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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

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Februar April 2018

Schwingungen sind wie ein Fingerabdruck: Wie sich Schwingungsmuster, Vibrationen und Stöße erfassen lassen. Seite 22

Losan Pharma setzt auf drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren. Seite 28

Bild: Pilatus-Bahnen Automatischer Graffiti-Alarm Maschinen-Netz von Vodafone: Sensor ertapptsteilste illegale Sprayer auf frischer beugt so dem Vandalismus vor. Bild: Bernd Sterzl, Pixelio.de Die Pilatus-Bahnen AG betreibtüber unterdas anderem die Pilatusbahn, die mit 48Ein Prozent Steigung Zahnradbahn der Welt.Tat Dieund Wartungsabläufe für den „Oldtimer“ wurden nun deutlich sicherer gemacht.

Wände, die Sprayer „verpfeifen“ Wartung eines Gipfelstürmers Hauswände, Zugwaggons, Bushaltestellen - überall werden unerwünschte Graffitis aufge Bei 48 Prozent Steigung kommen selbst robuste Geländewagen an ihre Grenzen, doch für- die sprüht, deren jedes Jahr zwischen bis 500 Millionen Euro kostet. Pilatusbahn inEntfernung der Zentralschweiz istbundesweit dies kein Problem. Die200 Schmalspurbahn überwindet seit NunJahren wird imeine Rahmen eines Pilotprojekts eine Lösung die12 einem derartigen 130 Höhendifferenz von 1.635 Metern undvorgestellt, meistert mit Stundenkilometern die Vandalismus vorbeugt - indem Unlängst die Wandwurden die Sprayer „riechen“ kann und 4,618 Kilometer lange Strecke. die Wartungsabläufe derAlarm Bahn schlägt. automatisiert. auseinander: Für die Die Meinungen Pilatusbahngehen in der Zentralschweiz einen ist es Kunst, für die anderen illegale wurde 1889 in Betrieb genommen. Sie erSchmierereien. Unstrittig ist, dass Graffitis klimmt den 2.132 Meter hohen Pilatus. Mit beeindruckenden 48 Prozent Steigung ist die Bahn, die in der Saison von Mai bis November verkehrt, die steilste Zahnradbahn der Welt. Möglich macht dies eine ausgeklügelte Technik mit zwei horizontal drehenden Zahnrädern - übrigens eine Technik, die auf der Weltausstellung in Paris

Die Schiebebühne, die statt Weichen zum Rangieren der Wagen genutzt wird, stammt aus dem Jahr 1888. Während der Wartungsarbeiten muss aber sichergestellt sein, dass die Hochspannung der Fahrleitungen abgeschaltet ist, sonst bestünde für die Arbeiter Lebensgefahr. Eine über das TIADr. Ericprogrammierte Kuisch, Geschäftsführer Techniksteuert der Vodafone Portal Simatic S7-1500 mittlerweile GmbH, die Alarmanlage 4.0, die Graffiti-Sprayer das Ein-zeigt und Ausschalten der Hochspannung sowie dievon illegalen Tatenin abhalten soll. Bild: Vodafone Schiebebühne der Betriebshalle. Bilder: Siemens

an vielen sind. im Jahr Orten 1889 einfach erstmalsunerwünscht der erstaunten Mehr als 100.000 Sachbeschädigungen in Öffentlichkeit präsentiert wurde. Zu Beginn Form von wurden polizeilich setzte die Graffitis Bahn auf einen2016 Dampfantrieb, erfasst, das Bundeskriminalamt. seit der so Elektrifizierung 1937 fährt sie aber Allein die Deutsche BahnPersonen hatte in 2016 elektrisch. Maximal 340 kannReidie nigungskosten Höhe von 34 Millionen Bahn heute, dieineine Antriebsleistung von Euro,PS um unerwünschte von Zügen, 210 oder 154 kW pro Graffitis Triebwagen hat, in Wagons oderbefördern. Bahnhofswänden zu enteiner Stunde fernen. Den Berg hoch geht es dabei mit maximal Doch dieser Aufwand bergab könntesind siches bald 12 Stundenkilometern, madeutlich reduzieren, esStunde, gibt einesodass techxi mal neun Kilometerdenn in der nischeeinfache LösungFahrt zur vorbei Vorbeugung. In Zueine an blühenden sammenarbeit des TelekommunikationsAl penwiesen und markanten Felsformatiokonzerns Vodafone mit Unternehmen nen zwischen 30 und 40dem Minuten dauert. Hyve die entstand in einem Politprojekt nun Dass Bahn seit so vielen Jahren prodie Wand,ihren die Sprayer oder besserliegt gesagt blemlos Dienst - verrichtet, an derenpenibel Farbe - „riechen“ kann undregelmäßi dann überden durchgeführten, das Maschinen-Netz vonTonnen Vodafone Alarm gen Wartungen der 9,5 schweren schlägt. Die entwickelte Alarman lage soll Triebfahrzeuge. Werner Kramer, der Leiter also künftigZahnradbahn helfen, Sprayerbei zu stellen - und Werkstatt der Pilatuszwar noch oder während diese Werk Bahnen AG,vor erklärt gegenüber derihr Redakan Garagentoren, oder tion: „Wir machenAutobahnbrücken alle 2.000 Kilometer Zügenkleinen verrichten. einen Service während der Saison Dazu erfasst ein Sensor unter anderem am Fahrzeug.“ Doch damit nicht genug. die winzigen derfahren, Graffiti-Farbe. „Im Winter, Farbpartikel wenn wir nicht machen Beginnt Maler mit wir danneindieungebetener Jahresrevision. Diealso dauert seinemfünf Werk, schlägt der Sensor und etwa Arbeitstage“, ergänztAlarm er. Eine sendetRevision diesen über IoT,sechs das große wird Narrowband schließlich alle

Maschinen-Netz vonDiese Vodafone, Jahre durchgeführt. dauert unmitteldann gebar an einedrei Zentrale. Von hier aus können schlagene Wochen. Sicherheitskräfte alarmiert werden und Die Wartung, Kontrolle und Instandsetzung zumTriebwagen Einsatz ausrücken. Um nur die die Täter abder ist allerdings „halbe zuschrecken, nochdie bevor mit mit derihren MaMiete“, denn auch steilesie Trasse lerei beginnen, kannnur der regelmäßig Sensor zusätzlich Gleisen wird nicht kondirekt vorsondern Ort einen Alarm auslösen. trolliert, zudem saniert. „Narrowband IoT ist„Einmal unser Netz speziellwird für Kramer erläutert: im Monat Maschinen. machen das Interdie Strecke Hiermit abgelaufen undwirkontrolliert.“ net der Dinge massentauglich. ist opti Die Instandhalter müssen also Esnicht nurmiert für die sondern kostengünstige Vernetzung schwindelfrei, auch körperlich fit von Milliarden So kann beisein, um die Gegenständen. fast fünf Kilometer lange nahe alles werden - vom MüllStrecke, bei vernetzt der ein Unterschied von mehr eimer über den Wasserzähler bis zur Wand, als 1.600 Höhenmetern zu überwinden ist, die Graffiti-Sprayer riechen kann“, erklärt Dr. abzulaufen. Eric Kuisch, Geschäftsführer Technik bei Zumal es damit noch nicht getan ist, denn Vodafone. überträgt die gesamteNarrowband Strecke ist in IoT 12 Abschnitte Daten sogar an Orte, sonst aufgeteilt. „Jedes Jahr wo wirdMobilfunk in der unteren nur oberen schwerHälfte hinkommt: hinter dicken und ein Abschnitt saniert. So Hauswänden und unter die der Erde. ist nach sechs Jahren ganze Strecke Mit der Lösung könnten also auchvon Graffitigemacht und man beginnt wieder vorMalereien in tiefen Zugtunneln vorgebeugt ne. Dabei wird zwischen den Sommerund werden. Das anMaschinen-Netz ist eine Herbstferien der oberen Hälfte der optimierte LTE-Variante. Batterielaufzeiten Strecke gearbeitet, während im Winter die der Sensoren von ist.“ bis zu zehn Jahren eruntere Hälfte dran möglichen es, die Systeme ohne externe Zurück zur Wartung der Triebwagen, die in Stromversorgung zu betreiben.stattfindet. einer speziellen Fahrzeughalle www.vodafone-deutschland.de Weiter auf Seite 37

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Maintenance und Worksafe Dortmund 2018 B&I Messezeitung ab Seite M1

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Excellence Radar Instandhaltung Das kostenlose zeigt Leadec soll um Analysetool 8 bis 10 Prozent Verbesserungspotenziale Seite 06 pro Jahr wachsen ... erklärt Alexander Bonk, GeschäftsInservfm führer von2018 Leadec Seite 04 Zur Messe in Frankfurt gibt es ein Themenspecial Seite 09 Eine zu Unrechtabwenig beachtete Norm CM andie wälzgelagerten Getrieben Über DIN EN 15628:2014 Fachbeitrag von Rainer Wirth Qualifikation desDr. Instandhaltungsvon der Gfm Seite 10 19 personals Seite

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NACHRICHTEN

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Digitalisierung: Mittelstand in Gefahr

Der Personalmangel bedroht die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands, warnen die Experten von Ernst & Young (EY). Sie nehmen dabei Bezug auf eine Studie, deren Ergebnisse Mitte März veröffentlicht wurden. Demnach klagt jeder fünfte Mittelständler, dass ihm die Mitarbeiter fehlen, um überhaupt oder mehr in die Digitalisierung zu investieren.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag dieser Anteil bei 13 Prozent. Michael Marbler, Partner bei EY und verantwortlich für den Bereich Mittelstand, mahnt: „Die digitale Zweiklassengesellschaft verfestigt sich.“ Seiner Meinung nach nutzen einige erfolgreiche Unternehmen die Chancen, die ihnen digitale Technologien bieten, stellen beispielsweise die Lieferanten- und die Kundenbeziehungen konsequent auf digitale Technologien

um und können so ihre Marktposition ausbauen. Auf der anderen Seite warten immer noch viele Unternehmen ab. „Die ausbleibende Digitalisierung bei diesen Unternehmen kann sich schnell rächen. Im schlimmsten Fall ist sogar die Existenz in Gefahr, wenn die Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verlieren oder wenn unerwartet neue Konkurrenten mit digitalen Lösungen auftauchen und etablierte

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Geschäftsbeziehungen gefährden“, so Marbler. Recht hat er. Doch das beantwortet nicht die Frage, woher das Fachpersonal stammen soll, zumal die Digitalisierung nahezu zeitgleich in allen Branchen stattfindet und so ein immenser Wettbewerb um diese Leute herrscht. Für die Instandhalter bedeutet dies: Lernen, weiterbilden, dranbleiben - die Chancen sind mindestens so groß wie die Herausforderungen. Volker Zwick

Branchenreport Facility Management 2018

Studie: Zögerliche Umsetzung von Cybersicherheitsmaßnahmen

Die Facility-Management-Branche (FM) erreicht einen Anteil von 4,75 Prozent am Bruttoinlandsprodukt, so ein Ergebnis des „Branchenreports Facility Management 2018“ der Gefma, des Deutschen Verbands für Facility Management. Mit 134,28 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erreicht die Branche den Platz sechs innerhalb der deutschen Wirtschaftszweige und rangiert damit knapp hinter der Automobilindustrie, aber noch vor dem Maschinenbau. Gegenüber dem Branchenreport Facility Management 2014 erweist sich die FM-Branche mit einem Wachstum von 3,09 Prozent als stabiler und verlässlicher Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft. Derzeit arbeiten hierzulande 4,67 Millionen Erwerbstätige im Facility Management, das entspricht einem Zuwachs gegenüber 2014 von 2,56 Prozent. „Wir haben bei unserer Analyse sowohl die von Unternehmen intern erbrachten Facility Services sowie die von externen FM-Dienstleistern umgesetzten Bewirtschaftungslösungen unter die Lupe genommen“, so Markus Thomzik, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Facility Management an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, unter dessen Federführung der Report am Institut für angewandte Innovationsforschung in Bochum entstand. Die Bewirtschaftungskosten je Quadratmeter sind nach den ak-

Honeywell veröffentlichte unlängst eine Studie, nach der industrielle Unternehmen nur zögerlich Cyber-Security-Maßnahmen zum Schutz ihrer Daten und Betriebe vorsehen - und das, obwohl die Angriffe weltweit zunehmen. Immerhin berichten über die Hälfte der Befragten von bereits erfolgten Angriffen auf die Cybersicherheit in ihren industriellen Anlagen. In der Studie „Putting Industrial Cyber Security at the Top of the CEO Agenda“, die von LNS Research erstellt und von Honeywell unterstützt wurde, wurden 130 strategische Entscheidungsträger industrieller Unternehmen bezüglich ihres Vorgehens zum Industrial Internet of Things sowie ihrer Nutzung industrieller CyberSecurity-Technologien und deren Umsetzungen befragt. Die Ergebnisse sind bestürzend.

Otto Kajetan Weixler, Vorstandsvorsitzender der Gefma, betont: „Der Branchenreport 2018 zeigt eindrucksvoll, dass das Facility Management längst kein Hidden Champion mehr ist.“ Bild: Gefma

tuellen Analysen zwischen 2012 und 2016 um knapp 9 Prozent gesunken. Damit erhöht sich der finanzielle Spielraum von Unternehmen durch das FM um jährlich 2,25 Prozent. Durch das verstärkte Einbinden des Facility Managements in die Prozesse von Wirtschaftsunternehmen ist außerdem eine deutliche Konzentration der Betriebe auf ihr Kerngeschäft erkennbar. Das führt international gesehen zu einem Vorteil für Unternehmen in Deutschland. Dementsprechend mehr Verantwortung wird aber auch auf den Facility Manager übertragen. Die Outsourcing-Quote, also das Übertragen wichtiger Sekundärprozesse der Unternehmen auf die Facility-Management-Dienstleister, liegt laut dem aktuellen Branchenreport bei 61 Prozent. www.gefma.de

Die Vision der Servparc nimmt Gestalt an Mit dem neuen Konzept als Messe, Kongress und Networking-Event unter einem Dach will sich die Servparc ab 2019 als der neue Hotspot für Facility Management, Industrieservice und IT-Lösungen etablieren. Anbieter und Anwender profitieren gleichermaßen von dem offenen, barrierefreien Setup. So können Anbieter flexibel und je nach Bedarf eine Vielzahl unterschiedlicher Beteiligungsmodelle buchen - neben klassischen Standflächen stehen unter anderem Sofa-Bereiche für Kundengespräche, Vortragsslots sowie zahlreiche Sponsoringmöglichkeiten zur Wahl. Anwendern bietet sich ein vielfältiges All-inclusive-Angebot

bestehend aus einer umfassenden und praxisnahen Abbildung des Marktes, hochkarätigen, frei zugänglichen Vorträgen und Workshops, abgerundet durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. „Die Servparc präsentiert sich im zeitgemäßen Format als das Forum für smarte digitale Immobilienlösungen“, bescheinigt Otto Kajetan Weixler, Vorsitzender des Vorstands Gefma e.V. Er ergänzt: „Gefma wird alles Mögliche dafür tun, dass der neue Hotspot für alle Netzwerker aus Facility Management, Industrieservice und der IT zum zentralen Event wird.“ https://servparc.mesago.com

Demnach haben 45 Prozent der teilnehmenden Firmen in ihren Unternehmen noch nicht einmal einen Verantwortlichen für das Thema Cyber Security benannt. Gerade einmal 37 Prozent überwachen verdächtige Vorgänge. „Entscheidungsträger sind sich der Bedrohung vermehrt bewusst und es gibt Fortschritte, diese auch zu adressieren, aber die Studie bekräftigt die Ansicht, dass grundlegende Schritte zur Cybersicherheit von einem wesentlichen Teil der industriellen Betreiber noch nicht vorgenommen werden“, meint Jeff Zindel, Vice President und General Manager von Honeywell Industrial Cyber Security. Er ergänzt: „Um die enormen Vorteile der industriellen digitalen Transformation und des IoT ausschöpfen zu können, müssen die Firmen ihre Schutzmaßnahmen

für Cyber Security verbessern und jetzt der erhöhten Bedrohungslage anpassen.“ Die Experten empfehlen folgende drei sofortige Aktionen, um die Effekte der neuen Technologien ausnutzen zu können: Die industrielle Cybersicherheit wird Teil der Strategien zur digitalen Transformation. Einrichtung und Einhaltung bester bewährter Praktiken für Personal, Prozess und Technologie, von der Zugangskontrolle bis zur Risikoüberwachung, bei fehlenden eigenen Ressourcen unter Nutzung externer Cyber-Expertise. Der Fokus liegt auf verantwortlichen Führungskräften, in Verbindung mit einer Organisationsstruktur zur Überwindung der Silos zwischen IT und OT. www.becybersecure.com

39. VDI-Forum Instandhaltung: Instandhaltung im digitalen Zeitalter Das 39. VDI-Forum Instand- haltung sind Smart Services, etahaltung findet am 15. und 16. Mai blierte Instandhaltungslösungen im Chemiepark Knapsack in und digitale Geschäftsmodelle Hürth bei Köln statt. Die Ver- durch Big Data, mobile Assistenzanstaltung wird sich mit Lö- systeme, die Qualifizierung und sungen für die wirtschaftliche In- Motivation der Mitarbeiter in der standhaltung sowie aktuellen digitalen Transformation sowie Trends und zukünftigen An- Praxisbeispiele zu Predictive forderungen an die Branche aus- Maintenance. einandersetzen. Schwerpunkt- „Die Instandhaltung muss sich vor themen beim Forum Instand- dem Hintergrund von Smart

Services und Industrie 4.0 auf neue Stufen der Komplexität einstellen“, erklärt Dr.-Ing. Jens Reichel, Tagungsleiter des VDIForums Instandhaltung und Leiter Technische Dienstleistungen und Energie bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg. www.vdi-wissensforum.de/ instandhaltung

Arbeitsschutz für technische Führungskräfte Tagung beschäftigt sich unter anderem mit der Gefährdungsbeurteilung und der BetrSichV Die Einhaltung der Regelungen des Arbeitssicherheitsgesetzes erfordert eine qualitativ hochwertige Ausbildung der leitenden Führungskräfte, damit diese in die Lage versetzt werden, ihre Mitarbeiter rechtssicher über die notwendigen Regelungen zu schulen. Doch wie kann im Unternehmen eine durchgängige Sicherheitskultur geschaffen werden? Welche Herausforderungen und Stolperfallen gilt es für eine Gefährdungsbeurteilung zu umschiffen? Über diese und andere relevante Themen informiert die 2. Jahrestagung „Arbeitsschutz für technische Führungskräfte“. Die 2. Jahrestagung „Arbeitsschutz für technische Führungskräfte“ findet am 16. und 17. Mai 2018 in Berlin statt. Sie greift die wichtigsten Themen rund um den industriellen Arbeitsschutz auf und informiert über aktuelle Novellierungen in der Gesetzgebung. Die Teilnehmer erhalten Informationen zu Themen wie zum Beispiel der Arbeitsschutzverordnung

zu elektromagnetischen Feldern, dem sicheren Aufbau einer durchgängigen Sicherheitskultur, der Bewertung von Gefahrstoffen zur Bereichseinteilung sowie der Wirtschaftlichkeit und Evaluation von Arbeitsschutzmaßnahmen. Die Experten vermitteln laut Veranstalter dabei Fachwissen sowohl aus Industrie- als auch aus Behördensicht, und das mit einem hohen Praxisbezug.

Dabei berichten namhafte Unternehmen wie die Badischen Stahlwerke, Bayer, Bilfinger Chemserv, Infraserv, Merck oder auch RWE aus erster Hand, wie sie ihren Arbeitsschutz optimieren. Zudem bieten halbtägige Workshops die Gelegenheit für die Teilnehmer, sich intensiv zu ausgewählten Themen auszutauschen. www.tacook.de/ arbeitsschutz2018


NACHRICHTEN

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Greengate Ăźberzeugt beim „Innovationspreis“

FĂźr ein „Ökosystem der Konnektivität“

Die Greengate AG aus Windeck wurde vor Kurzem vom NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart im Rahmen des Wettbewerbes „Innovationspreis“ ausgezeichnet. Unter dem Motto „Erfolg durch Kooperation“ wurden NRW-weit innovative Produkt- und Dienstleistungsideen gesucht, die in Kooperation eines mittelständischen Unternehmens mit einer Hochschule oder Forschungseinrichtung entwickelt wurden.

Strategische Partnerschaft zwischen Danfoss, Somfy und Schneider Electric

Hintergrund fĂźr die Auszeichnung: In Kooperation mit dem FIR e.V. an der RWTH Aachen entstand das neue Softwaretool „Dispo-Offshore“, mit dem Instandhaltungsaufträge geplant und die Logistik mit Schiff und Hubschrauber organisiert werden. Die Software erleichtert beispielsweise den zuverlässigen, wirtschaftlichen und letztendlich auch umweltfreundlichen Betrieb von Offshorewindparks. www.greengate.de

Frank Lagemann und Martin Gerwens, die beiden Vorstände von Greengate, nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Prof. Dr. Andreas Pinkwart und dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. Oliver Koch von der Hochschule Ruhr West entgegen. Bild: Greengate

Der Heizungsspezialist Danfoss, der Antriebs- und Steuerungshersteller Somfy sowie der Elektrotechnikkonzern Schneider Electric kooperieren, um ein „Ökosystem der Konnektivität“ zu entwickeln. Dieses soll die Vernetzung im Wohnbau und bei mittelgroĂ&#x;en Gebäuden beschleunigen. Der globale Markt der Konnektivität wächst rasant. Bis zum Jahr 2022 rechnet das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan in Europa mit einem zweistelligen Wachstum fĂźr den Bereich „Hausautomatisierungssysteme“. Derzeit ist fĂźr viele aber das Thema zu kompliziert, es gibt Mängel bezĂźglich Interoperabilität und Kundenservice. Auch die Qualität der Installationen ist oftmals ein Problem, speziell wenn die nĂśtige Qualifikation fehlt. Deshalb sind die drei Firmen Danfoss, Somfy und Schneider Electric nun eine strategische Partnerschaft eingegangen. „In den letzten Jahrzehnten haben wir eine hohe Kompatibilität mit anderen AnwendungsfĂźhrern in HLK-Geräten, Zugangskontrollen, TĂźreinstiegs- und Audio-VideoSystemen entwickelt. Wir glauben, dass es an der Zeit ist, die Interaktion zwischen anderen Akteuren weiter zu vertiefen und eine nahtlose und einfache Integration unserer Anwendungen zu ermĂśglichen“, erklärt Lars Tveen, Präsident des Danfoss

Danfoss, Schneider Electric und Somfy werden zukßnftig ihre Konnektivitäts- und Technologiestrategien aufeinander abstimmen. Zudem werden die Produkte auf Controlleroder auf Cloud-Ebene durch eine Programmierschnittstelle (API) interoperabel. Ziel ist eine verstärkte Vernetzung intelligenter Hausautomation mit effizienten Produkten, die leicht und schnell installiert und perfekt aufeinander abgestimmt sind. Bild: Danfoss

Heating Segments. Gemeinsam prĂźfen und erstellen die drei Unternehmen maĂ&#x;geschneiderte LĂśsungen zur Entwicklung von

einfacher und nahtloser Integration ihrer verschiedenen Anwendungen. Dies biete nach Aussagen der drei Partner einen Mehrwert fĂźr Installateure und Systemintegratoren sowie Vorteile fĂźr Endverwender u.a. in den Bereichen Komfort, Sicherheit, Gesundheit, Energieeffizienz und Benutzerfreundlichkeit. Die ersten Anwendungsfälle des „Ökosystems Konnektivität“ stellen die drei bereits auf der Light + Building 2018 vor. Präsentiert wird z.B. ein Hotel mit vollständig integrierter Gästeraumverwaltung. Die Vorteile fĂźr den Hotelbetrieb liegen in der nahtlosen Integration der Systeme, die eine Optimierung des Energieverbrauchs ermĂśgliche, ohne den Komfort und die Gesundheit der Kunden zu beeinträchtigen. Hotelmanager kĂśnnen dies alles Ăźber ein einziges integriertes System steuern. Ein weiterer Bestandteil der Partnerschaft ist, dass Danfoss, Schneider Electric und Somfy ihr Installateur-Netzwerk entsprechend schulen. www.danfoss.de

WindEnergy Hamburg The global on & offshore expo Hamburg, 25 – 28 September 2018

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Leadec soll um 8 bis 10 Prozent p. a. wachsen Alexander Bonk, Geschäftsführer von Leadec Deutschland, im Interview Im Januar 2017 wurden aus Voith Industrial Services die Service-Unternehmen Leadec und Veltec. Wie die Entwicklung für das Service-Unternehmen Leadec, das mit rund 16.600 Mitarbeitern an über 200 Standorten aktiv ist, im ersten Jahr gelaufen ist, wohin die Reise gehen soll und wo es die größten Chancen auf dem Industriedienstleistungsmarkt in Deutschland gibt, erklärt Alexander Bonk, Geschäftsführer von Leadec Deutschland, im exklusiven Interview. Herr Bonk, wie ist das erste Jahr gelaufen? Im Herbst 2016 wurden wir als Konzernsparte eines Familienunternehmens an ein PrivateEquity-Unternehmen verkauft. Der Weg hin zum eigenständigen Unternehmen hatte natürlich einige organisatorische Veränderungen zur Folge. Die neuen Strukturen, Prozesse und Systeme sind maßgeschneidert auf unsere Anforderungen als Dienstleistungsunternehmen angepasst. Damit einher ging auch ein kultureller Wandel und wir können uns nun noch gezielter nach den Wünschen und Anforderungen unserer Kunden ausrichten. Maßgeblich ist dabei, dass wir direkt in den Werken und Anlagen unserer Kunden tätig und dementsprechend sehr dezentral organisiert sind. Unsere Kunden nehmen diese Veränderungen bereits positiv wahr und wissen, dass wir auch mit neuem Namen ein verlässlicher Partner sind. Ist man bei Leadec damit zufrieden? Leadec konnte im vergangenen Jahr einen Umsatz von ca. 850 Mio. Euro verzeichnen. Damit sind wir zufrieden und darauf wollen wir systematisch im Rahmen unserer neuen Strategie aufbauen. Diese beinhaltet zum einen, dass wir unser Automotive-Stammgeschäft, beispielsweise in Zentraleuropa, ausbauen und hier neue Potenziale heben sowie uns noch stärker auf unsere Kernkompetenzen fokussieren. Zum anderen bedeutet es aber, neue Industrie, Branchen und Geschäftsbereiche zu erschließen und die Erfahrungen, die wir bisher vorrangig mit OEM gesammelt haben, auf angrenzende Fertigungsindustrien zu übertragen. Dazu zählen Trucks, Commercial Vehicles, First- und Second-Tier-Supplier, aber auch Non-Automotive-Kunden wie Flugzeughersteller, Maschinen und Anlagenbauer sowie Hersteller von weißer Ware. Wir sehen uns als erfahrenen Partner, da dort ähnliche Fertigungsprinzipien gelten. Leadec verfolgt ambitionierte Wachstumsziele von 8 bis 10 Prozent jährlich und strebt für 2022 einen Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden Euro an. Dieser soll im Wesentlichen durch organisches Wachstum, aber auch Unternehmenszukäufe, die wir aus eigenen Mitteln stemmen können, zustande kommen. Im Herbst vergangenen Jahres verkaufte Leadec aus dem Bereich Engineering Services die

„Weltweit ist Leadec im vergangen Jahr um rund 1.000 Mitarbeiter gewachsen, bis zum Jahr 2022 sollen es rund 25.000 Mitarbeiter sein. Für Deutschland bedeutet dies: Wir wollen im gleichen Zeitraum um 40 Prozent und ca. 2.000 Mitarbeiter wachsen, davon rund 50 Prozent in der Automotiveindustrie“, erklärt Alexander Bonk, Geschäftsführer von Leadec Deutschland, und ergänzt: „Aktuell haben wir in Deutschland rund 400 Stellen zu besetzen. Hier suchen wir insbesondere Ingenieure, Techniker, Elektroniker und Industrieelektriker, Industriemechaniker, Mechatroniker und Mechatroniker für Kältetechnik, SPS- und Roboter-Programmierer sowie Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klimatechnik.“ Bilder: Leadec

Schienenfahrzeug- und Motorradentwicklung, in diesem Frühjahr auch das Prototyping. Wie passt dies in die Unternehmensstrategie? Die in Chemnitz ansässigen Geschäftsbereiche Schienenfahrzeug- und Motorradentwicklung sowie das Prototyping waren für uns Nischenaktivitäten. Der Verkauf ist Teil der Leadec-Strategie, sich stärker auf ausgewählte Services zu fokussieren. Während Prototyping und Pronicht zu duktengineering unserem Kerngeschäft gehören, bauen wir dagegen das Prozessengineering und die Optimierung von Produktionsprozessen weiter aus. Aus diesem Grund verbleibt der Geschäftsbereich Manufacturing Engineering bei Leadec. Unser technisches Servicegeschäft ist künftig in vier Clustern aufgestellt: Install, Maintain, Support sowie Digitize & Optimize. Wir sind zudem überzeugt, den betroffenen Mitarbeitern mit diesem Schritt eine positive und erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Können Sie erklären, welche Leistungen bei diesen Clustern hier konkret gemeint sind? Wir begleiten den Kunden entlang des gesamten Produktionsprozesses. Im Cluster Install bedeutet dies: Wir kümmern uns um den reibungslosen Anlauf von Produktionsanlagen und -maschinen. Das kann neu angeschaffte Anlagen betreffen oder auch Anlagen, die verlagert oder modernisiert werden

müssen. Zu den Services zählen etwa elektrische Installationen, die Automatisierung von Produktionsprozessen sowie die Deund Remontage von Maschinen und Anlagen. Im Cluster Maintain sorgen wir dafür, dass die Produktion unserer Auftraggeber einwandfrei läuft. Denn wir halten instand, warten, reparieren, reinigen und optimieren sämtliche Komponenten rund um den gesamten Fertigungsprozess, um Stillstandszeiten zu minimieren. Hierzu zählen die Produktionsinstandhaltung und die technische Reinigung. Das Cluster Support sorgt für ein optimales Produktionsumfeld. Hierbei widmen wir uns den Details, damit sich die Kunden auf das Große und Ganze konzentrieren können. Vom Gebäude über gebäudetechnische Anlagen bis zum umgebenden Gelände übernehmen wir die Verantwortung für Wartung, Reinigung und innerbetriebliche Abläufe. Die Services sind im Detail: Technisches Facility Management (TFM), Infrastrukturelles Facility Management (IFM) und die innerbetriebliche Logistik. Das Cluster Digitize & Optimize bauen wir gerade auf. Denn intelligente Fabriken brauchen intelligente Services und einen wachen Partner, der die Zukunft schon heute fest im Blick hat. Als

Leadec ist einer der führenden Anbieter technischer Dienstleistungen für die Fertigungsindustrie.

erfahrene Branchenkenner antizipieren wir kommende technologische Entwicklungen und schaffen für unsere Kunden frühzeitig die Voraussetzungen, um sich den entscheidenden Vorsprung zu sichern. Dieses Cluster hat digitale Geschäftsmodelle zum Inhalt, aber richtet sich auch an den Themen Prozessoptimierung, Engineering und dergleichen aus. Zudem werden wir schrittweise den Digitalisierungsgrad unserer Geschäftsprozesse erhöhen und die zunehmende Menge an Daten, die wir daraus gewinnen, zur Verbesserung der bestehenden und für neue Dienstleistungen verwenden. Wo sehen Sie die größten Chancen auf dem Industriedienstleistungsmarkt in Deutschland und welche Rolle spielen dabei Digitalisierungsthemen?

Aktuell machen wir in Deutschland rund 80 Prozent unseres Umsatzes mit der Automobilindustrie. Unsere Kunden sind die großen Automobilhersteller, die zum Teil schon seit 50 Jahren mit uns zusammenarbeiten und auf unsere Services und Expertise vertrauen. Dies bietet uns gute Chancen, uns auch mit unseren neu aufgestellten Services zu positionieren. Im Bereich Digitalisierung verfügen wir bereits über viel Wissen, das wir teilweise schon seit längerer Zeit aktiv als Service anbieten. Dazu zählen etwa die mobile Instandhaltung oder Robotersimulationen. Darüber hinaus testen wir aktuell weitere Services, etwa mit Datenbrillen, in Pilotprojekten. Hier wollen wir uns zudem durch Akquisitionen und Venture Capital verstärken. www.leadec-services.com

Umfrage zum WVIS-Branchenmonitor läuft Wirtschaftsverband für Industrieservice lädt zur Teilnahme an der Befragung ein Derzeit führt Frau Prof. Dr. Kerstin Seeger von der Performance Consulting GmbH gemeinsam mit dem WVIS die Befragung zum Branchenmonitor durch. Dabei kommen sowohl die Serviceunternehmen selbst als auch deren Kunden zu Wort, d.h. es gibt zwei Befragungen. Unternehmen können sich direkt und anonym online daran beteiligen oder den Fragebogen herunterladen. Ob und wie sich die Rahmenbedingungen für den Industrieservice geändert haben, welche aktuellen Herausforderungen zu bewältigen sind und welche Erwartungen die Führungskräfte in der Industrie an die Entwicklung der Rahmenbedingungen für den Industrieservice haben, das ist der Gegenstand der Studie, die Performance Consulting derzeit im Auftrag des WVIS durchführt. Erste Trends, wohin die Entwicklung geht, spiegelt bereits die WVIS Blitzlichtumfrage wider, die im Dezember vergangenen Jahres durchgeführt wurde. „Gibt es bereits eine enge Vernetzung und Bindung zwischen einem potenziellen Kunden und einem Dienstleister, wird es für einen anderen Dienstleiter immer schwerer, sich hier als interessante Alternative zu positionie-

„Die fachliche Kompetenz ist eine doppelte Herausforderung für die Dienstleister, die eng mit dem Fachkräftemangel zusammenhängt. Denn einerseits fordern die Kunden der Industrieservicedienstleister eine hohe fachliche Kompetenz. Andererseits ist und wird es für die Dienstleister immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden“, erklärt Frau Prof. Dr. Kerstin Seeger von der Performance Consulting GmbH. Bild: B&I

ren“, erklärt in diesem Zusammenhang Frau Prof. Dr. Kerstin Seeger. Sie ergänzt: „Aufgrund dieser Entwicklung lässt sich der eigene Umsatz, den Dienstleister mit ihren Kunden bereits machen, zwar ziemlich gut absichern. Andererseits wird es aber immer

schwieriger, neue Felder und Kunden zu gewinnen.“ Ihr Rat lautet in Bezug auf das Thema Industrie 4.0: „Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, hier früh auf den Zug aufzuspringen und die Felder in diesem Bereich zu besetzen, bevor es andere tun.“ www.wvis.eu/index.php?id=14


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Fehlende Strategien hemmen Industrieservices Ergebnisse der Strategiestudie Industrieservices 2018 sind ein Weckruf für die Branche Die internationale Unternehmensberatung TME Associates, die ihren Fokus auf Real Estate Management, deren Dienstleistungen sowie Brands und Retail legt, veröffentlichte auf der diesjährigen Inservfm die Ergebnisse ihrer Strategiestudie Industrieservices 2018. Demnac h haben nur wenige führende Industrieserviceunternehmen bisher klare Strategien zur Weiterentwicklung ihres Unternehmens. Dabei sind die wesentlichen Handlungsfelder der Branche bekannt. Doch Lösungsansätze für diese Herausforderungen gibt es, so die Studie, nur wenige. „Fehlende Strategien hemmen die Weiterentwicklung der Industrieservices“, betonen die Experten von TME. Die Strategiestudie Industrieservices 2018 der TME Associates rüttelt die Branche auf, denn die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Industrieservices-Branche strategisch noch nicht gut aufgestellt ist. Denn nur wenige Industrieservice-Unternehmen, dazu gehören überwiegend die großen, namhaften Anbieter der Branche, verfügen nach Aussage der Unternehmensberater von TME über klare Überlegungen zur strategischen Weiterentwicklung ihres Unternehmens. Die anderen, wie insbesondere mittelständische Unternehmen, haben dagegen oft widersprüchliche oder gar keine Strategieansätze - und das, obwohl gerade hier Chancen in Nischenstrategien bestehen. Es bestehe also dringender Handlungsbedarf, betonen die Autoren der Studie. Für die Studie wurden im Januar und Februar dieses Jahres mehr als 120 Geschäftsführer und Strategieverantwortliche der führenden deutschen Industrieservice-Anbieter durch TME Associates befragt. TME konnte so einen breiten Einblick in die strategischen Überlegungen der Branche erlangen. Die wesentlichen Handlungsfelder der Branche sind den Teilnehmern der Studie bekannt, allerdings fehlen ganz konkrete Lösungsansätze. So verwundert es nicht, dass die Digitalisierung von allen Teilnehmern zwar als wesentlicher Stellhebel identifiziert wird, der den Markt nachhaltig verändern wird. Auf der anderen Seite sagen aber drei Viertel der Teilnehmer, dass konkrete Digitalisierungslösungen derzeit noch fehlen. Aus TME-Sicht ist hier ist eine klare Digitalisierungsstrategie erforderlich, die konkrete Maßnahmen benennt und priorisiert. Führende Anbieter streben in diesem Rahmen beispielsweise Innovationspartnerschaften mit ihren Kunden an, um gemeinsam an diesen Themen zu arbeiten. Die Mehrheit der Teilnehmer rechnet in den kommenden Jahren außerdem mit einer zunehmenden Fremdvergabe (Outsourcing) von IndustrieservicesLeistungen. Dabei werden, so die Befragten, Preisdruck und Wettbewerb deutlich zunehmen, ebenso wie der Trend zu integrierten, ganzheitlichen Dienstleistungsangeboten (Leistungspaketen). Die Unternehmen reagieren auf diesen Trend überwiegend mit Differenzierungsstrategien wie zum Beispiel einer Qualitäts-

führerschaft. Aus Sicht der TME ist dies aber ein fragliches Unterfangen, da - wie die Unternehmensberater mahnen - Differenzierungsmerkmale kaum gegeben sind. Auf der anderen Seite sind weiterhin Spezialisten und regionale Nischenanbieter erfolgreich. Die Herausforderung ist somit, die passende intelligente Differenzierungsstrategie zu finden. Nahezu alle an der Studie teilnehmenden Unternehmen verfügen über definierte Wachstumsstrategien. Wachstum soll dabei in erster Linie über Zukäufe generiert werden. Auf die Herausforderung weist Frank Ströhlein, Partner der TME Associates, hin: „Zahlreiche Unternehmen sind aktuell auf der Suche nach geeigneten Übernahmeobjekten. Das Problem ist jedoch, es lassen sich derzeit geeignete Unternehmen nur schwer finden.“ Hier wird derjenige erfolgreich sein, der eine geeignete Plattform für Partner- und Nachfolgemodelle anbieten kann. Hintergrund: Der Anbietermarkt für Industrieservices in Deutschland ist ein kleinteiliger, fragmentierter Markt, auf dem sehr unterschiedliche Services häufig regional fokussiert angeboten werden. Es existieren laut TME praktisch keine marktdominierenden Unternehmen. Die Unternehmensberater haben vier Wachstumsstrategien identifiziert und die jeweiligen Anforderungen sowie Handlungsfelder herausgearbeitet. Generell ist nach Aussagen der Experten die zielgerichtete Ausrichtung auf profitable Produkt-MarktSegmente anzustreben, in denen das eigene Unternehmen eine führende Rolle einnehmen kann. Damit ist immer die Frage zu beantworten, wie und in welchen Marktsegmenten (in der Regel Zielkunden oder -branchen) mit welchen Produkten (zum Beispiel Services oder Leistungspakete) unter Berücksichtigung der Marktentwicklung, des Wettbewerbs und der eigenen Alleinstellungsmerkmale nachhaltig profitables Geschäft generiert werden kann. Der Markt, der nach Schätzung von TME ein Marktvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr umfasst, ist stark in Bewegung. Zahlreiche Anbieter ordnen sich neu, Konzentrationstendenzen sind deutlich wahrnehmbar. Das heterogene Leistungsbild ist dabei eine Chance für Anbieter, die sich auf die verändernden Kundenbedürfnisse einstellen und passende Produkt-Markt-

Segmente finden. Voraussetzung ist, dass das eigene Geschäftsmodell kritisch hinterfragt wird und identifizierte Handlungsfelder zügig und konsequent angegangen werden. www.tme-associates.com

Frank Ströhlein, Partner der TME Associates, stellte die Ergebnisse im Rahmen des Kongresses auf der Inservfm in Frankfurt Ende Februar vor. Bild: TME Associates

Zehn Jahre Turnarounds ohne Unfälle Wie Bilfinger mit dem Maintenance Concept erfolgreich die Unfallrisiken senkt Bereits seit zehn Jahren arbeitet der Geschäftsbereich Turnaround der in Deutschland ansässigen Bilfinger Maintenance GmbH unfallfrei. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, denn in diesem Zeitraum wurden von den Spezialisten in über 100 Turnaround-Projekten immerhin mehr als 4,4 Millionen Arbeitsstunden geleistet. „Beim Thema Arbeitssicherheit gehen wir bei Bilfinger keine Kompromisse ein. Das zahlt sich aus“, betont Rainer Gross, Bereichsleiter Turnaround der Bilfinger Maintenance GmbH. Er ergänzt: „Aber wir ruhen uns nicht auf dem Erreichten aus. Vielmehr entwickeln wir die Maßnahmen zur Arbeitssicherheit innerhalb unseres Bilfinger Maintenance Concepts konstant weiter.“ Mit dem Bilfinger Maintenance Concept, kurz BMC, das im Jahr 2014 erstmals vorgestellt wurde, hat der Industriedienstleister ein aus 16 Modulen bestehendes ganzheitliches Konzept entwickelt, das alle wichtigen Themen der Instandhaltung abbildet. So wird im Modul „Kunden“ beispielsweise aufgezeigt, wie der Dialog zu Beginn einer Zusammenarbeit gestaltet wird, um den Kundennutzen vom ersten Schritt an zu optimieren: Ein proaktives Kundengespräch mit rund 40 Fragen gibt den Experten Einblick in den aktuellen Status quo der Instandhaltung. Auf dieser Basis zeigen sie Verbesserungsmöglichkeiten auf und

Als Turnaround werden in der Prozessindustrie umfangreiche Generalrevisionen von Anlagen bezeichnet. Oftmals sind dabei mehrere Tausend Mitarbeiter über mehrere Wochen im Einsatz. Bild: Bilfinger

können maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Die Methodenkompetenz fließt aber auch in weitere Module des BMC ein: Dazu gehört beispielsweise die Analyse, mit welcher Wahrscheinlichkeit Schäden oder Probleme in einer Anlage auftreten. Zum Einsatz kommt hier die „Risk and Condition Based Maintenance“ (RCBM). Auf Basis der ermittelten Kritikalität erstellen die Experten die Risikomatrix und definieren zusammen mit dem Kunden die Prioritäten der Instandhaltungsmaßnahmen.

BMC mit 16 Modulen Weitere Bestandteile des BMC sind u.a. die Themen HSEQ, Key Performance Indicators (KPIs), Wissensmanagement, Innovation oder Kooperation. Das BMC umfasst in der Instandhaltung also den gesamten Lebenszyklus einer prozesstechnischen Anlage und damit auch im Turnaround Methoden zur Arbeitsplanung und -ausführung sowie zur Mitarbeiterschulung.

Damit werden die Voraussetzungen für einen reibungslosen Turnaround-Prozess geschaffen. Da im Rahmen des BMC auch typische Unfallursachen weitestgehend ausgeschlossen werden können, erhöht sich zudem die Arbeitssicherheit. „Die Turnaround-Planung ist ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Aspekt für unsere Kunden, aber auch uns selbst“, verdeutlicht Hermann Holme, Geschäftsführer der Bilfinger Maintenance. Er erklärt weiter: „Großreparaturen und Turnaround-Projekte haben wesentlichen Einfluss auf das Betriebsergebnis einer technischen Anlage. Angesichts eines immer schärferen Wettbewerbs wird professionelles TurnaroundManagement für produzierende Unternehmen aus allen Branchen zunehmend zum Erfolgsfaktor. Die Entwicklung ist dabei noch lange nicht ausgereizt. Durch Bündelung von Gewerken und konsequente Digitalisierung der Prozessabläufe im Turnaround lassen sich sicher auch in Zukunft weitere Produktivitätsgewinne realisieren.“ www.bm.bilfinger.com


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RFID und NFC schaffen das IoT Klaus Dargahi von Smart-Tec über die Bedeutung von Transpondern bei der Vernetzung Die Begrifflichkeit „Internet of Things“ (IoT, deutsch: Internet der Dinge) bezeichnet im Allgemeinen die Vernetzung von Gegenständen - und zwar sowohl untereinander als auch mit dem Internet. Im privaten Bereich geht es hierbei um Alltagsgegenstände, im industriellen Sektor hingegen um Maschinen und verschiedene andere stationäre oder bewegliche Objekte. Die Voraussetzung, dass Gegenstände über ein Netzwerk miteinander kommunizieren können, ist eine geeignete Hardwareausstattung, z.B. Sensoren oder Industrietransponder. Das Internet of Things, kurz IoT, kann als Netzwerk umschrieben werden, in dem sogenannte „Smart Objects“ miteinander kommunizieren können. Jedes dieser intelligenten Objekte ist über eine einzigartige Adresse identifizierbar. Für den Menschen ist es daher möglich, jedes Objekt über das Internet gezielt anzusprechen. Zwar ist der Mensch demnach grundsätzlich für Steuerung und Kontrolle der IoT-Objekte zuständig, ein hohes Maß an Einfluss ist jedoch nicht das Ziel. Es geht vielmehr darum, die Gegenstände mithilfe einer Internetverbindung in die Lage zu versetzen, selbstständig zu agieren, situative Entscheidungen selbst zu treffen oder sich an bestimmte Szenarien anzupassen. Dies ist gleichzeitig der entscheidende Vorteil: Inputs von Benutzern werden obsolet, da die IoT-Objekte die Eingabe von Aufgaben selbstständig übernehmen.

Reale und virtuelle Welt vernetzt Erklärtes Ziel des Internets der Dinge ist eine Auflösung der Grenzen zwischen realer und virtueller Welt. In der Endausbaustufe soll jeder Gegenstand in der Lage sein, Daten zu seinem aktuellen Zustand fortlaufend via Internet zur Verfügung zu stellen. In der Industrie betrifft das Internet of Things, anders als im Verbrauchersegment, Produkte, Waren, Produktionseinrichtungen und ganze Prozesse in der Fertigung. Grundvoraussetzung ist der Einsatz intelligenter Industrietransponder, welche es Gegenständen und Maschinen ermöglichen, ständig im Internet präsent zu sein. Demzufolge sind RFID- und NFCTechnologien, wie sie z.B. von Smart-Tec angeboten werden, als wesentlicher Bestandteil des Internet of Things zu bezeichnen. Mithilfe der Transponder ist es beispielsweise möglich, Produktionsprozesse besser zu planen und zu steuern oder die Maschinenwartung zu verbessern. Die Abläufe werden hierdurch effizienter. Kosten und Zeitaufwände sinken, wobei Sicherheit und Qualität gleichzeitig erhöht werden können. Schon lange vor dem Beginn der Digitalisierung existierten Transponder zur Vernetzung von Gegenständen. RFID- und NFCLösungen werden von Smart-Tec bereits seit über einem Jahrzehnt entwickelt, hergestellt und vertrieben. Im Kontext des Internets der Dinge rücken diese Technologien aber nun noch stärker in den Fokus als jemals zuvor.

Gegenüber anderen Ansätzen haben RFID und NFC mehrere Vorteile. Die Transponder sind sehr klein, wodurch sie annähernd überall eingesetzt werden können. Bereits passive RFID-Systeme, also Transponder ohne eigene Energieversorgung, erreichen Reichweiten von 5 bis über 10 Metern. Bei aktiven Transpondern, die größer und auch kostspieliger sind, sind Lesereichweiten bis 100 Meter möglich. Transponderinformationen sind in mehrerlei Hinsicht die Basis des IoT und damit auch der aktuell viel diskutierten Industrie 4.0. Kernelemente sind Informationsübergabe, Ortserkennung und die eindeutige Identifikation von Gegenständen wie Maschinen, Geräten, Lagerund Transportbehältern, (Zwischen-)Erzeugnissen und Werkzeugen. All diese Objekte müssen nicht nur aktuelle Informationen über sich preisgeben können, sie müssen auch untereinander vernetzbar sein, um zu kommunizieren. Mithilfe von RFID und NFC können außerdem Maschinendaten ausgelesen werden, welche in Form automatischer Statusinformationen an einen definierten Empfängerkreis gesendet werden. Auf diese Weise fallen etwa Störungen weit weniger ins Gewicht als bisher. Der Grund: Dank IoT sind Produktionseinrichtungen in der Lage, Werkstücke auf andere Anlagen umzuleiten, sodass keine Unterbrechung entsteht. In der Zwischenzeit fordert die defekte Maschine autonom eine Wartung an. Natürlich sind Transponder-Technologien auch allgemein die Basis für eine funktionierende Maschinen-Maschinen-Kommunikation (M2M). RFID- und NFC-Transponder können darüber hinaus an einem Produkt verbleiben, wodurch sich zahlreiche Vorteile in puncto Rückverfolgbarkeit ergeben. Es ist demnach möglich, den kompletten Lebenszyklus eines Erzeugnisses nachzuvollziehen. Herstellung, Lagerung, Transport, Anwendung beim Kunden und Entsorgung oder Recycling - alle Schritte werden transparent und sind nachverfolgbar. Hieraus ergeben sich Vorteile für alle Prozessbeteiligten, wobei neben dem Hersteller etwa Logistikunternehmen, Händler, Wartungs- und Reparaturdienstleister sowie Entsorger zu nennen wären. Informationen auf RFID-/NFCTranspondern können - anders als beispielsweise beim Barcode nicht nur gelesen, sondern auch verändert werden. Erreicht wird dies durch eine bidirektionale Kommunikation mit einem Reader. Hieraus entstehen zahlreiche Vor-

teile für den Produktionsprozess. Im industriellen Internet of Things trägt jedes Material einen Transponder, der sämtliche Informationen enthält, die für Abläufe in der Fertigung notwendig sind. Dies können einerseits Ordnungsmerkmale wie Materialnummer, Werkstoff oder Abmessungen sein. Noch wichtiger sind jedoch die aktuellen Zustandsinformationen, welche der Transponder dank bidirektionaler Kommunikation jederzeit in aktueller Form überträgt. Produktionseinrichtungen können diesen Daten beispielsweise entnehmen, in welchem Verarbeitungsstatus sich ein bestimmtes Werkstück befindet.

Produktion steuert sich selbst Fertigungseinrichtungen sind hierdurch wiederum in der Lage, autonom über weitere Prozessschritte in der Produktion zu entscheiden und auf ungeplante Veränderungen flexibel zu reagieren. Zusammengefasst bedeutet dies: Die Fabrik der Zukunft steuert ihren Material- und Warenfluss mithilfe smarter Objekte, die mit RFID- oder NFC-Transpondern ausgestattet sind, komplett selbst. Selbstverständlich beschränkt sich das Internet of Things nicht auf die industrielle Fertigung und die Logistik. Intelligente Objekte wer-

RFID und NFC bieten mehrere Vorteile: Die Transponder sind sehr klein, wodurch sie annähernd überall eingesetzt werden können. Bereits passive RFID-Systeme, also Transponder ohne eigene Energieversorgung, erreichen Reichweiten von 5 bis über 10 Metern. Bei aktiven Transpondern, die größer und auch kostspieliger sind, sind Lesereichweiten bis 100 Meter möglich. Bild: Smart-Tec

den in nicht allzu ferner Zukunft in jedem erdenklichen Bereich Einzug halten. Ein stark wachsender NFC-Anwendungsbereich ist etwa „Mobile Payment“. Hier kommen Bezahlsysteme zum Einsatz, welche per Smart Card oder Mobiltelefon Finanztransaktionen abwickeln. So ersparen sich Nutzer die Verwendung von Kleingeld, beispielsweise an Kassen, an Automaten, in Bussen oder in Straßenbahnen. Intelligente Etiketten, sogenannte RFID- oder NFC-Etiketten, ermöglichen zudem interessante Anwendungen im Bereich „Smart Home“. Nur einige Beispiele sind Zugangskontrollen für Wohnungen und Häuser, Einbruchund Diebstahlschutz sowie die Energiesteuerung. Grundsätzlich können mittels RFID-Technologie Objekte in Haushalten miteinander kommunizieren. Durch die geringe Größe der Transponder sind diese problemlos in Gegenstände wie Heizungen, Lichter, Rauchmelder oder Jalousien integrierbar. Die Entwick-

lungen gehen gedanklich jedoch noch viel weiter. Prominentes Beispiel ist etwa der Kühlschrank, der über seinen aktuellen Inhalt und fehlende Produkte selbstständig Auskunft geben kann. Voraussetzung ist hier, dass die Gegenstände im Kühlschrank - also die Lebensmittel bzw. deren Verpackung - Daten an das Haushaltsgerät übermitteln können. Die Produkte könnten darüber hinaus Informationen über Herkunft, Lieferwege, Herstellung und Haltbarkeitsdatum liefern. Auch zu diesem Zweck ist RFID- und NFCTechnologie einsetzbar. Zudem ist vorstellbar, dass sich der Nutzer via App gezielt zu den benötigten Gegenständen im Supermarkt leiten lässt. Möglich wäre sogar intelligente Kleidung. Hier könnte ein RFIDChip der Waschmaschine etwa per Funk mitteilen, welcher Waschgang und welche Temperatur notwendig sind. Klaus Dargahi, Geschäftsführer von Smart-Tec www.smart-tec.com

AR für „ferngesteuerte“ Instandhaltung Beo bietet Anwendung für Datenbrillen für die Fernwartung von Maschinen und Anlagen Die neue Software Beo-AR wurde speziell für Augmented-Reality-Brillen entwickelt und erlaubt eine ortsungebundene Instandhaltung. Im Servicefall überträgt die Brille per App Livebilder der Maschine direkt auf den PC eines Technikers. Dieser kann aus der Ferne Anweisungen zu Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen geben. Im Ergebnis reduziert die Software laut Anbieter kosten- und zeitintensive Serviceeinsätze und Maschinenausfallzeiten. Als Applikation kann Beo-AR auf Datenbrillen installiert werden. Die App ermöglicht es, Livebilder und Audiodaten von der Brille auf den PC eines Anlagentechnikers zu übertragen. Um auf die App zuzugreifen, ist lediglich eine Anmeldung über den Beo-Webbrowser erforderlich. Der Login erfolgt über ein individuelles Passwort. Durch die Vernetzung von Brille und PC kann der Servicetechniker aus der Ferne präzise Anweisungen für Wartungsarbeiten oder Reparaturen geben. Anlagenbetreiber können unter genauester Anleitung, quasi ferngesteuert, auch aufwendige Arbeiten durchführen. Durch die Verwendung einer Datenbrille statt eines Tablets oder eines anderen Endgeräts bleiben beide Hände frei - ein Vorteil bei der Arbeit.

Bild: Beo

Mit der Datenbrille können zudem Objekte an der Maschine markiert werden, die auch bei perspektivischer Veränderung gekennzeichnet bleiben. Somit lässt sich z.B. ein fehlerhaftes Bauteil aus verschiedenen Ansichten untersuchen. Außerdem können Gegenstände benannt und nach einer Speicherung wiedererkannt werden. Ihr Name erscheint sowohl im Brillen-

display des Anwenders als auch im Browser des Servicetechnikers. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Fernwartung bzw. Übertragung aufzuzeichnen und abzuspeichern. Die Aufzeichnung kann im späteren Verlauf für Nachbearbeitungen, zur Dokumentation oder als Schulungshilfe dienen. www.beo-software.de


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Cloudbasiert scannen - effektiver arbeiten Logistikdienstleister spart durch eine Alternative zur händischen Erfassung Der Dienstleister Alexander Global Logistics investiert in ein digitales Supply-Chain-Management. Im Rahmen eines Pilotprojekts führte hierfür der IT-Lösungsanbieter Kutzner Prozessoptimierung sein eigenentwickeltes Gerät „Kutzner Scanlet Logistic Solution“ ein. Hierbei handelt es sich um auf Cloudtechnologie basierende Industrie-Tablets mit Scannern. Die Lagerhäuser von Alexander Global Logistics (AGL) liegen in Bremerhaven. Papier und Zellstoffe machen den Löwenanteil dessen aus, was AGL hier am Standort lagert und umschlägt. Das Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Bremen startete im Jahr 2006 mit fünf Mitarbeitern; mittlerweile sind es 60. Einer von ihnen ist der geprüfte Havariekommissar Wilhelm Meier. Er inspiziert und entlädt jeden Morgen um sechs Uhr mit seinen Kollegen riesige Papierrollen aus den angelieferten Containern. Bis zu 150 Container mit je 25 Tonnen entladen Meier und sein Team monatlich, bevor die Ware ihren Weg per Lkw oder Waggon fortsetzt. Das bedeutet aber auch: 150 Container, deren Ware auf Vollständigkeit und Schaden hin überprüft werden muss. Bis dato wurde dies über händisch geführte Listen abgewickelt und dokumentiert. Dieses zeitaufwendige und fehleranfällige Verfahren wurde aber den wachsenden Anforderungen des Logistikbetriebs mit internationaler Ausrichtung nicht mehr gerecht. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen für die Einführung einer Scantechnologie zur mobilen Erfassung aller SCM-Daten am Standort. Erstmalig kommt hierfür das neu entwickelte Gerät „Kutzner Scanlet Logistic Solution“ zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Industrie-Tablets, die durch reichweitenstarke Scanner an diesen Einsatzfall angepasst wurden. Die damit einhergehenden Verbesserungen werden offensichtlich, wenn man sich die Arbeitssituation vor Augen führt. Bislang trugen die Mitarbeiter die Codenummern der Papierrollen beim Entladen per Hand in Listen ein und reichten diese zur Erfassung an das Operation-Team weiter. Dieses Verfahren war nicht nur zeit- und personalaufwendig, sondern auch noch fehleranfällig. Mit seinem Team gab der Abteilungsverantwortliche Meier deshalb im Juli 2017 den Impuls, diese Arbeitsschritte zukünftig deutlich zu straffen und zu vereinfachen. In anderen Lagerhäusern von AGL wird bereits mit gängiger SymbolScannertechnik gearbeitet, die jedoch nicht auf das Lager in Bremerhaven übertragbar ist. „Hier in Bremerhaven haben wir umfangreichere Anforderungen an unser Datenerfassungssystem. Unsere Kunden möchten beispielsweise die Ordernummer in den Aufzeichnungen finden und Fotos zu potenziellen Schäden ohne Zeitverzug einsehen. Unser Wunsch war es, das alles mit einem Gerät zu erledigen“, erklärt der Sachverständige Meier.

Um diese Anforderungen zu erfüllen, kooperiert Meier seit August 2017 mit Christian Kutzner, dem Inhaber von Kutzner Prozessoptimierung in Lilienthal. Das Unternehmen arbeitet seitdem mit seinen Systementwicklern an einer individuellen Supply-ChainLösung für das Lagerhaus. Eine wichtige Anforderung für die Entwicklung der Software war die Modifizierbarkeit des neuen Cloudsystems. „Es gibt verschiedene Ansätze und Lösungen auf dem Markt. Uns aber ist es wichtig, eine Lösung zu finden, die exakt auf die tägliche Arbeit bei Alexander Global Logistics zugeschnitten ist“, erklärt der IT-Experte. Heraus kam eine Komplettlösung auf Basis einer cloudbasierten Scantechnologie

Weniger Fehler mehr Zeit Die Hardware in Form der Industrie-Tablets, die mit der Betriebssoftware Windows 10 ausgestattet sind, sind das eigentliche Herzstück der Lösung. Die robusten Geräte, die unter anderem mit einer Kamera und mit einem reichweitenstarken Scanner ausgestattet sind, eignen sich auch für den Außenbetrieb. Im Prinzip handelt es sich um zwei Geräte, nämlich um einen Scanner und um ein 8-Zoll-Tablet,

die fest miteinander verbunden sind. Möglich macht dies ein mithilfe von 3-D-Technik konstruiertes Verbindungsstück aus ABS Kunststoff von einem halben Zentimeter Stärke. Erst dieses ließ aus dem Scanner und dem Tablet das „Kutzner Scanlet Logistic Solution“ entstehen. „Dieses Verbindungsstück von nur knapp 50 Gramm aus dem 3-DDruck hat einen extremen Mehrwert für unsere Kunden“, ist Kutzner überzeugt, denn nur so verschmelzen zwei leistungsstarke und alltagserprobte Geräte zu einer Einheit - und trotzdem bleiben deren Vorteile im Arbeitsprozess vollumfänglich erhalten. Das LTE-fähige Tablet nutzt bei Bedarf das Mobilfunknetz zur Datenübertragung und ist somit unabhängig von bestehenden Infrastrukturen. Die individuelle Software bleibt dank der Tabletlösung auch im Nachhinein noch erweiterbar. „Das hält Anwendern für die Zukunft alle Türen offen“, unterstreicht Kutzner. Was dieses Doppelgerät kann, zeigt sich in der Praxis: Alle via Scan erfassten Daten werden nämlich nun in Echtzeit online an die ausgelagerte Hauptdatenbank für ein- und ausgehende Warengüter gespielt. „Wir leben in einer Zeit, in der die Vernetzung und Echtzeit wesentliche Erfolgsfaktoren sind“, erklärt Kutzner. Er ergänzt: „Ein großer Vorteil der

Die Scanlet Logistic Solution Tool verarbeitet mehrere Arbeitsschritte wie Scannen, Fotografieren und anschließenden Datentransfer in einem Gerät. Dabei werden alle via Scan erfassten Daten in Echtzeit an die ausgelagerte Hauptdatenbank gespielt. Durch den Wegfall der händischen Erfassung werden so nicht nur etwa eine Dreiviertelstunde Arbeitszeit pro Tag eingespart, sondern auch Fehler vermieden. Bild: Kutzner Prozessoptimierung

Cloudtechnologie ist dabei die umfassende Auskunftsfähigkeit. Die Firmenzentrale, aber auch die einzelnen Mitarbeiter wissen zu jedem Zeitpunkt, wie der aktuelle Lieferstand ist und auch, wann neue Waren reinkommen.“ Wilhelm Meier ergänzt: „Das Spannende ist ja, dass ich die Geräte einpacken und auch von unterschiedlichen Orten aus damit arbeiten kann. Theoretisch könnte man die Ware bereits auf dem Schiff erfassen oder auch von einem anderen Lager, weil wir nicht mehr auf die Systeme der bestehenden Depothäuser angewiesen sind.“ Ein weiterer positiver Effekt der cloudbasierten Scantechnologie ist die Zeitersparnis. IT-Spezialist Kutzner erläutert: „Der Rücktransport der Daten geht mit der

neuen Technik gen null, weil die Daten just in time übertragen werden.“ Laut Meier entfällt durch das Wegfallen der händischen Erfassung etwa eine Dreiviertelstunde Arbeitszeit pro Tag. Er fügt hinzu: „Übertragungsfehler gehören damit der Vergangenheit an. Bei so langen Zahlreihen konnte dies leider bisher immer mal passieren.“ Ein paar Ideen für die Zukunft hat Meier schon im Kopf. „Toll wäre es, wenn wir unsere Aufträge vom Handy aus via Airprint direkt drucken könnten.“ Von der Cloud in die Luft sozusagen - die nächste Idee für eine Weiterentwicklung des Systems ist damit bereits geboren. www.kutzner-beratung.com https://alexander-logistics.de/

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Über die Mythen der Instandhaltung Andreas Schaller: Die Smartfactory realisieren und ungeplante Störungen vermeiden Das Servicemanagement beziehungsweise die Wartung von Anlagen fristet in großen Unternehmen oft ein Schattendasein - und das völlig zu Unrecht. Jährlich werden nämlich allein in Deutschland 14 Milliarden Euro durch ein ineffizientes Instandhaltungsmanagement verschwendet. Vier Mythen - sowie ihre Richtigstellung - rücken einen der elementarsten Bestandteile der digitalen Fabrik ins rechte Licht. Worauf es dabei ankommt, weiß Andreas Schaller, Vorstand der Boom Software AG. De facto hat die Instandhaltung bei vielen ein Imageproblem: Da keine subjektiv wahrnehmbare Wertschöpfung stattfindet, wird das Thema oft als reiner Kostenblock betrachtet. Deutlich wird das etwa in klassischen Produktionen: Erst der Stillstand von Anlagen verdeutlicht die Wichtigkeit der Instandhaltung, doch dann ist es bereits meist zu spät.

Instandhaltung der Kostenfaktor Daher gilt: In einem gut organisierten und leistungsorientierten Betrieb ist die Instandhaltung ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor für das reibungslose Funktionieren der Produktion. Allein in Deutschland werden nach einer Studie der Conmoto Consulting Group jährlich 14 Milliarden Euro durch ineffizientes Instandhaltungsmanagement verschwendet. Zum Vergleich: Als viermal so hoch wie die direkten Instandhaltungskosten schätzen Experten der RWTH Aachen und des Fraunhofer IPT die Verluste durch unterlassene oder fehlerhafte Instandhaltung.

Schlechte Qualität der Daten Scheitert Industrie 4.0 an der Datenqualität der Instandhaltung? Solange Unternehmen die Verfügbarkeit ihrer Anlagen auf Basis von „Feuerwehr-Mechanismen“ sicherstellen, lautet die Antwort laut Experten definitiv ja. Um die smarte, digitale Fabrik zu etablieren,

„Durch die immer stärkere Vernetzung, Automatisierung und Standardisierung von Prozessen können Unternehmen vermehrt datenbasierte Instandhaltungsstrategien umsetzen. Stichwort: Instandhaltung 4.0. So wird es einfacher, den nächsten Wartungstermin zu errechnen oder proaktiv auf mögliche technische Probleme zu reagieren. Dies führt zu Kosten- und Zeiteinsparungen und einer besseren Planbarkeit der Ressourcen“, so Andreas Schaller von der Boom Software AG.

braucht es eine sanfte Entwicklung hin zur Smart Maintenance. Damit stehen primär keine Hochinnovationstechnologien wie Augmented Reality im Fokus, sondern vielmehr gezieltes Wissensmanagement, um die gesamtheitliche Erfahrung von Mitarbeitern verfügbar zu machen. Oder anders ausgedrückt: Qualitative Datenerfassung heißt nicht Big Data, sondern gezieltes Dokumentieren von hochpriorisierten Teilen - erst dann können wir auch von Lean Smart Maintenance sprechen. Das ist auch der Unterschied zu klassischen ERP-Software-Lösungen: Buchhaltungssoftwareprodukte erfassen und dokumentieren - und zwar alles, das ist nicht „smart“ und schon gar nicht „lean“. Nur durch Smart Maintenance kann die Smart Factory nachhaltig realisiert werden - und nur dann können große Datenmengen

dabei helfen, ungeplante Störungen zu vermeiden. Für manche Firmen stellen Wartungskosten fälschlicherweise oft unverrückbare Größen dar. Diese Unternehmen sehen dann keinen

Instandhaltungskosten nicht vergleichbar Optimierungsbedarf und kein Potenzial, die Instandhaltungskosten zu reduzieren. Und noch viel schlimmer: Benchmarks sind de facto nicht vorhanden und werden auch nicht hinterfragt, Analysen sind nicht präsent. Dabei wären diese wichtig: Denn die Verbesserung der Ersatzteillogistik, verkürzte Zeitvorgaben für Mitarbeiter und die klarere Formulierung von Vorschriften können durchaus ein massives Einsparungspotenzial für Unternehmen liefern. Ist eine Instandhaltung vergleichbar? „Definitiv“, beispielsweise mit dem Boom Maintenance Manager, so der Softwarehersteller Boom Software. Ist eine innovative In-

Hoher administrativer Aufwand

„Der OEE wird von Unternehmen oft auf Basis unterschiedlichster Parameter errechnet, was eine Vergleichbarkeit zwischen Werken und Anlagen schwierig macht.“ Beispiel: Wie präventive Instandhaltungsmaßnahmen in die Anlagenverfügbarkeit eingerechnet werden, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. „Dadurch wird der OEE indirekt manipuliert“, betont Schaller. Bilder: Boom Software

standhaltung stets mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden? „Nun, nicht automatisch“, so der Softwareanbieter. Natürlich müsse eine vernünftige Datenbasis aufbereitet werden, um Smart Maintenance und in weiterer Folge „Lean“-Maßnahmen in einem Unternehmen zu implementieren. Allerdings gilt laut Softwareanbieter auch, dass Effekt und Wirkung der Analyse und des Benchmarkings der Daten in einem überragenden Wertschöpfungsverhältnis zur dadurch entstandenen, überschaubaren Datenerfassung stehen. www.boomsoftware.com

Kompaktes Diagnosemodul für Profibus Die WMV Apparatebau GmbH aus Windeck entwickelt und liefert seit mehr als 40 Jahren Systemtechnik zum Entölen, Waschen, Trocknen und Beschichten von Massenteilen. Immer wieder erhält WMV Anfragen von Kunden, die Probleme mit ihrer Anlage haben. „Ein sporadischer Steuerungsausfall sorgte für einen ungewollten Produktionsstillstand“, erläutert Andreas Fuchs, Servicetechniker bei WMV. Die Anlage wurde 1995 montiert und in Betrieb genommen. „Wir fragten uns, was die Ursache für den plötzlichen Ausfall sein kann. Lag es an der Verkabelung oder an einem der angeschlossenen Geräte?“, berichtet Andreas Fuchs vom Beginn der Fehlersuche. Die Prüfung der Profibusleitungen mit dem Kabeltester BT 200 von Siemens brachte keine Auffälligkeiten. Im nächsten Schritt erfolgte die Messung der Signalqualität mit dem Profibustester BC 600 PB von Softing. Auch hier lagen sowohl die Spannungspegel wie auch die Signalqualität im grünen Bereich. „Zwischenzeitlich hatten wir uns

Bild: IVG Göhringer

den Profibus-Quicktester P-QT 10 von IVG Göhringer besorgt. Das kleine Diagnosetool sucht nicht nach Fehlern in der Busphysik, sondern nach fehlerhaften Telegrammen“, erklärt Andreas Fuchs die weitere Vorgehensweise. „Der Alarmkontakt war mit einer elektrischen Hupe verbunden. Schon bald hörten wir ein lautes Summen.“ Andreas Fuchs war davon überrascht und gleichzeitig zufrieden: „Wir waren dem Fehler auf der Spur.“ Letztendlich wurden die Telegrammverluste durch Schaltvorgänge der in die Jahre gekommenen Schütze im Schaltschrank hervorgerufen. www.i-v-g.de

DB Station und Service setzt auf Fiori-App Die DB Station und Service hat in Zusammenarbeit mit der Axians NEO Solutions und Technology erfolgreich ein Fiori-basiertes Zyklusplanungstool für die Arbeitsgebietsleiter entwickelt und eingeführt. Hintergrund: SAP Fiori ist eine User-Interface-Technologie (Benutzeroberfläche), die auf den nicht nur im Consumer-Bereich erfolgreichen Grundsätzen der App- und Oberflächenentwicklung basiert. Ziel dieser für die DB entwickelten Lösung war es, den Anwendern auf Basis einer grafischen Planungsansicht die Jahresplanungen für Verkehrssicherungsprüfungen und Eigeninspektionen mit modernsten UIBedienkonzepten zu ermöglichen. Die Wartungszyklen werden pro Wartungsplan in einer

Jahresansicht visualisiert und der Anwender kann per Drag und Drop die Zyklen planen, umplanen und auf neue Situationen schnell reagieren. Der entsprechende Wartungsplan wird neu gestartet und die Abrufe neu terminiert. SAP Fiori lieferte die dafür geeigneten technischen Voraussetzungen. Axians realisierte die Umsetzung auf Basis der agilen Methodik Scrum und begleitete den erfolgreichen Produktivstart für mehr als 200 Anwender. Die Arbeitsgebietsleiter der DB Station und Service können laut Lösungsanbieter nun auf Basis der Fiori-App die Wartungen harmonisieren und die Kosten reduzieren, da Anfahrtswege und Arbeitsaufwand optimiert werden. www.axians.de/sap

SAP Fiori umfasst das Konzept, das Design und die Technologie, die notwendig sind, um SAPBenutzeroberflächen ein einheitliches Look & Feel zu geben - und zwar unabhängig von den verwendeten Endgeräten. Bild: Axians SAP EAM Solutions


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Effiziente Dokumentation sorgt für Transparenz Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen setzt auf interaktives Schichtbuch Dupont Danisco ist ein Hersteller für Lebensmittelzusatzstoffe, dessen Erzeugnisse sich - wie das Unternehmen betont - aktuell in jedem zweiten Eis, jedem dritten Käse und jedem vierten Brot auf der Welt befinden. Am Standort Niebüll produziert die deutsche Niederlassung mit rund 280 Mitarbeitern Starterkulturen für die Milchindustrie. Die Anlagen laufen sieben Tage die Woche, rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb. Um dies zu gewährleisten, müssen relevante Vorkommnisse lückenlos erfasst und an die nächste Schicht übergeben werden. Unterstützung erhalten die Mitarbeiter vom Shiftconnector, einem interaktiven Schichtbuch. Die Danisco Deutschland GmbH produziert im nordfriesischen Niebüll. Mitten im Stadtzentrum steht die Fermentationslinie. Dort werden Milchsäurebakterien gezüchtet und „geerntet“, in einer Zentrifuge konzentriert, pelletiert und bei minus 55 Grad eingelagert und teilweise auch gefriergetrocknet. Die pelletierten, gefriergetrockneten Bakterien gehen danach weiter ins Gewerbegebiet, wo sie bei minus 60 Grad zu unterschiedlichen Kulturen gemischt und abgefüllt werden, um später mit Milch zu Joghurt, Käse, Kefir und anderen Lebensmitteln verarbeitet zu werden. Die Herstellung der Bakterienkulturen läuft unter anderem auch gebäudeübergreifend über mehrere Anlagen. Der gegenseitige Informationsaustausch ist daher sehr wichtig, zumal die Anlagen sieben Tage die Woche, rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb laufen. Lediglich an Weihnachten steht die Produktion für ein paar Tage still. „Lange Zeit übergaben wir die Schicht mündlich, auf Papier oder kommunizierten per E-Mail; nichts Halbes und nichts Ganzes also“, erinnert sich DaniscoSchichtleiter Ulf Thiesen. Vieles sei dadurch zwischen den Schichten verloren gegangen und die Anforderungen an die Erfassung des Schichtbetriebs seien heute ohnehin viel höher als noch vor Jahren. Eine Optimierung tat not: Eine Software sollte diese Abläufe künftig abbilden können, die damit verbundenen Prozesse automatisieren und für mehr abteilungsübergreifende Transparenz sorgen. „Wir suchten nach einer zeitsparenden flexiblen Lösung, die unseren Informationsfluss sicher dokumentiert und uns bei wiederkehrenden Aufgaben einen durchgängigen Workflow ermöglicht“, wie Schichtleiter Thiesen berichtet.

Benutzerprofil angelegt. „Das ist sehr benutzerfreundlich angelegt. Der Shiftconnector bietet zum Beispiel vorgefertigte Arbeitsblätter, die sich einfach und individuell anpassen lassen“, betont der Schichtleiter.

Mehr Transparenz bei Reparaturaufträgen

„Wir können im Shiftconnector sogar Zeichnungen für die einzelnen Anlagenstellen hinterlegen“, berichtet der DaniscoSchichtleiter Ulf Thiesen.

Bedingungen eruiert. Da das meiste vorher lose von Hand bewältigt wurde, mussten zunächst Listen erstellt werden, z.B. für technische Plätze. „Wir haben von unseren Anlagen das gesamte Equipment systemseitig aufgenommen, jedes Ventil, jede Pumpe“, erläutert der Schichtleiter. Bei Reparaturaufträgen lassen sich nun über eine Auswahlfunktion die zu wartenden Anlagenteile einfach per Mausklick markieren. Für fast alle Danisco-Mitarbeiter wurde außerdem ein eigenes

Heute kann die Produktion mit wenigen Klicks Reparaturaufträge an die Haustechnik adressieren. Der Shiftconnector stößt den gesamten Prozess an und sorgt für eine lückenlose Erfassung. „Früher verwendeten wir dazu Excel- oder auch Word-Formulare. Da konnten wir nie wirklich sicher

Momentan ist das Projektteam dabei, eine Technikabnahme zu integrieren, denn ein französischer Kunde möchte, dass alle Reparaturaufträge nach einem ganz gewissen Schema abgearbeitet werden. Dies gilt es entsprechend zu dokumentieren.

sein, ob etwas schon erledigt war, ob schon jemand daran arbeitete, oder ob überhaupt schon jemand Notiz von unserem Reparaturauftrag genommen hatte“, erinnert sich der Spezialist. Mittlerweile nutzt fast das gesamte Unternehmen die Software, jede Abteilung auf ihre Weise. „Diese einfache Rückverfolgbar-

Steht heute z.B. eine Pumpenreparatur an, können die Schichtarbeiter aus dem Shiftconnector heraus den Reparaturauftrag anstoßen und direkt an die Haustechnik überstellen, und auch gleich mit dem Hinweis, wann die Anlage steht und die Pumpe repariert werden kann.

keit stößt bei uns in der Firma auf große Akzeptanz. Man kann auf einfache Weise sehen, ist da schon jemand dran an der Sache“, bestätigt Thiesen. Per Mausklick können die Mitarbeiter dann den Status ändern, von „offen“ auf „in Bearbeitung“ bis hin zu „erledigt“. Der Shiftconnector dokumentiert zudem detailliert, welche Mitarbeiter sich um welchen Reparaturauftrag kümmern. „So erhalten wir sofort eine Info, sobald die Reparatur abgeschlossen und die Anlage wieder frei ist.“ Dabei werden Reparatur- und Wartungsaufträge den einzelnen Anlagenteilen exakt zugewiesen. Über die Historie kann dann eingesehen werden, wie anfällig einzelne Anlagenteile sind. Per Schnellsuche lässt sich herausfinden, wie oft eine Pumpe im vergangenen Jahr kaputt war. Weiter auf Seite 10

www.uhlenbrock.org

Wir wissen, wie wichtig non-stop ist.

Einfache systemseitige Dokumentation Im Internet stieß Ulf Thiesen schließlich auf die Firma Eschbach, deren interaktives Schichtbuch Shiftconnector bereits bei zahlreichen Unternehmen der Foodbranche im Einsatz ist. „Die Referenzen haben uns überzeugt, und uns hat auch gefallen, dass der Geschäftsführer gleich persönlich vorbeigekommen ist, um uns die Vorteile seiner Lösung zu veranschaulichen“, so Thiesen. Bereits in der Folgewoche wurden die Anforderungen und

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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

Eine zu Unrecht wenig beachtete Norm Über die DIN EN 15628:2014 Qualifikation des Instandhaltungspersonals Durch das europäische Komitee für Normung (CEN) wurde die DIN EN 15628 Instandhaltungsqualifikation des Instandhaltungspersonals bereits im Jahr 2014 erstellt und von den Gremien angenommen. Aus Gesprächen in der Instandhaltung lässt sich allerdings der Schluss ziehen, dass deutsche Unternehmen die Norm kaum zu Rate ziehen. Das sei nach Ansicht von Katrin Jordan, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Instandhaltung Weinheim, schade, denn Grundlage, Absicht und Ausgestaltung sind bedeutsam. Die moderne Instandhaltung ist eine Querschnittsfunktion unterschiedlicher Fachdisziplinen. Viele der Instandhaltungsobjekte bestehen aus maschinenbau- und elektrotechnischen Komponenten und bedürfen zur optimalen Betreuung fachlich integrierter Sichtweisen. Die Lösung der Aufgaben der Instandhaltung, verbunden mit der Erfüllung wichtiger Erfolgskennzahlen eines Unternehmens, bedarf daher einer Ausbildung, die in besonderem Maße die Anforderungen fachübergreifender Prozesse berücksichtigt. Dieser Entwicklung und der steigenden Dienstleistungsfreiheit im europäischen Wirtschaftsraum muss Rechnung getragen werden.

Aus diesem Grund ist die Europäische Norm eine Anleitung zur Festlegung der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen, die zur Qualifikation des IH-Personals erforderlich sind. Sie unterscheidet hierbei zwischen einer Instandhaltungsfachkraft, einer Instandhaltungsführungskraft und einem Instandhaltungsleiter (siehe unten stehende Tabelle). Für die drei Qualifikationsstufen legt die Norm zwar spezifische Anforderungen, jedoch keine konkreten fachlichen Inhalte fest. Diese gilt es, als Anbieter der Weiterbildung in einer gezielten Kursstruktur festzulegen. „Käufer“ von Weiterbildung in der Instandhaltung sind also gut beraten, an der DIN EN 15628 orientierte Anbieter auszuwählen.

Die Norm zur Qualifizierung des Instandhaltungspersonals orientiert sich an den entsprechenden EU-Empfehlungen zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQF) und zum Europäischen Leistungspunktesystem (ECVET).

Qualifikation und Qualität - europaweit Letzteres gilt als das europäische Instrument, um Transparenz von Ausbildungsergebnissen im europäischen Kontext zu gewährleisten. Inhaltlich zielt ECVET auf die gegenseitige Anerkennung von Lernergebnissen ab, die in verschiedenen Ausbildungs- oder

Berufsphasen erworben werden. Zielsetzung von ECVET ist es, die Mobilität der europäischen Arbeitnehmer zu fördern, einen Anreiz für lebenslanges Lernen zu setzen, sowie die Aus- und Weiterbildung an sich attraktiver werden zu lassen. Durch ECVET besitzen Abschlüsse nicht mehr nur auf nationaler Ebene ihre Wertigkeit. Die grenzübergreifende Anerkennung von Ausbildungen bietet zweifelsohne auch einen Vorteil für Unternehmen und Konzerne: Mitarbeitereinsätze können unkomplizierter an den unterschiedlichen europäischen Standorten grenzübergreifend disponiert werden. Für kleinere und mittlere Unternehmen bietet sich durch ECVET die Möglichkeit, eigene

Weiterbildungsaktivitäten an den europäischen Standard anzukoppeln, um damit als Arbeitgeber zur Gewinnung potenzieller Spitzenkräfte attraktiver zu werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der eng miteinander verzahnten Thematik von Instandhaltung und Haftung, die u.a. in den Organisationspflichten der Unternehmensführung gesetzlich geregelt ist. Da die DIN EN 15628 den Maßstab für eine sorgfältige Auswahlpflicht festlegt, kann sie helfen, den Entlastungsbeweis zu führen. Zudem gilt ein ganzheitliches Instandhaltungsmanagement für Unternehmen als unerlässlich zur Erreichung und Sicherung von Wettbewerbsvorteilen. Die Wirkung der Instandhaltungsstrategie

auf die Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie auf den Umweltschutz hat einen hohen Einfluss auf Unternehmenserfolg. Einen „Mangel” in der Instandhaltung kann sich heutzutage kein Unternehmen mehr leisten. Somit stellt auch aus dem betriebswirtschaftlichen Blickwinkel die Normierung der Qualifikation für Instandhaltungspersonal einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept der erfolgreichen Instandhaltung dar. Der Leitspruch für die erfolgreiche Zukunft des Instandhalterberufs müsste demnach lauten: Qualifikation, Qualität - europaweit. Katrin Jordan, Geschäftsführerin Kompetenzzentrum Instandhaltung Weinheim www.kiw-instandhaltung.de

Fortsetzung von Seite 9 Danisco beliefert unter anderem einen großen französischen Lebensmittelkonzern mit Joghurt-Kulturen. Für diesen Kunden müssen die Reparaturaufträge detailliert nach einem ganz gewissen Schema abgearbeitet werden. Nachdem die Haustechnik einen Reparaturauftrag beendet hat, muss sie beispielsweise an die Produktion rückmelden, dass Werkzeug und Reparaturmaterial vollständig aus dem Reparaturbereich entfernt wurden. „Wir überprüfen dann, ob wirklich keine Werkzeuge und Materialien mehr in der Pumpe oder dem Behälter liegen und ob die Pumpe zu 100 Prozent funktioniert“, verdeutlicht Thiesen. Dieser Ablauf wird nach den entsprechenden Vorgaben in der neuen Lösung revisionssicher dokumentiert. Kommt der Kunde dann zum Audit, kann man ihm die Einhaltung seiner Prozessvorgaben entsprechend lückenlos präsentieren.

Integrierte Technikabnahme Doch nicht nur bei diesen Technikabnahmen punktet die Lösung, sondern sie erleichtert auch das Tagesgeschäft. So fallen im Dreischichtbetrieb häufig wiederkehrende Aufgaben an. Unter anderem müssen zum Beispiel jeden Tag bestimmte Reinigungsvorgaben erledigt oder Bestände kontrolliert werden. Hierfür werden in definierten Excel-Tabellen Einträge vorgenommen; teilweise bis zu dreimal am Tag. Um dies transparent mitverfolgen zu können, verwendet man bei Danisco jetzt ebenfalls den Shiftconnector. „Damit erhalte ich komfortabel Einsicht in die Aufgaben der einzelnen Abteilungen und kann zum Beispiel im Handumdrehen einstellen, ob ein Ablauf täglich, wöchentlich oder mehrfach in der Woche gemacht werden muss“, erklärt Ulf Thiesen. Die Aufgabe fällt dann in der Abteilung entsprechend an, das heißt die Mitarbeiter bearbeiten

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den Prozess, setzen ihn auf erledigt, und der jeweilige Schichtleiter wird über den Shiftconnector informiert. „Das ist praktisch, weil das früher häufig vergessen wurde“, so Thiesen. Praktisch sei in dem Zusammenhang auch die automatische Erinnerungsfunktion.

Automatisierter Nachweis von Schulungen Der Schichtleiter erteilt seinen Abteilungen außerdem regelmäßig Schulungen mit Arbeitsund Sicherheitsanweisungen. Und auch die gilt es zu dokumentieren, wobei sich diese regelmäßigen Weisungen ebenfalls mit dem Programm erstellen und verwalten lassen. „Die Kollegen können dann über einen Link die Arbeitsanweisung öffnen, durchlesen und ihre Teilnahme an der Schulung über eine E-Signatur elektronisch bestätigen. Das unterschriebene Dokument dient dann als Schulungsnachweis“, führt der Schichtleiter aus. Über eine Auswahlliste lässt sich zudem genau festlegen, welche Mitarbeiter die Weisungen zu lesen haben. „Vorher musste ich 40 bis 50 Mitarbeiter mit circa 20 Arbeitsanweisungen persönlich schulen“, erinnert sich Thiesen und betont: „Mit dem Shiftconnector ist das jetzt ein dokumentensicherer Prozess, transparent und arbeitserleichternd für beide Seiten.“ Darüber hinaus kann der Shiftconnector natürlich auch für wiederkehrende Wartungen eingesetzt werden. „Sukzessive werden wir so auch das Management mehr in die Prozesse miteinbeziehen“, so Thiesen abschließend. Die gesammelten Instandhaltungsdaten können dann beispielsweise für das Produktionscontrolling und das Qualitätsmanagement verwendet werden. Als weiteren Programmzusatz integrierte Eschbach den SafetyManager, über den sich Gefährdungs- und Risikoanalysen erstellen lassen. www.shiftconnector.com

Der dänische Biotechnologiekonzern Danisco hat eine bewegte Geschichte: Nach mehrfachen Umstrukturierungen wurde das Unternehmen 2011 vom US-amerikanischen Chemieriesen DuPont übernommen. Bilder: Eschbach


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REINIGUNG

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Coaching für die Reinigungskolonne Die Bedeutung der Personalförderung der Werksreinigung im Hinblick auf Industrie 4.0 Trotz innovativer Mechanisierung der Reinigungsfunktionen quer durch den Werksbereich bestätigt sich die individuelle Leistung der Reinigungskräfte als unverzichtbare Basis zuverlässig und kostengünstig realisierter Sauberkeitsstandards. Mit der Erweiterung des konventionellen Gewerks (Kurzformel: „Boden, Wand, Decke) um Servicefunktionen für gebäudetechnische Ausrüstungen und Maschinenpark gewinnt die Kompetenz des Kolonnenpersonals zusätzliche Bedeutung. Grund genug, dem Coaching einen Spitzenplatz auf der Führungsagenda einzuräumen. Leitbildhafte Stichworte lauten: Ersteinweisungsprogramme, kontinuierliche Fachinformation, Anpassungs- und Weiterqualifizierung, On-the-Job-Training, Tutorials. Erfolgreiche Coaching-Konzepte orientieren sich streng am Schulungsbedarf, der bereits bei der Entwicklung betrieblicher Reinigungsmaßnahmen ermittelt werden sollte. Auf der Planungsstrecke von der Prozessoptimierung und stellenbezogenen Aufgabenverteilung über die Formulierung der Arbeits- und Stellenbeschreibungen bis hin zur Definition personeller Anforderungsprofile kristallisieren sich mit zunehmender Deutlichkeit die arbeitstechnischen Risiken heraus. Um sie zu entschärfen, sind sowohl fachlich-praktische Fähigkeiten und Leistungsorientierung (Verantwortungsgefühl, Eigeninitiative, Achtsamkeit) als auch Sozialverhalten (Hilfsbereitschaft, Umgangston, Toleranz) auf die Erfordernisse des Reinigungsalltags abzustimmen. Unter dieser Prämisse wird man Inhalte und Methoden (Informationsmittel, Unterweisungsformen, Events etc.) sowie Intensität (Dauer und Häufigkeit von Schulungseinheiten) und organisatorische Einbindung festlegen. Last but not least bleibt das Zeitkontingent für Coach und Trainees zu kalkulieren, um die aufgewandte Personalkapazität und die implizierten Gemeinkosten im Griff zu behalten. Der Grundstein erstklassiger Personalproduktivität wird mit der

Top-Adressaten von Schulungsprogrammen sind die Bediener komplexer, kapazitätsstarker Maschinen mit hoher Kosten- und Qualitätsrelevanz. Bilder: Pfeuffer

systematischen Einarbeitung neuer Reinigungskräfte gelegt. Hierfür hat sich ein dreiphasiges Instruktionsprogramm bewährt. Den Einstieg bilden Darstellung und Begründung der gültigen Hygienestandards sowie die Erläuterung der Reinigungsobjekte und ihrer Verschmutzungen. Es folgt das tätigkeitszentrierte Training: die Erklärung des Reinigungsablaufs und der technischen Hilfsmittel sowie die praktische Einübung des Umgangs mit Equipment und Materialien. Nicht zuletzt aufgrund unerfreulicher Erfahrungen richtet sich das Augenmerk verstärkt auf arbeits- und objektbezogene Sicherheitsnormen, Vorgehen bei kritischen Verschmutzungsfällen und Selbsthilfe bei technischen Problemen. Die Abschlussphase

gilt der korrekten Umsetzung des Lernstoffs im Betriebsalltag, sie beinhaltet Überwachung und Bewertung der Arbeitsergebnisse sowie nötigenfalls Kritikgespräche und schwachstellenbezogene Nachschulung. Nach der Einarbeitung hat zielsicheres Coaching nicht nur das erreichte Kompetenzniveau zu stabilisieren, sondern auch die zunehmend wichtige Anpassungsqualifizierung hinsichtlich neuer Reinigungsobjekte, -vorschriften und -verfahren sicherzustellen. Als eigentliche Herausforderung an das Personalmanagement erweist sich indes die mittelfristige Aufwertung der Reinigungskolonne zur vielseitigen Unterhaltsgruppe für die betriebliche Infrastruktur. Bereits die Übernahme der - nicht selten mit De- und Remontagen verbundenen - Maschinenreinigung, eventuell erweitert um ausgewählte Pflegemaßnahmen, stellt einen Quantensprung dar. In diesen Fällen gewinnt das Tutorenkonzept Priorität: Jeder Neuling wird für die Einarbeitungsphase einem erfahrenen Kollegen als Hilfskraft zugeteilt. Durch Beobachtung und Assistenzarbeiten entwickelt er schrittweise die

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Fähigkeiten zur eigenständigen Betreuung des Aggregats. Erfolgsbedingung: Von Anfang an muss eine äußerst kollegiale Beziehung herrschen, Lernbereitschaft und Interesse auf der einen und partnerorientierter Erklärungsstil auf der anderen Seite sind unerlässlich. Um das Mitarbeiterpotenzial zuverlässig zu aktivieren, sollten gezielte Motivationsimpulse gesetzt und demotivierende Tatbestände eliminiert werden. Die Hauptgefahr für das Leistungsniveau von Reinigungskräften liegt in mangelndem Verständnis für Zweck und Wertbeitrag der eigenen Arbeit. Zur Behebung dieser fatalen Schwachstelle empfiehlt sich ein offensives Argumentationskonzept, das den Nutzen adäquater Sauberkeit einprägsam verdeutlicht. Im Fokus steht der Zielkatalog der Werksreinigung mit seinen Hauptkomponenten Arbeitsschutz, Qualitäts- und Produktionssicherheit sowie Werterhalt von Gebäuden und Ausrüstungen. Generell haben Reinigungskräfte ein nachhaltiges Aha-Erlebnis, ihre Tätigkeit als integrales Element des Betriebsprozesses zu begreifen. Erst

Erfolgskonzept erfahrener Coaches: Dem Unterweisungsgespräch gehen didaktische Aufbereitung und visuelle Umsetzung des Lehrstoffs voraus.

auf dieser Grundlage können Achtsamkeit, Engagement und nicht zuletzt die Lernbereitschaft nachhaltig gedeihen. Im Sinne eines harmonischen Arbeitsklimas ist es erforderlich, den Pauschalbegriff „Sauberkeit“ in objektive, optisch wahrnehmbare Situationsmerkmale zu übersetzen. Reinigungskräfte haben dann konkrete Arbeitsziele vor Augen, und die Kontrolle stützt sich auf eindeutige Kriterien - gute Voraussetzungen für sachliche Kritikgespräche.

Arbeitsklima muss stimmen Auch sollte man nicht mit Anerkennung für sorgfältige Arbeit sparen. Der Mitarbeiter weiß es zu schätzen, wenn gute Leistungen registriert und seine Erfahrungen als Planungsdaten herangezogen werden. Tüchtigen Vorarbeitern fällt eine Schlüsselrolle im Reinigungsalltag zu: Sie unterstützen die Kollegen durch Rat und praktische Hilfe, schlichten Konflikte, motivieren durch beispielhafte Leistungen und das sprichwörtliche „Schulterklopfen“. Auch ein plausibles Abteilungsleitbild kann erheblich das Engagement fördern. Thematische Schwerpunkte sind die Ziele des Reinigungsdienstes sowie die produktiven Beiträge, die zur Realisierung des definierten Sauberkeitsgrads zu erbringen sind; zudem werden Arbeitspensen, Leistungsanforderungen, Verhaltensregeln nachvollziehbar begründet - bester Nährboden zukunftsfähiger Servicementalität. Wilhelm Pfeuffer, Fachjournalist

Der Vergleich vorher-nachher beeindruckt Wie sich AGR-Ventile mithilfe der Ultraschalltechnik effektiv reinigen lassen Abgasrückführungsventile (AGR) kommen praktisch in allen Dieselmotoren, welche die Euro-5-Abgasnorm oder besser erfüllen, zum Einsatz. Sie dienen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen (NOx), indem sie für die Rückführung von heißen Abgasen in den Ansaugkanal des Motors sorgen, was die Stickoxidentstehung vermindert. Allerdings haben AGR-Ventile einen Nachteil: Sie neigen zur Verschmutzung, die so weit gehen kann, dass die AGR-Ventile nicht mehr funktionieren. Mit der Abgasrückführung gelangen leider auch Brennstoffrückstände wie Ruß, Ölkohle und unverbranntes Öl in den Ansaugtrakt. Sie wiederum können die mechanische Beweglichkeit des AGR-Ventils einschränken oder die Rohrbögen verstopfen. Dies führt zu einer Fehlfunktion des AGR-Ventils, oftmals einhergehend mit einer starken Rußentwicklung und einer verringerten Motorleistung. Auch Motorschäden sind nicht ausgeschlossen. Deshalb muss zur Vermeidung von schwerwiegenden Beschädigungen das AGR-Ventil rechtzeitig gereinigt werden. Allerdings können Kraftstoffzusätze oder Sprühreiniger bei bereits verschmutzten Ventilen aufgrund der hartnäckigen Verkrustung zumeist keine Abhilfe leisten. Das Ventil muss dann ausgebaut und in vielen Fällen durch ein neues ersetzt werden. Doch das ist nicht zwingend

Die Abgasrückführung dient zur Minderung der Stickoxidemissionen und kommt beispielsweise bei Dieselmotoren, Gasturbinen oder Heizkesseln zum Einsatz. Die AGR-Ventile verschmutzen dabei häufig, sodass sie oft getauscht werden müssen. Sie können aber auch effektiv gereinigt und so weiterverwendet werden, wie diese Vorher-nachher-Bilder zeigen. Bilder: Bandelin

notwendig, denn im Ultraschallbad ist, zusammen mit einem passenden Reinigungskonzentrat, eine sehr effektive und gründliche Reinigung möglich. Je nach Verschmutzungsgrad ist allerdings eine vorherige manuelle Entfernung grober Rußagglomerate mit Kunststoff- oder Holzspateln zu empfehlen. Nach der rückstandsfreien Rei-

nigung kann das Ventil wieder eingesetzt werden. Die zum Teil hohen Austauschkosten für das Ventil entfallen somit. Tipp: Ein Video, das auf Youtube abgerufen werden kann, zeigt eindrucksvoll den Reinigungsvorhang im Ultraschallbad. www.youtube.com/ watch?v=WY62f6Ov_bA www.bandelin.com


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REINIGUNG

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Durch Reinigen der Erkältungswelle vorbeugen Wärmeübertrager effektiv reinigen, aber wie? Hygiene: Investitionen in die Arbeitssicherheit zahlen sich aus Die verschiedenen Reinigungsmethoden für Rohrbündelwärmeübetrager Mit der effizienten Reinigung von Produktionsflächen, Steigtechnikanlagen und Arbeitsbühnen Zu den üblichen Reinigungsverfahren bei Rohrbündelwärmeübertragern gehört der Einsatz von können Unternehmen nicht nur Zeit und Geld sparen, Sie sondern Chemie, die Hochdrucktechnik oder auch eine bohrend-mechanische Reinigungstechnik. alle gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöhen. Dass es sich bei der Investition in den Arbeitsschutz unterscheiden sich in zentralen Punkten durch Reinigungsergebnisse, Ressourcenaufwand und um gut investiertes Geld handelt, gemeinsame internationale Studie der Internationalen Vereinigung für Soziale SiEmissionen, sodass abzuwägen ist,beweist welchesdie Verfahren für eine spezielle Anwendung die meisten (IVSS), der Deutschen Gesetzlichen Dabei Unfallversicherung Vorteile bietet. Hilfestellung leistetcher dasheit betriebswirtschaftliche Benchmarking: werden die (DGUV) und der Berufsgenossenschaft Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Ihr zufolge liegt der Return on Prevention verschiedenen Methoden hinsichtlich der zu Textil erreichenden Ziele miteinander verglichen. Sigrun (ROP) Umwelttechnik, bei 2.2. Jeder investierte beschert dem Unternehmen also 2,20 Euro an Erfolg. Rädler, Geschäftsführerin der AC Rädler erklärt dieEuro Details. Rohrbündelwärmeübertrager werden eingesetzt zur Übertragung von Wärmeenergie von einem Körper auf einen zweiten. Bei dieser indirekten Übertragung geschieht die Wärmeübertragung durch Wände hindurch, sodass die beiden Medien getrennt sind. Ein Stoffaustausch ist somit nicht möglich. Zum Einsatz kommen diese thermischen Apparate beispielsweise in der chemischen Industrie sowie in der Lebensmittelindustrie, wenn es um das Aufheizen, Verdampfen, Kühlen und Kondensieren von Medien geht. Das größte Problem der Rohrbündelwärmeübertrager sind Ablagerungen oder gar Verblockungen. Sie haben zur Folge, dass die Übertragungsleistung von der Primärseite zur Sekundärseite drastisch abnimmt, weshalb diese thermischen Apparate regelmäßig gereinigt werden müssen. Hierfür bieten sich unterschiedliche Reinigungsmethoden an, wobei jeder Betrieb für sich festlegen sollte, welche Priorisierung er bei der Reinigung setzt.

Fokus auf das Reinigungsergebnis Einer der wichtigsten Faktoren ist ein effizientes Reinigungsergebnis. Allerdings kann eine Hochdruckreinigung beziehungsweise der Einsatz von Reinigungschemie raue Oberflächen mit leichten Restbelägen hinterlassen. Dies wiederum wirkt sich negativ auf den Wirkungsgrad aus. Zudem besteht bei einer chemischen Reinigung die Möglichkeit, dass das Rohr angegriffen und die Korrosion beschleunigt wird. Versagen Chemie oder Hochdrucktechnik aufgrund der harten Belagsbildungen oder Verblockung, greift man derzeit auf archaisch anmutende Reinigungsmethoden mit Lanzen und Handbohrgeräten zurück. Ein alternatives Reinigungsgerät aus Österreich, nämlich das Rädler Tube Cleaning (kurz RTC) punktet in diesem Zusammenhang laut Hersteller mit guten Reinigungsergebnissen: Bei dem RTC werden mithilfe eines Spezialbohrkopfes, der dem Innenrohr mit minimaler Differenz entspricht, Ablagerungen schonend abgetragen und das Rohr gleichzeitig durch eine Messingführung poliert. Durch die Passgenauigkeit des Bohrkopfs zum Innenrohr verbleiben nach Herstellerangaben keine Restbeläge. Zudem bieten die entstehenden rohrglatten Oberflächen kaum Angriffsfläche

„Natürlich kommt es in der Industrie in erster Linie auf die Beschleunigung der Abläufe und möglichst kurze Wege an“, erklärt Robert Wiedemann, Geschäftsführer der Beam GmbH, und fährt fort: „Die Prozessoptimierung darf aber nicht auf Kosten der Arbeitssicherheit gehen. Nur, wenn Bodenbeläge, aber auch die Tritte von Leitern oder Treppen stets sauber gehalten werden, bieten Durch die Belagentfernung über die bohrende RTC-Reinigung wird ein Ergebnis erreicht, das mit der Hochdrucktechnik vergleichbar ist, allerdings funktioniert die RTCMethode ausschließlich bei geraden Rohren.

für neue Beläge. Das Foulingwachstum wird verzögert.

Fokus auf die Reinigungsdauer Eine kurze Reinigungsdauer zur Verkürzung von Stillstandszeiten ist ebenfalls zentral für eine wirtschaftliche Instandhaltung. Man benötigt also eine Reinigungsmethode, die garantiert, dass ein möglichst großer Anteil der Tauscherleistung in kurzer Zeit wiederhergestellt werden kann. Während bei einer Reinigung mittels RTC und Hochdruck die Wärmetauscher abgeschaltet und geöffnet werden müssen, entfällt bei einer chemischen Reinigung dieser Aufwand - auf den ersten Blick ein Vorteil. Doch bei der Cleaning-in-PlaceReinigung (CIP) werden die Beläge durch Zirkulation mit der Reinigungschemie entfernt. Das kann allerdings je nach Belagstärke viele Stunden beziehungsweise sogar Tage dauern. Dagegen schafft das RTC-Gerät laut

sie den Arbeitern die nötige Hersteller ein vollständig verSicherheit Rohr undvon damit den blocktes drei Meter gewünschten Einspareffekt. “ Länge innerhalb von drei Minuten In reinigen diesem Zusammenhang zu und vollständig zu rekommt der effizienten Reinigung generieren. von Produktionsflächen, Steigtechnikanlagen und ArbeitsVollständige bühnen also auch eine Wiederherstellung Bedeutung im Hinblick auf die Arbeitssicherheit zu. Multifunktionsgeräte wie RTC-Reinigungssystem der Blue Evolution des Für das bayerischen macht es Herstellers aufgrund Beam der bohrenden Belagentfernung keinen Unterschied, ob die Rohre komplett verblockt sind oder nicht. In einem Reinigungsgang werden diese vollständig gesäubert. Dagegen kann eine Rohrverblockung durch einen Reinigungseinsatz mit Chemie oftmals gar nicht entfernt werden und auch die Hochdrucktechnik stößt hier an ihre Grenzen. Wenn überhaupt, dann können damit Rohrverblockungen nur durch den Einsatz von mehreren Düsen nacheinander pro Rohr gelöst werden. Das ist zeitaufwendig und teuer. Ein Nachteil der RTC-Reinigungstechnik ist jedoch, dass sie nur bei geraden Rohren eingesetzt wer-

Februa

Wahlweise kann der Blue Evolution auch mit Zehnmeterschlauch und einer speziellen Dampfsprühlanze im reinen Dampfmodus (ohne Saugen) eingesetzt werden, zum Beispiel für die Reinigung von großen Gewinden oder schwer zugänglichen Ecken und Kanten. Bilder: Beam

können so für die Sauberkeit und damit auch für Sicherheit im betrieblichen Alltag sorgen. Zum Konzept dieses Reinigungsgeräts: Es dampft und saugt in einem Arbeitsgang, kommt ohne Der RTC ist ein mobiles Reinigungsgerät, das sich entsprechend der Rohrlänge und des TauscherReinigungsmittel aus und spart so umfangs zusammenbauen lässt. So ist ein breites Anwendungsspektrum sowohl horizontal als demvertikal Anwender nur über 93 ineines Sanitärund Rohres Aufenthaltsmehre auch möglich.nicht Die vollständige Regeneration drei Meter langen dauert bei Prozent des bisherigen Wasserräumen. „Krankheitserreger das ge der RTC-Reinigung lediglich rund drei Minuten. Bilder: AC Rädler Umwelttechnik verbrauchs, sondern auch 60 Prohaben beim Blue Evolution keine zu m zent kann. der Zeit, fürs Chance. sich Der große Unternehmer proschäft den Hierdie hatbislang eine cheergeben Unterschiede: Saubermachen nötigklare war,Vorteile, betont fitiert alsobei auch, sich weniger Das D mische Behandlung Während derweil chemischen Reider Hersteller. Das Gerät wird ausMitarbeiter krankmelden“, wieVarian da sie nicht von der Geometrie nigung der zusätzliche energeti schließlich mit klarem Robert Wiedemann betont. S dam der Rohre abhängig ist. Wasser sche Aufwand zu vernachlässigen befüllt. Auf Wunsch ist der Evolution maxim ist, verbraucht dieBlue Hoch druckDa derFokus gelösteauf Schmutz direkt mit einem Achtmeterschlauch tempe tech nik bei Einsatz eines 480 den aufgesaugt wird, sind die gereierhältlich, derfür speziell für den inGrad kW/h Motors die Pumpe 1.000 Umweltschutz nigten Flächen schnell abgedustriellen Einsatz entwickelt von 3 bar und weist einen Wasservertrocknet und ohne Rutschgefahr wurde und und beitet brauch von die etwaDampf256 l/min begehbar. Ressourcenverbrauch Der komplette Saugreichweite des Geräts enorm Celsiu Unnötiger beziehungsweise einen KraftstoffSchmutz landet im Wasserfilter erweitert. mit ei be lastet die Unternehmen dopbedarf von 24 Litern pro Stunde und Zum wird einen am Ende einfach aus- „Das pelt: schaden unnötig auf. ist sehr hilfreich, gerade, erreic geleert. Dabei werden und die Beim wenn es um dieRohrbeläge Reinigung von bis zu eingesetzte Rohstoffe Dabei werden mit Schmutzwasser enthaltenen großen geht. aus Mit dem tempe triebsmittel der Umwelt, zum hohem Anlagen Wasserdruck den Keime über dases integrierte längeren Schlauch kann ReiCelsiu anderen handelt sich um Rohren mitgerissen. Eindas hoher Blaulicht abgetötet. So werde nigungsteam sehr gut auf www. Kostenstellen, an denen stark laut geWasserverbrauch bei HochdruckHersteller bei jedem spart werden kann.Saugvorgang Deswegen technik belastet zudem Abwasauch Luft alle effizient mitgereilohnt die es sich, drei Methoden seraufbereitungsanlagen durch nigt. auf ihren Betriebsmitteleinsatz die Wassermenge. Bei ReiniWendige Ride-on-Scheuersa Vonzudaher eignet sich der Blue hin untersuchen. gungseinsätzen von ein paar Evolution auchbei gut für Einsatz Vor allem derdenEnergieWochen entstehen so Kosten von Mit der B175 R bringt beziehungsweise Stromnutzung mehreren Tausend Euro.Hako eine Bilder: Hako kompakte und wendige Ride-onWirtschaftlicher ist laut Hersteller Scheuersaugmaschine auf Verden das RTC-Gerät: Mit einem Markt, die lediglich sich zwischen dem brauch von 5 kW/h für EScrubmaster B75 R dem Motor und Pumpe undund 10 l/min Scrubmaster B120 R einreiht.denn Anist es deutlich sparsamer, geboten wird sie in drei Arbeitsbei dieser Reinigungstechnik breiten. die Sie Be lässt mit einer werden lägesich rohrschonend Teller-wassergekühlt oder Walzenbürste Zur Au und bohrend ausaus statten erreicht so erzielt eine Zoll dem Rohrund gespült. Damit Flächenleistung vonVerbrauch bis zu 7.560 wicht es bei geringerem ein Quadratmetern. den B besseres Reinigungsergebnis. Besonders erwähnenswert: Der Füllsta In Bezug auf die Begleitkosten Scrubmaster R, der unter Schm fallen beim B175 Chemikalieneinsatz anderem auf der Logimat in StuttAuf d neben den Anschaf fungsauch Vom Reinigungsgrad erfüllt der Blue gart zu sehen wird (13. bis 15. sein D Lagerund insein der Regel hohe Evolution sogar den HACCP-Standard. Somit März) reinigt auch auf Steigungen angeb Entsorgungskosten an. ist das Gerät auch Einsatz in der Höchste Zeit, aktiv zu werden: Ist ein Rohrbündelwärmeübertrager so für mitden Ablagerungen zuvon bis zu 15 Prozent. hören Lebensmittelverarbeitung zugelassen. Weiter auf Seite 14 gesetzt, sinkt die Übertragungsleistung von der Primärseite zur Sekundärseite drastisch. Fleetmit de Fleetmehr schaft Masch über d zierun native besuc www.

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Es geht denn de Steigun


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Auf ins Zeitalter der datenbasierten Reinigung Sodexo setzt im Unilever-Haus in Hamburg auf Software und Spender mit Sensoren Das Unilever-Haus in Hamburg umfasst 38.000 Quadratmeter Fläche. Sie verteilt sich auf sieben ober- sowie zwei unterirdische Geschosse. Dort befindet sich neben den Arbeits- und Büroflächen für aktuell 700 Unilever-Mitarbeiter auch das öffentlich zugängliche Atrium, das im Erdgeschoss einen Dove-Shop und ein Langnese Eiscafé beherbergt. Zudem hat sich die MSH Medical School Hamburg mit einer Bibliothek und Forschungslaboren auf einer Etage eingerichtet. Entsprechend viele Menschen nutzen jeden Tag die zahlreichen Sanitäranlagen in dem Gebäudekomplex. An einem ganz normalen Wochentag können es bis zu 5.000 Besucher sein. Die Reinigung und das Facility Management sind dementsprechend aufwendig. Die Spezialisten des FacilityDienstleisters Sodexo sind im Unilever-Haus für das technische Gebäudemanagement zuständig, wobei hierfür seit Kurzem die Facility Management Software Tork Easycube zum Einsatz kommt. Und das zahlt sich aus: Weniger Reinigungsrunden, eine lückenlose Verfügbarkeit von Seife, Hand-

Der Leiter Reinigung und Infrastruktur bei Sodexo, Marc Mrotzek, erklärt, dass die Einführung von Tork Easycube die Durchführung der Reinigungsservices effizienter gestaltet und die Kundenzufriedenheit erhöht hat.

Fortsetzung von Seite 13 Eine Folge des unterschiedlichen Betriebsmittelverbrauchs sind Auswirkungen auf betriebliche Kostenstellen und Emissionen. Aufgrund ihres hohen Kraftstoffverbrauchs fällt hier die Hochdrucktechnik negativ auf: Mit ungefähr 2,65 kg/l spielt der CO2Ausstoß, also etwa 63,6 kg CO2 in der Stunde bei 24 l/h, bei dieser Technik eine große Rolle. Beim RTC ist die Menge im Gegensatz dazu mit 0,32 kg/kW und 1,6 kg CO2 in der Stunde bei 5 KW/h verschwindend gering. Die chemische Lösung ist hier zu vernachlässigen, da bei diesem Verfahren nicht direkt CO2 gebildet wird. Durch den Einsatz von Chemikalien können wiederum - sowohl

tuch- und Toilettenpapier sowie eine gesteigerte Kundenzufriedenheit - dies alles konnte durch den Einsatz der Software erreicht werden, so die Facilityexperten. Das Team des Facility-Servicepartners Sodexo operiert dabei auf Basis einer bedarfsorientierten Steuerung der Reinigungsrouten, die auf Echtzeit-Datenanalysen durch die eingesetzte Software beruhen. Hierdurch konnte beispielsweise eine Verringerung der Reinigungsrunden erzielt werden. Ralf Möller, Vorarbeiter bei Sodexo, und sein Team bekommen nun durch die Software detaillierte Einblicke in die tatsächliche Nutzung der Anlagen: „Der Service zeigt uns ganz genau, wo wir gebraucht werden. Dadurch brauchen wir keine Wege mehr umsonst machen.“ Möller ergänzt: „Mithilfe von Tork Easycube gestalten wir die Reinigungstouren jetzt effizienter und sind von bisher 90 Reinigungsrunden auf durchschnittlich 68 gegangen. Durch die eingesparte Zeit können wir

bei der chemischen als auch bei der Hochdruckreinigung - giftige Dämpfe oder Aerosole entstehen, die die Gesundheit der Mitarbeiter unter Umständen gefährden. Bei einer Hochdruckreinigung entstehen aufgrund der hohen Drücke bei gesundheitsgefährdenden Belägen Aerosole, die in die Umgebungsluft geraten und sich so über die Anlagen verteilen.

Emissionen und Aerosole reduzieren Deswegen ist bei dieser Technik Vorsicht ratsam, um die Arbeitssicherheit nicht zu gefährden. Hinzu kommt, dass aufgrund des hohen Wasserdrucks der Anlagenbereich, in dem die Reinigung

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unserem Kunden mehr Reinigungsleistung bieten.“ Auf diese Weise war es möglich, von statischen Reinigungsplänen auf eine datenbasierte und bedarfsorientierte Reinigung umzustellen. Das spart Zeit, Geld und Arbeitsaufwand. Um dies zu ermöglichen, wurden insgesamt 208 Tork Image Design Spender in den Waschräumen installiert. Dabei sind alle Spender sowie die Abfall-

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Bis zu 5.000 Menschen nutzen an einem normalen Wochentag die Sanitäranlagen im Unilever-Haus in Hamburg.

behälter und alle 45 Waschraumeingänge mit Sensoren ausgestattet. Es werden die Daten zu den Füllständen der Geräte und zu den Besucherzahlen gesammelt. Diese können über eine App abgerufen werden. Oder einfach gesagt: Ein Blick auf das Tablet am Reinigungstrolley zeigt den Rei-

Dank Sensoren an Spendern, Abfallbehältern sowie an allen 45 Waschraumeingängen kann die Reinigungskraft die Füllstände und Besucherzahlen in Echtzeit einsehen und ihre Arbeitsabläufe darauf bedarfsgerecht anpassen. Bilder: Tork

stattfindet, weiträumig abgesperrt werden muss. Aufgrund des geringen Wasserdrucks sind beim RTC weiträumige Absperrungen nicht notwendig. Durch das kontinuierliche Zermahlen der Beläge entstehen bei einer Reinigung mit dem RTC-Gerät laut Hersteller auch keine Aerosole. Für die chemische Reinigung ist eine Öffnung des geschlossenen Systems unnötig, sodass die Gefahrenquelle reduziert ist auf das Befüllen und Entleeren. Allerdings entstehen hier Kosten der Anschaffung und der Entsorgung. Sicherheitstechnisch bedeutet dies den Umgang mit Gefahrengut. Aufgrund der Gefährlichkeit von Hochdrucktechnik ist ein hoher Sicherheitsstandard und eine Personalausbildung notwendig. Bei dieser Reinigungsmethode ent-

steht durch den starken Wasserdruck aus der Düse ein feiner Nebel, mit welchem die gefährlichen Belagsreste mitgerissen werden und den Reinigungsplatz kontaminieren. Später angetrocknet, können die Giftstoffe durch Hautkontakt Verursacher für Hautreaktionen sein oder über den Staub in die Lungen gelangen - mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen.

Fokus auf die Arbeitssicherheit Bei der RTC-Technik genügt in der Regel eine kurze Einweisung. Durch den geringen Wasserverbrauch und Druckwasser beim Bohrkopf von maximal 4 bar gibt es praktisch kein Gefährdungspotenzial. Neben Emissionen sollte auch der Anteil an Lärm-

Der RTC entfernt Beläge rohrschonend. Der Reinigungseinsatz hat sich bei Graphit- und Kupferröhrenwärmeaustauschern bewährt.

nigungskräften, wo und wann sie gebraucht werden. Auf diese Weise erhöht sich auch beim Facility-Management-Team selbst die Zufriedenheit: zum einen, weil sie sicherer und präziser arbeiten können, und zum anderen, weil sie keine Kundenreklamationen wegen mangelnder Sauberkeit oder fehlender Verbrauchsmaterialien erhalten. Sodexo, Unilever und Tork jedenfalls ziehen eine durchweg positive Bilanz. „Wir bekommen nur positive Rückmeldungen zu den Waschräumen und konnten all unsere gesteckten Ziele erreichen. Dank der Echtzeitdaten zum Reinigungsbedarf gestalten wir unsere Reinigungsrouten jetzt effizienter. So vermeiden wir nicht nur unnötige Kontrollgänge und Inspektionen, sondern sind dank bedarfsorientierter Reinigung immer einen Schritt voraus“, erklärt Christiane Doms von Sodexo. www.sodexo.de www.tork.de

belästigung durch die jeweilige Reinigungsmethode berücksichtigt werden, was für immer wieder auftretende Nachtarbeiten zur Vermeidung weiträumiger Ruhestörung von Vorteil sein kann. Natürlich dürfen bei der Wahl des Reinigungssystems die individuellen Anforderungen nicht außer Acht gelassen werden. So lassen sich Hochdruckgeräte bei Bedarf beispielsweise auch zur Reinigung des Tauschermantels oder anderer Maschinen einsetzen, sodass insgesamt hierfür nicht mehrere Dienstleister beauftragt werden müssen. Bei der chemischen Reinigung hingegen ist zu beachten, dass es unter Umständen erforderlich ist, dass mehrere Reinigungsgänge durchgeführt werden, um Rohrbeläge zu beseitigen. Handelt es sich um Glas- oder Graphitrohre, ist davon abzuraten, mit Hochdruck zu reinigen, da diese durch die hohen Drücke leicht beschädigt werden können; hier sind Chemikalien, Bürsten oder ein RTC die Mittel der Wahl. Es sind so viele Faktoren zu beachten und eine Patentlösung gibt es nicht. Doch eine genaue Bedürfnisanalyse lohnt sich: Eine Abwägung dieser Faktoren hat einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Sigrun Rädler, Geschäftsführerin AC Rädler Umwelttechnik, www.ac-raedler.at


FERTIGUNGSTECHNIK

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Stellschraube Kühlschmierstoffe Investition in eine Feinstfilteranlage amortisiert sich innerhalb kürzester Zeit Kühlschmierstoffe wie z.B. Schleiföle sind gängige Hilfsstoffe der Fertigung. Doch der vermeintliche Hilfsstoff hat es wirklich „in sich“, wenn die Beladung mit Abtrag nicht gefiltert wird: Es entsteht eine abrasive Flüssigkeit, die die Produktqualität vermindert. Ein sächsischer Filterspezialist bietet nun Feinstfiltrationslösungen an, die damit zurechtkommen. Wie diese funktionieren, wie und warum sie eingesetzt werden, zeigt das Beispiel bei Berliner Glas, wo das Schleifen von Glas, Glaskeramik und Hochleistungskeramiken von besonderer Bedeutung ist. Die Berliner Glas Gruppe ist mit mehr als 1.100 Mitarbeitenden einer der führenden Anbieter optischer Schlüsselkomponenten, Baugruppen und Systeme sowie hochwertig veredelter technischer Gläser. Diese kommen weltweit beispielsweise in der Halbleiterindustrie, der Laser- und Weltraumtechnik, der Medizintechnik, der Messtechnik und der Displayindustrie zum Einsatz. Typische Produkte sind kundenspezifische Chucks, Präzisionsstrukturbauteile, Referenzspiegel sowie Stage- und Optikmodule, die in komplexen Anlagen für die Chipherstellung eingesetzt werden. Die Maßhaltigkeiten liegen dabei unter 10 nm, für die neueste Gerätegeneration spricht man von unter 5 bis 3 nm. Das Schleifen von Glas, Glaskeramik und Hochleistungskeramiken ist hier natürlich von ganz besonderer Bedeutung.

Die Berliner Glas Gruppe und die WSZE bescheinigen den eingesetzten Anlagen, dass nicht nur die Feinstfiltrationsergebnisse im jeweiligen Zielbereich liegen, sondern auch, dass die Kosten reduziert werden konnten.

Eingesetzt werden zum Schleifen, Läppen und Polieren diamantbesetzte Schleifstifte und Schleifscheiben in unterschiedlichsten Konfigurationen, die mittels Hochleistungsschleiföl, z.B. von der Firma Oelheld, innen und außen gekühlt werden. Gleichzeitig führt das dünnflüssige Schleiföl den Glas- oder Keramikabtrag vom Werkstück ab. Um das Schleiföl weiter verwenden zu können,

muss der Abtrag aus dem Medium entfernt werden. Trotz verschiedener Versuche im eigenen Haus konnte Berliner Glas weder ein zur sauberen Produktion passendes Verfahren noch die gewünschte Filtergüte erreichen, geschweige denn einen echten geschlossenen Kreislauf für das Öl. Die Alternative fand das Unternehmen bei den Spezialisten von Lehmann-UMT. Nach eingehender Analyse sowie Filtrationsversuchen mit verschiedenen Filtrationsebenen und Kombinationen an Filtertechniken wurde schließlich eine Lösung gefunden, wie man die gewünschten Feinstfiltrationsergebnisse valide und dauerhaft erreichen kann. Es entstand eine Ölfeinstfilteranlage, die ohne den Einsatz von Filterhilfsstoffen die geforderte Filterfeinheit von 2 bis 3 μm in der Vollstromfiltration erreicht. Über

Fixe Wartungsmodule zu fixem Preis KHS setzt auf präventive Wartung von Aseptikmaschinen Die Qualitätsstandards bei der hygienischen Abfüllung sind hoch und die Kosten bei einem Produktionsausfall immens. So kann sich z.B. eine Molkerei lange Stillstände nicht leisten. Deshalb ist es wichtig, die Maschinen vorbeugend zu warten, um möglichen Verschleiß und mikrobiologische Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen vorzubeugen. Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller KHS setzt hier auf ein präventives Wartungssystem sowohl für die lineare als auch die rotative Version des aseptischen Füllers Innosept Asbofill - und zwar mit fixen Modulen zum Fixpreis. Thomas Niehr, Leiter Aseptische „Wenn KHS das gesamte ManageFülltechnik bei KHS in Bad Kreuz, ment übernimmt, hat es für den erklärt, warum eine vorbeugende Kunden viele Vorteile. Ein Tausch Wartung der von dem Unternehvon Verschleißteilen lässt sich nicht men hergestellten Abfüllanlagen vermeiden. Aber eine vorausvon zentraler Bedeutung ist: „Fällt schauende Wartung sorgt für eine nur ein einziges Teil der Maschine reibungslose Produktion, da alle aus, kann der finanzielle, aber auch Abläufe und die Daten der Mader materielle Verlust groß sein, schinen durchgehend von unseren wenn der Abfüller beispielsweise Technikern ausgelesen und überein steriles Produkt im Tank hat, wacht werden“, erklärt Niehr. das schnell verarbeitet werden Er ergänzt: „Wir stimmen das gemuss.“ samte Wartungsmanagement KHS bietet deshalb spezielle Wardann gemeinsam mit dem Kuntungsbausteine an, wobei sich die den ab. Das erhöht nochmals die Intervalle nach bestimmten Zeitzyklen und Laufzeiten der Maschine richten. Materialpakete und Techniker stellt KHS zur Verfügung. Bei den Wartungen werden nicht nur kleinere Verschleißteile ausgetauscht, sondern der gesamte Zustand der Maschine überprüft und gegebenenfalls Einstellungen korrigiert. In einem abschließenden Maschinenzustandsbericht erhalten die Kunden detaillierte Informationen über alle Ergebnisse. Diese fixen Wartungspakete für alle seine Aseptikmaschinen bietet der Dortmunder Systemanbieter zum festen Preis an - der je Durch den Festpreis für die Wartungsmodule nach Umfang der gewünschten ist eine genaue Budgetplanung möglich, zuWartungsintensität und Übermal der Anwender in festgelegten Abständen nahme von Serviceaufgaben die gleichen Raten zahlt - er weiß also genau, durch KHS variiert. wie viel die Wartung kostet. Bild: KHS

Maschinen- und Produktionssicherheit.“ Je regelmäßiger und intensiver eine Anlage durch KHS überwacht wird, desto kürzer sind außerdem die Stillstandszeiten. Zudem würden die eingespielten Abläufe zwischen dem Abfüller und den KHS-Technikern den Verwaltungsaufwand und damit auch die Kosten weiter senken, so Niehr. Niehr verweist auf einen weiteren Vorteil: „Der Kunde weiß genau, wie viel ihn die Wartung kostet. Auch eine auf die Anzahl der abgefüllten Flaschen bezogene Berechnung ist möglich, womit eine feste Zuordnung von Wartungskosten zum Produkt Planungssicherheit bringt.“ Optional bietet KHS neben dem Tausch von Verschleißteilen im Zuge der Wartungsbausteine zusätzliche Ersatzteilpakete und Notfalleinsatzpakete an. Niehr betont, dass KHS das Wartungssystem stetig weiterentwickelt: „Ziel ist es, dass die Maschinen künftig komplett mit Sensoren ausgestattet sind und die Überwachung online über die Elektronik erfolgt. Durch diese vorausschauende Wartung werden sich die Stillstandszeiten weiter reduzieren und die Produktion wird noch effizienter und kostengünstiger.“ www.khs.com

Das gereinigte Schleiföl bleibt dank der Feinstfiltration länger in Verwendung, behält seine Eigenschaften und verlängert die Standzeit der Werkzeuge und Maschinen. Bilder: Lehmann-UMT

das 3-stufige System werden 100 bis 400 Liter Schleiföl pro Minute geleitet, gefiltert und wieder der CNC-Maschine im geschlossenen Kreislauf zugeführt. Die Feinstfilteranlage ermöglicht ein kontinuierliches Fahren der CNC-Maschinen und damit letztlich einen höheren Output des Unternehmens ohne qualitative Einbußen. Eine ähnliche Lösung kommt auch beim Werkzeugschleifzentrum Erzgebirge (WSZE) zum Einsatz, wobei es hier um das Anfertigen und Nachschleifen von Bohrern und Fräsern für Industrieanwendungen aus Vollhartmetall geht. Das Unternehmen hat sich insbesondere, wenn es um kleinste Bauteile und „Mikrowerkzeuge“ mit einem, drei oder fünf Millimeter Durchmesser geht, einen Namen gemacht. Bei den hier eingesetzten CNCMaschinen kommt ebenfalls ein Schleiföl beim Bearbeitungsvorgang zum Einsatz, um neben den

Kühlaufgaben die Abfuhr metallener Kleinstpartikel oder Partikel der Beschichtungen sicherzustellen. „Genauigkeit“ geht an dieser Stelle so weit, dass das Schleiföl sogar auf Temperatur gehalten wird, die sich nur im Bereich von 0,5 Grad Kelvin vom Zielbereich entfernen darf. Drehzahl, Schnittwerte und Vorschub der CNC-Maschinen sind hierauf abgestimmt, um so die erforderlichen Messwerte beim Endprodukt zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls von großer Bedeutung, das Schneidöl von den Partikeln zu reinigen, denn nur so lässt sich eine gleichbleibende Produktqualität sicherstellen. Auch bei WSZE kommt deshalb ein entsprechendes Filtersystem zum Einsatz. Damit soll der „Hilfsstoff“ Schleiföl eine projektierte Einsatzzeit von mehr als fünf Jahren erreichen. www.lehmann-umt.de www.berlinerglas.de

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Durch die Einkabel-Lösung konnte der bisher aus EMV-technischen Gründen nötige Mindestabstand der Servo- und Drehgeberleitungen zueinander vollständig eliminiert werden.

Für alles genügt jetzt ein Kabel Die Einkabel-Lösung SCS open link der Hengstler GmbH ermöglicht die Entwicklung effizienterer Maschinen, denn damit können Daten und Leistung hochperformant und bidirektional mit nur einem Kabel übertragen werden. Diese Technologie erschließt laut Hersteller gleichzeitig ein effektives Condition Monitoring und eine zustandsorientierte Instandhaltung. Die Einkabel-Lösung SCS open link überträgt mit einer Rate von bis zu 10 MBaud und Reglerzyklen bis zu 32 KHz neben Informationen über die Position und die sichere Lage des Motors auch Diagnoseinformationen und Parameter wie z.B. die Motor- und Sensortemperatur. Zudem dient die Verbindung der Übertragung der Motorleistung. Durch dieses Einkabel-System spart man laut Hersteller Hengstler nicht nur mindestens 50 Prozent des Steckplatzes, sondern erreiche außerdem eine signifikante Effizienzsteigerung. Die Entwicklung von SCS open link beruht nach Herstellerangaben auf der Nachfrage am Markt nach einem einheitlichen Motorfeedback-Kommunikationsstandard. „Wir haben durch zahlreiche Gespräche erfahren, dass sich viele unserer Kunden für unsere Einkabel-Lösung Acuro-Link eine offene

Schnittstelle wünschen“, berichtet Johann Bücher, Director Encoder Strategy bei Hengstler. Der Grund liegt in der Flexibilität für die Unternehmen, die bei einer offenen Lösung eine größere Auswahl an Komponenten haben und sich so ein Mehrlieferantensystem aufbauen können. Herausgekommen ist die Einkabel-Lösung SCS open link, die auch hinsichtlich einer zustandsorientierten Instandhaltung Vorteile biete. Die Schnittstelle von Hengstler ermögliche nämlich umfangreiche Condition-Monitoring-Anwendungen. Mit ihrer Hilfe kann der Anwender schon frühzeitig Probleme einzelner Komponenten erkennen und diese austauschen - und zwar bevor kostspielige Schäden auftreten. Die vorausschauende Wartung ist dank der robusten und störsicheren Datenübertra-

gung mittels SCS open link einfach. Dies hat der Hersteller auch bei einer Livedemonstration auf der SPS IPC Drives unter Beweis gestellt: Gemeinsam mit Actiworks, einem Softwareunternehmen, zeigten die Automatisierungsspezialisten dort, wie Daten zu Geschwindigkeit, Beschleunigung und Umgebungstemperatur in die Cloud übertragen und weltweit auf Smartphone, Tablet oder Laptop empfangen werden können. Werden diese Daten ausgewertet, können so anbahnende Störungen und Probleme rechtzeitig erkannt und in der Folge ohne einen ungeplanten Maschinen- oder Anlagenstillstand behoben werden. Eine hohe Performance erreicht die Kombination der Einkabel-Lösung SCS open link mit den Drehgebern Acuro AD38 und AD58 des gleichen Herstellers. Weiter auf Seite 18

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Bild: Fraunhofer IPMS Forscher haben einen draht- und batterielosen RFID-Sensor entwickelt, der Temperatur und Verformungen an rotierenden Bauteilen überwacht. Alle Details im unten stehenden Beitrag.

RFID zur Prozessüberwachung Die Integration von Sensoren an Wellen oder Spindeln von Werkzeugmaschinen ist schwierig: „Kabel oder Batterien sind an rotierenden Bauteilen nur mit viel Aufwand integrierbar, daher eignen sich drahtlose Sensorsysteme meist besser“, erklärt Dr. Andreas Weder, Entwicklungsleiter am Fraunhofer IPMS. Die Forscher haben deshalb einen draht- und batterielosen RFIDSensor entwickelt, der Temperatur und Verformungen an metallischen rotierenden Bauteilen wie Wellen oder Spindeln überwachen kann. Hier wird die aus der RFID-Technologie bekannte drahtlose Datenund Energieübertragungstechnik von Lesegerät zu Sensor ausgenutzt. Das heißt: Das Lesegerät speist den Sensor mit Energie, um die Messung durchzuführen und anschließend die Messwerte zu übertragen. „Wer die Auto-ID-Technologie RFID kennt, weiß, dass die drahtlose Übertragung von Sensortransponder zu Lesegerät in metallischen Umgebungen eine besondere Herausforderung ist, da Metall elektromagnetische Wellen teilweise in ungewollter Weise reflektiert und die notwendige Energie so nicht am Sensor ankommt“, betont Weder und ergänzt: „Durch eine spezielle Antennengeometrie konnten wir diesen Effekt ausgleichen. Gleichzeitig haben wir den Sensortransponder an die Bauform der Welle angepasst.“ Mit entsprechenden Softwarelösungen ist auch die Integration in bestehende Produktionsumgebungen und die Anbindung an vorhandene Leitsysteme zu realisieren. www.ipms.fraunhofer.de


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Fortsetzung von Seite 17 Der Servomotor-FeedbackDrehgeber AD38 ist die neueste Encoder-Entwicklung und wurde auf der SPS IPC Drives 2017 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wurde speziell für SCS open link konzipiert und ist laut Hersteller weitgehend unempfindlich gegenüber Schock und Vibrationen, da er auf einem neuen Prinzip der optischen Abtastung basiert. Für ein einfaches Datenmanagement verfügt der AD38 über ein Electronic Data Sheet, in dem drehgeberspezifische Werte gespeichert und jederzeit abgerufen werden können. Der Encoder ist mit einer Einbautiefe von 38 Millimetern kompakt und fügt sich auch in enge Bauräume ein. Er bietet eine Arbeitsdrehzahl von bis zu 10.000 min-1 und eine Auflösung von bis zu 24 Bit in der Singleturn- und 12 Bit in der Multiturn-Version. Der Drehgeber Acuro AD58 hingegen ist vollständig digital und erreicht Arbeitsdrehzahlen von bis zu 12.000 min-1 und Auflösungen von 24 Bit in der Singleturn-Ausführung. Beide Drehgeber-Ausführungen arbeiten mit einer Genauigkeit von 36 bzw. 20 Winkelsekunden und eignen sich damit nach Herstellerangaben gut für die Integration in BLDC-Motoren, um effizient Energie einzusparen und die Antriebsregelung bezüg-

Die Einkabel-Lösung SCS open link ist bereits bei einigen Industrieunternehmen erfolgreich im Einsatz. In einer Transferpresse für die Umformung von Blechteilen verbindet sie z.B. die MS2N-Motoren der Anlage mit dem Drehgeber AD58. Dadurch hat der Pressenhersteller die Anzahl der Kabel halbieren können und Bauraum gespart. Außerdem wurden die bewegten Massen auf diese Weise deutlich reduziert, sodass die Performance der Pressen insgesamt gesteigert werden konnte.

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Hört jetzt noch viel genauer hin Sonotec stellt breitbandigen Parabolsensor für das Ultraschallprüfgerät Sonaphone vor Im Ausstellungsbereich „Predictive Maintenance“ stellt Sonotec in Halle 22, Stand A39 im Rahmen der diesjährigen Hannover Messe (23. bis 27. April) den neuen breitbandigen Parabolsensor BS30 für das digitale Ultraschallprüfgerät Sonaphone vor. Damit können beispielsweise Leckagen an Druckluft-, Gas- und Vakuumanlagen sowie Teilentladungen aus einer Entfernung von bis zu 25 Metern detektiert werden.

Hengstler hat die Acuro-Link-Schnittstelle unter dem neuen Namen „SCS open link“ für den Markt geöffnet. So können Automatisierungstechnikhersteller ihre Komponenten für die neue Schnittstelle zertifizieren lassen. Mittlerweile hat ein Kabel- und Leitungsproduzent zwei neue Hybridkabel für die Leistungs- und Datenübertragung auf den Markt gebracht, die auf die SCS open link-Schnittstelle abgestimmt sind. Bilder: Hengstler

lich Gleichlauf bei CNC-Maschinen oder Präzisionspositioniersystemen zu verbessern. Sowohl der AD 38 als auch der AD58 sind in einem weiten Temperaturbereich einsetzbar, nämlich von minus 40 Grad Celsius bis plus 155 Grad Celsius beziehungsweise von minus 20 Grad Celsius bis plus 155 Grad Celsius. Sie besitzen außerdem einen internen Temperatursensor sowie einen Anschluss für den externen Wicklungstemperatursensor des Motors. Da der Aspekt „Funktionale Sicherheit“ immer wichtiger wird, hatte Hengstler bei der Entwicklung von SCS open link auch dieses Kriterium auf dem Schirm: So wurde das Datenprotokoll der SCS open link-Schnittstelle entsprechend der SIL3 Anforderungen nach IEC 61508 PLe, Kat. 3 nach EN ISO 13849 zertifiziert. Die Drehgeber AD38 und AD58 sind zudem für funktionale Sicherheit bis zu SIL3, Performance Level e zertifiziert. www.hengstler.de/de/specials/ hengstler_single_cable_solution.php www.scs-open-link.org/technologie/

Mit dem Ultraschallprüfgerät Sonaphone können nach Angaben des Herstellers Sonotec je nach Sensor Leckagen gefunden und bewertet und dadurch Energiekosten gespart, Teilentladungen detektiert und die Betriebssicherheit erhöht, potenzielle Schwachstellen an Lagern frühzeitig erkannt und ungeplante Stillstandszeiten vermieden sowie die Funktion von Kondensatableitern beurteilt werden. „Der wesentliche Vorteil unseres Sonaphone lässt sich auf ein Schlagwort reduzieren: Wirtschaftlichkeit. Oft reicht schon ein einziger verhinderter Stillstand aus, um die Investitionskosten des Geräts wettzumachen“, verdeutlicht Hans-Joachim Münch, Geschäftsführer der Sonotec Ultraschallsensorik Halle GmbH. Das mobile und robuste Ultraschallprüfgerät verfügt über ein 5Zoll-Display mit Multi-Touchscreen. Damit lässt sich das Gerät so intuitiv wie ein Tablet bedienen. Dafür sorgt auch die Software: Die unterschiedlichen Apps begleiten den Instandhalter während des gesamten Prüfvorgangs und bündeln alle relevanten Informationen. So lassen sich beispielsweise Prüfberichte mit wenigen Klicks erstellen. Fehleranfällige und zeit-

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Mit dem Parabolsensor BS30 können Leckagen an Druckluft-, Gas- und Vakuumanlagen sowie Teilentladungen über große Entfernungen detektiert werden. Bilder: Sonotec

aufwendige Papieraufzeichnungen sind unnötig. Zur Hardwareausstattung gehört unter anderem eine Autofokuskamera mit 5 Megapixeln, was die Dokumentation vereinfacht. Auf der Hannover Messe zeigen die Ultraschallspezialisten nun den breitbandigen Parabolsensor BS30, der speziell für das digitale Prüfgerät entwickelt wurde. Neben seiner Reichweite zeichnen den breitbandigen Sensor laut Hersteller auch seine Richtwirkung sowie die Unemp-

findlichkeit gegenüber Störgeräuschen im Hörbereich aus. Eine Leckortung soll damit, wie die Experten von Sonotec betonen, selbst in anspruchsvollen lauten Industrieumgebungen problemlos möglich sein. „Kann mit vergleichbarer Prüftechnik nur ein schmaler Frequenzbereich verarbeitet werden, ermöglichen unsere Sensoren eine vollkommen neue Analyse des Ultraschallsignals im Frequenzbereich von 20 bis 100 kHz“, verdeutlicht Hans-Joachim Münch die Besonderheiten des Systems. Zusätzlich zum BS30 gibt es noch einen weiteren Luft- sowie einen Körperschall- und Temperatursensor passend zum Sonaphone. Am Messestand wird außerdem die Version E des Sonaphone zu sehen sein, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen konzipiert wurde. Zudem wird die Pocket-Version gezeigt. Hierbei handelt es sich um ein besonders kompaktes Prüfgerät für die vorbeugende Instandhaltung an. Das kleinste Prüfgerät der Produktfamilie wird vor allem für die Lecksuche an Druckluftsowie Gas- und Vakuumanlagen eingesetzt. www.sonotec.de

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In Frankfurt gilt: Bahn frei für die Bahn Verkehrsgesellschaft Frankfurt nutzt Wärmebildkameras für Wartung und instandhaltung Für insgesamt neun U-Bahn- und zehn Straßenbahnlinien respektive für über 400 Schienenfahrzeuge sind die über 2.200 Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (kurz VGF) zuständig. Sie sorgen dafür, dass an Wochentagen mehr als 350.000 Pendler täglich ihr Ziel erreichen. Damit dies immer reibungslos funktioniert, kommt hier in der Instandhaltung unter anderem eine Wärmebildkamera aus der T-Serie von Flir zum Einsatz. Wie sinnvoll und wichtig dieses Mess- und Überwachungsgerät ist, zeigt sich in der Praxis. Bernd Brandt ist im Fachbereich Systemtechnik unter anderem zuständig für Elektrik und Instandhaltung bei der VGF. Der seit

über neun Jahren zertifizierte Thermograf setzt hierfür bereits seit Jahren auf die Wärmebildtechnik, um Fehler und sich ab-

zeichnende Defekte frühzeitig zu erkennen. „Gleich nach der Anschaffung einer Flir-Wärmebildkamera aus der TSerie habe ich an einem einwöchigen Kurs des Flir-eigenen Schulungszentrums ITC teilgenommen“, erinnert er sich und fügt hinzu: „Die Ansprüche waren nicht ohne und die Prüfung ganz schön knifflig, aber ich wollte ja auch lernen, worauf es bei der Thermografie ankommt und wie wir die Kamera sinnvoll einsetzen können.“ In der Vergangenheit gab es bei der VGF schon einige einfache Wärmebildkameras eines anderen Herstellers. Doch Brandt wollte mehr und hat sich mit der T200 für eine professionelle Kamera von Flir entschieden. Die T200 verfügt, ebenso wie die aktuellen Modelle der T-Serie, be reits über eine um 180 Grad dreh-

Die VGF kümmert sich um über 400 Schienenfahrzeuge. Bilder: Flir

instandsetzung, acht Gleise für Fahrzeugumbauten, acht Gleise für Wartung und Instandsetzung, drei Gleise für Lackiervorbereitung, eine Lackierhalle und zwei Gleise für glasfaserverstärkte Verbundkunststoff-Reparaturen.

Überprüfen von 650 Volt gleichstrom ... Einige der Verteiler dort wiesen Überlast bzw. Schieflast auf. Diese waren im Wärmebild deutlich

SMART. SAFE. PRECISE. Komfort, Sicherheit und Präzision neu definiert: Die Horizontal-Auswuchtmaschine Pasio 50 SC Pasio 50 SC ist der smarte Allrounder und ein Experte, wenn es um einfaches, sicheres und präzises Auswuchten von Rotoren bis 50 kg geht. Bei der neuen Pasio 50 SC haben unsere Ingenieure und Designer nichts dem Zufall überlassen: Im ergonomischen Design-Gehäuse stecken jede Menge RoTec-Erfahrung und neueste Technologie. Und in nur drei Schritten sind Sie am Ziel: Aufstellen, Anschließen, Auswuchten.

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Die VGF ist verantwortlich für die rollende und ortsfeste Infrastruktur, für Sicherheit, Sauberkeit, Service und Kundendienst. Bernd Brandt, der im Fachbereich Systemtechnik unter anderem für Elektrik und Instandhaltung zuständig ist, setzt hierbei unter anderem auf die Wärmebildtechnik.

bare optische Messeinheit. Dadurch lassen sich viele Aufgaben bequemer erledigen. Durch die Drehfunktion sind beispielsweise Aufnahmen aus einer bequemen Position heraus oder auch über oder unter Hindernissen vorbei möglich. Zwar bieten die aktuellen Modelle der T-500-Serie, die u.a. mit Wechselobjektiven ausgestattet sind, noch mehr Flexibilität, doch auch das Modell T200 ist für viele Bereiche ausreichend. Zum Einsatz kommt diese Wärmebildkamera z.B. bei der VGF hauptsächlich bei der Inspektion der Elektrik. Bernd Brandt untersucht damit beispielsweise Klemmen, heiß gewordene Verteiler, Unterverteiler, Stromkästen und Relais. Brandt berichtet in diesem Zusammenhang von einer Inspektion in der Fahrzeugwerkstatt, in der die Bahnen repariert werden. Hintergrund: Die VGF verfügt in der Stadtbahn-Zentralwerkstatt über zwei Gleise für die Unfall-

sichtbar. In einem Fall lag die Temperatur mit über 70 Grad Celsius so hoch, dass sofortige Abhilfe geboten war, erinnert sich Brandt. Es gibt aber auch andere Aufgaben, die mit der Wärmebildkamera bewältigt werden, bei-

spielsweise in der Fahrstromabteilung. Im Gleichrichterwerk kommen bei 650 Volt Gleichstromspannung Stromstärken von 3.000 bis 5.000 Ampere vor. Da ist es natürlich wichtig, dass eine Inspektion aus sicherer Entfernung vorgenommen werden kann.

... bei bis 5.000 Ampere „Dafür eignet sich die T-Serie mit ihrem drehbaren Objektivblock sehr gut“, betont Brandt und erklärt auch gleich warum: „Früher haben wir die Schrauben, mit denen die massiven Kupferschienen befestigt werden, alle mit einem Thermolack überzogen, der sich verfärben sollte, wenn einzelne Schrauben unter einer zu hohen Last zu heiß werden. Heute ist das nicht mehr nötig. Ein Blick mit der Wärmebildkamera genügt, und wir sehen sofort, ob etwas zu heiß ist.“ Aber nicht nur in der Elektrik kommt die Kamera zum Einsatz. „Im Winter hatten wir einen Wasserrohrbruch in einer UBahnstation, der auf Frost zurückzuführen war“, so Brandt. Er berichtet von diesem eher ungewöhnlichen Einsatz: „Mit der Wärmebildkamera konnte ich den genauen Bereich, der eingefroren war, exakt identifizieren und um genau diesen Bereich haben wir nach der Reparatur eine Rohrbegleitheizung installiert. Probleme gab es dort seither nie wieder.“ www.flir.de

Die aktuellen Kameras der Serie, die T500-Modelle, erreichen eine Wärmebildauflösung von bis zu 464 x 348 (161.472 Pixel) und zeigen auch kleinste Temperaturunterschiede deutlich an.


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Es geht auch ganz ohne eine Abschaltung Wie man den Vorschriften und normen gerecht wird und dabei Ausfallkosten einspart Die Isolationsmessung als Teil der wiederkehrenden Prüfung elektrischer Anlagen kann nur im abgeschalteten Zustand durchgeführt werden. Häufig ist aber eine Abschaltung der Stromversorgung mit hohen Ausfallkosten und aufwendigem Wiederanfahren der Anlagen verbunden - in manchen Fällen sogar unmöglich (z.B. in Rechenzentren oder auf Intensivstationen). Die Vorschriften und Normen bieten jedoch zwei Alternativen für den sicheren Betrieb von Anlagen, die immer verfügbar sein müssen, nämlich die permanente Differenzstrommessung (in geerdeter Stromversorgung) und die permanente Messung des Isolationswiderstandes (in ungeerdeter Stromversorgung). Beide kommen ohne eine Abschaltung aus. Im geerdeten Netz besteht die Möglichkeit, mit DifferenzstromÜberwachungssystemen Differenzströme der gesamten Anlage permanent zu messen und auszuwerten. Hierbei werden Verschlechterungen in der Isolation erkannt und gemeldet. Eine weitere Möglichkeit bietet die ungeerdete Stromversorgung (ITSystem) mit einem Isolationsüberwachungsgerät, welches den Isolationswiderstand der Anlage permanent misst. In beiden Fällen ist bei der wiederkehrenden Prüfung eine Anlagenabschaltung nicht notwendig. Darüber hinaus bietet aber das IT-System noch weitere wesentliche Vorteile für hochverfügbare Anlagen.

das sagt die norm Zu den Details: Für einen sicheren Anlagenbetrieb, der wichtigsten Aufgabe für Betreiber und Anlagenführer, gibt es zahlreiche Gesetze, Vorschriften und Normen, die den Rahmen des sicheren Betreibens definieren. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die wiederkehrende Prüfung der elektrischen Anlage. Diese kann zu großen Teilen im laufenden Betrieb durchgeführt werden, mit Ausnahme der Isolationsmessung RISO (vgl. DIN VDE 0100-600:2008-06 Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 6 Prüfungen: 61.3.3 Isolationswiderstand der elektrischen Anlage). Für die Messung des Isolationswiderstands zwischen aktiven Leitern und dem mit der Erde verbundenen Schutzleiter muss die Anlage abgeschaltet werden. Doch bieten Normen und Vorschriften Alternativen. Eine permanente Überwachung des Isolationsniveaus der elektrischen Anlage erlaubt der Elektrofachkraft eine Anpassung der Prüffristen für die wiederkehrende Isolationsmessung. In der DIN VDE 0105-100:2009-10 Betrieb von elektrischen Anlagen steht unter 5.3.101.0.4: „Bei Anlagen, die im normalen Betrieb einem wirksamen Managementsystem für vorbeugende Unterhaltung und Wartung unterliegen, dürfen die wiederkehrenden Prüfungen durch die angemessene Durchführung einer dauernden Überwachung und Wartung der Anlage und all ihrer Betriebsmittel durch Elektrofachkräfte ersetzt werden. Geeignete Nachweise müssen zur Verfügung gehalten werden.“ In der DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) wird ebenfalls die

Möglichkeit eingeräumt, durch eine ständige Überwachung die Fristen für Prüfungen zum Erhalt des ordnungsgemäßen Anlagenzustandes anzupassen. In der Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 3 heißt es: „Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel gelten als ständig überwacht, wenn sie kontinuierlich von Elektrofachkräften instand gehalten werden und durch messtechnische Maßnahmen im Rahmen des Betreibens (z.B. Überwachen des Isolationswiderstandes) geprüft werden.“ Im geerdeten Stromversorgungssystem (TN-S-System) besteht die Möglichkeit, mit DifferenzstromÜberwachungssystemen Differenzströme der gesamten Anlage permanent zu messen und auszuwerten. Eine weitere Möglichkeit bietet die ungeerdete Stromversorgung (IT-System) mit einem Isolationsüberwachungsgerät, welches den Isolationswiderstand der Anlage permanent überwacht. In beiden Fällen ist bei der wiederkehrenden Prüfung eine Anlagen-

geerdete Stromversorgung (tn-S-System) abschaltung zur Isolationswiderstandsmessung nicht notwendig. Demnach können geerdete Anlagen (TN-S-Systeme) mit einem selektiven System zur Differenzstrom-Überwachung (RCM) ausgerüstet werden. Da der Differenzstrom ein Abbild des Isolationswiderstandes ist, können innerhalb ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel Differenzstrom-Überwachungssysteme (RCMS) permanent eine selektive Isolationsverschlechterung erkennen. Diese Verschlechterung der Isolation führt zu einer messbaren Veränderung im Differenzstrom der Anlage, durch die es zu kritischen Veränderungen im System kommen kann. Es werden aber nicht nur Fehlerströme in der Entstehungsphase erkannt, auch Überlastungen von N-Leitern werden frühzeitig angezeigt. Dadurch wird die Brandgefahr deutlich reduziert. Der Betreiber wird z.B. über eine Alarmmeldung per E-Mail informiert. Mit den Differenzstrom-Überwachungssystemen wird es für die Elektrofachkraft außerdem möglich, eindeutige und zielgerichtete Prüffristen zu ermitteln und praxisbezogen festzulegen. Diese Festlegung kann sowohl eine Reduzierung als auch eine Erweiterung der Prüfintervalle bei der Isolationswiderstandsmessung beinhalten. In Abhängigkeit vom Be-

anspruchungsgrad der Arbeitsmittel ist somit eine sicherheitstechnische und betriebswirtschaftliche angepasste Fristenfestlegung der Wiederholungsprüfung bei Isolationswiderstandsmessungen möglich. Abschaltungen für herkömmliche Isolationsmessungen, auch nur für kurze Zeiten, gehören durch den gezielten Einsatz von selektiven Differenzstrom-Überwachungssystemen (RCMS) der Vergangenheit an. Die Verfügbarkeit einer elektrischen Anlage wird erhöht, Störströme werden in der Entstehungsphase lokalisiert und der Kostenaufwand für die Isolationsmessung bei der Wiederholungsprüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel wird minimiert. Weiter auf Seite 22

Überwachung und Analyse elektrischer Anlagen Mit der webbasierten Software- stellern. Das Programm erfasst lösung Powerscout bietet Bender diese Daten standortübergreifend, eine Möglichkeit zur vorausschau- sodass auch der Vergleich von enden Instandhaltung, denn die mehreren Gebäuden bzw. Software gewährleistet laut An- Firmensitzen möglich ist. bieter jederzeit einen Einblick in Gleichzeitig unterstützt Powerdie vollständigen Daten der An- scout die Analyse der Gerätedaten lage, da alle Messwerte auto- und dokumentiert damit fortmatisiert und kontinuierlich ge- laufend den Zustand der elekspeichert werden. trischen Anlage. Diese Datenbasis Powerscout führt hierzu die Daten erlaubt es, Trendverläufe darder Mess- und Überwachungs- zustellen und Störungsursachen geräte zusammen und erstellt zu finden. Fehlerströme und Visualisierungen - und das nicht schleichende Isolationsfehler wernur bei Messgeräten von Bender, den damit rechtzeitig erkannt. sondern auch von anderen Her- www.bender.de

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digitaler Form und einfach interWassernetz akustisch auf stehen. Lecks überwachen pretierbar zur Verfügung Diese Diagnosedaten wird man Stadtwerke bad hersfeld setzen hierfür auf eine routinemäßige netzüberwachung

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Das führte in den betroffenen Gemeinden in der Vergangenheit oft zu Schwierigkeiten, weil Rohrbrüche nicht exakt oder auch überhaupt nicht lokalisiert werden konnten. Die Phocus3-Technik bietet auch für diesen Anwendungsbereich

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passende Features. So erleichtert zum Beispiel die GPS-Verknüpfung mit Google Maps auch in unbekannten Gebieten oder nach einem Personalwechsel die Arbeit mit den ausgesetzten Loggern. www.esders.de

zweckmäßigerweise direkt der zuständigendasInstandhaltungsabteiDie Stadtwerke Bad Hersfeld überwachen Wassertransportnetz routinemäßig mit den Gezur So Verfügung stellen. Da räuschloggern Phocus3 der Esderslung GmbH. beugen sie Großleckagen vor, vermeiden teure durch Schwingungsdiagnose Nachtschichten und erleichtern sich die Dokumentation. Das Projekt ist in der Praxis so erfolgden in aller Regel so frühzeitig reich, dass die Stadtwerke nun dieSchä Netzüberwachung mit der Phocus3-Technik sogar als Diensterkannt werden, dass ein soforleistung auch den umliegenden Kommunen anbieten. tiges Stillsetzen der Anlage nicht erforderlich wird es ausreichen, Insgesamt 36 Stück der Geräuschentfernt und ist, ausgelesen - oder sie pierdokumente wie etwa die zufür die Produktion Diagnosedaten logger Phocus3 von Esders geverbleiben zur Verifizierung der gehörigen Netzpläne. in weniger ausführlicher zu Anhand der aufbereiteten Daten hören mittlerweile zum Inventar Ergebnisse noch eine Form weitere Antimikrobielles Multimeter visualisieren. der Bad Hersfelder Stadtwerke. Nacht in dem zu prüfenden Netzkönnen die Fachleute der Stadt„Zur flächendeckenden Überabschnitt. werke erkennen, wo die aufDas in Schutzart IP65 ausgeführwachung werden am besten alle Das Auslesen der Geräuschdaten gezeichneten Geräusche auf ein te Multimeter Seculife Hit AM Spektrogramm bei erkanntem Verzahnungsschaden. Installation und 36 gleichzeitig ausgesetzt“, erklärt erfolgt je nach Geräteausstattung Leck hindeuten. Mithilfe der Pavon Gossen Metrawatt verfügt praktische Nutzung g als auch Offlinemaschinendiagnose haben sich in den Akzeptanz sein. Das wiederum ertere Verfahren vorgestellt werden. Alexander Garweg, technischer per Funk oder Infrarot ebenfalls rameter Minimumgeräuschpegel über ein beleuchtetes Display teil der zustandsorientierten Instandhaltung entwickelt. fordert die Automatisierung der Dr. Rainer Wirth, Geschäftsführer Prokurist bei den Stadtwerken. mit dem Smart Recorder, sodass und Leckwahrscheinlichkeit lässt mit digitaler und analoger Messbereits durch einen einzigen vermiedenen Stillstand mehrDie Installation Condition- sich Diagnose. von softwareder GfM der GfM Gesellschaft Und so funktioniert die Überdie Mess- und eines Geräuschdaten eine Der Leckage wertanzeige, um fürFestwerte Monitoring-Systems heute ein- gestützt skizzierteweiter Weg isteingrenzen. ein praktikabler Maschinendiagnose, wachung: Für die Identifizierung direkt vor Ort zuristVerfügung Zuebenso wie dynamische Messildung eventueller Signifikanzanalyse Schwachstellen unterzogen, bei stehen. fach undGleichzeitig ohne besondere Anfang. Zu erwartendie ist, dass wei-www.maschinendiagnose.de dient Qua der- sätzlich können gespei verläufe präzise abzubilden. hinen- werden der auffällige Spektrallinien lifikationRecorder möglich.aber Schwingungsdie Logger tagsüber vollmit Smart auch als cherten Geräusche nach der Die Einstellung der Messgrößen ung. automatisch extrahiert werden. mobiler sensoren Datenspeicher werden am Maschinendem dazugehörigen Auslesegerät für die Übertragung auf den PC abgeerfolgt mittels Drehschalter und rücken, Smart Anschließend wird für diese auffäl- Datenübertragung gehäuse falls möglich mittels Recorder programmiert auf Sackden hört werden. Bei einer hohen Funktionstaste, Die Hüllkurvenanalyse im Detail wobei sich der n ist es und ligeninSpektrallinien über- stationären loch und Schraubverbindung oder Leckwahrscheinlichkeit folgt die die Kappen lediglich und Schieber PC im Büro. Messbereich automatisch an den nieren, des prüft, deren Frequenzen mit Hier sonstwird permithilfe Klebeverbindung be- exakte Besondere Frequenz von 2alternativ Hertz zu ob überprüfenden Abschnitts der GPS-Daten Ortung.Bedeutung im Zu- der Messwert anpasst, haften ausgesetzt. kinematischen festigt. Das Verdrahten ist reine sammenhang mit zuverlässig Maschinen- könnten wirmanuell ohnehineinstellbar nicht hören. In derSchadensmustern Nacht, wenn die eine Kartenansicht des „Indem wir Leckagen aber auch ist. Elektrikerarbeit. metern meisten übereinstimmen. signalen erkennen, hat der sparen Stoßimpuls. Jeder Stoßimpuls führt also zu Störgeräusche nicht untersuchten Rohrnetzabschnitts frühzeitig wir Alle Strommessbereiche werden Für die Konfigurierung t nach- mehr Die Signifikanzanalyse aus die der in Dieser als auch FolgeGeld“, von einer Reaktion des über schwingauftreten, werdenistdann Google Maps erzeugt,eines in derCMS die nicht nur entsteht Zeit, sondern verwechslungssicher eine Bild: Gossen Metrawatt sind assistierende Eingabemasken Systems mathematischen Statistik bekannt Wälzlagerschäden sowie an- fähigen Kontaktschallmikrofone der einzelnen Loggerpositionen autoverdeutlicht Garweg. Die Loggereinzige Buchse geführt.Maschine. üblich. So man dieses Signal und wurdeaktiv, ursprünglich für diedie Be- matisch könnenwerden. die kine ma- Technik schlagender loser Teile. Derweiter, Stoß- Unterzieht Geräte wobei angezeigt Damit hat sich, so Garweg Mit der automatischen Messeiner Spektralanalyse, wertung großer Mas- entfällt tischen das Zusammenhänge impuls ist im weitestenerwiesen. Sinne ein direkt Spezialisten diestatistischer Zeitintervalle umständliche komund „als absolut zuverlässig wertspeicherung lassen sich bis cken zahlreiche Prüfaufgaben ab. sen eingesetzt. Dieses Verfahren ist fehleranfällige plexer Antriebe leichthändische im CMS Wenn Vorgang, dessen Amplitudenfindet einige angeregte Eivorher festlegen können. Tags ein Netzabschnitt negativ zu 40man Messwerte pro Sekunde Zudem lassen sich mit zugevon Haus aus dann weitgehend un- Notieren abgebildetund werden - eine Grundwerte nur innerhalb einer wir be- genfrequenzen des Systems. darauf werden die Logger Übertragen in Paüberprüft worden ist, können aufzeichnen. Die Gesamt-Spei- schaltetem 1-kHz-Tiefpassfilter z.B. abhängig von der Belastung des voraussetzung, damit das CMS uns schränkten merklich Um aber das ursprüngliche auf denZeitspanne nächsten konzencherkapazität reicht für mehrErals Messungen der Motorspannung nendiaAntriebs, funktioniert also unter weiß, wonach es suchen muss. trieren. von null eignis, nämlich die “ abweichen. 15.000 Messdaten aus.Stoßfolge, an elektronischen FrequenzumchwinVolllast ebenso wie im TeillastDiese Eingaben können mit Die FastMethode ausschließlich durch Faltung machen zu ermöglicht können, richtern vornehmen. Auch die kommt so gut an, sichtbar Das Handmessgerät en, ist betrieb. Die Ergebnisse sind so zuGrundkenntnissen der Antriebs- dass werden Stoßimpulsedievom Anbietet sich das Bilden der Hülldie Stadtwerke Leckor die kurvenformunabhängige Ef- Messung von 5-V-Rechteckar unverlässig, dass auf manuelle technik gemacht werden. Spezielle tungstechnik regungsort fortgeleitet. kurve und daraus TRMS die Berechin kleineren Dabei umfektivwertmessung AC und Signalen wird unterstützt. sorisch, Analysen zunächst verzichtet Diagnosekenntnisse sind nicht er- liegenden wird die Gemeinden umgebendeanStruktur desfürHüllkurvenspektrums bieten, nung AC + DC Spannung und Strom Besonderen Schutz gewährleisZuwerden kann. forderlich. zum Schwingen mit Ressourcen ihren Eigen- an. die selbst nicht die bis 20 kHz. Die 23 Multimeter- tet die antimikrobielle MaterialHöhe Lediglich für die finale InAllein für die Instandhaltungsent- dafür frequenzen angeregt. dieDiese Die Hüllkurvenanalyse also ein - beschaffenheit von Gehäuse, Kabesitzen. „Entweder, Gefunktionen u.a. zur ist Strommes oder standhaltungsentscheidung - Weischeidung, also wenn ein Antriebs- meinden werden verfügen bis zur MaschinenoberWerkzeug, erst gar nicht sung von um 100 harmonische mA bis 10 A,Anzur beln und Prüfspritzen, die von einer terbetrieb oder Reparatur - wird element im CMS eindeutig und über fläche damit bis zumGeräte Sensor regungen vonKapazitätsStoßanregungen dieund entsprechenden Spannungs-, und Wi- sich aus einer Keimbesiedelung antität die Entscheidung durch einen wiederholt als auffällig deklariert oder geleitet. zu unterscheiden. Imsowie Hüllkurvenes fehlt an entsprechend geder standsmessung zum Di- entgegenwirkt. ngt nur Menschen empfohlen, gegewird und nun entschieden werden schultem Man kannPersonal“, sich das anhand spektrum sieht man eindeutig weiß einer der oden- und Durchgangstest de- www.gossenmetrawatt.com für die benenfalls, aber nicht zwingend muss, ob und wann eine In- technische Glocke vorstellen. StoßimpulswiederholfreProkurist. Schlägt man die te gibt, nach Gegenprüfung durch einen standsetzung durchzuführen ist, diese zweimal pro Sekunde an, quenz, die sich im Falle eines ichend Diagnostiker. wird man einen kompetenten Inso schwingt sie nicht etwa mit 2 Wälzlagerschadens aus der entMassen Dazu stehen verschiedene Werkstandhalter zurate ziehen, der vor Hertz, sondern mit ihrer Eigen- sprechenden kinematischen zeuge wie Wasserfalldiagramm allem auch spezifische Sachkennt- Fortsetzung frequenz. Eine mit Frequenz ergibt. von Schwingung Seite 21 Earth) fließt beim Auftreten eines ein Isolationsüberwachungsgerät der eroder Spektrogramm zur Verfünis zur diagnostizierten Maschine Für Anlagen, bei denen eine Abersten Isolationsfehlers kein gemessen, das bei kritischen Verdie Begung. Diese Form der sehr weitbesitzt. Doch dazu muss man kein schaltung oder ein ungeplanter hoher Fehlerstrom. änderungen einen Alarm erzeugt. ystems reichenden Automatisierung führt eigenes Diagnosepersonal vor- Stillstand mit hohen Kosten verDaraus ergeben sich sehr gute Ein erster Isolationsfehler führt ch der zu einem minimalen Betreuungshalten. Eine eventuell gewünschte bunden ist, ist das ungeerdete EMV-Eigenschaften, keine Abnicht wie im geerdeten System itoring aufwand der Systeme und somit händische Beurteilung des System (IT-System) eine Alschaltungen und eine Einfehlerzur automatischen Abschaltung stellbar, zu niedrigen laufenden Kosten. Schädigungszustands kann durch ternative mit zahlreichen Vorder Anlage, sondern kann im iter eiEine sehr weitgehende Autoexterne Experten - im einfachsten teilen. Fehlerfall weiterbetrieben werUngeerdete StromverausFall durch Servicemitarbeiter des Im Gegensatz zu einem TN-Smatisierung ist die Grundlage für den. Aufgrund dieser Besonsorgung (it-System) gnostiLieferanten des CMS - erfolgen. die Einbindung von DiagnoseausSystem ist hierbei kein aktiver derheit wird bei besonders ditionsagen in übergeordnete Systeme, In den nächsten Jahren wird die Leiter des IT-Systems geerdet auskritischen Applikationen wie zum ächen- beispielsweise in SCADA- oder Fähigkeit, Condition-Monitoring- geführt. Sicherheit. Damit bietet das ITBeispiel in Intensivstationen, werden ERP-Systeme. Dafür müssen DiaInformationen Industrie-4.0- Aufgrund der bewusst fehlenden System von allen Netzformen die Operationsräumen, Chemieanlaendiagnosedaten, also Daten, die eine konform in übergeordnete niederohmigen Verbindung höchste Versorgungssicherheit. gen usw. immer ein IT-System möglich Mithilfe Diagnoseaussage repräsentieren, Systeme ein ent- zwischen Sternpunkt des TransDer Isolationswiderstand im ITverwendet. der Daten des Geräuschloggers Phocus3 wird die Leckageeinzubinden, softwaregestützt eingegrenzt, underfolgt ebendie nicht nurBild: Sensordaten in scheidender Gradmesser für die formators und PE (Protective dann Ortung. Esders System wird permanent durch Ein Isolationsüberwachungsgerät Maschiim IT-System erfüllt somit die Ane verforderungen nach DIN VDE 0105Auto100:2015-10 „Betrieb von elekIdeal für für Transportüberwachungen, Transportüberwachungen, Belastungstests Belastungstests Ideal breitet trischen Anlagen“ und DGUV Vorund Fehlerdiagnosen: Fehlerdiagnosen: und ektren schrift 3 nach einer permanenten Überwachung, sodass keine wieDatenlogger MSR165 MSR165 Datenlogger efiniert, derkehrende Isolationsmessung für Schock Schock und und Vibration Vibration für subund Anlagenabschaltung notzwerte wendig ist. Schocküberwachung ±± 15 15 gg bzw. bzw. ±± 200 200 gg •• bis bis zu zu 1Mrd. 1Mrd. MessMessSchocküberwachung h autoVollständigkeitshalber sei hier werte Speicherkapazität Speicherkapazität •• 1600 1600 Messungen/s Messungen/s •• Sensoren Sensoren werte thmen noch erwähnt, dass alle anderen für Temperatur, Temperatur, Feuchte, Feuchte, Druck, Druck, Licht Licht •• Li-Po-Akku Li-Po-Akku 900mAh 900mAh für zdaten Prüfungen wie zum Beispiel Kontaktieren Sie Sie uns, uns, wir wir beraten beraten Sie Sie gerne! gerne! www.msr.ch www.msr.ch Kontaktieren hende Sichtprüfung, Schleifenwiderstandsmessung weiterhin durchganz geführt werden müssen. Diese nde Erkönnen jedoch im laufenden Bee getrieb durchgeführt werden. möglich www.bender-de.com/de/ n gefachwissen/normen-und-bezierten stimmungen/dguv-vorschrift.html


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Neuer High-Speed-Datensammler Wie sich Schwingungswerte an rotierenden Anlagen effektiv aufnehmen lassen Mit dem neuen Vibscanner 2 bietet Prüftechnik ein Gerät an, mit dem auch ungeschultes Personal schnell und einfach Schwingungswerte an rotierenden Anlagen erfassen kann. Diese und andere Features sorgen für mehr Effizienz bei der schwingungsbasierten Zustandsüberwachung. Durch das parallele Erfassen der Messdaten sammelt Vibscanner 2 alle relevanten Zustandsinformationen einer Maschine und zwar mit nur einem einzigen Tastendruck. Dadurch verringert sich der Zeitaufwand für die Datenerfassung. Die Messzeiten sind laut Hersteller bis zu vier Mal kürzer. Das Gerät misst dabei je nach Filtereinstellung Kennwerte, Spektren und Zeitsignale synchron in drei Achsen. Kombiniert mit einem triaxialen Sensor liefert der Datensammler so zahlreiche Zustandsinformationen pro Messstelle. Dadurch entsteht bei gleichbleibender Messzeit ein umfassendes Zustandsbild der Maschine. Dabei ist das Gerät laut Hersteller so einfach in der Handhabung, dass auch neues oder ungeschultes Personal eine Messung damit durchführen kann - auch ohne Training. Hierfür sorgen unter anderem eine intuitive Bedienung, der integrierte RFIDLeser und die herstellerspezifische Vibcode-Technologie. Das Gerät vereinfacht das Erfassen der Daten, die auf einer bestimmten Route gesammelt werden, denn durch die auto-

Mithilfe der neuen Version der Omnitrend Center PC-Software können Benutzer per Drag & Drop Aggregate und Messpunkte in die Schwingungsroute ziehen, Aufgabenparameter bearbeiten und je nach aktueller Position der Maschinen in der Anlage den Routenverlauf anpassen.

matische Maschinenerkennung über RFID-Technologie weiß das Gerät respektive der Benutzer immer, wo es weitergeht. Beim Scannen eines RFID-Tags zeigt der Vibscanner 2 nämlich die nächste Messstelle mit Position und Messrichtung an und stellt auf diese Weise sicher, dass keine Messstelle übersehen, verwechselt oder fehlerhaft bearbeitet wird. Messstellen, die mit einem Vibcode-Aufnehmer versehen sind, liefern durch die codierten Messvorgaben reproduzierbare

Kompakte Infrarotkameras infrarotkamera und infrarotthermometer kombiniert Optris bringt mit der Xi 80 und der Xi 400 zwei Temperaturmessgeräte auf den Markt, welche jeweils die Vorteile von Infrarotkamera und Infrarotthermometer in sich vereinen. Die neue Xi-Serie kombinieren in sich ein robustes und kompaktes Pyrometer mit einer Infrarotkamera. Die Modelle aus dieser Serie sind mit einer integrierten Spotfinder-Funktion ausgestattet. Damit kann die Temperatur sich bewegender Objekte gemessen werden - und zwar ohne dass der Sensor neu justiert werden muss. Das erledigt die Kamera dann sogar autonom, d.h. ohne angeschlossenen PC. Dem Anwender stehen neben einem direkten 0/4-20 mAAnalogausgang auch Digitalschnittstellen wie Ethernet oder RS485 zur Verfügung. Über ein externes Prozessinterface können bis zu neun frei definierbare Messfelder als Analogausgänge weiterverarbeitet werden. Beide Xi-Modelle sind außerdem

mit einem Motorfokus ausgestattet, der eine bequeme Scharfstellung aus der Ferne über die kostenfreie Software PIX Connect ermöglicht. Die Sensoren haben Auflösungen bis 382 x 288 Pixel, eine Bildfrequenz bis 80 Hz und ein Messfleckdistanzverhältnis von bis zu 390:1. Die Xi-Geräte sind für Temperaturmessungen im Bereich von minus 20 bis plus 900 Grad Celsius geeignet und bieten Optiken mit 12 Grad, 30 Grad, 55 Grad und 80 Grad. Das Modell Xi 80 mit einer optischen Auflösung von 80 x 80 Pixel hat dabei eine optische Auflösung von bis zu 190:1; das Modell Xi 400 mit einer optischen Auflösung von 382 x 288 Pixel erreicht sogar eine optische Auflösung von bis zu 390:1. www.optris.de

Ausgeliefert werden die Modelle aus der Xi-Serie im Komplettset inklusive Montagemutter, Montagewinkel, Software und Anschlusskabel. Bild: Optris

Messergebnisse, die für eine zuverlässige Zustandsbeurteilung essenziell sind. Nicht zuletzt erübrigt sich durch die automatische Drehzahlbestimmung aus dem Schwingungssignal die Verwendung eines Drehzahlsensors. Analysieren und verwalten lassen sich die gesammelten Daten mit der Omnitrend Center PC-Software, die aktuell in der Version 2.3 vorliegt. Hierfür werden die Routendaten von der Software als Datenfile auf das Gerät des Mitarbeiters vor Ort übertragen. Das funktioniert auch per E-Mail. Der Mitarbeiter lädt dann die Route über USB auf das Gerät und kann sofort mit der Messung beginnen. Während der Mitarbeiter die Messroute durchführt, verfügt der Instandhaltungsspezialist über mehr Zeit, um in der MonitoringPC-Software die Maschinendiagnose durchzuführen. Dafür bietet die Software nicht nur eine einfache grafische Maschi-

Das Touch-Display des Vibscanners 2 ist schlagfest und auch handschuhtauglich. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit zehn Stunden an. Bilder: Prüftechnik

neneinrichtung, eine zentrale Aufgabenkonfiguration und ein flexibles Routenmanagement, sondern auch diverse Analysewerkzeuge. So stehen beispielsweise vielfältige Maschinengrafiken für die einfache Konfiguration in einer

zentralen Aggregatansicht zur Verfügung und dank der Baumstruktur der Gesamtanlage - oder der Grundfläche des Geräteparks kann schnell auf anlagenbasierte Informationen zugegriffen werden. www.pruftechnik.com


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Volumenströme messen ganz ohne Kontakt Mithilfe der Ultraschallmessung lassen sich hydraulische Systeme optimieren Genaue Ist-Daten von Volumenströmen und Temperaturen bilden beispielsweise die Datenbasis für eine Verbrauchserfassung und ein Energiemanagement im Bereich der Gebäudetechnik oder für das Facility Management. Ein von KSB entwickeltes Messventil durchleuchtet hierfür die Rohrleitung mittels eines Ultraschallmessfahrens und misst so den Volumenstrom und die Mediumtemperatur - und das ganz ohne mechanische Messeinrichtungen im Fließweg. Die Werte können z.B. mobil ausgelesen oder per Datenübertragung permanent kontrolliert werden. Ob hydraulischer Abgleich, hohe Anforderungen an die Temperaturgenauigkeit oder bei der Umsetzung eines Energiemanagements: Sollen in hydraulischen Systemen für Wärme- und Kälteverteilung eine gleichmäßige Versorgung der Verbraucher und eine Reduzierung des Energieverbrauchs erzielt werden, ist die Optimierung der Verteilung eine der wesentlichen Maßnahmen. Schließlich wird der Energieverbrauch für die Beheizung und Kühlung von Gebäuden nicht nur von den Einflussfaktoren wie z.B. den Wärmeverlusten über die Gebäudehülle sowie der Nutzungs-

art und den Nutzungszeiten, sondern auch durch die Einstellungen der Anlagenhydraulik beeinflusst. Innerhalb der Verteilung gilt es hierbei, die Volumenströme auf eine maximale Soll-Durchflussmenge zu begrenzen. Neben den Volumenströmen gibt auch die Kontrolle der tatsächlichen Mediumtemperaturen im Verteilnetz Aufschluss darüber, ob die Vorlauf- oder Rücklauftemperaturen dem Bedarf entsprechen und mit der Auslegung übereinstimmen. Zu den häufigsten Ursachen für die Über- oder Unterversorgung von Verbrauchern in Heizungs-

Eine zusätzliche Absperrarmatur wird bei Einsatz der beiden Mess- und Regelventile nicht benötigt. Nach der Inbetriebsetzung zeigt der Messcomputer zur Kontrolle automatisch die Strömungsrichtung an. Wird im Betrieb die Leitung mit dem integrierten Ventil abgesperrt, erleichtert eine skalierte Positionsanzeige die Wiederherstellung der Ventilstellung für die Volumenstromregulierung. Bilder: KSB

anlagen oder in der Kälteverteilung für Klimasysteme zählt ein nicht durchgeführter hydraulischer Abgleich. In vielen Fällen veranlassen erst Beanstandungen über zu geringe oder unzureichend regelbare Raumtemperaturen die Ermittlung der Ursachen. Hierzu zählen auch veränderte hydraulische Verhältnisse in den Verteilsystemen, zum Beispiel nach baulichen Änderungen. Ein hydraulischer Abgleich bestehender Anlagen ist deshalb auch nach energetischen Sanierungsmaßnahmen nötig, weil sich mit dem veränderten Energiebedarf auch die thermischen und hydraulischen Verhältnisse grundlegend ändern. In bestehenden Verteilnetzen fehlen aber häufig die nötigen Daten für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich die Struktur von Verteilung und Verbrauchern geändert hat. Ein Beispiel ist die Heizungsverteilung in einem Gewerbeobjekt oder in einem Krankenhaus, bei dem sich über die Jahre durch Erweiterungen, Rückbauten, zusätzliche oder ausgetauschte Verbraucher die hydraulischen Eigenschaften des Verteilnetzes ändern. In diesen Fällen können auch in einem einregulierten Verteilnetz die Soll-Volumenströme nicht mehr mit der ursprünglichen Auslegung übereinstimmen. Eine erste Orientierung für die Optimierung der Wärmeverteilung geben die Ist-Volumenströme und die tatsächlichen Temperaturen im Vorlauf bzw. Rücklauf der Heiz- oder Kühlkreise. Für bestehende Verteilnetze bedeutet der hydraulische Abgleich, innerhalb der jeweiligen Strangleitungen definierte feste Widerstände einzustellen. Dies setzt voraus, dass an einer Stelle innerhalb des Strangs sowohl der Volumenstrom einreguliert als auch der IstVolumenstrom zur Kontrolle gemessen werden kann. In Anlagen mit größeren Leitungsdimensionen, zum Beispiel in Gebäuden wie Krankenhäusern oder großen öffentlichen Gebäuden, sowie in Anlagen mit hohen Anforderungen an die Temperaturgenauigkeit, sind dazu möglichst genaue Messwerte nötig. Um innerhalb einer Leitungsstrecke den Soll-Volumenstrom einzuregulieren und gleichzeitig kontrollieren zu können, hat der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB das Mess- und Regelventil BOA-Control entwickelt. Das Messverfahren arbeitet mittels Ultraschallsensorik und

Die beiden Mess- und Regelventile BOA-Control und BOA-Control IMS ermöglichen gemeinsam mit den Messcomputern eine Volumenstrommessung, die Einregulierung der Durchflussmengen, eine Messung der Mediumtemperatur, eine Absperrung und die Erstellung von Messprotokollen.

damit ohne Berührung mit dem Durchflussmedium. Die Messung des Volumenstroms erfolgt durch Ultraschallwellen, die über Sensoren per Laufzeitdifferenzmessung die Durchflussmenge erfassen. Innerhalb der Armatur sind dadurch keine Einbauten erforderlich, sodass weder im Wasser gelöste Stoffe noch Verunreinigungen zu Beeinträchtigungen der Messgenauigkeit führen können. Der zum System gehörende Boatronic-Messcomputer ermittelt den Volumenstrom direkt über die Ultraschallsensoren. Durch das Ultraschallmessverfahren kann die Durchflussmenge unabhängig von Ventilstellungen und Mindestdifferenzdrücken ermittelt werden. Bei Inbetriebnahme der Anlage kann der eingestellte Volumenstrom zur Einregulierung unmittelbar mithilfe des Messcomputers kontrolliert werden.

Periodische oder permanente Messung Mit jeweils zwei unterschiedlichen Ausführungen des Messund Regelventils BOA-Control und des Messcomputers Boatronic stehen für den jeweiligen Anwendungsfall, z.B. periodische oder permanente Messung, einsetzbare Varianten zur Auswahl. Der wesentliche Unterschied zeigt sich in der wahlweisen Ausstattung der Armatur mit mobil einsetzbaren oder fest verklebten Sensoren für die Auslesung der Messdaten: Mit der Variante BOAControl kann der Anwender mit einem Messcomputer des Typs Boatronic MS an mehreren Armaturen dieses Typs die Volumenströme messen. Dazu sind am Armaturenkörper zwei Messnocken vorgesehen, an die das Sensorset mittels Magnetkopplung angekoppelt wird. Für einen optimalen Kontakt ist dazu nur noch das Aufbringen von etwas Koppelfett zwischen den Messnocken und den Sensoren notwendig. Ein geeigneter Einsatzbereich ist zum Beispiel der hydraulische Abgleich und die anschließende periodische Kontrolle von Volumenstrom und Mediumtem-

peratur. Die Variante BOA-Control IMS ist werkseitig mit fest integrierter Ultraschallsensorik ausgerüstet. Das Sensorkabel der fest mit dem Armaturengehäuse verklebten Ultraschallsensoren kann somit durch die Dämmung geführt werden. Diese Ausführung ist vor allem für Anlagen vorgesehen, deren Rohrdämmungen hochwertig ausgeführt sind, z.B. mit Stahlblechummantelung, oder Anforderungen an Diffusionsdichtheit und Schutz vor Tauwasserbildung gewährleisten müssen, wie dies z.B. in Kälteanlagen der Fall ist. Für die periodische, kurzzeitige Messung von Volumenstrom und Mediumtemperatur können bei beiden Ausführungen mit dem Messcomputer Boatronic MS die Messdaten für Volumenstrom und Temperatur gespeichert und über eine USB-Schnittstelle ausgelesen werden. Ergänzend dazu stellt der Hersteller eine Software zur Verfügung, mit der neben weiteren Funktionen zur Einregulierung auch ein Messprotokoll und damit ein Nachweis über den hydraulischen Abgleich erstellt werden kann. Erfordert der Betrieb des zu regulierenden Heizungs- oder Kältekreises die permanente Kontrolle des Volumenstroms, kann das Mess- und Regelventil BOAControl IMS zusammen mit dem Messcomputer Boatronic MS-420 eingesetzt werden. Dieser übermittelt die Werte für Volumenstrom und Temperatur kontinuierlich per 4-20-mA-Signal in Echtzeit an ein übergeordnetes System innerhalb der Gebäudeleittechnik. www.ksb.com

Für Heiz- und Kühlkreisläufe, besonders in größeren Rohrdimensionen, ermöglicht der Einsatz von Mess- und Regelventilen mit Ultraschallsensorik eine wartungs- und störungsfreie Kontrolle der Istwerte für Volumenstrom und Temperatur. Die Ermittlung und Einregulierung von Volumenströmen sind unter anderem auch ein Bestandteil des hydraulischen Abgleichs und fallen z.B. im Rahmen eines Energiemana gementsystems nach DIN EN ISO 50001 an.


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

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Langfristige Investitionssicherheit ist der Treiber für natürliche Kältemittel. Warum dies so ist, erklären Bernd Kaltenbrunner, Vorstandsvorsitzender von Eurammon und Dave Rule, Präsident des IIAR, auf Seite 28. Bild: Nebuma

Die Wärmeübertragungsrohre mit modifizierter Oberfläche ermöglichen einen besseren Wärmeübergang. So können Wärmtauscher kleiner ausfallen - bei gleicher Leistung. Bild: F.-O. Ewert

Strukturrohre ersetzen glattrohre Sie sind millionenfach in energietechnischen Anlagen, Wärmetauschern und Industriekesseln verbaut - und dennoch scheint nun das Ende der klassischen Glattrohre gekommen, denn neue Wärmeübertragungsrohre mit modifizierten Oberflächen - die ERK Tubes - verdrängen sie. Dies könnte zu einem Paradigmenwechsel in Kessel-, Anlagen- und Kraftwerksbau führen. Es erscheint so logisch: Flüssigkeiten strömen mit dem geringsten Widerstand durch glatte Rohre. Auf diese Weise können sie ihre thermische Energie in einem Wärmetauscher an ein anderes Medium abgeben. Durch die glatte Oberfläche bieten diese Rohre die geringsten Möglichkeiten für das sogenannte Fouling, also für Anhaftungen, welche die Energieabgabe erschweren. Auch wenn es logisch erscheint, Untersuchungen zeigen, dass eben diese Glattrohre, wie sie seit rund 180 Jahren nahezu unverändert zum Einsatz kommen, eben nicht der Weisheit letzter Schluss sind - und zwar weder beim Wärmeübergang noch beim Fouling. Stattdessen setzt man nun auf Rohre, deren Strömungseigenschaften durch mechanische Umformung der Oberflächen anwendungsspezifisch verändert wurden - und das mit großem Erfolg.

Denn dadurch verbessert sich vor allem die Wärmeübertragungsfähigkeit und zwar drastisch. Außerdem wird die Belagbildung stark unterdrückt, wie Untersuchungen und zahlreiche Praxiserfahrungen zeigen. Die so möglichen Effizienzsteigerungen erlauben in der Folge außerdem sehr kompakte Bauformen. „Kesselvolumen und -gewicht halbieren sich etwa“, erklärt Christian Schneider, Unternehmensleiter der Schneider-Kessel Berlin. Hier werden die sogenannten ERK Tubes seit dem Jahr 2014 vorrangig in Abhitzekesselsysteme verbaut. Künftig will das traditionsreiche Familienunternehmen, aus dem 1881 der TÜV-Vorgänger „Dampfkessel-Revisions-Verein Berlin“ hervorging, die Strukturrohre aus Normal- und C-Stahl auch für Drei-Zug- und Großwasserraumkessel nutzen.

Mit „umbauter Raum ist teuer“, bringt der Firmenchef einen Anwendernutzen auf den Punkt. Geringeres Volumen bedeute nämlich auch weniger Stunden-, Materialund Transportaufwände. Ideale Nutzungsmöglichkeiten für die Tubes sieht er überall, wo Abwärme zur Heißwasser- oder Dampferzeugung genutzt wird; etwa hinter Turbinen, Gasmotoren oder bei thermischen Nachverbrennungsprozessen beispielsweise in der chemischen Industrie. Die kompakte Bauweise bringe auch bei der Nachrüstung deutliche Vorteile. Entwickelt wurde die Rohrtechnologie in der Kooperation der Technischen Hochschule Wildau mit Entwicklungsingenieuren eines Firmenverbundes der La Mont sowie der Eckrohrkessel GmbH. Weiter auf Seite 26

Wir sind die Erfinder der Lichtmiete® Und wir sind auf dem besten Weg, den Markt für Industriebeleuchtung in Deutschland zu verändern. Mit robuster und langlebiger LED-Technik made in Germany, mit einem FullService-Paket von der Planung bis zur Wartung, und mit einer 100%-Beleuchtungsgarantie. Dank unseres innovativen Mietmodells fallen für unsere Kunden keine Investitionen an. Sie verbessern ihre Lichtqualität, sparen Kosten und senken die CO2-Emissionen – sofort und dauerhaft. Über 250 Objekte mit unterschiedlichsten Anforderungen profitieren bereits von den Vorteilen des Deutsche Lichtmiete®-Konzepts. Wann sind Sie dabei? Fordern Sie Ihr individuelles Angebot an unter www.industriebeleuchtung-mieten.de

280.000 MWh Abwärme fällt hierzulande pro Jahr an. „Mit unserem Konzept kann man sie für die Erzeugung von Strom, Kälte oder Prozesswärme nutzen“, so Dr. Martin Schichtel.

industrielle Abwärme recyceln Die Nebuma GmbH hat sich auf das Recycling von Abwärme spezialisiert und bietet mit ihren Blockspeichern stationäre und mobile Hochtemperaturspeicher für energieintensive Gewerbe und Kraftwerke an. Damit können Wärmeüberschüsse zwischengespeichert und vergleichmäßigt werden. Die Amortisation der Speicher ist oft bereits in drei Jahren erreicht. Der stationäre Blockspeicher recycelt die Abwärme direkt beim Produzenten. Das Speichermaterial ist steinartig und wird mit vielen Wärmeträgermedien wie Öl, Salz, Dampf oder heißen Gasen beladen. Je nach Anwendung kommen Block- oder auch Granulatspeicher zum Einsatz. Beide Varianten können in stationären und mobilen Systemen umgesetzt werden. Die Kapazitäten sind bei stationären Einheiten frei planbar: 20 Megawattstunden können ebenso dargestellt werden wie 6,4 Gigawattstunden oder mehr. Clever ist laut Hersteller die mobile Variante in der Ausgestaltungsform eines Granulatspeichers, der direkt mit heißen Abgasen beladen werden kann. Zur „Entladung“ werden die Container mit Lkws zum Verbraucher gebracht. Je nach Ausführung haben die Granulatspeicher bei 500 Grad Celsius Kapazitäten von 4 MWh, 8 MWh bzw. 18 MWh. „In Kürze wollen wir auch die Abwärme von Müllverbrennungsanlagen nutzen und überschüssigen Strom aus Windkraftanlagen und Blockheizkraftwerken speichern“, so der Geschäftsführer Dr. Martin Schichtel. Ein Pilotprojekt in St. Ingbert bei einem Schleifscheibenhersteller mit 1.300 Grad Celsius Ofenbetrieb läuft bereits. Hier wurde ein 3 MWh Granulatspeicher installiert. www.nebublock.com


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Fortsetzung von Seite 25 Beide Berliner Firmen sind seit über achtzig Jahren auf Kesselund Energietechnikdesign spezialisiert. Die patentrechtlich geschützten Tubes sind laut Prof. Dr.Ing. Udo Hellwig, Geschäftsführer der La Mont GmbH, für Anlagen mit unbegrenzter Leistung konzipiert sowie für Wärmeübertragungsvorgänge einund mehrphasiger Medien auch im Bereich hoher Drücke „bestens geeignet“. Hauptanwendungsfelder seien die Energie- und Chemietechnik, Lebensmittelerzeugung, der

Automotive- sowie maritime Bereich, Biotechnologie und Haustechnik. Den ersten funktionsfähigen Rauchrohrkessel mit ERK Tubes überhaupt hatte 2012 der Kesselbauer Remming im serbischen Novi Sad gebaut. „Seither verwenden wir die Strukturrohre überall, wo es technisch machbar ist: in Luftvorwärmern, Wärmetauschern, Kondensatoren, Abgastauschern oder Abhitzekesseln“, erläutert der Remming-Geschäftsführer Dr.-Ing. Dragan Cveticanin. Hauptabnehmer seien Energieversorger und Unterneh-

Montage eines Luftvorwärmers für einen kohlegefeuerten Dampferzeuger mit ERK Tubes in einer Zuckerfabrik in Serbien. Bild: Remming

men der Prozessindustrie in ganz Westeuropa. Besonders Deutschland sei ein wichtiger Markt, betont Cveticanin. Er verweist ebenfalls auf den Platzgewinn durch kleinere Wärmetauscher dank vergrößerter Rohroberfläche und auf den besseren Wärmeübergang: Der KWert steige „anwendungs- und medienabhängig um den Faktor zwei bis fünf. Ein Abhitzekessel benötigt nicht mehr 10 Meter lange Glattrohre, sondern nur halb so lange Tubes“, so Cveticanin. Als weiteren Vorteil nennt er deren ausgeprägte Selbstreinigungseffekte: Die aufgebrachten Strukturen bewirkten Strömungsturbulenzen, die etwa die Verschmutzung durch Rauchgasablagerungen drastisch reduzieren. Reinigungseinrichtungen bzw. wartungsbedingte Betriebsunterbrechungen könnten teilweise komplett entfallen oder zumindest deutlich reduziert werden. Ein namhafter bayerischer Hersteller von Abgaswärmetauschern bestätigt diese Effekte auch bei Nutzung von BHKW-Brennstoffen wie Erd- sowie Bio- oder Klär- bzw. Sondergasen, aber auch bei Diesel- und Pflanzenölen. Die Glattrohr-Substitute bewähren sich zudem schon seit rund fünf Jahren in einem kohlebefeuerten Kraftwerk. Die Rohre wurden nie gereinigt, ohne ihre Übertragungsfähigkeit erkennbar zu verlieren. Mittlerweile sind sie auch bei kommunalen Energieversorgern getestet worden: Im Müllheizkraftwerk (MHKW) der Stadtwerke Rosenheim hingen Tubes 2012 über mehrere Monate parallel zu Glattrohren ungekühlt im Rauchgasstrom eines Müllkessels. Dabei habe sich „ein auffälliger Unterschied“ im Verschmutzungsverhalten gezeigt, bestätigt Dipl.Ing. Reinhold Egeler, Bereichsleiter des MHKW der Stadtwerke Rosenheim. Die strukturierten

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Wasserraum eines Großwasserraum-Abhitzekessels mit von Rauchgas durchströmten ip-Tubes; von links die Speisewasserleitung, im Hintergrund vertikal angeordnete Eckanker. Bild: MICo, spol.s r.o.)

Rohroberflächen seien wesentlich sauberer geblieben und hätten eine deutlich geringere isolierende Pelzschicht aus mineralischem Staub angenommen. „Im realen Betrieb wäre dadurch der Wärmeübergang erheblich besser“, bestätigt Egeler. Zusätzlich werde der Wärmeübergang durch strukturbedingt entstehende Verwirbelungen unmittelbar begünstigt. Als Konsequenz sieht er die Rohre vor allem für Anwendungen mit verschmutzten Gasen, wie sie in Müllverbrennungsanlagen vorkommen, prädestiniert.

rohre reinigen? Unnötig Ein Vorteil der Tubes sei sicher auch, dass Wärmeübertrager durch den besseren Wärmeübergang bei gleicher Leistung deutlich kleiner gebaut werden können. Egeler geht davon aus, dass durch die Rohre Leistungssteigerungen in Bestandsanlagen ohne größere Umbauten realisierbar sind. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) zeigen ebenfalls Interesse an den Rohren. Im vergangenen Sommer wurden im Müllheizkraftwerk Ruhleben ERK Tubes zu Testzwecken in einen

Kesselzug eines Dampfüberhitzers eingebaut. Als Ziel der Langzeituntersuchung bezeichnet Falk Ewert, in der BSR-Geschäftseinheit AbfallbehandlungStoffstrommanagement verantwortlich für die Instandhaltung der Kesselanlagen, eigene Erkenntnisse zu den AntifoulingEffekten. Die von den Entwicklern zugesicherte geringere Verschmutzungsneigung hätte eine längere Kesseleinsatzzeit zur Folge, und es wäre ein konstanterer Wärmeübergang gewährleistet. Verlässliche Ergebnisse verspricht sich Ewert von der nächsten Kesselrevision im September 2018. Udo Hellwig jedenfalls ist überzeugt, dass seine Tubes auch bei den BSR-Experten punkten werden: „Die drastisch geringere Verschmutzungsneigung hat sich in zahlreichen Laboruntersuchungen genau wie in allen Praxistests immer wieder bestätigt.“ Übrigens bietet das Unternehmen neben der anwendungsspezifischen Umformung der Ausgangsrohre und zugehörigen ingenieurtechnischen Leistungen auch selbst entwickelte Bearbeitungsanlagen für eine eigene Tube-Produktion durch Lieferanten an. www.erktubes.com www.eckrohrkessel.com

Neue BVF Info-Broschüre zum Thema Dachflächenheizung Der Winter war in diesem Jahr lang, kalt und in einigen Regionen sehr schneereich. Immer wieder kam es zu Schäden an Dachkonstruktionen, die vor allem auf hohe Schneelasten zurückzuführen sind. Durch den schweren Schnee werden Dachflächen unter Umständen statisch überlastet und können im schlimmsten Fall sogar einstürzen. Herabfallende Eiszapfen und Dachlawinen sind eine weitere Gefahr. Folgenschwere Personen- sowie Sachschäden sind die Folge und können erhebliche Kosten und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In diesem Zusammenhang hat der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF) nun eine Broschüre herausgegeben, die sich mit dem Thema einer elektrischen Dachflächenheizung beschäftigt. Mit einer solchen Heizung gibt es eine technische Möglichkeit, solchen Gefahren zukunftssicher

Der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) bietet eine neue Informationsbroschüre zum Thema elektrische Dachflächenheizung zum kostenlosen Download an. Bild: BVF

entgegenzuwirken. Eine Dachflächen- und Dachrinnenheizung schafft damit nicht nur Sicherheit für ein Gebäude, sondern auch für den Menschen.

Eine solche Dachflächenheizung, die Tag und Nacht für eine schnee- und eisfreie Dachfläche sorgt, wird über eine Schnee- und Eismeldeanlage gesteuert. Dabei schaltet sich die Heizung erst ein, wenn die Temperatur den kritischen Wert erreicht und die Bildung von Schnee und Eis droht. Um bei der Planung und Installation zu unterstützen, bietet der BVF die Broschüre „Elektrische Dachflächenheizung - Sicher durch den Winter“ zum kostenlosen Download an. Thematisiert werden in der Broschüre Einsatzgebiete der Technik und die einzelnen Aufbauarten einer Dachflächenheizung - beispielsweise bei Verwendung bituminöser Beläge oder von Rollkies mit Heizmatten. Ebenfalls werden die Themen Dachrinnenbeheizung, Steuerung der Heizsysteme und die Betriebskosten aufgegriffen. www.flaechenheizung.de


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Biodynamisches Licht für die Industrie gerhard Waldmann erklärt im interview die Vorteile, aber auch die Stolpersteine Gerhard Waldmann, Inhaber und Geschäftsführer der Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, weiß um die Bedeutung des natürlichen Tageslichts. Es verändert nämlich im Verlauf des Tages nicht nur die Lichtintensität, sondern auch die Lichtfarbe - und das wirkt sich auf den Menschen aus und zwar sowohl emotional als auch visuell und biologisch. Die biologische Wirkung des Lichts taktet beispielsweise unsere innere Uhr. Dabei wirken vor allem die Hormone Cortisol und Melatonin. Es beeinflusst Schlaf- und Wachphasen, aber auch Herzfrequenz, Blutdruck oder Stimmung. Gerhard Waldmann, Inhaber und Geschäftsführer der Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, sieht in der Nutzung von biodynamischem Licht in der Industrie große Chancen, betont aber: „Für ein optimales serienreifes Produkt müssen jedoch zunächst alle offenen Fragen zufriedenstellend geklärt sein.“

herr Waldmann, was versteht man unter biodynamischem Licht? Das biodynamische Licht, auch unter dem Begriff Human Centric Lighting bekannt, ist eine künstliche Beleuchtung, die alle drei Ebenen des Lichts berücksichtigt, indem es die Tageslichtdynamik nachahmt. Warum reicht eine normale beleuchtung nicht aus? Mit gewöhnlicher künstlicher Beleuchtung befinden wir uns sozusagen in biologischer Dunkelheit. Das kann zu Müdigkeit, reduzierter Aufmerksamkeit, in extremeren Fällen sogar zu HerzKreislauf-Erkrankungen oder Depressionen führen. Ein biodynamisches Licht kann vor allem in Räumen mit geringer Tageslichtversorgung sowie in den Wintermonaten, wenn die innere Uhr kaum mit dem Tageslicht synchronisiert wird, das Wohlbefinden nachhaltig stärken.

gibt es in diesem bereich schon realisierte Projekte? Das Thema hat seinen Ursprung im Pflegebereich und begleitet uns mittlerweile schon seit über 14 Jahren. Dort haben wir mehr als 300 Projekte umgesetzt. Seit 2014 bieten wir auch biodynamisches Licht für Büros an. Zahlreiche umgesetzte Projekte belegen auch dort deren Praktikabilität. eine beleuchtung, die einfluss auf die innere Uhr nimmt, kann das nicht auch schaden? Wir arbeiten eng mit der Wissenschaft zusammen und halten uns konsequent an das Vorbild des natürlichen Tageslichts. Entwickelt wurde unser Lichtmanagementsystem VTL für biodynamisches Licht in enger Abstimmung mit Professor Dr. med. Dipl.-Ing. Herbert Plischke, Professor für Licht und Gesundheit an der Hochschule München.

Das Licht macht nicht einfach nur hell, sondern es beeinflusst die Produktion der Hormone Cortisol und Melatonin und taktet die innere Uhr der Menschen.

Grundsätzlich stehen bei unseren Beleuchtungslösungen der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Biodynamik ist dabei für uns neben der visuellen und emotionalen Qualität des Lichts ein weiterer Aspekt, um den Menschen optimal zu unterstützen. Die Dynamik der Lichtfarbe und die Veränderung der Beleuchtungsstärke erfolgen analog zum natürlichen Tageslichtverlauf. Der Verlauf ist in unseren Lösungen fest hinterlegt. Manuelle Fehlbedienung oder gar Manipulation, etwa durch hohe Blauanteile am späten Nachmittag, werden dadurch ausgeschlossen. Sie haben auf der Light + building erstmals Lösungen für industriehallen vorgestellt. dabei handelt es sich jedoch um keine serienreifen Produkte. Warum ist dies so? Auf der Light + Building haben wir gezeigt, wie eine technische Umsetzung mit dem Hallentiefstrahler Acaneo oder dem Lichtbandsystem Taureo aussehen kann. Während die technische Umsetzung keine Frage ist, sehen wir noch Klärungsbedarf bezüglich der Wirkungsweise ohne die Nutzung indirekter Lichtanteile. In anderen Anwendungen kann über indirektes Licht für eine optimale Wirksamkeit gearbeitet werden, da das Licht für eine biologische Wirkung idealerweise von vorne und oben auf das Auge treffen sollte. In Industriehallen ist eine Reflexionsfläche nicht praktikabel. Hinzu kommen Schichtmodelle, die bei der Realisierung von Tageslichtverläufen berücksichtigt werden müssen. Wenngleich es in diesem Anwendungsbereich noch viele Herausforderungen gibt, sehen wir hier großes Potenzial für biodynamische Beleuchtungslösungen. Warum sehen Sie die Anwendung in der industrie trotzdem als geeignet? Die teils geringe Tageslichtnutzung in Hallen und die sehr langen Betriebszeiten bilden grundsätzlich ideale Voraussetzung für den Einsatz von biodynamischer Beleuchtung. Mitarbeiter können darüber optimal in Bezug auf Wohlbefinden, Aufmerksamkeit und Gesunderhaltung unterstützt werden. Diese Option sollte genutzt werden. Für ein optimales serienreifes Produkt müssen jedoch zunächst alle offenen Fragen zufriedenstellend geklärt sein. www.waldmann.com

Morgens - mittags - abends (von oben nach unten): Wie sehr das natürliche Tageslicht im Verlauf des Tages die Lichtintensität und Lichtfarbe verändert, ist beeindruckend. Dabei wirkt es dreifach: emotional, visuell und biologisch. Bilder: Waldmann


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So hat Kälte wirklich eine Zukunft Langfristige investitionssicherheit ist der treiber für natürliche Kältemittel Seit über 20 Jahren engagiert sich die Brancheninitiative Eurammon als Kompetenzzentrum für den Einsatz natürlicher Kältemittel in Europa. Das International Institute of Ammonia Refrigeration (IIAR), langjähriger Partner von Eurammon in den USA, feierte 2016 bereits sein 45-jähriges Bestehen. Bernd Kaltenbrunner, Vorstandsvorsitzender von Eurammon, und Dave Rule, Präsident des IIAR, analysieren im Interview die aktuelle Situation und zeigen neue Trends und Entwicklungen auf, die zu einer nachhaltigeren Kältetechnik beitragen. Über 20 Jahre eurammon und mehr als 45 Jahre iiAr - was waren die größten errungenschaften und herausforderungen während dieser zeit? Bernd Kaltenbrunner: Eurammon wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, die Industrie, Öffentlichkeit und die Behörden über die sicheren Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten von Ammoniak in der Kälte- und Klimaindustrie zu informieren, beispielsweise durch Informationsschriften und Vorträge auf Tagungen, Symposien oder bei Workshops. Vor über zehn Jahren, also 2006, haben wir uns entschieden, unsere Arbeit auf alle natürlichen Kältemittel auszudehnen, da auch und gerade bei den CO2- und den Kohlenwasserstoffsystemen ein hoher Informationsbedarf besteht. Diesen decken wir unter anderem mit Veranstaltungen wie unserem Symposium in Schaffhausen und Vortragsreihen auf der Chillventa ab. Dave Rule: Das IIAR wurde genau wie Eurammon ursprünglich mit dem Fokus auf Ammoniak als natürliches Kältemittel gegründet. Als Reaktion auf neue Technologien, ein gestiegenes Umweltbewusstsein und neue gesetzliche Vorgaben haben wir unser Wirken auf alle natürlichen Kältemittel ausgedehnt. Aktuell fokussieren wir uns in unserer Arbeit hauptsächlich auf Ammoniak und CO2, sehen aber jetzt schon, dass die Bedeutung von Kohlenwasserstoffen in der Zukunft aufgrund der ökologischen Vorzüge weiter zunehmen wird. Darüber hinaus hat sich das IIAR zu einer Institution bei der Festlegung von neuen Standards für die USA entwickelt.

Wie entwickelt sich der Markt für natürliche Kältemittel in europa und den USA? Was sind die Parallelen, wo liegen die Unterschiede? Bernd Kaltenbrunner: In Europa sind die Auflagen und Restriktionen von Regierungen und Behörden der wichtigste Treiber für die Industrie - genau wie die staatliche Förderung von Anlagen mit natürlichen Kältemitteln. Darüber hinaus sehen wir einen positiven Effekt durch ein gestiegenes öffentliches Umweltbewusstsein, das bei immer mehr Kaufentscheidungen berücksichtigt wird. Als Konsequenz legen Unternehmen zunehmend Wert auf eine nachhaltige Produktionskette und kommunizieren den Einsatz der umweltfreundlichen Technologien proaktiv in der Außendarstellung - besonders dann, wenn sie umweltfreundliche Produkte oder Bioprodukte herstellen. Für Unternehmen, die beispielsweise Biofleisch oder Käse anbieten, ist die Kühlung mit natürlichen Kältemitteln Teil der Corporate Identity. Dave Rule: In der aktuellen Diskussion spielen ökologische Faktoren wie die globale Erwärmung und der Abbau der Ozonschicht zwar durchaus eine Rolle. Dennoch wird der Wechsel in den USA hin zu natürlichen Kältemitteln primär von den regulatorischen Behörden vorangetrieben. Erst die Ratifizierung des Montreal-Protokolls und das damit verbundene Phase-Down des weitverbreiteten Kältemittels R22 hat die Industrie dazu bewogen, sich nach Alternativen umzusehen, die keinen Einfluss auf die Ozonschicht haben. Durch den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaab-

Das Phase-Down-Verfahren Seit Januar 2015 gilt die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 über fluorierte Treibhausgase (neue FGas-V). Durch sie sollen die Emissionen fluorierter Treibhausgase (F-Gase) in der EU um 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bis zum Jahr 2030 gesenkt werden. Hierfür setzt man auf drei Regelungsansätze: Die Einführung einer schrittweisen Beschränkung (PhaseDown) der am Markt verfügbaren Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen bis zum Jahr 2030 auf ein Fünftel der heutigen Verkaufsmengen. Der Erlass von Verwendungsund Inverkehrbringungsverboten, wenn technisch mach-

bare, klimafreundlichere Alternativen vorhanden sind. Die Beibehaltung und Ergänzung der Regelungen zu Dichtheitsprüfungen, Zertifizierung, Entsorgung und Kennzeichnung. Als Berechnungsgrundlage für das Phase-Down dient nicht allein die Füllmenge, sondern auch das CO2Äquivalent als Produkt von Füllmenge und jeweiligem GWP (engl. Global Warming Potential - Treibhauspotenzial). Das bedeutet: Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial dürfen deshalb in größeren Mengen verwendet werden als solche mit hohem GWP. Alle Details fasst das Umweltbundesamt (Suchwort Nr. 517/2014) zusammen. www.umweltbundesamt.de

kommen haben sich die Rahmenbedingungen für klimafreundliche Lösungen aktuell jedoch wieder verschlechtert. Es ist zudem mit finanziellen Kürzungen im Umweltschutzbereich zu rechnen. In welchem Umfang weitere Regulierungen und ihre Umsetzung zukünftig noch davon betroffen sind, ist aktuell allerdings noch unklar. Welche weiteren einflussfaktoren spielen bei den natürlichen Kältemitteln eine rolle? Bernd Kaltenbrunner: Eine der größten Schwierigkeiten für Unternehmen sind die sehr variablen Lebenszykluskosten einer Anlage. Komponentenhersteller, Kältefachbetriebe wie auch Betreiber haben hier unterschiedliche Ansichten und Konzepte, sodass dem Markt objektiv vergleichbare Daten fehlen. In Europa sehen wir zudem genau wie in den USA - die Investitionssicherheit als wichtigen Erfolgsfaktor für natürliche Kältemittel an. Die Unternehmen realisieren, dass es der Politik ernst ist mit dem Phase-Down. Deshalb sucht der Markt nach Kältemitteln, die Sicherheit für die nächsten 10 bis 15 Jahre und darüber hinaus bieten. Hier sind Anlagen mit natürlichen Kältemitteln wie Ammoniak, Kohlenwasserstoffen oder CO2 ideale Kandidaten. Für sie sind aktuell keine neuen Auflagen zu erwarten - und es gibt bereits umfangreiche Praxiserfahrungen mit entsprechenden Systemen. Dave Rule: Neben den staatlichen Regularien haben sich die Energiekosten als starker Treiber erwiesen. Menschen und Unternehmen machen sich zunehmend Gedanken über die Art und Menge der verwendeten Energie. Viele Unternehmen haben nach dem R22-Verbot auf H-FKWs gesetzt - die aktuell intensiv im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung diskutiert werden. Jetzt rät die U.S. Environmental Protection Agency von der Verwendung bestimmter H-FKWs ab, die später eventuell auch von einem Phase-Down betroffen sein könnten. Also fragen sich die Unternehmen wieder, auf welches Kältemittel sie setzen sollen. Natürliche Kältemittel bieten hier deutlich mehr Sicherheit. Welche erfahrungen haben Sie mit dem Phase-down gemacht? Wie stark ist das Umdenken in der industrie? Bernd Kaltenbrunner: Etwas vereinfacht lassen sich die Unternehmen in Europa in zwei Gruppen einteilen. Die einen

Bernd Kaltenbrunner, Vorstandsvorsitzender von Eurammon, und Dave Rule, Präsident des IIAR (v.l.n.r.). Bilder: Eurammon

setzen weiterhin auf sehr billige und wenig umweltfreundliche Anlagen - obwohl bereits klar ist, dass sie in absehbarer Zeit umgerüstet werden müssen. Sie rechnen dabei bewusst mit Verzögerungen oder Abschwächungen beim Phase-Down. Das aber ist unrealistisch, da die Politik bislang ausschließlich mit verkürzten Fristen und strengeren Grenzwerten reagiert hat. Für die zweite Gruppe steht die Planungsund Investitionssicherheit im Vordergrund. So sind es besonders inhabergeführte Unternehmen oder Unternehmen mit einem starken Bezug zur Umwelt, die bei ihrer Anlagenplanung Wert auf einen langfristigen und nachhaltigen Betrieb setzen - und damit auch die Nutzungsdauer detailliert berücksichtigen. Dave Rule: In den USA wurde der Umstieg auf natürliche Kältemittel anfänglich durch hohe regulatorische Auflagen für Ammoniaksysteme mit großen Füllmengen gebremst. Das hat die Entwicklung von Small-Package-Systemen mit geringen Füllmengen begünstigt - die neuen Systeme und Technologien benötigen nur einen Bruchteil an Ammoniak und unterliegen damit weit weniger Beschränkungen. Für den Betrieb eines typischen Kühlhauses reicht ein SmallPackage-System mit rund 500 Kilogramm Ammoniak - statt der bisher benötigten 2.000 bis 3.000 Kilogramm bei herkömmlichen Anlagen. Welche besonderheiten sind im europäischen und US-amerikanischem Markt zu beachten? Bernd Kaltenbrunner: Aktuell gibt es in den USA einen großen Markt für natürliche Kältemittel - und die meisten relevanten Akteure ziehen gemeinsam an einem Strang. Das IIAR kann beispielsweise relativ einfach neue Standards festlegen. So kann sich die Branche sehr schnell bewegen. Wir in Europa besitzen zwar das gesamte technische Know-how und wissen im Detail, wie die Systeme funktionieren. Entscheidungen werden aber sehr oft intensiv abgewogen und diskutiert, wodurch es dauern kann, bis neue EU-Normen und Regulierungen verabschiedet werden - die anschließend zum Teil noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

Unmittelbare Auswirkungen auf die EU und Deutschland hat allerdings zum Beispiel das Montreal-Protokoll, welches um die Beschlüsse des Klimaabkommens von Kigali ergänzt wurde. So gibt es Zusagen, die darin vereinbarte mehrstufige Reduzierung der FKWs gerade in den Schwellenländern aktiv finanziell zu unterstützen. Die EU und Deutschland haben große Erfahrungen und eine lange Tradition im Umgang mit den natürlichen Kältemitteln wie z.B. Ammoniak, Kohlendioxid oder den Kohlenwasserstoffen. Bereits jetzt sind weltweit Anlagen mit natürlichen Kältemitteln in Betrieb, die mit europäischem Know-how und Komponenten errichtet wurden. Hier kann Europa im internationalen Markt eine wichtige Rolle einnehmen. Dave Rule: Die ökologischen Aspekte der Kälte- und Klimatechnologie besaßen in den USA anfänglich eine deutlich geringere Bedeutung als in Europa. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Auch wenn aktuell unklar ist, wie sich die Beschlüsse der USRegierung in Zukunft auswirken werden, übernehmen wir heute in vielen Bereichen eine führende Rolle, beispielsweise bei der Reduktion von H-FKWs. Darüber hinaus ist für den USMarkt die Vermittlung von Knowhow und Informationen sehr wichtig. Deshalb haben wir beispielsweise die „Academy of Natural Refrigerants“ gegründet. Die Institution bietet Ingenieuren und der Industrie Zugang zu umfangreichem Fachwissen rund um natürliche Kältemittel, angefangen bei den Standards über das Risikomanagement bis hin zu speziellem technischen Knowhow für die Anlagenplanung. www.eurammon.com

Natürliche Kältemittel, hier beispielsweise im Einsatz in einer Kühlanlage einer Brauerei, haben kein oder lediglich ein vernachlässigbar geringes globales Erwärmungspotenzial.


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Eine digitale Plattform für Druckluftsysteme Wie durch eine online-Überwachung der betriebsdaten Service 4.0 möglich wird Teile sollen exakt dann ausgetauscht werden, wenn es nötig ist, also weder zu früh noch zu spät und in jedem Fall, bevor es zum Ausfall kommt. „Predictive Maintenance“ ist hier das Schlagwort einer modernen Instandhaltung. Der Compair-Service setzt dieses Prinzip bei der Instandhaltung von Druckluftstationen bereits in die Praxis um und zwar mit bedarfsgerechten Wartungsplänen und auch mit elektronischen Tools wie einer cloudbasierten Plattform, die den „Blick in die Kompressorstation aus der Ferne“ ermöglicht. Der Marktführer bei Fertighäusern in Deutschland, die Deutsche Fertighaus Holding AG in Simmern, nutzt bereits erfolgreich dieses System. Wer sich mit der Instandhaltung von Kompressoren beschäftigt, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass die Wartungskosten über die Lebenszeit der Station gerechnet ähnlich hoch sind wie die Anschaffungskosten. Wobei für den Betrieb nicht nur diese genau zu beziffernden Kosten für Ersatzteile, Arbeitsstunden etc. zu berücksichtigen sind, sondern auch der weitaus größere Kostenblock, der entsteht, wenn die Produktion wegen eines plötzlich ausfallenden Kompressors beeinträchtigt wird. Aus diesen Gründen wechselten viele Druckluftanwender in der Vergangenheit ihre Servicestrategie „Teileaustausch bei Bedarf“ zur „vorbeugenden Instandhaltung“ und tauschen nun Verschleißteile, bevor sie ausfallen. Damit erhöhen sie ohne Zweifel die Verfügbarkeit der Druckluftstation, bewegen sich aber stets in einem Dilemma. Zu wenig Wartung kann zu teuren Ausfällen, Stillstand der Produktion und zu höheren Energiekosten führen. Zu früher Service hingegen treibt die Kosten unnötig nach oben und gebrauchsfähige Teile wandern in den Schrott.

So viel Service wie nötig Die Frage ist somit: Wie findet man das richtige Maß an Service - nach dem Motto „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“? Ein erster wichtiger Schritt ist die Zusammenarbeit mit dem Kundendienst des Herstellers oder autorisierten Servicepartnern. Deren Mitarbeiter kennen die Anlagen am besten, sind entsprechend geschult (BetrSichV und VDMALeitfaden), verfügen über Zusatzqualifikationen u.a. für die Arbeit an Kälte- und Elektroanlagen und haben Zugriff auf die Originalersatzteile mit hoher Qualität und langer Lebensdauer. Auch vorgeschriebene regelmäßige Prüfungen gemäß Druckbehälterverordnung werden richtlinienkonform ausgeführt. So kann schnell, effektiv und wirtschaftlich geholfen werden, um Produktionsausfälle auch bei unzureichenden Reservekapazitäten zu minimieren. Maßgeschneiderte Verträge garantieren über die normale Wartung hinaus bei plötzlich auftretenden Störungen den Service-Einsatz je nach Kundenwunsch in Deutschland innerhalb von 4, 8, 12 oder 24 Stunden. Das gibt dem Anwender zusätzliche Sicherheit. Erleichtert bzw. ergänzt wird das zentrale Serviceziel „Dauerhafte Verfügbarkeit der Druckluftstation“ durch ein neues, speziell für die

iConn gehört bei neuen Kompressoren von Gardner Denver und CompAir zur Standardausstattung, kann aber auch nachträglich als Retrofitlösung in bestehende Kompressoranlagen integriert werden. Die Cloudanbindung, die beispielsweise auch bei einem deutschen Fertighaushersteller zum Einsatz kommt, lässt sich in unterschiedlichen Ausbaustufen nachrüsten.

Drucklufttechnik Service-Tool.

entwickeltes

online-Überwachung der betriebsdaten Mit iConn hat Compair eine cloudbasierte Plattform installiert, die Betriebsdaten von Kompressoren sammelt, aufzeichnet und dem (eigenen oder externen) Instandhaltungspersonal bei Bedarf zur Verfügung stellt. Der „Blick auf bzw. in den Kompressor“ und seine Leistungsdaten erfolgt somit virtuell vom Rechner oder sogar vom Smartphone aus. Unregelmäßigkeiten und Wartungshinweise meldet iConn dem Anwender selbsttätig. Dabei kann der Nutzer wählen, ob die Meldungen als Mail auf den Rechner der Wartungszentrale oder als SMS auf das Smartphone des jeweils verantwortlichen Instandhalters gesendet werden. In jedem Fall erhält die Instandhaltung die Störmeldung unmittelbar nach deren Eintritt. Sie kann unter Umständen bereits Schritte einleiten, bevor Auswirkungen wie ein Druckabfall negative Konsequenzen für die Produktion hat.

Frühwarnsystem für Störungen In der einfachsten Ausbaustufe erspart iConn „nur“ Laufwege und ermöglicht es der eigenen Instandhaltung, wichtige Parameter wie Druck, Temperatur, Energieverbrauch und servicerelevante Informationen online und aus der Ferne zu checken. Diese Einstiegslösung heißt iConn Assess. Mit weiteren Funktionen ergänzt, wird das System zu iConn Protect und ermöglicht eine vorausschauende Wartungsplanung mit einem „Frühwarnsystem“ für Maschinenstörungen. Damit realisiert der Anwender eine voraus-

schauende, bedarfsgerechte Instandhaltung („Predictive Maintenance“), die dem eingangs genannten Ziel entspricht: Wartung genau dann, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls steigt. Eine webbasierte Fernüberwachung mit Dashboard-Steuerung ist zusätzlich mit iConn Manage verfügbar. Bei diesem Service sind sowohl die vorausschauende Wartungsplanung als auch die Wartung und eine periodische Energieanalyse eingeschlossen, um Druckluftanwender komplett zu entlasten.

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Wie gut dies bereits funktioniert, zeigt sich bei der Deutschen Fertighaus Holding AG (DFH). Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr rund 2.900 Fertighäuser gebaut, die unter den Marken Massa Haus, Allkauf, Okal und Einsteinhaus vertrieben werden. Die Fertighäuser entstehen zum großen Teil witterungsgeschützt in den Produktionshallen in Simmern. Das geht natürlich nicht, ohne eine entsprechend leistungsfähige Druckluftversorgung.

Bei der Deutsche Fertighaus Holding AG übernehmen unter anderem große, CNC-gesteuerte Abbundanlagen das automatisierte Fügen von Holzelementen zu tragenden Bauelementen oder Rahmenteilen. Im weiteren Produktionsdurchlauf werden diese Teile dann zu vollständigen Wandelementen komplettiert. Dabei benötigen zahlreiche Maschinen in der Fertigung Druckluft als Energieträger. Weiter auf Seite 30

Willkommen in der Zukunft Modernes Smart Flow Management in der Druckluftversorgung Sicheres iConn Datenmanagement

Plattform für vorausschauende Wartung iConn gehört bei neuen Kompressoren von Gardner Denver und Compair zur Standardausstattung, kann aber auch nachträglich als Retrofitlösung in bestehende Kompressoranlagen integriert werden. Zudem unterstützt das System Zusatzkomponenten zur Druckluftaufbereitung sowie Produkte anderer Hersteller und ermöglicht damit die Verwaltung eines kompletten Druckluftsystems digital und über eine einzige Plattform. Und es schafft eine gute Voraussetzung zur kontinuierlichen Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs.

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Fortsetzung von Seite 29 Insgesamt befinden sich zwei Druckluftstationen auf dem Gelände. Die eine mit zwei Schraubenkompressoren der Compair-LBaureihe versorgt die Zimmerei, d.h. im Wesentlichen die Abbundanlagen. Die zweite Station mit drei weiteren Schraubenverdichtern der LBaureihe ist etwas größer. Sie liefert die Druckluft für die Wandfertigmontage. Bisher war die regelmäßige Kontrolle der Druckluftstationen für die Instandhalter des Fertighausherstellers mit einigen Laufwegen verbunden. Sven Michels, Meister der mechanischen Instandhaltung, erklärt: „Wir checken immer wieder die Betriebsdaten wie Druck, Temperatur, Energieverbrauch und servicerelevante Informationen.“ Bei einer der beiden Stationen können sich die Instandhalter diesen Gang aber nun sparen. Denn hier nutzt DFH seit Kurzem das Online-Tool iConn. Das ist eine cloudbasierte Plattform, die Be-

triebsdaten von Kompressoren sammelt, aufzeichnet und bei Bedarf zur Verfügung stellt. Der „Blick auf den Kompressor“ erfolgt somit virtuell vom Rechner aus. So fließen die Informationen von der Kompressorstation über die Cloud zum Endgerät. Dabei meldet das System Unregelmäßigkeiten, Wartungshinweise oder Informationen über einen Stillstand dem Anwender selbsttätig. Sven Michels verdeutlicht den aktuellen Ausbaustand: „Im Moment bekommen wir die Meldungen noch als Mail auf den Rechner. Künftig wird eine SMS auf das Smartphone des jeweils verantwortlichen Kollegen gesendet.“ Im Moment wurde erst einmal bewusst nur eine Station ausgerüstet und hierfür auch nur die einfachste Ausbaustufe gewählt. Dass DFH aber zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Funktionen nutzt und auch die zweite Station entsprechend ausstattet, ist gut möglich, denn die bisherigen Erfahrungen mit dem Tool sind durchweg positiv.

Ohne Druckluft läuft, wie bei den allermeisten produzierenden Unternehmen, auch bei diesem Fertighaushersteller nichts. Die DFH Deutsche Fertighaus Holding AG hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzrekord aufgestellt. Mit ihren vier Vertriebslinien Massa Haus, Allkauf, Okal und Ein Steinhaus erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 447 Millionen Euro - das entspricht einer Steigerung um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der realisierten Eigenheime nahm im vergangenen Geschäftsjahr um 783 Häuser oder 37 Prozent auf insgesamt 2.877 Häuser zu, die Gesamtzahl der im Konzern zum Jahresende beschäftigten Mitarbeiter erhöhte sich um mehr als 400 Beschäftigte auf 1.365 Mitarbeiter.

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Sven Michels dazu: „Das System ist einfach zu bedienen, es spart uns Laufwege und wir sind einfach besser informiert. Außerdem nutzen wir das Tool zur Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs. Hier konnten wir schon messbare Erfolge erzielen.“ iConn ermöglicht nämlich zum Beispiel eine vorausschauende Wartungsplanung mit einem „Frühwarnsystem“ für Maschinenstörungen, die auftreten könnten. Auch Fernüberwachungen und Effizienz-Audits durch den Kompressorenhersteller lassen sich mit dem cloudbasierten Online-Tool durchführen. Das System kann Auswertungen von Daten aus der Vergangenheit sowie Echtzeit- bzw. vorausschauende und kognitive Analysen liefern, wodurch potentielle Probleme verhindert werden können.

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Die Cloudplattform ist dabei natürlich besonders nützlich für Unternehmen mit mehreren Druckluftstationen an verschiedenen Standorten oder unbemannten Stationen. Sie ermöglicht nämlich Benutzern die Überwachung der Kompressorleistung von einem beliebigen Standort aus - über ihr Mobilgerät, ihr Tablet oder ihren PC. So lassen sich Störungen minimieren und die Standzeiten verlängern. Zudem werden ausführliche Maschinenparameter und langfristige Trendanalysen geliefert, sodass Anlagenbetreiber die Systemleistung optimieren können. Auch die Bestandsdaten von Kompressoren oder Zusatzgeräten lassen sich damit sicher über GSM, Ethernet oder WLAN auf ein breites Spektrum verbundener Geräte übertragen. Experten von

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Compair haben auf Wunsch des Anwenders ebenfalls Zugriff auf die Informationen und können so beispielsweise bei der Optimierung der Druckluftleistung, der Verbesserung der Wartungspläne und bei der Energieleistung unterstützen. www.compair.de https://dfhag.de

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 16. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2018.

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Eigeninvestition schlägt Contracting neue druckluftstation ist über 10 Jahre gerechnet günstiger als druckluftcontracting Die Bharat Forge CDP GmbH produziert hochfeste Schmiedeteile, wobei pro Jahr über 100.000 Tonnen Stahl verarbeitet werden. In Ennepetal sind rund 550 Mitarbeiter tätig, in Gevelsberg im ersten Jahr bereits über 40. Am letztgenannten Standort führt das Unternehmen die Endabnahme der geschmiedeten Achsschenkel durch. Die für die Handschleifmaschinen, Strahl- und Absauganlagen erforderliche Druckluft wird dabei von drei neuen Atlas-Copco-Schraubenkompressoren bereitgestellt, wovon einer mit einer Drehzahlregelung arbeitet. Die Station überzeugt mit so geringen Gesamtkosten über zehn Jahre hinweg gerechnet, dass sogar ein Contracting teurer käme. Bharat Forge CDP fertigt in Ennepetal und Gevelsberg als reine Gesenkschmiede mit 550 Mitarbeitern Fahrwerk- und Motorkomponenten für Nutzfahrzeuge und Pkws. Zu den Produkten gehören z.B. Achsschenkel, Kurbelwellen und Kolben; aber auch Aufreißzähne für Bagger oder Weichenteile für die Bahn. In Gevelsberg werden vor allem Achsschenkel, die in Ennepetal geschmiedet wurden, auf Oberflächenfehler und Maßhaltigkeit geprüft: Dabei wird Zunder entfernt, die Teile werden an einer von drei Linien gesandstrahlt und dann an einer der vier Fertigungslinien zu 100 Prozent geprüft. Die Halle in Gevelsberg wurde erst vor einem guten Jahr bezogen. Dabei wurde die Fertigung schrittweise hochgefahren: Begonnen wurde mit einer Strahlanlage und einer Fertigungsstraße. Joachim Höh, Leiter Instandhaltung Infrastruktur und Energiemanager an beiden Standorten, hat die komplette Druckluftversorgung konzipiert. „Ursprünglich hatten wir geplant, die Druckluft über einen Contractinganbieter zu beziehen“, erinnert sich Höh und betont: „Nach den ersten Angeboten wurde uns aber klar, dass eine Eigeninvestition günstiger wäre.“ Hierfür wurden mehrere Anbieter angefragt. Den Zuschlag erhielt letztendlich die Dortmunder Indrutec GmbH, ein Handelspartner der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik aus Essen.

zehn Jahre sorglos Joachim Höh ging ohne Festlegungen in die Gespräche: „Mir kam es vor allem auf die Energieeffizienz an. Und wir wollten die Anlage über eine unabhängige Steuerung regeln, die wir auch in Ennepetal haben.“ Die Vorgaben für die neue, zentrale Station bezogen sich auf den Bedarf, den der Betrieb in Gevelsberg im Endausbau haben sollte. „Ich bin von einem Volumenstrom von maximal 14 Kubikmetern in der Minute ausgegangen“, so Höh und erklärt: „Damit können wir die Absaugsysteme an den Strahlanlagen und den Handschleifplätzen versorgen, die Strahlanlagen selbst, die Rissprüfgeräte und auch alle Handschleifmaschinen.“ An insgesamt 15 Handschleifplätzen werden die Achsschenkel entgratet. Sie allein benötigen laut Höhs Vorausplanung gut 5 Kubikmeter Druckluft pro Minute, wobei er einen Gleichzeitigkeitsfaktor von maximal 70 Prozent zugrunde gelegt hat. Die Strahl- und Absaug-

Joachim Höh, Leiter Instandhaltung Infrastruktur und Energiemanager bei Baharat Forge CDP, hat für die Druckluftanlage eine Servicevereinbarung abgeschlossen. Er betont: „Damit sind wir nun rundum sorglos, was die Druckluft angeht.“ Bild: Atlas Copco

45 VSD, die immer genau so viel Druckluft bereitstellt, wie die Fertigungslinien gerade benötigen. Vielmehr hat Peter Frank die Station auch mit zwei GA+-Kompressoren geplant, die laut Atlas Copco durch ihr neues Design noch effizienter sind als ihre Vorgängermodelle. Sie arbeiten mit einer speziellen energiesparenden Verdichterstufe. „Konstruktiv bedingt erzielen die Maschinen außerdem eine niedrigere Verdichtungsendtemperatur als viele andere Kompressoren“, erläutert Frank. „Dadurch wird die Energie besser ausgenutzt. Und bei gleicher Öleinspritzmenge altert das Öl langsamer.“ Auch die FD-Trockner arbeiten effizient: Sie weisen nur einen geringen Druckabfall auf, wodurch Kompressorleistung gespart wird. Das Kältemittel ist energiesparend, ein hocheffizienter Wärmetauscher ist eingebaut, der Kondensatablass arbeitet elektronisch und verlustfrei. Vor allem die patentierte Saver-Zyklus-Regelung stellt einen sparsamen Betrieb sicher, sodass die Energiekosten bei jedem Volumenstrom gering bleiben. Über eingebaute Filter wird sichergestellt, dass die Luft eine Industriequalität von maximal 1 mg Öl je Kubikmeter einhält.

anlagen kommen auf knapp 3 Kubikmetern Druckluft pro Minute, die geplanten vier Bearbeitungszentren benötigen etwa 5,5 Kubikmeter Druckluft pro Minute. Bei den Bearbeitungszentren ist noch offen, ob sie so umgesetzt werden. Indrutec konnte auf alles eingehen, hatte am Ende auch beim Preis die Nase vorn - und die vorgeschlagene Station aus drei Atlas-Copco-Kompressoren überzeugte auch energetisch. „Wir lieferten zunächst einmal eine Leihanlage, damit unser Kunde an seinem neuen Standort gleich mit der Produktion loslegen konnte“, berichtet Peter Frank, Vertriebsingenieur bei Indrutec. „Denn der nutzung der Abwärme Kompressorenraum war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertig.“ So konnte die erste Strahlanlage gleich versorgt werden. Mit Indrutec hat Bharat Forge CDP Die endgültige Druckluftstation, außerdem eine Servicevereinbadie Anfang 2016 errichtet wurde, rung für zehn Jahre abgeschlossen. umfasst drei öleingespritzte GA- „Damit sind wir nun rundum sorgSchraubenkompressoren von Atlas los, was die Druckluft angeht“, Copco: einen drehzahlgeregelten betont der Instandhalter Höh. Die GA 45 VSD sowie zwei Maschinen Kosten hatte er im Vorfeld gleich in mit fester Drehzahl vom Typ GA seine Gesamtbetriebskostenrech37+. Aufbereitet wird die Druckluft nung (TCO, „Total Cost of Ownervon zwei Kältetrocknern des Typs ship“) für die neue Druckluftstation FD 285, wobei in die gesamte einbezogen. „Wir haben die reinen Station eine vollständige ReInvestitionskosten, die Strom- und dundanz eingeplant wurde. Der übrigen Betriebskosten sowie den Druck liegt in einem engen Band Service addiert und auf die zwischen 6,0 und 6,4 bar. ZuLebensdauer verteilt“, erklärt Höh. sätzlich gleicht ein 3.000-Liter- „Da waren dann von fünf Anbietern Speicher Spitzen aus. nur noch zwei im Rennen.“ Die beiden GA 37+ arbeiten im Mit dem Service durch Indrutec ist wöchentlichen Wechsel mit der der Energiemanager sehr zuVSD-Maschine zusammen, die die frieden: „Herr Frank reagiert immer Bedarfsschwankungen abpuffert ruckzuck. In maximal zwei Stunden jedenfalls, wenn die Fertigung ist jemand hier, wenn wir Bedarf eines Tages auf vollen Touren läuft. haben.“ Unabhängig von den ge„Derzeit läuft die drehzahlgeregelte planten Filter- und Ölwechseln Maschine häufig noch allein“, benach festgelegten Betriebsstunrichtet Joachim Höh und ergänzt: den schaut ein Mitarbeiter auch „Und zwar meistens mit etwa 70 bis zwischendurch ohne weiteren An80 Prozent Auslastung. Nur selten lass nach dem Rechten. Das gibt schaltet sich eine 37er hinzu.“ allen Beteiligten noch höhere „Dieser Betriebsbereich ist enerSicherheit. Die Besuchsberichte getisch ideal“, weiß Peter Frank, werden online an den Kunden gedoch die besondere Effizienz der schickt. gesamten Station beruht nicht nur Als letzten Schritt plant das auf der Drehzahlregelung des GA Unternehmen noch eine Daten-

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vernetzung mit der Druckluftversorgung in Ennepetal. Sobald die Leitungen stehen, kann Joachim Höh beide Standorte vergleichen und den exakten Energieverbrauch bzw. die Einsparungen beziffern. Diese resultieren anteilig auch aus der Nutzung der Kompressorenabwärme: Über Lüftungsschächte wird hier die Hallenheizung unterstützt. Insgesamt kann Bharat Forge CDP etwa 40 bis 50 Prozent der Abwärme nutzen, überschlägt Höh. Am Ende will er Druckluft-

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Verbrauchskennzahlen errechnen, die sich auf das einzelne geprüfte Schmiedestück beziehen und so die neue Anlage mit der gewachsenen Station in Ennepetal vergleichen. „In monatlichen Managementrunden werden die Kennzahlen besprochen“, bestätigt Höh, „schließlich sind wir für unser Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001 zertifiziert. Da wollen wir alle Entwicklungen im Blick behalten.“ www.atlascopco.com


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Niedrige Betriebskosten im Niederdruck

Druckluftkennzahlen per App berechnen

neuer Kompressor verspricht mehr effizienz bei einem betriebsdruck bis 4 bar Mit dem Low Pressure Turbo 150 ist es den Betreibern von Niederdrucknetzen laut Boge möglich, die Betriebskosten zu senken, denn die optimale technische Abstimmung von Permanentmagnetmotor, luftgelagerter Antriebswelle und zweistufigem Verdichtersystem sorge nach Aussagen des Kompressorherstellers für eine besonders hohe Effizienz im Niederdruckbereich. Beim Low Pressure Turbo 150 passt beispielsweise ein Frequenzumrichter die Leistung des Kompressors an den Druckluftbedarf an. Dabei ist die gesamte Antriebsmechanik ölfrei, sodass der Kompressor ölfreie Druckluft der Klasse 0 bereitstellen kann. Die Technologie ist, wie der Hersteller Boge betont, verschleißund wartungsarm. So entfallen beispielsweise regelmäßige Ölund Filterwechsel. Weitere Vorteile sind die kompakte Bauweise und die geringe Lautstärke. Der Kompressor mit Turbo-Technologie läuft deutlich leiser als ölfrei verdichtende Schraubenkompressorvarianten, verdeutlichen die Spezialisten des Herstellers. Für Instandhalter wichtig: Der Kompressor unterstützt als Serviceoption das Continuous Improvement Programms Boge CIP. Hierfür wertet der Hersteller die Maschinendaten im Kundeneinsatz aus und ermittelt Potenziale für Energieeinsparungen. Auf dieser Basis werde zudem die Hard- und Software der TurboTechnologie laut Boge permanent

Mit 100 Prozent ölfreier Druckluft punktet der Kompressor Low Pressure Turbo 150 für den Niederdruckbereich, der sich laut Hersteller unter anderem für besonders sensible Einsatzgebiete wie die Glasproduktion, die Fischzucht oder die Chemieindustrie eignet. In Kombination mit dem Continuous-Improvement-Programm bleibt die Maschine stets auf dem aktuellen Stand. Bild: Boge

kundenindividuell weiterentwickelt. Damit sollen auch kostenintensive Wartungen unnötig

werden und gleichzeitig Performance steigen. www.boge.de

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die

Mithilfe der App „Mader CalculatAir“ können nach Angaben des Entwicklers, des Leinfeldener Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader, die wichtigsten Druckluftkennzahlen schnell und einfach berechnet werden. Besonders praktisch: Über die Schnellrechnerfunktion können die Basiswerte für Volumenstrom und Systemdruck angegeben werden. Diese werden dann für alle Berechnungen automatisch übernommen. Das Berechnungstool ist bereits die zweite App, die das Unternehmen auf den Markt gebracht hat. „Wir wollen Unternehmen ermutigen, Einsparpotenziale innerhalb der Druckluftkette zu erkennen und zu nutzen“, erklärt dazu Vasileios Balachtsis, zuständig für das Innovationsmanagement bei Mader. Mit der App zur Berechnung der Druckluftgrößen können der passende Rohrleitungsdurchmesser, der Druckabfall im Rohrleitungssystem, die optimale Größe der Zu- und Abluftöffnung, die Dimensionierung von Druckluftbehältern für Schrauben- oder Kolbenkompressoren und für den Spitzenbedarf, die Einsparungen durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen und

Bild: Mader

der Druckluftverlust durch Leckagen berechnet werden. Zudem übernimmt sie die Umrechnung von Standard- in Normvolumen und umgekehrt. Weiterhin erhältlich ist die Leckage-App von Mader. Sie ermöglicht die Digitalisierung des gesamten Leckagemanagements, von der Erfassung der DruckluftLeckage, der wirtschaftlichen und ökologischen Bewertung bis zur kontrollierten Beseitigung. Beide Apps können kostenlos in den App-Stores von Google und Apple für Android-Geräte bzw. iOSGeräte heruntergeladen werden. www.mader.eu www.mader-energieeffizienz.de


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Building Information Modeling ist eine Chance Erhöhter Planungsaufwand wird kompensiert durch die neuen Möglichkeiten Building Information Modeling (BIM) ist eines der bestimmenden Themen der nächsten Jahre für alle am Bau Beteiligten. Der auf den ersten Blick durch BIM erhöhte Planungsaufwand wird deutlich kompensiert durch die Möglichkeiten, welche die Anwendung der BIM-Methode offenbart. Durch die gemeinsame, gewerkeübergreifende Arbeit lassen sich Planungsfehler meist bereits vorab lokalisieren und müssen nicht mehr auf der Baustelle behoben werden. Und auch mit Blick auf die anschließende Objektbetreuung eröffnet BIM neue Perspektiven für Gebäudebetreiber. Eine Vielzahl von Schnittstellen prägt die Planung und Ausführung von Bauvorhaben. Unterschiedliche Beteiligte tragen Informationen zu dem Gesamtprojekt bei. Wesentlich erleichtert wird dieser Prozess durch Building Information Modeling (BIM). Jedoch verkennen derzeit insbesondere kleine Planungsbüros die Chancen, die mit BIM verbunden sind, und scheuen oftmals Kosten und Aufwand. Die Hemmschwelle wird zusätzlich durch die Einführung von nicht immer selbsterklärenden Abkürzungen weiter erhöht. AIA, BAP, LOD oder BCF scheinen zu einer ganz eigenen Welt zu gehören, die nur mit intensiver Fortbildung zu betreten ist. Dabei ist BIM eigentlich gar nicht so neu: Der Begriff als solcher wurde bereits seit den 1970erJahren in den ersten Forschungsarbeiten zum Einsatz virtueller Gebäudemodelle veröffentlicht. Auf dem deutschen Markt ist er seit 2003 durch ein Whitepaper der Firma Autodesk, verbreitet. Doch wird die Planungsmethode bisher nur von circa 22 Prozent der deutschen Planungsbüros verwendet. Die Vorteile der hohen Informationsdichte eines BIM-Modells wird oft verkannt und die teils kostspielige Software nur als eine Art virtuelles 2-D-Zeichenbrett genutzt. Die eingegebenen Informationen bleiben dadurch für die nachfolgenden Projektphasen und Prozesse ungenutzt. Dabei bietet BIM jedoch ein wesentlich größeres Potenzial: Es beschreibt die optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mithilfe von Software in einem 3-DGebäudemodell. BIM selbst ist somit keine Software - aber eine Software kann BIM-fähig sein. Man unterscheidet dabei, in Abhängigkeit von der Anzahl der beteiligten Softwaresysteme, zwischen „Open“ und „Closed BIM“. Ist beispielsweise nur ein Softwaresystem mit wenigen Nutzern am Prozess beteiligt, spricht man von „Closed BIM“. Dahingegen sind im „Open BIM“Verfahren viele verschiedene Autoren vorhanden, die mit unterschiedlicher Software Daten zum Gebäudemodell beitragen. Zentral ist jedoch, dass Daten mehrfach nutzbar sind. Im Idealfall bietet das Modell dabei eine gewerkeübergreifende Übersicht über alle Bauteile sowie Bauteiltypen, Räume, Materialien, Massen, Kosten, terminliche Abfolgen und Arbeitsvorgänge. Außer räumlichen Dimensionen werden somit auch Zeit und Kosten integriert. Diese Daten

sind für alle Projektbeteiligten einsehbar - dies kann vom Entwurf bis zum Rückbau reichen. Dieses Vorgehen kann somit eine Betrachtung aller Lebenszyklusphasen eines Gebäudes integrieren. Eine reine 3-D-Visualisierung ist daher nicht mit der BIM-Methode gleichzusetzen. Erst durch die Verknüpfung der Gebäudeteile mit Attributen und Rahmendaten lässt sich das Potenzial ausschöpfen. BIM ist somit eigentlich gar nicht so neu: Betrachtet man das „Closed BIM“-Verfahren, werden viele Planer und ausführende Unternehmen dies bereits seit Jahren anwenden. Der intelligente Einsatz von Daten wird nun mittels Open BIM gebündelt und für mehrere auf einer Plattform zum Einsatz gebracht.

Mehrfachnutzen der erstellten Daten Die meisten Planungsbüros verfügen bereits über BIM-taugliche Software, schöpfen diese in ihren Möglichkeiten jedoch nicht aus. Oftmals mangelt es zunächst an der Höhenzuweisung - die Z-Achse findet keine Beachtung. Dies

lässt sich jedoch relativ leicht umstellen. Die einmalige Attributspflege stellt den größten Umstellungsaufwand dar, zahlt sich jedoch aus: Eine bessere Leistung kann erbracht werden. Denn insbesondere durch die Mehrfachnutzung einmal erstellter Daten lassen sich unter anderem Zeitvorteile bei der Angebotserstellung und Planungssicherheit hinsichtlich der terminlichen Abfolge und der Kosten erzielen. Die hinterlegten Attribute der verwendeten Bauteile können für verschiedene Berechnungen weiterverwendet werden. Eine genaue Massenermittlung wird möglich, die zur Kostenkalkulation, Ausschreibung und Terminplanung herangezogen werden kann. In der Zusammenarbeit mit anderen Fachplanern ermöglicht der gewerkeübergreifende Datenaustausch eine Kollisionskontrolle bereits während der Planung. BIM dient dem Schnittstellenmanagement aller Projektbeteiligten im 3-D-Modell. Die hier integrierten Daten lassen sich zur Präsentation und im Dialog mit dem Auftraggeber nutzen - bereits ab der Entwurfsphase,

Als Generalunternehmer hat Brüninghoff das Potenzial von BIM früh erkannt. Der Bauspezialist integriert alle Daten im virtuellen Modell und setzt dies konsequent in die Praxis, bis hin zur Übergabe an den Bauherren zur Objektbetreuung, um. Heute kommt dem Unternehmen die Erfahrung aus rund 400 Projekten, die mit der BIM-Methode umgesetzt wurden, zugute.

über die gesamte Planungs- und Montagephase bis hin zur Dokumentation. Das gemeinsame Arbeiten an einem Modell gewährleistet eine konsequente gegenseitige Kontrolle, die sich durch ein deutlich minimiertes Problempotenzial auf der Baustelle auszahlt. Ungenauigkeiten in der Kommunikation werden anhand des konkreten Modells frühzeitig aufgedeckt. Die Ablaufgeschwindigkeit kann deutlich effizienter sein. Zudem fällt es leichter, einen gesteckten Zeit- und Ablaufplan einzuhalten, da alle Beteiligten über das Modell informiert sind. Gebäudedetails werden bereits in einem frühen Stadium der Planung geklärt, sodass sich der Aufwand der baubegleitenden Planung verringert. Ein weiterer Pluspunkt dieser Methode besteht darin, dass bereits vor dem Bau eine digitale Simulation möglich ist. Fehlplanungen werden somit minimiert und potenzielle Mehrkosten sowie mögliche Alternativlösungen frühzeitig identifiziert. Klare Kostenstrukturen schaffen Transparenz und Vertrauen.

Detaillierungsgrad festlegen

BIM beschreibt die optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mithilfe von Software in einem 3-D-Gebäudemodell. BIM selbst ist somit keine Software - aber eine Software kann BIM-fähig sein. Bilder: Brüninghoff

Grundsätzlich ist zu klären, was mit BIM abgebildet werden soll; der Detaillierungsgrad sollte sich nach der Verwendung richten.

Insbesondere, wenn das Arbeiten im digitalen Gebäudemodell von Bauherrenseite gewünscht ist, sollten die Anforderungen geklärt werden: Welches Ziel verfolgt der Bauherr? Welche Informationen wünscht er sich während des Bauprozesses? Ist hier die Kostensicherung eine Priorität oder wünscht er genaue Kenntnisse über den jeweiligen Bauteilstatus? Wozu sollen die Daten in der späteren Nutzungsphase des Gebäudes dienen? Der Detaillierungsgrad des Modells steigt dabei von der Akquise über die Planung bis zum Abschluss der Bauabnahme an. Wird es im Anschluss an den Betreiber übergeben, sollte es die notwendige Informationstiefe bieten. Diese wird im Vorfeld mit dem Auftraggeber definiert. Dass dies ein wichtiger Schritt des Prozesses ist, zeigen auch die bereits oben aufgeführten Abkürzungen wie AIA (Informationsbedürfnisse des Auftraggebers), die als Grundlage für den BAP (BIM Projektabwicklungsplan) dienen. Letzterer umfasst organisatorische Strukturen und Verantwortlichkeiten. Modelle und ihre projektspezifische Ausprägung werden vereinheitlicht. Hierbei wird die Informationstiefe der jeweiligen Bauteilgruppen festgelegt, um die späteren Auswertungsfälle entsprechend steuern zu können. In allen Leistungsphasen haben die Projektbeteiligten Zugang zum BIM-Modell. Weiter auf Seite 34

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

Interimmanager werden immer wichtiger Udo Hoffmann erklärt im Interview dieses Managementmodell Interimmanagement gibt es in Deutschland seit den 1980er-Jahren. Doch in den letzten Jahren hat das Thema Interimmanagement richtig Fahrt aufgenommen, unter anderem auch in Sektoren wie dem Facility Management. Udo Hoffmann von Hoffmann Facility Management nimmt zu den Anforderungen und Entwicklungen in der Branche Stellung. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die strategische Facility-Management-Beratung und die Durchführung von Facility-ManagementDienstleistungen für Firmen, Eigentümer, Liegenschaftsverwalter, Investoren etc. Interimmanager - damit verbinden viele eine Art Unternehmensberatung, die alles auf den Kopf stellt und danach wieder verschwindet. Stimmt das? Nein. Grundsätzlich bedeutet Interimmanagement, dass man sich Know-how von außen holt. Es hat viele Erscheinungsformen, vom „Feuerwehrmann“, der eingreift, wenn's brennt, bis hin zum Strategen, der ein Unternehmen langfristig weiterentwickelt. Was sind die typischen Situationen, in denen Sie als Interimmanager zurate gezogen werden? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Der eigene Facility Manager fällt längere Zeit aus, sie haben Ressourcenengpässe im Facility Management oder können einen Facility Manager nicht Vollzeit auslasten. Zum anderen kommt Interimmanagement infrage, wenn das Unternehmen eine Planstelle nicht sofort besetzen kann. Auch in unserem Sektor herrscht Fachkräftemangel und da kann es durchaus passieren, dass eine Stelle nicht so schnell nachbesetzt werden kann.

Fortsetzung von Seite 33 Dadurch wird eine Informationstiefe ermöglicht, die bislang nur den jeweiligen CAD-Nutzern vorbehalten war. Den Fachplanern wird neben dem Koordinationsmodell ein Zugang zum jeweiligen Fachmodell ermöglicht. Über spezifische Formulare werden von den unterschiedlichsten Projektbeteiligten Informationen ins Modell eingepflegt und abgerufen. Auf diesem

Nach Abschluss des Bauprojektes und der Übergabe an den Bauherrn können die BIMDaten weitergenutzt werden. Sie sind die Datenbasis für das Instandhaltungs-, Störungs- und Reinigungsmanagement.

nischer Seite als auch auf Seite von rechtlichen Anforderungen. Denken Sie nur an den Brandschutz, das wurde früher alles viel laxer gehandhabt. Und die Anforderungen und Wünsche der Immobiliennutzer an Zutrittskontrollen, Klimatisierung, Energiemanagement, Digitalisierung und vielem mehr steigen permanent.

Auf die Frage, wie man den passenden Interimmanager auswählt, erklärt Udo Hoffmann von Hoffmann Facility Management: „Schauen Sie sich zunächst die Referenzprojekte an, fragen sie gegebenenfalls dort aktiv nach und verschaffen Sie sich auf jeden Fall einen persönlichen Eindruck von Ihrem Interimmanager. Denn wichtig ist, dass die Chemie stimmt.“ Bild: Hoffmann

Das heißt, die Branche hat nicht genügend Menschen zum Facility Manager ausgebildet? Offensichtlich. Der Bedarf ist viel größer geworden. Das rührt daher, dass das Facility Management heute sehr viel komplexer ist als früher. Das gilt sowohl auf tech-

Weg kann das Projekt in den verschiedenen Anwendungsfällen ausgewertet werden. Das BIM-Modell umfasst alle Angaben, die zur Erstellung des Bauwerkes erforderlich sind. Es sind zudem Verknüpfungen mit der virtuellen Bauakte und beispielsweise Abnahmeprotokolle vorhanden. Terminplanänderungen aus der virtuellen Bauakte werden ins BIM-Modell gemeldet, die dadurch geänderten Montagelisten werden vom BIMModell automatisch in die virtuelle Bauakte übertragen. Für den Generalunternehmer Brüninghoff folgt hieraus auch die Planung der Produktion von vorgefertigten Bauelementen aus Holz, Beton, Stahl und Aluminium. Denn das bauausführende Unternehmen setzt diese in den eigenen Werken um. Dadurch bietet sich auch intern für die Disposition ein wesentlicher Vorteil: Die terminliche Planung, die Arbeitsvorbereitung, Produktion und Logistik werden erleichtert. Aus dem Modell lassen sich Bestelllisten für die Arbeitsvorbereitung exportieren. Einzelne Bauteile und ihr Status können im Modell ermittelt werden. Auch die Vorbereitung der Vergabe wird durch BIM wesentlich erleichtert, da sich benötigte Mengen schneller ermitteln lassen. Durch die Mehrfachnutzung einmal er-

Was sind die Vorteile für Unternehmen? Der Interimmanager ist ein Dienstleister mit großem Erfahrungsschatz. Er hat gleichartige Fragestellungen schon mehrfach erfolgreich gelöst, schaut über den Tellerrand hinaus und kann - da er keine Bindungen im Unternehmen hat - sich an der Sache orientieren. Zudem ist er schnell verfügbar und nach getaner Arbeit nicht auf der Pay-Roll. Wie werden Sie als Fremder in den Reihen aufgenommen? Das ist natürlich sehr unterschiedlich. Je besser die Leitung die Mitarbeiter informiert und je genauer die Aufgabe definiert ist, desto größer sind die Erfolgschancen. Letztlich sind vielmals die Mitarbeiter sehr erleichtert, dass

stellter Daten werden unter derem Zeitvorteile bei der gebotserstellung und eine nungssicherheit hinsichtlich terminlichen Abfolge und Kosten erzielt.

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sie Know-how von außen nutzen können, sie professionelle Unterstützung erhalten und ihnen komplexe Entscheidungen abgenommen werden. Meist war ja ein Vakuum entstanden, das der Interimmanager nun füllen soll. Wichtig ist natürlich, dass man sich als Externer auf die Menschen im Unternehmen und auf die Unternehmenskultur einlässt und keine fertigen Lösungen einfach überstülpt. Welche Fähigkeiten benötigt der Manager auf Zeit? Ein erfolgreicher Interimmanager vereint vier wesentliche Fähigkeiten in einer Person: Er kombiniert unternehmerisches Geschick mit fundierter Führungserfahrung und ausgewiesener Fachkompetenz. Neugier und schnelle Auffassungsgabe, um den Kern des Problems zu erkennen. Durchsetzungsfähigkeit, um innerhalb weniger Monate Ergebnisse herbeizuführen. Und vor allem soziale Kompetenz, um die Menschen im Team zu führen und zu begeistern. Wie kann ein Unternehmen den Einsatz vertraglich absichern? In der Regel werden Dienstverträge geschlossen, die den zeitlichen Einsatz und die Aufgabenstellung des Managers definieren. Werkverträge mit einem verbindlichen Ergebnis sind die Ausnahme. In regelmäßigen Gesprächen wird überprüft, ob der Verlauf des Einsatzes den Erwartungen entspricht. Gehen Sie davon aus, dass der gute Ruf des Interimmanagers auf

dem Spiel steht. Er wird also alles tun, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Welche Art von Unternehmen greift bevorzugt darauf zurück? Von immer mehr mittelständischen Unternehmen und Konzernen werden die Vorteile des temporären Einsatzes von FacilityManagement-Spezialisten und Managern erkannt und genutzt. Aus der Industrie, Gewerbe, Finanzdienstleistung, Einzelhandel, Gesundheitswesen, Facility-Management-Unternehmen, Logistik, ITUnternehmen … eigentlich alle, die mit Immobilien zu tun haben. Die Bandbreite ist sehr groß und die Vorbehalte gegen Manager von außen gehen in allen Segmenten zurück. Welche Vorbehalten meinen Sie? Manche haben Sorge, dass Knowhow abfließt. Aber de facto ist genau das Gegenteil der Fall: Der Interimmanager kommt mit einem großen Erfahrungsschatz und ist bereit, diesen mit dem Unternehmen zu teilen. Es wird also Know-how ins Unternehmen transferiert. Weiterhin besteht die Sorge, dass der Interimmanager vertrauliche Informationen weitergeben könnte. Da halte ich die Wahrscheinlichkeit für größer, dass abwandernde Mitarbeiter „plaudern“. Ich zum Beispiel messe meinen Erfolg daran, ob ich im Unternehmen mal wiederkommen darf, sprich, ich setze auf langfristige Zusammenarbeit. www.hoffmann-fm.de

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Auf der Baustelle Im Modell finden sich auch Montageanleitungen sowie Verknüpfungen mit der Detailplanung wieder. So wird ein Informationsfluss von der Planung auf die Baustelle sichergestellt. Brüninghoff verknüpft das Modell mit Vorgängen des Terminplans und ermöglicht so auch eine Visualisierung des Baufortschritts über einen Zeitverlauf. Die Bauüberwachung und Dokumentation erfolgt ebenfalls mittels BIM. In der Praxis heißt dies, dass beispielsweise der Bauleiter bereits auf der Baustelle fertiggestellte Bauabschnitte im Modell kennzeichnet. Bei komplexen Projekten haben auch die Poliere die Möglichkeit, Informationen in das System einzutragen. Bis zur Fertigstellung lassen sich somit alle Leistungen und ihre Erfüllung übersichtlich und zentral auf einer Plattform kontrollieren. Auch nach Abschluss des Bauprojektes und der Übergabe an

Mittels BIM lassen sich Potenziale ausschöpfen, die zu einer umfassenden Betrachtung des Entstehungsprozesses eines Gebäudes bis zu seiner Nutzung und dem Betrieb führen. Der Weg dahin kann für viele Planungsbüros ein gewinnbringender Schritt sein, der zu einem erweiterten Leistungsprofil und einer höheren Qualität der erbrachten Arbeit führt. Effizienzsteigerungen lassen sich dabei häufig mit geringem Umstellungsaufwand erzielen.

den Bauherrn können die BIMDaten weitergenutzt und beispielsweise in das Computer Aided Facility Management (CAFM) importiert werden.

Übergabe an den Bauherrn Für die Objektbetreuung bietet das Modell - je nach definiertem Anforderungsprofil - Informationen für Flächen- und Belegungsplanung, Raum- und Flächenlisten, Türlisten sowie Anlagenund Bauteillisten. Zudem stellt es die Datenbasis für ein Instand-

haltungs-, Störungs- und Reinigungsmanagement dar. Die im Modell erfassten Daten können während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes für die Instandhaltung und Verwaltung eingesetzt werden. Es wird somit sichergestellt, dass bei der Übergabe des Projektes an den Gebäudeeigentümer keine Informationen verloren gehen. Dadurch kostet die Verwaltung des Gebäudes im weiteren Zeitverlauf weniger Zeit, Mühe und Geld. Marko Röschenkemper, BIM Manager bei der Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden


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Sicherheit im Kleinen - ein großes Thema Whitepaper zur Messung von Nanopartikeln an Löt-Arbeitsplätzen Das Nanopartikelmessgerät Discmini von Testo erfasst mit einer hohen zeitlichen Auflösung die Partikelanzahl, die durchschnittliche Partikelgröße und die aktive Oberfläche (LDSA). Auf diese Weise kann, wie in einem Versuchsaufbau gezeigt wurde, nicht nur die Absaugung an einem Lötarbeitsplatz, sondern auch die konkrete Nanopartikelbelastung der Mitarbeiter und der Umgebungsluft ermittelt werden. Diese Daten liefern wertvolle Hinweise für die Optimierung der Arbeitsplätze. Unter Nanopartikeln versteht man Teilchen, die über tausendmal kleiner sind als der Durchmesser eines Menschenhaares; es handelt sich also um Partikel, die ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 bis 100 Nanometer (nm) aufweisen. Der Einfluss der Nanopartikel auf die Gesundheit ist derzeit noch nicht abschließend bewertet, allerdings betont beispielsweise die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: „Besonders gravierende gesundheitliche Auswirkungen von Nanomaterialien betreffen die Lunge und führen unter anderem zu Entzündungen und Gewebeschäden, Fibrose und der Bildung von Tumoren. Auch das Herz-Kreislauf-System kann betroffen sein. Einige Arten von Kohlenstoffnanoröhren können ähnliche Auswirkungen wie Asbest haben.“

Die Arbeitgeber stehen deshalb aus Gründen der Vorsorge in der Pflicht, die Gefährdung der Mitarbeiter auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei spielen Nanopartikel an vielen unterschiedlichen Arbeitsplätzen eine Rolle beim Löten und Schweißen etwa, aber auch im Straßenverkehr oder im Büro in der Nähe von Druckern und Kopierern. In einem neuen Whitepaper haben nun die Messexperten von Testo die Überprüfung des Arbeitsschutzes anhand eines Lötarbeitsplatzes beispielhaft mit dem Nanopartikelmessgerät Discmini untersucht. Hintergrund: Beim Löten entstehen durch das Erhitzen von Lot und Flussmittel Aerosole. Diese können bis in die Lungenbläschen vordringen. Aus Gründen des Arbeitsschutzes muss eine entsprechend leistungsfähige Absaugung vorhanden sein, die den

Lötrauch direkt am Entstehungsort aufnimmt. Das Problem dabei: Die Überprüfung der Schutzmaßnahmen beschränkt sich bisher darauf, mit Strömungsröhrchen oder Flügelradanemometern die Funktion der Lüftung nachzuweisen. „Mit Discmini können wir die Arbeitsschutzmaßnahmen endlich umfassend beurteilen“, erklärt Volker Schemann, Marktmanager für den Bereich Partikel bei Testo, und verdeutlicht: „Wir können genau bestimmen, welcher Partikelexposition der Mitarbeiter ausgesetzt ist, wir können Partikelquellen orten und den Arbeitsplatz entsprechend optimieren. Das alles war bisher nicht möglich.“ Für die Untersuchung wurden drei Messreihen durchgeführt: Zunächst haben die Experten die Grundbelastung in den Arbeitsräumen ohne Lötbetrieb ermittelt. Anschließend haben sie Größe,

„Wir können mit Discmini viele Fragestellungen zum Arbeitsschutz verfolgen, auf die es früher einfach keine Antwort gab“, erläutert Volker Schemann, Marktmanager für den Bereich Partikel bei Testo, und betont: „Und das alles mit einem tragbaren, kompakten Gerät.“ Bild: Testo

Anzahl und aktive Oberfläche der Partikel beim Löten mit und ohne Absaugung bestimmt. Die Messwerte zeigten, dass die Atemluft in den Produktionsräumen sehr wenige Partikel enthielt. Da deren Anzahl beim Löten mit Absaugung nicht signifikant anstieg, konnte auch die Funktion der Lüftung nachgewiesen werden. Besonders deutlich wurde die Leistungsfähigkeit von Discmini laut Hersteller bei der Messung der Par-

tikel beim Löten ohne Lüftung. Durch die hohe zeitliche Auflösung von einer Sekunde lässt sich jedem Lötpunkt eine Messspitze bei Partikelanzahl und Größe zuordnen. Die schnelle Messung mache es zudem möglich, den Aufbau des Arbeitsplatzes optimal auf die Absaugung des Lötrauchs auszurichten und Partikelquellen außerhalb des Lötbereichs zu identifizieren. www.testo.de https://osha.europa.eu

Arbeitssicherheit muss auf die Tagesordnung Kleine und mittelständische Unternehmen haben erheblichen Nachholbedarf Die Hälfte der in KMUs Beschäftigten findet, in ihrem Unternehmen werde zu wenig dafür getan, dass sie gesund bleiben und sicher arbeiten können. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die im Zusammenhang mit einer Präventionskampagne von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen durchgeführt wurde. Demnach schneiden kleine und mittlere Unternehmen in puncto innerbetriebliche Kommunikation, Beteiligung, Betriebsklima, Fehlerkultur, Führung sowie Sicherheit und Gesundheit schlechter ab als große Unternehmen. Dies spiegelt sich auch in der betrieblichen Unfallquote wider: Sie ist in KMUs vergleichsweise höher als in sehr großen Betrieben. Die in der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) organisierten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zeigen im Rahmen der Kampagne „kommmitmensch“ auf, welchen Stellenwert Sicherheit

und Gesundheit für den erfolgreichen Unternehmensbetrieb haben und dass sich die Investition in die Prävention auch betriebswirtschaftlich lohnt. „Unser Ziel ist es, dass die Präventionskultur zur selbstverständlichen Haltung von Führungskräften wird und in deren tägliches Handeln einfließt. Dafür brauchen sie einfache und verständliche Ansätze“, verdeutlicht Helmut Ehnes, Präventionsleiter bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI).

Doch wie können Verantwortliche in KMUs die Arbeit in ihrem Betrieb sicher und gesund gestalten und ihre Mitarbeiter in die Präventionsmaßnahmen einbeziehen?

Kostenlose Broschüre mit Checklisten Tipps dazu gibt die neue Broschüre „Selbstverständlich sicher und gesund“, die unter www.kommmitmensch.de kostenlos als PDF-Datei herunterge-

Eine Seminarreihe zu den sechs Handlungsfeldern der Kampagne soll, ergänzend zu der Broschüre, die Verantwortlichen dabei unterstützen, eine ganzheitliche Präventionskultur in ihrem Unternehmen zu entwickeln oder bestehende Ansätze zu verbessern. Bild: DGUV

laden werden kann. Die darin gesammelten Checklisten, Diskussionsanregungen und Arbeitsmaterialien sind auf die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen zugeschnitten. Mittels einfacher Handlungshilfen werden die Führungskräfte motiviert, Schritt für Schritt in jenen sechs Handlungsfeldern aktiv zu werden, die zentral für eine

gute Präventionskultur sind: Kommunikation, Beteiligung, Betriebsklima, Fehlerkultur, Führung sowie Sicherheit und Gesundheit. Für Interessenten gibt es als Ergänzung auch die ebenfalls kostenlose „kommmitmensch“Dialoge-Box mit ergänzenden Materialien. Diese kann per E-Mail an kommmitmensch@dguv.de bestellt werden. www.kommmitmensch.de

2. Fachtagung | 16. – 17. Mai 2018 in Berlin „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stellen Unternehmen mitunter vor komplexen Herausforderungen. Da hilft es, wenn man auf die Unterstützung von Fachleuten bauen kann. Großunternehmen haben es da naturgemäß leichter als Kleinbetriebe, da sie eigene Fachleute beschäftigen können“, weiß auch Helmut Ehnes, Präventionsleiter bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI). Bild: BG RCI/Armin Plöger

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Berufskleidung: Kaufen oder leasen? Dr. Andreas Marek erklärt im Interview, worauf es ankommt Berufskleidung muss viele Kriterien und Ansprüche erfüllen. Im Bereich der Industrie und Produktion muss sie vor allem die Mitarbeiter schützen und die vorgegebenen Normen einhalten. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber seiner Sorgfaltspflicht nachkommt, denn er ist letztlich für die Einhaltung aller Vorschriften verantwortlich. Worauf dabei zu achten ist, erklärt Dr. Andreas Marek, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Textil Service e.V., im Interview. Dr. Marek, welche Möglichkeiten haben Unternehmen bei der Wahl der Kleidung für ihre Mitarbeiter? Produzierende Unternehmen und die Industrie im Allgemeinen haben heute eine breite Auswahl an hochwertiger und funktionaler Berufskleidung. Wichtig ist für die Mitarbeiter, dass die Kleidung genau auf den Arbeitsbereich abgestimmt ist. So muss in Gefahrenzonen Kleidung getragen werden, die vor gesundheitlicher Beeinträchtigung optimal schützt. Hier braucht es zum Beispiel Warnschutz-, Schweißerschutz- oder Wetterschutzkleidung. Für das Unternehmen ist des Weiteren der Corporate-Identity-Faktor relevant: Firmenfarben können sich in der Berufskleidung wiederfinden oder die Kleidung durch Embleme personalisiert werden. Damit ist für den Kunden direkt das Unternehmen zuzuordnen, gleichzeitig der einheitlich-professionelle Auftritt gewahrt, aber auch der Teamgedanke gestärkt.

Dr. Andreas Marek ist Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Textil Service e.V. Der Verband vertritt Firmen, die einen Rundumservice mit Wäsche und Bekleidung auf Mietbasis für Unternehmen jeder Art und Größe bereitstellen - vom Handwerker bis zum Industriekonzern. Berufsbekleidung, Hotel-, Restaurant- und Pflegeheimwäsche sowie Putztücher, Wischbezüge, Fußmatten, Waschraumhygiene und Arbeitsschutzartikel werden so angeboten.

Der Unternehmer kann zwischen den Optionen Kauf oder Leasing wählen. Was spricht für die jeweilige Variante? Gemäß dem Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, für eine sichere Ausstattung Sorge zu tragen. Beim Kauf schafft das Unternehmen die Kleidung einmal

an. Die Pflege der Kleidung kann dann entweder dem Mitarbeiter selbst übertragen werden oder sie wird über eine externe Wäscherei geregelt. Wichtig dabei: In beiden Fällen ist der Arbeitgeber verantwortlich, dass die Schutzeigenschaften der Kleidung erhalten bleiben.

Entscheidet sich der Arbeitgeber für einen textilen Leasinganbieter, so garantiert dieser die Einhaltung. Die häusliche Wäsche der Kleidung ist eigentlich überholt und nicht mehr zeitgemäß. Gerade im Bereich Produktion und Industrie müssen die schützenden Eigenschaften der Kleidung permanent gegeben sein. Hier kann nur der textile Leasinganbieter fachgerecht und professionell waschen und aufbereiten. Bei Schutzkleidung (PSA) garantiert der Leasinganbieter die Einhaltung der Schutzkriterien der Kleidung über die gesamte Nutzungsdauer, sodass die Arbeitssicherheit gegeben ist. Wie findet man den richtigen Berufskleidungshersteller oder den passenden Mietberufskleidungslieferanten? Es gibt zahlreiche Anbieter von Mietberufskleidung und ebenso zahlreiche Berufskleidungsher-

Am Anfang des textilen Kreislaufs steht die Beratung und Auswahl der Textilien für den konkreten Einsatz. Belieferung, Abholung, Wäsche und Aufbereitung, Reparatur und Ersatz sind die weiteren Elemente des Versorgungssystems. Bilder: Wirtschaftsverband Textil Service

steller, bei denen der Erwerb direkt möglich ist. Textil-Service-Unternehmen beziehen ihre Kleidung nur von Herstellern besonders hochwertiger Kleidung, da sie zum Beispiel eine fest definierte Anzahl von Wäschen „überstehen“ muss. Wer auf gute Berufskleidung setzt, sollte ein paar Regeln beachten: Die Qualität, Gütesiegel, eingehaltene Normen, nachhaltige Beschaffung etc. müssen stimmen. Auf der Homepage des Wirtschaftsverbands Textil Service Wirtex e.V. findet man zum Beispiel

Leasinganbieter. Nur wer fest definierte Qualitätsstandards einhält, die nachweislich überprüfbar sind, ist hier gelistet. Das schafft Transparenz. Sucht ein Unternehmen nach einem renommierten Berufskleidungshersteller, so sollte ebenfalls nach den oben angeführten Parametern recherchiert werden. Im Prinzip stehen die in Deutschland etablierten starken Marken auch für diese Qualitätseigenschaften. www.wirtex.de

Rutschhemmung sorgt für Sicherheit Schachtabdeckungen punkten mit erhöhten Haftreibwerten Schachtabdeckungen in Außenbereichen von Industrieanlagen sind Umwelteinflüssen wie UVStrahlung, Niederschlägen und schwankenden Temperaturen ausgesetzt. Dennoch müssen sie allen Gegebenheiten standhalten, stabil und dicht sein. Die Fibreindustrial Schachtabdeckungen von KHK sind darüber hinaus rutschfest und tragen damit zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit bei. Begehbarkeit, Haltbarkeit und Langlebigkeit sind eines der wichtigen Kriterien bei der Auswahl für Abdeckungen in Außenbereichen. Damit dies garantiert werden kann, kommt der Materialauswahl einer besonderen Bedeutung zu. Zudem muss Rutschsicherheit gewährleistet werden - und zwar für jedes Schuhwerk und jeden Reifen. Entscheidend ist nämlich, dass die Schachtabdeckungen trittsicher - also griffig - sind. Um dies sicherzustellen, setzt KHK auf die Einarbeitung eines technischen Harzes in der Schichtpressstoffkonstruktion. So wird laut Hersteller von Beginn an Rutschfeste Schachtabdeckungen tragen zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit bei.

Beständigkeit und Rutschfestigkeit sichergestellt. Die Rutschhemmung dieser Schachtabdeckungen wurde durch ein unab-

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Die Reliefoberfläche der Schachtabdeckung bietet eine hohe Rutschsicherheit. Bilder: KHK

hängiges Institut geprüft. Dabei schnitten diese im Test nach DIN 51130 und DIN 51097 mit guten Ergebnissen ab, so der Hersteller. Mit der Beurteilung „R11“ wird den Abdeckungen ein erhöhter Haftreibwert und damit

Trittsicherheit bis zum Neigungswinkel von 27 Grad bestätigt. Das Ergebnis „V10“ macht das Verdrängungsvolumen von Reliefoberflächen kenntlich und weist eine besonders hohe Rutschfestigkeit nach. Der Zusatz „C“ gibt die Bewertungsgruppe für den Barfußnassbereich an. Mit dieser Kennzeichnung sind die Abdeckungen des Unternehmens aus Eggenstein nach eigenen Angaben sogar für Schwimmbäder geeignet. www.kunststoff-schachtabdeckungen.com


ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Fortsetzung von Seite 1 Um dabei die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, muss die Hochspannung der Fahrleitungen kontrolliert geschaltet und geerdet werden. Statt wie bisher von Hand übernimmt nun Automatisierungstechnik von Siemens das Ein- und Ausschalten der Hochspannung sowie das Verschieben der tonnenschweren Schiebebühne aus dem Jahr 1888, die die Triebfahrzeuge rangiert. Für die Modernisierung der Wartungsanlage beauftragte der

„Während der Saison ist nur ein Mitarbeiter vormittags in der Werkstatt“, erläutert Werner Kramer, der Leiter Werkstatt Zahnradbahn, und ergänzt: „Im Winter sind es zwischen vier und zehn Mitarbeitern.“ Ein Grund hierfür ist die Jahresrevision. Bild: Kramer

Betreiber der Bahn, die PilatusBahnen AG (PBAG), die Furrer+Frey AG, einen Anbieter von Fahrleitungsanlagen. Den Experten war schnell klar, dass die elektrische Einrichtung der Schiebebühne, die anstelle von Weichen die Wagen der Pilatusbahn rangiert, veraltet war und ersetzt werden musste. Allerdings wäre der Einbau von Positionssensoren zum sicheren Schalten der Hochspannung nicht rentabel gewesen. Stattdessen schlug Patrick de Gottardi, Projektleiter bei Furrer+Frey, vor, auf Technik von Siemens umzusteigen und in diesem Zuge auch die Steuerung der Motoren und der Schiebebühne zu erneuern. Mittlerweile kommt hierfür eine Simatic S7-1500 mit integrierten Motion-Control-Funktionen zum Einsatz. Sie steuert nun die Schiebebühne und schaltet die Hochspannung ein und aus. Die Bedienung erfolgt über das Simatic Comfort Panel TP700. Außerdem misst ein Laserdistanzmessgerät die Position der Schiebebühne auf 0,1 Millimeter genau.

Wälzlagerungen simulieren SKF bietet neue Analysesoftware an

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Die knapp zehn Tonnen schweren Triebwagen der Pilatusbahn werden regelmäßig in der Betriebshalle gewartet. Damit die Arbeiter die Triebfahrzeuge in der Betriebshalle gerade mit Blick auf die unter Hochspannung stehenden Fahrleitzungen gefahrlos warten können, kommt Automatisierungstechnik von Siemens zum Einsatz. Damit ist beispielsweise sichergestellt, dass die Hochspannung stets ausgeschaltet ist, wenn die zum Rangieren der Treibwagen benötigte Schiebebühne sich bewegt. Richtig aufwendig wird es bei der großen Revision der Triebwagen alle sechs Jahre.

Zudem sichert eine Lichtschranke den Bereich zwischen Wand und Schiebebühnen, sodass kein Arbeiter dort erdrückt werden kann. Damit Kleintiere in der offenen Rangierhalle nachts keinen Fehlalarm auslösen, ist die Lichtschranke nachts und bei Still-

stand der Bühne deaktiviert. Angetrieben wird die Bühne mit über Siamics G120-Umrichter angesteuerten Asynchronmotoren (1.5 kW), ebenfalls von Siemens. Die Programmierung und das Engineering der gesamten Lösung erfolgt über Startdrive im

TIA(Totally-Integrated-Automa tion)-Portal. Mit der neuen Lösung ist die sichere Abschaltung/Regelung der Hochspannung während der Wartungsarbeiten gewährleistet. www.siemens.de www.pilatus.ch

SEW-EURODRIVE—Driving SEW -EURODRIVE—Driving the world

Für die Leistungsfähigkeit von Maschinen und Anlagen ist die korrekte Auslegung ihrer Wälzlagerungen von entscheidender Bedeutung. Um die fachgerechte Wälzlagerwahl zu unterstützen, bietet SKF nun die Analysesoftware „Simpro Quick“ an. Sie kann drei Monate lang kostenlos getestet werden. Bei Simpro Quick handelt es sich um ein Ein-Wellen-Wälzlager-Berechnungsprogramm, das bis zu zehn Wälzlager auf einer Welle berücksichtigen kann („statisch überbestimmtes System“). Auf Basis individueller Anforderungen und Betriebsbedingungen ermöglicht die Anwendung laut Anbieter SKF eine schnelle Analyse der Wälzlagerungen. Über die grafische Benutzeroberfläche lasse sich hierbei recht einfach ein Berechnungsmodell mit allen Komponenten (wie Welle, Wälzlager, Gehäuse, Zahnräder, Schmierstoffe, Zwischenringe, Federn) erstellen. Diesem Modell können dann die spezifischen Betriebsbedingungen wie z.B. Drehzahl, äußere Lasten, Schmierung, Schmierstoff, Wellen- und Gehäusepassungen hinzugefügt werden. Auf dieser Grundlage können anschließend eine einfache Lebens-

daueranalyse sowie ein kompletter Last- und Drehzahlzyklus durchgeführt werden. Zusätzlich ist eine Optimierung der Lagervorspannung in dafür geeigneten Wälzlagerungen möglich. Zum Schluss liefert das Programm eine Dokumentation der Berechnungsergebnisse mit allen wichtigen Ausgabeparametern, wie zum Beispiel Lagerlebensdauer, Lagerlast, belastete Zonen im Wälzlager, Hertz’sche Kontaktspannungen, Lagerverschiebung und -schiefstellung, Lagerreibung, Lagerschadfrequenzen und Wellendurchbiegung. Diese Resultate können in verschiedenen Diagrammen sowie einem 3-D-Modell visualisiert werden. Ein Bericht für die ausgewählten Ausgabeparameter wird in den exportierbaren Formaten PDF, Doc und Html erstellt. www.skf.com

Nutzung

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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Baumüller: Smarte Automation und Services Automatisierungslösungen und Serviceleistungen sind HMI-Messeschwerpunkte In der Zeit vom 23. bis zum 27. April veranschaulicht der Spezialist für Automatisierung und elektrische Antriebstechnik Baumüller in Halle 14 am Stand H12 auf der Hannover Messe die Vorteile von Simulationen, einer Wizard-geführten Inbetriebnahme, der vorausschauenden Wartung und von einem intelligenten Prozessmonitoring. Außerdem werden aktuelle Servicekonzepte vorgestellt. Auf dem Messestand von Baumüller wird auf der Hannover Messe live zu sehen sein, wie mithilfe der richtigen Schnittstellen einzelne Produktionsprozesse vernetzt und optimiert werden können. Der Automatisierer rüstet hierfür komplette Maschinenmodule, vom Motor bis hin zur Software aus, die dann über die geeigneten Schnittstellen miteinander verknüpft oder in bestehende Anlagen integriert werden können. Der modulare Aufbau zeigt sich auch bei der Software: Hier können Anwender einzelne vorprogrammierte Funktionsbausteine

oder komplette Bausteinbibliotheken erwerben, die validierte Bausteine enthalten, und so Entwicklungszeiten verkürzen und die Softwarequalität steigern. Wie sich Entwicklungszeiten verkürzen und bestehende Anlagen optimieren lassen, wird mit Simulations-Dienstleistungen und Komponentenmodellen veranschaulicht. Besonders clever: Durch einen sogenannten digitalen Zwilling ist die Performance einer Maschine schon im Konstruktionsprozess vorhersehbar. Auf diese Weise kann auch das Verhalten der

Das Antriebssystem PowerMela, ein Gemeinschaftsprojekt mit Baumüller und Sensor-Technik Wiedemann, wurde für den Einsatz in der mobilen Antriebstechnik entwickelt. Es ist als dezentrale Lösung mit aufgesetzter Elektronik oder mit externer Elektronik verfügbar. Bilder: Baumüller

Maschine im Betrieb getestet und Fehler früh erkannt und beseitigt werden - nämlich schon vor der eigentlichen Inbetriebnahme. Hierzu passt auch der Inbetriebnahme-Wizard. Er führt den Nutzer softwareseitig schnell und intuitiv durch die einzelnen Schritte der Inbetriebnahme, z.B. von Servopumpen im Spritzgießbereich. Anwender profitieren so einerseits von einer schnelleren Inbetriebnahme, aber auch von einer geringeren Fehlerwahrscheinlichkeit. Doch nicht nur zur Auslegung von Antriebssystemen, sondern auch zur Optimierung bestehender Anlagen eignen sich die virtuellen Modelle. So können beispielsweise Verbesserungspotenziale in der Simulation erkannt und getestet werden. Für Instandhalter dürften die Neuerungen bei Baudis IoT von besonderer Bedeutung sein, denn damit lassen sich Komponenten und Maschinenzustände überwachen und optimieren - und zwar im laufenden Betrieb. Hierfür sammelt und analysiert Baudis IoT-Daten, die dann vor Ort beim Betreiber oder aber über eine Cloud in der Firmenzentrale oder

Schlaucharmaturen mit Übermontageschutz Wie die sichere Montage von Hydrauliksystemen erleichtert wird Je fester montiert, desto dichter ist die Hydraulikverbindung - so ein weitverbreiteter Irrtum, der, wie Instandhalter aus eigener Erfahrung wissen, häufig zu Leckagen führt. Wenn nämlich das optimale Anzugsdrehmoment überschritten wird, ist die Sicherheit der Verbindung nicht mehr gewährleistet. Diesem typischen Leckageszenario kann nun vorgebeugt werden und zwar mit neuen Schlaucharmaturen mit Übermontageschutz. Insbesondere bei ungeübtem Montagepersonal punkten die neuen Schlaucharmaturen von Voss Fluid ihre Vorteile aus: Zieht nämlich ein Monteur eine solche Armatur über das optimale Montageende hinaus weiter an, treffen die Stirnflächen des Übermontageschutzes und die des Anschlussstutzens aufeinander. Das hat einen starken spürbaren Kraftanstieg zur Folge.

Uuups, überdreht hier nicht Dieser spürbare Kraftanstieg wiederum signalisiert dem Werker eindeutig das Ende der Montage. Die in Kontakt stehenden Flächen stoppen eine weitere Krafteinleitung und verhindern damit, dass der Anschlusskonus versehentlich aufgeweitet und die Dichtflächen beschädigt werden. Das Schlaucharmaturenprogramm mit Übermontageschutz umfasst laut Hersteller alle gängigen Geometrien. Dank ihrer Zink-Nickel-Beschichtung sind die Komponenten außerdem

Die aus Stahl gefertigten Armaturen sind standardmäßig mit einer Zink-Nickel-Beschichtung versehen. Die Armaturen punkten dadurch mit ihrer Korrosionsbeständigkeit. Bild: Voss Fluid

gegen Korrosion geschützt. Die neuen Komponenten verfügen anschlussseitig über einen metallischen Dichtkegel und einen eingebetteten O-Ring. Der O-Ring gewährleiste nach Herstellerangaben eine hohe Feinstdichtigkeit auch bei dynamischen Belastungen, hohen Drücken oder Vibrationen. Als Material kommt für diesen ORing Fluorkautschuk oder kurz FKM zum Einsatz. Hierbei handelt es sich laut Voss Fluid um ein alterungsbeständiges Material mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Ozon sowie gegen eine

große Bandbreite an Ölen und Fetten. Das Programm an Schlaucharmaturen ist geeignet für alle gängigen Hydraulikschläuche mit einem Nenndurchmesser von 5 bis 51 Millimeter. Es umfasst zahlreiche Anschlusssysteme für alle gängigen Schlauchtypen. Die Produktreihe bietet Lösungen für die drei gängigen Anbindeverfahren: Skive, No Skive und Double Skive, die sich jeweils in der Schälung des Elastomers im Verpressungsbereich und ihrer Ausreißsicherheit unterscheiden. www.voss-fluid.de

Das herstellerunabhängige und nachrüstbare System zur Prozessoptimierung und vorausschauenden Wartung Baudis IoT ermöglicht laut Entwickler mithilfe von Big Data die Verbesserung von Prozessen und verhindert lange Stillstandszeiten und unerwartete Servicefälle.

bei einem externen Dienstleister erfasst, archiviert und mithilfe von Algorithmen ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage liefert das System laut Entwickler dann hilfreiche Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung oder zu Wartungsaktivitäten an den Maschinenbetreiber. Zu sehen sein wird außerdem mit Ubiquity eine Lösung für eine sichere Fernwartung. Die Softwarelösung ist nach IEC 62443-3-3 zertifiziert und kommt ohne eine separate Hardware aus, weil die Laufzeitumgebung auf den Windows-basierten Baumüller-Bedien-

panels bereits vorinstalliert ist; es ist also nur der einmalige Erwerb der Kundendomain notwendig. Im Komponentenbereich stellt Baumüller dieses Jahr Neuheiten aus den Bereichen Steuerungen, Umrichter und Motoren vor. Ein Fokus liegt hier auf dem Thema dezentrale Antriebstechnik für den mobilen und den klassisch industriellen Einsatz. Zu sehen sein wird hier u.a. das Antriebssystem PowerMela, eine dezentrale Lösung, die für den Einsatz in mobilen Nutzfahrzeugen und Arbeitsmaschinen optimiert ist. www.baumueller.de

Zertifizierter Umspulservice für Kabel und mehr Die Produktion von Wickelgütern wie Motoren, Transformatoren oder Schaltschrankverkabelungen erfordert mittlerweile Komponenten, die weltweiten Standards entsprechen. Gleichzeitig werden aber zunehmend unterschiedliche Längen exakt spezifizierter Kabel und Litzen benötigt - natürlich just in time. Nur so lässt sich flexibel und ohne teure Lagerhaltung rationell produzieren. Kaltenbach Elektrotechnik hat nun auf die Anforderungen bei der Konfektionierung von Leitungen reagiert. Das Unternehmen hat einerseits sein Programm erweitert und bietet unterschiedliche Spulengrößen von small bis X-TRA large an. Dabei sind auch auf den Bedarf individuell abgestimmte Mengen möglich. Das wiederum spart Rüstzeit und Kosten. Um dies zu ermöglichen, werden auf Maschinen z.B. flexible RadoxAderleitungen mit elektronenstrahlvernetzter Isolation umgespult. Der Prozess folgt den Normvorgaben und ist zertifiziert. So bleiben dank exakt eingehaltener und geprüfter mechanischer Parameter alle ursprünglichen Eigenschaften der Kabel erhalten. Der Anwender hat so die Sicherheit, auch UL/CSA-approbierte Leitungen in einer großen Bandbreite von Lieferaufmachungen und Lauflängen

Moderne Maschinen und ein zertifizierter Umspulprozess garantieren Qualität auch bei kundenspezifischen Mengen und Spulen, d.h. die vom Hersteller garantierten Eigenschaften bleiben dabei unverändert. Bild: Kaltenbach

zu erhalten. Bedarfs- und prozessgerechte Lieferaufmachungen können nach Vereinbarung just in time geliefert werden - und das ohne Qualitätseinbußen. Die Angebotspalette auch im Schnelllieferservice umfasst u.a. Einzeladern wie Radox 155, Radox UL 3289/CSA CL 1503, Radox UL 3266 / CSA AWM I A/B. Im Kernsortiment stehen je nach Querschnitt im Bereich von 0,25 bis 0,75 mm² bzw. 26 bis 20 AWG (American Wire Gauge) Standardlauflängen von 100 bis über 2.000 Meter pro Spule zur Verfügung. http://kaltenbach-online.com/de


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Rasend schnell dank Smart Data Zukunftsaussichten für die vorausschauende Instandhaltung Das Sammeln von Prozessdaten ist eine bedeutende Grundlage für vorbeugende Maßnahmen zur Instandhaltung von Maschinen. Die korrekte Verwendung und Interpretation dieser gesammelten Daten ist aber noch viel wichtiger. Am besten wäre es, wenn man all dies automatisieren könnte. Ein Beispiel von Ferrari und SKF zeigt, wohin die Reise geht. Industrie 4.0 ist ohne Big Data nicht umsetzbar. Allerdings hilft bloßes Datensammeln nicht wirklich weiter: Denn einen wirklichen Mehrwert liefern diese Datenmengen erst dann, wenn sie sinnvoll genutzt werden. Deshalb geht es immer mehr darum, Big Data in „Smart Data“ zu verwandeln. Hintergrund: Unter Big Data wird meist eine große Menge von Daten verstanden, die auf „traditionelle“ Art und Weise nicht mehr gespeichert und ausgewertet werden können. Im Industriesektor entstehen solche Datenmengen vor allem bei der Messung von Betriebsparametern und -zuständen von dort eingesetzten Maschinen. Während solche Daten meist in strukturierter Form vorliegen, entstehen zusätzlich häufig auch sogenannte „unstrukturierte“ Daten. Das können beispielsweise Text-, Bild-, Video- und Audiodateien sein. Derartig unterschiedliche Formate „unter einen Hut“ kriegen zu müssen, verschärft die Komplexität von Big Data. Hinzu kommt, dass ständig steigende Datenvolumina, -geschwindigkeiten, -varianten und -zuverlässigkeiten neue Datenbanksysteme erfordern, um das angehäufte Material überhaupt noch bündeln zu können. Das reine Abspeichern dieser Daten verursacht jedoch zunächst nur Kosten und keinen Mehrwert. Daher gilt es, die Datensammlung zu verstehen und dadurch in Smart Data umzuwandeln. Dazu ist die Anreicherung der Rohdaten mit Wissen und Erfahrung unerlässlich. Dieser Prozess wird im industriellen Kontext vor allem auf Betrieb und Instandhaltung angewandt: Das Sammeln großer Mengen von Prozessdaten samt deren richtiger Interpretation versetzt die Unternehmen in die Lage, ihre betrieblichen Abläufe zu optimieren. Wer die Daten korrekt sichtet und auswertet, kann beispielsweise die Leistung seiner Maschinen verbessern oder ihre Lebensdauer ver-

Schon mit dem einfach zu bedienenden Werkzeug SKF Enlight Quick-Collect können Daten über den Maschinenzustand gesammelt und einer groben Analyse unterzogen werden.

längern, indem die Betriebsbedingungen auf Grundlage der entsprechenden Erkenntnisse angepasst werden.

Schneller gepaart mit clever Beispiel: Im einfachsten Fall gelangt ein erfahrener Bediener durch Auswertung mehrerer Messwerte - z.B. Temperatur, Druck und Schwingung - zu einer Diagnose. Aus der fachmännischen Analyse dieser Daten lassen sich Programme zur zustandsabhängigen Überwachung beziehungsweise zur vorbeugenden Instandhaltung ableiten. Anders ausgedrückt: Wer die richtigen Messungen durchführt und Abweichungen von definierten Toleranzen frühzeitig erkennt, kann rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und dadurch einen reibungsloseren Betrieb sicherstellen. In der Praxis funktioniert das beispielsweise durch die Schwingungsüberwachung von Lagern: So lässt sich anhand der gesammelten Daten die Lebensdauer der betreffenden Maschine verlängern bzw. ihre Zuverlässigkeit erhöhen. Je komplexer die Anlage ist, desto schwieriger wird es allerdings

Per Datenanalyse via Cloud können die Experten in den Remote Diagnostic Centres von SKF Problemen auf den Grund gehen, die sich „vor Ort“ nicht klären lassen.

selbst für Experten, aus der Masse an Daten die relevanten Informationen zu extrahieren. Diese Erfahrung hat vor nicht allzu langer Zeit auch das Formel 1Team der Scuderia Ferrari gemacht: Zwar verfügt der Rennstall über moderne Prüfstände, aber manche während der Tests auftauchenden Phänomene blieben den Ingenieuren ein Rätsel. Da eine Online-Überprüfung von Hochfrequenzdaten nicht zur Verfügung stand, artete die Fehlersuche zu einem langwierigen Prozess aus - und machte es letztlich unmöglich, Prognosen für die Lebensdauer von Komponenten auf Basis von Trendwerten zu erstellen. Um Abhilfe zu schaffen, installierten Experten von SKF ein spezielles Überwachungssystem auf Basis der unternehmenseigenen IMx-Plattform. Das System überwacht kontinuierlich das Schwingungsverhalten von Antriebskomponenten in der Prüfkammer und verarbeitet bis zu 100.000 Messungen pro Sekunde. Diese Daten werden bis zu 20mal pro Sekunde zusammengefasst, um sie in „überschaubare Stücke“ aufzuteilen, was die Analyse erleichtert. Seit die SKFLösung aus „Big and Fast Data“ leichter verständliche Smart Data macht, können sich Ingenieure der Scuderia Ferrari nach eigener Auskunft „viel mehr auf Ergebnisse anstatt auf Daten” konzentrieren.

Automatisiertes Lernen Das Beispiel zeigt, dass strukturierte Daten durchaus schon automatisch interpretiert werden können: Wenn sich ein bestimmter Parameter verändert, erkennen entsprechende Systeme selbsttätig, ob „noch normales“ bzw. „bereits fehlerhaftes“ Verhalten vorliegt. Zum Teil sind auch schon automatisierte Korrekturmaßnahmen bzw. Diagnosen möglich. Anstatt jedoch solche Systeme manuell für jeden spezifischen Anwendungsfall neu zu programmieren, kommen vor allem selbstlernende Verfahren aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zum Einsatz. Dem System werden hierfür Beispiele von normalem und fehlerhaftem Verhalten der Anlage gezeigt. Anhand intelligenter Algorithmen „erlernt“ das System automatisiert, diese beiden Fälle in Zukunft zu unterschieden. Je mehr Daten dem Algorithmus dabei zur Verfügung gestellt werden, desto höher ist dessen Genauigkeit - was wiederum die

Ein speziell „getuntes“ Maschinenschutzsystem auf Basis der IMx-Plattform von SKF hilft den Ingenieuren der Scuderia Ferrari, den extrem schnellen Datenstrom aus ihren Prüfkammern kurzerhand in leichter verständliche Ergebnisse umzuwandeln. Bilder: SKF

Wichtigkeit des Datensammelns erklärt. Erste Ansätze dazu gibt es mittlerweile. Beispielsweise können manche industriellen Bildverarbeitungssysteme nicht nur Defekte erkennen, sondern sogar deren Schwere beurteilen.

Strukturierte und unstrukturierte Daten ... Dieses Prinzip kommt bereits in unterschiedlichsten Anwendungen zum Einsatz; etwa zur Prüfung von Produkten oder zum Zwecke der Qualitätssicherung im laufenden Prozess. Inzwischen befinden sich bei SKF ähnliche Konzepte für weitaus komplexere Aufgaben in der Entwicklung. In nicht allzu ferner Zukunft werden intelligente Systeme in der Lage sein, Massen von strukturierten und unstrukturierten Daten logisch zu korrelieren und korrekt zu interpretieren. Dadurch werden sie automatisch die Schadensursache identifizieren können. Ein solches System könnte zum Beispiel ein aktuelles Bild mit einem „historischen“ vergleichen oder Daten direkt aus einem schriftlichen Bericht extrahieren. Mit jedem Bild, jedem Text, jeder Audio- oder Videoaufnahme wird

ein solches System „hinzulernen“ und sich damit weiter verbessern. Gleichzeitig können sich die Experten auf solche Probleme konzentrieren, die dem System noch nicht bekannt sind, und es später mit neuen Erkenntnissen füttern. Natürlich sind noch diverse Hürden zu überwinden, bevor aus dieser Vision auch Wirklichkeit wird. Zwar ist die erforderliche Hard- und Software im Grunde schon vorhanden; allerdings können nach wie vor nicht sämtliche Systeme von verschiedenen Herstellern nahtlos miteinander kommunizieren - ein seit Längerem bekannter Hemmschuh.

... logisch korrelieren und interpretieren Immerhin gibt es Anzeichen dafür, dass Datenzugang, -austausch und -interoperabilität immer offener werden. Triebfeder dafür sind insbesondere die Endverbraucher, die zunehmend danach verlangen, dass unterschiedliche Systeme eine gemeinsame Sprache sprechen. Diesem Trend wird sich die Industrie nicht lange entziehen können. Lukas Köping, Data Scientist bei SKF, und Erwin Weis, Leiter IoT Technology bei SKF www.skf.de

Im industriellen Umfeld bedeutet der Umstieg von Big Data auf Smart Data den Übergang vom Wissen darüber, was passiert, zum Wissen darüber, was passieren wird, warum es passieren wird und welche Optionen man hat.


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Leistungsstark und mehrsprachig Wie der französische PSA-Konzern die Ersatzteilversorgung in Osteuropa sicherstellt Das neue Logistikzentrum in Lozorno, rund 25 Kilometer von Bratislava (Slowakei) entfernt, hat eine Fläche von etwa 12.000 Quadratmetern. Hier werden von der EF Parts & Logistic Service, einem Unternehmen der Emil-Frey-Gruppe, exakt 361.852 Teile vorgehalten, die zentral aus Frankreich angeliefert werden. Aus dem Logistikzentrum werden Automobilhändler des französischen PSA-Konzerns in Osteuropa mit Ersatzteilen versorgt. Das Spektrum umfasst Teile für Fahrzeuge der Marken Peugeot, Citroen, DS und Vauxhall. In sechs Monaten hat der Softwarespezialist Dr. Thomas + Partner für dieses Logistikzentrum ein Warehouse-Management-System (WMS) realisiert. Es ist auf die slowakische und englische Sprache internationalisiert und ermöglicht schlanke Abwicklungsprozesse mit großer Schnelligkeit und hoher Produktivität, wie die Praxis zeigt. Im Logistikzentrum der EF Parts & Logistic Service werden die über 360.000 Artikel in unterschiedlichen Lagertypen bevorratet und bereitgestellt: zum einen im Schmalganglager, das von Schmalgangstaplern (Man-Down) des Typs „BT-Vector“ von Toyota Material Handling bedient wird. Hinzu kommt ein Hochregallager mit Schmalgangstaplern (Man-up). Die Lagerstruktur ist standardisiert und homogen. Entsprechende Lagerkoordinaten sind mit mehreren Ident-Merkmalen gleichzeitig ausgestattet: Code-128- und Datamatrix-Barcodes sowie generischen Prüfziffern. Diese ermöglichen während der Kommissionierung Quittungen via Pick-by-Scan, Pick-by-Voice oder Vision-Methoden. Die Fördertechnik umfasst u.a. zwei Lifte. Diese verbinden die drei Ebenen des Kleinteilelagers im Distributionszentrum fördertechnisch miteinander. Für reibungslose Intralogistikprozesse werden die Kommissionierbehälter im Weiterreichprinzip zwischen den Ebenen transportiert. Fertig kommissionierte Behälter werden zum Warenausgang gefördert und dort nach Zielland sortiert. Wie Oliver Chimbo, Projektleiter bei Dr. Thomas + Partner (TUP), erläutert, haben die Spezialisten den Auftrag für die Realisierung der Logistiksoftware des Lagers im März 2017 erhalten, wobei zwei Inbetriebnahmestufen definiert wurden: Die erste Stufe der Inbetriebnahme erfolgte am 3. Juli 2017. „Bis zu diesem Zeitpunkt wurde alles realisiert, was Wareneingang, Transportverwaltung, Lagerverwaltung sowie Geräte-

Die kurze Realisierungszeit wurden unter anderem auch deshalb möglich, weil TUP seinen Kunden vorab ein Pilotsystem zur Verfügung stellte: „Das Pilotsystem hatte der Kunde EF Parts & Logistic Service s.r.o. bereits lange Zeit im Voraus, konnte alle Prozesse gemeinsam mit uns durchspielen und somit sicher sein, dass das System seinen Wünschen entspricht“, berichtet Oliver Chimbo, Projektleiter bei Dr. Thomas + Partner (TUP).

und Bestandsverwaltung betrifft. Gleichzeitig wurde das Lager mit den angelieferten Teilen aus Frankreich gefüllt“, erklärt Chimbo.

Internationalisierung der Software Stufe zwei der Inbetriebnahme erfolgte im September mit dem „Go live“ der weiteren TUP-Module Auftrags- und Tourenverwaltung, Kommissionierverwaltung, Warenausgang sowie Retouren- und Inventurverwaltung. „Somit konnten wir das Projekt innerhalb von sechs Monaten fertigstellen, das ist ein Rekord“, betont Chimbo. Zu dieser sehr

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mit Behälterneigegerät

kurzen Realisierungszeit trug bei, dass TUP auf ein aktuelles Logistiksystem als Basis zurückgreifen Das System kann über eine Middleware mehrere Lagerverwaltungssysteme steuern und ist prokonnte, das die Softwarespeziablemlos erweiterungsfähig. Insgesamt werden im neuen Lager bei Bratislava derzeit rund 362.852 listen zuvor für die EF Logistik Teile für die Autohändler der PSA Group in Osteuropa vorgehalten. Bilder: TUP GmbH (EFL) realisiert haben. Mit ihr arbeitet TUP bereits seit 1992 „Die Systemlandschaft des neuen porteurssystem Asfi (Applikatizusammen. Logistiksystems und die Komonssystem für FahrzeugimporDieses System war, beginnend mit munikationswege sind komplex. teure) für den Fahrzeughandel Juli 2016 sukzessive bis Juni 2017, Unsere Software erhält die Aufwurde von TUP bereits 1998 konan zwölf Standorten von EFL in träge vom ERP-System unseres zipiert und permanent weiterentDeutschland eingeführt worden. Kunden. Das EFIT getaufte System wickelt. Allerdings ist das WMS Das Emil-Frey-Logistik-System steht für Emil Frey IT und ist eine nicht direkt an das Asfi ange(EFLS) leistet sowohl das standortEF-eigene Entwicklung“, so Oliver schlossen, sondern die Kommuniübergreifende globale DatenChimbo. „Allerdings setzen wir für kation läuft über das ERP-System management als auch die komdie Kommunikation und WeiEfit und Epalos zum WMS. plette autarke Verwaltung und tergabe der Daten an unser So werden die über das TUP-AsfiSteuerung jedes der zwölf AutoteiSystem eine Middleware und daSystem kontinuierlich einlaufenlezentren mit möglichst schlanken mit eine Software ein, die in der den Auftragsdaten der slowaDatensätzen. Alle Lagerstandorte Lage ist, unterschiedliche Warekischen Händler über Efit und werden in einem zentralen Dialoghouse-Management-Systeme zu Epalos an das TUP.WMS im system koordiniert; neue Mansteuern.“ Logistikzentrum in Lozorno überdanten lassen sich in kürzester Zeit mittelt und im Dialogsystem aufschalten. angezeigt. Papierlose Neu hinzugekommen im LogistikDie Mitarbeiter erhalten die Auftragsabwicklung zentrum Bratislava ist, neben weiKommissionieraufträge auf den teren Adaptionen, die Internatiomobilen Datenterminals bezienalisierung für die slowakische Zwar handelt es sich im neuen hungsweise auf den StaplerSprache. „Dies ist auch interessant Logistikzentrum derzeit nur um ein terminals angezeigt. Die beiden für künftige Kunden aus weiteren WMS, wenn aber man dort künftig Softwares für die Daten- und Ländern, denn wir können unsere weitere Systeme im selben Land Staplerterminals sind auch interSoftware in der jeweiligen Landesoder in anderen Ländern innationalisiert und wurden ebensprache zügig zur Verfügung stelstallieren möchte, lassen sich diese falls von TUP entwickelt. len“, verdeutlicht der Projektleiter. mit der jetzt installierten MiddleAuf Papier wird bei der AuftragsEr ergänzt: „Im Dialogsystem des ware problemlos steuern. abwicklung verzichtet, so werden Logistikzentrums in Lozorno ist im Die Bezeichnung für die Middle- auch die Lieferscheine elektroProfil des betreffenden Mitarware lautet Epalos, dies steht für nisch zur Verfügung gestellt und beiters die passende Landes- „EF Parts & Logistic Service“. Somit können damit gleich an die Händübermittelt Efit die Auftragsdaten sprache hinterlegt. Meldet sich der ler weitergereicht werden. Mitarbeiter am System an, startet an die Middleware Epalos, die die Auf dem gleichen Datenkomdie Kommunikation für den Daten an das TUP.WMS weimunikationsweg werden die WaKommissionierer zum Beispiel terleitet. Efit wiederum erhält reneingangs-Avis-Daten der perautomatisch auf Slowakisch.“ Das eine Übermittlungsstufe davor manent aus Frankreich angedeutsch- oder englischsprechende die Auftragsdaten von unterlieferten Teile in das System eingeLeitstandpersonal ist dabei jederschiedlichen Importeurs- und speist und an das Warehouse-Mazeit in der Lage, ad hoc zwischen Händlersystemen. nagement-System übermittelt. den Sprachen umzuschalten. Das bei Emil Frey eingesetzte ImAls vorerst letzter Schritt wurde Mitte November der Materialflussrechner (MFR) von TUP in Betrieb genommen. Chimbo betont: „Die Materialflusssteuerung ist in der Lage, die Waren vom Wareneingang über sämtliche Kommissionierbereiche bis zum Warenausgang zu steuern.“ Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, läuft das System seit Anfang Juli 2017 mit der ersten Phase und seit Anfang September BAUREIHE FE-A BAUREIHE FE mit angebautem Aggregat 2017 mit der zweiten Phase promit 17 Grad Neigung duktiv, zuverlässig und stabil. Chimbo betont abschließend: „Es gab keinen Moment, bei dem unserer Software mit irgendeinem Stillstand im Lager konfrontiert wurde.“ Kleine Änderungswünsche des Kunden, wie etwa beim Layout der Lieferscheine, konnte das Entwicklerteam von TUP während der InBAUREIHE FEM BAUREIHE FEM betriebnahme rasch umsetzen. mit Rollenbahnaufsatz mit 360 Grad Drehplattform Reinhard Irrgang, Fachjournalist www.tup.com


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Tablet mit Wärmebild bietet Mehrwert Neues Panasonic Toughpad FZ-M1 integriert Lepton Wärmebildkamera von Flir Panasonic präsentierte vor Kurzem auf dem Mobile World Congress eine neue Tablet-Variante der Full-Ruggedized-Schutzklasse, nämlich das 7-Zoll-Windows-Toughpad FZ-M1, das unter anderem mit einer integrierten Flir-Wärmebildkamera ausgestattet ist. Die Gerätekombination punkte bei der Erfassung, Auswertung sowie direkten Verarbeitung von Wärmebildern und -videos und mache laut Hersteller eine separate Wärmebildkamera unnötig. Die Lepton Mikro-Wärmebildkamera von Flir, wie sie im Panasonic Toughpad FZ-M1 eingebaut ist, erreicht eine thermische Auflösung von 160 x 120 Pixeln. Sie bildet Temperaturen im Bereich von minus 20 Grad Celsius bis plus 400 Grad Celsius

Durch seine robuste und lüfterlose Konstruktion erreicht das nach IP65 zertifizierte Tablet den FullRuggedizedSchutzlevel. Es übersteht laut Hersteller damit Stürze aus bis zu 180 Zentimeter Höhe.

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ab und zwar mit einer Abweichung von plus/minus 5 Grad Celsius. Die Wärmebildapplikation selber wurde von Panasonic entwickelt. Mit den Softwareoptionen Standard und Pro (Zusatzlizenz) können Nutzer mit dem Gerät

thermische Hoch- und Tiefpunkte messen, Fotos oder Videos (Pro Version) aufnehmen und Metadaten wie QR-Codes ergänzen. Diese zusätzliche Bearbeitungsfunktion nutzt die Funktionalität sowie die Konnektivität des Tablets und ermöglicht die Integration der Bilder und Videos in weitere Geschäftsanwendungen. Das Toughpad FZ-M1 selber arbeitet mit dem Windows 10 Pro Betriebssystem und setzt auf einen Intel Core Prozessor der 6. Generation (Standardmodell) bzw. auf einen Atom Core Prozessor beim Value-Modell. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit acht Stunden (optional 16 Stunden) an, wobei das Gerät eine Hot-SwapAkkutauschfunktion besitzt. Damit kann der Akku während des Betriebs getauscht werden. Das sonnenlichttaugliche Display kann per Fingereingabe, mit Handschuhen sowie mit einem passiven Eingabestift (optional) für präzise Schrifteingaben inklusive Unterschriften bedient werden - und das sogar im Regen,

Mit dem Gerät können beispielsweise Instandhalter nicht nur vor Ort präzise Wärmebildaufnahmen machen, sondern diese Aufnahmen anschließend mit demselben Gerät weiterverarbeiten und beispielsweise mit Metadaten wie QR-Codes ergänzen. Bilder: Panasonic

wie die Experten von Panasonic betonen. Aufgrund der modularen Bauweise kann das Gerät je nach Bedarf mit einem Barcodescanner, einem seriellem Port, einem 4GModul oder einem SmartcardLeser konfiguriert werden. Laut Hersteller übersteht das Tablet auch Stürze aus 1,80 Meter Höhe und ist nach IP65 zertifiziert. Jan Kämpfer, General Manager für Marketing bei Panasonic Compu-

ter Product Solutions, ist überzeugt: „Diese neue Gerätekombination wird das mobile Arbeiten in zahlreichen Anwendungsbereichen optimieren, in denen für die Handhabung mit Wärmebildaufnahmen bisher mehrere Geräte erforderlich waren - von der Effizienzprüfung von Klimaanlagen in Eisenbahnwaggons bis hin zur Vermessung von Verschleißerscheinungen auf Asphaltautobahnen.“ www.toughbook.eu


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Wie man eine Rohrleitung im Betrieb saniert Kanalschachtpumpe KRSU überzeugt bereits im Ersteinsatz bei einer Kanalsanierung Für die Sanierung von Kanälen und Rohrsystemen für Schmutz- und Abwasser gibt es von Tsurumi eine neue Pumpenlösung, die Kanalschachtpumpe KRSU. Sie soll den Weiterbetrieb der Leitung während der Arbeiten sicherstellen. Die neu entwickelte schlanke Tauchpumpe KRSU 822 kam bereits in Eisenhüttenstadt erfolgreich zum Einsatz. In Eisenhüttenstadt betreibt der regionale Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (TAZV) Oderaue im Industriegebiet am Oder-Spree-Kanal eine Industriekläranlage. Der größte Einleiter in diese Kläranlage ist eine

Papierfabrik. In dieser wird ausschließlich braunes Papier aus Altpapier hergestellt. Zur Ableitung in den Grenzfluss Oder betreibt der TAZV Oderaue eine Abwasserleitung. Diese ist rund 5.200 Meter lang. Die hier eingesetzten GFK-Rohre haben einen Durchmesser von 800 Millimetern. Hier pumpen die Betreiber der Kläranlage eine Jahresabwassermenge von rund 3,3 Millionen Kubikmeter hindurch.

Das Problem dabei: Über das Altpapier der Papierfabrik gelangt Kalk in den Prozesswasserkreislauf. Die Ausfällungen von Calciumcarbonat belasten dabei nicht nur die Anlagenteile der Industrieanlage, sondern finden sich in der Abwasserfracht wieder - und das hat Folgen: Nach sieben Jahren kam die unterirdisch verlegte Pipeline durch Inkrustationen an ihre hydraulische Grenze. Sie musste gereinigt werden. Die gängigen Verfahren wie Hochdruckspülung, Fräsmaschinen und Sanierungsroboter brachten aber nicht das gewünschte Resultat, sodass man sich letztendlich fürs Aufsprengen entschied.

Um Betriebsausfälle zu vermeiden, erfolgten die Arbeiten sektionsweise. Pro Abschnitt von 200 Meter Länge wurden zwei Schächte für den Überpumpbetrieb genutzt. Im Kopfschacht platzierte man die Kanalschachtpumpe KRSU 822: Über zwei DN100-Rohre überbrückte die Tauchpumpe die zu reinigende Abwasserleitung, sodass dieser Bereich ohne Behinderung gereinigt werden konnte. Das Projekt ist auf insgesamt 18 Monate ausgelegt. Die eingesetzte Pumpe weist eine besonders schlanke Bauform auf. Sie wurde speziell zur Überbrückung von Leitungsabschnitten konzipiert. Mit ihrem maximalen Durchmesser von 546 Millimetern passt sie in die meisten Zugangsschächte, die etwa im öffentlichen Bereich überwiegend ein lichtes Maß von 625 Millimetern aufweisen. Unter Volllast mit 22 kW fördert die KRSU 5.700 Liter in der Minute. Ihre maximale Förderhöhe ist mit 26,5 Metern angegeben. In Eisen-

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Mit einem Durchmesser von 546 Millimetern passt die Pumpe in die meisten Zugangsschächte. Aufgrund ihrer Bauart, des Gehäuses aus GG20-Grauguss und besonderer Komponenten wie des zentrifugalen Ölverteilers gilt die Pumpe als trockenlaufsicher. Somit lässt sie sich auch halbgetaucht oder im Schlürfbetrieb, wenn also kaum Wasser gefördert wird, noch sicher betreiben.

hüttenstadt hat man einen Frequenzumformer vorgeschaltet, um einen sanften Anlauf ohne Druckstöße zu erzielen. Nicht zuletzt aber auch, um sie einfach materialschonend langsamer laufen zu lassen. www.tsurumi.eu

Mit dem Tablet sicher im Ex-Bereich arbeiten Neues Industrie-Tablet ist auch in explosionsgefährdeten Bereichen einsetzbar Ecom, der Spezialist für mobile Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen, hat die für den Ex-Bereich konzipierte Tablet-Serie Tab-Ex neu aufgelegt. Das neue Tab-Ex 02 basiert dabei auf dem Galaxy Tab Active2 von Samsung. Mit dem eigensicheren Tablet kann ein mobiler Anwender laut Hersteller jederzeit und von überall aus in Echtzeit kommunizieren und dabei beispielsweise Daten, Parameter und Informationen erfassen und abrufen.

Das 1,486 Meter hohe Aggregat hat ein Trockengewicht von 417 Kilogramm. Dabei hat der Hersteller den Druckabgang zentriert platziert, was zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt für einen aufrecht sicheren Stand sorgt. Bilder: Tsurumi

Das neue Tab-Ex 02 von Ecom, einer Marke der Pepperl+Fuchs GmbH, arbeitet mit dem Android 7.1 Nougat Betriebssystem. Es verfügt über einen Octa-CoreProzessor mit 1,6 Gigahertz sowie 3 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Mit dieser Ausstattung ermöglicht es beispielsweise Augmented-Rea lity-Anwendun gen. Hierbei werden Objekte einer Anlage identifiziert und durch vorhandene Daten, die in Echtzeit direkt in das Sichtfeld des Anwenders eingeblendet werden, ergänzt. Ebenso lassen sich Dokumente und Vorlagen, die aufgrund ihrer Darstellungsgröße mit einem Smartphone oder PDA nur schwer zu lesen sind, auf dem 8Zoll-Display des Tablets einfacher sowie schneller lesen und bearbeiten. Mit den verbesserten 8-MP-Rückund 5-MP-Frontkameras des TabEx 02 lassen sich auch Schäden während der Inspektion oder Instandhaltung erfassen. Zudem können damit Videokonferenzen durchgeführt werden: Der Mitarbeiter vor Ort streamt dabei Videos direkt aus dem Ex-Bereich und wird bei seinem Gang durch die Anlage gegebenenfalls aus der Ferne fachmännisch unterstützt. Experten oder verantwortliche Mitarbeiter in der Leitzentrale können, ohne wertvolle Zeit zu verlieren, eine Ferndiagnose in Echtzeit stellen und erforderliche Maßnahmen oder Reparaturen einleiten. Ohne dass ein Spezialist die Anlage oder Offshoreplattform persönlich besuchen muss, spart der Einsatz mobiler Hardware und Videotelefonie damit Zeit und Geld. Für die Kommunikation in Echtzeit und den mobilen Einsatz von Apps und Video sind diverse

Das Tab-Ex 02 wird ab Mai 2018 als ATEX/IECEx Zone 2 / Div. 2 zertifizierte Industrieausführung erhältlich sein. Eine Zertifizierung für ATEX/IECEx Zone 1 / Div. 1 ist für den Herbst angekündigt. Bild: Ecom

Funkverbindungen (4G LTE, WLAN) möglich. Über LTE Cat.6 (300 Mbps) können Techniker überall schnell und unproblematisch auf die benötigten Daten zugreifen, um anfallende Aufgaben effektiv und effizient zu lösen. Selbst in Anlagen, in denen nur WLAN oder gar keine Netzverbindung verfügbar ist, lässt sich das Tab-Ex 02 einsetzen. Zudem unterstützt das Tab‐Ex 02 die neuesten Bluetooth-Standards und ermöglicht die Kommunikation sowohl über Bluetooth Smart-Ready Low Energy 4.2 (BLE) Devices als auch mit Geräten älterer Bluetooth-Standards. www.ecom-ex.com


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Nur von außen sind sie alle (fast) gleich Ulrich Seeger von Argo-Hytos über Trends in der Hydraulikfiltration Will man sicherstellen, dass Hydrauliksysteme erwartungsgemäß funktionieren, spielt eine einwandfreie Filtration zweifellos eine wichtige Rolle. Hochleistungsfilter sorgen für die Sauberkeit der Hydraulikflüssigkeit während ihrer gesamten Lebensdauer. Zudem setzen Kunden angesichts stark variierender Applikationsanforderungen längere Filterwechselintervalle, eine höhere Zuverlässigkeit, gesteigerte Wirkungsgrade und eine erhöhte Kompatibilität mit der neuen Hydraulikölgeneration voraus. Mit welchen Technologien und Trends die Branche diesen Anforderungen der Anwender von Hydrauliksystemen gerecht werden möchte, beschreibt Ulrich Seeger, Leiter Produktmanagement bei Argo-Hytos. Auf den ersten Blick könnte man den Eindruck gewinnen, an Standardfilterelementen hätte sich über die Jahre nur wenig geändert. Doch auch wenn die heutigen Filter denen der vergangenen Filtergenerationen ähnlich sehen, so hat sich doch die Leistungskapazität sehr verändert. Die wesentlichen Parameter sind Schmutzaufnahmekapazität und Druckverlust. Im Jahr 2000 hatte ein typisches Argo-Hytos Filterelement mit der Feinheit 10 µm (c) eine spezifische Schmutzaufnahmekapazität von etwa 6 mg/cm2. Heute hat sich diese Kapazität um mehr als 130 Prozent auf etwa 14 mg/cm2 erhöht, gleichzeitig konnte der Druckverlust um etwa 50 Prozent reduziert werden. Es gibt mehrere Gründe für diese bemerkenswerten Verbesserungen: Zum einen hat die Forschung in der Werkstofftechnik zu besseren Filtermedien geführt. Das Erhöhen der Schmutzaufnahmekapazität von Glasfasermedien bei gleichem Druckabfall war ein wichtiger Faktor für die verbesserte Leistung. Das Porenvolumen ist ein Hauptparameter. Feinere Fasern gewährleisten das größtmögliche Porenvolumen und schaffen mehr Kapazität für eine höhere Schmutzaufnahme. Verbessertes Filtermaterial führte außerdem zu einem geringeren Druckabfall über die Fasern, was wiederum Filter mit zusätzlichen Schichten ermöglichte. In der Vergangenheit hatten Filter typischerweise eine einzige Glasfaserschicht, um Schmutzpartikel zu erfassen und zu halten. Heute sind die meisten Hochleistungsfilter doppellagig ausgestattet. Diese Lagen bestehen aus einer gröberen Vorfilterschicht, um die größeren Partikel zu erfassen, und einer Hauptschicht, um kleinere Teilchen einzufangen. Die Kombination aus Vor- und Feinfiltrationsschicht erhöht die gesamte Schmutzaufnahmekapazität und verbessert dabei die Ölreinheit. Der deutlich geringere Druckabfall ist neben besseren Filtermedien auf ein verbessertes Design des Stütz- und Schutzgewebes zurückzuführen. Glasfaserfiltermedien sind weich und brechen unter Druck. Drahtgeflechte, typischerweise aus Stahl oder rostfreiem Stahl, bieten strukturelle Integrität an den inneren und äußeren Oberflächen der Medien. Auch Änderungen in der Gewebestruktur waren von großer Bedeutung: In der Vergangenheit wurden die Drähte typischerweise in einem quadratischen Raster gewoben.

Hier bestand jedoch die Gefahr, dass sich bei diesem Muster die Drähte unter Druck zusammenzogen und die Filterelementfalte somit komplett verschlossen. Heute stellen festere Gewebekonstruktionen sicher, dass sich die Filterelementfalten nicht vollständig zusammenziehen können. Selbst unter Belastung behält das Element immer einen Minimalabstand in der Falte und gewährleistet damit eine effiziente Filtration mit geringem Druckabfall. Die optimierte Filtermaterialstruktur des Argo-Hytos Exapor Max 2 Elementes reduziert beispielsweise den Druckverlust in den Filterelementfalten um bis zu 50 Prozent und bis zu 40 Prozent im Filterelement. Umgekehrt können die Filterelemente bei konstantem Druckverlust eine um bis zu 65 Prozent höhere Durchflussrate erreichen. Der Kunde profitiert durch eine verbesserte Schmutzaufnahmekapazität und durch die erhöhte Leistung. Filter der gleichen Größe verfügen jetzt über längere Filterwechselintervalle, eine verbesserte Ölreinheit und einen höheren Nennvolumenstrom. Bei gleichbleibenden Filterwechselintervallen können Kunden kleinere und kostengün-

stigere Filter verwenden. Das schont die Umwelt und die Ressourcen. Während namhafte Filterhersteller zweifellos erhebliche Produktverbesserungen vorgenommen haben, bedeutet dies nicht, dass die besseren Produkte unbedingt in die Hände der Anwender gelangen. Die Verbreitung von Nachbildungen oder „Abklatsch”Filtern wird immer mehr zum besorgniserregenden Trend in der Branche.

Vorsicht vor billigen Filternachbauten Lieferanten von Nachbauprodukten verweisen auf namhafte Hersteller und behaupten, ihre Produkte seien originalgetreue Ersatzelemente bei gleicher Leistung. In Wirklichkeit sind sie meist nach Substandarddesign gebaut, verfügen über minderwertige Filtermedien und haben oft nur eine schlechte Qualitätskontrolle durchlaufen. Viele Anwender kaufen solche Ersatzfilter aufgrund von Kosten, Passform und Funktion und machen sich über die Auswirkungen auf ihre Geräte weder Gedanken noch Sorgen. Dabei

Ulrich Seeger, Leiter Produktmanagement bei Argo-Hytos, rät von Nachbauprodukten ab. Sie seien meist nach Substandarddesign gebaut, würden über minderwertige Filtermedien verfügen und oft nur eine schlechte Qualitätskontrolle durchlaufen. Sie könnten weder in Bezug auf die Abscheideleistung noch auf die Durchflussermüdungsfestigkeit, die Schmutzaufnahmekapazität oder die Differenzdruckstabilität den Originalen das Wasser reichen. Aufschluss darüber gibt allerdings nur die Prüfung in einem Labor.

sind viele Filterelemente, auch wenn sie ähnlich erscheinen, komplexe hydraulische Komponenten. Neben Parametern wie Schmutzaufnahmekapazität, Filterfeinheit und Druckverlust sollten die Anwender weitere entscheidende Betriebseigenschaften berücksichtigen: So ist die Abscheideleistung eines Filterelementes, gekennzeichnet durch die Filterfeinheit, über die gesamte Einsatzdauer maßgeblich für die Ölreinheit in einem System. Die Durchflussermüdungsfestigkeit des Filtermaterials gewährleistet die Ölreinheit auch bei wechselnder Durchflussbelastung. Eine hohe Schmutzaufnahmekapazität sorgt für lange Filterwechselintervalle, vorausgesetzt, die Filtereinheit besitzt die erforderliche Durchflussermüdungsfestigkeit und ist mit dem Hydraulikfluid kompatibel. Eine exzellente Differenzdruckstabilität gewährleistet, dass bei häufigen Kaltstarts, die das

Material aufgrund der niedrigen Viskosität des Hydrauliköles stark belasten, die Filterelemente intakt und funktionsfähig bleiben. Die Filtrationsleistung der Nachbauelemente hält zumeist in keinem dieser Punkte dem Vergleich mit Originalfilterelementen stand. Um Original- und Nachbauprodukte miteinander vergleichen zu können, müsste man sie allerdings auf einem Laborprüfstand unter Standardbedingungen testen. Anwender machen deshalb oft die schmerzliche Erfahrung, dass Nachbaufilter nur einen Bruchteil der Lebensdauer der ursprünglichen Elemente haben. Dies bedeutet häufigere Wechsel, ein größeres Risiko von Geräteschäden und höhere Gesamtkosten für den Anwender. Um dieses Problem zu lösen, bewegt sich der derzeitige Trend weg von Standardfiltern hin zu kundenspezifisch angepassten Filtern. Weiter auf Seite 44


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Fortsetzung von Seite 43 Hierbei wird durch clevere Funktionsintegration in die Filter oder durch Systemintegration der Filter z.B. in Hydraulikbehälter eine Eintrittsbarriere geschaffen, die den Nachbau aufgrund des sehr hohen technischen Aufwandes erschwert oder aufgrund von Schutzrechten verhindert. Damit wird sichergestellt, dass immer Originalersatzfilterelemente verwendet werden und die erforderliche Ölreinheit über

die gesamte Einsatzdauer erzielt wird. Dies ermöglicht es, Garantien zu erweitern und eine überlegene Leistungsfähigkeit der Geräte zu gewährleisten.

Fachingenieure beraten und helfen Seit einigen Jahren geht der Trend hin zur Verwendung von umweltfreundlichen Flüssigkeiten in Hydrauliksystemen wie

Auch wenn Filter sich auf den ersten Blick von den Modellen, die vor einigen Jahren angeboten wurden, kaum verändert haben, gibt es doch enorme Entwicklungsschübe. Moderne Filter bieten oftmals mehr als die doppelte Schmutzaufnahmekapazität und das bei einem geringeren Druckverlust.

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z.B. höher raffinierten Grundöle wegen ihrer verbesserten technischen Eigenschaften wie etwa Alterungsbeständigkeit. Allerdings weisen diese Öle eine geringere Leitfähigkeit auf. Neuere Additivpakete beeinflussen die Leitfähigkeit zudem erheblich. In der Vergangenheit enthielten konventionelle Hydrauliköle oft Zinkdithiophosphat (ZDDP), was vor Verschleiß und Korrosion schützte und als Antioxidans wirkte. Da dieser Bestandteil nun als schädlich eingestuft wurde, haben die Anwender zu zinkfreien Ölen gewechselt. Die Verringerung der Menge an metallorganischen Zusätzen wie ZDDP senkt die Leitfähigkeit des Öls. Deshalb reduziert die Beseitigung dieses Additivs, wie z.B. in umweltfreundlichem Öl, die Leitfähigkeit und erhöht die Gefahr einer elektrostatischen Aufladung. Wenn ein nicht oder nur wenig leitendes Hydrauliköl durch ein System fließt, kann an den Schnittstellen zwischen Öl und nicht leitenden Oberflächen wie Filtervlies und Schläuchen eine elektrostatische Aufladung entstehen. Diese Aufladung wird durch die schnelle Trennung zweier nicht leitfähiger Oberflächen erzeugt. Filterelemente haben eine große nicht leitfähige Oberfläche und der Ladungsaufbau verstärkt sich mit zunehmender Strömungsgeschwindigkeit des Öls. Sobald die Ladungsmenge groß genug ist, kommt es zu Entladungen in Form von Funken oder Blitzen. Herkömmliches Filtermaterial könnte durch Entladungsblitze und damit verbundene hohe Temperaturen selektiv zerstört werden. Es entstehen Löcher, durch die Schmutzpartikel ungefiltert passieren können. Dies führt zu erhöhtem Verschleiß von Hydraulikkomponenten und später zu Funktionsstörungen und zum Ausfall der Maschine. Die hohen Temperaturen der Entladungsblitze tragen aber auch zu einer beschleunigten Ölalterung bei, also zu einer Verschlechterung der Öleigenschaften und zur Verkürzung der Ölstandzeiten. Ölalterungsbedingte Nebenprodukte reduzieren die Standzeiten der Filterelemente. Auch benachbarte elektronische Bauteile können aufgrund von elektrischen Entladungen beschädigt werden. Zur Vermeidung solcher Probleme muss ein Ladungsausgleich stattfinden. Hierzu wurde ein spezieller Filterelementaufbau entwickelt, der für Ladungsausgleich sorgt und zerstörerische Entladungsblitze verhindert. Glasfasern in einem Filterelement sind selbst nicht leitfähig, aber, wie bereits erwähnt, sind die inneren stützenden Maschen und das äußere Schutzgitter aus Metall. Argo-Hytos Exapor Spark Protect Filterelemente verbinden die beiden Maschengewebe mit einem gefalteten Metallfilm. So-

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Feinere Fasern sorgen heute für eine höhere Schmutzaufnahme. Bilder: Agro-Hytos

mit kann eine elektrostatische Ladung den Leiter passieren, ohne dass sich eine plötzliche, heftige Entladung durch das Material aufbaut. Die Filter vermeiden also vollständig zerstörerische Entladungsblitze. Die Filterelemente sind kompatibel zu den Standardfilterelementen wie Exapor Max 2 und erfordern somit keine Umbau- oder Zusatzmaßnahmen am Hydrauliksystem. Anders als bei einem nachträglich ergänzten elektrostatischen Entladungsschutz bleiben alle übrigen Filtereigenschaften unverändert. Exapor Spark Protect Filterelemente sollten angewendet werden, wenn die elektrische Leitfähigkeit des Hydrauliköls in einem System >500 pS/m beträgt.

Systemlösungen: Gefragt wie nie Ein weiterer anhaltender Trend ist, dass Hydraulikfiltrationshersteller nicht mehr nur einzelne Komponenten liefern, sondern sich zu Lieferanten von kompletten Systemlösungen entwickeln. Die Kunden von heute wollen schließlich mehr als ein Filtergehäuse, sie wollen alles rund um den Filter, von der Montage und Fluidverbindungen bis zu Druckschaltern und Temperatursensoren. Mit zunehmender Bedeutung des Supply-Chain-Managements bei den OEMs gibt es eine immer deutlichere Nachfrage nach komplexeren integrierten Lösungen von immer weniger Hauptlieferanten. Dazu gehört die Funktions- und Systemintegration mit besonderem Fokus auf die Reduzierung der Schnittstellen sowie auf die Herstellung von vormontierten und getesteten Funktionseinheiten. Ein Beispiel: Argo-Hytos hat, angepasst an die Bauraumsituation des Kunden, einen kundenspezifischen Saugfilter geliefert, dar ein Druckhalteventil für den Schmierkreislauf, einen Druckschalter, einen Temperatursensor und ein modulares, patentiertes Anschlusssystem beinhaltete. Damit konnten Installationszeit, Aufwand und Kosten deutlich reduziert werden.

Das Industrial Internet of Things (IIoT) und die Industrie 4.0 sind momentan kein wesentlicher Hauptantrieb für die Filtrationstechnologie. Aber das Potenzial, Fabrikanlagen wie z.B. Filter digital mit der Cloud zu vernetzen, bietet vielfältige Möglichkeiten.

Industrie 4.0: (Noch) kein Treiber Beispiel: das Datensignal eines Filters. Heute kann eine Ein-/AusAnzeige in einem Traktor feststellen, ob das Filterelement normal funktioniert oder ob es verschmutzt ist. Eine „intelligente” Anzeige könnte jedoch mit der elektronischen Steuerung einer Maschine verbunden sein, um Parameter wie Temperatur, Durchfluss und Motorendrehzahl zu überwachen und möglicherweise das Filterverhalten wie z.B. beim Kaltstart zu verfolgen. Mit einem einfachen Algorithmus könnte der Anwender so Informationen darüber gewinnen, ob das System innerhalb der vorgegebenen Grenzen arbeitet oder ob der Betrieb außerhalb der Norm läuft, z.B. ob der Volumenstrom niedriger oder höher ist als erwartet. Durch diese Signale können Anwender komplexere Informationen erwerben und flexible Servicekonzepte wie vorbeugende Instandhaltung in Angriff nehmen. Ähnlich der Technik einiger neuer Autos können Sensoren Betriebsstunden, Motordrehzahl, Öltemperaturbereich, Anzahl der Kaltstarts usw. überwachen und diese Daten verwenden, um Service-Life-Software-Modelle zu entwickeln. Letztendlich bekommt der Anwender eine Wartungsmeldung für den Öl- oder Filterwechsel nur dann, wenn sie tatsächlich erforderlich ist, anstatt die Filter unabhängig vom Arbeitszyklus in regelmäßigen Abständen zu wechseln. Diese Technologie wird auf Filtrationssysteme der Zukunft angepasst werden. Der Trend zur Verbesserung der Zuverlässigkeit wird sich fortsetzen und durch den Bedarf an Informationen und ausgefeilten Überwachungs- und Steuerungsalgorithmen noch gestützt werden. Sogar Maschinen an entfernten Standorten werden vor bevorstehendem Maschinenschaden gewarnt, um ungeplante Ausfallzeiten zu verhindern und Betriebskosten zu senken. Ulrich Seeger, Leiter Produktmanagement bei Argo-Hytos GmbH, www.argo-hytos.com


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Sie gleichen sich wirklich nur äuĂ&#x;erlich Adrian Menzies von Revolvo erläutert die Unterschiede von geteilten Rollenlager Geteilte Rollenlager sind schon seit vielen Jahren auf dem Markt und äuĂ&#x;erlich haben sie sich in dieser Zeit auch kaum verändert. Das heiĂ&#x;t aber nicht, dass sie alle gleich aufgebaut sind. Neue Konstruktionstechniken einerseits und veränderte Werkstoffe andererseits fĂźhren nämlich dazu, dass einige Lager eine längere Lebensdauer haben als andere. Seit ihrer ErďŹ ndung werden geteilte Rollenlager Ăźberall in der Industrie eingesetzt, um die Kosten fĂźr Einbau, Routinewartungen und Austausch zu senken. Aufgrund ihrer einzigartigen, bis zur Welle geteilten Bauweise kĂśnnen sie nämlich sehr leicht eingebaut, gewartet und ausgetauscht werden und zwar ohne die Welle vom Antrieb zu heben oder zu entfernen. Dank dieses verbesserten Zugangs lassen sich durch Wartungen verursachte Ausfallzeiten um bis zu 90 Prozent reduzieren. In der Folge spielen diese Lager ihre Anschaffungskosten im Laufe ihrer Einsatzzeit um ein Vielfaches wieder ein. Wie bei allen mechanischen Komponenten gibt es auch in diesem Produktbereich optimierte Baufor-

men, LÜsungen und geteilte Rollenlager, die einige Besonderheiten und Innovationen aufweisen. Diese Lager bieten bessere Leistungen, aber nicht alle auf dem Markt erhältliche Produkte verfßgen eben ßber diese Merkmale. Es lohnt sich also, genau zu differenzieren.

Präzisionsgefräste Messingkäfige Laut neuesten Studien punkten beispielsweise MessingkĂ¤ďŹ ge mit präzisionsgefrästen Taschen bei Rollenlagern dieses Typs in Sachen Zuverlässigkeit und Ăźbertreffen dabei Pressstahl- sowie Aluminium- und Polyamidmaterialien.

Messing besitzt nämlich eine hohe SteiďŹ gkeit und Festigkeit sowie Widerstandsfähigkeit gegen StoĂ&#x;belastungen. AuĂ&#x;erdem kann dieser Werkstoff bei hohen Temperaturen eingesetzt werden. Er absorbiert zudem Schmierstoff und hat sich auch bei Mangelschmierung bewährt. Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen, die ohne Vorwarnung ausfallen, versagt Messing nur allmählich. Daher lässt sich sein Zustand gut Ăźberwachen und man kann durch vorbeugende MaĂ&#x;nahmen den plĂśtzlichen Ausfall vermeiden. Durch komplett maschinell bearbeitete MessingkĂ¤ďŹ ge lassen sich die WälzkĂśrper präzise fĂźhren, was in einer verbesserten Lagerzuverlässigkeit resultiert. Im Vergleich zu seinen Pendants aus Pressstahl, Aluminiumguss oder Polyamid-Formteilen verhindert der MessingkĂ¤ďŹ g mit CNC-gefrästen Taschen das Verkanten der Rollen, das zu Kantenbelastungen auf der Laufbahn und damit zu einer verkĂźrzten Lagerlebensdauer fĂźhrt. Verkanten ist ein wesentlicher Grund fĂźr das vorzeitige Versagen bei Wälzlagern jeglicher GrĂśĂ&#x;e; daher verbessert der Einsatz fertig bearbeiteter MessingkĂ¤ďŹ ge die Gesamtzuverlässigkeit deutlich und erhĂśht so das Kosteneinsparungspotenzial, das geteilte Rollenlager bieten.

Zum Einsatz kommen geteilte Wälzlager-Gehäuseeinheiten beispielsweise im Bergbau und in der Energieerzeugung, in der Getränke- und Lebensmittelherstellung, der Papier-, Stahl-, Zement- und Schiffsindustrie sowie bei der Abwasseraufbereitung. Die Timken Revolvo Quick-FitSerie punktet dabei durch das gewinkelte Design der Zylinderrollenlager-Gehäuseeinheit. Die Montagezeiten reduzieren sich laut Hersteller um bis zu 90 Prozent, da das zeitaufwendige Anheben der Welle oder der Ausbau des Antriebs entfallen. Bilder: Revolvo

häuďŹ g heraus und kann leicht verloren gehen, was ebenso schnell zu einem Produktionsstopp fĂźhren kann wie ein Lagerausfall und den Vorteil dieses Bautyps erheblich schmälert. Deshalb hat Revolvo eine Konstruktion mit integrierter KĂ¤ďŹ gklammer entwickelt. Sie ist durch Spiralspannstifte fest mit einer Hälfte des KĂ¤ďŹ gs verbunden und kann bei der Montage ohne Verlustrisiko leicht an die andere Hälfte geklammert und beim Ausbau mit einem Schlitzschraubendreher entfernt werden. Diese Konstruktion beschleunigt auĂ&#x;erdem den Einbauvorgang, weil sie dem Techniker faktisch eine „freie Handâ€? lässt.

Lagerträger- und Sockelkonstruktion

Integriert angebrachte Käfigklammern

Die Vorteile der geringeren Einbau- und Wartungskosten des geteilten Rollenlagers kommen allerdings nur dann wirklich zum Tragen, wenn das Lager im industriellen Einsatz im Vergleich zu Ăźblichen Rollenlagern ein ähnliches (oder besseres) LeistungsproďŹ l bezĂźglich seiner Zuverlässigkeit bietet. Die Konstruktion des Gehäuses und des Lagersockels muss mechanische Beanspruchungen, die bei der Anwendung darauf einwirken, ebenso aushalten wie zusätzliche Umgebungsbelastungen, z.B. durch korrosive Stoffe, Eintauchen in Wasser oder extreme Temperaturen.

Der Zweck des geteilten Rollenlagers ist es, die Lagerinstallation und -wartung zu vereinfachen und so die mit langfristigen Ausfällen verbundenen Kosten zu reduzieren.

Der Zweck des geteilten Rollenlagers ist es, die Lagerinstallation und -wartung zu vereinfachen und so die mit langfristigen Ausfällen verbundenen Kosten zu reduzieren. MĂśglich ist das nur, wenn diese Lager leicht und problemlos montiert werden kĂśnnen. Einige Typen verfĂźgen Ăźber eine separate KĂ¤ďŹ gklammer, die die beiden KĂ¤ďŹ ghälften zusammenhält. Diese Klammer fällt beim Einbau und bei Inspektionen

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Die Entwicklung eines Lagersockels aus robustem Gusseisen (z.B. HT250-Qualität entsprechend BSEN1561, 1997) maximiert die Haltbarkeit. Darßber hinaus hat Revolvo die Konstruktion des Lagerträgerdeckels durch den Einbau von Versteifungsrippen zusätzlich optimiert.

Austauschbare Stehlagergehäuse Ungeachtet der unbestreitbaren Vorteile, die geteilte Rollenlager fĂźr industrielle Anwendungen haben, zĂśgern viele Betriebsleiter, sie anstelle von Standardrollenlagern einzusetzen, falls damit kostspielige UmbaumaĂ&#x;nahmen einhergehen. Ein typisches Problem beim Austausch von Standardrollenlagern

Die Konstruktion des Gehäuses und des Lagersockels eines Rollenlagers muss mechanische Beanspruchungen, die bei der Anwendung darauf einwirken, ebenso aushalten wie zusätzliche Umgebungsbelastungen.

gegen geteilte Lagereinheiten besteht darin, dass die Mittellinie vom Boden des Lagerträgers zur Welle bei einem geteilten Lager normalerweise hĂśher liegt, sodass die Anlage vor dem Austausch erst entsprechend modiďŹ ziert werden muss. Geteilte Rollenlager von Revolvo wurden dagegen bereits im Hinblick auf ihre einfache Austauschbarkeit mit Standardlagern im SNund SD-kompatiblen Bereich entwickelt. So ist ein direkter Ersatz mĂśglich, der nicht mit zusätzlichen Umbaukosten verbunden ist. Timken hatte das Revolvo Sortiment geteilter Wälzlager-Gehäuseeinheiten nach der Akquisition der Revolvo Ltd. im November 2014 Ăźbernommen. Adrian Menzies, Sales and Marketing Director bei Revolvo Ltd./The Timken Company, www.revolvo.com


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So praktisch wie eine kleine, mobile Werkstatt Neuer Schnellspanner-Systainer für den mobilen Einsatz Die Schnellspanner von Bessey ermöglichen nach Herstelleraussagen ein bis zu fünf Mal schnelleres Spannen als herkömmliche Modelle. Nun gibt es diese Schnellspanner im Set mit passenden Adaptern für Multifunktionstische und Tischzwingen in einem Systainer mit spezieller Holzeinlage - konzipiert für mobil tätige Handwerker wie z.B. Montagetechniker und Instandhalter. Der neue Schnellspanner-Systainer STC-S-MFT von Bessey verfügt über eine im Deckel integrierte Holzeinlage mit 20-mmLochbohrung. Damit fungiert der stapelbare Aufbewahrungs- und Transportkoffer im Fall des Falles auch als kleiner mobiler Arbeitstisch. Zum Inhalt des Systeiners gehören vier Waagrechtspanner des Typs STC-HH50, zwei Schubstangenspanner des Typs STC-IHH25 sowie sechs Schnellspanner-Adapter. Enthalten sind auch zwei Ganzstahl-Tischzwingen. Sie lassen sich direkt in die Lochung des Deckels einsetzen,

während die beiden Schnellspannermodelle jeweils in Verbindung mit dem Adapter verwendet werden. Alle Spannmittel können auch auf Multifunktionstischen mit 20 mm Lochdurchmesser und mindestens 19 mm bis maximal 25 mm Plattenstärke zum Einsatz kommen. Sowohl Festool MFT als auch Sortimo Workmo erfüllen diese Voraussetzungen. Clever: Bei den Schnellspannern von Bessey lässt sich die Spannkraft auf bis zu 2.500 N über eine Stellschraube im Gelenk individuell auf das Werkstück abstimmen. In Verbindung mit einer

Möglich ist der Zeitgewinn um den Faktor fünf durch eine stufenlos variable Spannweite, die beim Waagrechtspanner bis 35 mm und beim Schubstangenspanner bis 13 mm beträgt. Bild: Bessey

beweglichen Druckplatte mit abnehmbarer Schutzkappe lassen sich so auch empfindliche Materialien wie furnierte oder lackierte Oberflächen schonend spannen. www.bessey.de

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Hitzebeständige Bügelgriffe trotzen Temperaturen bis 250 Grad Celsius Die neuen Bügelgriffe von Kipp halten laut Herstellerangaben eine Dauertemperaturbelastung von 150 Grad Celsius aus. Selbst kurzzeitigen Höchsttemperaturen von bis zu 250 Grad Celsius sollen sie standhalten. Möglich macht diese hohe Temperaturbeständigkeit der Einsatz des glasfaserverstärkten Verbundstoffs Thermoplast PPA. Dieser ist im Gegensatz zu herkömmlichen Kunststoffen besonders formstabil. Befestigt werden die schwarzen Bügelgriffe, die ab Lager in verschiedenen Längen erhältlich sind, von der Bedienseite aus mit Zylinderschrauben oder Sechskantmuttern. Im Vergleich zu Bügelgriffen aus Aluminium punktet die Kunststoffausführung laut Hersteller mit geringerem Gewicht und Kosteneffizienz. Neben den Bügelgriffen für Hochtemperaturen bietet Kipp seit

Normelemente. Ganter.

Die neuen Bügelgriffe sind insbesondere auch in Bereichen mit hohen Umgebungstemperaturen einsetzbar, z.B. in der Medizintechnik oder im Gerätebau. Bild: Kipp

Kurzem auch Bügelgriffe aus OvalAluminium sowie Ballengriffe aus Edelstahl an. Neu ist zudem der 467-seitige, downloadbare Katalog des Herstellers mit dem Titel „Spanntechnik“: Er enthält über 2.800 Komponenten für die Werkstückspannung und ist in 19 Produktgruppen, die aus Gründen der Übersichtlichkeit in vier Bereiche aufgeteilt sind, gegliedert. www.kipp.com

Ganter bietet mit seinem weltweit einzigartigen Sortiment an Normelementen alles aus einer Hand. 

Schutzelemente jetzt auch in Leuchtfarben Pöppelmann Kapsto bietet seine Kunststoffschutzelemente jetzt auch in drei Leuchtfarben an: in Leuchtgelb (ähnlich RAL 1026), Leuchtorange (ähnlich RAL 2007) und Leuchtrot (ähnlich RAL 3024). Diese Kunststoffschutzelemente zeichnen sich durch einen hohen Farbwirkungskontrast aus und erzeugen somit eine noch bessere Signalwirkung. Neben den diversen Signalfarben umfasst das Portfolio diverse weitere Farbgebungen.

 

Allen gemein ist laut Hersteller die hohe Lichtechtheit und Witterungsbeständigkeit. Außerdem sind die Schutzelemente in unterschiedlichen Sondermaterialien erhältlich. Je nach Material weisen sie eine hohe chemische und thermische Beständigkeit auf, beispielsweise gegenüber schwachen Säuren und Laugen, Alkohol, Mineralölen und Kraftstoffen, Fetten oder auch heißem Wasser. www.poeppelmann.com

 

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MESSEN & EVENTS

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Achema: 11. bis 15. Juni 2018 Hannover zeigt nächste Stufe von Industrie 4.0 Die Internationale Leitmesse der Prozessindustrie

Leitthema der Hannover Messe 2018: Integrated Industry - Connect & Collaborate

Die Achema versteht sich als Weltforum der chemischen Technik und der Prozessindustrie. In Zahlen ausgedrückt: Mehr als 166.000 Teilnehmer aus 100 Ländern und rund 3.800 Aussteller aus 56 Ländern waren auf der letzten Messe, die 2015 auch in Frankfurt am Main stattfand. 2018 werden ähnlich viel erwartet.

„Das Zusammenspiel von Automatisierungstechnik, Plattformen und maschinellem Lernen hebt Industrie 4.0 auf die nächste Stufe“, ist Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG, überzeugt. Auf der Messe erleben die Besucher, „wie die Vernetzung in der Industrie ganz neue Formen des Wirtschaftens, des Arbeitens und der Kollaboration schafft. Das Ergebnis: mehr Produktivität, zukunftsfähige Arbeitsplätze und neue Geschäftsmodelle.“

Wie sieht die Prozessindustrie im Jahr 2025 aus? Eine spannende Frage. Experten sehen sie flexibler, integrierter und biologischer. Kein Wunder, dass die Achema im Juni dies widerspiegelt und die Trends „Flexible Produktion“, „Chemie- und Pharmalogistik“ und „Biotech for Chemistry“ ins Rampenlicht der Messe rückt. Durch die Digitalisierung wird erst eine Flexibilisierung möglich. „Die Chemieproduktion der Zukunft muss flexibler reagieren - auf unterschiedliche Rohstoffe, auf eine fluktuierende Energieversorgung und vor allem auf Kundenwünsche nach individuelleren Produkten“, so Dr. Andreas Förster, Themensprecher Chemie der Dechema. Eng verknüpft mit der flexiblen Produktion ist die Chemie- und Pharmalogistik. Früher wurde dieser Prozess außerhalb der Werkstore gedacht. In Zeiten der integrierten Supply Chain ist er allerdings zu einem wesentlichen Faktor der Produktion geworden und das zeigt sich auf der diesjährigen Messe.

Digitalisierung und Vernetzung das bedeutet auch, sich zu öffnen und sich auf digitale Infrastrukturen zu verlassen. Deshalb spielt auf der Hannover Messe (23. bis 27. April) das Thema IT-Sicherheit eine zentrale Rolle und bekommt mit Industrial Security in Halle 6 einen eigenen Ausstellungsbereich. Dieser Bereich umfasst Individualaussteller, einen Gemeinschaftsstand und das Forum Industrial Security. Er soll als zentrale Anlaufstelle für Anwender und Produktentwickler aus dem Maschinenund Anlagenbau sowie der industriellen Automation dienen. „Ohne den Schutz von Daten und Know-how in den unternehmensübergreifenden Produktions- und Kommunikationsprozessen ist Industrie 4.0 nicht möglich“, weiß Arno Reich, Global Director IAMD und Digital Factory im Team der Hannover Messe. Er ergänzt: „Der zuverlässige Betrieb von digital vernetzten Produktionsanlagen und Dienstleistungen ist eine der zentralen Herausforderungen der Industrie. Im Ausstellungsbereich

Bild: Dechema/Helmut Stettin

Das dritte Fokusthema „Biotech for Chemistry“ beleuchtet die Integration von chemischen und biotechnologischen Verfahren. Die strikte Trennung hat ausgedient; pragmatisch wird jeweils die Methode gewählt, die die besten Ergebnisse verspricht. www.achema.de

Bild: B&I

Industrial Security zeigen die Spezialisten alles, was vor Cyberangriffen und Betriebsausfällen schützt - von Security by Design über die Authentifizierung und Verschlüsselung bis hin zu Kopierschutz und Zutrittskontrolle.“ Nicht verpassen sollten Instandhalter die Lösungen für die zustandsbasierte Wartung (Predictive Maintenance), die im Bereich der Integrated Automation Motion & Drives (IAMD) in den Hallen 22 und 23 gezeigt werden.

Bosch Rexroth präsentiert dort z.B. sein „Online Diagnostics Network“ (ODiN). Es sammelt Daten im Feld und ermittelt kontinuierlich den Zustand der Gesamtanlage sowie von einzelnen systemkritischen Komponenten. Auf der IAMD stellen Anbieter auch PredictiveMaintenance-Lösungen für die Hydraulik - hier liefert der Zustand der Hydraulikflüssigkeit Aufschluss über das Gesamtsystem und die Pneumatik vor. www.hannovermesse.de

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