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Nachhaltig leben. Eine Beilage der Basler Zeitung.

| Samstag, 2. Juni 2018

Veloflicken leicht gemacht Ein neues Buch zeigt, wie es geht

Foto iStock

Seite 7

Impressum.

Nachhaltig leben. Eine Beilage der Basler Zeitung. Verlag und Redaktion: Basler Zeitung Chefredaktion: Markus Somm Konzeption/Produktion: Benno Brunner Layout: Nino Angiuli Koordination: Arlette Jaberg Inserate: Basler Zeitung AG, Aeschenplatz 7, 4002 Basel, www.bzm.ch Druck: DZZ Druckzentrum ZĂźrich AG

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PUBLIREPORTAGE

Nachhaltig bauen und sanieren – lohnt sich das? Wovon sprechen wir eigentlich, wenn es um nachhaltiges Bauen geht? Als der Verein Minergie vor 20 Jahren in der Schweiz gegründet wurde, lag das primäre Ziel auf der Optimierung der Energieeffizienz und dem Wechsel von fossilen Energieträgern auf erneuerbare. Mittlerweile hat sich jedoch auch im Bau ein umfassenderes Verständnis von Nachhaltigkeit etabliert. Doch lohnt sich nachhaltiges Bauen und Sanieren für den Einzelnen auch finanziell? Erfahren Sie von Finanzierungsexpertin Sandra Neukomm, weshalb dies eindeutig der Fall ist. Die 2013 lancierten Nachhaltigkeitsstandards für Schweizer Gebäude (SNBS) beruhen auf dem 3-SäulenModell mit den Dimensionen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Dementsprechend sollten laut dem Netzwerk für Nachhaltiges Bauen Schweiz nachhaltige Baulösungen nach Möglichkeit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Solidarität, zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes sowie zum verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen leisten. Die richtige Balance zwischen diesen drei Säulen zu finden, stellt eine spezielle Herausforderung dar. Auch vonseiten des Gesetzgebers nimmt der Druck hin zu nachhaltigerem Bauen weiter zu. Hohe Gebäudeanforderungen stellt beispielsweise das neue im Herbst 2017 in Kraft getretene Basler Energiegesetz: Bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Ausstoss pro Einwohnerin oder Einwohner im Jahr in Basel höchstens eine Tonne betragen – im Vergleich zum heutigen Ausstoss von vier Tonnen eine massive Reduktion. Langfristig soll der Energieverbrauch von Heizung und Warmwasser zu 100 Prozent erneuerbar sein. Um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen, unterstützt die öffentliche Hand den Umbau des Gebäudeparks mit zum Teil weitreichenden Fördermassnahmen. Dies soll gewährleisten, dass z. B. der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Heiz- und Warmwassersysteme ohne signifikante Mehrkosten vollzogen werden kann.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus Doch was bedeutet das für Besitzerinnen und Besitzer von Liegenschaften konkret? Aus meiner Erfahrung heraus weiss ich, dass die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von nachhaltigem Bauen und Sanieren nach wie vor bei vielen Eigenheimbesitzern von grosser Relevanz ist. Der auf den ersten Blick beträchtliche finanzielle Aufwand schreckt ab und verschleiert die langfristige Rentabilität von nachhaltigem Bauen. Hinzu kommt, dass beispielsweise die Installation des idealen Heizsystems keine triviale Angelegenheit ist und diesbezüglich vielfach ein Informationsmangel besteht. Insgesamt zeigen aber zahlreiche Untersuchungen, dass nachhaltige Neubauten oder Renovationen langfristig neben dem gesundheitlichen und dem ökologischen Nutzen durchaus auch aus finanzieller Sicht sinnvoll sind. Neben der Werterhaltung ergibt sich insbesondere bei den Betriebskosten ein grosser finanzieller Pluspunkt. Denn die energieeffiziente Sanierung der Gebäudehülle oder der Einbau neuer Fenster senkt die Heizkosten massiv. Zudem können Sie als Eigenheimbesitzer von staatlichen Förderbeiträgen von bis zu 40 Prozent durch das nationale Gebäudeprogramm (www.dasgebaeudeprogramm.ch) sowie von kantonsspezifischen Beiträgen profitieren. Besonders um­ fassend sind die Förderbeiträge des Kantons Basel-Stadt. So wird beispielsweise eine thermische Solar-

anlage mit mindestens 2500 Franken unterstützt, dazu kommen mindestens 700 Franken pro Kilowatt Wärmeleistung. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit bis zu 10 kW Leistung wird pauschal mit 20 000 Franken gefördert und den Energieverbrauch senkende Gesamtsanierungen mit 25 bis 50 Franken pro Quadratmeter. Die genauen Beitragssätze sowie die Voraussetzungen für den Erhalt von Fördergeldern erfahren Sie auf der Website des Amtes für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt (www.aue.bs.ch). Auch steuerlich ist nachhaltiges Bauen und Sanieren überaus attraktiv: Unabhängig davon, ob geplante energetische Massnahmen in Ihrem Eigenheim werterhaltend oder wertsteigernd sind – sie lassen sich vollumfänglich vom besteuerbaren Einkommen abziehen. Einige Beispiele hierfür wären: die Isolation der Gebäudehülle, das Ersetzen einer alten Ölheizung durch ein nachhaltiges Heizsystem oder auch die Neuinstallation einer Fotovoltaikanlage. Für eine nachhaltige Entwicklung in der Region Die Basler Kantonalbank setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung in der Region ein und unterstützt die Nachhaltigkeitsziele des Kantons Basel-Stadt. Mit der BKB Nachhaltigkeitshypothek haben wir ein Angebot entwickelt, welches exklusiv auf Kunden mit einem nachhaltigen Bau- oder Sanierungsvorhaben zu-

geschnitten ist. Unterstützt werden damit Neu- oder Umbauten Minergiezertifizierter Liegenschaften, Gebäude mit einem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) sowie Lösungen, welche erneuerbare Energiequellen betreffen. So kann beispielsweise der Einbau einer Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder die Installation einer thermischen Solaranlage für die Wasseraufbereitung einfach und sicher finanziert werden. Als Kunde können Sie die Laufzeit der BKB Nachhaltigkeitshypothek individuell wählen – von zwei bis zu zehn Jahren. Zudem profitieren Sie von einer Zinsvergünstigung von 0,25 % auf die publizierten Zinssätze der BKB Festhypotheken. Hiermit bietet die Basler Kantonalbank eine äusserst attraktive Finanzierungslösung, mit welcher sich Ihre Pläne einfach und schnell realisieren lassen. Bewusst Mehrinvestitionen tätigen Als Fazit lässt sich festhalten: Nachhaltig bauen und renovieren lohnt sich gleich mehrfach – für das Portemonnaie, das gesundheitliche Wohlbefinden, für den Erhalt unserer Umwelt. Der Gesetzgeber macht Vorgaben und bietet Anreize, die geschickt umgesetzt und im Zusammenspiel mit einer sinnvollen Finanzierungsstrategie wirtschaftliche Vorteile für Liegenschaftseigentümer bringen. Zur reibungslosen Realisierung bedarf es jedoch eines fundierten Wissens rund um das Thema

Eigenheim sowie einer kompetenten fachlichen Beratung. Geld in die Hand nehmen muss man beim nachhaltigen Bauen und Sanieren natürlich durchaus, doch langfristig gesehen lassen sich die Früchte davon sehr gut ernten. Sie haben weiteren Informationsbedarf zum Thema «Nachhaltiges Bauen und Sanieren»? Gerne betrachten wir Ihr konkretes Vorhaben ganz persönlich und individuell. Melden Sie sich spontan und unverbindlich – wir nehmen uns Zeit für Sie. Das BKB-Kontaktformular finden Sie unter www.bkb.ch/kontakt. Telefonische Beratung: 061 266 33 33

Sandra Neukomm Leiterin Finanzieren Privatkunden, Basler Kantonalbank

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Nachhaltig leben.

| Samstag, 2. Juni 2018 | Seite 3

Ins rechte Licht gerückt Steine bringen Blumen im Garten erst richtig zur Geltung Von Andreas Schwander Erfunden haben es die Engländer, wie so vieles im Garten. Der erste Steingarten entstand schon 1773 im Londoner Stadtteil Chelsea. Verbaut wurden dabei Mauersteine, die beim teilweisen Abbruch der berühmten Festung «Tower of London» anfielen. Bis zum Ersten Weltkrieg entstanden so im Empire und auch auf dem europäischen Festland immer mehr Steingärten – mit kleinen grossen, farbigen und grauen Steinen. Allerdings waren es nicht die Bildhauer, welche die Idee zu den steinernen Gärten hatten, sondern die Botaniker und Pflanzensammler. Die AbbruchSteine aus Burgen und den zu jener Zeit geschleiften Bollwerken gaben schöne Vorlagen für künstliche Ruinen oder auch Felsen. Trotzdem dominierten in jenen frühen Steingärten die Pflanzen. Die Steine gaben der Sache Struktur und Hintergrund – und auch Lebensraum für andere Pflanzen, die es bisher in der Regel nicht im Garten gab. Die Vorstellung jener Steingärten liegt ziemlich weit von dem entfernt, was in den letzten Jahren vor allem auf privaten Grundstücken in Mode gekommen ist. Während die ursprünglichen Steingärten angelegt wurden, um Pflanzen zusammen mit Steinen besser zur Geltung kommen zu lassen, ist die Idee neuerer Steingärten, dass man möglichst keine Pflanzen haben will. «Ich will keinen Aufwand mit dem Garten und jäten will ich auch nicht», heisst es. Also bestellt man eine schottersteinige Geröllhalde, aus der ein paar arme Pflanzen herausragen wie die Köpfe von eingegrabenen Kindern am Strand. So etwas ist aber meist weder ökologisch noch wirklich schön ANZEIGE

und wer meint, man müsse dann weniger jäten, täuscht sich erst recht. Das schwarze Vlies auf dem Boden soll zwar verhindern, dass Pflanzen aus dem Boden hochwachsen. Oft finden sie aber trotzdem einen Weg durchs Vlies oder an dessen Rändern entlang. Und vielen Pflanzen ist der Boden sogar egal: Ein paar herangewehte Samen, Humus aus zerfaulenden Blättern zwischen den Steinen und schon spriesst es wieder auch bei jenen, die nicht jäten wollten. Und nun müssen sie erst recht jäten. Mehr als eine Geröllhalde Solche Steinwüsten sind deshalb ökologisch zumindest fragwürdig. Sie sollen zwar wasserdurchlässig sein, leiten aber oft das Regenwasser einfach ab. Dafür speichern sie die Wärme um so besser. Das führt dazu, dass sich die Steine an heissen Sommertagen stark aufwärmen und dann noch bis tief in die Nacht hinein ihre Hitze gegen ein ohnehin schon zu heisses Haus abstrahlen können. Zudem bleiben die Steine oft nicht lange so schön sauber. Strassendreck und allerlei Pflanzliches und Tierisches lassen auch Steingärten relativ schnell ungepflegt aussehen, und wer dann keinen Aufwand haben wollte, sieht sich plötzlich mit noch deutlich mehr Reinigungsarbeit konfrontiert als einfach mit einer pflegeleichten Bepflanzung. Oft sind die einzigen Steine im Garten bloss künstliche – mehr oder weniger lieblose – Beton-Gehwegplatten, denen man jedes Jahr mit Unkrautvertilger und Hochdruckreiniger zu Leibe rückt, damit sie möglichst neu aussehen. Denn sobald Moos oder Flechten oder sonst etwas da spriesst und wächst, sieht es schäbig aus.

Umgebung und Gärten sehen selbst bei Neubauten oft völlig fantasie- und planlos aus, weil sie in der Planung eines Hauses oft völlig vergessen gehen. Die Umgebung ist das Letzte, was beim Bau noch gemacht werden muss. Entschieden wird erst, wenn man ohnehin schon zu viel Geld ausgegeben hat. Trockenmauern selber machen Steine können jedoch sehr viel mehr sein als blosse Trittfläche oder unkrautverhindernde Geröllhalde. In schönen Gärten spielen sie dieselbe Rolle wie Geschirr und Besteck beim Essen. Sie bringen das, was serviert wird, erst richtig zur Geltung. Ein schön gestalteter Garten muss auch nicht unbedingt teuer sein. Vor allem Trockenmauern kann man relativ einfach selber machen. Wenn man beim Steine aufeinanderschichten auch gleich die Stauden und Pölsterchen dazwischensetzt, blüht schon im nächsten Jahr eine elegante Gartenlandschaft, die pflegeleichter ist als eine Geröllhalde und auch noch besser aussieht. Entsprechende Steine liefern Steinhändler palettenweise an die Bordsteinkante. Attraktiv sehen aber auch zerbrochene Ziegelsteine oder zerbrochene Gartenzementplatten aus, die man dazwischenschichtet. Der Rest sind Rückenschmerzen. Auf einem geneigten Grundstück geben kleine Terrassen mit Trockenmauern einem Garten Struktur, heben kleinere Pflanzen hervor und rücken sie ins rechte Licht. Im Winter treten die Mäuerchen stärker in Erscheinung, im Sommer bilden sie einen attraktiven Hintergrund für Blumen und Stauden. Zudem sind sie Lebensraum für Wildbienen, Hummeln, Blindschleichen und kleine Eidechsen. Noch deutlicher las-

Elegante Landschaft. Mauern geben einem Garten Struktur. Foto iStock

sen sich solche Hintergründe und «Winterakzente» mit Findlingen oder andern grossen Steinen setzen. Platten gratis vom Abbruch Auch Gehwege, Sitz- und Parkplätze kann man relativ einfach selber mit Steinplatten selber legen. Dabei gilt: Je grösser und schwerer die Platten, desto stabiler wird die Sache und desto weniger wackeln sie nachher. Eine gute Quelle für grosse Platten sind die Bauteilebörsen oder die gängigen OnlinePlattformen wie Ricardo, Ebay oder Tutti. Oft bekommt man sie aber auch gratis, etwa wenn man auf Baugespanne achtet und dann die Bauherren fragt. Viele Häuser aus den 50er-Jahren, die jetzt abgerissen werden, sind umgeben von Wegen aus rohen Granitplatten aus den Steinbrüchen im Maggiatal, im Calancatal oder auch im Bergell. Hin und wieder ist auch der grüne Andeerer Granit drunter. Viele dieser Platten haben im Lauf der Jahre eine sehr schöne Patina aus langsam wachsenden Landkartenflechten entwickelt. Das hat Stil und gibt selbst einem neu angelegten Garten einen edlen Touch. Und ganz sicher braucht man dafür nie einen Hochdruckreiniger.

Solche Recycling-Steine machen sich sehr gut im Garten und haben auch eine ökologische Funktion. Die Produktion von Zement und den entsprechenden Gartensteinen verbraucht riesige Mengen Kohle. Dagegen würden viele dieser alten Platten und Steine in Deponien landen, wenn man sie nicht rechtzeitig rettet. Damit kann man sich und der Umwelt ein paar Steine in den Garten werfen. Und die sehen schön aus – wie jene aus den 1773 abgerissenen Mauern des Towers of London. Angela Beck: Steingärten und Trockenmauern Gestalten – Pflanzen – Pflegen. 80 Seiten, ca. Fr. 12.90.

David Reed: Gartengestaltung mit Naturstein Mauern, Wasserläufe und Terrassen; Bauen ohne Mörtel. Callwey, 192 Seiten, ca. Fr. 42.90.

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Überlegt sanieren mit dem Baselbieter Energiepaket Wohneigentümerinnen und -eigentümer profitieren im Kanton Baselland bei energetischen Gebäudesanierungen dank dem Baselbieter Energiepaket von umfangreichen Fördergeldern. Seit 2010 hat das kantonale Förderprogramm rund 16 000 Privatpersonen und Unternehmen unkompliziert mit Fördergeldern in der Höhe von bislang insgesamt 100 Millionen Franken unterstützt. Mithilfe dieser Mittel konnte im Baselbiet eine Fassadenfläche von insgesamt 1,4 Millionen Quadratmetern saniert werden; dies entspricht mehr als 200 Fussballfeldern. Dieses Geld ist gut investiert. Noch immer werden im Kanton zu viel Energie und Geld verheizt. Auf den Gebäudepark entfallen rund 50 Prozent des gesamten kantonalen Energieverbrauchs. GEAK Plus macht Sinn Ein erster Schritt hin zu einer sinnvollen Gebäudesanierung ist oftmals ein GEAK Plus – der Gebäudeenergieausweis der Kantone mit Beratungsbericht. Mit dem GEAK Plus erhalten Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer ein bewährtes Werkzeug, um ihre Liegenschaften möglichst wirtschaftlich energetisch zu sanieren. Bei einem GEAK Plus erstellt ein zertifizierter Energieexperte einen Beratungsbericht. Darin werden konkrete Massnahmen aufgelistet, wie der Energieverbrauch eines Gebäudes kostenoptimal verbessert werden kann. Der Bericht macht Angaben zu den notwendigen Investitionen, der Nutzungsdau-

er und den Unterhaltskosten. Diese transparente Kostenaufstellung ermöglicht es den Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern, einen individuellen und optimalen Investitionsentscheid zu treffen. Gebäudesanierungen kosten natürlich Geld, sie rechnen sich aber auch. Ein tiefer Energieverbrauch lässt Immobilieneigentümer nicht nur längerfristig Geld sparen, sondern trägt auch zur Wertsteigerung der Immobilie bei. Profitieren Sie jetzt Damit Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer möglichst unkompliziert von den Fördergeldern profitieren können, setzen sich die Partner des Baselbieter Energiepakets – dies sind nebst dem Kanton BaselLandschaft die Wirtschaftskammer Baselland, der Hauseigentümerverband, die Basellandschaftliche Kantonalbank sowie die Versorgungsunternehmen EBL und EBM – für eine einfache und unbürokratische Gesuchsabwicklung ein. So können sämtliche Fördergesuche bequem und rund um die Uhr online auf der Website www.energiepaket-bl.ch eingereicht werden. Auf der Website können sich die Immobilieneigentümerinnen und Immobilieneigentümer zudem einen detaillierten Überblick über sämtliche Förderbedingungen und Beitragssätze verschaffen. Bei weiteren Fragen können sich die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller zusätzlich an die Energiepaket-Hotline wenden (061 552 55 55) oder ein Mail schreiben an info@energiepaket-bl.ch.


Nachhaltig leben

Der Kampf gegen

Kunststoffverpackungen gelangen zunehmend in Verruf. Das Recycling ist Von Stephanie Weiss In vielen EU-Ländern ist Plastik-Recycling eine Selbstverständlichkeit, nicht so in der Schweiz. Der Grund dafür ist, dass der ökologische Nutzen umstritten ist. Ob Recycling von Plastikabfall grundsätzlich Sinn macht, lässt sich nämlich nicht so einfach beantworten. «Recycling ist aus ökologischer Sicht prinzipiell sinnvoller als die Verbrennung», sagt Michael Hügi vom Bundesamt für Umwelt (Bafu). Er relativiert allerdings: «In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kunststoffrecycling vor allem dann Sinn macht, wenn möglichst reine Plastiksorten von hoher Reinheit gesammelt werden. Dies ist

zum Beispiel bei PET- oder PE-Flaschen der Fall, die mittlerweile flächendeckend durch den Detailhandel gesammelt werden. Aus diesen Fraktionen lassen sich wiederum Produkte von hoher Qualität herstellen.» Skepsis hingegen bestehe gegenüber der Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen aus Haushalten, da der Umweltnutzen im Vergleich zum Aufwand gering sei. Dies hat jüngst eine wissenschaftliche Studie bestätigt, die von der Basler Umweltberatungsfirma Carbotech AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik an der HSR Hochschule für Technik in Rapperswil (SG) durchgeführt wurde.

Beim Recycling von sortenreinen Plastikarten, wie PET oder PE, erwies sich die Kosten-Nutzen-Effizienz als zweckmässig. Die gemischten Plastiksammlungen haben in der Ökobilanz eher schlecht abgeschnitten. Auch Matthias Nabholz, Leiter des Amtes für Umwelt und Energie Basel, steckt im Dilemma: «Eigentlich bevorzuge ich die Wiederverwertung der Stoffe vor der Verbrennung, denn nachher sind sie weg. Aber natürlich muss dies auch ökologisch besser und wirtschaftlich zumindest tragbar sein.» Die nationalen Verbände der kommunalen Abfallwirtschaft, die Organisation Kommunale Infrastruktur (OKI) und der Verband der Betreiber Schwei-

zerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) sowie der Dachverband Swiss Recycling empfehlen ebenfalls weiterhin, nur sortenreine Materialien separat zu sammeln. All den Bedenken zum Trotz bietet die Gemeinde Allschwil seit zwei Jahren eine Sammlung für gemischte Kunststoffe an. Die Recyclingquote liege bei 65 Prozent, verkündet die Gemeinde stolz. Die aufwendige Aufbereitung des Altplastiks übernimmt der Kunststoffverwerter Vogt Plastic in Rheinfelden (D). Gänzlicher Verzicht unmöglich Mit gutem Vorbild voraus möchte auch der Detailhandel mit seinen schweizweiten Recyclingstellen für

Plastikflaschen gehen. Da es sich dabei meist um PE-Kunststoff handelt, begrüssen dies auch das Bundesamt für Umwelt, der Cercle Déchets (CD) und OKI. Ökologisch noch sinnvoller wäre jedoch das Vermeiden von unnötigen Verpackungen, doch davon scheinen wir meilenweit entfernt zu sein. Dies löst Wut bei einigen Bürgern aus. So organisiert die Plastic-Attack-Bewegung regelmässige Aktionen gegen den Müllberg der Supermärkte. Doch die Detailhändler unternehmen einiges, um Kunststoffverpackungen zu minimieren. «Die Migros überprüft laufend, wo Verpackungen reduziert oder optimiert werden können. Alleine 2017 konnte die Migros

Unverpackt abgefüllt

In Basel gibt es zwei Läden, in denen Kunden plastikfrei einkaufen können Von Stephanie Weiss Ivo Sprunger von der Abfüllerei im Gundeldinger Quartier steht an der Kasse und erklärt das System mit dem Wägen, während Mitgründerin Simone Häberle eine Kundin berät. Ein Mann füllt seine mitgebrachten Einmachgläser und Stoffsäckli mit allerlei Essbarem. Der gelernte Koch und Sozialpädagoge und die Archäozoologin haben den plastikfreien Laden vor fast einem Jahr eröffnet und ziehen positive Bilanz. «Mir war die Plastikverpackung beim Biogemüse immer ein Dorn im Auge. Vor etwa fünf Jahren haben wir in Berlin den UnverpacktLaden gesehen und uns gesagt, dass es das in Basel auch braucht.» Biologisch und öko-sozial verträglich sollten die Produkte sein. Dass es an der Feldbergstrasse im Kleinbasel mit dem «Unverpackt» einen zweiten Laden dieser Art gibt, stört nicht, im Gegenteil. «Wir sehen Unverpackt nicht als Konkurrenz, sondern arbeiten mit ihnen zusammen. Beim Verhandeln mit Produzenten und dem Einkauf bringt das nur Vorteile.»

So fand sich beispielsweise für das WC-Papier kein Händler, der kleine Mengen ohne Plastikverpackung liefern wollte. Gemeinsam erreichten sie die Mindestbestellmenge. Durchmischte Kundschaft Die Kundschaft sei ziemlich durchmischt, da lasse sich keine Typisierung vornehmen. «Wir haben solche, die zero waste leben wollen oder die uns vom Crowdfunding her kennen. Es gibt aber auch viel Laufkundschaft, die den Laden cool findet. Einige Kunden nehmen einen längeren Weg mit dem Velo oder Zug auf sich, um hier einzukaufen.» Finanziell geht das Konzept nach knapp einem Jahr bereits auf. «Wir beide können zwar momentan noch nicht davon leben, beobachten aber im ersten Geschäftsjahr eine positive Entwicklung und merken, dass es immer mehr anzieht.» Die Anfangsfinanzierung organisierte das Unternehmerpaar via die Crowdfunding-Plattform wemakeit. «Diese Idee hat eingeschlagen wie eine Bombe. Daran merkt man, dass das Interesse an einem solchen Konzept da ist», sagt Ivo Sprunger.

«Eingeschlagen wie eine Bombe». Simone Häberle und Ivo Sprunger von der Abfüllerei im Gundeli.

Foto Dominik Plüss


| Samstag, 2. Juni 2018 | Seite 5

n die Plastikplage

t jedoch nicht immer sinnvoll, Reduktion oder Vermeidung oft ökologischer über 50 einzelne Verpackungen ökologisch optimieren. Bis 2020 sollen 6000 Tonnen Verpackungsmaterial eingespart werden», sagt Mediensprecherin Alexandra Kunz. Gänzlich auf Verpackungen zu verzichten, sei jedoch unmöglich, denn «sie schützen die Produkte unter anderem beim Transport und vor vorzeitigem Verderb. Ein Beispiel: Eine unverpackte Gurke ist nach einigen Tagen nicht mehr verkäuflich, 1,5 Gramm Verpackung halten sie aber für rund zwei Wochen frisch. Ökobilanzen zeigen, dass ein wegen fehlen-

der Verpackung verdorbenes Produkt die Umwelt um ein Vielfaches stärker belastet als dessen Verpackung.» International wenig Wirkung Es gibt jedoch Konsumentinnen und Konsumenten, die ein Leben ohne Plastik anstreben. In Basel können sie seit letztem Jahr plastikfrei einkaufen. Die beiden Läden Unverpackt an der Feldbergstrasse und die Abfüllerei Basel im Gundeli machen es möglich (siehe Kasten unten links). Dass wir mit der Plastikreduzierung die globale Vermüllung reduzieren können, ist jedoch ein Trugschluss. «Wir müssen unterschieden zwischen Ursache und Wirkung. Wenn wir in der Schweiz Plastik

verhindern, hat das wenig Wirkung auf die globale Verschmutzung, denn diese entsteht aufgrund des Nichtvorhandenseins einer Abfallwirtschaft in asiatischen und teilweise südamerikanischen Staaten», bringt es Hügi vom Bundesamt für Umwelt auf den Punkt. «Hier müsste man den Hebel ansetzten und wenigstens ein rudimentäres System aufbauen, damit weniger Plastik in die Umwelt gerät.» Weshalb haben sich eigentlich nichtfossile Kunststoff-Alternativen noch nicht richtig durchgesetzt? Biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) lassen sich aus nachwachsenden Rohstoffen, wie etwa aus Mais oder aus Zuckerrüben gewonnener Stärke oder mithilfe von Milchsäure CO2-neutral herstellen.

Heute sind Grünabfallsäcke, Partygeschirr, Lebensmittelboxen, Pflanzentöpfe, Kinderspielsachen und so weiter in der biologischen Variante erhältlich. Biokunststoffe bauen langsam ab Was auf den ersten Blick gut klingt, birgt einige Nachteile. Einerseits steht der Anbau für die benötigte Stärke in Konkurrenz mit der Ackerfläche, die es für Nahrungsmittel braucht. Zudem bauen sich die Biokunststoffe langsam und nur bei genügend hohen Temperaturen ab. Zu langsam für landwirtschaftliche Biogasanlagen oder den Hauskompost, sodass sie wieder herausgepickt werden müssen, um schliesslich doch in der Verbrennungsanlage zu lan-

den. In industriellen Kompostier- und Vergärungsanlagen hingegen können biologisch abbaubare Werkstoffprodukte vollständig abgebaut und als organischer Dünger weiterverwendet werden. Gemäss Bundesamt für Umwelt gelangen in der Schweiz pro Jahr über 3000 Tonnen biologisch abbaubare Werkstoffe auf den Schweizer Markt. Lediglich 20 Prozent davon landen in Grünverwertungsanlagen. Dies entspricht einem Anteil von weniger als einer Promille der gesamten Menge an biogenen Abfällen. Wenn richtig entsorgt, bieten diese Produkte für den Privatgebrauch eine durchaus nachhaltige Alternative.

Fehlende Abfallwirtschaft. Die globale Verschmutzung entsteht vor allem in asiatischen (im Bild Mumbai) und teilweise südamerikanischen Staaten. Foto Keystone

79 Prozent landen auf Deponien oder in der freien Natur

Tipps für die Abfallreduzierung Planen. Lebensmittel in der richtigen Menge einkaufen und verwenden, bevor sie ablaufen. So müssen sie nicht weggeworfen werden. Weiterverwerten. Nicht verzehrte, ungeöffnete und nicht abgelaufene Produkte in eine Foodbox bringen: www.foodsharingschweiz.ch. Verdorbenes im Garten kompostieren oder zur nächsten Bioklappe bringen. Plastik vermeiden. Gemüse im Supermarkt lose abwägen oder in mitgebrachte Säcke einpacken. Auch Grossverteiler wie Migros und Coop bieten wiederverwendbare «Veggie Bags», Mehrwegbeutel für Früchte und Gemüse als ökologische Variante zu den Plastiksäckli an. In den beiden Läden baselunverpackt.ch oder abfuellerei-basel.ch einkaufen. Eigene Behälter für Essen oder Getränke in Take-away-Restaurants mitbringen. Auf www.zerowasteswitzerland.ch nachschauen, wo es Zero-wastefreundliche Läden gibt, die zu einem abfallfreien Konsumverhalten motivieren und erneuerbare Produktionsmethoden fördern. Mehrfach verwenden. Flaschen oder Säcke so lange brauchen, wie es geht, das Material spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Die Erde wird zunehmend zu einer Plastikwelt Von Stephanie Weiss

Ökologische Variante. Grossverteiler wie Migros und Coop bieten wiederverwendbare «Veggie Bags», Mehrwegbeutel für Früchte und Gemüse, an. Alternativen nutzen. Für Partygeschirr, Blumentöpfe, Säcke und so weiter biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) verwenden und richtig entsorgen. Wiederverwendbare Verpackungen wählen. Mit Jojobaöl, Harz oder Bienenwachs getränkte Baumwolltücher eignen sich zum Einwickeln oder Abdecken von offenen Lebensmitteln. Diese bekommt man in Basel in den Läden Abfüllerei im Gundeli oder Changemaker in der Marktgasse.

Man kann sie auch selber herstellen. Eine Anleitung dazu gibt es in etlichen Youtube-Filmen, einfach nach «Bienenwachstuch selber machen» suchen. Recycling nutzen. PET- und PEVerpackungen in den entsprechenden Sammelstellen beim Detailhandel entsorgen. Selber kochen. Weniger Fertiggerichte kochen. Hahnenwasser trinken und zum Mitnehmen in Flaschen abfüllen. sw

1839 entdeckte Charles Goodyear, wie sich aus Kautschuk mithilfe von Schwefel Gummi herstellen lässt. Damit legte der Chemiker und Tüftler den Grundstein für die Kunststoffproduktion, bei der mithilfe von Syntheseverfahren einzelne Bausteine (Monomere) natürlicher Stoffe zu Ketten (Polymeren) zusammengesetzt werden. Was einst als geniale Erfindung galt, ist heute zu einer Umweltbelastung geworden. Wie in der Fachzeitschrift «Science Advances» zu lesen ist, schätzen USForscher aufgrund einer globalen Datenanalyse, dass der Mensch bisher mehr als acht Milliarden Tonnen Kunststoffe produziert hat. Der jährliche ProKopf-Verbrauch in der Schweiz liegt bei rund 125 Kilogramm. Seit 2015 wurden weltweit 6300 Tonnen Kunststoffabfälle erzeugt, von denen rund 9 Prozent rezykliert, 12 Prozent verbrannt und 79 Prozent auf Deponien oder in die freie Natur gelangen. Wenn sich die derzeitigen Produktions- und Abfallentsorgungstrends fortsetzen, werden bis 2050 rund 12 Mil-

liarden Tonnen Plastikmüll auf Deponien und in der Umwelt liegen – und werden dort bis auf Weiteres verbleiben. Der biologische Abbauprozess einer Angelschnur dauert 600 Jahre, derjenige einer Wegwerfwindel oder Plastikflasche 450 Jahre. 86 Millionen Tonnen im Meer Unser Planet wird zunehmend zu einer Plastikwelt. Riesige Plastikinseln treiben in den Ozeanen vor sich hin, mit fatalen Folgen für Flora und Fauna. Gemäss WWF Schweiz schwimmen in den Ozeanen 86 Millionen Tonnen Kunststoff, geschätzte 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll kommen jedes Jahr hinzu. Die Universität Bern hat mit einer aktuellen Studie Mikroplastik in Schweizer Naturschutzgebieten nachgewiesen. Michael Hügi vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) erklärt, wie es dazu kommt: «Die Plastikbestandteile in Fliess- und Stehgewässern entstehen nur zum Teil von Abfällen, sondern durch Pneuabrieb, Produktionsunfälle oder Witterung. Das bekommt man durch Abfallmanagement nicht weg.»


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aventron AG: Nichts als grüner Strom Die aventron AG hat eine einzige Einnahmequelle: Sie verkauft Strom. Und der stammt ausschliesslich aus erneuerbarer Energie. Das Unternehmen betreibt Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke in der Schweiz und in mehreren Ländern Europas.

Derzeit läuft eine Kapitalerhöhung: Zu den bisherigen 34,105 Millionen Aktien sollen maximal 15 Millionen neue Namenaktien mit einem Nennwert von einem Franken hinzukommen.

Der Ausgabepreis pro Namenaktie beträgt 9.80 Franken, das entspricht dem derzeitigen Börsenkurs. Auch private Anleger können sich an der Kapitalerhöhung beteiligen. aventron stockt das Eigenkapital mit der Ausgabe der neuen Aktien um maximal 147 Millionen Franken auf. Zwei Wasserkraftwerke an der Birs waren die Basis Gegründet wurde die aventron AG 2005 als «Kleinkraftwerk Birseck AG» von der EBM (Genossenschaft Elektra Birseck). Mit der Energie Wasser Bern (ewb) und dem Stadtwerk Winterthur (SWW) beteiligten sich 2010 und 2013 zwei weitere Schweizer Energieversorgungsunternehmen an der Firma, die seit Anfang 2016 aventron heisst. Zwei Wasserkraftwerke an der Birs, in Laufen und in Dornachbrugg waren die Grundlage des Unternehmens. 2010 kamen sieben Kleinwasserkraftwerke in Frankreich hinzu; es folgte

der Börsengang. Seitdem ist aventron an der Börse Berne eXchange (BX) notiert. Zwischen 2011 und 2013 kamen Solar- und weitere Wasserkraftwerke in der Schweiz und Frankreich hinzu, ausserdem investierte das Unternehmen in Windenergie, beispielsweise im windreichen Nordwesten Frankreichs. 2014 eröffnete aventron Ländergesellschaften in Italien, Deutschland und Norwegen und erwarb dort Grünstrom-Kraftwerke. Ende 2015 hatte das aventron-Kraftwerksportfolio eine installierte Gesamtleistung von160 Megawatt, Ende 2017 waren es schon 386 MW. Das Ziel für die nächsten Jahre seien 1000 MW, so CEO Antoine Millioud. Eine feste Aktionärsstruktur aventron hat etwa 500 private Aktionäre, das Streuvermögen beträgt ca. 16 Prozent. 71 Prozent der Aktien liegen bei den drei Schweizer Energieversorgern, zwei Schweizer Infrastruk-

turfonds haben 8 bzw. 5 Prozent – hier soll in den nächsten Jahren kein Wechsel anstehen. Die Aktionäre der aventron AG erhalten regelmässige Ausschüttungen in der Form einer Dividende, welche in der Vergangenheit bei rund 2,3 % lag. Nach der Kapitalerhöhung hätte aventron fast 50 Millionen Aktien, beim Kurs von 9.80 Franken sind das knapp 500 Millionen Franken Gesamtkapitalisierung. Die aventron-Aktie wird nur an der Berner Börse gehandelt und eignet sich in erster Linie für Anleger, die langfristig in reale Werte investieren möchten. Mit den Ausschüttungen, welche über die Lebenszeit der Kraftwerke ansteigen sollten, ist die Aktie auch besonders für Pensionskassen interessant («liability matching»). Zeichnungsunterlagen für die Kapitalerhöhung finden sich auf: www.aventron.com.

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Handy mit wertvollem zweiten Leben Reparieren statt wegwerfen, spenden statt in der Schublade lassen: Nicht mehr genutzte Handys haben immer noch einen Wert und sollten fachgerecht rezykliert werden. übersteigen. Somit lohnt es sich also allemal, das alte Smartphone aus der Schublade zu holen und ihm für einen guten Zweck ein zweites Leben zu schenken.

Egal ob defekt oder noch funktionierend, alte Handys haben noch einen Wert.

Präzision und Fingerspitzengefühl bei der Reparatur im Swisscom Repair Center.

Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon ist es geschehen: Das Smartphone ist unglücklich auf den Boden gefallen, der Sprung im Gehäuse riesig. Nicht nur kaputte Handys werden rasch ersetzt, ein neues Handy kaufen sich Frau und Herr Schweizer etwa alle 18 Monate.

Smartphones betreibt Swisscom neun Repair Center mit zertifizierten Technikern, Originalteilen und Herstellergarantie. Eines davon finden Sie im neuen House of Swisscom in Basel. Innerhalb von 24 Stunden werden die Geräte repariert und auf Wunsch wird ein Ersatzgerät zur Verfügung gestellt.

Reparieren ist in Es ist hinlänglich bekannt, dass wir viel zu viel wegwerfen und Kaputtes zu schnell durch Neues ersetzen, anstatt es zu flicken. Egal ob der Reissverschluss einer Jacke, das Loch im Strumpf oder die kaputte Kaffeemaschine – eine Reparatur lohnt sich, spart Geld und schont die Umwelt. Aber nicht immer kann man selber etwas tun und sollte lieber einen Spezialisten hinzuziehen. Speziell für kaputte

Ungenutzte Geräte verkaufen oder spenden Geräte, die gar nicht mehr zur reparieren sind oder die längst durch ein neues Gerät ersetzt wurden, haben immer noch einen Wert. Schätzungen zufolge schlummern acht bis zehn Millionen solcher Schätze in den Schubladen der Schweizer Haushalte. Im Rahmen von Mobile Aid nimmt Swisscom in allen Shops schweizweit ungenutzte Geräte zurück. Die abge-

gebenen Handys werden sortiert, von den noch funktionierenden Geräten werden alle persönlichen Daten gelöscht, und in neuem Glanz kommen sie auf den Gebraucht-Handymarkt. Der Verkaufserlös kommt SOS Kinderdorf Schweiz zugute, welches wiederum verschiedene Projekte in Afrika, Indien und Mittelamerika unterstützt. Geräte, die sich nicht mehr verkaufen lassen, werden umweltgerecht recycelt. Das ist doppelte Nachhaltigkeit – soziale und ökologische. Zudem setzt Swisscom für alle Schritte von Sortierung bis Verkauf oder Recycling bewusst auf die Zusammenarbeit mit Schweizer Akteuren, um Stellen lokal zu schaffen und die Umweltbelastung des Transports zu minimieren. Wer sein altes Gerät lieber verkaufen möchte, kann dies via Mobile Bonus

tun. Mit wenigen Klicks lässt sich der Wert des Handys online schätzen, die Einsendung an Swisscom ist kostenlos. Der Gegenwert des Geräts kann dann entweder gespendet, als Gutschrift überwiesen oder auf der nächsten Swisscom-Rechnung verbucht werden. Es muss nicht immer das neuste Gerät sein Smartphones verbrauchen am meisten Energie bei ihrer Herstellung. Zudem enthalten sie rund 25 verschiedene Rohstoffe. Neben Plastik und Glas sind dies seltene Erden und wertvolle, wiederverwertbare Metalle. Dazu gehören Silber, Platin, Kupfer, Silizium und Gold. Der Wert des Handy-Elektroschrotts in der Schweiz dürfte, gemessen an den heute gehandelten Rohstoffpreisen, den Betrag von 60 Millionen Franken

Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf Rund vier Millionen Mobiltelefone werden in der Schweiz pro Jahr verkauft, davon 1,6 Millionen bei Swisscom. Deshalb beschränken sich deren Nachhaltigkeitsaktivitäten nicht auf Altgeräte, sie beginnen bereits beim Einkauf. Hier setzt Swisscom auf eine faire und effiziente Partnerschaft mit ihren Lieferanten weltweit. Zusammen mit anderen internationalen Telekomanbietern hat das Unternehmen bereits für über 800 000 Arbeitende in den Zulieferbetrieben deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erzielen können. Diese werden regelmässig durch unabhängige Audits überprüft. Weitere Informationen unter www.swisscom.ch/mobileaid www.swisscom.ch/mobilebonus www.swisscom.ch/reparatur

Seit 2012 unterstützt die Aktion Swisscom Mobile Aid Kinder in Not.


Nachhaltig leben.

| Samstag, 2. Juni 2018 | Seite 7

Selbst ist die Velofahrerin Nora Ryser will mit ihrem Veloflickbuch Laien zum Selbermachen ermutigen

Auf wenige Striche reduziert. Die Bernerin Nora Ryser (24) hat in Luzern Illustration studiert.

Von Lukas Lampart Bern. Irgendwann ist die Luft draussen.

Meist dann, wenn man ohnehin schon spät dran ist. Das Velo bleibt vorerst mal stehen – das Projekt Veloflicken wird auf der To-do-Liste platziert. Und irgendwann, voller Tatendrang, steht man vor dem platten Reifen und fragt sich: Wie ging das noch mal? Wie löse ich das Hinterrad? Wie finde ich die undichte Stelle? Wie setze ich die Reifenheber richtig ein? Und wofür wird Talk nochmals verwendet? Wie so oft kommt das Interesse an der Funktion eines Gerätes erst dann auf, wenn es nicht mehr funktioniert. Im Internet existieren Tausende Anleitungen, Videos, Kommentare, Bilder zur Veloreparatur – da ist das übersichtliche Veloflickbuch von Nora Ryser eine willkommene Abhilfe. 40 Seiten – vom kaputten Velo auf der ersten Seite zum fahrtüchtigen Drahtesel auf der letzen Seite.

Auf wenige Striche reduziert Das Buch der jungen Berner Illustratorin Nora Ryser (24) zeigt die Basics des Veloflickens: Es erklärt die wichtigsten Bestandteile des Velos, zeigt, wie man den Schlauch wechselt, das Bremskabel ersetzt, die Kette reinigt, einen Anhänger anbringt. Es sind übersichtliche Illustrationen, die das Wesentliche hervorheben. Das hebt sich wohltuend von den meist sehr bildlastigen Anleitungen mit unzähligen Nummerierungen ab. Ryser hat die Illustrationen teilweise auf wenige Striche reduziert, das erleichtert die Übersicht und erlaubt es auch Kindern, beim eigenen Velo Hand anzulegen. «Das Veloflickbuch war ursprünglich für Mädchen konzipiert», sagt Nora Ryser. «Die Idee ist fest mit der Tatsache verbunden, dass der technische Bereich immer noch den Knaben und den Männern zugeschrieben wird.» Das will Ryser ändern. «Ich will Mädchen und Frauen motivieren, sich mehr zuzutrauen.» Als Kind hätten meist ihr Vater und ihr Bruder die Velos in der Familie geflickt. Irgendwann in der Pubertät, als ein intensiver Wunsch nach Autonomie aufkam, eignete sich Nora Ryser das Veloflicken selber an. «Doch während dem Entstehen des Buches habe ich nochmals viel dazugelernt», erzählt Ryser. Die Zielgruppe für das Veloflickbuch betrachtet sie nicht mehr so eng, auch wenn die Illustrationen im Buch ausschliesslich Frauen darstellen. An Veranstaltungen wurde das Buch auch schon als «Familienbuch» bezeichnet. «Wenn ein 50-jähriger Mann mit mei-

1. Deine Rückenneigung sollte zwischen 20 und 30 Grad betragen.

Damit du gerne Fahrrad fährst, musst du bequem sitzen und wohl sein auf deinem Rad. Hier erfährst du die wichtigsten Tipps, um dein Fahrrad deinem Körper anzupassen.

2. Deine Arme sollten immer etwas gebeugt sein, damit du gut lenken kannst. 3. Der Abstand zwischen Knie und Lenker muss gross genug sein, sonst hast du zu wenig Platz zum trampeln. Man sagt, der Abstand zwischen der Sattelspitze und dem Lenker sollte eine Unterarmlänge inklusive Hand plus 2 cm betragen. 4. Es lohnt sich, die Fussballen auf dem Pedal abzusetzen, so hast du am meisten Kraft bei der Fahrt. 5. Wenn du auf dem Sattel sitzt, solltest du mit deiner Fussspitze den Boden berühren können, damit du im Notfall abstehen kannst.

So passts. Das Veloflickbuch zeigt nicht nur, wie man den Schlauch wechselt, sondern erklärt auch, wie man die Kette reinigt oder das Rad einstellt.

nem Buch sein Velo repariert, dann freut mich das natürlich genauso», sagt Ryser. «Es ‹fägt› einfach mehr» «Das Velo ist das genialste Fortbewegungsmittel», schwärmt Ryser, die sich als Alltagsfahrerin bezeichnet. «Ich bin nicht derart angefressen, dass ich in den Ferien jedes Mal eine Velotour machen muss», sagt sie lachend. Dabei bleibe es auch. Aber auch der technische Aspekt fasziniert die Illustratorin. Denn die simple Mechanik am Velo sei durchwegs sichtbar, «das ist als Illustratorin natürlich interessant» sagt

Ryser, die neben ihrer Arbeit als selbstständige Illustratorin im Chinderbuechlade in Bern arbeitet. Warum gerade das Velo selber flicken und nicht der Toaster oder der WC-Abfluss? «Es ist vorwiegend mein persönliches Interesse», sagt Ryser, die in Luzern Illustration studiert hat. «Wer kann heute noch einen Veloschlauch flicken? Viele werfen einen kaputten Schlauch einfach weg.» Natürlich soll man auch den WC-Abfluss selber flicken, «doch wer interessiert sich dafür?» Das sei auch als Illustration nicht wahnsinnig interessant, fügt sie schmunzelnd an.

Nora Ryser möchte mit dem Veloflickbuch primär den Menschen das Velo näherbringen. «Wenn ein Velo gut eingestellt ist, ‹fägt› es einfach mehr», sagt Ryser. Das sei durchaus auch mit einem Nachhaltigkeitsgedanken verbunden. Es gehe auch nicht darum, dass am Ende alle Velofahrerinnen und Velofahrer ihr Velo selber flicken. «Ich will mit meinem Buch keineswegs die unabhängigen Reparaturbetriebe untergraben.» Deshalb seien im Buch auch lediglich die Basics drin und jeweils explizit erklärt, wann eine Expertin aufgesucht werden soll. Sie habe dies-

Illustrationen © Nora Ryser

bezüglich aber noch keine Kritik gehört, sagt Ryser. «Die einzig einigermassen schlechte Kritik kam von einer Person, die sich daran stört, dass nichts über E-Bikes im Buch stehe», sagt die Illustratorin – und lacht. Nora Ryser: Veloflickbuch Werd & Weber Verlag, 2018, 40 Seiten, 128 Illustrationen, 29 Franken.

Offene Werkstätten helfen weiter Nun musst du den Schlauch wieder einsetzen und den Reifen aufpumpen.

Werkzeug und Beratung. Das Velo selber flicken ist eine tolle Sache. Insbesondere das Gefühl, sein Velo eigenhändig wieder fahrtüchtig gemacht zu haben. Doch meist fehlt zu Hause ein bestimmtes Werkzeug, oder man steht in der Reparatur an und kommt nicht weiter. Da helfen offene Velowerkstätten: Maschinen, Wissen und Material stehen gratis oder kostengünstig zur Verfügung.

Die Kette muss von Zeit zu Zeit geputzt und geölt werden, damit sie gut über die Kettenblätter gleitet.

1. Als erstes pumpst du den Schlauch ganz leicht auf, dann geht es einfacher, ihn wieder einzusetzen. Dann stckst du das Ventil durch das Loch am Felgen und legst dann den ganzen Schlauch zurück in den Reifen.

Ansichten der Kette 2. Gib wenig Kettenöl auf die Kette (nur während einer Kettenumdrehung). Drehe dazu wieder am Pedal.

2. Jetzt klemmst du den Reifen mit den Reifenhebern wieder in den Felgen. (Nicht beim Ventil beginnen, dort ist die Gefahr am höchsten, den Schlauch zu verletzen.) 5. Setze das Rad wieder ein und schliesse den Schnellspanner.

3. Schraube die Fixierschraube wieder zu.

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Die MacherSchaft hat zwei offene Velowerkstätten in Basel: In der Aktienmühle (Gärtnerstrasse 46, Basel) und im Werkhof (Gundeldingerstrasse 286, Basel). Für vier Franken in der Stunde steht die Werkstatt offen.

6. Pumpe das Fahrrad auf (siehe S. 15) und hänge das Bremskabel wieder ein.

Achtung: Mach einen Bremstest, bevor du wieder auf die Strasse gehst.

4. Lege die Kette auf das kleinste Kettenblatt und ziehe den Wechsler nach hinten.

1. Stelle das Fahrrad auf den Kopf. Befeuchte ein Tuch mit etwas Brennsprit und halte es um die Kette, drehe am Pedal, so dass die Kette durch das Tuch gleitet.

Tipp: An der Seite deines Reifens ist aufgedruckt, wie gross dein Rad ist. Diese Angabe brauchst du, damit du den richtigen Schlauch kaufst, wenn du ihn ersetzen musst.

3. Wische überflüssiges Öl mit einem trockenen Teil des Tuches ab.

www.macherschaft.ch

Velo Willi an der Vogesenstrasse 140 in Basel bietet eine weitere offene Werkstatt an. www.velowilli.ch Achtung: Hängt deine Kette immer wieder aus? Dann kann es sein, dass die Kettenweite zu gross oder die Schaltung nicht gut eingestellt ist. Um das herauszufinden, musst du bei einer Velomechaniker*in vorbei. 17

Auch beim Veloplus an der Leimenstrasse 78 in Basel lassen sich frisch gekaufte Teile in der eigenen Werkstatt eigenhändig montieren. lam www.veloplus.ch


Rovigo (Italien)

Tassillé (Frankreich)

Syversætre Foss (Norwegen)

8 1 0 2 g n u h ö h r e l Kapita gsfrist 22. Juni 2018 n Zeichnu

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