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I N D U S T R I E S E R V I C E - S E R V PA R C

Workplace-Management immer wichtiger FM ist der Hebel, um die Workplace-Experience positiv zu beeinflussen Das Internet of Things, die Künstliche Intelligenz, Big-Data, Robotik, Building Information Modeling, Sensorik oder Cloud-Computing - die neuen technologischen und methodischen Möglichkeiten der Digitalisierung eröffnen vielversprechende und vielfältige neue Chancen für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Zu klären und zu entscheiden, was diese Entwicklungen für das eigene Kerngeschäft bedeutet, stellt die Verantwortlichen vor einem gravierenden Entscheidungsdruck. Individuelle Digitalisierungsstrategien sind gefragt, zu denen längst noch nicht jeder eine Antwort gefunden hat. Die wohl größte Herausforderung für Unternehmen und Verwaltungen in der Digitalisierung besteht darin, überhaupt die talentierten Nachwuchskräfte zu gewinnen, die für den notwendigen Wandel benötigt werden. Doch damit ist es nicht getan, denn diese Fachkräfte müssen auch an die eigenen Organisationen gebunden werden - und das hat letztendlich etwas mit dem Workspace-Management zu tun. Denn schon heute und künftig noch viel mehr wird der Wettstreit um die Ressourcen Kompetenz und Talent strategieentscheidend sein. Wo heute in Deutschland vier Ingenieure in den Ruhestand gehen, kommt nur ein neu ausgebildeter Ingenieur nach, um nur ein gravierendes Beispiel zu nennen. Ebenso bedeutend aber ist es, die erfahrenen, spezialisierten und kompetenten Mitarbeiter des eigenen Unternehmens auch zu halten.

Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen Kurz gesagt: Der Wettbewerb um personelle Ressourcen ist in vollem Gange und Headhunter sind zur Höchstform aufgelaufen. Gleichzeitig führt die Digitalisierung zu neuen Gefahren für eingesessene Firmen durch disruptive Technologien und Geschäftsmodelle sowie einen intensivierten internationalen Wettbewerb und stark wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Compliance. Die strategische Ausrichtung des Kerngeschäfts muss schneller auf Entwicklungen reagieren und flexibler werden. Und auch die Arbeitsplätze sind längst mobil geworden: Mitarbeiterteams fügen sich immer wieder neu zusammen, sie arbeiten projektorientiert und kollaborativ, und die Einzelnen haben individuelle Anforderungen an ihre Arbeitsplatzumgebung und an eine Work-Live-Balance. Die Personal-

verantwortlichen rotieren und müssen neue und innovative Arbeitsplatzstrategien entwickeln. Wo sie sich in der Vergangenheit mit Recruiting, Gestaltung von Assessment-Zentren und Gehaltsmodellen befassten, rückt nun zusätzlich auch hierzulande das Workplace-Management neu und mit Kraft in den Vordergrund. Der Oberbegriff Workplace-Management umfasst dabei alle Einrichtungen, Dienstleistungen, Technologien und Prozesse, die die Mitarbeiter benötigen, um bestmöglich die ihnen gestellten Aufgaben zu erledigen, gemeinsam zu arbeiten, Innovationen zu entwickeln und zu lernen. Workplace-Management hilft also, die Zufriedenheit von Mitarbeitern zu erhöhen und das Unternehmen für neue Talente attraktiver zu machen. Workplace-Management hilft Unternehmen, Menschen, Orte und Prozesse besser und gezielter miteinander zu verbinden. Es leistet zugleich einen strategischen Beitrag, den Wert des Immobilienportfolios und der technischen Anlagen zu erhöhen und die Kosten zu senken. In den angelsächsischen Märkten etwa ist das Workplace-Management eine Disziplin, die längst Bestandteil des Facility Managements ist. Hierzulande wird aus Sicht des für Immobilien verantwortlichen Managements dagegen gerne zwischen den Kernprozessen und den Sekundärprozessen unterschieden. Christian Kaiser, Geschäftsführer von Archibus Solution Centers Germany, erklärt: „Die größte Herausforderung für eine erfolgreiche Digitalisierung in Facility Management und Gebäudebetrieb besteht darin, dass in vielen Chefetagen etwa bei mittelständigen Bauherren, Eigentümern oder Mietern die Bedeutung einer digitalen Real-Estate-Strategie für ein erfolgreiches Kerngeschäft noch nicht hinreichend erkannt ist. Corporate Real Estate und das Facility Management sind häufig noch getrennt“.

So könnten Erfahrungen nicht hinreichend ausgetauscht, aus Fehlern nicht genügend gelernt und auch nicht immer die ideale IT-Unterstützung kombiniert werden. Nun jedoch wird sich die beteiligte Branche auf eine wachsende Bedeutung von Workplace-Management einstellen müssen, um ihren Kunden weiterhin vorausschauende Dienstleistungen für deren Digitalisierungsstrategien erbringen zu können. „Denn wie anders soll das zunehmend komplexe Netzwerk von Voll- und Teilzeitkräften, Zulieferern und Kunden, der Zugang zu kollaborativen Infrastrukturen oder gemeinsamen Arbeitsbereichen, Autos und Arbeitsmitteln, Kantinen und Gesundheitsbereichen dynamisch, effizient und kreativ nicht nur verwaltet, sondern strategisch ausgerichtet gemanagt werden?“, fragt Christian Kaiser. „Betrifft es doch das gesamte Flächenmanagement, mit Raumnutzung, Reservierung, Belegung, Schlüssel, Hoteling oder Reinigung, um einige der klassischen Prozesse zu nennen.“

Technologien und Prozesse umfasst und intelligent vernetzt. Es wird also höchste Zeit, sich intensiver mit den digitalen, operationellen, kulturellen und menschlichen Veränderungen der neuen Arbeitswelt zu befassen

JJuni 2019

und dafür die Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Die Servparc ist hierzu der richtige Ort. Oliver Vellage und Christian Kaiser sprechen dort am 25.6. auch auf der Interaction Stage zum Thema. https://archibus.de

Gefma vergibt Förderpreise Verband präsentiert sich als Content-Partner Auf der Servparc werden am 25. Juni ab 16 Uhr die Preisträger 2019 für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im FM ausgezeichnet. Weitere Messeschwerpunkte des Branchenverbandes Gefma, der als ideeller Träger und Content-Partner der Servparc auftritt, sind Workplace, Digitalisierung und Beschaffungsmanagement. Zudem ist der Verband mit zwei Standpräsenzen auf der Messe vertreten (Halle 1.2 A2.09 und A1.02). Neben der Darstellung des Leistungsportfolios präsentiert er dort auch das Thema „Ausschreibung & Vergabe“ im eigenen Lounge-Bereich. Gemeinsam mit dem Messerveranstalter und den Gefma-Arbeitskreisen wie Digitalisierung, Workplace, Ausschreibung und Vergabe oder internationales Facility Management hat der Verband das Vortragsprogramm für die fünf Stages zusammengestellt.

Stage. Gefma-Vorstand und Workplace-Experte Oliver Vellage übernimmt die Moderation. Frau Kuhlmann dazu: „Unsere beiden Gefma-Arbeitskreise Digitalisierung sowie Workplace engagieren sich dafür, diese Bereiche für das FM zu gestalten

Workplace Experience als Erfolgsfaktor Auch der Workplace-Experte und Vorstandsmitglied bei der Gefma, Oliver Vellage, äußerte sich dazu unlängst: „Die Workplace Experience ist heute ein Erfolgsfaktor des Kerngeschäftes, zahlt sie doch auf die Mitarbeiterzufriedenheit ein, die maßgeblichen Einfluss auf Innovationszyklen, Kundenzufriedenheit und damit Profitabilität hat, wie eine MIT Studie belegt. Facility Management ist mit seiner Servicebreite und -tiefe ein sehr großer Hebel, um die Workplace Experience positiv zu beeinflussen und damit einen Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.“ Kurz gesagt: Das Facility Management wird zum Workplace-Management, das Dienstleistung,

Workplace-Management hilft Unternehmen, Menschen, Orte und Prozesse besser miteinander zu verbinden. Es leistet zugleich einen strategischen Beitrag, den Wert des Immobilienportfolios und der technischen Anlagen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Bild: i-Stock by Archibus

Bereits seit mehr als 20 Jahren verleiht der Branchenverband Gefma - hier die Preisträger vom vergangenen Jahr - Förderpreise für die besten akademischen Arbeiten im Bereich Facility Management. Auf die Gewinner warten Preisgelder in Höhe von 8.000 Euro. Bild: Gefma

„Wir haben uns bei der Planung den Themen gewidmet, die das Facility Management derzeit bestimmen und in den kommenden Jahren maßgeblich prägen werden“, ist Dr. Elke Kuhlmann von der Geschäftsführung des Verbandes überzeugt und verweist gleich auf das erste Thema, das Beschaffungsmanagement. Dies sei ein thematischer Klassiker im Programm der Servparc, der sich im Spannungsfeld zwischen Qualitäts- und Kostenoptimierung bewegt. Immer mehr an Bedeutung gewinnende Herausforderungen wie Energiemanagement oder Digitalisierung erforderten qualifizierte Entscheidungsträger sowie optimierte Beschaffungsstrategien. Mit den Themen Workplace und Digitalisierung stellt sich Gefma auf der Messe zwei weiteren aktuellen Schwerpunkten im Facility Management. Der Arbeitskreis Workplace startet mit seiner Auftaktveranstaltung und spannenden Themen am 25. Juni, ab 12 Uhr, auf der Interaction

und unserer Branche Leitplanken für eine erfolgreiche Entwicklung in diesen zukunftsprägenden Segmenten zu geben.“

Eingereichte Arbeiten mit hoher Qualität „Die Qualität der in den letzten Jahren eingereichten und ausgezeichneten Arbeiten zeigt deutlich, welchen hohen Standard das Facility Management mittlerweile in der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschulen hat. Besonders stolz bin ich aber, dass es dem akademischen Nachwuchs im Facility Management immer wieder gelingt, die Theorie mit einem hohen Nutzen für die Praxis zu verbinden.“ Mit diesen Worten nimmt Professor Dr. Markus Lehmann, Gefma-Vorstand und Vorsitzender der Jury, Bezug auf die Förderpreise, die im Rahmen der diesjährigen Messe in Frankfurt verliehen werden - man darf also gespannt sein. www.gefma.de

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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