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Ausgabe 63

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Mr. Dax Dirk Müller

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»Die Krise ist unausweichlich« CLAUS VOGT Geldpolitik

Bilder: Müller, Giacinto Carlucci, Vogt

GÖTZ WERNER

Wirtschaft und Politik


BESTES ALTERNATIVES INVESTMENT Deutscher Beteiligungspreis 2017 Jäderberg & Cie. wurde mit dem Deutschen BeteiligungsPreis 2017 des BeteiligungsReports, dem Fachmagazin für Sachwertanlagen, im Bereich „TOP Alternatives Investment“ geehrt. Die aus Finanzjournalisten bestehende Jury ehrte damit die engagierteund anlegerfreundliche Erschließung des einzigartigen Assets „Indisches Sandelholz“ für deutsche Investoren. Peter Jäderberg (links) und Edmund Pelikan (recht)

deutscher

beteiligungs l p r e i s 2 0 1 7 In der Kategorie TOP Alternatives Investment erhält

den Deutschen BeteiligungsPreis.

Landshut, den 26. Oktober 2017

„Jäderberg & Cie. beschäftigt sich seit 2009 mit dem Thema und hat 2010 den ersten geschlossenen Sandelholz-Fonds initiiert“, sagte Edmund Pelikan, Geschäftsführer der epk media GmbH & Co. KG in seiner Laudatio. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und sehen sie auch als Anerkennung dafür, dass wir nicht allein Produktanbieter sind, sondern selbst als unternehmerischer Investor in Indische Sandelholz-Plantagen aktiv sind“, bedankte sich Peter Jäderberg, Gründer und Geschäftsführer von Jäderberg & Cie.

Edmund Pelikan, Herausgeber BeteiligungsReport ®

Jäderberg & Cie.

T +49 329 69 69-0

vertrieb@jaederberg.de

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Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück. Null.

Editorial

Voltaire, 1694 - 1778 Martina Schäfer Redakteurin bei Sachwert Magazin

Bild: Schäfer privat

Intelligente Strategien für Ihre sichere Zukunft

Editorial

Es knirscht an allen Ecken… Dirk Müller nimmt kein Blatt vor den Mund: „Alle sehen, dass uns irgendwann die Scheiße um die Ohren fliegt.“ Der finanzielle Turm zu Babel, an dem die Zentralbanken seit etwa zehn Jahren bauen und flickschustern, steht seines Er­ achtens auf sehr wackelichen Beinen und wird mit frisch gedruckten Millionen in immer schwindelerregendere Höhen gebaut. So, wie er die Zusammenhänge sieht und deutet, fehlt nur ein kleiner Schubs, um das kränkelnde Gebäude zum Einsturz zu bringen. Welche Optionen sich daraus ergeben, lesen Sie ab Seite 4. Warum es nötig ist, wirtschaftlich und politisch ganz neue Wege zu gehen, erklären Götz W. Werner, Marc Friedrich und Matthias Weik in Ihrem neuen Buch „Sonst knallt‘s“. Ihnen stößt auf, dass Deutschland, seit Jahren einen Wirtschaftsboom erlebt, der Wohlstand allerdings an den meisten Menschen komplett vorbeigeht. „Radikal neu denken“ ist deshalb ihre Forderung an Po­ litiker und Wirtschaft. Seit zwei Jahren lang gilt bei der Immobilienvermittlung das Bestellerprinzip, das viele Makler in existenzielle Nöte treibt. Allerdings gibt es einen Lichtschein am Horizont. Helge Ziegler und Dr. Ralf Stark nahmen das Gesetz unter die Lupe und fassten ihre Erkenntnisse in dem Buch „Mieterprovision trotz Bestel­ lerprinzip - Vom Problem zur Lösung“ zusammen.

Sachwert schlägt Geldwert!

In der Historie haben nur die Anleger ihr Vermögen sichern können, die nicht in bedrucktes wertloses Papier investiert haben, sondern in Sachwerte, die nach bestimmten Ereignissen immer noch einen inneren bzw. einen Tauschwert aufweisen konnten. Unsere Konzentration liegt ausschließlich in der Konvertierung von Papier- / Giralgeld in physische Sachwertlösungen, die Sie schadlos durch die Finanz- und Wirtschaftskrise manövrieren lassen.

Leistungen Makroökonomische Aufklärung über das Finanz- & Geldsystem Vermögenssicherung durch physische Sachwerte Erbschafts- und Schenkungssteuerlösungen Vermögenstransfer in die nächste Generation Internationale Stiftungskonzepte

Viel Vergnügen beim Lesen!

wünscht Martina Schäfer Redakteurin

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Geldpolitik

Sonst knallt‘s! Ein Interview mit Götz W. Werner, Marc Friedrich und Matthias Weik über ihr erstes gemeinsames Buch „Sonst knallt´s!:„Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit? Wie und wann haben Sie einander kennen und schätzen gelernt? Matthias Weik: Im April 2013 bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion. Der Titel der Diskussion lautete damals: „Was kommt nach dem ‚größten Raubzug der Geschichte’? – Gibt es Chancen für das Bedingungslose Grundeinkommen“? Marc Friedrich: Ich war schon lange treuer Kunde von dm und fasziniert von der

Unternehmensphilosophie. Auch war mir Götz Werner schon lange ein Begriff für seinen unermüdlichen Einsatz, die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) bekannt zu machen. Dementsprechend begeistert war ich von der Idee, gemeinsam ein Buch zu schreiben. Götz Werner: Schon das Buch Der größte Raubzug der Geschichte von Herrn Weik und Herrn Friedrich hat mich sehr beeindruckt, zuletzt dann ihre aktuellen und

historischen Analysen in Kapitalfehler. Es gibt viele Schnittmengen, da lag eine Zusammenarbeit einfach in der Luft. Welches gemeinsame Ziel verbindet Sie? Götz Werner: Die Erkenntnis, dass wir nicht einfach so weitermachen können wie bisher. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Matthias Weik: Wir möchten die Welt zum Positiven verändern. Diese


Geldpolitik Wohlstand bei den meisten Menschen nicht an. Hier läuft etwas gewaltig schief. Parallel erleben wir immer schlimmere Krisen und eine Finanzmarktblase nach der anderen. Der Euro und die EU wanken bedenklich. Nachhaltige Lösungsvorschläge aus Wirtschaft und Politik? Fehlanzeige! Unsere Schlussfolgerung: Das muss „von unten“ kommen, aus der Gesellschaft. Götz Werner: Ich trete ja seit längerem für die Ideen eines BGE und einer ausschließlichen Besteuerung des Konsums ein. Und ich versuche den Menschen zu erklären, dass unsere Wirtschaft viel zu sehr von der Illusion getrieben ist, Geld sei ein Wert an sich. Weil wir ständig aufs Geld starren, sehen wir meist nur „Finanzierungsprobleme“. Dabei sollte die eigentliche Frage doch lauten: Wie machen wir es möglich, dass jeder seine ureigenen Fähigkeiten und Ideen in eine Wirtschaft einbringen kann, die so leistungsfähig ist, wie keine zuvor – und die doch unsinniger Weise allzu viele Menschen zurück lässt.

und mit Sinn füllen, ansonsten fahren wir komplett gegen die Wand. Noch ist Zeit das Ruder herumzureißen. Götz Werner: Ich versuche in meinen Vorträgen immer deutlich zu machen, dass vieles in unserer Wirtschaft darum falsch läuft, weil wir es falsch denken. Nämlich betriebswirtschaftlich verengt statt volksund gemeinwirtschaftlich. Nur Unternehmen haben Kosten. Volkswirtschaftlich betrachtet lösen sich alle Kosten bis auf den letzten Cent in Einkommen auf. WeshalbGesellschaften vor allem darüber entscheiden müssen, wie sie ihre Einkommensströme regulieren wollen.

Es ist eine Illusion, Geld sei ein Wert an sich.

Bilder: Giacinto Carlucci, Cover: Bastei

Veränderung ist bitter nötig, denn sonst knallt’s. Marc Friedrich: Wir alle spüren doch intuitiv, dass seit Jahren etwas nicht stimmt und die Welt aus den Fugen geraten ist. Es haben sich kapitale Fehler eingeschlichen, die wir nun konstruktiv angehen müssen. Bevor die Kollateralschäden der Finanz-Tsunamis der letzten Jahre noch schlimmer werden. Was stand am Anfang Ihres Gemeinschaftswerks? Welche konkreten Beobachtungen waren Auslöser für Ihr Buch? Matthias Weik: Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander. Viele Parteien vertreten nicht mehr die Interessen der Bürger, sondern die von Konzernen und Finanzlobbys. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, ein überparteiliches „Programm“ zu schreiben. Ein Programm für die Menschen. Marc Friedrich: Obwohl Deutschland seit Jahren wirtschaftlich auf der Überholspur fährt, kommt dies er

Was alarmiert Sie momentan am meisten? Matthias Weik: Das sich die Bürger von der Politik nicht mehr abgeholt und vertreten fühlen. Marc Friedrich: Ja, nicht nur unser Wohlstand steht auf dem Spiel sondern auch die Demokratie. Das bereitet mir große Bauchschmerzen. Die Parteien versagen am laufenden Band, und zeitgleich betreibt die EZB ein einmaliges Notenbankexperiment, um das Geldkarussell am Laufen zu halten – was jedoch zum Scheitern verurteilt ist. Götz Werner: Mich stört, dass viele politische und wirtschaftliche Scheindebatten sehr laut geführt werden – und Diskussionen über die Grundlagen einer wirklich sozialen Marktwirtschaft viel zu wenig. „Radikal neu denken“, fordern Sie im Untertitel. Welche Bereiche betrifft das konkret? Matthias Weik: Die Finanzwelt, das Thema Steuern und unsere Wirtschafts- und Arbeitswelt, welche durch die „Industrie 4.0“ komplett auf den Kopf gestellt und für viele Menschen zu heute noch kaum vorstellbaren Veränderungen führen wird. Marc Friedrich: Wir müssen komplett neu denken! Wir brauchen wieder Politiker anstelle von Berufspolitikern und Parteien, die nicht in Schubladen denken und ihren jeweiligen Ideologien verhaftet sind. Sondern die im Sinne der Menschen und des Landes agieren. Wir müssen die Wirtschaft wieder menschlicher gestalten

Ein wichtiges Schlagwort in Ihrem Buch sind die Steuern. Wie würden Sie folgenden Satzanfang weiterformulieren: „Die Steuern sprudeln, aber….“ Götz Werner: …wir leisten uns trotzdem noch immer Armut. Das ist ein Skandal! Matthias Weik: …viele internationale Großkonzerne und Superreiche bezahlen kaum Steuern. Was läuft da falsch? Marc Friedrich: …trotzdem zahlt Deutschland keinen Cent Schulden zurück. Da frage ich mich als Ökonom: Wenn nicht in Rekordjahren - wann dann? Wer, wenn nicht wir als „Exportweltmeister“? Und wie können wir obendrein erwarten, dass krisengeplagte Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien jemals ihre Schulden zurückzahlen werden? Was ist nötig, um unser Wirtschaftssystem und unsere soziale Grundordnung zukunftsfähig zu machen? Matthias Weik: Eine strikte Regulierung des Finanzsystems, eine Insolvenzordnung für Banken und für Staaten, ein faires Steuersystem – und die Abschaffung des Euro. Marc Friedrich: Alle Steuern abschaffen bis auf eine - die Konsumsteuer. Parallel: Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Götz Werner: In Deutschland und Europa gäbe es längst „Wohlstand für alle“, wenn es ein Einkommen für alle gäbe. Wenn die Mehrheit der Menschen das denken kann, können wir ein BGE notfalls über Nacht einführen. Ein großes Thema in Ihrem Buch ist das „bedingungslose Grundeinkommen“ (BGE). Wie definiert sich das genau? Was umfasst es und was soll es bewirken? Götz Werner: Jeder Mensch hat das Recht


Geldpolitik

bescheiden aber menschenwürdig zu leben. Dafür braucht er ein Einkommen. Dass Arbeit und Einkommen verkoppelt sind, funktioniert nicht mehr. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Auftrag der Gemeinschaft an den Einzelnen, sich mit seinen Talenten und Fähigkeiten einzubringen. Das bedingungslose Grundeinkommen sehen manche als Utopie, andere als Gebot der Stunde. Wie lautet Ihr Hauptargument? Götz Werner: Die Utopien von gestern sind die Realitäten von heute. Auf uns kommen enorme Umwälzungen zu. Stetige Erwerbsbiographien gibt es nicht mehr, der Wandel in der Arbeitswelt ist in allen Branchen zu beobachten. Wir produzieren heute so viele Güter und Dienstleistungen wie nie zuvor. Wir brauchen Rahmenbedingungen, so dass jeder eine Teilhabe an unserem enormen Wohlstand als Menschenrecht erhält. Matthias Weik: Im Zuge der Industrie 4.0 werden so viele Jobs wegfallen, dass es ohne Grundeinkommen gar keine andere Lösung gibt. Marc Friedrich: Die Manager dieses Wandels haben das großteils schon verstanden. Herr Käser von Siemens, Elon Musk von Tesla, Telekom-Vorstand Timotheus Höttges und viele andere sprechen sich für ein BGE aus. Die Bundestagswahlen rücken immer näher. Mal angenommen, Sie wären

Kandidat für das Kanzleramt. Was würde auf Ihrer Agenda ganz oben stehen? Götz Werner: Dass wir unsere Verfassung wirklich ernst nehmen, besonders Artikel 1, der besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Matthias Weik: Ein gerechtes Steuersystem zu implementieren, das heißt unser Konsum wird besteuert und nicht unsere Einkommen. Und den Euro abzuwickeln, da dieser Europa trennt anstatt es zu einen. Marc Friedrich: Ehrlichkeit und Tacheles. Auch wenn sie bitter ist: den Menschen einfach mal die Wahrheit zutrauen. Dauerkrise in der globalen Wirtschaft: Welche Milchmädchenrechnung regt Sie am meisten auf? Wo sehen Sie den akutesten Korrekturbedarf? Marc Friedrich: Dass der Euro uns nutzt, ist eine glatte Lüge. Der Euro muss geordnet aufgelöst werden, bevor er uns unkontrolliert um die Ohren fliegt. Genauso dramatisch sind die Verzerrungen, die dadurch entstehen, dass eigentlich bankrotte Staaten wie Italien und Spanien sich trotz Rekordstaatsschulden und Rekordarbeitslosigkeit so günstig

„Die Steuern spru­ deln, aber wir leisten uns trotzdem noch immer Armut. Das ist ein Skandal!“

wie noch nie an den Kapitalmärkten mit neuen Schulden versorgen können. Das ist Wahnsinn und die größte Insolvenzverschleppung in der Geschichte der Menschheit. Matthias Weik: Die Arbeitslosenstatistiken, „Die Steuern sprudeln, aber wir leisten uns trotzdem noch immer

Armut. Das ist ein Skandal! Götz Werner wo von vorne bis hinten getrickst wird, um uns Sicherheit vorzugaukeln. Und dass die EZB jeden Monat Milliarden ins System pumpt, um das völlig aufgeblähte Finanz- und Schuldensystem weiter am Laufen zu halten. Götz Werner: Auch wen das vielleicht kein akutes Problem ist: Dass mir habilitierte Ökonomen immer noch vorzurechnen versuchen, ein BGE sei unfinanzierbar, indem sie einen beliebigen Betrag mit der Zahl der Einwohner in Deutschland multiplizieren. Was war für Sie selbst die spannendste Lektion beziehungsweise der größte Erkenntnisgewinn bei der Arbeit an „Sonst knallt‘s“? Matthias Weik: Dass wir in Zukunft um ein BGE nicht herumkommen. Vor ein paar Jahren habe ich das noch, wie viele Menschen, als Spinnerei abgetan. Ich kann also jedem Leser aus eigener Erfahrung bestätigen, was Götz Werner immer sagt: Das ist ein Denkproblem. Marc Friedrich: Die Steuerrevolution! Dass wir in Zukunft den Verbrauch, also unseren Konsum besteuern müssen und nicht das Einkommen. Das ist die einzig gerechte Art der Besteuerung. Da war ich zuerst skeptisch. Aber heute stehe ich hundertprozentig hinter der Idee. Götz Werner: Meine jungen Mitautoren blicken aus einer anderen Perspektive auf unser Zusammenleben. Trotzdem kommen wir zur gleichen Schlussfolgerung: Nämlich dass es so nicht weitergehen kann, sonst knallt’s.


Geldpolitik

Der Nikkei Index notiert 40% unter seinem Allzeit-Hoch Tatsächlich fiel der Nikkei Index in den folgenden 19 Jahren von 39.000 Zählern auf ein Tief von 7.000 Punkten, ein Kurs­ verfall von minus 82%. Das sehen Sie auf dem folgenden Chart. Heute, das heißt 28 lange Jahre später, notiert der Index immer noch rund 40% unter seinem All­ zeit-Hoch.

Der Autor Claus Vogt ist Finanz­analyst und Autor des Börsenbriefs „Krisen­ sicher investieren“. Den von ihm entwickelten Gold-Preisbänder-­ Indikator nutzt er für ­Prognosen für die Investition vor allem im Gold- und Edelmetallsektor.

Bilder: Depositphotos/ shirotie, Vogt: privat, Grafik: StockCharts.com

Wie Sie auf dem folgenden Chart se­ hen, erreichte der japanische Aktienindex Nikkei 225 zum Jahreswechsel 1989/90 ein Allzeithoch von rund 39.000 Punkten. Dann platzte die Blase. Die Aktienkurse und die Immobilienpreise stürzten ab, und in der Wirtschaft begann eine sehr lange Durststrecke.

Charttechnisches Kaufsignal des Nikkei Index Auf dem Chart des Nikkei Index erkennen Sie die deutliche Widerstandszone im Be­ reich von 21.000 Punkten (blaue Linie). Sie sehen auch, dass die Kurse in den ver­ gangenen Wochen über diese Hürde ge­ sprungen sind. Aus charttechnischer Sicht liegt damit ein scheinbar klares Kaufsignal vor.

tigung des hier beschriebenen charttech­ nischen Signals erfolgen muss. Mit diesem Signal rechnen wir jetzt täglich und wer­ den unsere Leser gegebenenfalls per Adhoc-Meldung informieren.

Ganz so klar ist die Lage am japanischen Aktienmarkt allerdings nicht, wie ich in der Dezember-Ausgabe 2017 meines Bör­ senbriefes Krisensicher Investieren bereits ausgeführt habe. Auf die Details kann ich hier nicht eingehen. Deshalb muss der Hinweis genügen, dass zur Klärung der Situation eine wichtige technische Bestä­

Deshalb stehen wir Gewehr bei Fuß und beobachten das spannende Geschehen in Japan sehr genau. Kaufen werden wir japanische Aktien, sobald das Kaufsignal des Nikkei Index bestätigt wird. In diesem analytischen Sinne sind die kommenden Wochen für die Zukunft der japanischen Börse von großer Bedeutung.

Jetzt kommt es darauf an


Kurzmeldungen

Nullzinspolitik Geldpolitik der EZB kostet Sparer 38 Milliarden Euro Seit Jahren verfolgt die Europäische Zentralbank eine Nullzinspolitik. Für klassische Geldanlagen gibt es seit Langem so gut wie keine Zinsen mehr. Gleichzeitig ist die Inflation im vergangenen Jahr kräftig auf 1,8 Prozent gestiegen. Dadurch haben Sparer in 2017 rund 38 Milliarden Euro verloren, wie die DZ Bank errechnet hat. Die Verluste seien zustande gekommen, weil der sogenannte Realzins, also die Zinsen minus Inflation, deutlich negativ war. Das gesamte Geldvermögen der Deutschen ist dagegen auf einen neuen Rekord von 6,1 Billionen Euro gestiegen. Grund sei die größere Bereitschaft Geld anzulegen, die sogenannte Sparquote. Während sich Sparer und Vermögensverluste ärgern mussten, konnten sich Besitzer von Aktienanlegen, Fonds und Zertifikaten freuen. Ihr Vermögen wuchs um stolze 93 Milliarden Euro.

Anleihen-Debakel EZB setzt Millionen in den Sand mit Anleihen

Die Europäische Zentralbank EZB hat offenbar einen hohen zweistelligen Millionenbetrag aus Anleihegeschäften in den Sand gesetzt. Wie die EZB bekannt gab, hat sie sich von allen Steinhoff-Anleihen getrennt. Steinhoff steht mit dem Rücken zur Wand und kämpft ums Überleben. Der weltgrößte Möbelkonzern hinter IKEA hat mit Vorwürfen der Bilanzfälschung zu kämpfen. Die Aktie hat im vergangenen Jahr rund 95 Prozent an Wert verloren. Derzeit versucht Steinhoff durch den Verkauf von Unternehmensteilen, den Kopf doch noch aus der Schlinge zu ziehen.

Die EZB hatte die Steinhoff-Anleihe über die finnische Notenbank gekauft. Die Anleihe hatte bei Ausgabe ein Volumen von 800 Millionen Euro. Die EZB darf laut ihren eigenen Regeln höchstens 70 Prozent einer Anleihe aufkaufen. Wie viel Geld sie investiert hat, ist nicht bekannt. Experten gehen aber davon aus, dass die EZB eine Summe im oberen zweistelligen Bereich investiert hat. Mehr als die Hälfte davon könnte sie jetzt verloren haben. Die EZB hat die Anleihe jetzt verkauft, weil sie nicht mehr den Mindestanforderungen entsprochen hatte.

PayPal Mitgründer auf der Bitcoin-Jagt Er ist der Mitgründer des Bezahldienstes Paypal und hat schon vor Jahren auf die Legalisierung von Cannabis in den USA gesetzt. Milliardär Peter Thiel zählt zu den größten und bekanntesten Investoren in Silicon Valley. Mit seinen Anlagen, wie beispielsweise auch den frühen Einstieg bei Facebook, hat er ein Vermögen verdient. Mit seiner Venture Capital Firma „Founders Fund“ setzt der 50-Jährige nun offenbar auf eine Fortsetzung der Bitcoin-Rallye. Wie das Wallstreet-Journal berichtet, halte Thiel Bitcoins im Wert von einigen Hundert Millionen Euro. Thiel selber wollte sich zu dem Bericht bislang nicht äußern. Wann er bei der Digitalwährung eingestiegen ist, ist allerdings unklar. Thiel wurde in Frankfurt geboren und ist mit seinen Eltern im Alter von einem Jahr in die USA ausgewandert. In das Startup-Unternehmen Paypal investierte er schon sehr früh 280.000 Dollar und verkaufte seinen Anteil später für 55 Millionen Dollar. 2004 stieg er mit 500.000 Dollar bei Facebook ein. Diese Anteile hat er mittlerweile für mehr als eine Milliarde Dollar verkauft. Sein Gesamtvermögen wird auf rund 2,7 Milliarden Dollar geschätzt.

Bild: Depositphotos/ goodstock

Tech-Milliardär wettet Hunderte Millionen auf Bitcoin


Kurzmeldungen

Deutsche Wirtschaft läuft auf allen Zylindern Anhaltende Boomphase in der Wirtschaft

Bild: Depositphotos/ photographee.eu

Die Deutsche Wirtschaft befindet sich einer absoluten Boomphase wie schon seit Langem nicht mehr. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamt ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gewachsen. Damit wuchs die deutsche Wirtschaft das achte Jahr in Folge. Und so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Wachstum liegt damit auch ein Prozent über dem langfristigen Durchschnitt. Gründe für den Aufschwung sind die Konsumausgaben der deutschen Verbraucher, Investitionen der Unternehmen, der anhalten Bauboom und die starke Weltwirtschaft. Noch nie wurden so viele Waren und Güten ins Ausland exportiert. Das Volumen der Exporte dürfte im vergangenen Jahr bei 1,3 Billionen Euro gelegen haben. Rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Es wäre das vierte Jahr in Folge mit einem neuen Rekord. Vom anhaltenden Konjunkturboom profitiert auch der Staat durch höhere Steuereinnahmen und weniger Ausgaben, beispielsweise für Arbeitslose oder Arbeitsförderungsmaßnahmen. Erneut wird die Bundesregierung in 2017 mehr eingenommen als ausgegeben haben. Der Überschuss dürfte sich auf rund 45 Milliarden Euro belaufen.

Mehr Geld für die Reichen Vermögen der Reichsten wächst täglich um 2,3 Milliarden Dollar Das Vermögen der 500 reichsten Menschen der Welt ist in diesem Jahr dramatisch angestiegen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg errechnet hat, besitzt die Elite insgesamt rund 5,3 Billionen Dollar oder gut 4,5 Billionen Euro. Das ist ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Jeden Tag wächst das Vermögen damit um 2,3 Milliarden Dollar. Oder pro Minute um 1,875 Millionen Dollar. Das Plus in diesem Jahr ist viermal so groß wie 2016. An der Spitze des so genannten „Bloomberg Billionares Index“ steht Amazon-Gründer Jeff Bezos mit einem

Vermögen von knapp 100 Milliarden Dollar. Dahinter folgen Bill Gates und Warren Buffett. Die meisten Reichen kommen aus den USA mit 159. Die größten Vermögenszuwächse gab es dagegen in China. Die meisten Reichen kommen aus der Technologiebranche.


Kurzmeldungen

Gehalts-Schlucht wird immer größer

Diät-Aktie

So verdiente Oprah Gehaltsunterschiede in Deutschland so groß wie Winfrey 250 Mio. Dollar

zuletzt 1913

Der Unterschied zwischen Gutverdie­ nern und Einkommensschwachen ist in Deutschland so groß wie seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr. Laut ei­ ner aktuellen Studie hätten die unteren 50 Prozent (Geringverdiener) massiv am Gesamteinkommen verloren. Während es in den 60er-Jahren noch ein Drittel war, sei der Anteil am Kuchen mittler­ weile auf nur noch 17 Prozent gesun­ ken. Dagegen sei der Anteil der oberen zehn Prozent seit Mitte der 90er-Jahren deutlich gestiegen. Insgesamt sei die Ungleichheit in Deutschland nicht we­ sentlich anders als 1913, so die Wirt­ schaftsforscher rund um den Ökonom

Thomas Piketty. Auch weltweit seien die Ungleichgewichte in den letzten Jahr­ zehnten deutlich angestiegen. Hauptgrund sei die Verteilung von Kapi­ tal in privater und in öffentlicher Hand. Seit 1980 seien riesige Mengen öffent­ lichen Vermögens privatisiert worden. Dadurch würe sich der Spielraum der Re­ gierungen verringern, um die Ungleich­ gewichte zu neutralisieren. Würde sich der aktuelle Trend fortsetzen, würde das reichste 0,1 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2050 genau so viel Vermögen be­ sitzen wie die globale Mittelschicht, die 40 Prozent der Bevölkerung ausmache.

Die US-Talkshowlegende Oprah Winfrey freut sich über satte Gewinnzuwächse in ihrem Aktiendepot. Im Herbst 2015 kaufte Winfrey zehn Prozent vom Abnehm-Unternehmen Weight Watchers. Dafür musste sie damals rund 43 Millionen Dollar hinblättern. Mittlerweile, ein bisschen mehr als zwei Jahre später, sind diese Anteile nahezu 300 Millionen Dollar wert. Die berühmte pfundige Talkmasterin, die laut Forbes ein Privatvermögen von 2,8 Millionen Dollar besitzt, hat Weight Watchers scheinbar einen ordentlichen Publicity-Schib verpasst.

Höchster Ölpreis seit 2 Jahren Nahezu unbemerkt ist der Ölpreis auf den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gestiegen. Derzeit kostet ein Fass der Sorte Brent mehr als 70 Dollar.Das ist so viel wie zuletzt im Sommer 2015. Vor gut einem halben Jahr kostete ein Barrel nur 44 Dollar. Damit ist der Ölpreis in kurzer Zeit um mehr als 50 Prozent gestiegen. Gründe für die jüngste Rallye sind laut Händlern Sorgen über Produkti­ onsausfälle im Iran sowie die anhaltenden geopolitischen Risiken. Hinzu kommt das starke Wachstum der Weltwirtschaft, die zu einer höheren Nachfrage führt. Schon jetzt führt der gestiegene Ölpreis zu hö­ heren Kosten für Unternehmen und Ver­ braucher. Demnach ist der Preis für Heizöl seit dem Sommer letzten Jahres um fast 30 Prozent gestiegen. Auch an der Zapf­ säule müssen Autofahrer seit Wochen tiefer in die Taschen greifen. Allerdings kommt Verbrauchern hier zugute, dass der Euro ebenfalls gestiegen ist und damit einen Teil des Ölpreisanstieges abfedert.

Bild: Depositphotos/ Kokhanchikov

Starker Ölpreisanstieg könnte die Wirtschaft belasten


Kurzmeldungen

Aktienanstieg um 150 Prozent Kryptowahnsinn sorgt für unfassbare Kursexplosion Der Wahnsinn um Kryptowährungen und die dahinter steckende Blockchaintechnologie nimmt weiterhin seinen Lauf und sorgt für außergewöhnliche Kursbewegungen. Der Fotokonzern Kodak hat eine eigene Kryptowährung vorgestellt. Für Fotografen, die mit der Blockchaintechnologie ihre Fotos besser vermarkten und ihre Rechte an den Bildern absichern können. Dazu wurde jetzt der KodacCoin und die dazugehörige Plattform Kodak One aus dem Nichts ins Leben gerufen. Über die Plattform soll zudem das Internet auf Verstöße gegen Urheberrechte der Fotografen überwacht werden. Die Kodak-Aktie schoss daraufhin am Dienstag an den US-Börsen um 120 Prozent nach oben.

Nachbörslich setzte sich der Anstieg fort. In Frankfurt explodiert die Aktie am Mittwoch um 150 Prozent. Nachdem sie am Dienstag bereits kräftig gestiegen war. Innerhalb von 24 Stunden hat sich die Aktie damit in Frankfurt nahezu vervierfacht. Wer denkt, Bitcoin sei die heißeste Kryptowährung unter der Sonne, der muss sich eines besseren belehren lassen. Während Bitcoin „nur“ auf ein Kursplus von 1.300 Prozent kommt, ist die Kryptowährungsrakete 2017 ganz klar Ripple mit einem Plus in nur 12 Monaten von mehr als 36.000 Prozent. Dahinter folgt Nem mit 30.000 Prozent, Ardor mit 17.400 Prozent und Stella mit 14.000 Prozent.

Hohe Verschuldung von Unternehmen

Bilder: Depositphotos/ seewhatmitchsee, Syda_Productions

Creditreform warnt vor Pleitewelle Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform warnt vor einer Unternehmenspleitewelle bei steigenden Zinsen. Trotz historisch niedriger Zinsen seien 15 Prozent aller deutschen Unternehmen nicht in der Lage ihre Zinsaufwendungen aus dem Tagesgeschäft zu finanzieren. Heutzutage würden viele Unternehmen nur überleben, weil die Zinskosten so niedrig seien. Sorgen bereitet den Experten die hohe und gefährliche Verschuldung. Im Durchschnitt, inbesondere beim Mittelstand, seien zwei Drittel der Vermögenswerte mit Fremdkapital finanziert. Gleichzeitig hat Creditreform auch die Zahl der Unternehmenspleiten nach Bundesländern ausgewertet. Demnach ist die Insolvenzquote in Berlin am höchsten. Auf 10.000 Unternehmen kämen 93 Insolvenzen. Dagegen gibt es die wenigsten Pleiten in Baden-Württemberg mit einer Quote von 38 auf 10.000 Unternehmen. Den volkswirtschaftlichen Gesamtschaden beziffert Creditreform mit fast 27 Milliarden Euro.


Finanzen

Zukunftsperspektive Finanzberatung ab 2018 Auswirkungen von Regulierung und Technisierung

Frage: Herr Hennings, das neue Jahr 2018 ist bereits angelaufen. Es gibt starke Einschnitte in der Finanzbranche, insbesondere in der Beratung ab diesem Jahr, so heißt es. Was kommt hier auf die Finanzbranche und auf die Verbraucher und Kunden zu? Hennings: In diesem Jahr steht der Finanz­ branche einiges bevor, da haben wir die Konsequenzen der Insurance Distribution Directive (IDD) für die Versicherungsver­ mittler, die Überprüfung des Lebensversi­ cherungsreformgesetzes (LVRG), es geht hierbei um die erneute Reduzierung der Lebensversicherungsprovisionen. Dazu erfolgt die Umsetzung von MiFID II (Mar­

kets in Financial Instruments Regulation), welche bereits seit dem 03. Januar offizi­ ell wirksam ist. Ziel dieser Richtlinie und die dazugehörige Verordnung ist, die Ef­ fizienz, Wi­ derstandsfä­ higkeit und Integrität der Finanz­ märkte zu steigern. „Ausbaden“ müssen das, wie nicht anders zu erwar­ ten, Kunden und Berater.

Übrigens beinhaltet die neue Regelung fast 7.000 Seiten. Das ist ja schon „abar­ tig“. MiFID II wird den Wertpapier- und Investmentfondshandel stark verändern, es soll mehr Schutz für An­ leger bringen. Das bleibt ab­ zuwarten und zu beäugen. Investmentre­ search kostet von nun an Geld für Fondsmanager. So­ genannte Dark Pools werden von nun an eingeschränkt, Anlegern soll nicht mehr die Möglichkeit gegeben werden, große Anlagepakete zu kaufen oder zu verlaufen, ohne den von ihnen vorher gezahlten Preis offenzulegen. Im Unter­ nehmensbeteiligungsbereich, übrigens ein eminent wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland, werden für die Berater

MiFID II wird den Wertpapierund Investmentfondshandel stark verändern

Frage: Wie meinen Sie das konkret, was beinhaltet MiFID II und welche Konsequenzen hat das für alle? Hennings: Ich unterstelle, dass MiFID II von Menschen konzipiert, die noch nie wirklich einen Kunden beraten haben.

Bild: Depositphotos/ ridofranz

Thomas Hennings im Interview über den Ausblick in der zukünftigen Finanzberatung.


Finanzen

und Kunden neue und unbekannte Än­ derungen eintreten. Da haben wir einer­ seits die neue Form der Offenlegung und Darstellungen der Vergütungen und Ko­ sten der Emittenten im Prospekt, sowie mögliche Interessenskonflikte. Ab sofort muss nun ein Emittent einen Zielmarkt und Zielkunden definieren, d.h. für wen ist mein Produkt eigentlich geschaffen, wen will ich erreichen? Die Rolle des Bera­ ters und Vermittlers wird auch eine neue. Er muss neben der Plausibilitätsprüfung des Produktes nun auch eine Geeignet­ heitsprüfung des Kunden durchführen. Das bedeutet, ist mein Kunden überhaupt für dieses Produkt geeignet, z.B. kann er gewissen Risiken wie Verluste, Schwan­ kungen des Investments überhaupt fi­ nanziell (und auch mental) verkraften. Ist er zudem als Mensch bzw. Kunden dafür im Allgemeinen dafür geeignet. Es wird dazu führen, dass in Deutschland wahrscheinlich noch weniger Kunden in Aktien und unternehmerische Anlagen in­ vestieren, als sie es bisher schon tun. Der klassische deutsche Kunde ist kurz leicht zu beschreiben: i.d.R. ängstlich, banken­ infiziert, wenig aufgeklärt und lethargisch was seine eigenen Geldanlagen angeht. Durch dieses angepasste Verhalten kön­ nen sehr viele Menschen in Deutschland vor der Altersarmut nicht entfliehen.

Bilder: Depositphotos/ Syda_Productions, Hennings: Hennings

Frage: Was kommt denn konkret noch zusätzlich auf die Berater durch MiFID II zu? Hennings: Man stelle sich vor, der Kunde ruft den Berater an. Es geht um einen bei ihm gezeichneten Investmentfonds oder Beteiligung. Der Berater sitzt gera­ de im Auto auf dem Weg zu einem Kun­ den. Nun muss der Berater seinem Kun­ den demnächst erstmal mitteilen, dass er dieses Gespräch gem. MiFID II digital aufzeichnen muss. Es geht um Verbrau­ cherschutz. Will das ein Kunde? Übrigens muss der Finanzberater, sofern er beim Investmenthaus oder Emittenten Nachfra­ gen zur Frage des Kunden hat, auch eine Telefonaufzeichnung durchführen. Nur die persönliche Beratung beim Kunden oder im Büro des Beraters sind noch nicht zu digitalisieren. Bankberater müssen schon länger alle Formen der Beratungen und Gespräche digital aufzeichnen. Frage: Kann man sagen, dass die EU- und unsere Politiker immer mehr regulieren und eingreifen, um augenscheinlich Verbrauchern helfen zu wollen, aber eigentlich vieles nur „verkompliziert“?

Hennings: Nach den schlimmen Vorfällen durch Banken und deren Hedgefonds und Investmentmanager in der Vergangenheit musste einiges passieren. Natürlich kann man jetzt sagen, alles ist schlecht und viel zu verbraucherunfreundlich und treibt am Ende des Tages die Kosten sogar noch in die Höhe, als dass sie im Sinne von Ver­ brauchern, reduziert werden. Gewisse Regulierungen waren überfällig, da in der Finanzbranche zu viele schlecht ausgebil­ dete Berater eine vorübergehende Heimat fanden. Die Qualität der Berater lässt im­ mer noch zu wünschen übrig, das gilt im Banken- sowie im freien Finanzberater­ bereich. Durch MIFID II werden nochmals viele Finanzberater Thomas Hennings ist Experte ihre Zulassungen (§34f Gewer­ beordnung) endgültig beenden für Sachwert lösungen und und somit werden viele Kunden Makroökönomie. unbetreut alleine gelassen wer­ den. Das ist wiederum die zu­ künftige Chance für motivierte, qualitativ gut ausgebildete und ideal positionierte Berater sich auch diesen „Neu-Kunden“ zu widmen. Herr Hennings, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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Orangenplantagen in Paraguay Mit Agrar-Investitionen langfristig passives Einkommen sichern Die Bielefelder Firma Agri Terra bietet ih­ ren Kunden die Möglichkeit, sich durch eine Beteiligung an lukrativen Agrar-­ Projekten in Süd-Amerika langfristig pas­ sives Einkommen zu sichern – ein Ange­ bot, das in Zeiten von Euro-Angst, dem Gespenst der Versorgungslücke sowie anhaltender Niedrigzinsphase von mehr und mehr Personen in Anspruch genom­ men wird. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf einer groß angelegten Orangenplan­

tage in Paraguay, im Herzen Süd-Ameri­ kas. Die Anbau-Bedingungen sind in dem subtropischen Land geradezu ­ideal, dazu erfährt das zwischen den großen Nach­ barn Brasilien und Argentinien gelegene Paraguay seit Jahren einen sehr ausge­ prägten Wirtschaftsboom. Die Orange ist die in der gesamten Region gefragteste Frucht. Neben Supermärkten fragen vor allem Hotels und natürlich die zahlreichen Hersteller von Fruchtsäften, Limonaden oder Süßwaren ganz massiv frische Oran­

gen nach. Auch weltweit steigt die Nach­ frage nach der begehrten Zitrusfrucht – dem gegenüber steht eine durch den Klimawandel bedingt weltweit fallende Orangenproduktion. Beste Aussichten für die Eigentümer einer Plantage. Sicheres Land im Herzen Südamerikas Das ländlich geprägte, beschauliche Paraguay gehört seit jeher zu den sta­ bilsten Ländern in Latein-Amerika. Sichere Grundbücher, geringe Kriminalität, eine


Bilder: Depositphotos, somejork, denira, OlafSpeier

Anzeige Investment stabile Landeswährung, politische Stabi­ nente der Plantagenbewirtschaftung. Aus lität sowie vor allem ein starkes, auf der riert eine solche Orangenplantage ihren Agrarwirtschaft basierendes Wirtschafts­ Eigentümern passives Einkommen. Daher wachstum zeichnen das kleine Land aus. wird dieses Angebot auch verstärkt zur Nicht zuletzt deshalb verzeichnet man Sicherung oder Aufbesserung der Rente hier ausgesprochen viel Investitionstätig­ herangezogen. keit aus Europa. Insbesondere Deutsche, aber verstärkt auch Österreicher, Schwei­ Hohe Erträge mit bester Umwelt­ zer, Spanier und Italiener können sich mit verträglichkeit dem sicheren, rentablen Land sehr gut an­ So hoch die Ertragserwartungen bei ei­ freunden. Investitionen in landwirtschaft­ ner Zitrusplantage auch sein mögen, so lich dominierte Projekte umweltverträglich sind sind dabei in der Mehr­ auch gleichzeitig. Hohe Erträge im lukrativen, sicheren Agrarsektor, diese zahl. Paraguay ist inzwi­ Über 65.000 Orangen­ jedoch mit gutem Umweltgewissen generieren – bäume hat das Team schen einer der größten Exporteure von Soja, der Agri Terra bereits in die Strategie der Agri Terra geht auf. Weizen, Mais, Rind­ Paraguay ­gepflanzt – al­ fleisch und Reis. „Essen leine­darüber freut sich und Trinken müssen die die Umwelt bereits. Al­ Leute immer“, so sagt man hier gerne mal lerdings werden zur Unterstützung der – und erklärt damit die Unabhängigkeit Orangenblüte auch verstärkt Bienen auf der paraguayischen Wirtschaft von Börsen und nahe der Plantage angesiedelt, eine und Finanzmärkten. Maßnahme, die auch dem weltweit be­ sorgniserregenden Bienensterben entge­ Grundbesitz und Orangenbäume gen wirkt. Durch modernste Methoden Über die Agri Terra in Bielefeld, welche als setzt die Agri Terra-Plantage auf natürliche vollverantwortlicher Vertragspartner so­ Schädlings­bekämpfung, vor allem aber auf wie als Verwalter fungiert, erwerben Kun­ Prävention und Abwehr von Schädlingen. den Landparzellen, welche im Grundbuch Insektizide werden nur moderat und plan­ auf den Namen des jeweiligen Käufers gemäß so wenig wie möglich eingesetzt. eingetragen werden. Grundbesitz, und Bereits im Jahr 2016 konnten sich viele insbesondere das Eigentum an wertvollem ausländische Besucher von der Naturver­ Agrarland, war seit jeher eine verlässliche, träglichkeit der Orangenplantage in Pa­ konservative Anlageform. Diese klassische raguay überzeugen. Hohe Erträge im lu­ Form der Geldanlage verbindet Agri Terra krativen, sicheren Agrarsektor, jedoch mit jedoch mit der laufenden Ertragskompo­ gutem Umweltgewissen generieren – die Strategie der Agri Terra geht auf.

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LANDEIGENTUM in Paraguay (Südamerika) & OrangenRENTE Starke Argumente für Ihr attraktives jährliches Zusatzeinkommen

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Sachwert Magazin 1/2018 Seit 21.

Dezember 2017 ist die neue Ausgabe des Sachwert Magazins bei Ihrem Zeitschriftenhändler oder im Online-Kiosk erhältlich.

Wie mir Vermögensvernichter zur ersten Wohnung verhalfen

Investmentpunk Gerald Hörhan erinnert sich an die Anfänge seiner Immobilienkarriere

Als Investmentbanker, der primär mit Firmenverkäufen, also Mergers-&-Acquisitions-Transaktionen beschäftigt war, bin ich eigentlich durch reinen Zufall zu Immobilien gekommen. Ich hatte nämlich in meinem Job ursprünglich rein gar nichts mit Immobilien zu tun und lebte zur Miete. Mein einziger Berührungspunkt mit Immobilien waren die Mietverträge für meine Wohnungen in New York, Frankfurt am Main, London und Wien. Als mein Einkommen stieg, fasste ich den Beschluss, mein Geld nicht wie manche Branchenkollegen zu verprassen und für exzessiven Luxus auszugeben, sondern als Kapital anzulegen und zu vermehren. Es war für mich damals schon erstaunlich, wie viele Personen, die in der Finanzbranche arbeiten, selbst reichlich wenig Ahnung vom Investieren haben. Noch schlimmer wurde die Erfahrung, als ich mich mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzte und in Kontakt mit diversen „Experten“ und Vermögensberatern kam, die man eher als Vermögensvernichter bezeichnen könnte. Ihre einzige Qualifikation waren gegelte Haare, neue Leasingautos sowie eine Kombination aus Vielrednertum eines Papageis und Arroganz. Leider hatten die meisten in Mathematik nicht aufgepasst und verwechselten bei der Berechnung ihres Nettovermögens plus und minus. Auf der Suche nach ertragreichen Anlagemöglichkeiten hatte ich mich monatelang mit „Beratern“ bzw. Produkt-Pushern herumgeärgert, die mir allen Ernstes erklären wollten, dass ich bei ihnen ein Wertpapier mit fünf Prozent Provision kaufen sollte, das bei einem Dis-

count- Broker mit 0,5 bis ein Prozent Provision zu haben war. Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte, als ich zufällig... Mehr über Gerald Hörhan und der Anfang seiner Immobilienkarriere lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.

Der Rohstoffmarkt rollt an! Jetzt ist es Zeit, auf den Zug aufzu­ springen Zu jedem breit aufgestellten Depot gehö­ ren auch Rohstoffe als Anlageklasse. Denn wer sein Geld breit streut, streut auch das Risiko. Experten sprechen in dem Zusam­ menhang auch von Klumpenrisiko wenn eine Anlageklasse zu stark gewichtet ist. In der September Ausgabe des Sachwert Magazins war der auf Rohstoffe spezia­ lisierte Finanzmarktanalyst Andreas Kroll noch zurückhaltend, ob eine breite Roh­ stoffhausse in den Startlöchern steht. Drei Monate später schätzt er die Marktsitua­ tion nun deutlich positiver ein. Grund für uns nachzuhaken. Herr Kroll, Sie rechnen schon bald mit dem Beginn einer Roh­ stoffhausse, auch oder gerade wegen des Hypes um Elektroautos. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Rohstoff­ hausse läuft bereits erfolgreich an. Seit Juli 2017, mit dem Anstieg des Ölpreises, ist sie in fast allen Bereichen dieses vielfäl­ tigen Marktes angekommen. Wir werden dieses Jahr, nach zurückliegenden sechs

sehr bitteren Jahren des Preisabschwun­ ges, es erstmals wieder erleben, dass der Rohstoffmarkt zu einer positiven Perfor­ mance fähig ist. Das hat mehr mit einem Zyklenwechsel zu tun als mit dem E-Au­ to. Zugegebenermaßen wirkt das E-Auto aber geradezu wie ein Turbo. Aber der Reihe nach: Vor der Finanzkrise, der Öl­ preis lag bei 130 Dollar je Barrel, bildeten auch die meisten anderen Rohstoffe Preis­ hochs aus. Die Branche verdiente präch­ tig und investierte. In Erwartung weiter steigender Preise wurden letztendlich Überkapazitäten geschaffen – es gab von Allem zu viel. Es brauchte neun Jahre und diverse Minenschließungen, Pleiten unter den Produzenten, Beinahe- Insolvenzen selbst unter den großen Playern, wie zum Beispiel Glencore, um den Markt... Mehr Tipps für Ihr Edelmetalldepot gibt es in der aktuellen Ausgabe.

Bild: investmentpunkacademy

gekürzter Buchauszug aus „Das System Immobilie“, herausgegeben von Thomas Knedel


Investment

Kapitalmarktunabhängige Rendite von + 6,75 Prozent p. a.

Deutscher Wohnungsmarkt bietet stabile Ertragsquelle für Wertpapierdepots - Einstiegschance für Neuanlagen mit geplantem Folgeprodukt bestehen zwei Drittel des Portfolios aus Handelsobjekten mit einer angestrebten Haltedauer von weniger als zwei Jahren, bei einem Drittel handelt es sich um Zinshäuser mit einer angestrebten Haltedauer von mehr als zwei Jahren. Die Beleihung durch Bankkredite ist mit nur 20% sehr gering. Die Anlegergelder bilden als separates Teilgesellschaftsvermögen ein Sondervermögen, so dass die Rückzahlung nicht von der Bonität der Emissionsgesellschaft abhängig ist.

Neues Investment in Magdeburg: 55 Mikroapartments in Campusnähe

Mit der Börseneinführung des German Real Estate ETI im Sommer 2014 konnten Anleger mit einem bislang einzigartigen Investmentprodukt am deutschen Wohnungsmarkt partizipieren: jährliche Zielrendite von 5 % bis 7 %, börsentäglich handelbar, immobilienorientiert, jährliche Ertragsausschüttung und als Sondervermögen insolvenzgeschützt. Das German Real Estate ETI hat seit 18.08.2014 ein Plus von 22,58 %, bezogen auf den indikativen Nettoinventarwert, erwirtschafted, was einer Rendite von + 6,75 % p.a. entspricht. Über das Produkt wurde mehrfach in verschiedenen Fachmagazinen und Börsenbriefen berichtet und von diesen als konservatives Basisinvestment empfohlen. Anders als das Gros immobilienorientierter Anlageprodukte, die Groß-, Gewerbe- und Spezialimmobilien finanzieren, generiert das German Real Estate ETI seinen Wertzuwachs aus marktgängigen Wohnimmobilien. Dabei fokussiert sich das Management gerade nicht auf überteuerte Großstadtlagen wie z.B. Berlin, Hamburg und München, sondern präferiert Städte ab 20.000 Einwohnern in deutschen Metropolregionen. Das Immobilienportfolio, aus dem die Wertentwicklung generiert wird, beträgt aktuell 54 Millionen Euro. Schwerpunktregionen

sind Bayern, Berlin/Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit dem Erwerb eines historischen Verwaltungsgebäudes in Magdeburg in unmittelbarer Nähe zum Campus, tätigte das Management Anfang Dezember eine neue Investition. In den nächsten 18 Monaten sollen hier 55 Mikroapartments entstehen. Derzeit

Da das Wertpapier seit August nicht mehr gehandelt werden kann, plant der Initiator zum Jahreswechsel ein neues Anlageprodukt, welches die erfolgreiche Strategie weiterführen soll. Dafür hat die Sachwert Capital Management GmbH eine andere Emissionsgesellschaft mit neuen Bank- und Servicepartnern ausgewählt. Die Anlegergelder sollen auch hier wieder als Sondervermögen verwaltet werden, die Einbeziehung in den Börsenhandel ist vorgesehen. Der Initiator möchte das in den letzten Jahren aufgebaute Immobilienportfolio weiterentwickeln und neu hinzukommende Anleger auch an dieser exklusiven und bewährten Nischenstrategie teilhaben lassen. Über die Internetseite www.german-real-estate-eti.de und den Newsletter können sich Interessierte auf dem Laufenden halten.

Drei Jahre German Real Estate ETI (WKN A13 FRL) Wertentwicklung vom 18.08.2014 bis 30.09.2017*

+ 22,58 % seit Emission

Weitere Infos unter www.german-real-estate-eti.de

*Indexierte Wertentwicklung seit Emission auf Basis des indikativen Nettoinventarwerts. Ausschüttungsbeträge sind in der Wertentwicklung berücksichtigt. Individuelle Faktoren (Ordergebühren, Depotführungspreis , Steuern etc.) sind nicht berücksichtigt. Stand: 30.09.2017. Bild: Sachwert Capital Invest

SACHWERT MAGAZIN 1/2018

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Sachwert Magazin Ausgabe 63, Januar 2018  

DIRK MÜLLER: Warum die Krise unausweichlich ist und welche Optionen sie bietet. GÖTZ WERNER: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu d...

Sachwert Magazin Ausgabe 63, Januar 2018  

DIRK MÜLLER: Warum die Krise unausweichlich ist und welche Optionen sie bietet. GÖTZ WERNER: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu d...

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