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- Zeitschrift der Passauer Publikationen Gruppe politisch, unabhängig, kostenlos

UPMagazin

- Campus

Die St. Stephans-Basilika in Budapest im April 2006

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Ausgabe II / 2006

Themen: Fundraising an der Uni Passau Rückblick EDS-Seminar in Madrid Zeitgenössische Lyrik Mozart und Österreich Rezensionsforum uvm.

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Editorial Liebe Freunde des UP-CampusMagazins, pünktlich zur schönen Jahreszeit erscheint das neue, hochaktuelle UP-CampusMagazin. Wir sind froh, Euch diese Ausgabe vorstellen zu können. Die 2. Ausgabe im 3. Jahrgang – das ist zudem die zehnte Ausgabe! Was als experimentierfreudiges Unternehmen begann, hat sich etabliert und gefestigt, bewährt und bewahrheitet – nunmehr schon zum zehnten Male. Wir haben einige Neuerungen durchgeführt und wollen das Magazin noch spannender und unterhaltsamer, noch aktueller und treffsicherer machen. In dieser Ausgabe finden sich sowohl Themen, die unsere Alma Mater berühren, als auch Einblicke in Studenten und ihre Organisationen, in die Welten östlich von Passau und natürlich in unser bekanntes Rezensionsforum, welches wir nun fest verankern wollen. Es haben sich aber auch einige Änderungen in der Redaktion ergeben: Unser wohlverdienter und erfolgreicher Chefredakteur Martin Reichinger geht in „Ruhestand“, um sich voll und ganz auf den Abschluss seiner Promotion vorzubereiten. Er hat auch ein höchstaktuelles und kurzweiliges Buch herausgegeben, das wir in dieser Ausgabe besprechen. Martin erfüllt daneben noch einen Lehrauftrag und widmet sich ganz der Wissenschaft. Er bleibt uns aber freundschaftlich verbunden. Danke, Martin!

Bence Bauer Herausgeber Vorsitzender PPG

Dr. Florian Hartleb Herausgeber Stellvertretender Vorsitzender PPG

Johannes Pinkl Stv. Chefredakteur UP-CampusMagazin

Impressum 10. Ausgabe des UP-CampusMagazins (3. Jahrgang, 2. Ausgabe), Ausgabe 2/2006 (Frühjahr 2006, erschienen im April 2006) Auflage: 2000 Stück in Passau, Druck: Wolf Plusz Kft. Budapest, Verlag: Passauer Publikationen Gruppe Herausgeber: Chefredakteur: Stv. Chefredakteur: Gesamtkonzept: Redaktion: Freie Mitarbeiter: Gastbeiträge: Abbildungen: Anzeigenleitung: Vertriebsleitung: Technische Leitung:

Bence Bauer und Dr. Florian Hartleb N.N. Johannes Pinkl Christoph Stöß Bence Bauer, Dr. Florian Hartleb, Conny Kummer, Johannes Pinkl, Florian Steidl, Christoph Stöß Alexander-Frank Paul, Charlotte Platz, Marleen Relling, Mario Walther Martin Hoeck, Zoltán Attila Sáska Bence Bauer, Zoltán Attila Sáska, Florian Steidl Stefan Haßfurter, Ulrich Sommer Ulrich Sommer Christoph Stöß

Die Verantwortung im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) tragen die Herausgeber. Alle namentlich gekennzeichneten Artikel spiegeln die Meinung des Verfassers, nicht die der Redaktion oder des Herausgebergremiums wider. Ein herzlicher Dank gilt allen Inserenten! Kontakt:

Passauer Publikationen Gruppe Hausdorffstr.35-53, 53129 Bonn, Tel.: +49 2534 5399-00, Fax: +49 2534 5399-01, Email: info@ppg-online.de

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Editorial

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir sind offen für neue Mitarbeiter, neue Ideen, neue Unternehmungen. Gastbeiträge und Kommentare, Glossen… alles was einfällt und gefällt! Alles Nähere sowie Kontaktdetails auf www.ppg-online.de, wo sich neben einem Download aller bisherigen Ausgaben des UP-CampusMagazins auch Leseproben der insgesamt nun schon acht Wörterbücher der Passauer Publikationen Gruppe finden. Viel Spaß beim Lesen!


Uni P., 28, sucht spendable Partner

Fundraising, Sponsoring und Public Private Partnership - ein Lagebericht aus der Chefetage

Fundraising

Prof. Dr. Walter Schweitzer sehnt sich nach einer festen Bindung - weniger in emotionaler, als vielmehr in professioneller Hinsicht: Sponsoring, Fundraising, Public Private Partnership - dieser anglizistische Dreiklang charakterisiert ein einfaches Problem, nämlich die brennende Sorge um das liebe Geld. Die Universität Passau ist auf der Suche nach großzügigen finanziellen Unterstützern, die den Hochschulhaushalt speisen mit Drittmitteln - an konkrete Projekte gebundene oder zur freien Verfügung überlassene Geldbeträge von privater bzw. öffentlicher Hand. Die notorisch leeren Staatshaushalte haben die Gezeiten zum Stillstand gebracht: Seit Jahren herrscht Ebbe in den Etats der Hochschulen. An dieser Stelle liegt der Grund allen Übels und die Ursache des jährlichen Wehklagens der Hochschulleiter. Und der Blick in die Zukunft offenbart keine blühenden Landschaften - im Gegenteil; bei einer realistischen Einschätzung der kommenden Jahre werden sich die Bauchschmerzen der Universitätsleitungen zunehmend ver-schlimmern. „Nach aktuellen Prognosen wird die Zahl der Studierenden an der Universität Passau bis etwa 2012 um etwa 25 Prozent zunehmen“ gibt Schweitzer zu bedenken, an Studiengebühren führt also kein Weg vorbei. „Trotz dieses zusätzlichen Kapitals werden wir weiterhin und verstärkt größte Bemühungen zur Einwerbung von Drittmitteln anstellen“, entgegnet aber Ludwig Bloch, Kanzler der Universität Passau, Spekulationen, dass sich die Hochschule aus ihrer Ver-antwortung stehlen werde. In Anbetracht der aktuellen Lage besteht akuter Handlungsbedarf, den die Hochschulen in Eigeninitiative realisieren müssen. „Wir sind auf Drittmittel angewiesen, um die universitäre Ausbildung sicherzustellen und den Studierenden über das Pflichtprogramm hinaus etwas bieten zu können“, so Schweitzer. Mit einer Intensivierung der Anstrengungen um Gelder aus dritter Hand ist die Universität Passau definitiv gut beraten, denn die in der Öffentlichkeit meist unterschätzte Bedeutung von Drittmitteln ist enorm. Eine zunehmend externe Finanzierung erhöht die Autonomie und Freiheit einer Hochschule und verbessert deren Position im Wettbewerb mit anderen Hochschulen, denn auf Dauer werden sich die Einrichtungen durchsetzen, die den Studierenden die besten Bedingungen bieten können. Ein bedeutender Aspekt liegt in dem Gedanken, dass vor allem durch private Unterstützung Bande geknüpft werden, die den Aufbau eines umfassendes Netzwerks zwischen Hochschule, Praxis, Alumni und Studierendenschaft ermöglicht, von dessen Gegen-

seitigkeitsverhältnis letztendlich alle Glieder profitieren können. In den Vereinigten Staaten hingegen gehört diese Erkenntnis längst zum Hochschulalltag. Allein das jährliche Privatspendenvolumen lässt sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf 24 Milliarden Dollar beziffern. Der Grund ist ebenso einfach wie nachvollziehbar: Die US-Universitäten haben den Bereich des „Fundraising, Sponsoring, Public Private Partnership“ stark professionalisiert. „In den USA herrscht einfach eine andere Mentalität“, versucht Prof. Schweitzer den Kopf der deutschen Universitäten aus der Schlinge zu ziehen. Es will ihm nicht so recht gelingen - zu einfach, zu stereotyp. Doch letztendlich bringt es die traurige Tatsache zum Ausdruck, dass es den deutschen Universitäten bislang (noch) nicht gelungen ist, im Zusammenspiel mit Politik und dem privaten Sektor, einen Wandel herbeizuführen. Von einem amerikanisch-astronomischen Budget aus öffentlichen und privaten Zuwendungen können Prof. Dr. Walter Schweitzer und Ludwig Bloch nur träumen. „Passau ist nicht Harvard oder Stanford“, entgegnet Prof. Schweitzer energisch, als würde irgendjemand an dieser Wahrheit zweifeln. Doch wer selbst den Anspruch formuliert, einer gewissen Elite anzugehören, muss die deutliche und aussagekräftige Sprache der Zahlen akzeptieren - zur Not auch gegen sich. Die Entwicklung der Drittmitteleinnahmen an der Universität Passau scheint einer Erfolgsgeschichte zu gleichen: Während 1984 umgerechnet 404.000,- EUR eingenommen wurden, waren es 1994 2,3 Mio., um 2004 das Allzeithoch von 4,6 Mio. EUR zu markieren. Der Anteil der Drittmittel am Gesamthaushalt der Universität Passau unterstreicht dies. Diese Kennziffer kletterte fortlaufend von 1,7 % (1984) über 6,0% (1994) und 7,0 % (2000) bis zur vorläufigen Bestmarke von 9,47 % (2001), und erreichte nach einem Rückgang in den Jahren 2002 (8,8 %) und 2003 (7,9 %) mit 9,46 % im Jahr 2004 wieder annähernd den Höchstwert. Unter Berücksichtigung des geringen Alters der Universität Passau und der für die Drittmitteleinwerbung relativ ungünstigen Fächerstruktur hat die bisherige Finanzierung von außen folglich den Stempel „Erfolgsgeschichte“ gerade noch verdient - jedoch unter der Voraussetzung, dass die Bemühungen zur kontinuierlich positiven Entwicklung in diesem Bereich fortgesetzt und intensiviert werden. Die Bereitschaft dazu ist vorhanden. „Wir wollen unsere gezielten An-

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Not macht bekanntlich erfinderisch und so bemüht sich die Universitätsleitung bei der Einwerbung von Drittmitteln zukünftig neue Wege zu gehen. „Wir müssen uns nun verstärkt auf das private Kapital konzentrieren und in diesem Bereich deutliche Akzente setzen“, zeigt sich Ludwig Bloch überzeugt. Um dieses ehrgeizige Vorhaben endlich anzugehen, führte eine Beratungsagentur im vergangenen Jahr eine umfassende Image- und Wettbewerbsanalyse der Universität Passau durch, auf deren Basis eine Fundraising-, Sponsoring- und Private Public Partnership-Kampagne ausgearbeitet wurde. In den kommenden Monaten soll das theoretische Konstrukt seine praktische Effizienz unter Beweis stellen. „Wir sind eine international kooperierende, interkulturell ausgerichtete, leistungs- und praxisorientierte, gut ausgestattete, innovative, moderne Campusuniversität“, formuliert der Rektor selbstbewusst die Faktoren, die das attraktive Bild der Universität Passau prägen. Daher will man sich - gestärkt durch das Urteil von Führungskräften, Hochschulrankings und das Ergebnis der Analyse - mit breiter Brust auf den Weg zu potentiellen Spendern, Stiftern und Sponsoren machen. „Unsere Hauptzielgruppe ist die Wirtschaft“, gibt der Rektor den Kurs vor. Damit ist klar: Nun hat auch eine staatliche Institution das schier endlose Potential des Feldes erkannt, das Fußballvereine bereits vor Jahren erfolgreich erschlossen haben. Die Anschläge an den schwarzen Brettern belegen, dass die Universität ein lukratives Pflaster ist. Zahlreiche Firmen strömen auf den Campus, um sich zu präsentieren und professionellen Nachwuchs für die eigenen Reihen zu rekrutieren - sei es durch Eigeninitiative, sei es

auf Einladung von Lehrstühlen, Fachschaften oder Hochschulgruppen, sei es durch die Praxiskontaktstelle im Rahmen der Veranstaltung „Campus meets Company“ oder dem regelmäßig stattfindenden „Career Talk“. Die Universität - eine vielversprechende Plattform für die Wirtschaft, doch Gegenleistung? Meist Fehlanzeige! „Wir verkaufen uns hier klar unter Wert“, sagt Schweitzer, „doch wenn wir die Hände aufhalten, kommt niemand mehr“. In Anbetracht dieser Tatsache können sich Kanzler und Rektor glücklich schätzen, dass die Universität Passau durch den Neuburger Gesprächskreis mit mittlerweile über 120 regional verankerten wie auch national und international renommierten Unternehmen eng kooperiert. Sichtbarstes Zeichen der Vergangenheit für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Einrichtung eines Stiftungslehrstuhls an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät - finanziert durch eine auch aus der Fernsehwerbung bekannte Bank. Wie viel sollen die Namensrechte am Audimax kosten? „Schon einige Hunderttausend Euro“, antwortet Schweitzer direkt mit einem souveränen Lächeln - er meint es ernst, die Universität scheint gewappnet. Eine weitere externe Finanzquelle sehen - nach dem Vorbild der USA - nun viele Universitäten in den Alumni. „Auf diesem Feld fand bis vor wenigen Jahren fast gar keine Bewegung statt“, weiß Prof. Schweitzer. Durch die Gründung des Ehemaligenvereins der Universität Passau e.V. im Jahr 1990 fand auch der in der Satzung zugrunde gelegte Förderungsgedanke Einzug in die Köpfe der Absolventen. „Die Ehemaligen müssen langfristig an ihre Alma Mater gebunden werden“, sagt Bloch mit Nachdruck, „- nicht nur, aber auch unter einem finanziellen Blickwinkel“. Bei Bewerbungen tragen Ehemalige ihre Abschlusszeugnisse wie Heiligtümer auf die Schreibtische der Personalchefs und mit dem Blatt Papier häufig auch den Stolz auf ihre akademischen Wur-zeln. Doch wie viel ist den Alumni ihre wissenschaftlicher Reifeprozess wert, wenn sie noch Diplom oder Staatsexamen den Schoß ihrer Alma Mater verlassen? Die Antwort scheint in einer neudeutschen Weisheit verborgen: „Geiz ist geil“. „Ich nehme diese moderne Floskel gar nicht erst in den Mund“, weigert sich Ludwig Bloch entschieden. Des Kanzlers Widerspruch erblasst im Angesicht der eindeutigen Sprache der Zahlen. „Die Förderung durch Alumni steigt stetig, seitdem sie ihre Interessen in einem Verein bündeln“, beschreibt der Rektor die Entwicklung, die auch in Zukunft anhalten soll, und der Kanzler fügt beinahe bedrohlich dazu: „Wir werden die Absolventen im Auge behalten“. Das Thema „Drittmittel“ ist in Zeiten klammer Kassen allgegenwärtig in der deutschen Hochschullandschaft. Das Wochenmagazin „Die Zeit“ widmete dieser Angelegenheit und erstellte in Zusammenarbeit mit dem Centrum für Hoch-

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Fundraising

strengungen um die Akquise von forschungsbezogenen öffentlichen Zuwendungen deutlich intensivieren“, weißt der Rektor auf ein „Programm zur Steigerung von Drittmitteleinwerbungen“ hin, das vom Leitungsgremium der Universität im Jahr 2004 beschlossen wurde. Das Angebot ist zweifelsfrei vorhanden, denn die Behörden der unterschiedlichen Verwaltungsebenen, vom Freistaat Bayern über den Bund bis zur Europäischen Union, sowie insbesondere die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bieten hervorragende und attraktive Förderungstöpfe. Doch sei der Wettbewerb, so Schweitzer, wegen des großen Renommees für eine Universität, die sich mit dem Zuschlag für ein beworbenes Projekt schmücken könne, enorm hart. Für Passau anscheinend zu hart, denn die geringe Ausbeute spricht Bände. „Passau steht bei der DFG ganz schlecht da“, zeigt sich Prof. Dr. Schweitzer sichtlich ernüchtert. Sein kritischer Blick richtet sich auf die einzelnen Fachbereiche: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass die angebotenen öffentlichen Forschungstöpfe viel zu wenig in Anspruch genommen werden“.


Fundraising / Gedicht

schulentwicklung und dem Deutschen Fundraisingverband eine repräsentative Studie. Das ernüchternde Ergebnis: „„Ein professionelles Fundraising braucht Fachwissen, Geld und Leidenschaft. An deutschen Universitäten fehlt - bis auf wenige Ausnahmen - alles“. Das will die Passauer Universitätsleitung nicht auf sich sitzen lassen. „Das Fachwissen haben wir uns von außen geholt und die Leidenschaft ist auch vorhanden“, entgegnet Prof. Dr. Schweitzer, dem lediglich die Anschubfinanzierung Sorgen bereitet. Rektor und Kanzler sind vom Erfolg der noch jungen Kampagne überzeugt. „Dauerhaftigkeit, inhaltliche Stärke, Kompetenz und das nötige Personal sind die Schlüssel zum Erfolg“, zeigt sich Ludwig Bloch siegessicher.

„In der Vergangenheit war die Erlangung von Drittmitteln allzu oft von Zufällen abhängig“, räumt Schweitzer (selbst-)kritisch ein und mahnt, dass in diesem für eine Hochschule derart essentiellen Bereich ein hohes Maß an Systematik erforderlich sei. In Anbetracht der Positionierung und der getroffenen Maßnahmen zeigt sich der Rektor zuversichtlich: „Wir dürfen nicht mutlos werden, wenn der Erfolg einmal ausbleibt. Selbst wenn uns nur fünf Prozent eine Zusage erteilen, hat sich der Aufwand gelohnt“. von Johannes Pinkl

Zoltán Attila Sáska

Siebenbürgen(Ars Poetica)

Der Ort an dem ich ward geborenDer Ort an dem ich ward erzogenDer Schneemann im Sommer sich sonnt´ Bis in den schneeverwehten HorizontIch sog in mich der Tannen Düfte, In Dir spür´ ich des Himmels Lüfte6. Oktober 2005

Zoltán Attila Sáska, stammt aus Siebenbürgen, Jurastudium in Mannheim und Budapest (Katholische Péter Pázmány Universität), Gründungsmitglied und Internationaler Sekretär von IKSZ Ungarn (Bund junger Christdemokraten)

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Mit den European Democrat Students in Madrid

Florian Steidl, Bence Bauer, Gracie Seif, José Maria Aznar

Prominente Sprecher, wie zum Beispiel Gustavo de Arístegui, Sprecher für ausländische Angelegenheiten der PP-Fraktion (Partido Popular) im spanischen Parlament und Jaime Mayor-Oreja, Mitglied des Parlaments und Leiter der spanischen PP-Delegation im Europaparlament, informierten die Studenten sowohl über den religiösen als auch den politischen Terrorismus, insbesondere innerhalb Spaniens, und betonten, dass man gegen den islamischen Terrorismus jeder Art aktiv vorgehen müsse und dass man „nicht tolerant gegenüber Intoleranz“ sein dürfe. Höhepunkt dieses politischen Treffens war eine Zusammenkunft mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Spaniens, José Maria Aznar. Der prominente Konservative bekräftigte die Bedeutung, unsere westliche, freiheitliche Zivilisation gegen den islamischen Fanatismus zu verteidigen. „New York, Madrid, London – das sind wir“ lautete das tiefe Bekenntnis zur abendländischen

Wertegemeinschaft. Es gelang dem Team vom UP-CampusMagazin, mit Aznar persönlich ins Gespräch zu kommen und ihm insbesondere zu versichern, dass auch Deutschland und die neue Regierung unter Angela Merkel entschieden die Verteidigung der Freiheit gegen die Unfreiheit als vorrangiges Ziel ansieht.

Am letzten Abend fand noch ein Gala-Dinner statt, zu dem auch Mr. Antonio López-Istúriz, Mitglied des Parlaments und Generalsekretär der EVP, eingeladen wurde. Dieser betonte in einer Ansprache noch einmal die Wichtigkeit des politischen Engagements von Studenten und ermutigte diese, sich aktiv in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen. Zusammenfassend können wir sagen, dass wieder einmal klar geworden ist, wie prävalent die aktive, entschlossene Verteidigung unserer westlichen Schicksalsgemeinschaft ist. Europa und Amerika können den Kampf der Kulturen nur gemeinsam gewinnen – für die Freiheit, für die Toleranz, für die Menschenrechte, für die Demokratie! von Charlotte Platz, Marleen Relling und Florian Steidl

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EDS in Madrid

Am Anfang des Jahres trafen sich vom 21.02. bis 26.02.2006 ca. 80-90 politisch engagierte Studenten aus ganz Europa in der spanischen Kapitale zu einem Seminar der European Democrat Students. Das Treffen stand unter der Thematik des Terrorismus und der Immigration und deren besondere Verknüpfungen.


„Alles Mozart!“

„Alles Mozart!“

Der überzogene Werbewahn um einen 250jährigen Jubilar den Kühlregalen der Supermärkte finden lassen. Im SouvenirShop „Mostly Mozart“ in Wien kann man neben Suppenlöffeln und Figuren nahezu jeden Gebrauchs- und Luxusartikel mit Mozart- Bezug erwerben. Kurzum: Die Offerten reichen für jeden.

Neulich beim Einkaufen im Edeka-Stadtmarkt. An der Kasse zahlte ich mit einer österreichischen EinEuro-Münze. Darauf abgebildet war ein Kopf. Wer hat sich schon mal ernsthaft damit beschäftigt, wer der Mensch eigentlich ist, dessen Konterfei die Ein-Euro-Münzen unseres Nachbarlandes ziert? Die Antwort ist nicht schwer, denn der Mann ist eines der bekanntesten Söhne Österreichs: Er heißt Johannes Chrysostomus Amadeus Wolfgangus Sigismundus Mozart. Ein Name, in dem Musik steckt. Das Wunderkind ward geboren 1756 in einem zu Berühmtheit gelangten Haus in der fürstbischöflichen Salzburger Getreidegasse. Mozart oder Amadé, wie er sich selbst gerne nannte, lebte in einer schnelllebigen, experimentierfreudigen und innovativen Zeit, in einer Epoche der vernetzten Supraethnizität Europas im Spannungsfeld zwischen Rokoko und Aufklärung. Fast so wie heute. Leben wir nicht auch in einem Spannungsfeld zwischen Resignation, Stagnation und schüchternem (Zweck-) Optimismus unter einem gemeinsamen europäischen Dach? Schnelllebig ist die Gegenwart allemal. Experimente scheitern häufig und an der Innovation, da hapert es noch ein bisschen. Bei Mozart dagegen nicht. Denn die Produktivität des Komponisten war enorm. In seinem nur 35 Jahre währenden Leben schrieb er 626 Meisterwerke, die seines gleichen suchen. Jubilate Mozart! Nun, zu Ehren des vor 250 Jahren geborenen Genies hat sich das Land Österreich einiges einfallen lassen, um eines seiner brillantesten Aushängeschilder wieder hochleben zu lassen. Dazu gehören zahlreiche Events, die von Promotern in Mozartkostümen angepriesen werden. Neben den Klassikern Mozartkugeln, -talern oder -likör kreierten die Werbeexperten zum Mozartjahr 2006 Skurrilitäten wie Mozart-Dessertdrinks oder Mozartjoghurts, die sich seit kurzem in

Verkürzt gesagt droht Mozarts Geburtstag für tourismus- und wirtschaftspolitische Zielsetzungen missbraucht zu werden, so für weiteren Wachstumsvorsprung der österreichischen Konjunktur sorgend. Denn jeder ist versucht, etwas für sich aus dem Jahresfestival herauszuholen: Die österreichische Bundesregierung einerseits mit einer Imagepolitur des Landes und die beteiligten Städte Wien und Salzburg andererseits, die ihrerseits geschäftigen Wettbewerb in gewaltigen Dimensionen betreiben. Allein für das Wiener Mozartjahr 2006 wurden 30 Millionen Euro veranschlagt. Einzig das Bundesland Steiermark erklärte sich bisher öffentlich zur „No Mozart Zone“ und will damit nicht teilhaben am inflationären Getöse um das Werk und die Person Mozarts. Erhofft wird ein Tourismusboom, Souvenirläden wittern deshalb ihre Chance und erhöhen ihre Preise. Vielleicht berechtigt - und trotzdem werden die Touristen begeistert sein. Werden den Spirit of Mozart erleben wollen. Werden fotografieren. Werden kaufen. Und da ist es auch egal, ob die Mozartkugel eine „echte Salzburger“ oder eine „original Salzburger“ ist, der man überall begegnet. Fraglich ist, ob es all den Werbezirkus überhaupt braucht, wenn Mozart sogar den Menschen im fernen Japan ein Begriff ist und die Stadt Salzburg automatisch mit der Musik Mozarts verbunden wird. Jedenfalls muss uns die Reklame, die uns Menschen ansprechen will, berühren, uns ein bestimmtes Lebensgefühl verkaufen. Und dabei werden Marken immer wichtiger. Die Marke Mozart – das ist ein Verkaufsschlager. Das Lebensgefühl dahinter ist Mozarts geniale und fein-

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sinnige Musik. Um die Klassik auch der jungen Generation näher zu bringen, verrappt eine HipHop-Band Mozarts Werke und lässt erfolgreich die Hüften zu zeitgemäß umgewandelten Texten kreisen. Auch bei dieser musikalischen Weiterentwicklung wird Instrumentales mit Vokalem vermischt – wie einst im 18. Jahrhundert.

Die Mozartsche Thematik scheint schon arg abgegriffen durch die ständige Präsenz auf Bierkrügen und Plakaten vor allem in seiner österreichischen Heimat. Die Reduktion Mozarts auf ein Kommerzobjekt schadet zwar seinem Ansehen nicht, kann aber sein Schaffenswerk nicht angemessen würdigen. Und es droht fast in Vergessenheit zu geraten, um was es eigentlich geht: Die Huldigung eines großartigen Musikers, der seinen 250. feiert.

von Florian Steidl

Die Wertschätzung seiner Werke und damit auch seiner Person begann erst im 20. Jahrhundert.

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„Alles Mozart!“

Mozart – ein Europäer? Mozart sagte schon: „Ohne Reisen ist man wohl ein armseliges Geschöpf“. Er musste es ja wissen, denn fast 30 Prozent seines Lebens war das kompositorische Wunderkind auf Reisen. Schon zu Kindzeiten bereiste er mit Vater Leopold einen Großteil des Kontinents und verweilte in Bologna, Rom, Berlin, Köln, Prag, London, Paris, Brüssel. So erscheint es nicht verwunderlich, dass zu Amadés Fremdsprachenrepertoire flüssiges Englisch, Italienisch, Französisch und Latein gehörten. Die vielfältigen Eindrücke, die das Weltgenie Mozart auf seinen Reisen gewann und die Erfahrungen, die er mit Land und Leuten machte, schlugen sich in imposanter Weise in seiner Musik nieder.

Stilisiert zu einem Superstar muss das einstige Wunderkind der Weltgeschichte nun mit kurzlebigen Stars am Musikhimmel wie Daniel Küblböck mithalten. Doch der „Klassiker“ Mozart begeistert noch immer Millionen Menschen. Er weiß sich durchzusetzen, scheint gar ein eigenes Rennen abseits der modernen Star-Inflation zu laufen.


Symphonia Hungarorum

Symphonia Hungarorum

Ein Streifzug durch die reichhaltige Musiklandschaft der Klassik Der erst im Maerz 2005 eröffnete Palast der Künste in Budapest (www.mupa.hu) ist zu einem Mekka mitteleuropaeischer Kunstliebhaber geworden. Der darin befindliche Konzertsaal hat sich im ersten Jahr seines Bestehens wahrlich zu einem Sammelpunkt der Symphoniker dieser kleinen, klassikbegeisterten Nation entwickelt. Die Leitung des Hauses hat für den Anfang des Jahres 2006 die bedeutendsten Symphoniker des Landes zu einer Konzertreihe eingeladen, die den viel sagenden Titel Ungarisches Symphonisches Panorama trägt. Vom 23. Januar bis 28. Februar spielten insgesamt dreizehn Orchester klassische, doch nicht immer alltägliche Werke von Haydn, Mozart und Beethoven über Mendelssohn und Brahms bis zu Kodály und Bartók. Die reichhaltige Musiktradition lässt sich auch schon daran ablesen, dass es in dem sehr ländlich geprägten Ungarn in jeder größeren Stadt bereits ein vollwertiges Orchester existiert. Das Land Bartóks und Ligetis, Dohnányis und Liszts konnte der Welt im Verlauf der Musikgeschichte immer wieder neue Akzente zeigen. Die Musikakademie zu Budapest zählt

beispielsweise zu den renommiertesten in ganz Mitteleuropa. Beim Konzertzyklus waren die städtischen Orchester aus ganz Ungarn vertreten: Debrecen, Szombathely, Miskolc, Pécs, Szeged und Győr. Aber auch das bunte Nebeneinander verschiedenster Ensembles aus der Hauptstadt war präsent – die Nationalphilharmoniker, das Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft, das Symphonische Orchester des Ungarisches Radios, die St. Stephans Symphoniker, das Symphonische Orchester der Ungarischen Eisenbahnen, das Symphonische Orchester Ernő Dohnányi sowie das Symphonische Orchester Danubia. Der Konzertzyklus wird im kommenden Jahr wiederholt: Wer aber Lust verspürt, die Musikszene des Landes persönlich zu erfahren, kann noch zwei Monate lang, bis zur Ende der Saison Mitte Juni auch online Tickets reservieren. Alle Orchester verfügen über hochprofessionelle englische Websites mit vielen Informationen. von Conny Kummer und Alexander-Frank Paul

Philharmoniker der Stadt Debrecen: www.dpho.org Symphonisches Orchester der Satdt Szombathely: www.savaria-symphony.hu Symphonisches Orchester der Stadt Miskolc: www.mso.hu Pannon Philharmoniker der Stadt Pécs: www.pannonfilharmonikusok.hu Symphonisches Orchester der Stadt Szeged: www.symph-szeged.hu Philharmoniker der Stadt Győr: www.filharmonikusok.gyor.hu Nationalphilharmoniker: www.filharmonikusok.hu Orchester der Budapester Philharmonischen Ges.: www.bpo.hu Symphonisches Orchester des Ung. Radios: www.radio.hu St. Stephans Symphoniker: www.szentistvanzene.hu Symphonisches Orchester der Ung. Eisenbahnen: www.mavzenekar.hu Symphonisches Orchester Ernő Dohnányi: www.dohnanyiorchestra.hu Symphonisches Orchester Danubia: www.danubiazenekar.hu

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Debeka Hochschulservice - Servicebüro Passau, Exerzierplatz 9, Tel. (0851) 75 17 40 Alexander Katzensteiner, Bezirksleiter und Jens Neugebauer, Bezirksbeauftragter Informieren Sie sich auch über unsere Vorträge unter www.katzensteiner.de

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25 Jahre Studentenvereinigung und vieles mehr. Durch den Beraterstatus bei internationalen Organisationen bietet sich den Studenten auch die Gelegenheit an den Delegationen zur UN nach New York teilzunehmen.

Nach 1996 wurde wieder eine Deutsche in den internationalen Vorstand von ELSA gewählt. Die Vorsitzende für Finanzen, Tina Eszlari, von ELSA-Deutschland wurde in London zur neuen Finanzerin von ELSA-International gewählt. Sie vertritt damit im 25. Jahr des Bestehens von ELSA nach 10 Jahren Abstinenz zum ersten Mal wieder Deutschland im Internationalen Vorstand und wird ab August in Brüssel ihre Arbeit aufnehmen.

ELSA versucht damit sowohl akademische wie auch praxisbezogene Veranstaltungen anzubieten. Nächstes Großevent ist das zweimal im Jahr stattfindende Referententreffen. Das nächste findet vom 4. bis zum 7. Mai in Bonn statt und bietet neben interessanten Workshops natürlich auch Spaß und Party. Außerdem findet vom 18. bis zum 21. Mai in Lüneburg ein internationales Seminar zum Musikrecht statt. Und als drittes großes Event der nächsten Zeit steht ein Seminar in Gießen zum Thema Recht bei der FußballWeltmeisterschaft an.

ELSA bietet interessante Veranstaltungen sowohl für Jurastudenten wie auch für interessierte Studenten anderer Fachrichtungen. Neben einem Austauschprogramm für Praktikanten gibt es auch Besuche bei Kanzleien, Gerichten und Parlamenten, Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, Vorträge mit qualifizierten Referenten

Weiterhin finden regelmäßig so genannte Moot Courts statt. Das sind simulierte Gerichtsverhandlungen, die von Studenten durchgeführt und von erfahrenen Richtern bewertet werden. Das nationale Finale findet vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe und das europäische Finale vor dem internationalen Gerichtshof in Genf statt.

Weitere Informationen: www.elsa-deutschland.org oder via Email an presse@elsa-germany.org von Martin Hoeck

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ELSA Deutschland

ELSA bedeutet „European Law Students´ Association“ und ist mit 30.000 Mitgliedern in 35 europäischen Nationen und an 220 Universitäten vertreten. Auch in Deutschland sind 5.000 Jurastudenten an allen 42 Fakultäten organisiert und ergeben so die größte juristische Studentenorganisation der Welt. In diesem Jahr feiert die Studentenvereinigung unter dem Motto „Juristen in Europa - gemeinsam für Europa“ ihr 25jähriges Bestehen. In diesem Vierteljahrhundert hat sich ELSA bereits soweit etabliert, dass sie Beraterstatus u.a. bei der UNESCO und dem Europarat erhalten hat.


Rezensionsforum

Eine Passauer Reflexion zur Bundestagswahl 2005 Die Frage, ob die vorgezogene Bundestagswahl 2005 als eine Zäsur anzusehen ist, wird in der deutschen wie europäischen Öffentlichkeit eifrig diskutiert. Gleichwohl gilt: Trotz des gesunkenen Stimmenanteils für die beiden Volksparteien und einer von Schwierigkeiten begleiteten Regierungsbildung muss sich erst zeigen, ob die bislang hohe Kontinuität im deutschen Parteiensystem ein Ende gefunden hat.

gor Gysi und Oskar Lafontaine. Aufschlussreich ist die europäische Perspektive: Winand Gellner und Andreas Fischer geben in ihrer Analyse zum möglichen EU-Beitritt der Türkei kritisch zu bedenken, dass – entgegen der Erweiterungsambitionen der politischen Eliten – die europäischen Völker mit Blick auf die ungleichartigen kulturellen Wertvorstellungen einer Mitgliedschaft der Türkei reserviert gegenüber stehen.

Professor Dr. Winand Gellner, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft II, sowie Martin Reichinger, früherer Chefredakteur des UP-CampusMagazins, haben sich bereits früh mit diesen Problemfeldern beschäftigt und zusammen mit anderen ein hoch aufschlussreiches Sammelband herausgebracht – fern aller Kurzatmigkeiten. Ihre gelungene Konzeption basiert auf Monatsbeiträgen, die bereits auf der politikwissenschaftlicher Passauer Plattform (www.politikim-netz.com) veröffentlicht wurden.

Alles in allem ist die Veröffentlichung eine vielschichtige, lesenswerte Analyse für Journalisten, Wissenschaftler, Studenten oder einfach Interessierte.

So entwirft Alexander Gallus eine äußerst gelungene historische Skizze. Florian Hartleb und Franz Egon Rode erklären den gegenwärtigen Erfolg der Linkspartei. PDS auf Grundlage des Populismuskonzepts und der Doppelspitze Gre-

von Mario Walther

Winand Gellner/ Martin Reichinger (Hrsg.) Deutschland nach der Bundestagswahl 2005: Fit für die globalen Aufgaben der erweit. EU Nomos, 2006, 243 Seiten, 39,00 EUR ISBN: 3832918779

Die phantastische Welt des Ostens Karl Schlögel, der große Kenner Osteuropas, hat im Herbst 2005 erneut ein glänzendes und verzauberndes Buch hervorgebracht. „Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte“ nennt sich das 317 Seiten starke Werk, mit welchem der Autor exemplarisch an der kleinen litauischen Stadt Marjampole und an anderen osteuropäischen Städtebildern vom Neuen Europa verkündet. Schlögel führt uns ein in Städte und Stätte, in Landschaften und Bilder, in Träume und Sehnsüchte. Er hat für den gespannten, angespannten, rezeptiven Leser stets eine Botschaft: Europas Türen und Tore öffnen sich, Europa macht sich auf… auf den Weg nach Osten… auf neues Terrain… auf für Neues. Das Neue Europa ist Osteuropa! Dem Universalgelehrten, dem Kenner und Reisenden, dem Rastlosen auf dem Weg nach Osten und im Osten, ist keine Szene, keine Stätte, keine Regung fremd – ihm ist der Osten vertraut, er schmiegt sich ein in den Rhythmus und das Tempo, in die Mentalität und in die Denke. Ein Schlögel im Osten – das ist ein Wahrnehmender, der organisch eins wird mit der Lebenswelt vor Ort, ein Berichtender, dessen Worte voller Melancholie sind, ein Begeisternder, der uns neu-

und wissbegierig macht. Der Metropolit reist und lebt und reist und lebt: Er führt uns seine Metropolen am Auge vorbei, er dringt mit ihnen tief in unsere Seelen. Man wird schwermütig und traurig, nachdenklich und grübelnd – aber auch begeistert und verblüfft, auch gespannt, angespannt und erwartungsfroh. Der Leser will mit, will hin, will weit weg, weit weg nach Osteuropa: Nach Marjampole und Budapest, nach Bukarest und Moskau, in all diese Schönheiten im unbekannten Land, auf fremden Terrain, in weitem Gelände. Das Buch als logische Fortsetzung der ungezähten Meisterwerke des Literaten darf man nicht einfach kaufen – man muss es erwerben, um es zu besitzen! von Bence Bauer Karl Schlögel: „Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte“ Hanser, 2005, 317 Seiten, 21,50 EUR ISBN: 3446206701

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Die Odyssee menschlichen Seins: Die Heimkehr Nach langer Pause überrascht uns der Berliner Jura-Professor mit einem neuen Roman. Nach der Trilogie „Selbs Mord“, „Selbs Betrug“ und „Selbs Justiz“ sowie dem vielgerühmten „Vorleser“ wartet Schlink mit einer weiteren spannenden Geschichte von Liebe, Familie, Geborgenheit und Heimkehr auf: „Die Heimkehr“.

Mehr noch – Debauer stößt auf Abgründe, auf Tiefen und Geheimnisse. Er lehrt uns eine Exegese, die ihresgleichen sucht. Er wandelt zwischen Realität und Utopie, zwischen der realen Welt und der Scheinwelt der Buchstaben und Zeilen. Er dringt dabei in den Hades menschli-

Schlink setzt seinem Lebenswerk mit der „Heimkehr“ die Krone auf. Der Roman ist die Kompression der bisher bekannten Veröffentlichungen. In ihm finden sich die klassischen Motive des suchenden und erfahrenden Juristen, der düsteren deutschen Vergangenheit, des hoffnungsvollen deutschen Herbstes 1989 und das ewige Suchen nach Moral und Moralität, nach Recht und Wahrheit, nach Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Schlink rahmt diese Bilder aber kunst- und stilvoll in das Motiv aller Motive ein: Die Odyssee. von Bence Bauer Bernhard Schlink: Die Heimkehr Diogenes, 2006, 374 Seiten, 19,90 EUR ISBN: 3257065108

Fußball aus der Sicht eines großen Schriftstellers Die Anfänge des Fußballspiels sind ein Stoff, aus dem Legenden und Träume sind. Auch in Deutschland hat der Fußballsport eine lange Tradition. Das Wunder von Bern wirkt immer noch nach. So wurde es zu seinem 50. Jubiläum mitreißend verfilmt. Der Sensationssieg gegen die damals schier unbezwingbare ungarische Mannschaft um Ferenc Puskás rüttelte nicht nur die Fußballnation aus ihrer Lähmung. Die ungarische Nation wiederum brauchte lange, um sich von diesem Schock zu erholen. Péter Esterhazy, der ungarische Schriftsteller und Friedenpreisträger 2004, begab sich vor diesem Hintergrund auf eine Reise nach Deutschland, um die dortige Fußballseele zu ergründen. Der Autor spielte selbst, sein Bruder sogar bei der Nationalmannschaft bei der WM 1986. Noch wichtiger: Er ist nach eigener Aussage seinem Herzen nach immer Spieler geblieben, bislang hat ihm aber die nötige Distanz gefehlt, um Emotion und Sachlichkeit miteinander verknüpfen zu können: „Im Rückblick kann ich sagen, der Fußball hat mich in der Grundschule vor der selbstverständlichen Ächtung gerettet. Dieser Sport fungierte als Maske meiner Normalität, die tragende Stütze der Klassenmannschaft zu sein, wurde für mein wahrhaftiges Ich gehalten, und der kleine, leidige Besserwisser galt nur als eine

Art Missverständnis.“ (Seite 13) Seine autobiographische Entdeckungsreise führt Esterhazy in die grauen Bolzplätze der westdeutschen Provinz. Und in die Nähe von Dresden zu einem Verein, gegen den er damals er selbst spielte. Es bleibt ihm viel Raum für Reflexion und Zeit für eine Liebeserklärung an den Fußball. Das lesenswerte, in einem Guss geschriebene Buch blickt über das Fußballfeld hinaus. Was ist ein Leben ohne die schönste Nebensache der Welt? Und Fußball ohne die Einbeziehung des Lebens? von Florian Hartleb Peter Esterhazy: Deutschlandreise im Strafraum Berlin Verlag, 2006, 184 Seiten, 12,90 EUR ISBN: 3827006449

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Rezensionsforum

Peter Debauer, promovierter Jurist im besten Alter, Verlagsangestellter, sinnt über seine Kindheit nach, über sein Leben bei den Schweizer Großeltern und da ist etwas, das ihm partout nicht aus dem Kopf gehen kann und will: Eine Geschichte vom heimkehrenden Soldaten, die jäh unterbrochen wurde. Die Geschichte MUSS aber zu Ende gehen. Debauer entschließt sich erst in seinen Zwanzigern, den Autor und dessen Erzählung aufzutreiben. Er stößt dabei auf seine große Liebe, seine zerrüttete Familie und auf seinen verschollen und verstorben geglaubten Vater.

cher Lebensein- und Lebensentstellung. Es werden immer mehr Texte und immer mehr Autoren – doch sind das wirklich mehrere? Fast schon als wäre das Buch von Max Frisch – immer mehr Autoren, immer mehr Texte, immer mehr Rollen, immer mehr Identitäten.


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UP-Campus 2/2006