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Ausgabe 48

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Dr. Michael Grandt

Ronald Stöferle Notenbanken drucken sich raus

Frank Schäffler

Europäische ­Einlagenverunsicherung

Bild: Studio Kohlmeier Berlin

Bild: Stöferle

Bild: Depositphotos, Nomadsoul1

Deutschland im Würgegriff des Euro


TSO-DNL Active Property, LP

Bilder: TSO New Greensboro & Sterling Pointe, Atlanta- zwei Immobilien aus dem TSO-DNL Active Property, LP

Der DNL Real Invest AG ist es gelungen, seit November 2014 mit der Vermögensanlage TSO-DNL Active Property, LP das beste Geschäftsergebnis ihrer fünfzehnjährigen Firmenhistorie erzielt zu haben! DNL Real Invest AG platzierte mit ihren Geschäftspartnern bis Beendigung des öffentlichen Angebotes am 08.07.2016 gut 203 Millionen US Dollar. Allein im ersten Halbjahr 2016 platzierte die DNL Real Invest AG davon 100 Millionen US Dollar. Wir arbeiten mit Hochdruck am Nachfolgeprodukt. DNL Real Invest wird in Zukunft auch US-Direktinvestments anbieten.

Unsere Erfolgsstory geht weiter!

DNL REAL INVEST AG // AM SEESTERN 8 // 40547 DÜSSELDORF // TEL.: 0211 - 52 28 71 0 // INFO@DNL-INVEST.DE // WWW.DNL-INVEST.COM


Editorial

BLM

Martina Schäfer Redakteurin bei Sachwert Magazin

consult

Bild: Schäfer

— MEHR ERFOLG DURCH —

Editorial Nach dem Brexit der Dexit?

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Entgeltoptimierung Versorgungswerke Sachwertstrategien

Dr. Michael Grandt hat es in deutlichen Zahlen: Der Euro ist nicht etwa der reine Segen für Deutschland, sondern wir bezahlen auch kräftig dafür. Natürlich, als eines der wirtschaftsstärksten Länder Europas können wir so einiges stemmen. Aber kann Deutschland sich den Euro überhaupt noch leisten? Und wie lange noch? Frank Schäffler schlägt in die gleiche Kerbe und fordert die Eigenverantwortlichkeit der Länder um mehr Sicherheit zu erreichen. Der derzeitige „Schönwetterregenschirm“ taugt seiner Meinung nach noch nicht einmal um die schlimmsten Folgen einer Krise abzudämpfen. Die EZB betätigt sich laut Ronald Stöferle derweil eifrig an der Druckerpresse um mehr und mehr Geld in den Euroraum zu pumpen. Wir schwimmen sozusagen auf einer künstlichen Geldwelle vor unseren Problemen davon. Nur, wie lange geht das gut, wann wird die Blase platzen?

• Wir schaffen mehr Liquidität, das heißt höheres „Netto vom Brutto“ für die Mitarbeiter. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre. Ihre Martina Schäfer Redakteurin

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BLM Consult GmbH Betriebliches LohnkostenManagement www.blm-consult.de info@blm-cnsult.de SACHWERT MAGAZIN      4/2015

Telefon 0 9175-90 76 80 Amselstraße 4 . 91174 Spalt


Geldpolitik

Ronald Stöferle: Die Notenbanken wollen sich rausdrucken Bild: WTV

Die Gefahr, von der durch die EZB angekurbelten Inflation überrollt zu werden, steigt.

Ronald Stöferle, Fondsmanager bei der Incrementum AG, Lichtenstein, im Gespräch mit Manuel Koch, Chefredakteur bei Wirtschaft TV.

Herr Stöferle, wir sehen ja, wie die EZB gegen Inflation kämpfen will, aber so richtig sind die Maßnahmen noch nicht angekommen. Noch nicht, aber Inflation ist immer ein steter Prozess und kein singuläres Event. Meiner Meinung nach wurde das Fundament quasi bereitet für steigende Inflationsraten. Die EZB sagt ja auch ganz bewusst, sie drucken solange, bis Inflation wirklich entstehen wird und ich glaube, sie werden damit auch Erfolg haben. Beim Zurückfahren der diversen QE-Programme sind wir nicht unbedingt einer

Meinung. Die EZB glaubt ja, dass man die Inflation wie einen Thermostaten steuern kann, da bin ich mal mit einem Blick auf die Geschichte, auf historische Inflations­ perioden, sehr skeptisch. Also meiner Meinung nach wird die steigende Inflation heuer wieder zum Thema. Wir sehen das bereits bei den Edelmetall­märkten, die höhere Inflation einpreisen und den inflationsgeschützten Anleihen. Insofern wird die EZB ihr Ziel wahrscheinlich erreichen aber meiner Meinung nach gibt es eine große Gefahr, dass sie deutlich überschießen wird.


Geldpolitik

Das komplette Interview finden Sie unter www.Wirtschaft TV.com

Wenn Herr Draghi denn alles machen will, bekommen wir jeder noch ein paar Tausend Euro Helikoptergeld überwiesen? Dragi hat selbst gesagt, dass er es für eine sehr interessante Idee hält, aber Helikoptergeld ist der letzte Strohhalm, an den sich die Geldpolitik dranhängt. Früher oder später wird es kommen, da bin ich sehr sicher, man wird es vermutlich anders nennen. People’s QE beispielsweise ist ein Synonym dafür, ist aber genau das gleiche. Meiner Meinung nach werden auch sehr große, staatlich geförderte Infra­strukturprojekte kommen, das heißt, fiskalische Stimuli werden wieder deutlich stärker werden. Vor zwei Jahren hätten wir in einem Gespräch gesagt, negative Zinsen, das kann es nicht geben, darf es nicht geben. Mittlerweile ist es Usus in fünf Währungsräumen. Meiner Meinung nach wird es auch in den USA früher oder später negative Zinsen geben. Die Frage ist nur, wie stark man ins negative Terrain gehen kann. Vier Prozent, fünf Prozent – wann setzt dann wirklich die Panik ein. Daran erkennt man schon, die Geldpolitik ist eigentlich mit ihrem Latein am Ende und das ist jetzt reine Verzweiflung.

Meinung nach im Moment sehr viel ein. Letztes Quartal 2015 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent, erstes Quartal 2016 um die 0,3 Prozent. Also brüllend läuft die US-Konjunktur nicht unbedingt. Insofern denke ich, dass die Risiken einer Rezession sehr, sehr groß sind. Wir wissen, was Notenbanken und Politik wollen, wenn wir in eine Rezession reinschlittern: sie wollen sich daraus rausdrucken und deshalb glaube ich, dass sie wieder deutlich expansiver werden müssen. Wie sieht es denn bei Gold aus? Ist das der sichere Hafen? Gold ist sicherlich in diesem Umfeld, das von monetären Experimenten geprägt ist, eine sehr gute Alternative. Das sollte in diesem Umfeld übergewichtet werden. Physisch meiner Meinung nach oder in Form von Minenaktien. Die haben natürlich ein anderes Risikoprofil, aber hier haben wir im ersten Quartal wirklich gesehen, dass das Gold eindeutig wieder in einem Bullmarkt handelt und die Minenaktien extrem stark sind. Ich weiß aus Gesprächen mit institutionellen Investoren, mit großen Fonds-Managern, Vermögensverwaltern etc., da wartet enorm sehr viel Geld an der Seitenlinie. Die meisten waren bei dem Move im ersten Quartal nicht dabei und wollen jetzt eigentlich in jede Korrektur hineinkaufen. Also insofern glaube ich wirklich an eine Renaissance von Gold und je negativer die Zinsen werden, desto besser natürlich das Umfeld für Gold, desto positiver sind quasi die Realzinsen für Gold.

Die Geldpolitik ist ­eigentlich mit ihrem Latein am Ende und das ist jetzt reine ­Verzweiflung.

Also keine weitere Zinserhöhung in den USA? Nein, definitiv nicht. Mich hat die eine Zinserhöhung ehrlich gesagt gewundert. Die Amerikaner haben Anfang des Jahres noch gesagt, dass es vier Zinserhöhungen geben wird. Das halte ich für ausgeschlossen. Wir werden früher oder später wahrscheinlich eine Zinssenkung und eine neue Runde von Quantitative Easing sehen. Wenn man sich die Market CoreIndikatoren anschaut, drückt sich meiner

Ronald Stöferle, vielen Dank für diese Einblicke.

+49(0)841 981601320


Gastbeitrag

Deutschland im Würgegriff des Euro „DEXIT jetzt!“ fordert Dr. Michael Grandt

Bild: Grandt

Jeder spricht über den BREXIT. Politiker „bedauern“ die Entscheidung des britischen Volkes und betiteln den Tag des Referendums gar als „schwarzen Tag“ für Europa. Soviel zum Demokratieverständnis! Natürlich haben die EU-Elit-Politiker jetzt Panik. Panik, dass auch andere Bürger aus der EU raus wollen. Deshalb wiederholen „Experten“, Finanzpolitiker und Medien mantragleich: „Der Euro ist gut für Deutschland“. Doch das ist die größte Polit-Lüge aller Zeiten. Ich BEWEISE es Ihnen anhand von Fakten: Der »Trick« mit den finanziellen Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der EU ist alt: Man sagt Ihnen immer nur einen kleinen Teil. Eine Gesamtrechnung gibt es nicht. Serviert man Ihnen diese Häppchenweise, sehen die einzelnen Posten gar nicht mehr so hoch aus. Man kann Ihnen damit sogar noch verkaufen, dass wir von der EU profitieren würden. Ich habe lange gebraucht, um alle Kosten die uns durch die EU entstanden sind und die uns die EU kostet, vernünftig zu recherchieren. Vergessen Sie die Credos unserer Politiker und Mainstreammedien: »Der Euro ist gut für Deutschland« und »Deutschland profitiert vom Euro«. Denn der Euro kostet uns weit mehr, als er uns nützt. Was könnten wir in unserem Land mit diesen 2,8 Billionen Euro nicht alles anstellen: Schulen, Straßen, Kindergärten, Altenheime, Pflegeheime und so weiter. Lassen Sie sich also nicht mehr anlügen!

Der Autor Dr. Michael Grandt ist Finanzstrategieberater, Publizist, Dozent und Fach­berater für Wirtschaft, Finanzen, Politik und Zeitgeschichte.

Quellen: (1) Target-Verbindlichkeiten sind Nettoforderungen der deutschen Bundesbank gegenüber anderen Notenbanken im Eurosystem. (2) http://www.wiwo.de/politik/europa/verdaechtige-target-salden-hans-werner-sinn-warnt-voritalien/11225338.html (3) Bis September 2016 werden von der EZB insgesamt 1.140 Milliarden Euro an Staatsanleihen angekauft; Deutschland haftet an der EZB mit 27,9 %(http://www.wiwo.de/politik/europa/ezbkauft-staatsanleihen-der-euro-wird-zur-weich-

Gesamtrechnung:

Das kostet uns die EU

(nur deutscher Anteil in Mrd. Euro)

Target-Forderungen (1) der Bundesbank

750,0

(2)

Haftung für EZB-Staatsanleihenkäufe

318,0

(3)

Maximaler Garantieanteil EFSF

211,0

(4)

21,7

(5)

168,3

(6)

15,3

(7)

Erstes Griechenland-Rettungspaket (2010)

    15,2

(8)

Deutsche IWF-Hilfe 1. Griechenlandpaket

        1,2

(9)

38,3

(10)

0,7

(11)

Bareinzahlung ESM Garantien ESM EU-Einlagensicherungsfonds (SRM)

2. Griechenland-Rettungspaket (2012) Deutsche IWF-Hilfe 2. Griechenlandpaket Überbrückungskredit vor dem 3. Griechenland-Rettungspaket 3. Griechenland-Rettungspaket (2015-2018) Geplanter Beistandspakt für Nicht-Euro-Länder

1,6

(12)

23,22

(13)

10,0

(14)

6,0

Einlage in die EZB Nettoeinzahlung in die EU (Differenz Ein- und Auszahlung): Vermögensverlust durch den niedrigen Euro Wohlstandsverlust durch Wirtschaftswachstums­rückgang und deutsches Geld zur Bezahlung der Leistungsbilanz­ defizite anderer EU-Länder: Kosten für Flüchtlinge, weil andere EU-Staaten zu wenige oder gar keine aufnehmen

170,6

(15)

53,0

(16)

1.000,0

(17)

20,0

(18)

Bisherige Gesamthaftung Deutschlands: 2,82 Billionen € waehrung/11270104.html; http://www.wiwo. de/politik/europa/ezb-kauft-staatsanleihen-dereuro-wird-zur-weichwaehrung/11270104.html) (4) http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/ DE/Themen/Euro/EFSFundESM/esm_efsm_efsf/_ node.html (5) Ebd. (6) Ebd. (7) Bis 2024 sollen 55 Mrd. Euro in dem Fonds gesammelt werden, dt. Anteil: 27.9%; http://www. bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Europa/Stabilisierung_des_Euroraums/Bankenunion/ Bankenabwicklung/bankenabwicklung.html (8) http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/ eu/id_74747006/hilfen-fuer-griechenland-sogross-ist-der-deutsche-anteil.html (9) Deutschland hält 6,12% Kapitalanteile am IWF; die IWF-Hilfe betrug 20,1 Mrd. Euro (10) http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/ eu/id_74747006/hilfen-fuer-griechenland-sogross-ist-der-deutsche-anteil.html (11) http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/ eu/id_74747006/hilfen-fuer-griechenland-sogross-ist-der-deutsche-anteil.html

(12) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspakete-101.html (13) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspakete-101.html (14) EU: 50 Milliarden Euro; Wirtschaftswoche Nr. 7 vom 9. Februar 2013 (15) Bisher hat Deutschland 383,6 Milliarden in die EU einbezahlt und über Subventions- und Fördertöpfe sowie Regional- und Strukturfonds rund 213 Milliarden Euro zurückerhalten (http://www. faz.net/aktuell/wirtschaft/nettozahler-deutschland-die-melkkuh-der-eu-12057983.html) (16) Stand 2016: Bis 2014 23 Milliarden Euro, dazu kommen jährlich 15 Milliarden Euro http://www.focus.de/finanzen/boerse/80-prozentkaufkraftverlust-wie-sich-das-geld-der-deutschenlangsam-aufloest_id_4268471.html (17) Eigene Recherche und Schätzung (das Wirtschaftswachstum betrug bis zur Einführung des Euro von 1960-2001 durchschnittlich 2,9% p.a., danach im Schnitt nur noch 0,9% p.a. Ein Verlust von jährlich 2%!) Quelle: Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts, Statistisches Bundesamt) (18) Eigene Recherchen, Schätzung nur für 2016


Kommentar

Europäische Einlagen­Verunsicherung

Bilder: Studio Kohlmeier, Berlin

Eine europaweit kollektive Haftung birgt uneinschätzbare Risiken Ein Appell für die finanzielle Eigenverantwortlichkeit der Länder

Frank Schäffler war für die FDP von 2005 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2015 gründete er die ­liberale Denkfabrik Prometheus – Das Freiheitsinstitut

Seit dem 15. September 2008 ist alles anders. Seitdem erpressen die Banken die Politik. Seitdem ist die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers gleichbedeutend mit dem Höllenschlund. Notenbanker und Politiker blicken seitdem bei jeder neuen Bankenschieflage „in den Abgrund“. Jedes Mal scheint die Welt unterzugehen oder der Himmel auf den Kopf zu fallen. Seit Lehman ist die Allzweckwaffe die Bankenrettung um jeden Preis. In der ersten Phase geschah dies noch durch Garantien, Bürgschaften und Hilfsgelder des jeweiligen Staates. Schon in der zweiten Phase reichten die Verschuldungsmöglichkeiten dieser Länder nicht mehr aus. Supranationale Hilfen wurden notwendig. IWF und der Euro-Club mussten einspringen. Deren Hilfen waren und sind letztlich Schattenhaushalte, die eine neue Verschuldungsebene ermöglichen. Das ist verführerisch, denn es nimmt den Druck im Heute und verschiebt die Lasten auf ein fernes Morgen. Nichts ist für eine Regierung attraktiver als das. Ein „free lunch“, der die Wahlperiode überdauert. Vergemeinschaftung der euro­ päischen Sparvermögen Doch niemand sollte die vermeintlichen Retter unterschätzen. Ihr großes Bild geht

weit über die Steigerung der eigenen Verschuldung hinaus. Es geht im weiteren auch um die Vergemeinschaftung der Sparvermögen in Europa. Dazu dient die dritte Phase der Bankenrettung – die Einlagensicherung. Sie soll den Bankrun verhindern. Der schnelle Abzug von Einlagen bringt eine Bank nämlich schnell in Schieflage. Der Grund liegt im Geldsystem begründet. In diesem System schaffen Banken aus dem Nichts neues Geld nur dadurch, dass sie Kredite vergeben. Diesen Krediten stehen faktisch keine Sparprozesse an anderer Stelle gegenüber. Weniger als zehn Prozent des umlaufenden Geldes sind daher Bank­ noten. Der überwiegende Rest ist Giralgeld beziehungsweise Buchgeld. Zweifeln Einleger an der Fähigkeit einer Bank, jederzeit ausreichend Bank­noten auszahlen zu können, kommt es zur Schieflage und alle wollen ihre Konten räumen. Die Schieflage verschärft sich und reißt vielleicht sogar andere Banken mit. Die HerstattPleite 1974 war die Geburtsstunde der Einlagensicherung. Die Frankfurter Privat­ bank hatte sich mit Devisen­geschäften verspekuliert. Seitdem gibt es ein System der kollektiven Sicherheit in Deutschland. Kommt eine Bank in Schieflage rettet eine Ausfallversicherung die Einlagen der Sparer. Die privaten Banken sicherten nun

über diese Ausfallversicherung jedem Sparer seine Einlagen bis zu einer Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. Die Höhe der Ausfallversicherung sollte jeden Zweifel beseitigen, dass jemals wieder Einleger, die letztlich Gläubiger gegenüber der Bank sind, bei einer Bankenschieflage ihr Geld verlieren. Über 40 Jahre hat das gut funktioniert. Doch als die kleine deutsche Tochter von Lehman Brothers ebenfalls 2008 Pleite ging, konnte der Einlagen­sicherungsfonds der privaten Banken dieses Versprechen nur durch die stille und heimliche Hilfe der Bundesbank erfüllen. Die Entschädigungssumme waren schlicht zu hoch. Alle Beteiligten machten damals um den Sachverhalt nicht viel Aufsehen. Keiner wollte an dem bewährten System der Einlagensicherung in Deutschland Zweifel hegen. Doch bis heute hat sich das Einlagensicherungssystem der privaten Banken nicht wirklich erholt. Einlagensicherungssysteme ein Schönwetterregenschirm Die Schieflagen der Landesbanken in Deutschland hat auch die Sparkassenorganisation an die Grenze ihrer Belastbarkeit geführt. Der Bankenrettungsfonds Soffin musste 2008 und in den Folgejahren mehrere Landesbanken stützen, die Teil


Kommentar des Haftungsverbundes der öffentlichrechtlichen Bankensektors waren. Lediglich die Genossenschaftsbanken kamen bislang ungeschoren davon. Einlagensicherungssysteme funktionieren nur bei schönem Wetter. Kommt leichter Regen und Wind auf, reichen sie nicht aus, müssen staatlich gestützt oder kollektiviert werden. Letzteres geschieht jetzt. Eine Billion Euro an faulen Krediten in den Bilanzen der Banken hat das Ausfallrisiko in den letzen Monaten erhöht. Deshalb strebt die EU-Kommission eine Ausfallversicherung für alle Banken in Europa an. Nicht mehr nationale Sicherungssysteme sollen nationale Banken sichern, sondern ein europäischer Sicherungsfonds soll alle Einlagen in Europa gleich sicher machen. Eine neue europäische Illusion entsteht.

Das Gegenteil ist der Fall. Werden in einem zentralen System Fehler gemacht, zu wenig oder zu viel Geld für die Versicherung eingesammelt, zu schlecht kontrolliert oder zu viel Bürokratie den Banken aufgeladen, dann haften alle für die Fehler dieser zentralen Planwirtschaft. Ein Wettbewerb der Ideen, auch ein Systemwettbewerb findet nicht statt. Alle müssen dann Fehlentscheidungen, Fehlentwicklungen oder ein zu spätes Korrigieren der Zentrale ausbaden. Natürlich können die zentralen Planer auch zufällig einmal richtig liegen. Doch kein Beamter, kein Bürokrat und kein Regulierer können von Lappland bis Andalusien von Nordirland bis Kreta wissen, welche Risiken auf die Banken und damit indirekt auf die Einleger in Zukunft zukommen.

Alle tragen an Fehlentscheidungen mit Schon heute funktionieren die nationalen Systeme nicht oder nur sehr schlecht. Jetzt sollen 19 Systeme, die entweder gar nicht, nur auf dem Papier oder schlecht funktionieren zu einem System zusammengefaßt werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass dies besser funktioniert? Wahrscheinlich entsteht nicht eine europäischer Einlagensicherung sondern eine europäische Einlagenverunsicherung. Der Denkfehler ist, dass die Regulierer in Brüssel glauben, je größer die Versicherung, desto stabiler das System.

Finanzielle Eigenverantwortlichkeit der Länder schafft Sicherheit für ­Europa Werden dagegen Fehler individuell verantwortet, dann haften die Beteiligten selbst und kein anderer. Das ist bitter und kann auch vielfach existenzvernichtend sein. Jedoch lernen alle Anderen aus dem Schicksal desjenigen, ändern ihr künftiges Verhalten und sind auch deshalb individuell erfolgreich. Das ist das Wesen und die Faszination der Marktwirtschaft. Eine Kollektivhaftung der Sparer und Steuerzahler passt dazu nicht.

Mal nachdenklich, mal fröhlich, aber immer konzentriert bei der Sache: Frank Schäffler


Bilder: Depositphotos, PhanuwatNandee, anclave

Investment Anzeige

Orangenplantagen in Paraguay

Konservative Investition mit hohen jährlichen Erträgen

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Anzeige Investment Agri Terra auf dem Sprung in die Top-5 der dortigen Produzenten von Zitrusfrüchten. Besonders hervorzuheben ist, dass Agri Terra seit einigen Jahren ausgesuchte Inves­toren einlädt, sich am lukrativen und vor allem zukunftsträchtigen Agrarsektor zu beteiligen. Paraguay – ideales Umfeld für ­Orangenplantagen Der Bedarf an Orangen ist in Paraguay enorm und exponentiell wachsend. Supermärkte schießen landesweit wie Pilze aus dem Boden, der Neubau von Hotelprojekten boomt, und große Saft- und Limonadenhersteller erschließen sich laufend neue Exportmärkte. Die heimische Zitrusproduktion kann kaum Schritt halten und der große Nachbar Brasilien, der weltgrößte Orangenproduzent, gibt kaum etwas ab. Denn dort wird nahezu die gesamte Orangenproduktion für die Herstellung von Saftkonzentrat verbraucht. Der Import von qualitativ hochwertigen Zitrusfrüchten aus Argentinien ist die einzige verbleibende Alternative, jedoch für paraguayische Unternehmen teuer, zudem langwierig und umständlich. Dennoch importiert Paraguay über 85 % seines Orangenbedarfs aus dem westlichen Nachbarland. Konservative Investition mit ­dynamischer Komponente Anleger der Agri Terra Gruppe erwerben in Paraguay eigene, im Grundbuch auf den

Namen des Investors registrierte, Landflächen. Das Landeigentum gehört weltweit, so auch in Paraguay, zu den tendenziell eher konservativen Anlageformen, mit der ein Anleger eine nachhaltige Werterhaltung sowie kontinuierlichen Wertzuwachs erreichen möchte. Jedoch kommt bei dem Angebot des deutschen Agraranbieters eine dynamische Komponente hinzu. Das Unternehmen bewirtschaftet die von Investoren erworbenen Flächen gemeinsam mit den eigenen Ländereien im Rahmen einer großen, professionell entwickelten Orangenplantage. Durch den Ein Orangenbaum trägt 25 Jahre Verkauf der geernteten Früchund länger Früchte. Ist die fruchtte, der per Abnahmegarantie bare ­Lebensphase vorbei, bringt gesichert ist, werden sehr stattsein Holz eine satte Schlusszahlung. liche Einnahmen erzielt. Diese führen nach Abzug der zugehörigen Kostenkomponenten zu ebenso stattlichen Renditen. Dabei produzieren die gepflanzten Orangenbäume für minkaufkosten zwischen 15.200 USD und destens 25 Jahre Früchte. Im Anschluss 18.800 USD pro Einzelparzelle ist dies kann der Baumbestand veräußert wereine ausgesprochen lukrative Investitiden, was nochmals zu einem außeroron. Vor dem Hintergrund des im Grunddentlichen Ertrag aus dem Holzverkauf buch abgesicherten Landbesitzes im führt. Später ist eine erneute Bepflanzung stabilen, wirtschaftlich immer stärker werebenso möglich wie eine Nutzung der zudenden Paraguay, darf diese Anlage als gehörigen Flächen als Bauland. konservativ­-sicher angesehen werden. Mindestens 4.000 Einzelparzellen möchAuch die Umwelt freut sich bei diesem te Agri Terra im Rahmen des bereits beProjekt über viele neue Bäume und die gonnen Orangen-Projekts veräußern. Ein Ansiedelung von Bienenpopulationen. Anleger darf in der Spitze mit jährlichen Hohe Renditen mit Sicherheit und gutem Rückflüssen zwischen 4.600 USD und Gewissen sorgen dafür, dass das Geschäft 5.200 USD rechnen. Basierend auf Ander Agri Terra boomt.

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Wertverlust zu schützen. Wenn wir dann noch eine attraktive Rendite erzielen, haben wir unsere Aufgabe vollends erfüllt. Mein Tipp: Geld verdienen am ­boomenden Onlinehandel Schrei vor Glück: Täglich werden deutschlandweit mehr als 8 Mio. Pakete zugestellt. Mit einem Direktinvestment in Wechselkoffer können jetzt auch Privatinvestoren am boomenden Onlinehandel partizipieren. Wechselkoffer sind Transportaufsätze auf Lkws, die auf vier ausklappbaren Beinen vor die Laderampe bei Lieferanten oder Umschlaglagern abgestellt werden können. Speditionen lieben diese Boxen, weil die Kraftfahrer nicht warten müssen und die Zugmaschinen optimal genutzt werden können. Der Markt wächst seit Jahren viel stärker als der Rest der Wirtschaft. Unser Partner für Direktinvestments in Wechselkoffer ist das Hamburger Unternehmen Solvium. Das Konzept ist einfach und leicht verständlich: Der Investor kauft einen Wechselkoffer, ab ca. 7.500 Euro geht es los, und lässt diesen von Solvium vermieten. Typische Mieter für Wechselkoffer sind die Unternehmen, die Ihnen Ihre Pakete nach Hause bringen, wie DHL,

UPS, DPD und Hermes. Investoren haben mit diesem Investment kaum Arbeitsaufwand und erhalten hohe monatliche Mietauszahlungen von über 12 Prozent pro Jahr. Diese bestehen aus Rendite und frühzeitiger Kapitalrückführung. Dadurch reduzieren sich laufend das gebundene Kapital und somit das Risiko. Nach der überschaubaren Laufzeit von rund 5 Jahren erhält der Investor einen Rückkaufpreis in Höhe von rund 50 bis 60 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises überwiesen. Die IRR-Rendite liegt aktuell zwischen 4,5 und 5 Prozent jährlich. Als zusätzliches Schmankerl weiß der Investor, dass die Wechselkoffer ausschließlich auf Europas Straßen unterwegs sind und er vielleicht sogar seinen eigenen Wechselkoffer auf der Autobahn überholen könnte. Für wen ist das Investment geeignet? Aus meiner Sicht eignet sich das Investment für Anleger, die kurz vor der Rente stehen oder bereits im Ruhestand und auf der Suche nach einem attraktiven Zusatzeinkommen sind. Zudem ist das Angebot für Investoren interessant, die einen hohen, regelmäßigen Cashflow generieren möchten, z. B. Selbständige, sowie für Anleger mit einer hohen Spardisziplin.


Stiftung

Warum Sie einen Plan B benötigen Und warum ich die eigene Stiftung für eine der besten Möglichkeiten zum Vermögensschutz halte. Kommentar von Michael Schewe

An dieser Stelle habe ich ja schon das ein oder andere Mal über das Thema Stiftung im Allgemeinen und auch zum Vermögensschutz im Speziellen geschrieben. Zuletzt in meinem Artikel „Was wäre eigentlich wenn …?“ in der Ausgabe 2/2015 des Sachwert-Magazins. Inzwischen erreichen mich vermehrt Anfragen und Bitten um konkretere Aussagen hierzu. Dem will ich versuchen heute ein wenig nachzukommen. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass individuelle Fallbesprechungen hier nicht möglich sind. Mein Fokus in der Stiftungsberatung liegt klar im Bereich der Familienstiftungen und weniger in den gemeinnützigen Stiftungen. Und speziell in einer Familie kann es zu den verschiedensten Ereignissen kommen, in denen auf einmal Fremde Dritte Einfluss auf meine private Vermögensphäre nehmen können. Einzelne Problemfelder können beispielsweise sein: Scheidung, längere Krankheit, Invalidität und Pflegefall. Aber auch die Bereiche Vererben und Steuern sowie auch längere Arbeitslosigkeit, mögliche Pfändungen oder auch eine drohende Insolvenz erfordern, dass Sie sich rechtzeitig damit befassen und zum Schutz Ihrer geschaffenen Werte einen individuellen „Plan B” gestalten. Am Anfang steht für mich hierbei die Frage:

„Können Sie wirklich sicher sein, dass Sie niemals in ­finanzielle (und somit oft auch ­existentielle) Nöte geraten oder dass Sie niemals eine Insolvenz erleben werden?“ Beantworten Sie sich dieser Frage bitte jetzt einmal selbst! Und wenn das geklärt ist, kommen wir zur Frage, wie Sie nun Ihr Vermögen für den Fall der Fälle schützen können. Speziell für die Themen Krankheit, Invalidität und Pflege sollten Sie in jedem Fall auch schriftliche Regelungen getroffen habe, wer für Sie handelt, wenn Sie selbst

es nicht mehr können. Mit einer rechtlich sicheren Vorsorgevollmacht beispielsweise können Sie verhindern, dass Sie unter die Obhut eines staatlichen Betreuers gestellt werden. Für die anderen Fälle ist es außerdem erforderlich, einen rechtlichen „Schutzwall” zu errichten, um Ihre Vermögenswerte gegen eine Verwertung durch (vermeintliche) private oder staatliche Gläubiger und Ansprüche zu sichern. Dazu eignen sich verschiedene rechtliche Konstruktionen nach deutschem Recht oder auch das Verschieben der Vermögenswerte in andere Rechtsräume. Gemeint sind hier natürlich ausschließlich legale und steuerehrliche Möglichkeiten! Gesellschaften und Vereine So können Sie Ihre Immobilen, Depotkonten, Beteiligungen oder anderes in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) aus der privaten Sphäre überführen. Oder Sie wählen die Verbindung einer GmbH mit einer Kommanditgesellschaft zu einer GmbH&Co.KG. Allerdings werden bzw. sind Sie dabei i.d.R. ja Gesellschafter (Inhaber) dieser Rechtsform der juristischen Person und halten damit Anteile, auf und über die Dritte dann auf das Vermögen der Gesellschaft zugreifen könnten. Und zur beschränkten Haftung möchte ich allen Geschäftsführern einer GmbH an dieser Stelle gerne nochmal den Begriff der „Durchgriffshaftung” in Erinnerung rufen! Auch die Gründung eines wirtschaftlich geprägten Vereines durch mehrere Personen (mindestens 7) war bis vor einigen Jahren vielleicht eine gangbare Lösung. Doch solchen, nicht gemeinnützigen Vereinen wird heute regelmäßig die Eintragung beim Amtsgericht und damit die rechtlich eigenständige Stellung einer juristischen Person verwehrt. Und der Zusammenschluss mehrere Personen in einen nicht eingetragenen Verein (dann genügen zwei) stellt im Grunde die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) dar, in der die Gesellschafter jeweils einzeln in voller Höhe für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft und evtl. auch der

Gesellschafter haftbar gemacht werden können. Nun bin ich kein Jurist oder Spezialist im Gesellschafts- oder Vereinsrecht, doch in meinen Augen überwiegen hier die Nachteile gegenüber den möglichen Vorteilen. Und die Nutzung spezieller ausländischer Rechtskonstruktionen – wie beispielsweise der Trust – ist aus meiner Sicht im Grunde nur wirklich Vermögenden zugänglich und sollte auch nur mit dafür spezialisierten Beratern und Kanzleien erarbeitet werden. Versicherungsmantel Von der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit dieser Produkte einmal abgesehen: In der deutschen Versicherungslandschaft wird oftmals empfohlen, in den zur privaten Altersvorsorge geschlossen Kapitallebens- und Rentenversicherungen als Vermögensschutz ein „unwiderrufliches Bezugsrecht” zum Beispiel zugunsten des Ehepartners oder der Kinder für den Fall der Fälle zu vereinbaren. Aber wie der Name schon sagt: dieses Bezugsrecht ist unwiderruflich und bei einer nicht einvernehmlichen Trennung beispielsweise vom Ehe- oder auch Geschäftspartner möchte ich sehen, dass dieses Recht einfach so, freiwillig zurück übertragen wird! Gerne wird auch die Nutzung der Liechtensteiner Lebensversicherung empfohlen und speziell der Begriff „Konkursprivileg” wird hier oft als Pro-Argument genannt. Dazu ist zu sagen, dass dieses Konkursprivileg im liechtensteinischen Versicherungsrecht in erster Linie den Schutz des Kundenkapitals vor eventuellen Gläubigern der Versicherungsgesellschaft – zum Beispiel im Falle einer Insolvenz dieser – meint. Was zumindest schon mal vorteilhaft gegenüber deutschem Versicherungsvertragsrecht ist. Hier gehen nämlich regelmäßig die Kapitalien des Kunden in die Vermögenssphäre der Versicherer über und gehören somit rechtlich der Gesellschaft und nicht mehr dem Kunden. Hierzu empfehle ich allen Interessierten einmal im Internet nach „§ 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)” zu suchen!


Stiftung

Bild: pixabay

Der Autor Michael Schewe ist Vorstand der Stiftungsmanufaktur Ars Vitae Stiftung sowie Gründungsmitglied von Die Stiftungsmanufaktur eG. Er ist Verfasser zahlreicher Fachaufsätze zum Thema Vermögensschutz mit Stiftungen, unter anderem auch auf www.michaelschewe.com.

Doch auch in Verträgen nach liechtensteinischem Recht kann ein Vermögenschutz gegenüber fremden Dritten über das Bezugsrecht gestaltet werden. Hier jedoch mit dem Vorteil, dass in den liechtensteinischen Verträgen das einfache Bezugsrecht – also jederzeit widerruflich – zum Vermögensschutz und damit Konkursprivileg auf der Ebene des Versicherungsnehmers ausreicht. Allerdings wird hierbei oftmals „vergessen”, dass ein echter Vertrag nach liechtensteinischem Recht nur zustande kommt, wenn ich als in Deutschland wohnhafter Bürger diesen Vertrag in Liechtenstein, also Vorort abschließe. Und schon die Beteiligung eines deutschen Versicherungsvermittlers (der beispielsweise eine Vertriebs- oder Courtagevereinbarung mit der LI-Gesellschaft hat) in der Abschlussanbahnung führt meines Wissens nach regelmäßig zu einem Vertrag nach deutschem Recht und damit zur Aushebelung des widerruflichen Bezugsrechtes. Somit könnte also auch hier nur ein Vertrag mit einem unwiderruflichen Bezugsrecht gegen den Zugriff Dritter schützen – mit den oben genannten. Gefahren. Stiftung als Alternative Als ich mir vor einigen Jahren selbst die Frage nach einem passenden und möglichst einfachen sowie rechtssicheren Schutzmantel gestellt habe, musste auch ich das Für und Wieder der einzelnen Konstruktionen abwägen und bin am Ende bei „meinem” Stiftungsmodell gelandet.

Eine Deutsche Stiftung, egal ob gemeinoder privatnützig, bietet einen unkomplizierten (und evtl. auch steuergünstigen) Rahmen, um beispielsweise soziales Engagement und eigennützige Interessen miteinander zu verbinden. Dazu ist eine Stiftung und das in sie eingebrachte Kapital – bei richtiger Gestaltung – eben auch vor Zugriffen Dritter geschützt. Im Kern einer Familienstiftung steht die langfristige Sicherung und Erhaltung von Familienvermögen, Unternehmensanteilen, etc. Dazu wird das Vermögen in die Stiftung übertragen, die Stiftungserträge kommen dann ausschließlich selbst gewählten Zwecken zu Gute, zum Beispiel: • Absicherung von sich selbst und Familienangehörigen • Sicherung von Versorgungsleistungen über Generationen (beispielsweise in Form einer Stifterrente) • Schutz des Lebenswerkes oder die Nachfolgeregelung bei Unternehmern • Optimierung von Erbschaften oder Schenkungen In der Familienstiftung kann der Stifter über die gesamten Erträge verfügen. Dabei liegt es im Willen des Stifters, wie, in welcher Höhe und wer als Begünstigter der Stiftung festgelegt wird – die Begünstigten für eventuelle Unterhalts- bzw. Versorgungsleistungen sind frei wählbar und flexibel zu gestalten. Und eine Stiftung hat im Gegensatz zu beispielsweise einer GmbH oder einem Verein eben keine Anteilseigner oder

Mitglieder, über die im Fall der Fälle auf das Stiftungsvermögen zugegriffen werden könnte. Nach der Stiftungsgründung gehört die Stiftung sich selbst und der Vorstand der Stiftung führt „nur” die Geschäfte. Gerade dieser Umstand macht die Familienstiftung so interessant für Jedermann, denn die Flexibilität und Gestaltungsfreiheit ist damit nahezu unbegrenzt. Einschränkend muss ich noch sagen, dass der am weitesten gehende Schutz nur mit einer rechtlich selbständigen Stiftung zu erlangen ist, die dann allerdings bei der zuständigen Stiftungsbehörde der Bezirksregierung anzumelden und von dieser zu genehmigen ist. Und auch Satzungsänderungen sind jedes Mal bei der Behörde einzureichen. Eine solche, klassische Familienstiftung kann regelmäßig schon mit einem Stiftungskapital ab 50 000 Euro gegründet werden. Das Modell einer nichtselbständigen Treuhandstiftung – obwohl weitaus flexibler, schon ab ungefähr 25 000 Euro Grundkapital und ohne die Stiftungsbehörde zu gründen – eignet sich nur bedingt als Vermögensschutzmantel, da rein rechtlich die Übertragung des Vermögens auf einen Treuhänder erfolgt. Und zu diesem muss ich dann ein unumstößliches Vertrauen haben. Doch spezielle und individuelle Konstruktionen lassen sich natürlich auch mit einer Treuhandstiftung erarbeiten. Wenn man mag und noch einen Schritt weiter gehen will, kann man sich als in Deutschland ansässiger vielleicht noch der Stiftungsgründung in der Schweiz oder auch Liechtenstein zuwenden, da hier die räumliche Nähe zum Wohnort noch halbwegs gegeben ist. Aus meiner Sicht könnte es im Sinne eines erweiterten Vermögensschutzes aber schon reichen, eine deutsche Stiftung mit beispielsweise einem Depotkonto bei einer Liechtensteiner Bank zu gründen. Und ob man die Gründung einer Stiftung am anderen Ende der Welt, in Panama, in Erwägung ziehen mag, muss letztlich auch Jeder für sich selbst beantworten, wenn es um die Gestaltung seines individuellen und zukunftsfähigen Plan B geht.


Absicherung

Maßgeschneiderte Betriebsrente Sachwerte sind in der Ausfinanzierung eines Versorgungswerkes unabdingbar. Von Thomas Hennings Pauschaldotierte Unterstützungskasse Profis in der bAV, hier gerne als betriebswirtschaftliche Altersversorgung definiert und gelebt, bevorzugen den ältesten Durchführungsweg der bAV, die pauschaldotierte Unterstützungskasse/Unternehmerkasse oder auch Unternehmerbank genannt. Dieser Durchführungsweg verschafft Unternehmern neue Liquidität, bindet und motiviert Mitarbeiter und kann den Unternehmern den einen oder anderen auch legalen bilanziellen und finanziellen Vorteil verschaffen, was mit Versicherungslösungen zu keinem Zeitpunkt möglich war und ist! Ferner „verschwinden“ Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge in dieser bAV-Form nicht in den Kanälen der Versicherungsbranche und arbeiten mehr schlecht als recht dort vor sich hin, sondern die Beiträge verbleiben im Kreislauf der pauschaldotierten Unterstützungskasse­ und dem Trägerunternehmen. Positiv hinzu kommt, dass der Unternehmer die Beiträge des Arbeitnehmers mit einem garantieren Zins über die gesamte Laufzeit versieht, welche stets höher als die der Lebensversicherungen sein sollte, um einfach auch stets attraktiver zu sein. Dieser garantierte Zins eines Unternehmers an seine Mitarbeiter liegt erfahrungsgemäß zwischen 1,5 – 2,5 %, das heißt, um ein Vielfaches höher gegenüber der gesamten Lebensversicherungsbranche. Ausfinanzierung frei gestaltbar Die Wahl der Ausfinanzierung, also die Wahl der Kapitalanlagen, steht dem Unternehmer komplett frei. Der Unternehmer wählt also in ganz enger Zusammenarbeit mit seinem Finanzberater die Ausfinanzierungsformen aus. Im ersten Schritt werden laufende Firmenkredite, Leasingverträge etc., mit dem Wissen über die neue Liquidität, überprüft. Das Herabsenken oder gar Ablösen von teuren Bankkrediten genießen Priorität. Verwendung von ca. 20 – 40 % der neuen Liquidität zu Beginn.

Mit der restlichen Liquidität werden beginnend die ersten Bausteine für die Ausfinanzierung der gesamten Versorgungszusagen für die Mitarbeiter ausfinanziert. Der Unternehmer genießt die Vorteile, sich bankenunabhängiger aufzustellen. Dazu spart er von Beginn an die Mitarbeiterversorgungen an und läuft nicht Gefahr, erst in diversen Jahren damit zu beginnen. Sachwerte schlagen Geldwerte. Die Ausfinanzierung von diesen betriebswirtschaftlich spannenden Versorgungswerken wird nun mit einem höheren Anteil von diversifizierten Sachwertanlagen umgesetzt, wie z.B. Immobilienwerte, Logistikwerte, Rohstoffe, Wertmetalle, vermögensverwaltenden Spezialfonds, sowie mit Aktienwerten. Die Berücksichtigung von kurz-, mittel- und langfristigen Laufzeiten ist ebenso wichtig, wie die unbedingte Vermeidung von sogenannten „Klumpenrisiken“ in einem Portfolio. Warum Sachwerte? Nur mit sinnvollen und funktionierenden Sachwertanlagen ist heute und morgen ein Vermögensaufbau und eine Vermögenssicherung, etwa gegen eine Inflation, möglich. Die Erträge und Wertzuwächse lassen den Unternehmer ruhiger schlafen. Die Ausfinanzierung mit nationalen und internationalen Sachwerten auf institutionellem Niveau verschafft jedem Unternehmer noch weitere Vorteile. Er hat die Chance neben der passgenauen Ausfinanzierung für die Mitarbeiter über die ausgewählten Sachwertanlagen selber auch an seinem Mitarbeiterkollektiv erstmalig zu partizipieren. Das sogenannte „Arbitragegeschäft“ verhilft dem Unternehmer zu einer bisher unbekannten Zusatzeinnahme im Alter. Dieses ist möglich, wenn Gewinne und Wertzuwächse oberhalb der Mitarbeiterzusagen erwirtschaftet werden. Das ist mit professionellen Sachwertanlagen für das Versorgungswerk möglich.

Bild: Depositphotos, Syda Productions

In der heutigen Zeit werden diverse Entscheidungen aus der Vergangenheit sehr stark bereut. Nehmen wir zum Beispiel den Markt der betrieblichen Altersversorgung, der seit Jahrzehnten von der Lebensversicherungswirtschaft bearbeitet und behauptet wurde. Die Mitarbeiter und versicherten sowie bezugsberechtigten Personen setzten für sich mit der Betriebsrente eine weitere Säule der Altersversorgung, neben der gesetzlichen Rente, um. Bei Vertragsabschluss vor Jahren oder Jahrzehnten erschien die „Zusatzrente“ über den eigenen Betrieb als sehr lukrativ und die Einnahmen als künftiger Rentner schienen sehr positiv und gesichert. Die zu meist klassischen Produkte in der bAV waren Kapitallebens- und Rentenversicherungen. Diese waren zudem ausgestattet mit Garantien und je nach dem mit unterschiedlichen Todesfallleistungen. Seit nunmehr fast 15 Jahren verändern sich die Rahmenbedingungen für dieses bAV-­Geschäftsfeld dramatisch. Garantieleistungen auf die Sparanteile (machen in der Regel. nur 65 – 70 % des eingezahlten Beitrages aus) sind von damals über 4 % Garantiezins auf demnächst 0,9 % Garantiezins für jeweilige Neuabschlüsse abgestürzt. Die Überschussbeteiligungen können kaum noch erwirtschaftet werden an den Märkten. Das heißt, sie sind kaum noch vorhanden und bei „Altverträgen“ mit hohen Garantieleistungen werden diese Überschüsse sogar auch noch weniger, als sie tatsächlich erwirtschaftet werden, zugewiesen. Der zahlende Kunde, beispielsweise Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sind und bleiben im Spiel der Branche die „Dummen“. Die Auszahlungshöhen an die heutigen Rentner sind um teilweise bis zu 50 % und mehr zu den damaligen Prognosen und jährlichen Zeitwertmitteilungen der Versicherer an die Kunden eingebrochen. Es wird sehr viel weniger an die Kunden ausbezahlt. Aus der Traum der entspannten Zusatzrente. Die betriebliche Versorgung über Versicherungen hat bei Experten bereits seit längerer Zeit ausgedient. Versicherungen dienen zur gemeinschaftlichen Absicherungen von „Sachen bzw. Gütern“ und „biometrischen Risiken“, aber nicht mehr zum Aufbau einer Altersversorgung, egal ob auf privater oder betrieblicher Ebene. Die „LV“ hat hierfür ausgedient.


Gastbeitrag

Hätte-Würde-Könnte: Allianz macht Stimmung für die Aktie

Bild: Albund, Depositphotos

„Bull sells“, heißt es bewusst doppeldeutig an der Wall Street

Unter der Überschrift „Deutsche Angst kostet 200 Milliarden Euro“ hat die FAZ Ende September eine halbe Seite einer Studie der Allianz gewidmet, in der es um „hätte, würde, könnte“ geht: „Wie die Allianz in ihrem aktuellen Weltreichtumsbericht ausrechnet, hätten die Deutschen allein in den vergangenen vier Jahren ohne viel Aufwand 200 Milliarden Euro mehr an Vermögen ansammeln können.“ Sie sind jetzt sicher gespannt, wie das konkret hätte vonstattengehen sollen. Ganz einfach, meint die Allianz: Sie hätten lediglich für zusätzliche 10%-Punkte ihres Vermögens Aktien kaufen müssen. Es ist immer wieder das Gleiche: Nachdem die Aktienkurse deutlich gestiegen sind, wird von den großen Kapitalsammelstellen massiv Stimmung für die Aktie gemacht. Es wird ganz bewusst der Eindruck erweckt, dass die kom-

menden Jahre ähnliche Ergebnisse bringen werden wie die vergangenen – in diesem Fall vier Jahre. „Bull sells“, heißt es an der Wall Street bewusst doppeldeutig - im Sinne von bullish und bull shit. Es ist zum Haare raufen!

Der Buffett-Indikator zeigt die dritte­ Spekulationsblase in zwei Jahrzehnten Tatsache ist, dass sich die Finanzmärkte in einer riesigen Spekulationsblase befinden, die in vielerlei Hinsicht sogar noch größer und umfassender ist, als die beiden Blasen, die 2008 beziehungsweise 2000 geplatzt sind. Einen sehr guten Eindruck von der Überbewertung des US-Aktienmarktes gibt Ihnen der folgende Chart. Er zeigt Ihnen eine Kennzahl, von der Warren Buffett einst sagte, sie sei der einzige makroökonomische Indikator, den jeder Anleger kennen sollte. Eine realwirtschaftliche Basis für den Höhenflug an den Aktienmärkten gab es in den vergangenen vier Jahren also nicht. Folglich sind die aufgelaufenen Kursgewinne ausschließlich spekulativer Natur. Was bedeutet: Wie gewonnen, so zerronnen! Denn sobald die Blase platzt, werden sich die Gewinne der meisten Anleger wieder einmal in heiße Luft auflösen. Ob die Allianz dann schreiben wird, dass die Deutschen die damit verbundenen Verluste ohne viel Aufwand hätten vermeiden können, indem sie statt zu spekulieren ganz konservativ gespart und womöglich Gold gekauft hätten?

US-Aktienmarktkapitalisierung in % des BIP, 1955 bis 2016 Die Aktienmärkte befinden sich in der dritten Spekulationsblase innerhalb von 20 Jahren. Auch diese Blase wird platzen, wahrscheinlich bald und mit viel Getöse. Quelle: St. Louis Fed

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SACHWERT MAGAZIN      2/2016


Gastbeitrag

Die für den Börsenerfolg entscheidende Frage wird fast nie gestellt Wenn Sie dauerhaft an den Finanzmärkten erfolgreich sein wollen, dann dürfen Sie sich nicht von solchen fast schon lächerlichen Artikeln beeinflussen lassen, die Ihnen sagen, was Sie in einem im Nachhinein natürlich gut gewählten Zeitraum hätten tun müssen, um reich zu werden. An der Börse müssen Sie nach vorne schauen, anstatt mit „würde, hätte, könnte“ Ihre kostbare Zeit zu verplempern. In den letzten 30 Jahren wurde ich oft gefragt: „Was halten Sie von dieser Aktie? Werden die Zinsen, die Rohstoffe, die Aktienmärkte oder der Dollar steigen oder fallen? Soll ich jetzt Gold und Silber kaufen? Wie beurteilen Sie diese oder jene Analysemethode? Rechnen Sie mit einer Rezession?“ Ich kann diese Fragen nur zu gut verstehen. Denn es sind Fragen, die für Sie als Anleger von großer Bedeutung sind. Deshalb suchen Sie ja wie die meisten Anleger tagaus, tagein nach Antworten auf diese oder ähnliche Fragen. Sie wollen konkrete Aktientipps mit klaren Kauf- und Verkaufsempfehlungen und interessieren sich natürlich auch für Analysemethoden, Indikatoren und Prognosemodelle. Bezeichnenderweise wird mir die für den dauerhaften Börsenerfolg alles entscheidende Frage aber nur sehr selten gestellt. Risikomanagement ist das A und O für Ihren Börsenerfolg Denn es gibt ein weiteres, gewissermaßen übergeordnetes Börsenthema, nach dem so gut wie nie gefragt wird und das kaum einmal zur Sprache kommt. Ein Thema, das so wichtig ist, dass seine Nichtbeachtung den Misserfolg an der Börse geradezu garantiert: Das Risikomanagement. Was nützen Ihnen selbst die besten Analysen, Methoden und Strategien, wenn diese nicht in ein sinnvolles Risikomanagement eingebettet sind? Nichts! Die meisten Privatanleger verlieren an der Börse Geld, das zeigen Untersuchungen. Was viele nicht wissen, der Grund dafür ist weder mangelnde Intelligenz noch fehlendes Wissen, sondern der Verzicht auf ein funktionierendes Risikomanagement.

Haben Sie die Korrektur zum Kauf von Goldminenaktien genutzt? In den vergangenen Wochen habe ich meinen Lesern dazu geraten, die aktuelle Korrektur an den Edelmetallmärkten zum Kauf ausgewählter Gold- und Silberminenaktien zu nutzen. Wenn Sie diesem Rat noch nicht gefolgt sind, dann sollten Sie jetzt unbedingt aktiv werden. Es sieht nämlich danach aus, als sei die Korrektur vorüber. Und wie schnell es in diesem attraktiven Sektor nach oben gehen kann, haben Sie in den ersten Monaten des Jahres bereits gesehen. Das war allerdings nur ein Vorgeschmack, denn die Edelmetallhausse ist noch sehr jung, und die Zentralbankbürokraten tun alles dafür, die ihnen anvertrauten Papierwährungen zu zerstören und mit ihnen wahrscheinlich sogar das gesamte Währungsund Finanzsystem. Am 21. September fand wahrscheinlich der Auftakt zur nächsten Aufwärtswelle des Edelmetallsektors statt, indem der Gold Bugs Index an diesem einen Tag mit hohen Umsätzen um stattliche 7,7% gestiegen ist. Die große Dynamik dieser Bewegung deutet in Kombination mit unseren Indikatoren darauf hin, dass die Korrektur vorüber ist.

„Bull sells“, heißt es an der Wall Street bewusst doppeldeutig im Sinne von bullish und bull shit.

Claus Vogt ist Finanzanalyst und Autor des Börsenbriefs „Krisensicher investieren“.

Bild: WTV

Setzen Sie bei Ihren Börsengeschäften ein sinnvolles Risikomanagement ein Wenn das bei Ihnen noch nicht der Fall sein sollte, dann dürfen Sie eigentlich keine Zeit mehr verlieren, sich in dieses für Ihren Erfolg so entscheidende Thema einzuarbeiten. Das macht vielleicht nicht so viel Spaß wie das Lesen des nächsten „1.000%-Gewinn-Tipps“, aber es zahlt sich auf Dauer aus.

+49(0)841 981601320


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SACHWERT MAGAZIN 2/2016


Anzeige Immobilien

Ostseebad Heiligenhafen

Feiner Ostseestrand, eine einzigartige Dünenlandschaft und frischer Fisch direkt vom Kutter – das ist Heiligenhafen. Die „Stadt am Meer“ ist ein sehr beliebtes Urlaubsparadies an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Das staatlich anerkannte Ostseeheilbad Heiligenhafen investiert seit 2002 mehr als 35 Mio. Euro in die öffentliche, touristische Infrastruktur. Mit privaten Investitionen belaufen sich diese inzwischen schon auf gut 55 Mio. Euro. Zu den bedeutendsten Maßnahmen der Stadt gehört die Entwicklung des städtebaulichen Konzeptes. Dieses beinhaltet neben dem Bau neuer Hotels auch die Neugestaltung der Seebrücke (abgeschlossen in 2012). Erst im Frühjahr 2015 eröffnete das Hotel Meereszeiten direkt am Yacht- und Fischereihafen die Türen für seine Gäste. Das 5 Sterne Primus Strand Resort Marina Heiligenhafen direkt am Yachthafen, Binnensee und Naturschutzgebiet „Graswarder“ wird in der Sommersaison 2016 fertiggestellt sein. Jüngst wurde zudem

mit dem Bau des Beach und Sport Motels an der Seebrücke begonnen, welches ab Ende 2016 seine Gäste empfangen wird. Die Umsetzung des städtebaulichen Konzeptes stellte auch den Startschuss für weitere Entwicklungsmaßnahmen in Heiligenhafen dar. Das Vorhaben – Neue Bauten, alte Strukturen Eingebettet in die malerische Altstadt Heiligenhafens und nur wenige Meter vom kilometerlangen feinsandigen Ostseestrand mit seiner einzigartigen Erlebnis-Seebrücke, dem Binnensee und dem unmittelbar angrenzenden Naturschutzgebiet Graswarder entfernt, wird das Fischerdorf Heiligenhafen zu neuem Leben erweckt. Dabei werden neben der Sanierung der beiden Bestandsgebäude – dem herrschaftlichen Gutshaus und der Remise – 11 Fischerhäuser in herausragender Architektur als Einzel-, Doppel- und Rei-

henhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus (Torhaus) komplett neu und schlüsselfertig errichtet. An diesem einmaligen Standort entstehen auf einer Gesamtfläche von 3.600 qm qualitativ hochwertige Ferienimmobilien mit Eigennutzung und Wohnungen zum Dauerwohnen, untergliedert in 42 Wohneinheiten nebst 36 Tiefgaragenstellplätzen und Kellerräumen. Unser Anspruch ist es, modern und in einer herausragenden Qualität mit hochwertiger Ausstattung zu bauen und den städtebaulichen Voraussetzungen des Standortes Heiligenhafen, insbesondere unter Berücksichtigung der Lage in der gewachsenen Heiligenhafener Altstadt, gerecht zu werden. Den Charakter des Fischerdorfs Heiligenhafen wird eine außergewöhnliche Architektur bestimmen. Die gereihten Häuser verspringen zueinander, um den Einzelhauscharakter und die Kleinteiligkeit zu unterstützen. Der Einsatz ausgewählter Materialien ist wesentlicher Bestandteil dieses schlüsselfertigen Gesamtkonzeptes.

Ferienimmobilien

Dauerwohnen

Fertigstellung:

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frühestens: 1.Juli 2017 spätestens: 31.Dezember 2017

frühestens: 1.Juli 2017 spätestens: 31.Dezember 2017

Objektbeschreibung: Bis zu 3 Etagen

Objektbeschreibung: 4 Etagen

Anzahl der WE:

17 Wohneinheiten

Anzahl der WE:

24 Wohneinheiten

Wohnungsgrößen:

61,06 m² - 99,74 m²

Wohnungsgrößen:

39,08 m² - 104,89 m²

Kaufpreis*:

251.320 € - 415.090 € pro Wohneinheit

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126.247 € - 365.794 € pro Wohneinheit

Annahmen:

150 Vermietungstage im Jahr (die restlichen Tage besteht die Möglichkeit zur Eigennutzung),

Annahmen:

10 € pro m² pro Monat

Musterkalkulation:

104,89 m² x 10,00 € x 12 Monate = 12.586,80 € Mieteinahmen/Jahr (vor Abzug von Kosten und Steuern)

Einnahmen: Musterkalkulation:

1,80 € pro m² pro Tag

99,74 m² x 1,80 € x 150 Vermietungstage = 26.929,80 € Einnahmen/Jahr (vor Abzug von Kosten und Steuern) * zzgl. 3 % Maklercourtage

SACHWERT MAGAZIN 2/2016

* zzgl. 3 % Maklercourtage

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Bild: Pixabay

Wohnen, wo der Charme des Ostseehafens noch zu spüren ist


Gastbeitrag

Mehr Risikoabsicherung für P2P-Kredite „P2P-Kredit-Plattformen stehen in der Pflicht, Risiken aufzufangen“ – Davide Richetta im Gespräch mit Henning Lindhoff

Herr Richetta, Ihre Studie hat gezeigt, dass P2P-Kredite noch recht selten genutzt werden. Kennen Sie die Gründe dafür? Abgesehen davon, dass in unserem Befragungsgruppe Unwissenheit und Unverständnis nicht die Hauptgründe für das noch ausbaufähige Volumen der P2PKredite waren, denken wir dennoch, dass beide Faktoren das Wachstum der Plattformen zukünftig maßgeblich beeinflussen können. Es stimmt, dass die von uns befragten Menschen noch wenig Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Plattformen haben und einen Mangel an Regulierung als die wichtigste Ursache für ihre Nichtengagement angegeben haben. In jedem Fall aber sollte den Anlegern bewusst sein, dass nach dem Kredit­wesengesetz nur Banken zur Kreditvergabe berechtigt sind. Daher ist es unbedingte Voraussetzung für jede P2P Investment-Plattform, die Kooperation mit einer Bank einzugehen, von der der Kredit ursprünglich ausgeht und im zweiten Schritt an die P2P-Anleger als Gläubiger aufgeteilt wird. Ganz allgemein besteht aktuell noch eine große Unsicherheit hinsichtlich der Verlässlichkeit der Anbieter. Viele potentielle Anleger vermissen noch den gesetzlichen Rahmen. Ich denke, es wird zukünftig vieles an diesem Punkt vom Ruf und der Akzeptanz der Plattformen abhängen. Haben Sie auch Erkenntnisse darüber sammeln können, weshalb manche Anleger heute schon P2P InvestmentPlattformen nutzen? Was spricht aus Sicht der Early Birds für diesen Weg der Geldanlage? Die intuitiven User-Interfaces sind deutliche Pluspunkte der Anbieter. Der Zugang für den Anleger ist einfach. Und Anleger, die heute schon investieren, profitieren von Renditen deutlich über dem Marktdurchschnitt.


Gastbeitrag

Davide Richetta ist seit 15 Jahren auf dem Feld des E-Banking unterwegs. Seit 2009 ist er für den US-amerikanischen Kreditkarten-Dienstleister Total System Services (TSYS) tätig, der im Mai 2016 die Ergebnisse seiner jüngsten Studie zum Zahlungsverhalten deutscher Verbraucher und zur Bedeutung der P2P-Kredite als Geldanlage präsentierte. Im Gespräch mit P2P Investement konkretisiert Richetta die neuen Erkenntnisse.

TSYS sieht ein großes Potential in den P2P-Darlehen. Was muss zukünftig geschehen, damit Kreditgeber und –nehmer die Plattformen noch intensiver nutzen? Wie es oft bei solchen sozialen Netzwerken ist, exisitiert auch in Sachen P2P-­Kredite bereits eine kleine, aber gleichwohl ambitionierte Gemeinschaft, die gewillt ist, die Chancen, der neuen Technologie zu nutzen. Obwohl sich P2P-Kredit bereits für viele Anleger rentiert haben, ist das Investitionsrisiko weiterhin recht hoch. Keinem Anleger kann garantiert werden, dass er seine Geldanlage letztendlich wiedersehen wird. Die „Early Birds“ tragen hier natürlicherweise zuerst das Risiko. Sie erkunden Chancen und ­ Risiken. P2P ­Investment-Plattformen stehen daher in der Pflicht, in dieser frühen Phase zu zeigen, dass sie Risiken auffangen und lindern können. Weiterhin muss natürlich die Benutzeroberfläche einsteigerfreundlich bleiben, um den Start in die Welt der P2P-Kredite für Anleger so einfach wie möglich zu machen. Wie wird sich die Branche insgesamt entwickeln? Was können sich P2P­Investoren zukünftig noch erhoffen? In machen Märkten, wie beispielsweise dem US-amerikanischen, wo die Gesetzgeber solcherlei technologische Innovationen fördern wollen, werden die Einkünfte aus P2P-Krediten noch sehr steuerfreund-

lich behandelt. Die Steuersätze sind hier niedriger als die bei anderen Kapitaleinkünften. Dieses günstige Steuerumfeld könnte sich auf andere Länder desto stärker ausweiten, je intensiver die Regierungen gemeinsam über Innovationen auf dem Kreditmarkt nachdenken und gewillt sind, den alten Strukturen Konkurrenz zu gönnen. Dann können auch aufstrebende Marktteilnehmer auf ein förderliches regulatorisches Umfeld hoffen. Mehr zum Thema Geldanlage in P2P-Kredite finden Sie auf www.p2p-investment.de

Henning Lindhoff ist stellvertretender Chefredakteur des ­Monatsmagazins „eigentümlich frei“ und Autor zahlreicher Sachbücher.


Investment

Weltweit steigende Nachfrage nach Deutschem Mittelstand Der Erfolg von Investments in mittelständische Unternehmen setzt eine gewissenhafte Auswahl voraus. Hans-Jürgen Friedrich erläutert das Erfolgsrezept der KFM Deutsche ­Mittelstand AG und des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS

Das Team der KFM Deutsche ­Mittelstand AG

Herr Friedrich, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dem deutschen Mittelstand gerade? Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer vom Juli dieses Jahres zeigt, dass das Geschäftsklima der mittelständischen Unter­nehmen in Deutschland auf ein neues Jahreshoch gestiegen ist. Auch die veröffentlichten Zahlen des Sparkassenverbandes belegen eindrucksvoll, dass die vielen Familienunternehmen, Personengesellschaften, kleinen und großen Mittelständler tatsächlich erfolgreicher wirtschaften als börsennotierte Unternehmen. Der deutsche Mittelstand rechnet für das laufende Jahr mit 450.000 neuen Stellen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Die Zahl der Beschäftigten steigt damit 2016 zum elften Mal in Folge. Alles eindrucksvolle Ergebnisse, die einmal mehr aufzeigen, dass es dem deutschen Mittelstand gut geht. Dies mag auch der Grund sein, dass verstärkt ausländische Investoren wie z.B. Warren Buffet oder chinesische Fonds auf der Suche nach den Perlen der deutschen Wirtschaft sind und in den Mittelstand investieren. Im Mittelstand geht es auf und ab. Und Mittelstand ist oft nicht so transparent wie z. B. ein börsengelistetes Unternehmen. Trotzdem investieren Sie mit Ihrem Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds. Da kann man auch danebengreifen? Bei allen Investments können Investoren oder Anleger danebengreifen, wenn zuvor

nicht gewissenhaft die Anlagemöglichkeit geprüft und anschließend sorgfältig überwacht wird. Das gilt für Oldtimer und Immobilien genauso wie für Aktien und Anleihen. Die KFM Deutsche Mittelstand AG hat sich auf die Analyse von Unternehmensanleihen spezialisiert. Mit Hilfe des KFM-Scoring werden nur die Anleihen für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ausgewählt, die den strengen Qualitätskriterien gerecht werden. Verändert sich die Bonität des Unternehmens oder die Qualität der Anleihe gibt das KFM-Scoring Handlungsempfehlungen, die im Anlageausschuss des Fonds konsequent umgesetzt werden. Sie sind tatsächlich mit Ihrem Scoring­ modell erfolgreicher als die meisten anderen. Nicht nur, dass Ihnen Anleger bis hin zu großen Instituten Gelder anvertrauen, Sie werden auch von WirtschaftsWoche und Co. als Erfolgsbeispiel herangezogen und am laufenden Band ausgezeichnet. Sie wurden beim „Großer Preis des Mittelstands“ erneut ausgezeichnet. Jetzt dürfen Sie nicht übermütig werden. Natürlich freuen wir uns über die Auszeichnungen. Sie stellen für das ganze Team der KFM Deutsche Mittelstand AG eine besondere Wertschätzung der enormen Fleißarbeit dar, die sich einem Außenstehenden nicht sofort erschließt. Das ist aber kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den institutionellen Investoren und den

privaten Anlegern sehr bewusst. Deshalb achten wir auch in Zukunft darauf, dass eine gewissenhafte Auswahl und sorgfältige Überwachung der Investments zu einer attraktiven Ausschüttungsrendite führt. Am Ende zählt der Erfolg des Investments. Die erwirtschaftete Ausschüttungsrendite von mehr als 4 % p. a. in den vergangenen 2 Jahren und die Transparenz sind dabei von wesentlicher Bedeutung für unsere Erfolgsziele. Welches Feedback bekommen Sie eigentlich von Ihren Anlegern im Fonds? Wir haben am 30. Juni eine Bewertung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und unseres Kundenservice abgeschlossen. Das Ergebnis war eine Bestätigung unserer kundenorientiert ausgerichteten Arbeit. Das von uns gelebte, wesentliche Merkmal der Transparenz wird besonders gut aufgenommen. Mit der Auflistung aller im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS befindlichen Investments geben wir eine nachvollziehbare Möglichkeit zu erfahren, in welche Unternehmen der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS investiert ist. Das KFM-Barometer erläutert zudem in verständlicher Form, warum die Anleihe als Investment für den Fonds ausgewählt wurde. Mit der Renditeentwicklung zeigen sich rund 94 % der Anleger sehr zufrieden und empfehlen den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS als alternative Anlagemöglichkeit.


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Jens Goerlich/Lufthansa


Immobilien

Fehlsteuerungen bei der Städtebauförderung Weshalb sparsam bauen, wenn Steuergelder reichlich fließen?

Bild: DragonImages, Depositphotos

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Über weite Strecken kommt der Staat seiner Aufgabe nicht nach, die öffentliche Infrastruktur zu erhalten, er stellt einfach nicht genügend Geld zur Verfügung. Es gibt aber auch Bereiche, in denen großzügig mit den Mitteln umgegangen wird. So in der Städtebauförderung, in die seit Jahrzehnten enorme Summen fließen. Ziel der Städtebauförderung ist es, die Städte und Gemeinden als Wirtschafts- und Wohnstandorte zu stärken und städtebauliche Missstände dauerhaft zu beheben. Der Bedeutungsverlust der Innenstädte soll durch die Erhaltung und Modernisierung von Gebäuden, durch die Revitalisierung der Zentren und Nebenzentren und die Verbesserung des Wohnumfeldes aufgehalten werden. An der Finanzierung der Städtebauförderung beteiligen sich Bund, Länder und Gemeinden. Bund und Länder tragen je ein Drittel der Ausgaben, in bestimmten Fällen auch mehr. Den verbleibenden Rest finanzieren die Gemeinden als Eigenanteil. Jahr für Jahr stellt der Bund über eine halbe Milliarde Euro für die Städtebauförderung zur Verfügung. Bestrebungen, diese Summe zu verringern, wurden von den Ländern blockiert. Mischfinanzierung setzt Fehlanreize Angesichts der 2/3-Förderung durch Bund und Land besteht für Städte und Gemeinden ein großer Anreiz, sich um Mittel aus der Städtebauförderung zu bemühen. Für einen Eigenanteil von einem Drittel der Ausgaben können sie ihre Innen­städte aufhübschen lassen, wozu sie sonst nicht in der Lage wären. Ob dadurch der Bedeutungsverlust der städtischen Zentren tatsächlich aufgehalten wird, steht auf einem anderen Blatt. Welche Fehl­anreize sich durch die großzügige Finanzierung der Städtebauförderung ergeben, beleuchtet eine Untersuchung aus einem norddeutschen Bundesland. Keine Kostenkontrolle So wurde festgestellt, dass kleinere Gemeinden ohne baufachlichen Sachverstand bei der Umsetzung von Baumaßnahmen Probleme bei der Überwachung und An-

leitung ihrer Architekten hatten. In vielen Fällen stiegen die Kosten der Baumaßnahmen, teilweise erheblich. Eine Kostenkontrolle fand nicht statt. Allerdings konnten die Gemeinden ihre gestiegenen Kosten nachträglich mit Erfolg geltend machen. Es wurde nicht gefragt, wer ­diese Kostensteigerungen zu verantworten hatte.­ Die Fördersummen wurden schlicht nach oben angepasst. Dies belegt, dass die Städtebauförderung so auskömmlich mit Mitteln ausgestattet war, dass jeder Anreiz zum sparsamen und kostengünstigen Bauen oder zu einer wirksamen Kostenkontrolle fehlte. Weshalb sparsam bauen, wenn die Steuergelder reichlich fließen!

Überflüssige Baumaßnahmen Weiterhin kam die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Baumaßnahmen durchgeführt wurden, die nicht oder nicht in diesem Ausmaß gebraucht wurden oder die man sich ohne die Förderung nicht geleistet hätte. Bei einigen Maßnahmen gab es erhebliche Zweifel, ob die tatsächliche, beziehungsweise die geplante Nutzung, die Erstellung der Räumlichkeiten rechtfertigte. Teilweise entstand der Eindruck, dass zuerst gebaut und danach erst die Nutzung geplant wurde. In Zukunft sollten die für die Bewilligung der Fördermittel Verantwortlichen die vorgelegten Nutzungskonzepte deutlich mehr hinterfragen. Auf Folgekosten wurde nicht geachtet Jede Baumaßnahme zieht Folgekosten für Bewirtschaftung, Betrieb und Bauunterhaltung nach sich, welche um ein Vielfaches höher sind als die Investitionskosten. Angesichts der 2/3-Förderung der Baumaßnahmen durch Bund und Land ignorierten die Gemeinden die Folgeko-

sten allerdings regelmäßig. Vor dem Hintergrund einer überwiegend schwierigen kommunalen Finanzlage ein gewagtes Vorgehen. Denn die Folgekosten gehen vollständig zulasten der Gemeinden als Bauherren - und dies über eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten. Bei der Förderung wird in Zukunft viel stärker als bisher auf die zu erwartenden Folgekosten zu achten sein. Zinszahlungen für nicht fristgerecht ­verwendete Gelder Viele geförderte Gemeinden hatten hohe Zinsbeträge an die Mittelgeber zu zahlen, da sie die zur Verfügung gestellten Bundes- und Landesmittel nicht fristgerecht verwendeten. Der Grund dafür: Die Gemeinden forderten die bewilligten Städtebauförderungsmittel an und bekamen diese auch ausgezahlt, obwohl bereits feststand, dass sie die Gelder nicht fristgerecht verwenden konnten. Die Folge war, dass die von den Gemeinden gebildeten Sondervermögen immens hohe Kontostände, teilweise in Millionenhöhe, aufwiesen, bis diese verwendet oder zurückgezahlt wurden. Die Geldgeber sollten das Auszahlungsverfahren bei der Städtebauförderung ändern. Die Auszahlungen sollten dem Planungs- und Umsetzungsstand der Einzelmaßnahmen sowie dem damit verbundenen voraussichtlichen Fördermittelabfluss entsprechen. Steuergelder für akute Problem Mischfinanzierungen durch Bund, Länder und Gemeinden, von denen es eine ganze Reihe gibt, sind generell kritisch zu sehen. Sie verleiten zu unnötigen Ausgaben. Das Beispiel zeigt, wie schwer es dem Staat fällt, einmal beschlossene Förderungen wieder zu reduzieren. Während Straßen, Brücken und öffentliche Gebäude verfallen, ist reichlich Geld für die Städtebauförderung vorhanden. Gegen eine Kürzung stemmen sich die Bundesländer aus egoistischen Motiven. Die politisch Verantwortlichen müssen lernen, hier umzusteuern und die begrenzten Steuermittel zur Lösung vordringlicher Probleme einzusetzen.


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Sachwert Magazin Ausgabe 48  
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