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Pimpette‘s Performing Business

Konzeptueller Hintergrund Seinen Ursprung findet das Konzept in der Novelle Spiel im Morgengrauen von Arthur Schnitzler. Die beiden Hauptthemen sind die Faszination des Spiels und bürgerliche Liebesideale. Ein anscheinend unverbindliches Liebesverhältnis wandelt sich in Prostitution, deren vermeindliche Rache zum Selbstmord des Protagonisten führt.

Der Handlungsort der Novelle ist Baden bei Wien. An diesem Ort unterzeichnete der Ritter Leopold zu Sacher-Masoch seinen ersten Unterwerfungsvertrag. Die Charakteristiken der Masochismusanalyse von Gilles Deleuze‘s zu dieser „Venus im Pelz“ ist in ein Performatives Format übersetzt, welches vier „kuratiere Prostituierte“ basierend auf vier S/M Ausprägungen zeichnet.

Jeder dieser Charakter offeriert seine eigene Kollektion an „Performance Services“. Diese beinhalten „Job Specials“, künstlerische Zitate, sowie spezielle Liebes- und Schmerzensdienstleistungen basierend auf Kontext, geschichtlichen und kulturellen Hintergrund.


Pimpette‘s Performing Business

Pimpette‘s www.performing-business.com

Pimpette

P

MS verwandelt menschliches Kapital in Geld. Pimpette‘s Monetary System folgt einem seltsamen Wechselkurs, welcher der Grund dafür ist, dass Pimpette so reich ist. Für jede Performance gibt es PMS in neuem Design.


Pimpette‘s Performing Business

Kuratierte Liebe

D

ukebox it ein Masochist. Er versucht jeden mit seinem Charme und Liebesangeboten zu verführen. Seine Speziealitäten sind Serenaden mit Hand halten, Lebensberatungen, Schokolade und Lügen, sowie Glow Jobs.


Pimpette‘s Performing Business

Kuratierte Liebe

M

iss Stress lässt manche an typischen Geschlechterrollen zweifeln und verführt am liebsten Männer. Für PMS macht sie Oh-Jobs, Jackson Pollock Maniküren, „Lip Dancing“ und verteilt schmeichelhafte Komplimente.


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Kuratierter Schmerz

S

everine Sansphalle kümmert sich nicht wirklich um ihre Kunden, sie sagt ihnen lieber gleich, was sie zu tun haben. Sie ist Meisterin der No-Jobs, in privaten Session verpflichtet sie die Klienten zu Unmöglichkeiten.


Pimpette‘s Performing Business

Kuratierter Schmerz

L

ady Bad Vibe ist nur glücklich, wenn ihre Kunden leiden. Eine „geteilte Zigarette“ wird genüsslich in Kleinteile geschnitten. Sie legt Terror Karten und beim Throw-Job sollte man lieber nicht wissen, woraus ihre Accessoires bestehen.


Pimpette‘s Performing Business Kommentare

„Der berühmte Ökonom Adam Smith spricht von einer Ökonomie der „unsichtbaren Hand“, die sich als Ordnungsbehauptung durchsetzt, da jeder nach seinen eigenen durchwegs selbstsüchtigen Motiven handelt, weil es kaum gelingt, im Sinne eines größeren Zusammenhanges zu agieren. Dass dies häufig aber zum Wohl des Ganzen ist, führt Joseph Vogl in seinem Buch „Das Gespenst des Kapitals“ aus, da die „Harmonie der Interessen“ zur treibenden Kraft wird. Im Sinne einer solchen Harmonie bietet Barbis Ruder ihren Klienten, den BetrachterInnen, einen „Weg des Herzens“ und einen „Weg des Schmerzes“ an. Sie inszeniert sich am Eröffnungsabend von „Arthur!“ selbst als Zuhälterin Pimpette und lässt Strichjungen und „kuratierte Prostituierte“ durch den Park streifen. Im Angebot führt das Personal Liebesdienste jeglicher Art. Neben den klassischen Eros- und Schmerzdiensten sind dies künstlerische Zwischenakte wie Zitate oder Gedichte. Barbis Ruder setzt nicht nur bei der Käuflichkeit und Verkäuflichkeit des Körpers an, sondern stellt darüber hinaus die Ökonomie sozialer Beziehungen zur Disposition“

„Künstler müssen sich wie Prostituierte präsentieren“

Eva-Maria Stadler, Arthur! Ausstellungskatalog, Transmediale Kunst, Universität für angewandte Kunst, ISBN: 978-3-9503141-6-8

Süddeutsche Zeitung, 24.08.2012, „Isarsprudel Festival, Künstler müssen sich wie Prostituierte präsentieren“


Pimpette‘s Performing Business

Produktionsinfo

Aufführungen

Eine performative Intervention von Barbis Ruder.

Premiere bei der Gruppenausstellung ARTHUR! der Abteilung Transmediale Kunst, die Angewandte im Arthur Schnitzler Park, Baden (bei Wien), Österreich, Mai 2012.

Die Charaktere und Services wurden gemeinsam mit den Performern entwickelt: Bernd Eischeid, Elinor Mora, Ewa Stern, Joshua Korn, and Vanja Fuchs. Eine Durational Performance von zwei bis sechs Stunden, Beginn bei Einbruch der Dunkelheit, im öffentlichen Raum. In englischer oder deutscher Sprache.

Mini-Cast: 3 Performer (love or pain special) Midi-Cast: 5 Performer Ideal Cast: 6 Performer + 4 extras Vier Video Portraits & Relikte als Ausstellungsinstallation. Links auf Anfrage: barbara.ruder@gmail.com www.performing-business.com

Adaption the Love Special, ISARSPRUDEL Festival, coop/I-camp, München, Deutschland September 2012

Fotos: Tobias Pilz

Pimpette's Performing Business DE  

Production Info german language

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