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Studium & Karriere

Liebe Leserinnen und Leser, pünktlich zur „heißen“ Phase des Semesters gibt es wieder ein neues UP-Campus Magazin. Perfekt als Lesestoff während dem Sonnenbaden oder als kleine Abwechslung zu Euren Lehrbüchern. Extra zur Hochschulwahl am 19. Juni findet Ihr im Magazin die Positionen der im Konvent vertretenen politischen Hochschulgruppen, was Euch hoffentlich bei Eurer Wahlentscheidung behilflich ist. Wir möchten Euch auch nochmal auf unsere neue Homepage www. up-campusmagazin.de hinweisen. Dort findet Ihr regelmäßig neue, interessante Artikel über unsere Uni und Stadt. Und wir bieten Euch immer wieder Gewinnspiele mit tollen Preisen. Wir wünschen Euch einen schönen Sommer und viel Vergnügen beim Lesen, Eure Chefredaktion

„studentisches (er)leben“ Folge 10: „Dult“ (lk)

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Infoveranstaltung der Universitätsleitung (jdv) 5

Politik & Gesellschaft Hochschulwahlen 2012

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Piraten voraus!

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Vollautonomie oder Freistaat

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Positionen der Hochschulgruppen (jdv)

Ein Besuch bei der Passauer Piratenhochschulgruppe (dh)

Südtirols Weg in der Zukunft (pm)

Kultur & Soziales Listen Up!

Hörspiel der English Drama Group (lk) David Hamburger &

Sport

Patrick Müller

Dortmunder Dominanz Impressum 33. Ausgabe des UP-Campus Magazins (9. Jahrgang, 2. Ausgabe) - Ausgabe 2/2012 (Sommer 2012, erschienen im Juni 2012) - Auflage: 3000 Stück in Passau Druck: P & P Printmanagement, Bgm.-Kempf-Str. 2, 96170 Trabelsdorf; Verlag: Passauer Publikationen Gruppe e.V. ISSN: Herausgeber: Chefredaktion: Layout: Redaktion: Anzeigenleitung: Abbildungen:

1863-7701 Dr. Florian Hartleb, Dr. iur. Bence Bauer, Stefan Hassfurter, Barbara Klostermann David Hamburger und Patrick Müller , Johannes de Visser (Stellv.)/ Assistenz: Daniela Dietz (Marketing & Mitglieder), Lena Knezevic (Layout) Patrick Müller, Barbara Klostermann Dr. iur. Bence Bauer, Dr. Florian Hartleb, Barbara Klostermann (bk), Christian Schneider (cs), Johannes Hoffmann (jh), Moritz Dreher (md), Johannes de Visser (jdv), Rieke Bening (rb), Jennifer Preu (jp), Susanne Bettendorf (sb), Daniela Dietz (dd), Lena Knezevic (lk), Karoline Schulte (ks), David Hamburger (dh), Patrick Müller (pm), Sonja Radtke (sr), Alexander Widmann (aw), Victoria Pöllmann (vp) Christian Schneider, Barbara Klostermann (Stellv.) S.1 © Lena Knezevic; S.3 (links) ©David Hamburger, (rechts) ©Patrick Müller; S.4 (oben) © Michaela Schöllhorn/pixelio.de, (unten) ©Angela Parszyk/pixelio.de; S.5 ©passau-stadt/pixelio.de; S. 6 © Rolf van Melis/pixelio.de; S.7 ©piratenpartei.de; S.8 © Jens Bredehorn/pixelio.de; S.10 ©Olga Meier-Sander/pixelio.de; S.11 © Erdogan Cetin/pixelio.de; S. 12 ©Klicker/pixelio.de; S. 13 © Jens Bredehorn/pixelio.de S.14 ©Wise Guys; S.15 © Der Jurist; S.16 ©Sabrina Gonstalla/pixelio.de; S.17 ©dtv; S.18 ©The Rattlesnake Orchestra

Die Verantwortung im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) tragen die Herausgeber. Alle namentlich gekennzeichneten Artikel spiegeln die Meinung des Verfassers, nicht die der Redaktion oder des Herausgebergremiums wider. Ein herzlicher Dank gilt allen Inserenten! Kontakt:

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Passauer Publikationen Gruppe e.V. (Herausgeber) Barbara Klostermann, Nibelungenstr. 10 - 94032 Passau Tel.: 0851/2118681 - Email: barbara.klostermann@ppg-online.de Web: www.ppg-online.de (Herausgeber); www.up-campusmagazin.de (Magazin & Redaktion)

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Rückblick auf die Bundesligasaison 2011/2012 (pm)

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Freizeit & Leben Wise Guys

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Der Weg zum ausgebildeten Babysitter

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Buchtipp: Robert Pragst - Auf Bewährung (dh)

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CD-Vorstellung: The Rattlesnake Orchestra

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Interview mit Daniel Dickopf (sr, dd)

Besuch im Passauer Babysitterkurs (sr)

Cartonne Express (pm)

Kurz notiert „Join the best“ (Seite 4) Vortragsreihe: Der Jurist lädt ein (Seite 15)


4 | Studium & Karriere

„studentisches (er)leben“

Kurz notiert...

Micheala Scköllhorn © pixelio.de

Folge 10: „Dult“

Eines gehört zum Sommersemester wie Sonnenbrand und Grillen auf der Innwiese. Die Passauer Maidult ist das Highlight zwischen Bootsparties und Fachschaftsfesten. Bei keinem anderen Event, das der Sommer so zu bieten hat, hat man die Gelegenheit sich ins fesche Dirndl zu zwängen, Unmengen Bier zu trinken und sich innerhalb von vier Stunden die Stimmbänder wund zu grölen. Und überhaupt ist in Tracht alles so viel schöner. Naja, vielleicht mit Ausnahme der Busfahrt nach Kohlbruck. Aber wenn man dann schon von Weitem das Riesenrad sieht und einem der Duft von frisch gebrannten Mandeln entgegenschlägt, sobald man sich aus dem dunstigen Gewühl des Busses befreit hat, dann fühlt man sich sofort wie dahoam. Ein besonderes Ereignis ist die Dult vor allem auch für die Nicht-bayrischen Studenten, denn hier gilt es sich in die

„Join the best“ vergibt wieder hochkarätige Auslandsstipendien Feierkultur der Bayern möglichst ohne Fauxpas einzufügen. Also wird kurz vor dem Dultbesuch zu C&A gehetzt und ein mehr oder weniger traditionelles Dirndl erstanden oder eine Lederhose, die die Herren der Schöpfung dann stolz mit Polo-Shirt und Sneakers präsentieren. Manche weigern sich allerdings gänzlich ihr sowieso schon spärliches Studentengehalt für ein „Kleidchen“ auszugeben, das sie höchstens an zwei Wochenenden im Jahr tragen werden. Daraus resultieren dann etwas merkwürdige Kombinationen aus Karo-Blüschen von Mama mit Jeans-Shorts und Hosenträgern aus dem 1-Euro-Shop. Ein Anpassungsversuch der von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Da hilft dem alt eingesessenen Bayer nur noch eins: Bier! Eine genügend hohe Menge stimmt jeden versöhnlich und dann wird auch über mangelnde Textsicherheit und diverse Sprachfehler hinweggesehen. Denn im Grunde wollen wir ja doch alle das Gleiche: In guter alter Tradition miteinander feiern. Da kommt es dann auch nicht mehr darauf an wie wir reden oder wie wir aussehen. Hauptsache es wird griabig. Und ihr bestellt des nächste Mal eine Maß mit kurzem „A“ und „scharfen S“! Prost!

von Lena Knezevic (lk)

Die Initiative „Join the best“ zur Förderung der Auslandsmobilität von Akademikern geht in die neunte Runde. Studierende aller Fachrichtungen können sich ab sofort wieder um 13 Auslandspraktika bei international tätigen Unternehmen bewerben; beim finalen Assessment Center werden darüber hinaus etwa 100 weitere In- und Auslandspraktika vergeben. Organisiert wird das Praktikumsprogramm vom unabhängigen Finanz- und Vermögensberater MLP, Medienpartner ist auch in diesem Jahr wieder das Karrieremagazin „high potential“. Auch in der aktuellen Runde konkurrieren die Bewerber wieder um internationale Top-Praktika – beispielsweise bei Porsche Consulting in Atlanta, Accenture in New York oder Henkel in Shanghai. Die Partnerunternehmen bieten dabei zwei- bis sechsmonatige Auslandspraktika an, die jeweils mit einem konkreten Projekt verbunden sind. MLP vergibt für jedes Praktikum ein Stipendium für die Flug- und Unterkunftskosten. Außerdem erhalten die Stipendiaten ein Versicherungspaket und eine Kreditkarte. Teilnahmeberechtigt sind alle deutschsprachigen Studenten und Doktoranden, außerdem Bachelorabsolventen, die direkt im Anschluss einen Master planen. In zwei Assessment Centern wählen Personalverantwortliche der Partnerunternehmen und MLP die geeigneten Bewerber aus. Die Bewerbungsfrist endet am 12. Dezember 2012. Weitere Informationen sind in den MLP-Geschäftsstellen vor Ort sowie unter www.jointhebest.de erhältlich.

Einladung zum Mitmachen! Seit über drei Jahren ist unsere Redaktion eingetragene Hochschulgruppe an der Uni Passau. Du hast Lust, Dich journalistisch zu betätigen, ehrenamtlich zu engagieren oder kreativ zu betätigen? Du möchtest interessante Wirtschafts-, Politik-, Kultur- oder Freizeitveranstaltungen besuchen und wertvolle Kontakte für Studium und Karriere zu knüpfen?

Angela Parszyk © pixelio.de

Redakteure/innen für Print & Online

Dann bist Du bei uns genau richtig - auch ohne Vorerfahrung! Schau doch einfach mal unverbindlich bei einer Redaktionssitzung vorbei, um Dir einen Eindruck von uns zu verschaffen. Wir treffen uns jeden zweiten Mittwoch im Seminarraum NK 204. Melde Dich einfach unter: chefredaktion@up-campusmagazin.de . Wir geben Dir dann gerne Bescheid, wann unser nächstes Treffen ist. WIr freuen uns auf Dich!


Studium & Karriere | 5

Infoveranstaltung der Universitätsleitung Leitbild, Technik Plus, Internationalisierung, Ressourcen, Mitwirkung der Studierenden und Informationsfluss. geplant, einer in der Juristischen Fakultät, einer bei den WiWis, vier an der Informatik-Fakultät und einer bei den Philosophen. Auch die notwendige Infrastruktur sei schon beantragt. Es wurde nochmal die Interdisziplinarität des Projekts betont, bei dem alle Fakultäten zusammen arbeiten sollen.

Im Folgenden skizzierte er zunächst das geplante Leitbild der Universität, in welchem die Offenheit, die Internationalität, die Toleranz und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Universität herausgestellt werden sollen. Das Leitbild, so der Präsident, solle genauer definieren, auf welche Schwerpunkte sich die Universität konzentriere und so einerseits die inne Kursbestimmung erleichtern, andererseits Außenstehenden einen ersten Eindruck vermitteln.

Die neue Gleichstellungsbeauftragte stelle sodann ihre Pläne vor: Ab 2013

tung. Ob dieser Antrag so durchkomme, sei aber noch offen. Zum Thema Studienbeiträge wusste Frau Dr. Bör zu berichten, dass die Universität Passau, im Gegensatz zu anderen bayrischen Hochschulen, ihre eingenommenen Studienbeiträge komplett ausgebe und keine Rücklagen bilde. Jeder Cent komme den Studierenden zugute, betonte sie. Vor allem werde aus diesem Topf Lehrpersonal bezahlt, wie etwa Übungsleiter. passau-stadt.de © pixelio.de

Die Agenda der ersten Informationsveranstaltung der Unileitung am 16. Mai 2012 war prall gefüllt. Universitätspräsident Professor Dr. Burkhard Freitag löste mit dieser Veranstaltung ein Versprechen ein, dass er den Studierenden vor seiner Wahl gegeben hatte.

Freitag analysierte auch die Stärken und Schwächen in der aktuellen Lehre an der Uni: Als Stärke nannte er das breite Spektrum an Studienangeboten und die Interdisziplinarität. Als Schwächen zählte er eine zu geringe Nachfrage im MINT-Bereich, eine tendenzielle Defokussierung durch zu viele kleine Studiengänge – jene mit unter sechs Studierenden – und die mangelnde Zukunftssicherheit in manchen Bereichen. Viel Zeit nahm auch die Behandlung des Themas Technik Plus ein. Präsident Freitag erklärte, die meisten Lehrstühle seien bereits besetzt worden. Felix Speidel (GHG), studentischer Senator, beschwerte sich über die mangelnde studentische Mitbestimmung bei Technik Plus, woraufhin Freitag entgegnete, dass Studentenvertreter in einer Berufungskommission aufgrund ihrer noch fehlenden akademischen Qualifikation nichts zu suchen haben. Speidel musste zurückrudern und erklärte, er habe die Kritik eher generell gemeint. Der Präsident merkte daraufhin an, man habe alle abgegebenen Versprechen über die studentische Beteiligung eingehalten. Insgesamt sieben neue Lehrstühle sind

solle es ein Frauen-Mentoring-Programm geben, welches zum Ziel hat mehr Doktorandinnen und Professorinnen zu bekommen. Auch sollen Frauen Reisekosten zu Kongressen und ähnlichem bezahlt werden. Insgesamt stehe die Uni beim Thema Gleichstellung aber schon jetzt sehr gut da, gerade bei den Lehrstuhlmitarbeitern sei die Quote fast überall im Soll. Die Kanzlerin Dr. Andrea Bör erklärte, die Universität benötige dringend mehr Mitarbeiter, schon jetzt sei man zweieinhalbfach überbelastet. Deshalb habe man beim Ministerium 200 neue Stellen beantragt, insbesondere in der Verwal-

Von studentischer Seite wurde gegen Ende der Veranstaltung noch gewünscht, das Portal Stud.IP zu verbessern. Der dafür zuständige Mitarbeiter des Rechenzentrums erklärte, man arbeite an neuen Features. Auch sei Stud. IP Version 2 bereits in der Entwicklung und werde zeitnah nach Fertigstellung auch in Passau eingeführt. Die Universität Passau ist an der Entwicklung beteiligt.

von Johannes de Visser (jdv)


6 | Politik & Gesellschaft

Hochschulwahlen 2012 Positionen der Hochschulgruppen

Rolf van Melis © pixelio.de

Wie jedes Sommersemester stehen auch dieses Jahr wieder Hochschulwahlen an. Das UP-Campus Magazin hat alle politischen Hochschulgruppen, die zur Wahl antreten, angeschrieben und deren Positionen hier für Euch gesammelt. Alle Gruppen durften dabei 80 Wörter schreiben. Die Texte stammen jeweils von den Hochschulgruppen selbst.

Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD (Juso-HSG): Wir stehen für eine pazifistische und nachhaltige Bildungspolitik. Wir stehen für eine soziale Uni in der jede*r unabhängig von Herkunft, Religion, Sexualität, Geschlecht oder Behinderung sein Studium verwirklichen kann. Wir stehen für Bildungsgerechtigkeit und Breitenförderung. Wer uns wählt, wählt sozial. Wir fordern: - Abschaffung der Studienbeiträge sowie aller weiteren finanziellen und sozialen Barrieren

- Ausbau von Studien- und Wohnheimplätzen - Erweiterung des Erasmusprogramms und ein Ausbau von Partnerunis in Lateinamerika und Afrika. Liberale Hochschulgruppe (LHG): Einer von vielen Programmpunkten der LHG sind nachgelagerte Studienbeiträge. Erst nach abgeschlossenem Studium und ab einer bestimmten Verdiensthöhe sollen die Beiträge in Raten entrichtet werden - ähnlich wie beim BAföG. Auf diese Weise verbleiben den Universitäten zusätzliche finanzielle Ressourcen (Passau: 10% des Budgets) und zusätzliche Kosten stehen einem Studium nicht im Wege. Hochschulabsolventen haben ein höheres Einkommen und profitieren am meisten von ihrer Ausbildung. Dass wir einen kleinen Teil der Kosten mittragen, halten wir für gerechtfertigt. Insbesondere da wir direkt von den Geldern profitieren. Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS): Der RCDS steht für eine sachliche, wirksame Studentenvertretung. Wir wollen die Studienbedingungen an unserer Universität verbessern und ein offenes Ohr für die Anliegen aller Studierenden haben. Dabei wollen wir nicht gegen, sondern mit der Universitätsleitung arbeiten. Wir fordern daher unter anderem:

- Keine Bebauung der Innwiese – der Charakter des Campus muss erhalten bleiben - Mehr Sprachkurse – es kann nicht sein, dass Studierende keinen Kursplatz erhalten, obwohl eine Sprache laut Studienordnung Pflicht ist. - Noch mehr Streaming von überfüllten Vorlesungen - Mehr Steckdosen in den Hörsälen Grüne Hochschulgruppe (GHG): Die Verfahren bei der Seminarplatzvergabe sind häufig unfair. Wir fordern hier eine klare Regelung. Bei der Vermittlung von Auslandsstudienplätzen platzen viele Träume. Wir fordern mehr Auslandsstudienplätze und eine transparente Vergabe dieser. Der Übergang von Bachelor- zum Masterstudium ist von Chaos geprägt. Eine Differenzierung zwischen Bachelor- und Masterkursen ist in vielen Fachbereichen nicht möglich. Wir fordern daher einen strukturierten Übergang von Bachelor zu Master und Masterkurse für Masterstudierende. Nachhaltigkeit ist für uns seit jeher ein großes Anliegen. Wir fordern daher die Umsetzung eines von uns erarbeiteten Nachhaltigkeitskonzepts. Natürlich haben wir auch SDS.DIE LINKE angeschrieben. Der SDS hat auf unsere Anfragen allerdings nicht reagiert.

von Johannes de Visser (jdv)

Wahltermin ist der 19. Juni 2012, von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Mensa


Politik & Gesellschaft | 7

Piraten voraus! Ein Besuch bei der Passauer Piratenhochschulgruppe

Anlässlich der bevorstehenden Hochschulwahl zielte meine erste InterviewFrage darauf ab, ob der Plan besteht bereits bei dieser erstmals anzutreten und ich erhielt eine erfrischend ehrliche Antwort: Kurz nach der Gründung unserer Hochschulgruppe befinden wird uns momentan noch in einer Phase, in der es uns hauptsächlich darum geht eine solide Basis für unsere weitere Arbeit zu schaffen und unser Wahlprogramm gewissenhaft auszuarbeiten. In der kurzen uns bis zur anstehenden Hochschulwahl

© piratenpartei.de

Am 21.5.2012 betraten die Piraten mit der Gründung ihrer Hochschulgruppe das politische Parkett der Universität Passau. Doch welchen Kurs schlagen die Piraten nach dem Segelsetzen ein? Fest entschlossen dieser Frage auf den Grund zu gehen, begab ich mich zum allwöchentlichen Piraten-Stammtisch, welcher jeden Montag ab 20.00 Uhr in der Gmoa stattfindet und aktuell von acht aktiven Mitgliedern besucht wird.

Woche vor der anstehenden Hochschulwahl allen Interessierten offen steht. Was steht neben dem „Wahl-O-Maten“ im Moment im Zentrum Eures Engagements? Hauptsächlich – wie bereits angedeutet – der Aufbau unserer Hochschulgruppe. Hierbei müssen wir uns im organisatorischen Bereich um Aspekte der Finanzierung und der rechtlichen Ausgestaltung unserer Hochschulgruppe kümmern. Inhaltlich muss unsere Satzung und unser Grundsatzprogramm ausgearbeitet werden, damit wir nach außen einheitlich auftreten können. Und schließlich

„Für uns Piraten stellt der basisdemokratische Ansatz den essentiellen Teil unseres Engagements dar.“ noch zur Verfügung stehenden Zeit ist es uns leider nicht möglich gleichzeitig eine Hochschulgruppe aufzubauen, ein Wahlprogramm zu beschließen und am Wahlkampf teilzunehmen. Wir werden aber trotzdem die diesjährige Hochschulwahl als solche unterstützen. Wie sieht diese Form der Unterstützung genau aus? Es ist uns ein Anliegen das Bewusstsein um die Bedeutung der Hochschulwahl und auch die Wahlbeteiligung als solche zu fördern. Zu diesem Zweck werden wir in Zusammenarbeit mit allen anderen Hochschulgruppen einen „WahlO-Mat“ programmieren, welcher eine

sind wir darum bemüht durch das Anwerben neuer Mitglieder unseren personellen Bestand aufzustocken. Habt Ihr bereits einige Kernthemen für Eure politische Arbeit ausgearbeitet? Zum einen liegt auch uns eine Abschaffung der Studiengebühren und eine vollständige Umsetzung der Abschaffung der Anwesenheitspflicht an der Uni Passau am Herzen. Zum anderen werden wir uns dafür einsetzen, dass an der Uni Passau mehr Projekte zum e-learning angeboten werden und ein Relaunch von Stud.ip zügig vorangetrieben wird. Darüber hinaus fordern wir, dass das ZfS nicht nur Kurse für proprietäre Soft-

ware (wie Microsoft Office oder Adobe InDesign), sondern auf für Open-Source-Software (z.B. OpenOffice) anbietet. Ein weiteres unserer Anliegen ist die Umstellung der PC-Pools auf Linux und freie Software. Die Stadt München, welche ihren gesamten Verwaltungsapparat auf freie Software umgestellt hat, machte diesbezüglich sowohl in finanzieller als auch in technischer Hinsicht äußerst positive Erfahrungen. Mit der Gründung einer politischen Hochschulgruppe begebt Ihr Euch in ein stark umworbenes Gebiet. Was unterscheidet Euch von der Konkurrenz? Für uns Piraten stellt der basisdemokratische Ansatz den essentiellen Teil unseres Engagements dar. Zudem haben unsere Mitglieder aufgrund der nicht festgefahrenen und durchlässigen Strukturen eine große gestalterische Freiheit. Wir nehmen jedoch die anderen Hochschulgruppen nicht als Konkurrenz wahr. Wir möchten partei- und fakultätsübergreifend arbeiten, um eine solide Basis für aus unserer Sicht förderungswürdige Projekte zu schaffen. Für uns Piraten ist Hochschulpolitik kein Stechen und Schlagen, sondern ein kooperatives Miteinander zur Erzielung des bestmöglichen Ergebnisses. Vielen Dank für das Gespräch.

das Gespräch führte David Hambuger (dh)


8 | Politik & Gesellschaft

Vollautonomie oder Freistaat Südtirols Weg in der Zukunft

Um die einzelnen Punkte dieser Debatte nachvollziehen zu können, ist ein Blick auf die Geschichte Südtirols, vor allem der letzten 100 Jahre, unabdingbar. Bis 1918 gehörte Südtirol über Jahrhunderte (seit 1363) zur Habsburgermonarchie. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es 1918 bis 1919 von der Siegermacht Italien besetzt und im Herbst 1919 durch den Vertrag von Saint-Germain den Italienern zugesprochen und von diesen annektiert. Damit wurde das Versprechen der Entente (Frankreich, Großbritannien und Russland) eingelöst, mit denen sie das bis dahin neutrale Italien zum Eintritt in den Krieg gegen die Mittelmächte (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich und Bulgarien) bewegten. In den folgenden Jahren kam es dann zu einer Vielzahl an Repressionen seitens Italiens gegenüber den Südtirolern, welche größtenteils Nachfahren der Bajuwaren sind, die zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert das Gebiet besiedelten. Des Weiteren wurden Italiener nach Südtirol umgesiedelt, um die Italianisierung des Gebietes voranzutreiben. Die Repressionen endeten auch 1939 nicht, nachdem Hitler mit Mussolini das Hitler-Mussolini-Abkommen geschlossen hat, indem festgelegt wurde, dass Südtirol weiterhin zu Italien gehört, sich aber die deutschstämmigen Südtiroler entscheiden konnten, ob sie im italienischen Südtirol bleiben oder ins Deutsche Reich auswandern. Damit wurde allerdings auch die Hoffnung der

Südtiroler zerstört, wieder an Österreich angeschlossen zu werden. Nachdem Südtirol nach dem zwischenzeitlichen Seitenwechsel der Italiener wieder unter deutscher Kontrolle stand, wurde es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder von Italien besetzt. Da von den Siegermächten der Verbleib Südtirols bei Italien gewollt wurde, wurde zwischen Österreich und Italien das Pariser Abkommen unterzeichnet, in welchen der Schutz der deutschsprachigen Südtiroler geregelt wurde, um Repressionen wie zwischen den Weltkriegen zu verhindern. Im Zuge dieses Abkommens wurden zum Beispiel wieder deutschsprachige Schulen errichtet sowie die italianisierten Familiennamen der deutschsprachigen Südtiroler wiederhergestellt. Die öffentliche Verwaltung wurde aber hauptsächlich mit Italienern besetzt. 1948 trat, als Folge des Pariser Abkommens, das Erste Autonomiestatut in Kraft. Da allerdings die Regionen Trentino und Südtirol zu einer autonomen Region zusammengefasst wurden, gab es für die deutschsprachigen Südtiroler de facto keine Chance auf eine irgendwie geartete Selbstverwaltung, da die italienische Bevölkerung in der deutlichen Überzahl war. Des Weitern kam es wie schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu einer großen Ansiedlung von Italienern, vor allem Süditalienern, in Südtirol, womit sich das Stimmgewicht noch weiter zu Lasten der deutschsprachigen Südtiroler verschob. Auch wurden den Interessen der Südtiroler von italienischer Seite kaum Beachtung geschenkt. So wurde zum Beispiel bei der Stauung des Reschensees zur Stromgewinnung

Jens Bredehorn © pixelio.de

In Südtirol (64 % deutschsprachige Bevölkerung) herrscht derzeit eine rege Diskussion über die Zukunft des Landes. Angetrieben wird diese von den zwei landesweit stärksten Parteien: der Südtiroler Volkspartei (SVP) und von der freiheitlichen Partei Südtirols (die Freiheitlichen). Während die Freiheitlichen mit der Errichtung eines eigenen Freistaates eine komplette Loslösung von Italien anstreben, möchte die SVP lediglich den jetzigen Autonomiestatus zu einer sogenannten „Vollautonomie“ weiterentwickeln.

163 Wohnhäuser und landwirtschaftliche Gebäude in den Dörfern Graun und Reschen gesprengt und die Bevölkerung wurde „im nationalen Interesse zur Stärkung der nationalen Industrie“ enteignet. Aus diesem Grund kam es im Verlauf der nächsten zwanzig Jahre immer wieder zu Bombenattentaten von deutschsprachigen Südtirolern, die damit gegen die repressive Politik Italiens kämpfen wollten. Während die erste Welle der Attentate, zu der auch die berühmte „Feuernacht“ zählt (dort wurden gezielt und koordiniert Strommasten gesprengt um den Stromtransfer von Südtirol nach Italien zu stoppen), insofern „friedlich“ blieb, als dass man nur Bauwerke sprengte, wurden in der Zweiten Welle von 1961 bis 1969 auch gezielt Beamte des italienischen Staates zu Opfern der Attentate. Nachdem Österreich, als die Schutzmacht der deutschsprachigen Südtiroler, zu dessen Vorgängerstaat Südtirol Jahrhunderte lang gehörte, durch seinen Staatsvertrag 1955 wieder teilweise Souveränität von den Siegermächten zurückbekam, setzte es sich von nun an für die Rechte der deutschsprachigen Südtiroler ein.


Politik & Gesellschaft | 9 Daraus folgte ein jahrelanger Disput zwischen Österreich und Italien bezüglich der italienischen Südtirolpolitik bzw. dem Status Südtirols. Dieser endete erst 1992, nachdem alle Punkte des Autonomie-Pakets umgesetzt waren. Das Autonomie Paket wurde von einer Kommission aus Italienern, Südtirolern und ladinischsprachigen Südtirolern ausgearbeitet und wurde von den Regierungen Südtirols (mit der SVP als Mehrheitspartei), Italiens und Österreichs ratifiziert. Die wichtigste Neuerung des Pakets, des Zweite Autonomiestatut trat am 20.1.1972 in Kraft. Das Zweite Autonomiestatut stellt auch heute noch die rechtliche Grundlage Südtirols dar. Durch dieses wurde die autonome Region Trentino-Südtirol in die zwei autonome Provinzen Bozen (Südtirol) und Trient (Trentino) aufgeteilt, womit sich die Südtiroler weitestgehend selbständig verwalten können. Die autonome Region Bozen, d.h. Südtirol, hat dabei in vielen Bereichen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz inne (z.B. Raumordnung, Bauleitungsplanung) oder kann im Rahmen der Rahmengesetztgebung z.B. die Ortspolizei und die Lehrpläne regeln. Auch finanziell ist Südtirol heute autonom, da ca. 90 % der Steuereinnahmen, die aus Südtirol nach Rom fließen, wieder direkt zurück in die südtiroler Landeskasse fließen. Während nun die SVP, die stärkste Partei Südtirols dieses Statut erweitern möchte, wollen die Freiheitlichen die komplette Loslösung von Italien mit einem eigenen Freistaat. Die Freiheitlichen haben dazu sogar schon eine Verfassung für einen zukünftigen Freistaat Südtirol ausgearbeitet. Die Präambel derer lautet wie folgt: „Unter Berufung auf das unveräußerliche Recht auf Selbstbestimmung, in Achtung der Verantwortung vor Gott und im Bewusstsein der Verantwortung vor den Menschen, unter Wahrung der geistigen und kulturellen Einheit des Landes Tirol und seines geschichtlichen Erbes, zum Schutz des Friedens, der Gleichberechtigung und der ethnischen Partnerschaft unter den deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen des Landes mit dem Willen, die Freiheit und Würde des Menschen zu sichern, die Grundlagen

für ein soziales und gerechtes Gemeinwesen zu schaffen, die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, die kulturelle und geschichtliche Tradition in allen Landesteilen zu pflegen, dem Frieden zu dienen und den Freistaat zu einem lebendigen Glied der europäischen Völkerfamilie und der Gemeinschaft aller Völker zu machen, gibt sich das Volk des Freistaates Südtirol die nachstehende Verfassung.“ In der Verfassung ist dabei unter anderem die Gleichberechtigung der drei Sprachen (deutsch, ladinisch, italienisch) vorgesehen. Des Weitern soll ein spezieller Freundschaftsvertrag mit Österreich entstehen und Italien soll Schutzmacht der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols werden. Außerdem soll eine Volksabstimmung über die Verfassung stattfinden. Dabei treibt die Freiheitlichen zwei große Ängste zu einer Umsetzung der Freistaat-Lösung. Zum einen hat man Angst vor einer „Ver-Elsässerung“, da das Vordringen der italienischen Staatssprache durch die steigende Anzahl an Asylanten und Immigranten (der am schnellsten wachsende Bevölkerungsteil Südtirols) beschleunigt wird und zum anderen hat man Sorge, dass der italienische Zentralstaat wegen seinen ökonomischen Schwierigkeiten die Autonomie, vor allem mit Blick auf die finanzielle Autonomie, reduzieren könnte. In der SVP sieht man das anders. Hier möchte man den Autonomiestatus beibehalten und diesen schrittweise ausbauen. So heißt es etwa in einem Positionspapier der SVP zur „Vollautonomie“: „1948 ist das erste Autonomiestatut in Kraft getreten, ein noch stark dem italienischen Zentralismus verhaftetes Modell mit nur geringem Verständnis für Leben und Rechte der deutschen und ladinischen Minderheit in Südtirol. Die 1969 mit der Annahme des „Pakets“ und in den Folgejahren von der Südtiroler Volkspartei erkämpfte Neuordnung und Erweiterung der Autonomie, die 1972 in Kraft trat, bildete die Grundlage für die Absicherung der Existenz der deutschen und ladinischen Volksgruppen sowie für wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand in Selbstverwaltung. Mit dem zweiten Autonomiestatut erlebte Südtirol eine starke Entwicklung in allen Bereichen des öffentlichen und

auch des privaten Lebens. Auch nach Abgabe der Streitbeilegungserklärung im Jahre 1992 konnten im Sinne einer dynamischen Autonomie weitere Befugnisse (u.a. Energie) auf das Land Südtirol übertragen werden. Im Zuge von Verfassungsänderungen im Jahre 2001 kam es zu einer weiteren Stärkung der Länderkompetenzen und somit zu einer weiteren Aushöhlung der Region.“ Im gleichen Positionspapier geht die SVP dann auch direkt auf den Vorschlag der Freiheitlichen ein („Verschiedene Oppositionsparteien versuchen laufend, die Autonomie als gescheitert darzustellen. Tatsache ist jedoch, dass sich gerade die deutsche und ladinische Minderheit kulturell, sozial und wirtschaftlich in einem Ausmaß entwickeln konnte, wie es vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar schien.“) und weist diesen zurück. Der vorgeschlagene Weg der SVP kann zwar die Ängste, die von den Freiheitlichen genannt werden, nicht beseitigen, aber zumindest die Gefahr der Reduzierung der Autonomie ist nicht sehr konkret, da der italienische Zentralstaat diese Reduzierung kaum durchbringen dürfte. Denn auch die italienischsprachige Bevölkerung Südtirols profitiert ja von der Autonomie und würde diese wohl verteidigen, da die Südtiroler Landesregierung, in den Worten der SVP, „alle Zuständigkeiten besser verwaltet als der Staat. Es gibt aus unserer Sicht nicht eine Kompetenz, die der Staat besser verwalten würde als das Land.“ Und ohne diese effiziente Verwaltung wäre die wirtschaftliche Stärke Südtirols kaum möglich. Der Weg der Freiheitlichen wäre zwar machbar und Südtirol wäre weiterhin ein wohlhabendes Land, aber es würde zu heftigen, langwierigen Konflikten mit Italien kommen und Konflikte zwischen Italien und Österreich würden wieder aufbrechen. Aber sollte die Europäische Integration im Tempo der letzten zwanzig Jahre weitergehen, dürfte ein solcher Schritt vermutlich eh überflüssig werden.

von Patrick Müller (pm)


10 | Kultur & Soziales

Listen Up! Die English Drama Group präsentiert ihr erstes Hörspiel

„Wir sind keine klassische Theatergruppe“, sagt Sabina Kirk, die beim neusten Projekt der EDG, der Audio-Produktion „Northern Lights“, die Regie führte. Das merkt man sofort. Keine feste Mitgliederzahl, kein vorgeschriebenes Programm, keine Regeln, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Normalerweise läuft es so ab: der harte Kern der EDG findet sich am Anfang des Semesters zusammen und sammelt Ideen. Dabei ist es egal ob Selbstgeschriebenes, Altbekanntes oder etwas völlig Neues. Was gefällt, wird umgesetzt. Ist das richtige Material erst einmal gefunden, wird geschrieben und geskripted und schließlich im Casting die passende Besetzung gesucht. Hierbei sind nicht nur die Mitglieder der EDG gefragt, sondern in der Tat, jeder der gerne mitmachen möchte. Auch ein bestimmtes Sprachniveau ist in erster Linie nicht vorgesehen, denn natürlich sind alle Produktionen auf Englisch. Darum geht es schließlich. Mit ihrer neuesten Vorstellung brachte die English Drama Group das erste Mal ein Hörspiel auf die Bühne. Die Geschichte ist nicht neu, sie basiert auf einem Roman von Philip Pullman und einem Hörspiel, das von der BBC produziert wurde. Der Einfall kam der EDG bereits im vergangenen Sommersemester. Fertiggestellt wurde das Audiostück allerdings erst kurz vor der Premiere. Viel Schweiß und Herzblut floss in die Produktion. Allein die Aufnahmen im Studio der Campus Crew dauerten gut vier Monate, in denen sich die EDG einigen Herausforderungen stellen musste, denn auch die Hochschulgruppen

bleiben vom allgemeinen Passauer Mädchenüberfluss nicht verschont. Also mussten auch die Tontechniker die eine oder andere Sprechrolle übernehmen oder mit der Soundtechnik getrickst werden um alle Rollen zu besetzten. Aber mit den Vortragekünsten war es natürlich noch nicht getan. Die Aufnahmen mussten zusammengeschnitten und mit allerhand Geräuschen und teilweise selbstgemachten Soundeffekten unterlegt werden. Da mussten auch schon mal ein paar Haushaltsgeräte zweckentfremdet werden. Doch die harte Arbeit hat sich gelohnt. Am 1. Mai fand die Premiere im Scharfrichterhaus statt. Nervosität vor der Premiere ist durchaus nichts Sonderbares, aber ein bisschen anders schien es dieses Mal doch zu sein. Schließlich ist es eher untypisch ein Hörspiel öffentlich vorzuführen. Dementsprechend gespannt sitzt das Publikum auch im Gewölbe des Scharfrichterhauses, das zunächst in ein flimmernd grünes Nordlicht getaucht wird. Dann erklingt eine Stimme aus dem Nichts und beginnt zu erzählen. Sie erzählt eine Geschichte von Seelen, die die Gestalt von Tieren annehmen, sprechenden Eisbären und einer Reise ins Unbekannte. Die Aufführung fügt sich zusammen aus den Aufnahmen, den Bildern und dem „Live-Narrating“ auf der Bühne, auf der sich nichts befindet außer einem großen Ohrensessel mit einer zierlichen Person, einem schweren Buch und einer eindrucksvollen Stimme.

Olga Meier-Sander © pixelio.de

Die „English Drama Group“ der Universität Passau ist alles andere als eine gewöhnliche Theatergruppe. Seit sechs Jahren steht sie unter der Leitung von Joshua Amrhein und realisiert verschiedenste Projekte von Kurzfilm bis Theaterstück.

Die Angst vor dem Unbekannten war demnach unberechtigt. Für die EDG gab es durchweg positives Feedback und auch ein weiteres, diesmal selbstgeschriebenes Hörspiel ist in Planung. Auch ein neues Bühnenstück soll es geben und auch hierfür werden wieder viele Rollen zu vergeben sein. Sobald das nächste Projekt feststeht, wird es wieder ein Casting geben, zu dem jeder eingeladen ist. Und wer das Audio Drama im Scharfrichterhaus verpasst hat oder es sich gerne noch einmal gemütlich auf der Couch anhört, kann auch das tun. Ab 4. Juni läuft das Hörspiel in einer extended version immer Montags um 18 Uhr auf dem Campus Crew Uniradiosender. Mehr Informationen zur English Drama Group gibt’s unter www.edg-passau.de und natürlich auf Facebook: www.facebook.com/EDG.Passau

von Lena Knezevic (lk)


Sport | 11

Dortmunder Dominanz Rückblick auf die Bundesligasaison 2011/12 Jürgen Klopp hat mit seiner Dortmunder Borussia die Meisterschaft verteidigt und den Brachenprimus FC Bayern ein weiteres Mal in die Schranken gewiesen, indem man sich auch noch im Pokalfinale gegen die Münchner durchsetzte. Und während Werder Bremen das zweite Jahr in Folge ins Mittelmaß abrutschte, müssen sich Hertha BSC Berlin, der 1.FC Köln und Kaiserslautern aus der 1.Liga komplett verabschieden.

spielen. Im Folgenden ziehen wir eine kleine Saisonbilanz bei allen 18 Bundesligavereinen. Borussia Dortmund Die Borussia machte nach einem kleinen Tief zu Saisonberginn und in der Champions League dort weiter, wo sie vergangene Saison aufgehört hat und spielte sich von Spiel zu Spiel in einen Rausch. Am Ende schlug man in der Liga zweimal den FC Bayern, stellte einen neuen Punkterekord auf und gewann zum ersten Mal in der Vereinshistorie das Double. Da die Mannschaft größtenteils zusammenbleiben wird und mit Reus schon ein adäquater Ersatz für einen möglichen Kagawa-Wechsel geholt wurde, gibt es keinen Grund, warum man nächste Saison nicht genauso furios weiterspielen sollte. Gespannt darf man allerdings darauf sein, ob sich die Borussia international wieder so blamiert wie die letzten zwei Jahre. FC Bayern München

Erdogan Cetin © pixelio.de

Der Nachgang zur Saison war dabei vor allem durch die Diskussion über den richtigen Umgang mit der steigenden Qualität der Gewalt rund um die Spiele geprägt. Diese erreichte in dieser Saison, u.a. durch die Verfolgung gegnerischer Fans auf der Autobahn, eine neue Stufe. Die beiden letzten Relegationsspiele zwischen Regensburg und Karlsruhe sowie zwischen der Hertha und Düsseldorf lieferten dabei den unrühmlichen Höhepunkt. Ob bzw. welche Konsequenzen die Verantwortlichen von DFB, DFL und den Vereinen daraus ziehen, wird sich spätestens zur neuen Saison zeigen. Wobei eigentlich allen klar sein müsste, dass es Konsequenzen geben muss, will man nicht in ein paar Jahren in so leeren Stadien wie in Italien

Vizekusen 2.0. Damit lässt sich die Saison der Bayern in einem Wort zusammenfassen. Man verlor zwei Finale und wurde in der Liga mit einer Punktezahl Zweiter, die die letzten Jahre immer für die Meisterschaft gereicht hätte. Man spielte eigentlich eine gute Saison und wäre ohne den Dortmunder Höhenflug und die mangelhafte Chancenverwertung im Champions League Finale jetzt Triple-Gewinner. Wurde man aber nicht. Und so darf man gespannt sein, welche Neuzugänge nach Dante und Shaquiri noch kommen, um den Dortmunder nicht dreimal hintereinander zur Meisterschaft gratulieren zu müssen. FC Schalke 04 Getragen von der Trefferquote von

Huntelaar hielte man sich ab der Winterpause konstant unter den ersten Vier der Tabelle und konnte sich am Ende souverän gegen Mönchengladbach im Kampf um den direkten Champions League Platz durchsetzen. Wenn es Schake schafft, Huntelaar und Höwedes zu halten und man für Raul einen gleichwertigen Ersatz findet, dürfte mit dieser Mannschaft, die mit Draxler, Holtby oder Papadopoulus auch über ein enormes Entwicklungspotential verfügt, auch nächste Saison wieder zu rechnen sein. Vielleicht dann sogar im Kampf mit Dortmund und Bayern um die Meisterschaft. Borussia Mönchengladbach Zwar zog man am Ende gegen Schalke den Kürzeren im Kampf um Platz drei, nichtsdestotrotz ist dieser vierte Platz eine Sensation, wenn man bedenkt, dass sich die selbe Mannschaft im Jahr zuvor nur über die Relegation retten konnte. Da sich die Mannschaft so gut wie gar nicht verändert hat, kommt wohl ein großer Teil des Verdienstes dem Trainer Favre zu, der aus einem Abstiegskandidaten einen Champions League Aspiranten gemacht hat. Gespannt darf man jetzt darauf sein, wie die Mannschaft die Abgänge von Reus, Dante und Neustädter verkraftet bzw. ob das Management diese zumindest ansatzweise adäquat ersetzen kann. Wobei es trotzdem eher unwahrscheinlich ist, eine solche Saison wiederholen zu können. Bayer 04 Leverkusen Der bisherige Vizemeister trennte sich nach einer bis dahin durchwachsenen Saison, in der man den eigenen Ansprüchen nie gerecht werden konnte, nach dem 28. Spieltag von Robin Dutt und ersetzte ihn durch Lewandowski und Hyypia, die sich immerhin noch auf Platz 5 retten konnten. Im Nachhinein hat man sich vielleicht ein bisschen zu


12 | Sport spät von Dutt getrennt. Denn schon in der Hinrunde war erkennbar, dass der Trainer mit seinen Vorstellungen in der Mannschaft nicht greift. Hätte man sich vor der Winterpause schon getrennt, hätte der neue Trainer die komplette Vorbereitung auf die Rückrunde leiten können und es wäre vielleicht doch noch Platz 4 drinngewesen.

und freut sich schon auf das zweite Jahr in Folge in Europa.

VfB Stuttgart

Auch wenn es am Ende mit Platz Acht nicht für das internationale Geschäft reichte, hat man zumindest einen neuen Rekord in der Bundesliga aufgestellt. Magath setzte in dieser Saison 36 Spieler ein. Das dadurch vor allem in der Hinrunde kein Spielfluss aufkam, wunderte vermutlich nicht mal Magath selbst. Besser wurde es erst in der Rückrunde, als Magath Helmes begnadigte und man wenigstens ansatzweise so etwas wie eine Stammformation erkennen konnte. Der große Verlierer dabei war allerdings Christian Träsch, der für 9 Millionen vom VfB kam und am Ende neben seinem Stammplatz auch noch sein EMTicket verlor.

Im Schwabenländle hält man an Traditionen fest: In der Hinrunde Pfui, in der Rückrunde Hui. So geht es beim VfB schon die letzten Jahre. Würde man immer so wie in den Rückrunden spielen wäre man wohl Dauergast in der Champions League und hätte schon mindestens einen Meistertitle mehr zu Buche stehen. Trotzdem dürfte man mit der abgelaufenen Saison zufrieden sein, nachdem man letztes Jahr fast abgestiegen wäre. Mit ein Grund für die gute Rückrunde war dabei sicherlich der Transfer von Vedad Ibisevic, der immerhin noch acht Tore für den VfB erzielte. Je nachdem wie man sich verstärkt bzw. wie die Konkurrenz aufrüstet, ist auch nächste Saison ein internationaler Platz realistisch. Hannover 96 Die Hannoveraner konnten ihre überragende Saison von letztem Jahr bestätigen und zogen nebenbei sogar ins Viertelfinale der Europa League ein. Nachdem man nach der Saison auch noch den Abgang von Manager Jörg Schmadtke verhindern konnte, kann man in Hannover auf eine gelungene Saison zurückblicken

VfL Wolfsburg

letzten vier Transferperioden waren lediglich ein Ausrutscher und Schaaf und Allofs finden wieder ihr Näschen für die perfekten Transfers.

Werder Bremen wird voraussichtlich auch nächste Saison nicht über das Mittelmaß hinauskommen.

Werder Bremen Herzlich willkommen im gefestigten Mittelmaß. Erstmals seit 1997 qualifizierte sich Werder Bremen zwei Jahre hintereinander nicht für einen internationalen Wettbewerb. Und wenn man sich anschaut wer den Verein vermutlich oder sicher alles verlässt (Wiese, Marin, Pizarro) und weiß, dass scheinbar kein großes Geld für Neuzugänge da ist. Kann man zumindest erahnen, dass sich dieser Zustand nächste Saison nicht groß ändern wird. Es sei denn die

FC Nürnberg Nürnberg hat die Abgänge von Ilkay Gündogan, Julian Schieber, Mehmet Ekici und Andreas Wolf sichtbar gut kompensieren können und konnte die Saison im gesicherten Mittelfeld abschließen. Am letzten Spieltag bestand sogar noch eine theoretische Chance auf die Europa League. Da mit Daniel Didavi und Philipp Wollscheid allerdings wieder zwei Stammspieler den Verein verlassen, wird der Club auch in der kommenden Saison erst mal immer noch ein Auge nach unten werfen müssen. TSG 1899 Hoffenheim Würde der Verein nicht immer mal wieder durch seinen Mäzen Hopp in den Medien stehen, würden ihn die meisten vermutlich nicht wahrnehmen, da der Verein die gesamte Saison im Mittelfeld rumdümpelte, die Spiele einen auch nicht vom Hocker rissen und eine große Fangemeinde eh nicht vorhanden ist. Daran konnte auch ein, inzwischen schon wieder gefeuerter, Trainer vom Kult-Klub St. Pauli nichts ändern. Schaut man sich die bisherigen Transfers für die neue Saison an (bis jetzt Klicker © pixelio.de


Sport | 13

Wiese, Derdiyok und Delpierre) könnte sich zumindest das mit dem Mittelmaß erledigen. Wie diese Transfers mit dem von Hopp ausgerufenen Sparkurs zusammenpassen ist allerdings auch den wenigsten klar. SC Freiburg Die Breisgauer schafften zum dritten Mal in Folge den direkten Klassenerhalt in der Fußball Bundesliga. Und das nachdem man zur Winterpause mit 13 Punkten abgeschlagen am Tabellenende stand. Zuzuschreiben ist dies Christian Streich, der die Mannschaft in der Winterpause von Marcus Sorg übernahm und diese trotz der Abgänge von Cisse, Butscher, Bastians, Nicu und Abdessaki noch auf Platz 12 führte. Insbesondere die jungen Spieler, die der Trainer noch aus seiner Zeit als Jugendtrainer beim SC Freiburg kannte, zahlten ihm das ihn sie gesetzte Vertrauen voll zurück.

Siebten aus Rumänien. Am Ende konnte man sich schon glücklich schätzen, nach den Abgängen von Holtby, Schürrle und Fuchs, in der Liga nie ernsthaft in Abstiegsgefahr geraten zu sein. Und auch für die kommende Saison dürfte das internationale Geschäft erstmals außer Reichweite für die Mainzer sein. FC Augsburg

FSV Mainz Im Gegensatz zu Hannover 96 konnten die Mainzer ihre gute letzte Saison nicht bestätigen. Das begann schon in der Europa League Qualifikation. Während die Hannoveraner den FC Sevilla aus dem Wettbewerb schmissen, scheiterte Mainz an Gaz Metan, dem Tabellen

Hertha BSC Berlin, 1.FC Köln, 1.FC Kaiserslautern Die Saison der drei Absteiger kann man relativ einfach auf einen gemeinsamen

Hertha BSC Berlin, 1.FC Köln und 1.FC Kaiserslautern waren 2011/2012 schlichtweg zu schwach für die Bundesliga. Der Aufsteiger aus Schwaben gehörte mit zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Sagten den Augsburgern nach deren Aufstieg alle Experten einen direkten Wiederabstieg voraus, konnten diese sogar den direkten Klassenerhalt klarmachen. Zwar brauchte man mit 8 Niederlagen zu Beginn eine Zeit, bis man sich in der Liga zurecht fand, da man allerdings im weiteren Verlauf der Liga dann auch kontinuierlich Punkte sammeln konnte und die Konkurrenz im Abstiegskampf sich auch nicht eben mit Ruhm bekleckerte, stand man am Ende über dem Strich. Ob man das nächste Saison nochmal schafft ist äußerst fraglich, geht doch mit Luhukay der Vater des Erfolges von Bord. Außerdem gilt das zweite Jahr gemeinhin als das Schwerste. Hamburger SV

Jens Bredehorn © pixelio.de

agieren wird um die Abgänge zu ersetzten, dürfte man den HSV nächste Saison wieder im Mittelfeld der Tabelle finden. Mehr wird allerdings nicht drin sein.

Trotz einer katastrophalen Saison bleibt der HSV weiterhin der einzige Verein, der seit Gründung der Bundesliga immer erstklassig war. Auch wenn dieser Status in dieser Saison akut gefährdet war. Man kann sich eigentlich nur bei den drei Absteigern bedanken, dass sie noch schlechter waren. Trauriger Höhepunkt der desolaten Hamburger Saison war dabei der Ausraster von Guerrero, der den Stuttgarter Ullreich in vollem Lauf von hinten in die Beine sprang und für 8 Spiele gesperrt wurde. Da der Manager des HSV jetzt weiß, dass man mit der Reserve des FC Chelsea in der Bundesliga nicht bestehen kann und demnach anders auf dem Transfermarkt

Nenner bringen: Zu schlecht für die Bundesliga! Zwar hatte es bei jedem der drei andere Gründe, aber insgesamt sind alle verdient abgestiegen. Während in Berlin persönliche Befindlichkeiten des Managers den Verein in die zweite Liga führten, war bei den Kölner nach einer eigentlich guten Hinrunde die Unruhe im und um den Verein mit ein Grund für den Absturz in der Rückrunde. Und was Kaiserslautern betrifft: Mit lediglich 24 geschossenen Toren (zum Vergleich: der Torschützenkönig Huntelaar traf alleine 29 Mal) und 4 Siegen muss man sowohl bei der Mannschaftszusammenstellung als auch im Training mehr als ein paar Fehler gemacht haben. Aber jetzt heißt es erst mal den Blick Richtung Ukraine und Polen zu richten und der deutschen Mannschaft bei der EM die Daumen zu drücken. Damit nach 1996 endlich mal wieder ein Titel herkommt.

von Patrick Müller (pm)


14 | Freizeit & Leben

Wise Guys im Interview Anlässlich des Konzerts der Wise Guys am 6.7.2012 in Passau sprachen wir mit dem Bandmitglied Daniel Dickopf, genannt „Dän“. Was hat Euch zu eurem neuen Album „Zwei Welten“ inspiriert? / Was können wir auf dem neuen Album „Zwei Welten“ erwarten? Dän: Der Titel „Zwei Welten“ hat mehrere Bedeutungen und Gründe. Wir bringen das Album in zwei Versionen heraus, zunächst Ende Mai eine „traditionelle“ A-cappella-Version und dann im Spätsommer eine Fassung mit voller Instrumentierung. Damit erfüllen wir uns einen Jugendtraum, denn bevor wir zu einer Gesangs-Band wurden, waren wir eine Rockband. Wenn Eddi und ich Songs schreiben, dann haben wir beim Komponieren bis zum heutigen Tag stets zunächst eine voll instrumentierte Version vor unserem „geistigen Ohr“, die wir dann immer erst noch zu einer A-cappella-Fassung umstricken müssen. Es ist toll, dass unsere Fans jetzt mal hören können, wie wir uns unsere Lieder eigentlich vorstellen - und dann kann man die Songs eins zu eins vergleichen. Inhaltlich hat uns vieles inspiriert. Da ist die klassische und ja leider immer noch vorhandene Trennung der reichen und der armen Welt, der wir zum Beispiel durch die Arbeit für „unser“ Straßen-

kinder-Projekt des Hilfswerks MISEREOR in Delhi begegnen. Der Titelsong geht inhaltlich auch in diese Richtung. Außerdem stellen wir fünf immer wieder fest, dass wir als Musiker und Privatleute oft zwischen zwei Welten wandern. Und auch musikalisch, teilweise

Süden“ als Favoriten, weil ich auf dieses Lied einfach ein bisschen stolz bin. Aber, wie gesagt, die Lieder sind so verschieden, dass man sie kaum vergleichen kann. Welche Erwartungen verbindet Ihr mit dem neuen Album?

„Ich finde, wir haben richtig gute Arbeit geleistet und unser mit Abstand bestes Album hinbekommen. Jetzt hoffen wir, dass es gut ankommt.“ sogar innerhalb eines einzelnen Songs, tun sich auf diesem Album häufig zwei Welten auf. Wir hatten noch nie einen passenderen Albumtitel.    Welcher ist Euer Lieblingssong auf dem neuen Album? Warum? Dän: Ich sehe das Album sehr stark als Gesamtwerk an, zudem stellt sich natürlich die Frage, wie man die HipHopParodie „Ich bin aus Hürth“ mit der tiefemotionalen Ballade „Nach Hause“ vergleichen will. Die Tiefgründigkeit und Vielseitigkeit macht „Zwei Welten“ zu einem ganz besonderen Album. Ich ganz persönlich habe zur Zeit „Tief im

Dän: Erwartungen habe ich keine. Wir können ja jetzt, was den Erfolg der CD oder ihre Beliebtheit bei den Fans angeht, auch gar nix mehr machen. Ich finde, wir haben richtig gute Arbeit geleistet und unser mit Abstand bestes Album hinbekommen. Jetzt hoffen wir, dass es gut ankommt. Ferenc Husta verlässt zum 01.01.2013 aus privaten Gründen die Band. Nun seid Ihr auf der Suche nach einem neuem Bass. Wie wird man zum „Wise Guy“? Dän: Man wird manchmal auf verschlungenen Wegen zum „Wise Guy“,

Jetzt Karten gewinnen! Wir verlosen Karten für das Wise Guys-Konzert am 06.07.2012 in der Passauer X-Point-Halle! Sende zur Teilnahme an der Verlosung bis zum 30. Juni 2012 eine E-Mail mit Name und Anschrift an wiseguys@up-campusmagazin.de Deine Daten werden ausschließlich für die Verlosung verwendet, nicht an Dritte weitergegeben und nach Abschluss des Gewinnspiels sofort gelöscht.

Passau, X-Point-Halle, 06.07.2012, 20 Uhr (Stehkonzert) Tickets: € 21,- / 18,- erm. zzgl. Gebühren - Donau-Isar-Bayerwald-Presse GmbH Geschäftsstelle Passau (0851-9665410)


Freizeit & Leben | 15 so wie unser letzter Neuzugang Nils. Er hatte Biologie studiert und lebte in Kiel - nebenbei sang er in einer Coverband. So kann es gehen.... unser neuer Bass muss musikalisch gut sein und eine schöne, tiefe Stimme haben. Und dann muss er menschlich zu uns passen, das ist bei uns extrem wichtig.

Dän: Das war nicht die Entscheidung unseres Labels, sondern die von DSDS. Und wir „mussten“ unsere Fans nicht vertrösten, sondern haben uns nach langem Zögern dazu durchgerungen. Es wäre schade gewesen, die Chance auf eine Spitzenposition in den Charts schon vorab zu vergeben. Ob wir es jetzt

„Castingshows mögen wir alle fünf nicht, da sind wir uns einig. Am schlimmsten ist es, wenn so ein Unsympath wie Dieter Bohlen Leute vor einem Millionenpublikum blamiert. Das ist widerlich.“ Als deutschsprachige A-Capella-Band seid Ihr Einladungen bis in die USA und Kanada gefolgt. Inwiefern gibt es Pläne für weitere internationale Auftritte? Dän: Wir sind da immer für alles offen, sofern unsere Terminlage es zulässt. Einladungen von Goethe-Instituten gibt es immer wieder, wir müssen mal schauen, wann es für uns passt. 2013 fahren wir erst mal auf eigene Kappe nach Delhi zum Butterflies-Straßenkinderprojekt. Dort singen wir auch für die Straßenkinder. Euer Plattenlabel hat sich dazu entschlossen, das Album von DSDS-Gewinner Luca Hänni noch vor Eurem Album „Zwei Welten“ zu veröffentlichen, weshalb Ihr eure Fans schon mehr als ein Mal auf ein anderes Erscheinungsdatum vertrösten musstet. Was ist Eure Meinung zu musikalischen Castingshows in Deutschland?

auf diese Weise schaffen, ist unsicher genug. Aber wenn wir als A-cappella-Band tatsächlich mal auf Platz 1 wären, dann würde uns das hoffentlich endlich mal ein paar Türen öffnen, die für uns seit Jahren verrammelt und zugenagelt sind. Wir wollen nicht „berühmter“ werden, aber wir möchten einfach, dass man als Normalsterblicher die Chance erhält, von unserer Existenz zu erfahren... das ist alles. Castingshows mögen wir alle fünf nicht, da sind wir uns einig. Am schlimmsten ist es, wenn so ein Unsympath wie Dieter Bohlen Leute vor einem Millionenpublikum blamiert. Das ist widerlich.    Wie gefällt Euch Passau? Was gefällt Euch besonders gut?

ist!). Ich war unten später noch in der Altstadt spazieren und fand das schon alles sehr, sehr malerisch und schön. Was hat Euch an eurem letzten Auftritt in Passau gefallen, dass Ihr wieder hier seid? Dän: Das Konzert hat Spaß gemacht, die Leute waren super drauf. Und, wie gesagt: Eine sehr schöne Stadt!  Als „Wise Guys“ seid Ihr echte Schlaumeier. Ein Tipp von euch, wenn es mit dem Studium nicht klappt: Dän: Einfach das Hobby zum Beruf machen! ;-) Vielen Dank für das Interview!

das Interview führten Daniela Dietz(dd) und Sonja Radtke (sr)

Dän: Letztes Jahr hatten wir nur ein paar Stunden Zeit am Nachmittag - und da es damals unglaublich heiß war, lagen wir in der Zeit nur im Freibad (das sehr schön

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Kurz notiert... Vortragsreihe: Der Jurist lädt ein!

Die studentische Hochschulgruppe „Der Jurist“ organisiert diesen Sommer eine Vortragsreihe, in deren Rahmen Richter des Bundesgerichtshofs (BGH), des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und ein ehemaliger Richter des internationalen Gerichtshofs (IGH) zu Gast an der Universität Passau sein werden. Damit wird an die Veranstaltung mit Professor Mark Tushnet von der Harvard Law School im letzten Jahr angeknüpft.

Die Vortragsreihe begann bereits Ende Mai. Im Juni finden die Vorträge von Professor Bruno Simma, ehemaliger Richter am IGH (19.6.2012) und von Professor Peter M. Huber, Richter am BVerfG (21.6.2012) statt. Nähere Informationen zu der Vortragsreihe und den einzelnen Terminen unter: www.der-Jurist.de.


16 | Freizeit & Leben

Der Weg zum ausgebildeten Babysitter Ein Besuch im Passauer Babysitterkurs Sabrina Gonstalla © pixelio.de

Seit nun mehr als 20 Jahren wird von dem Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Passau e.V. ein Ausbildungskurs zum Babysitter angeboten. Im Mai diesen Jahres wurden vier Abende angeboten, um den Lernenden zu vermitteln, wie mit Kindern umzugehen ist. Ziel ist es eine Grundlage im Umgang mit Kindern zu schaffen und so sowohl auf Seiten des Babysitters, als auch auf der der Eltern, Ängste und Unsicherheiten zu nehmen. Ist der Teilnehmer nun mindestens 16 Jahre alt, kann er in die Babysitter Kartei des Kinderschutzbundes aufgenommen und so an die Eltern vermittelt werden. So soll sicher gestellt werden, dass die Eltern sich einen pflichtbewussten Babysitter in ihrer Nähe suchen können. Der erste Abend wird von einer Diplom-Psychologin gestaltet. Hier werden die Bedürfnisse aller Kinderaltersstufen geklärt, ebenso wie mit Konflikten zwischen Geschwistern umgegangen wird. Ein paar Tage später findet dann die zweite Sitzung statt. Nun stellt eine Hebamme die pflegerischen Grundregeln bei Säuglingen und Kleinkindern vor. An Puppen werden verschiedene Wickelmethoden erlernt und sogar Fläschchen werden zubereitet. Da ein Großteil der Teilnehmer noch zur Schule geht, haben diese noch sehr wenig Erfahrungen im Umgang mit Kleinkindern. Um nicht ratlos vor einem schreienden Kind mit einer vollen Windel zu stehen, wird so lange an den geduldigen Puppen geübt, bis sich alle sicher füh-

Entspannung, weil das Kind schläft. Es könnte ja auch sein, dass die Eltern jemanden für nachmittags suchen. Die Aufgabe eines Babysitters ist es dann nicht, das Kind vor den Fernseher zu setzen, sondern es mit Malen, Fingerspielen und Basteln bei Laune zu halten.

Um nicht ratlos vor einem schreienden Kind mit einer vollen Windel zu stehen, wird so lange an den geduldigen Puppen geübt, bis sich alle sicher fühlen. len. Der dritte Termin widmet sich dann der Beschäftigung für Kinder. Denn ein Babysitterjob bedeutet nicht Ruhe und

Der vierte Abend bildet dann den sicheren Abschluss. Ein Kinderarzt klärt über mögliche Erkrankungen oder Unfälle auf und gibt den Teilnehmern wertvol-

le Anweisungen mit auf den Weg. Zum Ende hin werden noch die Versicherungsfragen des Babysitters bei seinem Job geklärt. Nach dem absolvierten Kurs können sich die Babysitter beruhigt zu ihrem Job begeben. Die Ausbildung zum Babysitter findet jährlich zwischen Ostern und Pfingsten in der Nikolastraße 9 statt.

von Sonja Radtke (sr)


Freizeit & Leben | 17

Buchtipp Robert Pragst - Auf Bewährung Robert Pragst berichtet über seine Probezeit bei der Staatsanwaltschaft Berlin und gibt einen ungeschminkten Einblick in den teils ernüchternden Arbeitsalltag bei deutschen Staatsanwaltschaften. Als junger und noch unerfahrener Richter ereilt Robert Pragst während seiner Probezeit ein unter Anfängern im Justizwesen gefürchtetes Schicksal: Er erhält eine Abordnung an die Staatsanwaltschaft Berlin, welcher er innerhalb von zehn Tagen Folge zu leisten hat. Insbesondere unter Proberichtern hat die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft aufgrund der Fülle an Richtlinien, der hierarchischen Struktur, der Aktenmenge und der vermeintlich diabolisch hohen Arbeitsbelastung einen äußerst schlechten Ruf. Mit Witz und einer Prise schwarzen Humors beleuchtet der Autor hierbei die alltäglichen Irrungen und Wirrungen der staatsanwaltschaftlichen Tätigkeit. So lernt der Leser schnell, dass „Gürteltiere“ im Juristen Jargon mehrbändige Akten genannt werden, die durch Riemen zusammengeschnürt sind und ein Staatsanwalt dann effizient und zügig arbeitet, wenn er es schafft, nicht mehr als hundert offene Fälle anzuhäufen. Der Leser wird anhand zweier abwechselnd erzählter Handlungsstränge durch das Buch geführt. Während der erste Handlungskomplex die Erlebnisse von Robert Pragst in seinem Jahres bei der Staatsanwaltschaft schildert, wird dieser durch den zweiten Handlungsabschnitt,

welcher einen Raubüberfall und dessen langwierige juristische Konsequenzen beleuchtet, eingerahmt. Durch diese geschickt gewählte Erzählweise zeigt die romanhafte Schilderung des Raubüberfalls und der anschließenden Ermittlungsarbeit dem Leser einen klaren Weg auf, welcher von den anekdotenhaften Schilderungen des staatsanwaltschaftlichen Alltags episodenhaft unterteilt und aufgelockert wird. Pragst berichtet über seine Zeit bei der Staatsanwaltschaft weder verbittert noch frustriert, sondern vielmehr mit einer nostalgischen Leichtigkeit und einer Spur von Wehmut. Diesem Aspekt ist auch der Kritikpunkt geschuldet, dass zu keinem Moment hinterfragt wird, ob aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der schnellen Aktenbearbeitung den einzelnen Verfahren wirklich die Aufmerksamkeit und Sorgfalt zukommt, die ihnen gebührt. Schließlich geht es bei der Staatsanwaltschaft nicht um die Frage, ob ein Haus mit Flach- oder Satteldach gebaut werden darf, sondern ob ein Mensch womöglich die nächsten Jahre seines Lebens hinter Gittern verbringen muss.

Autor: Robert Pragst Verlag: dtv, München Auflage: 2. (Januar 2012) ISBN: 978-3-423-24903-4 Broschiert: 232 Seiten Preis: 14,90 Euro (D)

Diese Kritik verkennt jedoch gleichzeitig die eigentliche Stoßrichtung der Schilderungen: Denn hinter der Darstellung des Staatsanwalts als leidgeprüften Einzelkämpfer verbirgt sich eine fein gesponnene Hommage an ebendiesen Beruf, welche nicht nur dem juristisch interessierten Leser wärmstens empfohlen werden kann.

von David Hamburger (dh)

www.up-campusmagazin.de


18 | Freizeit & Leben

CD-Vorstellung: The Rattlesnake Orchestra Cartonne Express The Rattlesnake Orchestra aus Mainz bringen diesen Sommer mit Cartonne Express ihr erstes Album auf den Markt.

Ihre ersten Fans gewannen sie durch ihre Straßenauftritte in verschiedenen deutschen Großstädten. Nach einer Frankreichtour (2008), einer Demo-EP,

einer weiteren Tour durch 15 deutsche Großstadtclubs (2009), nun folgenden jährlichen Tourneen und Festivalauftritten war es Zeit für die nächste Herausforderung in Form dieses Debutalbums. Laut eigener Aussage spielen sie musica mestiza, ein Sound aus Lateinamerika und Südeuropa der sich mit Elementen der Pop- und Rockmusik, vor allem mit Ska, Rap, Reggae und Punkrock vermischt. Bis auf „Bitte Sehr“, welches ein reiner Rap-Song ist und „Was das denn?“ (unplugged Gittarensong mit Gesang), ist dabei Ska in den meisten Songs der dominierende Musikstil bzw. überall herauszuhören. So gibt es neben reinen Skasongs („Ioeh!“ und „Tango Tornado“) auch Ska-Pop (z.B. „Mal A La Tete“), Ska-Rap („Maradona“) und PopSka-Reggea Varianten („J´aimerais Partir Maintenant“). Für ihre Songtexte bedient sich die Band dabei mit Deutsch,

Französisch und Spanisch dreier Sprachen. Im Song „Maradona“ kommen sogar alle drei vor. Wobei man leider bei manchen französischen und spanischen Texten hört, dass es sich beim jeweiligen Sänger um keinen Muttersprachler handelt. Nichtsdestotrotz ist das Album die perfekte musikalische Begleitung für den Sommer. Vor allem durch die eingängigen Ska-Rythmen der Bläser kommt unweigerlich das Sommerfeeling auf, während die Rap-Einflüsse für eine gelungene Abwechslung sorgen bzw. einen guten Mix ergeben. Und spätestens mit dem Schlusslied „Was das denn“ ist das Grillwiesenflair für die Innwiese perfekt.

von Patrick Müller (pm)

Auf unserer Homepage up-campusmagazin.de findet Ihr auch noch ein Interview mit der Band! Anzeige

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UP Campus Magazin - Ausgabe 2/2012  

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