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Talking Jazz Till Brönner & Guests Einführungstext von / Program Note by Wolf Kampmann


Talking Jazz I TILL BRÖNNER & NILS PETTER MOLVÆR Donnerstag

7. Dezember 2017 19.30 Uhr

Till Brönner Moderation Nils Petter Molvær Trompete Eivind Aarset Gitarre Jan Bang Live-Sampling

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Talking Jazz II TILL BRร–NNER & ANNA DEPENBUSCH Donnerstag

25. Januar 2018 19.30 Uhr

Till Brรถnner Moderation Anna Depenbusch Vocals und Klavier

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Talking Jazz III TILL BRÖNNER & JACOB KARLZON Freitag

16. März 2018 19.30 Uhr

Till Brönner Moderation Jacob Karlzon Klavier

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Talking Jazz IV TILL BRร–NNER

Mittwoch

25. April 2018 19.30 Uhr

Till Brรถnner Trompete Frank Chastenier Klavier Christian von Kaphengst Kontrabass

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Talking Jazz V TILL BRร–NNER & AL DI MEOLA

Montag

14. Mai 2018 19.30 Uhr

Till Brรถnner Moderation Al Di Meola Gitarre Fausto Beccalossi Akkordeon

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Talking Jazz Gespräche und Musik mit Till Brönner im Pierre Boulez Saal Wolf Kampmann

Improvisation, das unwillkürliche Reagieren auf den Augenblick, ist im Jazz ein hohes Gut. Doch was bedeutet dieser Begriff tatsächlich in unseren Tagen? Im 20. Jahrhundert bezeichnete er das Terrain zwischen spontaner Ausschmückung eines musikalischen Themas unter klar definierten formalen Vorgaben bis hin zum freien Fluss des Ausdrucks und der Intentionen. Ein Sammelbegriff für diese Idee war Jazz. Heute ist Improvisation viel komplexer. Rein musikalisch teilt der Jazz sein Monopol darauf längst mit anderen Genres, und im Multitasking des täglichen Lebens hat Improvisation ohnehin einen viel höheren Stellenwert als vor 50 Jahren. In der Reihe „Talking Jazz“ wirft der Berliner Trompeter Till Brönner nun eine Spielart von Improvisation in den Diskurs, bei der sich Momente von Jazz-Intuition mit ­spontanen Motiven alltäglicher Weltaneignung verbinden. Brönner hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er gern Stellung bezieht. An diesen Abenden mit Gästen unterschiedlicher musikalischer Herkunft geht es jedoch weniger um ihn selbst. Und auch wenn die Namen dieser Gäste hochkarätig sind, steht das aktive Musizieren nur an zweiter Stelle. Zu allererst will Brönner seine Neugier befriedigen, Fragen stellen, ins Gespräch kommen und gute Geschichten zu Gehör bringen. „Die Idee“, sagt er „besteht darin, Gäste einzuladen, die zwar performen, aber gleichzeitig auch mit ihnen über ihre Musik, ihr Leben und ihre Ansichten zu sprechen.“ Nun gibt es der zeitgeistkonformen Talkrunden und ­Gesprächs­formate wahrlich mehr als genug. Doch Till Brönner ist eben weder der windschnittige Fernsehmoderator noch der gewiefte Journalist, sondern von ganzem Herzen Trompeter. Im Fokus der von ihm als Gesprächskonzerte bezeichneten Abende steht deshalb der kollegiale Austausch von Musiker zu Musiker. Das Mischungsverhältnis von Wort 13


und Ton wird bei jedem Treffen neu der Situation angepasst. Der Gastgeber sucht dabei bewusst die Kontroverse, bricht mit Erwartungen, lässt sich auf unerwartete Kontexte ein: „Es geht auf der einen Seite um Einblicke in die Biographie und das Schaffen der Gäste, auf der anderen Seite um die Möglichkeit, das musikalische Geschehen technisch, inhaltlich oder gar philosophisch zu befragen und dem Gast die Chance zu geben, Dinge in Worte zu fassen, die er sonst nicht benennt. Dabei kommen oft erstaunliche Dinge heraus. Und wenn Anderes offen bleibt, ist das auch in Ordnung. Es ist eben der Versuch des Portraits eines Künstlers.“ Bei den Gesprächen kann Brönner selbst auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Der heute 45-Jährige ­feierte erste Erfolge als Solist in der RIAS Big Band, in der er sich auf ein breit gefächertes Repertoire einlassen musste und lernte, in einem perfekt aufeinander abgestimmten ­Ensemble zu grooven und in jedem einzelnen Ton genau das zu geben, was das jeweilige Stück braucht. Sein Entree unter eigenem Namen, Generations of Jazz, spielte er 1994 unter anderem zusammen mit den Altmeistern Ray Brown und Jeff Hamilton ein – für einen deutschen Debütanten in damaligen Zeiten eine Sensation. Seitdem hat er viele künstlerische Stadien und Phasen durchlaufen. Gemeinsame Projekte mit den Schlagzeugern Baby Sommer und Christian Lillinger oder (auf seinem neuen Duo-Album Nightfall) mit dem Bassisten Dieter Ilg, aber auch mit Opernsänger Thomas Quasthoff oder Filmdiva Hildegard Knef zeigen einen Künstler, der mit verblüffender Konsequenz die heimische Scholle verlässt, um das persön­liche Betätigungsfeld auszuweiten. Auf Einladung von ­Barack Obama hat er sogar im Weißen Haus gespielt. Was kann jemand wie er mehr wollen? Und doch hat Till Brönner noch lange nicht alles verraten, was er zu sagen hat. Der Horizont ist für ihn immer nur die temporäre Scheidelinie zwischen dem Heute und Morgen. Das kalkulierte Überraschungsmoment ist ebenso zum unverzichtbaren Gestaltungselement in Brönners Performance geworden wie das bewusste Spiel mit Vorurteilen gegenüber seiner Person. Berechnen lässt er sich deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil, im Lauf der Jahre wird er immer unberechenbarer. Der Jazz ist für ihn kein Kanon, dem er sich unwidersprochen ausliefern müsste, sondern eine Ausgangsplattform. Definitionen hat er längst hinter sich gelassen, und wenn es überhaupt Regeln gibt, die befolgt werden müssten, dann sind es seine eigenen. Der Corpsgeist, der in 14


weiten Teilen der Jazz-Szene herrscht, hat Spuren in Brönners Selbstwahrnehmung hinterlassen: Jazz kann bestenfalls ein Aspekt des Lebens sein kann, niemals das Leben selbst. Mit dieser Überzeugung öffnet er Türen auch außerhalb der Jazz-Flure. Die Reihe mit Gesprächskonzerten im Pierre Boulez Saal ist damit die logische Erweiterung von Brönners bis­ herigem Spektrum, denn am Jazz hat ihn von Anbeginn das kommunikative Moment interessiert. „Musik ist die beste Sprache, um politische Lager ins Gespräch miteinander zu bringen“, bekannte er bereits vor Jahren. „Es gibt keine Kraft und keine Medizin, die so deeskalierend wirken kann. Die Lust an diesem Diskurs ist für mich mindestens ebenso befriedigend wie mir Gedanken darüber zu machen, welche Musik funktional besser sein kann als eine andere. In Interviews spreche ich gern über die Beweggründe deutscher Jazzmusiker, diese Musik zu spielen. Jeder Musiker sollte sich auf die Suche nach seinem persönlichen Beweggrund machen.“ Mit Nils Petter Molvær, Anna Depenbusch, Jacob Karlzon und Al Di Meola begibt sich Till Brönner nun auf die Suche. Die vier Künstler besetzen nicht nur ganz unterschiedliche musikalische Felder, sondern repräsentieren auch ebenso viele zeitliche Ebenen. Bei der Auswahl der Gäste kamen verschiedene Kriterien zum Tragen: Es sollten Musiker sein, denen sich Brönner entweder persönlich verbunden fühlt oder denen er gern das eine oder andere Geheimnis ab­ lauschen will. Wichtig ist ihm auch ein Berlin-Bezug – sei es, indem sich die Gäste mit den vielen Facetten der Hauptstadt auf die eine oder andere Weise identifizieren können, sei es, dass sich ihre künstlerische Haltung gut mit dem Rhythmus und Timbre dieser Metropole synchronisieren lässt. Der Trompeter Nils Petter Molvær ist ein Extremist wie Brönner, der noch viel radikaler zwischen den Polen von Harmonie und Zerstörung pendelt. Liebe und Schmerz, persönliche Abgründe und die Bruchkanten der Weltpolitik – das sind die Koordinaten, zwischen denen der Norweger seine assoziationsreichen Klanglandschaften aufhängt. Was Brönner an seinem Kollegen fasziniert, ist nicht in erster ­Linie, dass er Trompeter ist, sondern vielmehr die überaus enge Beziehung zwischen seiner Musik und dem Leben. „Nils Petter Molvær hat schon einiges gemacht. Seine Laufbahn ist eine musikalische Exkursion, von den Anfängen 15


mit ­Masqualero bis zu seinen elektronischen Experimenten der Gegenwart.“ Doch es ist nicht allein die Vielfalt der Einflüsse und Eindrücke: „Vor allem ist er ein verdammt guter Trompeter, der von Miles Davis beeinflusst seinen Weg ­gefunden hat“, sagt Brönner. „Wenn jemand länger als zehn Jahre mit so viel Ausdauer präsent ist, finde ich das allein schon erwähnenswert. Nils Petter Molvær gehört einer Generation an, die noch in Zeiten Jazz gespielt hat, in denen das wirklich etwas bewegt hat. Und er ist nach wie vor ein sehr ­sensibler und aufmerksamer Zeitgenosse und obendrein ein guter Freund.“ Nicht zwischen, sondern auf allen stilistischen Stühlen sitzt die Hamburger Songwriterin Anna Depenbusch. Ihre Themen holt sie sich mitten aus dem Leben, im Fokus hat sie dabei stets die Optik der alltäglichen Widersprüche – nach eigenem Bekunden thematisiert sie die Mathematik der Dinge. Für den Gastgeber ist es gerade reizvoll, dass sie im Jazz kaum bekannt ist. „Dabei hat sie eine unglaublich gute Ader und hohe Sensibilität für jazzige Einflüsse,“ sagt Till Brönner. „Sie ist sehr textorientiert, schreibt lustige Geschichten, begleitet sich selbst am Klavier und behält damit den Kosmos, der sie umgibt, komplett unter Kontrolle. Das hat Charme.“ Auch persönlich bringt sie eine andere Farbe ins Gespräch. „Anna Depenbusch ist das komplette Gegenteil zu Nils Petter Molvær“, meint Brönner. „Ich glaube, dass man mit ihr gar nicht so viel reden muss – sie wird das Steuer an dem Abend weitgehend in ihren Händen halten.“ Dritter Gast ist der schwedische Pianist Jacob Karlzon. Er bewegt sich k­ onsequent aus dem Epizentrum des Jazz in Bereiche der aktuellen elektronischen Musik. Die Freiheit des Jazz ist für ihn das auslösende Moment, das ihn nach Struktur forschen lässt. Beharrlich auf der Suche nach den Schnittstellen ­zwischen Technik und Natur, gibt er sich letztlich doch als virtueller Romantiker zu erkennen. In ­seiner Haltung und Ausstrahlung ist er Brönner näher als Molvær. Doch auch wenn der Schwede und der Norweger die Erde in entgegengesetzter Richtung umrunden, kommen beide Skandinavier letzten Endes doch am gleichen Punkt an. Für Brönner ist Karlzon ein Zauberer auch auf äußerlicher Ebene. „Schon durch seine Persönlichkeit kann er den Saal relativ schnell für sich einnehmen,“ erklärt er. „Jacob Karlzon hat seine ganz eigene Auffassung von Harmonie und Zugänglichkeit. Improvisation hat bei ihm nicht unbedingt nur mit Jazz zu tun. Er erzählt Geschichten und kommt fast mit


Sound­tracks um die Ecke, die die Menschen unweigerlich bewegen. Es wird sehr spannend werden, seine Sicht auf sein Herkunftsland und auch auf die allgemeine europäische Jazz­szene zu hören, weil er dazu sehr eigene Vorstellungen hat.“ Am letzten Abend ist schließlich ein Urgestein des Jazzrock im Pierre Boulez Saal zu Gast. Der amerikanische ­Gitarrist Al Di Meola, mit 19 von Chick Corea entdeckt, spielte in dessen Band Return to Forever, schrieb aber auch im Trio mit John McLaughlin und Paco de Lucía Musikgeschichte. „Unter allen Gästen i­st er der Grandseigneur, der aber im persönlichen Gespräch ganz und gar nicht wie ein solcher wirkt“, so Brönner. Di Meola vermittelt leichten Fußes und mit flinken Fingern zwischen Jazz, Rock, Gypsy Music, Flamenco,Tango und anderen Idiomen. Er gilt als High­speed-­Gitarrist, offenbart aber im Lauf der Zeit immer mehr ­romantische Seiten. „Er scheint einer anderen Ära entsprungen und ist auf seinem Instrument immer noch virtuos ohne Ende. Aber er bleibt offen, hat eine ganz klare Haltung zu allem und kann vielen Dingen, die er erlebt hat, sehr ironische Aspekte abgewinnen. Natürlich werde ich ihn über all die Konkurrenzkämpfe und Querelen befragen, die es damals so gegeben hat“, fügt Brönner hinzu. „Und abgesehen davon ist es natürlich i­mmer wieder beeindruckend, was er auf der Bühne hinlegt.  Al Di Meola ist mittlerweile familiär in Deutschland verankert, deshalb wird es mir auch ein Vergnügen sein, ihn zu Deutschland zu befragen.“ Wenn sich Till Brönner mit diesen Künstlern, die ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Musik verkörpern, in den Ring begibt, dürfen wir davon ausgehen, dass es nicht nur um stilistische oder ästhetische Schnittmengen gehen wird. Wie in jeder guten Jazz-Improvisation ist der Ausgang der Gespräche offen. Schließlich ist der Gastgeber ein leiden­ schaftlicher Grenzgänger, der auch außerhalb der Musik neue Horizonte ansteuern und mit seinen Partnern unbekanntes Terrain entern wird. Ob er damit Klarheit schafft oder im besten Sinne der Improvisation kreative Verwirrung stiftet, liegt am Ende im Auge des Betrachters.

Wolf Kampmann, geboren 1962, lebt in Berlin und arbeitet für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und Radiosender. Er hat mehrere Romane und Sachbücher geschrieben, ist Herausgeber von Reclams Jazzlexikon und lehrt als Dozent am Jazz-Institut ­Berlin und an der SRH Hochschule der populären Künste.

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Talking Jazz Conversations and Music with Till Brönner at the Pierre Boulez Saal Wolf Kampmann

Improvisation, the spontaneous reaction to the moment, is valued highly in jazz. But what does that term actually mean today? In the 20th century, it used to describe the area between spontaneous ornamentation of a musical theme following clearly defined formal criteria and the free flow of expression and intention. Jazz was a collective noun describing this notion. Today, improvisation is much more complex. In purely musical terms, jazz has long given up its monopoly on it, sharing the idea with other genres, and amidst the general multitasking of daily life, improvisation has become much more significant than it was 50 years ago. In the series “Talking Jazz,” Berlin-based trumpet player Till Brönner now adds a variant of improvisation to the mix that combines elements of jazz intuition with spontaneous motives of observing daily life and the world. Brönner has never made a secret of the fact that he enjoys taking a stand. But this series of programs with guests from different musical backgrounds is not so much about himself. And even if the guests’ names are decidedly high-profile, active music-making will play second fiddle. Brönner’s main intention is to satisfy his curiosity, to ask questions, to have conversations and share good stories. “The idea,” he explains, “is to invite guests to perform, but also to discuss their music, their life and views.” There is, of course, no lack of panel discussions and ­conversation formats today. But Till Brönner is neither the type of streamlined television anchor nor the clever journalist­ —rather, he is a trumpet player down to the bottom of ­his heart. So the focus of these evenings, which he describes as “conversation concerts,” is on the exchange between colleagues, from musician to musician. The proportion between words and music will be adapted to the situation at each of the events, with the host consciously seeking out controversy, 19


foiling expectations, and exploring unexpected contexts: “On the one hand, it’s about insights into the biography and work of the guests; on the other, about the opportunity to look at musical events from a perspective of technique, ­content, or even philosophy, giving the guests the chance to put ideas into words that might otherwise remain unsaid. This often leads to surprising results. And if other things ­remain open and unanswered, that is fine as well. The point is the attempt to create a portrait of each artist.” In these conversations, Brönner himself can look back on a wealth of experience. Forty-five years old today, he had his first successes as a soloist in the RIAS Big Band, where he picked up a broad range of repertoire and learned to groove within a perfectly balanced ensemble, giving each individual note exactly what that particular piece needed. He recorded his debut solo album, Generations of Jazz, in 1994 together with veteran masters Ray Brown and Jeff Hamilton—a ­sensation for a German newcomer at the time. Since then he has gone through many artistic states and phases. Joint projects with drummers Baby Sommer and Christian Lillinger or (on his new duo album Nightfall), bass player Dieter Ilg, but also with opera singer Thomas Quasthoff or film diva Hildegard Knef reveal an artist who leaves his home turf with astonishing consequence, seeking to expand his personal comfort zone. Barack Obama even invited him to play at the White House. What more could anyone wish for? And yet, Till Brönner has not told us everything he has to say. To him, the horizon is merely a temporary dividing line between today and tomorrow. A calculated element of surprise has become just as ­indispensable to Brönner’s performances as the conscious playing with prejudices against him. This does not mean he has become predictable. On the contrary, it seems that every passing year leaves him less predictable. To him, jazz is not a canon to serve unquestioningly but a point of departure. ­ He has long left definitions far behind, and if there are rules to be followed at all, they are his own. The esprit de corps that dominates most of the jazz scene has left traces in his self-­ perception: jazz can only be one aspect of life, never the whole. This conviction has opened doors outside the hallways of jazz to him. This series of conversation concerts at the Pierre Boulez Saal therefore marks a logical extension of Brönner’s spectrum —for what interests him about jazz has always been its


communicative element. “Music is the best language if you want political factions to start talking to each other,” he said years ago. “There is no other power or medicine that has such a deescalating effect. Having this discussion to me is at least as satisfying as wondering whether one kind of music is more functional than another. In interviews, I like to discuss the motivations of German jazz musicians for playing this music. Every musician should search for his personal motivation.” Together with Nils Petter Molvær, Anna Depenbusch, Jacob Karlzon and Al Di Meola, Till Brönner now embarks upon this search. The four artists not only represent very different musical fields, but also as many eras. A number of ideas played a part in the selection of the guests: the goal was to invite musicians with whom Brönner either feels a personal connection or from whom he hopes to glean a secret or two. A Berlin connection is also meaningful—be it that the guests are able to identify with the many facets of the German capital in one way or another, or that their ­artistic position seems to be in sync with the rhythm and timbre of this metropolis. Trumpeter Nils Petter Molvær is an extremist like Brönner who moves even more radically between the poles of harmony and destruction. Love and pain, personal abysses and the sharp edges of world politics—these are the coordinates between which the Norwegian unfurls his sound landscapes, so rich in associations. What fascinates Brönner about his colleague is not mainly that he is a fellow trumpet player, but rather the remarkably close correlation between his music and his life. “Nils Petter has done lots of things. His career is one big musical excursion, from his beginnings with Masqualero to his current electronic experiments.” But it’s not only the rich variety of influences and impressions he finds intriguing: “Above all, he is a darn good trumpet player, who found his own way, inspired and influenced by Miles Davis,” says Brönner. “Anyone who has been present on the scene for more than ten years with such staying power deserves mention for that reason alone. Nils Petter is one of a generation who played jazz during times when that really made a difference. And he is still a very sensitive and attentive person, and a good friend as well.” Anna Depenbusch, the songwriter from Hamburg, is comfortable in many styles. Her subjects are taken straight from life itself, with a focus on the optics of daily contradic21


tions—she is interested in “the mathematics of things”, as she puts it. For her host, she is a particularly intriguing guest not least because she is hardly known in the jazz scene. “But she has a great feeling and high sensitivity for jazz influences,” says Till Brönner. “She is very text-oriented, writes funny stories, accompanies herself on the piano, and so keeps complete control over the cosmos around her. It’s very charming.” Personally, she also brings a different nuance to the conversation. “Anna is the complete opposite of Nils Petter,” Brönner declares. “I don’t even think you have to talk to her that much—she’ll be in charge for the greater part of the evening.” The Swedish pianist Jacob Karlzon has been moving steadily from the epicenter of jazz into areas of current electronic music. The freedom of jazz is the trigger element that makes him search for structure. Continuously looking for the interfaces between technology and nature, he emerges as a virtual romantic. In his attitude and charisma, he is closer to Brönner than Molvær. But even if the Swede and the Norwegian circle the earth in opposite directions, both Scandinavians ultimately arrive at the same point. For Brönner, Karlzon is a magician also on an external level. “He can make an audience warm to him just through his personality alone,” he explains. “Jacob has his very own ideas about harmony and accessibility. For him, improvisation is not necessarily only about jazz. He tells stories, offering soundtracks that never fail to move people. It will be very interesting to hear his views about his home country and also about the European jazz scene in general, because he has opinions all his own.” With the fourth and final guest of the series, a doyen of jazz rock comes to the Pierre Boulez Saal.  American guitarist Al Di Meola, discovered at the age of 19 by Chick Corea, played in Corea’s band Return to Forever, but also made music history in a trio with John McLaughlin and Paco de Lucía. “Among all the guests, he is the grand master, yet he never appears as such in any personal conversation,” says Brönner. Light-footed and fast-fingered, Di Meola builds bridges ­between jazz, rock, gypsy music, flamenco, tango, and other styles. He is considered a high-speed guitarist, but has revealed increasingly romantic sides as time goes by. “He seems to spring from another era, and his virtuosity on his instrument is still boundless. But he has retained his open mind, has a very clear attitude about everything, and is able to see the ironic side of many life experiences. Of course I 22


will ask him about all the competitiveness and quarrels he has seen over the years,” Brönner adds. “And all that aside, watching him perform is just extremely impressive. Al now has family connections to Germany, so it will be a pleasure to ask him about his views on Germany as well.” When Till Brönner steps into the ring with these artists who represent very different perspectives on music, we can be certain that it is not only matters of aesthetic agreement that will be discussed. As in any good jazz improvisation, the final destination of these conversations remains open. After all, the host is a passionate wanderer between worlds, eager to set sail for new horizons and, together with his guests, enter unfamiliar territory, musical and otherwise. Whether this will bring clarity or creative confusion—in the best spirit of improvisation—ultimately remains in the eye of the beholder. Translation: Alexa Nieschlag

Wolf Kampmann, born in 1962, lives in Berlin and works for various newspapers, magazines, and radio stations. He has published several novels and non-fiction books, is the editor of the Reclam Jazz Lexikon, and teaches at the Jazz-Institut Berlin and the SRH University for the Popular Arts.

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Talking Jazz - Till Brönner & Guests  
Talking Jazz - Till Brönner & Guests