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Menschen•Aktionen•Ergebnisse

Liebe Leserin, lieber Leser, gemeinsam haben wir im Jahr 2005 in Bangladesch viel erreicht: Es gelang uns, insgesamt 51.396 Menschen dabei zu unterstützen, ein Leben in Würde zu führen. Zum Beispiel konnten 7.065 der ärmsten Familien durch unser Programm «Ein Leben lang genug Reis» eine kleine Existenz gründen und erwirtschaften nun ihren eigenen Lebensunterhalt. 3.305 Kinder und Jugendliche konnten mit unserer Hilfe Lesen und Schreiben lernen. Darüber hinaus wurden 430.804 Menschen in Kampagnen über elementare Menschenrechte und Kinder-Ehen aufgeklärt. Was macht NETZ aus? 1. Die Nähe zu den Menschen: Wir kennen ihre Situation in den Dörfern und die Ursachen der Armut sehr gut. Seit 17 Jahren arbeiten wir eng mit Partnern vor Ort zusammen.

2. Solidarität, die wirkt: Wir garantieren, dass wir die ärmste Bevölkerung erreichen und dass die Menschen Selbsthilfe-Strukturen aufbauen. Dadurch überwinden sie die Armut dauerhaft. 3. Ehrlichkeit: Wir setzen Mittel effizient und transparent ein. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) prüft NETZ umfassend. Es hat uns das Spendensiegel verliehen. All die positiven Veränderungen in Bangladesch sind nur durch die finanzielle Unterstützung und die enorme ehrenamtliche Mitarbeit aus Deutschland möglich. Unseren vielen Freunden und Förderern danken wir dafür ganz herzlich! Sie knüpfen die Knoten, aus denen unser NETZ für Bangladesch besteht. Jede Schnur und jeder Knoten zählt. Nur gemeinsam werden wir die Armut überwinden. Bitte leisten Sie auch weiterhin Ihren ganz persönlichen Beitrag!

Vielen Dank, Ihr Ingo Ritz, Geschäftsführer Das DZI, der deutsche „Spenden-TÜV“, hat NETZ das Spenden-Siegel verliehen. Es steht für einen sorgsamen Umgang mit den uns anvertrauten Spenden.

In Bangladesch und in Deutschland Wir erheben unsere Stimme gegen die Armut NETZ wirkt in der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ mit. Parallel zu den weltweiten Life-8-Konzerten haben wir am 2. Juli 2005 in Wetzlar eine der größten Aktionen in Deutschland auf die Beine gestellt.

Foto: VENRO, Rüdiger Dunker

Partnerschaft Entwicklung Gerechtigkeit

Liebe Aktive in Wetzlar, von Berlin aus möchte ich Euch zu Eurer tollen Aktion gratulieren. 1000 Bettlaken zu einem 1,5 km langen weißen Band zu verbinden, mit „Deine Stimme gegen Armut“ zu beschriften und darauf Unterschriften zu sammeln – das ist eine tolle Leistung. Damit tragt Ihr dazu bei, zusammen mit vielen tausend Menschen in 72 Ländern deutlich zu machen, dass wir die extreme Armut von hunderten Millionen Menschen nicht hinnehmen wollen. Herbert Grönemeyer, Berlin 3. 7. 2005

Jahresbericht 2005 1


Hunger und Not haben viele Gründe. Doch Ursache und Wirkung drehen sich in einem Teufelskreis: Wer keine Schule besucht hat, verdient sehr wenig. Wer kein Geld hat, kann seine Familie nicht ernähren. Wer hungert, ist häufiger krank. Und wer entkräftet ist, kann seine Fähigkeiten nicht entfalten.

Rechtlosigkeit macht arm: Kinder-Ehen, Landbetrug, Mitgift oder Korruption stürzen jedes Jahr tausende Familien in Armut. Besonders die Rechte von Frauen, Mädchen und Minderheiten werden mit Füßen getreten. Wir stärken die Benachteiligten und geben professionelle Unterstützung, damit sie ihre Rechte durchsetzen können.

Die Basis der Entwicklung: Nahrung, Gesundheit, Bildung

Alle Menschen haben Rechte. Gemeinsam kämpfen wir dafür.

NETZ setzt sich deshalb für die Menschen ein, die nie Lesen und Schreiben lernen durften. Die von keinem Arzt behandelt werden. Die abends hungrig zu Bett gehen. Die Ärmsten sollen zu Essen haben, Kleidung, Zugang zu Gesundheit und Bildung.

Projekte für Grundbedürfnisse 2005

Wer hat die Hilfe erhalten?

«Ein Leben lang genug Reis!» Selbsthilfe-Strukturen aufgebaut Ihr Startkapital: 1.385 Familien haben Kühe 1.027 Fam. halten Ziegen 325 Fam. betreiben Geflügelzucht 1.017 Fam. bauen Feldfrüchte an 1.378 Fam. haben ein Kleingewerbe 3.100 Obstbäume gepflanzt 1.978 Nutzgärten aufgebaut

7.065 Mütter aus extrem armen Familien machen mit

2.302 Kinder

Gesundheit 107 Dorfgruppen arbeiten für die Verbesserung der Gesundheit

1.953 engagierte Dorfbewohner

104 Kinder-Gruppen leisten Aufklärung

2.007 Kinder machen mit

315 hygienische Toiletten installiert

315 Familien

15 Wasserpumpen gebaut

15 Dorfgemeinschaften

Geburtshilfe und Vorsorge

75 Hebammen

Ausbildung in Computer-Anwendung und Organisation der Entwicklungsarbeit

98 junge Frauen aus benachteiligten Familien

Gesundheit für Mutter und Kind NETZ hat im Jahr 2005 die Eigeninitiative von Dorfgruppen unterstützt, in ihrer Region die Gesundheit zu verbessern. Sie installieren Wasser-Pumpen und bauen Toiletten. Die Kinder lernen, wie sie z.B. durch Händewaschen gesund bleiben. Die Mütter praktizieren Hygiene, achten auf gesunde Ernährung und lassen ihre Kinder impfen. Hebammen leisten Vorsorge und Geburtshilfe. Es hängt von uns ab, in welcher Welt wir leben. Kein Kind, kein Mensch, müsste heute mehr hungern. Wir haben die Möglichkeit, das zu ändern. Machen Sie mit. Peter Dietzel ist Projekt-Koordinator bei NETZ. Er informiert Sie gerne über unsere Projekte für Grundbedürfnisse: dietzel@bangladesch.org

2 Jahresbericht 2005

„Hat Dein Vater bereits ein Heirats-Angebot für Dich erhalten?“ Drei von vier dieser 12 bis 15-jährigen Mädchen antworten mit „ja“. Es verstößt gegen jedes Gesetz, doch noch immer wird die Hälfte der Mädchen in Bangladesch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Von einem Tag auf den anderen werden sie zur Ehefrau – manche bereits mit 12 Jahren. Die Folgen: keine Zeit für die Schule; zu frühe Schwangerschaften; die Gesundheit der ohnehin schwachen, viel zu jungen Mütter nimmt Schaden. Ihre Kinder kommen bereits unterernährt zur Welt.

Hazara hat es geschafft. Sie kann ihr Leben alleine meistern.

«Ein Leben lang genug Reis!» Insgesamt etwa 28.280 Familienmitglieder

Grundschulen Unterricht in 70 Schulen

Ein Kind muss Kind sein dürfen

NETZ hat im Jahr 2005 Hazara aus dem Dorf Tetullia aufgefangen. Noch vor einem Jahr hatte sie für sich und ihre Tochter nur zwei karge Mahlzeiten am Tag: ein wenig Reis und etwas Grünzeug vom Wegesrand. Im Dorf war sie eine Ausgestoßene. Zu keiner Feier wurde sie eingeladen, keiner lieh ihr auch nur den kleinsten Betrag. Jeder wusste: Hazara kann ihn ohnehin nicht zurückzahlen. Heute schaut sie unbefangen in die Kamera. Sie hat es allen gezeigt. Im Projekt «Ein Leben lang genug Reis!» erhielt sie Schulungen in Viehhaltung, dann einen kleinen Kredit in Form einer Kuh, ermöglicht durch einen Spender in Deutschland. Dazu Hühner, und Samen für einen Nutzgarten. Ihren Kredit hat sie schon fast zurückgezahlt. Jeden Tag gibt es etwas Milch – und für das, was sie verkauft, erhält sie Reis und Linsen. Ihre Tochter muss sie nun nie mehr hungrig ins Bett schicken.

Das NETZ-Projekt gegen Kinder-Ehen hat im Jahr 2005 46 bereits vereinbarte Kinder-Ehen unmittelbar verhindert. Vor allem packt unser «Projekt gegen Kinder-Ehen» die Probleme an der Wurzel: mit einer umfassenden Aufklärung in einem ganzen Landkreis für Jugendliche, Eltern und Meinungsführer wie Bürgermeister, Leiter der HeiratsRegister, Ärzte und Lehrerinnen.

„Hat Dein Vater bereits ein Heirats-Angebot für Dich erhalten?“

Das Programm «Gerechtigkeit – für die Ärmsten in den Dörfern» Mittellose Menschen sollen ihr gutes Recht erhalten Recht haben und Recht erfahren ist zweierlei. Vor allem für die, die keine Macht haben. Wir machen sie stark. Weil die Menschenrechte für alle gelten. NETZ hat im Jahr 2005 unmittelbar 2.002 Menschen darin unterstützt, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Unser Programm „Gerechtigkeit – für die Ärmsten in den Dörfern“ hat 5.365 Frauen und Männer als „Beobachter zur Einhaltung von Menschenrechten“ in den Dörfern geschult. Sie schritten bei Gewalt gegen Frauen ein und organisierten Beistand für Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Projekte für Menschenrechte 2005

Mädchen wie Azma aus den ärmsten Familien sind am stärksten gefährdet, früh verheiratet zu werden. Ausbildung und eigenes Einkommen sind ein wirksamer Schutz.

Schulbildung NETZ hat im Jahr 2005 den Aufbau von 30 neuen Grundschulen gefördert: Denn Wissen ebnet nachhaltig den Weg aus der Armut. 40 Schulen haben den Unterricht fortgeführt.

Schodai geht zur Schule. Sein vierzehnjähriger Bruder und seine Eltern arbeiten für einen Hungerlohn und wollen, dass Schodai es einmal besser hat.

Ausbildung NETZ hat im Jahr 2005 für 98 junge Frauen eine Berufsausbildung ermöglicht: Mit ihren Kenntnissen am Computer und in Buchführung sind sie jetzt fit für die Entwicklungsarbeit. Für ihren Einsatz in den Dörfern haben sie Motorrad-Fahren gelernt.

NETZ

Es ist purer Zufall, dass wir mit unserer Tochter in Freiheit und Wohlstand leben und sie gute Bildungschancen hat. In Bangladesch wären wir vielleicht gezwungen, die 13Jährige verheiraten zu müssen, um überhaupt überleben zu können. Wir unterstützen das „Projekt gegen Kinder-Ehen“, weil NETZ den Mädchen Entfaltung und Berufsbildung ermöglicht. Es warten noch viele Mädchen auf Hilfe! Unterstützen auch Sie die Projekte von NETZ. Ursel und Georg Moser mit Katharina aus Tübingen spenden für das Projekt gegen Kinder-Ehen.

Partnerschaft Entwicklung Gerechtigkeit

Wer hat die Hilfe erhalten?

Projekt gegen Kinder-Ehen Aufklärung in 40 Jugend-Gruppen über Rechte, Pubertät und Gesundheit

852 Mädchen – und ihre Familien

50 Alphabetisierungs- und Aufklärungskurse

1.003 Mädchen – und ihre Familien

Ausbildung in Schneidern, Sticken, Bambus- 56 Mädchen, die Schutz vor Verarbeitung oder Batik Verheiratung brauchten Kampagne zu Folgen von Kinder-Ehen

in 44 Gemeinden

Monatliche Gespräche mit lokalen Meinungsmachern

Lehrer, Bürgermeister, Leiter der Heirats-Register, Geistliche

«Gerechtigkeit – für die Ärmsten in den Dörfern» Menschenrechtsarbeit in 12 Distrikten

in 73 Gemeinden

5.365 Frauen und Männer als „Beobachter zur Einhaltung der Menschenrechte“ geschult 443 Gemeinderatsmitgliedern gesetzlich verankerte Rechte vermittelt

133 Menschenrechtsverletzungen unterbunden 1.887 Menschen in Dorfgerichtsund Schieds-Verfahren unterstützt

815 Aufführungen durch MenschenrechtsTheatergruppen

Aufklärung für 427.731 Zuschauer

Weitere Informationen zu unserer Menschenrechtsarbeit erteilt Ihnen gerne Heike Spohr: spohr@bangladesch.org

Jahresbericht 2005 3


Oktober bis Mitte Dezember ist für die Ärmsten im Nordwesten Bangladeschs eine leidvolle Zeit: Es gibt keine Tagelohn-Arbeit auf den Feldern.

NETZ verbindet Menschen

Aktiv in Deutschland – wirkungsvoll in Bangladesch Die Ärmsten in Bangladesch brauchen Freundinnen und Freunde in Deutschland, die ihre Stimme für sie erheben. Doch nur ehrliche und präzise Information führt zu Solidarität. Das gilt für die breite Öffentlichkeit wie für politische Entscheidungsträger.

Katastrophenhilfe: Schnell, engagiert und effektiv Im Winter 2005 war die Situation dramatisch: Sämtliche Nahrungsreserven der letzten Ernte waren aufgebraucht. Aus Verzweiflung aßen die Menschen Unkraut und Viehfutter. Durchfall-Epidemien, für Kinder besonders gefährlich, breiteten sich aus. Unsere Winterhungerhilfe gab den Menschen sinnvolle Arbeit, keine Almosen: Sie schütteten Land auf, über den jährlichen Flutpegel – als Schutz vor künftigen Überschwemmungen! Vor allem Mütter, die ihre Kinder alleine versorgen müssen, erhielten unsere Hilfe. Katastrophenhilfe 2005 im Überblick

Aktion „Deine Stimme gegen Armut“

Wer hat die Hilfe erhalten?

Winterhungerhilfe Arbeit und Einkommen

2.460 hungernde Familien mit etwa 9.840 Mitgliedern

Aufschüttung über den Flutpegel

536 Wohnhütten, 23 Schulen, 25 öffentliche Plätze

Vernetzung und Dialog für Armutsbekämpfung und Menschenrechte

Vom Dorfrat in Bangladesch bis zu EU-Abgeordneten in Brüssel – NETZ tritt für eine bessere Politik ein: die ärmsten 20% der Bevölkerung sollen ihre Rechte erhalten und Menschenrechtler keinen Repressalien ausgesetzt sein. Durch NETZ finden ihre Forderungen in Deutschland und Europa Gehör.

Sieben Arbeitstage pro Woche, täglich bis zu 14 Stunden, für 3,25 Euro Wochen-Lohn. So produzieren Näherinnen in Bangladesch Shirts und Hosen für den deutschen Markt. Der Verdienst ist für sie lebensnotwendig.

NETZ hat im Jahr 2005 zu besseren Arbeitsbedingungen in der Textil-Industrie beigetragen – in der Kampagne für „saubere Kleidung“. Öffentliche Aufmerksamkeit und stete Gespräche bewirkten ein Umschwenken des Konzerns Tchibo im Jahr 2005. Entlassene Arbeiterinnen wurden wieder eingestellt. Sozialstandards werden jetzt überprüft.

Berlin, Siegessäule: Das weiße Band aus Wetzlar

Für Kinder wie Erwachsene

Was ist eigentlich Verwaltungsaufwand? „Für jeden Euro, der NETZ gespendet wird, helfen drei Euro den Menschen in Bangladesch zu einem Leben in Würde“. Wirksame Entwicklungsarbeit geht über die unmittelbare Unterstützung der Bedürftigen hinaus. Denn ihnen mangelt es nicht nur an Geld. Strukturen müssen aufgebaut werden, die Selbsthilfe möglich machen. Schulungen sind nötig. NETZ hilft solide – um Menschen von Entwicklungshilfe unabhängig zu machen. Dieses Konzept benötigt intensive Betreuung. Zusätzlich tut das NETZ-Team sein Möglichstes, um Zuschüsse für die Projekte zu erhalten. So können für jeden in Deutschland gespendeten Euro fast drei Euro für Bangladesch eingesetzt werden.

Eine bessere Politik einfordern

4 Jahresbericht 2005

Eine Aufschüttung über den Flutpegel ist wirksamer und nachhaltiger Katastrophenschutz.

In Wetzlar hat NETZ am internationalen „WhiteBand-Day“ das längste weiße Band Europas organisiert, von der Spitze des Domturms quer durch die Altstadt, mit der Aufschrift: „Deine Stimme gegen Armut“. Anschließend mahnte das Band in Berlin, dass täglich 24.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben. Die weltweite Aktion gegen Armut fordert mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit, einen gerechten Welthandel und Schuldenerlass für die armen Länder.

Manchmal streitet in Bangladesch mein Herz mit meinem Kopf. Ich möchte meine Taschen leeren. Und meine Schuhe der Vierzehnjährigen schenken, die in einem zerrissenen, viel zu kleinen Kleid barfuss über spitze Steine läuft. Hier prallt unser Konzept nachhaltiger Hilfe zur Selbsthilfe auf mein Mitgefühl. Sicher: meine Schuhe wären eine Hilfe. Doch was, wenn das Mädchen dadurch lernt, dass sie selbst nichts kann und stets auf die Hilfe anderer angewiesen ist? Einmal schenkte mir eine Frau strahlend und voller Stolz einen riesigen Kürbis und meinte, dies sei mein Kürbis. Auf meinen irritierten Blick hin sagte sie, dass sie schließlich die Samen von NETZ hätte. Und nun hätte sie trotz des kargen Bodens jeden Tag etwas zu essen. Und wer hätte es ihnen im Dorf beigebracht? Na das Projekt! Also sei es mein Kürbis … Gisela Bhatti, Bildungsreferentin bei NETZ. Sprechen Sie sie an, wenn Sie eine Aktion planen oder Fragen zu Ihrer Spende haben: Tel. 06441 / 26585 oder bhatti@bangladesch.org

NETZ

Vorträge, Ausstellungen und Projektwochen in Schulen, EineWelt-Initiativen und Kirchengemeinden vermittelten Einblicke in die Lebensrealität Bangladeschs. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2015 die weltweite Armut zu halbieren, wurde verständlich. Über 1.700 Menschen hat NETZ dadurch im Jahr 2005 ganz persönlich erreicht.

Dokumentarfilm „Vom Kochen und Weinen“ Drei Frauen auf ihrem Weg aus der Armut – im Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ erhielten sie Startkapital und Schulungen. Die Kameraführung auf Augenhöhe der Frauen macht deutlich, dass ihr Leben jetzt weit mehr ist als Kochen und Weinen. Die DVD ist bundesweit in allen Landesverleihstellen für Unterricht erhältlich.

Junge Menschen im Einsatz vor Ort

Dokumentarfilm „Wenn Schodai lernt, wird’s laut“

Zwölf junge Menschen arbeiteten 2005 in Bangladesch mit. Verändert kamen sie von ihrem 11-monatigen Freiwilligendienst zurück. Sie schauen die Welt nun aus dem Blickwinkel der Menschen an, die sonst nur in Statistiken als anonyme Masse der Armen auftauchen. Diese Erfahrungen setzen sie um. In Vorträgen und Projektwochen, die sie nach der Rückkehr organisieren.

Der Film lässt Kinder eintauchen in das Leben des achtjährigen Schodai. Die Kamera begleitet ihn vom morgendlichen Waschen an der Pumpe bis in seine Schule. Dort geht es mitunter recht laut zu – mit Feuereifer sind alle Klassenkameraden dabei. Die beiden NETZ-Freiwilligen Urs Krüger und Béla Hill haben das Porträt gedreht.

Eine der zwölf NETZFreiwilligen: Agata Gornicki

Die Zeitschrift NETZ ist die Informationsquelle zu Bangladesch in deutscher Sprache. Die Themen 2005 waren: „Hautnah – Mode made in Bangladesh“, „Wasser“ und „Das Recht auf Nahrung“. Schodai führt durch das bunte Kinder-Heft „Unsere Welt ist Deine Welt“. Dazu gibt es ein Sonderheft für Pädagogen.

Partnerschaft Entwicklung Gerechtigkeit

Energien bündeln im Bangladesch-Forum NETZ legt Wert darauf, die Arbeit für Bangladesch mit anderen Organisationen abzustimmen und mit ihnen gemeinsam für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Im Bangladesch-Forum wirken zum Beispiel amnesty international, Brot für die Welt, Misereor und der Evangelische Entwicklungsdienst mit. NETZ ist mit der Geschäftsführung des Netzwerkes beauftragt, das im Jahr 2005 viele Gespräche führte, unter anderem mit Bundestagsabgeordneten und Vertretern der EU, des Entwicklungsministeriums und des Auswärtigen Amts.

Jahresbericht 2005 5


Einnahmen zweckgebunden zu verwenden für

Finanzbericht 2005 Einnahmen

in €

in %

Spenden

357.167,75

Mitgliedsbeiträge Staatliche Zuschüsse Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

34,5

8.448,88

0,8

510.172,69

49,2

Bangladesch 315.789,08

Deutschland 41.378,67 8.448,88

430.929,00 25.510,00

Bundesamt für Zivildienst

25.386,69

25.386,69

Land Hessen

11.500,00

Land Baden-Württemberg

14.500,00

14.500,00

11.053,00 15.317,76

Katholischer Fonds Eine Welt

2.950,00

Kindermissionswerk/Sternsingeraktion

7.549,64

2.521,00 7.000,00

Zuschüsse privater Organisationen

2.950,00 7.549,64 11.346,00

84.835,02

AK 5% Düsseldorf

4.155,50

Aktion Selbstbesteuerung, Stuttgart

1.000,00

8,2 1.000,00 56.199,52

Initiative Bangladesch, Aachen

6.180,00

6.180,00

Kinderhilfswerk, Hamburg

9.000,00

9.000,00

Kinder in die Mitte, Erkelenz

5.000,00

5.000,00

Stiftung Umverteilen, Berlin

3.000,00

3.000,00

300,00

Beiträge von Teilnehmerinnen und Teilnehmern 4.148,31 Verkäufe Zeitschrift und Medien (wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb) 5.535,19 Zinserträge 871,57 Bußgelder von hessischen Gerichten 14.800,00 Erstattungen 264,52 Gesamt-Einnahmen 1.036.981,33

Projekt gegen Kinder-Ehen

203.345,29

21,6

124.705,29 78.640,00 25.000,00

Vernetzung und Dialog für Armutsbekämpfung und Menschenrechte Projektfindung, Qualitäts- und Finanzmanagement

2,6

34.812,39 59.508,40

Entwicklungspolitische Arbeit in Deutschland

3,7 6,3

171.406,91

Bildungsarbeit

40.530,48

4,3

Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für Bangladesch Zeitschrift Spender/innen-Kommunikation und Spendenwerbung

47.619,61 27.025,62 56.231,20

5,1

Freiwilligenarbeit in Bangladesch NETZ-Organisation: Verwaltung und Vereinsarbeit

300,00

0,4 0,5 0,1 1,4 0,0 100,0

38,5

307.877,00 18.489,00 36.026,00

Menschenrechtsprojekte Menschenrechte auf Dorfebene

362.392,00

Entwicklungspolitisches Dialog- und Lernprogramm

4.155,50

56.199,52

Stiftung Mitarbeit, Bonn

4.053,00 15.317,76

11.346,00

Bildung für Kinder und Erwachsene

in %

590.737,29

Katastrophenhilfe

4,9

2.521,00

Evangelischer Entwicklungsdienst

1.500,00

2.347,00

50.737,40

Brot für die Welt

Entwicklungshilfeklub, Wien

10.000,00

2.347,00

Zuschüsse kirchlicher Institutionen

Misereor

Finanzielle Beiträge zu Projekten

Gesundheit: Projekt gegen Müttersterblichkeit

25.510,00

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden

Entwicklungszusammenarbeit mit Bangladesch

Ernährung: Ein Leben lang genug Reis 430.929,00

in € 685.058,08

Entwicklungsprojekte für die Grundbedürfnisse

inWEnt

Stadt Krefeld

Ausgaben

2,9 5,9

53.269,66 53.269,66

5,6

32.554,25 Gesamt-Ausgaben 942.288,90 Jahresüberschuss, übertragen auf 2006 94.692,43 Zusammen 1.036.981,33

3,5

100,0

Der Wirtschaftsprüfer Kurt Wenzel, Braunfels, hat am 22. 6. 2006 die Bücher von NETZ geprüft. Er bescheinigt einen ordnungsgemäßen Jahresabschluss.

4.148,31 5.535,19 871,57

858.021,31

14.800,00 264,52 178.960,02

Aktionen und Veranstaltungen 2005 in Deutschland für NETZ

NETZ und die Projekte in Bangladesch

Ausgaben 2005 in % für Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitische Arbeit

6 Jahresbericht 2005

NETZ NETZ

Partnerschaft Entwicklung Gerechtigkeit

Jahresbericht 2005 7


Teilen Sie uns Ihre Anregungen mit. Fragen Sie uns. Wir freuen uns darauf!

Das NETZ-Team: Wir setzen uns gemeinsam mit Ihnen für mehr Gerechtigkeit ein. Tel. 0 64 41/265 85 NETZ@bangladesch.org

Von links nach rechts: Heike Spohr, Projekt-Referentin Ingo Ritz, Geschäftsführer Niko Richter, Referent Freiwilligendienste Dirk Saam, Referent Entwicklungspolitik Gisela Bhatti, Bildungsreferentin Peter Dietzel, Projekte und Öffentlichkeitsarbeit Hildegard Wenzel, Buchführung

Zufällig flatterte uns eine Einladung ins Haus und wir gingen hin. Rokeya Begum aus Bangladesch erzählte über ihre Arbeit für besonders arme Frauen. Das Konzept überzeugte uns – und ebenso, dass jeder unserer Spenden-Euros in dem NETZ-Projekt durch das deutsche Entwicklungsministerium verdreifacht wird. Wir engagieren uns für fairen Handel: jede Tasse Kaffee zeigt uns, dass arme Menschen nicht Almosen brauchen, sondern Arbeit, bei der

sie genug fairdienen. Mit Biertisch und Sackkarre hat es angefangen. Um mehr Menschen zu erreichen, haben wir einen mobilen Verkaufsstand geschaffen, den ‚Weltladen auf Rädern‘. Die Erlöse fließen in das NETZ-Projekt ‚Ein Leben lang genug Reis‘. Unser Ziel: für jeden der 3.343 Einwohner in Hirschau möchten wir einen Menschen in Bangladesch unterstützen. Unser Spendenbarometer zeigt: bis heute haben wir schon 930 Menschen geholfen! Von unserer Verkaufsluke aus knüpfen wir unsere Verbindungen immer weiter: Aktive in Gemeinden, Schulen und Begegnungsstätte treten ein für Bangladesch. Alle sollen es wissen: Jeder kann etwas gegen Armut tun! Gemeinsam, gezielt und mit NETZ. Uta Ludwig, NETZ-Aktionsgruppe Tübingen-Hirschau

38 €

Mit dieser Spende können Sie eine kleine Welt bewegen.

Jedes Kind hat das Recht zu lernen! Mit 38 € können wir ein Kind in unser Schul-Programm aufnehmen. Es erhält die Chance, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen – und kann die Armut dauerhaft überwinden. Bitte machen Sie mit!

8 Jahresbericht 2005

Moritz-Hensoldt-Str. 20 D-35576 Wetzlar Tel.: 064 41/2 65 85 Fax: 064 41/2 62 57 E-Mail: NETZ@bangladesch.org www.bangladesch.org Spendenkonto 10 77 88 0 Volkbank Wetzlar-Weilburg BLZ 515 602 31 NETZ ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind von der Steuer absetzbar.

Konzeption/Text: Gisela Bhatti, Peter Dietzel Grafik: Christian Bauer, Düsseldorf (www.das-gestaltungsbuero.de) Druck: Druckkollektiv Gießen Auflage: 8.000 P apier: 100% Recycling

Weltladen Tübingen-Hirschau: Gerechtigkeit hat Vorfahrt!

NETZ Bangladesch Jahresbericht 2005  
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