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Siegerin des Fotowettbewerbs

Liebe Leserinnen und Leser,

(16. Ausgabe, April 2008)

das Semester ist nun fast wieder zu Ende und der Sommer kann richtig beginnen. Da darf natürlich eine neue Ausgabe des UPCampus Magazins nicht fehlen! Was Euch in dieser Ausgabe konkret erwartet, könnt Ihr unserem neu eingeführten Inhaltsverzeichnis entnehmen. Wir möchten auch all unseren Werbepartnern herzlich danken, die das Erscheinen des Magazins ermöglicht haben. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Stefan Aigner, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Passau, und Frau Sandra Bachl (www.bachl-layouts.de) für Ihr besonderes Engagement und Ihren Einsatz.

Daniela Ludwig (25)

5. Semester BA Kulturwissenschaft

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Vergnügen beim Lesen, Interessen: ferne Länder und fremde Kulturen, Sport, Shopping, USA und Australien,... Unser Coverbild wurde von Dani im Februar 2008 auf Fiji (Insel Lailai) am Strand der blauen Lagune geschossen, wo auch der gleichnamige Film gedreht wurde.

Barbara Klostermann (Chefredakteurin)

Christian Schneider (stellv. Chefredakteur)

Impressum 17. Ausgabe des UP-Campus Magazins (5. Jahrgang, 2. Ausgabe) Ausgabe 2/2008 (Sommer 2008, erschienen im Juli 2008) Auflage: 2000 Stück in Passau, Druck: Druckerei Becker, Sportplatzweg 2a, 35799 Merenberg, Verlag: Passauer Publikationen Gruppe e.V. ISSN: Herausgeber: Chefredaktion: Layout: Redaktion: Gastbeiträge: Anzeigenleitung: Abbildungen:

1863-7701 Dr. iur. Bence Bauer und Dr. Florian Hartleb Barbara Klostermann und Christian Schneider (Stellv.) Barbara Klostermann, Anregungen: Sandra Bachl (www.bachl-layouts.de) Dr. iur. Bence Bauer, Dr. Florian Hartleb, Barbara Klostermann, Christian Schneider, Alexander Widmann, Victoria Pöllmann, Johannes Hoffmann Christina Macht, Museum Moderner Kunst - Wörlen, Kriztina Tiffán Barbara Klostermann, Christian Schneider S.1 Daniela Ludwig; S. 2 Barbara Klostermann, Daniela Ludwig; S. 3 Stefan Aigner; S. 4 Christine Rieck-Sonntag; S. 5 Jindřich Štreit ; S. 6 Gerhard Waschler; S. 8 Urban Mangold; S. 10 Klaus Vynhalek; S. 11 Alexander Widmann; S. 12-13 Bence Bauer; S. 14-15 Alexander Widmann; S. 17 Franz Küblbeck; S. 18 Linda Dahrmann/pixelio.de

Die Verantwortung im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) tragen die Herausgeber. Alle namentlich gekennzeichneten Artikel spiegeln die Meinung des Verfassers, nicht die der Redaktion oder des Herausgebergremiums wider. Ein herzlicher Dank gilt allen Inserenten! Kontakt:

Passauer Publikationen Gruppe e.V. Barbara Klostermann, Chefredakteurin, Tel.: 0851/2118681, Email: barbara.klostermann@ppg-online.de Web: www.ppg-online.de


Zertifiziere Dein Wissen ! Erfolg bei der Bewerbung mit Microsoft Office Specialist-Zertifikaten

Computerkenntnisse, vor allem im Bereich der klassischen Office-Anwendungen, sind in der beruflichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Leider herrscht aber gerade auf diesem Gebiet selbst bei jungen Menschen der „Generation Microsoft“ ein Halbwissen vor, das allzu häufig den beruflichen Anforderungen nicht genügt. Dem Personalentscheider stellt sich vor allem das Problem bei der Bewerberauswahl, dass eigentlich jeder Lebenslauf die Angabe erhält „Computerkenntnisse: Word, Excel, Powerpoint“. Ein Wissen, das über einen Brief schreiben oder ein Diagramm erstellen hinausgeht, steckt jedoch recht selten dahinter. Im Studium werden zwar schriftliche Arbeiten verfasst, deren Ergebnisse sich auch durchaus sehen lassen können. Hinter ihnen verbergen sich jedoch häufig das zeitintensive Klicken quer durch das Menü einer Microsoftanwendung und das verzweifelte Konsultieren diverser Ratgeber zum Thema Studienarbeiten mit Word. Eine Vorgehensweise, die im Berufsalltag nicht denkbar wäre. Um Studenten eine Möglichkeit zu geben auch in diesem elementaren Bereich erfolgreich zu sein und diese Qualifikation auch nachweisen zu können, bietet die Einstein Bildungswerkstatt in Kohlbruck an, verschiedene Microsoft Office Zertifikate zu erwerben. Diese sind global offiziell anerkannt und ermöglichen gerade auch eine einheitliche Bewertung von Qualifikationen. Ein Plus bei der Bewerbung, das man sich nicht entgehen lassen sollte, zumal wenn die Karriereambitionen auch auf den ausländischen Markt ausgerichtet sind. Beim sogenannten Microsoft Office Specialist Programm gibt es unterschiedliche Zertifizierungsmöglichkeiten, zwischen denen sich der

von Barbara Klostermann

Nähere Informationen:

Dr. Emil-Brichta-Str. 9 94036 Passau Tel. 0851-51010 info@einsteinjunior.de www.einsteinjunior.de

3 Karriere

Heutzutage reicht ein guter Studienabschluss allein schon lange nicht mehr aus, um sich auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt durchsetzen zu können. Fast noch wichtiger als diverse Fremdsprachenqualifikationen sind nachgewiesene Kenntnisse im Computerbereich. Auf diesem Sektor bieten die von Personalentscheidern sehr geschätzten Microsoft-Zertifikate dem Berufseinsteiger eine gute Möglichkeit sein Profil aufzuwerten.

Teilnehmer – abhängig von seinen persönlichen Kenntnissen - entscheiden kann. Das SpecialistZertifikat bescheinigt Grundkenntnisse in einer vom Teilnehmer gewählten Anwendung (Word, Excel, Access, PowerPoint oder Outlook). Für die Programme Word und Excel kann auch ein ExpertZertifikat abgelegt werden, das erweiterte Kenntnisse nachweist. Wer sein perfektes Können unter Beweis stellen möchte, kann durch das Ablegen der Prüfungen Word Expert, Excel Expert, Power Point und Access oder Outlook das Master-Zertifikat erlangen. Im Einzelnen läuft der Erwerb eines Zertifikats folgendermaßen ab – zunächst wählt der Teilnehmer gemäß seinem aktuellen Wissensstand die jeweilige angestrebte Zertifizierung aus. Dann beginnt die Phase der Prüfungsvorbereitung. Im Internet kann man unter www.certnet.de eine Beschreibung der Anforderungen für die einzelnen Zertifikate abrufen, selbstverständlich erteilt diese Auskünfte aber auch die Einstein Bildungswerkstatt (0851-510510). Zur Prüfungsvorbereitung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein Selbststudium mit Fachbüchern oder Prüfungssimulationen über certnet ist ebenso möglich, wie das Absolvieren von Gruppenseminaren, Einzel-Coaching-Seminaren, Workshops,… bei der Einstein Bildungswerkstatt. Auch wer nur mit dem Gedanken spielt, einen Computerkurs zu absolvieren, wird an dieser Adresse hervorragend bedient, denn alle Kursmodule sind inhaltlich auf Microsoft Online SpecialistPrüfungen ausgerichtet - eine Garantie dafür, dass man Qualität erhält und nach Absolvieren eines Kurses auch wirklich das gelernt hat, was wichtig ist. Den Abschluss bietet die Zertifizierungsprüfung. Hier werden praxisrelevante Aufgabenstellungen direkt am PC gelöst. Die Prüfung findet in der Einstein Bildungswerkstatt als einem autorisierten Testcenter statt und dauert gerade mal 45-50 Minuten. Das Ergebnis erhält man sofort im Anschluss und demjenigen, der bestanden hat, geht ein bis zwei Wochen später direkt sein Zertifikat aus den USA zu.


Einen Picasso für‘s studentische Wohnzimmer, gefällig? Kunstwerke günstig mieten in der Artothek Kennt Ihr die Artothek in Passau? Nein? Dann wird es Zeit! Hier könnt Ihr Bilder ausleihen wie in der Bibliothek Bücher. Ihr könnt Eure Wände mit Originalen schmücken, ob für jeden Tag oder speziell für ein Fest, das bleibt ganz Euch überlassen. Die Artothek ist eine Einrichtung der Stadt Passau.

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4 Kultur

Die Idee der Bildausleihe hat sich in vielen Städten der Bundesrepublik und des Auslands als eine Alternative zur Kunstvermittlung in Museen, Galerien und Kunstvereinen bewährt. Ziel ist es, vor allem den Zugang zur zeitgenössischen Kunst erleichtern und Künstler aus der Region vorzustellen, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass man das Sehen genau- Außerdem stellt sie auch Bilderreihen für Firso wie das Lesen erst lernen muss. men zusammen, organisieren Ausstellungen zeitgenössischer Künster, vermittelt Doch in der bildenden Kunst gibt Künstler und beteiligt sich an verschiedenses kein Pendant für das erschwing- ten kulturellen Veranstaltungen in der Region liche Taschenbuch – darum also die Artothek. Ein Bild kostet, Nun auf in die Artothek (Bräugasse 9)! Jeden 3. egal wie groß und von welchem Donnerstag von 15.30 bis 18.00 ist die BildverleihKünstler, 8 Euro für 2 Monate. stelle für die Ausleihe geöffnet. Bitte bringt bei der Erstausleihe einen gültigen Personalausweis mit! Die Artothek hat ca. 80 Künstvon Christina Macht ler, u.a. Christo, Picasso, TheuBilder: Christine Rieck-Sonntag erjahr, Sajtinac, Huber, Lankes, Lensler-Aresin, Janssen, Grosz...


Jindřich Štreit. Das Dorf ist eine Welt. Fotografien Ausstellung vom 14.6. - 17.8.2008 im Museum Moderner Kunst - Wörlen In Zusammenarbeit mit den Festspielen Europäische Wochen Passau präsentiert das Museum Moderner Kunst Fotografien des tschechischen Künstlers Jindřich Štreit, der zu den bedeutendsten Dokumentarfotografen der Gegenwart gehört.

Unter dem Titel “Das Dorf ist eine Welt” findet Štreit seine Motive mittlerweile auf der ganzen Welt. In streng komponierten schwarz/weiß Aufnahmen fängt der Künstler Alltagsszenen und intime Momente mit großer Sensibilität und Diskretion ein. Seine Bilder einfacher Menschen, die in einem überschaubaren Kosmos ihres Dorfes leben, wirken nie entwürdigend oder demaskierend. Sie sind jedoch auch nicht plakativ anklagend, sondern stets wertfrei dokumentierend. Was in den 1980er Jahren den Unmut der kommunistischen Kontrollorgane erregt hatte, findet Jindřich Štreit auch heute noch überall auf der Welt. Štreit hatte

Alltag fotografiert, statt sozialistisches Paradies zu inszenieren. Dies wurde damals als Regimekritik verstanden, heute vermissen manche in Štreits klassischen schwarz/weiß Bildern eine Dokumentation des Fortschritts nach dem Ende des Kommunismus und dem Einzug der westlichen Konsumwelt. Damals wie heute interessierte sich Jindřich Štreit jedoch ausschließlich für den Mikrokosmos “Dorf”, diese kleine, abgeschlossene Welt, die sich überall und zu jeder Zeit finden lässt. Die 30 Fotografien, die das Museum Moderner Kunst zeigt, lassen diese Welt durch das Auge des Künstlers lebendig werden. Auf Wunsch Jindřich Štreits werden seine Arbeiten in der Ausstellung nicht mit Titeln und Daten versehen. Seiner Intention, zeitlose Bilder zu schaffen, deren Aufnahmeort nicht zu erkennen und deren Aufnahmedatum nicht zu benennen ist, wird damit Rechnung getragen. Pressetext Museum Moderner Kunst - Wörlen Bräugasse 17 - 94032 Passau

Wir möchten das UP-Campus Magazin in Zukunft für Euch noch attraktiver gestalten. Daher sind wir auf der Suche nach Redakteuren, die Spaß am Schreiben haben, kreativ sind und Lust haben, bei uns regelmäßig mitzuwirken oder gelegentlich Gastbeiträge beizusteuern. Wir bieten Euch die Möglichkeit, in einem angenehmen Team zu arbeiten, Eure journalistischen und schriftstellerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und einen Einblick in die Arbeitsabläufe einer Redaktion zu bekommen. Wenn Ihr Interesse habt, sendet eine Email, in der Ihr Euch kurz vorstellt, an die Chefredaktion: barbara.klostermann@ppg-online.de Betreff: UP-Campus Magazin Redakteure

5 Kultur

Nach einer Ausbildung als Kunstlehrer in den 1960er Jahren und einer autodidaktischen Beschäftigung mit der Kamera sowie ersten Ausstellungen studierte Štreit von 1974 bis 1977 Fotografie in Prag. Seine Motive fand er bereits damals in den Gesichtern einfacher Menschen, in ihrem alltäglichen Leben. Anfang der 1980er Jahre beteiligte sich Streit an Ausstellungen, die sich der Kontrolle der Staatsorgane der ČSSR entzogen. Seine Fotografien, die das Leben des mährischen Dorfes Sovinec, in dem Štreit als Lehrer tätig war, festhielten, erregten das Missfallen staatlicher Stellen. Der Künstler wurde zu Gefängnis verurteilt und anschließend aus dem Schuldienst entlassen. Bis zum Ende des kommunistischen Regimes hatte Streit in der Verwaltung eines landwirtschaftlichen Betriebs zu arbeiten. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde Štreit auch im Westen als Fotograf bekannt. Seine Arbeiten aus den 1970er und 1980er Jahren avancierten zu Ikonen der Dokumentarfotografie.


„Kommunalpolitik ist die unmittelbare Arbeit am Bürger“

Interview mit MdL und Stadtratsmitglied Prof. Dr. Gerhard Waschler (CSU) zu den Entwicklungen der Passauer Stadtpoltik nach den Kommunalwahlen und zur Zukunft der CSU Sie sind ein „Schwergewicht“ der bayerischen Politik. Welchen Stellenwert hat die Kommunalpolitik für Sie überhaupt? Was können Sie der Stadtratsfraktion der CSU raten, um 2014 nicht noch schlechter abzuschneiden?

Warum schafft es die stärkste Fraktion nicht einmal einen Bürgermeister zu stellen? Die CSU-Fraktion ist zwar mit 16 von 44 gewählten Stadträten die mit Abstand größte Fraktion im Passauer Stadtrat, zur Wahl eines Bürgermeisters ist jedoch eine Mehrheit von mindestens 23 Stadträten notwendig. Die bisherige „Gestaltungsmehrheit“ von CSU, FDP und Freien Wählern hat im neuen Stadtrat mit 22 Stadträten nun leider nicht mehr die Mehrheit. Nachdem sich die SPD-Fraktion entgegen klaren Absprachen mit der CSU für Urban Mangold als 2. Bürgermeister ausgesprochen hatte, wurde die Besetzung des 3. Bürgermeisters auch an der CSU vorbei realisiert. Sind Urban Mangolds Verdienste um die Stadt Passau so groß, dass er zum 2. Bürgermeister gewählt wurde?

6 Politik

Wenn es nach den Verdiensten ginge, hätte Dagmar Plenk mit großer Mehrheit zur 2. Bürgermeisterin gewählt werden müssen. Bei der Wahl zum Bürgermeister kommt es jedoch nicht auf Verdienste an, sondern auf Mehrheiten im Stadtrat. Was kann man Ihrer Ansicht nach politisch von der CSU im Stadtrat erwarten? Die CSU wird im Stadtrat kritisch-konstruktiv zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Passau mitarbeiten und eine Vielzahl guter und wohlbegründeter Anträge stellen.

Seit meiner Wahl in den Passauer Stadtrat im Jahr 1996 ist die Kommunalpolitik für mich eine wichtige Basis der politischen Arbeit, die ich seit 1998 für meine Heimat auch im Bayerischen Landtag fortsetzen darf. Kommunalpolitik ist die unmittelbare Arbeit am Bürger. Man erhält regelmäßig wichtige Anregungen, die man in die Arbeit im Bayerischen Landtag einbringen kann. Mit Blick auf die nächste Kommunalwahl im Jahr 2014 ist unsere CSU-Stadtratsfraktion mit Sicherheit gut beraten, das Ohr eng am Bürger zu haben. Der CSU-Kreisverband mit seinen vielfältigen Gliederungen im Stadtgebiet wird eine Reihe von sachpolitischen Vorschlägen erarbeiten, gemeinsam mit der Stadtratsfraktion diskutieren. Wenn wir hierbei die Anregungen, Sorgen und Nöte unserer Bürgerinnen und Bürger gut einbringen, können wir zuversichtlich in die nächsten Jahre der politischen Basisarbeit gehen. Was für eine Position vertritt die CSU-Passau bezüglich der Installation einer Stadtbahn? Zu einer Stadtbahn muss ein realistisches, tragfähiges und durchführbares Konzept vorgelegt werden. Das gilt nicht nur für die Installation einer Stadtbahn, sondern auch für den Betrieb. Wenn eine solche Stadtbahn nämlich von den Bürgern nicht angenommen wird und damit keine Verbesserungen in der städtischen Verkehrsinfrastruktur verbunden wären, ist eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik schon mit Blick auf die notwendigen Gelder dringend notwendig. Kann die SPD unter Jürgen Dupper so regieren, wie sie es im Wahlkampf auslobte? Ich bin neugierig und skeptisch, wie die verschiedenen Wahlversprechen letztendlich umgesetzt werden sollen. Die Zeit wird es zeigen. In diesem Jahr sind Landtagswahlen in Bayern. Was werden die tragenden Themen des Wahlkampfs sein und schafft es die CSU ihrem Motto: „Näher am Menschen“ gerecht zu werden? Wir leben in Bayern in dem Land mit der gering-


Bei der Eröffnung der Neuen Mitte werden mit Sicherheit eine Reihe von CSU-Mandatsträgern anwesend sein. Albert Zankl hätte es verdient, die Eröffnung der „Neuen Mitte“ vorzunehmen. Wird Dupper am Ende die Früchte harter CSUArbeit einfahren, wenn sich die „Neue Mitte“ unter seiner Führung bezahlt macht? Die Neue Mitte wurde vor vielen Jahren in dieser Form von der Mehrheit des Passauer Stadtrats so beschlossen und in einem Bürgerentscheid mit der Verlagerung von Dult und Halle nach Kohlbruck auf den Weg gebracht. Die Umsetzung dieses politischen Auftrags hat mit großer Umsicht und

Warum schießt die Presse sich so auf die CSU ein? Macht die Partei so viel falsch oder woran liegt es? In der Tat hatten auch Beobachter außerhalb der Politik oft den Eindruck, dass manche Berichterstattung nach dem Motto „Alles gegen die CSU“ ausgerichtet war. Es wäre allerdings ungerecht, diesen Eindruck zu verallgemeinern. Parteien oder Fraktionen, die den Regierungschef oder Oberbürgermeister stellen, sind eben manchmal stärker im Mittelpunkt einer besonderen Berichterstattung. Damit muss man in der Politik wohl leben. Auch für Presseorgane ist aber der Umgang mit der Politik nicht immer leicht. Ich gehe deshalb davon aus, dass mehrheitlich ein fairer Umgang miteinander gepflegt und die Zukunft zeigen wird, was die veränderten politischen Verhältnisse der Stadt Passau bringen oder nicht. das Interview führte Christian Schneider

7 Politik

Sind Sie persönlich enttäuscht, dass die CSU die „Neue Mitte“ nicht eröffnen kann?

Einsatzkraft an vorderster Stelle Albert Zankl realisiert. Dass nun der neue OB die Früchte einer jahrelangen erfolgreichen Arbeit ernten wird, liegt in den Wahlergebnissen.

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sten Pro-Kopf-Verschuldung, den niedrigsten Arbeitslosenzahlen, dem höchsten Sicherheitsstandard sowie in dem Land mit den besten Bildungsangeboten in der ganzen Bundesrepublik Deutschland. Diese eindrucksvolle Bilanz konnte über Jahrzehnte hinweg unter dem Motto „Näher am Menschen“ erreicht werden. Bei allen Problemen, die das politische Tagesgeschäft mit sich bringt, wird Bayern damit auch weiterhin das Zukunftsland Nummer 1 sein. Steuersenkungen für Familien, Arbeitnehmer und den Mittelstand sind auf diesem Weg in die Zukunft unabdingbar notwendig.


„Eine Universitätsstadt muss auch ein paar studentische Freiluftfeste akzeptieren.“ Interview mit dem 2. Bürgermeister der Stadt Passau Urban Mangold zu seiner Wahl und seinen Zielen für die Stadt Passau Müsste für eine solche Stelle nicht kompetentes Personal eingestellt werden? Ich bin davon überzeugt, dass das durch verwaltungsinterne Umschichtungen machbar ist. Unser Ziel ist eine solide Haushaltspolitik. Was wird sich durch diese Politik für den Bürger ändern? Es gibt keine Alternative zur regenerativen umweltfreundlichen Energieversorgung. Wenn wir jetzt nicht konsequent umsteuern, wird es für den Ottonormalverbraucher in 20 Jahren schwierig, seine gute Stube zu heizen. Eine umweltfreundliche Energieversorgung bedeutet für den Bürger eine dauerhafte Unabhängigkeit von den sich erschöpfenden und immer teurer werdenden fossilen Ressourcen. Herr Mangold, am 08.05.2008 konstituierte sich der Stadtrat. In diesem Rahmen wurden Sie zum 2. Bürgermeister mit 25:17 Stimmen gegenüber Dagmar Plenk gewählt. Haben Sie selbst mit einem solchen Ergebnis gerechnet? Ich habe bis zur letzten ausgezählten Stimme gezittert. Es gab vor der konstituierenden Stadtratssitzung Gespräche mit den anderen Fraktionen, aber eine hundertprozentige Sicherheit hat man bei geheimen Wahlen nie. Ich hoffe nun, dass die CSU nicht alles kategorisch ablehnt, sondern so wie wir zuvor kollegial an der Stadtpolitik mitwirkt. Was bedeutet eine starke ödp für die Entwicklung der Stadt Passau? Eine starke ödp steht für eine familienfreundlichere Stadt, für eine Stadt-Umlandbahn und ein attraktives und preiswertes Busnetz und für eine transparentere Stadtpolitik. Außerdem setzen wir uns für eine klimafreundlichere Politik und für die Bewahrung des Stadt- und Landschaftsbildes ein.

8 Politik

Was meinen Sie mit klimafreundlicher Politik konkret? Ich bin mir mit Jürgen Dupper einig, dass die kommunalen Liegenschaften energetisch saniert werden. Eine aktive kommunale Energieberatung soll die Bürger bei Energieeinsparung und Effizienzverbesserung unterstützen. Die Stadtwerke müssen den Grad der Eigenversorgung an Energie von heute rund 10 % enorm steigern, auf regenerative Energieträger umsteigen und sich von Atom- und Schmutzstromproduzenten wie E-on loslösen.

Ebenfalls am 08.05.2008 wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen, die Redoute und die X-Pointhalle für politischen Veranstaltungen zu sperren. Diese Sperrung ist ein „Verdienst“ der NPD. Schafft es die NPD, ohne vom Bürger legitimiert zu sein, die Politik durch ihre „Gefährlichkeit“ mitzulenken? Es ist natürlich ärgerlich, wenn öffentliche Einrichtungen den demokratischen Parteien vorenthalten werden, um zu vermeiden, dass die NPD auch Ansprüche geltend machen kann. Aber wir sind bereit, dieses Opfer zu bringen, weil die NPD eine entsetzliche Partei ist. Sie soll bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich hoffe, der Stadt Passau bleiben die Tiraden der NPD erspart. Wie stark wird die NPD politisch wahrgenommen? Wo sehen Sie die Gefahren dieser Partei? Ich bin ganz klar für ein NPD-Verbot. Sie verfolgt nach meiner Ansicht verfassungswidrige Ziele. Nationalismus hat noch niemals ein Problem gelöst, sondern immer unendliches Leid und Katastrophen über die Menschen gebracht. Zur Zeit herrscht eine rege Debatte über die Installation einer Stadtbahn in Passau. Was halten Sie davon? Ich finde, dass das eine sehr gute Idee ist. Zum einen hat eine Stadtbahn einen Attraktionswert für Touristen. Zum anderen könnte man mittelfristig eine Stadtumlandbahn etablieren. An jedem der Bahnhöfe könnte ein Park & Ride System entstehen, so dass die Bürger nicht mehr mit dem Auto


in die Stadt müssen. Es ist doch sinnlos in Zeiten steigender Spritkosten und wachsenden Verkehrsaufkommens Gleise rauszureißen, um Radwege zu bauen. Ziel muss es sein, den ÖPNV auszubauen. Nach Aussagen verschiedener Experten reist der Bürger lieber mit einer Stadtbahn als mit dem Bus. Die Idee einer Stadtbahn muss folglich schnellstmöglich umgesetzt werden. Gibt es schon mögliche Routen für eine Stadtbzw. Stadtumlandbahn? Zunächst muss man den Takt auf den betriebenen Trassen verdichten. Ich denke dabei vor allem an die Strecken, die Plattling, Pocking und Schärding mit Passau verbinden. Außerdem sollte die lztalbahn und die Lokalbahn Richtung Waldkirchen reaktiviert werden. Es gibt dort so viele landschaftliche Höhepunkte, die man mit der Bahn definitiv bewusster wahrnehmen kann. Wie lässt sich diese finanzieren? Das bedarf natürlich einer sorgfältigen Prüfung. Da der Freistaat Bayern die Kosten für den absurden Transrapid gespart hat, könnte er mit dem Geld etwas Sinnvolleres tun. Man könnte außerdem die Kosten auf die Gebietskörperschaften verteilen, die von der Stadtbahn profitieren. Was kann die ödp für die Studenten der Stadt Passau tun?

gerade hinsichtlich der zunehmenden Qualitätseinbußen unbedingt vom Tisch. Es bedarf außerdem einer besseren und lebendigeren Kommunikation zwischen den Studenten und der Stadt. Die Studenten sind immens wichtig für Passau und daher benötigen wir deren Kritik und Ideen. Die Idee einer studentischen Bürgerversammlung finde ich daher ausgezeichnet. Eine Universitätsstadt muss auch ein paar studentische Freiluftfeste akzeptieren. Was ist Ihr schlagkräftigstes Argument, dass Sie zu Recht 2. Bürgermeister geworden sind und nicht etwa Dagmar Plenk? Die Wahl ist so ausgegangen, weil die Bürger eine andere Politik wollen. Wir haben in der Opposition sechs Jahre lang offen debattiert. Wir waren nicht aus Prinzip gleich immer gegen alles. Viele wertkonservative Passauer haben Herrn Zankl und die CSU aus Sorge um das Stadtbild und wegen des ruppigen Umgangstons abgewählt. Persönlich habe ich nichts gegen Frau Plenk, aber sie stand eben für das System Zankl und ich stehe dafür, das Stadtbild zu bewahren und die politische Kultur in Passau zu erneuern. das Interview führten Christian Schneider und Barbara Klostermann

9 Politik

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Auf jeden Fall kämpfen wir für einen interessanteren ÖPNV mit stabilen Preisen. Die geplanten Buspreiserhöhungen für 2008 und 2010 müssen


Von Latte Macchiato-Familien und 12,7 Lebenspartnerschaften Die gesellschaftliche Struktur im Wandel der Zeit Vortrag des Trend- und Zukunftsforschers Matthias Horx am 10.06.2008 in Passau einer Bevölkerung ausreicht, um deren Anzahl zu erhalten. Ca. 2055 würde mit 8,9 – 9,2 Mrd. das Menschen-Maximum erreicht sein, wenn sich Afrika stabilisiert. Daher sei es wichtig ein realistisches Bild von Zukunft zu haben. Da Zukunftsforschung keine Individualfrage sei, teilte Horx seinen weiteren Vortrag in drei große Megatrends auf.

Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher (www.zukunftsinstitut.de) Foto: Klaus Vyhnalek

10 Special

Unter dem Motto „Die Zukunftsgesellschaft – Leben, Lieben und Arbeiten im 21. Jahrhundert“ stand die Veranstaltung, die die Wirtschaftsjunioren Passau zusammen mit MLP und der Praxiskontaktsstelle der Universität ausgerichetet haben und dazu den renommierten Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx eingeladen hatten. Das Audimax war trotz herrlichen Wetters bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass sich der Referent schon wunderte, ob Passau denn keine Biergärten habe. Horx begann seinen wegweisenden Vortrag mit einigen Worten zur Globalisierung. Wir befänden uns in einer Ära der globalen Interdependenz. Nicht nur die Demographie unterläge einem Wandel, sondern auch die Finanzkraft der Bevölkerung verschiebe sich. Seit 1950 gäbe es weltweit einen stetigen Trend zur Kleinfamilie. Dreiviertel aller Erdenbewohner leben in dieser Form und haben eine Lebenserwartung von über 60 Jahren. Gleichzeitig werde die Bevölkerung reicher, der Schwerpunkt verlagere sich von Armut in die Mittelschicht, welche 2030 ca. 400 Mio Menschen ausmachen soll. Diese Entwicklung schaffe auch für die Wirtschaft ungeahnte Möglichkeiten. Eine höhere Liquidität der Menschen bedeute erhöhte Kaufkraft und resultiere in erhöhtem Konsumverhalten. Es scheint als ginge es in Zukunft aufwärts mit der Marktwirtschaft. Wichtig sei auch zu sehen, dass die Welt nur noch ganz knapp über der Reproduktionsrate läge, die ausdrückt, inwieweit die gegenwärtige Fertilität

Megatrend eins seien die Frauen, das Erstarken des weiblichen Geschlechts. Es herrsche eine unglaubliche Verschiebungsdynamik zwischen den Geschlechtern, die vor allem in einer Umverteilung der Bildung gipfele. Im Jahr 2000 überstieg das Bildungsniveau der Frauen das der Männer. 1910 habe es weltweit nur 3% Abiturientinnen gegeben. Innerhalb von nur neunzig Jahren wäre die Anzahl der lernwilligen Frauen um ganze 49% gestiegen. 2006 hätten in Deutschland nur 19,9% der Männer das Abitur abgelegt, hingegen aber 26,1 % der Frauen. Diese Zahlen steigen stetig. Spitzenreiter dieser Entwicklung ist Norwegen, wo vor kurzem sogar das Gesetz erlassen wurde, dass 40% aller Aufsichtsräte weiblich besetzt sein müssen. Auch Länder wie der Iran und Saudi-Arabien ziehen nach, jedoch aus dem Grund, dass Männer dort die Bildung nicht nötig haben. Vergleicht man nun die Geburtenrate der Länder, die sich schon an diesen Trend angepasst haben, mit solchen, die diese Form der Emanzipation noch nicht wahrhaben wollen, stellt man Erstaunliches fest: in Ländern mit dem sogenannten Doppelverdienermodell wie beispielsweise Frankreich, Dänemark, Schweden oder auch Island bekommen Mütter deutlich mehr Kinder als zum Beispiel in Deutschland, das sich aber langsam in diese Entwicklung eingliedert. Als Negativbeispiel nannte Horx Norditalien. Dort kommen auf eine Frau durchschnittlich nur noch 1,08 Kinder. Ursache ist, dass es keine Partnerbildung mehr gäbe. Die männliche Tradition mit 35 bei der Mama raus und zur nächsten „Mama“ ziehen, machten die Frauen nicht mehr mit. Im Zusammenhang mit dem Megatrend Frauen, ging Horx auch auf die Partner-Heuristik ein. Wie funktioniert eigentlich die Partnersuche in der modernen Gesellschaft? Ausschlaggebende Kriterien für die Wahl des Partners haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Während bei der agrarischen Partnerwahl auf dem Land Fertilität, Aussteuer und gleiche Schichtzugehörigkeit maßgebend waren, traten bei der industriellen Partnerwahl Kriterien wie Erwerbseinkommen, Verlässlichkeit &Treue und der Charakter in den Vordergrund. Aus dieser Zeit stammen die „Traumschiff-Pärchen“ – Chefarzt heiratet Krankenschwester. In der modernen Wissensgesellschaft zählen Auf-


stiegserwartungen, erotische Attraktivität, Kooperationsverhalten (wie Übernehmen des Wickelns der Kinder nachts um drei) und Empathie-Kompetenz. Diese Art der Partnerwahl bringt unweigerlich starke Lücken mit sich, denn „sie geht sich nicht aus“, wie der Bayer wohl zu sagen pflegt. Dies hat zur Folge, dass Frauen sozial gleichartigen und niedrigeren Männern ein „Upgrade“ verpassen müssen, um diese wieder wettbewerbsfähig zu machen. Resultat der ganzen Entwicklung sei eine „First-Lady-Gap“ und eine „Asbach-Uralt-Lücke“. Weiter zeigte Horx auf, dass statistisch gesehen der 12,7te Lebenspartner derjenige sei, mit dem man glücklich werden würde. One Night Stands zählten mit, sofern man sich an sie erinnern kann. Diese Aussage sei dahingestellt.

Als den dritten Megatrend führte Horx die Wissensökonomie an, den Abschied vom Industriesystem. Die Globalisierung treibt uns nicht aus dem Haus, sondern die Treppe hinauf. Ein Zeitalter des Stress ist angebrochen. Gebildete und kluge

Köpfe haben Vorteile, denn wenn billige Arbeit abwandert an Maschinen und andere Länder, haben die Unterbildeten ein Problem. Das „Old Style Business“, geprägt von Gleichheit vom Auto bis hin zum Style, würde zusehends vom „New Style Business“ ersetzt, dass sich durch Networking kennzeichnet. Es stelle sich demnach die Gretchenfrage der Zukunft, wieviele Menschen in der Wissensgesellschaft hochgebildet sein können und was diese Hochbildung bedeute. PISA-Vorreiter Finnland sei bestes Beispiel für den Aufwärtstrend zur Hochbildungsgesellschaft. Dort haben 95% der Schulabgänger Abitur. McDonalds beispielsweise sei gezwungen sich zurückzuziehen, da sich keine Billiglöhner mehr finden ließen. Der Bildungsbegriff müsse also überdacht werden. Wären ehemals nur Anforderungen wie Status, allgemeines und klassisches Wissen und analytischer Verstand (Bildung 1.0) erfasst gewesen, müssen nun auch die emotionale und kritische Intelligenz, ein kritisches Weltwissen sowie eine strategische Selfness (Bildung 2.0) mit eingeschlossen werden. Gipfeln würde diese Entwicklung in Bildung 3.0, geprägt durch hochgebildete Handwerker, emotionale Ingenieure und praxisnahe Akademiker. Horx schloss seinen interessanten und amüsanten Vortrag mit den Worten Borislav Barlogs: „Fortschritt ist nur möglich, wenn man intelligent gegen die Regeln verstößt.“ von Victoria Pöllmann und Barbara Klostermann Weitere Informationen: Matthias Horx: www.horx.com Wirtschaftjunioren Passau: www.wjpassau.de Besondere Veranstaltungshinweise: 24.07.2008 Deutscher Franchise Preisträger 2007 Joseph Einhell, Fa. Datac Passau 25.07.2008 Vortrag mit Zukunftforscher Pero Micic in Tittling 6.11.2008 Henry Hasselbarth, Fly Emirates Global Player im Luftverkehr - das Geschäftsmodell Emirates

11 Special

Zum zweiten Megatrend erklärte Horx das „Downaging“. Noch vor 70 Jahren waren die damals 40Jährigen optisch vergleichbar gewesen mit den heute 55-Jährigen. Über die Jahre passte sich der Körper jedoch der Lebensweise an. Unser eigenes Verhalten habe einen Einfluss von 75% auf die Alterungsentwicklung des Körpers. Nicht nur die Optik habe sich im Laufe der Zeit verändert, sondern auch die Aufteilung der Lebensabschnitte. Während das Leben eines Menschen im Industriezeitalter klar in drei Abschnitte (Jugend, Arbeit & Familie, Ruhestand) geteilt war, macht es uns das Wissenszeitalter nicht gerade leicht. Jetzt folgen Kindheit und Jugend die Postadoleszenzphase und die Rushhour, eine Zeit in der Arbeits- und Karrierezeit mit Familienplänen in Einklang gebracht werden müssen. Ergänzt durch die sich anschließende Selfnessphase, die bei unglücklichem Verlauf in die bekannte Midlife-Crisis umschwenken kann, mündet die Entwicklung ab einem Alter von etwa 60 Jahren in die Weisheit, einem Euphemismus des Begriffs Ruhestand. Jeder ist im Wissenszeitalter darauf bedacht, sich selbst zu verwirklichen und Karriere zu machen. Eine Folge davon sind „Super-Daddys“ (Männer, die Vaterschaftsurlaub nehmen), „Tiger Ladies“ (autonome Powerfrauen wie Iris Berben), „VIBs – Die Spätkinderkrieger“ (Paare im fortgeschrittenen Alter, die ihr „Megaprojekt Kind“ mit Hilfe von Globuli und Ähnlichem in Angriff nehmen), „Silverpreneure“ (ältere Herrschaften, die nicht aufhören wollen zu arbeiten, den Rentenschein wegwerfen und sich mit Vereinstätigkeiten, Bildung und Weiterbildung die Zeit vertreiben), „Greyhopper“ (Rentner mit dem Lebensmotto „Have fun with 71“, die ambitioniert ihre Freizeit gestalten und mit Vorliebe zu den Stones abrocken) oder „Super Grannys“, die die Erziehung der Enkel übernehmen. Auch die „Latte Macchiato-Familien“ sind ein Phänomen dieser Zeit. Der Begriff bezeichnet Familien, die in Szenevierteln von Großstädten wohnen und viele Kinder haben. Für sie bedeutet eine Familiengründung keine Einbuße von Lebensstandard und Aufgabe der Jugendlichkeit. Im Gegenteil – sie leben weiter Ihr unbeschwertes Latte-Macchiato-Leben statt traditionell in einen ruhigen Vorort zu ziehen.


GDAŃSK, die Meerhauptstadt Ein Überblick über die Stadt Danzig

che Wissenschaftszweige stützen, wie Elektronik, Telekommunikation und Informatik. Der Lebensstandard wird durch die Qualität der natürlichen Umwelt bedingt. In Danzig wird auf die Fragen des Umweltschutzes außergewöhnlich großer Wert gelegt, wovon zahlreiche umweltfreundliche Investitionen zeugen. Die Baudenkmäler Danzigs zeugen von der tausendjährigen Geschichte der Stadt. In Danzig findet man zahlreiche Sehenswürdigkeiten, durch die die Stadt ihre ehemalige Stimmung bewahren konnte.

Danzig (polnisch Gdańsk) ist die Meerhauptstadt Polens, ehemalige Hansestadt in Polen und zugleich ein großes Zentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, ein populäres Zentrum des Tourismus. Die Anfänge von Danzig reichen bis zum Jahr 980, das Stadt- und Hafenzentrum wurde in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts gegründet. Danzig zählt beinahe eine halbe Million Einwohner, ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern und ein wichtiges Verwaltungszentrum. Die Stadt bildet zusammen mit Gdynia und Sopot den Ballungsraum Dreistadt mit mehr als 1.150.000 Einwohnern.

12 Freizeit & Kultur

In dem „goldenen Zeitalter“ war die Stadt eine einzigartige Bürgerliche Republik, ein multikultureller ethnischer Tiegel. Die Atmosphäre der Toleranz, sowie der aus dem Handel fließende Reichtum brachten die Entwicklung der Kultur, Wissenschaft und Kunst mit sich. Historische Ereignisse des Kampfes der Danziger um Freiheit und Gerechtigkeit, die Entstehung der ersten unabhängigen Gewerkschaft „Solidarität“, was zu dem ersten Stein der den Kommunismus in Europa umstoßenden Lawine wurde, sind in der multimedialen Ausstellung „Wege zur Freiheit“ dokumentiert. Diese Momente sind in der Geschichte der Stadt sehr bedeutend. Eine wichtige Rolle spielt hier die einzigartige Branche der Bernsteinbearbeitung. Danzig pflegt die hunderte Jahre alte Tradition in diesem Bereich und aus diesem Grund gewann es den Titel der „Welthauptstadt des Bernsteines”. In den letzten Jahrzehnten wurde die Wirtschaft von Danzig grundsätzlich umgestaltet. Immer höher wird der Anteil der Sektoren, die sich auf sol-

Zum Beispiel die Lange Gasse und der Lange Markt bilden den Königlichen Weg und gehören zu den schönsten Straßen Danzigs. Hier wohnten die reichsten Patrizier Danzigs und fast jedes Bürgerhaus besitzt seine eigene interessante Geschichte. Die ältesten erhalten gebliebenen Häuser entstanden schon im Mittelalter. So auch der Artushof, der nach dem Brand des im 14. Jahrhundert errichtetes Gebäudes seine heutige Gestalt im Jahre 1477 gewann. Dieses Gebäude war der Treffpunkt von Danziger Patriziern. Der Neptunsbrunnen steht vor dem Artushof seit dem Jahr 1633 und ist ein Symbol von Danzig. Die Gestalt des Neptun knüpft an die Bande Danzigs mit dem Meer an. Das Krantor an der Mottlau erfüllte die Funktion eines Hafenkrans und zugleich eines Stadttores. Seine gegenwärtige Form gewann es in den Jahren 1442-1444. In seinem Innern befand sich ein riesiges Holzrad, das mit der Kraft menschlicher Beine bewegt wurde. Der Kran diente nicht nur der Umladung, sondern auch zum Setzen von Schiffsmasten. Bevor das Grüne Tor, dieses repräsentative Bauwerk errichtet wurde, stand dort das älteste Tor Danzigs. Es wurde als Sitz für die die Stadt besuchenden Monarchen vorgesehen. Das Goldene Patrizierhaus ist eines der schönsten Gebäude Danzigs. Es wurde für den Bürgermeister Jan Speymann, einen reichen Kaufmann und gebildeten Kunstmäzen und seine Ehegattin, Judit, geborene Bahr, errichtet. Das Haus entstand vor dem Jahr 1609. Die Frauengasse ist ohne Zweifel eine der schönsten Straßen Danzigs. Sie führt von der Marienkirche bis zur Langen Brücke und wird durch das mittelalterliche Frauentor verschlossen. Sie ist ein prächtiges Beispiel für alte Baukunst Danzigs mit Beschlägen und ihren schmalen, reich verzierten Fassaden der Bürgerhäuser, die einst zu reichen Kaufleuten und


Goldschmieden gehörten. Die malerische Szenerie der Straße inspirierte seit Jahrhunderten Schriftsteller und Maler. Die Marienkirche ist das größte Ziegelwerk in der Welt. Sie entstand etappenweise in den Jahren 1343-1502. In ihrem Innern befinden sich zahlreiche ausgezeichnete Kunstwerke des Mittelalters und des Barocks, u.a. die Pieta aus Stein, die astronomische Uhr oder der Hauptaltar. Die Große Mühle wurde am Kanal der Radaune Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und war die größte Investition des Deutschen Ritterordens in Danzig. Sie vereinigte drei Funktionen: einer Mühle, eines Lagerraums und einer Bäckerei. Die Große Mühle war mit 18 oberschlächtigen Wasserrädern mit dem Durchmesser von 5 Metern ausgerüstet, was eine riesige technische Errungenschaft war. Das Hohe Tor eröffnet den so genannten Königlichen Weg durch die Lange Gasse und den Langen Markt bis zum Grünen Tor. Das Rathaus der Altstadt wurde in den Jahren 1587-1595 von Anton van Obberghen erbaut. Es repräsentiert klassische Merkmale der guten, manieristischen flämischen Baukunst. In seinem Innern blieben allegorische Gemälde aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Danzig hat so viele Werte, dass man sie nur in der Wirklichkeit erfahren kann. Man muss da sein, um diese alle zu sehen und zu erleben.

Dr. iur. Bence Bauer (links), Herausgeber des UP-Campus Magazins, mit Lech Wałęsa (rechts), Friedensnobelpreisträger und früherer polnischer Staatspräsident (19901995), in Danzig Flüge nach Danzig: von München 1x täglich mit LOT Polish Airlines (Direktflug) von Frankfurt 2x täglich mit LOT Polish Airlines (Direktflug) von Hamburg 2x täglich mit LOT Polish Airlines (Direktflug) von Budapest 2x täglich mit LOT Polish Airlines (via Warschau) buchbar unter www.lot.pl

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von Krisztina Tiffán


„Something That Money Can´t Buy“ A Study Trip to London

House of Parliament Die Studienreise hatte das Ziel, Interessierte mit den englischen Einrichtungen der Justiz bekannt zu machen. Folglich bestand ein Großteil der Teilnehmer aus Jurastudenten, die sich zusätzlich um das Diploma in English Law bemühen oder eine Fachspezifische Fremdsprachen Ausbildung in Englisch machen.

Palace of Westminster Ein Flug von München nach London dauert im Regelfall etwa eine Stunde. Eine Busfahrt hingegen etwas länger, etwa 18 Stunden. Besonders, wenn sie in Passau am ZOB beginnt und im Londoner Stadtteil Feltham endet. Gar nicht weit von Feltham liegt Heathrow Airport, einer der vier Londoner Flughäfen. Auch wenn das Ganze eine Studienfahrt war, sollte man besser das Flugzeug nehmen.

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Die von Mr. Andrew Otto organisierte Reise fand dieses Mal in der letzten Woche vor dem Start des Sommersemesters mit über 40 Teilnehmern statt. Sie führte über Belgien und Frankreich unter dem Ärmelkanal durch nach Dover und von dort aus nach London. Auf dem Rückweg machte man noch in Lincoln und Hull (der Geburtsstadt von Mr. Otto) halt, von Hull ging es per Fähre zurück aufs Festland. In London leben über 7,5 Mio Menschen, davon pendeln täglich ca. 5 Millionen aus dem Londoner Umland in die Stadt. Der Einzugsbereich reicht z.B. bis Dover. Die Rushhour macht ihrem Namen daher alle Ehre. Der Verkehr ist ständig im Fluss und scheint kein Ende zu nehmen. Er hat auch seine eigenen Regeln. Nicht nur der Linksverkehr stellt da anfänglich ein Problem dar. Es wird gedrängelt, Motorradfahrer zwängen sich in waghalsigen Manövern durch Lücken im Verkehr und schaffen sich so ihren Patz. Fußgänger gehen bei Rot über die Ampel. Alles ganz normal - und: es läuft. Wie sich der Verkehr im Inneren Londons verdichtet, so verdichtet sich der Müll in den Vororten und weniger noblen Vierteln der Stadt. Man kann also schon anhand der Tatsache „viel Müll, wenig Verkehr“ sagen, dass man sich nicht mehr im Zentrum befindet. Glücklicherweise führte der Study Trip nicht in die wirklichen Elendsviertel – wer weiß, wie es dort erst aussehen mag.

Der erste und absolute Höhepunkt des Aufenthalts lag im Besuch des Englischen Parlaments. Dieses ist aufgeteilt in das Oberhaus (House of Lords) und das Unterhaus (House of Commons). Man wandelt hier auf den Spuren von vielen hundert Jahren englischer Geschichte. Die Zeit scheint dort beinahe still zu stehen. Hier finden sich Spuren einer Macht, welche sich einst um einen bedeutenden Teil des Globus spannte, ausgeübt durch Aristokraten und später Volksvertreter. Die gediegene Atmosphäre und der schwere fremdartige Geruch vermitteln den Eindruck, eine Reise durch die Epochen gemacht zu haben. Nur sehr wenige Innovationen, wie Mikrofone oder ein Flachbildschirm, die bewusst unauffällig gehalten sind, verraten, dass man sich im 21. Jahrhundert befindet. Tradition wird in Westminster noch großgeschrieben. Dort gilt sie noch nicht als unangebracht oder veraltet. Werte und Überlieferungen werden gepflegt und weitergegeben. Vieles ist noch im Originalzustand. Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs wurden mit Hilfe von Mitgliedern des Commonwealth of Nations restauriert. Hartnäckig wehrt man sich im Unterhaus bis heute gegen ein modernes Abstimmungssystem. So gehen auch heute noch die Parlamentarier durch eine Türe, wenn sie in einer Abstimmung dafür und durch eine andere Türe, falls sie dagegen stimmen möchten. Auch bei der Archivierung der Abläufe der Sitzungen im Parlament verfährt man altmodisch. Im Gegensatz zum deutschen Bundestag werden dort keine Tonband- bzw. Audio-Mitschnitte erstellt, sondern jedes gesprochene Wort wird in Büchern festgehalten. Seit einiger Zeit werden diese

Tower Bridge


Treffen mit einem Lord Wirklichen Seltenheitswert hatte jedoch das exklusive Treffen mit Lord Roger. Mr. Otto hatte seine Beziehungen spielen lassen und der Gruppe damit den einzigartigen Besuch verschafft. Seine Vorankündigung: „Something that Money Can´t Buy...“ war zutreffend. Auf Grund der bevorstehenden Veränderung im Oberhaus, die in der Ausgliederung des höchsten englischen Gerichts bevorsteht, wird es nicht wieder zu einem solchen Meeting kommen. Die höchsten Richter Englands sind Aristokraten. Oftmals wird ihnen eine gewisse Weltfremdheit vorgeworfen. Diesem harschen Vorurteil soll hier entgegen gewirkt werden, denn Lord Roger nahm sich für die Reisegruppe aus Passau eigens Zeit und erklärte den Ablauf, Inhalt und Zweck der bevorstehenden Verhandlung. Gegenstand dieser war die Frage, ob die Verurteilung eines Angeklagten nur durch die Aussage anonymer Zeugen möglich ist. Nach einer kurzen Fragestunde verabschiedete er sich, sein Ziel: ein Gerichtssaal. Auch diese sind in den Farben und dem Stil des Oberhauses gehalten. Edles dunkles Holz kombiniert mit rotem Samt und Leder, riesige Gemälde – fast wie in einem Salon. Dazu der selbstverständliche und äußerst wohltuende, sehr vornehme Umgangston. Doch nicht nur der Umgangston, auch die Mode vor englischen Gerichten ist anders. Die Anwälte treten in Roben und mit Perücken aus Pferdehaar auf. Sich besonders verdient gemachte und erfolgreiche Anwälte mit dem Zusatz Q.C. tragen seidene Perücken. Eine Ausnahme bilden die Lords, Englands höchste Richter, die auf eine besondere Garderobe verzichten und in feinsten Anzügen ohne Kopfbedeckung erscheinen. Diese Tradition besteht seit über 300 Jahren, viele der Perücken werden von Generation zu Generation weitergegeben und haben eine Lebensdauer von über 100 Jahren. Je älter, desto begehrter sind diese gerade bei jüngeren Anwälten. Sie sind ein Symbol für Erfahrung und Weisheit. Seit dem Tod von Königin Anne anno 1714 tragen die Anwälte nur noch schwarz. Die Zeit scheint hier tatsächlich auf gewisse Weise still zu stehen. Hier herrscht noch die alte Schule.

Crown Court und Magistrates´ Court Auch Besuche bei einfacheren Gerichten standen auf dem Programm. Eine Faszination, wie sie vom House of Lords ausgeht, bieten diese bei weitem nicht. Die über ganz England und Wales verteilten 90 Crown Courts existieren seit 1971. Verhandelt werden hier schwerwiegendere Straftaten und Berufungsanträge. Ganz unten, an den Magistrates´ Courts hat man es mit Klein- und Kleinstkriminellen zu tun. Treffender ist wohl der etwas scharf anmutende Ausdruck „Gesindel“ . Dort werden Drogendelikte, Diebstähle, Vergehen im Straßenverkehr,... verhandelt. Einzig interessant und zugleich völlig unverständlich mag einem die Tatsache vorkommen, dass die drei hier urteilenden „Richter“ keine Juristen sind. Vom englischen Rechtssystem sind den Meisten die Geschworenen als Nichtjuristen bekannt. In diesem Falle sind es aber ebenso die Rechtssprechenden, die sich lediglich einem Rechtskundeunterricht unterzogen haben und ehrenamtlich als Richter tätig sind. In ihrer Tätigkeit unterstützt sie ein anwesender Jurist, dem maximal eine beratende, womöglich korrigierende Funktion zukommt. Zumeist verlassen sich die Laienrichter bezüglich ihrer Urteilsfindung auf eine Art Handbuch, etwa so stark wie die gelben Seiten, doch scheinbar ausreichend. Die Magistrates bezeichnen sie als die „Bibel“. Ohne sie wären sie nicht fähig ein Urteil zu fällen. Hintergrund ist das Prinzip der sich selbst richtenden Gesellschaft, die am besten über die lokalen Problematiken Bescheid wissen sollte. Die Rollen in diesem Gericht scheinen jedoch klar verteilt: oben die Mittelschicht – unten die Unterschicht. Die Sprache der Be- und Angeklagten ist ebenso „unterirdisch“. Roben oder gar Perücken trägt dort niemand. Kunst und Kultur Wenn man von Gerichten, Verhandlungen und den (Klein-) Kriminellen, welche sich vor Gericht zu verantworten haben genug hat, so findet man Zeit sich der kulturellen Seite Londons zu widmen.

City Tower

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als Dokumente im Internet veröffentlicht.


Äußerst empfehlenswert sind der Besuch an der Royal Academy of Arts, der Royal Academy of Music, des Design Museums, der Kinoteka, der British Library und der Tate Modern. Die hier aufgeführte Tate Modern zeigte zum Zeitpunkt des Aufenthalts eine Sonderausstellung über die Künstler DuChamp / ManRay / Picabia und der Parallelen in ihren revolutionären Arbeiten. Dazu bietet dieses Museum freien Eintritt für seine Dauerausstellung der Modernen Kunst, der collection of international modern and contemporary art from 1900 to the present day. Um die dort ausgestellten Werke von Beuys, Kandinski, Lichtenstein, Monet und anderen besichtigen zu können, sollte man sich einen halben Tag Zeit nehmen. Das Museum residiert seit Mai 2000 in dem ehemaligen Kraftwerk Bankside Power Station (mit 180 Meter Länge), welches durch das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron umgebaut wurde. Wer mit moderner Kunst nichts anzufangen weiß, dem sei ein Besuch in Westminster Abbey, St. Paul´s Cathedral oder dem Globe Theatre angeraten. Vor 10 Jahren wurde das Theater Shakespeares im Stile des Elisabethanischen Originals von 1599 wieder aufgebaut. Es erfreut sich seitdem wieder größten Zulaufs interessierter Touristen und theaterbegeisterter Londoner.

lich von London. Mit der über 2000 jährigen Geschichte, die auch römisch geprägt ist und einer 1000 Jahre alten Kathedrale, in der einige Szenen für den Film The Da Vinci Code entstanden, sowie einem der vier erhaltenen Exemplare der Magna Carta Libertatum von 1215 stellte diese den finalen Höhepunkt der Reise dar. Fazit Fraglich bleibt der Nutzen eines solchen Study Trips, so lange man nicht Diploma Student ist. Besuche bei englischen Gerichten sind interessant, da sich das Rechtssystem in England und Wales grundlegend von unserem deutschen unterscheidet. Vorteile für Teilnehmer einer Fachspezifischen Fremdsprachen Ausbildung (hier: FFA Englisch für Juristen) resultieren aus diesem Study Trip wohl in geringerem Umfang. von aw

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Sehr schön ist die auf dem Rückweg besuchte Universitätskleinstadt Lincoln, 145 Meilen nörd-


Passaus ehemals schönstes Freibad

„Erholung Deiner Nervenkraft Dir Schneider´s Strandbad Stromläng schafft!“

Mit diesem Slogan wurde das einstige „Schneider Bad“ auf Postkarte und Plakaten beworben. Das Bad galt von den 30er bis in die 60er Jahre als schönstes Freibad Passaus. Selbstverständlich waren die Auflagen und Ansprüche für ein damaliges Freibad nicht so hoch wie heute, aber eine Wasserrutsche, „Rundfunkkonzerte“ (Radio) und eine aufgestaute Ilz reichten völlig aus, um die Freizeit der Bewohner, der Stadtteile Grubweg, Hals und Altstadt zu füllen. Die Euphorie nahm jedoch mit dem Bau des ehemaligen „Bschütt-Bad“ ab und das Ilzgrundstück verlor zunehmend an Beachtung.

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von Barbara Klostermann

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So entschieden sich im vergangenen Monat die beiden JU-Vorstandsmitglieder, Stefan Ostermaier (23) und Franz Küblbeck (27) mit einem Antrag an die Stadt Passau das „SchneiderBad“ wieder zu reaktivieren. „Es geht eigentlich nur um die regelmäßige Pflege des Grundstücks und der Errichtung eines Einstiegs mit Handlauf“, so die beiden JU-Mitglieder. Das Ziel wäre eine ruhige, schattige, idyllische Liegewiese mit traumhafter Lage und einer Erfrischungsmöglichkeit am vorbeifließenden Fluss. Im Vordergrund sollte die Naherholung stehen. Je nach Nachfra-

ge muss man abwarten wie stark das Grundstück saniert werden muss. Anfangs wäre es möglich, die Toiletten des gegenüberliegenden Gasthauses „Zur Stromlänge“ zu nutzen, versicherte der Wirt Thomas Schneider (33), dessen Urgroßvater der einstige Namensgeber des Schneider Bades war. Und wenn die Nachfrage zu groß wird, dann könnte man die gegebene Infrastruktur (Kanalanschluss, Strom, etc.) auf dem Grundstück nutzen. Somit hielten sich die Kosten im Rahmen und einer neuen Möglichkeit zur Ruhe zu kommen, stünde nichts mehr im Wege. Es wird sich also in den kommenden Wochen herausstellen wie der städtische Ausschuss für Schule, Sport und Freizeit entscheiden wird. Fakt ist, dass dies eine einmalige Bereicherung für Jung und Alt, zu einem geringen Aufwand wäre.


Studentische Gedanken „Der verkannte Nutzen der Nacht“

Schlaf – wer braucht dich schon? Man könnte doch so viel mit der Zeit machen, die darauf verwendet wird, leblos in Federn zu vegetieren. Ich könnte doch lernen, oder mich endlich mal meinem Hobby widmen, für das bei all dem Lernstress keine Zeit mehr bleibt. Eine weitere Möglichkeit wäre endlich einmal Sport zu machen – oder Geld zu verdienen, das man dann am Vorabend des nächsten Tages vorwiegend in Promille anlegen kann. Es könnten noch mindestens tausend andere Dinge genannt werden, die sich besser eignen würden, die Nacht zu nutzen, als der Schlaf, der das wofür tagsüber keine Zeit bleibt mit Verschwendung veredelt. Doch leider gibt es da ein Problem – einer steht diesen Plänen im Weg: der eigene Körper. Alles wäre so schön, würde er nicht regelmäßig nach dieser sinnlosen Zeitverschwendung, „Schlaf“ genannt, verlangen. Endlich könnte alles zeitlich aufgehen, so viel mehr könnte gemacht werden. Doch nein: Aus Protest wird der Körper müde, schlapp und kraftlos. Auch auf Gegenmittel wie Kaffee, Cola oder diverse andere Wachmacher reagiert er mit der Zeit spottend ignorant. Was soll man da noch machen? Es bleibt wohl nur eine Möglichkeit, dem zu entgehen. Eine kleine, doch so auf der Hand liegende Möglichkeit. Kaum zu übersehen – ganz einfach: Schlafen. So leid mir’s auch tut. von Victoria Pöllmann

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UP-Campus Magazin 2/2008