Page 1


4

Neues aus der Redaktion (bk) Neue Internetpräsenz des UP-Campus Magazins und erfolgreiche Hochschulgruppenzulassung

5

Jobben während des Studiums - eine Übersicht, was es hierbei zu beachten gilt (jh)

6

Der Regierungsbezirk Niederbayern - eine hochschulpolitische Erfolgsgeschichte (rjk)

7

Passauer Stipendiatengruppe im Gespräch mit Unternehmen (vp)

8

Wo schon die Römer badeten und heute Beckenbauer Golf spielt - Das bayerische Golf & Thermenland (Tourismusverband Ostbayern)

9

Inhalt

Editorial / Impressum

11

Interview mit Dr. Anton Jungwirth (FDP), 3. Bürgermeister der Stadt PA (cs) Themen: Politik der FDP in Passau, Verkehrssituation, Landtagswahl, persönl. Wünsche

12

Interview mit Dr. Andreas Scheuer (CSU), MdB und Stadtratsmitglied (bk) Themen: aktuelle Entwicklungen in PA, Parkgebühren,Tanktourismus, Landtagswahl

13

Markus Lüpertz - Gestern und Heute. Skulpturen - Malerei - Zeichnung (MMK) Ausstellung vom 11.10. - 30.11.2008 im Museum Moderner Kunst - Wörlen

16

60 Jahre Menschenrechte - Kennst Du Deine Rechte? (fk)

17

Studentische Gedanken: „Der Duft des Urlaubs“ (vp)

18

Anzeige

Kurzinterview mit Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern (cs)


Editorial Liebe Leserinnen und Leser, es ist wieder soweit - ein bisschen früher als gewohnt können wir Euch eine neue Ausgabe des UP-Campus Magazins druckfrisch vorlegen. An dieser Stelle möchten wir zuerst einmal die neuen Erstsemester ganz herzlich begrüßen. Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg für Euer nun beginnendes Studium und eine wunderschöne Zeit in der Dreiflüssestadt. Da unsere Printausgabe vom Seitenrahmen natürlich begrenzt ist, haben wir für Euch auf unserer Internetpräsenz ein umfangreiches Erstsemester-Special zusammengestellt. Dieses soll Euch den Einstieg in Euren neuen Lebensabschnitt sowie die Orientierung in der Studienwelt und auf dem Campus erleichtern. Damit haben wir auch gleich ein wichtiges Stichwort genannt - „Internetpräsenz“. Wir freuen uns unseren Lesern nun endlich auch eine hefteigene Internetpräsenz bieten zu können: www.up-campusmagazin.de. Neben dieser Neuigkeit können wir auch gleich verkünden, dass wir nun eine eingetragene Hochschulgruppe sind. Nähere Ausführungen und Details zu diesen Punkten findet Ihr auf der nächsten Seite. Inhaltlich haben wir versucht, Euch wieder eine interessante Mischung an Themen zu präsentieren. Johannes Hoffmann hat näher unter die Lupe genommen, was der Student beim Jobben alles zu beachten hat, damit kein böses Erwachen kommt. Roland Kufner gibt uns einen Einblick in die Entwicklung der niederbayerischen Hochschulen und zeigt auf, dass Studieren in unserer schönen Region eigentlich keine Selbstverständlichkeit ist. Victoria Pöllmann berichtet von einer Veranstaltung des Neuburger Gesprächskreises über virtuelle Welten, Datenschutz und technische Neuerungen. Florian Kühnlein, Präsident von ELSA-Passau e.V. hat für Euch anlässlich ihres 60jährigen Bestehens über die Menschenrechte geschrieben. Der Tourismusverband Ostbayern gibt Euch einen tollen Einblick in die Schmankerl unserer Region, im Anschluss an den Bericht findet Ihr außerdem ein Kurzinterview mit Dr. Michael Braun, dem Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern. Auch den politischen Sektor haben wir nicht vernachlässigt - es gibt wie immer zwei Interviews, dieses Mal mit Dr. Anton Jungwirth (FDP), dem 3. Bürgermeister der Stadt Passau und mit Dr. Andreas Scheuer (CSU), MdB und Stadtratsmitglied. Das Museum Moderner Kunst hat exklusiv für Euch Leser des UP-Campus Magazins 50%-Ermäßigungsgutscheine für die neue Lüpertz-Ausstellung spendiert. Und last but not least dürfen auch unsere „Studentischen Gedanken“ nicht fehlen - diesmal geht es um den Duft des Urlaubs... Viel Vergnügen beim Lesen und ein erfolgreiches Semester wünscht Euch Eure Chefredaktion

4 Editorial & Impressum

Barbara Klostermann (Chefredakteurin)

Christian Schneider (stellv. Chefredakteur)

Impressum 18. Ausgabe des UP-Campus Magazins (5. Jahrgang, 3. Ausgabe) Ausgabe 3/2008 (Herbst 2008, erschienen im September 2008) Auflage: 2000 Stück in Passau, Druck: Druckerei Becker, Sportplatzweg 2a, 35799 Merenberg, Verlag: Passauer Publikationen Gruppe e.V. ISSN: Herausgeber: Chefredaktion: Layout: Redaktion: Gastbeiträge: Anzeigenleitung: Abbildungen:

1863-7701 Dr. iur. Bence Bauer und Dr. Florian Hartleb Barbara Klostermann und Christian Schneider (Stellv.) Barbara Klostermann, Anregungen: Sandra Bachl (www.bachl-layouts.de) Dr. iur. Bence Bauer, Dr. Florian Hartleb, Barbara Klostermann (bk), Christian Schneider (cs), Alexander Widmann (aw), Victoria Pöllmann (vp), Johannes Hoffmann (jh) Florian Kühnlein (fk), Roland Josef Kufner (rjk), Museum Moderner Kunst - Wörlen (MMK), Tourismusverband Ostbayern Christian Schneider, Barbara Klostermann (Stellv.) S.1 Victoria Pöllmann; S. 4 Barbara Klostermann: S. 5 Barbara Klostermann; S. 6 aboutpixel.de/Kellermeister; S. 7 Roland Josef Kufner; S. 9-11 Tourismusverband Ostbayern; S. 12 Dr. Anton Jungwirth; S. 13 Dr. Andreas Scheuer; S. 16 Museum Moderner Kunst; S. 17 Florian Kühnlein; S. 18 aboutpixel.de/Rainer Sturm

Die Verantwortung im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) tragen die Herausgeber. Alle namentlich gekennzeichneten Artikel spiegeln die Meinung des Verfassers, nicht die der Redaktion oder des Herausgebergremiums wider. Ein herzlicher Dank gilt allen Inserenten! Kontakt:

Passauer Publikationen Gruppe e.V. Barbara Klostermann, Chefredakteurin, Tel.: 0851/2118681, Email: barbara.klostermann@ppg-online.de Web: www.ppg-online.de (Herausgeber); www.up-campusmagazin.de (Magazin & Redaktion)


Neues aus der Redaktion Neue Internetpräsenz des UP-Campus Magazins & erfolgreiche Hochschulgruppenzulassung Unsere neue Internetpräsenz Überfällig genug war die ganze Angelegenheit ja schon seit geraumer Zeit - in den letzten Monaten haben wir nun endlich die Zeit gefunden, dem UP-Campus Magazin die Internetpräsenz zu verschaffen, die ihm gebührt. Unter www.up-campusmagazin.de könnt Ihr ab sofort alle bisher im Print erschienen Artikel aus vier Jahren UP-Campus Magazin lesen und dass nicht nur im pdf-Format. Außerdem findet Ihr viele zusätzliche Online-Artikel. Thematisch ist die Seite in unsere üblichen Kategorien Studium & Karriere, Politik & Gesellschaft, Kultur & Soziales sowie Freizeit aufgeteilt und diese sind jeweils in übersichtliche Unterthemen aufgegliedert. Des Weiteren bieten wir Euch ein Archiv sämtlicher Campusausgaben im pdf-Format zum Runterladen an. Auch terminlich seid Ihr mit unserer Seite immer up-to-date, denn wir tragen Euch in jeder Kategorie regelmäßig die Termine der anstehenden Events übersichtlich zusammen. Als besonderen Service bieten wir Euch einen Newsletter an, in dem Ihr sowohl über neue Termine als auch neu erschienene Artikel informiert werdet - und ab und zu werdet Ihr im Newsletter auch ganz besondere Überraschungen finden... Das UP-Campus Magazin ist nun eine Hochschulgruppe

5 Neues aus der Redaktion

Eine weitere Neuerung ist, dass wir jetzt eine eingetragene Hochschulgruppe sind. Was ursprünglich mit dem Magazin UP-Campus begonnen hat, ist mittlerweile zum Projekt UP-Campus geworden. Unser Hauptfokus wird zwar weiterhin auf der redaktionellen Arbeit im Print- und Onlinesektor liegen, jedoch werden wir künftig sowohl unser Sortiment ausdehnen als auch in den Veranstaltungsbereich gehen - ob Parties, karitative Zwecke oder Podiumsdiskussionen, in Zukunft wirst Du uns öfter begegnen... Vielleicht hast Du ja auch Lust bei uns einzusteigen wir bieten Dir ein nettes, engagiertes Team, Kontakte, Entfaltungsmöglichkeiten und viele Chancen, aktiv etwas auf die Beine zu stellen und Deine Karriere voranzutreiben. Wer sich an diesem Punkt Gedanken über seine zeitliche Kapazitäten macht - keine Sorge, wir haben uns bislang immer so organisiert, dass bei keinem das Studium darunter gelitten hat und auch wer wenig Zeit übrig hat, darf gerne mitmachen, denn jeder noch so kleine Beitrag ist wertvoll. Interesse bekommen? Dann schau doch einfach mal bei uns vorbei - jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat treffen wir uns um 20.00 h in der Alten Presse. Wir freuen uns auf Dich!


Was tun, wenn am Ende des Geldes mal wieder soviel Monat übrig ist? Jobben während des Studiums - eine Übersicht, was es hierbei zu beachten gilt

Steuer Zunächst stellt sich die große Frage, wie viel ich verdienen darf ehe Vater Staat seinen Anteil fordert denn schließlich soll ja auch was übrig bleiben vom erarbeiteten Lohn. Derzeit liegt der Steuerfreibetrag bei 7.664,- € pro Jahr. Zuzüglich kann man eine Werbungskostenpauschale in Ansatz bringen. Sozialversicherung Bei uns in Deutschland zählen Arbeitslosen-, Kranken- und Pflege-, sowie die Rentenversicherung zur Sozialversicherung.

6 Rund ums Studium

Krankenversicherung Eine Krankenversicherung ist für Studenten verpflichtend. Hier gibt es unterschiedliche Konstellationen.

Eine Mitversicherung über die Eltern genügt. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass ein Einkommen nicht 345 € monatlich übersteigen darf. Bei Minijobs gilt eine Obergrenze von 400 €. Wer bereits innerhalb eines Studententarifes gesetzlich für 54,52 € kankenversichert ist, verliert diesen Status bei einer Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden wöchentlich, muss also mehr berappen. Ausgenommen hiervon sind die klassischen Ferienjobs, welche nicht länger als zwei Wochen am Stück ausgeübt werden. Arbeitslosenversicherung Studenten zahlen keine Beiträge, aber auch hier gilt wieder die Grenze von 20 Stunden je Woche mit der oben genannten Ausnahme. Rentenversicherung In die Rentenkasse muss grundsätzlich nicht einbezahlt werden. Bei einem Minijob ist dies aber auf freiwilliger Basis und ab einem monatlichen Einkommen von mindestens 155 € möglich. Abgeführt werden müssen dann 7,5 % des Einkommens. BAföG BAföG-Empfänger müssen hier eine Einzelfallbetrachtung vornehmen, liegen meist jedoch bei 250 € im Monat. Eine gute Übersicht vermittelt die offizielle Seite des BmBF: www.das-neue-bafoeg.de. von Johannes Hoffmann

Anzeige

Die einen arbeiten um die Studienbeiträge zu finanzieren, die anderen um sich einen gewissen Lebensstandard zu gönnen oder aber Praxiserfahrung zu gewinnen. Doch gleich welcher Motivation der Beschäftigung nachgegangen wird, eins haben alle gemein – nein, nicht die Überwindung des inneren Schweinehundes – die Vorfrage: Was muss ich beachten? Denn diese spiegelt sich in den unterschiedlichsten Facetten wider. Steuer- und Abgabenpflichten, Krankenversicherung oder BAföG sind nur Ausschnitte. Wir haben uns kundig gemacht und dies in einer kurzen Übersicht dargestellt.


Der Regierungsbezirk Niederbayern - eine hochschulpolitische Erfolgsgeschichte Aus der Sicht eines niederbayerischen Studenten

Im Wintersemester 2008/2009 feiern die Universität Passau und die FH Landshut ihr 30-jähriges Jubiläum, die FH Deggendorf kann sich auf ihr baldiges 15-jähriges Jubiläum freuen und Straubing freut sich auf die ersten Studentinnen und Studenten. Hier kann man wirklich allen einen „Herzlichen Glückwunsch“ aussprechen.

Für die Zukunft erwarten die Hochschulen in Deggendorf und Landshut Erweiterungen und die Universität Passau ein modernes Medienzentrum. Somit wird auch Niederbayern in den nächsten Jahren Aufsteigerregion im Hochschulbereich bleiben – zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger. Um abzuschließen möchte ich noch erwähnen: „Betrachtet man diese durchaus bewundernswerte Hochschulgeschichte, so ist es gewiss nichts Selbstverständliches, heute als gebürtiger Niederbayer in Niederbayern selbst studieren zu können.“ von Roland Josef Kufner aus Winzer / Flintsbach (Landkreis Deggendorf) Lehramtsstudent an der Uni Passau

7 Studium & Karriere

Von 1800 bis 1826 gab es zwar in Landshut eine Universität, die aber 1826 in die Ludwig-Maximilians-Universität in München eingegliedert wurde. Erst 1978 entstanden die Universität Passau und die FH Landshut. Das heißt, man konnte vor 30 Jahren gar nicht in Niederbayern studieren. Eine Ausnahme bildet die Philosophisch-theologische Hochschule in Passau, die auf eine ca. 500-Jährige Geschichte zurückblicken kann und ab 1978 als Katholisch-theologische Fakultät in die Universität Passau integriert wurde. 1994 entstand dann die FH Deggendorf. Des Weiteren erwartet dieses Wintersemester das Zentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing die ersten Studentinnen und Studenten – ausgelagert von der TU München. Außerdem sind die genannten Hochschulen national wie international sehr beliebt, was die Studentenzahlen beweisen.

Es ist eigentlich erstaunlich, wie sich Niederbayern vom eher landwirtschaftlich geprägten und entwicklungsarmen Raum nach 1945 zum modernen Agrar-, Wirtschafts- und Hochschulstandort von heute gewandelt hat. Es ist bewundernswert, welche Leistungen die Politik, die Wirtschaft und vor allem die Bürgerinnen und Bürger erbracht haben, damit Niederbayern heute so gut dasteht.

Anzeige

Blickt man auf die hochschulpolitische Geschichte Niederbayerns zurück, so stellt man fest, dass sie im Vergleich zu anderen Regionen in Bayern eigentlich noch relativ jung ist.


Von technischen Neuerungen und „Egosurfing“ Passauer Stipendiatengruppe im Gespräch mit Unternehmen

8 Karriere & Gesellschaft

Der Neuburger Gesprächskreis – Wissenschaft und Praxis an der Uni Passau e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Professoren, Unternehmen und Studierende zusammenzubringen, um nicht nur den Dialog zu fördern, sondern allen Seiten auch die Möglichkeit zu bieten, Kontakte zu knüpfen und auf diese Weise voneinander zu profitieren. Aus diesem Grund lud der Neuburger Gesprächskreis am 4. Juli 2008 die Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung zum alljährlichen Symposion an der Universität Passau ein. Vierzehn Stipendiatinnen und Stipendiaten folgten dieser Einladung und kamen in den Genuss von vier hochkarätig besetzten, interessanten und informativen Vorträgen. So sprach Dr. Andreas Pfeiffer von Accenture über die Neuerungen im Internet, so zum Beispiel die verschiedenen Formen der Agitation in diesem Medium. Ein Beispiel wäre „Second Life“, eine komplette, virtuelle Nachbildung des reellen Lebens (mit eigener Währung, BIP und Wirtschaftswachstum), in der man über ein sogenanntes „Avatar“ ein zweites Leben führen kann. So ist es möglich, einzukaufen, Häuser zu bauen, an der Börse zu handeln und auch eine Beziehung zu führen. Second Life hätte auch in der Geschäftswelt so viel Anklang gefunden und Interesse geweckt, dass sich Konzerne wie Adidas dazu entschlossen haben, dort zu werben. Auch eBay gibt es dort. Doch Dr. Pfeiffer stellte diese „digitale Realität“ auch in Frage und wies somit zugleich auch auf die Gefahren hin, die durch die zunehmende Attraktivität des Internets lauern. Er befürchte, dass sich Nutzer völlig aus der realen Wirklichkeit zurückziehen und ihre sozialen Kontakte ausschließlich auf das Medium Internet beschränken. Auch technische Neuerungen wie die Nintendo-Erfindung „Wii“ oder google maps thematisierte und beleuchtete Dr. Pfeiffer. Damit zeigte er auf, dass die Zukunft rasant technisiert wird, aber dadurch ungeahnte Möglichkeiten bietet. Nachdem Eva Lang von FORWISS Passau (Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik) den Roboter-Hund „Aibo“ von Sony erklärt und vorgeführt hatte, stellte Stefan Winners, Vorstandsvorsitzender der TOMORROW FOCUS AG, die wirtschaftlichen Aktivitäten des von ihm repräsentierten Unternehmens (Teil des Burda-Konzerns) im Internet vor und bezeichnete das WorldWideWeb als „den Markt der Zukunft“, wenn man ihn nur richtig zu handhaben wisse. Er gab dem Auditorium sechs Empfehlungen mit auf den Weg: Als Erstes sei das gute Timing zu nennen. Eine

rechtzeitige Vorbereitung auf das Zukunftsmodell Internet sei also unerlässlich. Zweitens sei es wichtig, existierende Geschäftsmodelle nicht zu schnell aufzugeben, sondern sein Geschäft im Internet parallel zu dem bereits existierenden aufzubauen. Als nächstes erwähnte Stefan Winners, dass Internetgeschäfte nicht „auf die leichte Schulter“ genommen werden dürften. Sie seien hart und wettbewerbsorientiert. Als vierten Punkt riet er, digitale Aktivitäten klar von den Kerngeschäften zu trennen. Auch empfahl er, die Kompetenz im Kompetenzbereich zu lassen, also Mitarbeiter je nach Fähigkeit zu beschäftigen und einzusetzen. Als letzten Punkt gab er den Ratschlag, die Interessensschwerpunkte zu splitten. „Lieber je 15% Anteil an zehn Firmen als 100% Anteil an einer“, so Stefan Winners. Auf diese Weise senke man das Risiko des Scheiterns deutlich. Dr. Heribert Prantl, leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, rundete die Vortragsreihe mit einem polemisch-amüsanten, aber auch zum Nachdenken anregenden Vortrag über den schwindenden Datenschutz ab. Im Rahmen seiner Ausführungen prangerte Prantl die mangelnde Beachtung des Urheberrechts an, indem er das Internet als „globale Enteignungsmaschine“ bezeichnete. Es sei wichtig, dass Kreative angemessenen Ausgleich für ihre Arbeit bekämen. Der geistige Eigentümer wäre derzeit der „Hase“, der unter Millionen von „Igeln“ leide. Auch wäre das Internet ein „Entblößungsmedium“, siehe Plattformen wie facebook, studiVZ oder myspace. Aus „Orwell“ werde „Orwellness“, da jeder freiwillig alle möglichen Informationen über sich selbst offenlegen würde. Außerdem wäre es heutzutage selbstverständlich, sich regelmäßig selbst zu googlen, um herauszufinden, wie wichtig man wäre. Je mehr Einträge die Suchmaschine Google zum eigenen Namen aufweisen würde, desto wichtiger und interessanter würde man sich selbst fühlen. Internet biete also auch die Möglichkeit des sogenannten „Egosurfings“. Letztendlich kam er aber dann doch zu dem Schluss, dass das Leben ohne Internet heutzutage nicht mehr funktionieren würde. Nach der anschließenden Diskussion klang der Abend bei einem Galadinner auf dem Kristallschiff der Reederei Wurm & Köck aus. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten genossen bei herrlichem Wetter die guten Gespräche, das hervorragende Essen und die traumhafte Fahrt auf der in der Abendsonne glitzernden Donau. von Victoria Pöllmann


Wo schon die Römer badeten und heute Beckenbauer Golf spielt Eine der führenden Kur-, Wellness- und Gesundheitsregionen Europas liegt im Städtedreieck Regensburg, Passau, Landshut: das Bayerische Golf & Thermenland. In den Heil- und Thermalbädern Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Gögging und Bad Abbach findet man die richtige Balance zwischen Gesundheit, Entspannung und ganzheitlichem Vital- und Aktivurlaub. Das niederbayerische Umland zeichnet sich durch die höchste Golfplatzdichte Deutschlands aus, mit der Gemeinde Bad Griesbach als Zentrum internationaler sportlicher Begegnung. Die abwechslungsreiche Region bietet als ideale Ergänzung dazu geschichtsträchtige Einblicke in das Herz alter Dom- und Herzogsstädte wie Landshut, Straubing, Passau und Dingolfing. Sie verbinden überliefertes Kulturgut mühelos mit zeitgenössischer Lebensart. Über tausend Kilometer familienfreundlicher Radwege führen schließlich entlang der Flüsse und durch malerische Dörfer, wo die Gäste typisch niederbayerische Gastfreundschaft genießen.

Thermalwasser statt Öl: Das flüssige Gold der Kurbäder Vor 70 Jahren wurde im niederbayerischen Rottal nach Öl gesucht – stattdessen fanden die Bohrtrupps heißes Thermalwasser mit hoher medizinischer Wirksamkeit, vor allem bei Rücken- und Gelenkproblemen. Dieser natürliche Schatz machte die Kurorte Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach berühmt. Bad Gögging und Bad Abbach dagegen blicken auf eine Geschichte bis in die Zeit der Römer zurück. Durch die legendäre Wirkung des Thermalwassers wurde Bad Füssing zum beliebtesten Kurbad Europas mit rund drei Millionen Übernachtungen im Jahr. Doch nicht nur Kurgäste fühlen sich hier wohl, auch zum Verwöhnen und Entspannen gibt es ein vielfältiges Angebot, das vom Saunahof, der in einem historischen Bauernhof untergebracht ist, bis zum Biovital®-Bewegungsparcours reicht. Bad Birnbach mit der Rottal-Terme ist ein Kurort mit ländlichem

Charme und setzt auf modernste Gesundheitskompetenz. Dampf, Düfte, Thermalwasser und Heilschlamm sind die Elemente, auf die der Gast trifft. Das von Kaiser Trajanus in Bad Gögging errichtete Staatsbad kann heute immer noch in Überresten unterhalb der St. Andreas-Kirche besichtigt werden. Mit Schwefelwasser, Thermalwasser und Moor aus der Region kommen in einem der ältesten Kurorte Deutschlands drei natürliche Heilmittel zur Anwendung. Auch Bad Abbach bietet jene ideale Kombination von Badevergnügen und Gesundheitsvorsorge - und das vor den Toren der Unesco-Welterbestadt Regensburg. Das größte zusammenhängende Golf-Resort Europas Nirgendwo sonst in Deutschland, gemessen an den Einwohnerzahlen, ist die Golfplatzdichte höher als im Bayerischen Golf & Thermenland. Golfclubs heißen ihre Fans überall willkommen: Der ThermenGolfClub Bad Füssing-Kirchham, der Deggendorfer Golfclub e.V. in Schaufling im Landkreis Deggendorf oder der Golfpark Bella Vista in Bad Birnbach sind nur einige Beispiele. Es gibt hier und in den angrenzenden Regionen über 40 Golfplätze. Häufig sind die Plätze nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Bad Griesbach bietet fünf 18-Loch-Meisterschaftsplätze, darunter den „Beckenbauer Golf-Course“, den Bernhard Langer kreiert hat, drei 9-Loch- sowie den einzigartigen 6-Loch Chervó Junior Golf Course. Mit 37 Pros, dem Golfodrom und der Golfakademie, die mit einem weltweit einzigartigen, patentierten Golflehrsystem unterrichtet, ist Bad Griesbach das größte zusammenhängende Golf-Resort Europas. Zudem bietet der Ort ein 130 Kilometer langes Nordic-Walking-Streckennetz. 20 ausgebildete Trainer geben interessierten Gästen Tipps und Informationen. Beide Sportarten ergänzen hervorragend das Kur-, Thermal- und Wellnessangebot des Ortes. Radeln, wo der Hopfen wächst Naturnahe und unvergessliche Erlebnisse schafft das Bayerische Golf & Thermenland auch außerhalb des Putting Greens: Neben den reizvollen Nordic-WalkingStrecken finden Gäste hier 1.000 Kilometer gut ausgeschilderte und miteinander vernetzte Radwege vor. Geringe Steigungen entlang von Flusstälern und eine Streckenführung meist abseits vielbefahrener Stra-

9 Special zur Region - Das bayerische Golf & Thermenland

Das Bayerische Golf & Thermenland: Heiße Thermen, grüne Natur, Golfen, Radeln und viel Kultur


ßen sind weitere Pluspunkte dieser Radwege. Viele Urlaubserlebnisse und –eindrücke liegen an der Strecke– ob am Klassiker wie dem Donauradweg oder an Themenrouten wie dem Radweg der Versunkenen Schlösser. Diese Tour führt durch das niederbayerische Hügelland im Landkreis Dingolfing-Landau, vorbei am wachsenden Stein, dem Naturdenkmal „Johannisfelsen“ und vorbei an fünf versunkenen Schlössern und Burgruinen. Neben schönen Ausblicken gewinnen Gäste auch interessante Einblicke in die Historie der Region. Geschichtsinteressierte wird der Römerradweg faszinieren. Der familienfreundliche Radweg ist auf seiner Route von Passau entlang der österreichischen Grenze bis zum Europareservat Unterer Inn bei Ering im Landkreis Rottal-Inn buchstäblich gepflastert mit Hinweisen auf Fundstellen antiker Überreste. Beim Radweg „Rund um die Hallertau“ erfahren Radtouristen, wo das süffige Bier seinen Ursprung hat. Die Route führt quer durch das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, die Hallertau. Hier lässt sich die niederbayerische Bierkultur nutzen, um Land und Leute kennen zu lernen. Unverfälschtes Brauchtum: Kultur und Lebensfreude auf niederbayerisch Natürlich gibt es hier eine Fülle uriger Brauereien und Biergärten. Nicht nur die Radler können sich mit einer bayerischen Brotzeit und einer süffigen Maß stärken. Das Mallersdorfer Bier sollte jeder Gast einmal

Kultur im südlichen Niederbayern bedeutet aber auch historische Bauwerke: Von der St. Martinskirche in der gotischen Stadt Landshut, die mit dem höchsten Backsteinturm der Welt – 131 Meter hoch – beeindruckt, über das Kloster Weltenburg im Landkreis Kelheim im Donautal mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt bis zum nahen Donaudurchbruch. Pralle Lebensfreude und ein wenig Übermut - das ist es, was die niederbayerischen Feste auszeichnet. Neben dem Gäubodenvolksfest der Stadt Straubing, der zweitgrößten Wies‘n Bayerns, macht vor allem das Karpfhamer Fest im September mit seinem großen Reitturnier von sich reden. Kulturelle Glanzpunkte sind die Europäischen Wochen in Passau, das Bad Füssinger Kulturfestival, außerdem die jeweils im vierjährigen Turnus stattfindenden Festspiele wie die Landshuter Hochzeit, die Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing oder das Plattlinger Nibelungenfestspiel. Informationen erhält man beim Tourismusverband Ostbayern, Luitpoldstraße 20, 93047 Regensburg, Tel. 0941/58539-0, Fax 0941/58539-39, Kostenloses Info-Tel: 0800/12 12 111, E-Mail: info@ostbayern-tourismus.de, Internet: www.ostbayern-tourismus.de und www.bayerisches-golf-und-thermenland.de

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Anzeige

10 Special zur Region - Das bayerische Golf & Thermenland

probieren. Es ist etwas Besonderes, denn im Kloster Mallersdorf gibt es die einzige Braumeisterin, die zugleich auch Ordensfrau ist. Schwester Doris braut dort schon seit über 20 Jahren Bier.


„Vielfalt ist die Stärke unserer Region“ Kurzinterview mit Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern, über die Arbeit des Verbands, regionalen Tourismus und zur Idee einer Passauer Stadtbahn andere Ferienregion hat eine derartige Fülle und Vielfalt zu bieten. Das gute Preis-/Leistungsverhältnis, die Servicequalität, sowie die Qualität der Ausstattung und die Spezialisierung auf eine Zielgruppe sind hier die relevanten Erfolgsfaktoren.

Nein, ganz im Gegenteil. Tschechien bietet viele attraktive Ausflugsziele, was eine Aufwertung für unsere Region bedeutet. Denken Sie an die Städte Budweis und Krummau. Wir haben inzwischen ein hohes Aufkommen an Tagesausflugsgästen aus Tschechien in den Städten, den Termalbädern und auch im Winter an den Skiliften. Erste Individualurlauber aus Tschechien verbringen bei uns einen mehrtägigen Urlaub.

Herr Dr. Braun, Sie sind Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern. Was für eine Funktion hat der Tourismusverband und wie finanziert er sich? Der Tourismusverband Ostbayern ist ein Verein unter Vorsitz der Regierungspräsidenten der Oberpfalz und von Niederbayern. Aus unserem vielfältigen Aufgabenbereich nenne ich unsere Schwerpunkte: Wir betreiben für unsere Mitglieder intensives Marketing, wie Werbung, Verkaufsförderung, Messebesuche und Imagekampagnen. Hinzu kommt eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Online-Marketing. Zudem erstellen wir themenund destinationsorientierte touristische Prospekte und Informationsmaterialien und unterhalten eine Service- und Informationsstelle in unserem Hause. Der Verband finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen. Der Tourismus lebt vom Urlauber. Was muss man anbieten um den durchschnittlichen Urlauber nach Ostbayern zu locken? Vielfalt ist die Stärke unserer Regionen. Die Tatsache, dass wir breit aufgestellt sind, ist ein großer Vorteil. Wir decken mit unserem Angebot die großen Megatrends Gesundheit, Wandern, Naturverbundenheit und urbanes Leben ab. Kaum eine

In Passau herrscht eine rege Debatte um die Installation einer Stadtbahn. Herr Mangold schlägt sogar eine Stadtumlandbahn vor. Diese habe seiner Ansicht nach hohen touristischen Attraktionswert. Macht eine solche Bahn aus touristischer Sicht Sinn? (Anmerkung: Route der Bahn: Plattling, Pocking, Schärding, Passau; zusätzlich eine Ilztalbahn) Zunächst muss man sagen, dass touristische Attraktionen natürlich sehr wichtig sind und die Region beleben. Untersucht man die Urlaubsmotive der Gäste, stellt sich aber heraus, dass kein Gast allein wegen einer touristischen Attraktion anreist. Bei der Stadtumlandbahn muss man im Vergleich zum Nutzen vor allem die hohen Unterhaltungskosten bedenken, die oft vergessen werden. In Passau ist es meiner Meinung nach viel wichtiger, daran zu arbeiten, ein wirksames Marketingbudget aufzubringen. Bei einer Kommune sind das – als Faustregel – ein Euro pro Übernachtung. Das ist in Passau nicht gegeben. Vielen Dank für das Interview! das Interview führte Christian Schneider

11 Special zur Region - Interview mit Dr. Michael Braun

Haben sich die Ängste und Befürchtungen in der Tourismusbranche vor der Grenzöffnung zu Tschechien bewahrheitet?


„Wenn wir schon Geisterbusse haben, brauchen wir nicht noch eine Geisterbahn“ Interview mit Dr. Anton Jungwirth (FDP), 3. Bürgermeister der Stadt Passau, zur Politik der FDP in Passau, der aktuellen Verkehrssituation, der kommenden Landtagswahl und persönlichen Wünschen An unserem Plan eines gemeinsamen Forums zwischen Bürgern und Studenten in Form eines kulturellen und zwischenmenschlichen Miteinanders halten wir fest. Wie denken Sie kann Passau sein Verkehrsproblem bewältigen?

Herr Dr. Jungwirth, Sie sind 3. Bürgermeister der Stadt Passau. Wie klappt die Zusammenarbeit mit Herrn Dupper und Herrn Mangold bisher? Können Sie ein kleines Zwischenfazit ziehen? Die Zusammenarbeit verläuft sehr angenehm und unkompliziert. Wir sehen uns zwar aufgrund unterschiedlicher Termine relativ selten, dafür klappt die Koordination traumhaft. Allein die Bürgerbeteiligung sollte wachsen. Die schweigende Mehrheit läuft insbesondere bei Bürgerbeteiligungen Gefahr, dass die aktive Minderheit für sie mitentscheidet. Für welche Politik steht die FDP in Passau?

12 Politik

Wir sind Kommunalpolitiker. Die Parteizugehörigkeit spielt nur eine untergeordnete Rolle. Generell stehen wir für eine lösungsorientierte Politik. Gerne erarbeiten wir Lösungen tatsächlicher Fragen zusammen mit dem Oberbürgermeister. Die Kommunalpolitik lebt von der Kommunikation der einzelnen Fraktionen und einer tragfähigen Mehrheit. Natürlich sind wir liberal. Das bedeutet, dass wir uns im Zweifel immer für die Freiheit entscheiden. Wir bevorzugen Dialoge mit Betroffenen und sind gegen vorschnelle Verbote. Am Herzen liegen uns vor allem die Kulturund Meinungsfreiheit, die gerade durch die Universität katalysiert werden. An der Universität gibt es die LHG. Wie eng ist die Kommunikation zwischen FDP und LHG und inwiefern beeinflusst diese Zusammenarbeit die kommunalpolitische Ausrichtung? Die LHG und die FDP stehen sich kollegial gegenüber. Wann immer es geht, suchen wir den Dialog. Unser einzigartiger Jour Fix wird auch von einzelnen LHG’lern gerne in Anspruch genommen. Im Rahmen dieses Austausches werden auch studentische Belange besprochen und umgehend bearbeitet.

Ich bin der Ansicht, dass es keine Patentlösung gibt und auch nie eine geben wird. Die topografischen Vorgaben, die den Charme der Stadt ausmachen, sind verkehrstechnisch erschwerend. Ob eine Donaubrücke gebaut werden soll, weiß ich nicht. Denn eine solche Brücke könnte auch noch mehr Verkehr nach Passau bringen. Fakt ist, dass wir eine weiträumige effektive Umfahrung brauchen. Auch beim Thema Ringstraße gibt es ein Für und Wider. Ich finde eine probeweise Öffnung eine zweckmäßige Lösung. Wenn die Öffnung dann zum Chaos führt, muss man sie halt wieder zumachen. Hinsichtlich einer Stadtbahn bin ich dann doch etwas skeptisch. Das ginge nur mit großartigen Subventionen vom Steuerzahler. Wenn wir schon Geisterbusse haben, brauchen wir nicht noch eine Geisterbahn. Mir schwebt vielmehr eine Fähre zwischen Scheiblingsturm und der Innstadt vor. Dies wäre kein Eingriff in die Natur und eine kosteneffiziente Lösung. Die Fähre würde dann mittels einer Seilkonstruktion fortbewegt werden. Ein Traum wär es, wenn man eine Fähre zwischen der Innstadt, der Ortsspitze und der Ilzstadt hätte. Was kann die Politik der FDP für den Studenten bewirken? Uniintern kann man nur wenig machen. Die Studenten sind erwachsene und mündige Leute, die an uns gerne herantreten können. Es ist mein persönlicher Wunsch die Studenten mehr in die kommunale Willensbildung einzubinden. Wie denken Sie wird die Landtagswahl im September ausgehen? Ich denke, dass die CSU die absolute Mehrheit entweder knapp hält oder aber knapp verliert. Für uns stehen die Zeichen unterdessen sehr gut. Ich hoffe, dass wir es schaffen in den Landtag zu kommen. Mit unserem Kandidaten für den Landtag, Dr. Franz – Xafer Kirschner, haben wir jemanden in unseren Reihen, dessen Erfolg noch selbstgemacht ist. Sein atypischer Werdegang wird die Politik in Bayern bereichern und wählerorientierter sein. Im Oktober beginnt das Wintersemester 08/09 an der Uni. In diesem Zeitraum nehmen viele junge Menschen ihr Studium auf. Was für eine


Rolle spielt der Erstsemesterstudent in den Augen der FDP? Wir empfangen jeden Studenten gerne mir offenen Armen hier in Passau. Wir wollen durch unsere Politik dazu beitragen, dass sich jeder schnell wohl fühlt, egal woher er kommt. Natürlich sollte sich jeder Student mit seiner Kommune identifizieren können. Wir freuen uns über jede Anmeldung des Erstwohnsitzes in Passau. Was würden Sie am liebsten schnellstmöglich in Passau verändern? Mein altes persönliches Steckenpferd sind Passaus Bäder. Das PEB wird von der Passauer Bevölkerung nur bedingt angenommen. Die Stadtteile haben keine eigenen Badestellen. Mein Wunsch ist ein Bad im Osten Passaus. Toll wäre es, wenn auf dem Gelände des Bschüttbades ein einfaches Naturbad mit biologischer Wasserselbstreinigung geschaffen werden könnte. Überschaubare Kosten würden zu einer einmaligen und zentralen Bade- und Naherholungsstätte für alle Bürger führen. Der Antrag

hierzu wird gerade in der Verwaltung aufbereitet. Außerdem ist es ein großer Wunsch von mir in Passau eine Kletterhalle zu bauen. Diese wäre ein Magnet für Besucher und einzigartig in unserer Region. Gerade in den kalten Wintermonaten könnten hier Jung und Alt ihre Freizeit verbringen. Welchen Grund gibt es die FDP und damit Dr. Anton Jungwirth 2014 wiederzuwählen? Mein Bestreben ist es Sachverhalte zu lösen. Ich verfüge über eine große Erfahrung hinsichtlich der Politik in Passau. Im Jahre 2014 werde ich dann 24 Jahre dabei sein. Die Frage ist nur, ob man vielleicht lieber Platz für den Nachwuchs machen sollte. Vielen Dank für das Interview! das Interview führte Christian Schneider

„Wir sind zukunftsfit und man kann optimistisch nach vorne schauen“ Interview mit MdB und Stadtratsmitglied Dr. Andreas Scheuer (CSU) zu den aktuellen Entwicklungen in Passau, Tanktourismus, der kommenden Landtagswahl und Passau als Hochschulstandort wie sich die Neue Mitte vor allem auf die Verkehrssituation auswirkt. Wir müssen hier trotz schwieriger Topographie Verbesserungen erzielen. Die weitere Konzentration muss den einzelnen Stadtteilen gelten. Hier brauchen wir einen „Stadtteileentwicklungsplan“, um die Lebensqualität weiter zu erhöhen. Ich wünsche mir, dass die Einheimischen – oder Locals – sich besser mit den Studierenden und umgekehrt - vernetzen und mehr aufeinander eingehen. Was halten Sie von den Plänen die Parkgebühren zu senken bzw. ein zeitlich begrenztes Gratisparken einzuführen?

Was hier in den letzten Jahren umgesetzt wurde, ist positiv und bemerkenswert. Wir haben lange über halbfertige Projekte sehr kritisch diskutiert. Jetzt in den letzten Wochen vor der Fertigstellung der Neuen Mitte erkennt man das moderne Erscheinungsbild. Mir gefällt es sehr gut. Passau boomt! Bei allen Rankings und Analysen wird die Region als Zukunftsregion eingestuft. Wir sind zukunftsfit und man kann optimistisch nach vorne schauen. Was ist in Ihren Augen verbesserungswürdig in Passau? Was ist Ihr persönlich größter Wunsch für die Stadt? Natürlich müssen wir uns weiter Gedanken machen,

Wahlgeschenke sind toll. Diese zu Lasten der nachfolgenden Generationen und damit zu Lasten der Haushaltskonsolidierung abzuwälzen ist nicht nachhaltig. Natürlich schreit jeder Juhu, wenn Gebühren gesenkt werden. Ich bin für ein Gesamtkonzept und eine flexiblere Taktung bei den Parkgebühren. Die Diskussion dazu ist im Stadtrat aber noch nicht abgeschlossen. Die stetig steigenden Spritpreise treiben den Autofahrer häufig über die Grenzen nach Österreich und Tschechien. Wie stehen Sie zum Thema Tanktourismus und gäbe es Lösungswege den Autofahrer zum Tanken in Deutschland zu halten? Ich kämpfe nach wie vor und mit unverminderter Härte gegen die zu hohen Spritpreise, vor allem hinsichtlich des Steueranteils. 4 Mrd. Euro gehen

13 Politik

Herr Dr. Scheuer, wie bewerten Sie als gebürtiger Passauer die Veränderungen des Stadtbildes und der Wirtschaftsstruktur?


Deutschland durch den Tanktourismus verloren. Wenn ein Land auf einem Sektor nicht mehr wettbewerbsfähig ist, dann muss man politisch Handeln. Wir sind in Europa bei den Spritpreisen nicht wettbewerbsfähig. Ich bin für eine Einführung der PKW-Vignette à la Österreich bei gleichzeitiger Reduzierung der Ökosteuer. Mit der Orientierung am Durchschnittspreis in Europa wäre dann die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beim Sprit wiederhergestellt. Das bestätigt auch das neue Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums, dass von der Uni Mannheim erarbeitet wurde. Wie sehen Sie die Chancen der CSU für die kommende Landtagswahl? Gut! Unser Ziel ist 50%+X steht. Die Alternativen für Bayern wären ja schrecklich. Die anderen Parteien haben nur ein Motto: „Alle gegen die CSU!“, sonst nix. Das bedeutet, dass alle zusammen SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler, vielleicht noch die Linken gegen die Stabilität und das erfolgreiche Bayern paktieren. Bayern wäre nicht so einzigartig und TOP1 in Deutschland, wenn es die CSU nicht gäbe. Der Einfluss Bayerns im Bund wäre bedeutend geringer. Welche Werte vertreten Sie? Wofür steht MdB Dr. Andreas Scheuer als Politiker? Ein Franz-Josef-Strauß-Spruch, der gleich mal vieles abdeckt, lautet: „Dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts.“ Verlässlichkeit, Grundvertrauen, Fleiß, Lebensfreude, Stolz auf unsere Heimat und der Glaube sind meine Leitplanken des Zusammenlebens. Mir macht mein Job unglaublich viel Spaß; unter Leuten zu sein, sich um die unterschiedlichsten Themen kümmern zu dürfen, ist für mich eine Faszination.

gion hinaus unterwegs. Wie denken Sie wird Passau als Stadt und Hochschulstandort in Deutschland wahrgenommen und bewertet? Passau ist generell bekannt und positiv besetzt von der Wahrnehmung. Ich brauche generell nicht erklären – so wie manch andere Kollegen im Bundestag – wo mein Wahlkreis liegt. Wir müssen aber noch mehr daraus machen, mit Selbstbewusstsein uns vermarkten und nicht so viel jammern. Die Uni Passau hat ebenfalls einen sehr guten Ruf. Vielleicht müssen wir die ganze Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten noch besser ins Bewusstsein rufen. Wir alle müssen als Botschafter Passaus gelten, ob Politiker, Unternehmer, Künstler, Studierende und Professoren. Was möchten Sie den Passauer Studenten mit auf den Weg geben? Mischt Euch noch mehr ein ins gesellschaftlich-politische Leben in Passau! Und am besten, wenn Ihr einen Abschluss gemacht habt, dann freuen wir uns, wenn Ihr hierbleiben würdet und Euer Know-How in der Region bleibt. Viele Absolventen haben erfolgreiche Unternehmen in der Region gegründet. Mittlerweile sind diejenigen Fans von Passau, obwohl sie bei Studiumsbeginn noch mit langer Miene in die von ihnen vorschnell definierte Provinz gekommen sind. Vielen Dank für das Interview! das Interview führte Barbara Klostermann

Anzeige

14 Politik

Als MdB sind Sie weit über die Grenzen der Re-


15 Anzeige

Anzeige


Markus Lüpertz Gestern und Heute. Skulpturen - Malerei - Zeichnung

16 Kultur

Ausstellung vom 11.10. - 30.11.2008 im Museum Moderner Kunst - Wörlen

Markus Lüpertz gilt als der deutsche Malerfürst schlechthin – auch weil der Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie in Malerei, Bildhauerei und Zeichnung gleichermaßen zu Hause ist und sein Auftritt ein Event ist. Er wird bei den Ausstellungseröffnungen anwesend sein.

„Neuen Wilden“, die eine neue, expressive Malerei pflegten. Er setzte sich in seinen Bildern vor allem in den 1970er Jahren mit der deutschen Teilung auseinander. Seit 1980 entwirft er Bühnenbilder und arbeitet auch plastisch, wobei einige seiner öffentlich aufgestellten Skulpturen, wie die „Aphrodite“ in Augsburg oder der „Mozart“ für Salzburg wegen ihrer unakademischen und heftigen Modellierung Proteste auslösten. Heute lebt und arbeitet Markus Lüpertz in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz.

Erstmals ist Lüpertz an drei Ausstellungsorten gleichzeitig in Bayern zu sehen: Mit rund 250 Werken ist es seine bisher größte Ausstellung in Bayern. Sein skulpturales Werk findet in der St-Anna-Kapelle Platz, während sein malerisches Werk im Museum Moderner Kunst ausgebreitet wird, im Medienzentrum werden großformatige, aktuelle Arbeiten gezeigt. Lüpertz, 1941 geboren im böhmischen Reichenberg, aufgewachsen im Rheinland, studierte in Krefeld und Düsseldorf. 1960 ging er nach West-Berlin und schloss sich einer Gruppe von Künstlern an, die sich der gegenständlichen Malerei verschrieben hatten. Mit ihnen gründete er die Selbsthilfegalerie Großgröschen 35. 1970 erhielt Lüpertz den Villa Romana-Preis, 1976 folgte eine Berufung an die Akademie in Karlsruhe, 1986 der Ruf nach Düsseldorf, dort wurde er 1988 Rektor der Akademie. Lüpertz zählt zu den wichtigsten Vertretern der

Pressetext Museum Moderner Kunst - Wörlen Bräugasse 17 - 94032 Passau


60 Jahre Menschenrechte - Kennst Du Deine Rechte?

Genau 60 Jahre sind vergangen, seitdem die allgemeinen Menschenrechte von den Vereinten Nationen proklamiert wurden. Heute ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Leitbild für nahezu 200 Staaten. In mehr als 300 Sprachen wurde sie übersetzt. Doch reichen diese statistisch beeindruckenden Zahlen aus, um am 10. Dezember 2008 den „60. Geburtstag“ dieser Erklärung zu feiern? Gewiss: Die unverbindliche Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Proklamiert auf den Trümmern einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Weltordnung, hat sie maßgeblich zur Entwicklung und Etablierung eines universellen und verbindlichen Menschenrechtsregimes beigetragen. So war die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht nur Vorbild für die wirkungsvolle Europäische Menschenrechtskonvention, sondern auch für die beiden großen universellen Menschenrechtskodifikationen, den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat damit maßgeblich dazu beigetragen, dass neben Staaten und internationalen Organisationen auch der Mensch als Rechtssubjekt im Völkerrecht anerkannt wurde. Dennoch: Die universelle Verbreitung der Menschenrechte impliziert leider nicht, dass diese stets und überall respektiert würden. Die Menschenrechte gewähren den Individuen zwar subjektive Abwehr- oder Anspruchsnormen gegen die Staaten und verpflichten Letztere, diese Rechte zu beachten und zu verwirklichen. Allgemein bekannt ist jedoch, dass es mit diesem Respekt vor den Menschenrechten in vielen Ländern dieser Erde nicht weither ist. Folter, willkürliche Tötung und Inhaftierung, Unterdrückung der Meinungs- und Pressefreiheit, Unterdrückung von Frauen, Zwangs- und Kinderarbeit, unzureichende medizinische Versorgung oder

fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser – all dies sind nur einige der Menschenrechtsverstöße, die in vielen Regionen dieser Welt zum traurigen Alltag gehören. Und selbst die sogenannten hochentwickelten Industrienationen der nördlichen Hemisphäre können nicht von sich behaupten, die Menschenrechte stets und überall zu respektieren. Das 60. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sollten gerade Studenten zum Anlass nehmen, nicht nur auf die Erfolge des „Kampfes um die Menschenrechte“, sondern auch auf Misserfolge zu blicken. Es wird unserer Generation obliegen für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Menschenrechte einzutreten. Gerade in einer globalisierten Welt sollte Deutschland seinen Einfluss auf internationale Entwicklungen wahren und bewusst und zielorientiert für eine menschengerechte Welt eintreten. Weitere Informationen findet Ihr unter: www.knowyourrights2008.org www.un.org ELSA-Passau e.V. veranstaltet zu diesem Thema vom 14. bis 16. November 2008 eine Konferenz in Kooperation mit den Vereinten Nationen an der Universität Passau. Nähere Informationen zu der Konferenz „60 Years of Human Rights – Has anything changed? Von der Erklärung der Menschenrechte zur internationalen Menschenrechtsordnung” findet ihr unter www.elsapassau.de

von Florian Kühnlein Präsident ELSA-Passau e.V.

17 Politik & Gesellschaft

Laut einer aktuellen Umfrage von amnesty international können 42% der Deutschen kein einziges Menschen- oder Grundrecht nennen. Nur 1 % der Befragten wußte, dass es ein Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung gibt. Geht es uns in Deutschland denn so gut, dass wir nicht einmal unsere fundamentalsten Rechte kennen sollten? Können wir dem Staat so blind vertrauen?


Studentische Gedanken „Der Duft des Urlaubs“

Manche sagen, es gibt ihn, andere haben ihn noch nie erlebt – den Urlaubsgeruch. Er ist ein Phänomen, das sich nur selten zeigt. Dieser spezielle Duft taucht an den unterschiedlichsten Orten auf: im Hotel oder der Ferienwohnung, am Strand oder in der Stadt, beim Einkaufen oder beim Sonnen. Plötzlich ist er da, umschmeichelt die Nase und löst dieses wohlige Gefühl nach Freiheit und Ruhe aus. Ein Gefühl nach dem Luxus des Zeithabens, des Sich-um-nichts-kümmern-Müssens. Doch eine Besonderheit hat dieser Geruch: Er lässt sich nur an Orten finden, die perfekt dazu geeignet sind, Urlaub zu machen. Sonst könnte er auch seine volle Wirkung nicht entfalten und er würde nicht zur Geltung kommen – zumindest nicht so, wie es ihm zusteht. Dieser Geruch ist Ausdruck der Freizeit und des Genusses der Leichtigkeit des Lebens. Und das muss honoriert werden. Auch in Passau wurde er neulich vernommen – es ist kaum zu glauben. Dies lässt also nur eine Konsequenz zu: Es ist eben doch so, wie der allseits bekannte Satz beschreibt: Wir studieren da, wo andere Urlaub machen. von Victoria Pöllmann

18 Studentische Gedanken

Anzeige


UP-Campus Magazin 3/2008  

Zeitschrift der Passauer Publikationen Gruppe

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you