auch rekordverdächtig hoch ist. Aicher: Absolut. Stark: Die Frage erübrigt sich, glaube ich.

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Teilhabe als Prinzip

„TEILHABE IN PLANUNG UND UMSETZUNG


Teilhabe als Prinzip

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FÖRDERT IDENTIFIKATION“

TOBIAS BALDAUF, BAUCHPLAN ).(

ERFAHRUNGSAUSTAUSCH Stadtspaziergang beim Nachbarn und daheim

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er partizipative Ideenentwicklungsprozess wurde von der Stadt Böblingen gestartet, zu Beginn der Planungsphase von bauchplan ).( intensiviert und während des gesamten Planungs- und Ausführungsprozesses fortgeführt.

Mit dem Gemeinderat und interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurden Stadtspaziergänge und regelmäßige Workshops durchgeführt. Dadurch wurde eine höchstmögliche Einbindung der Öffentlichkeit und der Menschen vor Ort geschaffen –

unter der Prämisse eines effizienten Einsatzes öffenlicher Gelder. Vorhandenes Wissen und Engagement der Mitwirkenden wurde sichtbar, in der Umsetzungsphase aufgegriffen und weiterentwickelt.


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Teilhabe als Prinzip

Böblingen

(MIT)GESTALTEN DIE INTEGRATION ZAHLREICHER AKTEURE SCHAFFT ÖFFENTLICHEN RAUM MIT ENTWICKLUNGSPOTENZIAL /////////////////////////////////////////////////////////

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Das transparente, gemeinsame Arbeiten an konkreten Vorschlägen und Gestaltungsideen mit den Anwohnern wie auch den Beteiligten vor Ort bildet Vertrauen und bietet die Möglichkeit, sich einzubringen.


Teilhabe als Prinzip

T

eilhabe. Ein ständiger Abwägungsprozess individueller und kollektiver Interessen. Kreativität und soziales Engagement sind grundlegende Voraussetzungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Durch Teilhabe wurde eine breite Öffentlichkeit erreicht und auf den Entwicklungsprozess aufmerksam gemacht. Zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Citymanagement wurde gestalteten wir, die ansässigen Betriebe, der Jugendgemeinderat und die Anwohnerinnen und Anwohner unterstützten uns tatkräftig. Ein gegenseitiges Vertrauen aller Beteiligten und ein gemeinsam etablierter Ansatz machten es möglich, prototypische Elemente speziell für Böblingen zu entwickeln. In den partizipativen Workshops,

die über Monate hinweg organisiert wurden, fand direkter Kontakt mit den Stakeholdern und ihren Erwartungen statt. Dieser kooperative Ansatz erlaubte die Verwendung von individuell gestalteten Produkten, wie Möblierung, Beleuchtung, Entwässerungsrinnen und Baumscheiben. Bis zur Fertigstellung wurden laufend Alternativen mit der Stadtverwaltung, den Anrainerinnen und Anrainern und Herstellern evaluiert, um einen reibungslosen Abschluss des Projekts zu ermöglichen. Durch die intensive Zusammenarbeit wurden unterschiedliche Anforderungen und Interessen deutlich und passende Lösungen entwickelt. So entstand ein gemeinsames Verständnis, das sich individuell über den Fertigstellungszeitraum hinaus fortsetzt.

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Teilhabe als Prinzip

Kreationen ermöglichen Atmosphären und Begegnungsqualitäten für Böblingen formulieren

Prof. Markus Schlegel, Studiendekan und Professor für Farb- und Architekturgestaltung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim

„FARBE HILFT UNS, STADTRAUM ZU VERSTEHEN.“ Herr Prof. Schlegel, sie sind Experte für Farbdesign. Warum ist Farbe ein identitätsstiftendes städtebauliches Gestaltungsmittel? Alles was wir sehen und wahrnehmen ist ein dreidimensionales System aus Zeichen- und Bedeutungscodes. Als Bedeutungscode bezeichne ich formalästhetische, gestalterische Kriterien die einen Gegenstand oder Raum beschreiben und prägen. Gestalter entscheiden sich für oder gegen eine Form-, Material- oder Farbsprache um etwas auszudrücken. Farbe ist ein ganz wesentliches gestalterisches Medium, welches sehr direkt sichtbar ist und im Bezug auf Stadt einen Teil unserer kulturellen Codierung ausmacht. Als Betrachter lesen wir regelrecht den städtebaulichen Kontext. Farbe hilft uns dabei Stadtraum zu erfassen und zu verstehen. Typische regional gelernte Material- und Farbsprachen wirken somit vertraut, unterstützen unser kulturelles Gedächtnis und wirken daher identitätsstiftend.

Welche Besonderheiten hat Ihr Böblinger Farbund Materialprofil? Wir erfassen zunächst die typischen Farbprofile einer Region oder Stadt: Welche Werkstoffe wurden verbaut, wie ist die geografische Farbsprache über Erden,

Steine, Baum- und Blattstruktur etc. gelagert. Böblingen ist unter anderem durch Sandstein, Fachwerkbauweise oder Putzfassaden historisch geprägt. Zusätzlich herrscht in der Umgebung ein eher ländlicher Charakter. Polar dazu ist Böblingen aber auch durch “High-Tec Wirtschaft” eingebettet in globales Denken und Handeln. Unser Material- und Farbprofil sieht entsprechend ein eher enges Spektrum an Farbigkeit vor, dass diesen natürlichen, ländlichen Charakter farblich aufnimmt und die natürlichen Nuancen der Steine und Hölzer fortschreibt. Dazu sehen wir speziell in der Bahnhofstraße in der Erdgeschosszone sehr starke und intensive Kontraste über Shopgestaltung und Werbeanlagen. Diese sollten in ein eher ruhiges und stabiles Gesamtspektrum eingebettet worden.

Wie haben Sie das Farbkonzept für Böblingen erstellt? Nachdem das grobe Farbspektrum über die Erfassung des Bestandes und des Umfelds festgelegt war, haben wir begonnen, dafür Farbprofile nach einem metrischen Farbsystem festzulegen. Ziel war nicht konkret Farbtöne für zum Beispiel spezifische Fassaden zu fixieren, sondern einen möglichen Farbraum zu öffnen,


Teilhabe als Prinzip

welcher für das Stadtplanungsamt als Leitlinie für das Gesamtprojekt zu benutzen ist. Dabei wurden auch Kontraste und Helligkeitsstufen beschrieben oder ein Vorschlag für eine mögliche Farbabfolge als Farbleitplan für die einzelnen Liegenschaften skizziert. Parallel dazu hatten wir zum Thema „Einstellung von Atmosphäre” über „Boden und Wand” also Interaktion von Bodenbelag und Fassadengestaltung, einen Materialworkshop mit Planern und Stadtvertretern bei raumprobe (Materialdatenbank) durchgeführt, um gemeinsam ein mögliches Spektrum an Fassaden und Bodenmaterial zu identifizieren.

Sie haben im Vorfeld 3 unterschiedliche Szenarien für die Bahnhofstraße erarbeitet. Können Sie diese kurz erläutern? Wenn wie in Böblingen die Möglichkeit besteht über die Sanierung mehr als 50% der gestalterisch sichtbaren „Elemente“ (Bodenbelag, Freiraumgestaltung, Fassaden) in einem überschaubaren Zeitrahmen zu verändern, dann ist es naheliegend im Vorfeld darüber nachzudenken, welchen Charakter oder welche Atmosphäre eine Fußgängerzone nach der Sanierung ausstrahlen soll. Die „Einstellung der einzelnen gestalterischen Kriterien/ Codierungen“ können wir, wie eben beschrieben, steuern. Als Teil eines vorangestellten Zielfindungsprozess war unsere Empfehlung über „wünschbare Szenarien“ die bildhaft gelagert und aufgearbeitet sind zu arbeiten. Ein Verfahren aus dem Segment „Zukunftsforschung in der Gestaltung“. Das Ziel ist, eine Art Leitidee als Zusammenführung diverser Kriterien nachhaltiger Stadtentwicklung, hier zum spezifischen Thema Atmosphäre und Begegnungsqualität durch Materialität, Form, Farbe und Licht zu formulieren. Das Erfassen und Erläutern eines bestehenden Farb-, Material- und Architekturprofils eines städtischen Raumes bzw. eines Bedeutungsmusters und Zeichensystems einer Stadt über ein Farb-, Material- und Architekturscouting steht an erster Stelle. Gegliedert wird in der Auswertung nach eher positiv bzw. eher negativ bewerteten „Eindrücken“ und „Aussagen“ bezüglich Atmosphäre, Begegnungsqualität oder Raumempfindung. Das ermittelte und visuell dargestellte Profil dient als Richtwert für mögliche Fortschreibungen, Kursänderungen oder Neukreationen. Unter Einbeziehung aktueller Entwicklungstrends und der Erkenntnisse aus Zukunftsforschungen u.a. der Fraunhofer-Gesellschaft wurden drei Szenarien definiert, die unterschiedliche Leitthemen für eine zukünftige Atmosphäre aufzeigen. Darin eingeflossen

sind Überlegungen zu Markenbildung und Profilierung des künftigen Nutzungscharakters. a./ „Avantgarde“ steht für den Einsatz neuer Medien, Infotainment und stilistisch für fließende Räume und eher geschwungene Formen. b./„Klassisch-modern“ bezeichnet eine eher vertraute Gestaltung im rechten Winkel, oft in Stein/Beton und Holz als Materialkombination und in klaren geometrischen Formen, ergänzt durch künstlerische Elemente. c./„Ornamental-modern“ skizziert einen Charakter, der sich auf natürliche Bezüge wie Grün, Gesundheit und Ökologie stützt, dabei Nachhaltigkeit, Frische und Entschleunigung vermittelt und auch ornamentale Motive verwendet. Alle drei Zukunftsvisionen haben direkt mit Böblingen zu tun, stellen mögliche Denkmuster dar und wurden dann zur Diskussion gestellt. Eine darauf aufbauende Fortschreibung zu den „eher positiv bewerteten Positionen“, sowie die zusätzliche Kreation eines möglichen weiterführenden Bedeutungsunterschiedes eines Stadtraumes oder Quartiers, wurde dann über einen Ideenworkshop und verschiedene Planungsebenen weiter verfolgt. bauchplan ).( war bereits im Ideenworkshop gut darin, Szenarien in konkrete Planung zu übersetzen. Das Team hat anschließend auch den Planungsauftrag für die Fußgängerzone erhalten.

Welche Atmosphäre hat die Neue Meile Böblingen jetzt? Die neue Meile zeigt sich heute außergewöhnlich vertraut, unaufgeregt und erinnert fast an einen Innenraum. Die optischen Anregungen sind subtil in das Gesamtkonzept integriert. Durch die farblich fein differenzierte Gestaltung des Bodenbelages liegt heute eine sehr „wohnlich wirkender Teppich“ aus, der hell, natürlich und regional glaubwürdig ist. Die Zonierung über Bäume, interessant gestaltete Freiraummöbel oder Wasserspiele rhythmisieren und gliedern diesen innerstädtischen Raum. Das Lichtkonzept rundet die Sache ab. Hier will ich aber nicht nur auf die Abendstunden abzielen. Die formale Gestaltung der Lichtkreise die frei im Raum zu schweben scheinen, begrenzen den Raum in der Höhe sehr elegant. Dadurch wird tatsächlich im raum- zeitlichen Kontext ein Innenraum skizziert, der sich ständig verändert und dem Auge Ruhe und dennoch Abwechslung bietet. Eine perfekte Inszenierung von Vertrautem und Zukunftsweisendem ist gelungen.

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Teilhabe als Prinzip

Rechtliche Herausforderungen

Qualität sichern mittels EU-Vorgaben

Von Prof. Dr. Antje Boldt, Rechtsanwältin für Vergabe-, Bau- und Architektenrecht, Frankfurt am Main

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„WIE DER STEIN, DIE TÜCKE LIEGT IM DETAIL“

u dem Gesamtbild der Böblinger Meile trägt wesentlich der gewählte Pflasterbelag bei. Bereits die Auswahl des Natursteins unterlag einem langwierigen Abstimmungsprozess. Nachdem der Beschluss gefallen war, wäre die Umsetzung in der Praxis nur noch ein geringes Problem, dachte man vorerst. Eine Firma würde beauftragt werden, die diesen Stein verlegt. In der Realität ist es aber nicht so einfach. Da öffentliche Gelder im Spiel waren und es sich um einen größeren Auftrag handelte, gibt die EU Regelungen vor, wie die Baufirma, die die Arbeiten ausführen soll, auszuwählen ist. Im Rahmen dieser öffentlichen Ausschreibung kann nicht ohne Weiteres ein bestimmter Stein gefordert werden, weil dies gegen Wettbewerbsprinzipien verstoßen würde. Der Auftraggeber, hier die Stadt Böblingen, darf allgemein beschreiben, wie der Stein beschaffen sein soll, den die Bieter bei ihren Angeboten berücksichtigen sollen. Dies ist sehr kompliziert, weil letztendlich die Qualität eines Steins, bezogen auf seine Oberfläche, seine Festigkeit,

seine Farbe und seine hydrologischen Eigenschaften genau beschrieben werden muss. Im Rahmen der Baumaßnahme zur Böblinger Meile ist die Beschreibung sehr gut gelungen: einige Bauunternehmen versuchten, den Auftrag zu erlangen, indem sie andere Steine anboten, als vom Stadtrat beschlossen. Durch intensive rechtliche Auseinandersetzung konnte sichergestellt werden, dass tatsächlich nur derjenige Bewerber den Zuschlag für die Ausführung der Arbeiten erhielt, der auch die geforderte Steinqualität liefern konnte. Für die juristische Begleitung bedeutet dies, dass man in erheblichem Umfang auf eine gute Beratung und Zuarbeit der technisch versierten Personen – sowohl bei der Stadt Böblingen als auch bei dem beteiligten Planungsbüro – angewiesen war. Dadurch können Qualitätsvorgaben im Einzelnen verstanden und rechtlich sichergestellt werden. Diese sind dann einzuhalten. Bei diesem Projekt ist dies ohne erheblichen Zeitverzug gelungen!


Teilhabe als Prinzip

Entwerfen endet nie. Ein partizipativer Findungsprozess für Böblingen.

Als Reaktion auf bestehende Unsicherheiten hinsichtlich Projektdimension und Intensität wurde ein interaktiver Planungsprozess initiiert. Der Aufgabenstellung näherte man sich prototypisch, um zukunftsfähige, spezifische Möglichkeitsräume zu schaffen. In einem monatelangen Prozess wurde der Bodenbelag ausgesucht. Das umgesetzte Resultat ist dabei unmittelbar an seinen Entstehungsprozess gekoppelt. Der Prozess selbst verblieb so lange wie möglich offen, sodass auch in der Umsetzungs- und Nutzungsphase Weiterentwicklungen im Sinne der Projektqualität zulässig waren.

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Teilhabe als Prinzip

„DER AUSGEWÄHLTE NATURSTEIN IST DAS ERGEBNIS AUFWENDIGER RECHERCHEN UND PERFEKTER JURISTISCHER BEGLEITUNG.“ STEFAN RECKLING, BESCO


Teilhabe als Prinzip

AUF GRANIT GESTOSSEN &

IN STEIN GEMEISSELT

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er künftige Stadtboden als demografisches Pflaster war Grundprinzip zur Neuen Meile. Entsprechend intensiv waren die Gespräche im Zuge der Wahl des geeigneten Belags. Mit dem Ziel einer möglichst hohen Transparenz im Findungsprozess, gab es auf dem Marktplatz Böblingens eine öffntliche Bemusterung möglicher Beläge mittels vier Testfeldern: eine Variante aus regional produziertem Betonstein, ein Musterfeld mit Granit aus China, eine Natursteinvariante aus dem Bayerischen Wald und eine iberische Variante mit Steinen aus Portugal sowie Spanien. Alle Muster orientierten sich am warmen Beige-Farbraum aus dem Farbkonzept von Prof. Schlegel und einem repräsentativen Verlegeplan. Die Farbvorgabe war in Verbindung mit den geforderten Gesteinsqualitäten zunächst eine technische Herausforderung: Weltweit können nicht viele Steinbrüche das gewünschte beige Farbspektrum mit der entsprechenden

Haltbarkeit hinsichtlich Abriebfestigkeit, Tausalzbeständigkeit und Druckfestigkeit anbieten. Für die mögliche Variante mit chinesischem Granit wurden zusätzliche Zertifizierungen eingeholt, um faire Arbeitsbedingungen ohne Kinderarbeit sicher zu stellen. Die Wahl des Gemeinderats fiel aus gestalterischen Gründen auf die iberische Variante des Natursteinlieferanten BESCO. Diese wurde mit entsprechender juristischer und steinkundlicher Unterstützung in der öffentlichen Ausschreibung exakt beschrieben und musste durch die Bieter nochmals qualitativ werden. Der ausführliche Findungsprozess machte der Stadt als öffentliche Auftraggeberin möglich, die getroffene Wahl innerhalb einer öffentlichen Vergabe einzufordern. Strenge Qualitätskontrollen und Proben durch ein Stuttgarter Institut gewährleisteten die gewünschte Gesteinsqualität in der Bauzeit.

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Teilhabe als Prinzip

belgranoÂŽ Steinbruch in Spanien vom Natursteinlieferanten BESCO

STEINBRUCH AB HIER Fair-Stone

Die Sache mit dem Stein

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Teilhabe als Prinzip

Blocktransport am belgrano® Steinbruch vom Natursteinlieferanten BESCO

Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit sind für die Wahl des richtigen Steins wichtige Anforderungen.

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iele Reportagen und Medienberichte schildern die teilweise prekären Arbeitsbedingungen der Natursteinindustrie. Die Einhaltung sozialer und ökologischer Produktionskriterien war von Beginn an ein großes Anliegen von bauchplan ).(. Im Abwägungsprozess mit den Parametern der knappen Bauzeit und entsprechender Transportwege sowie der Unabwägbarkeiten im Zoll fiel die Steinwahl bei qualitativer Vergleichbarkeit letzlich auf den Bodenbalag aus iberischem belgrano® Naturstein von BESCO. Die Steine werden unter fairen Bedingungen innerhalb europäischer Sicherheitsstandards produziert. Um die langfristige Haltbarkeit zu gewährleisten, mussten die ausgewählten Steine ein strenges Qualitätssicherungsverfahren durchlaufen. Hohe Anforderungen an Wasseraufnahme, Biegefes-

tigkeit, Druckfestigkeit, Rohdichte, Frost-Tausalz-Beständigkeit und Abriebwiderstand wurden erfüllt. Der für die Böblinger Meile verwendete Granitstein wird in Steinbrüchen in Spanien und Portugal abgebaut. Aus den gewonnenen Blöcken werden die Steine dann innerhalb normierter Toleranzen zu den vorgegebenen Formate weiterverarbeitet. Die iberischen Steinbrüche wurden von erfahrenen Natursteinsachverständigen auch hinsichtlich produktionsabläufen begutachtet. Auffalend war, dass die Granitvorkommen nach nur wenig Abraum bereits Steinmaterial von extremer Härte aufwiesen, welches hervorragend für die Verwendung als dauerhafter Plattenbelag geeignet ist. Nach Farben und Formatvariantionen vorsortiert wurde die Böblinger Baustelle direkt und ohne große Lagerlogistik beschickt.

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Teilhabe als Prinzip

ENTSCHEIDUNG Prozess

JA! zur Teilhabe MÖBLIERUNGSKONZEPT

MÖBLIERUNGSWORKSHOP MIT VERSCHIEDENEN NUTZERGRUPPEN

„ES ZEIGT SICH, DASS ETWAS GUTES DABEI STADTVERWALTUNG UND GEMEINDERAT AN JA! zu europäischem Stein JA! zur Fußgängerzone

BEMUSTERUNG AM MARKTPLATZ IN BÖBLINGEN

FEIERLICHE ERÖFFNUNG DER BÖBLINGER MEILE


ja Teilhabe als Prinzip

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JA! zum einzigartigen Lichtring

JA! zur modularen Möblierung

BEMUSTERUNG LICHTRING

BEMUSTERUNG MÖBLIERUNG

HERAUSKOMMT, WENN EINEM STRANG ZIEHEN.“

CHRISTINE KRAAYVANGER, BÜRGERMEISTERIN

JA! zur handwerklichen Sorgfalt

JA! zum Fontänenfeld

HANDEINBAU MUSTERFLÄCHE

FONTÄNENFELD AM ELBENPLATZ


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Öffentlich(keit) bauen

ÖFFENTLICH BAUEN

Erfinden für Böblingen


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Öffentlich(keit) bauen

(KEIT) © Berit Erlbacher

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Öffentlich(keit) bauen

Gemeinsam bauen wir Eine Fußgängerzone von morgen

Ein Interview mit Herbert Aggeler, Bauleiter J. Friedrich Storz

„EINE DER SCHÖNSTEN UND ANSPRUCHSVOLLSTEN BAUSTELLEN, DIE ICH BAUEN DURFTE.“ Als erfahrener Bauleiter haben Sie bereits viele große Projekte durchgeführt. Was sagen Sie zur Neue Meile? Die Neue Meile in Böblingen war eine Herausforderung an die Firma J. Friedrich Storz Verkehrswegebau als ausführende Baufirma. Von Anfang an war klar, dass es bei dem Auftrag aufgrund seiner Komplexität und dem engen zeitlichen Rahmen auf genaue Planung der einzelnen Bauphasen sowie höchste Präzision beim Verlegen des Natursteinbelages (Pixelpflaster) ankam. Zur fertiggestellten Meile ist meine persönliche Meinung: Eine der schönsten und anspruchsvollsten Baustellen, die ich bis dato bauen durfte.

Die Bahnhofstraße verbindet die Altstadt mit dem stark frequentierten Bahnhof. Hier gibt es zahlreiche Geschäfte, viele Bewohner, und Pendler durchqueren diesen Stadtteil täglich zu Fuß. Also ein sehr belebter Ort, auch während der Bauphase. Wie empfanden Sie die Arbeit in diesem Umfeld?

Wenn man so aktiv in eine Hauptverkehrsachse wie die Bahnhofstraße eingreift, die von Pendlern, Fußgängern, Anwohnern, Schülern und Kunden der ansässigen Ladengeschäfte und Einzelhändler genutzt wird, kommt es zwangsläufig zu Berührungspunkten und Behinderungen. Da wird von allen Beteiligten sehr viel Verständnis und auch Optimismus in das Projekt vorausgesetzt. Abstimmungsphasen und gezielte Koordinationsgespräche im Vorfeld der einzelnen Bauphasen mit den Beteiligten und der Stadt hatten das Ziel, Behinderungen so gering wie möglich zu halten und einen effektiven Bauablauf zu gewährleisten, was sehr gut gelungen ist. Als Resümee kann man sagen: Alles hat sehr gut geklappt, die Zusammenarbeit mit den Beteiligten war nicht immer einfach, da verschiedene Interessen aufeinander trafen, gleichwohl wurde immer eine Lösung oder ein Kompromiss gefunden. Was mich persönlich noch sehr positiv stimmt: Aus Sicht des Arbeitsschutzes und der Baustellensicherung hatten wir während der gesamten Bauphase keinen Unfall auf der Baustelle zu verzeichnen.


Öffentlich(keit) bauen

Welchen bautechnischen Herausforderungen gab es während der Umsetzung? Wie bei allen großen Bauprojekten sehr viele. Beispielsweise die zu erneuernden Hausanschlüsse, wo aufgrund der Tiefe des Hauptkanals von mehr als fünf Metern spezielle Kammerdielenverbau-Elemente zum Einsatz kamen. Oder die Vielzahl der Bestandsleitungen der verschiedenen Versorgungsunternehmen, die durch zahlreiche neu zu verlegende Leitungstrassen ergänzt wurden. Eine weitere Herausforderung war die Genauigkeit beim Versetzen von Einbauten, Baumscheiben und sonstigen Teilen, da alles höhen- und lagemäßig auf den Pflasterbelag abgestimmt werden musste. Eine der größten Herausforderungen der Baustelle war der gesamte Bau des Fontänenfeldes am Vorplatz der Kreissparkasse. Es mussten sehr viele Bauteile und Komponenten passgenau ineinander greifen, sodass es am Ende der Bauphase für alle am Bau Beteiligten eine große Freude war, das fertige Fontänenfeld in Aktion zu erleben.

Auf einer Baustelle arbeiten viele Firmen, Planer und die Verwaltung an einem gemeinsamen Ziel. Wie lief die Koordination und Zusammenarbeit bei diesem Projekt ab? Dieser Punkt ist bei solchen Projekten oft die große Unbekannte. Doch von Beginn an war zu spüren, dass alle Beteiligten in die gleiche Richtung zogen, um die Neugestaltung der Böblinger Meile bestmöglich abzuschließen. Die Stadt Böblingen, das Tiefbauamt, bauchplan ).( als federführendes Büro und alle am Bau Beteiligten waren stets bemüht, sobald ein Problem auftrat, dies in kürzester Zeit zu lösen. Man hatte auf allen Seiten stets kompetente Ansprechpartner, die gemeinsam Entscheidungen trafen, welche auch bautechnisch umsetzbar waren. Um es auf den Punkt zu bringen: So macht Bauen Spaß.

Sie waren viel vor Ort und hatten sogar unter der Woche Ihren Lebensmittelpunkt in Böblingen. Wie haben Sie die Stadt und die Menschen erlebt? Wir waren fast zwei Jahre ein Teil von Böblingen, wo wir arbeiteten und unsere Freizeit verbrachten. Wir haben die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums Mercaden erlebt, die Vorzüge der Böblinger Gastronomie genossen und

auch viele Anwohner kennen und schätzen gelernt. Wir haben Freundschaften geschlossen, die bis zum heutigen Tag Bestand haben. Vor allem war ich fasziniert, wie groß das Interesse an unserer Arbeit war. Sehr oft wurde man detailliert über Arbeitsabläufe gefragt oder mit großer Bewunderung wurde von Passanten verfolgt, wie die schweren Natursteinplatten mit den Steinmagnet-Verlegemaschinen millimetergenau versetzt wurden. Das Interesse an der gesamten Baumaßnahme war sehr groß.

Wie war die Stimmung auf der Baustelle? Die Stimmung auf der Baustelle war sehr gut, der Bezug der Mitarbeiter zur Baumaßnahme hat sich sehr schnell eingestellt, jedem wurde klar, dass er an etwas Besonderem beteiligt war. Die hohe geforderte Qualität von Auftraggeberseite spornte ebenfalls alle Beteiligten zusätzlich an, wenn dann noch die geleistete Arbeit ohne große Reklamationen abgenommen wurde, war jeder stolz auf die geleisteten Tagwerke. Alle waren bereit, auch mal mehr zu leisten oder am Samstag eine Zusatzschicht anzuhängen - ohne Diskussion, was nicht selbstverständlich ist. Vor allem war es so, dass jeder bereit war, den anderen zu unterstützen; das heißt, es gab eine sehr große Kollegialität auf der Baustelle.

Während des Bauprozesses erlebt man als Bauleiter bestimmt viele amüsante Situationen. Erzählen Sie uns doch bitte eine Anekdote! Eine für mich sehr amüsante Situation war, als ein ansässiger Gastronom, bei dem wir unmittelbar vor der Gaststätte tätig waren und diesen Bereich großzügig mit Schrankenzäunen gesichert hatten, mehrfach an uns vorbeikam, wieder stehen blieb, schaute und wieder weiterging. Auf unsere Frage, ob alles in Ordnung sei oder ob er etwas suche antwortete er: „Ich finde den Eingang nicht.“ Daraufhin hielt ihn ein Mitarbeiter zärtlich an der Hand und brachte ihn an die von ihm selbst aufgestellte Tafel mit dem Vermerk „Zugang zur Gaststätte“ zusätzlich unterlegt mit einem dicken roten Pfeil. Alle waren sehr amüsiert, am meisten der Gastronom. Toller Nebeneffekt: Es gab eine Runde gekühlte Getränke auf Kosten des Hauses.

Nur durch die enge Zusammenarbeit des Planerteams mit den Baufirmen war es möglich, ein Ergebnis dieser Qualität zu erzielen. Gemeinsames multidisziplinäres lernen voneinder hat aus Einzelbausteinen ein großes Ganzes geschaffen.

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WILLKOMMENSKULTUR Eine Meile für alle


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ährend der Planung und der Umsetzung dieses Projekts sollten Anwohnerinnen und Anwohner sowie Benutzerinnen und Benutzer eine persönliche Beziehung zum gebauten Raum aufbauen und sich die Neue Meile aneignen. Das Ziel war, so eine kollektive Identität für die unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzer zu schaffen. Mithilfe entworfener Szenarien konnten Interessierte während des Entwurfprozesses ihre gestalterischen Vorstellungen äußern. Die rege Teilhabe am partizipativen Planungsprozess zeigte, dass eine enge Zusammenarbeit der Planer, Anwohner, Pendler, Vereine, Verwaltung und Bauunternehmer zu einer schnellen Aneignung während des Umsetzungsprozesses führt. So

wurden beispielsweise die Sitzbänke noch während des Baustellenbetriebs in Beschlag genommen. Sobald der Autoverkehr für die Bauarbeiten ausgeschlossen wurde, eroberten Radfahrer und Fußgeher die Straße zurück. Charakteristisch lineare Barrieren der Straßentypologie – Poller, Wasserlauf, Licht etc. – wurden entfernt und die Unterscheidung zwischen Fahrweg und Bürgersteig aufgehoben. Das ermöglichte einen Bewegungs- und Aufenthaltsraum von Fassade zu Fassade. Die neu gewonnene Freiheit wurde vorerst spielerisch von Kindern auf ihren Fahrrädern und Rollern entdeckt und dann schrittweise von Erwachsenen angenommen. Die Stadt organisierte zusammen mit größeren Akteuren vor Ort ver-

schiedene Aneignungsprozesse wie Straßenfeste, einen Stadtlauf und eine Eislaufbahn. So setzten Politik und Verwaltung ein klares Zeichen ihrer Unterstützung. Andere Initiativen kamen direkt von den Nutzerinnen und Nutzern: Die Sitzbereiche vor den Restaurants und Cafés waren immer besetzt, der interaktive Brunnen am Elbenplatz wurde zu einem neuen Treffpunkt und das geschwungene Betonmöbel dahinter als Aufenthalts- und Spielort in Beschlag genommen. Die Planer hatten richtig Problemstellungen und Chancen antizipiert und dem öffentlichen Raum genügend Freiräume gelassen, um sich zu entfalten.


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Öffentlich(keit) zu bauen ist in einer Stadt mit nicht ganz 50.000 Einwohnern eine doppelte Aufgabe: Zum einen galt und gilt es in den Aufwertungsmaßnahmen der Unteren Stadt, einen Grad an Urbanität (wieder) einzuführen. Zum anderen fehlt auf einer öffentlichen Baustelle dieser Größenordnung während durchgängig geöffneter Geschäfte jegliche Immunität einer der Bauaufgabe entsprechenden Großbaustelle. Spezielle Anforderungen also an alle Beteiligten - ständig kritischen Blicken ausgesetzt und immer wieder um Erklärung gebeten. Die Neue Meile Böblingen bietet auch nach Fretigstellung vielfältige Möglichkeiten der Interaktion in einer sich schnell verändernden

Gesellschaft. Dabei lässt sie in ihrer gestalterischen Klarheit Raum für sich wandelnde Bedürfnisse. Der Freiraum und die Identität der einzelnen Orte wurden deswegen nicht als geschlossenes, fertiges Konstrukt betrachtet, sondern als offener, sich immer weiterentwickelnder Prozess, der jeden Tag von den Benutzerinnen und Benutzern neu angeeignet, interpretiert und verändert werden kann. Er steht offen für alle und wirkt integrativ. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft finden sich Orte der Begegnung, der Kontemplation oder Raum für gemeinsame Aktivitäten. Das städtische Leben wird somit sichtbar und liefert Raum für Entfaltung.

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Öffentlich(keit) bauen gerüstet für den beteiligungsprozess was ist das besondere der böblinger bahnhofstraße?

FOTO-LOVESTORY Entstehungsprozess

im modell sitzt´s sich schon angenehm

mit dem oldtimer von daimler zur exkursion nach albstadt

bei regen sind die farben des natursteins intensiver

wird das die neue brunnenstube für das fontänenfeld?

digitales höhenmodell im analogen modellversuch

mehr modell geht nicht .... platz für bäume oder ein mastfundament?

entwickeln mit böblingerinnen für böblingen


Öffentlich(keit) bauen sogar italienische rennräder passen in die attrappe der radtheke!

jeder hintern ist anders!

die spinnen, die architekten! spinnen die wirklich?

langsam können wir uns die neue meile in 1:1 vorstellen.

irgendwer steht auf der leitung!

wann darf ich nach böblingen?

vom beton geh ich nie mehr weg ... naturstein altert schöner

und richtig viel papier!

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BODENSTÄNDIG ZUKUNFTSFÄHIG Schwäbische Freundschaften

„ÄSTHETISCHE UND FUNKTIONALE GRÜNDE HABEN AM ENDE FÜR DEN BELGRANO® GRANIT VON BESCO GESPROCHEN, OBWOHL DIE ASIATISCHE BELGRANO® VARIANTE PREISWERTER WAR.“ STEFAN RECKLING, BESCO


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er Stadtboden spannt sich als Pixelparkett von Fassade zu Fassade. So entseht ein neuer Bezugsraum mit urbaner Großzügigkeit, ohne dabei die nicht durchgängig hochwertigen Fassaden als räumliches Gerüst überzustrapazieren. Das Pixelparkett schafft V1/36 V1/36 V1/36

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Entwurfskonzept integriert werden. Detaillierte Verlegepläne ermöglichten eine präzise Baustellenlogistik. 45.000 Meter Fugenstab sichern gleichmäßige Abstände zwischen den Natursteinen sowie dem dauerhaften Verbund.

durch Farbgebung und Oberflächenrauigkeiten eine Einteilung in Bewegungszonen und Rückzugssowie Konsumräume. Natürlicher Bewegungsablauf, Aufenthalt unter den Bäumen, Entwässerung auf Basis bestehender Kanaltrassen und Baumscheiben konnten so in das

BÖBLINGEN

45 km Fugenstab

PFORZHEIM

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„EINE INTENSIVE KOMMUNIKATION MIT ANWOHNERN, MÖGLICHTE DIE REALISIERUNG DIESER KOMPLEXEN


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BAUABLAUF Herausforderungen meistern

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GESCHÄFTSLEUTEN UND PASSANTEN VOR ORT ERBAUTÄTIGKEIT IN SEHR KURZER BAUZEIT.“ BAUCHPLAN ).(

Die Logistik der Baustelle unter vollem Betrieb zu bewältigen war eine der größten Aufgaben. Durch intensive Kommunikation mit den Anwohnern, Geschäftsleuten und Passanten ist es gelungen, einen möglichst reibungsfreien Ablauf für alle Beteiligten zu gewährleisten.

W

ährend des Umbaus der Bahnhofstraße zur Neuen Meile waren alle Geschäfte durchgehend geöffnet. Die Durchwegbarkeit, Anlieferung, Zugänge für Bewohner, Müllentsorgung sowie eine Autoquerung mussten während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten bleiben. Eine enge Abstimmung zwischen Anrainern, Passanten, Baufirma, der Stadtverwaltung Böblingen sowie dem Planungsteam

waren der Schlüssel zum Erfolg: Bauleiter und Vorarbeiter fungierten in Kooperation mit dem Citymanagement nicht selten als Moderatoren zwischen Geschäftstreibenden, Passanten und Bauarbeitern. Erschwert wurde die Bautätigkeit zusätzlich durch das Auffinden nicht verzeichneter historischer Leitungen sowie planlich nicht vermerkter, unterirdischer Bauwerke. Die erforderliche Anpassung der Ausführungsplanung

konnte durch die kooperierenden Firmen vor Ort, der Bauleitung sowie der Stadtverwaltung unter Beibehaltung des ursprünglichen Konzeptes durchgeführt werden. Eine koordinierte, anpassungsfähige Informationspolitik und das persönlichen Engagement der Citymanagerin sowie des von der Stadt bereitgestellten Baustellenkoordinators ermöglichte die Realisierung dieser komplexen Bautätigkeit in sehr kurzer Bauzeit.

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„ Technik & Handwerk Umsetzungskompetenzen in Böblingen

Ein Interview mit dem Tiefbau- und Grünflächenamt, F. Bader und D. Weidmann

„DIE REALISIERUNG WAR NUR MÖGLICH, WEIL SICH ALLE BETEILIGTEN MIT DEM PROJEKT IDENTIFIZIERT HABEN.“ FRANK BADER

Als Vertreter des Tiefbauamtes der Stadt Böblingen waren Frank Bader als Amtsleiter und Dieter Weidmann sowie Renate Döhmel-Taugs für die Koordinierung und Umsetzung der Neuen Meile hauptverantwortlich. Herr Bader, Sie sind zum Projekt dazugestoßen, als der Bau schon fast begonnen hatte. Wie haben Sie als Chef des Tiefbauamts die Neue Meile erlebt? Bader: Ich habe am 3. Juni bei der Stadt Böblingen angefangen und habe insofern auch noch die „heiße“ Planungsphase mit erlebt. In Anbetracht des damaligen Planungsstandes mit noch zahlreichen offenen Fragen und dem bekannten fixen Fertigstellungstermin gab es da schon ein gewisses „flaues“ Gefühl, ob das ein realistisches Ziel sein kann. Aus dieser Sicht betrachtet, kann man im Nachhinein dem Büro bauchplan ).( nur dankbar sein, dass es die zahlreichen Skeptiker und Zweifler immer wieder überzeugt und mit seiner immensen Arbeitsleistung die Voraussetzung für die fristgerechte Fertigstellung der Bahnhofstraße geschaffen hat. Dank gilt natürlich auch den vielen anderen sehr engagierten

Beteiligten. Bei den zahlreichen und in kurzen Abständen sich ändernden Bauzuständen, der permanent zu gewährenden Erreichbarkeit der Geschäfte, der ununterbrochenen Aufrechterhaltung der wichtigsten Fußgängerbeziehung in der Stadt Böblingen, den vielen Überraschungen, die im Untergrund der Bahnhofstraße während des Bauens zu Tage traten und zahlreicher weiterer Probleme einen kühlen Kopf zu behalten und zum Schluss eine Fußgängerzone in dieser Qualität zu erhalten, ist für meine Begriffe schon ein Meisterwerk. Aus meiner Sicht lag der Schlüssel des Erfolges vor allem in dem Wollen aller Beteiligten, etwas Einzigartiges und Stadtbildprägendes zu schaffen. Das hat Differenzen und Probleme, die während der Bauphasen massenhaft auftraten, in den Hintergrund treten lassen. Dafür allen Beteiligten an dieser Stelle nochmals meinen herzlichen Dank.


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Bei der Errichtung der Neuen Meile mussten viele bau- und verwaltungstechnische Parameter berücksichtigt werden. Welche Herausforderungen waren während der Bauphase die schwierigsten? Bader: Das ist eine schwierige Frage. Jeder Parameter für sich gesehen wäre sicherlich mehr oder weniger einfach lösbar gewesen. Das Problem lag im komplexen Zusammenwirken verschiedenster Faktoren unter extremer zeitlicher Rahmenbedingung. Aufgrund der zeitlichen Vorgaben konnte es keine detaillierte Planung aus einem Guss als Vorlage eines Baubeschlusses in den städtischen Gremien geben. Das betraf vor allem völlig neue und einzigartige gestalterische Elemente, wie z.B. die Leuchtringe, die Möblierung und die Verwendung von Naturstein, die ja letztlich auch die Frage der Kosten wesentlich mitbestimmt hat. Detailfragen konnten teilweise erst auf der Baustelle geklärt werden. Nur dadurch, dass sich alle Beteiligten in diesen komplexen Prozess eingebracht und mit dieser für die Stadt Böblingen so bedeutenden Baumaßnahme identifiziert haben, konnte das Projekt erfolgreich realisiert werden. Andererseits ergab sich durch den zeitlichen Druck - man wollte ja die neue Fußgängerzone zumindest teilweise gleichzeitig mit der neuen Shopping Mall eröffnen - auch die Möglichkeit, diese angesprochenen, gestalterischen Elemente in der ursprünglichen konzeptionellen Idee zu verwirklichen. Bei einem geringeren Zeitdruck und dem daraus resultierenden länger währenden Diskussionsprozess wäre das ein oder andere Element sicherlich in deutlich veränderter Form oder unter Umständen auch gar nicht realisiert worden. So konnte die von Anfang an herrschende euphorische Stimmung für das Projekt bis zur Fertigstellung trotz aller Probleme aufrechterhalten werden. Das Ergebnis hat uns allen ja letztlich auch Recht gegeben.

Was war Ihre Rolle im Zusammenhang mit den beteiligten Firmen, Verwaltungen, Planern und

Anrainern? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit? Bader: Im Wesentlichen war dies die Rolle des Moderators insbesondere bei teilweise sehr strittigen Themen, auch innerhalb der Verwaltung. Letztlich ist es uns aber immer gelungen eine Lösung zur Zufriedenheit aller zu finden. Das lag eben nicht zuletzt an dem Wollen und der Besonnenheit aller Beteiligten. Im Nachhinein betrachtet hatte ich bei den vorgegebenen Rahmenbedingungen mehr Handlungsbedarf von meiner Seite befürchtet. Weidmann: Wir waren als Projektsteuerer in allen Phasen und Bereichen des Bauvorhabens intensiv eingebunden und oftmals waren wir als Moderatoren und manchmal auch als Schlichter extrem gefordert.

Das Projekt war an einen straffen Zeitplan gebunden. Wie haben Sie diese Zeit persönlich wahrgenommen? Bader: Die Zeit verging wie im Fluge, vor allem wenn Termine anstanden und man sich bei bestimmten Baufortschritten das Ende noch gar nicht vorstellen konnte. Auch zwischen den einzelnen Bauabschnitten gab es kaum Zeit zum Luftholen. Nicht zu vergessen, die Bahnhofstraße war ja nur ein Projekt neben weiteren und der Alltagsarbeit im Tiefbauamt. Weidmann: Der enge Zeitplan hatte auch etwas Disziplinierendes auf die Projektbeteiligten. Insbesondere der Einweihungstermin Mercaden als unumstößlicher Fixtermin musste unter allen Umständen gewährleistet werden. Das war sehr sportlich, manche Ideen oder Wünsche wurden dem Zeitplan geopfert, aber als sich abzeichnete, dass es klappt, war es auch ein sehr positives Gefühl.

Was fällt Ihnen heute spontan ein, wenn Sie an die Neue Meile denken? Bader: Ein Ort mit Flair, den man der alten Bahnhofstraße nie zugetraut hätte. Weidmann: Böblingen hat sicher eine Fußgängerzone, die keine Standardlösung ist, sondern einen besonderen Ort erhalten.

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DIE MEILE BAUEN Eine Baustelle in Zahlen

256 30 ZENTIMETER MAXIMALE SCHNEEHÖHE IN DEN LETZTEN 30 JAHREN

473

AUSFÜHRUNGSPLÄNE

LKW 256 LKWLADUNGEN Ladungen für 7000tFÜR Stein 7000 TONNEN STEIN


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30 LICHTRINGE

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18.434

METER EDELSTAHLSEIL

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BAUMNEUPFLANZUNGEN

FOTOS IM BAUTAGEBUCH

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Baustellenablauf

COMIC-SALON Neue Meile Bรถblingen


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Statik

PrĂźfstatik

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PRÄZISION & ENGAGEMENT Entwerfen endet nie

Durch die ausführliche Detailplanung in Verbindung mit technisch versierten Baufirmen war es möglich, die prototypische Gestaltung von der Planung bis zur Ausführung umzusetzen.


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F

ür die Neugestaltung der Bahnhofstraße in Böblingen wurden prototypische Ausstattungselemente wie Möbel und Lichtringe entwickelt. Planungs- und Kommunikationsprozesse gingen dabei Hand in Hand. bauchplan ).( arbeitete, beginnend bei den ersten Konzeptionen bis hin zur Ausführung, mit Modellen. Die Bahnhofstraße wurde in analogen wie digitalen Modellen entworfen und darauf aufbauend Perspektiven und Visualisierungen zur Kommunikation mit der Stadt und der Bevölkerung erzeugt. Die gemeinsam beschlossene Planung

wurde danach zum hochpräzisen Ausführungsmodell überführt, in dem jeder Punkt der Neuen Meile in Lage und Höhe erfasst und nach denen auf der Baustelle gebaut wurde. Parallel dazu wurden Arbeits- und Präsentationsmodelle in allen Phasen des Projektes erstellt. Reale Modelle in Maßstäben von 1:500, 1:200, 1:100, 1:50, 1:20 bis hin zu 1:1-Prototypen wurden gefertigt und wechselweise mit der digitalen Planung in 3D abgeglichen. So wurde jeder der 170.000 Naturteine im Sinne einer möglichst rationalisierten Baustellenlogistik planlich verortet.

Der Lichtring wurde als voll funktionstüchtige Nullserie gebaut und nach den Wünschen der Stadttechnik in Bezug auf Pflege und Betrieb optimiert bevor er in Serie ging. Die Seilabspannung wurde innerhalb des statischen Konzepts je nach bauseits vorgefundenen Anforderungen etwa im Fundamentbereich in Echtzeit modifiziert und umgesetzt. Die verschränkte Arbeitsweise in Verbindung mit entsprechendem persönlichem Engagement ermöglichte die hochwertige Umsetzung in einer sehr kompakten Bauzeit.

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Bauen für Böblingen Eine Fußgängerzone für die Region

Ein Interview mit Susanne Gräfin Kesselstatt, Geschäftsführerin des Unternehmens J. Friedrich Storz

„BEREIT SEIN FÜR UNTERNEHMERISCHES RISIKO.“ Als inhabergeführtes Familienunternehmen ist mir der Kontakt und das Gespräch mit den Mitarbeitern auf der Baustelle sehr wichtig. Wann immer es mir möglich ist, besuche ich verschiedene Baustellen. Frau Gräfin Kesselstatt, Sie sind Geschäftsführerin des Unternehmens. Gibt es für Sie als Frau bestimmte Herausforderungen in einer von Männern dominierten Branche ? Als Geschäftsführerin eines Bauunternehmens, insbesondere wenn man selbständig ist, bringt jeder Tag Herausforderungen mit sich. Man trägt die unternehmerische Verantwortung für viele Entscheidungen, die immer mit einem wirtschaftlichen Risiko einhergehen. Dazu muß man bereit sein dieses unternehmerische Risiko zu tragen. Die Baubranche ist einem enormen Wettbewerbsund Kostendruck ausgesetzt und als Frau hier ihren „Mann“ zu stehen erfordert Tag für Tag ein hohes Maß an Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen sowie Unerschrockenheit. Mein Großvater hat vor 90 Jahren unsere Unternehmensgruppe gegründet und ich habe von klein auf hautnah die Härte der Branche miterlebt, aber auch die Leidenschaft und die Begeisterung zum Bauen mit in die Wiege gelegt bekommen.

Welche Aufgaben übernehmen Sie bei Großprojekten wie der Neuen Meile ? Ein Bauprojekt ist immer ein komplexes Vorhaben. Bevor die Abgabe eines Angebotes in der Größenordnung der neuen Meile erfolgt, wird das Projekt einem Chancen-Risiko-Prozess unterzogen und die Angebotsfreigabe erfolgt durch die Geschäftsleitung. Während der Bauphase bin ich in das Baustellen-Controlling eingebunden und ich verantworte die Finanzen und damit das Forderungs- Management. Als inhabergeführtes Familienunternehmen ist mir der Kontakt und das Gespräch mit den Mitarbeitern auf der Baustelle sehr wichtig. Auf der Baustelle verdienen wir das Geld. Ich besuche wann immer es mir möglich ist, verschiedene Baustellen. Mit großer Freude und Stolz konnte ich mich von der Kompetenz unseres Teams bei der erfolgreichen Umsetzung der Neuen Meile überzeugen.


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Wann kann man als Bauunternehmen von einem erfolgreichen Projekt sprechen ? Eine erfolgreiche Projektausführung wird in hohem Maße durch das gute Zusammenspiel zwischen Planungsbüro, Bauherrschaft und Auszuführenden mitbestimmt, d.h. durch eine intensive und gute Abstimmung mit allen Beteiligten während des Bauprozesses sowie einem partnerschaftlichen Umgang. Erfolgreich sind wir, wenn unser Kunde zufrieden ist d.h. wenn wir qualitativ gute und termingerechte Leistung erbracht haben und einen Mehrwert für den Kunden geschaffen haben. Seit 90 Jahren steht Storz für hohe Qualitätsstandards, Zuverlässigkeit und gewachsene Kompetenz am Bau. Ein Ruf, den wir der Einsatzbereitschaft und dem guten Know-how unserer 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdanken. Gab es Herausforderungen während der Bauphase? Die Umgestaltung der Bahnhofstrasse vom Bahnhof bis zum Elbenplatz in eine fast 400 m lange autofreie

Zone in nur 14 Monaten war ein zeitlicher Kraftakt für unsere Mitarbeiter. Präzision und millimetergenaue Passgenauigkeit wurde beim Verlegen des aufwendigen Pixelmusters aus unterschiedlichen Steinformaten verlangt und die Erstellung des Fontänenfeldes am Elbenplatz stellte höchste Anforderungen an das Baustellenteam.

Wie bewerten Sie die Neue Meile Böblingen? Durch die Umgestaltung der städtischen Hauptachse Böblingens in eine Flaniermeile, mit seinem lebendigen, ästhetischen Natursteinbelag und einem phantastischen Beleuchtungskonzept, hat das Erscheinungsbild der Stadt enorm an Attraktivität gewonnen. Ich bin begeistert von dem außergewöhnlichen Stadtentwicklungskonzept und dem gelungenen architektonischen Werk, das hohe Maßstäbe für andere Städte setzt. Die neu geschaffene „Böblinger Meile“ lädt den Fußgänger zum Verweilen ein und bringt der Innenstadt mehr Aufenthalts- und Lebensqualität.

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Der gebaute Kompromiss Entscheidungsprozesse einbinden Fabrice Henninger, hdg Architekten

Die neue Meile ist nicht nur prototypisch sondern auch und vor allem ein gebauter Kompromiss. Das klingt in vielen Ohren erst mal nach Abstrichen, nach nicht erreichter Qualität, oder sogar nach Lösungen die gerade hinnehmbar sind aber keinesfalls anstrebenswert. Eigentlich klingt der Kompromiss undeutsch, einem Land welches für seine Perfektion und sehr hohe Präzision bekannt ist. Speziell für uns Architekten, ist ein Kompromiss ein Affront. Es gibt kaum eine andere Berufsgruppe, die fortwährend Kompromisslosigkeit anstrebt und in veröffentlichten Konzepten huldigt oder beschwört. Kompromisse werden mit Attributen wie Unentschlossen, Schwach und Unklar betitelt. Dabei ist der Kompromiss allgegenwärtig und ein hohes Gut der demokratischen Debatte. „Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen. Es wird von den Verhandlungspartnern ausgehend von den eigenen Positionen eine neue Mittelposition gebildet und diese erzielte Einigung als gemeinsames Ergebnis dargestellt. Der Kompromiss ist die vernünftige Art des Interessenausgleichs und des Dissens-Management. Er lebt von der Achtung der gegnerischen Positionen.“ Im Baugeschehen bedeutet das, dass Bestände berücksichtigt gehören, Vorhandenes integriert, Belange der Öffentlichkeit und der Privatheit gleichermaßen geschützt oder gestärkt gehören. In meinem Verständnis ist der Kompromiss ähnlich der Vorstellung in England, Irland und den Commonwealth-Staaten. Dort bedeutet das Wort „compromise“ etwas Gutes: „Man betrachtet eine Übereinkunft, einen Kompromiss, als etwas Positives, das beiden Seiten zugutekommt.“ Ich gehe sogar einen Schritt weiter. Ich behaupte, dass die Kompromissfindung eine besondere Form der Kreativität unterstützt und herausfordert. Zwei Belange unter einen Hut zu bekommen ist schwierig. Das Ringen zweier Interessen um Anteile innerhalb einer Konzeption ist kräftezehrend und zeitraubend. Aber der Vorgang birgt die Chance etwas Neues, etwas vorher nicht Gedachtes oder Benötigtes hervorzubringen. Die Suche nach einem Kompromiss lässt Diskussionen erst entstehen und befördert die Frage nach der Relevanz, dem Nutzen und dem tatsächlichen Bedarf einer vorliegenden Lösung.

In Böblingen wurden kräftige Bilder und Ideen mit den Wünschen der Anrainer und des Stadtrates in Einklang gebracht. Es wurde sehr intensiv diskutiert, teilweise gar gestritten. Die diskutierten Themen waren der vielgeliebte Parkplatzbedarf, wieviel Möblierung braucht es und braucht es sie überhaupt? Welche Form der nächtlichen Beleuchtung wählt man und sind die vorgeschlagenen Lichtringe die richtige Antwort auf die Bedürfnisse Böblingens? Wie werden bestehende Elemente, wie zum Beispiel die nicht funktionierende Wasserrinne, aufgegriffen oder neu interpretiert? Welcher Bodenbelag wird verwendet, gönnt man sich einen europäischen Granit oder verwendet man billigeren Chinesischen? Darf es auch Betonstein sein? Jede Lösung hat Vor- und Nachteile, jede Entscheidung hat Konsequenzen und ist immer im großen Ganzen zu betrachten. Die aufgeführten Punkte stellen natürlich nur einen kleinen Auszug dar – was sie deutlich machen ist, dass es eine Vielzahl an zu entscheidenden Belangen gibt und eine gewählte Lösung immer nur bestimmte Interessengruppen bedient. In der Konsequenz wird Anderen somit ein Entgegenkommen abverlangt. Die Vorgaben für die Bauausführung wurden definiert: Es sollte barrierefrei, also ohne Schwellen gebaut werden. Das Entwässerungssystem mit zwei parallel laufenden Rinnen sollte auf eine gerichtete, springende Rinne reduziert werden. Da wie bei fast allen Projekten auch bei der Böblinger Meile Kosteneinsparungen notwendig wurden, schlugen die Architekten vor, die Nebenstrassen der Unterstadt entgegen der ersten Ideen umzugestalten. Statt hier auch durchgängig Pflaster vorzusehen, wurden in diesen Nebenstraßen teilweise Asphaltflächen so eingefügt, dass das Bild der klassischen Straße dennoch aufgebrochen wird und die durch den Entwurf definierte Aufenthaltsqualität erhalten bleibt. Gleiche Einsparungsvorgaben galt für die bestehenden Bäume der damaligen Bahnhofstrasse, die im bis dahin existenten Gefüge einer Verkehrsachse ihre sinnvolle Position hatten, aber für den zu gestaltenden öffentlichen Flaneurraum schwierig zu integrieren waren. Die Planer fanden dennoch eine Lösung. Sie wurden weitestgehend erhalten und durch ergänzende Pflanzungen zu einem stimmigen Bild gefügt.


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Steht der Entwurf und sind die gestalterischen Pflöcke eingeschlagen, geht es für den Planer um die technischen Details. Aufgrund fehlender Bestandsplanungen gab es bis zuletzt Unklarheiten. Es galt im Rahmen der Umsetzung auf Unvorhergesehenes zu reagieren. Alte nicht verzeichnete Leitungen bedingen ein ständiges verschieben von Maststandorten für die Beleuchtung. Ein Problem, da die Seillängen und die dazugehörige Gesamtkonstruktion jedes Mal neu errechnet und synchronisiert werden musste. Das Ganze unter großem Zeitdruck, da einerseits der gestalterische Anspruch gehalten werden soll und andererseits die knappen Fertigstellungstermine gehalten werden müssen. Dies ist ohne Kompromissfindung nicht möglich. So durfte die Baufirma das eine oder andere Loch für die Fundamente wieder verschließen und nur wenige Zentimeter daneben erneut graben. So oft, bis Baugrund, Seilsystem und Lampenpositionen den Erfordernissen entsprach. Für besonders anspruchsvoll stellte sich auch die Natursteinverlegung heraus. Die Planung forderte eine hohe Präzision in der Ausführung. Die zu Beginn sich aus der komplexen Verlegestrategie mit neun unterschiedlichen Steinformaten ergebenden Schwierigkeiten, konnten zusammen mit der Baufirma gelöst werden. Entgegen üblicher Arbeitsabfolgen entwickelten die Pflasterer auf Grundlage der Detailpläne ein neues logistisches System, mit dessen Hilfe die Arbeiter in der Lage waren die 8000 qm Stein für

Stein mit der geforderten Exaktheit zu verlegen. Es galt in dem Fall beiderseitiges Wissen und die gestalterische Vorstellungen zusammenbringen. Das Ergebnis ist, dass es die Baufirma geschafft hat, keine einzige Längsfuge zu schneiden, obwohl an Kreuzungsbereichen teilweise von bis zu 5 Seiten an einen Treffpunkt hingepflastert wurde. Ein weiteres Beispiel sind die Überlegungen zum Unterbau. Ursprüglich sollte ein klassischer Aufbau das steinerne Pixelbild tragen. Aufgrund der kurzen und regnerischen Bauzeit schlug die Baufirma vor, den Unterbau mit Drainbeton auszuführen. Der Vorteil war, das somit einerseits weniger Aushub anfiel und man andererseits relativ schnell eine Oberfläche vorfand, die es Kunden und Geschäftsleuten erlaubte die erdgeschossigen Nutzungen „trocken“ und „sauber“ zu erreichen. Der gebaute Kompromiss ist somit ein Vielfaches seiner Einzelteile. Es bedarf eines dauernden Austauschs und Rückmeldung zwischen Bevölkerung, Planern, Stadtverwaltung und der Baufirma. Konflikte werden zugelassen, gemeinsam ausgetragen und soweit wie möglich gelöst. Die Bahnhofstrasse findet im fertigen Zustand große Zustimmung bei allen Beteiligten und das Ergebnis ruft Freude bei den täglichen Nutzern hervor. Die aufgezeigten Kompromisse stellen sich Ihnen heute in Form einer einmaligen Kombination aus dem Zusammenwirken unterschiedlichster Kräfte und Interessen dar.

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FENSTER ZUR ALTSTADT Ein Fontänenfeld an der Hauptverkehrsader

Info Fontänenfeld 30 Vollstrahldüsen 10 Pumpen 6400 l Pufferspeicher

Ampelabhängige Steuerung:

Funktionale Überlagerung und intelligente Nachnutzung

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as Fontänenfeld am Elbenplatz bildet die Fußzeile für die wiedergewonnene Postkartenansicht der Böblinger Altstadt. Der Autoverkehr an der stark befahrenen Herrenhauser Straße wird dabei als städtisches Element in einen neuen Kontext gesetzt. Der Wasservorhang interagiert mit dem Verkehr, indem das Ampelsignal abgegriffen wird: Die Fontänen werden in den Rotphasen der Autos auf eine minimale Höhe reduziert, um den Blick auf die historische Stadt freizugeben. Nachdem sich der Verkehr wieder in Bewegung setzt, bilden die 30 Vollstrahldüsen einen Wasservorhang. Der Verkehrslärm wird übermalt und zur urbanen Kulisse. Die bis zu drei Meter hohen Wasserfontänen erzeugen ein dynamisches Wasserbild, das zur heißen Jahreszeit zur spielerischen Abkühlung auffordert. In Verbindung mit der windabhängigen Fontänensteuerung lässt sich der Wasserausstoß je nach Wetterlage in Zwischenstufen herunterfahren oder ganz abschalten. Die Düsen sind im Natursteinbelag bündig integriert. Eine Schlitzrinne unter dem Betonsitzelement sammelt das Fontänenwasser und führt es nach entsprechender Aufbereitung erneut dem Kreislauf zu. Für Technik und Wasserreservoir wurde die nicht mehr benötigte Fußgängerunterführung unter dem Elbenplatz zur Brunnenstube umfunktioniert. Der kostspielige Rückbau konnte zugunsten einer intelligenten Nachnutzung vermieden werden.


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NACHHALTIGE NUTZUNG Wasserspiel zur akustischen und optischen Überlagerung des Verkehrs

NACHNUTZUNG BESTEHENDER RÄUME Brunnentechnik in der ehemaligen Fussgängerunterführung

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„DIE AUSSTATTUNG DER BAHNHOFSTRASSE MIT IST EINE SONDERANFERTIGUNG, SPEZIELL FÜR


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LICHTRINGEN, WASSERSPIELEN UND MÖBLIERUNG BÖBLINGEN ENTWICKELT.“ CHRISTINE KRAAYVANGER, BÜRGERMEISTERIN


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Lindenkragen als Verschmutzungsschutz und Träger für Stadtinfo oder Ankündigung eines sommerlichen Events

LINDENBALLETT Lasst uns über Bäume streiten!

Die Auseinandersetzung beginnt immer mit Bäumen

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iel des Vegetationskonzeptes der Neuen Meile war es, die Linearität der bestehenden Lindenallee entlang der Bahnhofstraße zu brechen und differenzierte, eigenständige Räume zu generieren. In einem intensiven Abstimmungsprozess mit der Stadtverwaltung, der Politik und den Bürgerinnen und Bürgern wurde entschieden, von den bestehenden 27 Bäumen sieben Stück zu fällen. Ergänzt wurden die bestehenden Bäume mit frei tanzenden Gehölzen. Bei der Auswahl der verschiedenen Arten wurde auf Qualität und auf Charakter, der im Laufe der Jahreszeiten wechselnt, Wert

gelegt. Die vielblühende Yoshino-Kirsche als auflockernder Begleitbaum zu den Bestandslinden zeigt sich mit malerischem Wuchs und kräftiger Fernwirkung. Der Feldahorn bildet mit den Elsbeeren das Gerüst des Hains an der Olgastraße. Er erinnert an typische Waldrandsituationen und Waldinseln, die jahreszeitlichen Farbaspekte ergeben ein stimmungsvolles Bild. Die Kiefer wird in der Bahnhofstraße zum mediterranen Pinienwäldchen vor dem italienischen Gastgarten und spannt ein hohes Dach über den Post-Vorplatz. Gestalterisch akzentuiert der exotische Taschentuchbaum den Bereich

um den Wasserlauf als markanten Ort in der Bahnhofstraße. Mit seinen feinen Ästen, frischgrünem Laub und taschentuchartigen, auffallenden Blüten verleiht er diesem ein elegantes Erscheinungsbild. Von dieser Bepflanzung unterscheiden sich die beiden wesentlichen Seitenstraßen und bilden einen verbindenden Saum aus. Hier steht der Zimt-Ahorn als eigenständige Charakterart. Sein dezent wirkendes Laub gruppiert sich in der Krone zu Wölkchen und lenkt im Herbst die Aufmerksamkeit auf sich.

Farbaspekte Frühjahr

Farbaspekte Sommer

Farbaspekte Herbst

Farbaspekte Winter


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HIGHTECH-BAUMQUARTIERE für optimalen Lebensraum im rauhen Stadtklima

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IDENTITÄT & MASS Ein Bezugssystem für die Böblinger (Innen)stadt

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Proportionen wahrnehmen Das richtige Maß finden. Die verwendeten Elemente auf den vorhandenen Raum und die menschliche Größe beziehen und eine Atmosphäre schaffen, in der man sich wohlfühlt und sich gerne in der Neuen Meile aufhält.


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Skandinavische Meile 10.000,00m Österreichisch-ungarische Postmeile 7.585,90m Preußische Meile 7.532,50m Geografische Meile 7.420,44m Holländische Meile 5.840,00m Seemeile 1.852,00m Amerikanische Meile 1.609,35m Internationale Meile 1.609,34m Persische Meile 1.500,00m London Mile 1.524,00m Römische Meile 1.482,00m Meile Volksrepublik China 500,00m Meile Qin Dynastie 406,80m

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Wie lang ist eine Meile?

Im Römischen Reich entsprachen fünf Fußlängen der Länge eines Doppelschrittes (lat. passus). Tausend Doppelschritte wurden als mille passus (Tausend Schritte) bezeichnet. Von der verkürzten Form milia entstand im Deutschen das Wort „die Meile“. Der Meilenstein gab fortan Entfernungen an. Die häufigste alte englische Meile hieß „London mile”. Sie war die Grundlage des Rennpferdesportes (Turf). Im deutschen Sprachraum war die geografische Landmeile verbreitet. Viele Meilen und verwandte Einheiten waren festgelegt als einfache Vielfache einer Bogenminute des Äquators oder eines Meridians. So liegen die historisch vielfältigen Seemeilen alle im Bereich der Länge einer Bogenminute.

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Alltag & Event

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ALLTAG & EVENT

Bespielbare Räume für Böblingen


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Alltag & Event

NUTZUNGSÜBERLAGERUNG Diversität anbieten

CHILLEN & RÜCKZUG CAFE ANBINDUNG FLUGFELD ANKUNFT, UMSTEIGEN & TREFFEN

SHOPPING & EISCREME SHOPPING

FAHRRADABSTELLPLÄTZE

FLANIEREN & BEOBACHTEN

GASTROWÄLDCHEN PAKETSTATION

BUSBAHNHOF

POSTBANK TREFFEN

FAHRRADABSTELLPLÄTZE

ZEITUNG LESEN FAHRRADABSTELLPLÄTZE

AUFENTHALT AM WASSER & SPIEL


Alltag & Event

ANRAINERPARKEN & ANLIEFERUNG ANLIEFERUNG

KOMMERZFREIER AUFENTHALT & SPIEL

FENSTER ZUR ALTSTADT ALS TREFFPUNKT

ANBINDUNG WOLFGANG-BRUMME ALLEE

ANBINDUNG ALTSTADT AUSSENGASTRONOMIE

TREFFPUNKT & WASSERSPIEL FAHRRADABSTELLPLÄTZE FLANIEREN & BEOBACHTEN

ANBINDUNG OBERER SEE UND UNTERER SEE

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Stadt in Wert setzen Ideale Voraussetzungen für innovative Unternehmen

Ein Interview mit Ulrike Koch und Dominic Schaudt , der ehemaligen und dem neuen Wirtschaftsförderer der Stadt Böblingen

„ÖFFENTLICHE HAND UND PRIVATE INVESTOREN PRÄGEN DAS IMAGE VON BÖBLINGEN.“ Im Amt für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung verwalten Sie das Eigentum der Stadt. Welchen Stellenwert hat dabei die Neue Meile? Es war längst überfällig, dass Böblingen eine Fußgängerzone erhalten hat. Die neue Flaniermeile Bahnhofstraße stellt eine gelungene und wichtige Verbindung zwischen unserem Bahnhof, der Altstadt sowie dem neuen Stadtquartier Flugfeld dar. Sie ist die Eintrittspforte in unsere Stadt und damit auch Visitenkarte. Am Stadteingang werden heute die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste Böblingens auf dem neu gestalteten Bahnhofsplatz empfangen. Sie werden entlang von gastronomischen und Shoppingangeboten zu der Altstadt, zu den Seen, zum Kongresszentrum und zum Stadtgarten geführt. Weitere Investitionsvorhaben in der Bahnhofstraße befinden sich bereits in der Planung, so dass die Bahnhofstraße in ihrer Attraktivität weiterwachsen wird. Im Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Maßnahmen wurden in der Bahnhofstraße bereits zwei Drittel neu entwickelt und gestaltet. Das zeigt sehr einprägsam die Wechselwirkung zwischen öffentlichem und privaten Engagement.

Wie sehen Sie die Auswirkungen des demografischen Wandels im Stadtraum von Böblingen? Böblingen erfreut sich einer hohen Beliebtheit sowohl als Arbeits- als auch als Wohnort. Ideale Voraussetzungen für innovative Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus verschiedensten Branchen wurden geschaffen. Aber nicht nur für die Wirtschaft ist Böblingen attraktiv: Auch die Nachfrage nach Wohnraum für zuziehende Fachkräfte und deren Familien ist ungebremst, so dass Böblingen eine stetig wachsende Stadt ist. Aus dieser dynamischen Entwicklung ergeben sich Aufgabenstellungen für die Kommune, aber auch für die Stadtgesellschaft, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zu integrieren und diesen eine bestmögliche Umgebung und Lebensqualität zu garantieren. So hat die Stadt beispielsweise enorme Investitionen für den Ausbau der Kinderbetreuung geschultert, Private haben in seniorengerechtes Wohnen und generationsübergreifendes Wohnen investiert. Um stets Lösungen für verschiedenste Themenstellungen auf der Höhe der Zeit anbieten zu können, befassen sich bei der Stadtverwaltung ämterübergreifend eingesetzte Arbeitsgruppen z.B. mit dem Thema


Alltag & Event

Mobilität, mit der Leistungsfähigkeit der Systeme, dem Klimaschutz und anderen Bedürfnissen verschiedener Altersgruppen.

Wie ist es möglich, einen attraktiven Branchenmix in den Geschäftsflächen zu erreichen? Das Waren- und Dienstleistungssortiment ist im Zusammenspiel mit der Präsentation im Ladengeschäft selbst und einem attraktivem öffentlichen Raum zentraler Anlass für potentielle Kunden die Innenstadt zu besuchen und sich dort aufzuhalten. Die Erkenntnis, dass jedes einzelne Warenangebot und Ladengeschäft Einfluss auf das Angebot in der näheren Umgebung hat, ist von großer Bedeutung. Hier suchen wir aktiv das Gespräch mit Immobilienbesitzern in der Innenstadt um diese zu motivieren, die Wechselwirkung ihrer Immobile in Bezug auf die Bahnhofstraße oder andere Einkaufsbereiche bei der Neuvermietung mit ins Kalkül aufzunehmen. Selbstverständlich ist es kaum möglich, eine Einkaufsstraße wie eine Shopping-Mall oder ein Kaufhaus zu organisieren, jedoch sollte der Gedanke, ein gemeinsames Einkaufserlebnis für die Kunden zu gestalten, bei allen Akteuren lebendig sein. Hier sehen wir noch Potenzial. Wie gehen Sie mit Leerstand um? Bevor die Stadt den Impuls zur Ansiedlung eines neuen großflächigen Shoppingcenters gegeben hat, hatten wir in Böblingen durchaus Leerstandsprobleme, welche die Privaten allein nicht lösen konnten. Mit Hilfe eines Leerstandsmanagers, eingesetzt beim Stadtmarketing, haben wir es innerhalb von 3 Jahren geschafft, die Leerstandsquote Böblingens unter den Bundesdurchschnitt zu bringen. Dabei ist es geblieben, denn es ist zu beobachten, dass sich zwischenzeitlich die privaten Vermieter von Ladenlokalen vermehrt proaktiv um Nachnutzungen bemühen, sobald sich ein Wechsel anbahnt. Es ist auch in erster Linie die Aufgabe der Immobilieneigentümer ihr Eigentum durch Investitionen in ihre Immobilien attraktiv zu halten und sich um Neubelegungen zu kümmern. Derzeit ist es so, dass die Citymanagerin die Immobilieneigentümer bei der Neubesetzung unterstützt, wenn diese allein keine geeignete Nachnutzung finden und wir bieten kostenfrei die Präsentation im Immobilienportal der Region Stuttgart an. Welche Strategien verfolgen Sie bei der Aufwertung des Stadtraums? Ziel ist es, ein urbanes und attraktives Stadtquartier zu schaffen, in dem sich Bewohner und Besucher

wohlfühlen, dort gerne verweilen und die Angebote vor Ort nutzen, sei es im Freizeit-, Dienstleistungs-, Shopping- oder Gastonomiebereich. Es geht sowohl darum, die Atmosphäre zu schaffen, in der sich Menschen gerne aufhalten als auch die Stadträume mit attraktiven Angeboten zu belegen, welche die Menschen in die Innenstadt ziehen. Dazu wurden in Böblingen neue Wege begangen. Zum Beispiel wurde ein Farbkonzept entwickelt und umgesetzt, welches eine „Wohlfühlatmosphäre“ schafft. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes mit hochwertigen Materialien hat auch private Investoren veranlasst, entsprechend attraktive Neubauten zu errichten. Alles zusammen hat auch die Nachfrage nach Innenstadtgrundstücken befördert und es sind neue Quartiersbereiche entstanden, die erheblich zur Attraktivität der Neuen Meile beitragen.

Wo sehen Sie die größten Potenziale der Böblinger Innenstadt? In den vergangenen Jahren wurden ganze Stadträume neu entwickelt. Dieser Prozess wird sich bei einem guten Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Investitionen auch weiter fortsetzen. Wesentliche Anstöße zu neuen Entwicklungen hat vermehrt die aktive Grundstückspolitik der Stadt gegeben. Im Bereich der Unteren Stadt, in dem auch großräumige Einkaufsmöglichkeiten angesiedelt werden konnten, hat sich ein ganzes Quartier neu definiert. Am Scharnier zwischen der Unteren Stadt und dem Schloßberg – am Listplatz – entsteht derzeit das Cityquartier mit einem Ärztehaus, ergänzt um Ladeneinheiten, die den gesundheitlichen Bedarf abdecken und hochwertigem Innenstadtwohnen. Durch die hochwertige und markante Aufwertung des öffentlichen Raumes, der am Schloßbergring mit seinen Fachwerkhäusern vor vielen Jahren begonnen hat und nun in der Unterstadt fortgesetzt wurde, hat die gesamte Innenstadt ein attraktives Gepräge erhalten. Die öffentliche Hand hat gemeinsam mit privaten Investoren dazu beigetragen, dass das Image einer aufstrebenden, attraktiven Stadt entstanden ist, in der sich gut leben und arbeiten lässt, die aber auch interessant ist für Besuche, sei es zum Einkaufen, zum Schlemmen, zu kulturellen Veranstaltungen oder zum Verweilen. Wenn alle Akteure weiterhin die Stadt blühend, attraktiv und lebendig halten, sind die Investitionen gut angelegt.

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Alltag & Event

Bahnhofplatz, Bahnhof, Unterführung 2013-2015

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tadt in Wert setzen: Während in den 1970er-Jahren die Stadt als laut und schmutzig galt, prahlt man heute mit einer Wohnung in einer guten Stadtlage. Vor Jahren zeigte sich der Trend im Auslagern großer Eingkaufszentren in die Umlandsgemeinden, nun versucht man den Trend umzudrehen, indem attraktiver Wohnlagen und Geschäfte zurück ins Zentrum der Stadt geholt werden. So auch in Böblingen: Mit den Mercaden als Eingang in die Stadt wurde ein markantes Einkaufszentrum geschaffen, leer stehende Erdgeschoßzonen entlang der Böblinger Meile füllen sich allmählich mit Geschäften und in den kommenden Jahren sollen die letzten Stadtbrachen revitalisiert werden. Zahlreiche Beispiele belegen zweifelsfrei: Öffentliche Investitionen rechnen sich auch ökonomisch!

Zentraler Omnibusbahnhof 2007-08

Il Fresco 2012-2014

DIE RÜCKKEHR DER STADT Aufwertungen und Re-Investitionen rund um die Neue Meile

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Immer mehr Menschen wollen in Zukunft lieber in der Stadt wohnen


Alltag & Event

Wolfgang-Brumme-Allee und Talstraße 2009-14

Mercaden 2012-2014

15 neue Innenstadtwohnungen 2014-2015

Sanierung Wohn- und Geschäftshaus 2014-2015

bei Gelegenheit hier Foto einkleben #Panini

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Kreissparkasse Böblingen 2011-2014

Wohn- und Geschäftshaus Kraussgelände

bei Gelegenheit hier Foto einkleben #Panini Abriss und Neubau Klett Areal

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Stadtgarten, Landesgartenschau 1990-1996

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Alltag & Event

Innerstädtischer Einzelhandel Mercaden Böblingen

Ein Interview mit Herbert Krämer, Vorstand HKM/Mercaden

„BÖBLINGEN, EIN STANDORT MIT PERSPEKTIVEN.“ Herr Krämer, Sie haben mehrere Shoppingcenters im innerstädtischen Raum errichtet. Wie bewerten Sie Ihren Anteil der Umwandlung der Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone? Die Mercaden haben zum einen durch ihre Lage als „Tor zur Innenstadt“ vom Bahnhof bzw. Busbahnhof her kommend einen wesentlichen Anteil an der Neugestaltung, zum anderen stellen sie natürlich durch ihr Angebot mit über 80 Geschäften auf einer Verkaufsfläche von rund 25.000 qm das Hauptangebot des Böblinger Einzelhandels, insbesondere der Bahnhofstraße, dar. Die Neuentwicklung erforderte die Verlagerung des Busbahnhofs, der nun mit dem neu gestalteten Hauptbahnhof eine Einheit des öffentlichen Nahverkehrs bildet. Sicher hat der Bau der Mercaden letztlich die Initialzündung für die weitere Umgestaltung der Bahnhofstraße mit neuem Bodenbelag, Veränderung des Beleuchtungskonzepts, den Ruhezonen, dem Wasserspiel und nicht zuletzt das Schließen einzelner Baulücken ausgelöst.

Einkaufszentren werden häufig auf Flächen außerhalb der Innenstadt errichtet. Wieso bauen Sie bewusst in der Innenstadt, und worin sehen Sie die Vorteile?

Shoppingcenter sind heute nicht mehr nur Einkaufsstätten mit Versorgungsfunktion. Der Kunde erwartet darüber hinaus eine Vielfalt an atmosphärischen Maßnahmen, die zu einer entsprechenden Verweilqualität führen. Diese Dinge können einerseits künstlich geschaffen werden, sind aber in einer gewachsenen Innenstadt oftmals schon gegeben. So auch in Böblingen, wo der Besucher unserer Stadt den Einkauf in den Mercaden beispielsweise mit dem Spaziergang am See verbinden kann. Ein Center dieser Größenordnung muss sich städtebaulich integrieren und sollte das vorhandene Einzelhandelsangebot sinnvoll ergänzen. Es sollte Teil der Innenstadt sein und nicht Wettbewerb zur Innenstadt darstellen.

Wie ist es zur Kooperation zwischen Ihnen und der Stadt Böblingen gekommen? Die hkm Management AG konnte nach ersten Kontakten auf der Expo Real im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung die Gremien der Stadt überzeugen. Ausschlaggebend hierfür war auch unser in Bergisch Gladbach realisiertes Einkaufszentrum, das in idealer Weise die dortige Innenstadt ergänzt und nach dessen Vorbild auch die Planungen für Böblingen verliefen.


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Damit der Kunde weiterhin in seiner Innenstadt einkauft, müssen sich Handelsflächen an veränderte Marktsituationen anpassen. Zur Verbesserung der Attraktivität des Zentrums werden die Faktoren Architektur, Funktionalität und ein auf Nachfrage abgestimmtes Angebot kombiniert.

Was sind die besonderen Stärken Böblingens? Die Wirtschaftskraft der Region Stuttgart ist weit überdurchschnittlich, insbesondere Böblingen mit bedeutenden Großunternehmen am Standort oder in direkter Nachbarschaft, wie Daimler, HP oder IBM weisen eine hohe Kaufkraft und Zentralität auf. Weitere Entwicklungen auf dem Flugfeld, sowohl die gute Erreichbarkeit der Innenstadt für den Individualverkehr, als auch für den ÖPNV sprechen für sich. Böblingen ist ein Standort mit Perspektiven.

Welche aktuellen Tendenzen im Einkaufsverhalten können Sie feststellen? Auch wenn der Onlinehandel stark an Bedeutung gewonnen hat, so wird der Kunde dennoch seine Einkaufswünsche nicht nur von zu Hause aus tätigen wollen. Er braucht das Haptische und will auf das Einkaufserlebnis auch in Zukunft nicht verzichten. Somit ist neben dem eigentlichen Angebot die Einkaufsatmosphäre und der persönliche Service entscheidend für den Erfolg des stationären Einzelhandels.

Wie ist das Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Investition bei Ihren Shoppingcentern? Unsere Shoppingcenter werden ausschließlich privat finanziert. In Böblingen hat die Stadt parallel zu unserer Bauphase das Bahnhofsumfeld und die Fußgängerzone erneuert.

Haben Sie noch Pläne für die Mercaden in Böblingen? Wir sind auf gutem Wege in eine erfolgreiche Zukunft. Wir spüren trotz starken Wettbewerbs in der Region eine ständig steigende Akzeptanz unserer Kunden. Die Böblinger nehmen ihr Center an.

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ALLTAG Lebensqualität und Kaufkraft zurück in die Bahnhofstraße zu bringen war eine Motivation bei der Gestaltung der Neuen Meile. Der öffentliche Raum wurde den Bewohnerinnen und Bewohnern zurückgegeben.

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urch den Umbau der Bahnhofstraße zur Fußgängerzone haben die Böblingerinnen und Böblinger die Möglichkeit bekommen, sich ihre Stadt wieder persönlich anzueignen. Der Weg zwischen Bahnhof und Altstadt ist seither ein Alltags-Erlebnis: Man kann hier ins Gespräch kommen, einander begegnen, sich hinsetzen und das neue geschäftige Treiben beobachten. Die Umgestaltung des ehemaligen Transitraums hat zu einer Wandlung des Ortes geführt. Bewohnerinnen und Bewohner, Geschäftsleute sowie die hier arbeitenden Menschen haben nunmehr die Möglichkeit, die Neue Meile als Lebens- und Aufenthaltsraum zu besetzen. Bereits nach der Eröffnung war die Stimmung und das Lebensgefühl in der Neuen Meile deutlich sichtbar. Die Menschen flanieren seither durch die Fußgängerzone, lassen sich durch die

nun erlebbare Menge treiben, benutzen aktiv die Theken und Bänke oder genießen einen Kaffee vor dem Gastgarten der Bäckerei. Die Einkaufsmöglichkeiten werden laufend durch nachziehende Investitionen erweitert und die Möglichkeiten immer vielfältiger. Das Einkaufszentrum Mercaden war der Beginn einer Restrukturierung und Attraktivierung. Restaurants und Bars laden zum gemütlichen Zusammensein ein. Einzelhandelsfachgeschäfte wie Optiker, Juweliere oder ein Fotoladen in Verbindung mit Banken, Versicherungen, Ärzten und einer Apotheke sorgen für eine diversifiziertes Angebot. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Miteinander von Geschäftsflächen und nicht kommerziellen Freiräumen, die von allen Altersgruppen benutzt und in Beschlag genommen werden.


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EVENT

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ie sehr sich die Böblingerinnen und Böblinger nach einer Flaniermeile gesehnt haben, wurde bereits am Tag der Eröffnung sichtbar. Tausende Menschen füllten die Bahnhofstraße, um zu bummeln und das vielfältige Programm zu genießen. Livemusik, ein vielfältiges kulinarisches Angebot, Feuerspucker, ein DJ Truck und unzählige Artisten bildeten das Rahmenprogramm. Die ganze Stadt war von diesem lebhaften Treiben so begeistert, dass nun regelmäßig Veranstaltungen und Straßenfeste in der Neuen Meile stattfinden. Im Winter 2015/16 konnte man vor den Mercaden Schlittschuhlaufen. Der Baum, der dafür zunächst im Weg stand, wurde letztendich einfach in die Eisfläche integriert. Mit verkaufsoffenen Sonntage gehen seit Eröffnung der

Neuen Meile Sraßenfeste einher. Solche Events stärken den Charakter dieser städtebaulichen Intervention. Sie setzen die Bahnhofstraße in Wert, attraktivieren sie für neue Investoren und führen zu Renovierungen und Revitalisierungen bestehender Wohn- und Büroräumlichkeiten.

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LICHTRING Tag und Nacht ein Merkzeichen

„EIN PROTOTYP MODERNER STRASSENBELEUCHTUNG.“ M. MENZINGER, BAYERISCHE STAATSZEITUNG

Ein einzigartiges Lichtkonzept lässt Oberflächen und Materialien auch nachts in Erscheinung treten.

Die Bahnhofstraße in Böblingen erscheint in neuem Licht. Die Fertigstellung des neu gestalteten Abschnitts der fußläufig durchquerbaren Innenstadt erfolgte nach umfangreichen Vorstudien, Workshopverfahren, Bemusterungen und Exkursionen in enger Abstimmung mit lokalen Akteuren. Seit dem Frühjahr 2015 ist die Neue Meile als öffentlicher Fußgänger-Boulevard in einer vormals autogerecht konzipierten Innenstadt Rückgrat der öffentlichen Räume der Unteren Stadt zwischen Bahnhof und Altstadt. In enger Kooperation zwischen bauchplan ).( und lumen3 entstand als Basis dieser Idee ein einzigartiges Lichtkonzept: Die eigens entwickelte Ringleuchte lässt Oberflächen und Materialien auch nachts markant in Erscheinung treten. Das Zusammenspiel aus Betrachterperspektive

und Lichteinfall verleiht dem changierenden Natursteinbelag nachts besonderes Strahlen und Glitzern und ermöglicht ein Spiel aus Licht und Schatten. Ein Rhythmus aus Leuchten und Leuchtinseln erlaubt weitläufige Sichtbezüge und lässt Fußgängerzone und Nebenstraßen miteinander in einer neuartigen Erzählstruktur verschmelzen, sodass sich der neue Stadtraum intuitiv, beinahe festlich wahrnehmen lässt. Im Prozess von Idee über Prototypenentwicklung, Fabrikation der Nullserie sowie Montage der produktreifen Leuchte wurde mit der beauftragten Firma Bergmeister Leuchten in direkter Kopplung zwischen technischer Ausarbeitung und handwerklicher Machbarkeit das Gesamtsystem hinsichtlich technischer und gestalterischer Realisierbarkeit optimiert. Die Entwicklung des Lichtkonzepts

basiert auf drei Ansprüchen – Farbwiedergabe, Sehkomfort und differenzierte Helligkeitniveaus: Die gewünschte Beleuchtungsstärke wird durch den direkt strahlenden Anteil erreicht. Für warmes und brillantes Licht der Leuchten sorgen LED-Module mit einem hohen Farbwiedergabeindex und einer angenehm warmweissen Farbtemperatur – angelehnt an die Elemente einer zeitgemäßen Shopbeleuchtung im Innenraum. Die umlaufende Effektbeleuchtung des Ringes wird über zwei flexible RGB-LEDBänder gewährleistet und verleiht der Leuchte eine geringe Eigenleuchtdichte, sodass die Ringform auch bei Dunkelheit deutlich erkennbar bleibt. Über eine DALI-Steuerung kann jeder einzelne Strahler angesteuert werden. Ebenso wird die Farbsteuerung des Eigenglimmens über DALI


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realisiert. Um den Sehkomfort zu optimieren und für alle Anrainer eine möglichst hohe Blendfreiheit zu gewährleisten, fanden tiefstrahlende Reflektoren Verwendung. In Simulationen wurden Ausblendwinkel, Anzahl der Einzelleuchten und Neigung optimiert. Die ringförmige Anordnung der Reflektoren eignet sich für die rotationssymmetrische Ausstrahlcharakteristik der kleinen Einzelkomponenten; dadurch ist eine optimale Lichtverteilung und Durchmischung auf der Bodenoberfläche gewährleistet. Hohe Ausleuchtungsgrade maximieren die ökonomische Nachhaltigkeit und leisten einen Beitrag zur Reduktion der innerstädtischen Lichtemission. Das Erscheinungsbild der tanzenden Ringleuchten prägt auch bei Tageslicht den Stadtraum in einer neuen Markanz. Sonnenlicht durch-

leuchtet die opale Kunststoffhülle und lässt die innen liegenden Spanten-Konstruktion aus gefrästem Aluminium mit umlaufenden Punkthalterungen erkennen. Das Torus-förmige Gehäuse mit einem ovalem Querschnitt und einem Durchmesser von 240 Zentimetern wird mit zwei UVund witterungsbeständigen weißen Plexiglashalbschalen geschlossen und gewährleistet die Schutzklasse IP65 für Aussenraum. Die Lichtaustrittsflächen der 14 rotationssymetrisch angeordneten, um 12° nach außen geneigten LED-Spots sind klar transparent eingelegt. Die Lichtringe schweben auf bis zu 8 Meter Höhe und sind über drei Punkte an einer Stahlseilkonstruktion abgehängt. Lichtpunkthöhe und Leuchtenabstand von bis zu 23 Metern befinden sich in gestalterischem und funktionalem Gleichgewicht.

Ein besonderes Augenmerk lag in der Entwicklung der kreuzförmigen, sich verjüngenden Stützen, die ebeno eigens für dieses Projekt entworfen und gefertigt wurden. Sie integrieren die Stromversorgung und Farbsteuerung der Ringleuchten, bieten Elektroanschlüsse für Veranstaltungen im öffentlichen Raum und sind für ein durchgängiges W-Lan vorgerüstet. So gibt sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Lichtstelen des Bahnhofsplatzes eine eigenständige, im Gesamtprojekt adäquate Choreographie, die die Umwandlung des ehemaligen Straßenraums in einen hochwertigen urbanen Boulevard umspielt und in gewünschter Leichtigkeit perfekt akzentuiert.

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Prototypen entwickeln Licht für die Neue Meile

Ein Interview mit Tobias Eder, Geschäftsführer Bergmeister Leuchten

„INDIVIDUELLE LEUCHTEN ZU BAUEN, REIZT MICH.“ Herr Eder, Sie waren maßgeblich an der Entwicklung der Lichtringe beteiligt. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt? Mich reizt es grundsätzlich, neue individuelle Leuchten zu bauen, die es vorher nicht gab. Die Lichtringe der Neuen Meile in Böblingen sind einzigartig und in ihrer technischen Konstruktion sowie in ihrer Gestalt eine interessante Neuheit. Der Entwurf zu diesem Projekt war sicherlich einer der anspruchsvollsten, mit dem Bergmeister Leuchten in den letzten Jahren beauftragt war und deren Realisierung hat unsere Kompetenzen in allen Bereichen gefordert – vom Organisationsprozess bis hin zur technischen Umsetzung.

Der Lichtring ist ein Prototyp. Was waren die Herausforderungen bei der Entwicklung dieses außergewöhnlichen Produkts mit über 2 Meter Durchmesser? Eine der großen Herausforderungen war, die vielschichtigen Eigenschaften der Materialien und die Elektrik in Einklang zu bringen. Die verbauten Materialien reagieren beispielsweise unterschiedlich auf

Temperaturen. Der Mantel des Lichtrings besteht aus Polymethylmethacrylat (kurz: PMMA), einem witterungsbeständigen Plexiglas. Im Inneren der Leuchte verstecken sich ein Aluminium-Skelett und eine aufwendige Technik. Ich persönlich kann mich nicht erinnern, jemals eine Leuchte mit so viel Elektrik im Inneren gebaut zu haben. Die umfangreiche Technik musste letztlich so reguliert werden, dass die Leuchte nicht zu warm wird. Denn bei einer Überhitzung würde sich das Aluminium-Skelett ausdehnen und das Plexiglas könnte dem Druck nicht mehr standhalten. Auch der Aluminium-Aufbau im Inneren des Lichtrings war eine Besonderheit. In einer aufwendigen Konstruktion ergeben 14 Einheiten zusammengeschraubt einen Kreis, der durch die Grätenform ein ganz besonders stabiles Gerippe bildet. Neben den konstruktiven und handwerklichen Herausforderungen wurden wir in diesem Projekt auch organisatorisch auf die Probe gestellt. In kurzer Zeit mussten viele verschiedene Gewerke koordiniert werden. Es gelang uns, innerhalb von einem halben Jahr


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diesen besonderen Prototyp zu entwickeln – von der Zeichnung bis zur hängenden Leuchte.

Zusätzlich zur Beleuchtung haben Sie in Böblingen auch Sitzmöglichkeiten, Fahrradtheken und Mülleimer gebaut. Welche Anforderungen waren dabei zu berücksichtigen? Das Stadtmobiliar sollte robust, witterungsbeständig und vandalismussicher sein und zugleich elegant aussehen. Das erforderte eine ausdifferenzierte handwerkliche Lösung in den Trägerteilen. Die Materialzusammensetzung der Objekte ist mit Thermoholzlamellen aus heimischer Esche und einer pulverbeschichteten Stahlunterkonstruktion sehr außergewöhnlich und exklusiv. Wie unterscheidet sich der Lichtring von einer Standardbeleuchtung im Straßenraum? Der Lichtring ist eine komplexe Sonderanfertigung und in der Konstruktion natürlich aufwendiger als eine Standardleuchte. Generell ist bei Sonderleuchten der Wartungsaufwand höher als bei Standardleuchten. Ein öffentlicher Bezugsraum wie die Neue Meile in Böblingen würde allerdings mit einer Standardbeleuchtung

erheblich an Bedeutung verlieren. Der Boulevard fordert eine exklusive Beleuchtung, die man mit einer Standardleuchte nie erreichen könnte. Die harmonische Wirkung und das ansprechende Erscheinungsbild der Lichtringe machen den Platz einzigartig und zu einem attraktiven Stadtraum. Das ist der Aufwand wert.

Das Beleuchtungskonzept hatte von Beginn an eine tragende Rolle in der Konzeption der Neuen Meile. Wie bewerten Sie diesen Prozess und die Lichtringe in Ihrer täglichen Verwendung? Der Boulevard hat mit den Lichtringen an angenehmer Aufenthaltsqualität gewonnen. Über den Köpfen der Passanten erstreckt sich ein Beleuchtungsschauspiel, das vor allem in der Dunkelheit eine anziehende positive Wirkung hat. Durch die ringförmig angelegten Lichtspots entstehen Lichtinseln auf dem grauen Pixelparkett aus Granit. Wie eine dramaturgische Plattform. Als wir die Lichtringe montiert hatten, hat sich gleich eine Gruppe Passanten im Rampenlicht versammelt. Bei Tageslicht entsteht durch das Sonnenlicht ein raffiniertes Schattenspiel der Ringe in der Passage. Ohne die Lichtringe wäre die Meile nur halb so spannend.

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„DIE LICHTRINGE VERLEIHEN DER BAHNHOFSTRASSE EINEN GANZ EIGENEN CHARAKTER.“ A. VOGELGSANG, EHEMALIGER BÖBLINGER OBERBÜRGERMEISTER

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ZUSAMMEN SCHAU

Fertigstellen und Weiterdenken


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VORHER


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Zusammenschau


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WEITERFÜHRENDER DIALOG Gebautes kommunizieren

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ach Abschluss der Bauarbeiten ist die Neue Meile nicht abgeschlossen. Sie ist Teil eines Prozesses und Impuls innerhalb Böblingens mit Strahlkraft in die Region und Fachwelt. Um den direkten Kontakt mit den Nutzerinnen und Nutzern weiter aufrechtzuhalten, veranstaltet die Baubürgermeisterin regelmäßige Stadtspaziergänge, bei denen nicht nur die Intentionen der Stadt erläutert, sondern auch Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zusammengetragen werden. Das Reden über den neuen Stadtbaustein etabliert diesen als Herzstück und Bindeglied weiter. Die im Zuge von Planung, Bau und Inbetriebnahme gewonnenen Erkenntnisse werden für laufende und kommende Konzepte und Projekte direkt verwertet. Im Inwertsetzungsprozess der angrenzenden Baufelder und Immobilien dient die Fußgängerzone als verbindendes Element und Magnet. Für Investoren zeigt sich die Bereitschaft Böblingens, öffentliche Freiräume zeitgemäß als hochwertigen Lebensraum zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die stetige Weiterführung des Dialogs ermöglicht es, den Begriff Urbanität mit Leben zu füllen. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Geschäftstreibende werden in Entscheidungsprozesse eingebunden. Politik und Verwaltung verstehen

sich als Ideengeber, -verwalter und -umsetzer. Bestehende Klischees werden hinterfragt und über einen konstruktiven Dialog im Sinne der bestmöglichen Lösung aufgearbeitet. Dadurch findet auf möglichst vielen inhaltlichen und hierarchischen Ebenen eine Auseinandersetzung mit den ökonomischen, ökologischen wie sozialen Bedürfnissen einer Stadt statt. Nachhaltigkeit wird in diesem Sinne nicht mehr einseitig als Sparsamkeit, sondern phasenweise auch als intelligente Verschwendung verstanden. Die Lust an der freiwilligen Teilhabe ersetzt eingefahrene Lösungswege, gebauter Raum wird Stadt. Alltagsraum füllt sich mithilfe verschiedenster Aktionen unterschiedlicher Akteure mit bislang kaum gekannter Öffentlichkeit. In diesem nicht endenden Dialog nähert man sich dem Ideal der Stadt als „Ort des Lebens und der Arbeit, generationsübergreifend, multikulturell und multireligiös, in welchem Stadtbewohner unterschiedlicher sozialer Herkunft jeden Tag miteinander Umgang üben.“1 Letztlich ist auch das vorliegende Magazin ein Baustein der Planer im begonnenen städtischen Dialog.

Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates Manifest für eine neue Urbanität“ 2008 1

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Zusammenschau

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/07/15

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/07/10

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/06/18 Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/12/18

Stadt und Krei

Freitag, 11. Oktober 2013

Da half auch die mediale Ankündigungswelle nicht: Zwar tappte beim gestrigen Blitzmarathon eine unterdurchschnittliche Zahl an Autofahrern in die Radarfallen, doch auf dem Flugfeld wurden am Nachmittag in einer Stunde drei Temposünder gemessen. Und von der Polizei auch aufgeklärt. Von Otto Kühnle

www.szbz.de Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung, 2014/02/07

BÖBLINGEN. Eine Stunde lang visiert Michael Hartig die Autokennzeichen vergebens an. Wenn er beim Blick durch die Laserpistole Punkt und Kreis auf das Kennzeichen fixiert und abdrückt, bleiben die Messergebnisse stets im tolerablen Bereich. „Der ist nicht zu schnell“, weiß der Polizeihauptmeister bei den meisten herannahenden Autos, dass sich diese an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern auf der Flugfeldallee halten. Als sein Kollege Philipp Stiegler eine halbe Stunde nach dem Start der Kontrolle um 13.43 Uhr das erste Kennzeichen auf seinem Block notieren will, ist der vom Regen so nass, dass Buchstaben und Zahlen mehr eingraviert als geschrieben sind. Der Astra mit jungen Leuten wird mit 79 Kilometern von der Laserpistole erfasst. Zwischendurch bremst eine Kolonne von Mannschaftstransportern der Bereitschaftspolizei die Fahrzeuge auf der Flugfeldallee aus. Die kreuzt auf den Sensapolis-Parkplatz und kommt Richtung Meilenwerk wieder heraus. Aber auch ohne die auffälligen Bremser in Blau treten viele Piloten auf die Bremse, wenn sie die beiden Beamten hinter dem Lasergerät sehen. Im grauen Nieselregen nähert sich kaum ein Scheinwerferpaar in jenem Tempo, das auf der Flugfeldallee öfters zu erleben ist. Einer, der weiß, wie flott hier gefahren wird, ist Bernd Schneider. Der war Sonntag, 15. September mit dabei, als ein Porsche mit 158 Sachen gemessen wurde. Er wartet im zweiten Fahrzeug des Kontrolltrupps nach der Geraden mit seinen Kollegen auf die zu schnellen Fahrer. Nach dem Astra hat es eine Mutter ein wenig zu eilig. Mit 82 Stundenkilometern gemessen, liegt sie nach Abzug der drei Kilometer Toleranz bei 79 Stundenkilometern – was „noch im Verwarnungsbereich liegt“, wie Bianca Kirschbaum erläutert. Die Polizeihauptmeisterin erläutert der leicht nervös lächelnden Frau, dass sie 15 Euro berappen muss, wenn sie den Verstoß zugibt. Die lächelt weiter, unterschreibt und bekommt eine Belehrung noch obendrauf: „Auch kleine Überschreitungen können zu Unfällen führen.“

Amtsblatt Böblingen, 2014/12/12

Auf dem Flugfeld

KRZ begleitete Polizei bei Blitzmarathon: In einer Stun Ganz so günstig kommt die nächste Sünderin nicht davon. Mit 94 gemessen, bringen die 91 Kilometer nicht nur einen Punkt in Flensburg, sondern auch 80 Euro Bußgeld plus Verwaltungsgebühr. Als die schnelle Frau herausgewunken wird, ist sie zunächst ordentlich erschrocken. „Ziehen Sie die Handbremse an, das Auto rollt“, rufen ihr die Beamten zu. Doch dann fängt sie sich. Zuckt mit den Schultern und bekennt offen, dass sie „immer mit 100 oder 90“ unterwegs ist, wenn sie ihren Mann abholt. „Aber da steht ein Schild“, erinnert Polizeikommissar Schneider. Und bekommt ein Lächeln zurück. Der Mann musste zumindest gestern länger warten, als wenn sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätte.

Stuttgarter Zeitung, 2015/03/18

Hat Verwaltung geschlafen?

Seekrank

Gemeinderat Böblingen streitet um U 3-Betreuung Von Otto Kühnle

StadtBÖBLINGEN und Kreis Böblingen . Zwölf statt zehn Kinder in der

Freitag, 11. Oktober 2013

Gruppe, dazu eine ungelernte Kraft als Entlastung: Was die Verwaltung als Notmaßnahme zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen U 3-Platz ausgeheckt hatte, stieß am Mittwochabend auf Kritik im Gemeinderat. Insbesondere bei der SPD-Fraktion. „Das hätte nicht sein müssen, der Anspruch ist seit zehn Jahren bekannt“, monierte Herbert Protze. Dem Fraktionschef assistierte Elke Döbele: „In Holzgerlingen bietet die Stadt bezahlbaren Wohnraum, um attraktiv für Erzieherinnen zu sein.“ Und Protze legte nach: „Taten haben gefehlt, wir wollen binnen drei Monaten eine Konzeption, wie die Stadt strategisch vorgehen will.“

Da half auch die mediale Ankündigungswelle nicht: Zwar tappte beim gestrigen Blitzmarathon eine unterdurchschnittliche Zahl an Autofahrern in die Radarfallen, doch auf dem Flugfeld wurden am Nachmittag in einer Stunde drei Temposünder gemessen. Und von der Polizei auch aufgeklärt. Von Otto Kühnle BÖBLINGEN. Eine Stunde lang visiert Michael Hartig die Autokennzeichen vergebens an. Wenn er beim Blick durch die Laserpistole Punkt und Kreis auf das Kennzeichen fixiert und abdrückt, bleiben die Messergebnisse stets im tolerablen Bereich. „Der ist nicht zu schnell“, weiß der Polizeihauptmeister bei den meisten herannahenden Autos, dass sich diese an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern auf der Flugfeldallee halten. Als sein Kollege Philipp Stiegler eine halbe Stunde nach dem Start der Kontrolle um 13.43 Uhr das erste Kennzeichen auf seinem Block notieren will, ist der vom Regen so nass, dass Buchstaben und Zahlen mehr eingraviert als geschrieben sind. Der Astra mit jungen Leuten wird mit 79 Kilometern von der Laserpistole erfasst. Zwischendurch bremst eine Kolonne von Mannschaftstransportern der Bereitschaftspolizei die Fahrzeuge auf der Flugfeldallee aus. Die kreuzt auf den Sensapolis-Parkplatz und kommt Richtung Meilenwerk wieder heraus. Aber auch ohne die auffälligen Bremser in Blau treten viele Piloten auf die Bremse, wenn sie die beiden Beamten hinter dem Lasergerät sehen. Im grauen Nieselregen nähert sich kaum ein Scheinwerferpaar in jenem Tempo, das auf der Flugfeldallee öfters zu erleben ist. Einer, der weiß, wie flott hier gefahren wird, ist Bernd Schneider. Der war Sonntag, 15. September mit dabei, als ein Porsche mit 158 Sachen gemessen wurde. Er wartet im zweiten Fahrzeug des Kontrolltrupps nach der Geraden mit seinen Kollegen auf die zu schnellen Fahrer. Nach dem Astra hat es eine Mutter ein wenig zu eilig. Mit 82 Stundenkilometern gemessen, liegt sie nach Abzug der drei Kilometer Toleranz bei 79 Stundenkilometern – was „noch im Verwarnungsbereich liegt“, wie Bianca Kirschbaum erläutert. Die Polizeihauptmeisterin erläutert der leicht nervös lächelnden Frau, dass sie 15 Euro berappen muss, wenn sie den Verstoß zugibt. Die lächelt weiter, unterschreibt und bekommt eine Belehrung noch obendrauf: „Auch kleine Überschreitungen können zu Unfällen führen.“

Kreiszeitung Böblinger Bote,2014/01/25

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beauftragte Firma war aber bereits ausgebucht. KRZ-Fotos: Simone Ruchay

Auf dem Flugfeld fahren auch die Frauen flott KRZ begleitete Polizei bei Blitzmarathon: In einer Stunde drei Knöllchen samt Belehrung an zwei Damen und einen Mann gebracht Ganz so günstig kommt die nächste Sünderin nicht davon. Mit 94 gemessen, bringen die 91 Kilometer nicht nur einen Punkt in Flensburg, sondern auch 80 Euro Bußgeld plus Verwaltungsgebühr. Als die schnelle Frau herausgewunken wird, ist sie zunächst ordentlich erschrocken. „Ziehen Sie die Handbremse an, das Auto rollt“, rufen ihr die Beamten zu. Doch dann fängt sie sich. Zuckt mit den Schultern und bekennt offen, dass sie „immer mit 100 oder 90“ unterwegs ist, wenn sie ihren Mann abholt. „Aber da steht ein Schild“, erinnert Polizeikommissar Schneider. Und bekommt ein Lächeln zurück. Der Mann musste zumindest gestern länger warten, als wenn sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätte.

Das taten laut einer Zwischenbilanz der Polizei aber gestern mehr Autofahrer als normal. Offenbar sensibilisiert durch die Medienkampagne wurden zum Beispiel von rund 13 300 Fahrzeugen auf der A 8 in Richtung München auf Höhe der Anschlussstelle Leonberg-West nur 259 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst. „Eine außerordentlich niedriger Beanstandungswert, da an dieser Stelle für gewöhnlich im gleichen Zeitraum etwa das Dreifache an Geschwindigkeitsverfehlungen verzeichnet werden“, meldet die Polizei. Auch in den großen Kreisstädten sei ein positiver Trend des Aktionstages zu erkennen. Der Blitzmarathon dauerte noch bis heute Morgen um sechs Uhr an.

Bianca Kirschbaum erläutert die Kontrolle und die Folgen für zu schnelle Fahrer(innen)

Hat Verwaltung geschlafen?

Seekrank im Smart oder zu teuer im Daimler?

Gemeinderat Böblingen streitet um U 3-Betreuung

Gemeinderat Böblingen beschäftigt sich mit dem Thema Dienstwagen für Bürgermeister

Von Otto Kühnle

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/03/21

Gemeinderat Böbli

Verwaltung“. Auch CDU-Fraktionschef Peter Grotz stellte sich hinter das Vorgehen: Nummer 236 „Wir können uns Erzieher nicht schnitzen.“ Was attraktivere Bedingungen angehe, „ist das ein Betätigungsfeld für die Haushaltsberatungen.“ Klaus Feistauer machte als verantwortlicher Amtsleiter erst gar keinen Hehl aus der Tatsache, dass hier Qualität abgesenkt werde. Aber alleine eine Höherstufung von Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen, wie Die beseitige Flugfeldallee ist das vom Personalrat gefordert,eine beliebte RaserProblem nicht. „Wir graben strecke uns –gegenseitig vor allem in finden hier das Wasser ab“, verwies er der aufNacht den landesmitunter illegale Rennen und Beschleuniweiten Mangel. Zudem müsse Böblingen gungswettbewerbe höhere Gehälter alleine stemmen, wenn sie statt. Beim Blitzmarathon aber war die nicht von den Tarifparteien beschlossen große Mehrheit gewürden. Dann zahle das Land nichtDermit. sittet unterwegs. Feistauer verwies auch aufKontrolltrupp 24wechneuen seltedie anschließend in die Herrenberger Ausbildungsplätze bei der Stadt. Zudem sei Straße und den Herddie Zahl von zehn fehlendenwegErzieherinnen in Böblingen. Diegeblieben, Stadt selbst hatteobin eineinhalb Jahren gleichkeine Kontrollen organisiert, dasei. sie Der wohl der Bedarf deutlich gestiegen selbst über keinen Gemeinderat will dennoch eine Konzeption, eigenen Messtrupp verfügt. Die in der genehmigte aber auch die Aufstockung. Regel von Böblingen

www.szbz.de Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung, 2015/05/13

Doch die so attackierte Verwaltung erhielt auch Unterstützung. Heidrun Zweygart (FWB) bescheinigte der Verwaltung sehr wohl Anstrengungen, auch wenn keiner ein gutes Gefühl bei der Lösung habe, vertraue sie „auf das Fingerspitzengefühl der

BÖBLINGEN. Zwölf statt zehn Kinder in der Gruppe, dazu eine ungelernte Kraft als Entlastung: Was die Verwaltung als Notmaßnahme zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen U 3-Platz ausgeheckt hatte, stieß am Mittwochabend auf Kritik im Gemeinderat. Insbesondere bei der SPD-Fraktion. „Das hätte nicht sein müssen, der Anspruch ist seit zehn Jahren bekannt“, monierte Herbert Protze. Dem Fraktionschef assistierte Elke Döbele: „In Holzgerlingen bietet die Stadt bezahlbaren Wohnraum, um attraktiv für Erzieherinnen zu sein.“ Und Protze legte nach: „Taten haben gefehlt, wir wollen binnen drei Monaten eine Konzeption, wie die Stadt strategisch vorgehen will.“

Doch die so attackierte Verwaltung erhielt auch Unterstützung. Heidrun Zweygart (FWB) bescheinigte der Verwaltung sehr wohl Anstrengungen, auch wenn keiner ein gutes Gefühl bei der Lösung habe, vertraue sie „auf das Fingerspitzengefühl der

Verwaltung“. Auch CDU-Fraktionschef Peter Grotz stellte sich hinter das Vorgehen: „Wir können uns Erzieher nicht schnitzen.“ Was attraktivere Bedingungen angehe, „ist das ein Betätigungsfeld für die Haushaltsberatungen.“ Klaus Feistauer machte als verantwortlicher Amtsleiter erst gar keinen Hehl aus der Tatsache, dass hier Qualität abgesenkt werde. Aber alleine eine Höherstufung von Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen, wie vom Personalrat gefordert, beseitige das Problem nicht. „Wir graben uns gegenseitig das Wasser ab“, verwies er auf den landesweiten Mangel. Zudem müsse Böblingen höhere Gehälter alleine stemmen, wenn sie nicht von den Tarifparteien beschlossen würden. Dann zahle das Land nicht mit. Feistauer verwies auch auf die 24 neuen Ausbildungsplätze bei der Stadt. Zudem sei die Zahl von zehn fehlenden Erzieherinnen in eineinhalb Jahren gleich geblieben, obwohl der Bedarf deutlich gestiegen sei. Der Gemeinderat will dennoch eine Konzeption, genehmigte aber auch die Aufstockung.

Von Otto Kühnle BÖBLINGEN. Wenn der Oberbürgermeister und die beiden Bürgermeister der Stadt Böblingen bisher in ihre Dienst-Daimler stiegen, taten sie dies ohne den Segen des Gemeinderates. Denn die Privatnutzung zu außerdienstlichen Zwecken bedarf einer ausdrücklichen Zulassung. Die Kontrollbehörde wies zudem darauf hin, dass wenige Dienstkilometer und viele Privatfahrten den Dienstwagen als solchen in Frage stellen. Und die Verwaltung reagierte darauf. Künftig, so der Vorschlag, sollen sich Finanzbürgermeister Ulrich Schwarz und Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger einen Daimler teilen.

Doch mit diesem Sparvorschlag waren beileibe nicht alle Volksvertreter zufrieden. Da ließe sich doch noch mehr machen, dachten sich die fleißigen Sparer. Wo es doch ohnehin an allen Ecken und Enden klemmt

die 2000 Dienstkilometer pro Jahr umgerechnet zehn Kilometer am Tag ergeben. „Da ist ein Daimler zu teuer.“ Und CDUFrau Daniela Braun zeigte sich ganz ökologisch: „Wir machen bei Car2go mit, da wäre doch ein E-Smart das richtige Fahrzeug.“ Und damit kam die Diskussion so richtig in Fahrt. Michael Blank (Grüne) warf ein, bei solchen Entfernungen täte es auch ein E-Bike – auch wenn bei ihm die feine Ironie nicht zu überhören war. Reinhard Siekemeier, ein Ex-Öko-Liberaler, erinnerte daran, „dass es ja auch noch die Bahn gibt“. Nur gleich zu Fuß gehen lassen wollte die Bürgermeister niemand. Doch nicht alle Volksvertreter wollten die Chance ergreifen, an anderen mal wieder so ein echtes Sparexempel zu statuieren. Ausgerechnet Florian Wahl von der SPD war es, der sich um den nach außen vermittelten Status Sorgen machte: „Als Vertreter einer Stadt wie Böblingen kann man nicht mit so einem Kinkerlitzchen zum Termin kommen.“ Und Hans-Dieter Schühle sorgte sich um die Gesundheit der Dezernenten: „Wenn

man da eine längere Strecke zurücklegt, steigt man seekrank aus dem Smart.“ Und überdies hätten die Bürgermeister zum Beispiel bei Fahrten in die Partnerstädte ja stets Gemeinderäte mitgenommen. Was bei einem zweisitzigen Smart auch nur bedingt möglich wäre. Michael Blank kam die ganze Diskussion unnötig vor, man möge es doch machen wie in der Industrie, wo der Dienstwagen ein Bestandteil des Gehaltes sei, da habe er keine Probleme mit. Auch der Gemeinderat hatte in seiner Mehrheit dann keine Probleme, für Schwarz und Kraayvanger einen Daimler als gemeinsamen Dienstwagen zu genehmigen. Wenn sie den künftig in die Sindelfinger Rathaustiefgarage bewegen bei Sitzungen des Flugfeld-Zweckverbandes zum Beispiel, dürfen sie dann ganz neidlos an den beiden E-Klassen von OB Vöhringer und Finanzbürgermeister Gangl vorbeimarschieren. Das ist eben der Unterschied zwischen Böblinger und Sindelfinger Standard. Denn auch OB Lützner bewegt ja eine C-Klasse.

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Hickhack um den optimalen Stein Böblinger Gemeinderat ist mit 19:12 Stimmen dafür, die Bahnhofstraße mit iberischem Granit zu pflastern Von Dirk Hamann

Kreiszeitung Böblinger Bote,2015/05/11

Mitglieder des Böblinger Gemeinderats begutachten mögliche Bodenbeläge für die Bahnhofstraße: Die Wahl fiel nun auf die Steine, die im Vordergrund zu sehen sind Foto: dih

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/07/12

BÖBLINGEN. Der Böblinger Gemeinderat hat am Mittwochabend nach hartem Abklopfen aller Argumente mit 19:12 Stimmen beschlossen, die künftige Fußgängerzone in der Bahnhofstraße und den Bahnhofsvorplatz mit Steinen aus Portugal und Spanien zu pflastern. Beginn für die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Flaniermeile soll im März 2014 sein, die Verlegung des Belags (Gesamtkosten 6,6 Millionen Euro) soll, so es die Witterung zulässt, im April starten. Im Oktober, rechtzeitig zur geplanten Eröffnung des Einkaufcenters Mercaden, so der Plan, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Über das Material selbst gab es im Gemeinderat kaum eine geteilte Meinung. Naturstein soll die Bahnhofstraße zieren, den Weg bereiten, damit Böblingens Innenstadt an Aufenthaltsqualität und Attraktivität gewinnt. Damit die einstige Einkaufsstadt auf höchstem Niveau runderneuert eine Renaissance feiern darf. Ein Hickhack lieferten sich die Gremiumsmitglieder allerdings bei der Entscheidungsfindung über die Herkunft des Granits. Das von der Stadt beauftragte Münchner Planungsbüro „bauchplan“ hat zur Ansicht vier Varianten auf dem Marktplatz verlegt, die vom Technischen Ausschuss des Ge-

meinderats begutachtet wurden. Das Votum in einer anschließenden Sitzung fiel klar für die Ästhetik einer Variante mit iberischem Stein aus. Eine Variante mit einem Haken: Sie fällt für die Belegung einer rund 9500 Quadratmeter großen Fläche rund 250 000 Euro teurer aus als eine ebenfalls als optisch für akzeptabel befundene Lösung mit chinesischem Granit. Ein Preisunterschied, der nun wiederum zum Stein des Anstoßes für weitere Diskussionen wurde.

Hämmern, poltern, pochen und am Ende der Feinschliff Tobias Baldauf von „bauchplan“ präsentierte im Ratssaal noch einmal Zahlen, Vorgehensweise, ein knappes Zeitfenster und damit verbundene Risiken. Und der Gemeinderat zeigte sich gespalten. Auf der einen Seite wiesen Baldauf wie Oberbürgermeister Wolfgang Lützner darauf hin, dass bei einem Votum pro chinesischem Stein – auch wenn dieser zertifiziert sei – die Gefahr bestünde, dass dieser zur rechtzeitigen Fertigstellung der Fußgängerzone, vor allem im Reklamationsfall, nicht rechtzeitig geliefert werden könnte. Auf der anderen Seite hämmerte eine Fraktion, die von Hans-Dieter Schühle (CDU) bis zu Wolfgang Hensel (SPD) reichte, immer wieder auf den Mehrkosten herum, die die Granitblöcke von der

Das taten laut einer Z Polizei aber gestern me normal. Offenbar sensib Medienkampagne wurde rund 13 300 Fahrzeugen a tung München auf Höhe Leonberg-West nur 259 überschreitungen erfass dentlich niedriger Bean an dieser Stelle für gewö Zeitraum etwa das Dreif digkeitsverfehlungen ver meldet die Polizei. Auch in den großen K positiver Trend des Akti nen. Der Blitzmarathon heute Morgen um sechs U

iberischen Halbinsel verursachen – Bedenken, dass eine Lieferung aus China den Zeitplan ins Wanken bringen könnte, wurden damit abgefeilt, dass es mit Fernost bei einem ähnlichen Bauvorhaben in Albstadt, wie man bei einer Gemeinderats-Exkursion erfuhr, auch keine Probleme gegeben habe. Dazu gesellte sich im verbalen Gepoltere noch das gewichtige Pochen, darauf zu achten, wie die Steine in ihren Herkunftsländern in die passende Form gebracht würden. Barbara Ferkinghoff-Wiese hämmerte den Ratsmitgliedern ins Gedächtnis, dass „die Arbeitsbedingungen in China unter aller Sau“ sind. „Wir sollten nicht so tun, als wüssten wir alles, was da in China passiert“, versuchte Hensel diese Bedenken zu glätten. Und Schühle wies darauf hin, dass Deutschland jährlich für 77 Milliarden Euro Produkte aus China importiere. Kurz vor der Abstimmung gaben Friedrich Ruoff (CDU), Sven Reisch (Grüne) und Helmut Kurtz (FDP) der harten Diskussion noch etwas Feinschliff, indem sie versuchten, das Thema Ästhetik wieder in den Vordergrund zu polieren. „Mit dem Belag leben wir die nächsten 40, 50 Jahre“, betonte Ruoff und verwies damit darauf, dass der optimale Stein deshalb durchaus etwas teurer sein dürfte. Am Ende bekam so ein breit gefächertes Meinungs-Mosaik eine knappe Mehrheit: Böblingens Flaniermeile erhält Steine von der iberischen Halbinsel.

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/10/11

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/07/11

Von Otto Kühnle

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Böblinger Gemeind Von Dirk Hamann

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Zusammenschau

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Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/09/25

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/09/27

MEDIENBEGLEITUNG

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/09/25

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2013/03/21

Nr. 44 / 31.10.2014

Amtsblatt

Kreiszeitung Böblinger Bote, online, 2014/05/11

für die Stadt Böblingen und den Stadtteil Dagersheim

f Heute aktuell im Amtsblatt Böblingen beraten und beschlossen In den städtischen Gremien Seite 2 Aufgepasst an Halloween Sachbeschädigungen sind Straftaten Seite 2 Alt-OB feierte 70. Geburtstag Herzlichen Glückwunsch an Alexander Vogelgsang! Seite 3

Foto: Lichtl

Wirkungsvolle Stadtbeleuchtung in der dunklen Jahreszeit

Kreiszeitung Böblinger Bote, 2014/02/07

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Schon 3.000 hochmoderne Leuchten im Einsatz

Einzigartiges Lichtkonzept in der Bahnhofstraße

Weihnachtliche Beleuchtung der Innenstadt

am vergangenen Wochenende wurden die Uhren wieder zurückgestellt. Ein untrügliches Zeichen, dass wir uns mit dem Herbst in der dunkleren Jahreszeit befinden. Für die meisten Berufstätigen ist es nun zu ihrem Feierabend bereits dunkel. Dies hat Auswirkungen auf das Lebensgefühl, aber auch auf das Sicherheitsempfinden. Deshalb ist für uns in Böblingen die Beleuchtung des öffentlichen Raums eine wichtige Aufgabe mit hohem Anspruch.

Die Modernisierung der Stadtbeleuchtung in Böblingen wird seit 2010 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Die Umstellung der veralteten, aus den 70er Jahren stammenden Beleuchtung in den Wohnvierteln auf hochmoderne, energieeffiziente LED-Straßenleuchten macht bei uns große Fortschritte. So wurden bereits weit über 3.000 von insgesamt fast 6.000 Leuchten im Stadtgebiet erneuert. Der Strombedarf für die öffentliche Beleuchtung, ein wichtiger Ausgabenposten im Haushalt, konnte dabei um über 30% gesenkt werden. Bei steigenden Strompreisen ein nicht zu vernachlässigender Grund, die begonnene Modernisierung weiterzuführen. Entlang der zurückgebauten Wolfgang-Brumme-Allee, auf dem Flugfeld und in neu entstandenen Wohngebieten im Stadtgarten oder östlich der Waldstraße in Dagersheim beleuchten Lichtstelen und moderne LED-Leuchten sparsam und effizient die Verkehrs- und Fußgängerflächen. Durch gezielte Lenkung des Lichts wird zudem eine Abstrahlung in den Nachthimmel vermieden.

Die Gestaltung mit Licht ist für die „Neue Meile“, die Fußgängerzone in der Bahnhofstraße, und den neuen Bahnhofsvorplatz beim Mercaden ein bedeutender Planungsaspekt. Gemeinsam mit meinem Baudezernat haben Lichtplaner ein äußerst attraktives und sehr ansprechendes Lichtkonzept entworfen.

In der Adventszeit werden die Lichtringe zusammen mit der Illumination an den Linden in der Bahnhofstraße für weihnachtliche Stimmung sorgen. In der gesamten Innenstadt wird eine mit dem Stadtmarketing und ansässigen Händlern abgestimmte Weihnachtsbeleuchtung installiert. Diese sorgt dann in der Zeit zwischen dem 1. Advent und Heilige drei Könige für ein besonderes weihnachtliches Wohlfühlambiente.

Es gilt sicherheitsrelevante Themen, stadtplanerische Aspekte, aber auch Energieeffizienz und Naturschutz in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Baudezernat schon früh Gedanken über eine effiziente, aber dennoch dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger genügende Stadtbeleuchtung gemacht. Naturschutz und die Reduzierung der Lichtverschmutzung unseres Nachthimmels bleiben dabei nicht außen vor. Gemeinsam mit dem NABU fand daher bereits vor Jahren im Rathaus eine Ausstellung zum Thema „Ökologische Stadtbeleuchtung“ statt.

Dieses gibt es nur bei uns. Wir sind gespannt, wann die ersten Nachahmer folgen. Wir setzen dabei modernste LED-Technik mit hocheffizienten Hochleistungsdioden ein. Diese erzeugen in den 29 neuen Lichtstelen am Bahnhof ein dezentes und angenehmes Licht. Im Zusammenspiel mit dem neu verlegten Natursteinpflaster empfinden wir dadurch eine besondere Aufenthaltsqualität in den Abendstunden. Das können Sie sicher bestätigen, wenn Sie selbst abends dort schon unterwegs waren. In der Fußgängerzone sorgen die schwebenden Lichtringe, die zu bestimmten Anlässen farbig leuchten werden, für eine besondere Atmosphäre.

„Sehen ist ein geistiger Vorgang“ Dies lehrt Professor Christian Bartenbach, Spezialist für Beleuchtungstechnik und Pionier der Lichtplanung. Mit innovativen Lichtkonzepten, sowohl in Wohnvierteln als auch an Straßen, Plätzen und öffentlichen Bereichen mit hoher Besucherfrequenz, beweist sich Böblingen auch beim Thema Licht als Raum für Taten und Talente. Ihre

Amtsblatt Böblingen, 2014/10/31 Christine Kraayvanger Bürgermeisterin

Kulinarisches Wochenende Freie Plätze bei den „Kulinarischen Genüssen aus Alba“ Seite 4 Galerie im Zeichen des Winters Atmosphärische Winterbilder von Fritz Steisslinger Seite 6 Erinnerungsräume geöffnet Am Sonntag auf dem Alten Friedhof Seite 6 Böblinger Nachtwächter sind unterwegs Museumsfreunde laden ein zur Führung der besonderen Art Seite 6 Literatur zu Blauen Stunde Die Flügel meines schweren Herzens Seite 7 Wertechip-Aktion der Mineraltherme Badegäste erhalten Treuebonus Seite 8 Parken auf dem Flugfeld Neue Parkraumbewirtschaftung tritt in Kraft Seite 10 Böblinger Lesepatenprojekt Neue Paten gesucht! Seite 14 Amtliche Bekanntmachungen Seite 17 Kirchen, Vereine und sonstige Einrichtungen Seite 22 Notdienste

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Veranstaltungskalender Termine im November Seite 35 f Aus dem Stadtteil Dagersheim Seite 34

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A. KLUMP, FREIRAUMGESTALTER, ULMER VERLAG            

   

       

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FACHPRESSE

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Freiraumgestalter 2015/02

... in Böblingen zeugt die Bahnhofstraße vom gelungenen Ausgang des Experiments.“ H. VOSSEN, FREIE FACHJOURNALISTIN, TOPOS MAGAZIN, CALLWEY


Zusammenschau

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... ein Musterbeispiel innerstädtischer Entwicklung mit hochwertigen, prägnanten Materialien “ THOMAS GEUDER, GERMAN-ARCHITECTS UND GARTEN+LANDSCHAFT, CALLWEY Garten+Landschaft 2015/Juli

nodium Zeitschrift des Alumni-Clubs Landschaft TU München, 2016 #8

... the space looks very attractive, cozy and the elements masterfully orchestrated, congratulations!“ Z. BREZAR, EDITOR IN CHIEF, LANDEZINE.COM

... aus der Dialektik des schnellen Durchquerens und des gemütlichen Flanierens eine speziell entwickelte Choreographie.“ THOMAS GEUDER, GERMAN-ARCHITECTS UND GARTEN+LANDSCHAFT, CALLWEY

... Pioniere der partizipativen Planung.“ SABINE WOLF, CHEFREDAKTEURIN ANTHOS, ETH ZÜRICH.

... eine runde Sache.“ M.MENZINGER, BAYERISCHE STAATSZEITUNG Topos Light 2016/95


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Beteiligte Firmen

*Glückspilz, der (*jemand, der unvermutet oder oft Glück hat)

PROTECPOLES – PASSIVE SICHERHEIT FÜR IHRE KOMMUNE Seit der Entwicklung des PROTECPOLE

Den

schwebt unser Crashtest-Dummy auf

Europoles erhalten Sie als Komplett-

Wolke 7. Im Gegensatz zu normalen

paket mit Lichtpunkthöhen von 6 - 12 m,

innovativen

PROTECPOLE

von

Lichtmasten nimmt der PROTECPOLE im

Ausleger und Einbauanleitung. Zerti-

Falle einer Kollision mit einem Fahrzeug

fiziert nach DIN EN 12767: HE3 &

die entstehende Energie auf und

LE3 EN12767 und EN40. Das Desgin:

absorbiert diese. Somit garantiert der

konisch rund, lasergeschweißt und

PROTECPOLE optimale Sicherheit für

feuerverzinkt

alle Verkehrsteilnehmer – und schont

ein (fast) normaler Lichtmast eben!

gleichzeitig unseren Dummy.

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DIN

1461

Europoles GmbH & Co. KG Ingolstädter Straße 51 • 92318 Neumarkt / Germany • Tel +49 9181 896-0 • Fax +49 9181 896-1155 • info@europoles.com • www.europoles.com


Beteiligte Firmen

PFEIFER – Ihr kompetenter Partner für komplexen Leichtbau  Mehr Informationen cablestructures@pfeifer.de

PFEIFER SEIL- UND HEBETECHNIK GMBH

www.pfeifer.info

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Beteiligte Firmen

Dillingen

Wolfsburg

Luxemburg

Fußgängerzonen - immer geht es um eine große, einzigartige Idee. Eine Idee, die den Unterschied macht, die das Erscheinungsbild der Stadt verändert, prägt und neue Identität stiftet. Um optimale Lösungen zu schaffen und ein Bauwerk von Dauer zu entwerfen, kommt nur der beste Baustoff in Frage – Naturstein – natürlich von BESCO. belgrano® Natursteine… geprüft, nachhaltig, fair produziert, ökologisch transportiert und on demand geliefert. Unsere Berater unterstützen Sie auf dem Weg zu Ihrem nächsten Projekt. belgrano® Natursteine von BESCO… so vielfältig wie Ihre Ideen. belgrano® Materialien stehen Ihnen weltweit in zertifizierter Qualität zu wettbewerbsgerechten Preisen zur Verfügung: vom Marienplatz in München bis zur Innenstadtsanierung in Luxemburg oder Fuschl am See in Österreich, von der LAGA in Schmalkalden bis zur IGA 2017 in Berlin, vom Convention-Center in Doha (Katar) bis zur Fußgängerzone in Böblingen

BESCO – seit 15 Jahren DER Ansprechpartner für Naturstein

BESCO GmbH Zepernicker Straße 2 LudwigPark - Haus 13.2 13125 Berlin-Buch Tel. +49 30 2593889-0 Fax +49 30 2593889-99 mail@besco-gmbh.de

www.besco-gmbh.de


Beteiligte Firmen

Binz

Bรถblingen

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Beteiligte Firmen

INDIVIDUELLES DESIGN HANDWERKLICHE FERTIGUNG KREATIVE LICHTLÖSUNGEN

BERGMEISTER LEUCHTEN GMBH · ESCHENLOH 16 B · 83565 TEGERNAU · GERMANY · +49 8092 31044 · www.bergmeister-leuchten.de


Modell Samber. Projekt: Aspern, Wien.v

Beteiligte Firmen 141


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Beteiligte Firmen

MODE. MARKEN. MERCADEN.

Frischer Wind für Innenstädte Erfolgsstrategien für innerstädtische Shopping Center

Die Marke MERCADEN® steht für das Konzept „Innenstädte ergänzen“: Wie ein Markt integrieren sich die MERCADEN® in die bestehenden Strukturen - architektonisch wie konzeptionell. Ziel ist es, das neue Shopping-Center als Zugpferd einer Innenstadt zu etablieren und so auch neue Impulse für den ansässigen Einzelhandel zu setzen. Wertig, markant und einladend, steht der Name für Qualität und Atmosphäre. Eine helle, offene Gestaltung und der attraktive Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen laden zum Verweilen und bieten jeden Erlebnismehrwert, den die Kunden suchen. Anders als die sonst so oft üblichen Riesenprojekte „auf der grünen Wiese“ halten die MERCADEN® die Kaufkraft und Gewerbeeinahmen in der Stadt und fördern gleichzeitig die Zugkraft der übrigen City gerade für kleinere Innenstädte, die mit starken Oberzentren oder Malls in Gewerbegebieten konkurrieren, eine Erfolgsstrategie. MERCADEN® BÖBLINGEN eröffnet Herbst 2014 MERCADEN® DORSTEN eröffnet Frühjahr 2016 VERMIETUNGS-HOTLINE: +49 (2202) 12 40 440

Unsere Kernkompetenz ist die Entwicklung von innerstädtisch integrierten Shopping-Centern, Fachmarktzentren und Geschäftshäusern. Mit über 30jähriger Erfahrung im Bereich der Entwicklung, Realisierung und Management von Handelsimmobilien, engagieren wir uns in allen Projektphasen - vom Genehmigungsverfahren bis zur Findung der passenden Mieter, als Center-Management und als Investor.

Projektentwicklung | Projektrealisierung | Objektvermietung | Center-Management | Property-Management

hkm Management AG Hauptstraße 131 51465 Bergisch Gladbach Tel. +49 (2202) 12 40 400 Fax +49 (2202) 12 40 409 office@hkm-ag.de www.hkm-ag.de


stor_17003_anz_neue_meile_boeblingen_Layout 1 17.03.17 08:53 Seite 1

Beteiligte Firmen

Zukunft bauen für Stadt und Raum

Unser Markenzeichen heißt Bauen mit Leidenschaft. Für eine termintreue und fach gerechte Ausführung. Mit einem intelligenten Baustellenmanagement ohne Schnittstellenprobleme. Storz Verkehrswegebau für stadträumliche Qualitäten.

J. Friedrich Storz Verkehrswegebau GmbH & Co. KG · Ludwigstaler Straße 42 · 78532 Tuttlingen Tel. 0 74 61/176 - 0 · info@storz - tuttlingen.de · www.storz-tuttlingen.de

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Beteiligte Firmen

FOTOSHOOTING vom Shooting


Beteiligte Firmen

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Beteiligte Firmen

Individuelles Design Mit den ACO Freestyle Rosten bieten wir Ihnen die einzigartige Möglichkeit, die Rinnenabdeckung unverwechselbar selbst zu gestalten. Sie entwerfen die sichtbare Oberfläche des Rosts mit oder ohne Beleuchtung durch Eyeleds – wir kümmern uns um die Details!

ACO Freestyle Flag

ACO Freestyle Roste, Bahnhofstraße Böblingen Design: Büro Bauchplan, München

AZ_Freestyle_191x122.indd 2

ACO Freestyle Leaf

ACO Freestyle Stör

ACO Tiefbau Vertrieb GmbH, Am Ahlmannkai, 24782 Büdelsdorf

www.aco-tiefbau.de 20.03.2017 10:07:53


Beteiligte Firmen

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IMPRESSUM

BILDNACHWEIS

Herausgeber bauchplan ).( Severinstraße 5 81541 München T . 0049 89 288 078 75

Clemens Franke Photography Titelseite, Seite 2 links, mitte, 4, 6, 8, 9, 11, 23, 26, 28 unten, 30, 31, 32, 35, 36, 38, 39, 40, 45, 46, 57, 58 unten, 61, 65 rechts unten, 72, 73, 76, 89, 93 oben, 94, 97 oben, 98, 107, 108 oben, 109 mitte, 112, 115, 117 unten, 119, 120, 122, 123, 127, 129

Endresstraße 18 1230 Wien T . 0043 01 92 91 333 Konzept, Redaktion bauchplan ).(

bauchplan ).( Seite 3, 12, 13, 20, 21 links, 25, 27, 28 oben, 37, 49, 52, 53, 54, 55, 59, 60, 64, 65 oben, 68, 69, 70, 74, 75, 77, 78, 81, 83, 86, 87, 93 unten, 97 unten, 102, 104, 109 unten, 113, 116, 117 oben, 124, 126 oben, 128, 144, 145, 147 oben, Rückseite

Grafik, Gestaltung bauchplan ).(

BESCO Berliner Steincontor GmbH Seite 62, 63, 100, 101, 109 mitte rechts, 111

Druck Grasl FairPrint 2540 Bad Vöslau

Kreiszeitung Böblinger Bote Seite 10, 48, 51 rechts, 110

Planungspartner Raumspielkunst/hdg Architekten Fabrice Henninger lumen3 GbR Bartenbach GmbH MODUS Consult AG faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla Beteiligte Firmen J. Friedrich Storz GmbH & Co. KG Bergmeister Leuchten GmbH BESCO Berliner Steincontor GmbH Bähr Wassertechnik GmbH Karl Walker GmbH Godelmann GmbH & Co. KG Stangl AG ANAE Straßenmobiliar HEDISA Haustechnik GmbH PFEIFER Seil- und Hebetechnik GmbH Europoles GmbH & Co. KG ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG

Stadtarchiv Böblingen Seite 16, 18, 19 Stadt Böblingen 21 rechts, 51 links, 80, 106, 108 unten, 109 rechts oben, 109 links oben, 126 unten, 146 unten, 147 unten Berit Erlbacher Seite 2 rechts, 66 Ina Renke Seite 14 Prof. Markus Schlegel Seite 56 Dr. Antje Boldt Seite 58 oben J. Friedrich Storz GmH & Co. KG Seite 88 hdg Architekten Seite 91 Bergmeister Leuchten GmbH Seite 118 Prof. Dr.-Ing. Birgit Kröniger Seite 130

© bauchplan ).( 2017 Alle Rechte vorbehalten


bauchplan ).( severinstrasse 5 - 81541 mĂźnchen - 49 8928807875 - studio@bauchplan.de endresstrasse 18 - 1230 wien - 43 1 9291333 - www.bauchplan.de

ISBN 978-3-00-055852-8

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