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Juni J 2019

I N D U S T R I E S E R V I C E - S E R V PA R C

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Instandhaltung digitalisieren Ring-Forum auf der Future Stage Calcon-Gruppe präsentiert skalierbare Softwarelösung

Sechs CAFM- und Beratungsanbieter thematisieren Ergebnisse der Digitalisierung

Dank IoT und Sensorik sind immer mehr Daten von Immobilien verfügbar. Doch Daten an sich haben keinen Wert. Erst wenn sie effizient und intelligent erfasst und weiterverarbeitet werden, wird daraus eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für das Instandhaltungsmanagement. Damit dies nicht nur für einzelne Gebäude, sondern für ganze Portfolios wirtschaftlich umgesetzt werden kann, muss eine solche Lösung skalierbar sein.

Das Potenzial der Digitalisierung für ein durchgehendes und standardisiertes Datenmanagement wird in der Bau- und Immobilienbranche meist noch als Thema für die Projektentwicklung, die Planung und die Realisierung von Bau- und Immobilienprojekten betrachtet. Dass die Beachtung von Methoden und der Einsatz von IT für Building Information Modeling (BIM) auch den Verantwortlichen in Facility Management und Gebäudebetrieb konkrete Vorteile eröffnen, wird hingegen unterschätzt. Der Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb, CAFM Ring, thematisiert auf der Future Stage mit einer Reihe von konkreten Projektbeispielen, was bereits möglich ist.

Die Münchner Calcon-Gruppe, als Softwareanbieter und Beratungshaus für Themen rund um das Bestandsmanagement aktiv, zeigt auf der Servparc mit Aibatros eine neue Software, die das Facility Management dabei unterstützt, die operativen und strategischen Prozesse zu digitalisieren. Die Lösung dient dazu, Daten effizient zu erfassen, zentral vorzuhalten und diese Daten IT-gestützt zu analysieren. Hintergrund: Um die Instandhaltung bedarfsorientiert zu planen, und die vorhandenen Mittel nicht an der falschen Stelle einzusetzen, sind zunächst objektive Informationen zu Zustand und Ausstattung der Immobilien erforderlich. Dabei gilt aber auch: Je größer das Portfolio, desto wichtiger ist es jedoch, den damit verbundenen Aufwand möglichst gering zu halten.

Daten erfassen und zentral vorhalten Aibatros nutzt deshalb, wie der Softwareanbieter erklärt, statistische Zusammenhänge, um aus wenigen erfassten Grundwerten automatisch sämtliche Gebäudegeometrien zu berechnen. Aus dem Zustand der kostenintensiven Bauteile ermittelt die Software außerdem die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen und deren Kosten. Auf diese Weise erhält der Anwender schnell einen Überblick über die baulichen und energetischen Stärken und Schwächen jedes Gebäudes. Er kann dabei anhand von drei Bewertungsebenen entscheiden, mit welcher Detailtiefe die verschiedenen Bauteile erfasst werden. So kann beispielsweise der Zustand der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) bauteilkonkret bewertet werden, während der Rest der Immobilie paretoeffizient erfasst wird. Der ParetoEffekt, gerne auch als 80-zu-20Regel bezeichnet, besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreicht werden können. Eine zentrale IT-Plattform stellt sicher, dass sich die richtigen Daten immer am richtigen Platz befinden. Das erleichtert nicht nur das Facility Management, sondern macht es auch deutlich effizienter. Durch die Vernetzung mit anderen Systemen lassen sich auch externe Daten in Aibatros integrieren, erklären die Softwarespezialisten. Das bedeutet: Falls also exakte Werte ohnehin vorliegen, besteht die Möglich-

keit, die vom System statistisch ermittelten Initialwerte durch solche Realdaten zu ersetzen. Außerdem können Pläne, Wartungsverträge oder Verbrauchsdaten auf Ebene einzelner baulicher Elemente wie Aufzüge oder Heizungsanlagen abgelegt werden.

Daten IT-gestützt analysieren Nun kommt der entscheidende Schritt, denn erst die Analyse der Daten macht diese zu echten Informationen, aus denen sich strategische Entscheidungen ableiten lassen. Dabei unterstützt die Softwarelösung zum Beispiel die Anwender mit einer Prognosefunktion. Diese simuliert anhand der Bauteillebensdauer die Zustandsund Kostenentwicklung der Immobilien. Auf diese Weise wird deutlich, welche Auswirkungen welche Instandhaltungsstrategie hat - von der Unterlassung von Instandhaltung über die Notinstandsetzung bis hin zur Modernisierung. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Maßnahmen vergleichen und priorisieren. www.calcon.de

Auf der Servparc informieren sechs Mitgliedsunternehmen des Verbandes CAFM Ring anhand von Kundenprojekten, wie sie konkrete Herausforderungen der Digitalisierung durch den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) erfolgreich lösen konnten. Der Kombivortrag, der am Mittwoch, den 26.06., von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr auf der Future Stage stattfindet, steht dabei unter dem Slogan „Mission Possible“. Und das sind die Themen: Mit „Die echten Knackpunkte beim Einsatz von BIM: Erste Schritte, Vorgehen und erzielte Eckpunkte am Beispiel eines Krankenhausprojekts“ steigt Christian Kaiser, Geschäftsführer der Archibus Solutions Centers Germany GmbH, in die Thematik ein. „Corporate Real Estate und das Facility Management sind in vielen Unternehmen noch getrennt. So werden Erfahrungen nicht hinreichend ausgetauscht, aus Fehlern nicht genügend gelernt und auch nicht immer die ideale IT-Unterstützung kombiniert“, betont er. Der nachfolgende Teil, den Miguel Ebbers, Leiter Kompetenzzentrum für Digitalisierung/BIM der M&P Gruppe, und Andreas Germer, Geschäftsführer BEGIS Beratungsgesellschaft für

Der Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb (CAFM Ring e.V.) ist ein Zusammenschluss von 25 Softwarehäusern und Unternehmen für professionelle Planung und Service im Betrieb von Immobilien und technischen Anlagen. Er setzt sich unter anderem für den phasenübergreifenden und absprachefreien Austausch digitaler Immobiliendaten mittels BIM-Modellen und -Methoden ein. Bild: Rudolpho Duba / pixelio.de

Informationssysteme mbH, gemeinsam gestalten, behandelt das Datenmodell, die Technik und Architektur bei der Bundesdruckerei. Mit „BIM-Daten: Die DNA für einen digital TWIN - oder die durchgängige Datenbasis von der ersten Planungsphase bis zum Immobilienbetrieb“, ist das Thema vom Ralf Rieckhof, Niederlassungsleiter bei der pit-cup GmbH, umschrieben. „Definieren

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Sie ihre relevanten Daten für den Betrieb von Gebäuden und Anlagen am Anfang ihres BIM-Projektes. Denn am Anfang schon an das Ende zu denken, zahlt sich im Lebenszyklus speziell in der Nutzungsphase aus“, betont er. Tim Hannewald, Teamleiter Consulting AEC/BIM bei der N+P Informationssysteme GmbH, spricht über die Umsetzung eines digitalen Gebäudemodells und die Anforderungen des Auftraggebers, der Planer und der Betreiber. Die „Betreiberverantwortung auf Basis der Datenstruktur von CAFM-Connect: Revisionssichere Dokumentation in der Blockchain“ ist das Thema von Dennis Diekmann, Geschäftsführung, Ambrosia FM Consulting & Services GmbH, und von Dipl.-Ing. (FH), M.Sc. Eva Reckmann von der Vertriebsleitung des gleichen Unternehmens. Sie betont: „Der wichtigste Knackpunkt von BIM im Betrieb sind klare Strukturen ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.“ Den Abschluss übernimmt Dipl.Ing. (TGA) Claus Biedermann, Geschäftsführer EBCsoft GmbH und im Vorstand des Verbands. Er spricht zum Thema „BIM-Interaktion von Softwaresystemen im Immobilienbetrieb“. www.cafmring.de

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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