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VERWALTUNGSBERICHT

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MAKROÖKONOMISCHES UMFELD Im dritten Quartal wurden die Märkte erneut von den Zentralbanken

bestimmt. In den USA entschied die Federal Reserve, ihre Geldpolitik trotz der stabilen Arbeitsmarktlage und der wieder ansteigenden Basisinflation nicht zu verändern. Die Wirtschaft entwickelte sich hingegen verhältnismäßig moderat. Sie wuchs im ersten Quartal um 0,8 % (Quartalsvergleich auf annualisierter Basis); zwischen April und Juni waren es 1,4 %. Zwar stieg der Konsum deutlich an, was insbesondere am starken Arbeitsmarkt und den niedrigen Ölpreisen lag, doch die Investitionstätigkeit ging leicht zurück. Die US-Zentralbank dürfte ihre Geldpolitik im November vermutlich nicht ändern, da die Sitzung eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen stattfindet. Doch eine Zinserhöhung im Dezember bleibt immer noch wahrscheinlich. In der Eurozone wächst die Wirtschaftstätigkeit ebenfalls weiter gemäßigt. Sie wird dabei vom Rückgang der Ölpreise, dem schwachen Euro sowie den Liquiditätsspritzen seitens der Europäischen Zentralbank gestützt. Trotzdem steigt die Inflation in der Eurozone immer noch nicht an, was die EZB höchstwahrscheinlich dazu veranlassen dürfte, ihr Anleihekaufprogramm über März 2017 hinaus zu verlängern. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde gab Ende Juli die

Ergebnisse des Stresstests für europäische Banken bekannt, der die Widerstandsfähigkeit der Branche unter Beweis stellte. Ausgehend von einem Durchschnittswert von 13,2 % fiele die Tier-1-Kernkapitalquote (CET1) der Banken in einem Krisenszenario auf 9,4 %. Damit zahlten sich die Rekapitalisierungs-Bemühungen der Banken in den vergangenen Jahren aus. Bei den ersten Stresstests 2011 und 2014 lag die Eigenkapitalquote der Banken um 4 % bzw. 2 % unter dem aktuellen Wert. Zur Erinnerung: Diese bei 51 Banken durchgeführten Tests waren nicht verbindlich, sondern dienten lediglich der Information. Es wurde kein Wert festgelegt, laut dem eine Bank den Test bestanden hatte oder nicht. Die italienischen Banken, die zu den labilsten der Eurozone gehören, sorgten an den Märkten für positive Überraschungen; nur Monte dei Paschi di Siena würde bei einem Krisenszenario einen Rückgang seines Eigenkapitals ins Minus verzeichnen. Deutsche Bank, Commerzbank, UniCredit, Barclays und Banco Popular schnitten ebenfalls schlechter ab, ihre Eigenkapitalquote lag nach dem Test unter 8 %. In Großbritannien entschied sich die Zentralbank im August für

eine Lockerung ihrer Geldpolitik. Sie senkte ihren Leitzins erstmalig seit März 2009 um 25 Basispunkte auf 0,25 % und dehnte ihr Wertpapier-Kaufprogramm aus. Die Käufe von Staatsanleihen

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werden in den kommenden sechs Monaten um 60 Milliarden Pfund (von 375 auf 435 Milliarden Pfund) ausgeweitet. In den kommenden 18 Monaten sollen auch Unternehmensanleihen in Höhe von max. 10 Milliarden Pfund gekauft werden. Der Gouverneur der Bank of England Mark Carney ließ die Möglichkeit neuer Maßnahmen offen, falls diese erforderlich werden sollten, schloss jedoch negative Zinsen aus. In Japan sorgte die Entscheidung der Zentralbank bei ihrer Sitzung Ende Juli zunächst für Enttäuschung an den Märkten: Sie erhöhte lediglich das Volumen ihrer Käufe von Exchange-Traded Funds von 3.300 auf 6.000 Milliarden Yen pro Jahr, während der Markt zusätzlich mit einer Leitzinssenkung und einer Ausweitung der Staatsanleihekäufe gerechnet hatte. In ihrer September-Sitzung äußerte sie jedoch ihre Absicht, ab jetzt am Rentenmarkt einzugreifen und die Zinsstrukturkurve zu kontrollieren: Der Zehnjahreszins soll bei nahe 0 % belassen werden, und die Kurzfristzinsen sollen gleichzeitig festgesetzt bleiben.

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ENTWICKLUNG DER MÄRKTE Für die Aktienmärkte fiel der Sommer insgesamt gut aus. Nach den Erschütterungen im Juni aufgrund des Brexit-Votums wurde die lockere Geldpolitik fast überall auf der Welt beibehalten, was den Anlegern durchaus zusagte. Die positiven Wirtschaftszahlen aus den USA und China trugen ebenfalls zur positiven Entwicklung von Risikotiteln bei. In den Schwellenländern setzte der brasilianische Aktienmarkt seine Rallye fort (+35 % seit Jahresbeginn); eine Stütze waren hier die Hoffnungen auf Reformen, die vom neuen brasilianischen Staatschef Michel Temer, dem Nachfolger von Dilma Rousseff, erwartet werden. Paradoxerweise entwickelten sich die Rentenmärkte weiterhin gut. Den Anleihen kommt nach wie vor die weltweit lockere Geldpolitik zugute. Auch die Risikoaversion bleibt hoch, während die Befürchtungen um die finanzielle Stabilität der Deutschen Bank Ende September wieder zutage traten. Vor diesem Hintergrund lag die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe zu Quartalsende weiter fest im negativen Bereich (-0,12 %); die entsprechenden US-Staatsanleihen blieben nahe bei ihrem Allzeittief von 1,60 %.

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Aktienmärkte im 3. Quartal

Rentenmärkte im 3. Quartal

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Im Devisenhandel blieb der Wechselkurs Euro/Dollar im Quartal insgesamt stabil und bewegte sich zwischen 1,10 und 1,13. Das Pfund Sterling hingegen leidet immer noch unter dem Brexit. Der norwegischen Krone kam der starke Anstieg der Ölpreise (nach der von der OPEC beschlossenen Verringerung der Fördermenge) im September zugute.

Währungsumsätze gegenüber dem Euro im 3. Quartal

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PORTFOLIO Anleihen

Absolute Return

Der Anleihenteil leistete erneut einen positiven Beitrag zur Performance des Portfolios. Schwellenländer-Anleihen waren hier besonders wichtig, da die Anleger nach neuen Renditequellen suchten und sich außerdem die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern verbesserte. Dagegen büßten US-Staatsanleihen im Quartal leicht ein, da der Markt ganz allmählich eine neue Zinserhöhung in den USA vorwegnimmt. Nach der guten Entwicklung der Schwellenländer-Anleihen entschieden wir, unsere Position zu kürzen und den Erlös in den Fonds Capital Gestion Bond Euro Plus zu stecken. Dieser flexible Rentenfonds investiert sowohl in hochwertige Staats- als auch in Unternehmensanleihen und streut gleichzeitig das Exposure in verschiedene Währungen.

Der Anteil alternativer Anlagestrategien trug positiv zur Portfolioentwicklung bei, obwohl die einzelnen Strategien eine ganz unterschiedliche Performance erzielten. Long/Short Equities profitierten nach den starken Schwankungen durch das Brexit-Votum von einer Normalisierung der Aktienmärkte. Die Anlagestrategie "Fusionen und Übernahmen" setzte ihre stabile Performance seit Jahresbeginn fort. So verbuchte der Fonds Cigogne M&A unter anderem Zuwächse aufgrund der Übernahme von SABMiller durch AB InBev. Dagegen taten sich CTA- und Global-Macro-Strategien schwerer, da die stark schwankenden Renten- und Rohstoffmärkte auf die Performance drückten.

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Aktien

Performance der Fonds im 3. Quartal

Nachdem Finanztitel einen schwierigen Jahresbeginn zu bestreiten hatten, wurden die Anleger durch die über den Erwartungen liegenden Ergebnisse der Stresstests von der Stabilität der europäischen Banken überzeugt. Dies verhalf den Bankentiteln wieder zu einem Aufschwung, und auch die Indizes stiegen mit an. Den Aufschwung der Aktien nutzten wir, um deren Gewichtung Mitte Juli herabzusetzen, da wir die Bewertungen - in einem immer noch schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - für überzogen hielten. Außerdem wollen wir mit Blick auf die politischen Entscheidungen in den kommenden Monaten (Präsidentschaftswahlen in den USA, Referendum in Italien), die für mehr Schwankungen an den Märkten sorgen könnten, durchaus Vorsicht walten lassen.

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