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Inhaltsverzeichnis Einleitung Register 1 Register 2 Register 3


Grau zu Grün auf der Vertikalen

Im Rahmen des Seminares Landschaftslabor Stadt untersuchen wir das Verhältnis von "Grau zu Grün" auf der Vertikalen in Stuttgart. "Grau" symbolisiert die komplette Infrastruktur und Architektur, angefangen bei schmalen Gehwegen über Straßen und Plätzen, bis hin zu Bauwerken. "Grün" hingegen steht für die Vegetation in ihren unterschiedlichsten Variationen. Einerseits die üblichen Formen wie Parks und Gärten aber auch andererseits die unscheinbaren Grünflächen, wie Abstandsgrün, begrünte Dächer und Bäume die als Schattenspender dienen. Unserer Seminararbeit basiert vor allem auf den theoretischen Überlegungen von Ulrich Maximilian Schumann, die er in seiner Schrift Stadtgrün formuliert. In der unsere Arbeit zugrunde liegenden Schrift, unterscheidet der Autor zwischen sanitärem und dekorativem Grün im Stadtraum. So schreibt er: "Vergessen scheint, dass vor dem Hintergrund solcher Ortsbestimmungen eine Unterscheidung abläuft, die so gut wie ehedem als erster und universaler Spannungsprüfer taugt: der Gedanke, dass das Grün in der Stadt entweder "dekorativ" oder "sanitär" sein, zur Verschönerung des öffentlichen Raumes oder zur aktiven Aneignung, Nutzung und Erholung beitragen kann und dass sich das Verhältnis zwischen beiden Polen bestimmen lässt."1 Ebenfalls "[...], findet sich die Unterscheidung zwischen einem "dekorativen Grün", das an die zentralen öffentlichen Punkte der Stadt gehört, um von allen gesehen zu werden, und einem "sanitären Grün", das sich zuallererst von Lärm und Verkehr absondern müsse, um sich für eine wirkliche Inbesitznahme durch den Nutzer anzubieten."2 Auf diese Art und Weise lassen sich dem "Stadtgrün" verschiedene Funktionen zuweisen. Demnach stellt sich die Frage, welches Grün in Stuttgart ist sanitär oder dekorativ. Aber in dieser Seminararbeit soll es nicht bloß darum gehen, herauszufinden ob nun das Grün sanitär oder dekorativ ist, sondern es soll vielmehr darum gehen, die Gründe dafür herauszufinden, weshalb dies so ist. Dabei soll untersucht werden ob die Topographie und die Bebauung einen Einfluss auf die Funktion des "Stadtgrüns" haben. Daher bewegen wir uns während unserem Stadtspaziergangs auf unterschiedlichen Höhenlagen in Stuttgart. Die Ausarbeitung geht hierbei erst getrennt auf die Teilaspekte Grau und Grün ein, um sie dann miteinander zu kombinieren und schließlich festzustellen in welcher Beziehungen sie zueinander stehen. Dabei wird zusätzlich betrachtet, welche Auswirkungen das Verhältnis von Grau zu Grün auf die Atmosphäre eines Ortes haben kann. Auf den nachfolgenden Seiten finden sie drei Register. Das erste Register erläutert unsere Vorgehensweise und erklärt unsere Methoden. Das zweite Register beschreibt unsere Tour.Das dritte Register schließlich bietet eine Auswertung und ein Fazit.

"Das Stadtgrün erhält seine Funktion und auch seine Gestaltung erst durch die Stadt; unabhänging davon könnte es nicht existieren. Daher muss es bewusst in die städtebauliche Planung miteinbezogen werden und darf nicht auf Räume beschränkt werden, die diese übrig lässt." 1

Ulrich Maximilian Schaumann: Großstadtgrün - Ein Kurzpsychogramm aus "Urban Green". Birkhauser Basel, 2010. S. 126

Obwohl es Menschenwerk ist, verkörpert das Stadtgrün für die Städter "Natur schlechthin"- als lebendigen, dynamischen Gegenpol zum leblosen, statischen Stein, Beton, Glas, Asphalt oder Plastik, welche die Stadt nun einmal beherrscht." 2

Ulrich Maximilian Schaumann: Großstadtgrün - Ein Kurzpsychogramm aus "Urban Green". Birkhauser Basel, 2010. S. 127


Register 1


Methodenerkläreung

Stationen Aufgaben "ThemenBrillen" Fotoapparat-Verbot

Die Route wurde nach dem Gesichtspunkt der Höhe ausgewählt. In die Tour sind fünf Stationen integriert, an denen die Teilnehmer Aufgaben zu erfüllen haben. Diese Stationen findet man an für deren Umgebung typischen Stellen. An diesen Stellen sollen Zeichnungen angefertigt und die Aufgabenblätter ausgefüllt werden. Dabei gehen wir folgendermaßen vor: Die Aufgaben werden so verteilt, dass jeder Student an einer Station eine Aufgabe zu erfüllen hat. Das soll sich an allen Stationen wiederholen. Der Student/in muss allerdings an jeder der fünf Stationen eine andere Aufgabe lösen, so dass er/sie am Ende des Rundganges alle fünf Aufgabenstellungen einmal durchlaufen hat. Wir haben beschlossen hierfür eine zusätzliche Methode anzuwenden. Dabei handelt es sich um den Einsatz von sogenannten "Themenbrillen". Diese Brillen sollen insbesondere den Blick für die jeweilige Aufgabe schärfen. Also sind die Brillen perfekt auf ihre spezielle Aufgabe zugeschnitten. Mit den Brillen auf der Nase können die Studenten ihre Studien beginnen. Weiterhin werden die Brillen an jeder Station getauscht, so dass man immer das zu seiner Aufgabe passende "Sichtfenster" zur Verfügung hat. Während die Teilnehmer untereinander die Brillen tauschen, kann ein Austausch zwischen den Studenten über die gestellten Aufgaben entstehen. Die Brillen werden von der einen Station bis zur nächsten Station aufgelassen, so sollen die Teilnehmer auch während des Rundgangs ihr Thema aufmerksam verfolgen. Wir haben uns als Gruppe bewusst für ein Fotoapparat-Verbot entschieden. So sollen die Studenten den Stadtspaziergang durch Stuttgart nicht bloß durch die Linse der Kamera wahrnehmen, sondern die Route ohne zwischengeschaltetes Objektiv erleben. Oft verliert man mit der Kamera in der Hand den Blick fürs Wesentliche oder verpasst interessante Stellen, weil man noch damit beschäftigt ist eine andere Situation mit der Kamera festzuhalten. Mit Hilfe des Kamera-Verbotes soll somit eine genauere und differenziertere Auseinandersetzung mit der Strecke erfolgen. Mit Hilfe der fünf Aufgaben kann die Route auch ohne Kamera festgehalten werden. Bei den Aufgaben geht es vor allem darum Größen und Proportionen abzuschätzen und sich dadurch aktiv mit dem Standort auseinanderzusetzen. Damit eine verschärfte Wahrnehmung der Orte erfolgen und der Blick für unser Thema geöffnet werden kann. Ebenfalls sollen die Aufgaben eine weitere Funktion übernehmen. Uns geht es nicht nur um eine verstärkte Wahrnehmung, sondern wir möchten vor allem auch subjektive, persönliche und individuelle Eindrücke sammeln. Daher schicken wir unsere Spaziergangsteilnehmer mit Blatt und Stift bewaffnet auf die Tour. Der Auftrag für die Teilnehmer lautet: Zeichnungen anfertigen und Gedanken niederschreiben. Die Skizzen sind uns besonders wichtig, da beim Zeichnen unbewusst Wertungen erfolgen und Wichtigkeiten festgelegt werden. Auf diese Art und Weise erhoffen wir uns differenzierte Ergebnisse, die wir über Abfotografieren der Situationen nicht erhalten würden.


Grau Zeichnet die Bebauung die sich auf unserer Schnittebene befindet. Beachtet hierbei die Geschosshöhe und

Aufgabe 1

die Maßstäblichkeit. Maßstab 1:200

Greifen Sie zu und schärfen Sie ihren Blick

Die Studenten sollen durch die graue Brille beziehungsweise Architektur-Brille schauen, so dass der Blick auf die Bebauung gerichtet wird. Alles andere soll außer Acht gelassen werden, vor allem die Natur (Grün). Mit Hilfe der angefertigten Schnitte durch die vorhandene Bebauung, möchten wir das Grau/die Architektur auf den unterschiedlichen Höhenlagen der Stuttgarter Topographie analysieren. Dabei ist uns vor allem wichtig, dass die Studenten auch auf Themen wie, Geschosshöhe, Geschossanzahl, Lage in der Topographie, Abstandsflächen zu anderen Gebäuden und Straßen eingehen. Auf diese Art und Weise wollen wir herausfinden wie sich die Bebauung auf das Stadtgrün auswirkt und inwiefern sich das abzeichnet.


Grün

Aufgabe 2

Zeichnet das Grün, das sich auf unserer Schnittebene befindet. Verwendet für öffentliches Grün denn hellgrünen Stift und für privates Grün den dunkelgrünen Stift. Beschriftet danach ob es sich um dekoratives oder sanitäres Grün handelt. Beachtet den Maßstab 1:200 auf dem vorgefertigtem Blatt.

Greifen Sie zu und schärfen Sie ihren Blick

Die grüne Brille soll also den Blick für die Natur schärfen. Hierbei geht es unserer Gruppe um eine intensive Auseinandersetzung der Studenten mit der Vegetation auf der vertikalen Ebene Stuttgarts. Wir wollen so herausfinden ob die Topographie einen Einfluss auf die Grünverteilung hat. Also inwiefern sich das Verhältnis von öffentlichem zu privatem Grün oder von sanitärem zu dekorativem Grün auf den verschiedenen Höhenlagen Stuttgarts verändert. Die Unterteilung in sanitäres oder dekoratives Grün ist dabei folgender Maßen vorzunehmen: dekoratives Grün dient allein zu Verschönerungszwecken, bei sanitärem Grün kommt jedoch eine funktionale Begründung hinzu. So hat sanitäres Grün unterschiedlichen Nutzen, beispielsweise kann es der Erholung, der Hygiene oder als Lärmschutz dienen.(Quelle Text: Stadtgrün) Darüber hinaus gibt es sicher noch andere funktionale Begründungen für Grün in den Stadträumen. Aber das liegt im Auge des Betrachters zu entscheiden welchen Nutzen das Grün an der jeweiligen Station hat oder ob es sich um dekoratives Grün handelt. Bei der Schnitt-Zeichnung ist uns ebenfalls wichtig, dass die Studenten auf die Wuchshöhe der Pflanzen achten und dies maßstäblich festhalten. In der Auswertung sind die Aufgaben Grün und Grau zusammen zu betrachten. Daher wurde die Aufgabe Grau auf Transparent-Papier angefertigt, so dass die Blätter direkt über das Ergebnis der Aufgabe Grün gelegt werden können. Auf diese Weise soll die Beziehung zwischen Grau und Grün ablesbar werden.


Perspektive

Aufgabe 3

Stellt den Raum, der sich hinter der Schnittebene befindet, perspektivisch dar.

Greifen Sie zu und schärfen Sie ihren Blick

Diese Aufgabe haben wir gewählt, um den räumlichen Zusammenhang aller Komponenten an der jeweiligen Station erkennbar zu machen. In der perspektivischen Handzeichnung ist alles darzustellen, was markant für den Ort ist. Es soll dabei auf die Bebauung, sowie auf das Grün eingegangen werden. Aber nicht nur das Verhältnis von Grau zu Grün ist hier festzuhalten, sondern es wird vielmehr auch großen Wert auf die Darstellung der gegebenen infrastrukturellen Einrichtungen gelegt. Auf diese Art und Weise der aktiven Auseinandersetzung mit dem Ort soll der Betrachter die vorhandene Situation noch besser verinnerlichen. Weiterhin dient diese Aufgabe, in der nun auch die Ebene hinter der Schnittlinie wahrgenommen werden soll, dazu die zu Grau und Grün angefertigten Schnitte im städtebaulichen Kontext zu sehen. Die Perspektive macht Aussagen zur Enge oder Weite des Raumes, zur Verdichtung oder Auflösung der Bebauung, aber auch zur Belebtheit des Ortes. So kann die Perspektive als Erklärung für die Schnitte dienen, beispielsweise könnte so ersichtlich werden, dass eine Baumreihe, die im Grünschnitt festgehalten ist, als Abgrenzung zu einer viel befahrenen Straße dient.


Atmosphäre Beschreibt die Atmosphäre an dem jeweiligen Ort mit 5 Schlagworten. Erfindet hierzu ein aussagekräftiges Piktogramm.

Aufgabe 4

Greifen Sie zu und schärfen Sie ihren Blick

Diese Aufgabe dient dazu spontane Wahrnehmungsäußerungen festzuhalten. So sollen die Schlagworte Aussagen zu der vorhandenen Situation machen, die nicht aus den perspektivischen Skizzen herauszulesen sind. Sie sollen z.B. Angaben zum Geräuschpegel, zur Temperaturempfindung und zur Behaglichkeit an den jeweiligen Stationen machen oder einfach den empfundenen Emotionen Ausdruck verleihen. Das Ziel dieser Aufgabe war, herauszufinden inwieweit das Verhältnis von Grün zu Grau die Atmosphäre eines Ortes beeinflusst. Also ob Grau oder Grün eine Bewusstseinsveränderung beim Betrachter bewirken können.


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These Wählt unter den aufgelisteten Thesen die zu dem jeweiligen Ort passende These aus und begründet eure Entscheidung.

Diese Aufgabe umfasst sieben von uns ausgewählte Thesen. Hier sollen sich die Studenten mit der theoretischen Grundlage unserer Tour auseinandersetzen. So wird ein direkter Bezug zu den Überlegungen von Rolf P. Sieferle, Thomas Sieverts, Charles Waldheimaus, Marc Angélil, Anna Klingmann und vor allem zu der Schrift "Stadtgrün" von Ulrich Maximilian Schumann hergestellt. Durch die Thesen soll sich die Sichtweise der Studenten auf den gegebenen Stadtraum verändern. Die Thesen sollen den Teilnehmer anregen seine Einstellung bezüglich des Ortes nochmals zu überdenken und andere Ansätze zu finden. Hierbei ist uns besonders wichtig, dass die Studenten ihre Auswahl der Thesen begründen, um ihre Entscheidungen für uns nachvollziehbar zu machen. Das Hauptziel war hier den Studenten neue Sichtweisen zu eröffnen und den Stadtraum anders wahrnehmbar zu machen.

Aufgabe 5

Greifen Sie zu und schärfen Sie ihren Blick


So wird der Blick der Spazierg채nger f체r das zu untersuchende Thema gesch채rft.


Register 2


Station 1 Höhe: ca. 290 m Standort: Stuttgart Mitte, Heusteigviertel Schnitt: Die Schnittlinie führt durch ein Gebäude, über den Parkplatz weiter durch ein angrenzendes Gebäude zur Straße hin. Das historische Heusteigviertel wird von den großen umliegenden Straßen abgegrenzt. Reste römischer Besiedlung wurden in einem Teilbereich des Viertels nachgewiesen, wo sich das Dorf Immenhofen ab dem 6./7. Jahrhundert befunden haben soll. Ab dem Jahr 1850 begann allmählich die heute noch erhaltene Bebauung, welche Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer Blockrandbebauung führte.


Station 2 Höhe: ca. 245 m Standort: Stuttgart Mitte, zwischen Landtag und Staatsoper Schnitt: Die Schnittlinie führt von der Grünfläche neben der Staatsoper über den Gehweg, zu einer weiteren Grünfläche bis hin zum Landtag. Zunächst wurde der Schlossgarten zu rein dekorativen Zwecken gebaut. Das Grün diente zur Repräsentation und Verschönerung. Später jedoch ändert sich die Situation, um 1800 wandelte sich der Schlossgarten zum "Volksgarten", da er für die Bevölkerung zugänglich wurde. Im Zuge der Bundesgartenschau 1961, wurde der obere Schlossgarten umgestaltet. Dem Zeitgeist entsprechend führte die Gestaltung weg von den geometrischen Formen.


Station 3

Höhe: ca. 300 m Standort: Stuttgart Mitte-Ost Schnitt: Die Schnittlinie führt über das Grundstück des freistehenden Hauses, durch die Staffel bis zum gegenüberliegenden Grundstück. In Stuttgart gibt es mehr als 450 Staffeln, Rund 20 km Stufen. Die Staffeln stammen aus der Zeit, als Weinbauern die Hänge des Nesenbachtals bewirtschafteten. Sie reichten bis in das 19. Jahrhundert und wurden als Wege zu den benachbarten Dörfern und Höfen genutzt und dienten auch als Querverbindungen zwischen den Strassen. Wegen den vielen Staffeln werden die Stuttgarter auch als "Sfäffelerutscher" genannt.


Station 4

Höhe: ca. 360 m Standort: Stuttgart-Ost Schnitt: Die Schnittlinie führt durch einen Privatgarten mit angrenzendem Einfamilienhaus, über die Straße weiter durch das gegenüberliegende Haus. Das Viertel macht einen dörflichen Eindruck, da die Straßen schmal sind, die Häuser Vorgärten haben und sich eine kleine Kirche an der höchsten Stelle befindet, welche das Bild vervollständigt. In der Nähe steht das 1702 erbaute Kanonenhäusle in der Hillerstraße. Es galt als ehemalige Hochwacht das im Brandfall die im Tal liegende Stadt alarmieren sollte. Das lässt erkennen, dass von dort oben ein weiter Ausblick über Stuttgart möglich ist/exklusive Lage.


Station 5

Höhe: ca. 315 m Standort: Stuttgart-Ost Schnitt: Die Schnittlinie führt durch das am Hang liegende Haus, hoch über einen Fußweg, weiter durch die Gärten. Der gewählte Standort liegt inmitten von privaten Gärten. Die Einen grenzen direkt an die bestehende Bebauung an, die Anderen befinden sich oberhalb des Weges und verlaufen bis in höhere Hanglagen. Hier geht die Stadt ins Land über, es treten Merkmale der Zwischenstadt auf.


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+NN

Register 3


Der Landtag und die Staatsoper stehen parallel zueinander, wie im Luftbild gut zu erkennen ist. Dadurch, dass der Landtag die Achsen der Staatsoper aufnimmt, entsteht zwischen den Gebäuden ein rechteckiger Freiraum. Dieser aufgespannte Raum wird deutlich spürbar, wenn man von der offenen Parklandschaft zwischen die Gebäude tritt.

Von der öffentlich zugänglichen Staffel bis zum gut in das Gelände eingebette Gebäude ist der Abstand relativ groß. Es ist so zwar zu erkennen, aber nicht direkt greifbar. Der Abstand zur umliegenden Bebauung ist ebenfalls groß, so dass sich kein spürbarer Raum zwischen den Gebäuden aufspannt. Das Haus hat keinen Bezug zur umgebenden Architektur.

Privat

Die Häuser stehen isoliert und losgelöst von ihren Nachbar-Gebäuden, sie bilden keine Räume mit der umliegenden Architektur aus. Der Raum für die Infrastruktur wird hier vielmehr durch Elemente wie Zäune oder Mauern definiert, als durch die anzutreffende Bebauung. Der Straßenraum ist dort der einzige Ort an dem man sich als nicht Anwohner aufhalten kann.

Hier wird der Stadtraum hauptsächlich durch die vorhandene Topographie bestimmt. Zur Hangseite hin stehen der Bebauung keine Häuser gegenüber.

Grau

Die Bebauung wird zur Raumbildenden Struktur, die einen Hof umschließt, der nach Außen zu allen Seiten abgegrenzt ist. Der Innenhof ist stellenweise gegenüber den Gebäuden um einen Meter nach unten versetzt. Dadurch entsteht ein deutlich definiertetr Raum. An der Straße spannen die Blockränder den Straßenraum zwischen sich auf.


Die Blockrandbebauung des Heusteigviertel grenzt unmittelbar an den öffentlichen Straßenraum an. Es ist möglich in die halb-öffentlichen Innenhöfe einzudringen. Aus der bearbeiteten Aufgabe können wir herauslesen, dass es sich um mehrgeschossige Gebäude handelt. Es sind einfache, massige Baukörper mit fünf Stockwerken. Die geschnittenen Gebäude haben die gleiche Höhe. Die eingezeichneten Geschosshöhen entsprechen der üblichen Wohngeschosshöhe. In diesem Stadtbezirk ist die Wohndichte sehr hoch.

Die Baukörper haben eine repräsentative Aufgabe zu erfüllen. Sie stehen als Solitäre in der Landschaft, deren Volumen sehr grob oder gar nicht untergliedert sind. Dies lässt sich aus den angefertigten Schnitten herauslesen. Die Studenten haben die Bauwerke dort nur als massive Körper wahrgenommen und dementsprechend dunkel schraffiert dargestellt.

Hier befinden sich hauptsächlich viergeschossige Mehrfamilienhäuser und alte Villen, die die Staffel an ihren Seiten umschließen. Jedoch sind die Gebäude von der Treppe abgerückt und durch einen kleinen halb-öffentlichen Vorbereich von ihr getrennt. Die Architektur ist dennoch einsehbar und teilweise sogar begehbar, das heißt es ist möglich in die Hinterhöfe einzudringen. Das freistehende Gebäude in unserem festgelegten Schnitt ist dreigeschossig mit zusätzlichem Dachgeschoss. Die größeren Deckenhöhen, die in den Schnitten dargestellt sind, lassen auf ein altes Gebäude schließen.

Die Gegend hier ist geprägt von zweigeschossigen Einfamilienhäusern oder Mehrparteien-Häusern mit Walm- oder Satteldächern. Das lässt sich in den Schnitten der Studenten erkennen. Die einzelnen Häuser sind von der Straße abgerückt, dadurch entsteht ein Freiraum vor dem Haus, dieser soll dem Blickschutz dienen. Oft sind noch zusätzlich Mauern vorhanden, die die Einblicke völlig verhindern. Der Raum wird unter anderem als Autostellplatz genutzt, was den gehobenen Wohnstandart in dieser Gegend nochmals verdeutlicht.

Hier befindet sich in unserem Schnittbereich ein dreigeschossiges Ein- oder Zweifamilienhaus. Wie aus dem Schnitt hervorgeht liegt das Haus mit dem Satteldach am Hang. Das Gebäude hat einen kleinen privaten Freiraum der sich zwischen Haus und Hang aufspannt, dafür wurden Teile des Hanges hinter dem Haus abgegraben. Auf diese Art und Weise bildet sich ein geschützter privater Bereich, der von der Straße abgewandt ist. Dieser Bereich wird zusätzlich noch durch einen weit ausladenden Balkon genutzt.

Höhe 360

→Je weiter man sich nach oben bewegt, desto mehr lockert sich die Bebauungsdichte auf. Mit der Höhe steigt die Anzahl an freistehenden und kleinteiligeren Gebäuden. →Die Wohneinheiten werden immer größer, je weiter man nach oben gelangt. Die Gebäudegröße nimmt ab. In der unteren Hanglage findet man große Häuser mit vielen kleinen Wohneinheite und in der Oberen findet man kleine Häuser mit großen Wohneinheiten. Demnach ist die Bevölkerungsdichte in der Kessellage viel höher als in den Hanglagen.

350 340 330 320 310 300 290 280 270 260 250 Infrastruktur und Architektur Höhe 360 350


Diese Innenhofsituation der Blockrandbebauung ist geprägt durch gemeinschaftliche Nutzung. Das Grün in diesem Bereich ist halb-öffentlich. Die Bewohner des Blockes sowie Fremde können den Bereich problemlos betreten. sanitäres Grün dekoratives Grün

sanitäres Grün dekoratives Grün

Es handelt sich um privates Grün welches aus den Gärten der Bewohner in den öffentlichen Raum der Staffel ragt. sanitäres Grün dekoratives Grün

Auf der gesamten Schnittebene befindet sich privates Grün. sanitäres Grün dekoratives Grün

In diesem Bereich finden wir privates Grün jedoch in unterschiedlichem Zustand. sanitäres Grün dekoratives Grün

Grün

Im Schlossgarten ist ausschließlich öffentliches Grün vorzufinden, das der Allgemeinheit dient.


Ein Parkplatz befindet sich im inneren dieses Hofes. Dieser ist umsäumt mit Grün. Die Bäume dienen hier als Schattenspender für die parkenden Autos und erfüllen somit einen sanitären Zweck. Das vorhandene niedrigwüchsige Grün dient nur dekorativen Zwecken da es lediglich den Höhenversatz zwischen Parkfläche und Hof ziert. Die Abgrenzung wird durch die Mauer gewährleistet nicht durch die Sträucher. Die Pflanzen erscheinen wild und kaum gepflegt, so als ob sich niemand verantwortlich dafür fühle.

Das Grün kommt hier hauptsächlich in Form von niedriger Vegetation, wie Rasenflächen oder Blumenbeeten vor. Die gesamte Grünfläche erscheint sehr geordnet, strukturiert und gepflegt. An der Stelle, an der wir unseren Schnitt im Schlossgarten gelegt haben, ist das Verhältnis von dekorativem zu sanitärem Grün ausgewogen. Die Blumenbeete stehen für dekoratives Grün. Die Rasenflächen dienen als sanitäres Grün und bieten Platz für verschiedene Nutzungen, beispielsweise zur Erholung.

In dem Schnitt sind vor allem große Pflanzen, wie Bäume oder Büsche zu erkennen. Die Vegetation ist reich strukturiert, erscheint dadurch aber auch an manchen Stellen verwildert oder ungepflegt. Das Grün leistet jedoch einen wichtigen Beitrag. Es dient zum Schutz der Bewohner vor unerwünschten Blicken und trennt den öffentlichen Bereich vom Privaten. Somit hat an dieser Stelle die Bepflanzung einen sanitären Charakter. Dekoratives Grün gibt es vereinzelt in Form von Zierpflanzen.

Der gepflegt angelegte Garten bietet Schutz für die Bewohner des Hauses. Der Garten wird aktiv genutzt (sanitär). Sogar eine Differenzierung zwischen Laub- und Nadelbäumen lässt sich in den Skizzen ausmachen (Zunahme der Vielfalt). Die kleinen Vorgärten, die den Eingangsbereich des Hauses säumen, weisen jedoch einen dekorativen Charakter auf und dienen Repräsentationszwecken, daher wird auf deren Gestaltung großen Wert gelegt. Der Vorgarten dient somit als "Aushängeschild" aber auch als Abstandsflächen zum öffentlichen Raum.

In diesem Bereich finden wir privates Grün jedoch in unterschiedlichem Zustand. Das Grün, das den Garten um die Häuser markiert erscheint geordneter und gepflegter, als die Vegetation auf der anderen Seite des Weges, die sehr strukturreich und teilweise verwildert (große Vielfalt) ist. Das Grün, welches zu den Häusern gehört, hat eher dekorativen Charakter. Die Bewohner können diesen begrünten Bereich nicht aktiv nutzen, da er zu steil ist, er dient also nur der Anpflanzung von Zierpflanzen. Im Gegenzug dazu werden die gegenüberliegenden Gärten zu sanitären Zwecken genutzt, hier werden sogar Nutzpflanzen angebaut. →Je weiter man sich auf der vertikalen Ebene Stuttgarts nach oben bewegt, desto mehr nimmt das private und sanitäre Grün zu und die öffentlichen Grünflächen verschwinden gänzlich. Privates Grün ist in der Innenstadt kaum vorhanden. Die wenigen existierenden Flächen haben meist dekorativen Charakter, da die Menschen sich ihre privaten Höfe, Terrassen oder Balkone mit Zierpflanzen schmücken. →Je weiter man nach oben steigt, desto mehr wuchern die Pflanzen und die Vielfalt der Pflanzen nimmt zu. Es lässt eine Widerstandsfähigkeit der Natur erkennen.

Höhe 360 350 340 330 320 310 300 290 280 270 260 250 sanitär

dekorativ


Das öffentliche Grün ordnet sich der groß maßstäblichen repräsentativen Architektur unter. Die mächtigen Gebäude überragen das niedrig gewachsene Grün. Die Bebauung scheint auf einem grünen Teppich zu stehen. Durch die Strukturierung des öffentlichen Freiraums und die klare Schnittlinie, ist das Grün leicht für die Studenten zu erfassen. Die Darstellungen erscheinen sehr realistisch. Höhere Pflanzen sind nicht auszumachen auf dieser Schnittebene. Angrenzend an den Gebäuden lässt sich laut der Teilnehmer sanitäres Grün finden. Mittig von dieser Fläche gelegen befindet sich dekoratives Grün. Auffällig bei der Auswertung dieser Station ist, dass das Grün überdimensional dargestellt wurde. Das könnte darauf schließen das die Pflanzen in diesem Bereich sehr prägnant sind. Tatsächlich ist man dort von viel Grün umgeben. Weiterhin ist es uns nicht möglich gewesen die Schnittlinie an dieser Stelle genau zu markieren, da wir die privaten Gärten nicht betreten konnten. Im Gegensatz dazu ist die Architektur verhältnismäßig realistisch abgeschätzt worden, da sich nur ein Gebäude auf der Schnittebene befindet. Wie von den Studenten richtig erfasst, ist an dieser Station mehr Grün als Grau vorhanden, demnach steht die Vegetation deutlich im Vordergrund. Auch bei dieser Station muss laut den Skizzen viel Vegetation vorhanden sein. Das Grün wird ebenfalls an dieser Station übertrieben von den Teilnehmern dargestellt. Die Verteilung der Pflanzen konzentriert sich um das Gebäude. Die Gärten sind introvertiert und schotten die Häuser nach außen hin ab. Sie sind kaum noch wahrnehmbar und verschwinden hinter einer „Pflanzenmauer, wie die Darstellung eines/r Studenten/in zu erkennen lässt. Die vorhandene Bebauung steht mit großen Abstand zur Straße und der Straßenbereich ist nicht mit Grün gesäumt. Stellvertretend für diese Gegend ist zu sagen, dass etwas mehr Grün als Grau vorhanden ist. Die Station fünf befindet sich in Hanglage mit vereinzelten Bäumen in den Nutzgärten. Diese wurden auch in den Schnitten der Teilnehmer prägnant dargestellt. Das Grün schottet die Bebauung nicht komplett ab, jedoch gewährt es einem nur begrenzte Einblicke in die privaten Gärten. In dem Abschnitt unterhalb des öffentlichen Weges, sind die Häuser und Terrassen in die Rasenfläche eingebettet. Demnach ist in diesem Bereich das Grün und Grau relativ ausgewogen und steht in einem harmonischen Zusammenspiel. Oberhalb des Weges ist ausschließlich Grün vorhanden. Diese sind in Form von Nutzgärten angelegt.

Die Aufgaben wurden im Allgemein recht anschaulich gelöst. Hauptsächlich die Architektur wurde sehr realitätsnah dargestellt. Vermutlich liefert die Fassadengliederung die notwendigen Hinweise zur Abschätzung der Proportionen. Im Gegensatz dazu wurde die Vegetation hauptsächlich bei der dritten und fünfen Station überdimensional dargestellt. Möglicherweise ist dies der Fall, da das Grün nicht in unmittelbarem Bezug zu der umliegenden Bebauung steht. Das Fazit welches wir aus diesem Vergleich ziehen: Je höher man kommt desto höher die Hecken. Folglich nimmt dort das private Grün zu, das öffentliche Grün sowie die Bebauungsdichte nehmen ab.

Grau

Grün

Aus den Schnitten geht hervor, dass mehr Grau als Grün vorhanden ist. Die Architektur erscheint mächtiger als das halb-öffentliche Grün. Die Bebauung ist von den Teilnehmern sehr realistisch eingeschätzt worden, da die Möglichkeit bestand sich in diesem Innenhof frei zu bewegen und alles abzulaufen. Auch die Vegetation an dieser Station wurde von den Studenten gut erfasst. Vermutlich liegt dies an der geringen Anzahl von Pflanzen. Weiterhin gibt die umrahmende Architektur Hilfestellung beim Abschätzen der Proportionen.

˄


Die räumlichen Skizzen von Station eins, lassen einen von Gebäuden umschlossenen Raum erkennen. Gleichmäßig gegliederte Fassaden umringen den sehr geordneten und tiefer liegenden, strukturierten Boden des Innenhofes. Die Gebäude dominieren das Bild. Die Pflanzen erscheinen wild und unstrukturiert. Sie verschmelzen mit dem Zaun um den Parkbereich.

In diesen Darstellungen ist das Grün sehr dominant. Die Treppe scheint von Pflanzen umringt, da sie am Rande stark bewachsen ist. Die private Vegetation ragt in den öffentlichen Raum hinein. Die Treppe ist mit der Natur verwoben. Die Vegetation ragt in den öffentlichen Raum. Die Bäume bieten Schutz und dienen als Schattenspender für die, von einem Geländer gerahmte, Staffel. Der Blick wird durch die Flucht der Treppe gerichtet und zentriert.

Die Perspektive vermittelt den Eindruck einer geschlossen und nach innen orientierten Struktur. Der private Raum ist klar vom öffentlichen Raum abgegrenzt. Es scheint viel Grün vorhanden zu sein. Dieses befindet sich aber hinter einer Grenze versteckt und ragt nicht in den öffentlichen Raum. Es erscheint unnahbar für den Außen stehenden und wirkt abwehrend gegenüber Fremden. Das Gebäude bildet keinen Raum mit umliegenden Gebäuden, sie stehen frei im privaten Bereich.

In dieser räumlichen Skizze scheint das Grün mit den Grenzen definierender Strukturen, in diesem Fall einem Zaun, verwoben zu sein. Die privaten Räume zum Haus hin, sind dadurch stark abgeschottet und unzugänglich. Die Gebäude sind in das Grün und die Landschaft eingebettet, die Zeichnung hat so einen sehr ländlichen Charakter. Der Blick wird durch die Wegeführung und das dichte Grün sehr geschürt.

In der räumlichen Darstellung der Skizzen sind die wichtigen Elemente unseres Themas, also „Grau“ und „Grün“ im Zusammenhang dargestellt. Zuvor wurden diese voneinander losgelöst betrachtet.

Perspektive

Die Skizze lässt erkennen, dass es sich um einen öffentlichen Bereich handeln muss, in dem es keine Wohnhäuser sondern nur kulturelle Gebäude gibt. An dem Weg, der auf die Staatsgalerie zuläuft, wird deutlich sichtbar, dass die Stadtlandschaft hier geplant ist. Weiterhin verraten die Skizzen eine starke Heterogenität in der Architektur. Die Wege und Grünanlagen sind klar gegliedert. Es gibt nur wenig hohe Pflanzen. Jedoch ist eine Baumreihe zu erkennen, die hinter sich eine Straße verbirgt.


- ruhig - abgeschottet - Eingrenzung - behaglich/beengt - isoliert

- offen - ungesch체tzt - laut - verloren - steril

- Kontrolle - Abgrenzung - verschlossen - Reichtum - Ruhe

- heimatlich - klein - vorst채dtisch - ruhig - wild

Atmosph채re

- k체hl - abgeschottet - erholsam - Wasserrauschen - harmonisch/laut/erhaben


Grau

Bei der ersten Station trägt das Grün wenig zur Atmosphäre bei, es ist eher die Bebauung, die den Raum dominiert. Dadurch, dass die Bebauung den Innenhof von der Strasse abschottet, wird die Station von den Studenten als„"ruhig" empfunden. Diese Eigenschaft ist im Wohngebiet positiv einzustufen.„"Abschottung"“und "Eingrenzung"“sind wichtig zur Markierung des halb-öffentlichen Raumes, dennoch wird diese Innenhofsituation von den Tour-Teilnehmern als unangenehm empfunden. Daher fallen die Begriffe "beengt"“und "isoliert". Im Gegensatz dazu beschreiben andere Teilnehmer die Situation als "behaglich". Das könnte daran liegen, dass eine umschliessende Architektur auch Schutz bietet. Das Piktogramm bestärkt den gewonnen Eindruck.

Die zweite Station wird als "ungeschützt" und "offen" angesehen. Ein offener Ort ohne umschliessende Bebauung oder umringendes Grün, kann sich nicht gegen äussere Einflüsse schützen. Daher fallen ebenfalls Begriffe wie "laut" oder "Auto", die nochmal deutlich machen, dass es hier keinen Schutz vor der angrenzenden Infrastruktur gibt. Der geordnete Zustand des Grünes bewirkt an dieser Stelle, dass man den Ort als "steril" und "kalt" wahrnimmt. Das hat zur Folge, dass der Freiraum hier kaum genutzt wird. Der Begriff "verloren" ist vielleicht in Bezug zu sehen mit der mächtigen Architektur an diesem Ort, in deren Gegenwart eine einzelne Person zu verschwinden droht.

Grün

Allgemein sind die Empfindungen an dieser Position eher positiv. Obwohl der Standort "abgeschottet" liegt, wird er als "erholsam" beschrieben. Ebenfalls wird das Wasserrauschen als "laut" und dennoch als "harmonisch" eingestuft. Das prägende Bild der Treppen mit dem Wasserfall ist in allen Piktogrammen zu finden. Die Situation des eigentlichen Schnittbereiches wird in dem Fall vernachlässigt und nicht gezeigt. Das Grün und die gegebene Infrastruktur lenken hier von der Bebauung ab.

Perspektive

Die Schlagworte "Ruhe", "Reichtum" und "Besitz" sind kennzeichnend für diese Gegend. In diesem Zusammenhang stehen folglich Begriffe wie "Kontrolle", "Abgrenzung" und„"Verschlossenheit". Die Atmosphäre wird hier weniger von der Bebauung bestimmt, sondern sie wird vielmehr von Elementen dominiert, die das Haus umgeben. Beispielsweise von dem Vorgarten, der sehr repräsentativ wirkt, von schützenden Hecken und Mauern oder von den überwachungskameras am Haus.

Atmosphäre

˄ Die fünfte Station wirkt sehr romantisch. Das könnte darauf zurückzuführen sein, da hier sehr viel Grün vorhanden ist. Der Mensch hängt an der Vorstellung: "Eine Landschaft [...] ist still, schön, ländlich, grün, gesund und erholsam, harmonisch, mannigfaltig, ästhetisch. Sie ist zudem immer noch von einem Schwarm arkadischer Assoziationen umgeben: Glück, Liebe, Muße, Frieden, Freiheit, Geborgenheit, Heimat [...]" Martin Prominski: Landschaft entwerfen. Daher schafft er sich solche Naturräume.

Allgemein wird die Atmosphäre aussagekräftig beschrieben und in den Piktogrammen anschaulich dargestellt. Die Perspektive spiegelt grösstenteils die Situation wider, die in der Atmosphäre festgehalten wird. Das zeigt, dass sich die Teilnehmer, die sich mit den Orten auseinandergesetzt haben, diese gleich bewerten.


Station 1 Von uns augewählte These: Die totale Landschaft ist mobilisiert und konstruiert, doch nicht geplant, im Gegenteil: Sie gehorcht dem Prinzip sekundärer Naturwüchsigkeit. (Rolf P. Sieferle: Die totale Landschaft. gta Verlag, 2003. S. 71)

Von den Studenten ausgewählte Thesen und deren Begründungen: Auch die Grünräume leisten ihren Beitrag zum Verständnis der Stadt und zur Orientierung. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 40-41)

Das Grün leistet hier kein Verständnis der Stadt, es dient somit nicht zur Orientierung in der Stadt. Das Grün definiert hier keine Räume, die Abgrenzung der Parkplätze ist bereits schon durch das tiefere Niveau der Parkflächen gegeben. So entsteht schon eine räumliche Zonierung. Die Orientierung ist das Wissen wo man sich befindet, das Grün im Innenhof leistet hierzu jedoch keinen Beitrag, es gibt keinen Aufschluss über die Standortlage. Im Innenhof ist man eher sehr orientierungslos, da man dort sehr isoliert ist vom restlichen Stadtraum. Der Innenhof macht keine Aussage darüber wo in der Stadt man sich befindet, er stellt eher eine eigene Welt in der Stadt dar. Sinn ergibt Stadtgrün nur in einem und demselben Zusammenhang mit seinem gebauten Umfeld, also dort, wo es gebraucht wird und wo es seine Wirkung entfalten kann. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 40)

Das Stadtgrün ergibt hier kaum einen Sinn, die Bäume dienen eventuell lediglich zur Verschattung der Parkflächen, aber verdunkeln so auch den gesamten Innenhof und damit auch die Wohnungen in der Umgebung ringsum. Laut den Begründungen der Studenten zoniert das Stadtgrün hier den Innenhof. Aber eigentlich ist die Zonierung auch ohne das Grün schon gegeben, das niedrig-wüchsige Grün ziert lediglich die vorhandenen Abgrenzungsmauern. Der Lebensraum Stadt erfüllt ihre biologischen und ökologischen Bedürfnisse nur unzureichend. (Ulrich Maximilian Schaumann: Großstadtgrün - Ein Kurzpsychogramm aus "Urban Green".Birkhauser Basel, 2010.. S. 122)

Die Aussage dieser These passt zu der vorgefundenen Situation, die Bedürfnisse der Menschen sind hier tatsächlich nur unzureichend befriedigt. Phytophilie: Der Mensch hat den Wunsch nach lebendigen Pflanzen, nach Natur und nach frischem Grün. Das ist quasi in unseren Genen verankert. Der Mensch handelt hier instinktiv, denn Pflanzen hatten für unsere Vorfahren eine positive Bedeutung, indem sie damit Wasser assoziierten und diese positive Assoziation wurde bis ins 21 Jh. fortgetragen. Also findet man hier im Innenhof Grün vor, weil es dem Wohlbefinden der Menschen dienen kann, aber ansonsten keinen Zweck erfüllt.

These

http://charlesblog.de/blog/2010/08/warum-lieben-wir-zimmerpflanzen-und-was-bringen-sie-uns/


Station 2 Von uns augewählte These: Auch die Grünräume leisten ihren Beitrag zum Verständnis der Stadt und zur Orientierung. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie S. 40-41)

Von den Studenten ausgewählte Thesen und deren Begründungen: Auch die Grünräume leisten ihren Beitrag zum Verständnis der Stadt und zur Orientierung. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie S. 40-41)

Unsere Ausahl wurde hier einmal ausgewählt: Der Stuttgarter Schlossgarten dient zur Orientierung in Stuttgart. Somit leistet das Grün hier einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Stadt Stuttgart. Der Park dient als Treffpunkt und Startpunkt. Jedem Stuttgarter Bürger ist bewusst, wo sich der Park befindet und an welche wichtigen Punkte er angrenzt. Indem man einen Bezug zu den Parkflächen herstellt, lassen sich viele wichtige Punkte in Stuttgart lokalisieren. Die Grünfläche des Parks ist so dominant im Stuttgarter Stadtbild/Luftbild, dass man sich sowohl während des Kartenlesens als auch beim Zurechtfinden direkt in der Stadt daran orientieren kann. Sinn ergibt Stadtgrün nur in einem und demselben Zusammenhang mit seinem gebauten Umfeld, also dort, wo es gebraucht wird und wo es seine Wirkung entfalten kann. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 40)

Das öffentliche Grün ergibt hier durchaus einen Sinn. Zum einen grenzt es die Haupverkehrsader Konrad Adenauer Straße vom Innenstadtgebiet ab und zum anderen dient es als Erholungsfläche für die Bürger Stuttgarts. Dabei ist der zweite Aspekt mit Sicherheit der wichtiger einzuschätzende. Die ansonsten sehr verdichtete Innenstadt bedarf einer solchen Grünfläche um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden zu können. Die Städter, die in enger Blockrandbebauung ohne eigenen Garten wohnen, finden hier ihren Ausgleich. Weiterhin ergibt das Grün an dieser Stelle einen Sinn, da es hier repräsentative Aufgaben übernimmt. Die Staatsoper und der Landtag sind hier in dekorative Grünflächen eingebettet. Sie bedürfen diesem Umfeld, um ihre ganze Wirkung entfalten zu könne.


Station 3 Von uns augewählte These: The start point is that the most permanent and enduring element of cities are often related to the underlying landscape - the geology, the topography, the rivers and the climate. (Elizabeth Mossop: Landscape of Infrastructure in “The Landscape Urbanism Reader Charles Waldheim, 2006. S. 9)

Von den Studenten ausgewählte Thesen und deren Begründungen: Die totale Landschaft ist mobilisiert und konstruiert, doch nicht geplant, im Gegenteil: Sie gehorcht dem Prinzip sekundärer Naturwüchsigkeit. (Rolf P. Sieferle: Die totale Landschaft. gta Verlag, 2003. S. 71)

Schon früh wurden die Weinberge, die den Stuttgarter Kessel umgaben, über Treppen erschlossen. Doch sie wurden erst bebaut, als der Stuttgarter Kessel nicht mehr genug Platz für seine Bürger bot oder als einzelne die Vorteile eines Hauses am Hang für sich entdeckten. So wandelten die Hänge sich nach und nach vom Weinberg zum Stadtraum. Die Stadtentwicklung gehorcht hier dem Prinzip der sekundären Naturwüchsigkeit . Auch die Grünräume leisten ihren Beitrag zum Verständnis der Stadt und zur Orientierung. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 40-41)

Die Hänge leisten ihren Beitrag zur Orientierung, indem sie den Stadtraum begrenzen. Die These ist insofern richtig, dass man sich an den Erhöhungen orientieren kann, wenn man sich im Kessel Stuttgarts aufhält, aber hier leisten die Topographie und die Gebäude diesen Beitrag und nicht das Grün. Somit ist die These hier nicht zutreffend gewählt. The start point is that the most permanent and enduring element of cities are often related to the underlying landscape - the geology, the topography, the rivers and the cli mate. (Elizabeth Mossop: Landscape of Infrastructure in "The Landscape Urbanism Reader". Charles Waldheim, 2006. S. 9)

Durch die vorhandene Topographie war man hier gezwungen früher oder später die Hänge zu bebauen, da man sich nicht zu weit vom Stadtzentrum entfernen wollte. Die prägenden dauerhaften Elemente, die aufgrund der gegebenen Landschaft entstanden sind, sind überall in der Stadt Stuttgart sichtbar (z.B Staffel oder Sternplätze). Die These ist hier sehr passend, da sich an dieser Station eine Staffel befindet, die als Erschließung, der daran angegliederten Gebäude dient.


Station 4 Von uns augewählte These: Viele Menschen suchen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten nach Wohnstandorten am Rande offener Landschaften, die aber zugleich noch in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen liegen und nicht zuletzt über gute öffentliche Verkehrsmittel bzw. leistungsfähigen Straßenanschlüssen an eine möglichst große regionalen Arbeitsmarkt angebunden sind.

(Thomas Sieverts: Sieben einfache Zugänge zum Begreifen und zum Umgang mit der Zwischenstadt in "Neue Urbanität" das Verschmelzen von Stadt und Land. gta Verlag, 2003. S. 84)

Von den Studenten ausgewählte Thesen und deren Begründungen: Ein Garten ist keiner, wenn er nicht geschlossen ist. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 40)

An dieser Station sind alle Gärten geschlossen, sie sind unzugänglich, oft nicht mal einsehbar für Außenstehende. Aber nur so können sie ihrem Zweck erfüllen und ihren Besitzern ungestört Erholung bieten. Ein Garten ist ein durch ein Zaun oder Hecke abgegrenztes Grundstück, in dem Pflanzen wachsen, Blumenbeete angelegt sind und oft auch Bäume stehen. Etymologisch leitet sich der Begriff von dem indogermanischen Begriff Gerte ab, der für ineinander verflochtene Haselruten steht, die den Garten umfrieden. Somit ist ein Garten ein von Gerten umzäuntes Gelände. Viele Menschen suchen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten nach Wohnstandorten am Rande offener Landschaften, die aber zugleich noch in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen liegen und nicht zuletzt über gute öffentliche Verkehrsmittel bzw. leistungsfähigen Straßenanschlüssen an eine möglichst große regionalen Arbeitsmarkt angebunden sind. (Thomas Sieverts: Sieben einfache Zugänge zum Begreifen und zum Umgang mit der Zwischenstadt in "Neue Urbanität" - das Verschmelzen von Stadt und Land. gta Verlag, 2003. S. 84)

Die privaten Gärten sind sehr exklusiv und können sich nur Menschen leisten mit einem höheren Einkommen. Womit wir bei der 7. These wären. Die Menschen mit besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten bauen ihre Häuser am Hang. So haben sie einen schönen Ausblick über Stuttgart und sind fernab vom Trubel der Innenstadt, befinden sich aber gleichzeitig ganz in der Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten usw. Außerdem haben sie es nicht weit bis in die belebte Stadt, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können. Das hat die Verteilung der Einkommensklassen im Stadtbild Stuttgarts von unten nach oben zur Folge. Man könnte die These jedoch auch gegensätzlich interpretiere. So könnten die finanziellen Möglichkeiten der Menschen auch weniger gut sein, was zur Folge hätte, dass sie sich am Rande der Stadt niederlassen müssten, weil dort die Mieten billiger sind als in der Stadtmitte. Ein Beispiel dafür wäre Bad Cannstatt, das dennoch gut über den ÖPNV an das Stadtzentrum angebunden ist. Das private Grün ergibt hier Sinn, da sonst keine öffentlichen Grünflächen zur Verfügung stehen. Also bedarf jedes Haus einen eigenen Garten, der seinem Besitzer zur Erholung, Entspannung und zur Freizeitbeschäftigung dient. Der Lebensraum Stadt erfüllt ihre biologischen und ökologischen Bedürfnisse nur unzureichend. (Ulrich Maximilian Schaumann: Großstadtgrün - Ein Kurzpsychogramm aus "Urban Green".Birkhauser Basel, 2010.. S. 122)

Der Lebensraum in der Innenstadt erfüllt die biologischen und ökologischen Bedürfnisse der Menschen nur unzureichend, so dass sie sich an einem anderen Orten ansiedeln, an dem sie sich wohler fühlen können. Daher zieht es viele an die Stadtränder, wo mehr Grün vorzufinden ist. Verteilung der Einkommensklassen im Stadtbild: oben viel unten weniger.


Station 5 Von uns augewählte Thesen: Der Lebensraum Stadt erfüllt ihre biologischen und ökologischen Bedürfnisse nur unzureichen. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 122)

"Das Siedlungsverhalten: das Bestreben, an Standorten zu siedeln, die Randsituationen zu offenen Freiflächen bilden und dort gleichzeitig noch gute Verbindungen zu menschlicher Gemeinschaft und Arbeitsplatz bieten." (Thomas Sieverts: Sieben einfache Zugänge zum Begreifen und zum Umgang mit der Zwischenstadt in "Neue Urbanität" - das Verschmelzen von Stadt und Land. gta Verlag, 2003. S. 83)

"Bei genauerem Hinsehen stellt man doch eine erstaunliche Widerständigkeit der Natur fest. Der Artenreichtum in der Zwischenstadt ist viel höher als in der umgebenden Landwirtschaft oder im Wald, (...) leben dort auch Arten, die ehemals nur in der freien Natur, ja sogar in Ländern mit warmen Klima zu beobachten waren. Am größten ist der Artenreichtum dort, wo besiedelte und unbesiedelte Flächen etwa gleichgewichtig sind." (Thomas Sieverts: Sieben einfache Zugänge zum Begreifen und zum Umgang mit der Zwischenstadt in "Neue Urbanität" - das Verschmelzen von Stadt und Land. gta Verlag, 2003. S. 88)

Von den Studenten ausgewählte Thesen und deren Begründungen: Viele Menschen suchen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten nach Wohnstandorten am Rande offener Landschaften, die aber zugleich noch in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen liegen und nicht zuletzt über gute öffentliche Verkehrsmittel bzw. leistungsfähigen Straßenanschlüssen an ein möglichst großen regionalen Arbeitsmarkt angebunden sind.

(Thomas Sieverts: Sieben einfache Zugänge zum Begreifen und zum Umgang mit der Zwischenstadt in "Neue Urbanität" - das Verschmelzen von Stadt und Land. gta Verlag, 2003. S. 84)

Die fünfte Station wirkt sehr ländlich, da die Häuser dort direkt an die Natur angrenzen und in lockerer Bebauung zueinander stehen. An dieser Stelle läuft die Stadt aus. Die Situation wirkt wie fernab vom Stadtzentrum, dabei ist sie nicht weit vom Stuttgarter Zentrum entfernt, das in wenigen Minuten mit dem ÖPNV erreichbar ist. Der Lebensraum Stadt erfüllt ihre biologischen und ökologischen Bedürfnisse nur unzureichend. (Wolfgang Hagen: Stadtgrün - Geschichte und Ökologie. S. 122)

An dieser Stelle in der Stadt sind viele Schrebergärten angesiedelt. Die Städter suchen dort einen Zufluchtsort aus der Stadt, die ihre Bedürfnisse nur unzureichend erfüllt. Hier werden ihre biologischen und ökologischen Bedürfnisse befriedigt. Der Anbau von Nutzpflanzen kommt dem Wusch nach selbst produziertem Obst oder Gemüse zu essen, das man in der Stadt sonst nur im Supermarkt erwirbt.


Darüber hinaus haben die Untersuchungen ergeben, dass manche Formen von Stadtgrün wie beispielsweise Sträucher, sehr selten in der Innenstadtlage vorzufinden sind. An den Hängen hingegen häufen sich diese. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Sträucher in der verdichteten Stadt wenig Sinn ergeben, oder sich sogar negativ auf das Stadtbild auswirken. Beispielsweise können Büsche ein Gefühl von Unsicherheit hervorrufen, da Blickbezüge unterbrochen werden. Zusätzlich verkommen diese Stellen meist zu „Schmuddelecken“, an denen sich der Müll ansammelt, sich die Ratten einnisten oder diese sogar als Drogenumschlagplatz dienen. An diesen unhygienischen Orten möchte man oft nur mit Abstand vorbeigehen (Abstandsgrün). So wurde der Marienplatz vor einigen Jahren komplett umgestaltet, um die dortige Situation zu verbessern. Das Grün musste für einen festen Bodenbelag weichen, um eine überschaubare Fläche zu erhalten. Im Gegensatz dazu, ergeben Hecken an den Hängen einen Sinn. Sie dienen als Abgrenzung der privaten Gärten zum öffentlichen Raum hin. Dort wird das Grün von den Grundstücksbesitzern gepflegt, daher verwildert es im Gegensatz zur Kessellage nicht. Des Weiteren wird der Raum an den Hängen durch einzelne Bäume, aber auch durch bewaldete Flächen geprägt. Die Abstände zwischen den Häusern an den Hängen Stuttgarts, erlauben Baumwuchs. In der Innenstadt hingegen, sind die Abstände zwischen den Gebäuden oft zu gering, und die Gebäudehöhe zu hoch um Bäume anzupflanzen. Diese würden die Wohnungen verschatten und somit verdunkeln. Die dichtere Vegetation in den Höhenlagen, führt zu einer besseren Luftqualität. Demnach ist dort eine gute Aufenthaltsqualität vorzufinden, jedoch sind leider kaum öffentliche Flächen vorhanden. Das Grün kann lediglich von den Anwohnern genutzt werden. Als Außenstehender gibt es keinen Grund dieses Gebiet zu besuchen, da keinerlei öffentliche Einrichtungen oder Grünflächen der breiten Masse dienen. Allgemein hat die Analyse ergeben, dass sich das Verhältnis von Grau zu Grün auf die Atmosphäre eines Ortes auswirken kann. Die zwei Extreme, zum einen das freie öffentliche Grün im Park, zum anderen das ausschließlich private Grün am Hang, haben bei einigen Teilnehmern Unbehagen ausgelöst. Die ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass in der Situation im Park keine schützenden Elemente vorzufinden sind. Am Hang hingegen, fühlt man sich als unerwünschter Eindringling. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die hohen Hecken. An Stellen, wo das Grün besser mit der Infrastruktur und den Gebäuden verwoben ist, steigt laut unserer Analyse die Behaglichkeit. Folglich ist festzuhalten, dass die Bebauung in den meisten Fällen ihr umliegendes Grün bestimmt. So bedingt beispielsweise die Blockrandbebauung den öffentlichen Park, und das Einfamilienhaus den privaten Garten.

Grau Grün

↕ Perspektive

Weiterhin führt unsere Ausarbeitung zu dem Ergebnis, dass in der Innenstadtlage Stuttgarts, trotz der dichten Bebauung, relativ viel Grün vorhanden ist, wie man vielleicht nicht annehmen würde. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass das Grün in der Innenstadt einen anderen Charakter aufweist, als das Grün an den Hängen. So ist in der Innenstadt vor allem flächiges Grün angelegt oder vereinzelt Bäume, die nicht auf Augenhöhe des Menschen liegen und daher nicht so intensiv wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass die Blockrandbebauung das Grün der Innenhöfe umschließt. Durch die Gebäudehöhen ist das Grün für Passanten nicht wahrnehmbar. Das Grün der Innenhöfe ist somit in der Stadt vorhanden, jedoch nimmt man davon im öffentlichen Stadtraum keine Notiz. Befindet man sich an der Hanglage wandelt sich diese Situation um. Hier wird das Haus von Grün umschlossen. Dadurch, dass die Vegetation das Gebäude hinter sich verbirgt, wird hier vor allem das Grün im Stadtraum sichtbar. Dies führt zu der verzehrten Wahrnehmung, dass viel mehr Grün an den Hängen vorhanden sei.

↕ Atmosphäre

An den Hängen trifft man hingegen auf eine weniger verdichtete Bebauung. Daraus folgern wir, dass je höher der Wohnstandort ist, desto lockerer ist die umgebende Bebauung. Folgend führt die Topographie zu einer Veränderung der Dichte.

↕ These

In unserer Ausarbeitung kommen wir zu dem Ergebnis, dass sich das Verhältnis von Grün zu Grau an den Senken und den Hängen Stuttgarts unterschiedlich verhält, ja fast schon konträr zueinander ist. Im Kessel Stuttgarts ist die Bebauung stark verdichtet. Die Räume sind hier geprägt durch voluminöse Baukörper. So entsteht ein typisches Erscheinungsbild einer Stadt. Das Leben findet im Tal statt. Dort siedeln sich kulturelle und weitere öffentliche Gebäude sowie frei zugängliche Parkflächen an, welche von den Bürgern aktiv als Kommunikations- und Versammlungsfläche genutzt werden können. Als Folge dessen, ist dort der Großteil der gewerblichen Einrichtungen vorzufinden. Überraschenderweise hat unsere Tour zu der Erkenntnis geführt, dass ein weiteres ähnlich verdichtetes Zentrum ( auf 245-290m +NN) in Stuttgart zu finden ist. Am Gablenberg ( ca. 280m + NN), der sich etwa auf der gleichen Höhenlage befindet, bildet sich die selbe Situation in klein aus.

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Verändert sich das Verhältnis von Grün zu Grau auf der Vertikalen in Stuttgart ?

Bearbeitet von: Constanze Kummer Verena Hornig Nadia Picotti Bozana Cabraja

Fazit

Unsere Analyse hat ergeben, dass sich das Verhältnis von Grün zu Grau verändert. Dieses Phänomen lässt sich in fast allen Städten beobachten, die eine ähnliche Topographie wie Stuttgart haben. Wenn man einen abwechslungsreichen Stadtspaziergang erleben möchte, sollte man sich somit auf der Vertikalen Ebene einer Stadt bewegen.


Station 1

Station 2

Station 3

Station 4

Station 5

Fazit

Landschaftslabor Stadt  

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