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72 Stunden ohne Kompromiss in der Erzdiözese Salzburg 17. - 20. Oktober 2012

www.72h.at Ein Projekt der Katholischen Jugend Österreich in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3


Das waren 72 Stunden ohne Kompromiss 2012 Engagierte, erlebnisreiche und berührende 72 Stunden liegen hinter uns. Mehr als 500 Projektteilnehmer/innen in der Erzdiözese Salzburg und 5000 in ganz Österreich gingen an ihre Grenzen, probierten Neues aus, bauten Vorurteile und Berührungsängste ab und schlossen neue Freundschaften. Ich freue mich sehr über die vielen positiven Rückmeldungen, schönen Erzählungen und kreativen Ideen, die mich in den letzten Tagen erreicht haben. 72 Stunden ohne Kompromiss fegte wie ein oranger Wirbelwind der Solidarität übers Land und wirkt bei vielen nachhaltig.

In dieser Zeitung finden sich Berichte und Fotos von annähernd allen Projektschauplätzen in der Erzdiözese Salzburg und zeigen einen kleinen Ausschnitt von der Begeisterung und dem kompromisslosen Einsatz der Jugendlichen. Weitere Fotos, Fernseh- und Radiobeiträge sind auf zum Nachhören und Nachschauen auf www.72h.at verfügbar.

DANKE

Ein ganz großes an alle, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz zum Gelingen von 72 Stunden ohne Kompromiss 2012 beigetragen haben! Christoph Sulzer Projektkoordinator in der ED Salzburg

Die 45 Projektschauplätze in der Erzdiözese Salzburg

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72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Pressestimmen

Noemi Müller, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich „72 Stunden ohne Kompromiss beweist, dass Jugendliche Großartiges leisten können, wenn man ihnen etwas zutraut und ihnen die nötigen Rahmenbedingungen gibt. Die unterschiedlichsten Erfahrungen wirken über die drei Tage hinaus in den Teilnehmer/innen nachhaltig weiter und eröffnen ihnen ganz neue Sichtweisen auf ihre Umwelt.“

Simon Ebner, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Salzburg „Jugendliche sind sozial und solidarisch – das zeigt die Rekordteilnahme bei 72 Stunden ohne Kompromiss. Bei meinen Projektbesuchen habe ich motivierte junge Menschen erlebt, die sich freiwillig für die Lebensrealität ihrer Mitmenschen interessieren und engagieren. Sie sind Vorbilder für unsere ganze Gesellschaft!“

Christoph Sulzer, Projektkoordinator in der Erzdiözese Salzburg „72 Stunden ohne Kompromiss läuft auch deshalb so gut, weil die vielen Mitarbeiter/innen der unterschiedlichen Projektträger den Jugendlichen sehr einladend und mit einer großen Offenheit begegnen. Durch ihr Engagement über Dienst- und Öffnungszeiten hinaus werden den Jugendlichen wertvolle Erfahrungsund Erlebnisräume geöffnet.

Projektkoordination in der ED Salzburg Christoph Sulzer (Projektkoordinator Erzdiözese Salzburg, Stadt Salzburg) Carla Bernroider & Johannes Lanser (youngCaritas Salzburg) Franz Engl (Tiroler Unterland) Krisztina Albert (Pinzgau) Lukas Födermair (Pongau und Lungau) Martina Kováčová (Tennengau) Sabine Kranzinger (Flachgau) Reni Pirchmoser (KJ-Vorstand) Agnes Eibensteiner (KJ-Öffentlichkeitsarbeit) Die Projektkoordination in der ED Salzburg ist so begeistert vom Engagement und der guten Stimmung bei den Projektschauplätzen, dass

sie nichts mehr auf ihren Sesseln hält. Sie freuen sich schon auf die nächsten 72 kompromisslosen Stunden – vielleicht im Herbst 2014.

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Ein neuer Spielplatz für Flüchtlingskinder Das Flüchtlingsheim Landhaus St. Gertraudi im Alpbachtal wirkt auf den ersten Blick wie ein trister grauer Betonblock, der verlassen neben der Straße steht. Wer genauer hinsieht, bemerkt, dass auf dem Platz neben dem Haus Menschen verschiedener Nationen gemeinsam an einem neuen Spielplatz arbeiten. Kinder bemalen die Gartenmauer, Männer basteln eine

Projekt 511 | Reith i. A. Flüchtlingsheim Landhaus St. Getraudi

Schaukel und mittendrin sind Schülerinnen der HBLA Kufstein. Die sechs wurden von ihrer Religionslehrerin auf 72 Stunden ohne Kompromiss aufmerksam gemacht und wollten auch einen Beitrag leisten. Die Zuteilung zu einem Projekt im abgelegenen St. Gertraudi dämpfte ihre Motivation für’s Erste. „Jetzt sind wir sehr froh, dass wir den Spielplatz hier erneuern und so den

Projekt 512 | Wörgl Caritas Sozialmarkt (SoMa) Wörgl

Hier wäre meine Einkaufsliste! Mancher wird sich in diesen Tagen in Wörgl überrumpelt fühlen, wenn einem ein Jugendlicher vor dem Supermarkt eine Einkaufsliste in die Hand drückt. Doch es steckt eine geniale Idee dahinter. Schüler der Mittelschule Wörgl sammeln im Rahmen von 72 Stunden ohne Kompromiss Lebensmittel für den Sozialmarkt der Caritas „CarLa“. Und wo funktioniert das besser

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Flüchtlingskindern einen schöneren Aufenthalt bereiten können“, freut sich Bianca über die Zuteilung. Am Ende des zweiten Projekttages sind Rutsche, Sandkiste und Schaukeln bereits fertig. „Ohne eure Hilfe wären wir nur halb so weit“, bedankt sich Bianca bei den Bewohnern/ Bewohnerinnen für die tolle Zusammenarbeit. Eva Zöbl und Maria Rabl

als vor einer Einkaufsmöglichkeit? Vor dem Geschäft werden die Leute über das Sozialprojekt informiert und wenn sie helfen möchten, bekommen sie eine Einkaufsliste mit den benötigten Lebensmitteln. An der Kassa steht dann schon David, ein fleißiger Helfer, und nimmt die Spenden entgegen. Die Idee geht voll auf: Es wurden schon sechs volle Kleinbus-Lieferungen gesam-

melt. Auch die Spar-Zentrale war vom Projekt begeistert und steuerte eine großzügige Spende bei. Den Jugendlichen geht es in erster Linie um den wohltätigen Zweck. „Wir wollten auch einmal was Gutes tun und wir freuen uns sehr, dass uns so viele helfen wollen“, verraten die Projektteilnehmer David und Lukas. Anna-Lena Schabiner

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Wörgl aus der Rollstuhlperspektive In Wörgl fährt eine Gruppe Jugendlicher in orangen T-Shirts mit Rollstühlen und Gehilfen durch die Stadt, obwohl sie diese eigentlich nicht benötigen. Sie sind Teil der zwölfköpfigen Religionsgruppe der fünften Klassen des BRG Wörgl. Die Schüler testen wie behindertenfreundlich die Stadt ist. „Wir wollen herausfinden, wo man mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe nicht

hinkommt“, erklärt Georg das Vorhaben. Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst, den die Gruppe am Ende des Projektes der Bürgermeisterin präsentiert. „So zeigen wir, woran es in Wörgl fehlt und können selbst Veränderungen bewirken“, freut sich 72 Stunden ohne Kompromiss-Teilnehmer Alexander und zeigt seine Schrammen, die er sich bei einem Sturz auf einer

So unterschiedlich und doch eins „Was ist dein Lieblingsessen?“, „Hast du ein Handy?“ und viele andere Fragen stellen die fünf Mädels der 4. Klasse der Hauptschule Ebbs Menschen allen Alters. Ziel ihres Projekts war es, ein Video

von ihren Interviews in Kufstein zu drehen und so die Generationenunterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Es wurden Kindern, Eltern und Großeltern die gleichen Fragen gestellt und so deutlich

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Projekt 513 | Wörgl Pfarre Wörgl „rollstuhlgerechten“ Rampe zugezogen hat. Als Vorbereitung auf die Aufgabe besuchten die jungen Menschen zwei Damen im städtischen Altersheim, die selbst einen Rollstuhl beziehungsweise eine Gehhilfe benötigen. Die beiden erzählten, auf welche Barrieren sie bei einem Stadtbesuch stoßen. Maria Rabl und Eva Zöbl

Projekt 514 | Ebbs HS Ebbs und Pfarre St. Vitus Kufstein gezeigt, wie es früher war und wie es jetzt ist. Die Idee zu diesem Projekt hatte die Religionslehrerin Renate Pirchmoser. Die Schülerinnen erarbeiteten alle Fragen für die Interviews selbst. Ein Highlight war der Besuch in einem Seniorenheim, denn die Bewohner haben die Jugendlichen mit offenen Armen empfangen und spannende Geschichten von früher erzählt. Anfangs war es schwierig eine Befragung zu filmen, doch Kathi meint voller Elan: „Jetzt haben wir schon ein bisschen Übung und es gefällt uns.“ Nachdem das Video geschnitten ist, wird es beim Bezirksfamilienfest vorgeführt. Auch die Senioren bekommen eine Kopie des fertigen Videos. Anna-Lena Schabiner

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Wie gut ein alter Pullover aussehen kann Als Lisa-Marie erzählt, dass sie heute erstmals an der Nähmaschine gesessen ist, muss ich angesichts meiner eigenen Unfähigkeit in Sachen Handarbeiten kurz schlucken. Die 6 Mädchen, vier aus dem BORG Mittersill, zwei aus der Hauptschule Waidring, nähen aus alten Kleidern Taschen – alle unterschiedlich, je nach Material und Persönlichkeit der Designerin.

Projekt 515 | St.Johann/T. Caritas Laden (CarLa)

Dass sie dazu weit anreisen mussten, scheint die Mittersillerinnen nicht zu stören. Im Gegenteil, mit so viel Komfort hatten sie gar nicht gerechnet. „Wir haben gedacht, wir müssen auf Isomatten in einer Kammer schlafen!“, lacht Eva. Die Werkstatt sieht sehr gemütlich aus. Saft und Plundergebäck stehen bereit, das anfängliche Chaos aus Stoff und Zwirn ist schon beseitigt.

Projekt 516 | Ebbs HS Ebbs und Altenwohnheim Ebbs

Freundschaft der Generationen Im Altenwohnheim in Ebbs geht es die Tage hoch her. Neun Mädels der Hauptschule verbringen 72 Stunden ohne Kompromiss mit den Bewohnern/Bewohnerinnen. Zu den Aufgaben der Jugendlichen zählen unter anderem, die Senioren zu den Therapieräumen zu begleiten, mit ihnen zu singen und durch Spiele den Alltag zu versüßen. Besonders viel Spaß haben die neun beim gemeinsamen Basteln der Herbstdekoration. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass uns die Menschen hier so offen aufnehmen und so viel erzählen“, meinte Andrea, überrascht über die Kontaktfreudigkeit der Bewohnerinnen. Es wurden bereits Freundschaften zwischen den Generationen geschlossen und man merkt, dass sich die Teilnehmenden pudelwohl fühlen. Gegenseitiges Geben und Nehmen wird 6

30 bis 40 Taschen sollen es am Ende sein, heute hätten sie von halb neun in der Früh bis drei Uhr nachmittags durchgehend genäht, erzählt Projektbetreuerin Debora Daurer von der Caritas. Im Caritas-Laden „CARLA“ sollen die Taschen dann verkauft werden. Die Mädchen sind zu recht stolz auf ihr Werk. Gunda Kinzl

in diesen Tagen groß geschrieben. Die Schülerinnen können neue Einsichten und Perspektiven durch den Austausch gewinnen und für die Senioren ist es eine tolle Abwechslung zum Alltag. „Wir würden uns so

etwas öfter wünschen“, meinen die Mädels und planen schon ein baldiges Wiedersehen. Anna-Lena Schabiner

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„Sche braucht er ned sein, oba rantig!“ Wir werden sofort herzlich empfangen, als wir das gemütliche Zimmer betreten, in dem die „Mädls“ miteinander sitzen und über „Fotzhobel“ und „rantige“ Männer diskutieren. Die „Mädls“, das sind Schülerinnen des BORG Mittersill und Bewohnerinnen des Seniorenwohnhauses Bramberg. Gemeinsam erstellen sie hier ein Wörterbuch des Pinzgauer Dialekts. Viele Dialektwörter kennen sie überhaupt nicht mehr, sagen die Jugendlichen. Umso spannender ist es zu vergleichen, wie sich Sprache über die Generationen verändert hat, und die Bedeutung ungewöhnlicher Wörter herauszufinden. Während sich die eine Hälfte der Gruppe mit den Seniorinnen unterhält, arbeitet ein zweites Team am Layout. Sie bringen die gesammelten Wörter und ihre Übersetzungen in Buchform und gestalten Einla-

dungen für die feierliche Präsentation des Produktes. Besonders freuen sie sich schon, ein großes Plakat mit „pädagogisch wertvollen Fingerfarben“ zu bemalen, scherzt Jana eine 72 Stunden ohne Kompromiss Teilnehmerin. Bis zur Präsentation am Samstag um 14 Uhr bleibt noch viel zu tun. So motiviert wie alle bei der

Glänzende Schuhe und Kinderaugen Isabell lacht triumphierend: „Schaut her, wie sauber der Schuh geworden ist!“ „Der war schon vorher so sauber“, widerspricht Lukas, der Besitzer der glänzend geputzten weißen Schuhe.

Isabell, Elias und ihre 25 Mitschüler/ innen der 5.-8. Klassen des BORG Mittersill drängen sich in einem kleinen Raum im Pfarrheim von Saalfelden und üben Schuheputzen. Die Spenden, die sie dadurch einnehmen, gehen an den Pinzgauer Verein „Kinderstrahlen“, der sich um Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten kümmert. „Uns war vor allem wichtig, dass die Spenden in der Region bleiben.“, erklärt Krisztina Albert,

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Projekt 521 | Bramberg Seniorenwohnhaus Sache sind, kann man gespannt auf das Ergebnis sein. Gunda Kinzl

Projekt 522 | Saalfelden Kinderstrahlen Pinzgau die Projektbetreuerin. „Eigentlich haben wir erwartet, dass wir bei dem Motto ‚Solidarität zwischen den Generationen’ irgendetwas mit einem Altersheim machen. Aber das hier ist auch cool“, meint Magdalena. Angst vor Ablehnung haben die Jugendlichen nicht. „Es ist ja für den guten Zweck und witzig auch!“, sagt Isabell. Tobias Oder

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Projekt 523 | Zell am See Caritas Zell am See

„Nur Ware ist Wahres“ „Es ist uns wichtig, aufmerksam zu machen, dass Armut auch in reichen Ländern existiert.“ Großteils in Eigenregie arbeitet die Gruppe des BORG Mittersill, die in Zell am See das Winter-Notschlafquartier für Obdachlose bezugsfertig macht. Sie sammelt sowohl Geld- als auch Lebensmittelspenden und wird am letzten Tag auch das Quartier selbst bewohnbar machen. Dabei organisieren sie von der Pla-

nung bis zur Durchführung praktisch alles selbst. Mit dem Sammeln angefangen haben die Jugendlichen pragmatischerweise bei der Raiffeisenbank, die 14 Sparschweine gespendet hat. Damit treten sie an Menschen auf der Straße und in Geschäften heran. Sie informieren über 72 Stunden ohne Kompromiss und ihr Projekt. Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich: Manche haben keine Zeit oder kein Interesse,

Projekt 524 | Mittersill BehindertensportvereinPinzgau

72 Tage statt 72 Stunden Wir biegen in den Lilienweg, Zellermoos ein - Lukas, Stefan und Christian lehnen lässig, wie in einem Western an einem Auto.

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einige geben aber gerne. Da kommt an einem einzigen Vormittag eine beachtliche Summe zusammen, erzählen die Jugendlichen stolz. Außerdem bekommen sie von Caritas-Mitarbeiter/innen eine Führung durch die Notschlafstelle und werden für das Thema „Armut“ sensibilisiert – denn aufgefallen ist vielen die Notschlafstelle vorher noch nie. Gunda Kinzl

Eigentlich wollten vier Maturanten der Tourismus-Schule Bramberg eine Art von Paralympischen Spielen als Maturaprojekt organisieren. Da dies aber doch eine Nummer zu groß war, beschlossen sie ein Turnier im Rollstuhlrugby zu veranstalten. Diese Sportart wählten die Jungs vor allem deshalb, weil es in Österreich nur vier Mannschaften und sehr wenig Spiele gibt. Der Trainer der „Rugbybulls“, Sigi Buchner, unterstützte sie am Anfang in ihrem Vorhaben und machte die Jugendlichen zu echten Rollstuhlrugby-Experten. Die vier spielten sogar selbst im Rollstuhl bei einem Spiel mit. Da eine solche Veranstaltung nicht in 72 Stunden organisiert werden kann, begannen die vier schon vor geraumer Zeit damit Sponsoren zu suchen. Auch mussten sie von der Turnhalle über die Unterkunft der

Spieler bis zum Moderator alles organisieren. Der Erlös des Turniers geht an den Heimatverein der Mittersiller, den „Bulls“. Am Ende werden die Jungs wohl eher 72 Tage als 72 Stunden in das Projekt investiert haben. Für alle Interessierten: Das Spiel findet am Samstag, den 27.10.2012 um 14.00 Uhr in der Turnhalle Mittersill statt. Tobias Oder

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MutMachen im Pongau Wir konnten die 72 Stunden ohne Kompromiss Gruppe leider nur über ein kurzes Gespräch am Telefon interviewen. Aber selbst über einen Datenstrom von Bits und Bytes konnte man ihre Freude am Projekt spüren. „Mutmachen“ ist ein Projekt der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija).

Dabei werden Kindern und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche Mentoren/Mentorinnen zur Seite gestellt, die sie ein Stück ihres Weges begleiten. Eine 72 Stunden ohne Kompromiss Gruppe hat die Aufgabe bekommen, die Pongauer/innen über dieses Projekt zu informieren und Unternehmen

Besser 200 statt 100 Kilo Siebzehn Einkaufswagen voll haltbarer Lebensmittel und Hygieneartikel hätten sie schon gesammelt, erzählt Kadir. Alic und er stehen vor dem Merkurmarkt in Bischofshofen und berichten stolz von ihren Erfolgen.

Für das 72 Stunden ohne Kompromiss Projekt „Jedes Kilo zählt“ positionieren sich Jugendliche vom Polytechnikum Bischofshofen vor Supermärkten und bitten die Einkaufenden ein Kilo mehr zu erstehen und es der Caritas zur Verfügung zu

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Projekt 531 | Bischofshofen Verein MutMachen Pongau/ Lungau und Politiker/innen zu überzeugen, Schirmherrschaften für MutMachen zu übernehmen. Dafür klapperten sie verschiedene Orte ab und stellten das Projekt den jeweiligen Bürgermeistern, Bürgern und auch Unternehmen vor. Franziska Ecksteiner

Projekt 532 | Bischofshofen Caritas Zentrum Bischofshofen stellen. Die meisten der Angesprochenen nehmen das Projekt positiv auf und geben oft sogar mehr. „Gerade ältere Damen sind oft sehr großzügig“, sagen die Jugendlichen. Manche sind aber auch unfreundlich und erfinden sogar kuriose Ausreden, um nicht spenden zu müssen. „Wenn sie unfreundlich sind, dann mag ich nicht mehr.“, sagt Kadir. Sie ermutige ihre Schützlinge dazu, Unfreundlichkeit nicht persönlich zu nehmen, erzählt uns die Klassenvorständin der Schüler/innen. Es ist zwar anstrengend, macht ihnen aber auch sehr viel Spaß. Mittlerweile sind sie zu echten Profis der Überzeugung geworden. Tobias Oder und Gunda Kinzl

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Projekt 533 | Bischofshofen Jugendtreff Liberty Bischofshofen

Neue Farbe Bei diesem Projekt haben die acht Teilnehmer/innen die Gelegenheit, neue Farbe in den Jugendtreff „Liberty“ zu bringen. Das Jugendzentrum besteht aus den Lagerräumen einer ehemaligen Molkerei, die umgestaltet werden sollen. In Gruppen ziehen die Jugendlichen los, um Sachsponsoren für Farbe und Ausstattung zu finden.

„Wir haben für das ganze Projekt keinen einzigen Euro ausgegeben“, so David, einer der motivierten 72 Stunden ohne Kompromiss-Jugendlichen. In einer Arbeitspause steht ein gemeinsamer Nachmittag im Seniorenheim in Bischofshofen an, wo der Austausch zwischen Alt und Jung gefördert wird.

Projekt 534 | Bischofshofen Streetwork Pongau/Caritas Zentrum Bischofshofen

Blau statt Lachsrosa Dass das 72 Stunden ohne Kompromiss Projekt Patrick und seinen drei Mitstreiterinnen viel mehr Spaß gemacht hat als Frontalunterricht, merkt man sofort, wenn man die kleine Wohnung im obersten Stock des Reihenhauses betritt. Die vier Schüler/innen des Polytechnikums haben voller Tatkraft die Küche und das Wohnzimmer einer al-

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Die acht Teilnehmer/innen von 72 Stunden ohne Kompromiss sind bunt zusammengewürfelt und kommen aus verschiedenen Schulen. Der Gruppenleiter Uwe Braun meint: „Die Jugendlichen sind alle unterschiedlich, aber jeder trägt seinen Teil dazu bei.“ Franziska Eckstein

leinerziehenden Mutter ausgemalt. Im Wohnzimmer haben Andrea, Carina, Gamba und Patrick das langweilige Lachsgrau/-rosa mit einer guten Portion Weiß und Blau niedergestrichen. Die Küche wurde mit peppigem Gelb aufgemöbelt. Für die Mutter ist das ganze eine große Hilfe, auch die Betreuer der vier finden ihre Leistung super. Denn

immerhin haben die vier innerhalb von 1½ Tagen mehrere Schichten Farbe in den zwei Zimmern aufgetragen. Am Ende bleibt nur die Frage, wer was gemacht hat. „Ich habe die ganze Küche gemacht!“, brüstet sich Carina. „Du hast nicht das Gelb gemacht!“, kontert Andrea. Tobias Oder

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Kunterbuntes Treiben im Kinderhaus 13 Schülerinnen der 3D des Elisabethinum St. Johann verbringen 72 Stunden ohne Kompromiss im Kinderhaus Villa Kunterbunt, das in der direkten Nachbarschaft ihrer Schule liegt. Die Lehrerinnen Gabriele Pumhössel und Nina Sint haben das Projekt initiiert, damit die Jugendlichen sozial etwas bewirken können. Ein Teil der Jugendlichen baut einen Sinnesgar-

ten. Solch ein Garten wird barfuss begangen, um die Sinne zu schärfen. Für diese Aufgabe haben die Mädchen unter anderem Steine an der Salzach gesucht, Äste im Wald gesammelt und Rindenmulch besorgt. Die Mission der anderen Gruppe ist es, ein Kasperletheater und eine Schnitzeljagd für die Kinder zu planen. Alle sind top motiviert etwas

Hilfe zum Leben – Lebenshilfe Elma, Emina und Jessi sind gleich für zwei Aufgaben eingeteilt. Sie helfen in der Werkstätte und dem Wohnheim der Lebenshilfe Bischofshofen und am Nachmittag dann auch im Weltladen nebenan. Im Wohnheim leben ältere Menschen mit Behinderung, mit denen sich die Mädchen unterhalten und Kartenspiele gespielt haben. In der Werkstätte haben sie auch selbst mit angepackt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und werden im Weltladen verkauft. Es gibt Marmeladen, Öle und Tinkturen, Schmuck sowie Arbeiten aus Holz und Ton. Die drei haben sich für genau dieses Projekt freiwillig gemeldet. Mit Menschen, die mit einer Behinderung leben, hatten sie vorher noch nie direkt zu tun. Es hat sie einfach interessiert, sie wollten neue Erfahrungen sammeln und Menschen helfen,

erzählen sie uns. Auf die Frage, ob sie viel gelernt hätten, rutscht Elma ein „Mehr als in der Schule“ heraus. So soll es sein – von den 72 Stunden

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Projekt 535 | St.Johann/Pg. Kinderhaus Villa Kunterbunt Gutes für die Kleinsten zu tun und sind mit vollem Elan dabei. Gabriele Pumhössel, stolz auf ihre Mädels, meint: „Diese Aktion ist eine absolute Bereicherung für den Schulalltag.“ Am Programm steht noch ein kleines Fest für geladene Gäste, wo selbst gebackene Kuchen verspeist und die Neuigkeiten präsentiert werden. Anna-Lena Schabiner

Projekt 536 | Bischofshofen Lebenshilfe Bischofshofen ohne Kompromiss-Projekten können beide Seiten profitieren. Gunda Kinzl

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Ein Fenster zur Welt – 20 Jahre Weltladen Bischofshofen „Ihr habt ja heute einen richtigen Rekord aufgestellt!“, staunt Frau Fischer. Das Geld liegt vor ihr ausgebreitet am Ladentisch. Jessica, Emina und Elma lächeln stolz. Die drei Mädchen haben an den letzten zwei Nachmittagen Fairtrade-Schokoriegel für den Weltladen in Bischofshofen verkauft – dabei hatten sie vor dem Projekt noch nie

etwas von diesem Geschäftsmodell gehört. „Obwohl es so eine tolle Idee ist“, schwärmt Jessica. Nachdem Geschäftsführerin AnnaMaria Fischer ihnen am ersten Tag alles gezeigt und erklärt hatte, waren sie umso motivierter: „Wir haben uns die Schachteln auf den Kopf gestellt und laut „Riegel zu verkaufen“ gesungen. Da sind viele Leute

Road 72! Von der Tauernalm nach Ecuador Bei der Raststation Tauernalm in Flachauwinkel, eine der meistbesuchten Autobahnraststätten Österreichs, schlüpfen 15 Schüler/innen aus dem Lungau in die Rolle obdachloser Kinder. Die Jugendlichen fragen die vorbeikommenden Leute nach Spenden für Straßenkinder in Ecuador und, ob sie Scheiben waschen oder die

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Schuhe putzen dürfen. „Manche Leute sind sehr offen für das Projekt, andere wollen gar nichts damit zu tun haben“, erzählt Lisa, eine der Jugendlichen. Das Essen erbetteln sich die Schüler/innen, um eine Vorstellung vom Alltag der Kinder zu bekommen. „Die Leute schauen einen komisch an, wenn man in einen Laden geht und fragt, ob man etwas

Projekt 537 | Bischofshofen Weltladen Bischofshofen stehen geblieben und haben gekauft und gespendet!“ Insgesamt haben die drei eine beachtliche Summe eingenommen. Die kleine Aufmerksamkeit, die Frau Fischer jedem der Mädchen zusteckt, haben sie sich wirklich verdient. Olivia Kelnreiter

Projekt 538 | Flachauwinkl Jugend eine Welt zu Essen haben könnte – ohne zu bezahlen. Man fühlt sich von der Gesellschaft ausgeschlossen“, so 72 Stunden ohne Kompromiss-Teilnehmerin Susanna. „Ich bin froh, dass ich nicht so leben muss und wir etwas dazu beitragen können, dass es den Straßenkindern besser geht.“ Franziska Eckstein

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Ora et Labora – Beten und renovieren Die Kinderalm – eine ehemalige Heilanstalt für Lungenkranke Kinder – ist ein kleines Dorf aus Holzhütten hoch in den Bergen über St. Veit im Pongau. Dort leben derzeit 32 Mitglieder der kleinen Schwestern von Betlehem in der Klausur. Da die Instandhaltung von Holz-

hütten sehr aufwendig ist, nutzen 6 Mitglieder der Loretto-Gemeinschaft 72 Stunden ohne Kompromiss und helfen den Schwestern dabei. Die Mädchen streichen Holztäfelungen und reparieren, was gerade anfällt. Die besondere Faszination dieser Aufgabe liegt für Burgi darin, das

Gratis-Brot direkt aus der Tonne „In Wien wird täglich so viel Brot weggeschmissen wie Graz braucht“, erzählt uns 72 Stunden ohne Kompromiss-Teilnehmer Jakob bei eisigen 2° Celsius am Tamsweger Marktplatz. Mit ihrem Projekt wollen die Jugendlichen auf die Massenverschwendung von Lebensmitteln aufmerksam machen und den ersten Schritt

dagegen tun. Allein in Österreich werden pro Jahr ca. 40 Tonnen Brot weggeworfen! (kleinezeitung.at) Die kleine 72 Stunden ohne Kompromiss-Gruppe hat am ersten Tag nach Brotrezepten gefragt und dann selbst Brot gebacken. Mit Erfolg, wie eine voll mit Brot gefüllte Mülltonne eindrucksvoll beweist. Die Tonne haben sie natürlich vorher gewaschen,

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Projekt 539 | St. Veit/Pg. Kloster Kinderalm Klosterleben kennenzulernen. „Das Projekt ist die einzige Möglichkeit für uns Laien an der Gemeinschaft hier teilzunehmen. Wir beten und arbeiten gemeinsam mit den Schwestern und dürfen sogar am Gemeinschaftsgebet teilnehmen.“ Maria Rabl

Projekt 541 | Tamsweg KJ Jugendgruppe Tamsweg und jetzt sind alle dabei die Brote unter den Passanten zu verteilen. Mit einer Thermoskanne Früchtetee mit Honig und viel Motivation stehen sie wahrscheinlich bis zu Projektschluss noch immer dort und verschenken kostbares Vollkornbrot. Stephan Felber

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Ein buntes Haus für die Jugend Am Zimmerberg in Bischofshofen steht ein Haus, das jederzeit eine offene Tür für Jugendliche bietet. Nun kümmern sich Schüler der Polytechnischen Schule Bischofshofen um den renovierungsbedürftigen Treffpunkt. Aufgeteilt in mehrere Gruppen streichen sie Geländer und Türstöc-

ke, erneuern den Gartenzaun und versorgen sich dabei selbst. Zwei Schülerinnen der Tourismusschule Bischofshofen unterstützen das Versorgungsteam beim Kochen. „Vor Projektstart kannten wir uns noch nicht wirklich, aber durch Teamwork in der Küche sind wir zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewach-

Ein Stiegenhaus für den Kinderhort Die Kinder spielen im Garten, während sechs Mädchen und ein Pensionist das Stiegenhaus anstreichen. Schließlich ist das Gebäude, in dem sich der Pro Juventute Kinderhort in Radstadt befindet, schon über hundert Jahre alt. Im Rahmen von 72 Stunden ohne Kompromiss helfen nun alle zusam-

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Projekt 545 | Bischofshofen KJ Jugendtreff Z1 sen.“ Auch die ‚Malerinnen’ Julia und Bianca sind begeistert von ihrer Aufgabe: „Wir haben gelernt, dass genaues Arbeiten wichtig ist. Nur hätten wir die Türstöcke lieber pink als zitronengelb gestrichen.“ Eva Zöbl und Maria Rabl

Projekt 546 | Radstadt Kinderhort der Pro Juventute Radstadt

men, damit die Kinder noch länger im Haus spielen können. Ganz nach dem heurigen Motto: Solidarität der Generationen. „Eineinhalb Stöcke haben wir geschafft – die sind aber auch extremst hoch!“, berichtet Katharina. Sie und ihre sechs Freundinnen kamen über ihre Schule, das Elisabethinum in St. Johann im Pongau, zum Projekt. Mittwochmorgen hatten sie angefangen, aber ohne Peter, den Pensionisten, wären sie nie so weit gekommen. Weil er der Älteste ist und auch am meisten Erfahrung mit dem Ausmalen hat, gibt er den Ton an: „Eigentlich wollt‘ ich ja gar nicht dabei sein. Aber dann bin ich hergekommen und hab diese engagierten Mädels einfach nicht allein lassen können...“ Olivia Kelnreiter 72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Next generation – Jugendgruppe hilft Kindergarten Die Jugendlichen des Jugendzentrums Altenmarkt haben dem Kindergarten Altenmarkt tatkräftig unterstützt, in die neuen Räumlichkeiten ein paar Häuser weiter, umzusiedeln und zwei der neuen Räume kreativ zu gestalten: den Bewegungs- und den Ruheraum. Im Bewegungsraum malten die Jugendlichen Schatten spielender Kinder an die Wand, der Ruheraum

wurde mit Wolken ausgestattet. Außerdem wurden Decken organisiert, um das neue „Nest“ der Kleinen gemütlicher zu machen. Sieben unserer treusten Besucherinnen, Dina, Isabella, Endriona, Drilona und Sarah, haben das Projekt eigenständig und engagiert durchgeführt, alle Materialien besorgt und ihre tollen Ideen fach-frauisch umgesetzt. „Es war eine ganz tolle Erfahrung Räu-

Schüler bauen ein Haus in Bosnien Die Jugendlichen in Mühlbach am Hochkönig haben sich viel vorgenommen: Sie verbringen nicht nur Zeit mit den Bewohnern des örtlichen Altersheimes und renovieren ihr Jugendzentrum, sondern planen auch ein Haus in Bosnien. Die Umsetzung des Projekts zieht sich weit über die 72 Stunden hinaus. Im Frühling wollen acht Schüler den Plan aus eigener Kraft umset-

zen. Eine 24m2 Unterkunft für eine bedürftige Familie in Srebrenica soll entstehen. Doch bevor dies möglich ist, muss das Haus erst finanziert werden. Bei der Projektpräsentation können Interessierte Teile des Hauses ersteigern und somit die jungen Bauherren unterstützen. „Zum Glück ist Erwin in unserer Gruppe, denn er stammt ursprünglich aus Bosnien und kann uns bei Sprach-

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Projekt 547 | Altenmarkt Jugendzentrum Altenmarkt me zu gestalten, in denen nun die Kinder unseres schönen Ortes so viel Zeit verbringen werden!“ Sie waren allesamt schon bei den letzten 72 Stunden ohne Kompromiss dabei. Die Jugendlichen haben engagiert bis am späten Samstagnachmittag durchgehalten – und das Ergebnis lässt sich sehen! Lukas Födermair

Projekt 548 | Mühlbach/Hk. JUZ Mühlbach Knappenheim schwierigkeiten helfen“, freuen sich die Mühlbacher über ihren Zuwachs aus Bischofshofen. Unterstützen kann man das Vorhaben der Jugendlichen mit Spenden an das Konto 07408040354, Bankleitzahl 20404, mit dem Verwendungszweck „Haus in Bosnien“. Eva Zöbl und Maria Rabl

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Leben mit gewaltfreier Kommunikation Auf dem Powerhof bei Adnet arbeitet Ex-Boxer Conny König. Mitten im Wald in einer umgebauten Tenne trainiert er mit verhaltensauffälligen Jugendlichen. Boxen als Friedensprojekt erscheint zunächst ungewöhnlich, doch bei diesem Sport lernt man sich selbst und seine Grenzen besser kennen.

Projekt 551 | Adnet VEQ – Die Marke für Kinder

Im Rahmen von 72 Stunden ohne Kompromiss baut eine Gruppe aus dem Holztechnikum Kuchl einen Ort des friedlichen Miteinanders: Ein Tisch mit Bank entsteht auf der Lichtung vor dem Powerhof. Geschmückt wird der Tisch mit Friedenstauben, Herzen und Boxhandschuhen aus Holz. Sie symbolisieren, wofür der

Projekt 552 | Golling Seniorenheim

Prêt-à-porter im Seniorenheim Im Seniorenheim Golling kümmern sich zehn Schülerinnen der HLW Elisabethinum um den letzten Schliff bevor es raus ins Rampenlicht geht. Von neugierigen Blicken der Senioren verfolgt, präsentieren sie auf

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Powerhof steht: Leben mit gewaltfreier Kommunikation. Was ihnen an ihrem Projekt am besten gefällt? „Dass wir unser Können endlich einmal selbstständig und kreativ anwenden können!“, sind sich die Schüler/innen einig. Olivia Kelnreiter und Gunda Kinzl

einem selbst gestalteten Laufsteg im Aufenthaltsraum gemeinsam mit einigen Bewohnerinnen verschiedene Modestile. Zur Vorbereitung unterhielten sich die jungen Mädchen mit den Damen über Trends von damals und heute. Kleider, Röcke, Hüte und vieles mehr sollten im Hinblick auf die Stile richtig kombiniert werden. „Am Anfang war es etwas schwierig, die Leute zum Mitmachen zu motivieren. Nach dem tollen Ideenaus-

tausch hatten plötzlich alle Lust, mit uns über den Catwalk zu laufen“, so Anna. Die Modenschau sorgte für ausreichend Gesprächsstoff beim gemeinsamen Ausklang. Frau Mitterhuemer, eine Bewohnerin, verriet: „Anfangs wollte ich nicht dabei sein, weil ich ja so schon lange für das Anziehen brauche. Aber jetzt bin ich froh, dass die Mädchen bei uns waren. Es war wirklich toll!“ Eva Zöbl

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Eine bessere Atmosphäre für’s „Chillen und Tratschen“ in 72h Die Jugendgruppe St. Elisabeth hat sich für ihre 72 Stunden ohne Kompromiss ein kreatives Ziel gesetzt. Mit ihrem Jugendgruppenleiter Martin Gröschl gestalten sie die Aufenthalts- und Proberäume der alten

Elisabethbühne neu. „Wir wollten schon vor einiger Zeit den Räumlichkeiten einen neuen Look verleihen. Martin hat uns die Teilnahme bei 72 Stunden ohne Kompromiss vorgeschlagen“, sagt Johanna, eine der sechs Jugendlichen. Vor allem Farbe soll die Wände aufpeppen. Die an der Decke verlaufenden Leitungsrohre werden ebenfalls bunt bepinselt. Wenn die Mädchen und Burschen der Jugendgruppe St. Eli-

Nur keine Masche fallen lassen! In der Caritas Altenpension Glasenbach heißt es: Auf die Nadeln, fertig, los! Fünf Schülerinnen des BORG Mittersill bekamen den Auftrag mit den Bewohnern kleine Häubchen zu Stricken. Der Sinn hinter dieser Aufgabe ist es, dass diese Strickwerke auf Innocent Smoothie Flaschen gesteckt werden und dann pro verkauften Drink 30 Cent an die Caritas ge-

spendet werden. Die Mädels zeigen mit diesem 72 Stunden ohne Kompromiss Projekt was Solidarität der Generationen heißt und widerlegen zugleich das Vorurteil der faulen und frechen Jugend. Am Anfang ging das Stricken noch nicht so leicht von der Hand, aber durch die tatkräftige Unterstützung der älteren Damen wurde auch dieses Hindernis aus dem Weg ge-

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg

Projekt 561 | Salzburg Stadtpfarre St. Elisabeth sabeth nicht gerade bei der Probe der hauseigenen Band lauschen, sitzen sie beisammen und unterhalten sich. Die geplante Neuanordnung des Sofas ist deshalb besonders wichtig. Denn neben einer Lernecke soll es genug Platz zum Entspannen geben. „Ein flauschiger Teppich kommt hinein, damit es so richtig gemütlich wird“, freut sich Nadile über ihre Aktion. Eva Zöbl

Projekt 562 | Salzburg Caritas Altenpension räumt. „Alle sind so nett zu uns und wir verstehen uns super!“, so die Mädchen. Die fünf kommen aber noch lange nicht an den Tagesschnitt der Bewohnerinnen von 10 Häubchen heran, aber es geht ja nicht nur um Quantität, sondern um einen Austausch zwischen den Generationen. Anna-Lena Schabiner

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Projekt 563 | Salzburg SOALP (Selbstbewusst Ohne Alkohol Leben Projekt)

Colour in your life Vier junge Frauen streichen Wände im Haus des SOALP – Selbstbewusst Ohne Alkohol Leben Projekt der Caritas Salzburg. „Aber eigentlich geht es um Kontakt, Begegnung und Austausch“, erzählt die Leiterin des Hauses, Doris Lötsch. Dabei soll das Krankheitsbild, das abstinent lebenden alkoholkranken Menschen oft entgegengebracht

wird, normalisiert werden, indem die Bewohner/innen des Hauses für sich selbst sprechen. „Gestern Abend hatten wir eine Einführung und heute werden wir in einem Gruppengespräch entscheiden, welche Farben in die Küche kommen“, erzählt Carolin, eine der vier 72 Stunden ohne Kompromiss Teilnehmerinnen. Sie hatte vor dem Projekt bereits befürchtet, dass

Projekt 564 | Salzburg Albertus-Magnus-Haus (Caritas)

Hochgebeetet! Wenn man in den Garten des Albertus-Magnus-Haus schaut, sieht man 10 motivierte 72 Stunden ohne Kompromiss Teilnehmerinnen, welche eigentlich mit einer tischlerbegabten Burschenklasse aus dem Werkschulheim Felbertal Hochbeete herzaubern sollten. Eigentlich … …aber aufgrund eines Organisationsnudelsalates stehen die Mädchen jetzt alleine da. Die Felbertalklasse schupft derweil einen halben Floh-

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kaum Kontakt mit den Bewohner/innen stattfinden würde. „Dabei wurden wir schon mit Brötchen und Kuchen empfangen und jetzt helfen die Bewohner/innen auch selbst überall mit!“, so Carolin weiter. Seite an Seite arbeiten Schülerinnen und abstinent lebende alkoholkranke Menschen – und das Wändestreichen ist nur Nebensache. Olivia Kelnreiter

markt auf einen LKW. Mittlerweile haben sie sich darauf geeinigt den Garten generell in Schuss zu bringen, um ihn für die dort lebenden Pensionisten/Pensionistinnen wieder attraktiver zu machen. „Es ist eine Erfahrung, die man sonst durch nix anderes bekommen kann“, sagt Lara, die mit Gummistiefeln gepanzert einen nicht mehr als solchen erkennbaren Teich leer räumt und putzt. 5 Schritte wei-

ter wird die Rutsche für die etwas jüngeren Pensionisten auf Hochglanz poliert. Außerdem hat sich ein Tischlermeister bereit erklärt ein paar Hochbeete zu basteln, welche schon höchstprofessionell in der Gegend herumstehen. Das Team hat kein Budget, weshalb sie für Blumenerde, Gartenzwerge und Goldfische demnächst Lieder auf Salzburgs Straßen schmettern. Stephan Felber

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Ins Zentrum mit den Randgruppen! „I ku singa“, heißt es in Salzburg. Die Idee des 72 Stunden ohne Kompromiss Projektes „InterKUlturelles Singen (I ku singa)“ wurde bei einem Workshop der 5. Klasse der BAKIP Salzburg zum Thema Flüchtlinge geboren. Als die 30 Schülerinnen von der Lebenssituation der Asylanten erfuhren, wollten sie helfen und mit der Unterstützung von Johannes Lanser

von youngCaritas wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Im Vorfeld wurde fleißig geprobt bis es dann auf die Straße ging. Die Mädels präsentierten ihr riesiges Repertoire an österreichischen, englischen und afrikanischen Liedern auf verschiedenen Plätzen in der Stadt Salzburg. Mit den eingesungenen Spenden werden unter anderem eine Sandkiste und Spielsachen für

die Kinder im Caritas Flüchtlingshaus gekauft. „Wenn man von Asylwerbern in der Zeitung liest, hat man immer ein bestimmtes Bild vor Augen, aber wir haben im Flüchtlingshaus gesehen, dass das so gar nicht stimmt“, bringt es Jessica auf den Punkt. Anna-Lena Schabiner

Projekt 566 | Salzburg Evangelische Pfarrgemeinde A u. H.B.

Fisherman’s NEU Bei der Christuskirche in der Stadt Salzburg wurden 10 Jugendliche des 72 Stunden ohne Kompromiss Projekts damit beauftragt, den neuen Jugendraum der evangelischen Kirche zu gestalten.

Projekt 565 | Salzburg youngCaritas/ Flüchtlingshaus der Caritas

„Das Tolle an dem Projekt ist, dass wir für alle Jugendlichen in der Gegend einen Treffpunkt gestalten können“, so Jonas, einer der engagierten Schüler/innen. Es wurden Pläne geschmiedet, Möbel verrückt, eine neue Bar aufgebaut und Bilder zur Dekoration gemalt. Der Raum soll dann für Jugendtreffen genützt werden. Die ersten Schritte sind getan, auch wenn es gilt noch einiges zu bewegen. Der Jugendtreff zieht

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg

mit seiner Renovierung dem Haus nach, das in den letzten Monaten auch rundum erneuert und renoviert wurde. „Wir hoffen, dass wir einmal wöchentlich ein Jugendcafé zustande bekommen und den Jugendraum zu einem beliebten Treffpunkt für Schüler/innen der ganzen Umgebung machen“, so Herbert Wallinger, Jugendreferent in der Chistuskirche. Franziska Eckstein

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Projekt 567 | Salzburg Caritas Flüchtlingshaus

Feuerlöscher Die Berufsfeuerwehr braucht 4 Minuten bis sie im Flüchtlingshaus der Caritas in Itzling ist. Rahmanullah übersetzt und sein Freund ist beruhigt. Die beiden Asylwerber wollen alles wissen, wenn man schon einmal die Gelegenheit hat einen echten Feuerwehrmann zu befragen. Gemeinsam mit einer Klasse des Ausbildungszentrums der Caritas besuchen sie die Berufsfeuerwehr Salzburg. Lö-

schübungen, ein Küchenbrand und die Vorführung der Einsatzfahrzeuge sind nur Auszüge des vielseitigen Programms. „Es gefällt mir sehr gut. Bei uns haben wir keine solchen Geräte – wir haben seit 30 Jahren Krieg“, erzählt Rahmanullah. Die Schülerinnen freuen sich besonders auf die Einsatzübung im Flüchtlingshaus, die am nächsten Tag stattfinden wird. Sie haben sich bereits am Vortag ausgiebig mit der

Ich will nicht betteln, aber dürfen muss ich „Das sind organisierte Banden. Die fahren danach mit dem Mercedes weg, nutzen uns aus“, so eine Meinung über Bettler in Salzburg, was zum Bettelverbot in der Innenstadt geführt hat. Andererseits ist Betteln ein Menschenrecht. Schüler/innen der HAK II Salzburg beschäftigen sich damit. Sie befra-

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Thematik befasst und sogar Plakate in vier verschiedenen Sprachen geschrieben, damit sich die Bewohner/ innen des Flüchtlingshauses informieren können. Denn neben dem Brandschutz wollen sie auch die Flüchtlinge besser kennen lernen, was am letzten Abend im Rahmen eines „4-Länder-Abendessen“ passieren wird. Olivia Kelnreiter

Projekt 568 | Salzburg JUZ YoCo, Armutskonferenz, Friedensbüro, KJ

gen Polizisten/Polizistinnen, Politiker/innen und die Bettelnden selbst. Ein sensibles Thema, stellt sich für 72 Stunden ohne Kompromiss Teilnehmerinnen Sandra, Katharina und Medina heraus. Ohne die Pressestelle kontaktiert zu haben, könne er leider überhaupt nichts sagen, sagt ihnen der Vizekommandant der Polizeiinspektion Rathaus. Zu vieles werde einfach falsch nach außen transportiert. Am Ende des Projekts hat die Grup-

pe herausgefunden, dass es sich zumindest in Salzburg nicht um Banden handelt. Es sind Familien, Fahrgemeinschaften, die höchstens ein Auto füllen. Eine Alternative zum Bettelverbot sind Projekte, die den Menschen in ihrer Heimat Arbeit geben. Aus einer solchen Initiative heraus werden zum Beispiel eingelegte Gurken verkauft, um so das Überleben der Familien zu sichern. Gunda Kinzl

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Helfen wie die Zwergerl Die Namen mit Farbe auf die knallorangen T-Shirts geschmiert, malt die Projektgruppe im Diakoniezentrum Salzburg mit vollem Einsatz das Stiegenhaus des Altenwohnheims und den Vorraum der kleinen Kirche aus. Alle scheinen eine Menge Spaß zu haben, obwohl die Arbeit ganz schön anstrengend ist. Sie sind davon überzeugt, für eine gute Sache zu arbeiten. Caroline erzählt uns, was sie in einer Führung über das Altenwohnheim erfahren haben. Die Bewohner/innen können kommen und gehen, wann sie wollen und auch ihren Wohnbereich selbst einrichten. Das sieht man auch im heimeligen Zimmer von Charlotte Mayer. Sie freut sich unheimlich über den Besuch der 72 Stunden ohne Kompromiss-Leute. Seit mittlerweile fünf Jahren wohnt sie im Diakoniezen-

trum und geht jeden Tag zur Morgenandacht. Dass der Vorraum der Kapelle ausgemalt wird, findet sie „ganz goldig“. „Wie die Zwergerl“ sei die Projektgruppe hier aufgetaucht,

Wohnzimmerkulturen Im Museum Fronfeste wird hart gearbeitet. Das 72 Stunden ohne Kompromiss Team aus acht Teilnehmer/ innen interviewt Leute verschiedener Generationen und Länder über ihre Kindheit und wie es früher war, was sie vermissen und wofür sie dankbar sind. Die aufgenommenen Gespräche werden dann im Museum durch Hörstationen mit dazupassenden

Gegenständen und individuellen Bilderpräsentationen ausgestellt. Insgesamt werden 25 Leute befragt. „Es ist total spannend, was die Leute über die frühere Zeit und die verschiedenen Kulturen aus unterschiedlichen Ländern alles erzählen.“, so Maritye, eine der motivierten Jugendlichen. „Am spannendsten war das Gespräch mit einer Mexikanerin – am Ende hat

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg

Projekt 569 | Salzburg Diakoniezentrum Salzburg - Haus für Senioren um zu helfen. Die Freude der alten Dame zeigt uns, dass dieses Projekt gut ankommt und sicher einen Beitrag zur Lebensqualität leistet. Gunda Kinzl

Projekt 571 | Neumarkt/W. Museum Fronfeste Neu­ markt, Seniorenwohnheim sie uns sogar eine Gecko-Statue für die Ausstellung gegeben. So etwas besitzt anscheinend jeder Haushalt in Mexiko, es bedeutet etwas Ähnliches wie ein Schutzengel für das Haus.“ Auch die Statue wird neben Uhren und Koffern bei der Präsentation im Museum zu sehen sein. Franziska Eckstein

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My Wartehäuschen is my castle Es ist 9 Uhr, neblig, kalt und der Tischler, bei dem man eigentlich das benötigte Material abholen sollte, hebt nicht ab. Die Freunde aus dem Werkschulheim Felbertal besprechen noch einmal, wie die nächsten zwei Tage ablaufen werden: Vor dem Seniorentageszentrum Straßwalchen soll ein Wartehäuschen entstehen, in dem sie bei Schlechtwetter auf den

Heimbringerbus warten können. „Wenn sie sehen, wie der Bus gerade wegfährt, glauben sie, sie seien vergessen worden und wollen nicht mehr ins Haus zurück“, erzählt die Leiterin. Wenn das Holz endlich da ist, wird sich die Gruppe darum kümmern. In der Zwischenzeit erzählt Gruppenleiter Christoph den Senioren/Seniorinnen vom Vorhaben. „Und wo?“, wollen diese wis-

Projekt 572 | Straßwalchen Seniorentageszentrum sen. „Unter der Linde!“ Allgemeines Nicken. Doch bis es so weit ist, organisieren die Jungen noch eine „Senioren/Seniorinnen-Olympiade“ – Würfeln, Balancieren und Weitwerfen. Da läutet das Telefon. Endlich: Die Bretter für das Häuschen sind abholbereit. Olivia Kelnreiter

Ein Floh reist nach Nairobi

Projekt 573 | Seekirchen Sozialmarkt Seekirchen

„Der LKW steht in der Stadt und kann nicht entladen werden, weil der Kran gebrochen ist“, sagt Maria und seufzt. Sie ist verantwortlich für die acht Burschen, die ihr beim Beladen helfen sollten. Maria ist ehrenamtliche Mitarbeiterin eines über Seekirchen hinaus bekannten Flohmarktes, der Altkleider sortiert, verkauft, den Rest nach Ungarn transportieren lässt und dort weiterverkauft – mit dem Erlös finanzieren sie soziale Projekte im Kongo und in Kenia. Obwohl es 120 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen gibt, fehlt es nicht an Arbeit: Die „starken 72 Stunden Mannen“ dürfen einen Tisch mit Weihnachtssachen dekorieren und dann Gewand sortieren, denn alle paar Minuten hält hier ein Auto voll alter Kleidung. Pinke Mützen werden anprobiert, Pullover zusammengelegt und

weg“ - und landet zwei Sekunden später auf dem überdimensionalen Kleiderhaufen im hinteren Teil des Flohmarkts. Olivia Kelnreiter

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Tischdecken aussortiert. Dabei gibt es allerlei zum Lachen: „Was habt’s denn ihr für Tischdecken daheim, du, das ist doch ein Schal!“, ruft Christoph. Sie können sich nicht einigen und fragen Maria: „Ein Schal. Aber der ist nicht schön, der kommt

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


bunt-bunter-JUZ St. Georgen Ein Platz für die Jugend von heute, modern und aussagekräftig, das war das erklärte Ziel, das bei diesem 72 Stunden ohne Kompromiss Projekt mehrere Generationen verbinden sollte.

Das Jugendzentrum in St. Georgen bei Oberndorf hatte über die Jahre seinen Glanz verloren. Das Gebäude wurde vielfältig genutzt, vom Eltern-Kind-Zentrum, vom Männerchor und von der Landjugend, was

JUZ ohne Kompromisse! Keine Kompromisse wollen die Jugendlichen in Bürmoos eingehen, wenn es um die Gestaltung ihres neuen Jugendzentrums geht, das sie hoffentlich in einigen Monaten beziehen können! Damit sie sich in ihren vier Wänden richtig wohl fühlen brauchen sie noch Möbel und allerlei andere Kleinigkeiten. Daher kamen die 72 Stunden ohne Kompromiss wie gerufen, um für ih-

ren Lieblings-Treffpunkt die ortsansässigen Unternehmen um finanzielle Unterstützung zu bitten. Erfolgreich, wie Ursula Wondraschek, Mitarbeiterin des JUZ, berichtet: „Ich bin begeistert wie sich die Jugendlichen für IHR Jugendzentrum einsetzen und reinhängen. Sie werden überall freundlich aufgenommen und sind stolz auf die gespendeten Summen!“ Für ein Bürmooser Be-

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg

Projekt 574 | St. Georgen Jugendzentrum St. Georgen das Leben dort bunt und vielfältig machte. Gerade das JUZ sollte hier den Jugendlichen einen „Chillfaktor“ bieten. Den Zeichen der Zeit folgend konnte nun Dank der Gemeinde das Jugendzentrum generalsaniert werden. In dieser Situation brauchte man die generationenübergreifende Hilfe der ganzen Gemeinde, zusätzlich zum Engagement der Jugendlichen. Es galt die Ideen und Wünsche der verschiedenen Altersgruppen unter einen Hut zu bringen und damit aufzuzeigen, dass Jung und Alt zusammen viel erreichen können und dass man gegenseitig viel voneinander lernen kann. Sabine Kranzinger

Projekt 575 | Bürmoos MOOS – Jugendarbeit Bürmoos nefizkonzert am Samstag bereiteten die Jugendlichen ein leckeres Buffet vor. Dafür stellten sie eine Liste mit allen benötigten Lebensmitteln zusammen und baten vor einem Lebensmittelgeschäft die Einkäufer/ innen ihnen eine Lebensmittelspende mitzunehmen. Alles für ein JUZ ohne Kompromisse! Maria Löcker, Christoph Sulzer

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Projekt 581 | Salzburg KJ-Diözesanstelle Salzburg

Good News aus Salzburg Sechs Schüler/Schülerinnen und drei Studentinnen fuhren in Teams zu je drei Personen durch die ganze Erzdiözese Salzburg und berichteten über jedes Projekt. Vom Alpbachtal in Tirol über den Pongau bis nach Strasswalchen fotografierten und interviewten die Nachwuchsreporter/innen die engagierten Jugendlichen. „Diese Auf-

gabe ist eine wahnsinnige Bereicherung und gleichzeitig wunderschön“, meinte Olivia, die gemeinsam mit ihrer Gruppe oft bis in die Nacht hinein gearbeitet hat. „Wenn um 18 Uhr oder schon früher die anderen aufgehört haben, ist es bei uns erst richtig losgegangen.“ Auch Gunda ist begeistert, dass die gesamte Gruppe immer im Büro blieb, bis der

Projekt 582 | Salzburg Jugendzentrum IGLU

Mei Hoamat is dei Hoamat! Marlene vom JuZ IGLU ist empört, denn „Salzburg sollte eine Menschenrechtsstadt sein“ und fordert daher von den Entscheidungsträgern: „Ziert euch nicht!“ Von den Mitarbeiter/innen des Jun-

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letzte Text fertig war - also fast bis Mitternacht. Eva und Maria freuen sich vor allem über die vielen neuen Eindrücke, die sie bei der Reise durchs Land bekommen haben: „Die besten Projekte waren oft an den abgelegensten Orten und wir hatten durch unsere Aufgabe die Möglichkeit anderen davon zu erzählen.“ Anna-Lena Schabiner, Maria Rabl

gendzentrums (JuZ) IGLU wurde daher das Projekt „72 lautstarke Stunden für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Sie wollten damit Jugendliche mobilisieren und auch für das Thema Bleiberecht sensibilisieren.

Bei einem Stand auf der „Schranne“ in Salzburg machen die jungen Leute auf dieses aktuelle Thema mit einem Improvisationstheater, Informationsmaterialien und selbst gestalteten Buttons aufmerksam. Weiters werden Unterschriften gesammelt, um die Abschiebung eines gut integrierten, jungen Afghanen zu verhindern. Dieser ist natürlich live dabei. Das JuZ engagiert sich schon lange für Flüchtlinge, da die Jugendlichen die Gesichter hinter den Geschichten kennen und auch Freundschaften geschlossen haben. Auf dem Plan steht noch ein Start von Luftballons; die mit starken Mitteilungen versehen werden, um die Finder zum Denken anzuregen. Anna-Lena Schabiner

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg


Lebensmittel.punkt Frauenhaus In kleinen Gruppen stehen sie vor Merkur, Metro und BIPA, vor ihnen Einkaufswagen gefüllt mit Nudeln, Duschgel, Klopapier, Reis und noch viel mehr. Eine Schulklasse des Montessori ORG Grödig sammelt Lebensmittel und Hygieneartikel für die Frauenhäuser in Salzburg und Hallein sowie für die Notschlafstelle in der Alpenstraße. „Es klappt wirklich gut, viele Leute haben im Radio schon von 72 Stunden ohne Kompromiss gehört und geben gerne – gestern haben wir in nur drei Stunden fünf ganze Wagerl geschafft!“, erzählt Sarah begeistert. Zur Vorbereitung setzten sie sich am Anfang des Projekts intensiv mit den Frauenhäusern auseinander. Eine Gruppe besuchte auch das Haus Miriam in Hallein und weiß, wie dringend dort Hilfe benötigt wird:

„Obwohl sie dort wohnen dürfen, müssen sie sich alles selbst kaufen. Wir engagieren uns, damit die Da-

Knallige Farben für Blinde Die frisch gestrichene Fassade sticht zwischen den grauen Einfamilienhäusern im Norden von Salzburg hervor. Die Wand des Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverbandes soll auffallend und knallig werden, weg von dem trüben Vorstadtgrau. „Wir gestalten es so, damit die Leute darauf aufmerksam gemacht werden, dass man mit einer Sehbehin-

derung leben kann.“, erklärt Alexandra. Zuerst haben sie und ihre 6 Mitstreiter/innen ihre eigenen Schatten an die Wand gezeichnet. „Wir haben uns dabei von den 72 Stunden ohne Kompromiss T-Shirts inspirieren lassen“, erklärt Isabella. Neben den Schatten wird noch der Schriftzug „Gemeinsam mehr sehen“ stehen. Im Haus werden auch im Seminar-

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 | ED Salzburg

Projekt 583 | Grödig Frauenhäuser Salzburg und Hallein men erst einmal verschnaufen können.“ Olivia Kelnreiter und Gunda Kinzl

Projekt 584 | Salzburg Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband raum fleißig die Pinsel geschwungen. Dort finden die Projekte des Vereins, wie das „Frühstück im Dunkeln“ statt. Die Jugendlichen haben ein Frühstück im Dunkeln schon ausprobiert, um sich in die Lage von Blinden zu versetzen. Am Ende stellt Alexandra fest: „Unser Projekt ist sicher das coolste von allen.“ Tobias Oder

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Danke für euren kompromisslosen Einsatz! kompromisslos.

Impressum

Projektbericht 72 Stunden ohne Kompromiss 2012 der Katholischen Jugend Erzdiözese Salzburg Kapitelplatz 6/3, 5020 Salzburg 0662 8047-7540 kj@jugend.kirchen.net www.kj-salzburg.at

Österreichs größte Jugendsozialaktion 17.-20.10.2012

Konzeption und Gestaltung: Barbara Pachta, Katholische Jugend Salzburg. Redaktionsteam: Katholische Jugend 72 Stunden ohne Kompromiss Good-Newsroom Salzburg (Projekt 581): Maria Löcker (Leitung), Franziska Ecksteiner, Agnes Eibensteiner, Stephan Felber, Lukas Födermair, Isidor Granegger, Olivia Kelnreiter, Gunda Kinzl, Sabine Kranzinger, Tobias Oder, Maria Rabl, Anna-Lena Schabiner, Christoph Sulzer, Marwin Wanke, Eva Zöbl. Lektorat: Isidor Granegger. Druck: Buch- und Kunstdruckerei Josef Huttegger GmbH & Co KG gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens UW-Nr. 843

www.72h.at Wir danken unserem TV-Partner sowie unseren SponsorInnen:

72h_oK_2012 Projektzeitung_KJ-Salzburg  

72 Stunden ohne Kompromiss 2012 Projektzeitung der KJ Salzburg

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