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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

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Juni 2019

23.–24.10.2019 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand

Schwan Cosmetics setzt bei der Wartung und Instandhaltung auf Augmented Reality. Weniger Stillstand, weniger Reiseaufwand und mehr Anwendungsfälle versprechen sich die Verantwortlichen davon.

Assisted Reality in der Wartung Schwan Cosmetics, Weltmarktführer für die Herstellung von Kosmetikstiften, hat die Wartung seiner Produktionsanlagen digitalisiert und setzt hierfür auf Assisted Reality (AR). Die Assistenzlösung arbeitet auf Grundlage der Augmented Reality mithilfe einer VR-Brille. Mit dieser individuellen Lösung können nun beispielsweise die Bediener der komplexen Maschinen in den internationalen Standorten remote vom Firmensitz im fränkischen Heroldsberg angewiesen und unterstützt werden - kurz gefasst: „Ich sehe was, was du auch siehst ...” Schwan Cosmetics ist Weltmarktführer in der Entwicklung und Fertigung von Kosmetikstiften und produziert dabei für nahezu alle bekannten Marken. Über 3.200 Mitarbeiter in elf Produktionsstätten sind für das Unternehmen tätig, das mit zehn Tochtergesellschaften in acht Ländern vertreten ist. Der Hauptsitz liegt in Heroldsberg bei

Inzwischen wurden bereits erste erfolgreiche Remote Sessions mit der Schwan Cosmetics Tochtergesellschaft in Tennessee (USA) durchgeführt. Bilder: Schwan Cosmetics

Nürnberg. Der Private-Label-Produzent ist eine hundertprozentige Tochterfirma von Schwan-Stabilo, einem Unternehmen, das den meisten ein Begriff ist, wenn es um Textmarker, Fineliner, Blei- oder Buntstifte geht. Seit 2017 verfügt das Kosmetikunternehmen mit dem Digital Studio über eine eigene Abteilung, um die digitale Transformation voranzutreiben. Im Rahmen dessen wurde eine neue Assisted-Reality-Wartungslösung geschaffen. Eine derartige Lösung ist deshalb sinnvoll und wichtig, weil das Unternehmen die für die Produktion der Kosmetikprodukte benötigten komplexen Maschinen am Stammsitz selber herstellt und diese dann an den unterschiedlichen Standorten auf der ganzen Welt betreibt. Dabei sind diese Produktionsmaschinen je nach Marke und Produkt individuell auf die Vorgaben der Kunden abgestimmt. Diese Individualität ist aber nicht nur ein Vorteil, sondern erschwert beispielsweise die Wartung und Instandhaltung. Wenn es

z.B. aufgrund eines Maschinendefekts, der Umstellung auf ein anderes Kosmetikprodukt oder bei einer routinemäßigen Wartung zu einem Servicefall kam, bedeutete dies bisher, dass ein Servicemitarbeiter aus dem Stammsitz in Heroldsberg dem Maschinenbediener beziehungsweise dem -instandhalter vor Ort unter die Arme greifen musste und zwar zumeist via Telefon und/oder einer E-Mail-Fotodokumentation. Zu erklären, welche einzelnen Schritte in welcher Reihenfolge durchzuführen waren, erwies sich nicht nur als umständlich und langwierig, in einigen Fällen klappte es gar nicht. Im schlimmsten Fall musste dann ein Servicemitarbeiter aus der Zentrale weite Strecken zurücklegen, um den Störfall vor Ort zu beheben, was mit längeren und teuren Stillstandzeiten der Produktionsmaschinen einherging. Bei acht Niederlassungen weltweit war dies wenig effizient, vor allem, da die Reparaturen vor Ort nicht selten nur wenige Stunden in Anspruch nahmen. Weiter auf Seite 11

be in motion

TOP NEWS Sonderteil zur Servparc Hotspot für Facility Management und Industrieservice Seite M1 Mit KI die Instandhaltung optimieren Technologie zur automatisierten Datenanalyse Seite 18 Weitblick für Instandhalter Konfigurierbare Datenbrille für den industriellen Einsatz Seite 21 Neufassung der TRBS 2121-2 Steigtechnikhersteller erklärt, was sich jüngst beim beruflichen Einsatz von Leitern geändert hat Seite 32

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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entfernen lassen.

Zulieferteile

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Mehr Informationen unter: bit.ly/irofenanfrage1

Messen & Events

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Impressum

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Materialschonend Kunststoffe, Beschichtungen,

Thermische Reinigung

Roboter „Jetty“ punkten bei der Reinigung und Instandhaltung von Kanälen und Rohrleitungen. Seite 29

Gummi, Farbe, Öle, Fette von Motoren, Maschinenkomponenten und Produktionswerkzeugen

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NACHRICHTEN

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Alexa, Siri und Co. Vor einiger Zeit ist sie bei uns eingezogen. Die Rede ist von Alexa, dem smarten Lautsprechersystem von Amazon, mit dem man z.B. Musik hören, Termine und Einkaufslisten verwalten und die Beleuchtung steuern kann - ganz smart, intuitiv, einfach per Spracheingabe. Alexa hört aufs Wort. Genau das ist aber das Problem, denn sie hört offensichtlich viel mehr, als sie sollte, und meldet sich

auch immer wieder zu Wort, wenn sie gar nicht angesprochen wurde. Spooky. Dass Amazon über Alexa mehr hört als vermutet, ist spätestens seit dem Zeitpunkt klar, als bekannt wurde, dass Amazon-Mitarbeiter Mitschnitte analysieren. Da bin ich froh, dass Siri nur einen begrenzten Zugriff hat und unsere Wohnung alles andere als „smart” ist. Wir sperren mit einem Schlüssel und nicht mit dem Handy auf, die Heizung stellen wir altmodisch

über den Thermostat ein und Fenster öffnen wir von Hand. Dass smarte Geräte und smarte Gebäude durchaus ein Risiko sind, darauf verweisen Experten, denn die Sicherheit hänge von jedem einzelnen internetfähigen Gerät ab, das mit dem smarten Gebäude und damit dem IT-System verbunden ist: Lichtsystem, Heizung oder Kühlschränke - sie alle können zu einem Risiko werden. „Wer sich also entschließt, das Bürogebäude

Bereits heute ist jede vierte Maschine smart Studie: Industrie 4.0 schon weit verbreitet - KI auf dem Vormarsch Im Rahmen einer repräsentativen Befragung in der deutschen Industrie wurden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 555 Industrieunternehmen mit jeweils einer Größe ab 100 Mitarbeitern befragt. Demnach nutzen zwölf Prozent der deutschen Industrieunternehmen heute bereits Künstliche Intelligenz (KI) im Kontext von Industrie 4.0 - so ein erstaunliches Ergebnis dieser Befragung. „Künstliche Intelligenz erobert die Fabriken im Eiltempo und ist die Basis für kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung. KI hat das Potenzial, die Industrie zu revolutionieren“, ist Bitkom-Präsident Achim Berg überzeugt. Denn dank maschinellem Lernen lassen sich Daten unterschiedlicher Quellen miteinander verknüpfen, Fehler vorhersehen und Probleme beheben. Die Vernetzung kommt in den deutschen Fabriken voran, denn mittlerweile nutzt mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) bereits spezielle Anwendungen für Industrie 4.0. Ein weiteres Fünftel (21 Prozent) plant diese, so weitere Ergebnisse der Befragung. Außerdem hat sich der Anteil der Unternehmen, die angeben, dass Industrie 4.0 aktuell kein Thema ist und auch in Zukunft nicht sein wird, binnen eines Jahres um zwei Drittel auf drei Prozent reduziert.

Digitaler Sturm Wie weit die Entwicklung schon ist, untermauern auch folgende Zahlen: So ist im Durchschnitt heute bereits jede vierte Maschine (25 Prozent) in der deutschen Fertigungsindustrie mit dem Internet verbunden. In jedem zehnten Unternehmen (zehn Prozent) ist schon mehr als die Hälfte der Maschinen via Internet vernetzt. Außerdem versprechen sich die Unternehmen durch den Einsatz von KI in der smarten Fabrik eine Vielzahl von Vorteilen. Dazu gehören für jedes zweite Unter-

nehmen etwa die Steigerung der Produktivität (47 Prozent), Predictive Maintenance, also die Verbesserung der Fehlererkennung und dadurch eine Reduktion der Ausfallzeiten von Maschinen (39 Prozent), sowie Prozessoptimierungen in Produktion und Fertigung (33 Prozent). Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) meint außerdem, dass sich durch KI in der Fabrik die Produktqualität steigern lässt. Jedes fünfte Unternehmen verspricht sich eine bessere Skalierbarkeit (20 Prozent) und weniger Kosten für Personal, Wartung, Inspektion und Entwicklung (19 Prozent). „Die vierte industrielle Revolution wird oft als evolutionärer Prozess beschrieben. Das ist insofern richtig, als die Veränderungsgeschwindigkeit in anderen Sektoren viel extremer ist, etwa im Medienbereich oder Finanzwesen“, sagt Berg und führt aus: „Die Industrie ist komplexer und am Ende eines industriellen Fertigungsprozesses steht immer noch ein materielles Produkt. Die Schonfrist der Industrie geht aber allmählich zu Ende. Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer sind die Ersten, die mitten im digitalen Sturm stehen.“

Ecosystems 2 - Der Unkongress: 1. und 2.10. Nach dem erfolgreichen Kick-offEvent in Berlin im Februar diesen Jahres lädt der Verein 4.OPMC Open Production & Maintenance Community e.V. zum Event „Ecosystems 2 - Der Unkongress” ein. Die Veranstaltung wird am 1. und 2. Oktober 2019 in der Grand Hall des Zollvereins Essen stattfinden. Neben Vereinsmitgliedern sind selbstverständlich auch Aussteller und persönlich interessierte Gäste willkommen. Wie der Veranstalter betont, erhalten im Zuge dessen auch Start-ups die

Möglichkeit, sich und ihre Ideen zur Digitalisierung vorzustellen. Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Ausarbeitung der 13 Themenfelder in den Interaktionsgruppen. Tipp: Mehr zum Verein 4.OPMC und zu dessen Zielen und Ausrichtung findet sich in der Ausgabe 1/2019 der B&I ab Seite 4, die online zur Verfügung steht: https://issuu.com/b-und-i/ docs/b-und-i-betriebstechnik-uinstandha_e7f6d142e895ca www.4opmc.com

Eine große Hürde auf dem Weg zur smarten Fabrik ist für die Unternehmen der Fachkräftemangel, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Er hat sich in einem Maß verschärft, dass in jedem zweiten Unternehmen (55 Prozent) daran der Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen scheitert. Dabei visiert mehr als jedes vierte Unternehmen (27 Prozent), das Industrie 4.0 anwendet oder dies plant, in diesem Jahr Neueinstellungen an. Fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) hat im vergangenen Jahr bereits neu eingestellt.

Bedeutung der Ausund Weiterbildung Breiter Konsens herrscht darüber, dass eine gute Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in der Fabrik 4.0 immer wichtiger werden. Die Unternehmen bemühen sich, entsprechend zu reagieren: 49 Prozent haben im vergangenen Jahr Mitarbeiter für Industrie 4.0 weitergebildet, mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) plant dies für 2019. „Digitalisierung gelingt nur mit digital kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wenn vermehrt Maschinen, Roboter und Computer Tätigkeiten übernehmen, sind dafür nicht mehr nur IT-Spezialisten an der Spitze gefragt. Digitale Kompetenzen werden dann in der Breite von allen gefordert - und zwar bereits bei einfachen Alltagstätigkeiten“, betont Berg.

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seines Unternehmens zum Smart Building zu machen, der muss sich darüber im Klaren sein, dass sich die Angriffsfläche für Hacker erheblich vergrößert“, warnen z.B. die Experten von Nozomi Networks und empfehlen, sämtliche Netze und Geräte umfassend zu schützen und abzusichern. Ich persönlich habe die Warnung ernst genommen und Alexa jetzt ins Bad verdammt - da gibt es nicht viel zu hören. Volker Zwick

Drei von vier Unternehmen fordern, dass es für Industrie 4.0 eine gänzlich neue Industriepolitik in Deutschland braucht. „Die Digitalisierung wird die Industrie in den kommenden Jahren tief greifend verändern. Und so muss der traditionell ordnungspolitische Ansatz deutscher Wirtschaftspolitik digital-industriepolitisch ergänzt werden“, ist der BitkomPräsident, Achim Berg, überzeugt. Bild: Bitkom

bewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit für die Sicherung von Arbeitsplätzen ist. Die große Mehrheit von 91 Prozent ist außerdem der klaren Meinung, dass die Digitalisierung für das eigene Unternehmen eher Chance als Risiko ist. „Die deutsche Industrie sieht sich beim Thema Industrie 4.0 trotz

eines harten Wettbewerbs mit den USA und China auf dem Weg an die Weltspitze“, sagt Berg. „Die Chancen sind riesig. Dem an Ressourcen armen und an Knowhow reichen Standort Deutschland kann nichts Besseres passieren als die Digitalisierung. Das Motto heißt: Machen.“ www.bitkom.de

FVI Award 2019 ausgeschrieben Das besondere Anliegen des Forum Vision Instandhaltung (FVI) ist die Förderung junger Nachwuchskräfte für die volkswirtschaftlich so wichtige Branche der industriellen Instandhaltung; eine Branche mit hohen fachlichen Ansprüchen, aber auch mit guten Zukunftsund Karriereperspektiven. Deshalb lobt das FVI auch in diesem Jahr wieder den Instandhaltungsförderpreis aus. Prämiert werden hierbei jährlich die besten Abschlussarbeiten zum Thema „Industrielle Instandhaltung“.

Dabei kommen sowohl naturwissenschaftliche und technische als auch geistes- oder sozialwissenschaftliche Arbeiten infrage, etwa Akzeptanzstudien oder Technikfolgenabschätzungen. Je Kategorie - Dissertation, Diplom/Master, Bachelor, Techniker - ist der Förderpreis mit je 1.000 Euro sowie mit einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft beim FVI verbunden. Alle Details zum Award und zur Einreichung der Arbeiten finden sich online. https://fvi-ev.de/artikel/10492

Bedeutung von Industrie 4.0 Insgesamt kann die Bedeutung von Industrie 4.0 für Deutschland nicht hoch genug eingeschätzt werden: So sagen 85 Prozent, dass Industrie 4.0 die Voraussetzung für den Erhalt der Wett-

Die FVI-Vorstände André Wötzel und Rüdiger Proff überreichten auf der Maintenance in Dortmund in diesem Jahr die Schecks an die Preisträger 2018. Für die beste Dissertation wurde Dr. Alfred Kinz (Montanuniversität Leoben), für die beste Masterarbeit Marius Strotmann (TU Dortmund), für die beste Bachelorarbeit Alexandra Schwarz (Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim) ausgezeichnet. Bild: FVI


NACHRICHTEN

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Drastische Kursänderung beim WVIS Dr. Lothar Meier fordert, den Verband neu zu positionieren Dr. Lothar Meier, Vorsitzender des Vorstands des WVIS, benennt die Ziele der Neuausrichtung und erklärt gleichzeitig, dass die Neuausrichtung mit einem Wechsel in der Geschäftsführung einhergeht: Dr. Martin G. Eckert folgt auf Dr. Reinhard Maaß. Dr. Reinhard Maaß, der die Geschicke des Verbandes seit vielen Jahren leitete, verlässt nicht nur die Geschäftsführung des Wirtschaftsverbands für Industrieservice e.V. (WVIS) und die damit verbundenen Gremien, sondern auch den FDBR Fachverband Anlagenbau, dem er ebenfalls seit rund 20 Jahren vorstand. Seine Position an beiden Stellen nimmt Dr. Martin G. Eckert ein. Dr. Eckert ist seit über 20 Jahren in Berlin und Brüssel für verschiedene Unternehmen des Anlagenbaus und der Energietechnik aktiv. Der promovierte Jurist verfügt über ein etabliertes Netzwerk in Politik, Industrie, Verbänden und Verwaltung. Der WVIS Vorstandsvorsitzende Dr. Meier betont: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. Eckert einen ausgewiesenen Branchenkenner mit großer Reputation als neuen Geschäftsführer für den WVIS gewinnen konnten und sehen unseren Strategieprozess mit ihm auf einem guten Weg.“

Der neue Geschäftsführer des WVIS, Dr. Eckert, erklärt: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, basierend auf der umfassenden Expertise der Mitgliedsunternehmen, den WVIS sowohl intern als auch nach außen als kompetenten und innovativen Lösungsanbieter im Service rund um aktuelle Themen wie Klimaschutz, Zukunftstechnologien oder Digitalisierung zu etablieren und sichtbar zu machen.“

lungnahme auf: „Innerhalb des Verbandes erwarten die Mitglieder eine noch bessere Einbindung und intensivierten Erfahrungstausch auf technischer Ebene, insbesondere hinsichtlich digitaler Servicelösungen und neuer Dienstleistungsmodelle. Zudem benötigt der Industrieservice Lösungsansätze für die Megatrends wie etwa den Fachkräftemangel und die Standardisierung von Dienstleistungen.“ Doch damit nicht genug. „Wir müssen den WVIS neu positionieren und dabei die Mitgliedsunternehmen stärker einbinden“, ist Dr. Meier überzeugt und ergänzt: „Wir benötigen ein effizienteres Netzwerk in Berlin

Wohin dieser Weg gehen soll, zeigt der WVIS Vorstandsvorsitzende ebenfalls in seiner Stell-

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und Brüssel, um die Sorgena aber auch die Lösungsangebote besser an politische Entscheidungsträger adressieren zu können.“ Hintergrund: Im WVIS, gegründet im Jahr 2008, sind aktuell mehr als 50 Industrieservicedienstleister mit insgesamt 125.000 Beschäftigten in Deutschland und 640.000 Mitarbeitern weltweit sowie 11 Milliarden Euro Umsatz

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im In- und 49 Milliarden Euro Umsatz im Ausland in einem Verband organisiert. Der Verband ist im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) aktiv sowie Mitglied in der EFNMS - European Federation of National Maintenance Societies bzw. dem Europäischen Instandhaltungsnetzwerk in Brüssel. www.wvis.eu

Neue VTH-Fachgruppe „Klebtechnik“ Das Kleben löst zunehmend klassische Verfahren wie Schweißen, Nieten und Nähen ab. Mit der Gründung einer Fachgruppe „Klebtechnik“ wollen die Fachgroßhändler im VTH Verband Technischer Handel e.V. ab sofort diesen branchenübergreifenden Fertigungstrend mitgestalten. Und das ist wohl auch notwendig, denn die hohe Qualität, die eine fast unüberschaubare Vielfalt an Klebstoffen und Klebebändern zum Beispiel für den Fahrzeugund Leichtbau in den letzten Jahren erreicht haben, stößt in der Anwendung noch allzu oft auf eine falsche Handhabung. So sind 80 bis 90 Prozent der Fehler in der Verarbeitung prozess- oder personenbedingt. Bei dem Bemühen, auch die Produkt-

auswahl und -anwendung zu hoher Qualität zu führen, möchten die Fachgruppenmitglieder ihre Kunden im gesamten D-ACH-Gebiet unterstützen. Dazu stellten sie bereits erste Überlegungen an: Diskutiert wurden unter anderem die Konzipierung eines Fachberater-Lehrgangs, die systematische Erstellung von Musterlösungen sowie der Austausch mit Bildungsträgern, Forschungseinrichtungen und Markenherstellern. Die vier VTH-Qualitätspartner Henkel, Sika, Ruderer (Markenname Technicoll) und Weicon freuen sich über die Gründung und haben ihre Unterstützung bei den zukünftigen Projekten der Fachgruppe „Klebtechnik“ bereits zugesagt. www.vth-verband.de

Zellcheming-Expo: Straße der Instandhaltung Parallel zur Servparc (siehe Sonderteil), findet in Frankfurt a.M. die Zellcheming-Expo statt. Sie versteht sich als Deutschlands einzige Fachmesse für die europäische Papier- und Zellstoffindustrie und ihre Zulieferer. Zum Branchentreffpunkt, auf dem sich deutsche und internationale Aussteller präsentieren, die entlang der Wertschöpfungs-

kette Papier aktiv sind, werden jährlich über 2.000 internationale Fachbesucher erwartet. In diesem Jahr wird dabei erstmalig die „Straße der Instandhaltung“ im Rahmen der Fachmesse als eigene Sonderschau organisiert. Weitere Details hierzu lesen Sie im Advertorial auf Seite 4. www.zellcheming-expo.de

Dr. Lothar Meier von Infraserv Höchst und zugleich Vorsitzender des Vorstandes des WVIS, fordert einen intensivierten Erfahrungstausch auf technischer Ebene und betont in diesem Zusammenhang die aktuellen Herausforderungen für die Branche: „Der Industrieservice benötigt Lösungsansätze für die Megatrends wie etwa den Fachkräftemangel und die Standardisierung von Dienstleistungen.“ Bilder: WVIS

In Norderstedt kamen am 10. Mai zur Gründungsversammlung 21 Unternehmen zusammen und wählten einen fünfköpfigen Vorstand: Rolf Kater (JK), David Schlesinger (Wendler), Andreas Fritz (Reiff), Vorsitzender Uwe Kittel (Krückemeyer), Tilman Heise (Piel) (v.l.n.r.). Bild: Kollaxo

„Perfektion in vierter Generation – BOGE S-4 – ein neuer Meilenstein.“ Frank Hilbrink, Produkt-Markt-Manager BOGE Kompressoren

Mehr Informationen unter: boge.de/s-4

Wohin es führt, wenn man ein Entwicklerteam ermuntert, auch tausendfach Bewährtes in Frage zu stellen, beweist die neue BOGE S-4 eindrucksvoll: Ihr bemerkenswert leiser Lauf, die ausgeprägte Wartungsfreundlichkeit und der enorme Effizienzzuwachs sind Ergebnis eines völlig neuen Aufbaus – mit klarer Abgrenzung der Funktionsbereiche und vielen grundlegend neuen Detaillösungen. Mit der „Neuerfindung des Schraubenkompressors“ wurde ein Durchbruch erzielt, der die künftige Rolle und Bedeutung dieser Technologie neu definiert. Die neue BOGE S-4. boge.de/s-4


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ADVERTORIAL

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ZELLCHEMING-Expo 2019

„Straße der Instandhaltung“ Erleben Sie die Instandhaltungsbranche live

Die ZELLCHEMING-Expo, Deutschlands einzige Fachmesse für die europäische Zellstoff- und Papierindustrie, bietet vom 25. bis 27.06.2019 in Frankfurt am Main erstmalig eine „Straße der Instandhaltung“. Auf der Gemeinschaftsfläche mit integrierter Showcase-Arena können sich die Messebesucher intensiv mit diesem hochaktuellen Thema beschäftigen. Petra Hanke, die Geschäftsführerin des ZELLCHEMING e.V., des ideellen Trägers der Veranstaltung, erläutert im Interview, weshalb sich ein Besuch der „Straße der Instandhaltung“ lohnt. Frau Hanke, wie ist die Idee der „Straße der Instandhaltung“ entstanden? Heutzutage muss nahezu jedes Unternehmen auf den steigenden Kostendruck reagieren und seine Effizienz steigern. Dabei ist es natürlich essenziell, dass alle Maschinen laufen und es keine Ausfälle in der Produktion gibt. Solche Ausfälle können unglaubliche finanzielle Schäden verursachen. Auf der ZELLCHEMING-

Expo 2018 haben wir von unseren Ausstellern vernommen, dass der Gesprächsbedarf zu diesem Thema vor Ort besonders hoch war. Um Unternehmen aus der Papierund Zellstoffindustrie, die sich gezielt zum Thema Instandhaltung informieren möchten, den Weg zu passenden Ansprechpartnern zu erleichtern, haben wir gemeinsam mit dem Organisator der Messe, der Mesago Messe Frankfurt GmbH, die „Straße der Instandhaltung“ ins Leben gerufen. Mit dieser Gemeinschaftsfläche wollten wir Anbietern von Instandhaltungsservices die Chance bieten, sich Anwendern ganz gezielt zu diesem Thema zu präsentieren. Dieses Angebot wurde seitens der Instandhaltungsunternehmen sehr gut angenommen, sodass diese Ausstellungsfläche bereits ausverkauft ist bzw. um Zusatzflächen erweitert wurde. Was bietet die „Straße der Instandhaltung“? Im Fokus der „Straße der Instandhaltung“ stehen aktuelle Themen wie die Herausforderungen der Digitalisierung, Energieeinsparun-

Petra Hanke ist Geschäftsführerin des ZELLCHEMING e.V., des ideellen Trägers der Veranstaltung.

gen, Stillstandoptimierung, Maximierung der Anlagefähigkeit durch präventive Instandhaltung, Outsourcing, Vermeidung von ÖlLeckage, TPM Total Productivity Maintenance usw., welche von den Spezialisten vor Ort konkret behandelt werden. Dieses Angebot ist für Techniker und Verantwortliche für Instandhaltung sehr interessant. Das Highlight ist die Showcase-Arena:. Hier bieten die Aussteller tiefere Einblicke in die Instandhaltungsbranche mit Livereparaturen, UseCases oder Kurzvorträgen – mehr Praxis geht nicht! Wer sich einen Überblick über die Angebote der ausstellenden Instandhaltungsunternehmen verschaffen möchte, für den bieten wir 2019 außerdem ganz neu Guided Tours zu dem Thema an. Auch hier freuen wir uns über ein sehr hohes Interesse und stellen fest, dass das Konzept der direkten Wissensvermittlung und des Austauschs zwischen Anbietern und Anwendern gut ankommt. Was steht bei der ShowcaseArena auf dem Programm? Die Besucher der ZELLCHEMINGExpo können sich auf spannende Kurzvorträge, Livereparaturen und Use-Cases im Rahmen der Showcase-Arena freuen. Das Programm bietet Praxiswissen zu den Schwerpunktthemen der Instandhaltungsbranche.

Unter anderem werden folgende Themen fokussiert: Dampferzeuger für Grenzleistungsbereiche in der Papierindustrie - Sichere Dampfversorgung bei Papierabriss durch den Einsatz von Dampfkesseln mit optimierter Technik SmoothRun Hydropneumatic Damping System for Two-Drum Winders (Use Case) Abwasserkühlung - Von der Komponente bis zur Systemlösung GearWatch Condition Monitoring Walzenservice durchbiegungsgesteuerter Spezialwalzen - Der Blick in das Verborgene Das vollständige Programm steht unter zellcheming-expo.de/ showcase-arena zur Verfügung. Wie ist Ihre Prognose für 2020? Wird es erneut eine „Straße der Instandhaltung“ geben? Aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr sind wir sehr optimistisch, dass es die „Straße der Instandhaltung“ auch 2020 wieder geben wird, da uns bereits viele Unternehmen ihr Interesse an einer Teilnahme im nächsten Jahr verkündet haben. Das bestätigt uns natürlich darin, dass der Bedarf nach einer eigenen Plattform für Instandhaltungsservices sehr hoch ist. Mehr Informationen unter: www.zellcheming-expo.de

ZELLCHEMING-Expo mit 114. Jahrestagung Zellstoff-, Papier und Zulieferindustrie sowie faserbasierte Werkstoffe 25. bis 27.06.2019 Messe Frankfurt am Main www.zellcheming-expo.de

Sichern Sie sich Ihr vergünstigtes 3-Tage-Eventticket: Lösen Sie Ihren Rabattcode ZEXPO19BI unter zellcheming-expo.de/tickets ein.

Diese Unternehmen stellen auf der „Straße der Instandhaltung“ aus: BM Green Cooling GmbH, Ecolistec AG, KBR Poland Sp. Z.o.o., Kelvion Germany GmbH, Kumera Antriebstechnik GmbH, MAUEL Sicher Arbeiten, Richter GmbH & Co. KG, Santasalo Gears GmbH, simatec GmbH, VAKUO GmbH und Voith GmbH & Co. KGaA. Einige Unternehmen nehmen sogar sowohl an der „Straße der Instandhaltung“ teil, präsentieren sich aber auch mit einem Stand auf der regulären Messe. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit einem starken Partner zusammenarbeiten. Der Kooperationspartner der „Straße der Instandhaltung“ ist die mfa - maintenance and facility management society of austria”, so Petra Hanke abschließend.


INDUSTRIESERVICE

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Reinigen steigert „Sonnenernte“ Dienstleister kümmert sich um Modulreinigung - für Solarparks bringt dies mehr Ertrag Das PV-Reinigungssystem des Unternehmens Solarpluscleaning eignet sich unter anderem auch für große Projekte. So hat der Fachbetrieb beispielsweise im vergangenen Sommer insgesamt 253.000 polykristaline Module der brandenburgischen Solarparks Jännersdorf und Luckau mit einer Gesamtkapazität von 62 Megawatt gereinigt. Für die Reinigungsarbeiten auf dem insgesamt 410.000 Quadratmeter großen Areal waren fünf Mitarbeiter des Unternehmens zwölf Wochen lang im Einsatz. Durch das ökologische und gründliche Reinigungsverfahren stieg die Stromproduktion der Anlagen messbar an. Solarpluscleaning ist ein zertifizierter Fachbetrieb für die Reinigung von Fotovoltaikanlagen. Das Unternehmen hat sich auf ökologische Reinigungsverfahren zur Ertragssteigerung von Solarstromanlagen spezialisiert und bietet seine Reinigungsleistungen im gesamten Bundesgebiet und Europa an. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem die selbstfahrenden Reinigungsmaschinen Sola-Tecs F, die aufgrund ihres geringen Auflagegewichts, wie die Experten betonen, besonders oberflächenschonend die Arbeit durchführen.

Aus Umweltschutzgründen wird bei der Reinigung ausschließlich entmineralisiertes Wasser (Reinstwasser) verwendet. Dies wird direkt vor Ort entsprechend aufbereitet. Das entmineralisierte Wasser löst aufgrund seiner veränderten Oberflächenstruktur den Schmutz besonders gut, erklären die Spezialisten, die beim Einsatz im vergangenen Sommer, allerdings bedingt durch die extrem lange Trockenheit 2018, durchaus mit Herausforderungen zu kämpfen hatten. „Während des Einsatzes war die Wasserversorgung im nördlichen

Brandenburg durch die extrem lange Trockenheit im Sommer 2018 durchaus problematisch, aber dank unserer erfahrenen Mannschaft konnten wir die Engpässe lösen, ohne dass es zu Verzögerungen kam“, so der Geschäftsführer Thomas Bellrich. Die Solarparkreinigung in Brandenburg war für das Unternehmen das bislang größte Projekt. „Der Einsatz hat bewiesen, dass wir ein schnelles, effizientes und wirtschaftliches Verfahren entwickelt haben, das Kunden durch den Werterhalt der Anlagen und die messbare Ertrags-

Aus Infraserv Knapsack wird Yncoris Neuer Name soll Veränderung mit Kontinuität kombinieren „Als Industriedienstleister sehen wir es als eine wichtige Aufgabe, unseren Kunden das beste Umfeld für eine zukunftssichere Produktion zu bieten und dadurch ihre Wettbewerbsposition zu stärken. Und das soll der neue Name Yncoris ausdrücken”, lässt das Unternehmen verlauten. Mit dem neuen Namen Yncoris hat das Unternehmen, das bisher Infraserv Knapsack hieß, auch neue Märkte im Fokus. „Neben neuen Kunden aus der Chemie- und Prozessindustrie wollen wir zukünftig unter anderem die Pharmabranche überzeugen”, erklärt Ralf Müller, Vorsitzender der Geschäftsleitung, von Yncoris. Er ergänzt: „Die Bewegungen in unseren Märkten, die wir insbesondere in der Chemie feststellen, bieten uns gute Chancen für unser Wachstum. Mit dem Namenswechsel können wir uns nun noch klarer vom Wettbewerb abgrenzen und somit konsequent weitere Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.“ Yncoris wurde 1997 als Infraserv Knapsack im Rahmen einer Ausgliederung von Konzernteilen der Hoechst AG gegründet und blickt daher auf über hundert Jahre Er-

fahrung in der chemischen Industrie zurück. Das Unternehmen ist vor allem in den letzten zehn Jahren gewachsen. Mit einem Umsatz von über 220 Millionen Euro in 2018 und rund 1.200 Mitarbeitern platzierte es sich wiederholt unter den Top 10 der Industriedienstleister. Dazu trug auch das Geschäft

außerhalb des Chemieparks Knapsack bei. Außerdem baut der Dienstleister seit 2012 eigene Präsenzen im Umfeld seiner Kunden auf. Zu den Standorten gehören mittlerweile Leverkusen, Duisburg, Düren, Krefeld, Dormagen und Köln. www.yncoris.com

Im vergangenen Sommer säuberten die Reinigungsteams innerhalb von zwölf Wochen 253.000 Module der brandenburgischen Solarparks Jännersdorf und Luckau. Zum Einsatz kamen dabei auch die Reinigungsmaschinen Sola-Tecs F, die 10.000 Quadratmeter Anlagenfläche pro Tag oberflächenschonend und umweltfreundlich säubern. Bild: Solarpluscleaning

steigerung einen reellen Mehrwert liefert“, betont Bellrich. So auch hier bei den Anlagen, die durch den Asset Manager re:cap global investors ag aus Zug (CH) verwaltet werden. Die Betreiber waren mit dem Ergebnis des Reinigungseinsatzes an beiden Standorten jedenfalls zufrieden: „Die zuverlässige, fristgerechte Reinigung unserer beiden Solarparks durch Solarpluscleaning hat uns überzeugt“, bestätigt Thomas Staudinger, Geschäftsführer der re:cap global investors ag und dort zuständig für den Bereich Asset Management. Das Schweizer Unternehmen

evaluiert jährlich den voraussichtlichen Mehrwert einer Modulreinigung an seinen Standorten. Berücksichtigt werden dabei neben Kosten und Ertragsaspekten insbesondere auch die Lebensdauer der Module sowie das von der Art der Unterkonstruktion abhängige Moos- und Flechtenwachstum. Das Reinigungsergebnis in Luckau und Jännersdorf habe die Erwartungen im „PV-Ausnahmejahr“ 2018 dabei voll und ganz erfüllt. Durch Reinigungsverfahren stieg die Produktion der Anlagen um durchschnittlich 2,0 Prozent an. www.solarpluscleaning.de

www.uhlenbrock.org

Der Schlüssel zur Optimierung? Instandhaltungsservice Wartung & Reparatur Technische Analyse Der neue Name lässt sich aus dem lateinischen „in corpore“, was übersetzt „alle gemeinsam“ bedeutet, und „cor“ für „Herz“ ableiten. Die Geschäftsführung des Industriedienstleisters mit seinen rund 1.200 Mitarbeitern erfolgt durch Ralf Müller (links) und Dr. Clemens Mittelviefhaus (rechts). Bild: Yncoris

Prozessoptimierung Ersatzteilmanagement Tel +49 25 52 93 33 0

Teamwork. Nur gemeinsames Handeln bringt mehr Produktivität. Durch die Synergie aus unserem gemeinsamen Wissen und der Vielfalt hoch qualitativer Produkte rund um die Antriebstechnik gelingt es uns, Ihnen maßgeschneiderte Lösungen für Ihre ganz individuellen Prozesse zu liefern und mit effizienteren Komponenten Ihre Produktivität schnell und nachhaltig zu optimieren. So schaffen wir einen Mehrwert für Sie, der über die reine Wartung und Instandhaltung hinausgeht. Ob für schnelles Troubleshooting oder eine ganzheitliche Lösungsfi ndung - wir unterstützen Sie da, wo Sie uns brauchen und das rund um die Uhr.


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Industrie 4.0 - Freischalter der Wertschöpfung? Intelligent, vernetzt, flexibel, optimiert: Von der Datenflut zum Datenschatz Seit dem Einzug des Internets in die Industrie ist die Digitalisierung der Produktion, die Kommunikation von Maschine zu Maschine und die weltweite Vernetzung von Unternehmen nur eine Frage der Zeit. Dieses ist die sogenannte vierte industrielle Revolution: Produktionsstätten organisieren sich selbstständig und koordinieren Aufträge, Herstellung, Logistik, Termine. Das verheißt effiziente Arbeitsabläufe, agile Betriebe, maßgefertigte Lösungen, eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und vieles mehr. Doch die Umsetzung von Industrie 4.0 ist ein komplexes Unterfangen. Wenn unzählige Maschinen pausenlos Informationen liefern und Entscheidungen einfordern, wie behalten Betriebs- und Werkleiter in dem Meer von Daten den Überblick und erkennen die essenziellen Informationen, die helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen? Mit Industrie 4.0 entsteht ein gewisser Zeitdruck. Die Erwartungshaltung von Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden steigt durch die Geschwindigkeit der intelligenten Maschinen. Zielsetzung bleibt bei Industrie 4.0 nach wie vor die Wertschöpfung mit Daten als Hilfestellung für geschäftskritische Entscheidungen, nicht als Hindernis. Bei einer Umfrage leitender Angestellter zählen Produktqualität, die Sicherheitsleistung und die Einhaltung des Produktionsplans weiterhin zu den drei obersten Leistungskennzahlen. Intelligente Maschinen, Automatisierung, Smart Factories und Daten brauchen moderne Analysemethoden und prognostische Algorithmen, damit Mitarbeiter und Führungskräfte jederzeit Zugriff auf genau die Informationen haben, die sie für fundierte Entscheidungen brauchen. Nur wenn sie den Daten-„Sweet Spot“ erzielen, mit anderen Worten an dem Punkt ankommen, an dem sie zuverlässige, gute Daten und Datensysteme haben, die einfach anzuwenden und auszuwerten sind und sinnvolle Informationen liefern, können sie aus den Daten Erkenntnisse gewinnen, die sie bei Entscheidungen unterstützen.

Wichtig ist dabei der Kontext, in dem die Daten gesammelt und ausgewertet werden. Das Timing, die Genauigkeit der Daten usw. Mit den richtigen Daten ist es einfacher zu erkennen, wie es z.B. um das betriebliche Risikomanagement bestellt ist, wie das Unternehmen im Bereich Instandhaltung oder „Operations Excellence“ dasteht, ob die richtigen Fertigkeiten ausreichend im Betrieb vorhanden sind, um Zielvorgaben zu erreichen.

Erfahrung, Intelligenz und Disziplin Korrekt angewandt, können die durch Industrie 4.0 gewonnenen Daten dazu dienen, Verluste zu vermeiden, Kosten zu reduzieren und die Produktivität zu steigern. Die richtigen Produktionsent-

Wertsteigerung bei Dupont nach Reduzierung der Umweltbelastung. Bilder: Dupont

scheidungen beruhen natürlich nicht nur auf Daten. Selbstverständlich spielt auch die Unternehmenskultur eine Rolle. Wird im Betrieb auf absoluter Gewissheit bestanden, bevor eine Entscheidung gefällt wird, oder gibt es Spielraum für einen Tryand-Fail-Ansatz? Sind eine Vielzahl von Mitarbeitern befähigt, Entscheidungen zu treffen oder muss jede auch noch so kleine Entscheidung nach oben weitergeleitet werden?

Objektive Daten vs. intuitives Denken Hinzu kommt, dass die meisten von uns laut Verhaltensforschern jeden Tag Tausende von Entscheidungen treffen. Der für seine experimentelle Wirtschaftsforschung ausgezeichnete Nobelpreisträger Daniel Kahneman meint, logisches Denken sei langsam und mühevoll. Das „intuitive“ spontane Denken hingegen gehe schneller und einfacher. Neurowissenschaftler haben ermittelt, dass 85 bis 90 Prozent aller Entscheidungen automatisch und intuitiv getroffen und von Gefühlen und Emotionen beeinflusst werden. Wir suchen nach geistigen Abkürzungen, die uns erlauben schnelle und mühelose Entscheidungen zu treffen. Doch wie bringt man diesen Hang zur intuitiven Entscheidungsfindung in Einklang mit den Erkenntnissen, die Daten und Analysen liefern? Da noch Jahre vergehen werden, bis künstliche Intelligenz auch Emotionen simulieren kann, werden Emotionen weiterhin ein unweigerlicher Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse bleiben. Es bedarf also menschlicher Erfahrung, Intelligenz und Disziplin, um zu entscheiden,

Beispiel einer nutzbringenden Datenanalyse: 1 und 2: Mithilfe fokussierter Dashboards ist es möglich, gezielt und genau Auslösewerte und Projektfortschritte zu verfolgen. 3. Der Einsatz von Echtdaten in Projekten trägt dazu bei, wichtige Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken und zu überprüfen, damit mehr Klarheit über Leistungsveränderungen und Ergebnisse besteht.

welche Daten in welcher Qualität gesammelt, analysiert und interpretiert werden, um an den richtigen Risiken zu arbeiten und Prioritäten zu setzen. Viele Unternehmen verfügen zurzeit weder in der Arbeitssicherheit noch im Gesundheitsschutz über die nötigen technischen Voraussetzungen und/oder haben es verlernt, die Zusammenhänge im Risikomanagement herzustellen. In der Übergangszeit bietet Industrie 4.0 Entscheidungsträgern ein nützliches Hilfsmittel, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Einen nachhaltigen Vorteil von Industrie 4.0 werden die Unternehmen mit einer Unternehmenskultur haben, in der Mitarbeiter sowohl geistig als auch emotional verankert sind. Das Zusammenspiel von Prozesssteuerung, technischen Lösungen und Kernkompetenzen mit einer Unternehmenskultur, in der die gesamte Organisation dasselbe Ziel anstrebt, ist dabei Voraussetzung für den Geschäftserfolg.

Beispiel Dupont Vor 1990 wurde Dupont als ein industrieller Nachzügler in puncto Umweltleistung angesehen. Heute ist das Unternehmen in diesem Bereich führend. Zwischen 1990 und 2013 hat das Unternehmen seine CO2-Bilanz um 51 Prozent reduziert, Sondermüll um 62 Prozent verringert, seinen Energieverbrauch um vier Prozent und den Wasserverbrauch um acht Prozent eingeschränkt.

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be in motion

Das kam nicht nur der Ökobilanz zugute, sondern brachte dem Unternehmen auch mehr als sechs Milliarden US Dollar an Ersparnissen. Und das bei einem gleichzeitigen Produktionszuwachs von 51 Prozent. Die Erkenntnisse, die Dupont während dieser Umstellung gewann, lassen sich auch auf Industrie 4.0 anwenden. Wer das volle Potenzial von Industrie 4.0 ausschöpfen und dem Wettbewerb einen Schritt voraus sein will, muss ein Frühnutzer neuer Technologien und Produkte sein und auch die Bedürfnisse von Kunden schnell erfassen und auf sie reagieren können. Das erfordert eine Betriebsstruktur, welche die Integration neuer Produkte durch die Standardisierung von Systemen ermöglicht, Mitarbeitern die Chance gibt, an Veränderungen mitzuwirken, und sich die Ideen erfahrener, sachverständiger Mitarbeiter zunutze macht. Es bedarf einer gewissen Flexibilität, der richtigen Einstellung, einer förderlichen Unternehmenskultur sowie guter Kommunikation. Auch diese Fragen werden in Zukunft eine Rolle spielen: Haben Sie die richtige Technik, die richtigen Arbeitsmittel, Prozesse und Protokolle, um betriebliche Risiken und unrentable Praktiken zu minimieren? Unterstützen Ihre Führungskräfte kontinuierliches Lernen, das Ihren Mitarbeitern die richtigen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, um die angestrebten Ziele zu erreichen? Verfügen Sie über die nötigen Managementsysteme, damit Ihre Mitarbeiter produktiv arbeiten? Haben Sie eine Struktur, die Ihre Fortschritte prüft, meldet und benchmarkt? Und nicht zuletzt: Sind Ihre Mitarbeiter und Systeme befähigt und in der Lage, Risiken zu verstehen, Veränderungen aufzugreifen und die richtigen Entscheidungen zu fällen? Wer wissen will, wie ein integrierter Ansatz für nachhaltige Veränderungen aussehen kann und/oder das Risikoprofil seines Unternehmens ermitteln möchte, dem hilft nach eigenen Angaben die DuPont Sustainable Solutions weiter. Jörg Bremer, Cluster Leader für D, A und CH bei Dupont Sustainable Solutions http://bit.ly/dssde-pr0519 www.dupont.com


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mobileX AG Mit mobilen Lösungen Ausfallzeiten von Maschinen verkürzen und Kosten senken

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Unternehmen, die ihre Instandhaltung optimieren und Instandhaltungsprozesse digitalisieren, deutlich zugenommen. Die Gründe dafür: zunehmender Wettbewerb und Kostendruck, leichtere und kleinere Hardware, die auch für den robusten Einsatz geeignet ist, sowie anwenderfreundlichere Instandhaltungssoftware und -Apps. Zudem steigt die Komplexität von Anlagen und Maschinen und damit auch ihrer Instandhaltung ständig. Ohne spezialisierte Techniker und eine entsprechende Unterstützung von Informationen zu Geräten und Anlagen vor Ort ist dies heute kaum mehr zu schaffen. Tatsächlich liegt der Digitalisierungsgrad im Service von deutschen Maschinenbauern nach einer aktuellen Umfrage von Impuls Management Consulting erst bei 35 Prozent.

Es besteht hier also Nachholbedarf besonders bei den Serviceprozessen. Die mobile Instandhaltung ist inzwischen weit mehr als eine digitale Abbildung der papierbasierten Auftragsabwicklung und bietet neben Arbeitserleichterungen viele neue Anwendungsmöglichkeiten.

Anwendungen mobiler Software für die Instandhaltung So ermöglicht eine mobile Lösung dem Techniker Zugang zu allen Informationen über die Anlage oder Maschine wie Anlagenhistorie, Dokumente und Meldungen, die in Back-End-Systemen wie SAP ERP oder CRM gespeichert sind. Damit ist er optimal vorbereitet für seinen Auftrag vor Ort. Mit seinem Tablet oder Smartphone kann er auch Fotos und Barcodes von der

Seit der Jahrtausendwende unterstützt die Informationstechnologie moderne Instandhaltungsprozesse. Das war der Startschuss für die mobile Instandhaltung. Statt mit Papier arbeiten viele Techniker heute unterwegs mit Smartphone, Tablet oder Laptop. Der Nutzen für Unternehmen und Kunden: Maschinen fallen seltener aus, werden schneller repariert und kosten weniger Geld.

Anlage erfassen sowie Daten und Anlagenzustände dokumentieren. Diese Nachweise fließen dann über die Software ins Back-EndSystem und werden dort archiviert. Nachdem der Techniker einen Auftrag erledigt hat, erstellt er in der mobilen Lösung die Rückmeldung, in der er die Zeit und das verbrauchte Material erfasst. Auch Formulare und Fotos kann er als weitere Elemente hinzufügen. Den Servicebericht füllt er ebenso auf seinem mobilen Gerät aus und lässt ihn vom Kunden unterschreiben. Anschließend erhält der Kunde den Bericht per Mail als PDF. Dem Innendienst dient er zur Fakturierung.

Mobile Instandhaltung im Maschinen- und Anlagenbau Auch Formulare und Checklisten wie Wartungschecklisten, Zustandsbewertungen oder Funktionsprüfungen von Anlagen lassen sich über eine mobile Lösung abbilden, ausfüllen und an das Back-End-System übertragen. Dies spart im Vergleich zu Papierformularen Zeit und verbessert die Datenqualität. Die Materiallogistik ist ein sehr wichtiger Bereich in der Instandhaltung. Über eine mobile Lösung kann der Techniker den Verbrauch seines Fahrzeuglagers dokumentieren, Bestellungen anlegen und Retouren abwickeln. Für den Service und Support im Bereich Baugruppenfertigung spielen die Ersatzteilverfügbarkeit und lange Garantiezeiten eine enorm wichtige Rolle. Hier kann eine mobile Instandhaltungslösung helfen, Prozesse zu optimieren. Mobile Lösungen unterstützen Techniker

bei der Instandhaltung der eigenen Anlagen und Maschinen (Werksinstandhaltung) sowie beim Aftersales-Service von Anlagen und Maschinen von Kunden. Arbeitsunterbrechungen durch Stillstände der eigenen Produktionsanlagen verursachen immense Kosten. Eine schnelle Wartung und Instandsetzung von Anlagen ist deshalb essenziell. Hier unterstützt eine mobile Lösung den Techniker bei der Identifikation von Anlagen und bei der Dokumentation des Anlagenzustands über digitale Formulare oder Fotos von Schäden. Die Erfassung und der Abgleich von aktuellen Zustandsdaten der Anlagen mit den Soll-Daten im Back-End ermöglicht eine zustandsorientierte Instandhaltung (Predictive Maintenance). Servicetechniker, die im technischen Außendienst Maschinen und Anlagen warten, müssen sich mit immer mehr und komplexeren Produkten auskennen. Ohne eine mobile Software, die auch das Ersatzteil- und Wissensmanagement integriert, ist dies heute fast nicht mehr möglich.

Nutzen mobiler Instandhaltung für Unternehmen Zudem ist die beratende Funktion des Technikers vor Ort beim Kunden immer mehr gefragt. Durch die Unterstützung einer mobilen Lösung hat er dafür mehr Zeit vor Ort und kann zudem Kostenvoranschläge erstellen oder Vertriebsleads (Cross- und Upselling) generieren. An diesen Beispielen sieht man, dass die Instandhaltung mit mobiler Software den Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau zahlreiche Vorteile bietet.

mobileX AG Grillparzerstr. 10 81675 München Tel.: +49 (0) 89/54 24 33 -100 Fax: +49 (0) 89/54 24 33 -550 info@mobilexag.de www.mobilexag.de Auf einen Blick Der mobile Zugriff auf Kundenhistorie, Objektdaten und die Materiallogistik verringert die Anzahl der Rückfragen und Zweitanfahrten. Dies steigert die Produktivität. Eine effizientere Behebung von Störungen, höhere Termintreue und Auskunftssicherheit steigern die Servicequalität und erhöhen damit die Kundenzufriedenheit. Die Validierung von Texten bei der Dateneingabe vor Ort sowie die Vermeidung von Medienbrüchen verbessert die Qualität von Serviceberichten, Rückmeldungen und Formularen. Die nahtlose Integration der digitalen Auftragsabwicklung trägt zu einer abteilungsübergreifenden Optimierung des Serviceprozesses bei. Durch eine mobile Lösung zur Auftragsabwicklung werden die erfassten Daten direkt in das ERP-System übertragen. Dies reduziert Fakturazyklen auf wenige Tage. Aus all diesen Vorteilen ergeben sich für Unternehmen Einsparpotenziale von bis zu 20 Prozent.

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Wie KMUs von der Digitalisierung profitieren Metallverarbeitender Betrieb integriert eine bedarfsgerechte Lösung Unterschiedlichste Angebotsanfragen erreichen die Firmen heute per Telefon, Fax, E-Mail oder Kontaktformular. Die Anfrager möchten oft zeitnah ein konkretes Angebot erhalten. Das stellt gerade kleinere Unternehmen vor Probleme: Wie kann man es schaffen, faktenbasierend und quasi „in Echtzeit“ ein Angebot durchzukalkulieren? Und darauf aufbauend die Produktion zu planen? Mit dieser Problematik und den damit einhergehenden Fragen, wie z.B. wie viel Zeit, Personal, Material und welche Maschinen benötigt werden oder welche Zuschläge man ansetzen sollte, beschäftigten sich auch die Verantwortlichen bei der A & W Mauthe GmbH & Co. KG regelmäßig. Das mittelständisch ausgerichtete Unternehmen unter anderem für die metallverarbeitende Industrie fertigt unter anderem Muttern, Verbindungselemente und weitere CNC-Dreh- oder Frästeile. Da die Problematik des Kalkulierens von Angeboten und der nachfolgenden Steuerung und Überwachung der Produktion auch dem QS-Berater der Firma bekannt war, wandte er sich an Softwork, um eine Lösung zu suchen. Wie in den meisten ähnlich gelagerten Fällen, ist auch bei

Weniger ist mehr: Getreu diesem Motto wurde bei Mauthe mit geringstmöglichem Aufwand an Hard- und Software hier ein System etabliert, das mittelständische Unternehmen mit dem adäquaten Nutzen aus „Industrie 4.0“ versorgt, ohne zu überfordern.

A&W Mauthe die zentrale Anforderung zur Lösung des Problems eine einfache und zuverlässige Erfassung von Stückzeit und Maschinenzeiten. Es geht also um eine effektive Maschinendatenerfassung (MDE), die aber auf die Ansprüche von kleinen und mittelständischen

Durch die Import- und Export-Schnittstellen lassen sich nahezu alle anderen Softwaresysteme, z.B. ERP oder Warenwirtschaft, anbinden. Bild: Softwork

Firmen zugeschnitten ist. Softwork hat sich der Entwicklung dieser Form von Software verschrieben. Das beinhaltet auch, dass sich die Spezialisten in Zusammenarbeit mit dem Kundenunternehmen um die zugehörige Hardware und Integration des Ganzen kümmern. Als hardwareseitiges Basiselement an der Maschine verwendet Softwork die „WIN“-Lösung des Herstellers Werma. Dieses besteht aus einem Funksender je Maschine und dem Empfänger im Büro, der mittels USB- oder LAN-Kabel mit den PCs verbunden wird. Da fast alle Maschinen heute mit einem Signalsystem ausgestattet sind, ist diese Erweiterung einfach, weil unter der Lampe der Funksender angeschlossen und eine Schaltung zur Stückausgabe der Maschinen unter Nutzung der 24Volt-Signale realisiert wird. Über diesen Weg werden alle Maschinen mit dem Büro verbunden, wobei das Funkmodul alle Systeme auf ein Level zentralisiert und so auf eine Anzeigeart vereint. Besonderer Clou: Nahezu alle Maschinen, die nach 1950 gebaut sind, lassen sich

Insbesondere die Anzeige der Maschinenzustände, Ist- und Soll-Stückzahlen, Vorgaben und Abweichungen geben der Geschäftsleitung jederzeit einen Überblick, ob man mit den Aufträgen im Plan oder dahinter liegt. Bilder: Mauthe

umrüsten und der Betrieb bleibt herstellerunabhängig. Klassische Terminals bilden daneben die Schnittstelle zum Mitarbeiter. Die Softwork-Lösung Visiosuite mit einer SQL-Datenbank im Hintergrund fungiert dabei als Softwarezentrale zur Speicherung aller Daten. Hier laufen also die übertragenen Informationen der Maschinen zusammen: Zustand des jeweiligen Signals (grün, orange, rot), Signaldauer und Stückzahlen. Durch Visiotime auf den Terminals wird neben der MitarbeiterZeiterfassung auch die Sammlung der Zeiten und Stückzahlen angestoßen: Mit jeder „Stempelung“ bei Kommen (Tagesstart), Pause und Gehen (Tagesende) wird von jeder Maschine der aktuelle Zählerstand abgefragt. Der Mitarbeiter muss keine Zählerstände aufschreiben, berechnen oder diese von Hand eingeben. Letztlich angezeigt werden die erfassten Daten im Modul Visiodate, quasi dem „EchtzeitLeitstand“ und der Plantafel, die so eine fortlaufende Auftragskontrolle, revolvierende Nachkalkulation und sofortige Überführung der Daten zum Erstellen neuer Angebote ermöglichen. Anton Mauthe, der Geschäftsführer, ist von der Lösung überzeugt und erklärt: „Heute kalkulieren wir unsere Angebote innerhalb von wenigen Minuten und versorgen den Anfrager umgehend. Im Auftragsfall stoßen wir damit die Produktionsplanung an und überwachen kontinuierlich den Stand der Aufträge. Das gibt uns und dem Kunden Gewissheit, die Termine wirklich einzuhalten. Darüber hinaus bringt uns die Nachkalkulation zusätzliche Sicherheit.“ www.mauthe-drehteile.de www.werma.de www.softwork.de

Mobile Instandhaltung bei der Fairnetz GmbH Die Fairnetz GmbH betreut als Tochterunternehmen von Fairenergie Strom- und Erdgasnetze im Großraum Reutlingen, Metzingen in Baden-Württemberg. Über 100 Mitarbeiter disponierte das Unternehmen mit einem im Jahr 2010 implementierten, dezentralen Workforcemanagement auf SAP-Basis. Konkret nutzten die Reutlinger bis vor Kurzem MAM/MAU auf Grundlage von SAP MI (Mobile Infrastructure). Doch mit dem Support-Auslauf zum Jahresende 2017 entschied sich der Netzbetreiber, das bestehende System abzulösen. Wichtigstes Kriterium für die neue mobile Lösung: Die Technologie sollte weitestgehend als SAP-Standard funktionieren und sich auf dem aktuellen Stand der Technik befinden. Außerdem sollen Administration und Wartung des neuen Systems an einen Dienstleister ausgelagert werden. In diesem Zusammenhang kam der langjährige SAP-Partner, Implementierungs- und SupportSpezialist Axians NEO Solutions & Technology GmbH ins Spiel. „Wir entschieden uns für die Einführung unserer eigens entwickelten NEO Mobile Suite“, so die Experten von Axians, und verdeutlichen, warum: „Sie gilt als führende mobile Lösung für Auftrags- und Meldungsmanagement, Material- und Geschäftspartnermanagement sowie das Management technischer Objekte. Sie ist Teil unserer NEO Suite, mit der wir den gesamten Service- und Instandhaltungsprozess abbilden und dabei Kunden, Techniker, Disponenten, Sub-Dienstleister und Maschinen einbinden.“ Im Unterschied zum Altsystem wird die NEO Mobile Suite als Cloudvariante eingesetzt. „Zuvor war eine Cloudlösung für uns aus Sicherheitsgründen gar nicht vorstellbar. Heute können wir aber sagen, dass unsere Daten sehr sicher sind“, betont Dirk Ulbricht,

Leiter der Informationstechnik bei den Stadtwerken Reutlingen und der Fairenergie GmbH. Das bedeutet: Für Fairnetz ist damit der Einsatz eigener Server obsolet. „Die gesamte Infrastruktur ist für uns kein Thema mehr. Wir verfügen über ein absolut stabiles und hochverfügbares System für die Techniker vor Ort“, so Ulbricht. Mit dem Smartphone oder Tablet können die Techniker nun direkt auf die für den jeweiligen Instandhaltungseinsatz erforderlichen Daten zugreifen und Auftrags- sowie Rückmeldedaten online und offline erfassen und zurück ins SAP verbuchen - und das durchgehend fehlerfrei. Noch eine weitere Funktion erleichtert den Technikern den Arbeitsalltag. Mit der NEO Mobile Suite können sie heute „online ins Lager schauen“, um Materialreservierungen anzulegen. Der physische Weg ins Lager entfällt, wodurch wiederum Zeit und Kosten pro Einsatz gespart werden. Ein weiterer Vorteil: Während die Techniker früher nur ihre eigenen Daten erfassen konnten, verfügt nun jedes Endgerät über einen Mehruser-Betrieb. Die Umstellung auf die NEO Mobile Suite geht auch einher mit sehr viel kürzeren Synchronisationszeiten - typischerweise zwischen 20 und 40 Sekunden. „Durch die einfache und schnelle Bedienung, die Nutzung moderner Endgeräte und das vereinfachte Materialmanagement konnten wir die Akzeptanz unserer Mitarbeiter für eine mobile Lösung um ein Vielfaches steigern“, betont Markus Digel, Leiter Koordination Auftragssteuerung, den Nutzen. Die stark verkürzten Einsatzzeiten sparen Kosten und die mit den Stadtwerken Reutlingen bestehende Betriebsvereinbarung wird heute übererfüllt. www.fairnetzgmbh.de www.axians.de/sap

Mit der NEO Mobile Suite stehen dem Techniker während seiner Arbeit vor Ort alle erforderlichen Informationen zur Verfügung. Auftrags- sowie Rückmeldedaten lassen sich in Sekundenschnelle mit dem SAP synchronisieren. Bild: Axians


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Durchgängig vom Auftrag bis an die Maschine Vier Softwarespezialisten bieten jetzt ERP, MES und Service aus einer Hand Für produzierende Unternehmen geht der Weg in die digitale Fertigung. Das bedeutet auch, dass sich die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung, Steuerung, Optimierung bis hin zur Umsetzung sukzessive an die neuen Möglichkeiten anpassen muss. Für viele Firmen ist der Weg allerdings steinig, vor allem, wenn ein Softwareprojekt scheitert. Dann kommt es zu finanziellen Einbußen und gegenseitigen Schuldzuweisungen: Lag es an der Software, der Unfähigkeit des Systemintegrators oder am Kunden selbst? Das sind Gründe, weswegen der Systemhausgedanke in digitalen Zeiten eine kleine Renaissance erlebt, wie die Experten des neuen Unternehmensverbunds Modula im Interview erklären. Statt technologischem Stückwerk unterschiedlicher Anbieter wünschen sich Unternehmen vermehrt einen zukunftssicheren, starken ITPartner, der neben einer modernen Unternehmenssteuerung mit eigenen Lösungen auch die passende Digitalisierungsstrategie vorgibt. Der neu gegründete Unternehmensverbund Modula versteht sich als ein solcher Partner, der bei der digitalen Transformation unterstützt und diese nicht als einen abschließbaren Prozess, sondern als langfristige Entwicklung sieht. Der Fokus liegt hierbei auf Lösungen für den Mittelstand. Unter der Dachmarke vereinen sich vier etablierte Softwareanbieter aus den Bereichen ERP, MES und CAQ. Die beteiligten Unternehmen sind die Cimdata Software GmbH, die Logis GmbH, die Oxaion GmbH sowie die Syncos GmbH. Volker Schinkel, Geschäftsführer bei Modula und Oxaion, sowie Nicolas Köster, Geschäftsführer und Leiter Strategisches Marketing bei Syncos, erläutern im Interview die Details. Inwiefern ist dieser Verbund mehr als eine bloße Lösungspartnerschaft? Volker Schinkel: Für unsere Kunden sind wir nicht nur Systemlieferant, sondern auch zukunftssicherer Businesspartner mit stabilem wirtschaftlichem Hintergrund. Modula heißt: ein Budget, eine Verantwortlichkeit, ein durchgängiger Support - sowie sämtliche Vorteile moderner IT-Prozesse und Infrastrukturen aus einer Hand. Nikolas Köster: Alles aus einer Hand heißt auch, eine integrative Plattform für alle Anwendungen und somit keine Schnittstellenproblematiken auf Anwenderseite mehr. Mit welchen Mitteln wollen Sie mittelständische Produktionsunternehmen bei der Umsetzung ihrer digitalen Transformation unterstützen? Volker Schinkel: Unternehmen erhalten bei uns das Beste von vier Anbietern als moderne Gruppenlösung auf einer gemeinsamen Oberfläche vereint. Dazu gehört eine voll validierungsfähige, hoch automatisierte ERP-Lösung auf modernster technologischer Basis, die auch internationalen MultiSite-Anforderungen gerecht wird. Ebenso ein integriertes MES mit MDE, BDE sowie CAQ, die sämtliche Lösungskomponenten im Sinne der VDI 5600 beinhalten, um eine hohe Prozessqualität zu erreichen - beispielsweise durch Ressourcenplanung, Produktions-

management, Qualitätsmanagement und -sicherung. Zusätzlich zu dieser ganzheitlichen Unternehmenssteuerung liefern wir eine geeignete IT-Strategie, mit der unsere Kunden die Herausforderungen des digitalen Wandels im Sinne ihrer Unternehmensziele gewinnbringend meistern können. Wo setzen sie strategisch an, wenn es um die Verwirklichung digitaler Strategien geht? Nikolas Köster: Wir denken nicht in den üblichen Softwarekategorien. Digitale Transformation heißt bei uns eine gemeinsame Datenbasis sowie eine vertikale und horizontale Integration in sämtliche Geschäfts-, Produktions- und Qualitätsprozesse. Wir gestalten integrierte Prozesse für maximale Durchgängigkeit in einem Workflow bis „an die Maschine“. Volker Schinkel: Größere Unternehmen und Konzerne haben den Wert ihrer eigenen Daten längst erkannt. Sie analysieren ihre stetig wachsenden Datenbestände mit modernen Lösungen, um das eigene Geschäftsmodell anzupassen und auf Dauer wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Vorteile bringen wir nun in den Mittelstand.

Als langjährig erfahrene IT-Strategen stellen wir sicher, dass sich unsere Kunden auf einem zukunftssicheren Fundament bewegen, mit dem sie bereits heute die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen können. Technologisch unterscheiden wir dabei nicht zwischen Ressourcenplanung (ERP) sowie Fertigungsund Qualitätsmanagement (MES) im Shopfloor, sondern liefern eine umfassende Plattform vom Bedarfsverursacher bis zur Rückmeldung in Produktion oder Versand. Wie reagiert Modula auf aktuelle und zukünftige Trends wie z.B. IoT, Predictive Maintenance oder Künstliche Intelligenz? Nikolas Köster: KI und maschinelles Lernen sind für uns wichtige Bestandteile der Digitalisierungsstrategie, die enorme Potenziale für alle Geschäftsbereiche bieten. Bereits heute erfassen wir sämtliche produktions- und qualitätsrelevanten Daten, die den integrierten Modula-Softwarebausteinen unmittelbar zur Verfügung stehen. Die Bereitstellung valider und qualitativ hochwertiger Daten ermöglicht es unseren Kunden, umfangreiche Analysen der IstSituation durchzuführen und Pro-

Die Köpfe von Modula: Nicolas Köster, Geschäftsführer bei Syncos, Marcel Schober, Geschäftsführer Produkt und Technologie bei der Modula GmbH, Volker Schinkel, Geschäftsführer Modula GmbH und Holger Looks, Geschäftsführer von Cimdata Software (v.l.n.r.). Bild: Modula

gnosen für zukünftige Ergebnisse zu erstellen. Im Bereich der Auftragsverarbeitung innerhalb des ERP wird im „kognitiven Sekretariat“ bereits auf KI gesetzt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen werden zukünftig auch Prozess- und Produktionsdaten KIunterstützt analysiert, um auf diese Weise Muster, Trends und Anomalien frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, unseren Kunden eine lückenlose Überwachung von Maschinen und Anlagen zu ermöglichen, damit sie in der Lage sind, diese vorausschauend und effizient zu warten. Hierbei geht es uns aber nicht nur um voll automatisierte Prozesse, sondern auch um die Optimierung von teilautomatisierten Prozessen bzw. Systemen auf Werkerebene. Gerade im Letztgenannten sehen wir für mittelständische Produktionsunternehmen enorme Möglichkeiten, die Wertschöpfung zu erhöhen.

Es geht Modula um den Mittelstand. Wurden danach die vier Softwareanbieter ausgewählt? Volker Schinkel: Jeder der vier Anbieter hat auf Basis langjähriger vertrauensvoller Zusammenarbeit eine exzellente Beziehung zu seinen überwiegend mittelständischen Kunden, die von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. Diese Stärken verbinden wir mit mittelstandsgerechten Geschäftsgebaren, das große Konzerne hin und wieder vermissen lassen. Auch in Sachen Technologie haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Wir bieten ausschließlich Produkte mit einer erstklassigen funktionalen Basis: Beispielsweise landeten unsere ERP-Lösungen von Oxaion und Cimdata in den letzten Jahren ganz weit vorne im Trovarit-Ranking. Auch erhielt die Software Oxaion in den letzten zwei Jahren den Award für das „ERP-System des Jahres“ - aktuell in der Kategorie „Medizintechnik“. www.modul-a.com


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Tablet statt Bleistift für besseren Service Brandmeldetechnikfirma setzt auf digitale Abläufe - der Serviceaußendienst profitiert Die Heinrich Brandmeldetechnik GmbH aus Maxhütte-Haidhof entwickelt seit 2012 Sicherheitskonzepte für Privat- und Geschäftskunden aus der Region Oberpfalz (Bayern). Das Angebot umfasst nicht nur Brandmeldeanlagen und Überwachungssysteme, sondern das Unternehmen bietet auch einen Rundumservice mit Beratung, Installation und Wartung. Mittlerweile funktioniert dies durchgängig mit digitalen Prozessen - von der ersten Kundenanfrage über die Angebotserstellung bis hin zur finalen Rechnung. Selbst der Service erfolgt digitalisiert, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Dies alles ist nur durch die passende Software möglich. Die digitale Prozesskette reicht bei vielen Betrieben noch nicht bis zum Kunden. Typisch sind beispielsweise Probleme und Medienbrüche beim Service. Hier erfassen nämlich immer noch viele Techniker im Außendienst ihre Arbeitsberichte und Wartungsformulare mit Stift und Papier. Der Innendienst hat dann seine liebe Mühe damit, diese zu erfassen und die Informationen anschließend fehlerfrei in die Branchenlösung zu integrieren. Fehler durch die Medienbrüche sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Im Vorteil sind diejenigen, die stattdessen auf eine mobile Servicelösung setzen und beispielsweise die benötigten Formulare auf elektronischem Wege selbst generieren. Wie das möglich ist und wie eine durchgängige digitale Prozesskette aussieht, zeigt das Beispiel der Heinrich Brandmeldetechnik GmbH. Der Handwerksbetrieb, der in der Region Oberpfalz aktiv ist, freut sich über eine konstant hohe Auftragslage. Fast täglich kommen neue Kunden hinzu. „Wir setzen auf eine hohe Servicequalität die Philosophie ist, unsere wachsende Kundschaft voll und ganz zufriedenzustellen“, betont der Geschäftsführer Alexander Heinrich. Das Erfolgskonzept fußt dabei auf zwei Säulen - langjähriger Erfahrung sowie professionell ausgebildeten Fachkräften. Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels seien Letztere jedoch nicht immer leicht zu finden. Ein hoher Automatisierungsgrad spiele deshalb eine ebenso wichtige Rolle, wenn man auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben will, weiß der Geschäftsführer und betont: „Zeitintensive, täglich wiederkehrende Routineaufgaben sollen bei uns möglichst automatisiert ablaufen.“ Ganz wesentlich dafür seien schnelle, durchgängige Prozesse,

von der ersten Kundenanfrage über die Angebotserstellung bis hin zur finalen Rechnung. „Aber auch im Servicegeschäft beim Kunden vor Ort setzen wir auf den Einsatz leistungsfähiger Software. Unsere Techniker können sich so verstärkt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren“, so der Geschäftsführer.

Eine Software - alle Prozesse Bezüglich der Software hat das Unternehmen schon einiges ausprobiert. Aufgrund der notwendigen Branchentiefe sei es aber schwierig, geeignete Produkte zu finden. So manche Lösung habe in der Praxis einfach nicht funktioniert, erinnert sich Heinrich und verdeutlicht noch einmal die Herausforderung: „Unser erklärtes Ziel ist es, sämtliche betrieblichen Abläufe aus einer Software heraus zu steuern.“ Gesucht hat er deshalb eine Lösung, die bestmöglich auf die branchenspezifischen Prozesse der Errichter zugeschnitten ist. „Wir haben uns dann daran orientiert, was unsere Mitbewerber einsetzen und auch welche Software viele Kollegen des Bundesverbands Sicherheitstechnik nutzen“, bestätigt der Spezialist. Seit 2016 kommt deshalb bei der Heinrich Brandmeldetechnik die Branchensoftware esoffice des Anbieters es2000 zum Einsatz, eine Software, die speziell für Errichterbetriebe gedacht ist. Die ERP-Lösung sorgt laut Entwickler für durchgängige Prozesse im Tagesgeschäft und besitzt unter anderem tief greifende Funktionalitäten im Bereich Auftragssteuerung und Kundenmanagement. „Wir haben im Vorfeld genau besprochen, in welchen Bereichen ein hoher Automatisierungs-

Das Unternehmen hat mittlerweile auch ein Modul im Einsatz, das zur Erstellung von digitalen Protokollen und Formularen geeignet ist. Diese werden dann über mobile Endgeräte ausgefüllt.

bedarf besteht“, so Heinrich. Als ganz wesentlich stellte sich in diesem Zusammenhang das Service- und Wartungsgeschäft beim Kunden vor Ort heraus. „Um einen durchgängigen, elektronischen Workflow bis zum Kunden hin zu ermöglichen, haben wir mit esmobile zeitgleich eine mobile Tablet-Lösung für den Außendienst eingeführt“, betont der Geschäftsführer. Gerade einmal zwei Tage dauerte die Einführung dieser mobilen Außendienstlösung, aber an die neuen Prozesse habe man sich dann aber erst einmal gewöhnen müssen.

„Über das Modul E-Formulare generieren wir digitale Wartungsformulare für den Außendienst“, erklärt der Geschäftsführer. Diese kommen dann im Außendienst zum Einsatz. Bilder: es2000

seinen Auftrag erledigt hat, und kann direkt mit der Rechnungsstellung beginnen. „Das hat natürlich nicht nur unsere, sondern auch die Transparenz gegenüber dem Kunden gesteigert.“ Nachdem die Arbeitsberichte vollständig in die digitale Prozesskette integriert

Alexander Heinrich, der Geschäftsführer, betont: „Unser erklärtes Ziel ist es, sämtliche betrieblichen Abläufe aus einer Software heraus zu steuern.“ Bild: Heinrich Brandmeldetechnik

„Sicher war es für uns alle eine Umstellung, die hat uns aber nicht geschadet. Im Gegenteil, heute will keiner mehr zurück zum Papier“, betont Heinrich. Kein Wunder, denn die Vorteile im Tagesgeschäft sind offensichtlich. Jeder Servicetechniker erfasst heute beispielsweise seine täglichen Berichte, Arbeitszeiten und Materialverbräuche über ein eigenes Tablet. Das spart nicht nur Zeit und Papier, sondern die Serviceaufträge gelangen nun auch unmittelbar ins System, d.h. auch die Rechnungstellung erfolgt deutlich zeitnaher. „Früher mussten die Berichte noch von Hand geschrieben, anschließend gescannt und in den jeweiligen Ordnern abgelegt werden“, erinnert sich der Geschäftsführer und freut sich: „Heute werden die Dokumente einfach hochgeladen und landen automatisch in den dafür vorgesehenen Ordnern.“ Der Innendienst erfährt auf diese Weise sofort, wenn ein Techniker

waren, sollte dasselbe mit den Wartungsprotokollen erfolgen. Hintergrund: Es gibt genau festgelegte Normen und Richtlinien für den Aufbau und die Wartung von Brandmeldeanlagen. Jegliche Maßnahme, die beim Kunden vor Ort durchgeführt wird, muss deshalb genau protokolliert werden. Die so ausgefüllten Wartungsformulare werden dann unterschrieben an den Kunden ausgehändigt. „Wir haben hierfür eine Zeit lang ausfüllbare PDF-Formulare verwendet, das war uns aber auf Dauer zu umständlich“, so der Geschäftsführer. Er erklärt: „Gerade in diesem für uns so wichtigen Bereich wollten wir einen durchgängig steuerbaren Workflow und nicht vom einen Programm ins nächste springen müssen.“ Anfang 2018 führte das Unternehmen deshalb zusätzlich das Modul e-Formulare von es2000 ein. Die Lösung dient zur Erstellung von digitalen Protokollen und

sonstigen Formularen, die direkt über die App auf mobilen Geräten ausgefüllt werden können. Um Formulare selbstständig zu editieren, beinhaltet die Anwendung einen „FormularBuilder“ sowie einen integrierten „Reportdesigner“.

Herausforderung: Wartungsformulare Der Formular-Builder enthält eine Gestaltungsoberfläche mit einem leeren Formular, auf das sich per Drag and Drop Elemente hinzufügen oder entfernen lassen. Außerdem verfügt das Modul standardmäßig über eine Liste bereits erstellter Vorlagen für Service-, Inspektions- und Projektaufträge. Die einzelnen Felder auf dem Formular, die dann einmal im Formular-Builder definiert worden sind, werden anschließend in den Reportdesigner übernommen. Dort gestaltet man den Ausdruck des Formulars. Sowohl die Formularvorlagen als auch die fertigen Reports lassen sich als Dateien im- oder exportieren. Falls weitere Optimierungen benötigt werden, können die exportierten Dateien auf diese Weise sogar an die Experten von es2000 weitergeleitet werden. „Wir haben eines der Standardformulare ausgewählt und anschließend an unsere spezifischen Anforderungen angepasst“, erklärt Alexander Heinrich. Davor habe er mit den Technikern genau besprochen, welche Text- und Infofelder eingefügt oder entfernt werden können. Heute sind bei Heinrich drei unterschiedlich aufgebaute EFormulare im Umlauf. Bei zwei weiteren werden aktuell noch Änderungen vorgenommen. Den eingeschlagenen Weg der Digitalisierung jedenfalls will Heinrich Brandtechnik konsequent weitergehen. „Wir planen, unsere Prozesse konsequent zu automatisieren, und eruieren genau, wo noch Optimierungsbedarf besteht“, so der Geschäftsführer abschließend. www.heinrichbrandmeldetechnik.de www.es2000.de


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Fortsetzung von Seite 1 Aufgrund der sehr speziellen Sondermaschinen sind die fachspezifische Wartung und Instandsetzung jedoch unerlässlich. Gesucht wurde daher nach einer Alternative, die das Reisekostenbudget entlastet und den Prozess im Sinne der konzernweiten, zielgerichteten Digitalisierungsstrategie generell optimiert. Innerhalb des Programms „5G/Low Latency“ der Deutschen Telekom entstand dann ein Pilotprojekt, für das die Telekom-Einheit T-Systems Multimedia Solutions beauftragt wurde, die Entwicklung zu übernehmen. Nach ersten Akzeptanztests mit den zukünftigen Anwendern mit der Microsoft Hololens folgte die Entwicklung einer Assisted-RealityLösung für Wartungs- und Reparaturaufgaben auf Basis der Hololens. Die Zusammenarbeit erfolgte in Form einer Co-Creation, in der sich die branchenspezifische Expertise von Schwan Cosmetics mit der Technologie-Expertise von T-Systems Multimedia Solutions ergänzte. In der Folge entwickelten die AR-Experten von TSystems Multimedia Solutions am Standort München die Anwendung. Mit dieser können mittlerweile die Serviceexperten aus der Firmenzentrale von Schwan Cosmetics die Betreiber und Instandhalter von Produktionsmaschinen bei Problemen unterstützen. Der Experte ist dabei über eine Desktop-App via Hololens mit dem Bediener der Maschine vor Ort verbunden. Dabei kann er ihm Anweisungen in sein Blickfeld übertragen, denn das, was der Bediener sieht, sieht er auch. Probleme und Störfälle können auf diese Weise schnell und unmittelbar geprüft und behoben werden. Es können auch Anmerkungen oder Maschineneinstellungen im Sichtfeld des Bedieners angezeigt werden, damit aufgrund von Sprach- oder Dialektbarrieren keine Informationen missverstanden werden. „Eine besondere Herausforderung im Projekt, sowohl während der Konzeption als auch in der Entwicklung, stellte die Verbindung der 2D-Welt des Desktop-Users mit der 3D-Welt des RemoteUsers dar“, berichtet Martin Reißmann, Projektleiter bei T-Systems Multimedia Solutions, und erklärt: „Konkret ist beispielsweise die Positionierung von Annotationen, die in einem 2D-Livebild gesetzt werden und in das Live3D-Sichtfeld übertragen werden müssen, eine technisch schwierige und komplexe Aufgabe.“ Aktuell verfügt die Lösung nach Anbieterangaben bereits über eine hohe Genauigkeit, in einem weiteren Release sollen die Arten der Annotationen aber noch erweitert werden, um damit noch genauer Anweisungen geben zu können. Zum Einsatz kommt die Lösung bereits in einem Pilotprojekt im Werk Tennessee, wo sich schnell gezeigt hat, welchen Mehrwert die Assisted-Reality-

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Montagemaschinen connected Stauff setzt auf Anbindung der Maschinen an die Cloud Stauff stellt die neueste Generation der Maschinen für die Vorund Fertigmontage von Schneidringen (Typ SPR-PRC-POC) sowie der Umformmaschinen für Stauff Form (SFO-F) vor. Die neuen Maschinen der beiden Baureihen unterscheiden sich durch ein wesentliches, aber nicht sichtbares Merkmal von den Vorgängermodellen: Sie verfügen nämlich über eine Anbindung an die von Stauff bereitgestellte Cloud. Schwan Cosmetics Produktionstechnik wird die Augmented-Reality-Lösung in den nächsten Monaten zunächst in ihrem globalen Netzwerk ausrollen. In einem weiteren Schritt möchte das Unternehmen gemeinsam mit T-Systems diesen Service auch weiteren Kunden anbieten.

Lösung für die Wartung und Instandhaltung der Maschinen hat. Schwan Cosmetics erwartet dadurch, die Reisekosten für Servicetechniker auf ein Minimum zu reduzieren. Auch der Wartungsaufwand sowie die Ausfallzeiten der Produktionsmaschinen sollen deutlich gesenkt werden. Davon profitiert letztlich auch die Liefertermintreue des Unternehmens. „Mithilfe der virtuellen Brille können unsere Experten in Heroldsberg durch die Augen der Kollegen im Ausland sehen und diese bei Wartungen oder Reparaturen in Echtzeit unterstützen“, erklärt Alexander Sarkissian, Digital Initiative Manager bei Schwan Cosmetics und Leiter des Projekts. Sarkissian verdeutlicht die Vorteile: „Über die Brille des Kollegen sieht der Experte, wo der Fehler liegt und kann von seinem Arbeitsplatz aus den Kollegen an der Maschine durch die notwendigen Schritte leiten. Das spart Kosten und Zeit: Die langen Flugreisen zu den Töchtern entfallen und die Stillstandzeit der Maschine wird im Idealfall auf ein Minimum reduziert.“

Aktuell wird in enger Zusammenarbeit zwischen T-Systems Multimedia Solutions, dem Digital Studio von Schwan Cosmetics und der Schwan Cosmetics Produktionstechnik der Leistungsumfang der Assisted-RealityLösung sukzessive weiterentwickelt. Hierbei können bereits erste Ergebnisse aus der Pilotierung verarbeitet werden. So können in der aktuellen Version nun beispielsweise Screenshots oder textliche Anmerkungen gespeichert werden, um den Support Case, sprich das Video des Falls, zu speichern und zu protokollieren. Daraus könnte in der Zukunft beispielsweise eine umfassende Wissensdatenbank entstehen. Dies wiederum könnte helfen, zukünftige Supportfälle schneller zu lösen. Ein weiterer Einsatzfall sind Schulungen. So wird zukünftig das Szenario umgedreht werden: Der Experte am Stammsitz hat die Hololens auf und schult die Maschinenbediener am Desktop in den einzelnen Standorten, noch bevor eine neue Maschine ausgeliefert wurde. www.t-systems-mms.com www.schwancosmetics.com/de

Die Anbindung an die Cloud ermöglicht unter anderem ein einfaches Softwareupdate. Bislang musste sich der Service in diesen Fällen mit dem Anwender der Maschine in Verbindung setzen und einen Zeitraum vereinbaren, an dem eine Netzwerkverbindung hergestellt und ein Update aufgespielt wird. Oder aber die Software wurde vor Ort über einen Laptop mit Netzwerkanbindung auf den neuesten Stand gebracht. Künftig kann dies direkt online erfolgen. Der Service von Stauff muss dazu lediglich mit dem Anwender einen Zeitpunkt abstimmen, an dem die Maschine online und nicht im Einsatz ist. Außerdem können die Experten nun ohne großen Aufwand neue Parametersätze übermitteln, wenn der Nutzer der Maschine zum Beispiel abweichende Rohrwerkstoffe verarbeitet, für die die erforderlichen Parameter nicht schon mit Auslieferung der Maschine bereitgestellt wurden. Außerdem dokumentiert die Maschine detailliert die durchgeführten Montagevorgänge und macht diese Informationen online abrufbar. Sie lassen sich dann z.B. ausdrucken und als Nachweis für eine korrekte Montage benutzen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit, per Onlineservice

Bild: Stauff

die Maschinenhistorie und -parameter einzusehen. Dipl.-Ing. Oliver Wagner, Elektronik-Entwickler bei Stauff, erklärt, was damit möglich ist: „Wir können nun gemeinsam mit dem Anwender Daten analysieren und z.B. die Einstellungen der Maschine optimieren.“ Ein Beispiel macht klar, wie dies funktioniert: Wenn die Parameter beispielsweise zeigen, dass sich der Zylinderdruck bei einem bestimmten Vorgang immer an der Grenze zu einem definierten und hinterlegten Schwellenwert befindet, kann man gezielt gegensteuern und damit die Qualität der Schneidringmontage beziehungsweise der Umformung auf hohem Niveau halten. Und wenn die Maschine eine Fehlfunktion aufweisen sollte, lässt sich die Ursache schnell ermitteln, denn alle relevanten Daten sowohl für die Maschine als auch für die einzelnen Werkzeuge sind in der Cloud abrufbar. www.stauff.com

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ARBEITSSICHERHEIT

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Neufassung der TRBS 2121-2 Was sich seit Ende letzten Jahres beim beruflichen Einsatz von Leitern geändert hat Um die Sicherheit der Nutzer beim Einsatz von Leitern zu gewährleisten, gibt es neben der Betriebssicherheitsverordnung für die Bereitstellung und Verwendung von Arbeitsmitteln ergänzend die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) 2121-2 „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“. Diese konkretisierenden Vorgaben wurden jetzt nochmals verschärft. Der Steigtechnikhersteller Hymer-Leichtmetallbau klärt über die Änderungen auf. Seit Dezember 2018 ist die Neufassung der TRBS 2121-2 zur gewerblichen Nutzung von Leitern gültig. Das vom Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS), einem Beratungsgremium des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, erarbeitete Regelwerk bringt einige Änderungen mit sich, die die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter beim beruflichen Einsatz von Leitern nochmals verstärken. Dies sei eine gute Sache, meint Volker Jarosch, Leitung Produktmanagement bei Steigtechnikhersteller Hymer-Leichtmetallbau, und erklärt: „Statistiken zeigen, dass viele Unfälle auf den Einsatz eines nicht geeigneten Arbeitsmittels oder auf einen nicht ord-

Der Steigtechnikhersteller Hymer bietet den kostenfreien Infoflyer „Neufassung der TRBS 212-2: Berufliche Nutzung von Leitern - Was ist erlaubt und was nicht?“ an. Er fasst die Inhalte des überarbeiteten Regelwerks unter anderem in Form von einprägsamen Grafiken zusammen. Bestellt werden kann der Flyer unter der E-Mail-Adresse katalog@hymer-alu.de.

nungsgemäßen Umgang mit der Steigtechnik zurückzuführen sind. Daher sehen wir die überarbeitete Richtlinie TRBS 2121-2 als Instrument, die Sensibilität für die Sicherheit der Mitarbeiter beim beruflichen Einsatz von Steigtechnik nochmals zu schärfen.“ Dabei gilt: Die Regeln der TRBS sind nicht verbindlich. Sie dienen jedoch als wichtige Hilfestellung, wie Unternehmen die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung korrekt umsetzen. Volker Jarosch verdeutlicht: „Wendet ein Unternehmen die TRBS an, erfüllt es gleichzeitig die Schutzziele der Betriebssicherheitsverordnung. Andernfalls müsste das Unternehmen dies bei einer Prü-

fung durch die Berufsgenossenschaft durch andere Maßnahmen nachweisen, was mit einem deutlich höheren Arbeits- und Zeitaufwand einhergehen dürfte.“

Gefährdungsbeurteilung als Basis Der erste Schritt für die korrekte Umsetzung der TRBS 2121-2 ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Hierzu werden Aspekte betrachtet wie die Komplexität und die Dauer der geplanten Tätigkeit, der zu bewältigende Höhenunterschied, das bauliche Umfeld oder die Bodenbeschaffenheit. Auf Basis der Gefährdungsbeurteilung wird dann entschieden, welche Steigtechnik eingesetzt werden soll. Das kann eine Leiter, ein Fahrgerüst oder auch eine Hebebühne sein, die für die entsprechende Tätigkeit am jeweiligen Einsatzort das sicherste und am besten geeignete Arbeitsmittel ist. Bei der Verwendung der Leiter als Verkehrsweg, also als Zugangshilfe zu einem höher gelegenen Arbeitsplatz, gilt eine neue TRBSVorgabe hinsichtlich der Zustiegshöhe. „Bis zu einer Zustiegshöhe von maximal fünf Metern dürfen für einen sicheren Auf- und Abstieg geeignete Sprossen- oder Stufenleitern eingesetzt werden. Liegt der Arbeitsplatz darüber, muss künftig eine Alternative verwendet werden, zum Beispiel ein Treppengerüst wie unser Treppen-Fahrgerüst 6273 mit Fahrtraverse“, so Jarosch.

Wer eine Leiter einsetzt, nutzt sie meist in verschiedenen Funktionen: als Verkehrsweg, um sicher zu einem höher gelegenen Arbeitsplatz zu gelangen oder, bei längerer Verweildauer, auch als Arbeitsplatz. Die Neufassung der TRBS 2121-2 trägt dem Rechnung. Bilder: Hymer Leichtmetallbau

Arbeitsmittel gewählt werden, beispielsweise ein Fahrgerüst wie das Hymer Advanced Safe-T 7070 oder 7075“, verdeutlicht der Spezialist.

BG BAU fordert Einhängetritt „Eine alternative, flexible Option, einen festen Stand auf einer Sprossenleiter zu gewährleisten, sind Einhängetritte, die als Zubehör erworben werden und als

Plattform in eine Sprosse eingehängt werden können“, rät Volker Jarosch und hat noch einen Tipp: „Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, BG BAU, fördert Investitionen in eine höhere Arbeitssicherheit. Mitglieder haben die Möglichkeit, sich die Anschaffung von Leiterzubehör wie einem Einhängetritt über das Programm ,Arbeitsschutzprämien - Präventive Maßnahmen gegen Absturz‘ mitfinanzieren zu lassen.“ www.hymer-alu.de

Einsatz von Leitern als Arbeitsplatz Überarbeitet wurden außerdem die TRBS-Richtlinien für die Verwendung von Leitern als hoch gelegener Arbeitsplatz. Hier geht es also darum, wenn der Anwender zur Durchführung seiner Arbeit auf der Leiter verweilen muss. In diesem Fall dürfen Leitern nur noch bis zu einer Standhöhe von fünf Metern eingesetzt werden, und zwar auch nur dann, wenn der Anwender die Möglichkeit hat, auf einer mindestens 80 Millimeter tiefen Stufe oder einer Plattform zu stehen. Neu ist auch die zeitliche Regulierung der Nutzung als Arbeitsplatz. Bis zu einer Standhöhe von zwei Metern ist die Nutzung uneingeschränkt, bei einer Standhöhe ab zwei und bis fünf Metern nur für den Zeitraum von maximal zwei Stunden erlaubt. „Ab fünf Metern muss ein alternatives

Nur bis zu einer Höhe von fünf Metern können Leitern eingesetzt werden. Danach muss ein alternatives Arbeitsmittel gewählt werden.


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Wer am Filter spart, spart am falschen Ende Christian Baer von Atlas Copco erklärt im Interview, worauf es ankommt Wer eine Druckluftstation plant, legt möglicherweise nicht genug Wert auf die Filtertechnik, erklärt Christian Baer, Produktmanager bei Atlas Copco, und betont: „Denn diese beeinflussen nicht nur die Druckluftqualität, sondern auch die Energieeffizienz der Anlage.“ Gute Filter zeichnen sich durch niedrigen Differenzdruck, hohe Effizienz und lange Standzeiten bis zur nächsten Wartung aus. Schlechte Filter dagegen können schnell ins Geld gehen. Herr Baer, wie finde ich denn den richtigen Filter für meine Anforderung? Je nachdem, wofür ich in meinem Unternehmen Druckluft einsetze, muss diese eine bestimmte Quali-

tät haben. Wenn ich etwa Schüttgüter pneumatisch fördere, kann feuchte oder ölhaltige Druckluft das Produkt verkleben; Druckluftleitungen können durch Feuchtigkeit korrodieren, staubhaltige

Druckluft kann Abrieb und Verschleiß fördern. Je nach Anforderung und Anwendung gibt es laut ISO 85731:2010 fünf Reinheitsklassen für Druckluft, die eingehalten werden müssen. Diese geben uns unsere Kunden bei der Planung einer Druckluftstation meist schon als Parameter mit. Wenn die Anforderung an die Druckluftqualität beispielsweise 2-4-1 lautet, bedeutet das: Klasse 2 für Partikel, Klasse 4 bei der Feuchtigkeit und Klasse 1 für Öl. Wenn absolut reine Luft gefordert ist, wie etwa in der Lebensmittelindustrie oder bei der Verwendung als Atemluft, wird für Öl die Klasse 0 gefordert. Für nahezu jede Reinheitsklasse jeder Kategorie gibt es Filter. Unter Umständen müssen mehrere vor die Anwendung gesetzt werden. Was für Filter sind für die verschiedensten Verunreinigungen sinnvollerweise einzusetzen? Feuchte Druckluft wird mit Kältetrocknern getrocknet, die wir in unsere Kompressoren mit dem Kürzel „FF“ (Full Feature) schon ab Werk integrieren. Wenn Adsorptionstrockner verwendet werden, filtert ein nachgeschalteter Feinstaubfilter die beim Trocknen mit Adsorptionsmittel entstehenden Partikel heraus. Eine spezielle Herausforderung ist immer die Filterung von Öldämpfen. Diese bewältigen wir mit unseren Aktivkohleadsorbern der Baureihe QDT aber sicher. Öl-Aerosole, Nassstaub und Wassertropfen werden aus der Druckluft von unseren Grob- und Feinfiltern DD+ und PD+ abgeschieden. Für höhere Anforderungen an die Druckluftqualität werden beide Filter nacheinandergeschaltet. Weil dies den Druckverlust erhöht, haben wir kürzlich einen ganz neuen Filter entwickelt - den UD+. Dieser vereinigt Fein- und Grobfilter in einem, arbeitet somit effizienter, hat eine hohe Standzeit und ist in der Wartung kostengünstiger als zwei einzelne. Außerdem profitiert auch die Umwelt, wenn ich nur einen Filter entsorgen muss. Wie hoch ist denn der Druckverlust durch einen Filter? Der Druckverlust etwa bei unserem UD+ liegt anfangs bei 0 bar. Dieser Wert steigt jedoch relativ schnell auf einen stabilen Druckverlust zwischen 0,185 und 0,245 bar an. Dieser Wert stagniert in der Regel über lange Zeit. Wenn man einkalkuliert, dass jedes Bar Druck, das mehr aufgewendet wird, mit einem um sechs bis sieben Prozent höheren

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Christian Baer, Produktmanager bei der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik in Essen und Experte für Druckluftaufbereitung, mahnt: „Ein undurchdachtes Filterkonzept, Billigware oder zugesetzte Filter können den Druckverlust durchaus erhöhen - oder sogar das Produkt gefährden, wenn die erforderliche Luftqualität nicht erreicht wird. Ganz abgesehen davon, dass die Kosten durch den höheren Energieverbrauch diejenigen für einen neuen Filter durchaus übersteigen können.“ Bild: Atlas Copco

Energieverbrauch zu Buche schlägt, wird deutlich, dass die Energieeffizienz auch für Filter eine Rolle spielt: Ein bis zwei Prozent der gesamten Energiekosten einer Druckluftstation gehen also über den Filter verloren. Und wie oft sollte man einen Filter dann wechseln? An unseren Filtern sitzt oben ein Indikator für den Differenzdruck. Wenn dieser über eine bestimmte Marke steigt und damit der Druckverlust zu hoch ist, muss der Filter gewechselt werden. Über den Daumen ist das nach etwa 4.000 Betriebsstunden der Fall. Wir legen die Filter und auch deren Wartung auf die Referenzbedingungen hin aus. Und achten zum Beispiel auch auf die Umgebung. Wenn es im Umfeld sehr feucht und staubig ist, setzen sich Filter schneller zu und müssen öfter gewechselt werden. Wie hoch können denn die Kosten sein, die durch einen verstopften Filter verursacht werden? Wenn wir einen typischen öleingespritzten Kompressor wie unsere GA-Baureihe mit 90 Kilowatt Leistung und 10 bar Druck nehmen, so ergeben sich pro Jahr Energiekosten in Höhe von 128.160 Euro, wenn der Kompressor 8.000 Betriebsstunden läuft und die Kilowattstunde Strom 0,15 Euro kostet. Bei einem Druckverlust von 0,25 bar durch einen recht guten Filter liegen die Kosten bei 129.948 Euro. Mit einem Filter, der einen höheren Druckverlust von etwa 0,35 bar aufweist, liegen die jährlichen Energiekosten schon bei 130.728 Euro. Sprich, dieser scheinbar kleine Unterschied von nur 0,1 bar beim Druckverlust bedeutet schon 780 Euro mehr an Energiekosten im Jahr. Wenn ich ölfreie Druckluft benötige - ist es dann besser, einen ölfrei verdichtenden Kompressor einzusetzen, oder sollte ich entsprechende Filter vor die Anwendung setzen? Absolut ölfreie Druckluft ist nur in einigen Branchen notwendig. Wie etwa für Anwendungen in der Lebensmittel- oder Papierindustrie, der Pharmazie oder auch in Lackierereien. In solchen Fällen fordert der Kunde sogenannte „technisch ölfreie“ Luft.

Die erforderliche Luftreinheit kann nur mit ölfrei verdichtenden Kompressoren erreicht werden. Wir bieten solche Maschinen in unseren Z-Baureihen an, die allesamt vom TÜV entsprechend zertifiziert wurden. Für die meisten Anwendungen reicht es aber, die von den Kompressoren erzeugte Druckluft mit Filtern zu reinigen. Denn selbst, wenn diese im Falle von belasteter Umgebungsluft häufiger gewechselt werden müssten, würde sich die Anschaffung eines Z-Kompressors (Z = Zero = „null Öl“) im Gegensatz zu einem öleingespritzten GA-Kompressor mit den gleichen Leistungsdaten keinesfalls amortisieren - oder jedenfalls nicht nur dadurch, dass keine Filter nötig sind. Allerdings sollte man bei diesem Vergleich ohnehin vorsichtig sein. Je nach Leistungsklasse sind zum Beispiel unsere neuen ölfrei verdichtenden ZR-VSD+-Kompressoren deutlich effizienter als die öleingespritzten GA-Kompressoren oder umgekehrt. Und da der Energieverbrauch allgemein sehr stark zu Buche schlägt, müsste man sich jeden Fall einzeln anschauen und dann die Investitionskosten sowie alle Betriebskosten über die Lebensdauer vergleichen. Gibt es bei Filtern Qualitätsunterschiede, die zu beachten sind? Bei der Auswahl eines Filters sind Effizienz, Differenzdruck, Standzeit bis zum nächsten Service und die Wartungsfreundlichkeit wichtige Parameter - das heißt, er muss einfach zu wechseln sein. Es gibt gewickelte und plissierte Filter. Atlas Copco verwendet gewickelte Filter. Der Vorteil dieser Konstruktion ist die größere Filterfläche und die höhere Filtereffizienz. Besonders wichtig ist aber auch, dass man vor Produktpiraterie auf der Hut ist. Denn wenn ein Filter nicht die versprochene ISO-Klasse erreicht, kann darunter die Qualität der Druckluft leiden - mit allen negativen Konsequenzen bis hin zur Produkthaftung. Tests, die wir in Belgien mit Markenfiltern und Billigware gemacht haben, haben ergeben, dass trotz äußerer Ähnlichkeit auch die Energieeffizienz der Filter sehr unterschiedlich ausfallen kann. www.atlascopco.de


DRUCKLUFT TECHNIK

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Hier ist die Luft das Salz in der Suppe Pneumatische SalzfĂśrderung bei der StraĂ&#x;enbauverwaltung in Luxemburg Der Sommer hat gerade erst begonnen, dennoch machen sich die Verantwortlichen in den Städten und Kommunen bereits Gedanken Ăźber den kommenden Winter - genauer gesagt Ăźber die Menge, die Art und Weise und wann das fĂźr die Saison benĂśtigte Streusalz eingelagert werden soll. Salz kann man nämlich, auĂ&#x;er in einem Trockensilo, nur beschränkt lagern und ist als FĂśrdergut eine Herausforderung. Worauf es ankommt und wie es funktioniert, zeigt das Beispiel der StraĂ&#x;enbauverwaltung des GroĂ&#x;herzogtums Luxemburg. Zum Einsatz kommen hierbei unter anderem leistungsfähige Gebläse. einem Radlader aufgenommen und in einen Trichter gefĂźllt. Es läuft durch eine Zellenradschleuse, die fĂźr die richtige Dosierung und eine konstante Durchsatzleistung sorgt, und landet im Aufgabeschuh. Von dort geht es dann mit einem Druck von 0,4 bis 0,5 bar (maximal 0,63 bar) und einem Volumenstrom von 1.920 Kubikmetern in der Stunde mittels der Gebläse Ăźber Rohre in luftige HĂśhen. Insgesamt zwei Salzsilos mit einem FassungsvermĂśgen von je 250 Tonnen gilt es auf diese Weise zu befĂźllen.

Aller guten Partner sind drei Die beiden 20 Meter hohen Salzsilos verfĂźgen Ăźber ein FassungsvermĂśgen von je 250 Tonnen. Insgesamt bietet das Salzlager Platz fĂźr 4.500 Tonnen Salz. Bilder: Aerzen

Bruck + Weckerle gestaltete Bau aus transparenten Prokulit Lichtpaneelen war in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet worden: 2007 erhielt das Design den â&#x20AC;&#x17E;Luxemburger Architekturpreisâ&#x20AC;&#x153; (Prix Luxembourgeois d'Architecture), 2008 folgte der â&#x20AC;&#x17E;Bauhärepräisâ&#x20AC;&#x153; (Bauherrenpreis). Deshalb entschloss man sich, das Gebläse kurzerhand auf einen Schwerlastanhänger zu montieren. So ist es mobil und kann bei Bedarf angeschlossen werden. Das bedeutet: Damit das äuĂ&#x;ere Erscheinungsbild der Halle nicht gestĂśrt wird, wird das Aggregat im Sommer einfach â&#x20AC;&#x17E;eingemottetâ&#x20AC;&#x153;. Erst zum Beginn der Saison, wenn das Salz eingelagert werden muss, bringt es dann ein Gabelstapler an Ort und Stelle. Und so verläuft nun der Salztransport: Sobald die Lkw das Salz abgeladen haben, wird es von

FĂźr die Wagenkonstruktion sowie die Verrohrung wurde die Firma Emde Automation aus Nassau mit ins Boot geholt, mit der Aerzen bereits seit Ăźber zehn Jahren zusammenarbeitet. â&#x20AC;&#x17E;Wir haben auch die Produkt-zu-Luft-Beladung in der Rohrleitung neu berechnet

Das Drehkolbengebläse Delta Blower GM35S von Aerzen wurde auf einem Hänger montiert und wird dann, wenn es benÜtigt wird, angeschlossen. Es hat eine maximale Leistung von 2.418 Kubikmetern Luft in der Stunde bei 1 bar Druckdifferenz. Das Gerät gilt als robuster Dauerläufer ein wichtiger Aspekt, denn Ausfälle während der Wintersaison sind problematisch.

und ausgelegt sowie die ProduktzufĂźhrung strĂśmungstechnisch optimiertâ&#x20AC;&#x153;, berichtet BjĂśrn Redert, Projektleiter im Vertrieb bei Emde, und ergänzt: â&#x20AC;&#x17E;Die Herausforderung bestand vor allem darin, die bestehenden Komponenten der Altanlage des Marktbegleiters wiederzuverwenden und in das neue Konzept zu integrieren.â&#x20AC;&#x153; Zudem hat Emde einen VerschleiĂ&#x;schutz auf einigen Bereichen des Rohrsystems angebracht. Dieser war nĂśtig, da die Rohre durch die bei der SalzfĂśrderung entstehende Reibung von innen immer dĂźnner geworden waren.

Alle drei Spezialisten sind mit dem Verlauf des Projekts zufrieden (v.l.n.r.): Pierre Servais (Technischer Leiter der StraĂ&#x;enbauverwaltung Bertrange), Christoph Winter (Vertriebsingenieur bei Aerzen) und BjĂśrn Redert (Projektleiter bei Emde).

Pierre Servais jedenfalls ist mit der LĂśsung rundum zufrieden: â&#x20AC;&#x17E;Es war die richtige Entscheidung, das Gebläse nach drauĂ&#x;en zu setzen. Die Anlage arbeitet jetzt viel besser.â&#x20AC;&#x153; FĂźr den Luxemburger ist vor allem ein Aspekt wichtig: Zuverlässigkeit. â&#x20AC;&#x17E;Wir brauchen Anlagen, auf die wir uns verlassen kĂśnnen. Denn im Winter mĂźssen wir jederzeit einsatzbereit seinâ&#x20AC;&#x153;, so Servais. Mittlerweile wird die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter fortgefĂźhrt, das heiĂ&#x;t, das erste Nachfolgeprojekt ist bereits unter Dach und Fach. Denn unlängst hat auch die zweite alte SalzfĂśrderanlage in Bertrange ihren Dienst quittiert. Auch hier waren Wettbewerberprodukte verbaut. Die Einzelheiten sind schon besprochen, im Oktober wird deshalb nun das nächste Aerzen-Gebläse nach Luxemburg geliefert. Es wird sicher nicht das letzte bleiben, wie Servais verrät: â&#x20AC;&#x17E;Wir planen, auch unsere beiden anderen Salzlager in Potaschberg und Mersch umzubauen und mit der gleichen Technologie wie in Bertrange auszustatten. Das hätte den groĂ&#x;en Vorteil, dass die Anlagen und Komponenten untereinander austauschbar wären, sollte doch mal was kaputtgehen.â&#x20AC;&#x153; www.pch.public.lu www.aerzen.com

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Dort wo NaCl draufsteht, ist bekanntlich auch Natriumchlorid drin - wie zum Beispiel auf dem transparenten Bau in Bertrange westlich der Stadt Luxemburg, wo mit groĂ&#x;en roten Lettern die chemische AbkĂźrzung fĂźr das Salz prangt. Hier lagern in Spitzenzeiten bis zu 4.500 Tonnen Salz. Damit werden in der kalten Jahreszeit fast vier Millionen Quadratmeter Autobahnen des GroĂ&#x;herzogtums von Eis und Schnee freigehalten. â&#x20AC;&#x17E;Damit das ausgestreute Salz auf der Fahrbahn ,haftetâ&#x20AC;&#x2DC; und um eine optimale Tauwirkung zu erzielen, verwenden wir aus unserer Eigenproduktion eine 22-prozentige Salzlaugeâ&#x20AC;&#x153;, berichtet Pierre Servais von der StraĂ&#x;enbauverwaltung Luxemburg, die fĂźr Bau und Unterhaltung der staatlichen StraĂ&#x;en und Wege zuständig ist. Hergestellt wird die Salzlauge direkt vor Ort in der Salzlagerhalle in Bertrange und zwar aus Steinsalz mit einer Reinheit von mindestens 98 Prozent. Rechtzeitig vor Kälteeinbruch werden daher jedes Jahr die Vorräte aufgefĂźllt. Per Lkw kommt die Ware an und wird vor der Halle abgeladen. Die Frage ist nur, wie die Abermillionen SalzkĂśrner in die 20 Meter hohen Salzsilos kommen? Diese Frage stellte sich fĂźr die Verantwortlichen umso dringender, als in Luxemburg die alte SalzfĂśrderanlage ausďŹ el. Jetzt war schnelle Hilfe gefragt. â&#x20AC;&#x17E;Im Winterdienst kĂśnnen wir es uns einfach nicht erlauben, dass eine Anlage nicht läuftâ&#x20AC;&#x153;, so der Technische Leiter Servais. Die Verantwortlichen wandten sich an Aerzen und das Unternehmen lieferte innerhalb von 24 Stunden erst einmal ein Mietaggregat. â&#x20AC;&#x17E;Dieser schnelle Service sowie die guten Leistungen des Geräts haben uns Ăźberzeugtâ&#x20AC;&#x153;, so Servais. Und so ging der Auftrag fĂźr die Erneuerung der defekten Anlage an die niedersächsischen Maschinenbauer. Christoph Winter, Vertriebsingenieur bei Aerzen, kennt die Details: â&#x20AC;&#x17E;Die alten Maschinen waren innerhalb der Halle verbaut, in der das Salz lagert. Uns war sofort klar, dass die Anlage aus dieser salzhaltigen Atmosphäre herausmuss. Denn Salz ist sehr aggressiv und setzt der Technik enorm zu. Die Folge: schnelle Korrosion und eine kurze Lebensdauer.â&#x20AC;&#x153; Die Platzverlagerung gestaltete sich schwieriger, als im ersten Moment angenommen, denn vor der Halle war zwar Platz fĂźr eine feste Installation der Gebläsetechnik reichlich vorhanden, allerdings stellte sich heraus, dass die Optik des Gebäudes nicht verändert werden durfte. Denn der von den luxemburgischen Architekten

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Mithilfe der im Inneren des Reifens montierten Reifensensoren überwachen, analysieren und melden zwei Systeme Daten über Reifentemperatur und -druck. Bild: Continental

Betriebszeit rauf - Pannen runter Reifen mit zu geringem Luftdruck sind eine verbreitete Ursache für Pannen - auch und gerade dort, wo raue Bedingungen herrschen, wie zum Beispiel im Bergbau oder auf Baustellen. Durch die Überwachung des richtigen Drucks und der richtigen Temperatur lassen sich die Betriebszeit maximieren und die Effizienz verbessern, während gleichzeitig das Pannenrisiko sinkt. Die Zahlen müssten wachrütteln: Im Durchschnitt weisen rund ein Drittel aller Reifen einer Fahrzeugflotte einen zu geringen Luftdruck auf - und das hat Folgen und zwar nicht nur auf den Kraftstoffverbrauch, sondern auch auf die Lebensdauer.

Das Conti-Pressure-Check-System kam sogar bei der Rallye Dakar auf den russischen KAMAZ-Master-Trucks zum Einsatz. Bild: Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Bei 10 Prozent Minderluftdruck reduziert sich die Profillebensdauer nämlich bereits um rund 15 Prozent und die Lebensdauer der Karkasse um 20 Prozent. Bei 20 Prozent Minderluftdruck verkürzt sich die Lebensdauer der Karkasse sogar um bis zu 30 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: Optimal genutzte Reifen halten deutlich länger. Damit nicht genug: Besser erhaltene Karkassen können sogar runderneuert werden, sodass der Reifen mehr als nur ein „Leben“ hat. Die Überwachung des passenden Reifendrucks und der richtigen Reifentemperatur sind dabei der Schlüssel, um die Betriebszeit zu maximieren und gleichzeitig das Pannenrisiko zu senken. Continental hat nun zwei Systeme entwickelt, um den richtigen Reifendruck und die richtige Reifentemperatur sicher-

zustellen, nämlich die digitalen Reifendruckkontrollsysteme Conti-PressureCheck und Conti-Connect. Reifensensoren von Continental bilden bei beiden Systemen das Herzstück. Die im Reifeninneren montierten intelligenten Reifensensoren messen dazu permanent die Temperatur und den Luftdruck des Reifens und übermitteln die Daten. Das System Conti-Pressure-Check zeigt dabei die Daten des Reifensensors in der Fahrerkabine oder auf einem Handlesegerät an und warnt so den Fahrer, bevor eine Situation kritisch wird. Es handelt sich um eine fahrerorientierte Komplettlösung für einzelne Fahrzeuge, die für eine Überwachung mehrerer Fahrzeuge rund um die Uhr auch in Telematik-Lösungen von Drittanbietern integriert werden kann. Weiter auf Seite 19

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Das Mehrkanalsystem Prolink bietet ein einsteckbares Feldbusmodul, sodass die Integration in eine vorhandene Infrastruktur leicht fällt. Doch das ist noch nicht alles. Bild: Schaeffler

Signalanalyse ohne Expertenwissen Das neue Mehrkanal-ConditionMonitoring-System Prolink CMS von Schaeffler eignet sich laut Hersteller für die Überwachung kompletter Produktionsanlagen. Über die lokale Nutzung hinaus bietet sich das System als Gateway für Industrie-4.0-Lösungen an. Prolink CMS erfordert für die Inbetriebnahme keine Kenntnisse auf dem Gebiet der Signalerfassung und Schwingungsanalyse. Mithilfe eines Konfigurationsassistenten werden über einen Webbrowser nämlich nur grundlegende Daten zu den zu überwachenden Komponenten eingegeben. Vorlagen, sogenannte Templates, ergänzen bauteilspezifisch alle weiteren Informationen, zum Beispiel für Wälzlager, Motoren und Getriebe, Lüfter und Pumpen. Während der selbstlernenden Testphase im Betrieb definiert das System automatisiert für jede Maschine drehzahl- und lastabhängig die Alarmschwellen für bis zu 100 Betriebspunkte. Prolink CMS besteht aus einem Hauptprozessormodul für die Signalaufbereitung sowie aus unterschiedlichen Signalerfassungsmodulen, zum Beispiel für die Schwingungsmessung mit bis zu 16 Messkanälen. Prolink CMS kann lokal betrieben und über den Feldbus mit seiner Anlagensteuerung verbunden werden. Darüber hinaus bietet es die Möglichkeit, die Sensordaten zur Analyse an die Schaeffler Serviceplattform zu übermitteln. Hierüber stehen zukünftig diverse digitale Services von Schaeffler zur Verfügung, wie zum Beispiel der Condition-Analyzer oder eine Klassierung von Lastkollektiven. www.schaeffler.de


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Mit KI die Instandhaltung optimieren Fraunhofer IGD stellt mit Data@Hand Technologie zur automatisierten Datenanalyse vor Wie die Zukunft aussehen könnte, erklären die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD. Angenommen ein Maschinenbauer installiert in jeder Anlage, die hergestellt und weltweit vertrieben wird, eine Sensoreinheit, welche die Daten während des Anlagenbetriebs analysiert und Anomalien erkennt, können diese irgendwo auf der Welt eingesetzten Anlagen ihre gewonnenen Daten in eine gemeinsame Cloud übertragen. Der Vorteil: Die weltweit genutzten Anlagen können auf diese Weise voneinander lernen, wie der Normalbetrieb verläuft. Für die Instandhaltung wichtig: Tritt eine Abweichung auf, wird diese erkannt - und zwar ohne dass bei der einzelnen Anlage jemals dieses unbekannte Muster aufgetreten ist. Die hierfür benötigte Basistechnologie liefert nun das Fraunhofer IGD mit Data@Hand. Wie diese Technik des Fraunhofer IGD funktioniert und wie aus einer reinen Datensammlung durch die intelligente Analyse und die Visualisierung kritischer Zustände ein echter Mehrwert generiert werden kann, zeigten die Forscher auf der diesjährigen Hannover Messe an einem eingängigen Praxisbeispiel. Dabei wurden an einer Kompressoreinheit in einem Demonstrationsbeispiel Betriebszustände unterschiedlich stark verändert und die Maschinenparameter Temperatur, Schwingung und die Stromaufnahme analysiert. Auf der direkt angeschlossenen Sensoreinheit lief dann die Erkennungsanalyse. Mit diesen Daten wurden also Anomalien und neue Betriebseinflüsse in Echtzeit identifiziert. Sobald das Betriebsverhalten vom Normalzustand abwich, erfolgte nun eine Warnung. Mit den so gewonnenen Daten können also Problemfälle nicht nur ursächlich analysiert, sondern auch vorhergesagt werden, was dazu beiträgt, Wartungskosten zu senken. Doch damit nicht genug, wie Dr.Ing. Mario Aehnelt, Leiter der Abteilung Visual Assistance Tech-

nologies am Fraunhofer IGD in Rostock, erklärt: „Das Besondere dabei ist, dass wir mit vorher noch nie da gewesenen Betriebszuständen agieren können und ein System haben, das sich stetig weiterentwickelt. Es erkennt selbstlernend normale Betriebszustände und Abweichungen.“ Und das auf Wunsch durch die Vernetzung über die Cloud sogar weltweit und zwar auch durch die Daten von anderen baugleichen Maschinen und Anlagen. Wichtig hierbei: Data@Hand unterstützt die Analyse von komplexen Datenmengen, überlässt jedoch die konkreten Entscheidungen, wie auf Anomalien reagiert wird, dem Fachexperten. Dabei kann die Analyse nicht nur über eine leistungsfähige serverbasierte Plattform erfolgen, sondern sogar auf mobilen Kleinstsystemen direkt an der Maschine, wenn dies gewünscht wird. Data@Hand kann außerdem an bestehende KI-Werkzeuge und vorhandene Plattformen zur Datenverarbeitung (MES/ERP) angebunden oder zur visuellen Datenaufbereitung genutzt werden. Wie flexibel diese Basistechnologie genutzt werden kann,

zeigt sich auch an der Tatsache, dass die Forscher vom Fraunhofer IGD sich durchaus auch Anwendungen im medizinischen Bereich, also beispielsweise zur Überwachung von Vitaldaten vorstellen können. www.igd.fraunhofer.de

Data@Hand versteht sich als Informations- und Datenwerkzeug für den Menschen im Arbeitsprozess mit dem Ziel der Prozessoptimierung und beruht auf den Prinzipien des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz. Bild: Fraunhofer IGD

Funkenstrecken im Ex-Bereich schützen Koaxiale Anschlusstechnik macht Installation und Prüfung leicht Dehn bietet eine Lösung, um elektrisch leitfähige Anlagenteile im Ex-Bereich, wie zum Beispiel Isolierstücke von Pipelines, in den Blitzschutz-Potenzialausgleich einzubinden. Auf diese Weise werden also elektrisch leitfähige Anlagenteile im Ex-Bereich, die nicht direkt miteinander verbunden werden können, vor blitzbedingten Überspannungen geschützt. Die EXFS Coax-Connection Box dient z.B. dem Schutz von Isolierstücken bei unterirdischer Montage oder zur Überbrückung in kathodisch korrosionsgeschützten Rohrabschnitten. Die Verbindung zwischen dem Isolierstück und der Connection Box bildet dabei eine koaxiale Anschlussleitung. Diese erzielt, wie der Hersteller Dehn betont, eine bis zu dreimal bessere Schutzwirkung als die konventionelle Anschlusstechnik bei vergleichbarer Anschlusslänge. Somit bietet die Box den Vorteil,

Bild: Dehn

dass selbst bei längeren Anschlussleitungen die Isolationsfestigkeit des Isolierstückes nicht

Leckage meldet sich online Geräuschüberwachung mit Datenfernübertragung Mit dem Geräuschlogger Phocus3m von Esders und durch dessen Verknüpfung über den Mobilfunk mit der Cloud ist es möglich, leckagegefährdete Netzabschnitte von jedem internetfähigen Rechner aus zu überwachen. Das System eignet sich daher besonders zum dauerhaften Einsatz in Risikogebieten mit hoher Rohrbruchgefahr oder auch in Gegenden, in denen große Folgeschäden drohen. Die Geräuschlogger Phocus3m sind, wie der Hersteller Esders betont, in wenigen Augenblicken installiert. Und sie benötigen keine oberirdische Hardware. Bei herkömmlichen Geräuschloggern, die mit Infrarot oder mit dem Nahbereichsfunk arbeiten, muss das Auslesegerät zunächst physisch in die Nähe der Geräuschlogger kommen. Das erfordert einen entsprechenden Zeit- und Personalaufwand. Im Gegensatz hierzu setzt Phocus3m auf eine Übertragung der Daten über das Mobilfunknetz. Und auch hier unterscheidet sich die Lösung von anderen, bereits im Markt verfügbaren Systemen auf Mobilfunkbasis. Denn diese benötigen, so betonen die Spezialisten von Esders, aufgrund einer limitierten Reichweite

oberirdische Installationen wie zum Beispiel Repeater, die an Straßenlaternen, Verkehrsschildern oder Fassaden angebracht werden müssen. Phocus3m hingegen benötigt keine oberirdische Hardware. Diese Geräuschelogger müssen laut Hersteller lediglich einmalig mit dem Smart Recorder programmiert und in die Hydrantenund Schieberkappen eingesetzt werden. Dabei wird automatisch die GPS-Position der einzelnen Logger gespeichert. So kann später am PC ohne zusätzliche Eingaben eine Übersicht des Netzabschnittes mit den Standorten sämtlicher Logger in Google Maps erzeugt werden. Und so funktionieren die Logger: Über Nacht werden die Kontaktschallmikrofone in zuvor de-

„Phocus3m gibt Netzbetreibern über alle gängigen Webbrowser gleich zu Arbeitsbeginn ein umfassendes Lagebild des kontrollierten Netzabschnittes. Wasserversorger gewinnen damit Zeit und Handlungsfähigkeit im Kampf gegen Leckagen“, verdeutlicht der Geschäftsführer des Herstellers, Bernd Esders, die Vorteile dieser Geräuschlogger. Er ergänzt: „Phocus3m-Anwender benötigen neben der Logger-Technik lediglich einen zeitgemäßen internetfähigen PC. Cloudservice, Support und Datentransfer für alle Mobilfunknetze sind im Paket inkludiert.“ Bild: Esders

finierten Intervallen aktiviert. Die Geräte nehmen die auftretenden Leckgeräusche auf und analysieren sie. Die aufbereiteten Messdaten und bei Bedarf auch die Audiodaten werden dann über das Mobilfunknetz in die Cloud übertragen. Hinweise auf neu entstandene Leckagen lassen sich so schon frühmorgens per Webbrowser abrufen.

Alle autorisierten Arbeitsgruppen können auf die Daten zugreifen. Bei hoher Leckwahrscheinlichkeit schließt sich dieser Vorortung dann eine exakte Ortung an. Zusätzlich kann der Nutzer beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte einen E-Mail-Alarm einrichten, um schneller reagieren zu können. www.esders.de

überschritten wird. Bei getrennten Anlagenteilen, die nur eine geringe Isolationsfestigkeit zueinander aufweisen, haben sich die tiefen Ansprechspannungen der Funkenstrecken besonders bewährt, so die Experten von Dehn. Mit einem maximalen Blitzstoßstrom von 100 kA (10/350) erfüllt die EXFS 100 zudem die Blitzstromtragfähigkeitsklasse „H“ nach EN 50164-3 „Blitzschutzbauteile Anforderungen an Trennfunkenstrecken“. Außerdem verleihen die abbrandfesten Wolfram-Kupfer-Elektroden den Ex-Funkenstrecken eine hohe Lebensdauer. Clever: Die Box wird oberirdisch installiert, auch wenn es um den Schutz von unterirdischen Anlagenteilen geht. Ferner kann die regelmäßige Prüfung der integrierten Ex-Trennfunkenstrecke EXFS 100 außerhalb des Ex-Bereiches durchgeführt werden. Das Abklemmen von Leitungen oder das Entfernen von Isolierungen beim Prüfen ist nicht nötig, was die Instandhalter ebenso freuen dürfte wie die Tatsache, dass ein Austausch der Schutzkomponente ohne Grabungsarbeiten möglich ist. Die Überprüfung der Funktion solcher Schutzsysteme erfolgt innerhalb der für die Anlage festgesetzten Inspektionsintervalle, so beispielsweise alle zwei Jahre nach DIN EN 62305-3 oder alle drei Jahre nach DIN EN 60079-17 (VDE 0165 Teil 10-1). www.dehn.de


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Was Bahn, Skilift und WKA gemeinsam haben Vorausschauende Wartung mit planbaren Stillstandzeiten erhöhen die Verfügbarkeit ZF integriert die vorausschauende Wartung in Industriegetriebe unterschiedlicher Art. Das bedeutet beispielsweise, dass die Betreiber sowohl von Seilbahnen als auch von Windkraftanlagen oder von Schienenfahrzeugen von den smarten Predictive-Maintenance-Lösungen dieses Unternehmens profitieren, die wiederum alle auf einer gemeinsame Grundlagen basieren: Herzstück der vorausschauenden Wartungsfunktionen ist nämlich die cloudbasierte IoT-Plattform von ZF, auf der alle Daten zusammenlaufen und mittels Algorithmen ausgewertet werden. Die Anforderungen an Industrietechnikanwendungen sind branchenübergreifend sehr ähnlich und lassen sich mit „maximaler Effizienz bei möglichst niedrigen Kosten“ zusammenfassen. Ungeplante Stillstandzeiten sind da ein häufiger Störfaktor, denn wenn eine Anlage unerwartet ausfällt, entstehen für die Betreiber hohe Kosten. Firmen wie ZF entwickeln daher digitale und vernetzte Lösungen für eine vorausschauende Wartung mit dem Ziel, die Stillstandzeiten zu minimieren und die Zuverlässigkeit von Industriegetrieben zu steigern. Dabei verbindet sich bei ZF nach eigenen Angaben die smarte Sensorik mit einem umfassenden Vernetzungs-Knowhow und der entsprechenden Expertise bei der Hardware.

Intelligentes Predictive Maintenance „ZF ist in der einmaligen Position, alle notwendigen Kompetenzen für intelligentes Predictive Maintenance unter einem Dach zu vereinen“, betont Dr. Klaus Geißdörfer, Leiter der Division Industrietechnik bei ZF, und ergänzt: „So können wir unseren Kunden auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte Lösungen bieten, die die Effizienz ihrer Anwendungen maximieren und die Betriebskosten deutlich senken und das quer über alle Anwendungen hinweg.“ Was dabei möglich ist, zeigen die drei exemplarischen Beispiele Zugverkehr, Windkraft und Skilift.

melt die ZF in einer IoT-Plattform. Die Informationen werden dabei lokal oder in einer Cloud gespeichert und sind in Echtzeit mit einem Smartphone abrufbar. Auf diese Weise erhöht das Getriebesystem die Effizienz und Zuverlässigkeit von Schienenfahrzeugen, wie ein Pilotprojekt mit einem Versuchsträger in einer Straßenbahn zeigt.

Performance-Management von Seilbahnen Seilbahnen operieren oft unter herausfordernden Bedingungen sei es als Skilifte bei eisigen Temperaturen oder als urbane Shuttlesysteme in Südamerika in tropischer Wärme. Gleichzeitig erwarten die Passagiere einen komfortablen und sicheren Betrieb. ZF setzt hierbei auf das Performance-Management-System Provid: Durch eine permanente Zustandsüberwachung der kompletten Antriebssysteme werden potenzielle Schäden an Getrieben und Anlagen frühzeitig erkannt, entsprechende vorbeugende Wartungsmaßnahmen eingeleitet, Stillstandzeiten reduziert und die Verfügbarkeit der

Anlagen signifikant erhöht. Die Datenaufnahme erfolgt mittels einer variabel konfigurierbaren Sensorik auf Basis von bewährten Industriestandards. Von ZF entwickelte, anlagenspezifische Algorithmen werten die gewonnenen Daten zu Öleigenschaften und Schwingungsverhalten von Verzahnungen und Lagern der Getriebe sowie weiterer Elemente des Antriebsstranges aus und stellen den Betreibern die aufbereiteten Informationen via Cloud auf einem Dashboard zur Verfügung.

Windkraftanlagen überwachen Erste mit ZF Provid ausgerüstete Liftanlagen in Österreich bestätigen die positiven Resultate des Leistungsmanagementsystems. ZF bietet den Betreibern von Windkraftanlagen nun ein System, das den gesamten Antriebsstrang des Windrads kontinuierlich während des Betriebs überwacht und die Daten in die offene und cloudbasierte IoT Plattform einspeist. So lassen sich Zustand und Leistung des Getriebes aus der Ferne

Zuverlässigkeit und Effizienz für die Bahn Die Digitalisierung im Schienenverkehr läuft bereits und die Nachfrage nach Überwachungssystemen für Bahnantriebe inklusive permanenter Datenverbindung und automatischer Auswertung steigt. ZF bietet mit seinem intelligenten Getriebesystem für Bahnanwendungen hier eine Lösung, die den Zustand des Antriebs im Blick behält und eine bedarfsorientierte Wartung ermöglicht. So kontrolliert das ConditionMonitoring-System connect@rail unter anderem Lager, Verzahnung und Gehäuse und erkennt frühzeitig potenzielle Störungen. Gleichzeitig lassen sich über die verbaute Technik verschiedenste Ölparameter überwachen und gezielt mit dem aktuellen Temperaturverhalten von Wälzlagern und Getriebeöl verknüpfen. Die Daten aus allen Sensoren sam-

Mit dem Leistungsmanagementsystem ZF Provid kann der Betriebszustand von Seilbahnen in Echtzeit überwacht werden. Die Daten werden inklusive Handlungsempfehlungen auf einem Dashboard dargestellt. Bilder: ZF

Die cloudbasierte Iot-Plattform von ZF ermöglicht die Fernüberwachung von Windkraftanlagen und berechnet zudem den besten Betriebsmodus für jede Wetterlage.

kontrollieren und anstehende Wartungen vorausschauend einplanen. Die vernetzten Windgetriebe können darüber hinaus jederzeit den besten Betriebsmodus für die aktuelle Wetterlage berechnen und so die Energiegewinnung optimieren. Überlastungen der Getriebe können weitgehend vermieden, not-

Fortsetzung von Seite 17 Diese Lösung ist bereits seit Jahren auf dem Markt und in 47 Ländern erhältlich. Conti-Connect hingegen ist die Lösung für die Fernüberwachung von Reifendruck und -temperatur. Sie ermöglicht eine Überwachung mehrerer Fahrzeuge und gesamter Flotten und hilft dabei, von unflexiblen manuellen Serviceroutinen auf die gezielte Echtzeitwartung umzustellen. Die Lösung zielt dabei in erster Linie auf Flotten ab, die regelmäßig zum Betriebshof oder zur Baustelle zurückkehren. Für die Datenübertragung ist eine Yard-Reader-Station zuständig. Sie liest die Daten von den Reifensensoren, während das Fahrzeug am Empfänger vorbeifährt, und sendet diese an das Back-End, wo sie analysiert und interpretiert werden. Beide Systeme überzeugen bereits in der Praxis. Kunden aus der Baubranche wie etwa das größte Straßenbauunternehmen in Norwegen haben die Systeme in einer abgelegenen Region im Norden Norwegens getestet.

wendige Wartungsarbeiten vorhergesehen und die aktuelle Auslastung besser abgestimmt werden. Durch die so erhöhte Effizienz und verkürzten Ausfallzeiten sinken die operativen Kosten für Hersteller und Betreiber und damit auch die Erzeugungskosten für Windenergie insgesamt. www.zf.com

Die Yard-Reader-Station liest die Daten der Reifensensoren, während das Fahrzeug vorbeifährt und sendet diese an das Backend.

Danach hat BetonMastHæhre mehrere neue 40-Tonnen-ADT mit integriertem Conti-PressureCheck auf dem Display der Maschinen gekauft. Bei einem anderen Testkunden aus den USA, der sich mit dem Transport von Zementpulver und Flugasche befasst, konnten die Anrufe beim Pannendienst aufgrund von Reifenproblemen sogar auf null gesenkt werden - und zwar in den gesamten acht Monaten, seitdem das Unternehmen Conti-Connect nutzt. www.continentalcorporation.com www.contitech.de

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Bauteile effizient überwachen Erschöpfungsprognosen punkten im flexiblen Betrieb von Kraftwerken

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Ablaufschema einer Offline-Lebensdauerberechnung.

In vielen Produktionsanlagen und Kraftwerken sind medienführende metallische Komponenten wechselnden Belastungen durch Druck und Temperatur ausgesetzt. Diese wachsen durch variable und flexible Fahrweisen. TÜV Süd Industrie Service hat ein regelwerkskonformes Berechnungsprogramm entwickelt, das den Erschöpfungszustand von Bauteilen schnell und realitätsnah ermittelt. Das erhöht die Sicherheit und Verfügbarkeit und spart Instandhaltungskosten. Drucktragende Bauteile werden durch variable und flexible Fahrweisen höher belastet. Entgegen den Annahmen in der Bauteilplanung rückt damit der Schädigungsmechanismus der Materialermüdung gegenüber der reinen Zeitstandserschöpfung in den Vordergrund. Tückisch dabei ist, dass sich die Folgen der durch Temperaturwechsel getriebenen Ermüdung an den Bauteilinnenoberflächen zeigen, dort aber durch zerstörungsfreie Prüfungen (ZfP) weitaus schwieriger zu detektieren sind. Die Folge: Schadensereignisse nehmen zu, obwohl man annahm, mit ZfP eine sichere Vorsorge betrieben zu haben. In den meisten Fällen hätte man Schäden jedoch durch eine angepasste Lebensdauerberechnung verhindern können. Ein weiterer Vorteil der Berechnung: Sie kann Erschöpfungsgrade ausweisen, die über zerstörungsfreie Verfahren noch nicht nachgewiesen werden können. Dies führt zu einem klaren Zeitgewinn und bietet die Möglichkeit, rechtzeitig kostengünstige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Mit dieser Entwicklung erhält die Überwachung der Bauteilermüdung ein neues Gewicht. Denn einerseits ist die möglichst realitätsnahe Kenntnis des Erschöpfungszustands eine wesentliche Voraussetzung, um das Potenzial einer Anlage für eine weitere Flexibilisierung des Betriebs ausweisen zu können. Und andererseits ist die kontinuierliche rechnerische Verfolgung der Bauteillebensdauer gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vorgeschrieben - eine Pflicht, die der Anlagenbetreiber gegenüber der beauftragten zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) zu erfüllen hat. Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Die Überwachung hilft dabei, das Potenzial der Bauteile tatsächlich auszuschöpfen.

Welche Auswirkungen flexible und damit veränderte Fahrweisen auf Anlagenbauteile haben, soll am Beispiel von thermischen Kraftwerken verdeutlicht werden.

Transienten werden häufiger Die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Stromerzeuger müssen zur Sicherstellung der Netzstabilität erhebliche Einspeiseschwankungen ausgleichen. Ursache dafür ist der volatile Stromverlauf aus erneuerbaren Energien, weil diese nicht immer in gleichmäßiger Höhe abgerufen werden können. Die Anforderungen an die Flexibilität der konventionellen Kraftwerke sind dadurch enorm gestiegen. Ursprünglich für eine Grundlastfahrweise konzipiert, verschiebt sich der Betrieb stärker in Richtung von Mittel- und Spitzenlasten. Deutlich häufiger muss aber auch ein Mindestlastbetrieb gefahren werden. Die geforderte Flexibilität im Leistungsangebot ist verbunden mit einer zunehmenden Anzahl und einer schärferen Ausprägung der Betriebstransienten. Damit wächst die thermische Belastung vieler Kraftwerksbauteile. In besonderem Maße kommt aber auch der Schädigungsmechanismus der Erschöpfung zum Tragen. Betroffen sind medienführende Dampferzeuger- und Rohrleitungsbauteile. Dazu zählen unter anderem Abscheider, Sammler, Y-Formstücke, Kreuzventile, Dampfsiebe und TStücke.

Temperaturverlauf über die Wand von außen nach innen. ΔT bei Zugrundelegung der Wandmittentemperatur und zum Vergleich bei Verwendung der gemittelten Wandtemperatur nach DIN und TRD (Unterschied ΔT: 19 Prozent). Bilder: TÜV Süd Industrie Service

Durch Erschöpfung verursachte Schäden können immens sein und längere Ausfallzeiten nach sich ziehen. Das zeigt der Schadensfall im Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg im MainKinzig-Kreis. Dort ereignete sich am 12. Mai 2014 in Block 5 eine Dampfexplosion im Kessel, infolge dessen mehrere Löcher in die Fassade gerissen wurden.

Schäden mit weitreichenden Folgen Ursache war ein betriebsbedingt entstandener Riss im Bereich der Hohlkehle des Kugelgehäuses der Kesselumwälzpumpe. Durch die flexible Betriebsführung mit häufigen Lastwechseln war die Pumpe offenbar vermehrt Thermoschocks und Druckwechseln ausgesetzt, die zu einer Materialermüdung und Rissbildung im Gehäuse führten. Nach Angaben des Betreibers E.ON (heute Uniper) betrug der Schaden circa 25 Millionen Euro - ohne die Kosten für den Betriebsausfall.

Berechnungsprogramm TSE Zur realitätsnahen Ermittlung des Erschöpfungszustands maschinentechnischer Bauteile hat TÜV Süd Industrie Service das Berechnungsprogramm TSE (Temperatur-Spannung-Erschöpfung) entwickelt. Mit den Stadtwerken München (SWM) konnte im Jahre 2017 ein Pilotkunde gewonnen werden. So wurde sichergestellt, dass sich die Entwicklung an den tatsächlichen Kundenbedürfnissen orientierte. Für die Erschöpfungsberechnungen sind die Belastungsdaten aus dem gesamten zurückliegenden Betrieb auszuwerten. Diese werden vom Anlagenbetreiber zur Verfügung gestellt. Auf Basis der vorliegenden Belastungsgeschichte (Druck- und Temperaturverläufe) wird mit der Software TSE die Gesamterschöpfung des jeweiligen Bauteils als Summe aus der Zeitstandserschöpfung (Kriecherschöpfung) und der Wechselerschöpfung (Ermüdungsschädigung) berechnet. Für viele Betreiber ist dabei besonders interessant, dass von der TSE auch auf der Bauteilaußenseite gemessene Temperaturen ausgewertet werden können. Damit entfällt der Aufwand für Innentemperaturmessungen. Auch temporäre Messungen, z.B. mit Thermoelementen, die über Spannbändern befestigt werden, können einbezogen werden. Die Auswertung stützt sich auf die regelwerkskonforme Vor-

gehensweise nach TRD 301/303 und DIN EN 12952-3. Der Nachweis, dass die Bauteilerschöpfung unterhalb der Schwellenwerte nach DIN EN beziehungsweise TRD liegt, ist auch mit einer Offline-Überwachung zu erbringen eine Online-Überwachung ist nicht zwingend erforderlich. Die Auswertezeitpunkte der Offline-Lebensdauerberechnung sollten sich an den zuletzt ermittelten Erschöpfungsgraden und Fahrweisen orientieren. Empfohlen wird ein jährlicher OfflineAuswertezyklus, um neue Belastungsphänomene ausreichend früh bewerten zu können. Die TSE zeigt zudem Flexibilitätspotenziale auf, beispielsweise inwieweit Lastwechselreserven zur Änderung der Blockfahrweise gegeben sind. Dazu kann für frei vorzugebende Transienten der daraus resultierende Erschöpfungsfortschritt berechnet werden. Das ist die Basis für eine erfolgreiche Optimierung, mit der die maximale regelwerkskonforme Belastbarkeit der Komponenten aufgezeigt wird. Die TSE bietet laut Hersteller einen effizienten Rechenalgorithmus bei gleichzeitig hoher Rechengenauigkeit. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, ergänzend eine zerstörungsfreie Prüfung (ZfP), wie sie auch der TÜV Süd Industrie Service anbietet, an bestimmten Bauteilen durchzuführen.

von den Regelwerken auch nicht gefordert sind. Beispiel: Bei der Spannungsberechnung nach DIN EN 12952 verwendet TSE statt der Wandmittentemperatur die integrale mittlere Wandtemperatur (gemittelte Wandtemperatur). Grund dafür ist, dass bei einem realen schnellen Temperaturübergang - bedingt durch den nicht linearen Temperaturverlauf während des Temperaturausgleichs - ein signifikanter Unterschied zur Wandmittentemperatur besteht. Dieser Unterschied führt dazu, dass bei Verwendung der Wandmittentemperatur ein überhöhtes Delta T (ΔT) berechnet wird, was letztendlich eine konservative Spannung und einen konservativen Erschöpfungsgrad liefert. Vergleichsberechnungen mit TSE zeigen, dass durch die Verwendung der Wandmittentemperatur gegenüber der mittleren Wandtemperatur in Kombination mit der realitätsnäheren instationären Berechnungsvariante in bestimmten Fällen bis zu 50 Prozent höhere Erschöpfungsgrade ermittelt werden. Dies stellt eine Überhöhung der ermittelten Erschöpfung gegenüber den Anforderungen aus den Regelwerken dar.

Konservativ bis maximal realitätsnah

Die Erschöpfungsüberwachung mit TSE bewertet Bauteilzustände realitätsnah und regelwerkskonform - Anlagenbetreiber erhalten so einen Zugewinn bei der techCompliance. Schänischen digungsdaten für die zustandsorientierte Instandhaltung werden bereitgestellt. Das bildet die Basis für gezielte und effiziente Inspektionsmaßnahmen, stellt die Komponentenverfügbarkeit sicher und spart Betriebs- und Instandhaltungskosten. Vom Prinzip her kann die Software TSE zur Erschöpfungsprognose in verschiedensten Produktionsanlagen eingesetzt werden, so zum Beispiel auch in Anlagen der chemischen Industrie: überall dort, wo medienführende metallische Komponenten wechselnden Belastungen durch Temperatur und Druck ausgesetzt sind. Dipl.-Ing. Franz Binder, Sachverständiger Kraftwerksund Komponententechnik, TÜV Süd Industrie Service www.tuev-sued.de/kraftwerke

Die TSE bildet die gesamte Bandbreite möglicher Vorgehensweisen nach Regelwerk ab. Durchgeführt werden können die Berechnungen wahlweise konservativ mit der vereinfachenden Annahme quasistationärer Bedingungen (stationäres Temperaturdelta über die Bauteilwanddicke) oder mit dem Ansatz der realen instationären Verhältnisse. Auf Basis des an der Innen- oder der Außenseite des Bauteils gemessenen Temperaturverlaufs wird dabei - auch für sehr lange Zeiträume - die zeitliche Entwicklung der Temperaturverteilung in der Wand berechnet. Basierend darauf kann im zweiten Schritt die zeitliche Entwicklung der Bauteilspannungen ermittelt werden. Der entscheidende Ansatz bei TSE ist die große Realitätsnähe und die Vermeidung von zusätzlichen Sicherheiten, die physikalisch nicht begründet und

Anlagenbetreiber profitieren mehrfach


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Detaillierter Weitblick für Instandhalter Konfigurierbare Datenbrille - robust genug für den industriellen Einsatz Die Data Glasses Zwickau UG (hb.) brachte 2017 die ersten Datenbrillenlösungen auf dem Markt. Der Gründer und Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Rigo Herold beschäftigt sich bereits seit 2006 mit dem kundenspezifischen Hardwaredesign von Datenbrillen. Die Datenbrillen dieses Anbieters werden nur in Deuschland hergestellt und sind speziell für den robusten industriellen Einsatz konzipiert. Die B&I wollte von Prof. Dr.-Ing. Herold wissen, was die weiteren Besonderheiten sind. Herr Professor Herold, was zeichnet Ihre Augmented Reality data glasses aus? Unsere Datenbrillen sind speziell für den robusten industriellen Einsatz konzipiert und können in verschiedensten Bereichen und Branchen eingesetzt werden. Im Vordergrund stehen für uns bei der Entwicklung aber immer der Nutzer und dessen Ansprüche. Unsere Datenbrillen können beispielsweise bequem von jedem (Schutz-)Brillenträger genutzt werden und ermöglichen eine Anpassung auf jede Kopfgröße. Außerdem sind die Wertschöpfung und der Support komplett in Deutschland etabliert. Sie setzen auf ein modulares, aber standardisiertes System. Was sind die Gründe dafür? Um Datenbrillen produktiv einsetzen zu können, müssen diese anwendungsspezifische Eigenschaften besitzen wie z.B. eine Kompatibilität zu Bauhelmen beziehungsweise zu Schutzbrillen. Eine „eierlegende Wollmilchsau“ unter den Datenbrillen gibt es nicht. Verschiedene größere Hersteller sind daran gescheitert, da eine breite Modellpalette nicht wirtschaftlich ist. Basierend auf unseren Erfahrungen haben wir deshalb ein modulares Baukastensystem entwickelt. Die Komponenten sind dabei untereinander elektrisch und mechanisch kompatibel. Der Kunde kann sich somit für seine Anforderungen das passende System zusammenstellen. Außerdem können die Komponenten, wie zum Beispiel das Anzeigemodul, an verschiedene Träger wie Bauhelme oder Stoßkappen montiert werden. Durch die modulare Konzeption bleibt das System bezahlbar und kann optimal für die jeweilige Anwendung ausgelegt werden. Dadurch ist das System sehr robust und energieeffizient. Bei den angebotenen Systemen ist der Prozessor nicht in der Datenbrille integriert. Warum eigentlich nicht? Die Entkoppelung zwischen Datenbrille und Prozessor hat verschiedene praktische, technische und wirtschaftliche Gründe. Wenn man eine Datenbrille zum Beispiel mit einem Android-Smartphone vergleicht, erkennt man das Problem: Nach circa drei Jahren kann der Prozessor nicht mehr für aktuelle Anwendungen genutzt werden. Ein neues Smartphone bekommt man bereits ab 60 Euro; bei Datenbrillen mit integriertem Prozessor reicht die Preisspanne allerdings von 1.000 bis 5.000 Euro. Firmen müssen somit zyklisch hohe In-

lagerung des Rechners kommen der Energieeffizienz entgegen, da der Akku nur notwendige Komponenten mit Energie versorgen muss. Unser System kann immer so konzipiert werden, dass eine Akkulaufzeit von acht Stunden gewährleistet wird.

„Wir vertreiben die Datenbrille in der Variante Kopfband mit Kamera und kostenloser Basissoftware als Pilotpaket für weniger als 1.000 Euro“, erklärt Professor Dr.-Ing. Rigo Herold und ergänzt: „Wir möchten somit auch kleineren Unternehmen ohne eigenes Innovationsbudget den Einstieg in diese Technologie ermöglichen.” Bilder: data glases

vestitionskosten tätigen, um eine Datenbrille nutzen zu können, die zum Beispiel die aktuellen Sicherheitsrichtlinien erfüllt. Unsere modulare Datenbrille hingegen nutzt Standartschnittstellen wie Bluetooth oder Wi-Fi und kann somit an jedes Rechensystem angekoppelt werden - und zwar unabhängig vom Betriebssystem. Man kann somit die Datenbrille für einfache Anwendungen beispielsweise sogar mit einer Smartwatch am Arm betreiben. Für rechenintensive Anwendungen z.B. im Bereich des maschinellen Lernens kann die Datenbrille aber auch mit einem leistungsfähigen stationären Rechner gekoppelt werden. Oft nutzen Anwender im Betrieb vorhandene PCs oder Notebooks der Techniker. Diese IT-Geräte befinden sich somit bereits in der Administration und haben durch die Datenbrille einfach nur weitere Ein-/Ausgabegeräte. Außerdem muss die Datenbrille nicht booten und ist nach dem Einschalten automatisch mit dem zugehörigen Rechner verbunden. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Prozessoren, welche an der Datenbrille montiert sind, erzeugen erheblich viel Hitze, was durch die empfindliche Kopfhaut oft unangenehm aufgenommen wird. Das gibt es bei unseren Brillen nicht. Ein nicht technischer Faktor ist das Thema Datenschutz. Datenbrillen mit eigenem Betriebssystem werden oft vom Betriebsrat nicht genehmigt. Eine Weitergabe der Datenbrille nach Schichtwechsel an Kollegen ist ebenfalls kritisch, da diese viele digitale Signaturen hinterlassen. Wie sieht es mit der Akkulaufzeit bei den Brillen aus? Es gibt für die Datenbrillen verschiedene Akkumodule. Das modulare Konzept und die Aus-

Welche Use-Cases sehen Sie für Ihre Datenbrillen? Aufgrund des Baukastensystems kann die Datenbrille vielfältig eingesetzt werden, angefangen von einfachen Statusanzeigen bis zur AR-Indoor-Navigation durchs Lager. Wir stellen zu jeder Datenbrille das kostenlose Basissoftwarepaket „data glasses suite“ bereit, welches ständig erweitert wird. Der einfachste damit darstellbare UseCase ist, dass mittels Powerpoint Arbeitsschritte oder Wartungsanweisungen erstellt und auf die Datenbrille portiert werden. Somit können zum Beispiel Anwender mit Office-Kenntnissen virtuelle Arbeitsanweisungen selbst erstellen und administrieren. Für einen Remote-Support haben wir ein IP-basiertes Modul erstellt, worüber ein Video-/Audiochat über die Datenbrille mit einer Visualisierung in der Datenbrille möglich ist. Die Datenbrille ist jedoch auch mit Skype oder Teamviewer kompatibel. Gibt es (Pilot-)Anwender, welche diese Brillen bereits nutzen? Unsere Datenbrille wird von verschiedensten Firmen im Pilotbetrieb getestet. Aktuell läuft der Pilotbetrieb beispielsweise bei Schnellecke Logistics Sachsen GmbH im Bereich der Kommissionierung. Verschiedene Pilotprojekte laufen beziehungsweise sind auch bei der Volkswagen Sachsen GmbH geplant. DMG Mori nutzt das System in der Ausbildung und Globalfoundries Dresden evaluiert das System im Bereich der Instandsetzung, um zumindest unsere größeren Kunden zu nennen. www.data-glasses.com

Die AR data glasses sind ein modulares FrontEnd-System, was bedeutet, dass sich der Anwender die Datenbrille nach seinen Anforderungen konfigurieren kann.

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DMG Mori, ein Hersteller, der unter anderem spanende Werkzeugmaschinen zum Drehen und Fräsen produziert, nutzt die Datenbrillen von data glasses Zwickau unter anderem in der Ausbildung.

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Die Details zur Norm IEC 61000-4-30 Klasse A Messverfahren, zeitliche Aggregation, Genauigkeit und Auswertung Die Messung, Protokollierung und Analyse der Netzqualität ist ein relativ junges und sich schnell entwickelndes Fachgebiet. Während für grundlegende Messungen elektrischer Größen, zum Beispiel Effektivwerte von Strom und Spannung, die Messparameter exakt definiert sind, gilt dies für viele Netzqualitätsparameter nicht. Diese Tatsache hat viele führende Hersteller veranlasst, eigene Algorithmen zur Messung dieser Netzqualitätseigenschaften zu entwickeln. Infolgedessen existieren weltweit Hunderte unterschiedlicher Messverfahren. Diese Vielfalt bei den Messgeräten führt dazu, dass Techniker und Ingenieure oft zu viel Zeit damit verbringen, die Funktionen und die Messalgorithme n eines Gerätes zu verstehen, anstatt sich mit der Netzqualität an sich zu beschäftigen. Eine Vereinheitlichung der Messverfahren schafft nun die Voraussetzungen, um unabhängig vom jeweiligen Messgerät die Messergebnisse direkt vergleichen zu können. Die Norm IEC 61000-4-30 Klasse A legt für jeden Netzqualitätsparameter die Messverfahren, die zeitliche Aggregation, Genauigkeit und Auswertung fest, um zuverlässige, wiederholbare und vergleichbare Ergebnisse erzielen zu können. Darüber hinaus legt die Norm IEC 62586 (Messung der Spannungsqualität in Energieversorgungssystemen) den Mindestumfang an Parametern fest, der bei Netzqualitätsmessgeräten vorhanden sein muss, die zu Messungen an ortsfesten und transportablen Anlagen eingesetzt werden. Da immer mehr Hersteller Messgeräte und Analysatoren gemäß den Anforderungen von IEC 61000-4-30 Klasse A herstellen, können Techniker den durchgeführten Messungen auch mehr vertrauen. Alle diese Gesichtspunkte tragen zur Erhöhung von Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Effizienz bei der Erledigung der Arbeitsaufgaben bei. Die Norm wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert, sobald neue Entwicklungstendenzen und Messszenarien erkennbar oder notwendig werden. Seit ihrer Einführung im Jahr 2003 wurde die Norm mehrfach aktualisiert. Aktuell ist die Ausgabe 3 (2015).

Anforderungen nach Klasse A Einige Beispiele machen deutlich, worum es geht. So ist beispielsweise die Messunsicherheit der Versorgungsspannung auf 0,1 Prozent der deklarierten Eingangsspannung Udin im Bereich von 10 Prozent bis 150 Prozent von Udin festgelegt.

Messgeräte der Klasse A liefern die Messwerte, die auch für eine exakte Analyse komplizierter Netzqualitätsprobleme nötig sind.

Zu beachten ist, dass in vielen Fällen lediglich die Genauigkeit beim Bereichsendwert angegeben ist. Während hierbei eine Genauigkeit von 0,1 Prozent relativ leicht zu erreichen ist, ist dies über einen breiten Bereich hinweg ungleich schwieriger. Außerdem ist in dieser Anforderung festgelegt, dass die Messung bei 50-Hz- und 60-HzNetzen „fortlaufend und nicht überlappend“ in einem Zeitraum von zehn bzw. zwölf Perioden vorgenommen werden muss. Dies ist bei den Herstellerangaben von besonderer Bedeutung, da Geräte mit einer hohen Messunsicherheit unter Umständen Messergebnisse liefern, die entweder vom Energieversorgungsunternehmen oder von dessen Kunden angezweifelt werden. Beispielsweise weisen kostengünstige Netzqualitätsmessgeräte bei Messungen im unteren Teil des Bereichs oftmals höhere Unsicherheitswerte auf (Beispiel: Messung bei einem Spannungswandler mit einer Spannung zwischen Phasenund Neutralleiter von 58 V). Außerdem bleiben Messwertschwankungen bei nicht fortlaufender Messung eventuell unbemerkt. Diese Fehler können dazu führen, dass eine defekte Anlagenkomponente als ordnungsgemäß

Mit der Norm IEC 61000-4-30 Klasse A werden folgende Messungen vereinheitlicht: Netzfrequenz Höhe der Versorgungsspannung Flicker (unter Berücksichtigung der Norm IEC 61000-4-15) Spannungseinbrüche und -überhöhungen Spannungsunterbrechungen Unsymmetrie der Versorgungsspannung Spannungsoberschwingungen und Zwischenharmonische (gemäß Norm IEC 61000-4-7) Spannung von Rundsteuersignalen schnelle Spannungsänderungen Höhe des Stroms Stromoberschwingungen und Zwischenharmonische (gemäß Norm IEC 61000-4-7) Stromunsymmetrie

funktionierend angesehen wird. Bei einem nach Klasse A zertifizierten Messgerät kann der Techniker sicher sein, dass seine Messungen nach international anerkannten Messunsicherheitswerten eingestuft werden. Das ist insbesondere dann von Interesse, wenn die Einhaltung von Vorschriften überprüft oder Messwerte mehrerer Messgeräte oder Messgerätenutzer miteinander verglichen werden sollen. Funktionsprüfungen und Anforderungen an die Messunsicherheit bei Messgeräten der Klasse A sind in der Norm IEC 62586-2 enthalten.

Fehlinterpretationen verhindern Spannungseinbrüche, -überhöhungen und -unterbrechungen müssen während einer ganzen Periode gemessen und in jeder Halbperiode aktualisiert werden. Auf diese Weise kann das Messgerät die hohe Auflösung der bei Halbperioden gemessenen Datenpunkte mit der Genauigkeit der Effektivwertberechnungen für ganze Perioden kombinieren. Die alleinige Berücksichtigung von Messungen über die gesamte Periode kann zu Fehlinterpretationen korrekter Bedingungen führen, während bei ausschließlicher Verwendung von Halbperiodenwerten eventuell die Genauigkeit nicht ausreicht, um die Ursachen möglicher Probleme zu verstehen. Aggregationsfenster dienen zur Anzeige komprimierter Messdaten in vorgegebenen Zeiträumen. An einem Messgerät der Klasse A müssen Daten in den folgenden Übersichtsfenstern angezeigt werden: Das Messintervall beträgt zehn bzw. zwölf Perioden bei 50 bzw. 60 Hz (~200 ms). Zu beachten ist, dass sich die Intervallzeit mit der tatsächlichen Frequenz ändert. 150 bzw. 180 Perioden (~3 s) bei 50 bzw. 60 Hz. Zu beachten ist, dass sich die Intervallzeit mit der tatsächlichen Frequenz ändert. 10-Minuten-Intervall, synchronisiert mit der koordinierten Weltzeit (UTC) 2-Stunden-Intervall für Langzeit-Flicker (Plt) Eine externe Zeitsynchronisierung wird benötigt, um exakte Zeitstempel zu erhalten, die zur genauen Zuordnung von Daten unterschiedlicher Messgeräte er-

Sowohl Energieversorger als auch Energieverbraucher müssen in der Lage sein, die Qualität der gelieferten Energie zu überprüfen und zu ermitteln, ob Netzqualitätsprobleme interne oder externe Ursachen haben. Nur speziell auf die Erkennung, Aufzeichnung und Analyse von Netzqualitätsparametern ausgelegte Messgeräte können die detaillierten Informationen liefern, die zur Lokalisierung von Störungsquellen und zur Problemdiagnose benötigt werden. Bilder: Fluke

forderlich sind. Unabhängig vom Zeitintervall beträgt die Genauigkeit bei 50-Hz-Geräten ± 20 ms und bei 60-Hz-Geräten ± 16,7 ms. Um diese Genauigkeit zu erreichen, sind entweder eine über einen GPS-Empfänger gesteuerte GPS-Uhr oder NTP (Network Time Protocol) über Ethernet erforderlich. Falls die Synchronisierung mithilfe eines externen Signals nicht möglich ist, darf die Zeitabweichung in einem Zeitraum von 24 Stunden maximal ± 1 s betragen. Bei dieser größeren Toleranz ist jedoch nicht feststellbar, ob die Messwerte den Anforderungen nach Klasse A entsprechen. Das Fehlen exakter Zeitstempel bei kostengünstigeren Netzqualitätsmessgeräten erschwert unter Umständen erheblich das Auffinden der wirklichen Ursache von Netzqualitätsproblemen. Das führt eventuell dazu, dass sich die Ausbreitung von Spannungsereignissen im Energieversorgungsnetz beim Einsatz mehrerer Messgeräte nicht exakt feststellen lässt. Der FFT-Algorithmus zur Analyse von Oberschwingungen ist unter Berücksichtigung enger Grenzwerte definiert, sodass mit allen Messgeräten der Klasse A die gleichen Höhen der Oberschwingungen gemessen werden. Das FFTVerfahren lässt unendliche Algorithmen zu, sodass bei fehlenden Vorgaben enorme Unterschiede bei den Höhen der Oberschwingungen gemessen werden.

Nach Klasse A wird gefordert, dass Oberschwingungen mit dem gleichen Intervall von zehn bzw. 20 Perioden wie die Effektivwerte nach IEC 61000-4-7/2008, Klasse I, gemessen werden, wobei ein lückenloses Verfahren zur Messung von OberschwingungsUntergruppen eingesetzt wird. In IEC 61000-4-7 sind mehrere Verfahren und Algorithmen zur Messung von Oberschwingungen beschrieben, aber in der Norm IEC 61000-4-30 wird ausdrücklich das Messverfahren für Untergruppen nach Klasse I vorgeschrieben.

Konsistente, vergleichbare Messwerte Jede dieser Anforderungen nach Klasse A spielt für den Anwender eine wichtige Rolle bei der Erfassung genauer, zuverlässiger und vergleichbarer Daten, die bei Netzqualitätsproblemen letztlich zu einer besseren Analyse und Fehlersuche führen. Bei Messgeräten, die nicht der Klasse A entsprechen, ist ein Vergleich der Messergebnisse nicht ohne Weiteres möglich. Im Gegensatz hierzu liefern Messgeräte der Klasse A dem Techniker konsistente und vergleichbare Messwerte, die zur exakten Analyse auch komplizierter Netzqualitätsprobleme unerlässlich sind. Stefan Kohler, Fluke Deutschland www.fluke.de

Messdaten, die der Klasse A entsprechen, können bei Rechts- oder Vertragsstreitigkeiten als Beweis angeführt werden. Umso wichtiger ist der Einsatz von Messgeräten dieser Kategorie.


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Die Optimierungspotenziale auf dem Radar SEW-Eurodrive stellt mit Drive-Radar skalierbare Services für die vernetzte Fabrik vor Mit Drive-Radar können sowohl einfache elektromechanische Komponenten als auch einzelne Prozessschritte sowie ganze Systeme überwacht und analysiert werden. Mehr als bei einer einfachen Zustandsüberwachungslösung lassen sich auf Basis dieser gewonnenen Daten und der zugehörigen digitalen Services auch Vorhersagen über die Anlagenzustände treffen und Wartungen planen (Predictive Maintenance). Drive-Radar erhöht nach Angaben des Serviceanbieters damit sowohl die Produktivität als auch die Anlagenverfügbarkeit (OEE). Dem Condition Monitoring und der Predictive Maintenance kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es um die Erhöhung der Produktivität und der Gesamtanlageneffektivität (englisch OEE Overall Equipment Effectiveness) geht. Dementsprechend bietet SEW nun mit den Services aus dem DriveRadar-Portfolio die Möglichkeit, dass Betreiber von Anlagen auf Basis von realen Daten der installierten Komponenten bzw. Systeme Aussagen zu Zuständen, Abnutzungen oder Auslastungen treffen können. Daraus lassen sich in einem nächsten Schritt wiederum entsprechende Handlungsempfehlungen ableiten. Drive-Radar liefert dabei ein ganzheitliches digitales Abbild der An-

triebskomponenten (Smart Product) und Systemlösungen (Smart System). Dieses digitale Abbild schafft beim Nutzer einen Mehrwert und ermöglicht, wie der Hersteller betont, tiefe Einblicke in Antriebskomponenten, Systemlösungen und Prozesse. Auf diese Weise lassen sich schon heute bei Industriegetrieben, welche oftmals in neuralgischen Prozessschritten ihren Dienst verrichten und wo daher die Verfügbarkeit ein kritischer Faktor ist, über differenzierte Schwingungsanalysen und Monitoring die OEE maximieren und vorbeugende Handlungsempfehlungen ableiten. Ebenso lassen sich bereits heute bei überwachten Prozessmodulen wie Elektrohängebahnen oder Schubplattformen über ein umfassendes Monitoring und eine An-

lagenanalyse Aussagen über Anlagenzustände, Auslastungen oder ungeplante Stillständen treffen. Die Basis von Drive-Radar ist dabei der Smart Support, welcher die technische Infrastruktur zwischen lokalen aggregierten Antriebsoder Systemdaten, z.B. aus einem Edge-Computing und den überlagerten IT-Systemen (SEW-Cloud, Kunden-Cloud, offene Plattform) bildet. Für die Betreiber erschließen sich durch diese Services laut Anbieter eine ganze Reihe von Mehrwerten und Potenzialen zur Optimierung. Dazu zählen z.B. eine verbesserte Transparenz über die Einsatz- und Betriebsbedingungen des betrachteten Antriebs, eine Steigerung der OEE, verbesserte Planbarkeit von Instandhaltungsmaßnahmen, ein reduzierter Bedarf an

Hydraulikaggregat informiert Instandhalter Neue Lösung verspricht höhere Verfügbarkeit bei geringerem Wartungsaufwand Bosch Rexroth verknüpft mit der neuen Hydraulikaggregate-Generation Cytro-Box die Fluidtechnologie standardmäßig mit dem Internet der Dinge (IoT). Und das bringt laut Hersteller zahlreiche Vorteile mit sich, wie eine hohe Verfügbarkeit und niedrigere Wartungskosten. Herzstück ist die in das Aggregat integrierte Softwarelösung Cytro-Connect. Sie erfasst über Sensoren die wesentlichen Betriebszustände und analysiert sie - und zwar online. Ein Dashboard zeigt Instandhaltern alle relevanten Parameter an und gibt wichtige Wartungshinweise. Das neu entwickelte Hydraulikaggregat Cytro-Box setzt mit seiner Modulbauweise auf den mittleren Leistungsbereich bis 30 kW. Es nimmt, wie der Hersteller Bosch Rexroth betont, 50 Prozent weniger Bauraum ein als konventionelle Aggregate und ist mit Geräuschemissionen von unter 75

dB(A) auch unter Volllast besonders leise. Gleichzeitig ebnet es durch die Integration von IoT-Technologien den Weg für eine konsequente Umsetzung von Industrie-4.0-Konzepten. Davon profitiert unter anderem auch die Instandhaltung. So genüge beispielsweise ein Fingertipp auf ein beliebiges mobiles Endgerät und der Instandhalter sieht auf einen Blick die wichtigsten Zustandsdaten der abge-

fragten Cytro-Box: Leistungs- und Betriebsdaten, Ölstand, Ölgüte und Temperatur im Zeitverlauf. Die Kompaktaggregate erfassen diese Daten automatisiert, verarbeiten sie vor und senden sie verschlüsselt in eine Cloud. Über die browserbasierte Oberfläche wählen sich Instandhalter drahtlos in den Cytro-Connect-Service ein und rufen die Daten unabhängig von ihrem Standort innerhalb oder außerhalb der Fabrik ab.

Mit Drive-Radar ist es möglich, anhand der bereits vorhandenen Daten, welche beim Betrieb von Antriebssystemen erfasst werden, den Zustand von Produkten/Maschinen und Anlagen zu bestimmen. Über moderne Datenanalyseverfahren lässt sich außerdem mittels eines digitalen Zwillings eine genaue Prognose zu einem sich anbahnenden Ausfall abgeben. Damit ermöglicht es Drive-Radar laut Anbieter, ungeplante Störungen im Betriebsablauf zu verhindern, Verschleiß zu erkennen und Stillstandzeiten zu minimieren. Bild: SEW

bevorrateten Ersatzkomponenten und die Möglichkeit zur Prozessoptimierung. Außerdem werden Daten und Analysen mittels eines Web-Tools

visualisiert, das auch Kommunikationsschnittstellen bietet, um beispielsweise mit den Experten von SEW Kontakt aufzunehmen. www.sew-eurodrive.de

Das spart Zeit und lange Wege. Die bereits in die Cytro-Box installierte Plug & Play-Lösung Cytro-Connect erfordert keinen zusätzlichen Installationsaufwand. Dabei sind die Grundfunktionen der Software kostenfrei im sogenannten Freemium-Modell für alle Cytro-BoxAggregate zu nutzen. Optional können Maschinenhersteller und Endanwender allerdings zwei Zusatzoptionen, nämlich den Baustein „Maintain“ und das Paket „Predict“ als Abo hinzubuchen: Maintain meldet regelbasiert als Push-Dienst auftretende Fehler, verarbeitet zusätzliche Statusinformationen und gibt außerdem Wartungshinweise. Die vorimplementierten Regeln helfen Anwendern und bilden die Basis für die Condition-Monitoring-Lösung „Maintain“. Diese Regeln können aber auch pro-

grammierfrei an individuelle Anforderungen angepasst werden. Das Servicepaket „Predict“ wiederum nutzt die Machine-LearningAlgorithmen des Rexroth Online Diagnostics Networks (ODiN). Hier hat Bosch Rexroth sein HydraulikDomänenwissen in die Software integriert und erstellt über Algorithmen einen Gesundheitsindex für das Aggregat. Diese Analysen wiederum bilden die Basis für Predictive-Maintenance-Konzepte und damit laut Hersteller für eine maximale Verfügbarkeit. Anlagen- und Maschinenhersteller sowie Endanwender können Cytro-Connect als Baustein in ihre eigenen digitalen IoT-Wartungskonzepte integrieren und so als Komplettlösung für ein umfassendes Condition Monitoring nutzen. www.boschrexroth.com

Blue Range gegen Bakterien Paradox: Standardmäßig bietet die Software bereits diverse Funktionen, welche die Instandhaltung erleichtern. Ergänzen lässt sich dies durch weitere digitale Servicebausteine, etwa um Fehlermeldungen per Push-Nachricht zu erhalten oder die mit Künstlicher Intelligenz analysierten Daten für die vorausschauende Wartung zu verwenden. Bild: Bosch Rexroth

Ausgerechnet die Reinigung von Lebensmittelmaschinen verbreitet Bakterien im ganzen Betrieb. Anders mit der „Blue Range“ von SKF: Dank ihrer extrem glatten Oberfläche bietet die extrem dichte Kugellagereinheit den ® SKF ist eine eingetragene Marke der SKF Gruppe | © SKF Gruppe 2019

meisten Keimen keinerlei Nistplatz. So sorgt das hygienische Design der blauen SKF Food Line-Lager für mehr Sauberkeit und Sicherheit – bei geringerem Wartungsaufwand und weniger Wasserverbrauch.


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FERTIGUNGSTECHNIK

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Gewindeschneiden ist eine Herausforderung … … weiß Johan Bodin, Produktmanager für die Gewindefertigung bei Dormer Pramet Gewinde werden gewöhnlich erst am Ende eines Bearbeitungsprozesses hergestellt. Damit bei diesem letzten Bearbeitungsschritt keine Fehler unterlaufen und ein fast fertiges Werkstück noch zu Ausschuss verkommt, muss die Bearbeitung besonders prozesssicher sein. Welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, Gewinde zu fertigen und welche Rolle dabei die eingesetzten Gewindewerkzeuge haben, erklärt der Spezialist Johan Bodin von Dormer Pramet im Interview. Herr Bodin, welche unterschiedlichen Typen von Gewindebohrern gibt es? Es gibt verschiedene Arten von Gewindebohrern, von denen diejenigen mit geraden Nuten am häufigsten Verwendung finden. Dieser Typ eignet sich für die Herstellung von Grund- oder Durchgangsgewinden bei den meisten Materialien, insbesondere für Werkstücke aus Stahl und Gusseisen. Für Gewinde in Durchgangslöchern empfehlen wir, Gewindebohrer mit Schälanschnitt zu verwenden. Aufgrund ihrer geraden, flachen Nut mit Schälanschnitt am Ende werden die Späne vorwärts durch das Bohrloch geschoben. Und schließlich noch die Spiralnutengewindebohrer, welche die Späne aus dem Loch, also weg vom Werkstück transportieren. Dieser Typ wird hauptsächlich für die Gewindeherstellung in Grundlöchern verwendet. Weniger verbreitet, aber dennoch ein wichtiger Teil unseres Gewindeschneidprogramms, sind Gewindebohrer ohne Nuten (Gewindeformer) sowie Gewindefräser. Aus welchen Werkstoffen sind die Gewindewerkzeuge von Dormer Pramet gewöhnlich gefertigt? Da ist einmal unser breites Sortiment an HSS-Gewindebohrern (High Speed Steel) zu nennen. Diese sind universell einsetzbar und eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen sowohl für das manuelle als auch maschinelle Gewindeschneiden. Alle gängigen Gewindeformen sind in gerader Nut-, Spiral- und Spiralnutausführung erhältlich. Das bei den Anwendern beliebte Shark-Line-Programm von materialspezifischen Gewindebohrern

Die farbigen Ringe am Schaft des Gewindebohrers sorgen für Übersicht, denn sie informieren auf einem Blick darüber, welches Material damit bearbeitet werden kann.

besteht aus pulvermetallurgischem Kobaltstahl (HSS-EPM). Dies erlaubt die Herstellung optimierter Geometrien für das Hochleistungs-Gewindeschnei den in Edelstahl, Stahl, Gusseisen und NE-Metallen. Die höchsten Produktivitätsraten bei harten und abrasiven Materialien bis 63 HRC lassen sich mit Vollhartmetall-Gewindebohrern (VHM) erzielen. Aufgrund ihres stabilen Designs ist das Bruchrisiko äußerst gering und somit die Prozesssicherheit garantiert. Auch unsere VHM-Gewindebohrer gibt es in einer Vielzahl an Ausführungen, einschließlich gerader Nuten, Spiralnuten und ohne Nuten. Beim Schneiden von kurzspanenden Materialien empfiehlt sich ein Gewindebohrer mit internem Kühlmittelkanal für eine optimale Spanabfuhr. Was leistet ein Gewindeformer im Gegensatz zum Gewindebohrer? Beim Gewindeformen wird ein Gewinde durch Verformung des Materials erzeugt und nicht durch traditionelles Schneiden. Das heißt, es entstehen hierbei keinerlei Späne und ein auf diese Weise hergestelltes Gewinde ist auch widerstandsfähiger. Das auch als Rollenformer oder nutenloser Gewindebohrer bezeichnete Werkzeug kann für das Gewindeformen von Grund- und

Beim Gewindeformer entsteht das Gewinde nicht durch traditionelles Schneiden, sondern spänefrei durch die Verformung des Materials. Ein Vorteil ist, dass ein auf diese Weise hergestelltes Gewinde besonders widerstandsfähig ist. Bilder: Dormer Pramet

Durchgangslöchern in den meisten Materialarten verwendet werden, einschließlich Stählen bis 1.200 N/mm². Das macht sie vielseitig einsetzbar. Ein enormer Vorteil der Gewindeformer ist deren äußerst stabiles Design. Sie weisen ein geringeres Bruchrisiko auf und sind für ihre hohe Maßgenauigkeit bekannt. Sie kommen deshalb vor allem dort zum Einsatz, wo eine sehr zuverlässige Bearbeitung erforderlich ist. Das Fasendesign des Formwerkzeugs bestimmt die Gewindetiefe und die Art der Bearbeitung. Standardgewindeformer mit der Fasenform C sind universell für Grundlöcher bis 3xD verwendbar. Eine Fasenform E hat den Vorteil, dass man weniger Sicherheitsabstand beim Grundloch braucht, was dem sogenannten FullBottoming am nächsten kommen mag.

Gewindeformer mit innerer Kühlmittelzufuhr, seitlichen Ausgängen und Schmiernuten erhöhen die Lebensdauer und Prozesssicherheit der Werkzeuge erheblich. Das Schmiermittel wird genau dort abgegeben, wo die Kräfte und Reibungen am höchsten sind. Weshalb umfasst das Gewindebohrerprogramm auch das Gewindefräsen? Das Gewindefräsen gehört zu unserem Gewindebohrerprogramm, weil diese Fräser ebenfalls Gewinde erzeugen. Sie

kommen vorwiegend auf CNCMaschinen zum Einsatz und dienen der Herstellung hochgenauer Gewinde mit größerem Durchmesser. Das Sortiment von Dormer Pramet umfasst die Gewindefräser M, MF, UNC, UNF, G & NPT. Alle Fräser bieten dem Anwender ein hohes Maß an Sicherheit, Stabilität und Oberflächengüte. Die vielseitigen Gewindefräser können bei fast allen Materialien eingesetzt werden, einschließlich gehärteten Stählen, rostfreien Stählen und schwer zerspanbaren Legierungen. www.dormerpramet.com

Kühlschmiermittel exakt dosieren Zu viel oder zu wenig kann unter anderem die Produktqualität beeinträchtigen Betriebe, die hochpräzise Teile fertigen, müssen auch die Prozesssicherheit der spanenden Fertigung dokumentieren. Bei der Präzisionsbearbeitung mit spanenden Maschinen beeinflusst die für die jeweilige Fertigungsaufgabe optimale Dosierung des Kühlschmierstoffs (KSS) mitunter ganz wesentlich die Produktqualität. Deshalb, aber auch wegen der Standzeiten der Werkzeuge, kommt der präzise geregelten KSS-Dosierung eine große Bedeutung zu. Die Maßhaltigkeit und die Oberflächengüte werden durch den Kühlschmierstoff (KSS) beeinflusst. Zu viel oder zu wenig KKS kann unerwünschte thermische Auswirkungen auf die Gefüge in den Randschichten von Werkzeug und Werkstoff haben und so die Qualität des Produktes beeinträchtigen. Außerdem hat die genaue Dosierung einen großen Einfluss auf die Werkzeugstandzeit und damit auf die Produktionskosten pro Stück. Die exakte Überwachung und Dokumentation der KSSDurchflussmengen ist also von entscheidender Bedeutung. Nutzen lässt sich hierfür z.B. der Ultraschall-Durchflussmesser Deltawave-C von Systec Controls, der berührungsfrei arbeitet und einfach zu installieren ist. Die Montage der Ultraschallwandler ist laut Hersteller eine Sache von wenigen Minuten. Die von außen auf die vorkonfektionierte Messstrecke der Schmiermittelleitung aufgeklemmten, wartungsfreien Ultraschall-Wandler erfassen dabei berührungsfrei und leckagesicher die in der Rohrleitung fließende Wasser-ÖlEmulsionsmenge. Und das ist nicht einfach, denn neben Wasser und Ölen werden oftmals auch Zusatzstoffe wie Entschäumer, Biozide, Desinfek-

Die hohe Anzahl von Messungen in Verbindung mit der digitalen Signalauswertung ermöglichen laut Hersteller sehr genaue Messungen - und zwar selbst bei den Gasund Partikelfrachten, wie sie in den KSS gegeben sind. Dabei nutzt das Gerät das Ultraschall-Laufzeitdifferenzverfahren. Bild: Systec Controls

tionsreiniger, Stabilisatoren und Emulgatoren sowie Korrosionsschutz- und Hochdruckzusätze beigemischt. Dieses komplexe Fluid erschwert bei vielen herkömmlichen Messgeräten die genaue Durchflussmengenerfassung oder macht sie unmöglich. Aber auch Ultraschallsignale werden durch eine Vielzahl von Einflussgrößen gestört. Dazu zählen beispielsweise EMV-Einstrahlung, Maschinenlärm, Gas- oder Feststoffbelastungen durch Spanpartikel. Deshalb wurde für Deltawave-C ein Auswertever-

fahren entwickelt, das die Ultraschallsignale selbst dann findet, wenn die Amplitude des Rauschens ein Vielfaches der Signalamplitude beträgt, betont der Hersteller. Die Kühlschmiermittel-Messstrecken werden einzeln kalibriert und der Messumformer vorparametriert. Die Messstrecken sind für den Nenndruck PN100 ausgelegt; optional sind höhere Drücke möglich. Abhängig vom Aufbau der Werkzeugmaschine und dann ohne die Höchstanforderungen kalibrierter Genauigkeit und Reproduzierbarkeit ist es auch denkbar, an geeineten Abschnitten der Kühlschmiermittelleitung die Ultraschallwandler ohne Messstrecke zu nutzen - und zwar ebenfalls im Clamp-On-Verfahren, also einfach mit außen auf die Leitung aufgeklemmten Sensoren. Neben der Anzeige und dem Analogausgang kann der Anwender einen Grenzwert auf das Relais setzen, zum Beispiel um der Steuerung ein Signal zur Nachdosierung des KSS zu geben. Der integrierte Datenlogger schreibt die Messwerte mit und dokumentiert den KSS-Einsatz gemäß ISO 9000, IATF 16949 (Automotive Qualitätsnorm). www.systec-controls.de www.intechindustrietechnik.de


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wolff Publishing

Energie-Effizienz

ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de

Juni 2019

Rolf Wagner von Econ Solutions gibt Tipps, welche Hinweise auf Mängel in der Netz- und Spannungsqualität hindeuten. Seite 27

Die Erzeugung des grünen Gases ist heute noch sehr teuer, doch ein optimierter Elektrolyseur, der bereits an einer kommerziellen PtG-Anlage läuft, könnte dies grundlegend ändern. Bild: ZSW

Durchbruch der PtG-Technologie Die Power-to-Gas (PtG)-Technologie wandelt Strom in Wasserstoff oder in einem weiteren Verfahrensschritt in Methan um. Deutschlandweit sind bereits über 50 solche Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von über 55 MW in Betrieb oder Planung. Die Technik könnte nun durch einen neuen Elektrolyseur mit höherer Leistungsdichte noch effizienter werden. Bereits heute kommt über ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen und mehr als die Hälfte davon aus den fluktuierend einspeisenden Quellen Wind und Fotovoltaik. Dieser Anteil wird auch noch weiter zunehmen. Doch das reicht nicht: Die erneuerbaren Energien müssen fossile Energieträger nicht nur im Stromsektor nach und nach ersetzen, sondern auch in der Mobilität und im Gebäudebereich. Das Problem dabei: Man muss den aus den erneuerbaren Energien gewonnenen Strom so umwandeln, dass man diesen auch in den anderen Sektoren nutzen kann. Wasserstoff ist hierbei das Mittel der Wahl, denn der gasförmige Energieträger kann Ökostromüberschüsse aufnehmen und den anderen Sektoren zur Verfügung stellen. Das wiederum könnte die auf der Stelle

tretende Verkehrs- und Wärmewende voranbringen. Möglich wird dies durch die sogenannte Power-to-Gas (PtG)-Technologie. Sie wandelt Strom in den gasförmigen Energieträger Wasserstoff (PtH2) oder gegebenenfalls in einem weiteren Verfahrensschritt in Methan (PtCH4) um. Mit geeigneten Syntheseprozessen können daraus auch flüssige Kraftstoffe entstehen (Power-to-Liquid, PtL), die zum Beispiel für Verbrennungsmotoren genutzt werden können. Aufgrund der Bandbreite möglicher synthetischer Energieträger spricht man in diesem Zusammenhang auch von Powerto-X (PtX)-Technologien. Allen gemein ist im ersten Schritt die Erzeugung von Wasserstoff aus (erneuerbarem) Strom über die Elektrolyse von Wasser. Der Clou dabei: Bei der Verwen-

dung erneuerbaren Stroms sind auch die resultierenden chemischen Energieträger praktisch emissionsfrei. Außerdem lassen sich diese leicht und effizient speichern. Die Gesamttechnologie bietet also eine vielversprechende Option für die längerfristige Energiespeicherung und ermöglicht es, den Strom-, Gas- und Transportsektor untereinander zu verbinden. Die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST), ein Beratungsunternehmen für nachhaltige Energieversorgung und Mobilität, verfolgt seit 2011 die Entwicklung dieser Projekte und unterhält eine Datenbank, in der mittlerweile über 180 weltweite Aktivitäten erfasst sind. Waren anfangs nur kleinere Anlagen mit Elektrolyseleistungen im Kilowatt (kW)-Bereich für Forschungszwecke in Betrieb, sieht es heute anders aus. Weiter auf Seite 26

Zwei neue Anwendungen zeigen die zu erzielenden Einsparungen sowie die Amortisationszeiten bei einem Wälzlagertausch auf. Alle Details im unten stehenden Beitrag. Bild: NSK

Kosten reduzieren bei Wälzlagern NSK hat zwei neue Softwaretools nämlich den Cost Saver (Kostensparrechner) und die Cost-Benefit Analysis (Kosten-Nutzen-Analyse) entwickelt, die potenzielle Kosteneinsparungen für die Anwender von Maschinen und Anlagen vorausberechnen. Beide webgestützten Anwendungen basieren dabei auf den Erfahrungen aus dem AIP Added Value Programme von NSK. Mit dem Kostensparrechner ermittelt der Nutzer alle Kosten, die mit dem Betrieb von Wälzlagern verbunden sind. Auf der Basis dieser Daten kann er die Kosten verschiedener Produkte und Lösungen vergleichen und die Einspareffekte kalkulieren. Das gilt für unterschiedlichste Anwenderbranchen und Einsatzfälle. Ergänzt wird die Berechnung der Kosteneinsparung durch das Tool der Kosten-Nutzen-Analyse. Es betrachtet auch die Instandhaltungskosten einer kompletten Maschine oder Anlage und berechnet den Zeitpunkt, ab dem sich die Investition für die Nachrüstung mit bestimmten Lagern amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt wird die neue Lagerlösung auch die Gesamtinstandhaltungskosten senken. Die Bedienung beider Berechnungstools ist laut Entwickler einfach: Der Nutzer gibt lediglich in wenigen Schritten die Kenndaten der NSK-Lösung sowie der bisherigen Endanwenderlösungen ein und erhält sofort das Ergebnis des zu erwartenden Einsparpotenzials. Die beiden Berechnungstools stehen jeweils in verschiedenen Sprachen und Währungen zur Verfügung. Die Nutzung ist kostenlos möglich. https://aip.calculations.nskeurope.com


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Fortsetzung von Seite 25 Heute werden Projekte mit elektrischen Leistungen mehrerer Megawatt (MW) realisiert. Noch größere Anlagen befinden sich in der Planung. In Deutschland laufen derzeit über 50 Projekte, in denen PtXTechnologien erforscht, weiterentwickelt und im Regelbetrieb eingesetzt werden. 35 Anlagen mit über 50 kW installierter Elektrolyseleistung, die sich entweder in Betrieb oder in Planung befinden, wurden von der LBST analysiert. Insgesamt fällt auf, dass die Anzahl der PtX-Projekte stark angestiegen ist. Die gesamte installierte elektrische Leistung der PtX-Anlagen beträgt derzeit 26 MW und hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Die Mehrheit der Projekte setzt dabei sogenannte PEM-Elektrolyseure ein, die gegenüber der etablierten alkalischen Elektrolysetechnologie gewisse Vorteile im dynamischen Betrieb haben. Projekte mit Hochtemperaturelektrolyseuren, die vor allem in Verbindung mit Power-to-Liquids (PtL)-Verfahren diskutiert werden, sind insbesondere außerhalb Deutschlands geplant. Bemerkenswert für die deutschen Projekte ist die wachsende Fokussierung auf die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff, ohne diesen in anderen Energieträger weiterzuverarbeiten. Dies ist auf die Zunahme entsprechender Anwendungen von grünem Wasserstoff beispielsweise als Rohstoff in Raffinerien oder als Kraftstoff im Verkehr zurückzuführen. Erzeugt wird der Wasserstoff, der später dann gegebenenfalls in andere Energieträger umgewandelt wird, in Elektrolyseanlagen:

Dort wird mithilfe von Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

Mehr Leistung gleiches Bauvolumen Das Prinzip ist zwar altbekannt, aber noch ist der Herstellungsprozess zu teuer für einen konkurrenzfähigen Preis des grünen Gases. Um die Kosten zu senken, haben die Forscher am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mit ihren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine Forschungsplattform an der industriellen 1-Megawatt-Anlage am Hochrhein errichtet. „Die beteiligten Unternehmen und Institute können in der Forschungsanlage Komponenten in einer Realumgebung testen und optimieren“, erklärt Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren. „Seit Januar erproben wir beispielsweise eine optimierte alkalische Druck-Elektrolyseanlage mit maximal 300 Kilowatt Leistung unter realen Bedingungen. Sie verfügt über neu entwickelte günstigere Elektroden und ist einfacher konstruiert.“ Künftig wollen die Beteiligten unter anderem auch Verdichter, Gleichrichter und Druckbehälter hinsichtlich ihrer Kosten- und Effizienzpotenziale analysieren. Das Ergebnis der ersten Probeläufe des Forschungselektrolyseurs ist erfreulich: Die Projektpartner ZSW und DLR erreichten durch neue Elektrodenbeschichtungen eine Steigerung der Leistungsdichte um 20 Prozent. Das bedeutet: Die Anlage erzeugt

bei gleichem Bauvolumen und Energieverbrauch ein Fünftel mehr Wasserstoff als die Industrieanlage. Für die gleiche Leistung sind also weniger Rauminhalt und Material erforderlich. Die Dauerhaltbarkeit der weiterentwickelten Elektrodenbeschichtung müssen die Forscher jedoch noch nachweisen.

Kostensenkung bei Wasserstoffanlagen Da sich die Investitionskosten von Elektrolyseuren auch am Bauvolumen orientieren und sie mit rund 40 Prozent den größten Kostenanteil bei der Umwandlung des erneuerbaren Stroms ausmachen, schlagen sich Fortschritte auf diesem Gebiet automatisch auf den Wasserstoffpreis nieder. Für Hersteller von Elektrolyseanlagen ist die Entwicklung also ein wichtiger Faktor zur weiteren Kostensenkung. Das wiederum könnte die Etablierung der Technologie beschleunigen. Das Forschungsvorhaben läuft im Rahmen des Leuchtturmprojekts Power-to-Gas Baden-Württemberg, das im November 2018 begonnen wurde. Im südbadischen Wyhlen will der Energieversorger Energiedienst AG eine Elektrolyseanlage zur Erzeugung von Wasserstoff im Industriemaßstab betreiben. Der Testbetrieb der kommerziellen Anlage läuft bereits seit November 2018. Pro Tag kann die Anlage rund eine halbe Tonne Wasserstoff erzeugen. Daran angeschlossen ist die Forschungsanlage der ZSW-Wissenschaftler. Der Einsatz erfolgt unter realen Bedingungen: Der Strom für beide Anlagen kommt aus dem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Nach der Umwandlung wird der Wasserstoff aus den getrennten Elektrolyse-Einheiten zusammengeführt und per Lkw an den Nutzungsort transportiert.

Lösung funktioniert auch im Kleinen

Deutschlandweit sind über 50 PtG-Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von über 55 MW in Betrieb oder in Planung. Bild: LBST

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Wie groß das Potenzial der Wasserstofftechnologie ist, zeigt ein ganz anderes Beispiel aus dem Gebäudebereich, nämlich ein energieautarkes Passivhaus in Zusmarshausen, gelegen im Westen von Augsburg. Das Passivhaus wird das ganze Jahr über mit Sonnenstrom versorgt. Er liefert nicht nur den Strom, sondern auch die Wärme und sogar die Energie für die Mobilität stammt aus der hauseigenen Energieproduktion. Das Haus demonstriert, dass eine CO2-freie Energieversorgung ohne Stromanschluss oder jegliche Energiezufuhr von außen möglich ist. Produziert wird der Strom mithilfe einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach und an der Fassade des Hauses. Ein LithiumBatteriespeicher sowie ein Wasserstoffspeicher gleichen die Spitzen aus.

Entwicklung der PtX-Anlagenleistung mit mehr als 50 kW elektrischer Leistung, aufgeteilt nach Elektrolysetechnologien. Bild: LBST

Der im Sommer überschüssige Strom wird hier allerdings nicht, wie in den meisten anderen Fällen, ins Stromnetz geleitet, sondern eben in Wasserstoff umgewandelt. Dies geschieht in der Picea-Energiezentrale von HPS Home Power Solutions, einem Berliner Anbieter von Energielösungen für Einfamilienhäuser. Das HPS-System Picea ist dabei Energiespeicher, Heizungsunterstützung und Wohnraumbelüftung in einem. Auf Basis des eigenen Energiemanagements deckt es den Bedarf eines Einfamilienhauses an elektrischer Energie vollständig ab. Zusätzlich wird die entstandene Abwärme als Heizwärme dem Haus bereitgestellt und reduziert so die Heizkosten. Picea liefert dabei zu jeder Jahreszeit Energie und ermöglicht damit eine vollständige Selbstversorgung und Netzunabhängigkeit. Die an sonnenreichen Tagen mit einer Fotovoltaikanlage produzierte Energie kann entweder sofort verwendet werden oder sie wird in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert. Diese Energie ist nachts oder auch in der sonnenarmen Winterzeit wieder abrufbar. Die Brennstoffzelle des HPS-Systems verwandelt die in Wasserstoff gespeicherte Energie bei Bedarf wieder in elektrische Energie und Wärme. Installiert wurde die Lösung von der Firma Hörmann Solar in Zusmarshausen, die hierfür den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistung für das

Handwerk erhalten hat. Rita Hörmann, Geschäftsführerin der Hörmann Solar, die dieses Haus selber bewohnt, erklärt: „Das energieautarke Haus in Zusmarshausen ist für unseren Fachbetrieb für Solartechnik immer eine große Vision und Ansporn gewesen. HPS stellt mit seinem Picea-System das technologische Herzstück unserer Autarkielösung. Picea sichert die CO2-freie Energieversorgung, indem es den an Sonnentagen solar gewonnenen Hausstrom in Wasserstoff speichert, diesen in der Nacht und im Winter verfügbar macht, den Haushaltsstrom zur Verfügung stellt und gleichzeitig die Heizung unterstützt.“ Ein weiteres autarkes Haus auf Basis der autarken Energieversorgung mithilfe des PiceaSystems wurde in der Vergangenheit bereits im Sauerland von der Firma Weber Haus realisiert. HPS Home Power Solutions kommuniziert für das Picea-System inklusive der Wasserstoffspeicher einen Nettopreis von 54.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für eine entsprechend leistungsfähige PV-Anlage, wobei diverse KFW-Förderungen genutzt werden können. www.powertogas.info www.zsw-bw.de www.lbst.de www.netinform.de/H2 www.H2stations.org www.H2mobility.org www.homepowersolutions.de www.hoermann-solar.de www.weberhaus.de

HPS Home Power Solutions hat ein System entwickelt, das zu 100 Prozent unabhängige, elektrische Energie erzeugt, speichert und bei Bedarf zur Verfügung stellt - das HPS-System Picea. Es wurde bereits in mehreren Häusern, wie hier in einem Haus von Weber, das im Sauerland steht, eingebaut. Zeyad Abul-Ella, Geschäftsführer und Gründer von HPS, betont: „Wir garantieren unseren Kunden, dass ihre Energie zu 100 Prozent aus der eigenen Anlage stammt und sie ihren Bedarf an sauberer elektrischer Energie im Einfamilienhaus aus Selbstversorgung vollständig decken können.“ Bild: HPS, Philipp Boegele


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Problemkreis Spannungs- und Netzqualität Rolf Wagner gibt Tipps zum Erkennen und Beheben schlechter Netzqualität Es stimmt schon: Die Versorgungssicherheit bei elektrischer Energie in Deutschland ist hervorragend. Das gilt allerdings nicht für die Spannungs- und Netzqualität, wie Rolf Wagner, Leiter Vertrieb bei Econ Solutions, weiß. Der Spezialist gibt Tipps, welche Hinweise auf Mängel in der Netzund Spannungsqualität hindeuten und wie sich diese überprüfen und beheben lassen. Wenn sich im Unternehmen beispielsweise Störungen bei den Maschinensteuerungen häufen, die IT immer wieder abstürzt sowie Sicherungen und Leistungsschalter aus unerklärlichen Gründen auslösen oder Schäden an Leistungskondensatoren oder Kompensationsanlagen auftreten, sollte man in Erwägung ziehen, dass hierfür eine schlechte Netzqualität verantwortlich sein könnte.

Ursachen zweifelsfrei bestimmen Um zu prüfen, was tatsächlich der Grund für die Schäden oder Ausfälle ist, sind allerdings Messungen nötig. Das Problem hierbei: Da es in den meisten Fällen völlig unvorhersehbar und vor allem in unregelmäßigen Abständen zu den Störungen kommt, hilft es nicht, die Spannungsqualität nur kurzfristig zu überwachen. Stattdessen gilt es permanent zu messen und zu überwachen. Als Messpunkte eignen sich die Stellen nach den Trafoeinspeisungen auf der Niederspannungsseite. Außerdem sollte bei

Kurzfristige Messungen helfen kaum. Deshalb überwacht das Sens3, das im Schaltschrank eingebaut wird, permanent. Wird dann ein Grenzwert überschritten, verschickt das Gerät automatisch eine Meldung per EMail an die zuvor angelegten Empfänger.

elektrischen Leistung, Energie, Ströme und Spannungen erfasse.

Ideale Grenzwerte für die Netzqualität

Rolf Wagner erklärt, warum es vermehrt zu Ausfällen und Schäden durch eine schlechte Netzqualität kommt: „Das hat zwei Gründe: Der erste ist der zunehmende Einsatz von HGÜ-Leitungen, also HochspannungsGleichstrom-Übertragungsleitungen. Weil sie große Strommengen über weite Strecken relativ verlustfrei transportieren, werden sie genutzt, um den Strom von Offshorewindparks aufs Festland zu bringen. Grund Nummer zwei ist der vermehrte Einsatz von nicht linearen Verbrauchern und Leistungselektronik, wie LED-Beleuchtungen, unterbrechungsfreien Stromversorgungen, Gleichrichtern, Schweißgeräten, Induktions- und Lichtbogenöfen, aber auch einphasigen Geräten, bzw. deren Netzteilen. Bei diesen Geräten bzw. Komponenten hat der aufgenommene Strom eine andere Kurvenform als die Spannung. Dadurch steigen die nicht sinusförmigen Anteile, die die Spannungsund Stromgrundschwingung überlagern. Diese Oberschwingungsanteile führen dann zu den aufgeführten Problemen.”

großen Verbrauchern, wie z.B. an Umrichtern oder Gleichrichtern gemessen werden. Als Messgerät eignet sich laut Hersteller beispielsweise ein Energieund Leistungsmessgerät wie der Econ Sens3 von Econ Solutions, da er sich schnell und unterbrechungsfrei anschließen lasse und alle wichtigen Merkmale der

Die Norm EN 50160 legt fest, mit welchen Spannungsmerkmalen Energieversorger die Energie in die öffentlichen Nieder- und Mittelspannungsnetze einspeisen. Sie enthält Grenzwerte für alle wesentlichen Merkmale der Netzspannung am Netzanschlusspunkt, zum Beispiel für die Frequenz, Oberschwingungen, schnelle und langsame Spannungsänderungen, Flicker, Unsymmetrie oder Transienten. Werden diese Werte überschritten, kann man von einer ungenügenden Netz- bzw. Spannungsqualität sprechen. Im Messgerät Sens3 sind diese Grenzwerte bereits hinterlegt. Da es je nach Impedanz des Stromnetzes auch schon bei geringeren Abweichungen negative Folgen geben kann, lassen sich die Schwellwerte aber auch individuell verändern. Welche im Einzelfall ideal sind, hängt von vielen Faktoren ab und ist deshalb je nach Situation und Störanfälligkeit zu entscheiden. Wird ein Schwellwert überschritten, löst der Sens3 entweder einen potenzialfreien Kontakt aus oder versendet eine E-Mail mit der Art der Störung im Klartext und dem Strom- und Spannungsverlauf zum Zeitpunkt der Störung. Diese Kurvenform von Spannung und Strom wird zudem für eine

Im EN 50160 Report stellt die Software des Sens3 Grenzwertverletzungen und Netzereignisse wie Oberschwingungen, Spannungsschwankungen, Flicker etc. dar. Bilder: Econ Solutions

Sekunde gespeichert. In einem EN 50160 Report sind dann alle Grenzwertverletzungen und Netzereignisse übersichtlich zusammengefasst.

Netzqualität nachhaltig verbessern Da vor allem ein zu hoher Oberschwingungsanteil die Netzqualität verschlechtert, gilt es diesen zu reduzieren. Die wichtigsten Methoden hierfür sind aktive oder passive Filter. Passive Filter enthalten für jede Oberschwingung einen entsprechenden Saugkreis aus Induktivitäten und Kapazitäten, der genau auf die jeweiligen Oberschwingungen ausgelegt sein muss. Das ist in der Praxis nicht trivial. Bei Änderungen an der Installation oder Verbrauchern kann dar Filter anzupassen sein.

Aktive Oberschwingungsfilter werden parallel zu den Geräten oder Komponenten angeschlossen, die die Oberschwingung erzeugen. Sie analysieren den hier erzeugten Oberschwingungsstrom, produzieren einen gegenphasigen Kompensationsstrom und neutralisieren so die Oberschwingungsströme am Anschlusspunkt. Damit passt sich die Kompensation immer den Gegebenheiten an und bleibt auch bei Änderungen an der Installation wirksam. Auch eine tadellos und übersichtlich ausgeführte Elektroinstallation trägt erheblich dazu bei, die Netzqualität aufrechtzuerhalten. Denn auch hier können sonst unzulässige Ströme entstehen. Eine Messung der Differenzspannung zwischen Neutralleiter und PE in Volt rms zeigt, ob solche Ströme vorliegen. www.econ-solutions.de

Die Grenzwerte sind entsprechend der Norm EN 50160 voreingestellt, lassen sich aber anpassen.

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REINIGUNG

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Kontaminationen effektiv verhindern Flexibel dank unterschiedlicher Antriebsarten

Im Schein der UVLampe wird jegliches Optimierungspotenzial aufgedeckt.

Integriertes Reinigungssystem für prozesstechnische R Classic eine neueMaschinen Industriekehrmaschine an Kärcher bietet mit der KM 120/250

REINIGUNGSGERÄTE

Neben einer sicheren prozesstechnischen eines horizontalen Mischsystemsim nimmt Die kompakte und wendige KM 120/250 Funktionalität R Classic von Kärcher ist ein Einsteigermodell Bereich eine zuverlässige Reinigung eines Mischers oder anderer prozesstechnischen Maschinen mittels der Industriekehrmaschinen. Dennoch sei sie genauso zuverlässig, robust und einfach zu eines automatischen oder halb automatischen Reinigungssystems mittlerweile einen immer höhebedienen wie die größeren Maschinen der Reihe, betont der Hersteller. ren Stellenwert ein - und zwar nicht nur für Anwender aus dem Bereich der pharmazeutische Industrie. Auch in der und chemischen Industrie ein integriertes Reini Kärcher bietet dieLebensmittel-, KM 120/250 R Kosmetiktet laut Hersteller dabei nicht nur gehört pressdruck der Bürsten autogungssystem häufig bereits zu den Grundanforderungen einer neuen Maschine. Hierbei liegt ein Classic mit unterschiedlichen Andurch die Emissionsfreiheit, sonmatisch dem Untergrund anpasst, besonderer der Verhinderung von Kreuzkontaminationen und Wirkstoffen trieben an. JeFokus nach auf Einsatzzweck dern auch durch ein besonders von wasAllergenen gewährleiste, dass auch potenzieller mikrobiologischer Verunreinigungen. bei Produktwechseln, sowie auf der Beseitigung stehen Versionen mit Diesel-, niedriges Betriebsgeräusch. So große Mengen grober Schmutz LPG- oder Batterietechnik zur Verkann die Kehrmaschine z.B. auch ebenso effizient aufgenommen Grundsätzlich unterscheidet man Mischer und andere prozesstechbefeuchtet eine weitere fügung. in lärmsen siblen Bereichen zum werden wie und feinerfürStaub. bei den Reinigungssystemen für nische Maschinen zwischen ei Reinigung (z.B. in einer Der elektrische Fahrantrieb punkEinsatz kommen. 02.05.2013 10:12 Der Kehrbehälter weist Spülein Uhr Seite 1 nem halbautomatischen WIPmaschine oder einem UltraschallDie Arbeitsbreite liegt bei 1.200 Fassungsvermögen von 250 LiSystem (Wash In sich Place) bad) Millimetern, wobei der und Antern demontiert. auf. Er wird hydraulisch geeinem vollautomatischen CIPDas von der Reinigung der System (Clean in Place). Letzteres Stutzen anfallende Waschwasser erfordert keinerlei manuelle Reiwird in der Mischtrommel genigungsschritte. sammelt und im Anschluss für die Reinigung des Mischbehälters verwendet, wobei ein Füllgrad Komplexer von 20 bis 30 Prozent mit ReiniReinigungsprozess gungsflüssigkeit erforderlich ist. Die Reinigung des MischbehälBei den horizontalen Mischsysteters selbst wird mittels des MischWilms Kehrsaugmaschinen men kommt aber in der Regel ein werkes ausgeführt. für kleine und große Flächen WIP-System zum Einsatz. Häufig mit Benzin- oder Batteriesind hierbei kleinere manuelle Arantrieb Frischwasser- oder beiten, wie etwa das DemontieUmlaufbetrieb ren eines Filters oder die Installation eines Drainagekonus am Maschinenauslass erDieses sorgt im Vor- und Rückforderlich. einenempfiehlt intensiven Wird die Maschine auch in der Dämmerung oder inwärtslauf dunklen Hallenfür eingesetzt, sich die Ausstattung mit zwei Frontstrahlern, werden. Sofern benötigt, kann imdie optional An- angeboten und turbulenten Kontakt zwischluss an eine Maschinenreischen Mischtrommel und Reininigung eine chemische Desgungsflüssigkeit. Sofern benötigt, infektion der Anlage erfolgen, in kann hierbei auch ein Einweichen Wilms Hochdruckreiniger diesem Falle spricht man von der im Mischer befindlichen ProKalt- und Heißwasser für einem SIP-System (Sterilization in duktreste erfolgen. Bei Mischhöchste Ansprüche Place). systemen mit größeren Volumina

Die batteriegetriebene Version arbeitet nicht nur emissionsfrei - wichtig für den Einsatz in geschlossenen Hallen -, sondern auch besonders leise. Bilder: Kärcher

leert. Zur Ausstattung gehört außerdem ein leistungsfähiger in mehreren Schritten mit FilterKalt-, Taschenfilter mit großer Warmoder AP-Wasser gefahren fläche. Dieser wird bei Bedarf mitwerden. automatische wir Zu-hilfe einesEine Vibrationsmotors dosierung von unterschiedlichen kungsvoll abgereinigt, um eine Reini ist ebenso hohegungsmitteln Abscheideleistung, eine möglich wie eine abschließende lange Lebensdauer und ein chemische Desinfektion. Auch staubfreies Arbeiten zu erreichen. eine thermische Sterilisation Die Bedienung der Maschine ist mittels Dampf bei weitenteinfach und laut kann Hersteller sprechender technischer gehend selbsterklärend. UnkomMischerausführung stattfinden. pliziert gestaltet sich auch die Wartung. Die Kehrwalze lässt sich werkzeuglos wechseln. ServiceModularer Aufbau zugänge für die Antriebseinheit

Die abschließende Trocknung des Mischers kann bei vorausgegangenen Reinigungsschritten mit Heißwasser über konditioMit anforderungsgerechten Tüchern und flexibler Bereitstellung zu mehr Effizienz nierte Umgebungsluft erfolgen. schnellere Für die Optimierung der Produktionsumgebung sind bereits kleineAls Details, wie Alternativen der richtigehaben Einsich das Ausblasen des Werden gesamten satz von Verbrauchsmaterialien, also z.B. Wischtüchern oder Spendern, von Bedeutung. Systems mit erhitzter wirkt Druckluft diese entsprechend dem Bedarf und den Anforderungen des Unternehmens eingesetzt, sowie der Einsatz von Gebläsen sich das u.a. auf die Anzahl der verwendeten Verbrauchsgüter oder auf die Arbeitszeit, die für in KombinationKomplementär mit Luftentfeuch eine bestimmte Aufgabe benötigt wird, aus. Auch die Menge an verwendeten - tern bewährt, sogenannten Ablösungen wie Chemikalien, Lacken oder Farben lässt sich so minimieren. sorptionstrocknern. WIP-,und CIP-beugen oder SIP-Systeme Ein nicht zweckoptimiertes WischWerden industrielle Verbrauchs- Alle brauch Verschwenfür die Horizontalmischer sind tuch kann im täglichen Produkmaterialien zum Beispiel nicht am dung vor, was letztendlich auch grundsätzlich modular aufgebaut, tionsprozess weitreichende Folgen Nutzungsort bereitgestellt, kann Entsorgungskosten minimiert. um allen kunden- und produkthaben. So ist z.B. bei der Reinigung es zu einer unnötigen Arbeitszeitwww.kcprofessional.de Aufgabenstellungen spezifischen von Maschinen, Fließbändern oder verschwendung kommen. Vergerecht werden zu können. rauen Oberflächen wichtig, diese bringt z.B. ein Mitarbeiter pro Jeder Reinigungsprozess wird fussel- und rückstandsfrei zumit typischen SchichtSpülstellen nur zehn Minuten damit, Schematische Darstellung eines WIP-Systems an einem horizontalen ent sprechend Mischeraus fühPflugscharmischer. säubern. Denn Fremdkörper in Verbrauchsmaterialien zu holen, Autonome Reinigung: rung und Produkteigenschaften Maschinen und Anlagen führen im summiert sich die Zeit bei 30 Mitkommen für Schicht die Reinigung der Der Reinigungsprozess selbst definiert und im Rahmen einer schlimmsten Fall zu Sicherheitsarbeitern pro auf mehrere Das Interesse an der autonomen Trommel rotierende Zielstrahlreium fasst das rückstandslose Entrisiken, Stillstandszeiten und ProTausend Stunden im Jahr. Mit Reinigung nimmt zu; das war niger zumund Einsatz, um dieSys Wasserfernen von Produktresten und duktionsausfällen. flexiblen mobilen temen auch auf der Interclean in AmAnbackungen gesamten mengen pro Reinigungszyklus inEntspricht dasimTuch nicht Proden lässt sich diese Verschwen sterdam zu spüren, die im Mai zessraum. vertretbaren Rahmen zu individuellen Reinigungsaufgaben, einem dungsart leicht beheben. stattfand. Hako zeigte dort mit Hierfür werden in der Regel halten. unsere Hierbei istviertelgefalteten sowohl ein Beist auch der die Verbrauch der „Für Hi-One den aktuellen Entwickgasgespülten Dichtungen trieb mit Frischwasser als auch Wischtücher wesentlich höher.von Wypall-Wischtücher für hohe Reilungsstand der autonomen ReiMischwerk und Mes serköpfen auf ein Umlaufbetrieb möglich. Müssen Flüssigkeiten aufgewischt nigungsanforderungen bieten wir nigung. eine Wasserspü lung gun umgestellt, Anspruchsvoll gestaltet sich und die oder starke Verunreini gen entbeispielsweise den mobilen Konkret demonstrierte eine komum eventuelles Eindringen automatische Reinigung der fernteinwerden, empfehlen sich geschlossenen Wischtuchspender pakte Scheuersaugmaschine live Bild: Hako von Reinigungswasser in die Mischerentleerung aufgrund der saugfähige Tücher mit textilartiger an. So sind die Tücher immer griffam Messestand einen praxisDichtungen zu verhindern. Im komplexeren Geometrie von EntStruktur. „Unsere Wypall Forcemax bereit. Außerdem ist der Spender nahen Einsatzfall. Die Zuschauer Anschluss wird der40Ho rileerklappe, Antriebswelle und Wischtücherdaran absorbieren Prosparsam im Verbrauch und schützt erlebten, wie die Maschine mit- an, dass die Identifizierung und zontalmischer sukzessive zent mehr Öl und das fünf von Mal Dichtflächen. den Inhalt vor Kontaminationen“, hilfe neu entwickelter Antriebs- Umfahrung von Hindernissen oben nachals unten abgereinigt. haben sich eine Kombischneller textile Putzlappen“, Hier berichtet Nadine Woll. technik, spezieller Sensorik und sicher funktioniert. Alle Stutzen auf Woll, der MaschinenReinigungsbetont Nadine Marketing- nation Neben aus derstatischen Bereitstellung ist auch der im eigenen Hause ent- Neben Hi-One zeigte das oberseite werden hierfür mit Reidüsen und einem an-managerin bei Kimberly-Clark Prodie Darreichungsformzentral von Ma wickelten Navigationssoftware Unternehmen aus der nigungsdüsen ausgestattet, welgeordneten Sprühfessional. terialien im rotierenden Produktionsprozess standardisierte Arbeiten selbst- Scrubmaster-Reihe die Modelle che entweder fest installiert ball, ein Bedeutung. Intervallbetrieb Auchsich wenn Fertigungsspezialisten von sowie zentraler So ständig ausführen kann. B75 R, B120 R und den neuen an der Stutzeninnenseite be fin zum Öffnen und Schließen der ihre Verbrauchsmaterialien sorgkommt es beispielsweise beim AbAuch die Sicherheit spielte wäh- B175 R. Die kompakten und den mittels wird einesoftWaschKlappe bewährt. Das beieiner der Reifältig oder auswählen, außer reißen eines Tuchs von unrend der Vorführung eine große wendigen Ride-on-Scheuersaugadapters auf dem Stutzen posi nigung anfallende Abwasser Acht gelassen, wie diese tatsächperforierten Rolle leichter wird zu Rolle, denn die besondere Her- maschinen decken mit einer tioniert werden.werden. Eine Installation über einen an der Mischerentleelich eingesetzt Das kann Fusselablagerungen. Dies kann vor ausforderung der autonomen Flächenleistung von 3.000 bis zu von automatisch einfahrbaren rung Drainagekonus zur Folge haben, dass Menge, Verallem installierten in der Lebensmittelindustrie Reinigungstechnik liegt im Ein- 7.560 Quadratmetern eine große Reinigungsdüsen ist ebenfalls entleert. wendung oder Bereitstellungsschwerwiegende Folgen haben. satz in komplexen, öffentlichen Bandbreite an Anwendungsmöglich. Der Reinigungsprozess kann jemethode nicht zweckmäßig auf Vorgeschnittene Produkte behe und sich wandelnden Umge- möglichkeiten ab. Filter in der Regel ausim nach Produktlöslichkeit und Verden werden eigentlichen Bedarf ben dieses Problem, sorgen gleichbungen. Hi-One trat denmit Beweis www.hako.com Beispiel eines Beschickungsstutzens fest installierten Reinigungsdüsen und Ringleitung. Bilder: Lödige eingebauten Zustand komplett schmutzungsgrad der Maschine gerichtet sind. zeitig für einen kontrollierten Ver-

Typische Verbrauchsmaterialien im Fokus

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Perfektion aus Prinzip.

werden mit Schnellverschlüssen geöffnet. Die Maschine ist unter Reinigungsrezeptur reproduzieranderem durch die widerstandsbar in der Maschinensteuerung fähige Vollgummibereifung auch hinterlegt. Die korrekte Funkfür den Einsatz in der Schwertionalität des Reinigungssystems industrie, z.B. in Gießereien, der (z.B. Anzahl und Positionierung Metallbearbeitung oder in Logisder Düsen) die richtige Patikbereichensowie konzipiert. rametrierung des ReinigungsproAber auch Anwendungen in wezesses (z.B. Wassermengen, Spül-niger anspruchsvollen Umgebun zeiten etc.) werden mittels eines gen wie in Produktions- und Ri boflavintests sichergestellt. Lagerhallen sind damit ebenso Dabei wird der gesamte möglich wie Einsätze in Mischer Außenmit einem fluoreszierenden Trabereichen, etwa auf Verlade cer und UV-Licht auf eine ausplätzen oder Baustellen. reichende Benetzung aller prowww.kaercher.com duktberührten Oberflächen überprüft. Dieser Test stellt allerdings ausschließlich eine Indikation der Reinigungseffektivität dar. Zur Reinigungsvalidierung kann er nicht herangezogen werden. Fazit: Die Reinigung von horizontalen Mischern mit halb automatischen WIP-Systemen ist ein komplexer Prozess. Modular aufgebaute Lösungen decken dabei eine große Bandbreite an Aufgabenstellungen ab, sodass sich die branchenspezifischen Anforderungen in der phar Bild: Kimberlymazeutischen Produktion wie auch in der Lebensmittel-, Clark Kosmetik- und chemischen Industrie zuverlässig erfüllen lassen. Sebastian Steinkamp, Vertrieb Life Science Technologies Hako zeigt, wie es geht Gebr. Lödige Maschinenbau www.loedige.de


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„Jetty“ reinigt und inspiziert in einem Roboter punkten bei der Reinigung und Instandhaltung von Kanälen und Rohrleitungen Die Wisag Industrie Service Gruppe setzt seit Kurzem bei der Reinigung und Instandhaltung von Kanälen und Rohrleitungen in Leuna auf den Roboter „Jetty“. Er reinigt und inspiziert Orte, bei denen dies sonst nur mit größerem Aufwand möglich ist. Dabei kommt er beispielsweise auch in schwer zugängliche Bereiche lüftungstechnischer Anlagen, von Küchen- und Industrieabzügen sowie Kanälen und Rohrleitungen in der Petro- und Pharmaindustrie. Möglichkeiten, die der Roboter im Bereich der Reinigung und Inspektion bietet: „Die Alternativen reichen von der herkömmlichen Bürstenreinigung über Trockeneis-,

Sand- oder Wasserhöchstdruckstrahlen bis hin zur maschinellen Reinigung mit einem Spachtel.“ Dabei kann der „Jetty“ sowohl waagerecht als auch senkrecht verlaufende Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 200 bis 1.300 Millimeter befahren.

Dokumentation mithilfe von Kameras

Seit Kurzem setzt der Dienstleister bei der Reinigung und Instandhaltung von Kanälen und Rohrleitungen in Leuna auf den Roboter „Jetty“. Bilder: Wisag

Zu Dokumentationszwecken wird der gesamte Reinigungsvorgang von zwei Kameras aufgezeichnet. Doch nicht nur die Beseitigung von Verschmutzungen gehört zu den Aufgaben des Roboters. „Neben der Reinigung wird er auch zur Inspektion, Instandhaltung und Reparatur eingesetzt“, erläutert der Niederlassungsleiter. Dank einer Vielzahl von Werkzeugen, mit denen der Roboter ausgestattet ist, kann er beispielsweise Leitungen schweißen oder

Der Roboter kann auch zur Inspektion sowie zum Schweißen, Beschichten, Abdichten oder Desinfizieren genutzt werden.

beschichten, Leckagen abdichten oder Rohre desinfizieren. Der Jetty ist dabei nur eine von vielen Neuerungen, die bei diesem Dienstleister seit Neuestem zum Einsatz kommen. So arbeitet die Wisag beispielsweise auch mit einem System, welches die effiziente Steuerung der Hochdruckreinigung von

W EI L H YGI EN E J E D E ME N G E H A N D F EST E VO RT EI L E B I ET E T: K AT RI N . Katrin – innovative Hygiene-, Papier- und Spenderlösungen

Für große Mengen an Sauggut Ruwac stellt zwei neue, leistungsstarke Sauger mit Direktantrieb vor Wenn es darum geht, große Mengen an Sauggut aufzunehmen, sind Modelle mit einem leistungsstarken Antrieb gefragt. Und genau für dieses Einsatzprofil hat Ruwac nun die neuen Modelle DA 5112 und DA 5152 auf den Markt gebracht. Beide mobilen Sauger sind mit einem Direktantrieb ausgestattet. Die Motorleistung beträgt je nach Modell entweder 11 oder 15 kW.

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Zum Absaugen von großen Mengen an Sauggut reicht ein leistungsstarker Antrieb alleine nicht aus. Ruwac hat daher zusätzlich noch einige andere Features in die neuen Saugmodelle DA 5112 und 5152 integriert, um diesem speziellen Anforderungsprofil gerecht zu werden. Da bei großen Sauggutmengen häufiger der Sammelbehälter entleert werden muss, haben die Entwickler z.B. auf eine einfache Entnahme des 150 Liter fassenden Sammelbehälters geachtet. Der Bediener muss dazu lediglich

Der Seitenkanalverdichter ermöglicht eine kompakte Bauweise der Sauger.

einen Bügel betätigen. Der Behälter, der mit einer Kippvorrichtung ausgestattet ist, wird dadurch bis auf das Bodenniveau abgesenkt und kann, da er über eigene Rollen verfügt, entweder ver-

XXL-Sammelbehälter fahren und mithilfe von Staplertaschen transportiert werden. Auch die Filtereinheit wurde speziell für das Aufsaugen großer Saugmengen ausgewählt. Zum Einsatz kommt ein Taschenfilter der Staubklasse M, der passend dem Anwendungszweck der Sauger entsprechend großzügig dimensioniert wurde. Aufgrund der modularen Bauweise kann der Industriesauger übrigens auch problemlos durch einen Reststaubfilter der Staubklasse H ergänzt werden. Die Abreinigung der Filter erfolgt wahlweise manuell oder durch Airshock. Ein weiteres Kennzeichen der beiden neuen Modelle ist die verbesserte Steuerung, die sowohl die Drehrichtung als auch die Temperatur des Motors überwacht und eine Ferneinschaltung des Saugers (z.B. synchron mit dem Einschalten einer Produktionsanlage) ermöglicht.

Der Hersteller bietet für beide Modelle diverses Zubehör an, womit sich die Sauger laut Hersteller noch besser an den individuellen Anwendungsfall anpassen lassen. Wie alle Ruwac-Sauger verfügen auch die neuen über Rollen, sodass sie sich leicht verfahren und mobil nutzen lassen. Auch an die Instandhalter wurde gedacht. Die Konstruktion der Sauger ermöglicht es nämlich, das sämtliche Komponenten nach Öffnung des Stahlblechgehäuses gut zugänglich sind. www.ruwac.de

Der Auffangbehälter wird mithilfe eines Bügels auf Bodenniveau abgesenkt und kann dann dank eigener Rollen verfahren werden, Alternativ ist ein Transport per Stapler möglich. Bilder: Ruwac

Rohrbündeln via Tablet ermöglicht, und verfügt über einen Roboter zur Reinigung von RLTAnlagen. Ebenfalls seit letztem Jahr steht dem Reinigungsteam bei BMW in München ein voll automatisierter Reinigungsroboter jederzeit zur Seite. www.wisag.de

DESIGN

Katrin ist eine Marke der Metsä Group.

Am Chemiestandort Leuna kommt Jetty bereits zum Einsatz. Silvio Krause, Niederlassungsleiter der Wisag Produktionsservice in Leuna, verdeutlicht die vielfältigen


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Make or buy, aber nach Maß Was Unternehmen bei der Werksreinigung beachten sollten Eigenregie, Komplett- oder Teilvergabe, Insourcing, Upgrading zu ganzheitlichem Unterhaltsservice für Bausubstanz und Maschinenpark - die Make-or-Buy-Option für Reinigungsdienste im Werksbereich erfährt aufgrund anhaltenden Kostendrucks, zunehmend komplexer Objektstrukturen und steigender Hygienestandards eine verstärkte Ausdifferenzierung. Umso wichtiger sind die Antworten auf die Fragen, welche Kriterien zur wirtschaftlichen und qualitätssicheren Lösung führen, aber auch, wie die Zusammenarbeit mit Reinigungsfirmen „wasserdicht“ wird. Im Vorfeld von Ausschreibungen lohnt sich grundsätzlich ein kritischer Blick auf den Nachweis der Kosten/Leistungs-Struktur des Reinigungsdienstes. Erst wenn feststeht, dass anfallende Arbeiten lückenlos erfasst und zutreffend bewertet sind, lassen sich vergabefähige Gewerke klar identifizieren, Submissionen stichhaltig beurteilen und Outsourcing-bedingte Sparpotenziale zuverlässig ermitteln. Unabhängig von kalkulierten Ersparniseffekten wird man indes solche Reinigungsleistungen sehr vorsichtig aus der Eigenregie lösen, die in ganzheitliche Arbeitsplätze eingebunden sind, zur Behebung akuter qualitäts-, funktions- und sicherheitsgefährdender Verschmutzungen dienen, extreme Fehlerrisiken beinhalten oder interne Leerzeiten auffangen.

Kompetenzprüfung Leistungssicherung Andererseits sollte man bei der Fremdvergabe nicht „zu kurz springen“: Da der Aufwand des Dienstleisters einen Fixblock aus Dispositions-, Wege-, Rüst- und Sachkosten enthält, bedeutet ein erweitertes Auftragspaket Kalkulationsspielraum nach unten. Mit steigendem Anspruchsniveau und wachsendem Umfang von

Fremdpersonal muss mit dem Reinigungsrevier und den betrieblichen Sauberkeitsstandards bestens vertraut sein.

Vergabekontingenten setzt der Outsourcingerfolg verstärkt die nachhaltige Leistungsfähigkeit des Vertragspartners voraus. Wo der Zuschlag aufgrund günstiger Konditionen erfolgt, drohen mittelfristig massive Kosten- und Qualitätsrisiken. Die entscheidende Frage: Verfügt der Bewerber über ein Höchstmaß an Fachkunde, Qualitätsbewusstsein, Innovationsbereitschaft und Kundenfreundlichkeit? Vor bösen Überraschungen schützt allein eine gründliche Kompetenzanalyse, die auf Schlüsselressourcen und -fähigkeiten des Anbieters abstellt. Im Fokus stehen Partnerorientierung (Problemverständnis, Empathie, persönliches Engagement, Verlässlichkeit), Kolonnenprofil (Ausbildungsstand und Erfahrung des Personals, Qualifikation und Führungsstil der Vorarbeiter),

Technologieportfolio (aufgabenspezifische Funktionalität des Equipments und der Arbeitsverfahren) sowie konzeptionelle Zusatzleistungen (Berichts- und Vorschlagswesen, Planungshilfen, kooperative Projektarbeit). Ergibt sich das Bild eines hochproduktiven, zukunftsorientierten und vertrauenswürdigen Unternehmens, kommt die dauerhaft angelegte Systempartnerschaft infrage - für beide Seiten eine vorteilhafte Lösung. Dank langfristiger Auftragsperspektive kann der Dienstleister seinen Service mit zunehmender Präzision auf den individuellen Bedarfsfall abstimmen sowie ohne Amortisationsrisiken kundenspezifische Mitarbeiterschulungen und Investitionen vornehmen, um auf lange Sicht eine hohe Performance zu bieten und gute Preise zu halten.

Fehlerrisiken ausschließen Beim Ausarbeiten der Auftragsmodalitäten sollte man zwei Gefahrenquellen sorgfältig im Auge behalten: Das komplexe Aufgabenpensum und der wechselhafte, unter Umständen stoßweise Arbeitsanfall belasten die Fremdreinigung moderner Betriebstätten mit erheblichen Fehlerrisiken. Darüber hinaus geht der direkte Zugriff auf das Rationalisierungs- und Innovationspotenzial des vergebenen Gewerks verloren. Zur Absicherung effizienter Zusammenarbeit empfehlen sich neben der Bereitstellung ausführlicher Organisationsrichtlinien und Arbeitsanweisungen vor allem kontinuierliche Leistungsbewertungen sowie gemeinsame Objektbegehungen, gegebenenfalls mit Einzelabnahme besonders erfolgsrelevanter Dienste. Der Dienstleister seinerseits hat durch regelmäßige Berichte für ständige Transparenz der Reinigungspraxis zu sorgen, damit beide Vertragsparteien die Wirtschaftlichkeit beurteilen und Missstände kooperativ beseitigen können.

Implementierte Prozessprofile sollten aus Kosten- und Qualitätsgründen vom Auftraggeber beobachtet werden. Bilder: Pfeuffer

durch Preissenkungen am Rationalisierungsgewinn teilhaben. Auffallend häufig kommt in der aktuellen Fachdiskussion das Thema Insourcing zur Sprache. Offenkundig wächst das Interesse, fremdvergebene Gewerke zumindest teilweise in die Eigenregie zurückzuführen. Vor Beginn detaillierter Planungen verdienen allerdings einige heikle Fragen ein scharfes Augenmerk: Wie gut ist man für die Übernahme der anvisierten Arbeitspakete gerüstet? Welche Ressourcen müssen beschafft werden? Mit welchen Kosten, Vorleistungen und Fristen ist dabei zu rechnen? Nicht selten werden die Vorteilspotenziale des Insourcing überschätzt und Implementierungsrisiken verkannt. Rückt der Übergang zur Eigenregie ins Interesse, wird man die bestehenden Kapazitäts- und Kompetenzdefizite und den damit einhergehenden Entwicklungsbedarf kritisch untersuchen sowie die Insourcing-bedingten Ertragseffekte eher vorsichtig kalkulieren. Fällt eine positive Entscheidung, wartet das anspruchsvolle Aufgabenbündel strategischer Ressourcenentwicklung: Personal-

anpassung (Neueinstellungen, Schulungen, Coaching), Ausrüstungsinvestitionen (Maschinen, Werkzeuge, Messmittel) und Organisationsaufbau (Kolonnen- und Führungsstrukur, Informationssystem etc.). Generell empfiehlt sich, für das Insourcingprojekt eine längere, in funktionelle Einzelschritte gegliederte Übergangsphase einzuplanen, die einer hohen Steuerungs- und Kontrollintensität unterliegt. Hierbei verdient eine weitverbreitete Erfahrung nachdrückliche Berücksichtigung: Als bedeutsamer Erfolgsfaktor gelungener Insourcingprojekte bestätigt sich die großzügige zeitliche Dotierung einer Managementstelle für einen energischen „Kümmerer“. Parallel zu sämtlichen Optimierungsmaßnahmen sollte man allerdings bewährte Partnerschaften „warmhalten“: Im Regelfall enthält das dynamische Reinigungskontingent hoch technisierter Betriebsstätten Einzelgewerke, die der Dienstleister aufgrund seiner Spezialisierung, Kostenstruktur und Flexibilität konkurrenzlos günstig ausführen kann. Wilhelm Pfeuffer, Fachautor

Bedeutung des Jahresgesprächs Eine herausragende Rolle fällt dem Jahresgespräch zu. Als Auftraggeber sollte man nicht vergessen, die Produktivitätsgewinne anzusprechen, die der Dienstleister aufgrund von technologischen Innovationen und Lerneffekten realisieren kann. Ziel: Preiserhöhungen vorbeugen oder

Beim sensiblen Gewerk Maschinenreinigung ist partnerschaftliches Qualitätsmanagement zwingend geboten.


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Ein echter Hansdampf in allen Gassen Prozessoptimierung der Hallen- und Maschinenreinigung durch Dampfsaugsysteme Das Industriegerät Blue Evolution des bayerischen Herstellers Beam dampft und saugt in einem Arbeitsgang. Das Konzept ist simpel, aber effektiv, kommt ohne Reinigungsmittel aus und spart dem Anwender, wie der Hersteller betont, nicht nur über 93 Prozent des bisherigen Wasserverbrauchs, sondern auch 60 Prozent der Zeit, die bislang fürs Saubermachen nötig war. Vom Reinigungsgrad erfüllt das Gerät dabei den besonders hoch angesetzten HACCP-Standard und ist somit für den Einsatz in der Lebensmittelverarbeitung zugelassen. Das Dampfsaugsystem Blue Evolution von Beam ist in drei Varianten mit bis zu 7.200 Watt, einem Dampfdruck von bis zu 10,0 bar und einer Dampftemperatur von bis zu 180 Grad Celsius erhältlich. Das Modell Blue Evolution S+ bietet z.B. eine Leistung von 3.500 Watt, einen Dampfdruck von bis zu 8 bar und eine Dampftemperatur von 170 Grad Celsius. „Mit unserer Art der innovativen Reinigung werden Standzeiten minimiert und gleichzeitig in die

zessoptimierung der besonderen Art. In der gleichen Zeit kann mit dem Blue Evolution mehr Fläche als bisher gereinigt werden, sodass der Gesamtaufwand für die Reinigung deutlich sinkt.” Die eingesparte Arbeitszeit könne somit für andere Tätigkeiten eingesetzt werden. Wiedemann macht aber auch deutlich, dass der Blue Evolution keine Großflächengeräte ersetzt, diese aber sinnvoll ergänzt. „Sobald man um Maschinen oder Regale herum reinigen muss, spielt der Blue

dem Aufsaugen im Wasserfilter gebunden werden, hält das Gerät die Luft rein und hilft vor allem an solchen Arbeitsplätzen, bei den möglichst staubfrei produziert und montiert werden muss.

Keime haben keine Chance Einen besonderen Trumpf spielt der Blue Evolution bei der Reinigung von Sozialräumen aus, denn die Geräte verfügen über einen sogenannten Blaulichteffekt, der gegen Keime wirkt. Dabei landen in einem ersten Schritt die gelösten Schmutzpartikel im Wasserfilter und werden dort im Wasser gebunden. Die im Schmutzwasser enthaltenen Keime werden dann über das hier eingebrachte Blaulicht abgetötet. Von daher eignet sich

Clever: Die im Schmutzwasser enthaltenen Keime werden über das hier eingebrachte Blaulicht abgetötet.

der Blue Evolution laut Hersteller auch für den Einsatz in Sanitärund Aufenthaltsräumen. Im Vergleich zu den herkömmlichen, in der Industrie beliebten Nass-Trockensaugern punkten Dampfsaugsysteme nach Herstellerangaben durch das Maschinenkonzept. „Bei unseren Geräten landet der komplette Schmutz im Wasserfilter und wird am Ende

einfach ausgeleert. Bei NassTrockensaugern muss man beim Wechsel vom Nass- zum Trockensaugen wirklich aufpassen, denn bei einem Bedienfehler können schnell Filterpatrone und Vlies verschmutzen. Das ist ein echter Nährboden für Schimmel und Keime“, verdeutlicht Wiedemann . www.dampfsauger-beam.de/ blueevolution.html

Reinigungstechnik · Kommunaltechnik

Durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Aufsatzdüsen können die Geräte für verschiedenste Oberflächen genutzt werden. Alle Modelle verfügen zudem über ein zusätzliches Heißwassermodul für härteste Verschmutzungen.

Lebensdauer und Werterhaltung der Produktionsanlagen investiert. Das ist der mehrfache Win-winEffekt für den Unternehmer“, ist Robert Wiedemann, ein Geschäftsführer der Beam GmbH, überzeugt. Spätestens beim Argument der Kosteneinsparung sollten Geschäftsführer und Controller hellhörig werden, ergänzt er. „Mit der Zeitersparnis von bis zu 60 Prozent gegenüber dem herkömmlichen Saubermachen betreiben wir Pro-

Evolution seine ganze Stärke aus“, so Wiedemann. Durch das Zubehör und die Vielzahl an Aufsatzdüsen eignet sich das Industriedampfsauggerät auch für den Einsatz beim Maschinenservice, denn auch fettige und ölverschmierte Stellen lassen sich damit reinigen, sodass der Servicetechniker mit der eigentlichen Inspektions- und Reparaturarbeit beginnen kann. Weil Schmutz und Staub nach

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Haus des Hopfens steht jetzt sicher auf Schaum Baugrundverstärkung durch Expansionsharze vor geplanter Gebäudeaufstockung Das Haus des Hopfens, gelegen in Wolnzach im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen, ist ein Dienstleistungszentrum für die Hopfenbauern, das in diesem Jahr das 60-jährige Bestehen feiern kann. Hier befinden sich unter einem Dach vereint die Hopfenverwertungsgenossenschaft mit der Erzeugergemeinschaft, der Deutsche und der Hallertauer Hopfenpflanzerverband, der Hopfenring Hallertau sowie die Landesanstalt für Landwirtschaft, Produktionstechnik Hopfen. Die dort ansässigen Experten bieten Dienstleistungen von der Anbauberatung über die Vermarktung bis zur Steuererklärung. Um der zunehmenden Nachfrage Herr zu werden, ist eine Aufstockung des dreigeschossigen Baus geplant. Dazu ist jedoch eine vorherige Baugrundverstärkung notwendig. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen dreistöckigen Massivbau aus den 1960er-Jahren. Dieses soll nun um ein weiteres Stockwerk in Leichtbauweise aufgestockt werden. Das Dach wurde als Flachdach ausgeführt. Die Tragkonstruktion selber besteht aus Flachdecken und Stützen in Stahlbetonbauweise. Die Gründung des voll unterkellerten Bauwerks erfolgte auf Einzel- und Streifenfundamenten mit einer Einbindetiefe von 60 Zentimetern unter der Oberkante (OK) der Kellerbodenplatte. Diese wiederum ist circa 30 Zentimeter stark und zweilagig bewehrt. Bezogen auf das Außengelände kommt die Fundamentsohle somit zwischen 1,70 bis 2,00 Meter Tiefe unter Gelände-OK zu liegen. Die Streifenfundamente weisen eine Breite von circa 80 Zentimetern auf. Die Abmessungen der Einzelfundamente wurden mit 1,70 x 2,30 Meter angegeben. Laut geotechnischem Untersuchungsbericht kommt die Fundamentsohle innerhalb von Lehmböden zu liegen, welche als stark sandige Schluffe und schluffig-sandige Tone der Bodengruppen UL, TL, UM, TM beschrieben sind. Die Konsistenz der Lehmböden liegt im Übergangsbereich von halbfest zu fest.

Die derzeit zulässigen Bemessungswerte für den Sohlwiderstand wurden vom Gutachter mit 360 kN/m² für die Einzelfundamente und 260 kN/m² für die Streifenfundamente berechnet. Ausschlaggebend für den Bemessungswert des Sohlwiderstands waren hierbei die Grundbruchberechnungen. Um die aufstockungsbedingten Lasterhöhungen in den anstehenden Gründungsböden bauwerksverträglich abtragen zu können, soll eine Baugrundverstärkung erfolgen. Infolge der Aufstockung ist somit ein Bemessungswert für den Sohlwiderstand von 600 kN/m² (charakteristische Bodenpressung ca. 460 kN/m²) einzuhalten. Der Gutachterempfehlung folgend sollen mithilfe der Deep-InjectionMethode von Uretek die fundamentnahen Gründungsböden bis ca. 3,0 Meter unter Fundamentunterkante (FUK) so verstärkt werden, dass eine bauwerksverträgliche Lastabtragung gemäß Standsicherheits-/Gebrauchstauglichkeitsnachweis gegeben ist. Ausschlaggebend für die Empfehlung sind der minimalinvasive Eingriff in die Bausubstanz der Injektionsmethode, die kurze Baustellenzeit und die Wirtschaftlichkeit.

Und so erfolgte die Arbeit: Von OK Kellerbodenplatte aus wurden im Abstand von ca. 60 bis 80 Zentimetern Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 16 Millimetern gesetzt. Mithilfe von Injektionslanzen wurde dann ein Zweikomponenten-Expansionsharz durch diese Löcher flüssig und unter kontrolliertem Druck zuerst direkt unter die Fundamentsohle gepresst. Danach wurden in zwei weiteren Ebenen im Abstand von rund 1,20 Metern zusätzliche Verstärkungsinjektionen bis ca. 2,40 Meter unter die Gründungssohle in den Baugrund gesetzt. Durch die Volumenvergrößerung der Harze (Polymerisation) und die dabei entstehende Expansionskraft (bis 600 kN/m² in Abhängigkeit vom Widerstand der Umgebung und der Baukonstruktion) bildeten sich unter Ausnutzung der Gebäudeauflast vertikale, fein verästelte Harzlamellen aus, die zunächst eine horizontale Verspannung im Baugrund bewirkten.

Damit das „Haus des Hopfens“ in Wolnzach aufgestockt werden konnte, musste erst einmal der Baugrund entsprechend verstärkt werden. Bild: Uretek

Nach weiterer Verdichtung kam es lokal begrenzt zu einem Anwachsen der Vertikalspannungen mit messbaren Hebungstendenzen von ca. 0,5 Millimetern. Die Expansion der Harze erfasste den von Spannungen beeinflussten Bereich der Fundamente mittels aufsprengender Injektionen bis zu einer Tiefe von circa 3,00 Meter unter Fundamentsohle (kohäsive Verkittung). Wegen der kurzen Reaktionszeit der Harze und der millimetergenauen Überwachung durch Nivellierlaser konnte der ganze Prozess genau kontrolliert und gesteuert werden. Der am Bauteil befestigte Laserempfänger registrierte jede Ausweichbewegung der Baukonstruktion und der Umgebung und brachte damit den Nachweis für den Zuwachs der Untergrundtragfähigkeit.

Auf Grundlage der verbesserten Bodenkennwerte nach der Baugrundverstärkung mit dem geschilderten Verfahren wurden dann im Vorfeld der Aufstockung Standsicherheitsund Gebrauchstauglichkeitsberechnungen vom Baugrundgutachter durchgeführt. Unter Berücksichtigung der vorgegebenen Bodenkennwerte in Form eines mittleren Reibungswinkels von 27,5 Grad bei Lehm bzw. 35 Grad bei Sand, einer mittleren Kohäsion von 20 kN/m² (Lehm und Sand) sowie einem mittleren Steifemodul von 10 MN/m² (Lehm)/60 MN/m² (Sand) für die Gründungsböden bis 3,00 Meter Tiefe unter Fundamentsohle, wurde, so die Spezialisten, die Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit nachgewiesen. www.uretek.de

In schwindelnder Höhe sicher unterwegs Kee Safety bietet Überstieg-Bausätze für sein Laufstegsystem Kee Walk an Ob auf Flughafenterminals oder Industriehallen - das Laufstegsystem Kee Walk erlaubt auf flachen und leicht geneigten Dächern eine sichere Begehung. Denn statt akrobatisch auf rutschigen Blech- oder PVC-Dächern entlangbalancieren zu müssen, können sich Servicetechniker auf den rutschhemmenden und wetterfesten Wartungswegen sicher über das Dach führen lassen. Dank der Überstieg-Bausätze ist nun sogar ein sicherer Brückenschlag auf dem Dach möglich. Das Laufstegsystem von Kee Safety ist allen Neigungen, Steigungen und Winkelzügen von Stehfalz-, Beton-, Bitumen- oder Verbunddächern gewachsen, betont der Hersteller. Möglich machen dies die 1,5 Meter und 3,0 Meter langen Trittstufenmodule aus glasfaserverstärktem Nylon oder Aluminium. Sie lassen sich nämlich auf den Trägerprofilen des Systems im Winkel variabel justieren, sodass Laufstege für Dachneigungen von 0 bis 35 Grad montiert werden können. Selbst auf stark bebauten und architektonisch anspruchsvollen Dächern lassen sich auf diese Weise sichere Pfade zu allen wichtigen Ein- und Aufbauten anlegen. Damit große Rohrleitungen, mächtige Klimakanäle sowie andere hohe Aggregate und Mauerabsätze keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen, hat der Hersteller für dieses Laufstegsystem Überstiege mit der Bezeichnung Kee Walk im Angebot. Diese Überstiege gibt es in mehreren Modulbausätzen für

Dächer mit Oberflächen aus Bitumen, PVC, Beton oder Metallprofilen. Jeder dieser Bausätze besteht aus Stufen- und Brückenmodulen, vormontierten Pfosten und Bauteilen mit den entsprechenden TÜV-geprüften Rohrverbindern, passgenau abgelängten Knieund Handläufen für Treppen und Stege sowie Fußleisten gegen seitliches Wegrutschen. Alle Rohre und Rohrverbinder sind durch eine Verzinkung gegen Korrosion geschützt. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Überstieg-Bausätzen liegen in den überbrückbaren lichten Höhen (600 Millimeter bis 1.400 Millimeter), ihren konstruktiven Dimensionen (Länge, Breite, Höhe) und insbesondere in der Art der Standfüße. Als Ideallösung für die freistehende Montage auf Bitumenund PVC-Dächern empfehlen sich dabei Varianten mit Auslegergewichten, die einerseits für statische Sicherheit sorgen und andererseits aber die Dachoberflächen schonen.

Mit den angebotenen zehn Standard-Bausätzen der Überstiege lassen sich Dachhindernisse mit bis zu 1.200 mm Breite und bis zu 1.400 mm Höhe überbrücken. Bild: Kee Safety

Für die Positionierung auf Betondächern gibt es die Möglichkeiten der freistehenden Aufstellung auf Sockelplatten oder der Schraubbefestigung mit Rohrverbindern. Die Montage auf Metallprofildächern erfolgt hingegen mithilfe der Top-Fix-Grundplatten von Kee Safety. www.keesafety.de


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Gefährliche Wasserverkeimung abgewendet Brandschutzexperten bewahren ein Alten- und Pflegeheim vor der Schließung Ein Alten- und Pflegeheim verfügte über eine Wasserinstallation, in der Löschwasser und Trinkwasser teilweise in denselben Rohren flossen. Das Problem dabei: Weil das Wasser in Teilen der Leitungen zum Stillstand kam, hätte es leicht zu einer Verkeimung mit Legionellen kommen können. Dem Heim drohte die Schließung, da Legionellen nicht nur, aber eben auch gerade für schwache und ältere Menschen eine lebensbedrohliche Gefahr darstellen. Nun entwickelte ein Brandschutzexperte eine individuelle Lösung, welche die Trennung der Installationen und eine Pumpanlage im Keller beinhaltete. Damit konnte das Heim vor der Schließung bewahrt werden. Unser Trinkwasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Dafür sorgt die Trinkwasserverordnung. Und damit das auch so bleibt, muss Nichttrinkwasser - in diese Kategorie gehört auch das Löschwasser - durch gesonderte Rohrabschnitte geleitet werden. Eine geeignete Sicherungsarmatur mit eingebauter Trennstelle gewährleistet dabei in aller Regel eine hygienische Trennung von Trinkund Löschwasser in den Rohrnetzen. Nicht so in einem Alten- und Pflegeheim. Das hatte eine sogenannte Mischinstallation für Trink- und Löschwasser: Die Leitungen zu den Bädern und zur Wandhydrantenanlage liefen alle über ein gemeinsames System. Anstatt der vorgeschriebenen zwei separaten Leitungen gab es Verzweigungen im System. Doch das war nicht das einzige Problem, denn die Rohre zu den Hydranten hatten im Vergleich zur Trinkwasserinstallation auch einen größeren Querschnitt. Schließlich sollte das System der Feuerwehr im Brandfall Löschwasser von 300 Liter pro Minute gewährleisten mit einem Fließdruck von mindestens 3 bar. Die einzelnen Bäder der Bewohner gingen zwar vom Hauptwasserstrang ab, aber die Durchströmung war in der Folge zu gering, um eine ausreichende Spülung der großen Leitung zu garantieren.

Genau das drohte auch dem Alten- und Pflegeheim. Sven Elsner, Leiter des Bereiches Löschwassertechnik bei Minimax Mobile Services, betont: „Als deutschlandweiter Prüfdienst für Löschwassertechnik erleben wir oft, dass die Kosten einer Sanierung der Löschanlage gescheut werden.“

Kein Bestandsschutz Schließung droht Ein riskantes Spiel, denn selbst wenn die Löschanlage im Brandschutzkonzept der Baugenehmigung beigefügt ist und dadurch die baurechtliche Anerkennung hat, hat dies nichts mit dem Schutz des Trinkwassers zu tun. Wenn es nämlich mit dem Trinkwasser zu Problemen kommt beziehungsweise kommen kann, gibt es keinen Bestandsschutz. Es gab verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu lösen: Der

Betreiber hätte die Leitung zum Beispiel regelmäßig spülen und mit einem Spülprotokoll die Überprüfungen nachweisen können. Das hätte allerdings einen sehr hohen Zeitaufwand verursacht. Auch eine Überwachung des Systems mit Trinkwasseranalysen wäre denkbar gewesen. Das Problem dabei: Wenn eine Verkeimung festgestellt wird, ist es bereits zu spät, da die Bewohner mit dem Wasser täglich in Kontakt kommen. Im Falle von gesundheitlichen Schäden könne das Heim bei dieser Lösung jedoch nicht nachweisen, dass es alles unternommen habe, um dies zu verhindern. Angedacht war auch, die Löschwasseranlage samt Hydranten abzubauen und stattdessen eine sogenannte trockene Steigleitung für das Löschwasser zu installieren. Für die Feuerwehr wäre dieses vorverlegte Rohrsystem durchaus zu verwenden gewesen. Außerdem hätten die Badezimmer nicht um-

Die Experten von Minimax Mobile Services waren in der Lage, das Alten- und Pflegeheim mit einer individuellen Lösung vor der Schließung zu bewahren. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein im Technikraum installiertes, autarkes Löschsystem, das auch als Trennstation der beiden Wasserkreisläufe fungiert.

gebaut werden müssen und auf Fliesen- und Sanitärarbeiten hätte man ebenfalls verzichten können.

Problem: Zu große Rohrleitungen Doch das eigentliche Problem wäre auf diese Weise auch nicht gelöst worden, denn die Bäder wären weiterhin an der zu großen Rohrleitung angeschlossen gewesen. Es hätte also weiterhin Stagnation in Teilstrecken der Rohrinstallation gegeben und die Gefahr einer Verkeimung wäre nach wie vor vorhanden gewesen. Ein weiterer Nachteil: Die Zahl der tragbaren Feuerlöscher hätte ebenfalls erhöht werden müssen, um die

Gefahr der Keimrückbildung

Die vorhandene Rohrleitung wurde so umgebaut, dass sie nur noch zur Versorgung der Hydranten für das Löschwasser genutzt wird.

HALLENHEIZUNG Konzept: beilker.de // © Photo: iStock

Der Hauptwasserstrang wurde nämlich nur einmal im Jahr zur turnusmäßigen Wartung der Wandhydrantenanlage mit Wasser durchströmt. In der übrigen Zeit kam das Wasser in Teilen der Leitung zum Stehen. So bestand die Gefahr, dass Bakterienkulturen - Stichwort Legionellen - wachsen und die Keimrückbildung die Trinkwasserstränge der Anlage erreichen konnte. Die Brandschutzexperten von Minimax Mobile Services hatten als Prüfer des Systems den Betreiber über die notwendige hygienische Trennung und die Gefahr einer Verunreinigung des Trinkwassers informiert. Außerdem verwiesen die Experten auf die möglichen Konsequenzen, denn die städtische Wasserversorgung kann angesichts der Gefahr einer Verkeimung ein Objekt auch von der öffentlichen Wasserversorgung abschneiden. Schlimmstenfalls ist das Gesundheitsamt sogar ermächtigt, die Einrichtung zu schließen.

Löschleistung der Wandhydranten zu kompensieren. „Die Schwierigkeit war, eine kostengünstige Lösung zu finden, ohne das gesamte Brandschutzkonzept zu verändern“, erklärt Sven Elsner. Letztendlich bauten die Experten von Minimax Mobile Services die vorhandene Rohrleitung so um, dass sie nur noch zur Versorgung der Hydranten für das Löschwasser genutzt wird. Außerdem wurde die Trinkwasserinstallation komplett neu aufgebaut, „denn ihr Rohrdurchmesser ist deutlich kleiner als der einer Löschanlage. So war die Nachrüstung leichter zu installieren“, so Elsner. Rund drei Monate nahmen die Planung und Fertigstellung der Lösung in Anspruch. Dann wurden die Bäder an die neue Trinkwasseranlage angeschlossen. In der Übergangszeit wurde die Rohrleitung regelmäßig durch die Entnahme von Löschwasser aus dem Hydranten gespült, um eine Verkeimung zu verhindern. Eingebaut wurde außerdem im Technikraum eine kompakte Druckerhöhungsanlage mit Vorlagebehälter als Trennstation der beiden Wasserkreisläufe. Hierbei handelt es sich um ein autarkes Löschsystem, das individuell an jede Anforderung angepasst werden kann. Durch die Verwendung eines Stahlbehälters ist der Einsatz auch in brandgefährdeten Bereichen möglich. Die kleine Grundfläche und die geringe Montagedauer sind weitere Pluspunkte. Zudem konnte die bestehende Baugenehmigung genutzt werden und es war kein neuer Entwurf für den Brandschutz erforderlich. www.minimax-mobile.com

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Wenn kleine Bauteile große Sorgen machen Neue Dichtungen bei Fernwärmeübergabestationen reduzieren Wartungsaufwand Die Firma Ewers Heizungstechnik aus der Nähe von Bielefeld stellt seit 1963 Anlagen in modularer Bauweise für Nah- und Fernwärme, Gebäudeheizung und Trinkwassererwärmung her. In diesen Anlagen kommt es auf jedes Detail an - sogar auf die so unscheinbare Flachdichtung, welche die Verschraubungsverbindungen abdichtet. Kann sie ihre Aufgabe nämlich nicht erfüllen und kommt es zu Leckagen, wird der eigentliche Cent-Artikel in mehrfacher Hinsicht teuer: Es müssen Ersatzteile beschafft, die Instandsetzung geplant und durchgeführt, die Leckagen und das Aufschwemmen der Dämmung behoben sowie die Korrosion an Bauteilen verhindert werden. Wie hoch bei diesen Fernwärmeübergabestationen die Anforderungen an die Dichtungen sind, zeigt sich, wenn man sich die Einbausituation genauer ansieht: Anders als bei einer klassischen Flanschverbindung wird bei den hier eingesetzten Verschraubungsverbindungen beziehungsweise Verschraubungsdichtungen nämlich die ganze Kraft zur Flächenpressung nur über die Überwurfmutter auf die Dichtung aufgebracht. Da zudem nichts federt oder nachgeben kann, muss letztlich die Dichtung alle Bewegungen wie zum Beispiel Temperaturausdehnung über ihren geringen Querschnitt beziehungsweise über die Dicke ausgleichen - und das bei kleinster Auflagefläche. Gleichzeitig wird eine sehr standfeste Dichtung benötigt, die wenig nachgibt beziehungsweise sich setzt und am besten auch nicht aushärtet. Sprich, eine Dichtung, die nicht nachgezogen werden muss und wartungsarm ist. Solche Dichtungen wünschten sich auch die Experten von Ewers Heizungstechnik, doch in der Realität sah es in den Nah- oder Fernwärmeübergabestationen bis vor einiger Zeit noch ganz anders aus. Denn gerade die schwankenden Temperaturen in der Fernwärme von beispielsweise 90 Grad Celsius bis 140 Grad Celsius und die damit verbundene Ausdehnung der Leitungen belasten Standarddichtungen extrem. Außerdem neigen Faserstoffdichtungen mit hohem Elastomeranteil dazu, sich stark zu setzen. Zudem härten sie aus und verlieren so die notwendige, ausgleichende Flexibilität. Dieser Effekt verstärkt sich, je mehr

Mithilfe von Druckmessfolien wurden das gleichmäßige Druckbild und eine ausreichende Flächenpressung von ca. 30 MPa nachgewiesen. Bilder: Ewers Heizungstechnik

„Gummi“, in der Dichtung ist. Hat die Dichtung in der Folge ihre Flächenpressung verloren, kommt es zur Leckage - es tropft. Das Problem hierbei: Da die Dämmung die austretende Feuchtigkeit bis zu einem gewissen Grad aufnimmt, werden Undichtigkeiten bei gedämmten Anlagen häufig erst spät erkannt. Korrosion und Funktionsverlust sind dann regelmäßig die Folgen an Leitungen, Ventilen und anderen Bauteilen der Anlage. Die Experten von Ewers Heizungstechnik suchten deshalb nach einer Lösung für die Verschraubungsdichtungen und wandten sich daher an die Firma Klinger, die u.a. auf Industriedichtungen spezialisiert ist. In letzter Konsequenz ging es also darum, das System dauerhaft geschlossen zu halten, denn nur so werden Energieverluste minimiert - folglich die Effizienz gesteigert, ganz unabhängig von den Vorteilen bei der Wartung. Ausgehend von den technischen Parametern und den Erfahrungen im Feld wurde von den Experten von Klinger Berechnungen mit ihrem Dichtungsberechnungsprogramm durchgeführt.

Die Dichtungsexperten empfahlen daraufhin den Einsatz ihrer PTFE-Dichtung top-chem 2000(bis zu einer Größe von 1¼ Zoll) bzw. top-chem 2003-Materials (ab einer Größe von 1 ½ Zoll). Diese Hochleistungs-PTFE-Dichtungen, eine Alternative zur Faserdichtung, sind insbesondere unter Langzeitgesichtspunkten vorteilhaft. Die PTFE-Dichtungen top-chem 2000 beziehungsweise 2003 bestehen zu ungefähr gleichen Teilen aus PTFE und Siliciumcarbid (SiC) und haben dadurch besondere Eigenschaften: Sie überzeugen laut Hersteller mit einer hohen Standfestigkeit im Temperaturbereich bis 250 Grad Celsius, sowie einer umfassenden Medienbeständigkeit sowohl im alkalischen als auch im sauren Bereich.

Keine Alterung keine Versprödung Außerdem unterliegen die Dichtungen, wie der Hersteller betont, auch im jahrzehntelangen Einsatz keinerlei Alterung und Versprödung. Eine Feuchtigkeitsaufnahme findet ebenfalls nicht statt, auch nicht unter Dampf. Aufgrund der technischen Vorzüge dieser Dichtungen hat sich die Firma Ewers letztendlich dazu entschlossen, diese in einem Feldversuch einzusetzen. In Zusammenarbeit beider Unternehmen entstanden zusätzliche technische Empfehlungen für die Montage beziehungsweise für das Anziehen der Dichtverbindungen mit Drehmomentschlüsseln wie auch zum Schmieren der Schrauben. Praktische Versuche an Teilen der Anlage mit Fuji-Film-

Bei der Verschraubungsverbindung kommen mittlerweile Hochleistungs-PTFE-Dichtungen von Klinger mit einer Stärke von 2,0 Millimetern zum Einsatz.

Druckmessfolien und Schulungen der Montagemannschaft resultierten in einer Ergänzung der Arbeitsanweisung: „Einbauhinweis richtige Montage einer Flachdichtung“. Nach einer langen Testphase, die durchweg positiv abgeschlossen wurde, hat Ewers schließlich auf das neue Dichtungsmaterial in der Primärseite der Wärmeübergabestationen umgestellt - und das mit Erfolg. „Die Kundendiensteinsätze und Montagezeiten sind deutlich gesunken, seitdem wir Klinger top-chem 2000 beziehungsweise 2003 in der Stärke von 2,0 Millimetern einsetzen“, bestätigt der Projektleiter Jörg Budde, Produktund Qualitätsmanager der Firma Ewers. Auch die Monteure im Feld bestätigen das und loben zudem die einfache Handhabung der Dichtung, denn sie klebt weniger am Flansch. Der Einsatz der Dichtungen geht also einher mit weniger Reklamationen. Bei den Wartungen können sich die Experten auf Wichtiges konzentrieren, statt Dichtungen nachzuziehen oder zu erneuern.

Alles in allem spart dies Kosten und steigert die Energie- und die Gesamteffizienz der Anlagen. www.ewers.de www.klinger.de

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 17. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2019. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

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Juni J 2019

Die Ursachen für vorzeitigen Lagerausfall Spezialisten haben die Gründe für Lagerschäden herausgefunden - WECs sind es nicht Das vorzeitige Versagen eines Lagers wird häufig auf weiß anätzende Risse, kurz WECs, zurückgeführt. Tatsächlich sind solche Risse aber eher eine Folge als der Auslöser von Schäden. Dies haben Spezialisten von SKF nun herausgefunden, die nach den wahren Ausfallgründen gesucht haben. Moderne Fertigungsverfahren und Technologien zur vorbeugenden Instandhaltung haben dazu beigetragen, dass vorzeitige Lagerausfälle viel seltener auftreten als noch vor einigen Jahren. Dennoch kommen sie vor und können in Einzelfällen sogar katastrophale Folgen haben. Manche Lager erreichen ihre berechnete Lebensdauer noch nicht einmal annähernd und quittieren schon nach fünf bis zehn Prozent ihrer angepeilten Haltbarkeit den Dienst. Ein derartiges Versagen verursacht natürlich nicht nur Kosten, sondern verärgert auch die Anwender - denn die erwarten, dass

einige Anwendungen besonders „anfällig“ für vorzeitige Lagerausfälle. Ungeachtet dessen ist es für jeden betroffenen Kunden wichtig, einen solchen Fehler genauestens zu diagnostizieren, um ihn auch effektiv beheben zu können.

Die Wahrheit über White Etching Cracks Leider gab es über die genauen Ursachen für das frühe Lagerversagen immer wieder Diskussionen, sodass die wahren Gründe lange rätselhaft blieben. Fest steht indes, dass viele vor-

„weiß anätzende Risse“ (White Etching Cracks, WECs). Außerdem wurden häufig kleine Axialrisse an der Laufbahnoberfläche beobachtet. Insofern lag der Verdacht nahe, dass diese die Ursache des Problems sind. Ein umfangreiches Forschungsprojekt von SKF hat jedoch gezeigt, dass die meisten Risse (insbesondere in den Lagern aus der Anwendung) in der Versagenskette ganz am Ende stehen: In Wirklichkeit sind sie also lediglich ein „Nebenprodukt“ von vorzeitiger Wälzlagerermüdung - ein sichtbares Symptom des Versagens, aber nicht dessen Auslöser. Als wahre Ursachen für einen vor-

Jetzt ist ein Umdenken gefragt, denn White Etching Cracks im Stahlgefüge sind eher eine Folge als der Auslöser von Lagerschäden. Bilder: SKF

sich aus einem Schema zur Klassifizierung von vorzeitigen Lagerausfällen ablesen (siehe Grafik unten). Dieses Schema hilft den Ingenieuren, gemeinsam mit den Kunden die tatsächlichen Auslöser für die verkürzte Lebensdauer zu ermitteln und die am besten geeigneten Gegenmaßnahmen zu identifizieren. Denn wer ein vorzeitig ausgefallenes Lager einfach durch ein identisches ersetzt, behebt das entscheidende Problem in der Anwendung nicht - sodass das neue Lager eigentlich auch schon wieder zum vorzeitigen Scheitern verurteilt ist.

Ein wahrhaft zerstörerischer Plan

die Lager mindestens ihre berechnete Lebensdauer erreichen und idealerweise auch darüber hinaus funktionieren. Wie die Erfahrung zeigt, sind

zeitige Ausfälle ein gemeinsames Schadensbild aufwiesen: ein Netzwerk von winzigen, weiß dekorierten Rissen unterhalb der Lageroberfläche, sogenannte

Dieses Klassifizierungsschema kann helfen, die wahren Auslöser für vorzeitige Lagerausfälle zu ermitteln und die am besten geeigneten Gegenmaßnahmen zu identifizieren (vereinfachte Darstellung).

zeitigen Lagerausfall mit WECPhänomenen haben die Spezialisten von SKF insgesamt sieben Mechanismen identifiziert. Deren Wechselwirkungen lassen

Im Rahmen des WEC-Projekts hat SKF verschiedene mögliche Anwendungsbedingungen von Lagern, die im Feld versagten, nachgeahmt. Dabei wurden die Lager umfangreichen Labortests unterzogen (u.a. optische und rasterelektronische Mikroskopie, Ultraschalluntersuchungen etc.). Weiter auf Seite 36

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Brünierte Lager von SKF, wie sie etwa in Getrieben von Windenergieanlagen zum Einsatz kommen, haben ihre Robustheit einer Kombination vieler vorteilhafter Eigenschaften zu verdanken.

Fortsetzung von Seite 35 Die genau geplante und überwachte Zerstörung der Lager half, die Versagensmechanismen nachzuvollziehen, sodass für jedes Problem letztlich auch eine maßgeschneiderte Lösung gefunden werden konnte. Zu diesem Zweck haben die Forscher diverse kritische Betriebsbedingungen auf einem Prüfstand systematisch reproduziert. Dadurch kreisten sie diejenigen Bedingungen immer weiter ein, die die WECs hervorriefen. Zum Beispiel konnten sie (je nach Anwendung) einen Zusammenhang zwischen den Rissen und beispielsweise strukturellen Spannungen nachweisen. Das Projekt hat es ermöglicht, die Rolle der WECs sowohl in Bezug auf die klassische Wälzlagerermüdung als auch auf die beschleunigte Ermüdung (vorzeitige Ausbrüche) zu klären: Bei einer „normalen“ Wälzlagerermüdung (ohne vorzeitige Aus-

fälle) können unter anderem auch WECs durch zyklische Spannungen und Belastungen mit verursacht werden (insbesondere bei größeren Lagern). Viel häufiger zeigen sich WECs bei einer beschleunigten Ermüdung, die u.a. aus höheren Spannungen, geringerer Materialfestigkeit und/oder einer Mischung aus Reibungs- und Schmierungsfaktoren resultiert.

Hilfreiches, nicht vollumfängliches Schema Das aus der Untersuchung hervorgegangene Klassifizierungsschema kann den Beteiligten nun als eine Art „Wegweiser“ zu einer maßgeschneiderten Lösung dienen, die auf einer genaueren Diagnose basiert. Wenn ein Fehler beispielsweise durch Schmierungsprobleme oder tribochemische Effekte verursacht wurde, könnte eine wirksame Gegenmaßnahme darin be-

stehen, auf ein brüniertes Lager umzusteigen. Werden andere Ausfallursachen identifiziert, kommen auch wieder andere Lösungen in Betracht - und die reichen eventuell von hochfestem Edelstahl bis hin zu Hybridlagern. So hilfreich das bisherige Klassifizierungsschema auch sein mag: Es ist noch nicht vollumfänglich. Zwar dürfte kein Zweifel mehr daran bestehen, dass WECs durch verschiedene Versagensarten entstehen. Jedoch hat SKF beispielsweise die exakten Fehlermechanismen, unter denen Lager durch eine vorzeitig reduzierte Materialfestigkeit ausfallen, noch nicht komplett abbilden können. Einige in der Literatur aufgeführte Hypothesen (z. B. Kleinstströme, Schmierstoffe etc.) müssen noch auf ihre Relevanz in der realen Anwendung überprüft werden. Aus diesem Grund laufen derzeit zusätzliche Forschungsarbeiten im Unternehmen. Parallel arbeiten die Forscher und Entwickler von SKF auch schon an optimierten Lösungen; beispielsweise auf Basis verbesserter Materialien oder Wärmebehandlungskombinationen, die gegenüber diversen Fehlerursachen unempfindlicher sind. Außerdem hat das Unternehmen einige allgemeine Empfehlungen zusammengetragen, die sich an den maßgeblichen Schadenstreibern „Höhere Spannungen“ und „Geringere Materialfestigkeit“ orientieren (siehe Bild). Diese Empfehlungen gelten zum einen für die Lagerung als solche (also das Lagersystem bzw. dessen Entwurfsprozess) und umfassen zum anderen auch weitere Möglichkeiten zur Robustheitssteigerung der Lagerung. Welche Option genau einem vorzeitigen Ausfall am wirksamsten vorbeugt, hängt von den spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Anwendung ab.

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Bei korrekter Schmierung weisen brünierte Lager selbst nach vielen Betriebsjahren kaum ernst zu nehmende Gebrauchsspuren auf.

In Windgetrieben beispielsweise haben sich brünierte Lager von SKF bereits als robuste Lösung erwiesen: Ihre Ausfallquote ist äußerst gering (< 100 ppm). Dass sie so robust sind, haben sie der Kom-

Beispiel Brünierung bination vieler vorteilhafter Eigenschaften zu verdanken. Beispielsweise zeigten brünierte Lager, verglichen zu unbeschichteten Lagern, durch die bessere Haftfähigkeit des Schmierstoffs an den Oberflächen bei Mangelschmierung und hohem Schlupf ein wesentlich geringeres Risiko für Schlupfschäden. Zudem sinkt auch das Risiko für Grauflecken und Risse. Darüber hinaus sind diese Lager dank ihrer Beschichtung wesentlich beständiger gegenüber Korrosion und aggressiven Additiven im Schmierstoff (durch eine Wasserstoffbarriere). Nicht zuletzt reduziert die Brünierung auch den Verschleiß unter moderaten Mischreibungs-

Vereinfachte Ereigniskette der Bildung von White Etching Cracks.

bedingungen, wie sie in Windkraftgetrieben vorkommen können. Bei stichprobenartigen Untersuchungen in der Anwendung zeigten die schwarzen Oxidschichten selbst nach mehreren Betriebsjahren nur wenige Gebrauchsspuren. Jeder vorzeitige Lagerausfall ist einzigartig und die möglichen Ursachen für vorzeitige Ausbrüche sind vielfältig.

Nachhaltige Lösungen suchen Monokausale Erklärungen für Ausfälle mit WEC sollten vermieden und anwendungsspezifisch überprüft werden. Wer dies akzeptiert und sich von voreiligen verallgemeinernden „WEC-Diagnosen“ verabschiedet, kann durch eine genauere Analyse des Problems eine deutlich nachhaltigere Lösung finden. Dr. Reinder H. Vegter, Dr. Kenred Stadler und Dr. David Vaes von SKF www.skf.de https://t1p.de/SKF-WEC


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WA R T U N G S - & W E R K S TAT T B E D A R F

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Filigrane Kraft für kleine Drehmomente Desoutter bringt statischen Messwertaufnehmer für Elektro-Kleinstschrauber Ob Automobilindustrie, Luftfahrt oder Mikroelektronik - die Zahl der Anwendungen, bei denen sehr kleine Drehmomente gesteuert, überwacht und dokumentiert werden müssen, wächst. Mit dem Nano Driver ERXS, der einen Messwertgeber integriert, bietet Desoutter ein Werkzeug dafür an. Nun wird dieses durch eine Serie von statischen Drehmomentaufnehmern und einem Simulatoren-Set ausgebaut. Damit können Anwender sämtliche Elektro- und Druckluftschrauber, die im Bereich kleinster Drehmomente arbeiten, auf ihre Genauigkeit und Eignung für die Montageaufgabe hin prüfen und die sogenannte „Maschinenfähigkeitsuntersuchung“ (MFU) durchführen. „Mit dem DSTxs ist jetzt eine Maempfiehlt allerdings dazu die schinenfähigkeitsuntersuchung Messung auf einer geführten Prüfim Bereich kleinster Drehmostation, um eine perfekte Ausmente möglich“, erklärt Lukas Kois, richtung von Werkzeug bzw. VerProduktmanager bei Desoutter, bindungssimulator und Drehmoeinem Schraubtechnikspezialisten mentaufnehmer zu gewährleisten. aus Maintal. Er ergänzt: „Für jedes Zum Lieferumfang des DSTxs 20 Nano-Driver-Modell gibt es entgehört zudem ein Adapter, der bei sprechend seinem DrehmomentMFUs unter 0,2 Newtonmetern bereich einen passenden stati(Nm) hohe Genauigkeit erzielt. schen Aufnehmer. Außerdem bie- „Anlass für die neue Entwicklung ten wir ein Simulatoren-Set, die war die Erkenntnis, dass auch bei sogenannte DJS-Set-Box, mit dem filigranen Montageprozessen die Anforderungen bezüglich Qualidie vier Testbedingungen - harter und weicher Schraubfall bei minitätskontrolle und Prozessübermalem beziehungsweise maximawachung immer höher werden“, lem Drehmoment - abgedeckt berichtet Kois und betont: „Zudem werden.“ wird der globale Markt für Auto„Harte“ Schraubfälle liegen in der mobilelektronik in den Bereichen Regel bei Verschraubungen von Fahrerassistenzsysteme, KarosseMetall auf Metall vor, während es rieelektronik, Entertainment, Ansich bei der Montage in Kunststoff, triebsstrang und Sicherheitssysmit Dichtungen oder Unterlegteme in den kommenden Jahren scheiben eher um „weiche“ deutlich wachsen.“ Schraubfälle handelt. Für diese Damit steige auch der Bedarf an unterschiedlichen Bedingungen Leiterplatten, die in vielen Fällen sind auch unterschiedliche mit Mikroschrauben montiert Schraubstrategien erforderlich. werden. „Hinzu kommt eine ReMit den Sensoren und dem volution im Bereich der ErgebnisSimulatoren-Set lassen sich laut datenerfassung“, meint Kois. Hersteller nun sämtliche Elektro- „Beides hat zur Folge, dass die Herund Druckluftschrauber, die im steller statt manueller SchraubenBereich kleinster Drehmomente dreher und Druckluftwerkzeugen arbeiten, auf ihre Genauigkeit und immer mehr elektrische WerkEignung für die jeweilige Montazeuge mit sehr niedrigem geaufgabe hin prüfen. Desoutter Drehmoment einsetzen werden -

ob handgehalten, an einem Werkzeugständer befestigt oder automatisiert.“ Für derartige Schraubverbindungen hat Desoutter den Nano Driver ERXS mit integriertem Messwertaufnehmer auf den Markt gebracht. Der Elektroschrauber kann laut Hersteller überall dort eingesetzt werden, wo Schrauben mit sehr kleinen Drehmomenten gesteuert angezogen werden und die Montage überwacht und dokumentiert werden muss. Das Werkzeug gibt es in drei Ausführungen, die insgesamt einen Drehmomentbereich von 0,06 bis 0,8 Nm abdecken. Alle Modelle arbeiten mit einer Drehzahl von maximal 1.000 Umdrehungen pro Minute und verfügen über Andruck- und Hebelstarter. Auch für das sogenannte KoalaVerfahren eignen sich die Werkzeuge. Dieses Verfahren beschreibt eine spezielle Strategie für Verschraubungen in verschiedenen Materialien, bei der die Kopfauflageerkennung der Schraube einen wichtigen Parameter für die Programmierung darstellt. Das Koala-Verfahren führt in solchen Fällen zu einer höheren Montagequalität als eine einfache Drehmoment- oder Drehwinkel-

Eine neue Serie von statischen Drehmomentaufnehmern ermöglicht eine unternehmensinterne Prüfung von Elektroschraubern. Bild: Desoutter

steuerung. Anwender können die Prozesssicherheit in ihrer Montage nun weiter steigern, indem sie ihre NanoDriver-Schrauber regelmäßig mit dem DSTxs prüfen, wie der Hersteller betont. Der Sensor kann dazu an mobile Messgeräte aus der Delta-Serie von Desoutter angeschlossen werden. Er liefert neben Minimal-, Maximalund Mittelwert die Standardab weich ung sowie Cm- und Cmk-Werte. Die Messunsicherheit des DSTxs liegt bei plus/minus 0,5 Prozent über dem gesamten Messbereich. www.desoutter.de

Steig- und GerüstSysteme

Sonderlösungen für industrielle Maßstäbe!

Intelligente Kabeltrommel … … ermöglicht Digitalisierung des Bestandsmanagements Lapp möchte die Lagerhaltung von Kabeln effizienter gestalten. Wie das geht, zeigt ihre intelligente Kabeltrommel „Smart Cable Drum“, die auch einen integrierten Diebstahlschutz hat. Ausgestattet mit einem Sensor sowie einer Elektronik mit Funkübertragung, ist es der Kabeltrommel „Smart Cable Drum“ von Lapp, die zusammen mit dem Datenfunksystemspezialisten für industrielle Anwendungen Schildknecht AG entwickelt wurde, möglich, den aktuellen Kabelbestand zu er- und zu übermitteln. „Die intelligente Kabeltrommel hilft bei der Digitalisierung des Bestandsmanagements. Der Lagervorrat kann damit zielgenau auf den tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Das spart Kosten und Lagerkapazitäten“, erklärt Ralf Moebus, Produktmanager für den Bereich Industrial Data Communication bei Lapp, die Vorteile. „Die Smart Cable Drum vereint Anwendernutzen und innovative Technologie in einem IIoT-Geschäftsmodell der Zukunft“, ergänzt Elena Eberhardt, Business Development Manager der Schildknecht AG. Sie verdeutlicht:

„Durch robuste und kostengünstige Sensoren mit Bluetooth 5 oder Mobilfunktechnologie können normale Kabeltrommeln durch intelligente ersetzt werden. Vor allem die eSIM-Karte mit weltweiter Verfügbarkeit macht den internationalen Einsatz leicht umsetzbar. Zusammen mit der passenden Cloudlösung ist das System für unterschiedliche Anwendungen schnell skalierbar, da Standardschnittstellen genutzt werden können. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile: So hilft die Smart Cable Drum dabei, das Bestandsmanagement im Lager zu automatisieren. Die Informationen von der intelligenten Kabeltrommel können auch direkt an Lapp oder alternativ auch über das firmeninterne Netz übertragen werden. So können Bestände reduziert werden, indem Informationen zu den Kabelbeständen sowie dem

+ sicher Die Kabeltrommel „Smart Cable Drum“ übermittelt, wenn gewünscht, den aktuellen Kabelbestand über das Firmennetzwerk oder über eine weltweit agierende 2G-4G Mobilfunktechnik an ein Datenportal in einer Cloud. Ein optional eingebautes GPS-Modul dient zudem als Diebstahlschutz. Bild: Lapp

aktuellen Standort der Kabeltrommel jederzeit über eine Cloud abrufbar sind. Ein weiterer Anwendungsvorteil ist der integrierte Diebstahlschutz durch ein optional eingebautes GPS-Modul, das Aufschluss über den aktuellen Standort der Kabeltrommel gibt. So kann ein Kabeldiebstahl frühzeitig

erkannt und gegebenenfalls sogar verhindert werden, indem bei ungewöhnlichen Verbrauchsaktivitäten ein Warnhinweis gesendet wird. www.lappkabel.de

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ZULIEFERTEILE

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Eine wirklich „zuckersüße” Schmierlösung Wie die Zuckerfabrik Nordic Sugar Örtofta in Schweden die Schmierung sicherstellt In der Zuckerfabrik werden in der Saison von September bis Februar circa 382.000 Tonnen Zucker hergestellt. Täglich werden in dieser Zeit 24.000 Tonnen Zuckerrüben angeliefert, die verarbeitet werden müssen. Hierfür laufen die Anlagen die ganze Woche. Die Maschinen sind dadurch einer extremen Belastung ausgesetzt. Ein Ausfall wäre mit hohen Produktions- und Gewinnverlusten verbunden - eine Herausforderung für die Instandhaltung. Nur sie kann durch eine korrekte und effiziente Wartung den Ausfall der Maschinen verhindern. Das klappte allerdings nicht immer …

laufer

Früher wurden in der Zuckerfabrik die Lager der Zentrifugen zweimal wöchentlich geschmiert - und zwar von Hand. Das war

zeitaufwendig und hielt die Mitarbeiter der Instandhalter von anderen wichtigen Aufgaben ab. Hinzu kam ein weiteres Problem: Durch die manuelle Schmierung wurden die Anlagen weder konstant noch stets mit der richtigen Schmiermenge versorgt. Die dauerhafte Maschinennutzung einerseits, die unzureichende Schmierung andererseits, haben immer wieder zu Lagerschäden der Zentrifugen geführt. Konkret mussten regelmäßig drei bis fünf Lager pro Saison ausgewechselt werden. Jeder Wechsel führte zu Kosten in Höhe von 5.000 Euro. Hinzu kam die Störung im Betriebsablauf und im Produktionsfluss, denn die Behebung eines Schadens dauerte typischerweise zwischen acht und zehn Stunden.

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Seit der Installation der Schmierstoffgeber mussten keine beschädigten Lager mehr ausgewechselt werden, bestätigt auch Michael Andersson von Nomo Kullager AB. Bilder: Simalube

tüchtigkeit. Nach vollständiger Entleerung kann der Druckverstärker, mit einem neuen Schmierstoffspender und Batteriepack bestückt, wiederverwendet werden. Die Erfolge ließen bei der Zuckerfabrik nicht auf sich warten: Seit der Installation der automatischen Schmierstoffspender sind zwei Saisons vergangen, ohne dass Nordic Sugar Örtofta die Lager der Zentrifugen wechseln musste.

Die Instandhalter waren letztendlich so überzeugt, dass sie den Einsatz dieser Schmierstoffgeber ausweiteten. Momentan hat Nordic Sugar Örtofta rund 120 dieser Spender in unterschiedlichsten Bereichen installiert. Sie kommen beispielsweise an Förderbändern, Waschanlagen, Schneidmaschinen, Zentrifugen, Verdampfungsapparaten und auf den Verpackungsanlagen zum Einsatz. www.simatec.de

Auf und nieder, immer wieder … Niveauunterschiede im Boden mit Schwerlaststellfüßen ausgleichen Ein verkippter und unebener Boden ist eine Herausforderung, etwa dann, wenn es um das exakte Ausrichten einer Maschine oder von Wellen geht. Abhilfe bieten die neuen Ausgleich-Stellfüße GN 360 von Ganter, die - wie der Hersteller betont - auch bei schwersten Anlagen punkten.

Aufgrund des hohen Gegendrucks wurden die Spender zusätzlich mit je einem Druckverstärker ausgerüstet. Dieser ist nicht nur für hohe Gegendrücke bis zu 10 bar, sondern auch für lange Schmierleitungen konzipiert.

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Simalube ermöglicht laut Hersteller eine Installation auf engstem Raum und in allen Lagen; sogar unter Wasser. Denn als Gerät der Schutzklasse IP68 ist der Druckverstärker staub- und wasserdicht und eignet sich für den Einsatz auf verschiedensten Applikationen in der Zuckerfabrik, wie z.B. Pumpen, Motoren, Lagern, Getrieben, Spindeln, Ketten und Ventilatoren. Der Druckverstärker überwindet Gegendrücke bis zu 10 bar und ist damit eine passende Lösung bei hohem Gegendruck und langen Schmierleitungen. Die Handhabung ist laut Hersteller leicht, denn der Druckverstärker wird einfach an der Schmierstelle montiert, der gewünschte Schmierstoffspender aufgeschraubt und für die gewünschte Laufzeit aktiviert. Am Impulse sind keine zusätzlichen Einstellungen nötig und die LED-Anzeige informiert jederzeit über seine Funktions-

Philip Klasen, Instandhalter bei Nordic Sugar Örtofta, war aufgrund der häufigen Lagerschäden und Produktionsausfälle unzufrieden und suchte nach einer Lösung. Michael Andersson, Verkäufer von Nomo Kullager AB, empfahl ihm den automatischen Schmierstoffgeber Simalube. Mit diesen Schmierstoffgebern ist laut Hersteller eine automatische und konstante Schmierung mit der richtigen Schmiermenge über einen Zeitraum von ein bis zwölf Monaten gewährleistet. Eine manuelle Schmierung von Hand entfällt und etliche Stunden an Wartungsarbeiten können auf diese Weise eingespart werden. Insgesamt wurden sechs Zentrifugen mit je zwei Simalube 250 ml mit einer Laufzeit von einem Monat installiert. Aufgrund des starken Gegendrucks, verursacht durch die hohen Drehmomente, wurde jeder Spender zusätzlich mit einem Druckverstärker ausgerüstet. Die kompakte Bauweise des Druckverstärkers Impulse von

Der neue Ausgleichstellfuß GN 360 ist im Grunde eine Weiterentwicklung bereits bekannter Ausgleichselemente, die Niveauunterschiede nach dem Prinzip einer verstellbaren Distanzbuchse nivellieren. Der neue Stellfuß von Ganter übernimmt diese Höhenverstellbarkeit, verfügt aber zusätzlich

Auch in A2-Edelstahlqualität über einen Aufstellfußteller. Dieser ist nicht nur unverlierbar und gelenkig, sondern außerdem um drei Grad in jede Richtung aus der Horizontalen neigbar. Die Tragfähigkeit der Stellfüße beträgt nach Abzug eines werks-

Der Aufstellfußteller ist um drei Grad in jede Richtung aus der Horizontalen neigbar.

Die Tragfähigkeit der Stellfüße beträgt je nach Größe zwischen 7 und 22,5 Tonnen. Bilder: Ganter

seitigen Sicherheitsfaktors je nach Größe zwischen 7 und 22,5 Tonnen. Bei jeder der drei Fuß-Nenngrößen stehen zwei Fußtellerdurchmesser zur Verfügung, die per Artikelnummer so gewählt werden können, dass die Flächenpressung am Boden in zulässigen Grenzen gehalten wird. Erhältlich sind die Stellfüße in zwei Werkstoffen, nämlich als verzinkte Stahlvariante sowie in einer nicht rostenden A2-Edelstahlqualität. Nivelliert wird das Ausgleichselement mittels Feingewinde

zwischen dem Fuß- und Auflageteil per Hakenschlüssel. Fall nötig wird zum Kontern eine Nutmutter verwendet, die einfach hinzubestellt werden kann. Dank eines integrierten Sprengrings lässt sich das Nivelliergewinde nicht vollständig herausdrehen und stellt so die Mindesteinschraubtiefe sicher. Die Befestigung des Stellfußes an den Maschinen und Anlagen erfolgt entweder von oben über ein Innengewinde im Auflageteil oder von unten mit dem Innengewinde in der Maschinenbasis. www.ganter-griff.de


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So läuft der Werkstückwechsel ruckzuck Selbstständig rückschwenkende Pendelauflagen sparen Zeit und Aufwand Beim Gesenkschmieden, einem materialschonenden Umformprozess, können durch die halbwarme Umformung schwierige Geometrien und dünne Wandungen hergestellt werden. Gesenkschmiedebauteile aus Aluminium kommen deshalb dort zur Anwendung, wo Gewicht gespart werden soll, eine genaue Maßhaltigkeit gefordert ist, geringe Toleranzen vorgegeben sind, beste Festigkeitseigenschaften erzielt werden sollen und hohe Oberflächenansprüche bestehen. Dabei besitzen Gesenkschmiedeteile oft Formschrägen, um die Fließrichtung der Teile optimieren zu können und dadurch einen idealen Faserverlauf zu gewährleisten. Deshalb werden bei der Endbearbeitung von Bauteilen sogenannte Pendelauflagen benötigt, die sich der Kontur der Werkstücke anpassen. Die Kaiser Aluminium-Umformtechnik GmbH ist spezialisiert auf das Gesenkschmieden. „Unsere Kernkompetenz liegt im Aluminium-Gesenkschmieden von kundenspezifischen Bauteilen für verschiedenste Branchen mit zusätzlicher mechanischer Bearbeitung“, betont Thomas Kaiser von der Firma Kaiser. Die Produkte des Unternehmens kommen u.a. in der Medizin-, Wehroder Elektrotechnik, im Maschinenbau sowie im Automotive-, Luftfahrt- oder Bahnbereich zum Einsatz. Die Firma, 1983 von Ottmar und Angelika Kaiser gegründet, berät ihre Kunden bei der Auswahl des geeigneten Fertigungsverfahrens, um die an das Bauteil gestellten Anforderungen hinsichtlich Geometrie und Festigkeit zu erfüllen. Mit der auf CATIA V5 basierenden Konstruktionssoftware kann der Betrieb sogar die komplette Entwicklung für Schmiedeteile nach spezifischen Bauraumvorgaben übernehmen. Außerdem können Festigkeitsberechnungen, Umformsimulationen und wenn nötig Pulserprüfungen im eigenen Haus durchgeführt werden. Oberflächenbehandlungen der Schmiedeteile durch Strahltechniken mittels Edelstahl- oder Aluminiumgranulat sowie galvanisches Beizen runden das Leistungsangebot ab. „Auf Wunsch montieren wir die einzelnen Schmiedeteile sowie zugekaufte Zeichnungsteile zu einbaufertigen Baugruppen nach den Vorgaben unserer Auftraggeber“, ergänzt Thomas Kaiser. Auf 4-achsigen Horizontal- und Vertikal-Bearbeitungszentren werden die kundenspezifischen Anforderungen an das jeweilige Bauteil umgesetzt und die Gussteile entsprechend nachbearbeitet. Bei Kleinserien werden dabei überwiegend kostengünstige mechanische Vorrichtungen eingesetzt; bei größeren Stückzahlen und hoher Maßhaltigkeit kommen hydraulische Vorrichtungen zum Einsatz. „Aufgrund des breiten Anwendungsspektrums unserer Produkte sind wir in der Fertigung auf sehr flexible und standardisierte Komponenten für den Vorrichtungsbau und die Werkstückspannung angewiesen“, erklärt Kaiser und ergänzt: „Diese Anforderungen deckt das große Sortiment von Kipp hervorragend ab.“ Kaiser wählt heute aus dem Angebot des Herstellers aus Sulz am Neckar die geeigneten Spannmittel aus und lässt diese seinen

Die selbstständig rückschwenkenden Pendelauflagen passen sich den Konturen von Werkstücken an und kehren nach der Bearbeitung in ihre Ausgangsposition zurück. Bilder: Kipp

konkreten Anforderungen entsprechend anpassen. Beispiel Pendelauflagen: Gesenkschmiedeteile besitzen oft Formschrägen, um die Fließrichtung der Teile optimieren zu können. Deshalb werden bei der Endbearbeitung von Bauteilen sogenannte Pendelauflagen benötigt, die sich der Kontur der Werkstücke anpassen. „Die von Kipp angebotenen Pendelauflagen sind für unsere Zwecke ideal geeignet“, bestätigt Kaiser und ergänzt: „Besonders praktisch finden wir die selbstständig rückschwenkenden Pendelauflagen, die wir in der ursprünglichen Variante schon einsetzen.“ „Pendelauflagen werden gerne eingesetzt, um eine definierte Dreipunktauflage zu realisieren und das Bauteil spannungsfrei zu befestigen. Sie passen sich an bestimmte Neigungsflächen, Konturen oder Formschrägen des Werkstückes an“, erklärt Mike Tobien, Produktmanager bei Kipp. Das Besondere an den bei Kaiser eingesetzten Pendelauflagen ist das selbstständige Rückschwenken in die Nullstellung, nachdem sie von der Last befreit sind. Beim schnellen Wechseln oder Rüsten während der mechanischen Bearbeitung verbleiben Standardkomponenten nämlich sonst in der schrägen beziehungsweise geschwenkten Position. Das hat zur Folge, dass Auflagen bei jedem Bauteil von Hand

wieder in die Ausgangsstellung gebracht werden müssen, bevor ein neues Werkstück in die Maschine eingelegt werden kann. Diese Pendelauflagen mit dem selbstständigen Rückschwenken, die mit Gewindezapfen oder Innengewinde angeboten werden, sparen dem Anwender also viel Zeit und Aufwand. Ein eingebauter O-Ring verhindert darüber hinaus das Eindringen von Schmutz und Fremdteilchen. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Belastbarkeit der Spannauflage bei geringer Baugröße. Die neuen selbstständig rückschwenkenden

Im Bereich der Spanntechnik bietet Kipp mit seinen Fünf-Achs-Modulspannsystemen ebenfalls vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten für verschieden große Werkstücke. „Die sehr kurzen Lieferzeiten von Kipp ermöglichen uns ein Höchstmaß an Flexibilität, um individuellen Anforderungen bei der Bearbeitung von Werkstücken gerecht zu werden“, betont Thomas Kaiser von der Kaiser Aluminium-Umformtechnik, und ergänzt: „So können wir unseren Bearbeitungsprozess auf eine minimale Durchlaufzeit optimieren und sehr schnell auf Kundenanfragen reagieren.“

Pendelauflagen können auch als Zwischenstück zwischen automatischen Zangengreifern und dem jeweiligen Werkstück eingesetzt werden. Die Finger der Greifer werden beim Klemmen

von komplexen Geometrien dank der Funktion „selbstständig rückschwenkend“ somit stets definiert ausgerichtet. www.kaiser-aluschmiedetechnik.de www.kipp.com

Transparent, informativ und durchgängig Der Anbieter MBO Oßwald baut sein Onlineportal weiter aus Eine durchgängige und vorausschauende Produktionsplanung duldet keine Informationslücken. Deswegen bietet MBO Oßwald nun eine lückenlose Bestellverfolgung für alle Artikel an - und zwar nicht erst, wenn die Bestellung dem Paketdienst übergeben wird. MBO Oßwald informiert nach eigenen Angaben seine Kunden bei der Bestellverfolgung bereits ab der Rohmaterialdisposition bis zur Übergabe an den Wareneingang dezidiert über jeden Schritt - und zwar übersichtlich, nachvollziehbar und aktuell. Und es gibt seit Kurzem noch eine Besonderheit: Eine Bestellung splitten, Liefertermine vorziehen oder prüfen, ob eine Mengenerhöhung des Artikels noch möglich ist - auch diese Informationen stehen nun jederzeit zur Verfügung. Es ist egal, ob über den Onlineshop des Anbieters bestellt wurde oder ganz konventionell per E-Mail oder Telefon - stets wird ein Tracking-Code an den Kunden ausgegeben, womit er jederzeit auf dem Laufenden ist -, ganz einfach per Mausklick. Die in der VerbindungstechnikBranche gängigen Artikelgrup-

Bild: MBO Oßwald

pen-Verlinkungen auf das passende Zubehör sind oftmals alles andere als intuitiv. Denn niemand hat Spaß daran, zu dem eben ausgewählten Gabelkopf im nächsten Schritt mühsam aus weiteren sehr umfangreichen Listen noch die passenden Bolzen, Scheiben und Splinte heraussuchen zu müssen. Stattdessen greift man auf dieser

OPTIMIERT, DICHT UND VERLÄSSLICH Dichtungstechnik mit dem richtigen Know-How

Plattform direkt auf die zugrunde liegenden Stücklisten für Baugruppen und Gelenke zu. Das bedeutet: Es werden umgehend alle relevanten Zubehörteile - angereichert mit stückzahlenabhängigen Informationen zu Preis und Lieferzeit - direkt angezeigt und können per Mausklick zur Bestellung hinzugefügt werden. www.mbo-osswald.de

Germany

KLINGER GmbH Rich.-Klinger-Straße 37 D-65510 Idstein T + 49 61 26 4016 - 0 F + 49 61 26 4016 - 11 mail @ klinger.de

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MESSEN & EVENTS MESSEN & EVENTS

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Sensor + Test 2019: Nürnberg 25. bis 27. Juni Servparc 2019: 25. und 26.6. Messeveranstalter rechnet mit 530 Ausstellern aus dem In- und Ausland für FM und Industriedienstleister Sensor + Test 2019: Nürnberg 25. bis 27. Juni Branchentreff Servparc 2019: 25. und 26.6.

Holger Bödeker, Geschäftsführer der530 veranstaltenden betont: „Turnusgemäß Messeveranstalter rechnet mit Ausstellern AMA-Service aus dem In-GmbH, und Ausland erwarten wir in diesem Jahr etwas weniger Aussteller als im Vorjahr, da die 2018 zeitgleich abgehaltene EuropeanGeschäftsführer Test and Telemetry Conference erst 2020 wieder gemeinsam mit „Turnusgemäß der Sensor + Holger Bödeker, der veranstaltenden AMA-Service GmbH, betont: wird. Zudem ist unser neuer Messetermin in der letzten Juniwoche noch nicht Test durchgeführt erwarten wir in diesem Jahr etwas weniger Aussteller als im Vorjahr, da die 2018 zeitgleich abgebei allen Ausstellern vollständig eingeplant.” Dennoch werden etwa 530 Aussteller erwartet. haltene European Test and Telemetry Conference erst 2020 wieder gemeinsam mit der Sensor + Test durchgeführt wird. Zudem ist unser neuer Messetermin in der letzten Juniwoche noch nicht Die allen in Nürnberg auf dem Messe- eingeplant.” Dennoch werden etwa 530 Aussteller erwartet. bei Ausstellern vollständig zentrum stattfindende Sensor + Test in 2019 ist das weltweit Die Nürnberg auf demführende MesseForum für Sensorik, zentrum stattfindendeMessSensorund + Prüftechnik. Im vergangenen Jahr Test 2019 ist das weltweit führende kamen für rundSensorik, 8.000 Fachbesucher, Forum Mess- und um sich bei den knapp 600 AusPrüftechnik. Im vergangenen Jahr stellern zu informieren. Auch wenn kamen rund 8.000 Fachbesucher, die Zahl der den Aussteller diesem um sich bei knappin600 AusJahr etwas unter dem Vorjahr liegt, stellern zu informieren. Auch wenn wird sich die Anzahl der Besucher die Zahl der Aussteller in diesem wohletwas kaumunter verändern. Jahr dem Vorjahr liegt, wird sich die Anzahl der Besucher wohl kaum verändern.

Das Sonderthema der Messe lautet 2019 „Sensorik und Messtechnik für die Prozessautomation”.

Rund 8.000 Fachbesucher werden in diesem Jahr wieder erwartet. Bilder: AMA Service Rund 8.000 Fachbesucher werden in diesem Jahr wieder erwartet. Bilder: AMA Service

Das dürfte unter anderem an dem in Germany“, der Das Sonderthema der Messe lautet 2019 „Sensorik„Innovation und MesstechnikMade für die Prozessautomation”. Sonderthema 2019 „Sensorik und speziell für junge und besonders Messtechnik für anderem die Prozessau innovative Unternehmen gedacht Das dürfte unter an dem- „Innovation Made in Germany“, der tomation“ liegen. Dabei steht auch ist. Dieser wird 2019 schon zum Sonderthema 2019 „Sensorik und speziell für junge und besonders die flächendeckende zwölften Mal in Folge durch das Messtechnik für die Vernetzung Prozessauinnovative Unternehmen gedacht und Digitalisierung von Sensoren Bundeswirtschaftsministerium getomation“ liegen. Dabei steht auch ist. Dieser wird 2019 schon zum und Messsystemen im Sinne von fördert. die flächendeckende Vernetzung zwölften Mal in Folge durch das Industrie 4.0 im Fokus. Abweichend vom gewohnten Bundeswirtschaftsministerium geund Digitalisierung von Sensoren Nicht nur bei den Vorträgen steht Turnus wird die Messe bereits in fördert. und Messsystemen im Sinne von das diesjährige hoch diesem Jahr wieder der 20. Abweichend vom von gewohnten Industrie 4.0 imSonderthema Fokus. im Kurs, auch das Sonderforum erGMA/ITG-Fachtagung Sensoren Turnus wird die Messe bereits in Nicht nur bei den Vorträgen steht freutdiesjährige sich reger Sonderthema Nachfrage. Das gilt und Messsysteme 2019von begleitet. diesem Jahr wieder der 20. das hoch auch für den Gemeinschaftsstand www.sensor-test.de GMA/ITG-Fachtagung Sensoren im Kurs, auch das Sonderforum erund Messsysteme 2019 begleitet. freut sich reger Nachfrage. Das gilt www.sensor-test.de auch für den Gemeinschaftsstand

Instandhaltung schafft und bewahrt Werte: Auf der In.Stand werden industrielle DienstInstandhaltung schafft und bewahrt Werte: leistungen von spezialisierten Serviceunternehmen Auf der In.Stand werden und industrielle Dienstsowie internen WartungsInstandhaltungsleistungen von spezialisierten Serviceunternehmen organisationen abgebildet. Das Portfolio reicht sowie internen Wartungsund Instandhaltungsdabei von Consulting und Finanzierung, über Inteorganisationen abgebildet. Das Portfolio gration und Training, bis hin zu Wartungreicht und dabei vonoder Consulting und Finanzierung, über InteRückbau Recycling. gration und Training, bis hin zu Wartung und Rückbau oder Recycling. Jetzt informieren und anmelden unter www.in-stand.de Jetzt informieren und anmelden unter www.in-stand.de

23.–24. Oktober 2019 | Messe Stuttgart 23.–24. Oktober 2019 | Messe Stuttgart

Die Servparc, diefür amFM 25. und und 26.6. in Frankfurt a.M. stattfindet, Branchentreff Industriedienstleister bringt Experten aus Industrie und Forschung zusammen und bie auf fünfdie Stages mehr 100infundierte und praxisbe zoDietet Servparc, am 25. undals 26.6. Frankfurt a.M. stattfindet, gene Vorträge zu Themen, welche die FMund Industriedienstbringt Experten aus Industrie und Forschung zusammen und leisterbranche aktuell mehr beschäftigen. bietet auf fünf Stages als 100 fundierte und praxisbezogene Vorträge zu Themen, welche die FM- und Industriedienstleisterbranche aktuell beschäftigen.

Ob Augmented Reality, Virtual Reality, Building Information Modeling, Internet ofReality, Things, Virtual Smart Ob Augmented Building oder 3-D-Druck: Auf derReality, Building Information Mo Servparc werden diese Trendbe deling, Internet of Things, Smartgriffe deroder Digitalisierung Building 3-D-Druck: in Aufzahl derreichen Vorträgen des Stage-ProServparc werden diese Trendbegramms den Präsentationsgrif fe der auf Digitalisierung in zahlflächen der Anbieter undStage-Proauf einer reichen Vorträgen des Sonderschaufläche gramms auf den erlebbar. PräsentationsBehandelt denauf zahl reiflächen derwerden Anbieterinund einer chen Vorträgen und Diskussionen Sonderschaufläche erlebbar. aktuelle Fragestel lungen, zum Behandelt werden in denwie zahl reiBeispiel: Welchen Einfluss haben chen Vorträgen und Diskussionen neue, disruptive Technologien auf aktuelle Fragestellungen, wie zum Facility Management, Industrieser Beispiel: Welchen Einfluss habenvice und IT? Wie sehen die Arbeitsneue, disruptive Technologien auf plätze der Zukunft aus? WelcheFacility Management, Industrieser Einsatzmöglichkeiten sich vice und IT? Wie sehen bieten die Arbeitsfür die Branchen konkret? Welche plätze der Zukunft aus? Welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich für die Branchen konkret? Welche

Anwendungsszenarien gehören bereits zum Alltag? Ein Highlight ist die gehören SonderAnwendungsszenarien schaufläche Future Inspi ration. bereits zum Alltag? Hier können neueste Technologien Ein Highlight ist die Sonderund futuristische getsration. auf schaufläche FutureGadInspi spielerische Weise entdeckt und Hierkönnen neueste Technologien ausprobiert werden. Gadgets auf und futuristische Neuigkeiten wie entdeckt Face Detect, spielerische Weise und Microsoft Hololens, ausprobiert werden. Oculus Rift, Sony Xperia Touch Panospace Neuigkeiten wie oder Face Detect, One können live getestet werden. Microsoft Hololens, Oculus Rift, Der Xperia BesuchTouch deroder Veranstaltung Sony Panospace kostet 399 Euro (Tageskarte) bzw. One können live getestet werden. 599 Euro (Dauerkarte). Mithilfe des Der Besuch der Veranstaltung Rabattcodes SERV19WP lässt sich kostet 399 Euro (Tageskarte) bzw. der um 20 Prozent reduzie 599 Preis Euro (Dauerkarte). Mithilfe desren. Beachten Sie unseren Son der Rabattcodes SERV19WP lässt sichteil Messe Ausgabe. derzur Preis um in 20dieser Prozent reduziewww.servparc.de ren. Beachten Sie unseren Sonderteil zur Messe in dieser Ausgabe. www.servparc.de


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wolff Publishing

Industrie-Service

ISSN

1864-4554

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Simone Pfisterer, Bereichsleiterin der Servparc. Bild: Mesago

Liebe Leserin, lieber Leser,

Mit der Gebäudemanagementlösung Karma wurde ein ganzes Stadtareal in nur wenigen Tagen über eine zentrale Plattform vernetzt. Die Nutzungskosten sind nun zu 100 Prozent transparent.

Bleyle Quartier hat gutes Karma Das in Ludwigsburg gelegenen Bleyle Quartier, ein zwei Hektar großes Areal, hat Geschichte. Denkmalgeschützte Gebäude wie das „Kesselhaus“ der Brauerei Krone und der „Bleyleturm“ der gleichnamigen Strickwarenfabrik erinnern daran. Mittlerweile ist aus dem Industriestandort ein quirliges Stadtquartier geworden, bewirtschaftet mithilfe einer digitalen Lösung. Der alte Industriestandort am Ludwigsburger Bahnhof, wo früher Bier und Strickwaren hergestellt wurden, wurde von dem Bauunternehmen Wolff & Müller und der Projektentwicklungsgesellschaft Dquadrat Real Estate über die letzten Jahre hinweg in ein modernes Stadtquartier umgewandelt. Vereint sind hier Wohnen, Arbeiten, Kinderbetreuung, Bildung, ärztliche Versorgung, Gastronomie und Freizeit. Für diese gelungene Mischung wurde das sogenannte Bleyle Quartier 2014 sogar vom Verband IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart ausgezeichnet. Die Umbauphase ist mittlerweile vorüber, jetzt geht es um die laufende Bewirtschaftung. Vier Immobilien auf dem Areal werden dabei von der Wolff & Müller Immobilienservice (WMI) verwaltet, darunter zwei große Bürokomplexe, das Boardinghaus Harbr und das Studenten-

wohnaus BE:AT. Als Energieberater steht der WMI das Schwesterunternehmen Wolff & Müller Energy (WME) zur Seite. Um die Immobilien und ihre vielfältige Gebäudetechnik sowohl kaufmännisch als auch technisch optimal zu betreuen, entschieden sich WMI und WME für eine digitale Lösung namens Karma der Karma GmbH. Sie hat den Vorteil, dass Gebäude nicht mehr mithilfe mehrerer Insellösungen, sondern von einer einzigen, digitalen Schaltzentrale aus bewirtschaftet werden können. „Besonders hilfreich ist die Lösung für Gewerbeimmobilien wie Bürogebäude oder Hotels mit komplexen technischen Anlagen. Denn damit lassen sich alle Faktoren überwachen, die ein Gebäude aus Sicht der Nutzer bieten sollte: Leistung, Sicherheit und Wohlbefinden“, erklärt Karma-Geschäftsführer André Gölz. Das ebenfalls in

Ludwigsburg ansässige Unternehmen bietet die Lösung in Form einer App sowie einem Web-Dashboard samt der dazugehörigen Hardware und Beratung seit Anfang 2018 an. Die Wolff & Müller Gruppe gehört damit zu den ersten Anwendern. „Von der Beauftragung des Kunden, inklusive Abstimmung, über die Beschaffung der Hardware und die Gebäudeaufnahme bis zur Softwarekonfiguration rechnen wir mit drei bis vier Wochen“, erklärt Vincent Schlecker, Sales Director bei Karma. Oft können die Energie-Ingenieure des Unternehmens dabei einen Großteil der bereits eingebauten Messtechnik in ihr Konzept integrieren. So auch in diesem Fall: Beim Bleyle Quartier waren nämlich bereits einige digitale Hauptzähler in den Bereichen Strom, Wasser und Gas vorhanden. Weiter auf Seite M2

nach gut einem Jahr intensiver Vorbereitung steht die Premiere der Servparc nun vor der Tür: Am 25. und 26.06. stellen wir Ihnen in Halle 1.2 der Messe Frankfurt ein völlig neues Veranstaltungskonzept vor. Es erwartet Sie ein offenes Ambiente, in dem führende Unternehmen aus Facility Management und Industrieservice sowie den dazugehörigen ITServices Einblicke in neueste Innovationen und Technologien geben und parallel auf fünf Stages ein hochkarätiges Vortragsprogramm geboten wird. Neu ist dabei die interaktive Ausrichtung der Präsentationen. Klassische Vortragsformate wechseln sich mit Workshops, Best-Practice-Beispielen und Diskussionsrunden ab und bieten Teilnehmern immer wieder die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen. Mit Christian Lindner, Kai Diekmann und Charles Bahr wagen gleich drei prominente Keynote Speaker einen Blick über den Branchen-Tellerrand. Ein weiterer wichtiger Baustein des Events ist „Networking next Level”: Auf der zentralen Cateringfläche Speisen und Getränke sind ganztägig inbegriffen! - trifft man Dienstleister, Kunden und Branchenkollegen und knüpft neue Kontakte, die sich bei einem gemeinsamen Glas Wein und coolen Beats im Rahmen der „Get connected.”-After-Show-Party am Dienstagabend wunderbar intensivieren lassen. Wer möchte, kann sich mithilfe eines digitalen Matchmaking-Tools bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit Anbietern oder auch anderen Teilnehmern vernetzen und Termine vereinbaren. Ob Geschäftsführung, Facility Management, Technik oder HR: Alle Berufsgruppen, die sich mit Dienstleistungen rund um Immobilien und Anlagen beschäftigen, finden auf der Servparc relevante Inhalte und spannende Perspektiven. Lassen Sie sich überraschen und inspirieren – wir freuen uns darauf, Sie zur Premiere des neuen Hotspots zu begrüßen!


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Das ermöglicht, die Informationen der Geräte zentral auszulesen und für die verschiedenen Karma-Funktionen aufzubereiten. Was diese Technik ermöglicht, zeigt sich spätestens dann, wenn man mit dem Facility Manager des Bleyle Quartiers spricht. Er hat nun erstmals für alle Gebäude tagesaktuell sämtliche Werte von über 20 Verbrauchern im Bereich Strom, Wasser und Gas im Blick. So kann er beispielsweise Kostentreiber besser identifizieren und optimieren, als wenn er alle Verbrauchsdaten aus verschiedenen Quellen manuell zusammentragen müsste. Ein Ampelsystem zeigt ihm auf einen Blick den aktuellen Status der jeweiligen Gebäudefunktion. Ist alles in Ordnung, erscheint auf dem Bildschirm die Meldung „Alles läuft normal“. Karma ist eine Lösung für ein ganzheitliches und automatisiertes Gebäudemanagement. Es führt nicht nur Verbrauchsdaten aller Energiemedien zusammen, sondern dient beispielsweise auch zur automatisierten Überwachung von Gebäuden. Außerdem kontrolliert das System Temperatur, Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Lichtstärke und unterstützt bei der Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen. Bilder: Karma

Fortsetzung von Seite M1 Neu hinzugefügt wurden die Strommesstechnik zur Messung des Unterverbrauchs, LoRafähige Zähler für Wasser, Gas und Fernwärme sowie Raumklimasensoren. LoRa ist die Abkürzung für „Long Range“, eine Netzwerktechnologie mit hoher Reichweite, tiefer Gebäudedurchdringung und geringem Energiebedarf, die das Internet der Dinge für die Immobilienwirtschaft nutzbar macht.

LoRa-WAN mit zentralem Gateway Die Zähler und Sensoren im Bleyle Quartier wurden in ein sogenanntes LoRa-WAN eingebunden, das über ein zentrales Gateway mit einer Outdoor-Antenne verfügt.

Energiemanagement per Knopfdruck Der Hausmeister sieht aber beispielsweise auch, wenn die Luftfeuchtigkeit in sensiblen Räumen, z.B. dem Serverraum, zu hoch ist und kann Gegenmaßnahmen einleiten. Gebäudenutzer wiederum werden beispielsweise über die CO2-Konzentration informiert, damit sie ausreichend lüften können. Karma ermöglicht zudem Fernablesungen der Verbrauchswerte für die Nebenkostenabrechnung und ein laufendes automatisiertes Energiemanagement. Das bedeutet: Firmen, die nach dem Energiedienstleistungsgesetz zu einem Energiemanagementsystem oder zu Energieaudits verpflichtet sind, können damit zeitund kostensparend die rechtlichen Anforderungen nach gültigen DIN-Normen erfüllen. Auf Wunsch gibt es sogar eine persönliche Unterstützung in Energiefragen. Mehrere Mieter im Quartier lassen sich beispielsweise von ausgebildeten und zertifizierten Karma-Coaches beraten.

Das Bleyle Quartier in Ludwigsburg vereint Wohnen und Arbeiten, Hotellerie, Medizin, Erlebnisgastronomie und Fitnesskultur. Um der Komplexität des Gebäudemanagements gerecht zu werden, setzen die Betreiber auf die digitale Lösung Karma, mit der sich, wie der Anbieter betont, Neu- und Bestandsgebäude mit minimalem Aufwand ganzheitlich vernetzen lassen.

Diese gehen zum Beispiel dann unregelmäßigen Leistungsspitzen auf den Grund und suchen nach Möglichkeiten, diese zu beheben. „Wir haben beispielsweise festgestellt, dass die Energiekosten des Boardinghauses im Vergleich zu anderen Gebäuden ähnlicher Größenordnung und Infrastruktur überdurchschnittlich hoch waren. Durch die dauerhafte Messung der wesentlichen Unterverbraucher konnten wir die Wärmepumpe als starken Kostentreiber identifizieren. Wir haben festgestellt, dass es für den Kunden wirtschaftlicher ist, wenn wir zur Kühlung der Räume nicht die Wärmepumpe, sondern als Alternative eine Klimaanlage einsetzen“, erklärt Tobias Möß, Energie-Coach bei Karma.

Mikro-BHKW statt Heizkessel Auch bei der Entscheidung, ob ein zentraler Heizkessel durch ein Mikro-Blockheizkraftwerk ersetzt

werden sollte, leistete das System gute Dienste: Die Berechnungen der Coaches ergaben, dass sich die Anschaffung und der Einsatz eines Mikro-BHKWs nach 3,76 Jahren amortisieren würde. Aufgrund dieser sehr kurzen Zeit überlegen Betreiber und Gebäudeeigentümer in diese Technik zu investieren, also den bisherigen Heizkessel für das Boardinghaus, das Studentenwohnhaus und einen Teil der Wohnungen gegen ein Mikro-BHKW auszutauschen. All das soll dazu beitragen, dass das Quartier in den nächsten Abrechnungsperioden energieeffizienter sein wird.

Gebäudesicherheit wird digital Neben diesen kaufmännischen und energetischen Themen wurden im Rahmen der Integration von Karma auch einige sicherheitsrelevanten Komponenten des Quartiers digitalisiert. Zum Beispiel kann der Verwalter nun automatisch den Schließvorgang mehrerer zentraler Eingangstüren, die er bislang manuell kontrollieren musste, automatisiert über Karma überwachen. Dann können die Nutzer individuelle Betriebszeiten für ihr jeweiliges Gebäude und die Eingangstüren hinterlegen. Sollte sich eine Eingangstür außerhalb der Betriebszeiten öffnen, bekommen Verwalter und Nutzer eine Nachricht auf das Smartphone oder die Apple Watch und können schnell reagieren.

Die Schließvorgänge werden automatisch protokolliert. Im Falle eines Einbruchs kann man auf diese Weise der Versicherung gegenüber nachweisen, wann welche Tür genau geöffnet wurde. Ebenfalls wurde eine Aufzugsanlage mit Sensoren ausgestattet, weitere sollen im Laufe dieses Jahres 2019 folgen. Die Sensoren überwachen permanent und in Echtzeit die Funktionsfähigkeit des Aufzuges und weisen auf etwaige Sicherheitsrisiken hin. Beispiel Nivellierung: Der Gesetzgeber verpflichtet beispielsweise Gebäudebetreiber dazu, die Nivellierung eines Aufzuges - also die präzise Bündigkeit zu den jeweiligen Etagen - regelmäßig zu überprüfen, damit keine Stolpergefahr für die Nutzer entsteht. Karma erkennt diesbezüglich automatisch eine abweichende Nivellierung und informiert dann die im System hinterlegten Personen. Das spart Zeit und Geld. Dabei bekommt sinnvollerweise jeder Verantwortliche wie Verwalter, Energieberater oder Nutzer exakt nur jene Informationen übermittelt, die er für seine Anforderungen braucht. Wer in welchem Umfang auf welche Gebäudedaten Zugriff hat, entscheidet in der Regel die Geschäftsführung beziehungsweise der Gebäudemanager: Er vergibt als Administrator die Zugangsrechte für die einzelnen Funktionen der App zum Beispiel an Facility Manager, Hausdienste, Sicherheitsdienste, Mitarbeiter oder Besucher. www.karma.de

Launch des Karma Web-Dashboards Auf der servparc 2019 zeigt die Karma GmbH live am Stand A5.02 ein neues Web-Dashboard. Neben der mobilen Verfügbarkeit für sämtliche iOS- und Androidgeräte, kann die Lösung damit nun auch über die gängigen WebBei einer Abweichung vom Normalzustand oder dem Ausfall einer technischen Anlage wird der Nutzer per Push-Nachricht informiert.

browser zur Bewirtschaftung von Gebäuden genutzt werden. Das Web-Dashboard fungiert dabei gleichzeitig auch als Instrument für ein automatisiertes und laufendes Energiemanagementsystem.


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Zukunftsweisende Lösungen für das FM Experten des Technik-, Energie- und Servicespezialisten Engie stehen Rede und Antwort Auf der Servparc 2019 dreht sich alles um die neuesten Trends und wichtigsten Herausforderungen in den Bereichen Facility Management, Betreiberverantwortung sowie IT, wobei konkrete Lösungsansätze thematisiert werden. Im Mittelpunkt der Messe stehen dabei das Networking und die Interaktion. So gibt es beispielsweise über 100 Vorträge auf fünf Stages. Mit einem umfangreichen Vortragsprogramm ist dabei auch Engie Deutschland vertreten. „Wir nehmen an der Servparc teil, weil wir in diesem neuen Event einen vielversprechenden Rahmen sehen, um unsere Lösungen und Leistungen auf innovative, anregende und inspirierende Weise zu inszenieren“, betont Astrid Grüter, Chief Communication Officer bei Engie Deutschland und Mitglied des Gremiums der Servparc. Sie ergänzt: „Das neue

Konzept ist für uns ein spannender Ansatz mit dem Potenzial, zu einem Event-Highlight im Kalender der deutschen FM-Branche zu werden.“ Engie Deutschland jedenfalls präsentiert seine Leistungen und Kundenlösungen mit insgesamt sechs Expertenvorträgen auf der Center Stage, der Interaction Stage, der Expert Stage und der

Ein Thema von Engie ist das Indoor-Navigationssystem Navvis, das eine zentimetergenaue Vermessung innerhalb von Gebäuden ermöglicht. Bild: Navvis

Future Stage. So referiert beispielsweise Dr. Alexandra Pabst, Head of Integrated FM, dazu, inwiefern internationale FM-Methoden in Deutschland durchsetzbar sind. Zudem analysiert Stefan Schwan, Geschäftsbereichsleiter Facility Services, weshalb das Thema Energieeffizienz im Rahmen von FM-Vergaben noch immer wenig Beachtung findet. Karsten Scholl, Head of Transition and Operational Excellence, wiederum spricht gleich über zwei innovative Technologien für das Facility Management, die Engie Deutschland derzeit testet, nämlich über die Navvis-Technologie zur zentimetergenauen 3-D-Kartierung sowie Viewing und Navigation in Innenräumen und über die Drohnentechnologie für die Gewinnung von Gebäudedaten aus der Luft. Navvis-Mitgründer und Geschäftsführer Felix Reinshagen erklärt das Potenzial der Technologie: „Innenräume wie Fabriken, Bürohäuser, Veranstaltungsräume, Einkaufs-

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Überblick: Vorträge der Experten von Engie „Technischer Betrieb von Rechenzentren: Fokus sichere Stromversorgung“; Vortrag von Lars Bennefeld, Niederlassungsleiter Secure Power Systems bei Engie Deutschland am Dienstag, 25. Juni, 9.45 bis 10.15 Uhr auf der Interaction Stage „Der digitale Gebäude-Zwilling: Wie sich die Navvis Technologie effizient ins Gebäudemanagement einbinden lässt“; Vortrag von Karsten Scholl, Head of Transition and Operational Excellence bei Engie Deutschland am Dienstag, 25. Juni, 13.30 bis 14.00 Uhr auf der Future Stage „Energieaudits im FM mittels Deep Learning und Künstlicher Intelligenz“; Vortrag von Christoph Maurer, Key Account Manager bei Engie Deutschland am Mittwoch, 26. Juni, 10.00 bis 10.30 Uhr auf der Expert Stage „Sind internationale FM-Methoden in Deutschland durchsetzbar?“; Vortrag von Dr. Alexandra Pabst, Head of Integrated FM bei Engie Deutschland am Mittwoch, 26. Juni, 14.30 bis 15.00 Uhr, Center Stage „Energieeffizienz: Das große Nicht-Thema im FM“; Vortrag von Stefan Schwan, Geschäftsbereichsleiter Facility Services bei Engie Deutschland am Mittwoch, 26. Juni, 15.00 bis 15.30 Uhr auf der Center Stage „Drohne goes CAFM! Gebäudedaten aus der Luft zur Unterstützung im FM“; Vortrag von Karsten Scholl, Head of Transition and Operational Excellence bei Engie Deutschland am Mittwoch, 26. Juni, 15.30 bis 16.00 Uhr auf der Future Stage zentren oder Messen sind bisher kaum digital erfasst.“ Mit dem 3-DKartierungstrolley von Navvis, einem mit Lasern und Kameras ausgestatteten fahrbaren Scanner, lässt sich dies ändern. Diese Daten können dann beispielsweise auch zur visuellen Navigation per Smartphone in zuvor kartierten Gebäuden genutzt werden - und zwar mithilfe von Apps und ohne eine zusätzliche Infra-

struktur wie WLAN oder GPS. Die Lösung unterstützt dabei alle ortsbezogenen Prozesse im Gebäude von Logistik über Reparatur und Wartung bis zu Facility Management und Personennavigation. Die Experten von Engie stehen am Messestand A6.07 in Halle 1.2 zu diesen und anderen Themen Rede und Antwort. www.engie-deutschland.de www.navvis.com


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So verlieren auch Audits ihren Schrecken

Das Qualifikationsmanagement soll konsequent optimiert und ausgebaut werden, beispielsweise sollen weitere Fortbildungsmaßnahmen über die Plattform laufen. Bild: Rettenmaier

Atoss Workforce Management für Qualifikations- und Weiterbildungsmanagement Ist der Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet? Kann er einen Lkw fahren? Verfügt er über weitere relevante Qualifikationen? Auf diese und viele andere Fragen weiß man bei der Firma J. Rettenmaier & Söhne heute die Antworten. Möglich macht dies ein ganzheitliches Workforce-Management. In der Praxis bedeutet dies, dass alle Schulungen heute IT-gestützt gemanagt und transparent dokumentiert werden. Die Qualifikationen der knapp 3.000 Mitarbeiter weltweit an den über 60 Standorten fließen dabei automatisch in die Planung ein. Bei der Firma J. Rettenmaier & Söhne geht es um die mechanische und chemische Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe wie Cellulose, Getreide-, Frucht- und Holzfasern. Rund 3.000 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig, davon 1.600 in Deutschland. Mit 800 Beschäftigten ist das Stammwerk in Rosenberg der größte Standort des Unternehmens. Das Unternehmen setzt auf ein ganzheitliches Workforce-Management. Was genau dahintersteckt und welche Vorteile dieses bietet, zeigt sich, wenn man die unterschiedlichen Abläufe näher betrachtet. So werden beispielsweise rund 1.600 Mitarbeiter bereits seit über zehn Jahren mit einem Zeitwirtschaftssystem von Atoss gemanagt. Doch damit nicht genug: Die Meister an elf deutschen Standorten organisieren die Einsätze der etwa 600 Produktionsmitarbeiter mittels einer Personaleinsatzplanung. Ferner wurde die Reduktion administrativer Aufwände mit der Einführung des Employee & Manager Self Service vorangetrieben. Ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Workflow-Management ersetzte zudem komplexe Genehmigungsprozesse, Papieranträge, Medienbrüche und Fehlplanungen. Mittlerweile beantragen Mitarbeiter beispielsweise IT-gestützt über den Self Service ihre Abwesenheiten oder Zeitkorrekturen und haben jederzeit Einsicht in ihre aktuellen Zeitkonten. Das trägt zu mehr Eigenverantwortung und Motivation bei den Mitarbeitern bei. Auch bei einer weiteren großen Herausforderung schaffte das Workforce-Management Abhilfe. Es geht um Audits. Hier zeigte sich ein Handlungsbedarf in der Organisation von rechtlich notwendigen Schulungen. Kein Pappenstiel, denn bei J. Rettenmaier & Söhne hat dieser Bereich immerhin einen Umfang von rund 3.500 Schulungsstunden pro Jahr. Klar war aber auch, dass effektiv umstrukturiert werden musste, um die Transparenz über arbeitsplatz- und mitarbeiterbezogene Qualifikationen, zum Beispiel Gefahrstoffbeauftragte, Staplerführerschein, Gefährdungsbeurteilung oder auch wichtige Zusatzqualifikationen wie Ersthelfer oder Brandschutzbeauftragte sicherzustellen. Außerdem war eine systematische Überwachungsroutine notwendig, um zu jeder Zeit Gesetzeskonformität gewährleisten zu können. Heute, also nach der Einfügung des Atoss Qualifikationsmanagements, werden jedem Musterarbeitsplatz spezifische Soll-Qualifi-

kationen, allen Mitarbeitern ihre persönlichen Ist-Qualifikationen zugeordnet. Ist der Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet? Kann er Lkw fahren? Verfügt er über weitere Qualifikationen? Auf diese Fragen weiß das System die Antworten. Und nicht nur das … Mithilfe des Systems kann nun in der Qualifikationsmatrix automatisch und schnell ein Soll-IstAbgleich durchgeführt werden. Auch die bereichsübergreifende Vertretungsorganisation wurde vereinfacht, da der verantwortliche Meister im Falle einer Unterbesetzung einen sofortigen Überblick über Mitarbeiter mit Mehrfachqualifikationen hat. Clever: Innerhalb der Matrix werden nicht vorhandene oder ausgelaufene Qualifikationen mit einer Red Flag visualisiert, sodass Trainings umgehend eingeleitet werden können. Diese werden im Weiterbildungsmanagement dokumentiert, wo auch alle zugehörigen Unterlagen wie Teilnehmerlisten, Zertifikate und Schulungs- und Prüfungsunterlagen zur Wirksamkeitskontrolle abgelegt sind. Nach erfolgreicher Schulung wird die erlangte Qualifikation automatisch in das Ist-Profil des Mitarbeiters übertragen, inklusive des neuen Auslaufdatums. Mit dem Atoss-Aufgabenmanagement wurde zudem ein systematischer Überwachungsmechanismus eingeführt, der ein proaktives Qualifikationsmanagement möglich macht. Einladungen zu fälligen Trainings werden beispielsweise automatisch an die Teilnehmer verschickt, die Meister per E-Mail informiert. Heute werden alle rechtlichen Vorgaben erfüllt, die planungsrelevanten Verantwortlichkeiten wurden dezentralisiert und Entscheidungen dorthin verlagert, wo sie auch getroffen werden. Die Umstrukturierungen brachten nicht nur die Re-Zertifizierung, auch das Vertrauen der Auditoren und des Managements in die neuen Schulungsmechanismen stieg an. Robert Schwabl, HR-Manager und Projektleiter, bestätigt: „Die wiederholten kritischen Anmerkungen zu unserem Schulungsmanagement im Rahmen der Zertifizierung nach ISO 50001 war für uns der Impuls, unser Weiterbildungs- und Qualifikationsmanagement auf den Prüfstand zu stellen und konsequent zu überarbeiten. Die umgesetzten Maßnahmen stellten nicht nur die Re-Zertifizierung sicher, auch die Auditoren sind von unserem neuen Qualifikationsund Schulungssystem begeistert.“

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Inzwischen sind weitere Länderorganisationen in das Schulungskonzept integriert. www.jrs.de www.atoss.com

So viel mehr als „Robot-as-a-service“ Leadec: So treibt die Automatisierung die Fabrik von morgen voran Leadec zeigt auf der Servparc Lösungen rund um die zukunftsorientierte Fabrikgestaltung und Instandhaltung. Ein Messeschwerpunkt wird in diesem Zusammenhang die Ersatzteilversorgung mithilfe von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) sein. Gemeinsam mit einem Robotik-Start-up setzt der technische Dienstleister hier auf das Thema „Robot-as-a-service“ für die Fertigungsindustrie. Die fahrenden Roboter FTS können nach Angaben von Leadec, Anbieter technischer Dienstleistungen für die Fertigungsindustrie, flexibel zwischen Wareneingang, Lager, Produktion und Werksgelände eingesetzt werden. Sie transportieren auf diese Weise und ohne menschliches Zutun z.B. Ersatzteile sicher, schnell und voll automatisiert. So gestalte sich der innerbetriebliche Materialfluss effizient und zugleich transparent, denn der aktuelle Standort und die Ladung der fahrerlosen Transportsysteme lässt sich stets digital abrufen. Ein weiterer Messeschwerpunkt von Leadec ist das Thema Predictive Maintenance. Damit Betreiber einer Anlage jederzeit über deren Zustand informiert sind, bietet der Dienstleister unter anderem eine Software und Sensoren zur entsprechenden Über-

wachung an. Die Technik erfasst an den Komponenten alle wichtigen Daten wie Temperatur, Vibration oder Druck und legt so die Grundlage für Predictive Maintenance. Das erhöhe die Wertschöpfung, da eine umfassende und kontinuierliche Überwachung der Anlagen das Risiko größerer Ausfälle senkt und somit Reparatur- und Folgekosten minimiert. Am Messestand präsentiert wird zudem eine Augmented-RealityAnwendung (AR). Leadec zeigt den Besuchern mithilfe von AR virtuell die verschiedenen Services aus den Bereichen Install, Maintain, Support und Engineer. Der Industrieserviceanbieter übernimmt schließlich im Bereich Engineer sämtliche Schritte von der Montage- und Fertigungsplanung über die Einführung von Produktionssystemen, Qualitätsmanagement sowie die Logistik-

planung bis hin zur Schulung der Mitarbeiter. Außerdem begleitet Leadec den kompletten Fertigungsprozess sowie die Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette. Die Experten für Fertigungsstätten von Leadec geben ihr Know-how auch in Fachvorträgen weiter. So beleuchten Alexander Bonk, Geschäftsführer Central Europe, und Theodor Malcotsis, Leiter Project Development im Product Management Central Europe, in ihren Beiträgen die Veränderungen und Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung und die zunehmende Automatisierung entstehen. Ein besonderes Augenmerk bei den Vorträgen liegt auf der Arbeitsgestaltung in der Zukunft sowie der zunehmenden Bedeutung von offenen Innovationsprozessen in Partnernetzwerken. www.leadec-services.de

Piepenbrock thematisiert Prüfservicedienste Zum Jahreswechsel hat der Dienstleister sein Portfolio in diesem Bereich ausgebaut Seit 2019 hat Piepenbrock seinen Service im Bereich der Betriebsmittelprüfungen und Wartungen deutlich erweitert. Neu hinzugekommen sind beispielweise die Prüfung von kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren, Lichtbogenschweißgeräten, elektrischen Ladestationen für Kraftfahrzeuge sowie Schutzausrüstungen gegen Absturz. Aber auch individuelle Lösungen sind nach Angaben der Experten möglich. Was alles realisierbar ist, wird auf der Messe in Frankfurt erläutert. Zusätzlich zu den bereits seit Jahren etablierten Prüfungen von ortsveränderlichen und ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln, von Leitern und Tritten sowie von Schultafeln übernimmt der Dienstleister Piepenbrock nun auch noch weitere Prüfungen - bundesweit.

Arbeitsschutz nach Maß Eine der nun neu hinzugekommenen Prüfungen ist die von kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren nach ASR A1.7. Neben dem Gesamtzustand stellen die Mechanik und Stabilität der Bauteile wichtige Prüfkriterien dar. Vorhandene Steuerungs- und

Schutzeinrichtungen sowie Antriebe werden ebenfalls geprüft. Die Techniker führen auch die Prüfung von Brandschutztüren und -toren sowie Rauchschutzabschlüssen durch. Die Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten nach VDE 0544-4 übernehmen die Spezialisten nun ebenfalls - und das ist gut so, denn bei der Verwendung von Lichtbogenschweißgeräten fließen hohe elektrische Ströme, die eine Gefahr für den Anwender darstellen können. Zusätzlich zu Personenschäden können defekte Geräte Brände und enorme Sachschäden verursachen. Ein weiterer Aspekt: Wurden die erforderlichen Betriebsmittelprüfungen nicht

durchgeführt, verweigern Versicherer häufig die Zahlung. Tipp: Neben den Leistungen im Standardkatalog sind auf Anfrage grundsätzlich alle möglichen Betriebsmittelprüfungen verfügbar, beispielsweise die Prüfung elektrischer Ladestationen für Kraftfahrzeuge, sogenannte E-MobileLadestationen, oder die Prüfung von Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA). Auf Wunsch werden bei der DGUV V3-Prüfung im Rahmen der Mängelbeseitigung schadhafte Kleingeräte wie Steckerleisten direkt ausgetauscht. Was im Bereich der Prüfdienste noch so möglich ist, darüber informieren die Spezialisten auf der Messe. www.piepenbrock.de


DIE MÖGLICHMACHER auf der Servparc 2019: Lounge Area A2.05

Facility Management bringt die Automobil-Branche und viele andere Industrien weiter. Mit Wertschöpfung. Was können wir für Sie machen?

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Workplace-Management immer wichtiger FM ist der Hebel, um die Workplace-Experience positiv zu beeinflussen Das Internet of Things, die Künstliche Intelligenz, Big-Data, Robotik, Building Information Modeling, Sensorik oder Cloud-Computing - die neuen technologischen und methodischen Möglichkeiten der Digitalisierung eröffnen vielversprechende und vielfältige neue Chancen für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Zu klären und zu entscheiden, was diese Entwicklungen für das eigene Kerngeschäft bedeutet, stellt die Verantwortlichen vor einem gravierenden Entscheidungsdruck. Individuelle Digitalisierungsstrategien sind gefragt, zu denen längst noch nicht jeder eine Antwort gefunden hat. Die wohl größte Herausforderung für Unternehmen und Verwaltungen in der Digitalisierung besteht darin, überhaupt die talentierten Nachwuchskräfte zu gewinnen, die für den notwendigen Wandel benötigt werden. Doch damit ist es nicht getan, denn diese Fachkräfte müssen auch an die eigenen Organisationen gebunden werden - und das hat letztendlich etwas mit dem Workspace-Management zu tun. Denn schon heute und künftig noch viel mehr wird der Wettstreit um die Ressourcen Kompetenz und Talent strategieentscheidend sein. Wo heute in Deutschland vier Ingenieure in den Ruhestand gehen, kommt nur ein neu ausgebildeter Ingenieur nach, um nur ein gravierendes Beispiel zu nennen. Ebenso bedeutend aber ist es, die erfahrenen, spezialisierten und kompetenten Mitarbeiter des eigenen Unternehmens auch zu halten.

Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen Kurz gesagt: Der Wettbewerb um personelle Ressourcen ist in vollem Gange und Headhunter sind zur Höchstform aufgelaufen. Gleichzeitig führt die Digitalisierung zu neuen Gefahren für eingesessene Firmen durch disruptive Technologien und Geschäftsmodelle sowie einen intensivierten internationalen Wettbewerb und stark wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Compliance. Die strategische Ausrichtung des Kerngeschäfts muss schneller auf Entwicklungen reagieren und flexibler werden. Und auch die Arbeitsplätze sind längst mobil geworden: Mitarbeiterteams fügen sich immer wieder neu zusammen, sie arbeiten projektorientiert und kollaborativ, und die Einzelnen haben individuelle Anforderungen an ihre Arbeitsplatzumgebung und an eine Work-Live-Balance. Die Personal-

verantwortlichen rotieren und müssen neue und innovative Arbeitsplatzstrategien entwickeln. Wo sie sich in der Vergangenheit mit Recruiting, Gestaltung von Assessment-Zentren und Gehaltsmodellen befassten, rückt nun zusätzlich auch hierzulande das Workplace-Management neu und mit Kraft in den Vordergrund. Der Oberbegriff Workplace-Management umfasst dabei alle Einrichtungen, Dienstleistungen, Technologien und Prozesse, die die Mitarbeiter benötigen, um bestmöglich die ihnen gestellten Aufgaben zu erledigen, gemeinsam zu arbeiten, Innovationen zu entwickeln und zu lernen. Workplace-Management hilft also, die Zufriedenheit von Mitarbeitern zu erhöhen und das Unternehmen für neue Talente attraktiver zu machen. Workplace-Management hilft Unternehmen, Menschen, Orte und Prozesse besser und gezielter miteinander zu verbinden. Es leistet zugleich einen strategischen Beitrag, den Wert des Immobilienportfolios und der technischen Anlagen zu erhöhen und die Kosten zu senken. In den angelsächsischen Märkten etwa ist das Workplace-Management eine Disziplin, die längst Bestandteil des Facility Managements ist. Hierzulande wird aus Sicht des für Immobilien verantwortlichen Managements dagegen gerne zwischen den Kernprozessen und den Sekundärprozessen unterschieden. Christian Kaiser, Geschäftsführer von Archibus Solution Centers Germany, erklärt: „Die größte Herausforderung für eine erfolgreiche Digitalisierung in Facility Management und Gebäudebetrieb besteht darin, dass in vielen Chefetagen etwa bei mittelständigen Bauherren, Eigentümern oder Mietern die Bedeutung einer digitalen Real-Estate-Strategie für ein erfolgreiches Kerngeschäft noch nicht hinreichend erkannt ist. Corporate Real Estate und das Facility Management sind häufig noch getrennt“.

So könnten Erfahrungen nicht hinreichend ausgetauscht, aus Fehlern nicht genügend gelernt und auch nicht immer die ideale IT-Unterstützung kombiniert werden. Nun jedoch wird sich die beteiligte Branche auf eine wachsende Bedeutung von Workplace-Management einstellen müssen, um ihren Kunden weiterhin vorausschauende Dienstleistungen für deren Digitalisierungsstrategien erbringen zu können. „Denn wie anders soll das zunehmend komplexe Netzwerk von Voll- und Teilzeitkräften, Zulieferern und Kunden, der Zugang zu kollaborativen Infrastrukturen oder gemeinsamen Arbeitsbereichen, Autos und Arbeitsmitteln, Kantinen und Gesundheitsbereichen dynamisch, effizient und kreativ nicht nur verwaltet, sondern strategisch ausgerichtet gemanagt werden?“, fragt Christian Kaiser. „Betrifft es doch das gesamte Flächenmanagement, mit Raumnutzung, Reservierung, Belegung, Schlüssel, Hoteling oder Reinigung, um einige der klassischen Prozesse zu nennen.“

Technologien und Prozesse umfasst und intelligent vernetzt. Es wird also höchste Zeit, sich intensiver mit den digitalen, operationellen, kulturellen und menschlichen Veränderungen der neuen Arbeitswelt zu befassen

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und dafür die Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Die Servparc ist hierzu der richtige Ort. Oliver Vellage und Christian Kaiser sprechen dort am 25.6. auch auf der Interaction Stage zum Thema. https://archibus.de

Gefma vergibt Förderpreise Verband präsentiert sich als Content-Partner Auf der Servparc werden am 25. Juni ab 16 Uhr die Preisträger 2019 für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im FM ausgezeichnet. Weitere Messeschwerpunkte des Branchenverbandes Gefma, der als ideeller Träger und Content-Partner der Servparc auftritt, sind Workplace, Digitalisierung und Beschaffungsmanagement. Zudem ist der Verband mit zwei Standpräsenzen auf der Messe vertreten (Halle 1.2 A2.09 und A1.02). Neben der Darstellung des Leistungsportfolios präsentiert er dort auch das Thema „Ausschreibung & Vergabe“ im eigenen Lounge-Bereich. Gemeinsam mit dem Messerveranstalter und den Gefma-Arbeitskreisen wie Digitalisierung, Workplace, Ausschreibung und Vergabe oder internationales Facility Management hat der Verband das Vortragsprogramm für die fünf Stages zusammengestellt.

Stage. Gefma-Vorstand und Workplace-Experte Oliver Vellage übernimmt die Moderation. Frau Kuhlmann dazu: „Unsere beiden Gefma-Arbeitskreise Digitalisierung sowie Workplace engagieren sich dafür, diese Bereiche für das FM zu gestalten

Workplace Experience als Erfolgsfaktor Auch der Workplace-Experte und Vorstandsmitglied bei der Gefma, Oliver Vellage, äußerte sich dazu unlängst: „Die Workplace Experience ist heute ein Erfolgsfaktor des Kerngeschäftes, zahlt sie doch auf die Mitarbeiterzufriedenheit ein, die maßgeblichen Einfluss auf Innovationszyklen, Kundenzufriedenheit und damit Profitabilität hat, wie eine MIT Studie belegt. Facility Management ist mit seiner Servicebreite und -tiefe ein sehr großer Hebel, um die Workplace Experience positiv zu beeinflussen und damit einen Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.“ Kurz gesagt: Das Facility Management wird zum Workplace-Management, das Dienstleistung,

Workplace-Management hilft Unternehmen, Menschen, Orte und Prozesse besser miteinander zu verbinden. Es leistet zugleich einen strategischen Beitrag, den Wert des Immobilienportfolios und der technischen Anlagen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Bild: i-Stock by Archibus

Bereits seit mehr als 20 Jahren verleiht der Branchenverband Gefma - hier die Preisträger vom vergangenen Jahr - Förderpreise für die besten akademischen Arbeiten im Bereich Facility Management. Auf die Gewinner warten Preisgelder in Höhe von 8.000 Euro. Bild: Gefma

„Wir haben uns bei der Planung den Themen gewidmet, die das Facility Management derzeit bestimmen und in den kommenden Jahren maßgeblich prägen werden“, ist Dr. Elke Kuhlmann von der Geschäftsführung des Verbandes überzeugt und verweist gleich auf das erste Thema, das Beschaffungsmanagement. Dies sei ein thematischer Klassiker im Programm der Servparc, der sich im Spannungsfeld zwischen Qualitäts- und Kostenoptimierung bewegt. Immer mehr an Bedeutung gewinnende Herausforderungen wie Energiemanagement oder Digitalisierung erforderten qualifizierte Entscheidungsträger sowie optimierte Beschaffungsstrategien. Mit den Themen Workplace und Digitalisierung stellt sich Gefma auf der Messe zwei weiteren aktuellen Schwerpunkten im Facility Management. Der Arbeitskreis Workplace startet mit seiner Auftaktveranstaltung und spannenden Themen am 25. Juni, ab 12 Uhr, auf der Interaction

und unserer Branche Leitplanken für eine erfolgreiche Entwicklung in diesen zukunftsprägenden Segmenten zu geben.“

Eingereichte Arbeiten mit hoher Qualität „Die Qualität der in den letzten Jahren eingereichten und ausgezeichneten Arbeiten zeigt deutlich, welchen hohen Standard das Facility Management mittlerweile in der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschulen hat. Besonders stolz bin ich aber, dass es dem akademischen Nachwuchs im Facility Management immer wieder gelingt, die Theorie mit einem hohen Nutzen für die Praxis zu verbinden.“ Mit diesen Worten nimmt Professor Dr. Markus Lehmann, Gefma-Vorstand und Vorsitzender der Jury, Bezug auf die Förderpreise, die im Rahmen der diesjährigen Messe in Frankfurt verliehen werden - man darf also gespannt sein. www.gefma.de


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Instandhaltung digitalisieren Ring-Forum auf der Future Stage Calcon-Gruppe präsentiert skalierbare Softwarelösung

Sechs CAFM- und Beratungsanbieter thematisieren Ergebnisse der Digitalisierung

Dank IoT und Sensorik sind immer mehr Daten von Immobilien verfügbar. Doch Daten an sich haben keinen Wert. Erst wenn sie effizient und intelligent erfasst und weiterverarbeitet werden, wird daraus eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für das Instandhaltungsmanagement. Damit dies nicht nur für einzelne Gebäude, sondern für ganze Portfolios wirtschaftlich umgesetzt werden kann, muss eine solche Lösung skalierbar sein.

Das Potenzial der Digitalisierung für ein durchgehendes und standardisiertes Datenmanagement wird in der Bau- und Immobilienbranche meist noch als Thema für die Projektentwicklung, die Planung und die Realisierung von Bau- und Immobilienprojekten betrachtet. Dass die Beachtung von Methoden und der Einsatz von IT für Building Information Modeling (BIM) auch den Verantwortlichen in Facility Management und Gebäudebetrieb konkrete Vorteile eröffnen, wird hingegen unterschätzt. Der Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb, CAFM Ring, thematisiert auf der Future Stage mit einer Reihe von konkreten Projektbeispielen, was bereits möglich ist.

Die Münchner Calcon-Gruppe, als Softwareanbieter und Beratungshaus für Themen rund um das Bestandsmanagement aktiv, zeigt auf der Servparc mit Aibatros eine neue Software, die das Facility Management dabei unterstützt, die operativen und strategischen Prozesse zu digitalisieren. Die Lösung dient dazu, Daten effizient zu erfassen, zentral vorzuhalten und diese Daten IT-gestützt zu analysieren. Hintergrund: Um die Instandhaltung bedarfsorientiert zu planen, und die vorhandenen Mittel nicht an der falschen Stelle einzusetzen, sind zunächst objektive Informationen zu Zustand und Ausstattung der Immobilien erforderlich. Dabei gilt aber auch: Je größer das Portfolio, desto wichtiger ist es jedoch, den damit verbundenen Aufwand möglichst gering zu halten.

Daten erfassen und zentral vorhalten Aibatros nutzt deshalb, wie der Softwareanbieter erklärt, statistische Zusammenhänge, um aus wenigen erfassten Grundwerten automatisch sämtliche Gebäudegeometrien zu berechnen. Aus dem Zustand der kostenintensiven Bauteile ermittelt die Software außerdem die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen und deren Kosten. Auf diese Weise erhält der Anwender schnell einen Überblick über die baulichen und energetischen Stärken und Schwächen jedes Gebäudes. Er kann dabei anhand von drei Bewertungsebenen entscheiden, mit welcher Detailtiefe die verschiedenen Bauteile erfasst werden. So kann beispielsweise der Zustand der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) bauteilkonkret bewertet werden, während der Rest der Immobilie paretoeffizient erfasst wird. Der ParetoEffekt, gerne auch als 80-zu-20Regel bezeichnet, besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreicht werden können. Eine zentrale IT-Plattform stellt sicher, dass sich die richtigen Daten immer am richtigen Platz befinden. Das erleichtert nicht nur das Facility Management, sondern macht es auch deutlich effizienter. Durch die Vernetzung mit anderen Systemen lassen sich auch externe Daten in Aibatros integrieren, erklären die Softwarespezialisten. Das bedeutet: Falls also exakte Werte ohnehin vorliegen, besteht die Möglich-

keit, die vom System statistisch ermittelten Initialwerte durch solche Realdaten zu ersetzen. Außerdem können Pläne, Wartungsverträge oder Verbrauchsdaten auf Ebene einzelner baulicher Elemente wie Aufzüge oder Heizungsanlagen abgelegt werden.

Daten IT-gestützt analysieren Nun kommt der entscheidende Schritt, denn erst die Analyse der Daten macht diese zu echten Informationen, aus denen sich strategische Entscheidungen ableiten lassen. Dabei unterstützt die Softwarelösung zum Beispiel die Anwender mit einer Prognosefunktion. Diese simuliert anhand der Bauteillebensdauer die Zustandsund Kostenentwicklung der Immobilien. Auf diese Weise wird deutlich, welche Auswirkungen welche Instandhaltungsstrategie hat - von der Unterlassung von Instandhaltung über die Notinstandsetzung bis hin zur Modernisierung. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Maßnahmen vergleichen und priorisieren. www.calcon.de

Auf der Servparc informieren sechs Mitgliedsunternehmen des Verbandes CAFM Ring anhand von Kundenprojekten, wie sie konkrete Herausforderungen der Digitalisierung durch den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) erfolgreich lösen konnten. Der Kombivortrag, der am Mittwoch, den 26.06., von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr auf der Future Stage stattfindet, steht dabei unter dem Slogan „Mission Possible“. Und das sind die Themen: Mit „Die echten Knackpunkte beim Einsatz von BIM: Erste Schritte, Vorgehen und erzielte Eckpunkte am Beispiel eines Krankenhausprojekts“ steigt Christian Kaiser, Geschäftsführer der Archibus Solutions Centers Germany GmbH, in die Thematik ein. „Corporate Real Estate und das Facility Management sind in vielen Unternehmen noch getrennt. So werden Erfahrungen nicht hinreichend ausgetauscht, aus Fehlern nicht genügend gelernt und auch nicht immer die ideale IT-Unterstützung kombiniert“, betont er. Der nachfolgende Teil, den Miguel Ebbers, Leiter Kompetenzzentrum für Digitalisierung/BIM der M&P Gruppe, und Andreas Germer, Geschäftsführer BEGIS Beratungsgesellschaft für

Der Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb (CAFM Ring e.V.) ist ein Zusammenschluss von 25 Softwarehäusern und Unternehmen für professionelle Planung und Service im Betrieb von Immobilien und technischen Anlagen. Er setzt sich unter anderem für den phasenübergreifenden und absprachefreien Austausch digitaler Immobiliendaten mittels BIM-Modellen und -Methoden ein. Bild: Rudolpho Duba / pixelio.de

Informationssysteme mbH, gemeinsam gestalten, behandelt das Datenmodell, die Technik und Architektur bei der Bundesdruckerei. Mit „BIM-Daten: Die DNA für einen digital TWIN - oder die durchgängige Datenbasis von der ersten Planungsphase bis zum Immobilienbetrieb“, ist das Thema vom Ralf Rieckhof, Niederlassungsleiter bei der pit-cup GmbH, umschrieben. „Definieren

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Sie ihre relevanten Daten für den Betrieb von Gebäuden und Anlagen am Anfang ihres BIM-Projektes. Denn am Anfang schon an das Ende zu denken, zahlt sich im Lebenszyklus speziell in der Nutzungsphase aus“, betont er. Tim Hannewald, Teamleiter Consulting AEC/BIM bei der N+P Informationssysteme GmbH, spricht über die Umsetzung eines digitalen Gebäudemodells und die Anforderungen des Auftraggebers, der Planer und der Betreiber. Die „Betreiberverantwortung auf Basis der Datenstruktur von CAFM-Connect: Revisionssichere Dokumentation in der Blockchain“ ist das Thema von Dennis Diekmann, Geschäftsführung, Ambrosia FM Consulting & Services GmbH, und von Dipl.-Ing. (FH), M.Sc. Eva Reckmann von der Vertriebsleitung des gleichen Unternehmens. Sie betont: „Der wichtigste Knackpunkt von BIM im Betrieb sind klare Strukturen ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.“ Den Abschluss übernimmt Dipl.Ing. (TGA) Claus Biedermann, Geschäftsführer EBCsoft GmbH und im Vorstand des Verbands. Er spricht zum Thema „BIM-Interaktion von Softwaresystemen im Immobilienbetrieb“. www.cafmring.de


aus verschiedenen Produkt- und Servicebereichen. Die Servparc findet am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt statt. Besuchen Sie servparc.de, hier können Sie sich umfassend aufschlauen und Ihr Ticket buchen.

Die Servparc ist so zukunftsweisend wie die Themen, die auf ihr gespielt werden. Sie ist ein überraschend neues Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis. Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren. Auf sieben Stages haben Sie die Möglichkeit, sich über Themen und Produkte im Rahmen von Vorträgen, Best-Practice-Beispielen oder Präsentationen zu informieren:

Servicebereichen. Die Servparc findet am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt statt. Besuchen Sie servparc.de, hier können Sie sich umfassend aufschlauen und Ihr Ticket buchen. All you can meet! Zu den Anbietern auf der ServParc gehören unter anderem im Bereich Industrieservice Infraserv Knapsack und im Facility Management Strabag. Weitere namhafte Anbieter sind WISAG, Piepenbrock und Leadec – unter www. servparc.de sind alle Anbieter gelistet. Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ist das Interesse an der Servparc groß, da das neue Eventformat gut mit dem Erscheinungsbild und dem Kommunikationsstil von Startups harmoniert.

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Am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt. Besuchen Sie auch servparc.de, hier können Sie sich umfassend aufschlauen und Ihr Ticket buchen. Die Servparc ist so zukunftsweisend wie die Themen, die auf ihr gespielt werden. Sie ist ein überraschend neues Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis. Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren.

ANLAGENWIN WARTUNG DRA S N DE L INSP MIT HOLO E I ON Auf sieben Stages haben Sie die MIT TiefeKderTFachbeiDie inhaltliche D Die Interaction Stage ist die Büh- träge bewegt sichRdurchaus auf Möglichkeit, sich über Themen OH durch ne, Werkstatt und Klassenzimmer Kongressniveau. Dies wird N EN und Produkte im Rahmen von für Workshops sowie für den kol- eine enge Kooperation mit Fach- Vorträgen, Best-Practice-Beispielegialen Austausch zu fachspezifischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen.

Die Career Area ist Dating Drehscheibe für Einsteiger und Aufsteiger auf der einen Seite sowie Unternehmen auf der anderen Seite. Auf der Career Stage präsentieren Unternehmen, sich als attraktive Arbeitgeber, ebenso wie Institutionen mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Facility Management und Industrieservice. Diverse Aktionen während der Veranstaltungstage sorgen für abwechslungsreiche Impulse. Zum Beispiel die Jobwall, die GEFMA-Förderpreisverleihung, Anbieter-Pitches und weitere Aktionen rund um das Thema Beruf und Karriere.

verbänden und Gremium bei der Auswahl der Themen gewährleistet. Auf den Stages erwarten Sie spannende Vorträge, Best Practice Seminare und Workshops. Schwerpunktthemen sind z.B. die Megatrends Digitalisierung und New Work und deren Relevanz für Industrieservice und Facility Management, aber auch eine umfangreiche Session zum Thema Recht und Betreiber-verantwortung ist geplant. Das Programm wird auf jeden Fall ebenso abwechslungsreich wie hochkarätig – Sie dürfen gespannt sein!

IVE T C I D PRE CE N A N INTE MAProminenter Keynote-Speaker. I K Den Auftakt zur Servparc macht T MIFDP-Fraktionsvorsitzender Chris-

Die Catering Area ist Meeting Point, Networking Area und Eventbühne. Hier wird gut gespeist, getrunken, getalkt und Energie getankt. Die Center Stage, die ganz große Bühne für großartige Beiträge, Präsentationen, Speeches und Podiumsdis-kussionen. Hier starten wir die Servparc offiziell am 25.06.2019 mit der Keynote von Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. Die Future Stage, der Think Tank für fachspezifische Zukunftsthemen. Allen voran: Digitalisierung. Die Expert Stage, die Plattform für Best-Practice-Präsentationen, Produkte und Case Studies. Die Innovation Area – Präsentationsplattform, Schaufenster und Erprobungsparcours für Trends, Entwicklungen und Neuheiten aus verschiedenen Produkt- und

tian Lindner mit einer Keynote zum Thema „Update für Deutschland - wie nutzen wir die Digitalisierung?“ Networking next Level Das gesamte Event ist auf einen intensiven Austausch aller Beteiligten ausgelegt. Ein webbasiertes Networking-Tool ermöglicht Anbietern und Anwendern bei Interesse eine Kontaktaufnahme bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Teilnehmer können sich jederzeit frei zwischen Ausstellungsflächen, Catering und Stages bewegen; die Vortragsdauer beträgt in der Regel nur 20 Minuten, gefolgt von einem interaktiven Q & A-Teil. Fragen können bereits während der Präsentation digital gestellt werden und nicht zuletzt begegnen sich Anbieter und Anwender im Rahmen der großen After Party am Abend des 25.6.2019 und lernen sich dort näher kennen.

len oder Präsentationen zu informieren:

Die Interaction Stage ist die Bühne, Werkstatt und Klassenzimmer für Workshops sowie für den kollegialen Austausch zu fachspezifischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen.

Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ist das Interesse an der Servparc groß, da das neue Eventformat gut mit dem Erscheinungsbild und dem Kommunikationsstil von Start-ups harmoniert.

Die inhaltliche Tiefe der Fachbeiträge bewegt sich durchaus auf Kongressniveau. Dies wird durch eine enge Kooperation mit Fachverbänden und Gremium bei der Auswahl der Themen gewährleistet. Auf den Stages erwarten Sie spannende Vorträge, Best Practice Seminare und Workshops. Schwerpunktthemen sind z.B. die Megatrends Digitalisierung und New Work und deren Relevanz für Industrieservice und Facility Management, aber auch eine umfangreiche Session zum Thema Recht und Betreiber-verantwortung ist geplant. Das Programm wird auf jeden Fall ebenso abwechslungsreich wie hochkarätig – Sie dürfen gespannt sein!

format voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis.

Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren.

Auf sieben Stages haben Sie die Möglichkeit, sich über Themen und Produkte im Rahmen von Vorträgen, Best-Practice-Beispielen oder Präsentationen zu informieren: Die Interaction Stage ist die Bühne, Werkstatt und Klassenzimmer für Workshops sowie für den kollegialen Austausch zu fachspezifischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen. Die Future Stage, der Think Tank für fachspezifische Zukunftsthemen. Allen voran: Digitalisierung.

Prominenter Keynote-Speaker. Den Auftakt zur Servparc macht Die Expert Stage, die Plattform FDP-Fraktionsvorsitzender Chris- für Best-Practice-Präsentationen, tian Lindner mit einer Keynote Produkte und Case Studies. Die Career Area ist Dating Dreh- zum Thema „Update für DeutschInnovation Area – Präsenta- wie nutzen wir die Digitali-undDie Auf und der Servparc Sie Innovationen Impulse rund scheibe für Einsteiger Auf- landfinden tionsplattform, Schaufenster und steiger auf der einen umSeite dassowie Themasierung?“ Industrieservice 4.0 in Synergie mit Facility Erprobungsparcours für Trends, Unternehmen auf Management der anderen und IT. Erleben Sie ein zukunftsweisendes Entwicklungen und Neuheiten Seite. Auf der Career Stage prä- Networking next Level aus verschiedenen Produkt- und Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Event, Networking sentieren Unternehmen, sich als Das gesamte Event ist auf einen Servicebereichen. intensiven Präsentationen, Austausch aller Beteiund Lounge, Workshops und attraktive Arbeitgeber, ebenso Vorträge, ligten ausgelegt. Ein webbasiertes get Austogether. wie Institutionen mit und See you tomorrow! Die Servparc findet am 25. und 26. Weiterbildungsmöglichkeiten im Networking-Tool ermöglicht AnJuni 2019 in der Messe Frankfurt Bereich Facility Management und bietern und Anwendern bei Intestatt. Besuchen Sie servparc.de, Industrieservice. Diverse Aktio- resse eine Kontaktaufnahme behier können Sie sich umfassend nen während der Veranstaltungs- reits im Vorfeld der Veranstaltung. aufschlauen und Ihr Ticket butage sorgen für abwechslungs- Teilnehmer können sich jederzeit chen. All you can meet! reiche Impulse. Zum Beispiel die frei zwischen AusstellungsfläZu den Anbietern auf der ServJobwall, die GEFMA-Förderpreis- chen, Catering und Stages bewein Parc gehören unter anderem im verleihung, Anbieter-Pitches und gen; die Vortragsdauer beträgt Ih r R a Bereich Industrieservice Infraserv weitere Aktionen rund um das der Regel nur 20 Minuten, gefolgt battcode und im Facility Managevon einem interaktiven QS &E A-Teil. RV19Knapsack Thema Beruf und Karriere. W P ment Strabag. Weitere namhafte Freuen Sie sich auf die allererste se rv Anbieter sind WISAG, Piepenpa rc.d Die Catering Area ist Meeting Servparc – mit vielen bekannten e/tickets brock und Leadec – unter www. Point, Networking Area und und zahlreichen neuen Gesichservparc.de sind alle Anbieter geEventbühne. Hier wird gut ge- tern! listet. speist, getrunken, getalkt und Am 25. und 26. Juni 2019 in der Energie getankt. Messe Frankfurt. Besuchen Sie Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen ProdukDie Center Stage, die ganz große auch servparc.de, hier können Sie ten und Dienstleistungen ist das Bühne für großartige Beiträge, sich umfassend aufschlauen und Interesse an der Servparc groß, Präsentationen, Speeches und Ihr Ticket buchen. da das neue Eventformat gut mit Podiumsdis-kussionen. Hier stardem Erscheinungsbild und dem ten wir die Servparc offiziell am Die Center Stage, die ganz große Kommunikationsstil von Start-ups 25.06.2019 mit der Keynote von Bühne für großartige Beiträge, harmoniert. Christian Lindner, Bundesvorsit- Präsentationen, Speeches und Podiumsdis-kussionen. Hier starzender der FDP. ten wir die Servparc offiziell am Die inhaltliche Tiefe der Fachbeiträge bewegt sich durchaus auf Die Future Stage, der Think Tank 25.06.2019 mit der Keynote von Kongressniveau. für fachspezifische Zukunftsthe- Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. men. Allen voran: Digitalisierung. Am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt. Besuchen Sie Die Expert Stage, die Plattform Die Servparc ist so zukunftsweiauch servparc.de, hier können Sie für Best-Practice-Präsentationen, send wie die Themen, die auf ihr gespielt werden. Sie ist ein über- sich umfassend aufschlauen und Produkte und Case Studies. raschend neues Veranstaltungs- Ihr Ticket buchen.

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